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Contents

Vorwort

1.GrundaufbaueinesTonstudios

2.Signalfluss:GrundlagenanhandeinesanalogenSplit-Mischpults

3.Akustik

4.AnalogeAudiotechnik

5.Leitungstechnik

6.Digitaltechnik

7.MIDI(MusicalInstrumentDigitalInterface)

8.Mikrofone

9.Signalbearbeitung

HalloLeser!

Vorwort

DiesesBuchsollDireinenÜberblicküberdigitaleundanalogeTontechnikgeben,aber

auchwieein“Spickzettel”dienen,umschoneinmalgewussteswiederaufzufrischen.

SelbsterklärendistmeinAnspruchnichtdieVollständigkeit,sondernvielmehrdie

VerkürzungderLehrbücheraufdasWesentlicheundPraxisnahe.Sokönnenauch

AmateureschnelleinenZugangzurMateriefindenundsieschnellumsetzenundinihrem

Workflowberücksichtigen.

Ichhoffe,dassDirdiesesBuchweiterhilft,obDununblutigerAnfängeraufdem

GebietderTontechnikbist,oderaberangehenderProfi.

A.S.

1.GrundaufbaueinesTonstudios

1.1Regieraum

ErdientzumAbhörenwährendderAufnahme,Editieren,Mischen,evtl.Mastern.

Schaltzentrale

HierwerdenalleeingehendenundausgehendenSignaleverschaltet,gemischt,verteilt.

Geräte:MischpultoderComputer,meistenseinePatchbay

Abhöre

OftverschiedeneArtenvonLautsprechern(imStudiobereichauchStudiomonitore

genannt)undevtl.Kopfhörer.

Schallspeicherung

Aufnahmegerätewiez.B.Computer,Bandmaschinen,HD-/Flashkarten-/CD-Recorder

Kommunikation

Regie-undAufnahmeraumsindvoneinanderSchallisoliert,d.h.damitderTechniker

vomRegieraumausmitdemMusikerimAufnahmeraumkommunizierenkannisteine

eigeneTalkbackleitungvorhanden,anwelchereinTalkbackmikrofonangeschlossenist.

(OftisteinTalkbackmikrofonbereitsimMischpulteingebaut.)

HierbefindetsichderMusiker,Sprecher,…währendderAufnahme.

Schallaufnahme

D.h.dererzeugteSchallwirdvomAufnahmeraummittelsMikrofonoder

Tonabnehmer,indieSchaltzentraleimRegieraumgeleitet.

Abhöre(Monitoring)

IdR.KopfhörerfürdenMusiker,Sprecher,…umbeispielsweiseeinPlaybackzuhören

undmitdemRegieraumzukommunizieren.

2.Signalfluss:GrundlagenanhandeinesanalogenSplit-

Mischpults

2.1Eingangssektion

1.MicIn(XLR-Buchse):hauptsächlichzumAnschließenvonMikrofonen

2.LineIn(Klinken-Buchse):fürInstrumente(z.B.Keyboard,

Drumcomputer),Wiedergabegeräte(CD-Player,Computer),etc.

3.LowCut:zumAbschneidentieferFrequenzenwiez.B.Trittschall

4.Gain(auchVorverstärker/Preampgenannt):zumVerstärkenund

SomitEinpegelndesEingangssignals

Einpegeln:JedesMikrofon/Instrument/etc.liefertunterschiedlichePegel(somit

verschiedeneGrundlautstärken),welchebeimEinpegelnaneinanderangepasstwerden.

MikrofonebenötigenidR.einehöhereVerstärkungalseinCD-Player.

XLR-Stecker (Mono-)Klinkenstecker 2.2Kanalzug AuxSends(Auxiliaries): -zumBeschickenvonHallgeräten/Delaysetc.
XLR-Stecker (Mono-)Klinkenstecker 2.2Kanalzug AuxSends(Auxiliaries): -zumBeschickenvonHallgeräten/Delaysetc.

XLR-Stecker (Mono-)Klinkenstecker

2.2Kanalzug

AuxSends(Auxiliaries):

-zumBeschickenvonHallgeräten/Delaysetc.

-zumErstelleneinesseparatenMonitormixesfürz.B.einenMusikerim

Aufnahmestudio

Equalizer(kurzEQ):

AnpassenundFormungdesKlangsmithilfeAnhebung/AbsenkungvonHöhen,

Mitten,Tiefen

EqualizerkommeninunterschiedlichenBauweisenvor,indiesemFallhabenwireinen

3-Band-EQ,da3Frequenzbänder(HI,MID,LOW)

Panorama:

zurPositionierungdesSignalsimStereopanoramazwischenlinksundrechts,die

Mittelstellungwirdauchcentergenannt

Mute:StummschaltendesSignals,esliegtsomitnichtmehramMain-Mixan

Solo(AFL/PFL):alleinigesAbhöreneinesodermehrererKanäle;SoloAbhören beziehtsichnuraufdenControlRoom-Out;derMain-Mixbleibtdavonrecht

unbeeindruckt.AngenommenKanal3stehtaufSolo,sohöreichamControlRoom-Out

nurKanal3,amMain-MixOutsindjedochweiterhinalleKanälehörbar.

Kanal-Fader:zumRegelnderLautstärkedesSignals

2.3Aux-Send-Modi

Pre

DieBeschickungdesAuxwegeserfolgtvordemKanalfaderundistsomitvonihm

unabhängig.D.h.dasVerändernderKanalfaderstellunghatkeinenEinflussaufden

SignalpegelmitwelchemderAuxweggespeistwird.Anwendung:Monitormix

Post

GegenteilzuPre,derAuxwegwirdnachdemKanalfaderbeschickt,wodurchder

SignalpegelimVerhältniszurKanalfaderstellungmitgeregeltwird.Anwendung:

EinschleifenvonEffektgerätenwieReverb,Delays

2.4Inserts

InsertsdienenzumEinschleifenvonRegelverstärkern(EQ,Kompressor).Dasim

KanalanliegendeSignalwird(jenachBauweisedesMischpultesvorodernachdemEQ

&LowCut)amInsert-SendausdemMischpultherausgeroutet,durchdenRegelverstärker

geschicktundamInsert-ReturnindenKanalzurückgeführt.DieInsert-BuchseistidR.

eineStereo-Klinken-BuchsebeiwelcherdasSignaldurchdenTipherausgeführtund

durchdenRingwiederzurückgeführtwird.DasspezielleKabelhierfürnenntsichauch

sinnigerweiseInsert-KabeloderY-Kabel.

sinnigerweiseInsert-KabeloderY-Kabel. 2.5Routing

2.5Routing

BeimRoutingwirdbestimmt,aufwelcheSignalwege(Busse)einimKanal

anliegendesSignalgeleitetwird.AufdiesenBussenwerdendanndieSignale

zusammengefasstundanz.B.denMasterfadergesendet.BeigrößerenMischpultenkann

manjedenKanalzugkeinembismehrerenBussenzuweisen,kleinerePulteverfügenmeist

nurüberdenMain-Bus(auchMaster-BusoderL/R-Busgenannt)unddieKanälesindfest

aufdiesengeroutet.

MithilfedesMutebuttonswirdbeispielsweisedieVerbindungzwischendemKanalzug

unddemBusunterbrochen.

2.6Ausgangssektion

fürlinksundrechts.

AuxMaster:regeltdenGesamtpegeldesAuxmixes

AuxReturn:EingangumeinüberAux-Sendbeschicktes

Effektgerätzurückführen

Source(auchMonitormatrixgenannt):bestimmtwasamControlRoom-Ausgang

anliegt,d.h.aufdieAbhöreimRegieraumgeschicktwirdoderamKopfhörerausgang

anliegt.

Solomode:

AFL(AfterFaderListening):DasSignalwirdnachdemFaderaufdenSolobus

geschickt,d.h.Pegeleinstellungenbleibenerhalten.

PFL(PreFaderListening):DasSignalwirdvordemFaderabgegriffen,sokönnen

KanälevorgehörtwerdenobwohlderFaderuntenist.WirdebenfallszumEinpegeln

verwendet.

MainMix/Master:

DerBegriffMasterhatinderAudiotechnikmehrereBedeutungen.BeimMastereines

MischpultesistderHauptausgang(MasterOut/MainOut)undderdazugehörigeMaster-

Fadergemeint.MitdemMaster-FaderkannmanvordemMasterOutnocheinmalden Pegelbeinflussen.BeidenmeistenAnwendungen,insbesondereStudioanwendungen,

solltederMasterfaderjedochimmerauf0dB(auchUnitygenannt)stehenundder

EndpegelüberdieeinzelnenKanalzügegeregeltwerden.

IndiesemBeispielhabenwirjeweilseinenMaster-Fader

Phantompower :imeingeschaltetenZustandliegtandenXLR-Eingängeneine

Phantompower:imeingeschaltetenZustandliegtandenXLR-Eingängeneine

Spannungvon48Van,umz.B.KondensatormikrofonemitSpannungzuversorgen.Nicht

jedesMikrofonbenötigtdieseSpannung,mancheTypenwiez.B.Bändchenmikrofone

könnensogarbeschädigtwerden(!)

2.7DasBlockdiagramm

AufgrundunterschiedlicherKonzepte,HerstelleroderDummheitenistesschließlich

so,dassjedesMischpultetwasandersfunktioniert.Vondaheristeswichtig,sichmitder

SchaltungeinesPultesvertrautzumachen.IdR.gibtesinjederBedienungsanleitungbzw.

jedemTonstudioeinBlockdiagramm(Schaltplan),umnachzuvollziehenwowaswohin

gehtundwaswanndurchläuftetc.ImPrinzipisteswieU-Bahnfahren,verfolgeeinfach

denSignalweg…

3.1Schwingung/Wellen

3.Akustik

BewegtsicheinObjektwiez.B.einPendelodereineGitarrensaiteperiodisch zwischenzweiWendepunkten 1 hin-undher,sprichtmanvoneinerSchwingung.Aufdem WegvoneinemWendpunktzumanderen,durchquertdasObjektdieRuhelage 2 .

2 .

JenachGeschwindigkeitundAuslenkungderSchwingungistdiesefürdas

menschlicheOhrhörbarodernicht.

AuchinnerhalbelektronischerSchaltkreisesprichtmanvonSchwingung,wennsich

z.B.dieSpannungunddamitauchdieStromflussrichtungperiodischändern.

(Wechselspannung)

ÜberträgtmaneineSchwingungineinKoordinatensystemsiehtdiesfolgendermaßen

aus:

aus:

TonhöhenwerdensowohlinderAudiotechnikalsauchinderMusikinFrequenzen

(f)angegeben,welchesichausderAnzahlderSchwingungenproSekundeergeben.Die

EinheitfürdieFrequenzistHertz(Hz).AusderAbhängigkeitzwischenFrequenzund

PeriodendauerergibtsichfolgendeFormel:

f=1/T

JehöherdieFrequenz(d.h.jekleinerdiePeriodendauer),destohöheristderTon.Die

Auslenkung,auchAmplitudegenanntbestimmtdieLautstärkedesTons.

DochwiegelangtdieseSchwingunganunserOhr?

WirdeinMedium(Luft,Wasser,Metall,etc.)zumSchwingenangeregt(Schallerreger),

werdenMoleküleinBewegunggebracht,welchewiederumihrebenachbartenMolekülein

Bewegungbringen.EsentstehteineWelle,welchesichkugelförmigvomSchallerreger

herausbreitet.MankannsiesichvorstellenwieeineWelle,dieentsteht,wennmaneinen

SteinineinenTeichwirft.

DerAbstandzwischen2PunktenmitdergleichenAuslenkungentlangder

DerAbstandzwischen2PunktenmitdergleichenAuslenkungentlangder

AusbreitungsrichtungistdieWellenlänge(λLambda).IneinemKoordinatensystemsieht

daswiefolgtaus:

daswiefolgtaus: DieEinheitderWellenlängewirdinMetern(m)angegeben.

DieEinheitderWellenlängewirdinMetern(m)angegeben.

DieAusbreitungsgeschwindigkeit(c,Einheit:m/s)einerWelleistabhängigvom MediuminwelchemsiesichausbreitetundvonderTemperatur.BeiderAusbreitungin

Luftbeica.16°CliegtdieAusbreitungsgeschwindigkeitbeica.340m/s.Fürweniger

komplexeRechnungenwirdmeistdieserWertverwendet.

EsbestehtfolgenderZusammenhang:λ=c/fNachfumgeformtergibtsich:f=c/λ

FormelzumBerechnen,welchenWeg(l)eineWelleineinerZeitspanne(t)zurücklegt:

l=t*cUmgeformtnachtergibtsich:t=l/c

KommenmehrereWellenzusammen,überlagernsichdiese,d.h.addierensichauf.

KommenmehrereWellenzusammen,überlagernsichdiese,d.h.addierensichauf.

Dabeikannespassieren,dasssicheineWelleinIhrerAmplitudevergrößert,jedochauch

verkleinertodergarauslöscht.

DieGrafikzeigt2WellenmitgleicherFrequenz.EinmalliegenbeideWellendirekt

übereinander(Phasengleich)undaddierensichauf,einmalum180°zueinandergedreht

(Gegenphasig)undlöschensichaus.

3.2Modulation(AM/FM)

Verändert(moduliert)eineweitereSchwingungdenAmplitudenverlaufder

Grundschwingung,sprichtmanvonAmplitudenmodulation(AM).

DiesistvergleichbarmitdemgleichmäßigenHoch-undRunterregelneines

Volumereglers.

WirddieFrequenzderGrundschwingungdurcheineandereSchwindungmoduliert,

sprichtmanvonFrequenzmodulation(FM).

DiesistvergleichbarmiteinemTonband,welchesgleichmäßigschnellerund

langsamerabgespieltwird.

AM/FMwirdu.a.inderRundfunktechnikalsauchderelektronischenKlangerzeugung

eingesetzt.

KommenmehrereWellenzusammen,überlagernsichdiese,d.h.addierensichauf.

Dabeikannespassieren,dasssicheineWelleinIhrerAmplitudevergrößert,jedochauch

verkleinertodergarauslöscht.

DieGrafikzeigt2WellenmitgleicherFrequenz.EinmalliegenbeideWellendirekt

übereinander(Phasengleich)undaddierensichauf,einmalum180°zueinandergedreht

(Gegenphasig)undlöschensichaus.

(Gegenphasig)undlöschensichaus. Verändert

Verändert

(moduliert)eineweitereSchwingungdenAmplitudenverlaufderGrundschwingung,

sprichtmanvonAmplitudenmodulation(AM).

DiesistvergleichbarmitdemgleichmäßigenHoch-undRunterregelneines

Volumereglers.

WirddieFrequenzderGrundschwingungdurcheineandereSchwindungmoduliert,

sprichtmanvonFrequenzmodulation(FM).

DiesistvergleichbarmiteinemTonband,welchesgleichmäßigschnellerund

langsamerabgespieltwird.

AM/FMwirdu.a.inderRundfunktechnikalsauchderelektronischenKlangerzeugung

eingesetzt.

KommenmehrereWellenzusammen,überlagernsichdiese,d.h.addierensichauf.

Dabeikannespassieren,dasssicheineWelleinIhrerAmplitudevergrößert,jedochauch

verkleinertodergarauslöscht.

DieGrafikzeigt2WellenmitgleicherFrequenz.EinmalliegenbeideWellendirekt

übereinander(Phasengleich)undaddierensichauf,einmalum180°zueinandergedreht

(Gegenphasig)undlöschensichaus.

3.3LineareVerzerrung Angenommendustehst100mvoneinemSchallerzeuger(z.B.Lautsprecher)entfernt,

3.3LineareVerzerrung

Angenommendustehst100mvoneinemSchallerzeuger(z.B.Lautsprecher)entfernt,

soistdasSignal,dasbeidirankommtwenigerlautalsdirektvordemSchallerzeuger.

HoheFrequenzenverlierenaufdieseDistanzschnelleranLautstärkealstiefeFrequenzen.

IneinemVakuumwirdbeispielsweisegarkeinSchallübertragen.DerLautstärkeverlust

differiertalsojenachFrequenzundÜbertragungsmedium.Mansprichthierbeivon

Dämpfungsverzerrung.NebenderÜbertragunginLuftgibtesnochandere

Übertragungssystemewiez.B.elektronischeSchaltungen,Funkstreckenoderandere

Medien(Holz,Metal…).Sokannesauchvorkommen,dassFrequenzenineinem

Übertragungssystemverstärktwerden,dieswirddannVerstärkungsverzerrunggenannt.

DieDämpfungoderVerstärkungwirddurchdenÜbertragungsfaktorangegeben.Ist

derFaktor<1sprichtmanvonDämpfung,bei>1vonVerstärkung.IstderFaktor1,so

erfolgtkeineVeränderung.

IstderÜbertragungsfaktorfüralleFrequenzengleich,sosprichtmanvoneinem

linearenÜbertragungssystem.

3.4Nicht-lineareVerzerrungen

Vonnicht-linearenVerzerrungensprichtman,wennamAusgangdes

ÜbertragungssystemszusätzlicheSchwingungenauftreten,wiez.B.Übersteuerungo.ä.

DiestrittoftbeielektrischenÜbertragungssystemenaufundwirdallgemeinalsKlirrfaktor

undin%angegeben.

3.5Schall

SchallisteinemechanischeWelleinnerhalbeineselastischenMediums.Man unterscheidethierbeiinLuftschall,WasserschallundKörperschall(beiFestkörpern).

SchallwellenderenFrequenzenunterhalb16HzundsichsomitunterhalbdesHörbereichs

befindenwerdenalsInfraschallbezeichnet,oberhalbdesHörbereichsvon20kHzspricht

manvonUltraschallundüber10GHzvonHyperschall.

ManunterscheidetverschiedeneErscheinungsformendesSchalls:

ReinerTon:sinusförmige,hörbareSchallschwingung

Tongemisch:SchallbestehendausmehrerenreinenTönenbeliebigerFrequenzen

EinfacherKlang:reinerTonundganzzahligeVielfachedesTons,auchGrund-&

ObertönegenanntRauschen:Schall,beidemalleFrequenzen,statistischverteilt,

gleichmäßigauftreten

3.6Schalldruck

EineSchallwelleversetztMoleküleinSchwingung,wodurchLuftdruckänderungen entstehen.BeidieserFormvonLuftdruckänderungensprichtmanvonSchalldruck,derin Pascal(Pa)angegebenwird.DieserSchalldrucküberlagertdenLuftdruckderAtmosphäre istvergleichsweisegering.EineUnterhaltunghatdurchschnittlicheinenSchalldruckvon

0,02Pa,deratmosphärischeLuftdruckhingegenbeträgt100000Pa.

3.7Schalldruckpegel

DermitdemOhrwahrnehmbareSchalldruckbefindetsichzwischenderHörschwelle

(untererGrenzwertvonca.0,00002Pa)undderSchmerzgrenze(obererGrenzwertvonca.

60Pa).UmSchalldruck(P)imVerhältniszurHörschwelle(P0)angebenzukönnenwurde

derSchalldruckpegel(L p )inDezibel SoundPressureLevel (dB SPL )eingeführt.Dieser BereichlässtsichschwerineinemlinearenMaßstabdarstellen,daherwurdeein logarithmischerMaßstabgewählt.ZurBerechnungdesSchalldruckpegelsergibtsich folgendeFormel.

folgendeFormel. NormaleUnterhaltungmitSchalldruck0,02Pa:

NormaleUnterhaltungmitSchalldruck0,02Pa:

folgendeFormel. NormaleUnterhaltungmitSchalldruck0,02Pa: SchmerzgrenzemitSchalldruck60Pa:

SchmerzgrenzemitSchalldruck60Pa:

SchmerzgrenzemitSchalldruck60Pa: DerSchalldruckpegelderHörschwelleliegtbei0dB S P L

DerSchalldruckpegelderHörschwelleliegtbei0dB SPL ,einenormalUnterhaltung liegtalsobei74dB SPL unddieSchmerzgrenzebei130dB SPL .

Schalldruckpegel>80dB S P L könneninAbhängigkeitvonderDauerderBeschallung

Schalldruckpegel>80dB SPL könneninAbhängigkeitvonderDauerderBeschallung gehörschädigendsein!VondaherauchbeimRecorden,Mischenetc.nichtzulautabhören undPausenmachen.

undPausenmachen. 3.8Schallquellen

3.8Schallquellen

JedeSchallwellebenötigteinenAuslöser,dieskönnenMusikinstrumente,Stimmeaber

auchelektronischeKlangerzeugersein.

MusikinstrumenteerzeugenjenachArtundBauweiseGrundschwingungund

Oberschwingungen(Harmonische).DasVerhältniszwischenderGrundschwingungund

denOberschwingungen,auchKlangspektrumgenannt,prägtdasKlangbilddes

Instruments.AuchjenachSpielweise,z.B.p,mf,fverändertsichdasKlangspektrum.Ein

pgespielterFlügelhatz.B.wenigerObertönealseiner,dermitfgespieltwird.Somit

ändertsichnichtalleinderLautstärkepegelsondernvornehmlichdieKlangfarbe.D.h.den

pgespieltenFlügelkannmannichtmithilfedesVolumereglerszufändern!

NebenGrund-&ObertönensindauchdiesogenanntenFormanten,sowieGeräusche

wiez.B.Streich-,Anblas-,AnschlaggeräuscheprägendfürdenKlangeinesInstruments.

FormantensindFrequenzbereiche,dieüberdenTonumfangkonstantimKlangspektrum

vorhandensindundz.B.durchResonanzenim

Klangkörperentstehen.

DieDarstellunguntenzeigtjedochnurdasKlangspektrumzueinembestimmten

Zeitpunkt.DieKlangstruktureinesInstrumentsistweitauskomplexerundwirdin3

Phasen(ASR)eingeteilt:

Phasen(ASR)eingeteilt: Attack

Attack:Einschwingvorgang,derKlangwirdausderRuheherausentwickelt

DieAttackphasecharakterisierteinInstrumentsehrstarkundlässtz.B.hören,obein

Instrumentgezupft,gestrichenodergeschlagenwird.

Sustain:Haltephase,dasKlangspektrumverändertsichnurrelativgering

InderSustainphasefindenoftVeränderungenderTeiltöneinFrequenzundPegelstatt,

wodurchVibrato(periodischeFrequenzänderung),Tremolo(Pegelschwankung)etc.

entstehen.

Release:Auschwingphase/Ausklingphase

DieAusschwingphasevariiertinihrerDauerjenachInstrument.

DieserzeitlicheVerlauflässtsichineinerGrafikodersogenanntenHüllkurve

darstellen.

Die Stimme wirdunterteiltinSprechstimmeundSingstimme.Beidehaben
Die Stimme wirdunterteiltinSprechstimmeundSingstimme.Beidehaben

DieStimmewirdunterteiltinSprechstimmeundSingstimme.Beidehaben

gemeinsam,dasssieimPrinzipeineAnordnungvonKlängenundGeräuschensind.Diese

lassensichinVokale(stimmhaft:a,e,i,o,u)undKonsonanten(stimmlos)unterteilen.

DieSprechstimmehateineSprachmelodie,derenGrundfrequenzbeiMännern

zwischen120Hzund160Hz,beiFrauenzwischen220Hzund330Hzvariiert.

WieauchbeimInstrumentcharakterisierendieFormantendenKlangunsererStimme

undlassenunsauchamTelefonverschiedenePersonenauseinanderhalten(Sprachmelodie

undAusspracheebenfalls).

DieSingstimmeistmiteinemtonalenInstrumentvergleichbar.Dahauptsächlich

VokaleauseinemeinfachenKlanggeformtsind,werdendieseverwendet,umdieMelodie

zutransportieren.(stimmhafteKonsonantenwiel,m,n,retc.könnenebenfallsverwendet

werden)DierestlichenKonsonantensindehermitZupf-/Streich-/Anschlaggeräuschenzu

vergleichen.

DieelektronischeKlangerzeugung,wiesiez.B.beimSynthesizerzumEinsatz

kommtistsehrvielseitigundesgibtvieleverschiedeneSyntheseformen.Einegängige

SyntheseformistdiesubtraktiveKlangsynthese,d.h.einelektronischerzeugtes

GrundsignalwirdinseinemKlangspektrumdurchFilterbeeinflusst.EineandereFormist

dieadditiveKlangsynthesebeiwelchereinKlangspektrumdurchdasaufaddierenreiner

Töneerzeugtwird.GemeinsamhabensiealledenzeitlichenAblauf,dieADSR-Hüllkurve

(Attack,Decay,Sustain,Release),dieandieASR-Hüllkurveangelehntist.Decay

bestimmtdenZeitraum,inwelchemdermaximaleEinschwingpegelzumSustainpegel

absinkt.

absinkt. 3.9Schallausbreitung 3.9.1Schallfeld Ineinem

3.9Schallausbreitung

3.9.1Schallfeld

absinkt. 3.9Schallausbreitung 3.9.1Schallfeld Ineinem freienSchallfeld

IneinemfreienSchallfeld,d.h.ohneHindernisse(Boden,Wände,Decke…),breitet

sicheineSchallwellegleichmäßigundkugelförmigvonderSchallquelleheraus.Inder

PraxiswirdeineSchallwellejedochdurchfolgendeäußereFaktorenbeeinflusst:

Reflexion,Absorption,Beugung,Brechung.AlleindieseFaktorensindverantwortlichfür

einenkomplexenEigenklangeinesRaumesd.h.einemsogenanntendiffusenSchallfeld.

Z.BÜberbetonungundAuslöschungvonbestimmtenFrequenzen,Hallundstehende

Wellensindaufdiegenannten4Faktorenzurückzuführen.

3.9.2Reflexion

EineSchallwellewirdaneinerebenenFlächereflektiert,d.h.ihre

Ausbreitungsrichtungwirdverändert.SiewirdmitdemgleichenWinkel,mitdemsieauf

dieFlächeauftritt,reflektiert(Einfallswinkel=Ausfallswinkel).

DieReflexionsflächemussmindestendasFünffachederWellenlängebetragen.

Reflexiontrittauchangewölbten(konvex=nachaußengewölbt,konkav=nachinnen

gewölbt)Flächenauf,hierwirdderEin-/AusfallswinkelanhandderTangentebestimmt.

BeikonvexenFlächenwerdendieSchallwellenzerstreut,beikonkavenFlächenkommtes

jenachAbstandderSchallquellezurFlächezurBündelungoderStreuung.

DasPhänomenderstehendenWelleistauchaufReflexionzurückzuführen.Sietrittoft

inkleinerenRäumenmitparallelenWändenauf,wobeidanneinesenkrechtaufdie

parallelenWändeauftreffendeSchallwellereflektiertwirdundsichselbstüberlagert.Es

entstehenjenachPositionimRaumVerstärkungenoderAuslöschungen.DerAbstandder

WändemussdabeieinehalbeWellenlängeodereinVielfachesdavonbetragen.

ReflexionaneinerebenenFläche

ReflexionaneinerebenenFläche ReflexionangewölbtenFlächen

ReflexionangewölbtenFlächen

StehendeWelle 3.9.3Absorption DasGegenteilzurReflexionistdieAbsorption,d.h.eineWellewirdnichtreflektiert,

StehendeWelle

StehendeWelle 3.9.3Absorption DasGegenteilzurReflexionistdieAbsorption,d.h.eineWellewirdnichtreflektiert,

3.9.3Absorption

DasGegenteilzurReflexionistdieAbsorption,d.h.eineWellewirdnichtreflektiert,

sondernläuftsichimAbsorbertot.Esgibt2Absorberarten:

PoröseAbsorber:offenporigeOberfläche,z.B.Schaumstoffe,Faserstoffe;Die

Schallwellendringenin

diePoren/KanäledesAbsorberseinundschwingendorthinundher.Esentsteht

Reibung

undStrömungswiderstände,welchedieSchallwelleinWärmeumwandeln.

Resonanzabsorber:Helmholtzresonator,Plattenresonator,z.B.einefederndgelagerte

Spanplatte;DieSchallwelletrifftaufderSpanplatteauf,diesewirdzumSchwingen

angeregtundwirddurchihrefederndeLagerungabgefedert,d.h.derSchallwird

schlussendlichinkinetischeEnergie(Bewegungsenergie)umgewandelt.(vergleichbarmit

einemBasketballaufeinerTurnmatte)

AbsorbersindfrequenzspezifischwobeiporöseAbsorbereinenbreiteren

Frequenzbereichabsorbieren(Breitbandabsorber),Resonanzabsorberhingegenmeist

gezieltschmalbandigabsorbieren.

EineSchallwelle,dieaufeinHindernistrifft,welchesgrößeralsseineWellenlängeist,

wirdesreflektiert/absorbiert.IstderGegenstandgleichderWellenlängeoderkleiner,wird

dieWelleumdenGegenstandgebeugt,d.h.dieSchallwellebreitetsichungestörtaus.

DiesehatzurFolge,dasstiefeFrequenzenrechtunbeeindrucktüberHindernisse

hinweggehenanwelchensichhöhereFrequenzenbereitsverabschieden.Tiefere

Frequenzenlassensichdemnachz.B.auchschwererdämmen.

3.9.5Schallisolierung

RelevanteSchallübertragunggeschiehtüberLuftschallundKörperschall,diez.B.beim

BaueinesTonstudiosberücksichtigtwerdenmuss.ZumeinensollRegie-und

Aufnahmeraumakustischentkoppeltsein,dieNachbarnsollenaberauchnichtdurch

Lärmbelästigtwerden.ZumThemaLärmschutzgibtesauchBundesweiteauflagen.

ZurSchalldämmunggibtesverschiedeneMöglichkeiteninverschiedenen

Preisklassen,angefangenbeimTeppich,bishinzurRaum-In-Raum-Konstruktion.Die

Raum-In-Raum-KonstruktionistdiesichersteVariante,umauchdenschwerzu

bekämpfendenKörperschallzuisolieren.DafürwirdeinextraRaum,federndgelagertin

denRaumhineingebaut.DerKörperschall,dersichaufdeninnerenRaumüberträgtwird

somitabgefedertundüberträgtsichschließlichnichtaufdenäußerenRaum.

DiverseBaustoffeverfügenüberunterschiedlicheSchalldämmeigenschaften,welche

imSchalldämmmaßangegebenwerden.DasSchalldämmmaßergibtsichausder

DifferenzderMessungvorundnachdemDurchgangderSchallwelledurchdasMaterial.

DifferenzderMessungvorundnachdemDurchgangderSchallwelledurchdasMaterial.

3.9.6ZeitlicherVerlaufeinesSchallfeldes

EindiffusesSchallfeldwirdin3zeitlicheAbschnitteunterteilt:

EindiffusesSchallfeldwirdin3zeitlicheAbschnitteunterteilt: 3.9.6.1Direktschall

3.9.6.1Direktschall

DerSchall,derdenSchallempfängeraufdirektemWegvonderSchallquelleaus

erreichtistderDirektschall.AnhanddesDirektschallslässtsichdieRichtungder

Schallquellebestimmen.

3.9.6.2ErsteReflexionen(EarlyReflections/Earlies)

NachdemDirektschalltreffendieerstenReflexionen(vonBoden,Decke,Wändeetc.)

beimSchallempfängerein.Dichte,LautstärkeundFrequenzspektrumderReflexionen

gebenAufschlussüberdieGrößeundBeschaffenheitdesRaumes.DerAbstandzwischen

Direktschallundderersteneintreffenden(starken)ReflexionnenntsichAnfangszeitlücke

(ITDG=InitialTimeDelayGap).DieAnfangszeitlückegibtAufschlussüberden

AbstandderSchallquellevomSchallempfänger.BeieinerlangenITDGistdie

Schallquelledicht,beieinerkurzenITDGistsieweiterweg.

3.9.6.3Nachhall(Reverb DieReflexionenverschwimmennacheinergewissenZeitmiteinander,d.h.essind

3.9.6.3Nachhall(Reverb

DieReflexionenverschwimmennacheinergewissenZeitmiteinander,d.h.essind keineeinzelnenReflexionenmehrhörbar.DieswirdalsNachhallbezeichnet.Hiergilt ebenfalls:Dichte,LautstärkeundFrequenzspektrumgebenAufschlussüberdieGrößeund BeschaffenheitdesRaumes,beimNachhallkommtjedochnochdieNachhallzeithinzu. DieNachhallzeitwirddefiniertalsdieZeit,inderderSchalldruckpegelnachdemEnde

derErregungeinerSchallwelleum60dBabnimmt.(auchRT60genannt)DieNachhallzeit

istfrequenzspezifisch,daherwirdfürRäumeeinemittlereNachhallzeitangeben.Die

NachhallzeitineinemtrockenenStudioraumbeträgtetwa0,3sund3sineinerKirche.

3.9.6.4Hallradius

MitzunehmenderEntfernungvonderSchallquellenimmtderDirektschallab,der

Diffusschallhingegenbleibtweitgehendkonstant.DerRadiusumdieSchallquelle,an

welchemDirektschallundDiffusschallgleichstarksind,nenntsichHallradius.

3.10Psychoakustik

DiePsychoakustikbefasstsichmitderWahrnehmungvonSchall,d.h.dem

ZusammenhangvonphysikalischenGrößenmitdertatsächlichenHörempfindung.

3.10.1DasGehör

DasGehörnimmto.g.WellenaufundsetztdieseinNervenimpulseum,welchevom

Gehirninterpretiertwerden.DerHörbereichliegtbeiNeugeborenenzwischen20Hz-

20kHz,mitzunehmendemAlterwirdderBereichvonobenherkleiner.Einbesonders

EmpfindlicherTeilimOhristdasCortischeOrgan.LängsdiesesOrgansbefindensichdie

Hörhärchen(Sinneszellen),dieesermöglichendieeinzelnenFrequenzenin

Nervenimpulseumzuwandeln.BeizulauterBeschallunggehendieseHärchenirreversibel

kaputtundhabendieSchädigungdesGehörsundSchwerhörigkeitzurFolge.Ofthandelt

essichdannumeinenbestimmtenFrequenzbereich,derdannwenigerstark

wahrgenommenwird.

3.10.2FrequenzspezifischesLautstärkeempfinden

DieWahrnehmungvonLautstärkeistfrequenzabhängig.FletcherundMunsonsowie

RobinsonundDadsonuntersuchtendiesesPhänomenunderstelltenmithilfevon

ProbandenKurven,welchedasfrequenzspezifischeLautstärkeempfindenbeschreiben

(Fletcher-Munson-KurveundRobinson-Dadson-Kurve).BisheutewurdendieseKurven

weiterhinverbessert.

DiepsychoakustischeEinheitphonbeschreibtdieempfundeneLautstärke

DiepsychoakustischeEinheitphonbeschreibtdieempfundeneLautstärke

(Lautstärkepegel).Bei1kHzstimmenLautstärkepegelundSchalldruckpegelübereinund

sindsomitderBezugspunkt.(z.B.40phon=40dBSPL@1kHz)

AusdenKurvenistersichtlich,dassderBereichum5kHzeinengeringeren

Schalldruckpegelbenötigtalsz.B.jenerum50Hz,umalsgleichlautwahrgenommenzu

werden.ZudemändertsichdasfrequenzspezifischeLautstärkeempfindenjenach Lautstärkepegel.Beica.83dB SPL istdasHörempfindenamlinearstenundsomiteinegute LautstärkezumMischenundMastern.

3.10.3Lautheit

DerLautstärkepegelstellteinenZusammenhangzwischendemSchalldruckpegelund derempfundenenLautstärkeher,allerdingsistdieEinheitphonnichtfürdieBetrachtung

vonempfundenenLautstärkeunterschiedengeeignet.SowirdderUnterschiedzwischen10

und20phonalsVersechsfachungempfunden,derUnterschiedzwischen50und60phon

jedochnuralsVerdoppelung.AusdiesemGrundwurdederBegriffLautheit(N)mitder Einheitsoneeingeführt.ErbeschreibtwieauchderLautstärkepegeldieempfundene Lautstärke,gibtzudemjedochAufschlussaufsubjektivempfundene

Lautstärkepegelverhältnisse.1soneentsprichtperDefinition40phon.Von1auf2sone

entsprichteinerVerdoppelungderempfundenenLautstärke,sowievon2auf4soneetc.1

auf1⁄2soneentsprichteinerHalbierung…

auf1⁄2soneentsprichteinerHalbierung… 3.10.4Maskierungseffekt

3.10.4Maskierungseffekt

DerMaskierungseffekt,auchVerdeckungseffektgenannt,besagtdassbestimmte SchallereignisseoderFrequenzenvonanderen‚überdeckt‘werdenkönnen,d.h.dadurch nichtvomGehörwahrgenommenwerden.Z.B.HörtmandasRauscheneinesTonbandes meistnichtmehr,wenndasAufgenommeneSignallautgenugist.Ebensowerden beispielsweisemittlereFrequenzenbeisehrgleichzeitigensehrlautenBässennichtmehr

oderwenigerWahrgenommen.SowohldiedigitaleDatenreduktion(mp3,ogg,aac)als

auchdieRauschverminderungsverfahrenmachensichdenMaskierungseffektzunutze.

3.10.5Haas-Effekt

BenanntnachseinemEntdeckerHelmutHaas,beschreibterdasPhänomen,dass SchallderRichtungzugewiesenwird,ausdererzuerstaufdasOhrtrifft(Direktsignal). SpätereintreffendeReflexionenhabenkeinenEinflussmehraufdie

Richtungswahrnehmung.DiespätereintreffendenReflexionenkönnenbiszu10dBlauter

seinalsderDirektschall,ohnedieRichtungswahrnehmungzubeeinflussen.Diesgiltfür

Reflexionen,diebiszu30msspäteralsdasDirektsignaleintreffen.DieserEffektwird

auchalsPräzedenz-EffektoderGesetzdererstenWellenfrontbezeichnet.

3.10.6Cocktailparty-Effekt

DerCocktailparty-EffektbeschreibtdasselektiveHören.SoistdasGehörinderLage

auseinemGemischvonKlängeneineneinzelnenHerauszufiltern,selbstwenndieser

leiseristalsdieanderen.DerNamekommtdaher,dassmanaufeinerCocktailpartytrotz

lauterUmgebunginderLageist,derUnterhaltungeinerPersonzufolgen.DasGehör

machtsichdabeidasräumlicheHörenzunutze.

4.AnalogeAudiotechnik

4.1Schallwandler

UmSchallwellenfürdieanalogeAudiotechniknutzen(übertragen,bearbeiten)zu

können,müssensiezunächstinelektrischeSchwingungenumgewandeltwerden.Dies

geschiehtmithilfeeinesSchallwandlers,z.B.einMikrofonoderTonabnehmer.

UmdieelektrischeSchwingungamEndederanalogenÜbertragungskettewieder

hörbarzumachen,musssieineineSchallwellegewandeltwerden,wasmithilfevon

LautsprechernoderKopfhörernrealisiertwird.

FürdieSchallspeicherungaufbeispielsweiseeinemTonbandgerätmusseine

elektrischeWelleineineelektromagnetischeWellegewandeltwerden,diedann

schließlichdievielenkleinenElementarmagnetenaufdemTonbandpolarisieren.Beim

AbspielenentstehtwiederumeineelektromagnetischeWelle,dieineineelektrischeWelle

gewandeltwird.

BeiderSchallplattebeispielsweisewirdeinemechanischeWelleineineelektrische

Wellegewandelt,beimVinylschreiberumgekehrt.

Kurzum,dieAudiotechnikbestehtauseinerständigenWandlungvonSignalenin

verschiedeneFormate,dabeikommendiverseWandlungstechnikenzumEinsatz.DieArt,

aufwelchegewandeltwirdunterscheidetdiefürdieAudiotechnikrelevanten

Wandlertypenin:

ElektromagnetischeWandler:z.B.TonabnehmerbeiSchallplatten,E-

Gitarrentonabnehmer

ElektrodynamischeWandler:z.B.DynamischeMikrofone,diemeistenLautsprecher

Elektrostatische

Wandler:z.B.Kondensatormikrofone

PiezoelektronischeWandler:z.B.TonabnehmerfürakustischeInstrumente

4.2ElektrischeSchwingungen

ElektrischeSchwingungensindvergleichbarzurmechanischenSchwingung.Wasbei

dermechanischenSchwingungdieAuslenkungist,wirdbeiderelektrischenSchwingung

jedochdurchdieSpannungersetzt.WieinderMechanikbedeutetauchdasÜberqueren

derRuhelageeineRichtungsänderung,d.h.ineinemschwingendenelektronischen

SchaltkreisändertsichsomitperiodischauchdieFlussrichtungderElektronen(Strom);

mannenntdiesWechselstrom.DerStromindenSignalwegenistinderAudiotechnik

jedochsehrgering.

jedochsehrgering. 4.3ElektrischePegel

4.3ElektrischePegel

DerPegelelektrischerSchwingungenwird,wieauchderSchalldruckpegelindB

angegeben:

angegeben: U P =absoluterSpannungspegel[dB] U=elektrischeSpannung[V] U 0 =Bezugsspannung[V]

U P =absoluterSpannungspegel[dB]

U=elektrischeSpannung[V]

U 0 =Bezugsspannung[V]

InderanalogenAudiotechnikhabensichjedoch2‚Standardwerte‘fürdie

Bezugsspannungentwickelt.

Bezugsspannungentwickelt.

EinelektrischerPegelvonz.B.1Vkannalsoauf2verschiedeneArtenangegeben

werden:1V0dB V =+2,2dB u

DerWertunterschiedzwischendB V unddB u istkonstant2,2dB,d.h:

V unddB u istkonstant2,2dB,d.h: etc… UmdieelektrischeSpannung(U)einesdB u /dB V

etc…

UmdieelektrischeSpannung(U)einesdB u /dB V -Werteszuerrechnenmussmandie Formelwiefolgtumstellen:

4.4PegelunterschiedeundPegelanpassung VerschiedeneGerätearbeitenmitverschiedenenGrundspannungen.Improfessionellen

4.4PegelunterschiedeundPegelanpassung

VerschiedeneGerätearbeitenmitverschiedenenGrundspannungen.Improfessionellen

BereichwirdidR.miteinerhöherenSpannunggearbeitetalsimsemiprofessionellen

Bereich,darausergebensichPegelunterschiedezwischendenGeräten.Gebräuchlichsind

diefolgendenReferenzwertebeiVollaussteuerung:

diefolgendenReferenzwertebeiVollaussteuerung:
diefolgendenReferenzwertebeiVollaussteuerung:

GeräteinternwerdendieSpannungspegelwiederumalsrelativePegelangegeben:dBr Dasbedeutet,dassderjeweiligeReferenzwerteinesGerätesalsBezugswerteingesetzt wird.Somitbedeutetz.B.0dB r beieineminternationalenGeräteinPegelvon+4dB u ,bei

einemsemiprofessionellenGerätsind0dBrjedochnur-10dBV.DieEinführungdes

relativenSpannungspegelshatpraktischeGründeundgibtAufschlussdarüber,wiedie

möglicheDynamikeinesGerätesausgenutztwird.

UmGerätemitverschiedenenPegelnmiteinanderzukombinierenmussmandiePegel dieserGeräteaneinanderangleichen.MithilfeeinesGain-Reglerskannmanz.B.den SpannungspegeleinesMikrofonsandenArbeitspegeldesMischpultesanpassen.Viele GeräteverfügenauchüberSchalteramEin-oderAusgangumzubestimmen,welcher Spannungspegelanliegtbzw.ausgegebenwerdensoll.Schließtmanjedochz.B.eine professionelleTonbandmaschine(mit+4dB u ),welchenichtübereinensolchenSchalter

verfügt,aneinsemiprofessionellesMischpult(-10dBV)anwirdessehrwahrscheinlichzu

Übersteuerungenkommen.

5.1Anschlusstypen

5.Leitungstechnik

5.2UnsymmetrischeSignalführung(unbalanced)
5.2UnsymmetrischeSignalführung(unbalanced)
DieunsymmetrischeSignalführungbestehtauseinerAderunddemSchirm.DieAder

DieunsymmetrischeSignalführungbestehtauseinerAderunddemSchirm.DieAder übermitteltdasSignal,derSchirm,einumhüllendesDrahtgeflechtdientzurAbschirmung undSignalrückführung.DerSchirmistmitderMassebeiderGeräteverbunden, EinstreuungenvonNetzteilen,Dimmernetc.werdensomitgrößtenteilszurMasse(Erde) hinabgeleitet.DennochistdieunsymmetrischeSignalführunganfälligfürEinstreuungen

undsolltedahernurfürkürzereSignalwegebis6mverwendetwerden,sowienurfür

SignalwegemitStudioarbeitspegel.FürMikrofoneistdieunsymmetrischeSignalführung

eherungeeignet,daMikrofonsignaleerheblichverstärktwerdenmüssenund

EinstreuungensomitstärkerzurGeltungkommen.

EinstreuungensomitstärkerzurGeltungkommen. 5.3SymmetrischeSignalführung(balanced)

5.3SymmetrischeSignalführung(balanced)

DiesymmetrischeSignalführungbestehtaus2AdernfürdasSignalunddenSchirm

fürdieMasse.AnAdera(auch+oderhotgenannt),liegtdasoriginaleSignalan,anAder

b(auch-odercoldgenannt),liegtdasSignalum180°inderPhasegedrehtan.Aderb

wirdamEmpfängerinderPhasegedreht,d.h.aundbsindnungleichphasigundbilden zusammendasSignal.KamesaufdemWegzumEmpfängerzuEinstreuungen,befinden sichdiesegleichwertigaufAderaundb.DurchdiePhasendrehungvonAderbam EmpfängeristdieEinstreuungnunzuAderagegenphasigundlöschtsichbeimAddieren

derSignalevonAderaundbaus.SomitsindauchlangeSignalwegevon100mfür

Mikrofonsignalemöglich.LängereWegevon500mfürSignalemitStudiopegelsind

ebenfallsproblemlosrealisierbar.

5.4Multicore/Stagebox BeilängerenSignalwegenwiez.B.vonBühnezumMischeroderAufnahmeraumzu

5.4Multicore/Stagebox

BeilängerenSignalwegenwiez.B.vonBühnezumMischeroderAufnahmeraumzu

RegieraumistderEinsatzeinesMulticore-Kabelssinnvoll.AlleSignalelaufendanndurch

eineinzigesKabelmitentsprechendvielenAdern.JenachAusführungbefindetsicham

MulticoreeineStagebox(Steckfeld)odereineKabelpeitsche.

MulticoreeineStagebox(Steckfeld)odereineKabelpeitsche.

6.Digitaltechnik

6.1BitsundBytes

DerdigitalenWeltliegtdasbinäreZahlensystemzugrunde.DiesesZahlensystem bestehtausWerten,diesichausschließlichausNullenundEinsenzusammensetzen.Die

kleinsteEinheitisteinBit,d.h.eineZahl,dieentweder0oder1seinkann,d.h.somit

lediglich2Wertedarstellenkann.ErweitertmandieseseineBitumeinweiteres,ist

bereitsdieDarstellungvon4Wertenmöglich(00,01,10,11).Setztmandiesfortkommt

manschließlichzurnächstgrößerenEinheit,demByte.EinBytebestehtaus8Bitund

ermöglichtdieDarstellungvon256Werten.

DieAnzahlderWertelässtsichanhandfolgenderFormelermitteln:

AnzahlderWerte=2 AnzahlderBits

6.2KiloByte,MegaByte,GigaByte,TerraByte

DieUmrechnungvoneinerEinheitindienächstgrößereerfolgtinderDigitaltechnik

mitdemFaktor1024.D.h.:

DieUmrechnungvoneinerEinheitindienächstgrößereerfolgtinderDigitaltechnik mitdemFaktor1024.D.h.:

6.3A/D-Wandlung

UmAudiosignaleindigitalerFormaufzeichnenoderbearbeitenzukönnen,müssen

diesezuerstvomanalogenSignalinFormvonelektrischenSchwingungenindigitale

Wertegewandeltwerden.MansprichthierbeivonderA/D-Wandlung.Dazuwerdenin

kurzenZeitabständendieWertederAmplitudegemessenundgespeichertoder

weiterverarbeitet.EsentstehtbeiderA/D-Wandlungalsoeinezeitdiskretesowie

wertediskreteAbbildungderursprünglichenWellenform.

wertediskreteAbbildungderursprünglichenWellenform. 6.4D/A-Wandlung

6.4D/A-Wandlung

DieD/A-WandlungistdasPendantzurA/D-Wandlungundwandelteindigitales

Signalineinanaloges,alsowert-undzeitkontinuierlichesSignalum.

1kB=1024Byte

1MB=1024kB

1GB=1024MB

1TB=1024GB

6.5Sampling

BeiderA/D-WandlungwerdenwiebereitserwähntregelmäßigWertederAmplitude

gemessen.DieseWertewerdenSamplesgenannt.DurchdiezeitdiskreteAbtastungder

WellebleibenimmerAnteiledesSignalverlaufsunberücksichtigt,nämlichjene,die

zwischenderAbtastungliegen.MiteinerhohenAbtastratelässtsichjedocherreichen,

dassdasSignalmitguterQualitätreproduziertwerdenkann.DieseAbtastratewird Sampling-Frequenz/Samplerategenanntundbesagt,wievieleSamplesproSekundeerfasst

werden.EineCDwirdbeispielsweisemiteinerAbtastfrequenzvon44100Samplespro

Sekundeausgelesen,siehatalsoeineSampleratevon44.1kHz.JehöherdieSamplerate

destobesseristdieQualität,zudembestehteinZusammenhangzwischenderhöchstenzu erfassendenFrequenzundderSamplerate.NachdemNyquist-Abtasttheoremmussdie Sampleratemindestensdoppeltsohochsein,wiediehöchstezuerfassendeFrequenz.Bei

44.1kHzistdiehöchsteFrequenz(Nyquist-Frequenz)somit22050Hz.DieSampleraten

werdenalsomöglichstsogewähltumdengesamtenHörbereichabzubilden.

FrequenzenoberhalbderhalbenSample-Frequenzkönnennichtexaktabgebildet

werdenundführenmeistzueinerArt‚Zweideutigkeit‘beiderAbtastung.Hierbeikönnen,

selbstwenndieOriginalfrequenznichthörbarwar,störendeFrequenzenimHörbereich

entstehen(sieheAbbildung).MansprichthierbeivonAliasingfehlern.Diese

Aliasingfehlerlassensichvermeiden,wennmandieFrequenzenoberhalbderNyquist-

FrequenzmittelseinessteilflankigenTiefpassfiltersabschneidet.

6.6Quantisierung

DiewährenddesSamplingsgemessenenSpannungswertemüssenfürdiedigitale VerarbeitungindigitaleWerte,d.h.binäreWerteumgewandeltwerden.Diese UmwandlungwirdQuantisierunggenannt,dabeitretenjenachBittiefederWerte UngenauigkeitenundsomitInformationsverlusteauf.DieseUngenauigkeitenmachensich ineinemsogenanntenQuantisierungsrauschenbemerkbar,welchesjedochehernacheiner nichtlinearenVerzerrungklingtalsnacheinemanalogenRauschen.JehöherdieBittiefe, destohöheristderSignal/Rausch-Abstand,d.h.dieDynamikbreitezwischenClippingund

Rauschen:Signal/Rausch-Abstand=6*Bittiefe+1,8[dB].

InderPraxissindBitratenvon16,24sowie32Bitgängig,sowiedie32BitFloating-

InderPraxissindBitratenvon16,24sowie32Bitgängig,sowiedie32BitFloating-

Point-Technologie,welcheesdurchdievariableVerwendungvonKommastellen

ermöglichtnochexaktereWertezuerzielen.

6.7Wandlungsfehler/Wandlungsverlust

BeimWandelnvonanalognachdigital,digitalnachanalogsowiezwischendigitalen

FormatenkanneszuFehlernsowievorhersehbaremDatenverlustkommen.

Jitter:UngenauigkeitderTaktfrequenzbeiderAbtastungderanalogenWellebeider

A/D-Wandlung(Taktzittern);DadurchentstehenPhasenproblemeund

Frequenzschwankung

Glitch:vorübergehendeFalschausgabevonAudioinformationenbeiderA/D,D/D

oderD/A-Wandlung;EskommtzuKnacksern,temporärenAussetzern,nicht-linearen

Verzerrungen

Aliasing:FehlinterpretationvonFrequenzenoberhalbderNyquistfrequenzbeider

A/D-oderD/D-Wandlung;EsentstehenzusätzlichemeistimHörbereichliegende

Frequenzen

Bitratenkonvertierung:VerschiedenedigitaleAudioformateverlangen unterschiedlicheBittiefen,beiderKonvertierungzwischendenFormatenkanneszu

Datenverlustkommen.Wandeltmanbeispielsweisevon32Bitnach24,16oder8Bit

verkleinertsichderdigitaldarstellbareWertebereich,somitkommteszuUngenauigkeiten

sowieRundungsfehlernbeimQuantisieren.

Bsp:HateinSampleden(imDezimalsystemdargestellten)Wert20bei24Bit,so

müsstemanbeiderKonvertierungnach16Bit2/3desOriginalwertesnehmen,was

13,3333….entspräche.Kommastellensindjedochnurbeider32-Bit-Floating-Point-

Technologieverfügbar,d.h.esbleibtderWert13übrig.EsentstehteinRundungsfehler

von0,3333…AusdiesenUngenauigkeitenherausentstehentreppenförmigeWellen,

welchesichdannmeistmiteinemscharfen,sägezahnartigenKlangbemerkbarmachen

bzw.miteinerbesonderenFormdesRauschens,demQuantisierungsrauschen.

UmdiesemFehlerentgegenzuwirkenverwendetmandasDitheringbeider

BitratenkonvertierungvonhöherennachniedrigerenBitraten.BeimDitheringwirddem

SignalRauschenhinzugefügt,welchesdieTreppenbildungvermeidetunddasSignalkann

trotzhöhererRauschenergiebesserwahrgenommenwerden.Diesistauchvergleichbarmit

demDitheringinderBildbearbeitung:

demDitheringinderBildbearbeitung: Original:24Bit 8BitohneDithering 8BitmitDithering
demDitheringinderBildbearbeitung: Original:24Bit 8BitohneDithering 8BitmitDithering

Original:24Bit

demDitheringinderBildbearbeitung: Original:24Bit 8BitohneDithering 8BitmitDithering

8BitohneDithering

demDitheringinderBildbearbeitung: Original:24Bit 8BitohneDithering 8BitmitDithering

DiemeistenSequenzerarbeiteninternmitder32-Bit-Fließkomma-Technologie,

ProToolsHDmit48Bit,dahersolltefürdenMixdownmeist‚gedithert‘werden.

Dither-PlugininProTools

Dither-PlugininProTools Sampleratenkonvertierung:

Sampleratenkonvertierung:WieauchbeiderBitratenkovertierungentstehtauchbei derKonvertierungzwischenSampleratenfastimmerDatenverlust.Sowohlbeider KonvertierungvonhöherennachniedrigerenSampleratenalsauchumgekehrtkönnen

dieseVerlusteauftreten.BeispielsweisebeiderKonvertierungvon48kHznach44,1kHz

wirddasAbtastintervallgrößer,d.h.dieAnzahlderWerte(Samples)verringertsich,die Wellewirdsomitungenauer.Hinzukommt,dassdieAbtastzeitpunktederneuen SampleratezwischendenenderaltenSamplerateliegen,d.h.essindeffektivfürdiese ZeitpunktekeineWertevorhanden.DiesemüssenmithilfevonInterpolationbzw.jenach Hersteller,mitbesserenoderschlechterenAlgorithmenerrechnetwerden.(Testsvon Samplerateconvertern:http://src.infinitewave.ca/)AusdiesemGrundkannesauchbeider

Konvertierungvonz.B.48kHznach88,2kHzzuQualitätsverlustkommen(!).Dieeinzige

KonvertierungbeiderkeineVerlusteentstehensinddieineinhöheresganzzahliges

Vielfaches(z.B.44,1kHznach88,2kHz).EbenfallslässtsicheineSampleratebesservon

88,2kHznach44,1kHzkonvertierenalsvon96kHz.Vondaherempfiehltessichvon

AnfanganinderSampleratezuarbeiten,dieamEndebenötigtwird(,oderder

doppelten).FolgendeTabellestellt2FormatedarmitdenempfohlenenSampleraten.

6.8DigitaleSchnittstellen

6.8DigitaleSchnittstellen

MittlerweilegibtesunzähligeMöglichkeiten,Audiodatendigitalzuübertragen.Viele HerstellervonaudiotechnischenGerätenkochendabeiihreigenesSüppchenworaussich eineVielzahlandigitalenSchnittstellenergebenhat,welcheuntereinandermeistnicht

kompatibelsind.Folgendsinddie3gängigenFormateimAudiotechnikbereichgenannt:

SPDIF(SonyPhilipsDigitalInterfaceFormat)

MeisteineunsymmetrischeChinchverbindung,dieesermöglicht2Kanälemitbiszu

24Bitund48

kHzzuübertragen.EineSPDIF-Übertragungkannauchmittelseineroptischen

Verbindunghergestelltwerden(TOSLINK).

AES/EBU(AudioEngineeringSociety/EuropeanBroadcastingUnion)

MeistsymmetrischeXLR-Verbindung,dieesermöglicht2Kanälemitbiszu24Bitzu

übertragen.

ADAT(AlesisDigitalAudioTape)

UrsprünglichfürADAT-RecorderentwickeltesFormat,dassesmittelseiner

TOSLINK-Verbindung

ermöglicht8Audiokanälemit24Bitzuübertragen.

6.9DigitaleSchallspeicherung

6.9.1Audioformate

UnkomprimierteDatenformate

RelevanteunkomprimierteFormateinderAudiotechniksindz.B.WAV(Microsoft),

AIFF(Apple).DieAudiodatenliegenalsPCM-Rohdatenvor,d.h.alszeit-und

wertdiskreteDarstellungdeszeitlichenVerlaufseinesSignals.PCMstehtfürPuls-Code-

ModulationundbeschreibtdieWandlungeineszeit-undwertkontinuierlichenanalogen

Signalsineinzeit-undwertdiskretesdigitalesSignal.(sieheDigitaltechnik1–A/D-

Wandlung)

VerlustbehafteteAudiocodecs(Lossy)

ZudenverlustbehaftetenAudiocodecszählenz.B.MPEG-1AudioLayer3(MP3),

AdvancedAudioCoding(AAC),WindowsMediaAudio(WMA),Ogg-Voribs(OGG).

ZieldieserCodecsistes,möglichstnurInformationenzuspeichern,diederMensch

bewusstwahrnimmtundsomitdieDatenmengeaufeinenBruchteilzureduzieren.Dabei

bedientsichderEncoderderpsychoakustischenGrundlagen.Faktist,dassbeidiesem

VorgangInformationenausdenAudiodatenentferntwerden,d.h.dieseauchnicht

wiederhergestelltwerdenkönnen.DieseCodecssindsomitverlustbehaftetund

verschlechterndieAudioqualität.

BeiobengenannteCodecskannmaneineBitratewählen,diedieStärkeder

KompressionbestimmtundsomitauchdieGrößederAudiodatei.Vielemp3swerdenz.B.

mit128kBit/scodiert(scheußlich!),somitergibtsicheineDateigrößevonca.2,8MBfür

eine3minAudiodatei,dasentsprichtca.10%derDatenbeieinerAudio-CD.Eineweitere

Varianteist,dieBitratenichtaufeinenWertfestzulegen,sonderneineSpannezwischen

einemMinimal-undMaximalwertanzugeben(variableBitrate).DerEncodercodiertdann

einzelneZeitabschnittejenachKomplexitätdesAudiosignalsmithöhereroderniedrigerer

Bitrate.DieResultatesindbeivariablenBitratenmeistbesser.

VerlustfreieAudiocodecs(Lossless)

VerlustfreieCodecswieFreeLosslessAudioCodec(FLAC),Monkey’sAudio(APE),

AppleLossless,erlaubeneineverlustfreieDatenreduktionaufbiszu50%der

Originaldatei.DieKomprimierungistsomitnichtsostarkwiebeidenKollegenvonder

Lossyabteilung,hatdafürjedochkeineQualitätseinbußenzurFolge.

Audio-CompactDisc

WurdevonPhilipsundSonyentwickeltundistseit1980aufdemMarkt.Esspeichert

DateninoptischerForm,d.h.mitLasertechnologiewirddieDatenschichtderCD

gebranntbzw.abgetastet.Siekommtin2Größenvor,12cmund8cmDurchmesser,wobei

letztereidR.fürPromozweckeverwendetwird.DervonPhilipsundSonyfestgelegte

RedbookStandardbestimmtdasFormatundgewissenRichtlinien,dieeingehaltenwerden

müssen,damitdieAudio-CDzudenAbspielgerätenkompatibelist.NurCDs,diediese

folgendenKriterienerfüllendürfendasCDDA-Logotragen:

folgendenKriterienerfüllendürfendasCDDA-Logotragen:

-Audiodaten:2KanälealsLPCM(linearPulse-Code-Modulation)in44,1kHzund16

Bit-Maximal99Tracks

-JederTrackmussmin.4slangsein

-Gesamtlängenichtmehrals80min-MaximalerPegel(Peak)-0.2dB FS

ZudemkönnenaufeinerAudio-CDsogenannteISRC-Codesgespeichertwerden.

DiesewerdenfürdieLizenzabwicklungzwischenz.B.RadiosenderundLabelgenutzt.

EineerweiterteFormdesRedbookstandardssiehtauchdensogenanntenCD-Textvor,

welcheresermöglichtInterpret,TitelunddieSongtitelaufderCDzuspeichern,welche

dannvonmanchenCD-Playernausgelesenundangezeigtwerdenkönnen.

DieStandardAudio-CDermöglichtAbspiellängenvon74min,CDsmitÜberlänge

haben80minbishinzu90min,wobei90mindieRedbookrichtlinienverletztundsomitzu

manchenGeräteninkompatibelseinkann.

Audio-DigitalVersatileDisc

DieAudio-DVDisteinNachfolgerderAudio-CDundermöglichtdasSpeichernvon6

Audiokanäleninbiszu192kHzund24Bit.SomitunterstütztdieAudio-DVDauch5.1

SurroundzudemsindjenachAudioqualität,AnzahlderKanäleundKapazitätderDVD

Spiellängenbiszu48hmöglich.BeiderAudio-DVDkommtofteinverlustfreier

AudiocodeczumEinsatz(MLP-Verfahrengenannt).DieAudiodatenliegenwiebeider

Audio-CDalsLPCMvor.LeiderhatsichdieAudio-DVDnichtdurchsetzenkönnenund

istnurseltenuntereinigenAudio-Freakszufinden,obwohlsiemitdenmeistenDVD-

PlayernundComputernabgespieltwerdenkann.

SuperAudioCompactDisc

DasKonkurenzproduktzurAudio-DVDistdievonPhilipsundSonyentwickelteSA-

CD.DieDatenwerdenebenfallsaufeinerDVDabgelegt,jedochnichtimLPCM-Format sondernimDirect-Stream-Digital-Format(DSD).DasDSD-Formatspeichertim GegensatzzumPCM-FormatkeineabsolutenWerteproSample,sondernnimmtim

PrinzipdieDifferenzdesaktuellenSampleszumnächsten.Solässtsichmit1Bitund

einerextremHohenAbtastung(ca.2,8MHz)einDatenstromerzeugen,dereine

Bandbreitevon100kHzundeinenDynamikumfangvonca.120dBermöglicht.Vorteil

dieserTechnikistes,dasssieaufgrundderhohenAbtastungbeiderWandlungkomplett

ohneAliasingfilterauskommt.Nachteilist,dassdieWortbreitevon1Bit(d.h.nur2

Zustände:hochoderrunter)einerheblichesWandlungsrauschenzurFolgehat,welches

jedochmithilfevonNoiseShapingindennichthörbarenBereichverschobenwird.

DieSA-CDgibtesin3Formaten,Single-Layer,Dual-LayerundHybrid-Layer.

Single-undDual-LayersindnurmitdenspeziellenSA-CD-Playernkompatibelbzw.

einigevariantenderPlaystationsindauchinderLageSA-CDsabzuspielen.DVD-Player

undherkömmlicheComputersindnichtgeeignet.DieHybrid-LayerSA-CDbesitzteine

CD-Schicht,welchemitnormalenCD-Playernkompatibelist,d.h.esistpraktischeine

Audio-CDinKombinationmiteinerSA-CD.SomitklingteineSA-CDineinem

gewöhnlichenCD-PlayerauchnichtbesseralseineAudio-CD.

SA-CDshabeneinegeschätzteSpiellängevonca.80min,dieserWertistjedochnicht

konstant,daauchhiereinverlustfreiesKomprimierungsverfahren(DST)zumEinsatz

kommt.

AuchdieSA-CDkonntesichaufdemMarktnichtetablieren.

7.MIDI(MusicalInstrumentDigitalInterface)

MidiisteinDatenprotokollumelektronischeInstrumente,Controler,Effektgeräteund Computermiteinanderzuverbinden.DabeiwerdenindemSinnekeineAudiodaten sondernnurBefehlebzw.InformationenwieTonhöhe,Notenlänge,Anschlagstärkeetc. übertragen.DieGerätewerdenviaMidikabel,inzwischenUSB,Ethernetetc.miteinander

verbunden.ProMidi-Anschluss(Port)stehen16MidikanälezurVerfügung,überdie

Datengesendetwerdenkönnen.

EinMidi-Befehlistaufgebautaus3Bytes:demStatusByteund2.Datenbytes.Dabei

bestimmtdasStatusbyte,welcheArtvonNachricht,sowieaufwelchemKanalsie

gesendetwird,dieDatenbytesdenInhalt.

gesendetwird,dieDatenbytesdenInhalt.

MitControlChangelassensichParamterwie,Modulation(Vibrato),Midi-Volume,

Midi-Panorama,Expressionetc.steuern.

ÜberPitchwerdenTonhöhenveränderungenfürz.B.‚Slides‘gesendet(Pitchwheel).

AftertouchistbeidenmeistenKeyboardsvorhandenundüberträgtdenDruck,derauf

dieTastenausgeübtwirdwährendsiebereitsgedrücktsind.Solassensichbestimmte

Parameter/EffekteeinesKlangerzeugerssteuern.Polyphonicbedeutet,dassfürjeTasteein

Aftertouchwertgesendetwird,beimonophonicnureinerfüralleTasten.Auchandere

GeräteaußerKeyboardsnutzenAftertouch.

MitProgramChangekannbzw.konntemanfrüherdiePatches/Programmevon

Klangerzeugernändern.DerBefehlwirdallerdingsvonvielenvirtuellenKlangerzeugern

ignoriert.DieseSpeichernihreEinstellungenohnehindirektimSessionfileab.Sinnmacht

dasvlt.noch,wennmanexterneKlangerzeugerverwendet.

SystemExclusiveMessagessindidR.zumÜbertragenvongerätespezifischenDaten,

wieMididumps(d.h.SpeicherderGerätepatches/KonfigurationineinemSequenzer)oder

z.B.Firmwareupdates,Libraryupdates…

DazurFehlerkorrekturindenDatenbytesnur7Bitverwendetwerden,ergibtsichein

Wertebereichvon0-127proDatenbyte.Daheristdie127dermagischeWertinder

Midibearbeitung.Beispielsweiseist127dermax.Velocity-Wert,esgibtController0-127,

mitWertenzwischen0-127…

EinveralteterStandardfüru.a.dieProgrammbelegunginKlangerzeugernist

GeneralMidi(GM).Dieserhatte128Programme(eswurdebei1angefangenzuzählen,

nichtbei0),dabeiwarfestgelegt,welchesProgrammbeiwelcherNummerzuerklingen

hat.Somusstedie1immereinPianosein,die49einStringEnsembleusw.Das

SchlagzeugwaraufKanal10festgelegtundaufeinebestimmteTastenbelegunggenormt.

DieBasisdieserBelegunghatsichbisheuteinvielenKlangerzeugerngehalten:

EbenfallsdiefolgendenControler-Nummernhabensichdurgesetzt(bei0angefangen

zuzählen):

C1Modulation

C7Volume

C10Panorama

C11Expression

C64Sustain(Pedal)

NebenKeyboardsundKlangerzeugernnutzenauchz.B.DAW-Controleroder

NebenKeyboardsundKlangerzeugernnutzenauchz.B.DAW-Controleroder Blaswandler(Midisaxophon),Midi-Gitarren,Midi-Fußleistenetc.dasMidi-Prokoll.Die meistenverfügendabeiüberMidi-Inund-Out,sowieeinigeübereinenMidi-Thru.An letzteremliegtexaktdasMidisignalvomMidi-Inan,welchessomitaneinenweiteren Klangerzeugerweitergeleitetwerdenkann.SomitlassensichmehrereGeräteinReihe

schaltenundtrotzeinerMidileitungz.B.Klangerzeuger1aufMidikanal1ansteuern,

Klangerzeuger2aufMidikanal2…DieseArtvonVerkettungwirdauchDaisy-Chain

genannt.

8.1Wandler

8.Mikrofone

ImPrinzipisteinMikrofonnichtsanderesalseinWandler,dereinemechanische

WelleineineelektrischeWellewandelt.(SehrselteneDigitalmikrofonewandelnin

digitaleWellenum.)FürdieseWandlunggibtesverschiedeneWandlertypen,diezwei

gebräuchlicheninderMikrofontechniksind:

-derelektrostatischeWandler(Kondensatormikrofon)

-derelektrodynamischeWandler(dynamischesMikrofon&Bändchenmikrofon)

BeideWandlertypenbringenVor-undNachteilemitsich,siesindalsobeiderAuswahl

einesMikrofonseinentscheidendesKriterium.

8.2DasKondensatormikrofon

DasKondensatormikrofonisteinelektrostatischerWandler.DieMikrofonkapselsolch

einesMikrofonsbestehtauseinemKondensator,dessenElektrodeauseinerca.1-10μm

dünnen,schwingfähigenMembranbesteht.DieGegenelektrodehingegenistfixiertund

befindetsichineinemAbstandvonca.5-50μmvonderElektrode.AndenKondensator

wirdeinekonstanteGleichspannungangelegt.WirdnundieMembrandurchSchallwellen

zumSchwingenangeregt,entstehtdurchdieVeränderungendesAbstandszwischenden

KondensatorplattenaucheineÄnderungihrerKapazität.Dieshatschließlich

SpannungsänderungenzurFolge,diedenVerlaufderSchallwellealselektrischeWelle

beschreiben.

AufgrunddeshohenAusgangswiderstandsderMikrofonkapsel,mussdieelektrische

AufgrunddeshohenAusgangswiderstandsderMikrofonkapsel,mussdieelektrische

SchwingungdurcheinenImpedanzwandlerverstärktwerdenundkannanschließendauf

eineMikrofonleitunggegebenwerden.DerImpedanzwandlerbestehtentwederaus

Transistoren,RöhrenoderOperationsverstärkern.

KondensatormikrofonevertragenidR.einenSchalldruckpegelvonca.120-126dBSPL,

modernereauchbiszu148dB SPL .DieserWertwirdGrenzschalldruckgenannt.

DieMembranenkommenbeiKondensatormikrofoneninverschiedenenGrößenvor, manunterscheidetzwischenGroß-undKleinmembrankondensatormikrofonen.Der

DurchmesservonKleinmembranenistidR.Zwischen1⁄4bis1Zoll(d.h.0,64bis2,54cm).

MeistenssprichtmanoberhalbvoneinemZollvonGroßmembran,allerdingsnehmenes

einigeHerstellernichtsogenaudamit.

Kleinmembrankondensatormikrofon

EinekleinereMembranlässtsichaufgrundihrergeringerenMasseschneller auslenken,d.h.KleinmembranmikrofonezeichnensichidR.durcheinbesseres Impulsverhalten undeinepräzisereAbbildunghoherFrequenzenaus.Die EigenresonanzfrequenzbeikleinenMembranenliegthöherundnichtseltenaußerhalbdes Hörbereichs,waszueinemlinearerenFrequenzverlaufführt.DiegeringeGrößeder MikrofonkapselbegünstigtdenBeugungseffektvonSchallwellenhöhererFrequenzen,die z.B.vonhintenodervonderSeiteaufdasMikrofonauftreffen.DasResultatisteine gleichmäßigereRichtcharakteristiküberdasgesamteFrequenzspektrum.

Großmembrankondensatormikrofone

EinVorteilvongrößerenMembranenist,dassdieMikrofonkapselansicheinstärkeres Signalliefernkann,wodurchsichderRauschabstand erhöht.Ebensoeignensich GroßmembranmikrofonebesserfürdieNahmikrofonierungvonsichleichtbewegenden

Schallerzeugern(z.B.Sänger/in).Aneiner4cmgroßenMembranvorbeizusingenisteben

schwierigeralsaneinermitnur1cmDurchmesser.DieakustischenEigenschaften

scheinenjedochfürdasKleinmembranmikrofonzusprechen,trotzdemwerdenbeide

Typengleichermaßeneingesetzt.UndhierstelltsichdieFrage,obeinperfektlinearesund

impulstreuesMikrofonüberhauptdasist,woraufesfüreingutesRecordingankommt.

BetrachtetmaneinMikrofonmehralseinInstrumentwirdklar,dassmöglicherweise

genaudieseAbweichungenüberhauptrechtfertigen,dassessovieleverschiedene

exzellenteMikrofonegibt.KurzumesgehtumdenCharakterunddieKlanggestaltungder

AufnahmeunddasfängtbeiderMikrofonwahlan.EinMikrofondarf‚klingen‘.Gerade

ausdiesemGrundwerdenGroßmembranez.B.besondersgernefürSänger/innen

eingesetzt,aberauchinvielenanderenAufnahmesituationen,indenenmaneinegewisse

Klangfärbungmöchte.

Phantomspeisung

Wiebereitserwähnt,benötigenKondensatormikrofoneeineVersorgungsspannung,um

dieMikrofonkapselzupolarisieren.OhnedieseKapselvorspannungfunktioniertein

Kondensatormikrofonnicht.DieVersorgunggeschiehtidR.übereinexternesGerät,wie

z.B.einemMikrofonvorverstärker,Mischpult,Audiointerface,etc.,welcheseine48V

GleichspannungüberdieMikrofonleitungamMikrofonanlegt.Mittelsder

PhantomspeisungwirdjedochnichtnurdieMikrofonkapselsondernauchder

Impedanzwandlerversorgt.MeistkannmandiePhantomspeisungproKanal(anz.B.

einemMischpult)getrenntan-undabschalten,beimanchenGerätenistdiesnurfür

mehrereKanälegleichzeitigmöglich.UndwennmalwiederdieFrageaufkommt-

„Warumhörichnix?“–könnteesaneinemhungerndenKondensatormikroliegen.

DasElektretkondensatormikrofon

DasElektretkondensatormikrofonhatfürdieMikrofonkapselkeineexterne

Spannungsquellenötig.DieKapselistmit‚dauerhaft‘polarisiertenFolienausgestattet

wodurchdiePhantomspeisungfürdieKapselentfällt.Das‚Dauerhaft‘istjedochrelativzu

sehen,dieKapselspannunglässtimLaufederJahrenach,dementsprechend‚altern‘

Elektretkondensatormikrofone.DerImpedanzwandlerhingegenmussmitStromVersorgt

werden,dieserkommtjedochauchmitderSpannungeinerBatterieaus.Soverfügen

ElektretkondensatormikrofonemeistüberbeideMöglichkeiten,entwedermitBatterieoder

viaPhantomspeisungbetriebenzuwerden.SomitsindElektretkondensator-mikrofone

dorteineguteAlternative,wokeinePhantomspeisungzurVerfügungsteht.

8.3DasDynamischeMikrofon

DynamischeMikrofonefunktionierennachdemPrinzipderInduktion.Die

MikrofonkapselbestehtauseinemMagneten,inwelchemsicheinelektrischerLeiterim

RhythmusderSchallwellenbewegt.AufgrunddieserBewegungentsteht

Induktionsspannung,welcheschließlichdieSchallwellealselektrischeWelleabbildet.Es

gibtzweiBauformenvondynamischenMikrofonen,dasTauchspulenmikrofonunddas

selteneranzutreffendeBändchenmikrofon.

DasTauchspulenmikrofon

BeimTauchspulenmikrofonistanderMembraneineTauchspuleangebracht,diesich

zwischendenPoleneinesPermanentmagnetenbefindet.WirddieMembranaufgrundvon

SchallwellenzumSchwingenangeregt,bewegtsichmitihrauchdieTauchspule.Ander

Tauchspule,alselektrischerLeiter,kannnundieentstehendeInduktionsspannung

abgegriffenwerden.EineImpedanzwandlungistidR.nichtnötig,dader

AusgangwiderstandbereitsdenAnforderungeneinesMikrofonvorverstärkersentspricht.

PhantomspeisungbenötigteinTauchspulenmikrofonsomitnicht,esstörtsichaberauch

nichtdaran,wennPhantomspannunganliegt.

DasTauchspulenmikrofonistimVergleichzuKondensator-oderBändchenmikrofonen relativgünstigundsehrrobust.DasistauchderGrund,warumTauchspulenmikrofone besondershäufigimLivebereichzumEinsatzkommen.AberauchimTonstudiowerden siegernezurNahmikrofonierungvonz.B.BassDrum,Snare,Toms,Gitarrenampsund Blechbläsernverwendet,dasiemeistauchhohenSchalldruckvertragenkönnen

(Grenzschalldruck>140dB).AllerdingssindImpulsverhalten(sieheAbbildunglinks),

klareHöhenabbildungsowieeinlinearerFrequenzverlaufnichtdieStärkenvon

Tauchspulenmikrofonen.AufgrundderTauchspulemusseineSchallwellevielmehr

MasseinBewegungbringen,alsdiesz.B.beieinemKondensatormikrofonderFallist.

DemnachreagiertdasMikrofonrelativträge,ebenfallsbringtdieTauchspuleeine

Eigenresonanzmitsich,dienurschwierigkompensiertwerdenkann.

Eigenresonanzmitsich,dienurschwierigkompensiertwerdenkann.
DasBändchenmikrofon(engl.Ribbon) DasBändchenmikrofonhatdiesesProblemnicht,dabeidiesemPrinzipaufeine

DasBändchenmikrofon(engl.Ribbon)

DasBändchenmikrofonhatdiesesProblemnicht,dabeidiesemPrinzipaufeine Tauchspuleverzichtetwird.StattdessenistdieMembranselbstderelektrischeLeiter,der

sichzwischendenMagnetpolenbefindet.DieMembranbestehtauseinem2-4mmbreiten

undeinigencmlangenAluminiumstreifen.DurchdieBewegungderMembranentsteht Induktionsspannung,dieeineAbbildungderSchallwelleergibt.Aufgrunddergeringen MembranmassesindBändchenmikrofoneimpulsschnellundverfügenübereinenlinearen Frequenzgang.DahersindsieklanglichmitKondensatormikrofonenvergleichbar,haben allerdingsdenNachteil,dasssiesehrempfindlichsind.WindundzuhoherSchalldruck könnendazuführen,dassdasBändchenreißt.DasThemaPhantomspeisunginBezugauf Bändchenmikrofoneistetwasirreführend,Tatsacheist,dasseingewöhnliches BändchenmikrofonkeinePhantomspeisungbenötigt(abgesehenvoneinigenModellenmit aktiverÜbertragerelektronik).IneinigenQuellenwirdverbreitet,dassdie PhantomspeisungBändchenmikrofonezerstörenkann,dadasBändchendurchbrennt, wennmanStromdurcheshindurchleitet.DieseAussageistzumTeilMythosundzum TeilWahrheit.SiestammtausderZeitvorderPhantomspeisung,alsMikrofonemit

Tonaderspeisungbetriebenwurden.BeiderTonaderspeisungwerden12VGleichstromauf

dieSignaladern(aundb)einersymmetrischenLeitunggegeben.Wirdnunein Bändchenmikrofonangeschlossen,fließtdurchdasBändchenStrom,daesjamitbeiden Signaladernverbundenist.AufdieseWeisehabenvermutlicheinigeBändchenmikrofone denTodgefunden.DiePhantomspeisunghingegenfunktioniertetwasanders.Dabeiwird

derPluspoleiner48VGleichspannungaufbeideSignaladerngelegt,derMinuspolliegtan

derAbschirmungan.DazwischendenSignaladernkeineSpannungherrschtfließtauch

keinStromimBändchenundesistsomittheoretischungefährdet.Dennochkönnen

fehlerhafteKabel,DefektebeiderPhantomspeisungoderauchdasRausziehenund

EinsteckendesMikrofonkabelszu(vorübergehendem)Stromflussführenunddas

Bändchenzerstören.DahersolltemandiePhantomspeisungabschalten,bevormanein

Bändchenmikrofonenverkabelt.

Bändchenmikrofonenverkabelt. 8.4Richtcharakteristik

8.4Richtcharakteristik

VieleMikrofonenehmeneintreffendenSchallwelleninAbhängigkeitvonihrer Richtungunterschiedlichstarkauf.BeispielsweisestrecktderanimierendeSängersein

ShureSM58insPublikum,wennerdieseszumMitsingenanstiftenwill.Dasgerade

genannteMikrofonmodelreagiertalsoaufSchalldervonvorneauftrifft,nichtaberauf

jenenvonhinten.BeispielsweisegibtesaberauchMikrofone,dieSchallausallen

Richtungengleichmäßigaufnehmen.Mikrofoneverfügenalsoüberunterschiedliche

Richtcharakteristiken,diejenachAnwendungsgebietzumEinsatzkommen.Esgibt

folgendeRichtcharakteristiken:

folgendeRichtcharakteristiken:
folgendeRichtcharakteristiken:
folgendeRichtcharakteristiken:
folgendeRichtcharakteristiken:
folgendeRichtcharakteristiken:
folgendeRichtcharakteristiken:
folgendeRichtcharakteristiken:

(v.l.n.r.)Kugel(Omnidirectional),BreiteNiere(Subcardioid),Niere(Cardioid),

Superniere(Supercardioid),Hyperniere(Hypercardioid),Acht(Bidirectional),Keule

(Directional)

DieobigenAbbildungen,veranschaulichendiejeweiligeRichtcharakteristikund werdenPolardiagrammgenannt.DabeibefindetsichdasMikrofoninderMittedes

Diagramms,dieAufsprechrichtungistbei0°,alsodasMikrofonzeigtnachoben.Das

zweidimensionalePolardiagrammmussmangedanklichineinendreidimensionalenRaum

übertragen,d.h.derKreisderKugelcharakteristikstellteineKugeldar.

Druckempfänger

DieMikrofonmembraneinesDruckempfängersistdemSchallfeldnurvoneinerSeite

ausgesetzt,dieRückseitederMembranistluftdichtabgeschlossen.DurchSchallwellen,

alsoDruckunterschiede,wirddieMembranausgelenkt,daherderNameDruckempfänger.

AuftreffendeSchallwellenwerdenimPrinzipvonallenSeitengleichwertigaufgenommen,

daBeispielsweiseSchallwellenvonhintenundvonderSeiteumdieKapselherum

gebeugtwerden,einDruckempfängerverfügtsomitübereineKugelcharakteristik.

AllerdingsbeugensichnurWellenmiteinerWellenlängekleineralsdieMikrofonkapsel,

somitkommtesbeihohenFrequenzenzur

BeeinflussungderRichtwirkunginAbhängigkeitvonderGrößederMikrofonkapsel.

IdealerDruckgradientenempfänger

IdealerDruckgradientenempfänger

DieMembraneinesDruckgradientenempfängersistzubeidenSeitenhinoffen,d.h. sowohldieVorder-alsauchdieRückseiteistdemSchallfeldausgesetzt.Beieinemidealen Druckgradienten-empfängergibteszwischenderKapselvorder-undRückseitepraktisch keinenUnterschied(Abb.A/B),aberwieverhältersichbeiseitlichauftreffendemSchall?

TriffteineSchallwelleineinem90°-Winkelein,sowirdsiegleichermaßenzubeiden

SeitenderMembranhingebeugt,siedrücktalsovonvorneundhintenmitgleicherKraft

aufdieMembran.DasResultatisteinekompletteAuslöschungderSchallwelle(Abb.C).

JenachEinfallswinkeldesSchallsentstehensomitkomplettebisgarkeineAuslöschungen

(Abb.D).EinidealerDruckgradientenempfängerverfügtsomitübereine

Achtcharakteristik.

Achtcharakteristik. MikrofonemitNierencharakteristik BeieinemMikrofonmitNierencharakteristikistdieMembranzubeidenSeitenhin

MikrofonemitNierencharakteristik

BeieinemMikrofonmitNierencharakteristikistdieMembranzubeidenSeitenhin offen,dasmachtdieseMikrofonezumDruckgradientenempfänger.AnderRückseiteder MikrofonkapselsindakustischeLaufzeitgliederangebracht,diedenWegdesSchallsso

beeinflussen,dassz.B.eineAuslöschungdesSchallsbei180°erfolgt.Dervonhinten

auftreffendeSchallwirdalsoverzögert,sodasserzeitgleichmitdemaufdieVorderseite

gebeugteneintrittundeszurAuslöschungkommt.Daherverfügensolchegerichteten

MikrofoneüberzusätzlicheseitlicheSchallöffnungen.Werdendieseversehentlichz.B.mit

derHandzugehalten,ändertsichdieRichtcharakteristikdesMikrofons,wasinder

BeschallungstechnikschnellzuRückkopplungenführenkann.DieRichtwirkungeines

MikrofonsistjedochnichtfüralleFrequenzengleich.DieNierencharakteristikfürtiefe

Frequenzenaufrechtzuerhalten,hätterelativgroßeLaufzeitgliedernötig,waswiederum

zuriesenMikrofonenführenwürde.DieRichtcharakteristikwirdsomitzutiefen

Frequenzenhinkugelförmiger.

MikrofonemitRichtrohr

DafüreinigeAnwendungeneineNierencharakteristiknichtgerichtetgenugist,wurde

dieRichtwirkungvonMikrofonenmithilfeeinesRichtrohrsverbessert.DiesesRohr

besitztseitlichSchlitzeoderLöcher,diedazuführen,dasssichseitlicheintreffende

Schallwellen(imOptimalfall)gegenphasigüberlagernundauslöschen.Aufgrunddieser

InterferenzenergibtsicheineKeulencharakteristik,dasRichtrohrmikrofonwirdauch

Interferenzempfängergenannt.JelängerdasRichtrohr,destobesseristidR.die

Richtwirkung,jedochgiltauchhier,dassdieRichtwirkungzutiefenFrequenzenhin

abnimmt.RichtrohrmikrofonewerdenbesondersgerneimFilm/TV-Bereicheingesetzt,da

MikrofoneoftmalsnichtimBildseindürfenunddahereingrößerer

AbstandzurSchallquellenötigist.

AbstandzurSchallquellenötigist. MikrofonemitveränderbarerRichtcharakteristik

MikrofonemitveränderbarerRichtcharakteristik

UmeinMikrofonnochvielseitigereinsetzenzukönnen,sindHerstelleraufdieIdee

gekommen,MikrofonemitmehrerenRichtcharakteristikenauszustatten.EinigeHersteller

realisierendiesmiteinerArtmodularemSystem,d.h.esbestehtdieMöglichkeit

Mikrofonkapselnauszutauschen,wiediesz.B.beimOktava

MK-012derFallist.(sieheAbb.).

MK-012derFallist.(sieheAbb.).

EineandereTechnik,diedasUmschaltenzwischenCharakteristikenperSchalter

ermöglichtistdieDoppelmembrantechnik.DieMikrofonkapselistdabeisowohlaufder

Vorder-alsauchaufderRückseitemiteinerMembranausgestattet,zubeidenRichtungen

hinbestehteineNierencharakteristik.DurchKombinationenBeider,lassensichnun

verschiedeneRichtcharakteristikenerzeugen.SoergebendiegleichwertigeAdditioneine

KugelcharakteristikunddieSubtraktionderHinterenvonderVordereneine

Achtcharakteristik.NutztmannurdieVordereMembran,hatmaneine

Nierencharakteristik,durchdasanteiligeZumischenoderAbziehenderhinterenMembran

kannmanschließlichaucheinebreiteNieren-oderSupernierencharakteristikerzeugen.

8.5Nahbesprechungseffekt(Proximityeffect)

DruckgradientenmikrofoneweisenimNahfeldeinenanderenFrequenzgangaufalsim

Fernfeld.JenähersichdieSchallquelledemMikrofonannähert,destostärkerwerdentiefe

Frequenzenüberbetont.OftwirddieserEffektgenutzt,umz.B.einerStimmemehr

Volumenzuverleihen(Radiosprecher),ansonstenlässtersichmitFilteroderEQ

bekämpfen.BeiidealenDruckgradientenempfängernistderNahbesprechungseffekt

größeralsz.B.beijenenmitNierencharakteristik.BeiDruckempfängerntrittdieserEffekt

nichtauf.

8.6Mikrofonzubehör

Spinne

DieSpinnedientzummechanischenEntkoppelndesMikrofonsz.B.vomStativ.So

kannKörperschallisoliertwerden.

kannKörperschallisoliertwerden. Popschutz

Popschutz

DerPopschutzdientzumFilternvonexpressivenPoplautenbeiSänger/innen,diezu

einerStarkenAuslenkungderMembranundsomitVerzerrungführenwürden.Zudem

SchütztderPopschutzdasMikrofonvorSpucke.

SchütztderPopschutzdasMikrofonvorSpucke. Windschutz

Windschutz

DerWindschutzkommtidR.draußenzumEinsatz,umdasMikrofonvorWindzu

schützen.

Windschutz DerWindschutzkommtidR.draußenzumEinsatz,umdasMikrofonvorWindzu schützen.

9.Signalbearbeitung

9.1KünstlicheRäume

KünstlicheRäumesindausderTontechniknichtmehrwegzudenken.Sowohlim

BereichderMusik-alsauchFilm-,TV-undRadioproduktionwirdmitkünstlichen

Hallräumengearbeitet.HeutzutagesinddabeimeistdigitaleHallgeräteoderPluginsim

Einsatz,selteneranaloge(historische)HallgerätewieHallplattenoderFederhall.In

einigenGitarrenverstärkernwerdenweiterhinFederhallgeräteaufgrundihrerspeziellen

Klangcharakteristikverbaut.EinespezielleFormderdigitalenHallgeräte/Pluginsistder

Faltungshall(ConvolutionReverb).

9.1.1Nachhallfeder

Dasanaloge,zuverhallendeSignalwirdmittelseinerSchwingspuleaufdasEndeeiner

Federübertragen,welchesozumSchwingenangeregtwird.DieSchwingungderFeder

wirdamanderenEndealsverhalltesSignalmittelseinerweiterenSchwingspulewieder

abgegriffen.

9.1.2Hallplatte

DieHallplattewarbesondersinden70ernbeliebtundprägtedenSoundvieler

MusikproduktionendieserZeit.Siewurdeinden80ernvondendigitalenHallgerätenzum

Großteilverdrängt.EineHallplatteisteinefreischwingendeStahlplattevon1x2m,auf

welchedaszuverhallendeSignalmittelseineselektromechanischenWandlersübertragen

wird.DiesomitübertragenenSchwingungenbreitensichWellenförmigausundwerdenan

denKantenderPlattereflektiert.MithilfevonpiezoelektrischenTonabnehmernwirddas

verhallteSignalderPlatteabgenommen.DurchÄndernderPositiondesTonabnehmers,

sowiedurchmechanischeDämpferanderPlattekanndieHallzeitsowiePositionim

künstlichenRaumeingestelltwerden.StatteinergroßenStahlplattewurdenauchkleinere

goldbedampfteFolienverwendet.DadieKlangcharakteristikineinigeProduktionen

wiedergefragtist,istdieHallplatteinvielendigitalenHallgerätenalsNachbildungzu

finden.

9.1.3DigitaleHallgeräte/Plugins

finden. 9.1.3DigitaleHallgeräte/Plugins

DigitaleHallgeräte/PluginsberechnenmithilfeeinesDSP(DigitalSignalProcessor)

verschiedeneRäume.JenachQualitätundBauweiselassensichverschiedeneParameter

einstellen,umGröße,AbstandundBeschaffenheiteinesRaumesnachzubilden.

Algorithm:BestimmtdieCharakteristikdes“Raums”.

Size:Ja…GrößedesRaums

Diffusion:DichtederReflexionundsomitBeschaffenheitdesRaumes;einniedriger

Wertbedeutet

glatteOberflächen,einhoherWertraueOberflächenund/odervieleGegenstände,

Säulenetc.

DecayistdieNachhallzeit(RT60)

Pre-DelaybestimmtdenzeitlichenAbstandzwischenDirektsignalundBeginnder

Hallfahne.(nichtjedochzwischenDirektsignalundEarlies!)DieAnfangszeitlückewird

vomHallgerätmeistinAbhängigkeitvomPre-Delayberechnet.

DieDefinitiondesBegriffsPre-DelayistjedochnichtEinheitlichundbeieinem

anderenHerstellermöglicherweiseanders.(DerBegriffkommtnochausderZeit,inder

HallgerätenochkeineEarliesgenerierenkonnten.)

DasPre-Delaybestimmt(sowiedieEarlies)sowohldieGrößedesRaumsalsauchden

AbstandzwischenSchallquelleundSchallempfänger.IneinemkleinenRaumistdasPre-

Delaykürzer,ineinemgroßenRaumlänger.IstdieSchallquellenah,istdasPre-Delay

lang,istsiefern,istdasPre-Delaykurz.

MixbestimmtdasVerhältniszwischenDirektsignalundHallanteilundsomitden AbstandderSchallquellevomEmpfänger.IdR.beschicktmaneinenHallübereinenSend, d.h.dasVerhältnisDirektsignalundHallwirdüberdenSendreglereingestellt.Folglich

solltederMix-Reglerdannauf100%stehen!

HFCut/LPFilter:HPFundLPFzumBeeinflussendesFrequenzverlaufsundsomit

BeschaffenheitdesRaumes;ungedämpfteHöhenklingenehernacheinemharten(z.B.

gekachelten)Raum,wenigerHöhenkommeneinemmitHolzausgekleidetemRaum

näher.

9.1.4Faltungshall/ConvolutionReverb

WiebereitserwähntgibteseineSonderformvondigitalenHallgeräten/Plugins,den

Faltungshall.DieserarbeitetmitsogenanntenImpulsantworten(IR=ImpulseResponse),

d.h.eswurdedafürechteHallräume(Konzertsäle,Opernhäuseretc.)gesampelt.Aufdiese

WeiselassensichsehrauthentischechteRäumeaufkünstlicheWeisenachbilden.Die

gesampeltenRäumelassensichimHallgerätmeistnochbearbeiten,d.h.Größe,Hallzeit

etc.

9.2Sidechainkompression EinKompressorlässtsichinternin2Signalleitungenaufsplitten,demAudiosignalund

9.2Sidechainkompression

EinKompressorlässtsichinternin2Signalleitungenaufsplitten,demAudiosignalund

demSteuersignal.DasAudiosignalistdasSignal,welcheskomprimiertundam

AudioausgangdesKompressorsausgegebenwird.DasSteuersignalistdie

Bewertungskurve,anhandwelcherderKompressorunterBerücksichtigungderParameter

(Threshold,Ratio…)komprimiert.Beider‚normalen‘KompressionsindAudiosignal

undSteuersignalidentisch.

undSteuersignalidentisch.

BeiderSidechainkompressionwirddasSteuersignaldurcheinexternesSignalersetzt.

SomitlässtsicheinAudiosignaldurcheinandereskomprimieren.

SomitlässtsicheinAudiosignaldurcheinandereskomprimieren.

Hatmanz.B.eineRockproduktion,beiwelchereineBassdrumoderSnaredrumnicht

gegendieGitarrenwandankommt,kannmanmithilfederSidechainkompressiondie

Gitarrenimmerdannkomprimieren,wenndieBD/SDklingt.

EbensolassensichsogenannteTalkoverschaltungenfürRadioetc.realisieren.Dabei

wirdpraktischautomatischdieMusikleisergeregelt,wennderModeratorspricht.

SidechaininggibtesfürExpanderundGatesundistsomitdasGegenstückzur

Sidechainkompression.GehenwirvonunseremBeispielmitE-GitarrenundBD/SDaus,

sowürdebeimSidechaingatingnurdanneinGitarrensignal‚durchkommen‘,wenneine

BD/SDgespieltwird.

AufdieseWeiselassensichz.B.auchBDsanfetten,fallssienichttiefgenugkommen.

DazukannmaneinentiefenSinusumdie40/50Hznehmen,welcherdurcheinGate

geschicktwird,andessenSidechaineingangdasBD-Signalanliegt.DerSinuswirdnun

nurdurchdasGategelassen,wenndieBDklingt.

9.3Brickwall-Limiter

DerBrickwalllimiteristeineSonderformdesLimiters.DieRatioistfestauf1:∞

eingestelltundgarantiertsomit,dassderPegeldenThresholdniemalsübersteigt.Erwird

idR.beimMasteringangewandtumLautheitzuerzielenundistsomitmeistdasLetzte

GerätinderSignalkette,bevoreinSongaufderCDo.ä.landet.AuchimRundfunkbereich

istderBrickwalllimiternichtwegzudenken,daerzumeineneinedermächtigstenWaffen

imLautheitskriegdarstellt(jederSenderwilllauterseinalsderandere,da

fälschlicherweisefetterSoundmitLautgleichgesetztwird…),andererseitsdienterals

SchutzschaltungbevordasSignal‚onAir‘geht.Pegelspitzenkönntennämlichandere

SenderstörenoderdieSendeelektronikzerstören.

EinherkömmlicherLimiterreagiertaufeinSignal,d.h.erkomprimierterst,wennder

Thresholdüberschrittenist.Indieser‚Reaktionszeit‘könnenPegeloberhalbdes

ThresholdsamAusgangdesLimitersauftreten.AusdiesemGrundwurdedieLook-

Ahead-Schaltungentwickelt.DasSignalwirdimLimiterumeinZeitintervallverzögert,

dieseZeitspannewirddanngenutztumdasSignalzuanalysierenundbereitsmitder

ÜberschreitungdesThresholdszulimitieren.DerLimiter‚schautsomitpraktischindie

Zukunft‘.

InProToolsistebenfallseinenBrickwalllimitervorhanden,genanntmaxim.Die

ParameterThresholdundReleasesindbereitsbekannt,Ceilingbestimmtden

Ausgangspegel.EinAttackreglermachtlogischerweisebeiBrickwalllimiternkeinenSinn.

DaderBrickwalllimiteridR.EndederSignalkettesteht,habenvieleHerstellerauch

einDithering-ModuldirektinihrenLimiterintegriert.

MancheHerstellerhabenstatteinemThreshold-ReglereinenInput-Regler

MancheHerstellerhabenstatteinemThreshold-ReglereinenInput-Regler

verbaut/programmiert.DerThresholdistinternauf0dBfestgelegtundmittelsdesInput-

ReglerssteuertmanwiestarkderLimiterarbeitet.(D.h.Input+3dBentsprichtimPrinzip

Threshold-3dB.)ZudemverfügeneinigeLimiterüberdiverseMeteringeinstellungen,wie

z.B.verschiedenePegelbewertungsskalenfürAudio-CD(PK-RMS),Filmmischungfür

Kino(K-20)oderHomeTheater/DVD(K-14)etc

Kino(K-20)oderHomeTheater/DVD(K-14)etc 9.4Parallelkompression

9.4Parallelkompression

BeiderLimitierungdurcheinenBrickwalllimiterwerdenTransienten(z.B.derAttack

einerSnare)beschnitten.DasResultatkanneindruckloser,schwammigerSoundsein.

EineandereMöglichkeitLautheitzuerzielen,ohnedieTransientenzubeschneidenistdie

Parallelkompression.HierzuroutetmandaszulimitierendeSignalaufeinenzusätzlichen

Bus/Aux,welcher(stark)limitiertwirdundzumunbearbeitetenSignalzugemischtwird.

FolgendeAbb.zeigtdieunterschiedlichenWellenformenvorundnachder

Brickwalllimitierung,sowiederParallelkompression.

9.5M/S-Bearbeitung M/S,bereitsvonderStereomikrofonierungbekannt,wirdauchinderweiteren

9.5M/S-Bearbeitung

M/S,bereitsvonderStereomikrofonierungbekannt,wirdauchinderweiteren

Signalbearbeitungverwendet.ZumeinenlässtsichmittelsderAufteilungvonMitten-und

SeitensignaldasStereofelderweiternoderverkleinern,sowieMitten-undSeitensignal

getrenntkomprimieren,equalizenetc.

DasStereosignal(L/R)musszuvorjedochinM/Sgewandeltwerden.DasMittensignal

bestehtausL+R,dasSeitensignalausL-R.DasAbzieheneinesSignalswirddurchdie

Phasendrehungermöglicht.

M=L+R

S=L-R

DasRoutingistwiefolgt:

Phasendrehungermöglicht. M=L+R S=L-R DasRoutingistwiefolgt: NunlassensichMitteundSeitegetrenntbearbeiten.

NunlassensichMitteundSeitegetrenntbearbeiten.

Achtung:DurchdieAddierungvonLundRkommtesimMittenkanalschnellzu

Übersteuerung.MankannindiesemFallLundRumeinpaardBabsenken,wichtigist

jedoch,dassmandiesfüralle4Signalwegegleichermaßentut.

DawirL/RhörenmussdasM/S-Signalwiederzurückgewandeltwerden.DieFormel

istwiefolgt:L=1⁄2∙(M+S)

R=1⁄2∙(M-S)

EsergibtsichfolgendesRouting:

R=1⁄2∙(M-S) EsergibtsichfolgendesRouting:

BeimWandelnvonM/SnachL/RkommteszueinerPegelverdoppelung,welcheauch

anhandderFormelnnachvollzogenwerdenkann.

M+S=(L+R)+(L-R)=2L

M-S=(L+R)-(L–R)=2R

DieserPegelverdoppelungkannmanmiteinerAbsenkungvon6dBentgegenwirken.

DieumseitigeAbb.zeigtdasRouting(aufgrundderbesserenÜbersicht)inCubase.

DasRoutinglässtsich1:1inProToolsübernehmen,allerdingsmussmandie

PhasendrehungmithilfeeinesPlugins(z.B.demTrim-PluginunterOther)realisieren.

DasRoutingerfolgtmithilfederKanalausgängen(ganzobeninderAbb.)undder

Sends.

EsgibtjedochauchPlugins,diedieseWandlungübernehmen,wiez.B.dasM/S-

EsgibtjedochauchPlugins,diedieseWandlungübernehmen,wiez.B.dasM/S-

Matrix-PluginvonWaves.VieleHerstellerbietenauchM/S-Limiter,M/S-EQsan,in

welchendieWandlungnachM/Sundzurückinbegriffenist.(z.B.Brainworxbx_hybrid

undbx_XL)ZudemnutzenvieleStereo-EnhancerdieM/S-Technik.(z.B.WavesCenter)