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Adolf Opderbecke

DAS

HOLZBAU­

BUCH

Adolf Opderbecke DAS HOLZBAU­ BUCH

DAS

HOLZBAU­

BUCH

DAS HOLZBAU­ BUCH für den Schulgebrauch und die Baupraxis. Bearbeitet von Prof. Adolf Opderbecke Direktor der

für den Schulgebrauch

und die Baupraxis.

DAS HOLZBAU­ BUCH für den Schulgebrauch und die Baupraxis. Bearbeitet von Prof. Adolf Opderbecke Direktor der

Bearbeitet von Prof. Adolf Opderbecke

Direktor der Königlichen Gewerbeschule in Thorn.

Direktor der Königlichen Gewerbeschule in Thorn. Mit 736 Textabbildungen und 30 Tafeln. 19 0 9 Verlag

Mit 736 Textabbildungen und 30 Tafeln.

der Königlichen Gewerbeschule in Thorn. Mit 736 Textabbildungen und 30 Tafeln. 19 0 9 Verlag Th.
der Königlichen Gewerbeschule in Thorn. Mit 736 Textabbildungen und 30 Tafeln. 19 0 9 Verlag Th.

19 0 9

der Königlichen Gewerbeschule in Thorn. Mit 736 Textabbildungen und 30 Tafeln. 19 0 9 Verlag Th.

Verlag Th. Schäfer Hannover

Reprint nach dem Original von 1909

seinerzeit erschienen in A. Hartleben's Verlag, Wien und Leipzig

Begleittext von

Dipl.-Ing. Manfred Gerner, Fulda

©

ISBN 3-88746-339-0

Best.-Nr.

1025

Gerner, Fulda © ISBN 3-88746-339-0 Best.-Nr. 1025 1995 Edition nlibri rari« im Verlag Th. Schäfer, Hannover

1995 Edition nlibri rari« im Verlag Th. Schäfer, Hannover

Gesamtherstellung

Th. Schäfer Druckerei GmbH, Hannover

4/1/7

Vorwor t.

Das vorliegende Buch ist nicht nur für das Handwerk, den Zimmermann und den Bau

tischler geschaffen,

also auch für die Schule. Der erste Abschnitt führt in die Baustofflehre ein und behandelt insbesondere den Bau und die Eigenschaften, die Feinde, Fehler und Krankheiten des Holzes, während im zweiten Ab schnitte die Gewinnung, Zurichtung und weitere Bearbeitung, also das Fällen, Beschlagen, Schneiden, Hobeln und Polieren des Nutzholzes und im dritten Abschnitte die Erhaltung und Verschönerung der hauptsächlichsten vom Zimmermann und Bautischler benutzten Hölzer beschrieben sind.

Der vierte Abschnitt wendet sich dann der eigentlichen Fachtätigkeit des Zimmermannes, den üblichen Verbindungsweisen der Bauhölzer, zu und der sechste und siebente Abschnitt beschäf tigen sich mit der Anwendung dieser Verbindungen bei Ausführung der Wände, Balkenlagen, Dach verbände, Gerüste und sonstigen Beiwerke des Holzbaues. Schließlich sind noch die Verrichtungen des Bautischlers, die gebräuchlichen Einzelverbin dungen, die Konstruktion und formale Ausbildung der Türen und Tore, der Fenster, Treppen und Treppengeländer im fünften und achten Abschnitte eingehend erörtert und in zahlreichen Ab bildungen veranschaulicht.

ein Buch vor von reichhaltigem Inhalte und dabei ganz im Sinne der

ich der wohlgesinnten Beachtung

Neuzeit unter Weglassung alles Veralteten geschrieben,

aller Fachgenossen unterstelle mit der Begründung, daß keine Mühe für gute Auswahl und klare, zeitgemäße Darstellungsweise der Textabbildungen und Tafeln sowohl meinerseits, als auch seitens

der Verlagshandlung gescheut worden ist.

Möchte die Arbeit sich liebe Freunde gewinnen, möchte sie sich als brauchbares Lehrbuch

in der Hand des Unterricht enden,

als fruchttragendes Lernbuch in der Hand des Schülers und als

willkommenes Nachschlagebuch in der Hand des in der Praxis stehenden Bautechnikers erweisen.

die es werden wollen,

sondern ebenso auch für den Bautechniker und solche,

So

liegt

denn hier

welches

Der Verfasser.

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36

38

Inhalts"'Ver zeichnis.

I.

Der

Baustoff.

Der Bau und die Eigenscha fte n des H o lzes Jahresringe, Markstrahlen, Spiegel

Spaltbarkeit, Federkraft, Härte Schwinden, Werfen und Reißen . . . . . . Austrocknen, Auslaugen
Spaltbarkeit, Federkraft, Härte
Schwinden, Werfen und Reißen .
.
.
.
.
.
Austrocknen, Auslaugen und Dämpfen
Pilze, Baumschwämme und Hausschwamm
.
.
.
Mistel, Raupen und Käfer .
.
.
.
.
.
.
Rot- und Weißfäu!e, Drehwuchs, Kern- und Strahlenrisse
Eisklüfte, Trocken- und Naßf"äule
.
.
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Die wicht i gsten Holzar ten . Nadelhölzer Die wichtigsten Laubhölzer

Die Fein d e, F e hl er und Kran k heiten des Hol zes

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I

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II

JI

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II.

Die

Gewinnung,

Zurichtung

und

weitere

Bearbeitung

des

Nutzholzes.

. Das Beschlagen und Schneiden

Der Zimmerplatz

Das Fällen der Bäume

.

.

.

. der Stämme .

.

.

.

. .
.
.

und

die Werkstättte

Das Hobeln und Polieren

.

. . . . . . und die Werkstättte Das Hobeln und Polieren . . III.

.

III.

Die

Erhaltung

und

Verschönerung

der

Hölzer.

Anstriche, Imprägnieren, Färben Furniere. Intarsien

.

.

.

.

.

.

.

Imprägnieren, Färben Furniere. Intarsien . . . . . . . 31 32 IV. Die Einzelverbindun

31

32

IV.

Die

Einzelverbindun g en

für

Zimmermannsarbeiten.

Die Verlängerung der Hölzer

Die

Die Oberblattungen

. Hölzer Gitterträger
.
Hölzer
Gitterträger

Klotzträger,

Verknüpfung der Hölz er

Di e

Verzapfungen .

.

Die

Verkämmungen

.

Die

Verklauungen

Die

Verstärkung

der

Verdübelte

Träger,

V.

Die

Einzelverbindun g en

für Bautischlerarbeiten.

Die

Verbindung

nach

der

Breite

Die

Verbindung

nach

der

Länge

Gestemmte

Arbeiten

.

.

.

.

.

.

der Breite Die Verbindung nach der Länge Gestemmte Arbeiten . . . . . . 32

32

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48

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51

5 4

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69

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-

VI

-

Die

Die

Die

Die

VI.

Wände

Die

.

Anwendun g

der

Einzelverbindun g en bei

Zimmermannsarbeiten.

.

.

.

.

.

.

g en bei Zimmermannsarbeiten. . . . . . . . . . . . .

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. . . . . . . . . . . . . . .
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(freitragende
Dächer)
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.
Darstellung
der
Walmdächer
.

Blockwände, Bretter, und Lattenwände

Fachwerkwände

Die Zimmermannszeichen für die Wände im Holzbau

Der norddeutsch,niedersächsische Fachwerkbau

Der rheinisch,süddeutsche Fachwerkbau.

Der englische Fachwerkbau

'Obersetzte Gebälke

Licht, und Eingangsöffnungen

Giebelgestaltungen

Hängewerkskonstruktionen .

Balkenlagen

.

.

Verbindung der einzelnen Konstruktionshölzer bei Hängewerken

Sprengwerke

Zwischen,, Dach, und Kehlgebälke

Auf lagerung der Balken

Zwischenauf lager, Unterzüge, verdübelte Träger, Gitterträger

Benennung der einzelnen Teile einer Balkenlage

Regeln für das Entwerfen der Balkenlagen

Balkenlagen über schiefwinkeligen Grundrissen

Balken,Auswechselungen

Balken,Verankerungen

Dachverbände

Dachneigungen mit Rücksicht auf das Deckmaterial .

Die verschiedenen Dachformen

Satteldächer mit Balkenlage

Kehlbalkendächer mit stehendem Dachstuhl .

Pfettendächer mit stehendem Dachstuhl

Kehlbalkendächer mit liegendem Dachstuhl

Pfettendächer mit liegendem Dachstuhl

Der

Dachstuhl

hängende

Satteldächer

ohne

Balkenlage

Freitragende Dächer mit Zwischenstützen .

Freitragende Dächer ohne Zwischenstützen

Pultdächer

Der Werksatz

Regeln

Zelt,

Geschweifte Turmdächer

.

.

für

die

zeichnerische

und Turmdächer

Gerü ste

Wölbscheiben

Abgebundene

.

.

und

.

·

Lehrgerüste

Baugerüste

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VII.

Beiwerke

des Hausbaues.

Vorhallen

Veranden

und

Dachgaupen

.

.

.

. .
.
.

Lauben

und

Dachfenster

VIII.

Die

Anwendung

der

Einzelverbindun g en bei

den

Arbeiten

des

Bautischlers.

Die Türen und Tore .

en bei den Arbeiten des Bautischlers. Die Türen und Tore . Einfache Verdoppelte Türen Gestemmte Türen

Einfache

Verdoppelte Türen

Gestemmte Türen .

Stumpf gestemmte Türen

Türen

Auf Fase gestemmte Türen

Auf Hobel gestemmte Türen .

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2.16

2.18

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Die

Die

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VII

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Kehlstöße

Eingeschobene und übergeschobene Füllungen 0

0

o o 0 0 0 0 0 0 0 0 • 0 • 0 0
o
o
0
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o
in
massivem
Mauerwerk
der
Blendrahmen
.
.
.
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Eingangstüren
und
Einfahrtstore
(Korridorabschlüsse,
Pendeltüren) o
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und
Laufbreiten
.
Treppen
.
.
.
.
.
.
.
.
Stufen

Holzdübel, Dübelsteine und Türzargen

Türfutter 0

Eingangstüren

Befestigung

Zweiflügelige

Glasabschlüsse

Fenster

Auflagerung des Futterrahmens auf der Sohlbank

Form und Konstruktion der Futterrahmen

Form und Größe der Fensterflügel

Das gewöhnliche Flügelfenster

Das Dopppelfenster 0

Das Schiebefenster 0 0 0 0 • •

Das Schau, und Auslagefenster

T r eppen

Steigungsverhältnisse

Einarmige

Zwei, und dreiarmige Treppen

Hohl, und Spindeltreppen

Da s Verziehen oder Wendeln der

Eingeschobene und eingestemmte Treppen

Das Austragen der TreppenkrUmmlinge

Halbkreisförmige Treppe mit eingestemmten Stufen

Aufgesattelte Treppen

Treppengeländer

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I.

Der

Baustoff.

Abgesehen von dem in einzelnen Fällen zur Verbindung und Verstärkung der Konstruktions teile dienenden Eisen und der zur Konservierung der Bauteile benutzten Stoffe, bildet das Holz den einzigen Baustoff für die Herstellung der Holzbauten.

a)

Der Bau und die

Eigenschaften des Holzes.

Das Holz ist ein Erzeugnis der Natur, welches von derselben in einem für den technischen Gebrauch fertigen Zustande in den Bäumen geliefert wird. Diese besitzen Organe zur Ernährung, Festigung und zum Wachstum, welche mehr oder weniger lange Zeit tätig bleiben und einerseits eine Zunahme der Pflanze in der Dicke und Länge verursachen, anderseits die Widerstandsfähigkeit des Holzes erhöhen. Die ausgebildeten Gewebe eines Baumes ordnen sich nach gewissen Gesetzen in bestimmte

Gewebesysteme, die man je nach ihrer Zweckbestimmung als Leit ungs

Sp eich ergewebe bezeichnet. Das L e itung sgewebe hat den Zweck, das für die Ernährung und das Wachstum erforder,. liehe Wasser mit den in ihm gelösten Nährstoffen aus dem Erdboden durch die Wurzeln aufzu nehmen und bis in die Bl attsp itzen der Pflanze fortzul eiten ; es besteht aus weitlumigen, faden,. förmigen Leitbündeln mit dünnen Wandungen . Das Festigun gsgeweb e besteht dagegen aus englumigen Fasern mit dicken Wandungen ;

es hat die Aufgabe, den Baum zum Tragen der eigenen Last (Stamm und Krone) zu befähigen und ihn gegen die Einwirkungen des Sturmes und andere äußere Einflüsse wid e rstandsfähig zu machen. Das Spe ichergew eb e ist zur Aufnahme der Nahrungsmittel für späteren Bedarf (Stärke mehl, Zucker) bestimmt und ist also gewissermaßen die Vorratskammer des Baumes ; es ist zusammengesetzt aus kurzen lebenden Zellen, welche die Markstrahlen oder Spiegel bilden und außerdem bei Laubhölzern als peripherisch verlaufende Schichten vorkommen. Bei den Bäumen des gemäßigten und nördlichen Klimas entwickeln sich im Frühjahr, wenn die neue Belaubung einsetzt, zunächst Leitungsgewebe, damit den sich bildenden Knospen und Blättern der erforderliche Nährstoff in ausreichender Menge zugeführt werden kann. Die Aus,. bildung des Festigungsgewebes ist dagegen in dieser Zeit gering ; sie erhöht sich erst später, wenn die Belaubung weiter fortgeschritten ist. Hierdurch ist die Erscheinung begründet, daß das Früh jahrsholz; vom Herbstholz meist deutlich zu unterscheiden ist. In der Mitte des fast immer kreisförmigen Querschnittes eines Baumes liegt das Grund gewebe, welches Mark genannt wird. Dasselbe ist von einem zylindrischen Ring, dem sogenannten V erdi ckungsring, eingeschlossen, der eine Scheidewand zwischen dem Mark und dem äußeren Teil des Stammes, der Rinde, bildet. Gewöhnlich trocknet das Mark von Jahr zu Jahr mehr und mehr ein, schrumpft zusammen und läßt einen mit den ausgetrockneten Zellenhäutchen ausgefüllten Raum, die Markröhre, zurück, welche indes bei älteren Bäumen meist ganz verschwunden ist. Gleichzeitig mit dem

,

F e stigun gs

und

-

2

-

Zusammenschrumpfen des Markes werden, durch Spaltung von Mutterzellen in Tochterzellen, vom Verdickungsringe ausgehend nach der Markröhre zu Holzteile und nach der Rinde zu Bastteile gebildet, so daß also durch den Verdickungsring das D i ckenwac hstu m der Bäum e vermittelt wird. Während nun bei den Bäumen in den Tropen in ein und demselben Jahre meist ein mehrmaliges Wach sen stattfindet, tritt bei den Bäumen des gemäßigten und nördlichen Klimas fast ausnahmslos ein Stillstand im Wachstum während der kälteren Jahreszeit ein. Bei letzteren bildet sich deshalb der Holzring in einzelnen Perioden während der Zeit der Vegetationsfähigkeit (etwa Mitte April bis Ende August). Im Frühjahr werden bei den Laubhölzern zahlreiche weite Gefäße und zwischen diesen wenige Holzzellen gebildet. Mit fortschreitender Entwicklung des Jahresri nges nimm t dann die Zahl der Gefäße ab, während die Zahl der Holzzellen, die dann auch enger und dickwandiger werden, zunimmt. In der nächsten Wachs t umsperiode schließt sich an das dichtere und festere Herbstholz das lockere Frühjahrsholz des neuen Jahresringes an, so daß zwischen beiden Ringen eine meist schon mit bloßem Auge erkennbare scharfe Grenze, die sogenannte Jahresgrenze, vorhanden ist. Bei den Nadelhölzern zeigt das Frühj ahrsholz weite und dünnwandige Holzzellen, welche mit fortschreitender Holzbildung nach außen zu allmählich enger und dickwandiger werden. Es heben sich deshalb auch hier die einzelnen Jahresringe meist deutlich voneinander ab.

Die in den Tropen wachsenden Bäume lassen dagegen gewöhnlich keine Jahresringe erkennen, da sie meist ununterbrochen wachsen und in einem Jahre mehrere Holzringe ansetzen. Die Breite der Jahresringe ist nicht nur bei ein und derselben Holzart, sondern oft auch bei ein und demselben Baume verschieden. Sie wird durch das Klima, den Standort, die Bodenart, die Witterung usw. be einflu ßt. Steht z. B. ein Baum im geschloss enen Revier oder ganz fr ei, so

Regel die Jahresringe ganz gleichmäßig entwickeln ; steht der Baum dagegen

am Rande des Waldes oder vor einem hohen Gebäude, so werden die Ringe auf der fr eien Seite breiter als auf der dem Walde, bezw. dem Gebäude zugekehrten Seite, weil die Wurzeln aus dem angrenzenden, fruchtbaren Bo den dem Stamme gr ößere Mengen Nährstoff zuführen als von der entgegenges etzten Seite. Ebenso werden auch feuchte und fruchtbare Jahre breitere Jahresringe erzeugen als trockene, unfruchtbare. Von dem Verhältnis, in dem die Leitungs.-, Festigungs.- und Speichergewebe innerhalb des in einer Wachstumsperiode entstandenen Holzringes zueinander stehen, hängen namentlich die F estigkeit und die Schwere des H o lzes ab. Dieses Verhältnis wird nicht nur bei voneinander verschiedenen Holzarten ein ungleiches sein, sondern es kann auch bei ein und derselben Holzart ein mannigfaches sein. So wird beispielsweise ein Baum, der eine freie is o lierte Lage einnimmt und infolge dessen eine mächtige, weit herabhängende Krone entwickeln kann, im Gegensatz zu einem Baume der gleichen Holzart im geschlossenen Bestande, der nur eine kleine Krone besitzt, eine weit größere Wassermenge zu seiner Ern· und zum Wachstum erheischen als jener. Er wird deshalb auch relativ weit mehr Leitungsgewebe als Festigungsgewebe ausbilden und sein Holz wird infolgedessen leichter sein als das Holz des im geschlossenen Waldbestande erwachsenen Baumes und aus gleichem Grunde wird er auch breitere Jahresringe erzeugen. Breitere Jahresringe können aber auch infolge sehr guten, nahrhaften Bodens entstehen und es ist dann das Holz schwerer als das Holz gleichartiger Bäume mit schmäleren Jahresringen, wenn diese auf dürftigen Boden entstanden sind. Die Bre ite der Jahr esringe ist allerdings an sich kein zuverlässiger Maßstab für die Beurteilung der Güte des Holzes. So entsteht in den Tropen in der Regel sehr schweres Holz mit engen Jahresringen, weil die Holzbildung vornehmlich in der Regenzeit vor sich geht und in dieser durch die feuchte Luft die Verdunstung und die Bildung der Leitungsgewebe beeinträchtigt wird. Bei manchen Baumarten, so bei der Buche und Eiche, wird auch in der Jugend schwereres Holz erzeugt als im Alter, während es bei anderen Holzarten, z. B. der Birke, umgekehrt ist. Bei den Nadelhölzern hängt aber die Holzschwere ganz von den äußeren Verhältnissen ab, je nach.­ dem die Ernährung oder die Verdunstung mehr begünstigt wird.

werden sich in der

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3

-

Da nun die Breite der Jahresringe von dem Maße des Wachstums abhängt, so folgt schon

hieraus die Abhängigkeit derselben von den Wachstumsbedingungen und es kann nicht wunder nehmen, daß man z. B. bei der Buche Jahresringe von I bis 4 mm Breite, bei der Esche sogar

haben zuweilen

an verschiedenen Stellen ungleiche Breite und nehmen dann exzentrische Form an. Die größte Breite entsteht in dem Jahresringe stets an der Seite des Baumes, welche die größte mechanische Leistung auszuführen hat. Ist ein Stamm nicht gerade in die Höhe gewachsen, so wird die Unter seite am meisten beansprucht und es nehmen demgemäß die Jahresringe hier größere Breite und Festigkeit an als auf der oberen Seite. Aus gleichem Grunde werden auch auf der dem herrschenden Winde entgegengesetzten Seite eines Stammes die Jahresringe die größere Breite erhalten, weil diese

Seite unter dem Drucke des gebogenen Stammes steht.

der Markröhre konzentrisch gelagert sind,

nach außen zu in Wellenlinien über und bilden oft ganz eigenartige Zeichnungen. Aber auch die Holzfasern, aus denen sich die Jahresringe zusammensetzen, zeigen in gleichem Maße Unregelmäßig keiten und haben nur in den seltensten Fällen eine zur Achse des Stammes parallele Richtung.

Sie folgen vielmehr den Verengungen und Verbreiterungen der Jahresringe und erhalten deshalb

eine geneigte Lage oder sie nehmen einen zickzackartigen oder wellenförmigen Verlauf. Führt man einen Tangentialschnitt auf größere Länge durch den Stamm, so kann man meist beobachten, daß die Fasern nicht alle in der Schnittfläche liegen, sondern daß viele zum Teil durchschnitten sind, weil sie nach einer anderen Richtung verlaufen. Man sagt dann : "Das Holz ist über den S p an

oder Wellenlinien, welcher Wuchs besonders

häufig bei Fichten beobachtet wird, so spricht man von wimmerige m Holz. Der regelmäßige Wuchs der Fasern wird immer dann gestört, wenn Verkrüppelungen oder starke Verletzungen stattgefunden haben. An diesen Stellen bilden sich dann verworrene Verschlingungen der Fasern, die als Masern oder Fladern (Maserholz, Fladerholz) bezeichnet werden. Zuweilen winden sich die Fasern auch in mehr oder weniger schlanken Spirallinien um die Baumachse in die Höhe. Diese Erscheinung wird auf die Einwirkung des Windes zurückgeführt und ist unter dem Namen "Drehwuchs" bekannt. Auf dem lotrecht zur Baumachse geführten Schnitte bemerkt man meist schon mit bloßem Auge, vom Mark oder in geringer Entfernung von diesem beginnend, strahlenformig nach dem Bast zu verlaufende schwach glänzende Linien oder Streifen, die man als Mar kstrahlen oder Spiege l fasern bezeichnet. In einem durch die Markröhre geführten Höhenschnitte erscheinen diese Strahlen in abweichender Färbung von der angrenzenden Holzmasse als schmale, glänzende Bänder von verschiedener Länge, die man Spieg el nennt. Entstehen die Markstrahlen sofort bei Beginn des Dickenwachstums und reichen sie demgemäß von der Markröhre bis zur Rinde, so heißen sie Haup tstrahl en im Gegensatz zu den sich erst später bildenden N ebe nstra hlen, welche erst in

geschnitten. " Verlaufen die Längsfasern in Zickzack

solche von I'S bis 12 mm Breite beobachtet hat. Auch die einzelnen Jahresringe

Oft

gehen

auch

die Jahresringe,

welche

nahe

Jahresringe Oft gehen auch die Jahresringe, welche nahe mehr oder weniger großem Abstande von der .

mehr oder weniger großem Abstande von der. Markröhre ihren Anfang nehmen. Diese Markstrahlen sind die eigentlichen Vorratskammern des Baumes, da sie in der Zeit, wo die Vegetation ruhte, Vorratsstoffe (namentlich Stärkemehl) aufspeichern. An dem mehr oder weniger großen Stärke gehalte, welches Holz der gleichen Art aufweist, läßt sich daher auf die Fällzeit, ob diese in den Sommer oder in den Winter zu verweisen ist, schließen. Bei vielen Baumarten tritt mit zunehmendem Alter ein Absterben der Speichergewebe und gleichzeitig ein teilweises oder vollständiges Aufhören der Leitungsfähigkeit der Leitungsgewebe ein. Hiermit ist eine Veränderung des Holzes verbunden, welche man als Verk ernu ng bezeichnet. Die der Markröhre des Stammes zunächst liegenden, die älteren Jahresringe umfassenden, Holzteile werden deshalb Kernholz genannt, im Gegensatz zu dem j u ngen Holz, welches zwischen dem Kern und den äußersten jüngsten Holzschichten, dem Splinth o lz, liegt. Läßt sich das Kernholz durch seine Färbung deutlich vom Splintholz unterscheiden, so bezeichnet man den Baum als K e rnholzb aum; ist ein Unterschied in der Färbung des Kern

und Splintholzes nicht vorhanden oder

getrocknet, so benennt man den Baum Reifh olzb a urri. Führt dagegen der Baum sowohl in den

nur schwer zu erkennen und ist das Kernholz stark aus

4

-

inneren wie in den äußeren Holzschichten eine gleiche Menge Saft und läßt sich em Unterschied

in der Färbung des Kern

Sp lin th olzba um; hierher zählen z. B. die Linde, der Ahorn, die Weißbuche, Erle und Birke.

und Splintholzes nicht erkennen, so bezeichnet man den Baum als

Splintholzes nicht erkennen, so bezeichnet man den Baum als Ältere, auf fruchtbarem Boden gewachsene Bäume, bei

Ältere, auf fruchtbarem Boden gewachsene Bäume, bei de nen die

Verkernung vorgeschritten

oder Reifholz als junge Bäume, die auf magerem Boden

ist, zeigen naturgemäß mehr Kern

entstanden sind. Die Struk tur oder das Gefü ge des Holzes, welche durch die eigentü mliche anatomische Beschaffenheit, den Aufbau des Holzes, die Zusammenfügung desselben aus nebeneinander liegenden Fasern und Röhren bestimmt wird, läßt es erklärlich erscheinen, daß ein Holzstück in der Richtung des Faserlaufes (etwa mittels der Axt oder des Beiles) leichter getrennt werden kann als in der Richtung rechtwinkelig zur Markröhre. Am le i chtesten wird eine Trennung in der Richtung der Markstrahlen zu ermöglichen sein ; in dieser Richtung ist die Spaltbarkeit um das Doppelte bis Dreifa che gr ößer als die in der Richtu ng einer Sehne, weil im letzten Falle die Jahresringe s chräg zerrissen werden müssen. Ohne Finfluß auf die Spaltbarkeit ist j edoch die Länge der Spiegel und es lassen sich Hölzer mit sehr kurzen Spiegeln (z. B. Buchenholz) ebenso leicht spalten, wie solche mit langen Spiegeln (z. B. Eichenholz). Bei den verschiedenen Holzarten ist dagegen die Trennung des Holzes in der Richtung der Holzfaser mit ganz abweichendem Kraftaufwande zu erreichen und man spricht deswegen von 1 e icht sp altb aren und sch wer sp altbaren Hölzern.

Zu den ersteren zählt man die Nadelhölzer, die Linde, Pappel, Buche, Erle, Eiche, Kastanie, den Nußbaum u. a. m. ; zu den schwer spaltbaren Hölzern rechnet man z. B. die Birke, Hainbuche, Ulme und Platane. Auch in den Spaltflächen unterscheiden sich die einzelnen Holzarten wesentlich voneinander, da manche durchaus glatte, feinfaserige Flächen, andere dagegen splitterige, schuppige, grobfaserige oder rionenförmige Flächen zeigen. Sehr harte Hölzer sind schwer zu spalten, weil sie dem Eindringen der Axt oder des Keiles großen Widerstand entgegensetzen und ebenso besitzen sehr weiche Hölzer keine gute Spaltbarkeit, weil das Spaltwerkzeug sich zwar in dieselben versenkt, aber kein Klüften hervoruft. Die mittel harten Hölzer sind daher in der Regel am leichtesten spaltbar. Von Einfluß auf die Spaltbarkeit ist ferner der Feuchtigkeitsgrad und die Federkraft des Holzes. In den meisten Fällen wird ein höherer Feuchtigkeitsgrad die Spaltbarkeit vergrößern und daher saftreiches, im Frühjahr gefälltes Holz dem Spalten geringeren Widerstand entgegensetzen als im Herbst gefälltes Holz und im erhöhten Maße, wenn letzteres l ängere Zeit gelagert hat und ausgetrocknet ist. Besitzt ein Holz große Federkraft, so läßt es sich meist leicht spalten, da der durch das Spaltwerkzeug hervorgerufene Spalt sich leicht erweitert, weil die Spaltflächen bestrebt sind, in die ursprüngliche Lage zurückzukehren. Im Zusammenhang mit der anatomischen Beschaffenheit stehen ferner die Festigk eit und die E l a s t izi tät (Federkraft) des Holzes. Da das Gefüge des Holzes, und zwar nicht nur bei den einzelnen Holzarten, sondern selbst an verschiedenen Stellen eines Stammes ein sehr ungleiches ist, so schwankt die Festigkeit zwischen ziemlich weiten Grenzen. Im allgemeinen wird das Kernholz eine größere Festigkeit besitzen als das Splintholz und ebenso wird trockenes ·Holz fester als fe uchtes, langsam gewachsenes fester als schnell auf üppigem Boden erstandenes Holz sein. Auch die aus den Tropen stammenden Hölzer besitzen in der Regel eine größere Festigkeit als unsere heimischen Holzarten. Die Festig keit ist aber nicht nur von dem Gefüge, sondern auch von dem spe zifisch en G e wicht, also von der Masse der Fasern, in der Weise abhängig, daß sie mit diesem wächst. Deswegen werden z. B. Nadelhölzer, die auf rauhen Gebirgshöhen sehr langsam gewachsen sind und sehr schmale Jahres ringe entwickelt haben, ein hohes spezifisches Gewicht und große Festigkeit besitzen. Im allgemeinen macht man die Beobachtung, daß Bäume, welche auf der Nordseite eines Bestandes erwachsen sind, ein größeres spezifisches Gewicht aufweisen als solche, die auf der Südseite gestanden haben, auch besitzen meist Bäume, die einen trockenen Standort hatten, eine größere Schwere als solche, die auf feuchtem Boden erwachsen sind. Nicht unwesentlich ist auch der Gewichtsunterschied 1: w isch�n Höb:ern der 8' leichen Art, die im Sommer, beziehun g sweise im Winter g efällt worden

Art, die im Sommer, b e z i e h u n g s w e

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5

-

sind; er beträgt bei den Nadelhölzern durchschnittlich lo ll fu, bei den Laubhölzern 8 bis 9°/0 und ist

dadurch begründet,

mitteln gefüllt und deshalb schwerer als die im Sommer geschlagenen Stämme sind. Als geringstes durchschnittliches spezifisches Gewicht des Holzes im lufttrockenen Zustande kann etwa das der Linde mit o·462, als höchstes, das des Pockholzes mit I'O angesehen werden. Unter F ede rkraft (Elastizität) versteht man diej enige Kraft, vermöge welcher ein Körper in die Lage versetzt wird, seine ursprüngliche Gestalt, die durch die Einwirkung anderer Kräfte ver� ändert wurde (Verlängerungen, Verkürzungen, Verdrehungen), wieder anzunehmen. Da die Elastizität ebenso wie die. Festigkeit vom anatomischen Baue des Holzes abhängig ist und auch von dem Klima, der Bodenbeschaffenheit, dem Standort und dem Wassergehalt beeinflußt wird, so ist sie auch höchst verschieden. Gewöhnlich steht sie im geraden Verhältnis zu dem spezifischen Gewichte der Holzart. Nach Karmarsch tritt die Elastizitätsgrenze, d. h. diejenige Beanspruchung, unter der man bleiben muß, wenn die Formveränderung keinen für den beabsichtigten Zweck unzulässigen Grad erreichen soll, bei lufttrockenen Hölzern schon bei einem Fünftel bis einem Drittel des Zer� reißungsgewichtes ein.

In unmittelbarem Zusammenhange mit der Elastizität steht gewöhnlich die B i egsamk eit, da elastische Hölzer meist auch biegsam sind. Unter Biegsamkeit versteht man diej enige Eigen� schaft, welche gestattet, daß man Holzstücke bis zu einem gewissen Grade biegen und dauernd in der gekrü mmten Lage erhalten kann. Diese Eigensch aft wird in der Technik und Industrie fü r viele Erzeugnisse, wie zur Herstellung gebogener Möbel, gebogener Spanschachteln, gebogener Schiffsbauhölzer, Radreifen, von Stellmacherarbeiten und Maschinenteilen, Flechtwerken und Ufer.­ befestigungen usw., verwendet. Die Kraft, welche eine derartige bleibende Formveränderung her.­ vorrufen kann, muß die Elastizitätsgrenze überschreiten, ohne jedoch die Bruchgrenze zu erreichen ; sie vernichtet einen Teil der Federkraft. Bei den einzelnen Holzarten, ja selbst bei den einzelnen Teilen eines Baumes, ist die Biegsamkeit verschieden groß. Am größten ist sie in der Regel beim Wurzelholz, am geringsten beim Wipfelholz, auch ist sie beim frisch geschlagenen, jungen und feuchten Holz bedeutend größer als beim lufttrockenen oder gar gedörrten Holz. Der Grad der Biegsamkeit hängt deshalb wesentlich vom Feuchtigkeitsgrade des Holzes ab. Durch Erwärmung mittels heißen Wa ss ers, Dampfes oder freien Feuers kann die Biegsamkeit erhöht werden und es wird hiervon in der Technik vielfach Gebrauch gemacht. Um die Größe der Biegsamkeit zum Ausdrucke zu bringen, verwendet man die Zahlen, welche die Gewichtseinheit angeben, durch welche Stäbe verschiedener Holzarten von gleichem Querschnitt und gleicher Länge um ein gleiches Maß durchgebogen werden. Diese Verhältniszahlen sind:

daß bei den im Winter gefällten Stämmen die Speichergewebe mit Nahrungs�

gefällten Stämmen die Speichergewebe mit Nahrungs� Für Fichtenholz . " Tannenholz . " Buchenholz
gefällten Stämmen die Speichergewebe mit Nahrungs� Für Fichtenholz . " Tannenholz . " Buchenholz

Für Fichtenholz .

" Tannenholz .

" Buchenholz .

" Eichenholz .

Tannenholz . " Buchenholz . " Eichenholz . 1 0 0 9 0 6 7 6

100

90

67

62 bis 84 usw.

Läßt sich ein Holz sehr stark biegen, wie die jungen Stämme und Zweige der Flechtweide, des Haselnußbaumes, der Waldrebe, Hainbuche, Birke und Ulme sowie die Äste der Fichte und die Wurzeln der Kiefer, so bezeichnet man dasselbe als zähe s Holz. Die Zähigkeit vergleicht man mit der Anzahl von Hin� und Herbiegungen, welche erforderlich sind, um einen Bruch des Holzes hervorzurufen. Eine der wichtigsten Eigenschaften für die Verarbeitung und Verwendung des Holzes ist seine H ä rte. Hierunter ist der Widerstand zu verstehen, den das Holz den Angriffen eines Werk.­ zeuges entgegenstellt und welcher namentlich von der Dichtigkeit des Gefüges, von dem Verlaufe der Fasern und dem Saftgehalte abhängt. Im allgemeinen ist, unter sonst gleichen Umständen, dasjenige Holz am härtesten, dessen Faser die dicksten Wandungen hat und welches die meisten Festigkeitsgewebe aufweist. Zu den härtesten Holzarten gehören das Pockholz, Teakholz und Eben.­ holz ; man bezeichnet ihren Härtegrad als steinhart. Als kno chenhart gelten : Buchsbaum, gemeiner Sauerdorn und die gemeine Syringe ; als sehr h a rt: Weiß� und Schwarzdorn, Mandel.-

-

6

baum, Kornelkirsche; als hart: Ahorn, Hainbuche, Erle und Kreuzdorn; als z i emlic h hart: Ulme, amerikanische Roteiche; als etwas hart: Silberahorn, Edelkastanie, Eiche, Nußbaum, Birnbaum, Apfelbaum; als weich: Fichte, Tanne, Lärche, Kiefer, Roßkastanie, Erle, Birke, Haselnuß; als sehr weich: Silber.- und Schwarzpappel, Espe und Linde.

und weich e Hölzer

und rechnet zu den harten Hölzern die Buche, Eiche, den Ahornbaum und die Esche, welche namentlich zu Arbeiten des Innenbaues (Türen, Fenster, Treppen, Fußböden, Vertäfelungen usw.) Verwendung finden; zu den weichen Hölzern zählt man die Nadelhölzer, die Birke, Erle, Papp el,

Linde usw., von denen nur die Nadelhölzer in größerem Umfange bei den Zimmermannsarbeiten (Balkenlagen, Fachwerkwänden, Dachverbänden) benützt werden.

Farbe der Hölzer tritt bei den verschi ede nen Ho lzarten in größter Mannigfaltigkeit

auf. Sie ist nicht nur wichtig für die Erkennung der Holzart und der Güte derselben, sondern sie steigert auch in vielen Fällen ganz bed eutend den Gebrauchswert. Im allgemeinen läßt eine frische, gleichmäßige und lebhafte Färbung auf gesundes Holz schließen, während rote und braune Streifen oder Flecken oft als ein Zeichen von Rotfäule, eine ins Blaue spielende Farbe als ein Zeichen eines erstickten Baumes (Blaulauf), eine weißliche Färbung als ein Zeichen von Weißfäule anzu.­ sehen ist usw. Die meisten Hölzer verändern ihre ursprüngliche Farbe, wenn sie mit der Luft in Berührung kommen, sie dunkeln nach (z. B. Eich e, Esche, Mahagoni) . Währ end unsere heimischen Hölzer fast alle wenig intensive und unb estimmte Färbung besitzen, zeigen die Hölzer, die in den Tropen erwachsen sind, durchwegs weit stärker ausgeprägte Färbungen. Die ersteren sind entweder weiß oder gelblich.-weiß (Ahorn, Pappel, Linde, Esche, Hain.­ buche, Tanne), gelblich-braun (Fichte, Kiefer, Lärche, Erle), braun.-rötlich (Eiche, Rotbuche, Ulme, Birnbaum) oder braun (Nußbaum) gefärbt, während die Hölzer der Tropengegenden oft gelbe (gelbes Sandelholz, Zitronenholz), grüne (grünes Ebenholz), rote (Fernambukholz, rotes Sandel.­ holz), violette (Palisanderholz) oder schwarze Färbung (schwarzes Ebenholz) zeigen. Sehr geschätzt von dem Tischler sind nameutlich diejenigen Hölzer aus den Tropengegenden, welche eigenartige Übergänge aus der einen in eine andere Färbung besitzen, z. B. gelbliches Rosenholz mit rosen.­ roten Streifen, rotes Mahagoniholz mit braunen Flammen usw. Von hohem E influ sse auf das Verhalten des gefällten Holzes ist das Maß der in ihm ent.­ haltenen F eu chtigk eit. Bei den meisten Baumarten ist der Wassergehalt gewöhnlich im Juni und Juli am größten und im Spätherbst am geringsten ; es gibt jedoch auch Holzarten (z. B. Ahorn und B irke), bei denen im April der Wassergehalt am größten ist. Im frischen Zu stande be steht die W andungssubst anz der Ho lzfasern aus annähernd einem Drittel Wasser und zwei Drittel fe sten Stoffen, und zwar ist der Wass ergehalt um so größer, je jünger die Jahresringe sind, je mehr diese sich also der Rinde nähern. In diesen äußeren Jahres.­ ringen steigt das Wasser, welches neben den mineralischen Beimengungen auch organische Nähr.­ und Bildungsstoffe enthält, von der Wurzel bis in die Blattspitzen empor. Wird das diesen Saft enthaltende Holz gefällt und an der Luft so gelagert, daß von außen unmittelbar keine Feuchtigkeit (Schnee, Regen) auf dasselbe einwirken kann, so verliert es einen Teil des Wassers und wird, wie der Techniker sagt, lufttr ocken. Ein mehr oder weniger bedeu.­ tender Teil des in der Fällzeit vorhandenen Saftgehaltes wird jedoch hartnäckig zurückgehalten und kann nur durch längeres, stärkeres Erwärmen, das sogenannte Dörren, ausgetrieben werden. Mit dem Austrocknen des Holzes ist immer eine Größenveränderung desselben, die "Schwinden" genannt wird, verbunden. In unmittelbarem Zusammenhange mit dem Schwinden steht meist auch eine Gestaltsveränderung, die sich als W erfen, Zie h en, Verwerfen bemerkbar macht, sowie eine Abtrennung einzelner Teile durch Bildung von Rissen und Sprüngen. Holz�:mit losem, porösem Gefüge wird naturgemäß beim Austrocknen an der Luft die Feuchtigkeit schneller verlieren als dichtes, schweres und hartes Holz und ebenso werden dünne Holzstücke (Bretter, Latten, Stangen) schneller austrocknen als starke Stämme.

In der Bautechnik

unterscheidet

man

nur

die

zwei

Klassen

harte

Die

s.

J(.

s. J(. Da bei der Wasserabgab e die Zellen und Fasern fast nur in der Breite

Da bei der Wasserabgab e die Zellen und Fasern fast nur in der Breite abnehmen, in ihrer Längenausdehnung sich aber beinahe gar nicht verändern, so tritt der Länge nach ein nur minimales (etwa 1 ° /1111) Schwinden, der Breite nach, also quer zur Faser, dagegen ein recht bedeutendes Schwinden ( 3 bis 1 0 11 0) ein. Bei den Holzverbindungen kann daher das Schwinden in der Längs, richtung der Fasern unberücksichtigt bleiben, während das bedeutende Schwinden in der Richtung der Jahresringe in Rechnung zu ziehen ist. Auf diese Eigenschaften ist die folgende Erscheinung zurückzuführen :

Wird ein Baumstamm durch parallele Sägeschnitte in eine größere Zahl Bretter so zerlegt, daß das mittlere Brett die Markröhre enthält (Fig. 1 ), so wird dieses Kern, oder Herzbrett K sich an den Enden zusammenziehen, ohne sich j edoch zu

werfen, weil in ihm die Spannungen allseitig gleich groß sind und sich gegenseitig aufheben. Die übrigen Bretter dagegen, bei denen sich eine Verschiedenheit in der Richtung der Jahresringe zeigt, ziehen sich auf beiden Seiten verschieden zusammen und es nehmen diese Bretter gegen den Kern des Stammes zu eine konkav gekrümmte Oberfläche an. Das Splintbrett S verkleinert sich am geringsten in der Dicke, dagegen am größten in der Breite. Würde dagegen der Stamm so zerschnitten sein, daß ein Schnitt genau durch die Markröhre geht, als o das mittlere Kernbrett fortfällt, so würden sich alle Bretter werfen und eine flache Rinne bilden. Unter besonderen Umständen kann auch ein Werfen oder Verziehen bei ganzen Baumstämmen

Flg. I.

ein Werfen oder Verziehen bei ganzen Baumstämmen Flg. I. K = K e rn . eintreten.

K=Kern.

eintreten. Bei dem

wachseneu Baumes liegt der Kern nicht in der

des Querschnittes, sondern mehr nach der Nordseite hin. Die Jahresringe auf der Südseite zeigen aber infolge stärkerer Zirkulation der Säfte eine größere Breite, das Holz hat also hier eine geringere Dichtigkeit. Diese werden beim Austrocknen stärker schwinden als die dichteren Holzschichten auf der Nordseite und hierdurch der vor dem

Fällen gerade gewesene Stamm auf der Nordseite gekrümmt. Sollen Bretter durch Verleimung zu größeren Tafeln miteinander verbunden werden, so empfiehlt es sich, um der Neigung des Werfens entgegenzuwirken, die Bretter mit entgegen, gesetztem Kern (Fig. 2)

aneinanderzufügen. Findet an emer Stelle des Holzes das Aus trocknen in einem höheren Maße statt als auf einer anderen Seite und können

dabei die anderen Teile dem Schwinden nicht folgen, so werden an der Stelle des schnellen Eintrocknens starke Spannungen

hervorgerufen, die den Zusammenhang der Fasern aufheben und ein Aufreißen (Springen) herbei

führen können. Findet aus irgendeiner Veranlassung bei einem Baumstamme an der Oberfläche ein so starkes und schnelles Austrocknen statt, daß die Feuchtigkeit aus dem Inneren nicht rasch genug folgen kann, so reißt das Holz, von der Rinde ausgehend, in radialer Richtung auf, und zwar oft

Diesen Vorgang bezeichnet man als Trock e n sp a l t e n (Fig. 3). Aber auch beim

lebenden Baume entstehen oft radiale oder mit den Jahresringen verlaufende Risse. Sie sind meist eine

Folge starken Frostes, indem die Kälte die gleiche Wirkung, ein Schwinden des lebenden Holzes,

Stamme eines in fr eier L age er

Mitte

5= Splint.

Fig. 2.

Stamme eines in fr eier L age er Mitte 5= Spli nt. Fig. 2. 5 K

5

K

S.

K

�

K.

s.

K-Xern.

$ $piint.

bis zum Kerne.

-

8

-

herbeiführen kann, wie die Luft beim gefällten Holz, weil bei starkem Frost ein Teil des Wandungs.­

wassers in die Innenräume der Fasern übertritt und gefriert. Je niedriger die Lufttemperatur sinkt,

um so mehr Wasser wird aus den Wandungen in die Innenräume der Fasern übertreten und

die Wandungen werden ihr Volumen vermindern. Die Folge ist die Bildung von Rissen oder

Spalten, die unter den Bezeichnungen Eisklüfte, Spie gelklüfte oder Kaltrisse bekannt sind.

Wird ein Baumstamm zwecks Verwendung als Brunnen.- oder Wasserleitungsrohr aus.­

gebohrt, also das Kernholz entfernt, so bleibt der Holzring (Fig. 4) meist ganz rissefrei, weil der.­

Fig.

3·

(Fig. 4) meist ganz rissefrei, weil der.­ F i g . 3 · selbe beim Austrock.-

selbe beim Austrock.-

nen,

ben, sich zusammen.­

zuziehen, nicht mehr

durch das in gerin.­

gerem Maße schwin­

dende Kernholz be­

hindert wird. Höch.­

stens entstehen dann

kleine, unbedeutende

Risse im Splintholze.

Aber auch beim ge.­

schnittenen Bauholze,

so bei den gehobelten

Pfosten, wendet man

Bestre.-

in

dem

bisweilen

das

Aus.­

bohren

des

Kernes

an, um ein Reißen

Fig.

bohren des Kernes an, um ein Reißen Fig. 4· derselben (Fig. 5) zu vermeiden. Ein ebenso

derselben (Fig. 5) zu vermeiden. Ein ebenso einfaches Mittel, um das Reißen gehobelter Balken,

Unterzüge, Schwellen oder Rahmhölzer zu verhindern, ist das Einschneiden derselben bis zum

Kern (Fig. 6).

Behauenes oder geschnittenes Kantholz zeigt im allgemeinen

entrindetes Rundholz, weil bei ihm

ein großer Teil des am stärksten schwin.-

Fig. s. denden und daher auch am meisten zum

Reißen neigenden jungen Holzes fehlt.

Liegt der Kern in der Mitte eines qua.­

dratischen Balkenquerschnittes, so werden

sich von der Mitte jeder Seite aus an.­

nähernd gleichmäßige, keilförmige Risse

bilden, die nach dem Kern zu verlaufen;

liegt dagegen der Baumkern außerhalb des

Querschnittmittelpunktes, so bilden sich

in der Regel auf den dem Kern zunächst.­

liegenden Seiten einige stärkere Risse,

während auf den anderen Seiten keine

oder nur schwache Risse entstehen. Liegt

geringere Neigung zum Reißen

Risse entstehen. Liegt geringere Neigung zum Reißen als Fig. 6. der Baumkern gerade auf einer Ecke

als

Fig.

6.

entstehen. Liegt geringere Neigung zum Reißen als Fig. 6. der Baumkern gerade auf einer Ecke des

der Baumkern gerade auf einer Ecke des Querschnittes (wie beim Viertelholz), so bilden sich auf

den angrenzenden Seiten fast niemals Risse, während auf den beiden anderen Seiten solche oft

eintreten. Werden derartige Hölzer zu Pfosten in Fachwerkwänden verwendet, so muß der Zimmer.­

mann darauf achten, daß die an den Kern anschließenden Seiten die später sichtbaren bleiben.

Wie bereits erwähnt, ist ein vollständiges Austrocknen des Holzes nur durch das Dörren

zu erreichen. Die Wandungssubstanz, welche die letzten Saftteile nur sehr schwer frei gibt, behält

aber stets eine lebhafte Anziehungskraft und Wiederaufnahmefähigkeit für Feuchtigkeit; in ihr

-

9

-

ist mithin die Hauptursache für die hygroskopische Eigenschaft des Holzes zu suchen. Hat trockenes Holz Gelegenheit, Wasser oder Wasserdunst aufzunehmen, so wird seine Wandungssubstanz damit angefüllt, wodurch eine Volumenvergrößerung des beim Austrocknen geschwundenen Holzes, ein Wa chsen oder Qu elle n desselben eintritt. Bei diesem Vorgange treten in umgekehrter Reihen� folge die gleichen Erscheinungen auf wie beim Austrocknen des Holzes. Bretter, die sich geworfen haben, werden wieder gerade, wenn sie auf der hohlen Seite Feuchtigkeit aufnehmen. Eindrücke, die in der Operfläche auf mechanischem Wege hervorgerufen wurden (eingeschlagene Zimmer� mannszeichen usw.), verschwinden, wenn man die betreffenden Stellen anfeuchtet, Sprünge und Risse schließen sich wieder usw. Diese Eigenschaft des Holzes, abwechselnd zu schwinden und zu quellen, also in fort� währender Tätigkeit zu sein, seine Abmessungen das eine Mal zu verkleinern, das andere Mal zu vergrößern, bezeichnet der Zimmermann und der Tischler als das Arbeite n d e s Holzes. Sie ist in vielen Fällen höchst unerwünscht und bereitet namentlich dem Tischler bei Lieferungen von Arbeiten für den inneren Ausbau (Türen, Fenster, V ertäfelungen) sowie von Inventarstücken manche Sorge, da dieselbe selbst bei sorgsamster Pflege des Holzes immer noch in geringem Maße bestehen bleibt. Man ist deswegen bemüht gewesen, Mittel aufzusuchen, durch welche das Arbeiten des Holzes, wenn auch nicht ganz beseitigt, so doch auf ein geringstes Maß eingeschränkt werden kann. Diese bald mit größerem, bald mit geringerem Erfolge angewendeten Mittel sind:

1. Zweckmäßiges Austrocknen; 2. Beseitigung der das Arbeiten des Holzes hervorrufenden Ursachen; äußerer Schutz des trockenen Holzes gegen Wiederaufnahme von Feuchtigkeit und zweckmäßige Teilung und Verbindung des Holzes unter Berücksichtigung der Quer­ und Längenfasern des Kern� und Splintholzes. Am wenigsten wird dasjenige Holz arbeiten, welches auf denjenigen Grad der Trockenheit gebracht ist, welcher dem der Luft entspricht, in welcher die fertigen Gegenstände: (Möbel, Bau­ teile) später dauernd verbleiben sollen. Das Austrocknen des Holzes muß natürlich unter Beob­ achtung größter Vorsicht erfolgen; geschieht es zu schnell, so tritt als unausbleibliche Folge die Bildung zahlreicher Risse auf, geschieht es zu langsam, so können sich Schimmelpilze bilden und das Holz wird stockig. Bei dichtem, hartem Holz erfolgt das Austrocknen langsamer als bei lockerem und weichem, bei starken Stämmen langsamer als bei schwachen, bei Kanthölzern lang� samer als bei Bohlen und Brettern. Läßt man gefällte Baumstämme größeren Durchmessers an schattigen Orten im Walde liegen, ohne dieselben zu entrinden, so ziehen sie sich infolge der sehr langsam fortschreitenden Austrocknung nahezu gleichmäßig zusammen, schwinden sehr wenig und bleiben rissefrei, sofern die Rinde nicht während des Austrocknens platzt. Tritt jedoch ein Platzen der Rinde ein, so ent� stehen starke Kernrisse. Dasselbe ist der Fall, wenn die Stämme sofort nach dem Fällen voll� ständig entrindet werden, weil dann die äußeren Schichten so schnell austrocknen, daß die inneren Schichten dieser starken Austrocknung nicht folgen können. Da auf den Hirnflächen des Stammes eine besonders starke Verdunstung des Wassers stattfindet, und sich infolgedessen hier leicht zahlreiche, stark klaffende Risse bilden, so überklebt man dieselben wohl mit Papier oder über zieht sie mit Lehmbrei, um die Luft abzuschließen. Aus gleichem Grunde wird auch die Rinde oft

nur teilweise beseitigt, indem man einzelne Ringe stehen läßt oder nur einen schwachen Rinden streifen in Schraubenlinien abschält. Da das Austrocknen des Holzes von der Luft eine sehr lange Zeit in Anspruch nimmt, so zieht man häufig, um Zeit und Zinsen zu sparen, eine künst liche Tro cknung vor. Kleinere Stücke kann man durch Einbettung in heißen Sand oder indem man sie über einem Ofen lagert, trocknen, während man für größere Stücke besondere Trockenapparate benützt. Diese bestehen entweder in luftdicht verschließbaren Gefäßen oder in Trockenkammern. Die aus Schmiedeeisen hergestellten Trockengefäße sind mit einem Mantel umgeben, in

bis die Temperatur auf I 00 ° C steigt. Zur Unterstützung

der Verdunstung des Saftgehaltes des in dem Gefäße eingeschlossenen Holzes wird mit diesem

welchem Dampf so lange eingeleitet wird,

 

-

10

-

eine

Luftpump e

mit

etwa

so

bis

75 mm

Vakuum

in

Verbindung

gesetzt

oder

man

läßt

in

diese

Gefäße

so

lange

überhitzten

Wasserdampf

eintreten,

bis

das

Austrocknen

der

Hölzer

erfolgt

ist.

Die

Trockenkammern

bestehen

aus

einem

mit

einem

Gewölbe

überdeck ten

Raum e,

in

welchem das zu

trocknende Holz

aufgestapelt

wird.

Die eigentliche Trockenkammer ist von ei nem

zweiten

Mauerwerk

derart

umgeben,

daß zwischen beiden ein schmaler Hohlraum verbleibt. In

diesen

·

Raum

werden die Gase aus einem

Derartig

ausgetrocknetes

Holz

ist

anschließenden

Verbrennungsraum

eingeführt.

zwar in hohem Grade gegen Schwinden geschützt, doch

ist

keineswegs

seine Neigung zum Quellen behoben, wenn es in Berührung mit feuchter Luft

kommt,

da

die

festen Teile

des Holzsaftes

nicht beseitigt

sind.

Soll das Quellen unmöglich gemacht

werden,

so

kann

dies nur durch Entfernen

der auch nach dem

Trocknen

immer

noch im Holze

zurückbleibenden Saftbestandteile und durch gleichzeitiges Schließen der Holzporen erreicht werden,

so daß

ein

nachträgliches Eintreten von Feuchtigkeit durch die Poren in das Holzinnere ni cht

erfolgen

kann.

Die

kaltem

Bei

Entfernung der Saftbestandteile geschieht

oder

dem Auslaugen

am

zweckmäßigsten

durch

das

A u s lau gen

mit

mit

heißem

Wasser

mit

im

oder

mit

Dampf.

werden

kaltem Wasser

Wasser

liegen.

die Holzstämme in stark fließend es Wasser

Wasser liegen. die Holzstämme in stark fließend es Wasser daß sie von derartig Stämme gegen versenkt,

daß

sie

von

derartig

Stämme

gegen

versenkt,

ein

bis

daß ihr Zopfende stromab zu liegen kommt. Je nach der Holzart bleiben die

Alsdann werden dieselben an einem überdachten,

der

zwei Jahre

die Einwirkung der Sonnenstrahlen

geschützten Orte derartig aufgeschichtet,

Luft

allseitig

umspült

und

so allmählich

ausgetrocknet

werden.

 

Das

Auslaugen

mit

heißem

Wasser

kann

nur

auf

Holzstücke

mit geringen Abmessungen

angewendet werden.

liche

Wasser

durch

Man benützt meist eingemauerte Kessel und erhitzt das in denselben befi nd.­

das heiße Wasser nur sehr langsam in die Holzmasse eindringt,

Dampf.

Da

so beanspr ucht

dieses

Verfahren

viel

Zeit

und ist wegen des erforderlichen Brennstoffes ziemlich

kostspielig.

Das

Auslaugen

mittels

Dampf,

das

D ä mpfen

des

Holzes,

entfernt

am

schnellsten

und

sichersten die Saftbestandteile,

Saftbestandteile

weil

der

Dampf

Der Dampf

leicht

darf

sehr energisch auflöst.

und

tief

jedoch

in

eine

die

Holzteile

eindringt

und

die

höhere

Temperatur

als

100 ° C

nicht besitzen, weil andernfalls die

Holzfasern

verändert

und

geschwächt

werden.

Derselbe strömt

durch

ein

mit

Ventil

versehenes

Verbindungsrohr

aus

dem

Dampfkessel

in

den

zur

Aufnahme

des

Holzes

dienenden,

eisernen,

dampfdichten

Kasten,

dringt

in

die

Poren

des

Holzes

ein,

löst

die

Saftbestandteile

auf

un d

verdichtet

sich

zu Wasser,

welches

dann

mit

den

aufgelösten

Saft

bestandteilen

abfließt.

Die Dämpfe

werden

zunächst nur in gerin ger Menge

zugeführt,

um

das Holz

langsam

zu

erwärmen

und

empfänglicher

für

das

Eindringen

des

Dampfes

in

die

Poren

zu

machen.

Erst

nach

12

bis

15

Stunden

wird

das

Dampfventil

ganz

geö ffnet,

so

daß

das

in

dem

Auslaugegefäß aufgestapelte Holz

den

vollen

Dampf

empfängt.

Das

Däm pfen

wird

so

lange

fort

gesetzt,

bis

durch

den

Auslauf hahn

ganz

klares Wasser abfließt,

was

bei

stärkeren

Hölzern

nach

6o

der

natürlich

nicht unbedeutenden Gehalt von

bis

8o

Stunden

oder

in

leichter

erreicht

einer

wird.

Alsdann wird

das

vorsichtig

Weise

Holz aus dem Auslaugegefäß entfernt

ausgetrocknet.

der

Derartig

Luft getrocknete,

welcher

jenem

fehlt.

und an

behandeltes Holz ist

da letzteres noch einen

Es zeigt auch eine

Luft

Trockenkammer

als das auf gewöhnliche

an

Saftbestandteilen besitzt,

durch die ganze

Masse

gleichmäßig

verteilte

Färbung,

eine

größere

Festigkeit und

besitzt

helleren

Klang,

jedoch

geringere

Federkraft

als

das

nicht

gedämpfte

Holz.

Das

gedämpfte

Holz

läßt

sich

leicht

biegen

und behält,

nachdem

es erkaltet

und

getrocknet

worden

ist,

seine

gebogene

Form.

Die

Poren

des ausgelaugten

Holzes,

gleichviel ob

das Auslaugen

mittels kalten

oder warmen

Wassers

Eindringen

oder

durch

Dampf

von Feuchtigkeit

bewirkt

wurde,

in

dieselben

zu

müssen

durch

Anstriche

verhindern.

Man

benützt

geschlossen

für

werden,

das

erwärmten

um

den Anstrich

Talg

oder

Harzlösungen

oder

eine

kalzium

und

Kupfersulfat,

welche

unlöslichen

Niederschlag

bilden.

Mischung von

in

die

Poren

Zinkvitriol

eindringen

und

und

Seifen lauge

oder

von

Schwefel

durch

Wechselwirkung

einen

-

II

-

b)

Die wichtigsten Holzarten.

Aus der

großen Reihe

der verschiedenen Holzarten kommen

verhältnismäßig nur wenige

und die Bewohner j edes Erdteiles, ja jedes

für

Landes richten sich im allgemeinen nach den eigenen Verhältnissen und verwenden in erster Linie

die einheimischen Hölzer. Au sländische Hölzer kommen für uns nur in geringer Zahl, kleinerem Umfange und fast

ausschließlich für Zwecke des inneren Ausbaues, zur Herstellung der Fußböden, Vertäfelungen,

Türen,

Von den einheimischen Hölzern eignen sich besonders die Nadelhölzer als Bauholz, da diese in der Regel gerader und schlanker gewachsen, aber auch elastischer und leichter bearbeitbar sind als die meisten der in Frage kommenden Laubhölzer. Wo es jedoch auf besonders große Härte und Dauerhaftigkeit ankommt, verwendet man auch Laubhölzer und unter diesen· in� erster Linie die Eiche, weil sie der Fäulnis und der Schwammbildung außerordentlichen Widerstand entgegensetzt. Neben dem Eichenholz kommen für den inneren Ausbau dann noch in Betracht die Buche, Erle, Esche, Ulme, der Ahorn, die Birke, Pappel, Linde, Akazie, Kastanie und der Nußbaum. Von ausländischen Nadelhölzern kommen namentlich die amerikanische Kiefer, welche das Pitch�p ine�Holz und Yellow.-p ine.-Holz liefert, und das Carolina.-pine�Holz in Anwen� dung, daneben aber auch, zur Ausführung feiner Tischlerarbeiten, die echt e Z e der (weißer Lärchenbaum), welche in Kleinasien heimisch ist, und die in Südamerika und Ostindien vor.­ kommende Z e d e rtann e. In beschränktem Maße werden dann noch die folgenden ausländischen Laubhölzer für bessere Tis chlerarb eiten, und zwar fast ausschließlich als Furniere ver wendet :

den Auf�

und Ausbau der Holzhäuser in Frage

Fenster und Treppen, in Betracht.

der Holzhäuser in Frage Fenster und Treppen, in Betracht. M a h a g oniholz (Mexiko,

M a h a g oniholz (Mexiko, Brasilien, Kuba, St. Domingo), Palis a nder.- oder Jak a ran d a� ho lz (Brasilien), Jamaika�, K a mp esche� oder Blauh o lz (Haiti, Kuba, Jamaika), Tea kholz oder indis che E i che (Ostindien), Rosenholz (kanarische Inseln, West� und Ostindien, Australien) usw. Es würde zu weit führen, die große Zahl der für besondere Zwecke und nur hin und wieder in Betracht kommenden exotischen und europäischen Hölzer aufzuführen oder dieselben gar hinsichtlich ihrer Eigenschaften, des Vorkommens und der Verwendung eingehend zu beschreiben, es wird vielmehr dem vorliegenden Zwecke weit besser entsprechen, wenn aus� schließlich auf die für unsere Bauzwecke verwendeten heimischen Nadel.- und Laubhölzer des näheren eingegangen wird. Die hauptsächlichsten Nadelhölz er sind:

Die W e i ß.-, E d e l.- oder Silbertanne. Sie nimmt im deutschen Nadelholzwalde hinsichtlich der Größe des Gesamtbestandes die dritte Stelle ein (etwa 4%). In stark vortretender Fläche findet sie sich nur in Elsaß�Lothringen, hier die anderen Nadelhölzer. Fichte und Kiefer, weit hinter sich lassend. Schon im benachbarten Baden, berühmt durch seine prächtigen Schwarzwaldtannen, noch mehr aber in Bayern und Württemberg, wird sie von der Fichte und Kiefer überholt. Weiter nach dem Osten zu, in Thüringen, Sachsen und im Regierungsbezirke Liegnitz, finden sich noch einige kleinere Flächen, die Tannenbestand aufweisen. Damit ist das ganze natürliche Verbreitungsgebiet der Tanne in Deutschland beschrieben ; wo dieselbe sonst noch vorkommt, verdankt sie ihre Ent� stehung künstlicher Kultur. Die Tanne erreicht eine Höhe bis zu 65 m bei einer Stammdicke bis zu 2m und besitzt einen durchaus geraden Stamm, der eine kegelförmige, im Alter fast zylindrische, oben abgeplattete Krone trägt. Die anfänglich glatte, grünlichbraune und mit Harzbeulen bedeckte Rinde, erscheint später weißgrau, wird dann spröde, rissig und blättert in kleinen Schuppen ab. Die quirlartig angeordneten, fast rechtwinkelig gestellten, dünnen Äste hängen in schön geschwungenen Linien herab. An den unteren Ästen befinden sich ausgerandete und abgerundete, an den Wipfelästen dagegen spitze, glänzend dunkelgrüne Nadeln, die auf der Unterseite mit zwei bläulichweißen Streifen versehen sind. Das Holz zeigt weiße Färbung mit gelblichem oder rötlich schimmerndem Anflug, ist

1.

Streifen versehen sind. Das Holz zeigt weiße Färbung mit gelblichem oder rötlich schimmerndem Anflug, ist 1.

-

12

-

lang

Im geschlossenen, dichten Revier gewachsen, hat die Tanne nur wenig Äste und eignet sich dann besonders zur Herstellung von Schnittware und Verarbeitung zu Dielen, Täfelungen, Türen usw. Seiner Leichtigkeit und Federkraft wegen eignet sich das Tannenholz besonders gut zu Balkenlagen, Unterzügen und tragenden Bauteilen anderer Art, ist aber wegen seines geringen Harzgehaltes in wechselnder Nässe und Trockenheit von geringerer Dauer als die anderen Nadelhölzer,

und feinfaserig, sehr elastisch , aber wenig harzreich und läßt sich leicht und dünn aufspalten.

2. D i e Fichte oder Rott anne. Sie i st die zweitmächtigste Holzart unter den deu tschen Nadelhölzern und hat etwa 200j" Anteil an der gesamten NadelhobWaldfläche. Ihr Haupt verbreitungsgebiet ist Süddeutschland, namentlich Bayern, dann aber auch Baden und Württemberg.

Es folgen al s weitere Gebiete : Thüringen, Sachsen, der Regierun gsb ezirk Hitdesheim und Braun schweig. Westlich und östlich von diesen Bezirken haben wir dann noch einige Gebiete mit zwar viel schwächerer, aber noch immer beträchtlicher Verbreitungsfläche. Nach Westen sind dies die Bezirke um Arn sberg und Kassel, nach Osten die Bezirke um Liegnitz und Breslau. Ganz

begegn en wir dann

noch im äußersten Osten, in den Regierungsbezirken Gumbinnen und Königsberg, zwei weiteren Bezirken mit ähnlichen Flächenanteilen wie um Liegnitz und Breslau. In Süddeutschland, im Harz und auch noch im Thürin ger Wald ist die Fichte ein aus gesprochener Gebirgsbaum, in Sachsen wächst sie im Vorgebirgsland,· in Schlesien bereits in Tallagen,

getrennt von diesen in Süd

West

und Mitteld eutschland gel egenen Bezirken,

wenn auch noch vereinzelt, und in Ostpreußen erscheint sie als bestandbildender Baum der Ebene.

Die Fichte erreicht eine Höhe bis zu 45 m und eine Stammdicke bis zu 1 · s m. Der schnurgerade,

eine pyramidal

wie der Stamm der Tann e. Die Äste sind quirlartig angeordnet und stehen in der Mitte der Krone fast rechtwinkelig zum Stamm, während sie weiter nach unten etwas überhängen. Die anfänglich glatte und rötlichbraune Rinde wird im Alter rissig, blättert in kleinen Schuppen ab und nimmt

weniger hell wie das der

Krone tragende Stamm zeigt nach oben eine etwas stärkere Verj üngung

eine rotbraune, graubraune oder gra u e Farbe an. Das Holz ist etwas

Weißt anne, je doch etwas fe ster und harzreicher. Es fi ndet ausgedehnteste Verwendung sowohl bei

den Zimmermanns

als bei den Tischlerarbeiten, ist aber für letztere wegen der meist zahlreich auf

tretenden Aststellen weniger geeignet als Tannenholz. 3 · Die Kiefer oder Föhre. Sie nimmt fast 6o � 10 des deutschen Nadelholzwaldes und damit die erste Stelle hinsichtlich der gesamten Fläche der Nadelholzbestände ein. Ihre Verbreitung läuft in Deutschland gleich mit der Verbreitung großer zusammenhängender und zum Teil sehr armer Sandböden, wenn sie auch hin und wieder auf anderem, kräftigerem Boden ihre Daseins

möglichkeit findet. Ihre Wiederverj üngung ist aber dort nur möglich , wenn ihr die den kräftigen Boden mit Vorliebe aufsu chenden schattenwerfen den Laubh ölzer kü nstlich ferngehalten werden, weil junge Kiefern zu ihrem Fortkommen viel Licht und Luft verlangen. So wird sich beispiels weise ein Mischbestand auf Lehmboden, aus Kiefern und Buchen bestehend, ohne künstliches Zu tun, wenn auch langsam, so doch sicher in einen reinen Buchenwald umwandeln. In allen Sandbodengegenden ist die Kiefer, dank ihrer Genügsamkeit, die charakteristische Baumart geworden . Wir fi nden sie haupts ächlich in_ den Be zirken um Potsdam, Frankfurt a. 0., Liegnitz, Oppeln, Marienwerder, Bromberg und Köslin; aber auch die Bezirke westlich der Elbe, um Magdeburg, Merseburg und Lüneburg, zeigen mächtige Kiefernbestände. Fast alle, noch mehr nach Westen zu belegenen Kiefernbestände, verdanken ihre Entstehung der künstlichen Einführung und fast ausnahmslos in Form der Aufforstung abgeholzter Laubholzbestände. Wir begegnen solch en Beständen in Oldenburg, Hannover und den Regierungsbezirken Osnabrück, Münster und Düss eldorf.

hein pfalz in

größeren Beständen, während sie in den übrigen Teilen ganz von der Tanne und Fichte in den Hintergrund gedrängt wird. Die Kiefer erreicht eine Höhe bis zu 40 m bei einem Stammdurchmesser bis zu I m. Der meist gerade aufsteigende Stamm ist im Alter bis zu der schirmartig geformten Krone astfrei und zeigt bedeutend geringere Verjüngung wie die Fichte. Die weit ausladenden, quirlartig um den Stamm stehenden Äste sind um je einen Jahrestrieb voneinander entfernt. Die anfänglich leuchtend

In Süddeut schland fi nden wir die Kiefer nur in No rdbayern

und

in Hess en

13

-

gelbrote Rinde bedeckt sich bei zunehmendem Alter des Baumes mit einer sehr dicken, außen graubraunen, innen rotbraunen, stark aufgerissenen Borke. Das Splintholz zeigt gelbliche oder rötlichweiße, das Kernholz gelblichrötliche oder bräunlichrötliche Färbung. Wegen seines bedeutend höheren Harzgehaltes ist das Kiefern holz für Ausführungen, die der Witterung ausgesetzt sind, dem Tannen.- und Fichtenholz vorzuziehen. Für weittragende, stark belastete Balkenlagen, Unterzüge, Dachgerüste usw. ist es jedoch wegen seiner geringen Festigkeit, größeren Sprödigkeit und Schwere weniger geeignet als Tannen.- und Fichtenholz. In der Bau schreinerei ist es dagegen ein sehr viel verwendetes Material und sehr harzreiches, altes, gut ge wachsenes Kiefernholz dürfte hinsichtlich seiner Dauerhaftigkeit kaum dem Eichenholz nachstehen. Die in Österreich und Tirol vorkommende Schwar zki e fe r, auch korsische Kiefer genannt, zeigt eine dunklere Rinde und Belaubung als die gemeine Kiefer. Sie besitzt ein äußerst harzreiches, ziemlich feines, im Kern gelbliches Holz. Die hauptsächlich in der Schweiz und Tirol, aber auch in den Karpathen wachsende Zirbelkief er oder Arve fi ndet als Bauholz kaum Verwendung, da sie meist str auchartig wächs t, jedenfalls aber nur eine geringe Höhe (im äußersten Falle 1 5 m) errreicht. Noch viel ' w eniger Wert für den Holzbau hat die Kru mmho l z.- oder Zwer gkiefe r, auch Alpenföhre oder Latsche genannt, welche in den Gebirgen Mittel.- und Südeu ropas bis zu einer Höhenlage von 2ooo m angetroffen wird. Dagegen gewinnt die aus Nordamerika stammende Weymouthskiefer oder S t r ohe, welche schon lange in unseren Anlagen heimisch ist, neuerd i ngs aber auch vereinzelt�in geschlossenen Wäldern angebaut wird, immer mehr an Bedeutung. Der gerade, mit glatter, meist grauer Rinde bedeckte Stamm erreicht in Amerika eine Höhe bis zu 6o m, bei uns nur bis 25 m. Das j unge Holz ist weniger fest, das ältere dagegen ebenso fest und dabei harzreicher wie das der gemeinen Kiefer.

und

eingeführten Hölzer entstammen der amerikan ischen Terpentin kiefe r. Sie unter"

scheiden sich nur durch den mehr oder minder hohen Harzgehalt, welcher von der Beschaffenheit des Bodens abhängig ist, auf dem die Bäume erwachsen sind. Sandboden mit einer darauf ruhenden dünnen Humusschicht erzeugt das harzreichere Pitch"pine.-Holz, während Sandboden mit einer starken Humusdecke das harzärmere Yellow-pine.-Holz hervorbringt. Bäume, deren Holz durch den Einfluß der Bodenmischung eine besonders dunkle rötlichbraune Färbung angenommen haben,

ist ebenfalls ein amerikanisches

Kiefernholz. Hinsichtlich der Färbung ist Carolina.-pine das hellste der drei Holzarten, es folgt dann

und darauf Pitch.-pine, welches dunkelgelbe bis rötliche Farbe zeigt. Das Holz der

amerikanischen Terpentinkiefer hat sehr wenig Splint, ist sehr dicht, langfaserig, elastisch und von großer Tragfähigkeit, widersteht auch sehr gut den Witterungsverhältnissen und wirft sich wenig. Man benutzt dasselbe namentlich zu den Arbeiten des inneren Ausbaues als Ersatz des teureren Eichenholzes. Die Lär ch e oder Lärchentanne nimmt nur o·1 % des gesamten deutschen Nadelholz.­ bestandes ein. Sie ist von Natur ein Gebirgsbaum, der, ursprünglich nur in den Alpen heim isch, sich weithin nach Norden verbreitet hat, wenn auch nicht in dem Maße, wie dies in Hinsicht aut die Güte des Lärchenholzes erwünscht wäre. Der durchschnittlich eine Höhe von 23 bis 30 m, in Einzelfällen so m erreichende gerade Stamm hat in der Jugend eine ledergelbe glatte Rinde, die sich mit zunehmendem Alter des Baumes mit einer außen graubraunen, innen rotbraunen, längsrissigen dicken Borke bedeckt und trägt eine pyramidenförmige Krone mit verteilt stehenden, etwas über.­ hängenden und weitausladenden Ästen. Im Splint zeigt das Holz gelblichweiße, im Kern rotbraune oder rote Farbe; bei älteren Bäumen ist das Kernholz oft dunkelgeflammt und gleichmäßig und stark von Harz durchsetzt. Im Wasser wird das Lärchenholz fast steinhart und besitzt, dem Witterungs.­ wechsel ausgesetzt, große Dau erhaftigkeit ; da es auch gegen Wurmfraß unempfän glich ist, so ist es als Bauholz und ftir Tischlerarbeiten sehr geeignet. Leider sind die Bemühungen unserer For� t verwa ltungen, die Lärche in größeren geschlossenen Beständen anzubauen, nicht von dem erhofften Erfolge begleitet gewesen, da der Baum viel unter der Verh eerung der Lärch enmotte und eines den Krebs erzeugenden• Pilzes zu leiden hat.

Die in neuerer Zeit in großen Mengen nach Europa

unter

dem Namen

Pitch

pine

Yellow pine

werden an einigen Orten "Red.-pine" genannt. Carolina

Yellow pine

pine.-Holz

dem Namen Pitch pine Yellow pine werden an einigen Orten "Red.-pine" genannt. Carolina Yellow pine pine.-Holz

-

14

-

Die wichtigeren Laubhölzer sind :

x. Die Eiche. Sie hat in Deutschland ihre Hauptverbreitung in den Bezirken um Arns berg, Köln, Koblenz, Trier, in Hessen und in der Rheinprovinz ; aber auch die angrenzenden Be

zirke um Aachen, Münster, Kassel, Unterfranken und Elsaß-Lothringen besitzen noch ausgedehnte,

wenn auch gegen

burg, Merseburg, Frankfurt a. 0., Posen, Köslin, Marienwerder und Königsberg vorhandenen Bestände umfassen nur geringe Flächen. Im ganzen beträgt der Eichenbestand etwa 20% des gesamten deutschen La ubwaldes. In den eingangs genannten Bezirken fi nden wir j e doch verhältnismäßig nur wenige alte Bestände, da der größere Teil (etwa 70%) dieses Gebietes auf den E ichenschälwald mit kurzem Umtriebe entfällt. Alte, über hundertjährige Bestände in größerem Umfange weisen

Lothringen (etwa 6ooo ha) auf, während die

rheinischen Bezirke und Arnsberg mit durchschnittlich je 2ooo bis 3000 ha schon hinter den östlicher

gelegenen Bezirken Frankfurt a. 0. (4000 ha), Merseburg, Magdeburg und Köslin (je 3000 ha), Posen,

Marienw erder und Königsb erg (2o oo ha) zurückstehen. Deshalb liegt, vom forstwirtschaftliehen Stand­ punkte aus· betrachtet, der Schwerpunkt der Eichenholzverbreitung nicht so sehr im Westen, wie es zunächst den Anschein haben könnte, als im Osten. Wenn auch die Hauptverbreitung der Eiche ganz entschieden in wärmeren Klimalagen Deutschlands und auch auß erhalb, so nam entlich in Ungarn und Galizien, zu suchen ist, so beweisen doch die nicht unbedeutenden alten Bestände im östlichen Deutschland, daß auch kältere Klimalagen die volle Entwicklung nach Alter und Mächtigkeit des Wuchses zulassen.

oder Somme reich e und die Tra uben ,

oder Wint ereich e, die zwar nur unwesentliche Unterschiede in ihren äußeren Kennzeichen

nur der Bezirk Kassel (etwa sooo ha) und Elsaß

die Buchenbestände zurücktretende Eichenflächen. Die in den Bezirken um Magde

Man unterscheidet zwei Arten der Eiche, die Stiel

Stein

haben, dagegen bedeutende in ihren Lebensansprüchen machen. Da beide Arten nicht selten Be

standformen bilden, so sind sie oft sehr schwer au seinanderzuhalten. Im allgemeinen kann man annehmen, daß die Sommereiche weiter nach Osten und Norden geht als die Wintereiche und daß sie mehr die Täler und die östlichen Tiefebenen aufsucht und mit leichterem Boden auskommt,

während die Wintereiche mehr in Hügel

einen schweren, kräftigeren Lehmboden bevorzugt. Aus letzterem

eiche hauptsächlich in den rheinischen Bezirken.

Die Sommereiche wächst rascher als die Wintereiche und hat infolge dessen eine kürzere Reifezeit und Lebensdauer. Das hauptsächliche unterschiedliche Merkzeichen ist, daß die Blätter der Sommereiche auf kurzen Stielen, die Früchte (Eicheln) dagegen auf langen Stielen sitzen, während dies bei der Wintereiche gerade umgekehrt ist. Der Stamm ist ziemlich gerade und zylindrisch und hat eine graubraune, zerrissene Rinde ; er erreicht eine durchschnittliche Höhe von 30 m, doch kommen auch Bäume von so m Höhe bei einer Stammdicke von 2m und mehr vor. Die knorrigen, oft mannig­ faltig gebogenen Äste und Zweige bilden eine rundliche, mächtige Krone von dunkler Färbung.

Das

sich scharf von dem Kernholze ab, welches gleichmäßige Jahresringe und breite glänzende Mark-­ strahlenspiegel zeigt, die das Eichenholz sofort als solches erkennen lassen. Die Farbe des Splint holzes ist hellgelb, die des Kernholzes gelb, rötlich oder graubraun. Das sehr schwere, harte, feste und zähe Holz ist im Wasser fast unverwüstlich, im Trockenen ungemein lange haltbar, aber auch im Wechsel von Trockenheit und Nässe recht dauerhaft und ist, unter günstigen Verhältnissen erstanden, als das beste heimische Bauholz zu bezeichnen. Wegen seines großen Eigengewichtes steht es allerdings für manche Konstruktionsteile, so für Unterzüge und weitgesprengte Balkenlagen, den Nadelhölzern nach, ist aber für stark belastete Stützen wegen seiner größeren Tragfähigkeit vorzuziehen. Mit Vorliebe wird es zu Gebäudeschwellen und Mauer Iatten verwendet, wobei aber darauf gesehen werden muß, daß alles Splintholz beseitigt ist, weil dieses sehr weich und dem Wurmfraße in hohem Maße ausgesetzt ist. Die ausgedehnteste Ver wendung findet das Eichenholz aber zu den Arbeiten des inneren Ausbaues. Als erstklassiges Eichenholz wird solches mit gleichmäßigen, mittelbreiten Jahresringen, feinen Poren, langen Fasern und gleichmäßiger heller Färbung bezeichnet. Das im Handel als Deutsc h e s E i c h enholz bezeichnete

Holz beider Arten ist nicht wesentlich verschieden ; der schmale, wenig haltbare Splint hebt

, Vorgebirgs

und Mittelgebirgslagen angetroffen wird und

Grunde fi ndet sich die Winter-­

-

15

-

Holz ist das der Sommereiche, welches für Tischlerarbeiten verwendet wird, da das Holz der Winter-­ eiche meist gedreht gewachsen ist. Besonders geschätzt ist das auf dem Spessart gewachsene Holz. In neuerer Zeit wird auch vielfach a m erikanisches Eichenholz verwendet, welches etwa um ein Viertel billiger ist als deutsches Eichenholz ; dasselbe hat aber eine sehr grobe Maserung und zum Teil wenig schöne rötliche Färbung. Zu besseren Tischlerarbeiten eignet es sich deshalb nicht. Außerdem wird in Deutschland noch slawonisches, galizisches und ungarisches Eichenholz ver-­ arbeitet. Das erstere, welches härter als das der deutschen Sommereiche und sehr hdl gefärbt ist, wird hauptsächlich zur Herstellung von Parkettfußböden benützt. Das galizische und das unga.­ rische Eichenholz zeigt meist weitere Jahresringe als das deutsche, ist diesem in der Farbe aber sehr ähnlich. 2. Die gemeine Buche ode r R o tb uche nimmt etwa 40 ° /0 des gesamten deutschen Laub­ waldes ein. Ihre größte Verbreitung fällt mit dem sogenannten hessischen Buntsandst eingebiet und dessen Basaltdurchbrüchen zusammen und wir treffen daher größere Bestände in den Bezirken um Kassel, Wiesbaden, in Hessen--Darmstadt und in der Rheinpfalz an. Die Buche bindet sich in-­ dessen ebensowenig wie die Eiche an das Verwitterungsprodukt einer bestimmten Gesteinsart und wir sehen sie bei den an die genannten Gebiete angrenzenden, geologisch stark wechselnden Be.­ zirken (um Trier und Koblenz, Arnsberg, Minden, Hannover, Hildesheim, Braunschweig, Erfurt Unterfranken, Württemberg, Baden und in den Reichslanden) noch in bedeutendem Umfange auf treten. Als Auslauf nach Osten und als nördlicher Abzweig des Hauptverbreitungsgebietes kann man das Vorkommen der Buche an der Meeresküste zwischen Schleswig.-Holstein und Königsberg ansehen. Hiermit ist dann aber nach Osten zu auch die natürliche Verbreitungsgrenze gezogen, da die zwar im Bezirke Gumbinnen noch zu verzeichnende Buchenfläche teils auf künstlichen Anbau zurückzuführen, teils auf Rechnung der hier häufiger auftretenden Weißbuchen zu setzen ist. Die Buche ist einer unserer schönsten Waldbäume mit geradem, rundem Stamm ; sie erreicht ein Alter von 1 00 bis 12 0 Jahren und wird im freien Stande bis 25 m, im geschlossenen Bestande

und auf fr uchtbarem Bod en bis 35 m hoch bei einem

Durchmesser bis zu ro m. Die grau e oder

graugrüne, glatte und rissefreie Rinde wird im Alter zuweilen rauh und rissig. Die aus mäßig starken Ästen und schwachen Zweigen bestehende rundliche Krone ist sehr dicht und schön geformt. Die Buche gehört zu den Reifholzbäumen ohne Kern mit sehr dünnem Mark, deutlichen Jahres-­

ringen und Markstrahlenspiegeln, die sich auf dem Hirn

und Querholz hell, auf dem Langholz

dunkel abheben. Das Holz ist dicht und feinfaserig, leicht spaltbar, mittelschwer, hart und fest, besitzt aber geringe Federkraft. In der Jugend ist es fast weiß, später rötlich oder rötlichbraun. Ein

eigentliches Bauholz ist das Buchenholz nicht, doch wird es seiner Härte und Festigkeit halber mit unter für Fußböden und Treppenbeläge benutzt, wobei aber zu bedenken ist, daß es stark arbeitet. Es sollte deswegen zu Tischlerarbeiten nur dann verwendet werden, wenn es gut ausgetrocknet, am besten ausgekocht oder ausgedämpft ist. Umfassende Anwendung findet es zur Herstellung von in Dampf gebogenen Möbelteilen (System Thonet). Wird es abwechselnder Trockenheit und Nässe ausgesetzt, so ist es von geringer Dauer, da es dann:leicht stockig wird. 3· Die Erl e, Eller oder Else kommt in zwei Arten, als Schwarzerle und Weiß erle vor, die in ganz Mitteleuropa heimisch sind und besonders in der Ebene gedeihen. Die Schw arz erle liebt einen feuchten, mo origen und sumpfigen Boden und findet sich an den Ufern von Bächen, Teichen und Flüssen und auf nassen Wiesen. Die Weißerle liebt zwar auch einen feuchten, aber nicht moori gen, leichten Boden und gedeiht am besten an den Ufern und in den feuchten Auen der Gebirgsbäche. Äußerlich unterscheiden sich beide Arten am meisten durch die Rinde, welche bei der Schwarzerle dunkelgraubraun bis schwarz und im Alter rissig -_und schuppenborkig, bei der Weiß-­ erle aber grau und glatt ist. Das wegen seiner großen Geschmeidigkeit gut und leicht zu bearbeitende und schön schwarz zu beizende Holz der Schwarzerle ist in beständig feuchtem Boden und unter Wasser von großer Dauer und wird im Wasser schwarz und steinhart, ist in der Trockenheit dagegen leicht dem Wurmfraß ausgesetzt. Für den Hochbau ist es deshalb nicht zu empfehlen, eignet sich aber in hervorragendem

·-

1 6

Maße für Grundbauten

Tischlerarbeiten verwendet.

(Pfahl" und Schwellroste).

Das Holz der Weißerle wird

hauptsächl ich

zu

Die E sche. Sie ist ein Kernreifholzbaum

Sommer

mit sehr breitem Splint, starker Markröhre und grobp origem Win terholze. Sie w ird 1 0 0 bis

und breiten Jahre sringen , mit fe inp origem

1 20 Jahre alt und erreicht eine Höhe bis zu 32 m bei einem Durchmesser bis 1 '5 m. Das in der

Jugend gelblich

auch gelblich geflammt ; es läßt sich gut bearbeiten und ist im Trocknen im allgemeinen von großer

Dauerhaftigkeit. Die Bäume werden am besten in der Saftreife, also im Winter, gefällt, sofort in die richtige Form geschnitten und vorsichtig getrocknet. Das Holz ist dann von guter Haltbarkeit. Bleiben dagegen die Stämme längere Zeit im Walde liegen, so bilden sich zahlreiche starke Risse. auch zeigt die schwarzgraue Farbe, welche das Holz dann annimmt, bald seine Minderwertigkeit an. Ein eigentliches Bauholz liefert die Esche nicht, da sie für Konstruktion steile im allgemeinen zu biegsam ist. Dagegen eignet sich das Eschenholz gut zu Tischler" und Drechslerarbeiten und wegen seiner schönen Maserung namentlich zu Furnieren.

5· Die Ulme oder Rüster. Sie ist ebenfalls ein Kernreifholzbaum mit mehr oder weniger breitem Splint und rotbraunem, oft geflecktem, gemasertem, geflammtem und dichtfaserigem Bau holz. Die schmalen Jahresringe besitzen ein großporiges Frühjahrsholz und ein mit dunklen Quer" streifen versehenes Herbstholz. In der Schnittfläche zeigen sich die Spiegel als Punkte oder Striche. Das Holz ist außergewöhnlich zähe und hart, sehr schwer und elastisch, aber schwer spaltbar. Für Wurmfraß ist das Holz nicht empfänglich, um so mehr wird aber die Rinde von Insekten angegangen. Die Ulmen erreichen ein durchschnittliches Alter von 70 Jahren, eine Höhe bis 30 m und einen Durchmesser bis 1 m. Die hoch ansetzen den Äste bilden eine schöne Krone ; sie haben eine glatte Rinde, während die Rinde an alten Stämmen sich zu einer dicken, tiefgefurchten, dunkel braunen, der Eichenrinde ähnlichen Borke umgebildet hat. Das schwer, aber spiegelglatt zu bearbeitende, geringe Neigung zum Werfen zeigende Ulmen" holz kann als Bauholz dienen und es empfiehlt sich seine Benutzung ganz besonders dort, wo seine Schwerspaltbarkeit verwertet werden soll. Das meist schön gemaserte Holz, welches durch Beizen dem Mahag oniholz ähnlich wird, fi ndet nam entlich in der Tischle rwerkstatt Ve rwendung. 6. Der A h orn. Abgesehen von den verschiedenen Spielarten und den buschartig wachsenden zwergigen Arten sind zu unterscheiden : Der w e iße oder geme ine Ahorn (Bergahorn oder stumpfblätteriger Ahorn), der Spitzahorn (spitzblätteriger Ahorn) und der F eldahorn oder M aßhold e r.

oder

dreilappig, oberseits dunkelgrün, unterseits blaugrün gefärbt, unbehaart und an den Rändern grob gezähnt ; der Spitzahorn hat kleinere, paarweise auf la !lgen Stielen sitzende, fü nf bis siebenlap pige, in lange Spitzen auslaufende Blätter, während Feldahorn noch kleinere, drei" oder füntlappige Blätter zeigt, die an der Unterseite mit weißen Haaren besetzt sind.

mit

, raschem Wuchs und schön geformten Kronen ; sie erreichen eine Höhe bis zu 30 m. Der Feldahorn

oder grauweiße Holz wird später bräunlichgelb und im Kern fast braun, ist oft

wird später bräunlichgelb und im Kern fast braun, ist oft Die an langen roten Stielen sitzenden

Die

an

langen

roten Stielen

sitzenden großen Blätter des weißen Ahorns sind fünf

Der

weiße

Ahorn

und

der Spitzahorn

sind

schöne Wald

Park"

und Alleebäume

strauchartig ausgebildet. Die grünlich braune

Rinde des weißen Ahorns ist in der J ugend ganz glatt, die sich später bildende Borke wird in Platten abgestoßen. Das Holz ist schön weiß, oft schön geflammt und geadert, seidenartig glänzend,

wird dagegen selten bis

15 m

hoch

und

ist

meist

sehr hart,

Borke ;

hat eine hellfarbige, weiche, korkige Rinde und rötlich

fest,

zähe und ziemlich schwer. Die Rinde des Spitzahorns bildet frühzeitig eine rissige

sein

Holz ist gelblich weiß, grobfaserig, gut spaltbar, dicht, hart und zähe. Der Feldahorn

weißes,

im Kern dunkleres Holz.

Das

im Trockenen

meist

sehr

dauerhafte,

Ahornholz

fällt

dem

Wurmfraß

leicht zum

Opfer.

schöne

Politur

an.

Gut

ausgetrocknet, hat

eigentliches

Bauholz

kommt Ahorn

nicht

es nur

in

im Witterungswechsel dagegen wenig

Es

läßt

sich

leicht

hobeln

und

geringe

Neigung

zum Reißen

und

dagegen

ist

es ein

begehrtes

haltbare

nimmt

eine

Werfen.

Als

Material

für

Betracht,

Tischler ,

Drechsler" und

Bildhauerarbeiten.

-

1 7

7. Die Birke ist, ebenso wie der Ahorn, ein Splintbaum ; sie kommt in fast allen Weltteilen

in den verschiedensten Spielarten vor.

gemeine Bir ke oder Weiß bir ke und die Moor

Das weiße, gelbliche oder graurötliche Birkenholz ist leicht, weich, schwer spaltbar und hat

starke

in einer großen Zahl abweichender Arten auf, von denen nur die

Z i tter pappe l (Espe italieni sche P a ppe l

pappe!) Bedeutung haben. Von diesen ist nur die Zitterpappel ein Splintholzbaum, während die anderen

Kernholzbäume sind. Die Zitterpappel erreicht eine Höhe bis zu 20 m, die Schwarzpappel, die Weißpappel und die kanadische Pappel bis zu 25 m, während die italienische Pappel bis zu 40 m hoch wird. Die Krone der Zitterpappel ist sperrig und wenig schön, die der Schwarzpappel dünn und durchsichtig, während die Weißpappel und die kanadische Pappel prächtige, volle Kronen besitzen und die italienische Pappel mit ihrer tief am Stamme ansetzenden, schmalen und schlanken Krone als der, viele unserer Landstraßen flankierende Baum, allgemein bekannt sein dürfte.

ist dasselbe wie j edes Pappelholz

sehr

und im Witterungswechsel von geringer Haltbarkeit. Als Bauholz kommt Pappelholz

nicht in Frage, in der Tischlerei nur dort, wo man Wert auf ein leichtes, nicht arbeitendes Holz legt.

9 · Die Linde ist ein Reifholzbaum und der Lieblingsbaum des deutschen Volkes, der von

In Europa gibt es j edoch nur zwei verschiedene Arten,

oder H a a r birke.

die

Neigung

8.

Die

zum Schwinden

P a ppe l

tritt

oder

und

Quellen. Als Bauholz kommt dasselbe kaum in Betracht.

die

Weiß

oder Silber p a p p e l, die

Aspe),

die Schw arzp app e l,

(Chausseepappel, Pyramidenpappel) und die k a nadische Pappel (Wald

Die Zitterpappel

liefert das zäheste, dichteste Holz, doch

weich

den alten Germanen als heiliger Baum verehrt wurde. Die Hauptarten sind : die Winter

oder k l einblätte rige Lin de und die S o mmer

Die Winterlinde hat klein e, höchstens 7 cm breite, herzförmige Blätter, die auf der Unter seite blaugrün, auf der oberen hellgrün gefärbt sind und in den Winkeln der Blattadern rostgelbe

Bärtchen aufweisen.

auf der Oberseite graugrün, auf der

Unterseite blaß grasgrün gefärbt und mit weichen Haaren besetzt.

feuchten Boden, während die Winterlinde, die

und Burghoflinde, auch in mehr trockenen und bergigen Lagen gut gedeiht. Der

eigentliche Dorf

schlanke, gerade Stamm mit glatter Rinde, welche erst im hohen Alter (die Linde wird bis 200 Jahre alt) eine flachrissige Borke bildet, erreicht eine Höhe bis zu 30 m bei einem Durchmesser bis zu 1 " 70 m.

, Stein

, Wasser

oder gr oßbl ättr ige Linde .

Die

Die

Blätter

der Sommerlinde

liebt

sind bedeutend größer,

etwas

Sommmerlinde

guten,

Das

Lindenholz

zeigt

breiten Splint,

dünnes

Mark,

gut sichtbare Jahresringe und Mark

strahlen,

Splint weißlich,

und dunkler gefärbt als das der Sommerlinde.

ist leicht

und weich

daher gut für Schnitzarbeiten. Seine Farbe ist im

rötlich weiß, das der Winterlinde etwas grobfaseriger, zäher, dauerhafter

und

eignet sich

im Kern

Als Konstruktionsholz

ist das Lindenholz nicht zu verwenden ; in der Tischlerei findet es

nur V erwe;{dung als Unterlage für Furnierholz, weil es nur wenig arbeitet.

1 0.

Die

A kazi e

oder Robinie stammt

aus Nordamerika, wird

aber

bei

uns

vielfach

als

Zierbaum ,

hin und wieder au ch

nahrhaften,

in Wald ungen,

angeb aut.

oder

Sie liebt

leicht

freie, aber windstille und

sonnige

Lage,

trockenen,

eine

durchschnittliche

auf

magerem Boden

sandigen Boden

verwittertes vulkanisches Erdreich.

bei einer Stammdicke

bis

hohl. Der

Stamm

ist

Sie erreicht

zu

rund

1 m ·

,

und

Höhe von

bleibt

sie

1 5 m, ausnahmsweise bis 25 m

dagegen

zwerghaft

und wird

meist

ziemlich gerade,

die

Rinde

wird

frühzeitig

rissig,

ist

im Alter

sehr

dick

und von

breiten

Die langen, mit

Dornen besetzten,

leicht brüchigen

Äste

und Zweige

bilden

offene Krone.

Das schwere

und harte, sehr

zähe und elastische,

schwer spalt

Längsrissen

zerklüftet.

eine schöne,

ziemlich

bare

und

schwierig

zu

bearbeitende

Holz zeigt

im

Splint

gelblich weiße,

im

Kern

eine

nach der

Bodenart verschiedene,

meist

j edoch

gelbbraune

oder grünlichgelbe,

hin

und

wieder auch

purpurrot

geaderte, geflammte oder gestreifte Färbung und atlasartigen Glanz.

 

Das

Robinienholz

würde

wohl

viel

mehr

Verwendung

als Bau

und Konstruktionsholz

finden,

als

dies

der Fall

ist,

wenn

es in größeren Mengen zur Verfügung stände, zu mal es sich

gut hobeln läßt, eine schöne Politur annimmt und außerdem nicht von Würmern angegangen wird.

-

18

-

11. Die K a stan ie ist ein Kernholzbaum, der in zwei verschiedenen Arten, der Edel kastanie oder eßbaren Kasta nie und der wilden Kastanie oder Roß kasta nie, vorkommt.

Das Holz der letzteren kommt für die Technik als minderwertig jedoch nicht in Betracht. Die eßbare Kastanie bildet in den am Mittelmeer gelegenen Gebieten große und prächtige Wälder und ist vereinzelt auch in Süddeutschland, in der Rheinpfalz, an der Bergstraße, dagegen selten im nörd liehen Deutschland zu finden. Sie liebt einen kräftigen, tiefgrundigen, aus Lehm, Sand und Damm erde bestehenden Boden, eine trockene, geschützte Lage und erreicht bei einem Alter von etwa

einen Stammdurchmesser bis zu 70 cm. Die lange glatt

und

nimmt eine streifenförmige schwarzbraune, an den Streifen, eine weißliche Färbung an. Das Holz ist sehr feinfaserig, schwer, hart, elastisch, ungemein geschmeidig und enthält ziemlich viel Gerb stoff; es zeigt eine schöne weiße oder hellbraune Farbe und ist mit vielen etwa 1/2 cm breiten

Markstrahlen durchsetzt. Das Holz der Edelkastanie ist ein gutes Bau

und Konstruktionsholz und wird auch in

Gegenden, wo es in größeren Mengen vorkommt, als solches verwendet. 12. D er Nußbaum ist ebenfalls ein Kernholzbaum. Der aus dem Orient zu uns eingeführte Walnußbaum erreicht eine Höhe bis zu 25 m und einen Stammdurchmesser bis zu 1"5 m. Der schon frühzeitig mit einer tiefrissigen, borkigen, grauen oder bräunlichweißen Rinde be deckte Stamm bleibt bis zu einer Höhe von 5 bis 6 m astfrei und trägt eine mächtige runde und dichte

Krone. Er liebt einen mäßig festen, humusreichen, tiefgrundigen, nicht zu feuchten Boden und eine geschützte, milde Lage. Wir begegnen ihm in Deutschland deswegen fast nur im Süden und am Rhein, während er in nördlicheren Gebieten nur äußerst selten vorkommt.

und kurzfaserige Holz ist im Splint weiß und weich,

bleibende, in der Jugend braunrote und weißgefleckte Rinde wird im Alter flachrissig

6o Jahren eine Höhe bis zu 35 m und

borkig

Das im Kern feste, zähe, fein

, dicht

im Kern rötlichgelb, olivengrün, graubraun oder schwarzbraun, zuweilen geflammt und fein gemasert. Im Trockenen ist das Holz sehr dauerhaft, neigt aber stark zum Schwinden. Das Splint

holz ist für den Wurmfraß sehr empfänglich. Neben dem Eichenholz ist es das in der Tischlerei am meisten benutzte Holz, namentlich zu Furnierarbeiten. Da j edoch alte Nußbäume, die ein brauchbares Holz liefern, immer seltener werden, so wird fast nur noch aus Frankreich, Italien oder Spanien eingeführtes Nußbaumholz, sowie in neuerer Zeit das Holz des in den östlichen Staaten Nordamerikas und in Texas heimischen, bei uns aber j etzt auch angebauten schwarzen Walnußbaum es verwendet, welches sehr hart und dauerhaft ist und dabei eine schöne dunkel braune Farbe besitzt.

c)

Die Feinde, Fehler und Krankheiten des Holzes.

der ärgsten Feinde des lebenden Baumes, als schlimmer Waldverderber, ist der

unter dem Namen S chulmeister oder H allimasch (Agaricus melleus) bekannte Hutpilz, welcher in manchen Gegenden als wohlschmeckender Speisepilz geschätzt ist, zu nennen. Unter der Erd decke hinkriechend, bemächtigen sich diese Pilze der Bäume, indem sich die Pilzfäden hauptsächlich in der zwischen Rinde und Holz .befindlichen Wachstumszone ausbreiten. Beim Ablösen der Rinde erkrankter Bäume findet man oft den Stamm völlig von einem feinen, dichten Gespinst der Pilz

faden umkleidet, in welchem manchmal dunkler gefärbte Stränge wie Adern eingebettet sind.

Diese unheilvolle Tätigkeit vollzieht der Pilz ohne Rücksicht auf das Alter des Baumbestandes, wenn er auch bei zarten, j ungen Stämmen weit leichtere Arbeit als bei kräftigen, älteren hat. Häufig genug kommt es vor, daß ihm ganze Kiefernschonungen zum Opfer fallen, aber auch alte

zu

Baumbestände,

überwältigen. N och zahlreicher als unter den Hutpilzen sind die Verwüster des Baumbestandes unter den B aumschwämmen zu finden. In den meisten Fällen sind die Angriffspunkte für diese Pilze die Ausbruchstellen abgestorbener oder durch den Sturm abgebrochener Äste, weil hier tote Substanz

Als

einer

wie

des

öfteren

im

Grunewald

bei

Berlin

beobachtet

worden

ist,

weiß

er

-

19

-

frei

der

liegt, die

Weg

ihrem Varschreiten keinen Widerstand entgegensetzt.

in

das Innere

der

Stämme

und

deshalb

ist

unmittelbar

Von diesen Angriffsstellen führt

mit dem

Auftreten

der Baum

pilze meist ein Hohl

fast allen Arten unserer die Waldbestände bildenden

Bäume vor, aber auch an frei stehenden Bäumen, namentlich den Obstbäumen und den der Krone

be raubten geköpften Weiden, finden wir sie nicht selten. Einige dieser Baumpilze

und Wundschwamm gesammelt, j etzt werden sie in größerem Maße zu

Gebrauchs

lichsten Baumpilze sind der Kie fe r baumschwamm (Trametes pini) und der · Wurzeltöter (Trametes radiciperda) zu bezeichnen. Neben diesen großen Pilzen sind aber auch manche kleine, nur unter dem Mikroskop erkennbare Pilze und unter diesen wieder an erster Stelle der S chüttepilz (Lophodermium pinastri) als arge Feinde der Waldbestände zu nennen. Dieser Pilz greift allerdings in der Regel nur junge Kiefernbäumchen an, die sich im Alter von ein bis acht Jahren befinden, und es wird deshalb die Schütte mit Recht als Kinderkrankheit der Kiefer bezeichnet. Die äußeren

Anzeichen dieser Krankheit bestehen darin, daß auf den Nadeln sich gelbe Flecken zeigen und daß darauf die ganzen Nadeln braun werden und abfallen. Kräftiger entwickelte, junge Bäumchen gehen

ein, da sie meist so viel Wider standsfähi gkeit be sitzen, um neue fr ische

Triebe ansetzen zu können. Kehrt die Krankheit aber mehrere Male hintereinander wieder, so halten

ihr auch die sonst gut entwickelten Pflanzen nicht stand und schwächliche gehen schon nach dem

ersten Angriff ein. Aber nicht nur die lebenden Bäume, sondern ebenso das in den Häusern verbaute Holz werk wird von verschiedenen Pilzen bedroht, unter denen der bekannteste und gefährlichste der H a usschwamm (Merulius lacrymans) ist. Es gibt Orte, in denen dieser Schädling in jedem dritten Hause zu finden ist. An lebendem Holze kommt er nicht vor und wenn auch manche Forscher glaubten, ihn in einzelnen Fällen im Walde entdeckt zu haben, so haben neuere Unter suchungen doch erwiesen, daß die beobachtete Waldform eine ganz andere Rasse darstellt. Wenn er auch zu seiner ersten Ansiedlung in den Gebäuden eines gewissen Grades von Feuchtigkeit bedarf und daher nur an schlecht ausgetrockneten Stellen ins Leben treten kann, so kann er doch vermöge seiner Pilzfäden das für seine Fortentwicklung nötige Wasser aus größerer Entfernung herbeischaffen und ist damit in die Lage versetzt, auf Teile übergreifen zu können, die trocken sind. In dieser Eigenschaft der Pilzfäden liegt die Erscheinung begründet, daß er oft durch lange Holzbalken hindurchwächst, ja selbst seinen Weg durch die Mauerritzen hindurch von Raum zu Raum nimmt. Das Auftreten des Hausschwammes verrät sich durch das Morsch

werden von Holzteilen, zunächst der Dielen, Sockelleisten, Tür

durch das watteähnliche, weißflockige Myzel des Pilzes, welches in Räumen mit dumpfiger, etwas

feuchter

solchen

und Wandverkleidungen, sowie

dadurch zwar nicht imme r

und Morschwerden des von ihnen befallenen Baumes verbunden.

kommen

bei

Derartige

Baumpilze

wurden fr üher zur

Als die

schäd

Herstellung von Zunder

und Luxusgegenständen (Thüringer Baumschwammartikel) verarbeitet.

Luft

(selten

und mangelhaft

gelüfteten Zimmern)

zum Vorschein

kommt.

In

Räumen

entstehen auch die

Fruchtkörper

des

Pilzes

in Form

unregelmäßiger,

zimtbraun gefärbter

Fladen oder

Knollen,

welche

unzählige

Sporen

erzeugen,

die

Ursache

weiterer

Verbreitung

sein können. Diese kann schon durch den Luftzug hervorgerufen werden, noch vielmehr wird sie aber gefördert durch Verschleppung der Sporen seitens der mit den Ausbesserungsarbeiten beschäftigen Arbeiter und deren Handwerkzeug. Wenn auch der größte Teil der Keime bei den Ausbesserungs arbeiten immer zerstört wird, so liegt doch die Gefahr nahe, daß eine Anzahl derselben nach anderen Orten übertragen wird, wo sie auskeimen können und neue Herde bilden. Da der Hausschwamm, wenn

man sein Vorhandensein erkennt, meist schon weit über die Stelle hinausgewachsen ist, an welcher man sein Zerstörungswerk entdeckt, so ist die Bekämpfung und Vertilgung desselben mit den größten Schwierigkeiten verknüpft. Im allgemeinen wird sich die Einhaltung der folgenden Maß.­ regeln empfehlen und bei ausreichender Vorsicht und Umsicht auch zum erwünschten Ziele führen :

Zunächst stelle man genaue Ermittelungen über die Ausdehnung der Schwammbildung an, beseitige alsdann alle angegriffenen Holzteile sowie auch solche, welche nur äußerlich Schwamm.­ bildung zeigen, aber im Kern noch gesund erscheinen.

-

20

-

Hierauf hebe man das Füllmaterial aus, kratze alle Fugen des mit der hinausgeschafften

reinige sie alsdann mit

scharfen Bürsten oder Besen und setze die Räume längere Zeit möglichst kräftigem Luftzuge aus.

Tränken des gereinigten Mauerwerkes mit einer Kupfer.­

Ist der

Schwamm auf diese Weise vernichtet, so erfolgt die neue Auffüllung der Räume, das Verlegen der neuen Lagerhölzer, Fußböden usw., wobei aber peinliehst darauf zu achten ist, daß nur durch.­ trock enes und reines, von vegetabilischen Bestandteil en fr eies Füll mat erial und gesu ndes, splint.­

aus

oder Eisenvitriollösung,

Zu empfehlen ist auch ein wiederhohes

Auffüllung

in Berührung

gewesenen Mauerwerkes

ein Abputz

mit

möglichst

tief

aus,

oder

Zement

sowie ein Anstrich mit Goudron.

fr eies, kerniges, harzre ich es Ho lz zur Ve rwendung gelangt. Als Vorbeugungsmittel gegen die Entstehung des Schwammes sind zu nennen :

1.

Die

Anwendung

gesunden,

kernigen

und

lufttrockenen

Holzes ;

Fußbodenlager

aus

Eichen.- oder Buchenholz, ebenso die Gebäudeschwellen, letztere mit der Kernseite nach unten auf

Asphalt verlegt.

2.

Die

Trockenlegung

(Drainier ung)

fe uchten

Ba ugrundes,

die

Anwendung

von

lsoli er.­

schichten. Ausfüllung der Räume

Fundamenten und Auffüllung der Gewölbe und

Zwischendecken mit reinem, trockenem (am besten ausgeglühtem) Kies, Sand (kein alter Bauschutt) oder mit trockenen Schwemmsteinen oder Kalksandsteinen. Langsames Austrocknen des ganzen Baues, Ausfrierenlassen während des Winters. Den Waldbäurrien fehlen auch die Schmarotzer unter den Blütenpflanzen nicht ; eine der be.­ kanntesten und gefährlichsten ist die Mist el, deren weiße Beeren den Samen enthalten. Diese Beeren fallen entweder von den an hochgelegenen Stellen der Bäume befindlich en Sträuchern herab, wenn sie reif sind, öffnen sich und übertragen den Samen auf tiefer liegende Stellen des Baumes, oder sie werden hierher oder auf andere Bäume von Vögeln, besonders den Misteldrosseln, welche die Beeren abpicken, übertragen, indem diese beim Wetzen des Schnabels einzelne Samenkörnchen verlieren. Aber auch durch den Kot der Vögel kann der Same von Baum zu Baum, von Zweig zu Zweig übertragen werden. Derselbe hat die Eigentümlichkeit. daß er die Keime dem Lichte abgewendet, also dem Holze zu, herausstreckt, mithin alsbald die ihm zusagende Nahrung, die Holzsubstanz, vorfindet. Sind die Keime erst unter die Rinde gedrungen, so wachsen sie parallel mit dieser weiter und treiben zahllose Senker in das darunter liegende Holz, durchbohren dieses auf weite Strecken hin und machen dasselbe unbrauchbar. Werden Stämme, die von dieser Schmarotzerpflanze befallen sind, in Bretter zerschnitten, so sehen letztere aus , als seien sie von Schrotschüssen durchlöchert worden. Der zu uns von England aus übertragene Gebrauch, unser Heim zur Weihnachtszeit mit Mistel.­ büschen zu schmücken, hat veranlaßt, daß diese Pflanze neuerdings künstlich auf Bäumen gezüchtet wird. Die Nachfrage nach Mistelbüschen ist namentlich in den Großstädten so stark, daß ein mit solchen vollbesetzter Baum bedeutend mehr einbringt, als das Holz eines gesunden Baumes gleicher Größe. Für die Waldbestände, besonders für die der Edeltannen, bleibt die Mistel trotzdem ein ungern gesehener Gast.

Gefährliche Feinde, sowohl des lebenden Baumes wie des verarbeiteten Holzes, sind auch einzelne Raupen und Käfer. Durch Raupenfraß wird in der Regel nur die Belaubung des lebenden Baumes zerstört, doch bohren sich auch Raupen des Fichten spinn ers oder der Nonne (Liparis monacha), vom Kiefernspinn er (Gastropacha pini L.), der Ries enh o lz wesp e (Sirex gigas L.) und vom Weidenb ohrer (Cossus ligniperda) oft tief in das weiche Holz ein. Zu den hob zerstörenden Käfern gehören vorzugsweise der B o rken käfer (Bostrychus), der Hau skäfer oder die T o t e n u hr (Anobius pertinax L.) und der B o ckkäfe r oder Holzbock (Cerambyx). Diese gehen nicht den Zellen, sondern nur dem Holzsafte nach und bohren sich zahlreiche gerade oder ge-­ wundene Gänge von außen nach innen in das Holz, indem sie dieses in feines Mehl verwandeln. Die Fehler und Krankheiten des Holzes treten in der mannigfachsten Form in die Erscheinung. Das sicherste Kennzeichen des gesunden Holzes ist beim gefällten Stamme die Schall.­ fortpflanzungsfähigkeit. Hält man nämlich das Ohr an das eine Stammende und läßt an das andere Ende ganz leicht klopfen, so muß man dies leicht hören können. Gesundes, gefälltes Nadelholz zeigt

zwischen

den

andere Ende ganz leicht klopfen, so muß man dies leicht hören können. Gesundes, gefälltes Nadelholz zeigt
andere Ende ganz leicht klopfen, so muß man dies leicht hören können. Gesundes, gefälltes Nadelholz zeigt
andere Ende ganz leicht klopfen, so muß man dies leicht hören können. Gesundes, gefälltes Nadelholz zeigt

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21

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hellrötliche Jahresringe mit helleren Zwischenräumen, krankes dagegen hellgraue Jahresringe mit weißlichen Zwischenräumen. Beim lebenden Baum gelten als Kennzeichen der Gesundheit : eine frisch und dicht belaubte Krone, frische Trieb e mit glatter, glän zender Rinde, frische, saftige Wurzeln mit zahlreichen Ausläufern ohne Knollen, heller Klang beim Anschlagen mit einem Holzhammer gegen eine auf der Südseite des Stammes gelegene, von der Rinde befreite Stelle. Ist dagegen die Ri nde mit langen, strangfö rmigen Wülsten, mit Flechten, Mosen und Harztropfen, mit roten oder weißen Flecken bedeckt, so trifft meist die Annahme zu, daß der Baum krank sei. Die Hauptkrankheit bei lebenden Bäumen ist die Fäulnis und man unterscheidet nach

dem Orte, von welchem dieselbe ausgeht, die Stock

und Astfäule, sowie nach der Farbe, welche das sich bildende Zersetzungsprodukt annimmt, die Rotfäule und die Wei ßfäule.

Stockfäule tritt ein, wenn der Mutterstock, die Pfahlwurzel abstirbt ; die Ursache ist meist zu geringe Mächtigkeit des Mutterbodens. Die das ältere Holz befallende Kernfäule entsteht meist im unteren Teile des Kernes und breitet sich nach oben zu aus ; äußerlich ist dieselbe nicht erkennbar.

Die Rin gfäu le tritt besonders bei Buchen aut, die auf magerem Boden stehen. Die erkrankten

Jahresringe, sogenannte Mond ringe,

zeigen eine gelbe, später eine weiße Farbe und sind stark

hygroskopisch. Derartiges Holz weist, wenn gefällt und ausgetrocknet, kreisförmige, zwischen den Jahresringen liegende Risse auf.

Die Astfä u le entsteht oft an den durch Abbrechen starker Äste hervorgerufenen wunden Stellen, wenn dieselben den Witterungseinflüssen stark ausgesetzt sind und sich mit stagnierendem Wasser anfüllen. Besonders oft begegnen wir dieser Krankheit, welche meist auf den Stamm übergreift und ein Hohlwerden desselben veranlaßt, bei Buchen und Eichen.

oder Naßfäule stellt sich namentlich häufig bei Eichen, Fichten und Edel,

kastanien ein ; sie ist eine langsam verlaufende, durch Wucherung des Rotfäulepilzes entstehende Krankheit, die, vom Wurzelstock ausgehend, langsam im lnnern des Stammes aufwärts steigt. Bäume, welche von di eser Krankheit befallen werden, sind in der Regel an den Wurzeln mit brauner Modererde umgeben. Das Holz saugt begierig Wasser auf und zerfällt schließlich nach Auf,

Iösung der Zellwände in eine leicht zerreibliehe Masse. Warme, feuchte Witterung beschleunigt den Verlauf der Krankheit wesentlich, da bei ihrer Einwirkung die Pilze sich schnell vermehren. Man erkennt die Rotfäule an dem dumpfen, hohlen Klang, welchen Schläge auf den Stamm hervorrufen,

oder braungefärbten Bohrspänen.

am sichersten aber, wenn man den Stamm anbohrt, an den rot

Die Weißfä ule tritt nur bei Laubhölzern auf; ihr Verlauf ist ein bedeutend schnellerer und deshalb ist sie auch weit gefährlicher als die Rotfäule. Sie hat ihren Sitz in der Mitte des Stammes u nd erzeugt eine weiße Färbung des von ihr befallenen Holzes. Auf den stehengebliebenen Stümpfen

Nächten ein

eigentümliches Leuchten- (Phosphoreszieren) des in der Zersetzung begriffenen Holzes, welches von mikroskopischen Pilzen erzeugt wird und nach dem Absterben derselben verschwindet. Ein die Brauchbarkeit in hohem Grade ungünstig beeinflussender Fehler des Holzes ist der

Drehwuchs oder die Drehsucht, welcher besonders häufig bei Eichen- Kiefern und Roßkastanien vorkommt, 11ber auch bei Buchen, Ulmen und Pappeln beobachtet wird. Hierbei verlaufen die Fasern in schraubenförmigen Windu ngen um die Längsachse des Stammes. Derartiges Holz besitzt starke Neigung zum Werfen und Reißen, ist auch von geringer Tragfähigkeit. Kernrisse oder Spiegelklüfte verlaufen in radialer Richtung bei abnehmender Breite vom Kern nach dem Splint und durchziehen den Stamm oft seiner ganzen Länge nach. Sie ent stehen durch Zusammenschrumpfung des Holzes, indem das wasserreichere Splintholz sich stärker

oder Reifholz, wodurch eine Spannung im Holze entsteht,

die eine Trennung seines Zusammenhan ges, ein Aufreißen im Gefolge hat. Dieses Aufreißen tritt manchmal erst beim Fällen oder Umbiegen eines Stammes ein ; es entsteht dann plötzlich unter Erzeugung eines heftigen Knalles. S trahl e nrisse sind auf die gleichen Ursachen zurückzuführen, sie laufen in umgekehrter Richtung, vom Splint ausgehend, nach dem Kern.

oder

Wurz elfäu l e,

die

K e rn

,

Ring

Die Rot

gefäl lter Bäume, die von Weißfäul e befallen waren, zeigt sich in milden, dunklen

zusammenzieht als das saftarme Kern

-

22

-

E i skl ü fte oder Fros trisse sind quer durch den Kern gehende, aber nicht in der Richtung der Markstrahlen verlaufende Spaltungen. Sie werden durch starke Zusammenziehung und Reißen der Rinde bei plötzlich eintretendem starkem Frostwetter oder dadurch verursacht, daß das in wunde Stellen eingetretene Wasser gefriert und durch die bei der Volumenzunahme des in den festen zu,. stand übergehenden Wassers auftretende Kraft das Holz und die Rinde zersprengt wird. Die bereits verarbeiteten Hölzer werden oft ebenso wie die lebenden Bäume von der Fäulnis befallen und es ist auch hier die Trockenfäule und die Naßfäule zu unterscheiden. In immerwährender� Trockenheit ist die Haltbarkeit gesunden, kernigen Bauholzes fast unbegrenzt, doch werden wenig dauerhafte Hölzer schließlich auch im Trocknen stockig und brüchig und im

häufigerem Wechsel von Nässe und Trockenheit wird mit der Zeit auch das von Haus aus gesündeste Holz trockenfaul ; es läßt sich dann leicht zerbröckeln und zerreiben. Sehr häufig tritt

die Trockenfäule an eingemauerten Balken

oder Schwellenköpfen auf, sowie bei Hölzern, die

mit einem luftabschließenden Anstrich (Ölfarbe) überzogen sind, und überall dort auf, wo nicht genügend ausgetrocknetes Holz am Austrocknen durch Luftabschluß gehindert wird� Tritt an solchen Stellen, wo ungenügender Luftzufluß stattfindet, noch Feuchtigkeit hinzu, so wird das Holz rotfaul oder naßfaul (Balkenköpfe in feuchtem Mauerwerk, Fußbodenlager in nicht unter kellerten Räumen usw.). Durch die Naßfäule, welche ein schleimiges, schmieriges und übel riechendes Zersetzungsprodukt erzeugt, wird das Zerstörungswerk ungleich schneller vollend et als durch die Trockenfäule.

Als Vorbeugungsmittel gegen das Faulen des verarbeiteten Holzes dienen die Anstriche. Es können j edoch nur durchaus trockene Hölzer durch luftdichte Anstriche konserviert werden,

während nasses oder im Inneren feuchtes infolge solcher Anstriche von Trockenfäule befallen wird,

sich

zersetzen. Eines der besten fäulnishindernden Anstrichmittel für Hölzer, die der Feuchtigkeit oder abwechselnder Nässe und Trockenheit ausgesetzt sind, ist das Karbolineu m. Diese Flüssigkeit wird von den Holzporen begierig aufgesogen und ist sowohl bei grünem als lufttrockenem Holz mit Erfolg anwendbar ; bei grünem Holze ist die Anstrichmasse erwärmt, bei lufttrockenem Holze dagegen kalt aufzutragen. Sie besteht der Hauptsache nach aus Stoffen des Steinkohlenteers. In neuerer Zeit wird einem ähnlichen, unter dem Namen " Antinonin" in den Handel gebrachten Anstrichmittel eine noch bessere Wirkung als dem Karbolineum zugeschrieben.

da

die

wässerigen,

gärungsfähigen

Bestandteile

des

Holzes

nicht

verdunsten

können

und

II.

Die

Gewinnung,

Zurichtung

und

weitere

Nutzholzes.

Bearb eitung

des

Die Monate November bis Februar galten von jeher als günstigste Fällzeit des Holzes.

daß die Fällzeit auf die Dauerhaftigkeit

des Holzes weniger Einfluß hat als der Grad der Trockenheit, in dem es sich zur Zeit der Ver wendung befindet. Für das Fällen der Bäume im Winter kann bestimmend sein, daß in dieser Zeit die Arbeitskräfte leichter und gegen geringeren Tagelohn zu haben sind und daß die in feuchter Sommerzeit oft schlechten Waldwege im Winter fest und besser befahrbar sind, dann auch das Holz nicht unmittelbar nach dem Fällen entrindet zu werden braucht, weil es weniger leicht erstickt als im Sommer und nicht von Insekten angegangen wird. Ebenso können aber auch Umstände eintreten, die das Fällen der Bäume in der warmen Jahreszeit wünschenswert erscheinen lassen oder notwendig machen.� So können starke Schneefälle das Fällen der Bäume im Winter ganz unmöglich machen, ebenso anhaltende starke Kälte, weil dann die gefrorenen Stämme beim Niederstürzen

Heute sind j edoch die meisten Fachleute der Meinung,

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auf den harten Boden leicht zerschellen und Kernrisse entstehen. Auch die Verwüstungen, welche häufig durch Raupen und Käfer in den Wäldern angerichtet werden, machen oft das schleunige

Fällen der Bäume in der Sommerzeit notwendig. Das Fällen der Bäume wird in der Regel mittels einer langgestielten Axt oder mit einer großen Säge (Schrotsäge), dann auch unter Anwendung beider Werkzeuge vollzogen ; bei Bäumen, die wenig tiefgehende und wenig verzweigte Wurzeln sowie im unteren Teile ein bes