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Im Internet stößt man des Öfteren auf Seit en, auf denen behauptet wird, dass Charles T.

Russell,
Gründer der Wachtturmgesellschaft und somit auch “Urvater” der Zeugen Jehovas, ein Freimaurer
war.
Zunächst mag man denken, dass etwas an dem Gerücht war sei. Betrac htet man solche Seiten, stößt
man immer wieder auf die gleichen Argumente und Beweise.
Eines der häufigsten Argument e ist das alte Titelblatt des “Wachtturms”, hier ein Scan.

Wie man auf dem Bild erkennen kann, findet man oben links ein Symbol- ein Kreuz mit einer Krone.

Dieses Symbol war ein frühes Symbol der Bibelforscher (wie die Zeugen Jehovas früher hießen), und
wurde auch für andere Zwecke gebraucht, wie etwa Broschen.
Ebenso findet man es an einem großen Gedenkstein, welcher sich in der Nähe von Russells Grab
befindet; Häufig wird dieser Gedenkstein mit dem Grab Russells verwechselt, welc hes sich jedoch in
unmittelbarer Nähe befindet. Auf dem zweiten Bild kann man den Gedenkstein in Form einer
Pyramide sehen- im Hintergrund befindet sich Russels Grab (das, was mit einem Foto beschmückt
Ist).
Im Internet liest man häufig, dass das Kreuzkrone-Symbol ein eindeutiges Symbol der Freimaurer sei.

Zunächst: Auch Freimaurer bedienen sich der Kreuzkrone. Wie man auf dem folgenden Bild deutlich
erkennen kann. Es zeigt eine freimaurerische Loge mit der Kreuzkrone auf dem Wappen. Das Symbol
wird vom sogenannten “Y ork-Ritus” in Verbindung mit dem Rang der Templer benutzt. Wer sich
dessen übezeugen möchte, kann einen Blick auf www.yorkrite.com werfen.
Doch wie es bei Symbolen so ist, werden manche immer und immer wieder aufgegriffen, und so
haben sich wahrscheinlich auch die Freimaurer nur einem Symbol bedient, welches ihnen gepasst
hat.

Die frühen Zeugen Jehovas sind übrigens nicht die einzigen, welche dieses Symbol verwenden. Sucht
man ein wenig im Internet, so findet man zahlreiche Vereinigungen, welche sich ebenfalls das Symbol
zu nutze machen. Hier einige Beispiele:

1. Christian Science - http://christianscience.rolf-witzsche.com/metaphor-2.html


2. Cross and Crown Baptists - http://www.crossandcrown(baptist.com/

Ein weiteres Argument soll sein, dass Russels Grab sich gleich neben einem Freimaurergebäude
befindet.
Dies stimmt sogar, und man kann es sehr gut auf diesem Video
(http://www.exjws.net/museum/pyramid4.mpe ) erkennen.

Bedenkt man jedoch, dass Russel vor nun fast schon 100 Jahren verstorben ist, kann dieses
Gebäude sehr wenig damit zu tun haben, es ist ein Neubau.

Die stichhaltigsten Beweise findet man jedoch in den Publikationen der Wachtturmgesellschaft selbst.

Russell hielt eine Ansprache, und zwar in einer Loge der Freimaurer.
Dabei hat er folgendes gesagt:
„Ich freue mich sehr, dass ich insbesondere die Gelegenheit habe, einiges über die Dinge zu sagen, in
denen wir mit unseren freimaurerischen Freunden übereinstimmen, weil wir in einem Gebäude
sprechen, das der Freimaurerei geweiht ist. Und auch wir sind Freimaurer. Ich bin ein freier
Freimaurer. Ich bin ein freier und anerkannter Freimaurer, wenn ich das in voller Länge ausführen
darf, weil es das ist, was unsere freimaurerischen Brüder uns gerne sagen möchten, dass sie freie
und anerk annte Freimaurer sind. Das ist ihre Art, es darzustellen. Nun bin ich ein freier und
anerkannter Freimaurer. Ich denke, wir alle sind das. Aber nicht gerade nach der Art unserer
freimaureri schen Brüder. Wir haben keinen Streit mit ihnen. Ich werde hier k ein Wort gegen
Freimaurer sagen. Tatsächlich sind einige meiner bes ten Freunde Freimaurer und ich schätze es,
dass es gewisse wertvolle Wahrheiten gibt, die unsere freimaurerischen Freunde zum Teil glauben.
Ich habe gelegentlich mit ihnen ges proc hen, und sie haben gefragt: ―Wieso weißt du über alle diese
Dinge Bescheid? Wir haben gedacht, niemand wüsste darüber Bescheid, außer diejenigen, die
Zugang zu unserer allerhöchsten Logik haben?‖ Ich habe gesagt, ich hätte mit dem Großen
Baumeister k onferiert, mit dem Herrn selber, und ich hätte geheime Informationen durch den Heil igen
Geist erhalten sowie Führung in bezug auf das, was die Bibel sagt. Und das beinhaltet die ganze
Wahrheit, ich glaube, auf jedem Gebiet. So k ommt es, dass unsere freimaurerischen Freunde erstaunt
sind, wenn wir zu ihnen über den Tempel und seine Bedeut ung sprechen und darüber, gute
Freimaurer zu sein, und über die Große Pyramide, das eigentliche Symbol, das si e benutzen,
und was die Große Pyramide bedeutet. Jemand, der eine lange Zeit ein Freimaurer gewesen ist,
k aufte neulich eine Menge Bücher, in denen et was über die Große P yramide gesagt wird, und
schick te sie — da bin ich mir sicher– an die tausend Freimaurer. Er bezahlte sie und verschick te sie
auf eigene Kosten. Er wollte, dass die Freimaurer et was über die Große Pyramide erk ennen sollten.
Er wusste, dass sie sehr daran int eressiert waren. Aber wir wollen heute Nachmittag nicht über die
Große Pyramide sprechen. Wir werden über die freie und anerk annte Freimaurerei sprechen — die
biblische Freimaurerei, meine lieben Freunde.

aus: International Bible Students Souvenir, Convention Report 1913, Seiten 359-365., deutsche
Übersetzung von Infolink
(http://www.sektenausstieg.net/index.php?option=com_content&task= view&id=630& Itemid=29 )
.
Des Weiteren hat sich Russell des Öfteren negativ in seinen Schriften über die Freimaurer
ausgelassen. Hier ein Zitat, leider auf English:

SECRET AND BENEFI CIAL SOCIETIES.


——————————————————————————–
DEAR BROTHE R:–I would lik e to have your opinion on the subject of life insurance. They are
organizing lodges all around here–United Work men, Knights of Pythias, Red Men, Masons, Odd
Fellows, etc. They are work ing it just about lik e sectarianism in the churches. Would lik e to see an
article in the TOWER on the subject.
Yours in the love of the truth, W. E. KILLAM.
OUR REPLY TO THE QUE RY:
In our judgment the majority of ―sec ret societies‖ are merely beneficiary and have no secret schemes
antagonistic to the general public welfare, the secret rites and ceremonies being merely ―boys ‘ play,‖
occupying the time and attention of persons who have no greater aims than those which pertain to the
present life. We note, however, that several Roman Catholic Societies seem to have schemes
connected with the use of fire-arms, and are theref ore to be classed as malevolent rather than
benevolent.
We note also that the Order of Free Masons, if judged by its past history, has some secret object or
scheme, more than frat ernit y and financial aid in time of sick ness or death. And, so far as we can
judge, there is a certain amount of profane worship or mummery connected wit h the rites of this order
and some others, which the members do not comprehend, but which, in many cases, serves to satisfy
the cravings of the natural mind for worship, and thus hinders it from seeking the worship of God
in spirit and in truth –through Chri st, the only appointed Mediator and Grand Master.
In proportion as such societies consume valuabl e time in fooli sh, senseless rites and
ceremonies, and in substituting the worship of their officers, and the use of words and
symbol s which have no meaning to them, for the worship of God, in his appointed way–through
Christ, and according to k nowledge and the spirit of a sound mind –in that proportion these societies
are grievous evils, regardless of the financial gains or losses connected with membership in them.
(…)

aus: Watchtower, June 1985, p.143, online Verfügbar (http://russell.heimat.eu/Z1895JUN.asp )

Ebenso wurden Kommentare veröffentlicht, in denen negativ über Freimaurer und Geheimbünde
gesprochen wurde:

A BROTHE R, once very deep in Secretism, and who k nows that the Editor has had no such
experience, writes as follows:–
DEAR BROTHE R RUSSELL: –Your remark s under caption of Secret and Beneficial Societies in
TOWER, of June 15, ‗95, seem rather funny to me. You hit the nail very fairly considering that you
were hammering so much in the dark . I am glad that you def end the principle of protection as afforded
by legitimate or old line companies, life, fire and accident. With you, however, I think their days are
numbered. No human business was ever organized with broader and more philanthropic intentions
than Insurance, and no business has been so abused and diverted from its real purposes. When
Insuranc e fails (as it has failed) from the effect of selfishness, we can not hope that any human work
will succeed.
As to the secret societies, they use a ritual applicable to each different degree, which is fully as
reasonable as that of many of the churches, and lik e those of the churches, it is usually of heathen
origin. The worship of the Sun appears prominently in Masonry, and so it does in the servic e of the
Catholic and Episcopal churches. The term ―Worshipf ul,‖ as used in masonry, is now practically
obsolete, but was formerly and generally used as a term of respect. I occupied the station of
―Worshipful Master‖ for three years, but I never received the adoration of my fellow mortals, and I
certainly never gave it to others. Your suggestion, that it is done ignorantly, is a good suggestion, but it
does not apply in that case. Perhaps no man in my state, during the t wenty odd years I was a member
of the fraternity, gave more careful study to the symbolism of Masonry, its moral teaching, and its
jurisprudence.
While masonry does not inculcate the worship of its officers, it does what is worse; for in its essence
the symbolism used in the ceremonies are derived from devil worship.
Although no longer unequally yok ed wit h those unbelievers (2 Cor. 6:14-17), I do want to say for those
who are still in the bondage that they have much excuse. Masonry consists very largely in a series of
moral instructions, taught agreeably to ancient usage, by types, symbols and allegorical figures. It is a
system, and a very beautiful system–as is very much of Satan‘s work –when seen from the worldly
standpoint.
Your fellow-work er in the best (not the worst) of bonds.

aus: Watchtower, August 1895, p. 182, Online Vefügbar (http://russell.heimat.eu/ Z1895AUG.asp)

Another Brother writes:–


―Masonry is not Christianity; and he who is so deluded as to think it is, is led thereby into a labyrinth of
grievous errors. I think I k now what I am talk ing about, for I was for seven years ‗Master‘ of a ‗Lodge, ‘
and conf erred hundreds of degrees. Masonry will not tak e away sins, or save a soul from deat h; and it
is a grave question whether or not a child of God has any business spending time and money in any
worldly institution. There is nothing pure that is earthly, but purity com es down from above. ‖

Aus: ebenda.

Folglich kommt man zu dem Schluss, dass es sich bei Charles Taz e Russel um keinen Freimaurer
handelte, auc h wenn er ihnen mal teils nahe stand.
Und die Tatsache, dass im Internet auf duzenden Webseiten das Gegenteil behaupt et wird, liegt
einfach daran, dass sie beieinander abgeschrieben haben.