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Hommage an das Orchester

von Alexander Loch

Warnung: Dieses Buch könnte ihr Selbstbwusstsein mindern!

Version 1

Prolog:

Kennst du das ? Du erscheinst zur wöchentlichen Musikprobe und das Erste was man zuwirft nach einem kurzen „Hallo“ ist ein Witz über das Instrument das du spielst? Nein? Dann gehörst du zu einer sehr glücklichen Art von Musiker, denn schät- zungsweise 99% aller Witze von und über Musiker oder Musikinstru- mente sind schlichtweg unlustig und unpassend.

Vermutlich allein der Gruppenzwang macht es dass man mitlacht.

Dennoch sollte man Grundsätzliches, also Humor, der so in Proben herrschen kann nicht grundsätzlich angreifen. Würde er fehlen was wür- de uns dann in die wöchentlichen Proben treiben? Doch bestimmt nicht stundenlanges Stillsitzen.

Sodenn ist dieses Buch als kleiner Pausenfüller gedacht. Zum Drinherumblättern wenn mal wieder ewig mit den anderen Re- gistern geprobt wird, wenn man Mundstück oder gar das Instrument vergessen hat, oder wenn man Schlagzeuger ist, die Noten vergessen hat, und daher Pause machen darf. Als Ausnahme gelten hier Paukisten, welche oftmals genug Zeit hätten in den Pausen zwischen den Schlägen selbst so ein Büchlein zu schreiben.

Was du in diesem Buch lesen kannst sind Beobachtungen die ich in vielen Orchestern machen konnte. Wenngleich diese Orchester nichts miteinander zu tun hatte, so haben sie dennoch vieles gemeinsam.

Eins möchte ich zum Schluss noch bringen. In der Klassik heißt es dass Dissonanzen betont werden. Wer also schon einmal ein schlechtes Or- chester gehört hat, der weiß wieso diese laut spielen.

Nun gehts los:

Mit Spaß und Spannung, Humor und Freuden, werdet ihr die Zeit vergeuden, beim Lesen dieses kleinen Buches, bei dem ihr manchmal werdet Fluchen, denn Lustig ist es meist nur dann, wenn man über andre Lachen kann.

Schlimm nur wenn "der Andre" gar, leider man selbst nun einmal war. Aber gewiss lacht man nie über, seine Musikantenbrüder, denn gewiss das wisst auch ihr, MIT den Leuten lachen wir.

Wahrlich möcht ich euch erzählen, welche Sorgen mich so quälen, wenn ich mal hier und auch mal da, Mitglied des Orchesters war. Jeder Vereine hat seine Tücken, manchmal liegt es an den Stücken, ein ander mal und das viel mehr, lag das üben keinem sehr.

Doch jede Instrumentengruppe, kocht meistens ihre eigne Suppe. So ist es kaum verwunderlich, egal wo, sie gleichen sich. Nun seh ich es als meine Gabe, das ich hier nun zu Tage trage, was jede Gruppe hat gemein, ohne dabei fies zu sein. Humor ist wenn man trotzdem lacht, nun gehet hin und gebet acht.

War dies ein richtiges Gedicht? Ist nun schon End mit der Geschicht? Nein! Denn einzig allein das Saxophon, wahrlich der Name sagt es schon, hat quasi hier ein Privilieg, bringt andre auf den richt´gen Weg, es hat nen vollen schönen Ton, von weitem hört man diesen schon, es ist ein Soloinstrument, das weder Dynamik noch Piano kennt, dennoch ist es halt das Schönste, größte, beste und verwöhnste, wenn die Spieler immer wieder, spielen das Orchester nieder.

So viel sei nun vorweg gesagt, ich hoffe dass mich keiner fragt, wie ich auf diese irren Thesen, die ihr gleich hier werdet lesen, komme und woher ich wüsste, wie´s überall zugehen müsste, wie schon gesagt eines ist sicher, euer schallendes Gekicher.

Die Conclusio ist geschrieben, wie bei Busch der Teile sieben. Und nun sputet euch ganz zügig, das Buch ist kurz doch Lacher gütig.

Flöte:

Anfangen möchte ich an dieser Stelle mit den Querlöten. Diese sitzen meistens in der ersten Reihe des Orchesters. Ein passender Titel für diese wäre wohl „Hühner des Dirigenten“ denn kein Register buhlt mehr um dessen Aufmerksamkeit. Was alle Flöten gemeinsam haben ist dass sobald mehr als eine Flöte einen Ton spielt es gar unmöglich scheint diese zumindest im Entfern- testen zu stimmen. Wer Querflöten zudem als quietschig oder gar schrill empfindet ist damit auch nicht alleine, so geht es den meisten anderen Orchestermit- gliedern auch. Ein sehr interessantes Phänomen, welches man bei Flöten zudem beob- achten kann, ist die Sucht zum Vibrato. Egal wann egal ob passend oder unpassend, man wird es nicht los. Dabei ist ne gewisse Hierarchie zu erkennen, von der Zweiten zur Ersten und vor allem der Soloflöte steigt das Vibrato fast exponentiell an.

Klarinette:

Zu Klarinetten gibt es recht wenig zu schreiben. Im Allgemeinen muss man 2 Gruppen unterscheiden: Junge und alte Klarinettisten.

Bei den jungen kann man sagen dass egal wie viele Klarinetten in einem Orchester sitzen, egal ob 50, 25 oder 10, die Lautstärke bleibt gleich. Fast wie ein innerer siebter Sinn werden Klarinetten nie lauter. So kommt es dass oftmals die einzigen Geräusche die in einem Orchester von ihnen warnehmenbar sind Quietschgeräusche sind.

Bei den alten ist es anders, diese spielen zumeist nicht nur ein bis zwei Oktaven höher als die Anderen, nein sie intonieren zudem in diesen Höhen äußerst exotisch und versuchen dies durch motiert ausdauerndes Fortespiel kund zu tun.

Der allgemeine Unterschied zwischen der normalen und der Basskla- rinette ist Übrigens jener dass die Bassklarinette beim Einzelvorspiel laut spielt, jedoch beim Tuttispiel in das Verhaltensmuster einer jungen Normalklarinette fällt.

Oboe:

Etwas über die Oboe zu schreiben, dass auch für Oboisten verständlich ist, gestaltet sich als überaus schwierig. Die Ursachen dafür zu finden ist allerdings relativ einfach, denn; Oboe spielen macht auf Dauer schlicht- weg saudoof! Worauf dies zurückzuführen ist scheint relativ offensichtlich. Ein Musiker dessen Kopf über mehrere Stunden eines Konzertes oder einer Probe einen konstanten Rotton aufweist, kann auf Dauer kaum Gehirn- zellen am Tode hindern.

Saxophone:

Beim Saxophon widme ich mich den drei meistvertrenen Baugrößen. Dem Alt dem Tenor und dem Bariton. Wenn sie auch alle Saxophone sind so verhalten sich Spieler und Instrument im Orchester recht unter- schiedlich. Gemeinsam haben sie nur wenige Dinge; Bittet man sie leise zu spielen ist das Einzige was man hört das Geräuch als wenn jemand

vor dem Erbrechen in eine Tüte hechelt. Bestenfalls ein fffffff

zu hören, welches sich gerne einige Sekunden später in ein fortissimo

tttööööööööööööööööt“ „

forte zu spielen so hört es sich im Allgemeinen kaum anders an;

tööööööööt Eine Möglichkeit Saxophonisten einzuteilen bietet sich selbstverständ- lich auch. So erkennt man verschiedene Saxophonisten am Zustand ihres Blattes. Während es jene Gruppe gibt die an einem Blättchen Monate hat, ungeachtet davon dass sie bereits die Hälfte davon während

des Spielens abgekaut haben, gibt es auch noch die Gruppe der „Könner und Kenner“. Leicht zu erkennen sind diese da sie beim Tuttispiel lieber

an Blatt/Mundstück/Blattschraube/S-Bogen/Mechanik

als mitzuspielen, wieso auch, sie können das Stück schieinbar auch ohne mitzuspielen.

ist

wandelt. Bittet man einen Saxophonisten

fff-

rumfummeln

Was das Altsaxophon von seinen Geschwistern unterscheidet ist der Hang dazu dass sich Wasser im Mundstück sammelt. Für alle die das Geräusch nicht kennen, es ist fast so wie das Rascheln einer Zeitung die ein Beamter während der Arbeitszeit unterm Schreibt zu lesen versucht.

Tenorsaxophone hingegen haben die Angewohnheit dass rein in Zah- len betrachtet 100% Luft in ca. 4% Ton, 80% Luftgeräusche und 16% Sprechgeräusche mit dem Nachbarn, um zu fragen wo man ist, umge- wandelt werden.

Das Bariton könnte man als Mopped des Orchesters erklären. Damit hätte man eigentlich schonmal Größe, Gewicht und Klang gut charakte- risiert. Ein weiteres Merkmal, jedoch vielmehr des Barikoffers ist es dass man diesen notgedrungen auch als Sarg gebrauchen kann, Form und Art der Beschläge erinnern zumindest an einen Solchen.

Fagott:

Fagott ist wohl das Instrument welches am wenigten Muse ausstrahlt. Es klingt wie es aussieht, wie hohles Holz. Ein Fagott nachzubauen scheint nicht schwer. So als eine Mischung zwischen Oboe und Didgeri- doo ist es wohl mehr aus einem gescheiterten Experiment entstanden.

Waldhorn:

Jaja das Waldhorn. Allen als Pausenfüller bekannt tritt es in den Dienst immer dann zu spielen, wenn alle anderen gerade nicht spielen. Ein weiteres Problem welches dem Waldhorn zukommt ist es den richtigen Ton zu treffen. Dies gestaltet sich nach eigenen Angaben von Hornisten als äußerst schwierig. Das häufige Kieksen bei Hörnern wird anders als man denkt angeblich nicht vom Hornisten, sondern durch fehlendes Öl hervorgerufen. Ich denke an dieser Stelle sollte man es belassen, Waldhornisten sind genug belastet.

Trompete:

Trompeter sind die selbstgekrönten Könige. Keiner kann so laut spielen, es möchte auch kein Anderer. Trompeter kann man wie viele Andere auch einteilen. Hier gilt es grob 2 Gruppen zu unterscheiden. Gruppe eins ist die wohl bekannteste Gruppe, zu ihr gehören alljene die von ihrem immensen Ansatz prahlen und behaupten sie könnten ein C minimum 4 Oktaven höher als der liebe Herrgott spielen, was sie wö- chentlich aufs neue zu demonstrieren versuchen.

Die zweite Gruppe bildet die so genannte zweite und dritte Trompete. Ihr Ton wird vielfach von einem dumpfen pupen geprägt. So als stecke der Nachbar seinen dicken Daumen in den Schalltrichter.

Posaune:

Gehen wir nun einen Schritt weiter und widmen uns den Posaunen. Allein der Name lässt schon lustiges vermuten. Eine Mischung aus Po und Sau. Der Historiker würde schon längst lachen, denn es ist ja be- kannt dass Instrumente früher aus Naturmaterialien hergestellt wurden. Aus was wohl die Po-Sau-ne hergestellt wurde und wie sie zu ihrem fantastisch flatulentem Klang kommt. Über Posaunen weiß der normale Orchestermusiker recht wenig zu erzählen da es im Großen und Ganzen nur 2 Zustände gibt. Den fast unhörbaren, attrappenähnlichen Klang im Piano und den prat- zendenden quetschenden Klang im Forte. Einen Posaunenspieler zu finden ist gar nicht einmal so schwer, dazu Bedarf es nur 2 Dinge. Eine Posaune und einen Menschen der schonmal einen Rasenmäher via Zugseil gestartet hat.

Dass Posaunen auch bleibende Schäden hinterlassen können wissen alle die vor ihnen sitzen un bereits einen „Zug im Nacken spürten“.

Tenorhorn:

Wenn man an ein Tenorhorn denkt ist wohl das Erste das einem in den Sinn kommt der fehlende Draht zum Rhythmus. Insgeheim trägt da- her die Gruppe der Tenorhörner den Namen „Die Unrhythmiker“. Die „Unintonierbaren“ wäre an dieser Stelle eine zarte Hindeutung zum

zweiten Manko des Tenorhorns. Gerade die hohen Töne stellen dabei für Tenorhornisten eine bunte Palette an Formen der Intonation bereit, Eine unpassender als die Andere.

Bariton:

Die meisten landläufigen Baritonisten sind eigentlich Tenorhornisten die einfach ein größer mensuriertes Instrument spielen, zumeist ohne dies zu wissen. Auch davon dass Bariton bekanntlich zumeist im Bassschlüssel und nicht im Violinschlüssel notiert wird ist bei ihnen noch nicht viel ange- kommen. So führt es in Orchestern meist dazu, dass selbsternannte Baritonisten und Tenorhornisten die gleiche Stimme benutzen und einmal behaupten das gleiche Instrument, ein ander mal verschiedene Instrumente zu spie- len. Bariton vs. Tenorhorn ein Mysterium das es noch zu klären gilt.

Tuba:

Tuba, oder im allgemeinen Sprachgebrauch als Orchesterklo bekannt. Es ist kein großes Geheimnis dass Tuba zu erlernen das Leichteste ist. Wohl ein Geheimnis ist es warum die Tuba mehr als ein Ventil hat? Denn es benötigt im Allgemeinen kaum mehr als 2 Töne, As und Es und der Tubist kann zu jeder Jahreszeit jedes Stück spielen das ihm aufge- legt wird. Rhytmisch ist es auch nicht anspruchsvoll, denn es gibt nur 2 Varianten. Entweder man hält die Töne stundenlang aus oder man muss immer dann spielen wenn das Horn gerade nicht spielt. Zu Problemen kann es also höchstens kommen wenn Hornist und Tubist

beide aufeinander vertrauen.

Der klassische Werdegang eines Tubisten ist wie folgt:

Trompete->Ternorhorn-Tuba. Nur wenige Tubisten bilden hier eine Ausnahme. Den einzigen Vorteil den eine Tuba anderen Instrumenten gegenüber hat ist lediglich der immens große goldene Bonbonfangtrichter, welcher seine Blütezeit an Fasching erlebt, nicht umsonst heißt es dass Tubisten die besten Väter sind, Guten Appetit!

Schlagzeug:

Dass Schlagzeuger weder Interesse am Rest vom Orchester noch am Dirigenten haben zeigen zwei Dinge:

1: Die Richtung in der ihr Notenständer aufgebaut ist. 2: Die Richtung in die sie während dem Musikmachen schauen.

Dass Schlagzeuger außerdem die größtem Schlampen im Orchester sind zeigt etwas Anderes. Schon einmal einen Schlagzeuger erlebt der in einer Probe oder einem Konzert seine Noten nicht zu Hause liegen gelassen hat, verloren hat, jemand anderem mitgegeben hat, verschenkt hat oder gar vorsätzlich vergessen hat weil sie ihm nicht gefallen und er lieber das spielt, was er sich selbst ausdenkt.

Epilog:

Dies war nun mein Bericht, rein aus subjektiver Sicht, wie ich Orchester nun mal find, und so einheitlich sie sind, begegnet man dem gleichen Stil, von Menschen, Musik und Gefühl.

Was ich hier in kleinen Texten schreibe, ist lediglich zur Freud beileibe, drum nehmt nicht alles euch zu Herzen, der Sinn des Buches liegt im Scherzen, denn ohne wenn und ohne aber, der haupte Teil ist nur gelaber, doch wie bei Satiren nunmal üblich, dass alles wahr ist ist schon möglich.

Der Epilog ist auch geschrieben, das Ende damit muss genügen, zu guter Letzt noch ein paar Sachen, die auch noch Spaß beim Lesen machen, das 1% der guten Witze, die schönsten paar wie ich so schätze. Doch alle sind sie lästerlich, wie in dem Buch nicht unüblich.

Sodenn das war´s von mir, in Version 2 da gibts noch mehr!

Neujahrsmorgen

Ein Posaunist hat keine Lust, am Neujahrsmorgen aufzutreten sondern möchte da lieber ausschlafen. Er fragt also seinen Hausmeister: „Sagen sie mal, können sie übermorgen meine Posaune spielen?“ „Wie, ich? Ich kann doch gar nicht Posaune spielen.“ „Ist doch ganz einfach, da sitzen noch 5 andere Posaunisten, wenn die anderen das Instrument an den Mund nehmen, machen sie das auch, und wenn die anderen die Posaune wieder absetzen, stellen sie die Posaune auch wieder ab.“ Der Hausmeister lässt sich überreden und dackelt ab. Am Abend nach der Aufführung treffen sie sich wieder. „Na, wie war‘s?“ fragt der Posau- nist, „hat alles geklappt bei der Aufführung?“ „Von wegen geklappt,“ antwortet der Hausmeister, „die anderen 5 waren auch Hausmeister!

Kurz vor Konzertbeginn: Der Dirigent stellt fest, daß auf der Bühne der 1. Bratschist und der 1. Fagottist fehlen. Er trifft beide in der Kabine hinter der Bühne. Der Fagottist lacht schal- lend, der Bratschist weint bitterlich. Fragt der Dirigent: „Was ist denn los?“ Antwortet der Fagottist: „Der Bratschist hat mich geärgert, da hab ich ihm ne Saite verstimmt.“ „Na und“, meint der Dirigent. Darauf der Bratschist: „Ja, der Mistkerl “

sagt mir ja nicht, welche

Sagt der Dirigent zum Hornisten: Spielen Sie doch bitte nochmal die Sext aufwärts! Taa-Kiecks

Wie bezeichnen Insider das Horn? Glückspirale.

Verehrter Leser, dies war es nun aus dem allgemeinen Orchester- leben. Wenn sie selbst noch Anregungen haben, die dieses Buch berei- chern könnten, oder gar Kritik üben möchten, so möchten sie dies bitte über folgende E-Mail-Adresse tun:

wersmi@web.de

Ebenso würde ich mich freuen wenn sich für Version 2 jemand finden würde der dieses „Heftchen“ mit ein paar Illustrationen bereichert. Auch ist für Version 2 eine Kategorie des unnützen Wissens über Instrumente oder Orchester selbst angedacht. Vorschläge hierzu bitte ich mir per E-Mail zukommen zu lassen.

Führ Reschtchreip ünt Kramaddigfäler ischt ti Pisasdutie fahramd- wördlisch!

Ich danke euch allen schonmal im Voraus und hoffe ihr hattet während des Lesens einiges zu Lachen.

Alexander Loch