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WISSENSCHAFT & SICHERHEIT online

Texte des Bundesverbandes Sicherheitspolitik an Hochschulen


Nr. 7/2006 – 06. November 2006

Der Bundesverband Sicherheitspolitik an Hochschulen


Das Weißbuch 2006 zur (BSH) ist der Dachverband sicherheitspolitischer
Hochschulgruppen an deutschen Universitäten. Der BSH
Sicherheitspolitik setzt sich aus sicherheitspolitisch interessierten
Studierenden, Doktoranden und Lehrkräften aller
Fachrichtungen zusammen. Die Mitgliedschaft im BSH
Deutschlands und zur Zukunft steht allen sicherheitspolitisch interessierten Personen mit
akademischem oder praktischem Hintergrund offen,
welche die Grundsätze und Ziele des BSR teilen.
der Bundeswehr –
Grundsätze des BSH
Strategischer Kompass für Der BSH steht ein für die Verteidigung der Werteordnung
des Grundgesetzes. In unserer sicherheitspolitischen
Arbeit bildet die Auseinandersetzung mit Bedrohungen
die deutschen Streitkräfte? dieser Werteordnung einen Schwerpunkt. Zudem ist uns
die Aufrechterhaltung der akademischen Freiheit ein
besonderes Anliegen. Die Schaffung von Erkenntnis im
Wettbewerb der Ideen setzt voraus, daß alle Stimmen
Dr. Stephan Maninger gehört werden.

Die Arbeit des BSH


Die Arbeit des BSH richtet sich an alle Studierenden und
erfolgt überparteilich und überkonfessionell.
Die Aktivitäten des BSH umfassen:
1. Sicherheitspolitische Standortbestimmung • Sicherheitspolitische Bildungsarbeit an
Hochschulen
• Akademische Nachwuchsförderung im
Das unlängst veröffentlichte Weißbuch 2006 sicherheitspolitischen Bereich
• Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit
spiegelt den erheblichen Wandel der deutschen sicherheitspolitischen Fragestellungen
Streitkräfte wider. Weg von der Vorstellung der • Weiterbildung- und Qualifikation der Mitglieder im
Bereich politische Bildung und Sicherheitspolitik
„vaterländischen“ Panzerschlacht in der
Impressum
norddeutschen Tiefebene, ist die dort dargestellte
Wissenschaft & Sicherheit wird herausgegeben durch die
Lageanalyse eine modernere, die der Vielfältigkeit AG Wissenschaft & Sicherheit des BSH und erscheint in
unregelmäßigen Abständen. Kontakt und kostenloses
der jetzigen und zukünftigen Sicherheitslage elektronisches Abonnement unter
gs@sicherheitspolitik.de.
Rechnung tragen soll. Die Transformation von einer
Kontakt:
konventionellen Schlachtordnung hin zu einer Bundesverband Sicherheitspolitik an Hochschulen
- Geschäftsstelle -
Interventionsarmee nimmt deutliche Konturen an Provinzialstr. 91
53127 Bonn
und zeigt, dass sich die sicherheitspolitischen
Parameter im Vergleich zum letzten Weißbuch von Tel.: 0228/2590 914
Fax: 0228/2590 950
1994 drastisch verändert haben.
Im Internet: www.sicherheitspolitik.de

Dies gilt auch für das strategische Bewusstsein für ISSN: 1613-5245 (elektronische Ausgabe)

neue Konfliktkonstellationen und -muster, denen nur Der Autor: Dr. Stephan Maninger ist ehemaliges Mitglied
des Royal United Services Institute for Defence Policy
durch einen ganzheitlichen Sicherheitsansatz
(RUSI) in London.
begegnet werden kann. Nicht in erster Linie
militärische, sondern vorausschauende und mit
Frühwarnstrukturen versehene kombinierte
Sicherheitsmaßnahmen sollen zur Geltung
kommen. Ein gesamtstaatliches
Sicherheitsverständnis bündelt demzufolge künftig

Wissenschaft & Sicherheit Nr. 7/2006 – 06. November 2006


Das Weißbuch 2006 – Strategischer Kompass für die deutschen Streitkräfte?

viel stärker zivile und militärische Ressourcen, um zwischen zivilen und militärischen Strukturen
der Vielfalt asymmetrischer Herausforderungen fordert. Was versäumt wird, ist dann allerdings zu
gerecht werden zu können. konkretisieren, wie militärische Maßnahmen und
Zutreffend ist zudem die im Weißbuch formulierte zivile Krisenprävention effektiv zusammen wirken
Erkenntnis, dass die in der Vergangenheit sollen. So bleibt auch dieser richtig erkannte Punkt
bewährten Strategien nicht für die neuen lediglich eine angenehm klingende Absichts-
Bedrohungsszenarien ausreichen werden. War es erklärung.
vor zehn Jahren noch undenkbar, z. B. Migration als
sicherheitspolitische Herausforderung zu begreifen, 2. Multilateralismus, NATO, Europa
ist man sich angesichts der beunruhigenden
Ereignisse in vielen europäischen Metropolen Auffallend oft wird durch die Autoren des
inzwischen der sich anbahnenden Rangordnungs-, Weißbuches die Bereitschaft und Notwendigkeit
Regel- und Ressourcenkonflikte offenbar stärker vertiefter internationaler Zusammenarbeit
bewusst. hervorgehoben. Obwohl dies grundsätzlich zutrifft,
so ist „Multilateralismus“ als Modewort der
Dennoch bleibt die sicherheitspolitische Sicherheitspolitik mittlerweile mehr als nur eine
Standortbestimmung Deutschlands in vielem Notwendigkeit. Vielmehr ist der Begriff quasi als
unscharf; es fehlt über die oft postulierte Grundvoraussetzung jeglichen militärischen
Notwendigkeit wie auch Bereitschaft in Handelns hochstilisiert worden. Dabei wäre zu
Interventionskategorien zu denken hinaus an berücksichtigen, dass die Art der Mission über die
realistischen Strategieansätzen. Die Schlüsselfrage Zusammenstellung der Allianz bestimmen soll.
„Was sind vitale und was sind nachrangige Sonst bestimmt die Allianz über die Mission und
Interessen deutscher Sicherheitspolitik?“ wird nicht zwar auf dem Niveau des kleinsten gemeinsamen
präzise genug beantwortet. Der Leser muss sie sich Nenners, der dann meist nicht mehr das Erreichen
aus Spurenelementen an verschiedenen Stellen des Zieles gewährleisten kann und den Erfolg
des Dokuments zusammensuchen. So hätte man gefährdet.
sich eine umfassende Klarstellung gewünscht, dass
ein rohstoffarmes, exportorientiertes Land wie Auch was die NATO und Europäische Sicherheits-
Deutschland im Zeichen von und Verteidigungspolitik (ESVP) selbst angeht, wirft
Ressourcenverknappung und wirtschaftsexpansiven das Weißbuch kritische Nachfragen auf.
Großmächten (China, Indien) seine
Rohstoffversorgung nachhaltig sichern muss. Die So wird zu Recht eine stärkere sicherheitspolitische
noch von der Planungsabteilung des Effizienz und globale Gestaltungsrolle der NATO
Bundesministeriums der Verteidigung stark eingefordert. Gleichzeitig werden aber „anhaltend
beeinflusste vorläufige Weißbuch-Fassung vom knappe Verteidigungshaushalte der meisten
April 2006 war hier in der Tonlage deutlich schärfer, Verbündeten“ (S. 37) als unumstößliche Tatsache
hatte aber offensichtlich vor den Bedenkenträgern hingenommen. Es reicht aber bei weitem nicht aus,
des Auswärtigen Amtes keinen Bestand. „zu straffen und die verfügbaren Ressourcen auf die
Trotzdem weist die strategische Analyse in vieler künftig erforderlichen Fähigkeiten zu konzentrieren“
Hinsicht in die richtige Richtung, etwa wenn das (S. 37). Ohne mehr Mittel für die Streitkräfte der
Weißbuch eine stärkere Sicherheitsvernetzung Mitgliedstaaten – und hier sind primär die Europäer

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Das Weißbuch 2006 – Strategischer Kompass für die deutschen Streitkräfte?

in der Pflicht – wird die Kohäsion des Bündnisses Bestandsaufnahme ratsam erscheinen lassen: Was
auf Dauer geschwächt. Deswegen darf man ist im ESVP-Rahmen tatsächlich machbar? Was
gespannt sein, ob den europäischen Mitgliedstaaten können wir militärisch realistischerweise beitragen?
mit dem viel beschworenen Projekt „NATO Diese Leitfragen werden aber erst gar nicht gestellt.
Response Force“ (NRF) ein substanzieller Beitrag
zur sicherheitspolitischen Schlagkraft des Unklar bleibt auch, in welchem institutionellen
Bündnisses gelingen wird. Denn zweifellos ist die Verhältnis Nato und ESVP künftig stehen sollen.
NRF „Katalysator einer zielgerichteten Einerseits heißt es, beide Institutionen stünden nicht
Verbesserung der Fähigkeiten der NATO“ (S. 42). in Konkurrenz zueinander und leisteten
komplementäre Beiträge für unsere Sicherheit. Der
Das Weißbuch schildert zudem ausführlich die sicherheitspolitische Mehrwert ist aber fragwürdig,
sicherheits- und militärpolitischen Parameter der wenn andererseits eine Befähigung zur autonomen
ESVP (u.a. European Headline Goal, Battlegroup- Planung und Führung von ESVP-Operationen unter
Konzept). Hier werden teilweise Zahlen präsentiert, Rückgriff auf eigene militärische Strukturen
die beim aufmerksamen Leser nur Verwunderung gefordert wird (S. 35). Damit kann eine künftige
auslösen können. Demnach seien die Konkurrenzsituation zwischen EU und NATO nicht
Mitgliedstaaten schon „heute [!] imstande, innerhalb ausgeschlossen werden.
von 60 Tagen bis zu 60.000 Soldaten der
Landstreitkräfte sowie lageabhängig See- und 3. Die Bundeswehr im Inneren
Luftstreitkräfte in einem Einsatzgebiet verfügbar zu
machen. Deutschland stellt hierzu ein Kontingent Ein Inneneinsatz der Streitkräfte zur Abwehr
mit maximal 18.000 Soldaten“ (S. 49). Wie die terroristischer Bedrohungen wird im Weißbuch eher
Verfasser des Weißbuches an einer solchen vorsichtig angerissen, zwischen den Zeilen ist der
optimistischen Größenordnung festhalten können, großkoalitionäre Konflikt deutlich zu spüren.
ist vor dem Hintergrund aktueller Einsatzszenarien Immerhin wird eine verfassungsrechtliche
unter Federführung der EU mehr als rätselhaft. Klarstellung angemahnt (S. 76). Die vagen
Vielmehr drängt sich der Eindruck bei der Lektüre Formulierungen im Weißbuch lassen jedoch
auf, dass hoch gesteckte Erwartungen der ESVP befürchten, dass der erweiterte Inneneinsatz der
und angespannte Verteidigungsbudgets der EU- Bundeswehr zu einem Dauerstreitpunkt in der
Mitgliedstaaten in einem schwer auflösbaren großen Koalition werden könnte. Demgegenüber
Spannungsverhältnis stehen. Selbst die Zielvorgabe üben europäische Nachbararmeen schon seit
des Battlegroup-Konzepts, „gleichzeitig zwei längerer Zeit den internen Einsatz, weil Polizeikräfte
Krisenmanagement-Operationen mit je einer und Rettungsdienste bei ABC-Angriffen und
Battlegroup [jeweils 1500 Mann] durchführen zu dauerhaften Unruhen in den ethno-religiösen
können“ (S. 51), wird die planerischen, finanziellen Brückenköpfen vieler westlicher Großstädte
und logistischen Kapazitäten der EU sowie der überfordert sind bzw. sein werden. In der
beteiligten Staaten auf das Äußerste beanspruchen. Streitkräfte-Planung müsste daher weitaus mehr
Das Geschacher um die Zusammenstellung von ein Energie und Zeit der innenpolitischen
paar Hundert Einsatzsoldaten für die EUFOR- Lageentwicklung gewidmet werden. Auch wenn es
Mission im Kongo – über deren Sinn man trefflich Politiker gerne verharmlosen: Die Sicherheit in
streiten kann – hätte eine nüchterne Europas Metropolen wird durch eine ethno-religiöse

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Das Weißbuch 2006 – Strategischer Kompass für die deutschen Streitkräfte?

Konfliktdynamik immer stärker herausgefordert, die einbringen kann (u. a. Landsysteme, U-


auch die Bundeswehr mit veränderten Bootbau)?
Einsatzszenarien im Innern früher oder später • Wie lässt sich das innovative Potenzial des
konfrontieren wird. Hier wären die Autoren des deutschen Mittelstandes in einer
Weißbuches gegenüber der Gesellschaft und den gewünschten europäischen Rüstungswirt-
Sicherheitskräften verpflichtet, ohne Denkverbote schaft sichern, vor allem gegenüber
für alle sicherheitspolitischen Implikationen der zu staatlich subventionierten Rüstungsschmie-
beobachtenden Entwicklungen zu planen. den in anderen europäischen Ländern
(siehe Frankreich)?
4. Finanzen und Rüstung • Welchen Stellenwert hat die
transatlantische Rüstungszusammenarbeit
Das Weißbuch geht allenfalls von einer moderaten für Deutschland (Stichwort MEADS)?
Anhebung des Verteidigungsbudgets im Rahmen • Wie verträgt sich die Forderung, Staats-
der mittelfristigen Finanzplanung aus und beteiligungen bei Rüstungsunternehmen
konstatiert: „Das Spannungsverhältnis zwischen europaweit einzuschränken (S. 87) mit
verteidigungspolitischen Erfordernissen und aktuellen Überlegungen, der deutsche Staat
finanziellem Bedarf für andere staatliche Aufgaben solle sich stärker beim EADS-Konzern
wird auch in Zukunft fortbestehen. Das zentrale engagieren?
finanzpolitische Ziel der Bundesregierung, die Eine konsistente rüstungswirtschaftliche Strategie,
Fortsetzung der Konsolidierung des die sicherheits- und industriepolitische Belange in
Bundeshaushaltes, gibt daher auch für die Einklang bringt und wie sie für Briten und Franzosen
Planungen der Bundeswehr einen verbindlichen selbstverständlich ist, wird im Weißbuch nur sehr
Rahmen vor“ (S. 84). Das ist bedenklich, denn mit zaghaft angedacht.
dieser Feststellung räumen die Verfasser des
Weißbuchs implizit ein, dass nicht die Bedrohungs-, 5. Kategorien und Fähigkeiten
sondern die Kassenlage für Deutschlands
Sicherheitspolitik die Maßstäbe setzt. Ein klarer Das Weißbuch hält explizit fest, dass die
Hinweis auf das wachsende Missverhältnis Bundeswehr über „ein angemessenes Streitkräfte-
zwischen Auftrags- und Mittellage bei der kontingent für friedenserzwingende Maßnahmen
Bundeswehr wäre wünschenswert gewesen. So verfügen [muss]. Die dazu erforderlichen
bleibt denn auch unklar, in welchen Bereichen militärischen Fähigkeiten erfordern den Einsatz von
überhaupt noch Einsparpotenziale bei den Waffengewalt im Rahmen streitkräftegemeinsamer
Streitkräften erzielt werden können. vernetzter Operationen hoher Kampfintensität“ (S.
90). Im Klartext: Die Bundeswehr wird künftig nicht
Zu Recht wird der Erhalt deutscher wehrtechnischer nur für Stabilisierungsoperationen größeren
Kernfähigkeiten als Basis für eine europäische Umfangs, sondern mit ihren Eingreifkräften auch
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Rüstungspolitik gefordert. Daran schließen sich für harte Kriegseinsätze gewappnet sein müssen.
jedoch eine Reihe kritischer Fragen an:
• Über welche Kernfähigkeiten verfügt
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Zu diesen heißt es: „Eingreifkräfte sind vorrangig für
Deutschland überhaupt noch, die es multinationale, streitkräftegemeinsame, vernetzte Operationen
vorgesehen. Sie sollen friedenserzwingende Maßnahmen gegen
einen vorwiegend militärisch organisierten Gegner bei möglichst
geringen eigenen Verlusten durchsetzen und damit die

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Das Weißbuch 2006 – Strategischer Kompass für die deutschen Streitkräfte?

Gegenwärtig wie in naher Zukunft werden aber 250.000 Soldaten halten will. Der Ausbau der
friedensstabilisierende Maßnahmen die Einsatz- Wehrpflicht reicht hierzu nicht aus. Die Streitkräfte
realität der Bundeswehr am stärksten prägen. Hier werden in den nächsten Jahren in einen immer
drängt sich der Eindruck auf, dass die Zielvorgaben schärfer werdenden Wettbewerb um die besten
zu hoch gesteckt sind. So wird für die Kategorie Köpfe mit dem externen, zunehmend internationalen
Stabilisierungskräfte ein ehrgeiziger Einsatzrahmen Arbeitsmarkt treten. Hier wäre eine realistische
„von gleichzeitig bis zu 14.000 zeitlich abgestuft und Bestandsaufnahme der Nachwuchslage
aufgeteilt auf bis zu fünf verschiedene Gebiete wünschenswert gewesen.
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einsetzbar“ (S. 110) vorgegeben. Diese Ziel-
setzung ist mit der mittelfristigen Plafondslinie des 7. Fazit
Einzelplans 14 kaum kompatibel, es sei denn, die
Kosten der Auslandseinsätze würden ressortüber- Das Weißbuch ist ein erster wichtiger Schritt hin zu
greifend verteilt. einem neuen sicherheitspolitischen Verständnis in
Deutschland. Dennoch bleibt es insgesamt zu
Klare Transformationskategorien finden sich in der konturenarm und wirft viele kritische Fragen auf.
Ankündigung zu einer vernetzten Operations- Dadurch erwecken die Autoren den Eindruck, sie
führung und zum Umbau der Marine zu einer handelten nach dem Motto: „Wir wissen nicht, wo es
„Expeditionary Navy“. Außerdem soll erreicht hingehen soll, aber wir gehen den Weg mit
werden, dass die Bundeswehr sich auch gegen die Wagemut.“
Auswirkungen eines Informationskrieges besser Insofern ist das Weißbuch am Ende kein
schützen kann. Letztgenanntes wird zweifelsohne strategischer Wurf, aber immerhin eine halbwegs
zur großen Herausforderung, wie die teilweise gelungene taktische Improvisation.
maßlose Berichterstattung bei „Folterskandal“ oder
„Leichenschändung“ zeigt. Ohne einen
gesellschaftlichen Mentalitätswandel zum Thema
Militär und Sicherheitspolitik wird dieses Ziel schwer
zu realisieren sein.

6. Nachwuchs und Wehrpflicht

Das Weißbuch unterlässt es leider, die


Auswirkungen der demografischen Krise auf die
Streitkräfte zu thematisieren. Es wird nicht deutlich,
wie die Bundeswehr durch attraktivitätssteigernde
Maßnahmen mittel- bis langfristig qualifizierten
Nachwuchs sichern und den Zielumfang von

Voraussetzungen für friedensstabilisierende Operationen


schaffen“ (S. 108).
2
Eine trennscharfe Linie zwischen Eingreif- und
Stabilisierungskräften wird nicht gezogen. Auch
Stabilisierungskräfte „müssen in der Lage sein, sich sowohl
gegen militärisch organisierte Gegner als auch gegen
asymmetrisch kämpfende Kräfte bei möglichst geringen
Verlusten durchzusetzen. Hierzu benötigen sie robuste
Fähigkeiten“ (S. 110).