Fact Sheet

Carsharing für Wohninitiativen
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Baugemeinschaften sind prädestiniert dafür, das Thema Mobilität in ihre Überlegungen einzubeziehen: Menschen
mit einem gemeinsamen Interesse kommen zusammen, um am selben Ort zu leben. Warum nicht neben dem Bauen
oder Wohnen auch die Autofrage gemeinsam lösen? Der Bedarf an Parkplätzen, die Kosten sowie der Lebens-
raum und die Lebensqualität werden von den Mobilitätsgewohnheiten und -bedürfnissen stark beeinflusst.

Carsharing ist die organisierte, gemeinschaftliche Nut- an dem sie geholt wurden. Die Buchung erfolgt im Vo-
zung von Kraftfahrzeugen. Da Autos im Durchschnitt nur raus, die Rückgabezeit muss meist festgelegt werden.
eine Stunde pro Tag gefahren werden, liegt es nahe, sich
ein Auto zu teilen anstatt es alleine zu nutzen. Je nach Kostenbeispiel für eine 4-stündige Ausleihe mit 30 km
Carsharing-Form können dadurch auch Privat-Pkw er- Strecke: Tagestarif pro Stunde 1,99 € (8–24 h, viertel-
setzt werden. stündliche Abrechnung inkl. Tanken); 0,25 € pro ge-
Carsharing ist besonders geeignet für die Mobilität im fahrenem Kilometer (Greenwheels)  15,50 Euro
Alltag – kurz, oft, flexibel: Man hat meist rund um die
Uhr Zugriff auf die Fahrzeuge, ist nicht abhängig von
Öffnungszeiten und Filialen und findet oft ganz in der Freefloating-Carsharing
Nähe ein Auto auf reservierten Stellplätzen oder eben – Beim Freefloating-Carsharing stehen die Fahrzeuge in
bei privatem Carsharing – direkt in der Nachbarschaft. einem definierten Gebiet zufällig verteilt und können
Carsharing-Nutzer haben bei weniger als 10.000 ge- flexibel gebucht und abgestellt werden. Das heißt, die
fahrenen Kilometern im Jahr normalerweise geringere Buchung kann, sofern man registriert ist, direkt am Auto
Kosten als Autobesitzer. Es gibt verschiedene Möglich- am Straßenrand erfolgen oder aber über App oder Web-
keiten, sich ein Auto zu teilen, entweder als Kundin oder seite. Am Ende einer Fahrt kann man das Auto einfach im
Kunde eines Carsharing-Unternehmens oder auf privater öffentlichen Parkraum stehen lassen. Auch Zwischen-
Basis. stopps sind möglich und die Abrechnung erfolgt minu-
tengenau. Die Tarife sind dabei so aufgebaut, dass Tan-
ken und das Parken im öffentlichen Raum inklusive sind.
Formen von Carsharing
Das eigenständige Tanken wird vielfach mit Freiminuten
Stationsbasiertes Carsharing belohnt.
Stationsbasiertes Carsharing wird in vielen deutschen Das Angebot steht derzeit zumeist nur in den Kernbe-
Städten angeboten. Dabei gibt es Anbieter und deren reichen großer Städte zur Verfügung, findet aber nach
Buchungsnetzwerke, die deutschlandweit genutzt werden und nach Verbreitung in kleineren Städten. Bei einigen
können, und solche, die in einer einzelnen Stadt oder Anbietern ist die Nutzung eines weltweiten Angebots
Region vertreten sind. Grundsätzlich gilt, dass alle Fahr- möglich.
zeuge eines Buchungsnetzwerkes genutzt werden können
und sich das Angebot dadurch über den eigenen Anbieter Kostenbeispiel für eine Hin- und Rückfahrt je 30 Min.
hinaus vergrößert. Wichtigstes Kennzeichen ist, dass die Fahrzeit: 0,28 € pro Minute (inkl. Tanken und Parkge-
Autos feste Stellplätze haben, d.h. sie müssen nach der bühren) im Standardtarif bis zu 200 km (Multicity Car-
Nutzung stets an dem Standort wieder abgestellt werden sharing)  16,80 Euro
Privates Carsharing über Vermittlungsplattformen trag, eine einmalige Aufnahmegebühr und eine monatli-
(peer-to-peer) che Bereithaltungs-/Nutzungsgebühr. Außerdem kann es
Hierbei handelt es sich um Online-Netzwerke, in denen eine einmalige, rückzahlbare Einlage von einigen hundert
Privatpersonen Autos leihen und verleihen. Die Betreiber Euro geben, womit der Verein Wartung oder Anschaf-
dieser Netzwerke sind Unternehmen: Das Unternehmen fung von Fahrzeugen finanziert. Der Verein schließt für
kümmert sich um Webseite, Support und PR und erhält seine Autos eine Carsharing-Versicherung, z. B. über den
dafür eine Vermittlungs- und Buchungsgebühr von ca. BCS, ab. Manche Vereine arbeiten (vor allem am An-
15–20 % des Leihpreises. Auch eine Versicherung für fang) mit sog. Überlassungsfahrzeugen, die von ihren
den Leihvorgang ist inklusive, die Konditionen dafür sind Eigentümern (manchmal Mitglieder im Verein) dem
vergleichbar mit denen von Autovermietungen. Verein überlassen werden und über den Verein buchbar
Diese Plattformen sind praktisch, weil man auf eine sind. Carsharing-Vereine arbeiten meist ohne Gewinnab-
größere Anzahl von Fahrzeugen an vielen Orten zugrei- sicht und sind daher in der Regel günstiger als kommerzi-
fen kann, die Regeln klar festgelegt sind und über die elle Carsharing-Anbieter.
Internetseiten jederzeit alle Informationen zur Verfügung
stehen. So kann man bereits die Verfügbarkeit eines Kostenbeispiel für eine 4-stündige Ausleihe und 30 km
Fahrzeugs online sehen – zumindest, wenn der Fahrer sie Strecke: 1 € pro Stunde im Tagestarif (8-20 Uhr, viertel-
angibt. Fast immer gibt es detaillierte Beschreibungen stündliche Abrechnung, inkl. Tanken und bis zu 150 km);
und oft mehrere Fotos vom Fahrzeug. Das Fahrzeug muss 0,30 € pro gefahrenem Kilometer (Carsharing Kaufbeu-
in der Regel jedoch an den Ort der Ausleihe zurückge- ren e. V.)  13,00 Euro
bracht werden. Bewertungen nach jeder Leihaktion –
beiderseitig von Mieter und Vermieter – sorgen für
Transparenz und Vertrauen. Als Mitglied kann man Nachbarschaftliches Autoteilen
deutschlandweit ein Auto leihen. Oder man beschränkt Nachbarschaftliches Autoteilen funktioniert auf rein
sich auf seine direkte Nachbarschaft und lernt so die privater Basis ohne formale Rechtsform. Man leiht sich
Anbieter und Nutzer im Wohnumfeld kennen. gegenseitig Autos oder andere Gebrauchsgegenstände
wie Lastenfahrräder oder -anhänger. Für die Mitglied-
Kostenbeispiel für eine 4-stündige Ausleihe (VW Golf) schaft reicht eine Interessensbekundung per E-Mail. Bei
mit 30 km Strecke: 19 € an einem Wochentag in Berlin StadtTeilAuto Potsdam zum Beispiel treffen sich die
(inkl. 200 km); Mehrkilometer: 0,20 €; Betankung durch Mitglieder beim halbjährlichen gemeinsamen Frühstück
Mieter (CarUnity)  19,00 € + Tankkosten oder Infoabenden, zu denen auch neue Interessierte ein-
geladen sind.
Die Auto-Leiher zahlen an den Besitzer eine Nut-
Carsharing über einen Verein zungsgebühr, um einen anteiligen Beitrag der Fahrzeug-
In immer mehr kleinen Städten, Nachbarschaften oder kosten zu leisten. Diese können die Besitzer frei festle-
Gemeinden gibt es ehrenamtlich organisierte Carsharing- gen, berechnen diese zumeist aber an den Eckdaten ihres
Angebote. Dazu wird ein Verein mit dem Zweck des Autos (Alter, Verbrauch, Betriebskosten etc.). Die Kos-
Teilens von Autos gegründet. Privatleute oder Firmen ten- und Kontaktdaten zu den Autos und deren Besitzern
überlassen dem Verein gegen eine Kilometerpauschale werden regelmäßig aktualisiert und an die Mitglieder
Fahrzeuge und/oder der Verein erwirbt eigene Autos. über einen Newsletter versendet.
Über die Mitgliedschaft im Verein und das Einverständ- Für jeden Leihvorgang wird ein Vertrag (1 A4-Seite)
nis mit einer Nutzungsordnung kann man Autos teilen. geschlossen. Die Schlüsselübergabe findet meist an der
Die Fahrzeuge stehen in der Regel dezentral, können über Wohnung statt. Bei Schlüsselrückgabe wird abgerechnet.
ein Online-Buchungssystem reserviert werden und jeder- Die Versicherung des Autobesitzers muss beinhalten,
zeit eigenständig abgeholt und zurückgegeben werden. dass Dritte dieses Auto fahren dürfen. Dieses Modell
Hierfür gibt es meistens eine Lösung mit Schlüsseltresor eignet sich für die gelegentliche Nutzung in Gemein-
oder einem Ort (z. B. Laden oder Café). Die Wartung und schaften, in denen eine Basis an Vertrauen vorhanden ist.
Reparatur der Autos übernimmt der Verein. Manche Es ist ein sehr gutes Einstiegsmodell, das ohne viel Auf-
Vereine arbeiten auch mit Carsharing-Unternehmen zu- wand begonnen werden kann und aus dem weitere Sha-
sammen, damit Mitglieder auch bundesweit ein Angebot ringformen (über Autos hinaus) wachsen können.
nutzen können.
Im Carsharing-Verein werden die tatsächlichen Kos- Kostenbeispiel für eine 4-stündige Ausleihe und 30 km
ten auf die Nutzer verteilt und ein gewisses ehrenamtli- Fahrt: 0,35 € pro gefahrenem Kilometer (inkl. Tanken;
ches Engagement für das Vereinsinteresse vorausgesetzt. keine Zeitpauschalen oder Mitgliedsgebühren) (Teil-
Je nach Variante gibt es einen jährlichen Mitgliedsbei- nehmer von StadtTeilAuto Potsdam)  10,50 Euro

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Übersicht Carsharing-Modelle

Modell Rechtsform/ Nutzung Kosten/Kündigung Buchung/Abrechnung Versicherung
Organisation

Stations- • kommerzielles • feste Abhol- und • Stunden-/Tagespreis • Registrierung/Bu- • Haftpflicht-, Teilkasko-
basiertes Angebot Rückgabestationen + Verbrauchspau- chung/Kundenservice: und Vollkaskoversi-
Carsharing • vertragliche • Rückgabe am selben schale je km per Internet, Telefon, cherung inklusive
Anmeldung als Standort • Verspätungsgebühr Kundencenter • Selbstbeteiligung bis
Kunde • Buchungszeiten vorab • ggf. monatl. Grund- • Abrechnung: monat- zu ca. 1.500 €
festlegen gebühr lich per Lastschrift, • Selbstbeteiligung
• in vielen Städten • ggf. Registrierungs- Kreditkarte durch Sicherheitspa-
vorhanden; über bun- kosten (+ teilweise ket reduzierbar (zu-
desweite Anbieter und rückzahlbare Einlage) sätzliche monatliche
Buchungsnetzwerke • ggf. Servicekosten Gebühr)
deutschlandweit • Kündigungsfristen
nutzbar
• eigene Flotte mit
verschiedenen
Fahrzeugtypen

Freefloating • kommerzielles • Fahrzeuge in einem • Minutentarif • Registrierung/Bu- • Haftpflicht- und Voll-
Carsharing Angebot definierten Gebiet • Sondertarife für chung/Kundenservice: kaskoversicherung
• vertragliche zufällig verteilt längerfristige Bu- per Internet, Telefon, inklusive Selbstbetei-
Anmeldung als • Fahrzeuge in einem chungen (Volumen-, Kundencenter; Bu- ligung von bis zu
Kunde definierten Gebiet Stunden-, Tages- chung auch spontan 500 €
flexibel abstellbar tarife) am Auto • ggf. Diebstahlschutz
• Buchungszeitraum • ggf. Gebühren für • Abrechnung: monat- inklusive
nicht vorher festzu- Sonderziele (z. B. lich per Lastschrift,
legen; spontane Flughafen) Kreditkarte
Nutzung möglich • Kündigungsfristen
• Angebot nur in eini-
gen Städten (Kern-
gebiete) verfügbar

Privates • kommerzielle • private Fahrzeuge • Kilometerpreise • Registrierung /Bu- • Haftpflicht-, Voll-,
Carsharing Vermittlungs- dezentral verteilt werden individuell chung/Kundenservice: Teilkaskoversiche-
über plattform • Ort der Abholung und festgelegt; Hilfe durch per Internet; Kunden- rung inklusive Selbst-
Vermittlungs- • private Anbieter Rückgabe nach Ab- Preisberechnungs- service auch per beteiligung von bis zu
plattformen von Fahrzeu- sprache (normaler- modell (inkl. Versiche- Telefon 1.500 €
gen (peer-to- weise am selben Ort) rung) • Abrechnung: Zahlung • Selbstbeteiligung
peer) • Mietzeitraum nach • Tanken durch Mieter bei Buchung (per kann durch Sonder-
• kostenfreie Absprache • Vermittlungsgebühr Internet) tarif reduziert werden
Registrierung • deutschlandweit • ggf. Kaution • Übergabeprotokoll
als Nutzer • Kündigung nicht bei Abholung und
notwendig, da keine Rückgabe
Vertragsbindung

Carsharing • Angebot auf • dezentral auf festen • Stunden-/Tagespreis • Registrierung: Mit- • Vollkasko- und Haft-
über Verein Vereinsbasis; Stellplätzen + Verbrauchspau- gliedschaft im Verein pflichtversicherung
ehrenamtliches • Rückgabe am selben schale je km • Buchung/Reser- über Bundesverband
Engagement Standort • jährlicher Mitglieds- vierung: vorab online, Carsharing
erforderlich • Buchungszeiten vorab beitrag Fahrtenbuch • Selbstbeteiligung
• gemeinwohl- festlegen • Aufnahmegebühr • Abrechnung: monat- ca. 400 €
orientiert • häufig in kleinen • ggf. rückzahlbare lich per Bankeinzug
Städten/Gemeinden, Einlage (führt teilwei-
ggf. deutschlandweite se zu geringeren
Kooperation mit Leihgebühren)
Buchungsnetzwerken • ggf. monatliche Nut-
kommerzieller An- zungsgebühr
bieter • Vereinsaustritt
• Überlassungsfahr- abhängig von Ver-
zeuge/eigene Autos einssatzung

Nachbar- • keine Rechts- • private Fahrzeuge • Kilometerpreise • Registrierung: Inte- • Auto ist über Besitzer
schaftliches form dezentral verteilt werden individuell ressensbekundung versichert; Versiche-
Carsharing • direkt, • Rückgabe und festgelegt; Hilfe durch per E-Mail rung muss das
persönlich Mietzeitraum nach Preisberechnungs- • Buchung: direkter Fahren durch Dritte
Absprache modell Kontakt per Telefon, gestatten;
• in der unmittelbaren • kostenlose Mitglied- per E-Mail • Art der Versicherun-
Nachbarschaft schaft durch Interes- • Abrechnung: Nach gen (Teil-/Vollkasko,
sensbekundung Beendigung der Nut- Haftpflicht) und Höhe
• Eintritt/Ausstieg ist zung (meist in bar) der Selbstbeteiligung
jederzeit möglich • Übergabeprotokoll vor werden im Vertrag
und nach Nutzung genannt; Nutzer trägt
• Vertrag pro Leihvor- Risiko für Selbstbetei-
gang ligung + Höherstufung

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Checkliste: Welches Carsharing passt für 1. Besitz der Autos & Verantwortung
mich/unsere Gemeinschaft am besten? Einfach: Privatautos werden geteilt, alle Pflichten bleiben
beim Fahrzeughalter.
Die Modelle Verein und nachbarschaftliches Autoteilen
Mittel: Zwei oder mehr Haushalte/Familien teilen sich
sind für Baugemeinschaften besonders interessant. Fol-
alle Pflichten und Kosten eines Autos.
gende Fragen sollen dabei helfen, sich die Praxis und den
Profi: Ein Verein mit eigenen Fahrzeugen (Überlassung
Alltag des Autoteilens vorzustellen und Klarheit darüber
oder Eigentum) übernimmt vollständig die Pflege, War-
zu gewinnen, welches Modell für mich persönlich oder
tung, Organisation und Kosten.
für die Baugemeinschaft passt:
2. Buchungs- und Reservierungsplattform
? Soll das Autoteilen innerhalb der Baugemeinschaft
Einfach: Telefon- oder E-Mail-Liste mit Nennung des
stattfinden oder auch für externe Personen in der
Fahrzeugangebots
Nachbarschaft offen sein?
Mittel: gemeinsamer Kalender (schwarzes Brett oder
? Wie viele Menschen sind wir oder brauchen wir, online, z. B. ikalender.com) oder eine Open-Source-
um anzufangen? Plattform wie elkato Commons Booking Software
Profi: Online-Anbindung an Buchungs- und Abrech-
? Wie wollen wir andere überzeugen, beim Car-
nungssystem professioneller Carsharer, z. B. Cambio oder
sharing mitzumachen?
Caruso Carsharing
? Ist das Autoteilen eine Dienstleistung, die extern
organisiert und zur Verfügung gestellt wird, oder 3. Kosten/Nutzungsgebühren berechnen
ein Element des Gemeinschaftslebens? Als Grundlage für die Kosten und Nutzungsgebühren pro
km sollten auf jeden Fall folgende Posten beachtet wer-
? Soll die Anfrage/Reservierung eines Autos über
den: Kfz-Steuer, Versicherungsprämie, Kraftstoffkosten
direkte Ansprache (Anruf) oder über eine Web-
und eine Pauschale für Abschreibung und Reparaturen.
seite/App laufen?
Weitere Kosten, die man aufnehmen könnte, um die
? Geht die Abrechnung in bar an der Tür, über eine wirklichen Unterhaltskosten zu ermitteln, sind: TÜV/AU,
Kasse oder läuft sie über ein Buchungs- und Stellplatzgebühren, Umweltplakette, Waschen, Reifen-
Abrechnungssystem? wechsel und -lagerung etc.
? Gehören die Autos einzelnen Privatpersonen oder Kostenberechnungshilfen gibt es unter anderem bei
sind sie in gemeinschaftlichem Besitz? https://stadtteilauto.wordpress.com/mitmachen/ oder
http://www.autokostencheck.de/.
? Wie sind die ggf. schon zur Verfügung stehenden Die meisten Carsharing-Organisationen nehmen ne-
Autos derzeit versichert und braucht es für die ben einem Kilometerpreis auch eine Zeitgebühr. Diese
gewählte Form des Carsharings eine Anpassung stellt in der Praxis vor allem sicher, dass Autos nicht
der Versicherung? willkürlich reserviert und damit blockiert werden.

Es ist sinnvoll, auch bei noch unklaren Fragen, zunächst Tipp: Das Finanzamt berechnet pro km 30 Cent. Die-
im Kleinen anzufangen. Wenn zwei oder drei Haushal- ser Wert bildet jedoch nicht mehr die heutigen Kosten
te/Familien ungefähr die gleichen Vorstellungen haben, für Kraftstoff ab.
kann man das Autoteilen einfach mal ausprobieren. Die
anderen können dann inspiriert werden. Auch verschie-
dene Formen des Teilens können gleichzeitig und ergän- 4. Fahrzeugübergabe
zend zueinander praktiziert werden. Es muss nicht gleich Einfach: persönliche Übergabe von Schlüssel, Autopapie-
das perfekte Modell existieren. ren und Fahrtenbuch am Fahrzeug oder an der Wohnung
(ggf. über Nachbarn); Fahrzeug vorher/nachher auf Schä-
den prüfen
Praktischer Einstieg:
Mittel: Schlüsseltresor oder Ablage an dauerhaft erreich-
Hilfe für die Umsetzung
barem Ort (z. B. Café, Hausmeister, Safe)
Je nachdem, wie die vorhergehenden Fragen beantwortet Profi: Elektronisches Schließsystem (Online-Freischal-
werden, lassen sich einfache, mittlere oder professionelle tung) mit Chip-Karte oder per App, z. B. über Cambio
Lösungen gestalten. Für Organisation und Betrieb von oder stadtmobil
nachbarschaftlichem Carsharing müssen folgende Punkte
beachtet werden:

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5. Ausleihvorgang und Bezahlen Weiterführende Informationen finden sich zum Beispiel
Einfach: Vertragsvorlage zwischen Privatpersonen, Bsp.: unter folgenden Links:
https://stadtteilauto.files.wordpress.com/2013/04/vertrags
vorlage-stadtteilauto-potsdam.pdf; Bezahlung in bar bei Informationen für Interessierte, Vereine,
Rückgabe Wohnungsbaugesellschaften
Mittel: Privatautos stehen Gemeinschaft zur Verfügung, Internetplattform Carsharing-Infos:
Gemeinschaftskasse (z. B. mit monatlicher Einzahlung https://carsharing-infos.com/vereins-handbuch/
und jährlicher Abrechnung) Buch „Carsharing selbst organisieren“ (19,80 €):
Profi: Ausleihen über Mitgliedschaft im Verein, Rah- http://www.expertverlag.de/index.php?bn=3258
menvertrag und Nutzungsvertrag, monatliche Abrech-
Handreichungen des Vereins Verkehrswende in klei-
nung per Rechnung/Lastschrift
nen Städten e. V.:
http://www.verkehrswende-ev.de/Download.html
6. Fahrzeugpflege und -management
Dazu gehören die regelmäßige Pflege und Wartung (Tan- Bundesverband Carsharing:
ken, Waschen, Staubsaugen, Kühlwasser, Öl, Reifen- www.carsharing.de
druck), geplante Werkstattbesuche (Reifenwechsel,
TÜV), aber auch die Organisation im Schadensfall (Ver- Nachbarschaftliches Carsharing
sicherung, Reparaturen etc.). Die einfache Lösung, ist, Beispielvertrag von Stadtteilauto Potsdam:
dass der Fahrzeughalter sich um alles kümmert. Eine https://stadtteilauto.wordpress.com/mitmachen/
gemeinsame Teillösung könnte sein, dass „jeder mal dran Nachbarschaftsauto-Vertrag vom Verkehrsclub
ist“ (Rotationsprinzip) oder eine feste Aufgabenvertei- Deutschland (2,45 €):
lung festgelegt wird. Alternativ kommt für Vereine mit https://shop.vcd.org/shop/katalog/details.php?x=1&arti
eigenen Autos ein professioneller Service mit bezahlter kelnummer=2002
externer Dienstleistung oder einem Arbeitsplatz in der
Gemeinschaft in Frage. Buchungskalender
ikalender.com - Eine Lösung für kleine
7. Versicherungsregelung Auto-Teiler-Organisationen (elkato):
Einfach: Versicherung des Halters erlaubt Drittfahrer, www.elkato.de
Nutzer trägt Kosten für Höherstufung und Selbstbeteili- Commons Booking Software:
gung (s. unter 5. Bsp.-Vertrag Stadtteilauto) http://dein-
Mittel: Abschluss einer temporären Versicherung (Kfz- lastenrad.de/index.php?title=Commons_Booking_Software
Haftpflicht, Voll-/Teilkasko, Schutzbrief) durch das Ein-
stellen des Autos auf einer Peer-to-peer-Plattform (s. Links)
Profi: gemeinsame Carsharing-Versicherung für Vereine
und deren Mitglieder, z. B. über Bundesverband Carsha-
ring: https://carsharing.de/alles-ueber-carsharing/faq/habe-
ich-durch-carsharing-teilnahme-spaeter-nachteile-kfz-
versicherung

Kontakt: AutorInnen:
Projekt WohnMobil www.wohnmobil-projekt.de Joos van den Dool, Juliane Rudloff
www.visioninform.eu
Dr. Jutta Deffner
ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung Titelfoto: © Montri/Fotolia.com
Hamburger Allee 45, 60486 Frankfurt am Main
Tel. +49 69 707 6919-38 Frankfurt/Berlin, April 2017
E-Mail: deffner@isoe.de; www.isoe.de

Peter Kasten
Öko-Institut e. V.
Tel. +49 30 405 085-349
E-Mail: p.kasten@oeko.de; www.oeko.de

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