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STAATSGALERIE

STUTTGART

STAATSGALERIE STUTTGART Die Kunst braucht den Betrachter. Der Betrachter braucht die Kunst. Jahresarbeit von Simon

Die Kunst braucht den Betrachter. Der Betrachter braucht die Kunst.

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STUTTGART

Inhaltsangabe

Inhaltsangabe

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Historie

 

Die Geschichte der Staatsgalerie

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Alte Staatsgalerie

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Neue Staatsgalerie

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Erweiterung der alten

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Architektur

Staatsgalerie

Farbinnenraumgestaltung

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Beleuchtung und Lichtschutz

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Bestrahlung und Belichtung

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Tageslicht und Kunstlicht im

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Museum Tageslicht, Begrenzen der

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Beleuchtungsstärke Lichtschäden

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Farbliche Veränderung von

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beleuchtetem Sammlungsgut

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Veränderung von beleuchtetem Sammlungsgut Klimatisierung 1.1

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Klimatisierung 1.2

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Befeuchtungseinrichtung

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Dampfluftbefeuchtung

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Wasseraufbereitung

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Luftfilter

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Luftsystem (Klimaanlage)

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Klimatisierte Räume

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Konservatorische Anforderungen

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an das Raumklima im Museum Messdatensammlung

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Einsatzanlagen für Überfall-

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Einbruchsmeldeanlagen gemäß UEA-Richtlinien

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Sicherungstechnik von Exponaten / Schutzverglasung Befestigung

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Sicherheitstechnik der

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Räumlichkeiten Durchbruchmelder

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Kunst

 

Wechselausstellungen

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Gemälde Skulpturen

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Graphische Sammlung

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Sonstiges

 

Cafeteria

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Shop

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Öffnungszeiten

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Preise

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Anfahrt

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Kontakt

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Abschluss

 

Resümee

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Quellenangaben

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Tobias Tschinkowitz

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Die Geschichte der Staatsgalerie

Die Staatsgalerie Stuttgart besteht aus drei Gebäuden, die für unterschiedliche Definitonen der Funktion von Museumsarchitektur stehen.

Der älteste Bauteil, heute als Alte Staatsgalerie bezeichnet, wurde 1843 als Museum der bildenden Künste eröffnet. Architekt war Gottlob Georg von Barth, Oberbaurat im Finanzministerium des Königreichs Württemberg. In dieser klassizistischen Dreiflügelanlage war neben den Kunstsammlungen auch die königliche Kunstschule untergebracht. Das Gebäude wurde 1881 bis 1888 nach Plänen Albert von Boks um zwei rückwärtige Flügel erweitert.

1984 wurde der Baubestand des 19. Jahrhunderts, durch Kriegsschäden und Wiederaufbau in den 50er-Jahren im Inneren stark verändert, um James Stirlings Erweiterungsbau (»Neue Staatsgalerie«) bereichert. Dieser greift weitgehend die Idee der Dreiflügelanlage der Alten Staatsgalerie auf und setzt gleichzeitig das Museum selbst in Szene. Zahlreiche Zitate historischer Bauformen von der Antike bis zur klassischen Moderne sowie besonders Elemente klassischer Museumsarchitektur wie Rotunde, Giebel und Gebälk definieren das Museum als einen Ort, der vieldeutig, bisweilen auch ironisch seine eigene Geschichte und Bedeutung reflektiert.

Als dritter Bauteil entsteht derzeit der Erweiterungsbau der Alten Staatsgalerie, geplant durch die Baseler Architekten Wilfrid & Katharina Steib. Das fünfgeschossige Gebäude wird ab dem Spätjahr 2002 Albert von Boks Erweiterungsbauten auf der Ebene des ersten Obergeschosses mit zwei neuen Ausstellungssälen und einem Annex für die Präsentation von Kunst auf Papier zu einem Umgang schließen. Die übrigen Geschosse werden die Graphische Sammlung aufnehmen. Mit ihrem schlichten, auf Funktionalität und räumliche Klarheit bedachten Entwurf definieren die Architekten das Museum als einen Ort, der ganz im Dienst der Exponate verschiedene Präsentationsformen der Kunst zulässt.

Alte Staatsgalerie

Die Alte Staatsgalerie gehört zu den frühen Museumsbauten in Deutschland. Sie wurde nicht als reines Gemäldemuseum errichtet, sondern auch für eine große Sammlung von Gipsabgüssen nach Plastiken, das Kupferstichkabinett, sowie mit Sälen und Ateliers für die 1829 neu gegründete königliche Kunstschule.

1839-

erbaut von Georg Gottlob Barth für die Königlichen Kunstsammlungen

1843

und die Kunstschule (heute Staatliche Akademie der bildenden Künste)

1. Mai

eröffnet als »Museum der bildenden Künste«

1843

1881

-

Erweiterung durch Anbau der rückwärtigen Flügel nach Plänen von

1888

Albert von Bok

1901

-

Neugestaltung von Galeriesälen und erstmals systematische Ordnung

1907

der Sammlung nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten unter Direktor Prof. Konrad Lange

1930

-

sind das Kupferstichkabinett (heute Graphische Sammlung) und die

1944

Abteilung neuerer württembergischer Kunst im Kronprinzenpalais untergebracht

1944

weitgehende Zerstörung der Staatsgalerie im Bombenkrieg

1945

nach Kriegsende Wiederbeginn in einer Holzbaracke im Hinterhof, in der auch die ersten Ausstellungen stattfinden

1946

Wiederaufbau. Renovierung und Modernisierung nach Plänen von

1958

Maximilian Debus.

1958

Wiedereröffnung

STUTTGART

Modernisierung nach Plänen von 1958 Maximilian Debus. 1958 Wiedereröffnung STUTTGART Tobias Tschinkowitz
Modernisierung nach Plänen von 1958 Maximilian Debus. 1958 Wiedereröffnung STUTTGART Tobias Tschinkowitz
Modernisierung nach Plänen von 1958 Maximilian Debus. 1958 Wiedereröffnung STUTTGART Tobias Tschinkowitz
Modernisierung nach Plänen von 1958 Maximilian Debus. 1958 Wiedereröffnung STUTTGART Tobias Tschinkowitz
Modernisierung nach Plänen von 1958 Maximilian Debus. 1958 Wiedereröffnung STUTTGART Tobias Tschinkowitz

Tobias Tschinkowitz

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Neue Staatsgalerie

Planungen für einen Erweiterungsbau der Alten Staatsgalerie wurden bereits zwischen 1961 und 1967 und danach 1974 im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs entwickelt. Auf Initiative des Ministerpräsidenten Hans Filbinger wurde 1977 ein internationaler beschränkter Wettbewerb ausgeschrieben, aus dem der Entwurf des Büros James Stirling, Michael Wilford & Associates, London, einstimmig als Sieger hervorging. 1984 wurde der Neubau eröffnet.

Der 1926 in Glasgow geborene James Stirling (gestorben in London 1992) war bereits in den Siebzigerjahren mehrfacher Preisträger (Brunner-Preis, 1976; Alvar-Aalto-Preis, 1977) und gehörte zu den international bedeutendsten Architekten der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts.

In Stuttgart überzeugte der in unmittelbarer Nachbarschaft zur Alten Staatsgalerie gelegene und mit dieser auf Galerieniveau durch eine »Brücke« verbundene Neubau die Jury wegen seiner topographiebezogenen terrassenartigen Einbindung in die Hanglage, wegen der originellen Führung eines öffentlichen Fußwegs durch den Museumskomplex und der respektvollen Integration der vorhandenen historischen Bausubstanz der Alten Staatsgalerie.

Stirling zelebriert Architektur als Baukunst, indem er auf den repräsentativ- monumentalen Museumstyp des 19. Jahrhunderts zurückgreift. Die streng U- förmige Anordnung der Galerieräume - sie entspricht dem Grundriss der spätklassizistischen Alten Staatsgalerie - , die im Zentrum des Museums gelegene offene Rotunde - eine freie Anlehnung an Karl Friedrich Schinkels Altes Museum in Berlin und das Kolosseum-, kolossale Säulenordnungen, Giebel, Architrave und Steinfassaden inszenieren die Funktion des Museums als öffentliches Gebäude.

Die epochale Leistung von Stirling gründet in der Zusammenführung dieser historistischen Elemente mit dem modernen Formenvokabular der funktionalistischen Architektur (farbig gefasste Stahlkonstruktionen, Sichtbeton, geschwungene Baukörper). Durch die Ambivalenz der Formen, durch ihre Widersprüche und Vielschichtigkeit gewinnt das Museum an Dynamik und scheint gerade deshalb als Haus für die Kunst des 20. Jahrhunderts prädestiniert.

Erweiterung der alten Staatsgalerie

Der Entwurf der Baseler Architekten Wilfrid & Katharina Steib, dessen Erstfassung auf ein städtebauliches Gutachten vom November 1991 zurückgeht, sieht einen linearen Baukörper entlang der Urbanstrasse vor. In dem fünfgeschossigen Bau, der seit Juni 2000 im Hof hinter der Alten Staatsgalerie entsteht, werden ab Herbst 2002 Bibliothek, Studiensaal, Büros, Restaurierungswerkstätten und Bestände der Graphischen Sammlung untergebracht sein.

Damit erhält die Graphische Sammlung erstmals seit ihrem erneuten Einzug in die Alte Staatsgalerie nach dem Zweiten Weltkrieg eine angemessene und zusammenhängende Unterbringung. Mit dem Umzug der Graphischen Sammlung in den Erweiterungsbau werden im Erdgeschoss der Alten Staatsgalerie Flächen frei, die nach ihrer Sanierung als Ausstellungsfläche genutzt werden können.

Auf der Ebene des Obergeschosses der Alten Staatsgalerie entsteht im Erweiterungsbau ein Ausstellungsgeschoss, das durch Glasbrücken mit dem Altbau verbunden wird. Neben zwei großen Oberlichträumen mit 271 bzw. 240 Quadratmetern Grundfläche befindet sich auf dieser Ebene ein eigener Ausstellungsraum (161 qm), der speziell für die Präsentation von Kunst auf Papier gestaltet ist.

Der Baukörper wird mit seinen vorwiegend geschlossenen, verputzten Fassaden als klares, einfach gestaltetes Volumen in Erscheinung treten. Die differenzierte, filigrane Ausbildung des Obergeschosses (Glas-Metall-Konstruktion) steht in absichtsvollem Kontrast zum gewichtigen Sockel. Es entsteht ein Gebäude, das trotz Zurückhaltung und Disziplin in der Anwendung seiner gestalterischen Mittel städtebaulich wirksam werden wird.

Die drei Gebäude der Staatsgalerie Stuttgart – die spätklassizistische Alte Staatsgalerie, der weltberühmte Stirling-Bau und der elegante Steib-Bau – sprechen eine jeweils eigene, selbstbewusste architektonische Sprache und dennoch verbinden sie sich im Inneren zu einem räumlichen Kontinuum, das den Schätzen des Museums vom 14. Jahrhundert bis heute sehr gute Präsentationsmöglichkeiten bietet.

STUTTGART

des Museums vom 14. Jahrhundert bis heute sehr gute Präsentationsmöglichkeiten bietet. STUTTGART Tobias Tschinkowitz
des Museums vom 14. Jahrhundert bis heute sehr gute Präsentationsmöglichkeiten bietet. STUTTGART Tobias Tschinkowitz
des Museums vom 14. Jahrhundert bis heute sehr gute Präsentationsmöglichkeiten bietet. STUTTGART Tobias Tschinkowitz
des Museums vom 14. Jahrhundert bis heute sehr gute Präsentationsmöglichkeiten bietet. STUTTGART Tobias Tschinkowitz
des Museums vom 14. Jahrhundert bis heute sehr gute Präsentationsmöglichkeiten bietet. STUTTGART Tobias Tschinkowitz

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Farbinnenraumgestaltung

Die einzelnen Ausstellungsbereiche sind optisch in verschiedenen Farben unterteilt wie z.B. die Ausstellung der Holländischen Meister in dunkelgrün und die Kunst um 1900 in dunkelrot. Allgemein werden kräftige, leuchtende aber dunkle Farben verwendet. Was aber nicht zu einem erdrückendem Raumklima führt, denn die Raumhöhe kompensiert die dunklen Farben im Zusammenspiel mit den hellen Decken und den großen Dachfenstern. Die Raumhöhe beträgt zwischen vier und fünf Meter und die Ausstellungsräume haben mindestens fünfzig Quadratmeter Grundfläche. Dies ermöglicht dem Betrachter ein großes Bewegungsspektrum und Sichtfeld. Die dunklen und kräftigen Farben werden an den Wandflächen verwendet, die Türen, Fenster und Sockel sind dagegen schlicht in weiß gehalten wie die Deckenflächen. Die Laufflächen summieren sich von Parkettböden, Stein und Teppichböden etc. Um wieder auf die Farbgestaltung zurück zukommen, kann man sich nun vorstellen das die dunklen Wandflächen in Zusammenhang mit der Raumhöhe, der großen Grundfläche und den großen Dachfenstern rein gar nicht mehr, auf den Betrachter oder den Besucher drückend wirkt. Die kräftigen oder vollen Farben, so wollen wir sie benennen, wirken in der Kausalität sogar angenehm auf den Betrachter und spielen harmonisch mit den weißen Decken und den Bodenflächen zusammen. Man kann sogar so weit gehen, dass ohne diese kräftige Farbgliederung, einerseits die Orientierung verloren ginge, aber das wichtigere ist das ohne diese die Räume trist und farblos wirken würden. Wobei wir natürlich nicht die Kunstwerke kritisieren wollen. Die Farbgebung der Wände beeinflusst auch keineswegs die Betrachtung der Kunstwerke. Sie schaffen nur ein angenehmes Betrachtungsklima. Wir wollen auf das Waldgrün der Holländischen Meister zurück kommen, dass durchaus eine angenehm-beruhigende Wirkung auf den Betrachter und Besucher hat. So kann man insgesamt feststellen, dass die Farbgestaltung der Innenräume durchaus als gelungen betrachtet werden. Im Außenbereich überwiegen in der Farbgestaltung die Steinflächen, die z.B. im Neubau wo einzelne Farbige Stahlelemente für Akzente wie die grünen Fensterrahmen sorgen. Insgesamt kann man sagen das 90% der Flächen im Außenbereich aus Naturstein wie Sandstein oder Marmor bestehen.

man sagen das 90% der Flächen im Außenbereich aus Naturstein wie Sandstein oder Marmor bestehen. Tobias
man sagen das 90% der Flächen im Außenbereich aus Naturstein wie Sandstein oder Marmor bestehen. Tobias

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Beleuchtung und Lichtschutz

Einleitung:

Vor ca. 100 Jahren war das Gaslicht auf Straßen und Häusern die wichtigste Künstliche Lichtquelle, auch in der Staatsgalerie Stuttgart. Wahrscheinlich wäre sie es dort noch für lange Zeit geblieben, hätte man den Einbau einer elektrischen Beleuchtung nicht amtlich vorgeschrieben, wie im Fall des Kaiser-Friedrich-Museums. Da heißt es in der Baugenehmigung von 1898 unter den seitens der Feuerwehr verfügten Auflage wörtlich:

„Zur Beleuchtung darf nur elektrisches Licht verwendet werden.“ Aus heutiger Sicht eine überraschend sinnvolle Anordnung; ob sie aber damals ebenso empfunden wurde geht aus den Akten nicht hervor. Auch etwa seit dieser Zeit weiß man in Museen, dass Beleuchtung Lichtempfindliches Material gefährdet, aber erst seit wenigen Jahren weiß man darüber Genaueres. Danach ist wirksamer Schutz einer Sammlung vor den Einflüssen des Lichts und der begleitenden Strahlung nur möglich, wenn Ursache und Wirkung, also die Kausalität, genau definiert sind. Weil die Lichttechnik letztlich aber vor allem der Übermittlung optischer Informationen an das menschliche Auge dient, ist der Zusammenhang zwischen Sehleistung und Beleuchtung ein wichtiger Faktor. Die Sehleistung, also die Bilder und Grafiken gut optisch wahrzunehmen, muss natürlich gewährleistet sein. Ob jemandem die Sicherheit der Bilder oder die Sicherheit des Adäquaten Betrachtens wichtiger erscheint bleibt offen. Eine Mindestbeleuchtungsstärke ist auf jeden fall notwendig. Denn wenn Sammlungsobjekte aus dem Magazin in die Ausstellung gebracht werden, so geschieht das zweifellos in der Absicht, sie dem Besucher zu zeigen. Er soll sie sehen, betrachten, prüfen und Miteinander vergleichen können. Dazu gehört Licht, und zwar mindestens so viel, dass das Auge Form, Farben und wichtige Details einigermaßen mühelos. Maßstab sind die Sehleistungen von Besuchern mittleren Alters.

sind die Sehleistungen von Besuchern mittleren Alters. Gaslampe Elektrisches Licht Bestrahlung, Belichtung:

Gaslampe

die Sehleistungen von Besuchern mittleren Alters. Gaslampe Elektrisches Licht Bestrahlung, Belichtung: Strahlung und

Elektrisches Licht

Bestrahlung, Belichtung:

Strahlung und Licht können in beleuchtetem Material bleibende Veränderungen hervorrufen. Diese sind dem Ausmaß nach nicht ausschließlich von der Bestrahlungs- bzw. Beleuchtungsstärke abhängig, in der Regel wirkt der Faktor Zeit ebenfalls mit. Nach dem Photometrischen Grundgesetz nimmt die Beleuchtungsstärke mit dem Quadrat der Entfernung ab, umgekehrt wird sie beispielsweise vervierfacht. Hinzu kommt natürlich auch noch der Einfallswinkel. Der von der Lichtstärke der Leuchtkörper und deren Installation abhängt. Nach Ansicht von Fachleuten ist die Leuchtdichte die wichtigste Lichttechnische Größe überhaupt. Ob ein Raum hell oder dunkel erscheint hängt alleine von der Leuchtdichte der sichtbaren Fläche ab. Leuchtdichte ist die Photometrische Größe, mit der sich empfundene Helligkeit in Zahlen ausdrücken lässt. Sie kann in folgendermaßen erklärt werden:

Von der Leuchtenden Oberfläche eines Körpers, ob selbstleuchtend oder beleuchtet, breitet sich ein Lichtstrom in verschiedene Richtungen mit unterschiedlicher Lichtstärke aus. Die Fläche wird dem Betrachter daher, je nach Standard, Entfernung und Winkel unter dem er die Fläche sieht, verschieden Hell erscheinen. Dieser Subjektive Eindruck wird objektiviert durch die Angabe der Leuchtdichte der Fläche definiert. Der Besucher erwartet beispielsweise ein ausreichend hohes Beleuchtungsniveau, was der Konservator in vielen Fällen ablehnen muss, und ausgewogene Leuchtdichteverteilung, was nun

wiederum der Architekt der Ausstellung für überflüssig halten mag.

Leuchtdichteverteilung, was nun wiederum der Architekt der Ausste llung für überflüssig halten mag . Simon Gattner
Leuchtdichteverteilung, was nun wiederum der Architekt der Ausste llung für überflüssig halten mag . Simon Gattner
Leuchtdichteverteilung, was nun wiederum der Architekt der Ausste llung für überflüssig halten mag . Simon Gattner

Simon Gattner

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Tageslicht und Kunstlicht im Museum

Tageslichtöffnung, Gestaltung und Bemessung

Nach verschiedenen ansichten werden auch die Tageslichtöffnungen je nach Architekt verschieden definiert. Ob die Wandflächen von Fenstern aus ästhetischen Gründen freigehalten werden sei dahin gestellt. Vorzüge in der Lichtführung im Auge gelten heute als handfestes Argument zugunsten von Oberlichtern. In der Staatsgalerie Stuttgart wird sowohl als auch, Oberlicht oder Fenster in den Wänden, aber auch beides kombiniert verwendet. Es wird hierbei Dachlaternen oder flachwinklige Glassatteldach Konstruktionen verbaut und verwendet. Mit der Einführung des Glassatteldaches wurde auch ebenfalls die Staubdecke eingeführt die nunmehr Dachraum und Galerie voneinander trennt und diese vor den Einflüssen des Außenklimas, vor Staub, Schwitzwasser und dergleichen schützt. Mit einer Lichtstreuenden Verglasung ausgestattet, verhindert sie den Einblick in die Glasdachkonstruktion und gibt dem Raum damit einen ruhigen oberen Abschluss. Man kann sich darüber Streiten ob die diffuse Beleuchtung durch Glasdach und Staubdecke dem eher wechselhaft durch Seitenfenster gerichtet anfallenden Tageslicht vorzuziehen seien. Bevorzugt ist in der Staatsgalerie das Oberlicht das ein lebendiges, ständig sich wandelndes Tageslicht, das Ambiente schafft in dem sich die Kunstwerke adäquat betrachten lassen. Die Oberlichter ergeben einen Tageslichtsquotienten mit dem Nutzungswert von 80% hier im Süden, das heißt auch für die Staatsgalerie, im Norden dagegen nur 60%. Also bleiben noch für die Staatsgalerie 20% der Jährlichen Öffnungszeiten in denen man die Ausstellung durch elektrisches Licht beleuchtet wird. Die Anordnung von Oberlicht über der Raummitte ist optimal. Denn in Wandnähe, etwa gar bis an die Wand herangeführt, bewirken Oberlichter ein Verschieben des Maximums der Beleuchtungsstärke aus dem Hängebereich heraus nach oben, einen starken Abfall der Beleuchtungsstärke in der vertikalen und kritische Streiflichteffekte am Exponat. Damit das Auge nicht durch Reflexe geblendet wird, muss der Raum bei Mittiger Anordnung des Oberlichts allerdings über eine gewisse Höhe verfügen. Diese ist in der Staatsgalerie durch die Raumhöhe von über 3 Metern gegeben. Durch die großen Dachfenster muss sogar zeitweise das Tageslicht geschwächt werden.

Beleuchtungskonzeption und Lichtplanung

Das Beleuchtungskonzept für die Dauerausstellung oder die Sonderausstellungen soll die Gestalterische Idee die der Ausstellung zugrunde liegt, aufgreifen und mit den mitteln der Lichttechnik funktionsgerecht unterstützen, dabei aber auch ästhetische Prinzipien, psychologisch bedingt Anforderungen und konservatorische Belange auf einen Nenner bringen. Das klingt komplizierter, als es ist, denn museale Ausstellungen folgen im großen Ganzen einigen Grundmustern, die immer wieder zu ähnlichen Lichttechnischen Lösungen führen, allerdings mit unterschiedlichen Auswirkungen hinsichtlich konservatorischer und raumlufttechnischer belangen. Die Ausstellungen in den Historischen Räumen beinhaltet auch die Original Erhaltung und Ausstattung der Räumlichkeiten. Beleuchtungsbeispiel 1:

Durch Fenster geschwächt einfallendes Tageslicht, wo konservatorisch erforderlich, unauffällig durch Lampen simuliert. Originale Leuchten nicht eingeschaltet; Beleuchtung durch freistehende, auch „abgependelte“ technische Funktionsleuchten, deren Lichtpegel die Decke anstrahlen und von der Fensterseite aus, gut abgeschirmt, den Raum erhellen. Beleuchtungsbeispiel 2:

Bei Sonderausstellungen oder seriellen Präsentationen von Exponaten ohne betonte Hervorhebung von einzelnen Objekten. Die Unaufdringliche gleichmäßige Atmosphäre, fast schattenloser Helligkeit, in den Oberlicht räumen der Staatsgalerie, durch das Tageslicht gegeben lässt die Architektur und die Dimensionen des Raumes erlebbar und sichtbar bleiben. Die Hängewände in der Gemäldegalerie werden horizontal völlig gleichmäßig beleuchtet, in der vertikalen mit dem Schwergewicht etwa in der Augenhöhe. Es werden z.B. Halogen- und Reflektorglühlampen verwendet.

Es werden z.B. Halogen- und Reflektorglühlampen verwendet. Dachlaterne mit Lichtständerver g lasun g Satteldach

Dachlaterne mit Lichtständerverglasung

verwendet. Dachlaterne mit Lichtständerver g lasun g Satteldach Vertikaler Tageslicht einlass und zusätzlich

Satteldach

Dachlaterne mit Lichtständerver g lasun g Satteldach Vertikaler Tageslicht einlass und zusätzlich Künstliche

Vertikaler Tageslicht einlass und zusätzlich Künstliche Beleuchtung

Tageslicht einlass und zusätzlich Künstliche Beleuchtung Weiteres Beispiel für ein Satteldach Weiteres Beispiel von

Weiteres Beispiel für ein Satteldach

Beleuchtung Weiteres Beispiel für ein Satteldach Weiteres Beispiel von zusätzlicher künstlicher

Weiteres Beispiel von zusätzlicher künstlicher Beleuchtung

Simon Gattner

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Tageslicht, Begrenzen der Beleuchtungsstärke

In einem durch Tageslicht beleuchtetem Raum mit lichtempfindlichem Material ist nicht das einhalten minimaler Beleuchtungsstärken problematisch, sondern die Begrenzung nach oben. In diesem Sinne ist bei überdimensionierten Tageslichtöffnungen zunächst ein verkleinern geboten. Bei den Glasssatteldächern ist das lichtdichte verschließen von Teilen der Verglasung, bei vertikalen Tageslichtöffnungen das einfügen oder verstärken von sprossen besonders wirkungsvoll. In der Staatsgalerie wird z.B. Milchglas verwendet. Auch automatische Verstelleinrichtungen zur Lichtschwächung sind vorhanden. Doch zu weit gedrosseltes Tageslicht wird gefühlsmäßig als Kalt, dämmrig und leblos abgelehnt. Infolgedessen lässt man regelmäßig die Beleuchtungsstärke zu, die vielen Exponaten Schäden zufügen können. Es entspricht daher guter konservatorischer Sorgfaltspflicht lichtempfindliches Material nicht im Tageslichträumen zu präsentieren. Besonders Aquarelle sind davon betroffen. Auf ein Mindestmaß an Lichtschwächungsvorrichtungen darf dennoch nicht verzichtet werden. Diese werden in der Staatsgalerie durch ein Programm gesteuert, das auf Grund statistisch gesicherter durchschnittswerte des monatlichen Tageslichtangebots erstellt worden ist. Die Gefährdung von Lichtempfindlichem Material wird deutlich durch die periodisch justierten lichtschwächenden Einrichtungen, Jalousien, Markisen, Vorhängen und ähnlichem verhindert.

Lichtschäden

Strahlung durch eine Lichtquelle, die von einem, Partikel des Aquarellfarbstoffs absorbiert wird, verursacht einen anstieg der Temperatur und in einigen Fällen auch eine chemische Veränderung. Zwei Faktoren bewirken diese Veränderungen, die Intensität der Strahlung und die Dauer ihrer Einwirkung. Wie schon im vorherigen Text erwähnt. Wird ein bestimmter Farbton einer Strahlungsintensität von 100 ausgesetzt und verbleicht in einer Stunde, so wird ein gleicher Farbton bei einer Intensität von 1 erst in 100 Stunden denselben Bleicheffekt erzeugen. Die größten Veränderungen werden von den Blauen und Violetten Komponenten des weißen Lichts hervorgerufen. Bezogen auf gleiche Beleuchtungsstärke dominieren diese Lichte des Klaren Himmels, sind sie schwächer im Sonnenlicht und im diffusen Licht des bewölkten Himmels. Im Künstlichen Licht sind sie nur zu einem kleinen Teil vorhanden. Daraus lässt sich schließen das künstliches Licht, aus Reflektionsglühlampen oder Halogenscheinwerfern, eine weitaus bessere Wirkung auf die Exponate des Museums hat. Wenn man nun konsequent vorgehen wollte müsste man die Oberlichter mit Farbigen gläsern ausstatten, die die kurzwelligen Anteile des Tageslichts herausfiltern, allerdings im Raum ein Gelbliches Licht erzeugen. Da das Gelbe Licht aber zu großen optischen Einfluss auf die Exponate und den Besucher hätte wird dies nicht verwirklicht. Man benutzt deshalb Milchige UV-Schutzgläser. Für Museen gibt es besonders geeignete Lichtquellen, der Leuchtstofflampe. Sie werden auch als Fluoreszenslampen bezeichnet. Sie haben einen geringeren Anteil an Blau und Violette Komponenten des Weißlichts.

Farbliche Veränderung von beleuchtetem Sammlungsgut

Das auftreffen von Licht auf einem Körper kann man auch als Photonen –

Bombardement bezeichnen. Die Energie eines Photons ist umgekehrt proportional

der Wellenlänge. Je kürzer diese

Wahrscheinlichkeit das einer beleuchteten, Lichtempfindlichen Substanz molekulare Prozesse ausgelöst werden wächst je nach Anteil an energiereichen Photonen, der zur Anregung der Atom und Moleküle der Betreffenden Substanz führt und dadurch Folgeprozesse auslöst. Diese Aktive Absorption ist die Vorraussetzung für photochemische Prozesse. Im schlimmsten Falle reagieren Fremdstoffmoleküle mit dem Farbstoff. So wird diese auch für das Auge sichtbar. Im anderen Falle können z.B. feine Haarrisse entstehen die bei genauerer Betrachtung für den Betrachter sichtbar werden. Diese Prozesse können nicht mehr rückgängig gemacht werden.

umso größer ist die Energie. Die

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Tageslichteinlass mit Halogenregulierbarer Beleuchtung und
Tageslichteinlass mit
Halogenregulierbarer
Beleuchtung und

Wellüberdachung

mit Halogenregulierbarer Beleuchtung und Wellüberdachung Satteldach mit Milchglaseinsatz Flouteszenslampen

Satteldach mit Milchglaseinsatz

und Wellüberdachung Satteldach mit Milchglaseinsatz Flouteszenslampen Dachlaterne Ölg emälde mit feinen

Flouteszenslampen

Satteldach mit Milchglaseinsatz Flouteszenslampen Dachlaterne Ölg emälde mit feinen Haarrissen Simon Gattner

Dachlaterne

Satteldach mit Milchglaseinsatz Flouteszenslampen Dachlaterne Ölg emälde mit feinen Haarrissen Simon Gattner

Ölgemälde mit feinen Haarrissen

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Veränderung von beleuchtetem Sammlungsgut

Einigermaßen gesichert ist die Erkenntnis , dass wesentliche Veränderungen kaum noch stattfinden wenn der photochemische Abbau der ursprünglichen Substanz weitgehend vollendet ist. Die oft gestellte Frage, ob sich Veränderungen rückgängig machen lassen, wenn das betreffende Material nicht mehr dem Licht ausgesetzt ist muss verneint werden. Prozesse bei denen Moleküle in kleinere Bestandteile zerfallen, sind ebenso wenig reversibel wie die sekundären Reaktionen die den durch die Bestrahlung chemisch stabiler Verbindungen entstanden sind. Unter Abbauprozessen, die durch Beleuchtung ausgelöst werden können, sind besonders jene gefürchtet. die sich in farblichen Veränderungen äußern. Das ist allerdings nur ein Aspekt der Gefährdung von sammlungsgut durch Licht, genauer gesagt, durch optische Strahlung; andere Molekulare Vorgänge, z.B. der Verlust der Reißfestigkeit (siehe bild 2.0), verdient ebenfalls stärkere Beachtung. Diese sind jedoch, so weit bekannt, noch nicht in der Breite und in der Tiefe erforscht worden, wie das hinsichtlich der Farbänderungen von beleuchteten museumstypischen Material behauptet werden kann. Für den Museumsbesucher ist jedoch der Verlust der Reißfestigkeit ( Bild 2.0), die stärkste optische Beeinträchtigung,. Die vor allem bei Ölbilder auftritt und wie auf dem Foto zu sehen eine starken Eindruck hinterlässt . Farbliche Veränderungen sind jedoch nur schwer zu erkennen und bei Ölbildern seltener der Fall, hingegen sind Aquarellbilder sehr empfindlich in dieser Hinsicht, da schlechter Untergrund verwandt wurde oder es schlecht gerahmt wurde über längere Zeit. So kann man als Besucher bei aufmerksamer Betrachtung von Aquarellen kleinere oder größere Schäden und Mängel feststellen., wie z.B. vergilbtes, bräunlich gefärbtes Papier. Diese Schäden sind im laufe der Zeit aber unabwendbar.

Klimatisierung

Einleitung

Sammlungsgut wo immer es sich befindet, unterliegt den Einflüssen seiner Umwelt. Die biologische chemische Vorgänge, hauptsächlich aber Thermische Zustandsänderungen der umgebenen Atmosphäre sind es, die insbesondere Objekte aus organischer Substanz in ihrem Erhaltungszustand beeinträchtigen. Organische Substanzen sind fast in jedem Bild in form von Pigmenten oder Maluntergründen zu finden. Die primäre Aufgabe der Klimatisierung besteht darin, sie vor derartigen Einflüssen zu schützen. Dieser konservatorische Aspekt steht im Vordergrund; Die physiologischen Bedingungen des Raumklimas, die das Wohlbefinden des Menschen bestimmen, und ggf. auch Bauphysikalische Anforderungen müssen damit in einklang gebracht werden. Es sei gleich vorrausgesagt, dass diese Problematik wird in der Staatsgalerie mit einer Klimaanlage und Belüftungsvorhängen gelöst (Siehe Bilder 4+5). Im Museumsgebäude kann auf grund seiner Bauweise, Orientierung im bezug auf die Sonne und Gliederung des Baukörpers so wie durch die Außenwandkonstruktion die Baumassen und das Speichervermögen ggf. unter Zuhilfenahme von Luftbefeuchtern und der gleichen, eine weitgehende natürliche Klimatisierung begünstigen.

eine weitgehende natürliche Klimatisierung begünstigen. Bild mit abgeschlossenem photochemischem Prozess Ölbild das

Bild mit abgeschlossenem photochemischem Prozess

Bild mit abgeschlossenem photochemischem Prozess Ölbild das an Reisfestigkeit verloren hat Klimaanlage

Ölbild das an Reisfestigkeit verloren hat

mit abgeschlossenem photochemischem Prozess Ölbild das an Reisfestigkeit verloren hat Klimaanlage Zuleitung Simon Gattner

Klimaanlage Zuleitung

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Fortsetzung – Klimatisierung / Einleitung

Ob das schon ausreicht, im Ausstellungsbereich des Museums ein Raumklima herzustellen, das Konservatoren, Restauratoren und das Publikum gleichermaßen akzeptieren können, wird durch die Eigenart der Nutzung im wesentlichen durch die Intensität der Beleuchtung und die Anzahl der Besucher entschieden. All diese Aspekte wurden beim Erweiterungsbau der Staatsgalerie und bei der Renovierung des Altbaues berücksichtigt. In Räumen, in denen sich Menschen aufhalten, ist aus Hygienischen Gründen ein Luftaustausch erforderlich. Da muss man zunächst fragen ob der natürliche Luftwechsel zwischen innen und Außen, also die Fugenlüftung (siehe Bild) für eine gegebene oder prognostizierte Anzahl längere Zeit im Haus verweilende Personen ausreicht, Hygienische Mindestansprüche zu erfüllen. Diese Frage kann für den Altbau der Staatsgalerie und den dort verbauten Fenstern (siehe Bild) bejaht werden, wie aus dem folgendem Beispiel hervorgeht. Dies zeigt aber auch die natürlichen Grenzen der natürlichen Lüftung. Beispiel: Ausstellungsräume in einem Altbau, wir gehen von den Räumlichkeiten der Staatgalerie aus; Ein Raum mit der Grundfläche:

100m²; Höhe 4m; Raumvolumen 400m³. Der Raumluftzustand von 20°c, Luftfeuchtigkeit von 45% wird durch die Heizung und den Luftbefeuchter aufrecht erhalten. Durch die Fugenlüftung wird ein Luftwechsel von ca. 100% (n=1) herbeigeführt; stündlich einströmende Außenluftmenge daher 400m³/h. Dies reicht aus entsprechend einer pro Kopf Außenluft Rate von 30 bis 40m³/h etwa 10 bis 15 anwesenden Besuchern gute Luftqualität zu liefern; für eine Schulklasse währe das zu wenig. Der Außenluftzustand sei mit +1°c - 95% Luftfeuchtigkeit angenommen. Die Erwärmung der Außenluft auf Raumtemperatur würden die Heizkörper übernehmen, die Befeuchtung fahrbare Luftbefeuchter. Diese müssten, um den genannten Raumluftzustand zu halten, stündlich 1,2 Liter Wasser verdunsten. Daraus resultieren evtl. Nachfüllprobleme an den Wochenenden. Wenn man weiterhin in betracht zieht, das die typische Großstadtatmosphäre rund 100µg/m³ Staub enthält, gelangen mit der Fugenlüftung beachtliche Mengen an Luftverunreinigungen in die Ausstellung. Deshalb ist in Folge des Museumsneubaus und der Sanierung des Altbaus die Fugenlüftung weitgehend unterbunden und mit einem zusätzlichem Staubfilter versehen worden. Nun stellt sich die Frage wie man ansonsten genügend Frischluft einführen kann. Man müsste von Zeit zu Zeit die Fenster öffnen zwecks Stoßlüftung, wie in Wohnungen, Klassenräumen, Büros und dergleichen üblich und durchaus sinnvoll. Das aber ist in der Staatsgalerie, jedenfalls in Räumen mit Sammlungsgut, vor allem in den Ausstellungen, aus vielerlei Gründen z.B. der Sicherheit, vor allem aber wegen der riskanten, abrupten Beeinträchtigung des Raumklimas untersagt. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer maschinellen Lüftung. Eine derartige Einrichtung kombiniert mit Luftfilterung, -erwärmung und -befeuchtung, ist die gegebene und ausreichende Lösung. Vorausgesetzt ist dabei, dass die im Sommer eindringenden und im Haus anfallenden Wärmemengen insgesamt so klein sind, dass sie durch die hohe Speicherfähigkeit des Bauwerks ausgeglichen werden und das Raumklima kaum belastet. Wenn sie sich jedoch zu einer größeren Kühllast aussummieren - etwa in Folge eines sehr erwünschten Besucherandranges und des somit gesteigertem Anteils an Personenwärme-, immer dann ist zusätzliche Luftkühlung erforderlich, und der schritt zur Klimaanlage ist damit schon getan. Dabei gilt als oberster Grundsatz: Technik so wenig, wie möglich - so viel wie nötig, der in der Staatsgalerie wohl Vorbildlich gelöst worden ist.

STUTTGART

erie wohl Vorbildlich gelöst worden ist. STUTTGART Unterer einlass für Belüftungsströmung Fenster mit

Unterer einlass für Belüftungsströmung

ist. STUTTGART Unterer einlass für Belüftungsströmung Fenster mit Fugenbelüftung und Staubfilter Simon Gattner

Fenster mit Fugenbelüftung und Staubfilter

Simon Gattner

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Befeuchtungseinrichtung

In der Staatsgalerie wird neben der Klimaanlage auch ein sogenannter Rieselbefeuchter oder Luftbefeuchtungsfilter verwandt. In diesem Rieselbefeuchter rinnt Wasser in dünnen Schichten über einen Füllkörpereinsatz. Dieser besteht vorzugsweise aus Matten oder Gewellten und profilierten Platten, die senkrecht in engen abständen zueinander angeordnet sind, so das die Luft zwischen ihnen hindurchströmen kann. Verteilerrohre sorgen für einen Gleichmäßigen Rieselfilm (siehe Bild).

Dampfluftbefeuchtung

Des weiteren wird ein Dampf- Luftbefeuchter verwendet der den zur Befeuchtung erforderlichen Dampf vorwiegend durch elektrisch beheizte Geräte erzeugt. Er wird in ein Rohrsystem geleitet, das unmittelbar in den Zuluftkanal (siehe bild) eingebaut ist. Bei geeigneter Mengenregelung, feiner Verteilung im Luftstrom und guter Durchmischung wird er durch die Luft vollständig aufgenommen. Das setzt hohe Strömungsgeschwindigkeiten der Luft und eine entsprechende Gestaltung der Mischstrecke des Luftkanals voraus. Anders als bei der Verdunstung wird die Luft nicht gekühlt, ihre Temperatur bleibt etwa gleich.

Wasseraufbereitung

Das verdunstete oder verdampfte Wasser muss laufend ergänzt werde. Bei der Luftbefeuchtung mit Dampf wird der Dampferzeuger mit normalem Leitungswasser gespeist. Daher ist doch einiger apparativer aufwand zur automatischen Beseitigung der an den Heizstäben als Kesselstein ausfallenden Wasserhärte erforderlich; bei vielen Geräten werden sie durch automatisches Abschlämmen entfernt. Würde man den Sprüh und Rieselbefeuchter ebenfalls mit Leitungswasser speisen, so müssten sich die in ihm gelösten Mineralssalze, die die Wasserhärte ausmachen, im Umlaufwasser des Befeuchters allmählich als Verdunstungsrückstände anreichern. Ablagerungen und Verstopfungen, aber auch Korrosionserscheinungen, währen die Folge. Um das zu vermeiden, bereitet man das Wasser in geeigneter weise auf.

vermeiden, bereitet man das Wasser in geeigneter weise auf. Rieselbefeuchter der Direkt in das Belüftungssystem

Rieselbefeuchter der Direkt in das Belüftungssystem eingebaut wird

der Direkt in das Belüftungssystem eingebaut wird Flur Alte Staatsgalerie im zweiten OG Luftfilter Wo Luft

Flur Alte Staatsgalerie im zweiten OG

Luftfilter

Wo Luft bewegt wird, werden auch Luftverunreinigungen Transportiert. Größere Mengen gelangen meist schon mit der Außenluft in die Klimaanlage, andere stammen aus den klimatisierten Räumen, z.B. aus den Fußbödenbelägen und aus der Anlage selbst, z.B. aus der Luftbefeuchtung. Für den Grad der Luftverschmutzung der Außenluft ist in erster Linie die Lage bestimmend - bei der Staatsgalerie wird diese Hochangesiedelt, alleine schon wegen der Starkbefahrenen Konrad- Adenauer-Straße der B14 und der Schlossstraße der B27. Nicht selten befinden sich Keime, Pollen und Mikroorganismen in der angesaugten Luft. Diese wird daher entsprechend der Größe dieser Schwebstoffe von etwa 0,1 bis 10µm gefiltert, mit dem Ziel die Qualität der Zuluft gegenüber der der Abluft zu verbessern.

0,1 bis 10µm gefiltert, mit de m Ziel die Qualität der Zuluft gegenüber der der Abluft

Simon Gattner

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Luftsystem (Klimaanlage)

Luftsystem (Klimaanlage) Dieses Luftsystem bezeichnet man auch als Klimaanlage und vereinigt die oben angeführten

Dieses Luftsystem bezeichnet man auch als Klimaanlage und vereinigt die oben angeführten Systeme in ein Computer unterstütztes, mit Jahreshalbwerten gefüttertes System. Das voll automatisiert und ökonomisch arbeitet. In diesem System wird die aufbereitete Luft in Kanälen mit der Luft des Dampfluftbefeuchters vermischt und auf die zu Klimatisierte räume verteilt, die Abluft gesammelt und durch ein Paralleles Kanalnetz zur Zentrale zurückgeleitet. Dort verlässt ein Teil des Abluftstroms die Anlage (Fortluft), und ein etwa gleich großer Volumenstrom an Außenluft ersetzt ihn zwecks Lufterneuerung. Diese und die rezirkulierte Umluft werden vermischt und jeweils erwärmt, gekühlt, befeuchtet oder entfeuchtet, gefiltert und von einem Ventilator als Zuluft in das Kanalnetz gefördert. Dieses ist in Parallele Stränge unterteilt, die Zweikanal-Klimaanlage, was einen ökonomischen Betrieb ermöglicht, so können die Räume mit unterschiedlichen Heiz und Kühllasten getrennt versorgt werden.

Heiz und Kühllasten getrennt versorgt werden. Schematische Darstellung des Zentralgeräts einer Klimaanla

Schematische Darstellung des Zentralgeräts einer Klimaanlage

Klimatisierte Räume

Klimaanlagen sind mittel der Gebäude und Versorgungstechnik, die immer nur dort eingesetzt werden, wo Bedarf besteht. Für Museen sollte daher die Selbstverständliche Regel gelten Klimatisierung ist immer nur dann erforderlich, wenn die Erhaltung des Sammlungsguts davon abhängt und auch immer nur dort wo sie konservatorisch begründete Anforderungen an das Raumklima definieren lassen. Also stellt sich die frage in welchen Räumen eine Klimaanlage erforderlich ist und wie stark sie im gebrauch genommen wird.

Öffentlicher Bereich (Die auf der Grafik Farbig dargestellten Räumlichkeiten, Blau, Grün, Ocker usw.): Eingangshalle, Gardarobe, Information, Dauerausstellungen, Sonderausstellungen, Vortragssaal mit Foyer, Seminarraum, Museumspädagogische Arbeitsräume, Verkauf, Cafeteria.

Interner Bereich (Die auf der Grafik als Türkis umrissartig dargestellten Räumlichkeiten): Arbeitsbereich für Wissenschaftliches und Technisches Personal; Studiensammlung, Magazin, Depot, Restaurierungswerkstatt, Fotoatelier, Bibliothek, Verwaltung, Archiv.

Wenn die konservatorischen Bedingungen Klimatisierung verlangen, sind mindestens die hier kursiv gezeichneten Sammlungsräume davon betroffen, zuweilen aber auch das Fotoatelier und mit unter auch die Arbeitsräume der wissenschaftlichen Mitarbeiter. Bei der an physiologische Bedingungen gebundenen sog. Komfortklimatisierung genießen vortrags- und Seminarräume Priorität vor den anderen Räumen. Räume die als Klimaschleuse fungieren wie z.B. Flure müssen zuweilen auch klimatisiert werden. Die folgenden Ausführungen befassen sich primär mit Ausstellungen, weil das Raumklima dort durch Besucher, Beleuchtung, die Einstrahlung durch Tageslichtöffnungen, usw. besonders belastet wird und weil die Raumklimatischen Anforderungen in jenen Räumen ungleich schwieriger zu erfüllen sind als in den übrigen dem Publikum nicht zugänglichen Sammlungsräumen.

als in den übrigen dem Publikum nicht zugänglichen Sammlungsräumen. Ausstellungsraum Ausstellungsraum Simon Gattner

Ausstellungsraum

als in den übrigen dem Publikum nicht zugänglichen Sammlungsräumen. Ausstellungsraum Ausstellungsraum Simon Gattner

Ausstellungsraum

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Konservatorische Anforderungen an das Raumklima im Museum

In Publikationen aus der konservatorischen und restauratorischen Arbeit in Museen berichten viele Autoren, in ihrem Fach meistens Spezialisten und Praktiker, über Beobachtungen am Sammlungsgut, beispielsweise über die Behandlung und das Verhalten von Neuerwerbungen unter bestimmten Raumklimatischen Bedingungen. Sie Teilen so ihre Erfahrung mit und wenn sich die angewandte Technik auch nicht immer mit wissenschaftlicher Methodik vergleichen lässt, wenn vielleicht auch nicht lang genug beobachtet wurde - manche Veränderungen werden erst nach Jahrzehnten sichtbar -, aus der Summe solcher Berichte entsteht ein Erfahrungsschatz, der sehr wohl Grundlage sein kann für eine allgemeinere Definition von konservatorischen Anforderungen an ein Raumklima. Noch besser, wenn die Beobachtungen durch Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt, korrigiert, ergänzt und abgesichert sind. Temperaturänderungen

Um die konservatorischen Risiken zu vermindern, sollte die Lufttemperatur im Museumsräumen auf den Bereich von etwa 18 bis 25°c begrenzt werden. Eine noch niedrigere Temperatur z.B. von 16°c, ist für einiges Material, vor allem für Papier sehr sinnvoll, doch im Ausstellungsbereich leider nicht realisierbar. Temperaturänderungen der Luft in den Räumen von Museen - und nicht nur dort sind in der Regel periodische Vorgänge. Man kann sie in Schwingungen darstellen (Siehe Bild), die von einem Maximum zum nächsten Reicht. so steigt und fällt die Temperatur in nicht Klimatisierten Gebäuden im Rhythmus der Jahreszeiten, oft auch am Tagesablauf mit der periodischen Beheizung und Besonnung. in den Klimatisierten Räumen der Staatsgalerie werden diese bewusst gesteuert, wie etwa die langsame Anpassung der Raumlufttemperatur an die Jahreszeit.

Überwachung von Temperatur und relativer Feuchte

Weniger zum Messen von Momentanwerten, sondern für die laufende Überwachung des Raumklimas, z.B. im Hinblick auf die Konstanz der Luftfeuchtigkeit sind Thermo- Hygrographen (Siehe Bild) sehr gut geeignet. Das Messglied ist ein Bimetallthermometer und Haarhygrometer. Die Bewegungen werden auf Schreibstreifen registriert. Üblich ist ein Trommelumlauf von einer Woche.

Zu Grafik Rechts:

Diagrammausschnitte von Thermo-Hygrographen

links: Temperatur °C, recht: Relative Feuchte %.

(1)

Stuttgart, 23./24.1.1973; Altbau, Raum 140 ,Expressionisten`;

(2)

unzulässige Schwankungen, heizungsbedingt; Desgl. 26./27.11.1993, Kabinette Bahnseite ,Spitzweg`; Lüftungsanlage mit Befeuchtung, unzulässige Feuchtschwankungen; Periode ca. 170 min; nicht akzeptabel;

(3) Desgl. 3./4.8.1995; Raum 122 ,Friedrich` Klimatisiert, hinreichende Konstanz

Raum 122 ,Friedrich` Klimatisiert, hinreichende Konstanz Messdatensammlung Eine bessere Überwachung mit geri

Messdatensammlung

Eine bessere Überwachung mit geringerem Personalaufwand wird durch Messdatensammlung ermöglicht. Man versteht darunter Systeme, die aus Sensoren und einem Datenträger bestehen mit Schnittstellen, die den Anschluss an einen PC, einen Drucker und ähnlichem ermöglichen. Die Sensoren für Temperatur und Luftfeuchtigkeit, für Beleuchtungsstärke und -dauer, Luftqualität usw. sind durch Zweileiterdrähte in einer Ringleitung miteinander zu einem Bus- Datentransfer verbunden. Mit entsprechender Software können die Messwerte gespeichert werden und am Bildschirm Tabellarisch oder in Form von Verlaufsdiagrammen dargestellt und nach bedarf ausgedruckt werden. Werden vorher angegebene Grenzwerte überschritten, so macht der PC mit einem Akustischem Signal darauf Aufmerksam und zeigt wo und wann dies eintrat. Er kann so auch gleich das Problem beseitigen in dem er in die Klimaanlage eingreift. Da mit diesem System nicht nur Messdaten eingesammelt werden können, sondern auch Betriebs- und Schaltzustände aus Ausstellung, Magazin und Werkstatt, z.B. das Offenhalten von Türen, Besucherzahlen nach Datum und Zeit, die Verweildauer von Besuchern in Räumen, und dergleichen ist der Zentrale Messdatensammler enorm wichtig für das Museum. Da aus ihm auch Tageshalbwerte. Monatshalbwerte und Jahreshalbwerte gewonnen werden können und die Klimaanlage, Beleuchtungseinrichtungen und Jalousien nach diesen Ergebnissen eingestellt werden.

Beleuchtungseinrichtungen und Jalousien nach diesen Ergebnissen eingestellt werden. Thermo Hygrograph Simon Gattner

Thermo Hygrograph

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Seite 13 STAATSGALERIE STUTTGART Einsatzanlagen für Überfall-Einbruch smeldeanlagen gemäß UEA-Richtlinien In der

Einsatzanlagen für Überfall-Einbruchsmeldeanlagen gemäß UEA-Richtlinien

In der Staatsgalerie kommt eine -AWUG-Anlage zum Einsatz. Bei Anlagen auf der Basis der Wähl- und Übertragungsgeräte -AWUG-, wird selbständig die entsprechende Rufnummer der Einsatzzentrale der Polizei angewählt. Die Verbindung läuft über eine eigen dafür verlegte Festverbindung der Telekom. Ein weiteres Kapitel der ÜEA-Richtlinien befaßt sich mit der in der Einsatzzentrale der Polizei vorzuhaltenden Informationen über den Anschlußteilnehmer. So sind dort unter anderem der Aufbewahrungsort der Schlüssel und die Namen und Adressen der ´ständigen erreichbaren, verantwortlichen Personen des Anschlußteilnehmers´, in unserem Fall der Staatsgalerie, dokumentiert. Weiter heißt es daß `Objektschlüssel in begründeten Fällen bei der Polizei hinterlegt werden können`. In einer Anlage zu Richtlinien werden die besonderen technischen Anforderungen behandelt. Wichtige sind insbesondere diese:

Die Überwachungseirichtung muß sich innerhalb des gesicherten Bereichs befinden. Melder sind so auszuwählen und anzubringen, daß Falschalarme vermieden werden. Nach der Auslösung eines Melders muß eine Form- und Zustandssicherung zurückbleiben. Diese Forderung wird auch durch einen Protokollausdruck erreicht. Das Durchschauten zur Polizei -Scharfschalten- darf nur dann möglich sein, wenn die Anlage in allen Teilen `scharfschaltfähig`, das heißt funktionsfähig ist. Die Einbruchssicherungsanlage ist durch eine elektrische Schalteinrichtung mit mechanischer Verriegelung von außen scharfzuschalten. Der im Fall eines Einsatz anzufahrende Zugang muß durch eine gelbe Rund leichte, die durch die Anlage automatisch aktiviert wird, gekennzeichnet sein. Natur gibt es nach den ÜEA-Richtlinien noch viel subtilere Regelungen aber die möchten wir an dieser stelle außen vorlassen. Da sie zu stark in das Detail gehen würden. Gesichert ist aber die Erkenntnis das 90% der Alarmsituationen, Fehl- oder Falschalarme sind. So berichtete uns bei unseren recerschen zumindestens eine Museumsangestellte. Sie werden durch unabsichtliches oder absichtliches berühren von Bildern oder anderen Exponaten ausgelöst.

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Sicherungstechnik von Exponaten Schutzverglasung

Vorsätzliche und unabsichtliche Beschädigungen durch Besucher an Gemälden, Graphiken, Papier-, Textil-, Wachsobjekten und anderen Exponaten von überwiegen flächenhafter Gestalt können durch eine Schutzverglasung zuverlässig verhindert werden. Gegen die gefürchteten Angriffe mit Säure, Lösemittel und anderen aggressiven Flüssigkeiten auf Gemälde gibt es keinen anderen Schutz als diesen, denn selbst bei raschestem Eingreifen von sachkundigen Kräften sind sonst Beschädigungen oder Zerstörungen der Malschicht unvermeidlich. Als Schutz reicht schon in vielen Fällen eine normale Glasscheibe von 6 bis 8 mm Dicke aus, doch ist es nicht auszuschließen, daß die Glasscherben, falls die Scheibe zerbricht, das zu schützende Objekt beschädigen. Bei Acryl- oder Polycarbonatglas ist das zwar nicht zu befürchten, doch stört dann wieder die Kratzempfindlichkeit und die unangenehme Eigenschaft, durch statische Aufladung Staub anzuziehen. Am besten ist daher, wie bei allgemein allen Fenstern eines Museums, hier eine VSG-Scheibe. Also eine Verbunds- Sicherheits-Glas. Wenn man bei Gemälden allerdings kein entspiegeltes Glas wählt, muß man sich mit dem nachteiligen Effekt einer solchen Verglasung abfinden:

Mit Reflexen von Fenstern und Lichtquellen, mit Spiegelbildern der Umgebung und des Betrachters selbst. Durch Verwendung entsprechenden entspiegelten Glases lassen diese Effekte weitgehend beseitigen. Bei diesen Glas sind mehrere hauchdünne Schichten von Metalloxiden aufgedampft, die bei senkrechtem Lichteinfall durch Interferenz die Reflexion unterdrücken. Seit einiger Zeit können auch VSG-Scheiben damit ausgerüstet werden. Entspiegeltes Glas reduziert die für Glasscheiben typische Reflexion von 8 bis 10% des sehbar auftreffenden Lichts durch die aufgedampften Interferenzschichten auf ca. 1%.

durch die auf g edam pften Interferenzschichten auf ca. 1%. Entspiegelte VSG Schutzverglasungen Drahtaufhängung für

Entspiegelte VSG Schutzverglasungen

auf ca. 1%. Entspiegelte VSG Schutzverglasungen Drahtaufhängung für Gemälde, die bei entfernen des

Drahtaufhängung für Gemälde, die bei entfernen des Gemäldes Alarm auslösen

Befestigung

Wenn Sammlungsgegenstände vielleicht frei und ohne störendes Glas dargeboten werden, dann deshalb, weil man dem Besucher die Begegnung mit dem Originalen Objekten und die Betrachtung der Feinheiten, in Form, Farbgebung und ähnlichem, aus nächster Nähe ungestört, ohne Sichthindernisse ermöglichen will. Sind die Exponate groß und schwer, ist die Gefahr eines Diebstahls innerhalb der Öffnungszeiten gering, sind sie leicht und handlich, ist die Situation kritisch. Wenn man sie schon nicht hinter Glas bringen kann, müssen sie sicher befestigt werden. Bei einer anspruchsvollen Präsentation solcher Exponate geht das Bestreben in aller Regel dahin, die mechanische Sicherung optisch so weit wie möglich zurückzudrängen. Die Befestigungselemente sollen nicht für einen Teil des Exponates gehalten werden, am besten also unsichtbar sein. Das könnte beispielsweise durch anschrauben erreicht werden. Doch das ist in der Regel nicht zulässig, weil es bei einem Originalen Objekt keine Partie der Oberfläche gibt, die man etwa durch Anbohren, Löten, Kleben oder ähnlichem verletzen darf. So bleibt die direkte Befestigung auf Objekte beschränkt, bei denen es Standflächen, gelegentlich auch eine Bruchfläche, als Befestigungsmöglichkeiten bestehen. Wenn sich auch dieses verbietet, muß eine Verklammerung mit der Wand- oder Stanmdfläche in Betracht gezogen werden. Diese kann dann zwar nicht mehr unsichtbar sein, muß aber trotzdem nicht ins Auge fallen wenn sie aus Acrylglas bestehen. Die dünnen Drahtseilkonstruktionen mit eingebautem Alarmkontakt fallen auch nur gering in das Auge. Wobei sie noch den Vorteil inne habe das sie eine Mobilität der Bilder garantieren, ohne bei den Wänden zu Beschädigungen zu

führen. Bei den ständigen Exponaten Wechsel und leih Gaben ist dies auch notwendig.

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Sicherheitstechnik der Räumlichkeiten

Durchbruchmelder Übersicht

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Alarm auslösende Vorgänge

Begleiterscheinungen

Melder

Typ

Öffnen von Verschlüssen (Türen, Fenster und dergleichen)

Bewegliche Teile verändern ihre Position

Türkontaktmelder

Öffnungsmelder

Riegelkontaktmelder

 

Ein festes Gefuge wir zerstört

Drahtbruchmelder

 

Durchbrechen von Flächen (Wände, Decken, Fußböden, Verglasungen und dergleichen)

Alarmtapete

Erschütterungen treten auf

Alarmglas

Erschütterungs-

Durchbruchmelder

Geräusche von brechenden Material werden erzeugt

melder

Körperschallmelder

 
 

Glasbruchmelder

 

Ein Hindernis wird berührt

Pendelkontakt-

 

melder

Einsteigen durch Öffnungen (Luftkanäle, offene Fenster, Öffnungen als Folge eines Durchbruchs)

Ein großer Körper durchdringt eine unsichtbare Schranke

Fadenzugkontakt-

 

melder

Infarot-Licht-

Einstigmelder

 

schranke

Ultraschall-

 

Schranke

Radar-

Schranke Feldüber- wachung

 
 

Ein Körper betritt eine Fläche

Kontaktmatten

 

Vordringen im Raum und Hineinreichen in Vitrinen

Sensorfolien

Trittmelder

Ein Körper bewegt sich im Raum

Ultraschall-

und

 

Detektoren

Bewegungsmelder

 

Mikrowellen-

Detektoren

Öffnungsmelder

Durch Öffnungsmelder wird der Schließzustand von Türen und Fenstern überwacht. Es handelt sich um kleine, unauffällig unterzubringende Geräte, die Bauart nach Endschalter, die durch Öffnen eines elektrischen Kontakts signalisieren, dass ein damit gesicherter Tür- oder Fensterflügel geöffnet, ein Rollladen hochgezogen oder ein Gitter beseitigt wird. Die Positionsänderung dieser Außenhautverschlüsse werden auf das Kontaktsystem mechanisch übertragen. Dies gilt auch für den Riegelkontaktgeber, der dazu dient, den Schließzustand eines Schlosses zu überwachen. Bei Magnetkontakten wird die Positionsänderung magnetisch übertragen. Das Gerät ist zweiteilig. An den zu überwachenden beweglichen Teil, z.B. Einem Türflügel, wird ein Kunststoff eingebetteter Dauermagnet, am feststehendem Teil ein ebenfalls eingeschlossener Magnetkontaktschalter befestigt. Sobald beide Türflügel voneinander entfernt werden, gibt dieser ein entsprechendes Signal ab.

Türflügel voneinander entfer nt werden, gibt dieser ein entsprechendes Signal ab. Magnetkontaktschalter Simon Gattner

Magnetkontaktschalter

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Durchbruchmelder

Mit Durchbrechmelder werden Wände und Decken gesichert; Ein dünner, durch Ruhestrom überwachter elektrischer Leiter ist eine tapetenähnliche Matte so eingebettet, daß er im Fall eines Durchbruchversuchs zerreißt und Alarm auslösen muß. Die Alarm-Drahtmatten kommen nur im Neubau und im Innenbereich der Staatsgalerie zum Einsatz, da eine Aufrüstung des Altbaus zu kosten intensiv und aus Baugründlichen Anforderungen des Denkmalschutzes, in der Außenhaut nicht möglich waren. Man verwendet die Alarm-Drahtmatten zur Außenhautüberwachung ebenso wie zur Sicherung im Innenbereich. Dem Prinzip `Zuerst Alarm - dann mechanischen Widerstand` folgend, wird sie jeweils auf der Außenseite der Wand eingeputzt oder unter Fliesen verlegt, so daß ein Einbrecher die Wand noch nicht durchbrochen hat, wenn der Versuch des Durchbruchs signalisiert wird. Türfüllungen werden auf ähnliche Weise gesichert. Erschütterungsmmelder Reagieren auf schockartige Bewegungen, wie sie beispielsweise bei einem Durchbruch durch kräftige Schläge mit einem Hammer gegen die Wand hervorgerufen werden, doch zuweilen auch auf Erschütterungen, die eine harmlose Ursache haben, z.B. vorbeifahrende Fährzeuge. Sie werden aus diesem Grund nur spärlich eingesetzt, da um die Staatsgalerie mehrere stark frequentierte Straßen verlaufen. Wesentlich treffsicherer ist der Körperschallmelder, der Funktion nach ein Mikrophon, das die durch feste Körper übertragenen Schallwellen, den sogenannten Körperschall, in elektrische Signale verwandelt. Nur die durch ihr besonderes Spektrum gekennzeichneten, von typischem Einbruchswerkzeug ausgehenden Schwingungen werden zur Alarmierung verwendet, sogar ein Schneidbrenner erzeigt Geräusch. Es kann also auch an einer stark befahrenen Straße verwendet werden. Auf dem Prinzip der Ruhestrom-Überwachung beruht auch die Funktion des Verbundsicherheitsglases mit Alarmdrahteinlage. In die Verbundschicht dieses Alarmglases ist ein Widerstandskraft von etwa o,1 mm Durchmesser eingebettet. Er ist je nach Bauart im abstand von 50 bis 100 mm senkrecht oder waagrecht verlaufend mäanderartig angeordnet. Beim zerbrechen der Scheibe wird der dünne Draht durchtrennt, der Stromkreis wird unterbrochen und eine Alarm wir ausgelöst.

dünne Draht durchtrennt, der Stromkreis wird unterbrochen und eine Alarm wir ausgelöst. Alarm-Drahtmatte Simon Gattner

Alarm-Drahtmatte

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Wechselausstellungen

Wechselausstellungen
Wechselausstellungen
Wechselausstellungen
Wechselausstellungen
Wechselausstellungen
Wechselausstellungen

Gemälde und Skulpturen

Das Spektrum der Sammlungen verdankt die Staatsgalerie ihrer ebenso langen wie wechselvollen Geschichte. Sie reicht zurück bis ins 18. Jahrhundert, in die Zeit der württembergischen Herzöge. Deren Sammlungen bilden den Grundstock der Bestände Alter Meister. Gemäß dem Bildungsideal des 19. Jahrhunderts lag bald ein Schwerpunkt auf dem »Schwäbischen Klassizismus«, der heute einen singulären Platz einnimmt. Im 20. Jahrhundert setzten erstmals kunsthistorisch ausgebildete Direktoren Akzente in den historischen Sammlungen und im Bereich der damaligen Avantgarde. Große Verluste durch Beschlagnahmungsaktionen der Nationalsozialisten und Zerstörung während des Zweiten Weltkriegs brachten eine tief greifende Zäsur. Seit 1945 erfolgt der gezielte Auf- und Ausbau in den Sammlungsbereichen des 20. Jahrhunderts bis heute.

in den Sammlungsbereichen des 20. Jahrhunderts bis heute. Graphische Sammlung Zur Besonderheit einer Graphischen

Graphische Sammlung

Zur Besonderheit einer Graphischen Sammlung gehört es, dass aus konservatorischen Gründen ihre reichen Schätze in kurzen Zeitabschnitten ausgestellt werden können. Wir geben Ihnen einen Überblick über die Schwerpunkte unserer weit über 400.000 Blätter umfassenden Sammlung. Unser Ziel ist es, die hochkarätigen Werke auf Papier in einer Datenbank zu erfassen und so dem Publikum und der Wissenschaft verfügbar zu machen. Dafür suchen wir Sponsoren.

Wer Originale betrachten möchte, kann sich donnerstags im Studiensaal der Graphischen Sammlung die gewünschten Werke vorlegen lassen.

sich donnerstags im Studiensaal der Graphischen Sammlung die gewünschten Werke vorlegen lassen. Tobias Tschinkowitz

Tobias Tschinkowitz

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Alte Staatsgalerie, Cafeteria

Die Cafeteria in der Alten Staatsgalerie mit ihren Paneelwänden, der Lichtdecke und den filigranen Stahlrohrstühlen versprüht den innenarchitektonischen Charme der späten 1960er- bis frühen 70er-Jahre.

Gereicht werden kleine Mahlzeiten und Getränke, stilecht mit Selbstbedienung. Ob man lediglich Design-Nostalgie wittert, oder, angeregt durch die diversen Zeitgeist-Revivals, der Cafeteria Kultstatus zubilligt: Sie eignet sich immer als Abschluss eines Museumsbesuchs.

Staatsgalerie Shop

Zu entdecken gibt es einiges: Canovas »Grazien« in der Schneekugel, den

Kalender mit Architekturbildern zur Neuen Staatsgalerie sowie eigens für den

Shop hergestellte Artikel. Hier finden Sie neben einer großen Auswahl an

Bestands- und Ausstellungskatalogen, Plakaten und Kunstdrucken auch z.B.

Regenschirme, Mousepads und Blöcke mit diversen Motiven der Staatsgalerie.

Alle Artikel können Sie natürlich auch bei einem Besuch der Staatsgalerie im

Museums-Shop erwerben.

Aktuelle Angebote

Video: Edouard Manet Video zur aktuellen Ausstellung »Edouard Manet und die Impressionisten«

17,50 €

»Karin Sander« Katalog zur Ausstellung »Karin Sander« vom

27.04.-28.07.2002

28,00 €

Video:

Picasso.Klee.Giacomet ti Die Sammlung Steegmann in der Staatsgalerie Stuttgart

Kartenbox Gauguin Kartenbox mit Motiven von Paul Gauguin

7,80 €

STUTTGART

Stuttgart Kartenbox Gauguin Kartenbox mit Motiven von Paul Gauguin 7,80 € STUTTGART Tobias Tschinkowitz
Stuttgart Kartenbox Gauguin Kartenbox mit Motiven von Paul Gauguin 7,80 € STUTTGART Tobias Tschinkowitz
Stuttgart Kartenbox Gauguin Kartenbox mit Motiven von Paul Gauguin 7,80 € STUTTGART Tobias Tschinkowitz

Tobias Tschinkowitz

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STAATSGALERIE

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten

Di, Mi, Fr - So

10.00

- 18.00 Uhr

Manet-Ausstellung

10.00

- 20.00 Uhr

Do

10.00 - 21.00 Uhr

Mo

geschlossen

An Feiertagen

geöffnet zu den üblichen Zeiten, außer

Sonderöffnungszeiten

KunstNacht

Studiensaal der Graphischen Sammlung

an Karfreitag, Heilig Abend und 1.

Weihnachtsfeiertag: geschlossen

an Silvester und Neujahr entnehmen Sie bitte der aktuellen Ankündigung im Kalender

jeden 1. Samstag im Monat

10.00 - 24.00 Uhr

ab 27. März 2003

donnerstags 15.00 - 20.00 Uhr Eingang Urbanstraße 41

Archive

Besuche nach Vereinbarung

Museums-Shop

Museumsöffnungzeiten

Café

Alte Staatsgalerie Museumsöffnungzeiten montags geschlossen

Café/Restaurant

»Fresko«

Neue Staatsgalerie

Di -So 10.00 - 2.00 Uhr

montags geschlossen

STUTTGART

Di -So 10.00 - 2.00 Uhr montags geschlossen STUTTGART Preise Sammlung 4,50 € / 2,50 €

Preise

Sammlung

4,50 € / 2,50 € mittwochs freier Eintritt

Sonderausstellung

4,50 € / 2,50 €

Schüler

1,00 € pro Schüler ab 9. Klasse im Klassenverband

Manet-Ausstellung

9,00 € / 6,00 € / 2,00 € pro Schüler ab 9. Klasse im Klassenverband

Kinder

unter 14 Jahren frei

Preise für

Teilnahmegebühr

Führungen

2,00 € / 1,00 € Eine halbe Stunde Betrachtung und Gespräch 2,50 € (Eintritt und Gespräch)

Vorträge

4,50 € / 2,50 €

Kunstvolle

8,00 € / 5,00 €

Deutungen

KunstNächte

10,00 €

Freundeskreis

Mitglieder des Stuttgarter Galerievereins haben freien Eintritt in die Sammlung, Sonderaustellungen, zu den Führungen, Vorträgen und KunstNächten

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Anfahrt

Parken

Neue Staatsgalerie

Landesbibliothek

Landtag

Stadtbahn U1, U2, U4, U9, U14

Bus Linien 40, 42, 43

Verkehrsverbund Stuttgart:

VVS-Fahrplanauskunft

Deutsche Bahn

Fahrplanauskunft

Lufthansa InfoFlyway Flugplanauskunft

STAATSGALERIE

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InfoFlyway Flugplanauskunft STAATSGALERIE STUTTGART Kontakt Museumsanschrift Konrad-Adenauer-Str. 30 - 32

Kontakt

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(bitte schriftlich oder im Online-Shop) Postfach 10 43 42

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Resümee

Das Sichtfenster in einem Museum oder in einer Galerie beschränkt sich im Normalfall auf die Augenhöhe des Besuchers und die daran festgelegte Befestigungshöhe der Gemälde und Bilder. Primär kann man der Obigen Sichtweise beruhigt zustimmen. Aber ist es nicht genau so wichtig einmal über seinen Horizont hinaus zu sehen? Es aus einer anderen Perspektive zu betrachten? Auch wenn sie schon gelegentlich Gast in der Staatsgalerie gewesen sind. Sie werden, vorausgesetzt Sie möchten, den ein oder anderen bis jetzt verborgen gebliebenen Eindruck gewinnen. Denn welcher „Normale Besucher“ legt den Kopf in den Nacken und nimmt die Museums Decke einmal näher unter Betracht. Sucht nach technischen Details, Sicherheitsanlagen oder Klima- und Belüftungssystemen. Interresiert sich für den Fußboden oder die Farbgestaltung der Wandflächen und welche Wirkung diese Attribute auf ihn und das „Raumklima“ haben. Im Normalfall besucht man eine Führung oder begeht die Räumlichkeiten auf eigene Faust. Dabei sei festgestellt, dass es kaum möglich ist allen Exponaten die gebührende Zuwendung entgegen zu bringen. Da die Maße an optischen Reizen, in „Augenhöhe“, so gewaltig ist, dass es kaum möglich erscheint Alles zu Behalten oder gar zu deuten. Aus diesem Grund ist man gezwungen, wenn das Interesse groß ist, das Museum öfters Aufzusuchen oder sich auf ein bestimmtes Interessengebiet zu beschränken. Aber selbst dann ist das Blickfeld des Kunstinteressierten auf die Betrachtung der Alten Meister fixiert. Geschichtliche, Technische und Architektonische Details werden nur bruchteilhaft oder nebenher aufgenommen. Doch um ein Museum zu begreifen sind diese, für den Besucher sekundäre Aspekte, genau so wichtig und informativ wie die Kunst selbst. Warum hängt ein Aquarell nicht im Sonnenlicht? Warum werden Bilder hinter Glas eingesperrt? Warum bilden sich Risse bei Ölbildern? Unter welchen Bedingungen werden die Sammlungen aufgebaut? Das alles sind Fragen denen wir im Vorherigen Text auf den Grund gegangen sind. Sie sollen Mussverständnisse klären und einen Umfassenden Einblick in ein Modernes Museumskonzept liefern. Denn nur mit diesem Vorwissen ist eine objektive Betrachtung, wenn dies überhaupt möglich ist, von Kunstgegenständen durch das Subjekt möglich. Man nähert sich jedenfalls einer objektiveren Betrachtung. Schon einige Künstler mussten sich eingestehen das ihre Werke von Betrachter oder Lesern besser analysiert wurden, als von ihnen selbst. Das moderne Museumskonzept, dass nicht uninteressant ist, denn ein nicht unerheblicher Teil der Steuergelder fliest in Museen wobei man bemüht ist soviel wie möglich aus Eintritteinnahmen und Privaten Spenden zu finanzieren, ermöglicht dem Besucher ein unkomplizierten, gut ausgewiesenen Museumsrundgang mit jederzeit idealen optischen und klimatischen Verhältnissen, außer wenn diese aus konservatorischen Gründen nicht möglich sind. Fachpersonal das bei Fragen zur Verfügung steht und natürlich die „Versteckten Mitarbeiter“, die immerhin 80% des Personals ausmachen, in der konservatorischen Abteilung oder in der Haustechnik. Da Museen also Staatliche Einrichtungen sind, hat jeder das Recht Mittwochs die Dauerausstellung kostenlos zu besuchen. Denn Kunst soll und muss für Jedermann zugänglich sein und bleiben.

Wir hoffen das dies genug Anreiz war um Ihnen einen Museumsbesuch schmackhaft zu machen, oder die Bekannten „Hallen der Kunst“ einmal unter einem anderen Licht zu zeigen. Am Schluss noch ein Zitat von Nietzsche das uns passend erscheint – „Ihn rettet die Kunst, und durch die Kunst rettet ihn sich – das Leben“

das uns passend erscheint – „Ihn rettet die Kunst, und durch die Kunst rettet ihn sich

Simon Gattner

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STAATSGALERIE

STUTTGART

Quellenangabe

Staatsgalerie Homepage – www.staatsgalerie.de

Staatsgalerie Info Flyer

Stuttgarter Galerieverein

Quartalskalender der Staatsgalerie

Bücher:

Museumsbau für Architekten – Gerhardt Brinkmann

Sicherheit, Klima, Licht für Museen – Gerhardt Brinkmann