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Richard P. Feynman, Robert B. Leighton, Matthew Sands Feynman-Vorlesungen über Physik 5

Richard P. Feynman, Robert B. Leighton, Matthew Sands

Feynman-Vorlesungen über Physik 5

Quantenmechanik

New Millennium-Edition

DE GRUYTER

Autoren Richard P. Feynman Robert B. Leighton Matthew Sands

Deutsche Übersetzung:

Dr. Henner Wessel, Dr. Karen Lippert

Wissenschaftliche Beratung der Übersetzung:

Prof. Dr. Peter Beckmann, Prof. Dr. Helmut Jarosch

ISBN 978-3-11-036773-7 e-ISBN (PDF) 978-3-11-036774-4 e-ISBN (EPUB) 978-3-11-039864-9

Library of Congress Cataloging-in-Publication Data A CIP catalog record for this book has been applied for at the Library of Congress.

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© 2015 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston Coverabbildung: generalfmv/istock/thinkstock Druck und Bindung: Hubert und Co. GmbH & Co. KG, Göttingen ♾ Gedruckt auf säurefreiem Papier Printed in Germany

www.degruyter.com

Über Richard Feynman

Richard P. Feynman wurde 1918 in Brooklyn geboren und erlangte 1942 an der Princeton Uni- versity , New Jersey, USA seinen Ph.D. Trotz seiner Jugend spielte er während des Zweiten Weltkriegs eine wichtige Rolle im Manhattan-Projekt des Los Alamos Laboratory . Anschlie- ßend lehrte er an der Cornell University , Ithaca, New York sowie am Caltech , dem California Institute of Technology in Pasadena, USA. 1965 erhielt er zusammen mit Shinichir o¯ Tomonaga und Julian Schwinger den Physik-Nobelpreis für seine Arbeiten zur Quantenelektrodynamik.

Feynman erhielt den Nobelpreis für die erfolgreiche Lösung von Problemen im Zusammenhang mit der Theorie der Quantenelektrodynamik. Er entwickelte auch eine mathematische Theorie, die die Phänomene der Suprafluidität bei flüssigem Helium erklärte. Außerdem leistete er, zu- sammen mit Murray Gell-Mann, grundlegende Arbeiten zur schwachen Wechselwirkung und zum Beta-Zerfall. In späteren Jahren spielte Feynman eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Quark-Theorie, indem er ein Partonen-Modell hochenergetischer Streuprozesse vorlegte.

Zusätzlich zu diesen Leistungen führte Feynman grundlegende neue Berechnungstechniken und Darstellungsformen in die Physik ein, unter anderem die allgegenwärtigen Feynman-Diagram- me, die – vielleicht mehr als irgendein anderer Formalismus in der jüngeren Wissenschaftsge- schichte – die Art und Weise veränderten, in der elementare physikalische Prozesse beschrieben und berechnet werden.

Feynman war ein außerordentlich erfolgreicher Lehrer. Von all seinen zahlreichen Auszeich- nungen war er auf die „ Oersted Medal for Teaching “, die er 1972 erhielt, besonders stolz. Die „ Feynman-Vorlesungen über Physik “, erstmals 1963 verö entlicht, wurden von einem Re- zensenten im „ Scientific American “ wie folgt beschrieben: „Schwierig, aber nahrhaft und sehr appetitlich. Auch noch nach 25 Jahren sind sie der Leitfaden für Dozenten und besonders gu- te Physikstudenten.“ Mit dem Ziel, das physikalische Verständnis von Laien zu verbessern, schrieb Feynman die beiden Bücher „ Vom Wesen physikalischer Gesetze “ und „ QED. Die selt- same Theorie des Lichts und der Materie “. Er ist außerdem Autor vieler anspruchsvoller Ver- ö entlichungen, die zu klassischen Referenzen und Lehrbüchern für Forscher und Studenten wurden.

Richard Feynman war eine geschätzte Persönlichkeit des öentlichen Lebens. Seine Arbeit in der Untersuchungskommission zur Challenger-Katastrophe ist weithin bekannt, insbesondere seine berühmte Demonstration der Anfälligkeit der O-Ringe für Kälte – ein elegantes Expe- riment, das nichts weiter als ein Glas Eiswasser erfordert. Weit weniger bekannt sind seine Verdienste im „ California State Curriculum Committee“, in dem er in den 1960ern gegen die Mittelmäßigkeit von Lehrbüchern polemisierte.

Die bloße Aufzählung der unzähligen wissenschaftlichen und pädagogischen Leistungen Ri- chard Feynmans kann das Wesen dieses Mannes nicht angemessen beleuchten. Wie jeder Le- ser – selbst eines seiner Fachartikel – bemerkt, strahlt Feynmans heitere und vielseitige Per- sönlichkeit durch sein gesamtes Werk hindurch. Neben seiner Profession als Physiker betätigte

VI

Über Richard Feynman

sich Feynman im Laufe seines Lebens als Panzerschrankknacker, Künstler, Tänzer und Bongo- Spieler, verdiente Geld mit dem Reparieren von Radios und wirkte sogar an der Entzi erung der Maya-Schrift mit. Immer neugierig auf die Welt, war er ein mustergültiger Empiriker.

Richard Feynman starb am 15. Februar 1988 in Los Angeles.

Vorwort zur New Millennium Edition 1

Mehr als 50 Jahre sind vergangen, seit Richard Feynman seine einführenden Physikvorlesungen hielt, aus denen die drei 2 Bände der „ Feynman-Vorlesungen über Physik “ entstanden sind. In diesen 50 Jahren hat sich unser physikalisches Verständnis grundlegend gewandelt, aber die „ Feynman-Vorlesungen über Physik “ haben weiterhin Bestand. Sie sind heute noch genauso wertvoll wie damals, als sie erstmals verö entlicht wurden – dank Feynmans einzigartigen Einsichten in die Physik und seines außergewöhnlichen pädagogischen Talents. Die Feynman- Vorlesungen wurden weltweit studiert, von Anfängern ebenso wie von ausgebildeten Physikern; allein in englischer Sprache wurden über anderthalb Millionen Exemplare verkauft, außerdem wurde das Werk in mindestens ein Dutzend Sprachen übersetzt. Vermutlich hat kein anderes mehrbändiges Physikbuch so lange so großen Einfluss ausgeübt.

Mit der vorliegenden New Millennium Edition beginnt ein neues Zeitalter für die Feynman- Vorlesungen über Physik : das 21. Jahrhundert und damit das Zeitalter des elektronischen Publi- zierens. Das Manuskript wurde mit dem Satzsystem L A T E X gesetzt, und sämtliche Abbildungen wurden mit moderner Software neu gezeichnet. 3

Für die Printversion dieser Ed ition sind die Konsequenzen nicht besonders aufsehenerregend:

Sie sieht fast genau so aus wie das Original, jene roten Bücher, die Physikstudenten seit Jahr- zehnten kennen und lieben. Die beiden Hauptunterschiede sind zum einen der deutlich erwei- terte und verbesserte Index und zum anderen die Korrektur von 885 Errata 4 , die von Lesern in den fünf Jahren seit dem Erstdruck der vorherigen Ausgabe gefunden wurden. Auch wird es nun leichter möglich sein, Errata zu korrigieren, die von künftigen Lesern gefunden werden. Darauf werde ich später noch zurückkommen.

Die E-Book-Version 5 dieser Ausgabe sowie die Enhanced Electronic Version sind echte Inno- vationen. Im Gegensatz zu den meisten früheren E-Book-Versionen von Fachbüchern, in denen die Formeln und Abbildungen – und manchmal sogar der Text – verpixelt aussahen, wenn man versuchte, sie zu vergrößern, können alle Inhalte des E-Books der New Millennium Edition (au- ßer den Fotos) dank der zugrunde liegenden L A T E X-Kodierung ohne Qualitätsverluste beliebig vergrößert werden. Und die Enhanced Electronic Version mit ihren Audios und Tafelbildern aus Feynmans Originalvorlesungen sowie den Links zu weiteren Ressourcen ist eine Innovati- on, die Feynman sicher großes Vergnügen bereitet hätte.

1 Anmerkung des Verlags: Das Vorwort bezieht sich auf die amerikanische Originalauflage. Auf Abweichungen und Besonderheiten der deutschen Ausgabe wir in den folgenden Fußnoten hingewiesen.

2 Die deutsche Übersetzung erscheint in fünf Bänden, da die ersten beiden Bände aufgrund ihres hohen Seitenum- fangs geteilt wurden.

3 Bereits die deutschen Vorauflagen wurden mit L A T E X gesetzt und mit neu gezeichneten Abbildungen versehen.

4 Der Großteil der Errata war für die Übersetzung irrelevant, da es sich um (englische) typografische Fehler han- delte oder falsche Querverweise/ fehlende Klammern etc. betraf, die in den meisten Fällen erkannt und korrigiert wurden. Alle auf www.feynmanlectures.info gelisteten Errata wurden berücksichtigt.

5 Im Deutschen erscheint erstmalig die E-Book Version der „New Millennium Edition“.

VIII

Vorwort zur New Millennium Edition

Erinnerungen an die Feynman-Vorlesungen

Diese drei Bände bilden eine in sich geschlossene pädagogische Abhandlung. Sie sind auch eine Zusammenstellung der einführenden Physikvorlesungen, die Feynman in den Jahren 1961 bis 1964 gehalten hat und die für alle Studienanfänger und Studenten des zweiten Studienjahres am Caltech unabhängig von ihren Hauptfächern obligatorisch waren.

So wie ich fragen sich vielleicht die Leser, wie Feynmans Vorlesungen die Studierenden beein- flusst haben. Feynman selbst gibt in seinem Vorwort zu diesen drei Bänden eine eher pessimis- tische Einschätzung. „Ich glaube nicht, dass ich mit den Studenten sehr gut zurecht gekommen bin“, schreibt er. Matthew Sands dagegen äußerte sich im Vorwort zu Feynmans Tipps zur Phy- sik sehr viel zuversichtlicher. Aus Neugier kontaktierte ich im Frühjahr 2005 eine quasi-zufäl- lig ausgewählte Gruppe von 17 Studenten (von insgesamt ungefähr 150) aus dem 1961–63er Kurs – einige von ihnen hatten damals große Schwierigkeiten mit dem Kurs, andere hatten ihn mit Leichtigkeit bewältigt; ihre Hauptfächer waren Biologie, Chemie, Ingenieurwissenschaften, Geologie, Mathematik, Astronomie und natürlich auch Physik.

Die Zeit mag ihre Erinnerung ein wenig verklä rt haben, doch ungefähr 80% der Befragten ga- ben an, dass Feynmans Kurs ein Höhepunkt ihrer College-Zeit war. „Es war, als ginge man in die Kirche.“ Die Vorlesungen waren „eine grundlegende Erfahrung“, „die Erfahrung meines Lebens, wahrscheinlich das Wichtigste, das ich vom Caltech mitgenommen habe“. „Eigentlich war ich Biologie-Student, aber als Höhepunkt meiner Bachelor-Zeit stachen die Feynman-Vor-

lesungen hervor

erledigen konnte und es mir schwer fiel, sie überhaupt zu bewältigen.“ „Ich gehörte zu den am

wenigsten aussichtsreichen Studenten im Kurs und ich habe trotzdem nie eine Vorlesung ver-

säumt

Seine Vorlesungen hatten eine emotionale Wucht, die vermutlich in den gedruckten Vorlesun- gen nicht mehr zu spüren ist.“

Einige Studenten haben jedoch auch negative Erinnerungen, und dafür wurden vor allem die beiden folgenden Gründe genannt. Erstens: „In der Vorlesung konnte man nicht lernen, wie man selbst Aufgaben löst. Feynman war zu geschickt – er kannte alle möglichen Tricks, er wusste, welche Näherungen man machen konnte, und er verfügte aufgrund seiner Erfahrung und seiner Genialität über eine Intuition, die ein Studien anfänger einfach nicht haben konnte.“ Feynman und seine Kollegen waren sich dieser Schwachstelle in ihrem Kurs bewusst und versuchten, durch eine Reihe von Exkursen Abhilfe zu scha en, die später als Ergänzungsband mit dem Titel Feynman’s Tips on Physics 6 verö entlicht wurden. Der Band enthält drei Vorlesungen von Feynman über das Lösen von Problemen sowie eine Sammlung von Übungsaufgaben und Lösungen, die von Robert B. Leighton und Roc hus Vogt zusammengestellt wurde. Der zweite Kritikpunkt war folgender: „Frustrierend war, dass man nie wusste, was in der nächsten Vorle- sung besprochen wird, und die daraus resultierende Unsicherheit, das Fehlen eines Lehrbuchs oder einer Referenz, um eine Verbindung zu dem herzustellen, was wir in der Vorlesung ge-

hört

Ich fand die Vorlesungen spannend, und im Vorlesungssaal schien auch alles

obwohl ich zugeben muss, dass ich die Hausaufgaben selten rechtzeitig

Ich erinnere mich und spüre immer noch Feynmans Freude an der Entdeckung

verständlich, aber wenn ich später draußen versuchte, die Details zu rekonstruieren, war es als ob ich Sanskrit gehört hätte.“ Nun, dieses Problem wurde natürlich durch die drei gedruckten Bände der Feynman-Vorlesungen gelöst. Sie wurden das maßgebliche Lehrbuch, aus dem die Caltech-Studenten noch viele Jahre später lernten, und sie sind noch heute lebendig als einer der wichtigsten Teile von Feynmans Erbe.

6 Deutscher Titel: Tipps zur Physik.

Vorwort zur New Millennium Edition

IX

Zur Geschichte der Errata

Die Feynman-Vorlesungen über Physik wurden von Feynman und seinen Koautoren, Robert B. Leighton und Matthew Sands, in sehr kurzer Zeit verfasst. Sie arbeiteten auf der Basis von Ton- bandaufzeichnungen und Fotos der Tafelbilder, die in Feynmans Vorlesungen gemacht wurden 7 (beides wurde in die Enhanced Electronic Version der New Millennium Edition aufgenommen). In Anbetracht des Zeitdrucks, unter dem Feynman, Leighton und Sands standen, war es unver- meidlich, dass sich in die erste Ausgabe viele Fehler eingeschlichen haben. Feynman führte in den Jahren nach der Verö entlichung lange Listen von mutmaßlichen Errata – Errata, die von Studenten und Fakultatätsangehörigen gefunden wurden, aber auch von Lesern auf der ganzen Welt. In den 1960er- und den frühen 70er-Jahren nahm sich Feynman trotz seines aufregenden Lebens die Zeit, die meisten, wenn auch nicht alle, vermeintlichen Fehler in den Bänden I und II zu prüfen. In den Nachdrucken wurden entsprechende Korrekturen vorgenommen. Allerdings erreichte Feynmans Pflichtgefühl im Vergleich zu seiner Begeisterung für die Entdeckung neuer Dinge nie eine Dimension, die ihn dazu gebracht hätte, sich auch mit den Errata von Band III zu beschäftigen. 8 Nach seinem viel zu frühen Tod im Jahr 1988 wurden die Listen der ungeprüften Errata in den Archiven des Caltech deponiert, wo sie in Vergessenheit gerieten.

2002 informierte mich Ralph Leighton (der Sohn Robert Leightons und ein Landsmann Feyn- mans) über die alten Errata und eine neue lange Li ste, zusammengestellt von Ralphs Freund Mi- chael Gottlieb. Leighton schlug dem Caltech vor, eine neue Ausgabe der Feynman-Vorlesungen in Angri zu nehmen, in der sämtliche Errata korrigiert sind, und diese zusammen mit einem Ergänzungsband, den Tipps zur Physik , zu verö entlichen, die er selbst zusammen mit Gottlieb vorbereiten wollte.

Feynman war mein Held und ein enger persönlicher Freund. Als ich die Listen der Errata und den Sto des vorgeschlagenen Ergänzungsbandes sah, erklärte ich mich sofort bereit, das Pro- jekt im Auftrag des Caltech zu betreuen (dem langjährigen akademischen Zuhause Feynmans, an das er und seine Koautoren Leighton und Sands alle Rechte an den Feynman-Vorlesungen übertragen hatten). Nach einem Jahr der sorgfältigen Überarbeitung durch Gottlieb und genauer Prüfung der Errata sowie des Ergänzungsbandes durch Michael Hartl (einem herausragenden Postdoc am Caltech) waren 2005 die Definitive Edition der Feynman-Vorlesungen über Physik und der Ergänzungsband mit Feynmans Tipps zur Physik fertig.

Jedenfalls dachte ich, dass diese Ausgabe „definitiv“ – im Sinne von abschließend – sein würde. Womit ich nicht gerechnet hatte, war die enthusiastische Reaktion der Leser in aller Welt auf einen Aufruf von Gottlieb, weitere Errata zu identifizieren und sie über die Website www.feynmanlectures.info zu melden, die er zu diesem Zweck eingerichtet hatte und die noch immer existiert. In den fünf Jahren, die seitdem vergangen sind, wurden 965 neue Errata gemeldet, die der sorgfältigen Überprüfung durch Gottlieb, Hartl und Nate Bode (ein heraus- ragender Physikstudent am Caltech und Hartls Nachfolger bei der Überprüfung der Errata) standgehalten haben. Von diesen 965 geprüften Errata wurden 80 bereits im vierten Nachdruck der Definitive Edition (August 2006) korrigiert. Die übrigen 885 wurden im Erstdruck der New Millennium Edition korrigiert (332 in Band I, 263 in Band II und 200 in Band III). Die Einzel- heiten zu den Errata sind auf der Website www.feynmanlectures.info dokumentiert.

7 Zur Entstehung der Feynman Lectures on Physics siehe „Feynmans Vorwort“ sowie die Vorworte von Robert B. Leighton und Matthew Sands in den einzelnen Bänden.

8 1975 begann er mit der Überprüfung der Errata von Band III, wurde aber durch andere Aufgaben aufgehalten und konnte diese Arbeit nicht beenden. Deshalb wurden in Band III keine Korrekturen vorgenommen.

X

Vorwort zur New Millennium Edition

O ensichtlich ist es zu einem weltweiten Community-Projekt geworden, die Feynman Lectures fehlerfrei zu machen. Im Namen des Caltech danke ich den 50 Lesern, die seit 2005 Beiträ- ge geliefert haben, und den vielen weiteren, die in den kommenden Jahren zur Verbesserung beitragen werden. Die Namen aller bekannten Einsender sind unter www.feynmanlectures. info/flp_errata.html angegeben.

Die Errata lassen sich im Wesentlichen drei Typen zuordnen: (i) typografisc he Fehler im Text; (ii) typografische und mathematische Fehler in Formeln, Tabellen und Abbildungen – falsche Vorzeichen, falsche Ziern (z. B. eine „5“, die eigentlich eine „4“ sein sollte), fehlende Indizes oder Exponenten, fehlende Klammern oder Gleichungsterme usw.; (iii) falsche Querverweise auf Kapitel, Tabellen und Abbildungen. Solche Fehler können, auch wenn sie für erfahrene Physiker nicht sonderlich gravierend sind, für Studierende frustrierend und verwirrend sein, und gerade diese sind ja die Leserschaft, die Feynman erreichen wollte.

Es ist bemerkenswert, dass unter den 1165 Errata, die unter meiner Obhut korrigiert wurden, nur sehr wenige sind, die ich als echte physikalische Fehler bezeichnen würde. Ein Beispiel hierfür befand sich in Band II 9 . Auf Seite 89 heißt es nun „keine statische Ladungsverteilung im Inneren eines geschlossenen geerdeten Leiters [kann] Felder außerhalb erzeugen“ (das Wort „ geerdet “ fehlte in früheren Auflagen). Auf diesen Fehler wurde Feynman von etlichen Lesern hingewiesen, unter anderem von Beulah Elizabeth Cox, einer Studentin des College of William and Mary , die sich in einer Prüfung auf Feynmans fehlerhafte Passage verlassen hatte. An Beu- lah Cox schrieb Feynman 1975: 10 „Ihr Dozent hatte recht, Ihnen keine Punkte zu geben, da Ihre Antwort falsch ist, wie er mithilfe des gaußschen Gesetzes zeigte. Sie sollten in der Wis- senschaft der Logik und sorgfältig dargelegten Argumenten folgen, und nicht Autoritäten. Auch sollten Sie das Buch genau lesen und es verstehen. Ich habe einen Fehler gemacht, also steht im Buch etwas Falsches. Wahrscheinlich habe ich an eine geerdete leitende Kugel gedacht oder an die Tatsache, dass die sich an verschiedenen Orten im Inneren bewegenden Ladungen nicht die Dinge draußen beeinflussen. Ich bin mir nicht sicher warum, aber ich habe es vermasselt. Und Sie haben es auch vermasselt, weil Sie mir geglaubt haben.“

Wie es zur vorliegenden New Millennium Edition kam

Zwischen November 2005 und Juli 2006 wurden über www.feynmanlectures.info 340 Er- rata gemeldet. Bemerkenswert war, dass der größte Teil dieser Einsendungen von ein und der- selben Person stammten: Dr. Rudolf Pfei er, damals Postdoc an der Universität Wien. Der Verlag, Addison Wesley, brachte 80 Errata in Ordnung, scheute aber wegen der Kosten davor zurück, noch mehr zu korrigier en, denn die Bücher wurden im O set-Verfahren gedruckt, wo- bei die Druckplatten aus den 1960er-Jahren verwendet wurden. Einen Fehler zu korrigieren bedeutete daher, jeweils die ganze Seite neu zu setzen – und um sicherzustellen, dass sich keine neuen Fehler einschleichen, wurde die betre ende Seite von zwei verschiedenen Personen, also doppelt, gesetzt. Die Ergebnisse mussten dann verglichen und wiederum von mehreren Perso- nen Korrektur gelesen werden. Das Ganze wird eine sehr kostenintensive Angelegenheit, wenn es um Hunderte von Errata geht.

9 Band III der deutschen Ausgabe.

10 Michelle Feynman (Ed.): Perfectly Reasonable Deviations from the Beaten Track, The Letters of Richard P. Feyn- man, Basic Books, New York 2005, S. 288f.

Vorwort zur New Millennium Edition

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Gottlieb, Pfeier und Ralph Leighton waren sehr unglücklich mit dieser Situation, und deshalb formulierten sie einen Plan, der darauf abzielte, alle Errata zu korrigieren und gleichzeitig ein E-Book und die Enhanced Electronic Version der Feynman Lectures herzustellen. Diesen Plan trugen sie im Jahr 2007 an mich als Vertreter des Caltech heran. Ich war vorsichtig begeistert. Nachdem ich die Details gesehen hatte, darunter ein Probekapitel der Enhanced Electronic Version , empfahl ich dem Caltech, Gottlieb, Pfeier und Leighton bei der Ausführung ihres Plans zu unterstützen. Der Plan wurde von drei aufeinanderfolgenden Leitern der Abteilung für Physik, Mathematik und Astronomie – Tom Tombrello, Andrew Lange und Tom Soifer – genehmigt. Die komplizierten vertragsrechtlichen Details wurden von Adam Cochran, dem Berater des Caltech in Fragen des Urheb errechts, ausgearbeitet. Mit der Verö entlichung der vorliegenden New Millennium Edition wurde der Plan trotz seiner Komplexität erfolgreich in die Tat umgesetzt.

Pfeier und Gottlieb haben alle drei Bände in L A T E X konvertiert, ebenso mehr als 1000 Übungs- aufgaben aus Feynmans Kurs, die in den Ergänzungsband Feynman’s Tips on Physics einge- flossen sind. Die Abbildungen waren zuvor für die deutsche Ausgabe unter Anleitung des deut- schen Bearbeiters, Henning Heinze, in Indien in einem modernen elektronischen Format neu gezeichnet worden. Gottlieb und Pfeier haben diese neuen Bilder im Austausch gegen ihre neu gesetzten L A T E X-Formeln erhalten. Sie haben den L A T E X-Text, die Formeln und die Abbil- dungen sorgfältig geprüft und dort, wo es notwendig schien, Korrekturen vorgenommen. Nate Bode und ich haben den Text, die Formeln und die Abbildungen im Auftrag des Caltech stich- probenartig geprüft und erfreulicherweise keine Fehler gefunden. Pfei er und Gottlieb sind o enbar unglaublich sorgfältig und genau. Außerdem organisierten sie die Digitalisierung der Fotos von Feynmans Tafelbildern (dies besorgte John Sullivan von der Huntington Library) und der Tonbandaufnahmen (Tonstudio George Blood) – mit finanzieller Unterstützung und Ermutigung durch Professor Carver Mead vom Caltech, logistischer Unterstützung durch die Caltech-Archivarin Shelley Erwin und Unterstützung in Rechtsfragen durch Adam Cochran.

Die zu klärenden Rechtsfragen waren nicht unerheblich: In den 1960er-Jahren hatte das Cal- tech das Verö entlichungsrecht für die Printausgabe an Addison Wesley übertragen, in den 1990er-Jahren wurden auch die Rechte zur Verö entlichung der Audios sowie einer Variante einer elektronischen Ausgabe erteilt. In den 2000er-Jahren waren in der Folge mehrerer Über- nahmen die Printrechte an die Mediengruppe Pearson übergegangen, während die Rechte an der Audioversion und der elektronischen Version mittlerweile bei der Verlagsgruppe Perseus lagen. Cochran gelang es zusammen mit Ike Williams, einem auf Verlagsrecht spezialisierten Anwalt, alle Einzelrechte bei Perseus (Basic Books) zu vereinigen, wodurch die vorliegende New Millennium Edition möglich wurde.

Danksagungen

Im Namen des Caltech danke ich den vielen Menschen, die die New Millennium Edition mög- lich gemacht haben. Besonders habe ich den Personen zu danken, deren Mitwirkung bereits er- wähnt wurde: Ralph Leighton, Tom Tombrello, Michael Hartl, Rudolf Pfei er, Henning Hein- ze, Adam Cochran, Carl Mead, Nate Bode, Shelley Erwin, Andrew Lange, Tom Soifer, Ike Williams und den 50 Personen, die Errata gemeldet haben (sie sind namentlich genannt un- ter www.feynmanlectures.info/flp_errata.html ). Und ich danke außerdem Michelle Feynman (der Tochter Richard Feynmans) für ihre fortwährende Unterstützung und Beratung,

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Vorwort zur New Millennium Edition

Alan Rice für sein hilfreiches Wirken hinter den Kulissen und Auskünfte am Caltech, Stephan Puchegger und Calvin Jackson für die Hilfestellung, die sie Pfeier bei der Konvertierung der Manuskripe in L A T E X gaben, Michael Figl, Manfred Smolik und Andreas Stangl für die Diskus- sionen über die Korrektur von Errata sowie den Mitarbeitern von Perseus/ Basic Books und (für frühere Ausgaben) den Mitarbeitern von Addison Wesley.

Kip S. Thorne Inhaber der Feynman-Professur für Theoretische Physik California Institute of Technology

Oktober 2010

Feynmans Vorwort Dies sind die Vorlesungen über Physik, die ich im letzten und vorletzten Jahr

Feynmans Vorwort

Dies sind die Vorlesungen über Physik, die ich im letzten und vorletzten Jahr für Anfänger und Fortgeschrittene am Caltech gehalten habe. Die Vorlesungen werden natürlich nicht wortwört- lich wiedergegeben – sie sind mehr oder weniger umfassend redigiert worden. Die Vorlesungen bilden nur einen Teil des vollständigen Kurses. Die Gruppe von 180 Studenten versammelte sich zweimal wöchentlich in einem großen Hörsaal, um diese Vorlesungen zu hören. Dann teil- te sie sich auf in kleine Übungsgruppen von 15 bis 20 Studenten unter der Leitung jeweils eines Assistenten. Zusätzlich wurde einmal in der Woche ein Praktikum durchgeführt.

Das Ziel, das wir mit diesen Vorlesungen verfolgten, war es, das Interesse der begeisterten und gescheiten Studenten aufrechtzuerhalten, die von den höheren Schulen ans Caltech kamen. Sie hatten viel davon gehört, wie aufregend und interessant die Physik ist – die Relativitäts- theorie, die Quantenmechanik und andere moderne Ideen. Am Ende unseres vorhergehenden zweijährigen Kurses waren viele doch sehr entmutigt, weil ihnen nur sehr wenige große, neue und moderne Ideen geboten wurden. Man hatte sie schiefe Ebenen, Elektroakustik usw. studie- ren lassen, und im Laufe von zwei Jahren wurde das recht langweilig. Die Frage war, ob wir einen Kurs durchführen könnten, der den fortgesch ritteneren und begeisterten Studenten ihren Enthusiasmus erhielte.

Diese Vorlesungen sind nicht nur als eine Übersicht gedacht, sondern sind sehr ernst gemeint. Ich gedachte, sie an die Intelligentesten der G ruppe zu richten, und wollte, wenn möglich, errei-

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Feynmans Vorwort

chen, dass auch der intelligenteste Student nicht alles Dargebotene vollständig erfassen kann. Deshalb wies ich auch auf Anwendungen der Ideen und Konzepte in verschiedenen Bereichen außerhalb der Hauptstoßrichtung hin. Aus diesem Grund habe ich mich auch sehr bemüht, alle Konzepte so genau wie möglich zu erklären und in jedem Fall aufzuzeigen, wie sich die Glei- chungen und Ideen in den Aufbau der Physik einordnen und wie sich die Dinge beim weiteren Hinzulernen ändern würden. Ich dachte auch, dass es für solche Studenten wichtig sei, gezeigt zu bekommen, was sie sich aus dem bereits Gelernten herleiten können, wenn sie klug genug sind, und was als etwas Neues eingeführt wird. Wenn neue Gedanken aufkamen, wollte ich entweder versuchen, sie nach Möglichkeit herzuleiten oder klarzumachen, dass es eine neue Idee war, die nicht auf schon gelernten Dingen b asierte, die nicht beweisbar sein sollte, sondern einfach hinzugefügt wurde.

Zu Beginn dieser Vorlesungen habe ich vorausgesetzt, dass die Studenten nach dem Verlassen der Schule Gebiete wie die geometrische Optik, einfache chemische Begri e usw. kannten. Ich sah auch nicht ein, dass die Vorlesungen unbedingt in einer bestimmten Reihenfolge gehalten werden mussten und dass ich etwas so lange nicht erwähnen durfte, bis es im Einzelnen be- handelt wurde. Vielfach wurden Dinge ohne umfassende Diskussion erwähnt. Die umfassende Diskussion würde später, nach eingehenderer Vor bereitung, kommen. Beispiele dafür sind die Induktivität und die Energieniveaus, die anfa ngs nur in einer eher qualitativen Art erwähnt und erst später ausführlicher entwickelt wurden.

Gleichzeitig mit dem aktiveren Studenten wollte ich auch denjenigen ansprechen, der das Ex- trafeuerwerk und die Nebenanwendungen nur beunruhigend findet und von dem man nicht erwarten kann, dass er den größten Teil des Vorlesungssto es überhaupt begreift. Für diesen Studenten wollte ich zumindest ein Kernstück des Stoes herausarbeiten, das er erfassen konn- te . Selbst wenn er eine Vorlesung nicht völlig verstand, ho te ich doch, er würde nicht ner- vös werden. Ich erwartete gar nicht, dass er alle s verstand, aber doch wenigstens, dass er die Hauptlinien nachvollziehen konnte. Natürlich bra ucht er eine gewisse Intelligenz, um zu unter- scheiden, welches die zentralen Sätze und Grundgedanken und welches die weiterentwickelten Nebenergebnisse und Anwendungen sind, die er e rst in späteren Jahren verstehen kann.

Bei diesen Vorlesungen trat eine ernsthafte Schwierigkeit auf: Bei der Art, wie der Kurs abge- halten wurde, gab es keinen Kontakt zwischen Studenten und Dozenten, d er angezeigt hätte, wie gut die Vorlesungen angenommen wurden. Das ist in der Tat eine sehr ernsthafte Schwierigkeit, und ich weiß nicht, wie gut die Vorlesungen wirklich sind. Das Ganze war im Wesentlichen ein Experiment. Und wenn ich es noch einmal machen würde, dann nicht auf die gleiche Art – ich ho e, ich muss es nicht noch einmal machen! Dennoch glaube ich, dass sich die Dinge – soweit es die Physik anbelangt – im ersten Jahr ganz zufriedenstellend entwickelt haben.

Im zweiten Jahr war ich nicht so zufrieden. Im ersten Teil der Vorlesungsreihe, die sich mit

Elektrizität und Magnetismus befasste, fiel mir keine wirklich überragende oder andersartige Methode ein, jedenfalls keine, die erheblich fesselnder wäre als die übliche Darstellungsweise. Daher glaube ich nicht, dass ich in den Vorlesungen über Elektrizität und Magnetismus viel erreicht habe. Ursprünglich hatte ich vorgeha bt, am Ende des zweiten Jahres nach Elektrizität und Magnetismus mit einigen Vorlesungen über die Eigenschaften der Materie fortzufahren, aber hauptsächlich wollte ich Themen wie Grundschwingungen, Lösungen der Di usionsglei-

chung, Schwingungssysteme, Orthogonalfunktionen

aufgreifen, um die ersten Stufen der

so genannten „mathematischen Methoden der Physik“ zu entwickeln. Rückblickend denke ich, dass ich auf diese ursprüngliche Idee zurückgreifen würde, wenn ich die Vorlesungen noch ein-

Feynmans Vorwort

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mal halten würde. Aber da eine Wiederholung der Vorlesungen nicht vorgesehen war, hielt man es für eine gute Idee zu versuchen, eine Einführung in die Quantenmechanik zu geben – Sie finden sie in Band III.

Es ist ganz klar, dass Studenten, die Physik als Hauptfach gewählt haben, mit der Quantenme- chanik bis zum dritten Jahr warten können. Andererseits wurde der Einwand erhoben, dass viele unserer Hörer Physik nur als Nebenfach bzw. Hintergrund zu ihrem Hauptinteresse auf anderen Gebieten studieren. Und die übliche Art, die Quantenmechanik zu behandeln, macht sie für die meisten Studenten nahezu unzugänglich, weil sie dafür zu viel Zeit brauchen. In ihren tatsäch- lichen Anwendungen jedoch – besonders den komplexeren wie in der Elektrotechnik und in der Chemie – ist der ganze Apparat der Di erentialgleichungen gar nicht unbedingt erforderlich. Deshalb habe ich versucht, die Grundlagen der Quantenmechanik auf eine Weise zu beschrei- ben, die ohne die Kenntnis der Mathematik der partiellen Dierentialgleichungen auskommt. Selbst für einen Physiker ist es, glaube ich, aus mehreren Gründen, die sich aus den Vorle- sungen ergeben, ein interessanter Versuch, Quantenmechanik einmal auf diesem umgekehrten Wege darzustellen. Ich glaube jedoch, dass dieses Experiment mit der Quantenmechanik nicht ganz erfolgreich war – vor allem, weil ich am Schluss nicht genügend Zeit hatte. (Ich hätte z. B. drei oder vier Vorlesungen mehr benötigt, um Themen wie Energiebänder und die räumliche Abhängigkeit der Amplituden gründlicher zu behandeln.) Auch hatte ich dieses Thema so noch nie dargestellt, so dass der fehlende Kontakt mit den Studenten besonders problematisch war. Heute glaube ich, dass die Quantenmechanik zu einem späteren Zeitpunkt gelehrt werden soll- te. Vielleicht habe ich eines Tages die Möglichkeit, es noch einmal zu versuchen. Dann werde ich es richtig machen.

Vorlesungen über das Lösen von Aufgaben fehlen, weil es ja die Übungsgruppen gab. Obwohl ich im ersten Jahr drei Vorlesungen zu Übungsaufgaben und deren Lösungen hielt, sind sie in diesen Bänden nicht enthalten. Es gab auch e ine Vorlesung über Trägheitsnavigation, die sich eigentlich an die Vorlesung über rotierende Systeme anschließen müsste, die aber leider weggelassen wurde. Die fünfte und die sechste Vorlesung sind in Wirklichkeit Matthew Sands zuzuschreiben, da ich verreist war.

Es bleibt natürlich die Frage, wie gut dieses Experiment geglückt ist. Meine eigene Mein- ung – die allerdings von den meisten Leuten, die mit den Studenten arbeiten, anscheinend nicht geteilt wird – ist eher pessimistisch. Ich glaube nicht, dass ich mit den Studenten sehr gut zurechtgekommen bin. Wenn ich mir anschaue, wie die Mehrzahl der Studenten die Prüfungs- aufgaben behandelt hat, glaube ich, dass das Experiment fehlgeschlagen ist. Zwar höre ich von befreundeten Kollegen, dass ein oder zwei Dutze nd Studenten überraschenderweise in sämtli- chen Vorlesungen fast alles verstanden haben, dass sie sehr gut mit dem Sto umgehen konnten und sich über viele Fragen eifrig und interessiert Gedanken machten. Ich glaube, dass diese Leute jetzt ein erstklassiges Fundament in Physik haben – und sie waren es ja schließlich, die ich ansprechen wollte. Aber: „Die Kraft der Lehre ist selten von großer Wirksamkeit, außer unter jenen glücklichen Umständen, wo sie eigentlich überflüssig ist“ (Gibbon).

Ich wollte jedoch keinen Studenten vollständig auf der Strecke lassen, wie ich es vielleicht getan habe. Ich glaube, es wäre eine Möglichkeit, den Studenten besser zu helfen, wenn wir uns intensiver damit beschäftigen würden, eine Aufgabenserie zu entwickeln, die einige Themen der Vorlesungen deutlich machen würde. Aufg aben bieten eine gute Gelegenheit, den Sto der Vorlesungen abzurunden und die Konzepte, die vorgetragen wurden, realistischer, vollständiger und einprägsamer darzulegen.

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Feynmans Vorwort

Ich glaube jedoch, dass die einzige Lösung für dieses Bildungsproblem die Erkenntnis ist, dass der beste Lehrerfolg dann erzielt wird, wenn eine direkte, persönliche Beziehung zwischen dem Studenten und einem guten Lehrer besteht – ein Zustand, bei dem der Student die Konzep- te diskutiert, über die Dinge nachdenkt und darüber spricht. Es ist unmöglich, viel zu lernen, wenn man nur in einer Vorlesung sitzt oder selbst dann, wenn man nur die gestellten Aufgaben löst. Aber in unserer modernen Zeit haben wir so viele Studenten zu unterrichten, dass wir ver- suchen müssen, einen Ersatz für dieses Ideal zu finden. Vielleicht können meine Vorlesungen etwas dazu beitragen. Vielleicht können an einer kleinen Ausbildungsstätte, wo Lehrer und Stu- denten noch in persönlichem Kontakt stehen, diese aus meinen Vorlesungen Anregungen und Ideen beziehen. Vielleicht haben sie Spaß daran, sie zu durchdenken oder einige der Gedanken weiterzuentwickeln.

Richard P. Feynman

Juni 1963

Vorwort

Ein großer Triumph der Physik des 20. Jahrhunderts, die Theorie der Quantenmechanik, ist nun beinahe 40 Jahre alt, jedoch haben wir für unsere Studenten im Allgemeinen die Einführungs- vorlesungen in Physik (für viele Studenten die letzten) mit kaum mehr als einer gelegentlichen Erwähnung dieses zentralen Teiles unserer Kenntnis der physikalischen Welt gehalten. Wir soll- ten es besser mit ihnen meinen. Diese Vorlesungen sind ein Versuch, ihnen die wesentlichen Grundgedanken der Quantenmechanik auf eine ho entlich verständliche Art vorzustellen. Die Methode hier ist neuartig, besonders auf dem Niveau eines Kurses für Studenten des zweiten Jahres, und war vor allem als Experiment geda cht. Nachdem ich nun aber gesehen habe, wie mühelos manche Studenten sich ihr widmeten, glaube ich, dass das Experiment ein Erfolg war. Natürlich sind Verbesserungen möglich, und diese werden mit mehr Erfahrung im Unterricht kommen. Was Sie hier vorfinden, ist eine Wiedergabe dieses ersten Experiments.

Im Laufe der zwei Jahre, von September 1961 bis Mai 1963, als die Feynman-Vorlesungen als Einführungskursus in Physik am Caltech gehalten wurden, brachte man die Begri e der Quan- tenmechanik, wann immer sie für ein Verständnis der beschriebenen Phänomene notwendig waren. Zusätzlich wurden die letzten zwölf Vorlesungen des zweiten Jahres einer zusammen- hängenderen Einführung in einige Begrie der Quantenmechanik gewidmet. Gegen Ende der Vorlesungen wurde jedoch klar, dass nicht mehr genügend Zeit für die Quantenmechanik übrig war. Als der Sto vorbereitet wurde, entdeckten wir laufend, dass andere wichtige und inter- essante Themen mit den elementaren Mitteln, die entwickelt waren, behandelt werden konn- ten. Wir fürchteten auch, dass die zu kurze Behandlung der Schrödingerschen Wellenfunktion, welche in der 12. Vorlesung vorkam, kein ausreichender Übergang zu den üblichen Abhand- lungen vieler Bücher sein würde, die die Studenten vielleicht zu lesen ho ten. Es wurde daher beschlossen, die Reihe um sieben zusätzliche Vorlesungen zu erweitern; sie wurden für die Stu- denten im 3. Jahr im Mai 1964 gehalten. Diese Vorlesungen erweiterten den Sto , der in den früheren Vorlesungen entwickelt worden war, und rundeten ihn ab.

In diesem Band haben wir die Vorlesungen beider Jahre mit einigen Änderungen der Reihenfol- ge zusammengestellt. Zusätzlich wurden zwei Vorlesungen, die ursprüng lich für die Studenten im 1. Jahr als Einführung in die Quantenmechanik gehalten wurden, vollständig aus Band I (wo sie Kapitel 37 und 38 waren) übernommen und hier als Kapitel 1 und 2 eingesetzt, um die- sen Band zu einer abgeschlossenen Einheit und verhältnismäßig unabhängig zu machen. Einige Gedanken über die Quantisierung des Drehimpulses (einschließlich einer Diskussion des Stern- Gerlach-Versuchs) waren in Kapitel 34 und 35 von Band II eingeführt worden und werden als bekannt vorausgesetzt.

Diese Vorlesungsreihe versucht von Anfang an, die grundlegenden und allgemeinen Züge der Quantenmechanik herauszustellen. Die ersten Vorlesungen nehmen den Begri der Wahr- scheinlichkeitsamplitude, die Interferenz von Amplituden, den abstrakten Begrieines Zu- standes und Überlagerung und Zerlegung von Zuständen in Angri– die Dirac-Schreibweise

XVIII

Vorwort

wird von Anfang an benutzt. In jedem Fall werden die Begrie zusammen mit einer ausführli- chen Diskussion einiger spezieller Beispiele gebracht – ein Versuch, die physikalischen Ideen so wirklichkeitsnah wie möglich zu machen. Als Nächstes kommt die Zeitabhängigkeit von Zu- ständen einschließlich der Zustände mit bestimmter Energie, und diese Überlegungen werden sofort auf die Untersuchung von Zweizustandssystemen angewendet. Eine ausführliche Bespre- chung des Ammoniak-Masers bildet den Rahmen für die Einführung der Strahlungsabsorption und der induzierten Übergänge. Die Vorlesungen fahren dann mit der Betrachtung komplexerer Systeme fort und führen zu einer Diskussion der Elektronenwanderung in einem Kristall und zu einer ziemlich vollständigen Behandlung der Quantenmechanik des Drehimpulses. Unsere Einführung in die Quantenmechanik wird in Kapitel 20 mit einer Diskussion der Schrödin- gerschen Wellenfunktion, ihrer Di erentialgleichung und der Lösung für das Wassersto atom abgeschlossen.

Das letzte Kapitel dieses Bandes soll kein Teil des „Kurses“ sein. Es ist ein „Seminar“ über Supraleitfähigkeit und wurde im Geist der „Unterhaltungsvorlesungen“ der ersten beiden Bände gehalten. Es war beabsichtigt, den Studenten die Beziehung zwischen dem, was sie lernten, und der allgemeinen physikalischen Bildung deutlicher sichtbar zu machen. Feynmans „Epilog“ dient als Schlusspunkt der dreibändigen Serie.

Wie im Vorwort zu Band I erwähnt wurde, sind diese Vorlesungen nur eine Seite eines Ent- wicklungsprogrammes für einen neuen Einführungskurs, der am California Institute of Tech- nology unter der Leitung des Physics Course Revision Committee durchgeführt wurde (Robert Leighton, Victor Neher, Matthew Sands). Dieses Programm wurde durch eine Spende der Ford Foundation ermöglicht. Viele Leute halfen bei der technischen Vorbereitung dieses Bandes:

Marylon Clayton, Julie Curcio, James Hartle, Tom Harvey, Martin Israel, Patricia Preuss, Fan- ny Warren und Barbara Zimmermann. Prof. Gerry Neugebauer und Prof. Charles Wilts trugen in großem Maße zur Genauigkeit und Klarheit des Sto es bei, indem sie sorgfältig große Teile des Manuskripts durchsahen.

Aber die hier vorliegende Darstellung der Quantenmechanik ist die Richard Feynmans. Unsere Arbeit ist gut angelegt, wenn es uns gelungen ist, anderen zumindest ein wenig von der geistigen Spannung zu vermitteln, die wir empfanden, als wir sahen, wie sich Feynmans Ideen während seiner Physikvorlesungen entfalteten.

Matthew Sands

Dezember 1964

Inhaltsverzeichnis

1

Quantenverhalten

 

1

1.1

Mechanik in atomaren Dimensionen

 

1

1.2

Ein

Experiment

mit

Kugeln

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2

1.3

Ein

Experiment

mit

Wellen

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3

1.4

Ein

Experiment

mit

Elektronen

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5

1.5

Die

Interferenz von

Elektronenwellen

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7

1.6

Beobachtung der Elektronen

 

8

1.7

Grundprinzipien der Quantenmechanik

 

12

1.8

Das Unbestimmtheitsprinzip

 

14

2

Die Beziehung zwischen dem Wellen- und dem Teilchenbild

 

17

2.1

Wahrscheinlichkeitsamplituden

 

17

2.2

Messung

von Ort und Impuls

 

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18

2.3

Beugung

an

Kristallen

 

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22

2.4

Die

Größe eines

Atoms

 

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25

2.5

Energieniveaus

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2.6

Philosophische Konsequenzen

 

28

3

Wahrscheinlichkeitsamplituden

 

33

3.1

Die Gesetze zur Kombination von

33

3.2

Das Interferenzbild bei zwei Spalten

 

38

3.3

Streuung an einem Kristall

 

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41

3.4

Identische

 

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44

4

Identische Teilchen

 

49

4.1

Bose-Teilchen und Fermi-Teilchen

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49

4.2

Zustände

mit

zwei Bose-Teilchen

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52

4.3

Zustände

mit

n Bose-Teilchen

 

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56

4.4

Emission

und Absorption von Photonen

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58

4.5

Das Spektrum des

schwarzen

Körpers

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60

4.6

Flüssiges

 

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66

4.7

Das Ausschließungsprinzip

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66

5

Spin eins

 

73

5.1

Das Filtern von Atomen mit einem

Stern-Gerlach-Apparat

 

73

5.2

Experimente mit gefilterten

 

79

5.3

Stern-Gerlach-Filter

in

Serie

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81

5.4

Basiszustände

 

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82

5.5

Interferierende Amplituden

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85

XX

Inhaltsverzeichnis

5.7

Transformation auf eine andere Basis

 

91

5.8

Andere

Situationen

 

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93

6

Spin 1 /2

 

95

6.1

Transformation

von Amplituden

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95

6.2

Transformation

auf ein gedrehtes Koordinatensystem

 

97

6.3

Drehungen

um

die z-Achse

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102

6.4

Drehungen

um

180 und um

y -Achse

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106

6.5

6.6

7

Drehungen

Beliebige

um

die

x -Achse

.

Drehungen

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90 um die . .

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Die Zeitabhängigkeit der Amplituden

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110

112

117

7.1

Atome in Ruhe; stationäre

 

117

7.2

Gleichförmige Bewegung

120

7.3

Potentielle

Energie; Energieerhaltung

124

7.4

Kräfte und

klassischer Grenzfall

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128

7.5

Die

„Präzession“ eines Spin-1/ 2-Teilchens

 

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131

8

Die Hamilton-Matrix

 

135

8.1

Amplituden und Vektoren

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135

8.2

Zerlegung von Zustandsvektoren

 

137

8.3

Was

sind die Basiszustände der Welt?

141

8.4

Wie

sich die Zustände

 

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143

8.5

8.6

9

Die

Das

mit der Zeit ändern . .

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Hamilton-Matrix

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Ammoniakmolekül

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Der Ammoniak-Maser

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