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Mathematik

Vorkurs
4. Auflage
V4.3

Verfasser
Daniel Körner
2

Vorwort

Zu allen bisherigen und zur aktuellen vierten Version:


Dieses Skript ist als Ersatz für ein Lehrbuch konzipiert. Es richtet sich in erster Linie an Schüler des
Vorkurses einer Berufsoberschule in Bayern, ist jedoch auch für viele andere Schultypen zur Wiederholung
geeignet.
Jedes Kapitel baut auf einem Theorieteil auf, gefolgt von Beispielen. Anhand der Übungsaufgaben mit
den zugehörigen Lösungen am Ende dieses Skripts können Sie Ihren Lernerfolg kontrollieren. Die gestellten
Hausaufgaben sollen die Möglichkeit bieten, das Erlernte zu Hause nochmals zu wiederholen und zu vertie-
fen. Alle Hausaufgaben werden im Unterricht anschließend besprochen und gegebenenfalls verbessert. Ein
Lösungsheft zu den Hausaufgaben gibt es absichtlich nicht.
Jegliche Verwendung dieser Seiten zum Selbststudium, zur Wiederholung oder im Unterricht ist ausdrücklich
erwünscht. Für Anregungen bin ich jederzeit dankbar.
Eine kommerzielle Nutzung dieses Skriptums bedarf meiner vorherigen Zustimmung. Eine nicht-kommerzielle
Nutzung für private oder unterrichtliche Zwecke ist gestattet. Die Rechte am Inhalt verbleiben in jedem Fall
beim Autor.
Autor:
Daniel Körner
Staatliche Berufsoberschule
Nürnberg
mail: koerner@bos-n.de

Das Bild auf der Eingangsseite (Symbol π stilisiert als Kuh auf Weide) stammt aus dem Internet. Die Rechte
am Bild hat der Urheber, den ich jedoch nicht ermitteln konnte.

Viel Erfolg beim Lernen und Freude an der Mathematik wünscht:

Daniel Körner
Nürnberg im April 2010

Erstellt mit LATEX und Tik Z.


Inhaltsverzeichnis

Vorwort 2

Inhaltsverzeichnis 4

1 Aufbau des Zahlensystems 5


1.1 Brüche und Dezimalzahlen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
1.2 Rechnen mit Brüchen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
1.3 Irrationale Zahlen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
1.4 Betrag einer Zahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13

2 Terme und Termumformungen 14


2.1 Termarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
2.2 Rechengesetze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
2.3 Binomische Formeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
2.3.1 Erste binomische Formel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
2.3.2 Zweite binomische Formel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
2.3.3 Dritte binomische Formel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
2.4 Bruchterme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
2.4.1 Kürzen und Erweitern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
2.4.2 Multiplikation und Division . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
2.4.3 Hauptnenner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
2.4.4 Bestimmen der Definitionsmenge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
2.4.5 Addition und Subtraktion von Bruchtermen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
2.4.6 Kürzen durch Polynomdivision . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37

3 Gleichungen 39
3.1 Lineare Gleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
3.1.1 Äquivalenzumformungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
3.1.2 Lösen von linearen Gleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
3.1.3 Lineare Gleichungen mit Formvariablen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
3.2 Quadratische Gleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
3.2.1 Biquadratische Gleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
3.2.2 Quadratische Ergänzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
3.2.3 Der Satz von Vieta . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
3.3 Bruchgleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
3.4 Betragsgleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59

3
4 Potenzen und Wurzeln 60
4.1 Potenzgesetze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
4.2 Wurzel in Potenzschreibweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
4.3 Rechnen mit Wurzeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
4.4 Potenzgleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68

5 Reelle Funktionen 70
5.1 Funktionen und Relationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71
5.2 Lineare Funktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
5.2.1 y = mx . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
5.2.2 y = mx + t . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
5.2.3 Geradengleichung aufstellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
5.2.4 Die Umkehrfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
5.3 Lineare Gleichungssysteme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83
5.3.1 2x2–Systeme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83
5.3.2 3x3–Systeme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86
5.4 Quadratische Funktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89
5.5 Potenzfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97

6 Ungleichungen 100
6.1 Lineare Ungleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100
6.2 Bruchungleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101
6.3 Quadratische Ungleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104

Lösungen 106

Stichwortverzeichnis 108

4
5

1 Aufbau des Zahlensystems

Von den natürlichen Zahlen bis zu den reellen Zahlen:


Merke

Menge der natürlichen Zahlen: N = {1; 2; 3; 4; . . .}


Menge der ganzen Zahlen: Z = {. . . ; −3; −2; −1; 0; 1; 2; 3; . . .}
Menge der rationalen Zahlen: Q = {. . . ; −1,5; 1 1
√ . . . ; −1;√. . . ; − 3 ; . . . ; 0; . . . ; 4 ; .1. . ; 1; .√
. .}
Menge der reellen Zahlen: R = {. . . ; −3 2; . . . ; − 3; . . . ; −1; . . . ; 0; . . . ; 2 ; . . . ; 5; . . .}

Übersicht über die Zahlenmengen:

Aufgabe:
Tragen Sie folgende Zahlen korrekt in
das nebenstehende Zahlendiagramm ein:

2 ; 0 ; −1 ; 2 ; √23 ; 17 3

N
Z
Q
R

Erläuterung:
N
Die Menge der natürlichen Zahlen (innerster Kreis) wird um die Zahl 0 und die negativen ganzen Zahlen
Z
erweitert. Man erhält die Menge der ganzen Zahlen . Die Menge der ganzen Zahlen wird um die Bruch- Z
Q
zahlen erweitert, so dass die Menge der rationalen Zahlen entsteht. Zu den rationalen Zahlen nimmt man
die Menge der irrationalen Zahlen und erhält die Menge der reellen Zahlen . R
Man sagt: Die Menge der natürlichen Zahlen ist eine Teilmenge der Menge der ganzen Zahlen.
Schreibweise: N ⊆ Z (lies: N ist Teilmenge von Z )
Weiter gilt: N⊆Z⊆Q⊆R
Jede Menge besteht aus Elementen. Die einzelnen Zahlen sind die Elemente der Zahlenmenge.
Zum Beispiel ist die Zahl −2 ein Element der ganzen Zahlen Z, aber kein Element der natürlichen Zahlen
N.
Man schreibt: −2 ∈ Z ; −2 ∈
/ N (lies: −2 ist Element von Z, −2 ist nicht Element von N)

Die Zahlenmengen können auch erweitert bzw. eingeschränkt werden, wie z. B.:
N0 = {0; 1; 2; 3; . . .} , Z− = {. . . ; −3; −2; −1}
Z0 = {. . . ; −3; −2; −1; 0} , Q+0 = {0; . . . ; 13 ; . . . ; 23 ; . . . ; 1; . . . ; 1,75; . . .}

6 1 AUFBAU DES ZAHLENSYSTEMS

Darstellung am Zahlenstrahl

 N
−2 −1 0 1 2 3 4 5

 Z
−2 −1 0 1 2 3 4 5

 Q
−2 −1 0 1 2 3 4 5

Merke

Zwischen zwei beliebigen Elementen von Q


liegt wieder ein Element aus Q.
Man sagt: Die Menge ist dicht. Q
Natürlich gilt dies folglich auch für die Menge R der reellen Zahlen.
Grundrechenarten

 Addition
2 + 1 = 3
1.Summand 2.Summand Summe

 Subtraktion
2 – 3 = −1
Minuend Subtrahend Differenz

 Multiplikation
5 · 8 = 40
1.Faktor 2.Faktor Produkt

 Division
21 : 7 = 3
Dividend Divisor Quotient

Anmerkung:
Statt 2 − 3 kann man auch schreiben 2 + (−3). Anstatt also die 3 von der 2 zu subtrahieren kann man auch
die −3 (Gegenzahl zu 3) zur 2 addieren. Das Ergebnis bleibt das gleiche.
Merke

Die Subtraktion lässt sich auf die Addition der Gegenzahl zurückführen!
1.1 Brüche und Dezimalzahlen 7

1.1 Brüche und Dezimalzahlen

Jede rationale Zahl kann durch einen Bruch bzw. eine Dezimalzahl dargestellt werden.

Beispiele:
1 4 2
 = 0,25  = = 0,4
4 10 5
4 2
 = = 0,66666 . . . = 0,6 (lies: Null Komma Periode Sechs) 1
6 3

2 Zähler
Bezeichnung:
5 Nenner

Erweitern und Kürzen von Brüchen

Die Darstellung einer rationalen Zahl durch einen Bruch ist nicht eindeutig.
1 2 4
Beispiel: = = = 0,04 (vier Hundertstel)
25 50 100
Merke

Ein Bruch wird erweitert, indem man Zähler und Nenner mit der gleichen Zahl multipliziert.

Aufgabe 1: Erweitern Sie die Brüche, so dass der Nenner eine Stufenzahl (10, 100, ...) ist.
1 1 · 50 50 Lösungen S. 106 f

Beispiel: = =
2 2 · 50 100
6 3 2
a) b) c)
5 8 9

Merke

Ein Bruch wird gekürzt, indem man Zähler und Nenner durch die gleiche Zahl (ohne Rest) dividiert.

1 Häufiger Irrtum bei der Verwendung der Schreibweise: 0,66 oder auch 0,66.
8 1 AUFBAU DES ZAHLENSYSTEMS

Aufgabe 2: Kürzen Sie folgende Brüche vollständig! Lösungen S. 106 f

24 24 : 2 12 12 : 6 2
Beispiel: = = = = =2
12 12 : 2 6 6:6 1
gekürzter Bruch vollständig gekürzter Bruch
22 13
a)
198
b)
169
c) 1 30
66

Umwandlung Bruch
Dezimalzahl

1. Bruch ) Dezimalzahl
5 1
 0,5 = =
10 2
125 1
 0,125 = =
1000 8
3 1
 0,3 = =
9 3
12 4
 0,12 = =
99 33

2. Bruch * Dezimalzahl
7
 = 0,7 (sieben Zehntel)
10
7
 = 0,77777 . . . = 0,7 (lies: Null Komma Periode Sieben)
9
3 3·2 6
 = = = 0,6 Erst erweitern auf eine Stufenzahl (10).
5 5·2 10
5
 = 5 : 6 Ausführen der Division, da keine Stufenzahl erreichbar.
6
Nebenrechnung:
5 : 6 = 0,833 . . .
50
−48
20
−18
20
...
5
= 0,83 (lies: Null Komma Acht Periode Drei)
6
1.2 Rechnen mit Brüchen 9

1.2 Rechnen mit Brüchen

Multiplikation
Merke

Brüche werden multipliziert, indem man die Zähler und die Nenner jeweils miteinander multipliziert.

a c a·c
· =
b d b·d

3 3 3·3 9
(1) · = =
4 5 4·5 20
3 5 1 5 5
(2) · = · = Kürzen, sobald möglich!
8 6 8 2 16

2 4 8
(3) 2 · 1 31 = · = = 2 23 Endergebnis immer als gemischte Zahl!
1 3 3
Gemischte Zahlen in unechte Brüche umwandeln.

Aufgabe 3: Multiplizieren Sie und geben Sie das Ergebnis als vollständig gekürzten Bruch an!
Lösungen S. 106 f
 
2 2 7 1 6 −18 17
a) 3 · b) − · c) 1 6 · − d) ·
13 7 8 11 9 −36
10 1 AUFBAU DES ZAHLENSYSTEMS

Division
Merke

Brüche werden dividiert, indem man den ersten Bruch mit dem Kehrwert des zweiten Bruchs
multipliziert.

a c a d a·d
: = · =
b d b c b·c

1 1 1 2 2
(1) : = · =
3 2 3 1 3
1 1 4 3 4 1
(2) 1 : = · = · =4
3 3 3 1 1 1
5 −5 1 1 1 1
(3) − : (−5) = · = · =
17 17 −5 17 1 17

Aufgabe 4: Dividieren Sie und geben Sie das Ergebnis als vollständig gekürzten Bruch an!
      Lösungen S. 106 f
5 2 19 2 4
a) −2 : b) 2 17 : 2 71 c) − : − d) : −
17 9 27 5 20
1.2 Rechnen mit Brüchen 11

Addition und Subtraktion


Merke

Brüche werden addiert bzw. subtrahiert, indem man sie durch Erweitern gleichnamig macht und die
so erhaltenen Zähler addiert bzw. subtrahiert, wobei der gemeinsame Nenner beibehalten wird.

3 1 3·3 1·2 9 2 9+2 11


(1) + = + = + = =
4 6 4·3 6·2 12 12 12 12
1 1 13 3 13 3 · 2 13 6 13 − 6 7 3
(2) 3 − 1 = − = − = − = = =1
4 2 4 2 4 2·2 4 4 4 4 4

Aufgabe 5: Berechnen Sie! Lösungen S. 106 f

1 5 3 1 7 13 9 18
a) + b) − c) − − d) −
2 6 4 3 12 24 6 36

Bruchrechnen mit dem Taschenrechner


Wichtige Taste: a b /c
Beispiel: 1 13 − 2
3 = 2
3

Eingabe: 1 a b /c 1 a b /c 3 – 2 a b /c 3 = 2y3
12 1 AUFBAU DES ZAHLENSYSTEMS

Hausaufgabe 1

1. Wandeln Sie in eine Dezimalzahl um: 2. Wandeln Sie in einen Bruch um:

(a) 3 43 = (a) 1,625 =


3
(b) 1 80 = (b) 3,025 =

(c) 7 29 = (c) 2,72 =

(d) 4 27 = (d) 0,370 =


3. Berechnen Sie:
6 71 + 21 29
 125 23
42 · 334 − 8 84
30 =
329

1.3 Irrationale Zahlen

Eine irrationale Zahl ist eine unendlich nicht-periodische Dezimalzahl.


Somit ist keine irrationale Zahl durch einen Bruch darstellbar, denn sonst wäre sie ja eine rationale Zahl!
Beispiele für irrationale Zahlen:
exakter Wert ungefähr gleich Näherungswert
Kreiszahl π, π ≈ 3,141592654
Eulersche Zahl √ e, √e ≈ 2,718281828
Wurzel 2, 2 ≈ 1,414213562

Näherungsweise Berechnung von 2 :
Historisch ist man auf dieses Problem gestoßen, als man die Seitenlänge eines Quadrats bestimmen wollte,
das den Flächeninhalt 2 hat. Die zugehörige Gleichung lautet:
x
x2 = 2 x 2
Durch Probieren erkennt man, dass die gesuchte Seitenlänge x zwischen 1 und 2 liegen muss.
Denn 12 = 1 (zu klein) und 22 = 4 (zu groß).

Verfeinert man die Schrittweite von 1 zu 0,1 , so kommt man der Lösung ein Stück näher.
Wir legen eine Tabelle an:

x 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 2,0
x2 1,0 1,21 1,44 1,69 1,96 2,25 2,56 2,89 3,24 3,61 4,0

Die gesuchte Seitenlänge x liegt also bei höherer Genauigkeit zwischen 1,4 und 1,5.
Wir verfeinern weiter:
x 1,40 1,41 1,42 1,43 1,44 1,45 1,46 1,47 1,48 1,49 1,50
x2 1,96 1,9881 2,0164 2,0449 2,0736 2,1025 ... ... ... ... 2,25

Die gesuchte Seitenlänge liegt also irgendwo zwischen 1,41 und 1,42.
Noch ein Schritt:
x 1,410 1,411 1,412 1,413 1,414 1,415 1,416 1,417 1,418 1,419 1,420
x2 1,9881 ... ... ... 1,999396 2,002225 ... ... ... ... 2,0164

Wir können x auf den Bereich zwischen 1,414 und 1,415 einschränken.
1.4 Betrag einer Zahl 13

Wiederholt man die obigen Verfeinerungen immer und immer wieder, so kann man jeweils den Bereich, in
dem die gesuchte Seitenlänge liegt, weiter einschränken. Allerdings wird man nie die genaue Lösung finden.
Es bedarf also einer bisher nicht bekannten Zahl. Diese Zahl ist nicht rational. Denn ansonsten könnte man
sie durch einen endlichen Dezimalbruch oder eine periodische Dezimalzahl darstellen.

Die exakte Lösung des Problems lautet: x= 2
√ √
2 ist eine irrationale Zahl. Näherungsweise ist 2 ≈ 1, 414213562 . . .

Die obige Vorgehensweise zur Abschätzung der Zahl 2 nennt man Intervallschachtelung.

1.4 Betrag einer Zahl

Beispiel: |3| = 3 ; | − 3| = 3 (lies: Betrag von 3 , Betrag von minus 3.)

Veranschaulichung am Zahlenstrahl:

3 3

−3 +3

−3 −2 −1 0 1 2 3

Merke

Der Betrag einer Zahl gibt den Abstand dieser Zahl zur Null auf dem Zahlenstrahl an.

Aufgabe 6: Berechnen Sie! Lösungen S. 106 f


a) | − 31 | b) |3 − 5| c) 3 + | − 5| d) −| − 9|
14 2 TERME UND TERMUMFORMUNGEN

Merke

Definition: (
x für x ≥ 0,
|x| =
−x für x < 0.

Diese Definition werden wir später bei den quadratischen Gleichungen (Kap. 3.2, Seite 43) noch einmal be-
nötigen, denn es gilt:
Merke

x2 = |x| für alle x ∈ R

2 Terme und Termumformungen

Beispiel: 2 · x −13 · y + 2 : Term Koeffizient Variable

Merke

Ein Term besteht aus Zahlen und Variablen, die durch die Rechenzeichen +, −, · oder : verknüpft
sind.
Für die Variablen können beliebige Zahlen, aber auch Terme eingesetzt werden.

Weitere Beispiele für Terme:


 a2 − 2ab + b2

 G
H2 : BMI (Body Mass Index), wobei G: Körpergewicht in kg und H: Größe in m.

 3

Merke

Die Verknüpfung zweier Terme ergibt wieder einen Term.

 a2 − 2ab + b2 + 3

Rechenzeichen in Termen müssen durch eine Klammer voneinander getrennt sein.


Falsch: 3 · −2 ; Richtig: 3 · (−2)
Falsch: 3 + −5 ; Richtig: 3 + (−5) bzw. 3 − 5

Gleichartige Terme: Terme, die die gleichen Variablen haben, heißen gleichartig.
Beispiel:
2
a ; 5a ; 3a gleichartige Terme
2 2 2
a ; ab ; a b ; a b ungleichartige Terme
2.1 Termarten 15

2.1 Termarten
Merke

Man unterscheidet je nach zuletzt auszuführender Rechenoperation die Termart, wobei die Regel
Klammer vor Punkt vor Strich“ zu beachten ist.

a
Summe: + 3b
2
b
Differenz: 3a −
6
Produkt: (a + b) · (a − b)
3a + 2b
Quotient:
6

Zusammenfassen von Termen: Es dürfen nur gleichartige Terme zusammengefasst werden.

Beispiel: 3a − 12a − 2b + 3b = −9a + b

Merke

Gleichartige Terme werden addiert bzw. subtrahiert,


indem man die Koeffizienten addiert bzw. subtrahiert.

Aufgabe 7: Fassen Sie gleichartige Terme zusammen! Lösungen S. 106 f

..........................................................................................................
3a + 4b − 12a + 3b + 18a = Man wendet das Kommutativgesetz an und vertauscht
die Terme, so dass alle gleichartigen hintereinander stehen.
= 3a − 12a + 18a + 4b + 3b = Darauf achten, dass die Vorzeichen mitgenommen werden.
Nun gleichartige Terme zusammenfassen.
= −9a + 18a + 7b = Denn: 3a − 12a = −9a
= 9a + 7b Denn: −9a + 18a = 9a. Endergebnis!
..........................................................................................................
a) 7a + 2b + 3a − 10b b) 6x − 3y + 5x − 9y − 8x + 4y c) 5 41 a − 3 12 b + 7c − 3 12 a + 6b − 8 12 c
2 1
d) 9,36a + 8 3 b + 1,14 a − 2 3 b
16 2 TERME UND TERMUMFORMUNGEN

2.2 Rechengesetze
 Assoziativgesetz
der Addition:
(a + b) + c = a + (b + c)
; a, b, c ∈ Q
der Multiplikation:
(a · b) · c = a · (b · c)
; a, b, c ∈ Q
Beispiel:
3 1 1 1 3 1 3
+ 1 21 = 2 14
   
4 + 2 + 1 = 14 + 1 = 24 ; 4 + 2 +1 = 4 X

 Kommutativgesetz
der Addition:
a+b=b+a ; a, b ∈ Q
der Multiplikation:
a·b=b·a ; a, b ∈ Q
Beispiel:
1 1 3 1 1 3
2 + 4 = 4 ; 4 + 2 = 4 X

Merke

Das Assoziativgesetz und das Kommutativgesetz gilt im Allgemeinen nicht für die Subtraktion bzw.
die Division!

Beispiele:
K-Gesetz: 5 − 2 6= 2 − 5
| {z } | {z }
3 −3

A-Gesetz: (5 − 2) − 1 6= 5 − (2 − 1)
| {z } | {z }
2 4

Richtig ist:
K-Gesetz: 5 − 2 = 5 + (−2) = −2 + 5
A-Gesetz: (5 − 2) − 1 = (5 + (−2)) + (−1) = 5 + (−2 + (−1)) = 5 + (−3) = 2 X

Merke

Vertauschen von Zahlen oder Termen nur unter Mitnahme des Vorzeichens!
2.2 Rechengesetze 17

 Distributivgesetz: Verbinden von Multiplikation und Addition;

a · (b + c) = a · b + a · c
; a, b, c ∈ Q
Ausmultiplizieren
−→
Ausklammern
←−

Geometrische Veranschaulichung des Distributivgesetzes über Flächeninhalte:

11111111111111
00000000000000
0000
11110000000000
1111111111
a 1111
0000
ab 1111111111
0000000000 Die Gesamtfläche a · (b + c) ist gleich der Summe

0000
1111
0000
11110000000000
1111111111
ac
0000000000
1111111111
a der beiden Teilflächen a · b und a · c :

0000
11110000000000
1111111111
a · (b + c) = a · b + a · c

0000
1111
b 0000000000
1111111111
c
Merke

Andere Formen des Distributivgesetzes:

a · (b − c) = ab − ac

(a − b) · c = ac − bc
a b
(a + b) : c = +
c c
a b
(a − b) : c = −
c c

Bitte beachten:
c c c bc + ac
c : (a + b) = 6= + =
a+b a b ab

c c c bc − ac
c : (a − b) = 6= − =
a−b a b ab
18 2 TERME UND TERMUMFORMUNGEN

Aufgabe 8: Lösen Sie die Klammern auf und fassen Sie zusammen! Lösungen S. 106 f

..........................................................................................................
Beispiel:
5a(6a − 7b) − 8b(9a − 10b) = Es handelt sich um eine Differenz.
Zuerst die Klammern auflösen (D-Gesetz!).
= 30a2 − 35ab − 72ab + 80b2 = Man ordnet die Variablen alphabetisch an (−72ab).
Gleiche Vorzeichen ergeben + bei +80b2
= 30a2 − 107ab + 80b2 Gleichartige Terme zusammenfassen. Endergebnis.
..........................................................................................................
a) x + 5(y − x) b) 4a(3b − 5c) c) m − [(b + c) − (m + d)]
d) −2u · (u − v) + 2u · (u − v)
2.2 Rechengesetze 19

 Multiplikation von Summen / Differenzen

Merke

Zwei Summen werden multipliziert, indem man jeden Summanden des zweiten Faktors mit jedem
Summanden des ersten Faktors multipliziert.
(a + b) · (c + d) = a · c + a · d + b · c + b · d

Aufgabe 9: Multiplizieren Sie aus! Lösungen S. 106 f

..........................................................................................................
Beispiel:
(m − n) · (x + y) =
=m·x+m·y−n·x−n·y = Vorzeichen immer beachten!
= mx + my − nx − ny Endergebnis. Die Multiplikationszeichen werden häufig weggelassen.
..........................................................................................................
a) (m − n) · (x − y) b) (a + b + c) · (d + e) c) (a − b − c) · (−d − e)
d) (0,3y − 2) · (4,8y − 1,5)
20 2 TERME UND TERMUMFORMUNGEN

 Faktorisieren

Merke

Verwandelt man eine Summe oder Differenz in ein Produkt, so nennt man dies Faktorisieren oder
auch Ausklammern.

Aufgabe 10: Faktorisieren Sie! Lösungen S. 106 f

..........................................................................................................
Beispiel:
4xy + 2x − 6xy Gemeinsame Teiler der drei Ausdrücke: 2 und x
Aber wir können zuerst 4xy und −6xy zusammenfassen.
−2xy + 2x Jetzt 2x ausklammern.
2x (−y + 1) Endergebnis.
..........................................................................................................
a) ab + ac b) 21st − 28tu c) 12bc + 120ab + 36bd
d) 2(x − 3) + y (x − 3) e) n(x − y) − (x − y) f) (3a + 2b)(m + n) + (2a − 3b)(m + n) − (m + n)
2.3 Binomische Formeln 21

Hausaufgabe 2:

1. Schreiben Sie als Ausdruck ohne Klammer!

(a) −4a − 2b − (3a − b)


(b) 5uv − (−12uv) + (−13uv) − (−uv)
(c) 7x(3x + 4y − 6) − 4y(7x − 3y + 14)
(d) x[3a − 7(5b + 3c)] − a(3x − 6b)
(e) 4a2 − 2a(3a + b) − 3b2 + 3b(a − b)
(f) (16a + 17b)(3a − 5b)
(g) 23 x − 2 23 x + 2
 

2. Faktorisieren Sie!

(a) 12xy − 16xz


(b) 2x(3p − q) − (3p − q)
(c) (a + c)(6x − 7y) − (5x − 6y)(a + c) + (x − y)(a + c)
(d) ac − ad + bc − bd
(e) 2ad + c − 2a − cd

2.3 Binomische Formeln

Bemerkung:
a bzw. b heißen Monome ; a + b nennt man Binom ; a + b + c ist ein Trinom

2.3.1 Erste binomische Formel

Herleitung: (a + b)2 = (a + b)(a + b) = a2 + ab + ab + b2 = a2 + 2ab + b2

Erste binomische Formel:


(a + b)2 = a2 + 2ab + b2
Geometrische Veranschaulichung:
a b

a a
a² ab
Die Gesamtfläche des Quadrats beträgt (a + b)2 .
Betrachtet man die Einzelflächen, so ergibt sich für die Gesamtfläche:
a2 + ab + ab + b2 , also a2 + 2ab + b2 .
b ab b² b Insgesamt ist also: (a + b)2 = a2 + 2ab + b2

a b
22 2 TERME UND TERMUMFORMUNGEN

Beispiele:
(1) (102)2 = (100 + 2)2 = 1002 + 2 · 2 · 100 + 22 = 10 000 + 400 + 4 = 10404

(2) 812 = (80 + 1)2 = 802 + 2 · 80 · 1 + 12 = 6400 + 160 + 1 = 6561

(3) (7x + 5)2 = 49x2 + 70x + 25

(4) (x + 1)2 = x2 + 2x + 1

(5) (a + b + c)2 = (a + b)2 + 2 · (a + b) · c + c2 = a2 + 2ab + b2 + 2ac + 2bc + c2

Aufgabe 11: Schreiben Sie als Ausdruck ohne Klammer! Lösungen S. 106 f

2 2 2
a) (2z + 13 ) b) ( 23 a + 2b ) c) (0,4x + x2 + 1) d) (x + x2 )2

2.3.2 Zweite binomische Formel

Herleitung: (a − b)2 = (a − b) · (a − b) = a2 − ab − ab + b2 = a2 − 2ab + b2

Zweite binomische Formel:


(a − b)2 = a2 − 2ab + b2

Beispiele:
(1) 792 = (80 − 1)2 = 802 − 2 · 80 · 1 + 12 = 6400 − 160 + 1 = 6241
(2) (3a − 4)2 = 9a2 − 24a + 16
(5) c2 − 2cd + d2 = (c − d)2
(3) (u − 4v)2 = u2 − 8uv + 16v 2
(6) a2 − 4ab + 4b2 = (a − 2b)2
(4) (x − 1)2 = x2 − 2x + 1
2.3 Binomische Formeln 23

Aufgabe 12: Schreiben Sie als Ausdruck ohne Klammer! Lösungen S. 106 f

2 2 3
a) (−1 − x) b) (5a2 − a) c) (y − 2) d) (x − x2 )2

2.3.3 Dritte binomische Formel

Herleitung: (a + b) · (a − b) = a2 − ab + ab − b2 = a2 − b2

Dritte binomische Formel:


(a + b)(a − b) = a2 − b2

Beispiele:
(1) 49 · 51 = (50 − 1)(50 + 1) = 502 − 1 = 2500 − 1 = 2499

(2) 68 · 72 = (70 − 2)(70 + 2) = 702 − 22 = 4896

(3) (x + 1)(x − 1) = x2 − 1

(4) (2y + 3)(2y − 3) = 4y 2 − 9

(5) (x + y − 1)(x − y + 1) = (x + (y − 1))(x − (y − 1)) = x2 − (y − 1)2 = x2 − (y 2 − 2y + 1) = x2 − y 2 + 2y − 1


24 2 TERME UND TERMUMFORMUNGEN

Aufgabe 13: Schreiben Sie als Ausdruck ohne Klammer! Lösungen S. 106 f

a) (2x − y)(2x + y) b) (1 31 − 3a)(1 13 + 3a) c) (a + b + c)(a + b − c) d) (−a + b)(a + b)

Merke

Die drei binomischen Formeln:


2
(a + b) = a2 + 2ab + b2
2
(a − b) = a2 − 2ab + b2
(a + b) · (a − b) = a2 − b2

Die wichtigste Anwendung der binomischen Formeln ist das Faktorisieren.


Beispiele:
2
(1) 9a2 + 6a + 1 = (3a + 1)
2
(2) 16z 2 − 24z + 9 = (4z − 3)
16 4 4
(3) 2
− 9z 2 = ( + 3z)( − 3z)
z z z
2.3 Binomische Formeln 25

Aufgabe 14: Faktorisieren Sie soweit wie möglich! Lösungen S. 106 f

2 2 2 2 2 2 2
a) c − 2cd + d b) 8x − 8x + 2 c) 16a + 48ab + 36b d) 0,49bc − 81bd e) a + 2ab + b2 − c2
2

Bitte beachten:
a2 + b2 kann nicht faktorisiert werden.
(a + b)2 ist a2 + 2ab + b2 , nicht a2 + b2 ! (häufiger Fehler!)
2 2 2 2 2
(a − b) ist a − 2ab + b , nicht a − b ! (häufiger Fehler!)

Hausaufgabe 3:

1. Verwandeln Sie in einen Ausdruck ohne Klammern! 2. Faktorisieren Sie!

(a) (7x + 5)2 (a) c2 + 2cd + d2


(b) (3a − 4)2 (b) 81c2 − 90cd + 25d2
2
(c) 23 x − 3 (c) 1 − a2
(d) (4x − 3y) · (4x + 3y) (d) 2a2 b2 − 18
(e) (3x − 5y − 2)2 (e) a2 − 2ab + b2 − c2
2
(f) x + x2
(g) (2r + s + 3)(2r + s − 3)
(h) (x + 2y)3
26 2 TERME UND TERMUMFORMUNGEN

2.4 Bruchterme

Tritt im Nenner eines Terms eine Variable auf, so spricht man von einem Bruchterm.

2.4.1 Kürzen und Erweitern

Merke

Kürzen: Zähler und Nenner werden zuerst faktorisiert, dann erst darf gekürzt werden.
Aus Differenzen und Summen darf nicht gekürzt werden.

Aufgabe 15: Kürzen Sie vollständig! Lösungen S. 106 f

..........................................................................................................
Beispiel:
4a2 + 2ab
Der Nenner ist bereits ein Produkt.
2a
Der Zähler muss faktorisiert werden.
2a(2a + b)
Zähler und Nenner sind Produkte.
2a
2a kann gekürzt werden.
2a+b
2a + b Endergebnis. 1 ist 2a + b.
..........................................................................................................
12ax 10ab − 10bc a2 − b2 9x2 − 3xy
a) b) c) d)
6abx 5bx + 15ab a2 + 2ab + b2 9x2 − 6xy + y 2
2.4 Bruchterme 27

Merke

Erweitern: Zähler und Nenner werden mit demselben Faktor multipliziert.

Aufgabe 16: Erweitern Sie den Term mit dem angegebenen Faktor! Lösungen S. 106 f

..........................................................................................................
Beispiel:
2a + b
mit a + b Zähler und Nenner mit a + b multiplizieren.
a−b
(2a + b) · (a + b)
Die einzelnen Faktoren werden in Klammern gesetzt.
(a − b) · (a + b)
Dann wird ausmultipliziert.

2a2 + 2ab + ab + b2
Im Nenner ist die dritte binomische Formel anwendbar.
a2 − b2
2a + 3ab + b2
2
Der Zähler wird zusammengefasst. Endergebnis.
a2 − b2
..........................................................................................................
2−a 3 − 2z 0,1c + 0,1d 2 √
a) mit 3x b) mit 3z + 2 c) mit 0,4x + a d) √ mit 1 − 2
7 3z − 2 0,4x + a 1+ 2
28 2 TERME UND TERMUMFORMUNGEN

2.4.2 Multiplikation und Division

Merke

Zwei Bruchterme werden multipliziert, indem man Zähler mit Zähler und Nenner mit Nenner
multipliziert.
Zwei Bruchterme werden dividiert, indem man den ersten Bruchterm mit dem Kehrwert des zweiten
Bruchterms multipliziert.

Aufgabe 17: Berechnen Sie! Lösungen S. 106 f

..........................................................................................................
Beispiele:
16x2 3y
· Hier Kürzen zu Beginn möglich.
9y 3 8x3
2 1
· Über Kreuz“ gekürzte Faktoren.
3y 2 x ”
2
Multiplikation. Endergebnis.
3xy 2

5a4 25a3
: Umschreiben: Multiplikation mit Kehrwert.
12b2 2b
5a4 2b
· Kürzen möglich!
12b 25a3
2

a 1
· Gekürzte Faktoren.
6b 5
a
Multiplikation. Endergebnis.
30b
..........................................................................................................
25x3 y 39x2 z 2 x2 + 2xy + y 2 x2 − 2xy + y 2 17ab2 34a2 b
a) · b) · c) :
13xyz 5x3 yz 2 x2 + y 2 x2 − y 2 19x2 y 3 38x2 y 2
18x3 + 48x2 y + 32xy 2 18x3 − 32xy 2
d) 2 2
: 2
3x − 27y 3x − 18xy + 27y 2
2.4 Bruchterme 29

Hausaufgabe 4: Berechnen Sie!

4x − (x + 1)2 6x2 − 6 1−x


1. 2 2
: Lsg.: 6x+6
9y + x (3y + x)2 − 6xy
4x2 − 4x + 1 (2x − 1)2 + 8x 2x − 1
2. · : 2 Lsg.: − x2x+1
2 +1
x4 − 1 1 − 4x2 x −1
(x + 2)2 − 8x 24 − 6x2 x−2
3. 2 2
: Lsg.: 6x+12
x + 9y 6xy − (x + 3y)2
30 2 TERME UND TERMUMFORMUNGEN

2.4.3 Hauptnenner

Damit wir Brüche addieren bzw. subtrahieren dürfen, müssen die Nenner gleich sein, d. h. die Brüche
müssen gleichnamig sein. Eine Möglichkeit dies herzustellen ist die Multiplikation aller auftretenden Nenner
miteinander. Hierdurch erhält man zwar einen gemeinsamen Nenner, der aber in der Regel sehr groß wird.
Also versucht man einen möglichst kleinen Nenner zu finden. Den kleinstmöglichen Nenner nennt man den
Hauptnenner.
Merke

Der Hauptnenner ist das kleinste gemeinsame Vielfache (kgV) aller Nenner betroffener Brüche.

1 2
Beispiel: und
12 15
Ein gemeinsamer Nenner der beiden Brüche ist 12 · 15 = 180. Mit Blick auf die folgenden Kapitel sollte man
sich aber jetzt schon ein Verfahren überlegen, mit dem man den kleinsten gemeinsamen Nenner (entspricht
dem kleinsten gemeinsamen Vielfachen) bestimmen kann.
Das kleinste gemeinsame Vielfache (kgV) der beiden Nenner 12 und 15 wird bestimmt, indem man beide
Zahlen in Primfaktoren2 zerlegt.
Wir bedienen uns einer Tabelle, um eine übersichtliche Darstellung herzustellen.
12 = 2 ·2 ·3
15 = 3 ·5

Im Hauptnenner müssen die 12 und die 15 drinstecken“, d. h. 12 und 15 müssen Teiler des Hauptnenners

(HN) sein. Die 12 wiederum besteht aus 2 · 2 · 3, die 15 aus 3 · 5. Man sieht, dass die 3 sowohl in der 12
als auch in der 15 als Faktor vorkommt. Also reicht es, wenn die 3 im Hauptnenner nur einmal auftritt. In
der Tabelle stehen diese beiden 3er direkt übereinander. Wir schreiben in die letzte Zeile der Tabelle alle
Faktoren entsprechend der Häufigkeit ihres Auftretens:
12 = 2 ·2 ·3
15 = 3 ·5
2 ·2 ·3 ·5
Das Produkt aus 2 · 2 · 3 · 5 = 60 ist das kgV von 12 und 15 und somit der gesuchte Hauptnenner:
12 = 2 ·2 ·3
15 = 3 ·5
HN = 2 ·2 ·3 ·5 60
Die Tabelle leistet aber noch mehr. Indem wir die letzte Zeile (HN) mit der ersten Zeile vergleichen, finden
wir auch den Faktor, mit dem der erste Bruch erweitert werden muss, nämlich mit 5:
12 = 2 ·2 ·3 ... ·5
15 = 3 ·5
HN = 2 ·2 ·3 ·5 60
Ebenso verfahren wir mit der zweiten Zeile und stellen fest, dass der zweite Bruch mit 2 · 2 = 4 erweitert
werden muss:
12 = 2 ·2 ·3 ·5
15 = ... ... 3 ·5 ·4
HN = 2 ·2 ·3 ·5 60
1 1·5 5 2 2·4 8
Also gilt: = = und: = =
12 12 · 5 60 15 15 · 4 60
2 Primfaktoren entsprechen Primzahlen. Also Zahlen, die nur durch 1 und sich selbst ohne Rest teilbar sind. Wie z. B. 2, 3,

5, 7, 11 usw.
2.4 Bruchterme 31

Aufgabe 18: Bestimmen Sie jeweils den Hauptnenner und erweitern Sie die Brüche entsprechend!
Lösungen S. 106 f

3 9 1 2 3 4 2 5
a) ; b) ; c) ; d) ;
50 70 27 45 22 121 3a2 b 12ab

Das gleiche Verfahren wendet man nun auf Bruchterme an. Ein Beispiel:
5 3
und
12a2 b 10abc
12a2 b = 2·2·3 ·a·a·b
10abc = 2 ·5·a ·b·c
Man bestimmt in der letzten Zeile den Hauptnenner:
12a2 b = 2·2·3 ·a·a·b
10abc = 2 ·5·a ·b·c
HN = 2·2·3·5·a·a·b·c 60a2 bc
Nun noch die Erweiterungsfaktoren:
12a2 b = 2·2·3 ·a·a·b ·5c
10abc = 2 ·5·a ·b·c ·6a
HN = 2·2·3·5·a·a·b·c 60a2 bc
Erweitern:
5 5 · 5c 25c
= =
12a2 b 12a2 b · 5c 60a2 bc
3 3 · 6a 18a
= =
10abc 10abc · 6a 60a2 bc
32 2 TERME UND TERMUMFORMUNGEN

Noch ein Beispiel:


x 1
und
x2 − 1 x2 + 2x + 1

x2 − 1 = (x − 1) · (x + 1)
x2 + 2x + 1 = (x + 1) · (x + 1)

Hauptnenner und Erweiterungsfaktoren:


x2 − 1 = (x − 1) · (x + 1) ·(x + 1)
x2 + 2x + 1 = (x + 1) · (x + 1) ·(x − 1)
HN = (x − 1) · (x + 1) · (x + 1) x3 + x2 − x − 1

Erweitern:
x x · (x + 1) x2 + x
= =
x2 − 1 (x2 − 1) · (x + 1) x3 + x2 − x − 1
1 1 · (x − 1) x−1
= 2 = 3
x2 + 2x + 1 (x + 2x + 1) · (x − 1) x + x2 − x − 1

Aufgabe 19: Bestimmen Sie jeweils den Hauptnenner und erweitern Sie! Lösungen S. 106 f

3 2 1 3 2a − b 2a + b 1 1
a) ; b) ; c) ; d) ;
34x 51x2 4 − 4x 2 + 2x 4a2 + 4ab + b2 4a2 − b2 x−1 1−x
2.4 Bruchterme 33

Hausaufgabe 5:
1. Kürzen Sie soweit wie möglich! 2. Bestimmen Sie den Hauptnenner und erweitern
−27ab Sie entsprechend!
(a)
3a 5a 8a
(a) ;
2
3a − 3b 2 12m 15n
(b) a+b a−b
6a + 6b (b) ;
7a − 7b x−y x+y
(c)
8a − 8b 2 2a − b
(c) 2 ; ;
25a2 − 225c2 a + 3c
6a − 6
(d)
7 − 7a
6am − 9an − 4bm + 6bn
(e)
3a − 2b

2.4.4 Bestimmen der Definitionsmenge

Merke

Die Definitionsmenge D besteht aus den Elementen der Grundmenge G, für die der Term definiert ist.

Mit anderen Worten: In der Grundmenge sind alle Zahlen enthalten, die man überhaupt verwenden kann.
Diese Grundmenge ist vorgegeben. Die Definitionsmenge beinhaltet alle Zahlen aus der Grundmenge, die
man tatsächlich einsetzen darf.

Beispiele:

(1) Term: 1 2
2x −2 ; Grundmenge: G = Q
Es dürfen alle Werte der Grundmenge eingesetzt werden.
Definitionsmenge: D = Q
(2) Term:
1
x
; Grundmenge: G = Q
Hier kommt ein Verbot in der Mathematik zum Tragen: Keine Division durch 0! Also müssen wir die
0, die ja in Q
enthalten ist, ausschließen:
Definitionsmenge: D = Q \ {0} (lies: D gleich Q ohne Null )

(3) Term:
1
x
; Grundmenge: G = N
Hier kann man die 0 gar nicht ausschließen, da sie nicht in den natürlichen Zahlen enthalten ist.
Definitionsmenge: D = N
(4) Term:
x
x−1
; Grundmenge: G = Q
Wie bei Beispiel (2) gesehen, darf der Nenner nicht 0 werden. Also müssen wir ausschließen, dass x − 1
gleich null wird. Dies wäre der Fall für x = 1. Also:
Definitionsmenge: D = Q \ {1}
Der Zähler x darf ohne Bedenken 0 werden! Deshalb ist 0 in der Definitionsmenge enthalten.
34 2 TERME UND TERMUMFORMUNGEN

(5) Term:
1
x2 − 1
; Grundmenge: G = Q
1
Wir faktorisieren den Nenner : .
(x − 1)(x + 1)
Das Produkt (x − 1)(x + 1) wird für die beiden Zahlen 1 und −1 null. Folglich:
Definitionsmenge: D = Q \ {−1; 1}
Merke

Ein Produkt wird genau dann null, wenn mindestens einer der Faktoren null ist.

Aufgabe 20: Bestimmen Sie jeweils die Definitionsmenge (G = Q). Lösungen S. 106 f

2 11 16 t+3
a) 2 b) √ c) d)
(x − 2) x (x + 2 ) 3a2 − 27 −2t3 − 4t2 − 2t
2.4 Bruchterme 35

2.4.5 Addition und Subtraktion von Bruchtermen

Merke

Bruchterme werden addiert bzw. subtrahiert, indem man alle Bruchterme auf den Hauptnenner
erweitert und die so entstandenen Zähler addiert bzw. subtrahiert.
Der Hauptnenner wird dabei beibehalten.

Aufgabe 21: Berechnen Sie! (D nur bei a) und b) bestimmen) (G = Q) Lösungen S. 106 f

..........................................................................................................
Beispiel:
1 1
− Erster Schritt: Hauptnenner bestimmen.
1−x 1+x
HN: (1 − x) · (1 + x) = 1 − x2 Hauptnenner wird 0 für x = 1 und für x = −1
D= Q \ {−1; 1} Definitionsmenge.

1 · (1 + x) 1 · (1 − x)
− = Beide Brüche erweitern.
(1 − x) · (1 + x) (1 + x) · (1 − x)
(1 + x) − (1 − x)
= Zähler auf einen Bruchstrich schreiben. Klammern!
1 − x2
1+x−1+x
= Klammern im Zähler auflösen. Distributivgesetz beachten!
1 − x2
2x
Endergebnis, da kein Kürzen möglich.
1 − x2
..........................................................................................................
2 1−x x2 2 1 p 4x − 9y 3x + 5y 3x 2 3y
a) + 2
+ b) − + c) − d) − −
x x 1−x 1 − p p − 1 1 − p2 12x2 y 15xy 2 (x − y)2 x − y (y − x)2
36 2 TERME UND TERMUMFORMUNGEN
2.4 Bruchterme 37

2.4.6 Kürzen durch Polynomdivision

Vorüberlegung: schriftliches Dividieren;


1 4 3 : 11 = 13
−1 1
33
−3 3
0
x2 + x − 20
Bei der Division zweier Polynome verfährt man in ähnlicher Weise:
x−4
Die Division entspricht dem Kürzen des Bruchterms. Zum Kürzen muss erst der Zähler faktorisiert werden.
Das Problem besteht nun darin, dass sich der Zähler jedoch nicht ohne Weiteres faktorisieren lässt. Es ist
keine binomische Formel anwendbar. Man führt also die Division bei diesen beiden Polynomen ähnlich wie
im obigen Beispiel einfach durch:
(x2 + x − 20) : (x−4) = x + 5 Erläuterung: Womit muss man x multiplizieren, um x2 zu erhalten?
−(x2 − 4x) Mit x. x mal x ist x2 und x mal −4 ist −4x. Also steht in der ersten
5x − 20 Rechenzeile −(x2 −4x), da man den Term von der ersten Zeile x2 +x−
−(5x − 20) 20 subtrahiert. x2 minus x2 ist 0. x minus −4x, also insgesamt +4x, ist
0 +5x unter dem ersten Strich. Man schreibt die −20 von oben hinter 5x.
Wieder: Womit muss man x multiplizieren, um 5x zu erhalten? Mit
5. 5 mal x ist 5x und 5 mal −4 ist −20. Da man wieder subtrahiert,
schreibt man −(5x−20). 5x minus 5x ist 0. −20 minus −20 ist ebenfalls
0, da minus und minus plus ergibt.
Also ist: x2 + x − 20 = (x − 4) · (x + 5) , genau wie im vorangegangenen Beispiel 143 = 11 · 13 war.

Aufgabe 22: Kürzen Sie mittels Polynomdivision! Lösungen S. 106 f

a)
x2 + x − 2
x−1
Q
; D = \ {1} b)
x3 − x2 − 8x + 12
x+3
Q
; D = \ {−3}

c)
3x2 + 3x + 34
x + 12
Q
1
; D = \ {− }
2
d)
x4 − 3x3 − x2 + 6x − 2
x2 − 3x + 1
; D= Q
38 2 TERME UND TERMUMFORMUNGEN

Hausaufgabe 6:

1. Bestimmen Sie die Definitionsmenge D über der Grundmenge G = Q und vereinfachen Sie!
2x 2
(a) +
x+4 x
12 5
(b) +
2 · (x + 6) 2x + 6
2x + 3 x−3
(c) +
3(4x − 3) 2(4x + 3)

2. Bestimmen Sie die Definitionsmenge D (G = Q) und führen Sie eine Polynomdivision durch.
x2 + x − 20
(a)
x−4
2
a + 5a − 24
(b)
2a − 6
2
3u − 3u − 6
(c)
5u − 10
39

3 Gleichungen
Merke

Verbindet man zwei Terme durch ein Gleichheitszeichen (=), so erhält man eine Gleichung.

Beispiele:
2x − 3 = 3x + 5 lineare Gleichung |x − 3| = 4 Betragsgleichung

x2 − 2x + 1 = 0 quadratische Gleichung x2 + 8x + 4 = 1 Wurzelgleichung

2x3 − x2 + 3x = 5 kubische Gleichung 24x = 3 Exponentialgleichung

x4 − 2x 1
= Bruchgleichung 3 sin( x2 ) = −2 Goniometrische Gleichung
2x + 1 x

3.1 Lineare Gleichungen

Mengenbezeichnungen:
Merke

Die Menge der Werte von x, die man in die Gleichung einsetzt, nennt man die Grundmenge G.
Die Menge der Werte von x, für die eine wahre Aussage entsteht, nennt man die Lösungsmenge L.

Es gilt immer: L⊆G (lies:L ist Teilmenge von G)

Die Lösungsmenge L einer Gleichung hängt von der Wahl der Grundmenge G ab!
Beispiel: x − 2 = −5
G= Q ; L = {−3}
G = Z ; L = {−3}
G = N ; L = {}, da −3 ∈
/N

3.1.1 Äquivalenzumformungen

Merke

Zwei Gleichungen heißen äquivalent zueinander, wenn sie die gleiche Lösungsmenge L haben (bei
gleicher Grundmenge G!).

Beispiel: x − 2 = −5 ⇔ x − 1 = −4 ⇔ x = −3 ; ⇔ : äquivalent
Die Lösungsmenge aller dieser Gleichungen ist L = {−3}, somit sind die Gleichungen trotz unterschiedlicher
äußerer Form äquivalent. Das Ziel äquivalenter Umformungen ist es, die Lösung, also x, direkt ablesen zu
können (x = −3).

Merke

Äquivalenzumformungen überführen eine Gleichung in eine äquivalente Gleichung.


Die Lösungsmenge L bleibt bei identischer Grundmenge G gleich.
40 3 GLEICHUNGEN

Äquivalenzumformungen:

Addition bzw. Subtraktion einer Zahl


x − 2 = −5 /+2
x − 2+2 = −5+2
x = −3 ; L = {−3}

Multiplikation mit einer Zahl ungleich Null


− 13 x = 1 /·(−3)
− 13 x·(−3) = 1·(−3)
x = −3 ; L = {−3} 3

Division durch eine Zahl ungleich Null


3x = −9 / : 3
x = −3 ; L = {−3}

3.1.2 Lösen von linearen Gleichungen

Aufgabe 23: Bestimmen Sie die Lösungsmenge über der Grundmenge Q! Lösungen S. 106 f

..........................................................................................................
Beispiel:
5x − 16 = 19 − 2x Prinzip: Alle Terme mit x auf eine Seite,
alle anderen auf die andere Seite.

5x − 16 = 19 − 2x / +2x Zu beiden Seiten der Gleichung wird 2x addiert.


5x − 16+2x = 19 − 2x+2x Damit heben sich −2x und 2x auf.
7x − 16 = 19 Auf der linken Seite ergibt 5x + 2x = 7x.
7x − 16 = 19 / +16 Wir bringen “ −16 als +16 auf die rechte Seite.

7x − 16+16 = 19+16 −16 und +16 ergeben wieder 0.
7x = 35 / : 7 Damit x alleine stehen bleibt, dividieren wir
die gesamte Gleichung (linke und rechte Seite) durch 7.
x=5 Ergebnis. 5 ∈ QX
L = {5} Lösungsmenge angeben.
..........................................................................................................

3 Wegen der gleichen Lösungsmenge ist die vorliegende Gleichung äquivalent zur vorangegangenen Gleichung x − 2 = −5.
3.1 Lineare Gleichungen 41

a) 41 x = 9 − x5 b) 10x − (6 + 4x) = 18 + 5x c) (x + 1)(4x − 3) = 2(x + 1)(2x + 3)


d) (2x + 1)2 + (3x + 1)2 + (8x − 3)2 = (7x − 2)(11x − 1)
42 3 GLEICHUNGEN

3.1.3 Lineare Gleichungen mit Formvariablen

Man unterscheidet zwischen den Unbekannten (zumeist x oder y) und den Formvariablen, die häufig mit
a und b bezeichnet werden. Die Gleichungen werden nach x aufgelöst, so als ob die Formvariablen Zahlen
seien.
Beispiele:

(1) a − x = b / + x − b ; a−b=x ; L = {a − b}
1 1
(2) 2ax = 1 / : (2a) (a 6= 0) ; x= ; L={ } für a 6= 0
2a 2a

Merke

Dividiert oder multipliziert man eine Gleichung mit einem Term, der eine Formvariable (a, b, c, . . .)
enthält, so muss ausgeschlossen werden, dass dieser Term Null wird.

Aufgabe 24: Bestimmen Sie die Lösungsmenge über der Grundmenge ! Q Lösungen S. 106 f

x
a) 10 − x = a + 10 b) − b = c (a 6= 0) c) (a − b) x − 2a = (a + b) x
a
d) (a − x) (1 − x) = x2 − 1
3.2 Quadratische Gleichungen 43

Hausaufgabe 7:

1. Bestimmen Sie die Lösungsmenge L über der Grundmenge Q.


(a) 7x − 6 = 8x − 9 − 4x + 5
3x 2x
(b) −8=
2 3
(c) 12x − 11 − (9x − 5) − (2x − 7) = 6
(d) 19 − [5(x + 44) − 6(x + 20) − 2x] = 0
2x + 5 7x + 19 2x + 1
(e) 3x − = 16 − −
7 2 3
(f) 2(x + 1)(x + 2) + x(4x − 5) = 3(x − 1)(2x + 1) + 27
(g) (x − 6)2 + (x − 4)2 + (2x − 9)2 = (x − 6)(6x − 7)

3.2 Quadratische Gleichungen

Drei einfache Beispiele zur Einführung (G = R):


√ √
(1) x2 − 4 = 0 ; x2 = 4 ; x2 = 4 ; |x| = 2
Für x gibt es also zwei Möglichkeiten: entweder x ist 2 oder x ist −2. In beiden Fällen ist der Betrag
gleich 2.
Mathematische Schreibweise:
x = 2 ∨ x = −2 ; ∨ : oder
L = {−2; 2} Die Gleichung hat also zwei Lösungen.

2
q
2 √
(2) (x − 4) = 0 ; (x − 4) = 0 ; |x − 4| = 0
Hier gibt es nur eine Möglichkeit, denn speziell für die Null gilt: +0 = −0 . Also können wir den
Betrag einfach weglassen:
x−4=0 ; x=4
L = {4} Die Gleichung hat genau eine Lösung.

(3) x2 + 2 = 0 ; x2 = −2
Schon hier können wir sehen, dass es keine reelle Zahl gibt, die diese Gleichung erfüllt. Denn das
Quadrat jeder beliebigen reellen Zahl ist immer größer oder gleich Null. Gefordert wird aber, dass das
Quadrat einer gesuchten Zahl x gleich −2 ist. Das geht nicht. Also:
L = {} Die Gleichung hat keine Lösung.

Merke

Eine quadratische Gleichung hat entweder maximal zwei Lösungen oder genau eine Lösung oder
keine Lösung.
44 3 GLEICHUNGEN

Aufgabe 25: Bestimmen Sie die Lösungsmenge über der Grundmenge R! Lösungen S. 106 f

..........................................................................................................
4x2 + 4x = −1 / + 1 Wir bringen die −1 zuerst einmal mit +1 auf die linke Seite.
4x2 + 4x + 1 = 0 Binomische Formel!
2
(2x + 1) = 0 Dies ist der gleiche Fall wie bei Beispiel (2).
|2x + 1| = 0 Spezialfall 0: man kann den Betrag weglassen.
2x + 1 = 0 Lineare Gleichung. Auflösen nach x.
x= − 12 Eine Lösung!
L = {− 21 } Lösungsmenge angeben.
..........................................................................................................
a) 4x2 − 9 = 0 b) 49 x2 = 1 c) x2 − 6 14 = 0 d) x2 = −2x − 1
2
e) (x + 2) = 4x f) x2 = x
3.2 Quadratische Gleichungen 45

Die bisher angesprochenen Fälle von quadratischen Gleichungen waren Spezialfälle, die entweder mit Hilfe
der binomischen Formeln, durch Umstellen und Wurzelziehen oder durch ein Faktorisieren gelöst werden
konnten.
Bei einer allgemeinen quadratischen Gleichung muss man einen neuen Weg finden.
Z. B. bei x2 − 3x + 2 = 0 .
Hierfür gibt es eine Lösungsformel:
Merke

Allgemeine Lösungsformel für quadratische Gleichungen ax2 + bx + c = 0 :


−b ± b2 − 4ac
x1/2 =
2a

b2 − 4ac = D heißt die Diskriminante D.


Es gilt:
D>0 : zwei Lösungen x1 und x2
−b
D=0 : genau eine Lösung x =
2a
D<0 : keine Lösung

Beispiele:
(1) x2 − 3x + 2 = 0 (a = 1 ; b = −3 ; c = 2)
2
D = (−3) − 4 · 1 · 2 = 9 − 8 = 1 > 0 Diskriminante positiv. Zwei Lösungen!

−(−3) ± 1
x1/2 = Einsetzen in die Lösungsformel.
2·1
3±1
x1/2 = Vereinfachen.
2
3+1 3−1
x1 = ; x2 = Lösungen werden separat berechnet.
2 2
x1 = 2 ; x2 = 1 Lösungen
L = {1; 2} Lösungsmenge!

(2) 2x2 − 4x − 6 = 0 (a = 2 ; b = −4 ; c = −6)


2
D = (−4) − 4 · 2 · (−6) = 16 + 48 = 64 > 0 Diskriminante positiv. Zwei Lösungen!

−(−4) ± 64
x1/2 = Einsetzen in die Lösungsformel.
2·2
4±8
x1/2 = Vereinfachen.
4
4+8 4−8
x1 = ; x2 = Lösungen werden separat berechnet.
4 4
x1 = 3 ; x2 = −1 Lösungen
L = {−1; 3} Lösungsmenge!
46 3 GLEICHUNGEN

Aufgabe 26: Bestimmen Sie die Lösungsmenge über der Grundmenge R! Lösungen S. 106 f

2
a) 2x + 5x = 0 2
b) 3x + 10x + 8 = 0 2
c) x − 24 + 3x = 0 2
d) x + 2 23 x −1=0
e) 4x2 − 3x + 20 = 0
3.2 Quadratische Gleichungen 47

3.2.1 Biquadratische Gleichungen

Biquadratische Gleichungen sind Gleichungen, die sich mittels Substitution4 auf eine quadratische Gleichung
zurückführen lassen.

Beispiel:

x4 − 5x2 + 4 = 0
Wir schreiben diese Gleichung ein wenig anders unter Verwendung der Potenzgesetze:
2
(x2 ) − 5(x2 ) + 4 = 0
Nun ersetzen wir x2 durch eine neue Variable z :
z 2 − 5z + 4 = 0 Dies ist nun eine quadratische Gleichung!


25 − 16 5±3
Lösungsformel: z1,2 = =
2 2
Wir erhalten für die Variable z zwei Lösungen:
z1 = 4 ; z2 = 1

Uns interessieren aber die Lösungen für die ursprüngliche Variable x. Also ersetzen wir z wieder durch x2 ,
d. h. wir machen die Substitution rückgängig, wir resubstituieren:
x2 = 4 bzw. x2 = 1

Als Lösungen erhalten wir vier verschiedene Werte von x :


x1 = −2 ; x2 = 2 ; x3 = −1 ; x4 = 1

Lösungsmenge: L = {−2; −1; 1; 2}

Die Probe ist möglich, indem man die Werte in die ursprüngliche Gleichung einsetzt und verifiziert, dass
das Ergebnis jeweils null ist.

4 d. h. man ersetzt eine Variable durch eine andere.


48 3 GLEICHUNGEN

Aufgabe 27: Bestimmen Sie die Lösungsmenge über der Grundmenge R! Lösungen S. 106 f

4 2 4 2 4 2 4 2
a) x − 2x + 1 = 0 b) x − 5x + 4 = 0 c) x − 5x + 6 = 0 d) x − 9x = 0
e) x4 − 18x2 + 32 = 0 f) x6 − 9x3 + 8 = 0
3.2 Quadratische Gleichungen 49

Hausaufgabe 8:

1. Bestimmen Sie die Lösungsmenge L über der Grundmenge R.


(a) x2 + 12x = 0

(b) 5x2 − 4x = 105

(c) x2 + 1 31 x + 5 89 = 0

(d) 12x4 + 3 = 20x2

2. Geben Sie eine Gleichung an, die folgende Lösungsmenge besitzt: L = {−1; 2}

Wir lernen eine weitere Methode zum Lösen von quadratischen Gleichungen kennen, die

3.2.2 Quadratische Ergänzung

Nehmen wir den einfachen Fall an, dass die quadratische Gleichung eine reinquadratische Form hat: z. B.
x2 + 2x + 1 = 0.
Also gilt: (x + 1)2 = 0. Somit ist x = −1.
Da eine quadratische Gleichung jedoch selten so einfach zu schreiben ist, erweitern wir das Problem:
x2 + 2x + 2 = 0 Diese quadratische Gleichung sieht der vorangegangenen quadratischen Gleichung sehr
ähnlich.
Wir suchen wieder nach einer quadratischen Form und schreiben die Gleichung dazu etwas anders:
(x+1)2
z }| {
x2 + 2x + 1 +1 = 0 Der erste Teil ist wieder eine reinquadratische Form, die wir mittels einer binomischen
Formel leicht in ein Quadrat umwandeln können:
2
(x + 1) + 1 = 0 Wir lösen nun die Gleichung, indem wir umstellen:
2
(x + 1) = −1 Die Gleichung hat keine Lösung, da ein Quadrat immer größer oder gleich Null ist, aber
nie negativ.
Also: L = {}

Wie aber erzeugt man so eine quadratische Form, die man mittels binomischer Formeln in ein reines Quadrat
umwandeln kann?
Man überlegt sich, welche Zahl ergänzt werden muss, damit eine quadratische Form vorliegt und zieht die
besagte Zahl gleich wieder ab, um die Gleichung insgesamt nicht zu verändern.
50 3 GLEICHUNGEN

Beispiel:
x2 + 2x − 3 = 0
 2  2
2 2
x2 + 2x + − −3 = 0 Man ergänzt immer das Quadrat der Hälfte des
2 2
| {z } Koeffizienten von x. So erhält man eine quadratische
=0
Form. Das Ergänzte zieht man gleich wieder ab.
x2 + 2x + 1 −1 − 3 = 0 Der erste Teil kann nun als Quadrat geschrieben werden.
| {z }
2
= (x + 1)
2
(x + 1) − 4 = 0 Diese Gleichung ist wieder wie bekannt zu lösen.
2
(x + 1) = 4 Umstellen.
q
2 √
(x + 1) = 4 Wurzel ziehen.
|x + 1| = 2 An den Betrag denken!
x + 1 = 2 ∨ x + 1 = −2 Zwei Möglichkeiten.
x1 = 1 ; x2 = −3 Zwei Lösungen.
L = {−3; 1} Lösungsmenge.

Falls eine quadratische Gleichung einmal nicht in Normalform, d. h. x2 + px + q = 0 , sondern in allgemeiner


Form ax2 + bx + c = 0 gegeben ist, muss man vor dem Ausführen der quadratischen Ergänzung die gesamte
Gleichung durch a teilen, um die Normalform herzustellen.
Beispiel: 2x2 + 8x + 6 = 0 / : 2 ; x2 + 4x + 3 = 0 , denn 0/2 = 0.
Erst dann kann die quadratische Ergänzung durchgeführt werden!
3.2 Quadratische Gleichungen 51

Aufgabe 28: Bestimmen Sie die Lösung durch quadratische Ergänzung! (G = R) Lösungen S. 106 f

2 2 2 2
a) x + 12x = 0 b) x + x − 6 = 0 c) x − 3x + 2 = 0 d) x − 49 = 0
e) 3x2 + x − 24 = 0 f) 12 x2 − 3,5 x + 5 = 0
52 3 GLEICHUNGEN

Hausaufgabe 9:
Bestimmen Sie die Lösungsmenge L über der Grundmenge R mit einem Verfahren Ihrer Wahl.
1. 6x2 = 1 − x

2. x2 + 6x − 7 = 0

3. 4x2 − 2x − 12 = 0

4. 6x2 − 29x − 5 = 0

5. −8x2 + 2x + 15 = 0
1 2
6. 5x + 16 x = 30,8

3.2.3 Der Satz von Vieta

Die beiden bisher behandelten Verfahren zum Lösen von quadratischen Gleichungen, nämlich die quadra-
tische Ergänzung und die allgemeine Lösungsformel, sind allgemein gültig, jedoch in der Durchführung
teilweise aufwändig.
Für das Lösen von speziellen quadratischen Gleichungen lernen wir nun noch ein drittes, wesentlich schnel-
leres Verfahren kennen – den Satz von Vieta.

Es soll die Normalform einer quadratischen Gleichung gegeben sein:

x2 + px + q = 0 .

Wir überlegen uns zuerst an einem Beispiel wie die beiden Koeffizienten p und q zustande kommen.
Nehmen wir an, die Gleichung soll die beiden Lösungen x1 = 2 und x2 = 3 haben. Die zugehörigen
Linearfaktoren lauten dann: (x − 2) und (x − 3). Also ergibt sich die quadratische Gleichung aus dem
Produkt der beiden Linearfaktoren:
(x − 2) · (x − 3) = 0
Warum ist das so? Naja, ein Produkt wird dann Null, wenn einer der Faktoren Null wird. Setzen wir
beispielsweise x = 2 ein, so wird die erste Klammer (der erste Faktor) gleich Null und die zweite Klammer
(Faktor) wird −1.
0·(−1) = 0 Stimmt! Also ist 2 eine Lösung dieser Gleichung. Setzt man 3 ein, so wird die zweite Klammer
Null. Also ist auch 3 eine Lösung unserer Gleichung.
Jetzt lösen wir die Klammern auf:

(x − 2) · (x − 3) = x2 − 3x − 2x + 6 = x2 − (2 + 3)x + 2 · 3 = 0

Das Resultat ist mit Absicht ein wenig merkwürdig notiert. Vergleichen wir unser Beispiel mit der Normal-
form:
x2 + p x + q = 0

x2 −(2 + 3) x + 2 · 3 = 0

Es gilt: p = −(2 + 3) und q = 2 · 3


3.2 Quadratische Gleichungen 53

Allgemein kann man feststellen, dass q immer das Produkt der beiden Lösungen ist. Wohingegen p immer
die Summe der beiden Lösungen mit umgekehrtem Vorzeichen ist.
Merke

Satz von Vieta

Für die Normalform der quadratischen Gleichung

x2 + px + q = 0

gilt:

p = −(x1 + x2 ) und q = x1 · x2
,

wobei x1 und x2 die beiden Lösungen der quadratischen Gleichung sind.

Haben wir also z. B. die Gleichung x2 − 5x + 6 = 0 gegeben, so betrachtet man zuerst das konstante Glied
q = 6. Folgende ganzzahlige Lösungen x1 und x2 kommen in Frage:
x1 x2
1 6
−1 −6 , denn das Produkt beider Lösungen x1 · x2 ergibt jeweils die Zahl 6.
2 3
−2 −3
Nun muss man noch überprüfen, für welches Zahlenpaar die Summe mit umgekehrten Vorzeichen gleich
p = −5 ist.
x1 x2 −(x1 + x2 )
1 6 −7
−1 −6 7 Also lauten die beiden Lösungen der Gleichung x1 = 2 und x2 = 3.
2 3 −5
−2 −3 5

Dieses Verfahren hat natürlich an der Stelle seine Grenze, an der man es nicht mehr mit ganzzahligen Lö-
sungen zu tun hat. Theoretisch sind aber alle quadratischen Gleichungen mit dem Satz von Vieta lösbar,
nur wird es dann mit dem Probieren und Erraten der Lösung sehr schwierig.
54 3 GLEICHUNGEN

Aufgabe 29: Lösen Sie mit dem Satz von Vieta! Lösungen S. 106 f

2 2 2 2
a) x − 3x + 2 = 0 b) x + x − 6 = 0 c) x − 12x + 32 = 0 d) 12x + 36x − 48 = 0

Hausaufgabe 10:

1. Bestimmen Sie die Lösungsmenge L über der Grundmenge R mit dem Satz von Vieta.
(a) x2 − 3x + 2 = 0
(b) x2 − 4x + 3 = 0
(c) x2 + x − 6 = 0
(d) x2 − x − 6 = 0
(e) x2 − 12x + 32 = 0
(f) x2 + 12x + 20 = 0

2. Wählen Sie in der Gleichung x2 + 4x + q = 0 die Zahl q so, dass


(a) es zwei Lösungen gibt.
(b) es genau eine Lösung gibt.
(c) es keine Lösung gibt.
(d) eine der beiden Lösungen −6 ist.
3.3 Bruchgleichungen 55

3.3 Bruchgleichungen
Merke

Eine Bruchgleichung ist eine Gleichung, in der mindestens ein Bruchterm vorkommt.

Beispiele:

(1)
2
x−4
=−
5
x+3
; G= Q

x−4 = (x − 4) ·(x + 3)
x+3 = (x + 3) ·(x − 4) 1.Schritt: Hauptnenner bestimmen.
HN = (x − 4) · (x + 3) x2 − x − 12 Die Tabelle müsste bei diesem einfachen
Fall nicht ausgeführt werden.

D= Q \ {−3; 4} 2.Schritt: Definitionsmenge bestimmen.

2 · (x + 3) 5 · (x − 4)
=− 3.Schritt: Nach Tabelle erweitern.
(x − 4) · (x + 3) (x + 3) · (x − 4)

2 · (x + 3) 5 · (x − 4)
=− / ·HN 4.Schritt: Multiplikation der Gleichung
(x − 4) · (x + 3) (x + 3) · (x − 4)
mit dem HN. Die Nenner verschwinden.

2 · (x + 3) = −5 · (x − 4) 5.Schritt: Klammern auflösen und


nach x umstellen.
2x + 6 = −5x + 20

7x = 14

x=2∈D Lösung in Definitionsmenge enthalten.

L = {2} Lösungsmenge.
56 3 GLEICHUNGEN

(2)
6

2
x−3 x+3
= 2
12
x −9
; G= R
x−3 = (x − 3) ·(x + 3)
x+3 = (x + 3) ·(x − 3)
1.Hauptnenner bestimmen.
x2 − 9 = (x − 3) · (x + 3)
HN = (x − 3) · (x + 3) x2 − 9

D= R \ {−3; 3} 2.Definitionsmenge

6 · (x + 3) 2 · (x − 3) 12
− = 2 3.Erweitern
(x − 3) · (x + 3) (x + 3) · (x − 3) x −9
6 · (x + 3) − 2 · (x − 3) = 12 4.Multipl. mit HN.

6x + 18 − 2x + 6 = 12 5.Nach x auflösen.
4x = −12
x = −3 ∈
/D Lösung nicht in D !
L = {} Lösungsmenge leer.

(3)
x
2
+1=
3
2x
; G= Q
2 = 2 ·x
2x = 2·x 1.Hauptnenner bestimmen.
HN = 2·x 2x

D= Q \ {0} 2.Definitionsmenge
x · x 1 · 2x 3
+ = 3.Erweitern
2 · x 1 · 2x 2x
x2 + 2x = 3 4.Multipl. m. HN.

x2 + 2x − 3 = 0 5.Auflösen nach x
x1 = 1 ∈ D ; x2 = −3 ∈ D Lösungen m. Satz v. Vieta
L = {−3; 1} Lösungsmenge.
3.3 Bruchgleichungen 57

Aufgabe 30: Bestimmen Sie die Definitionsmenge und die Lösungsmenge (G = Q)! Lösungen S. 106 f

2
5x − 7 x+3 3x + 4 x − 9 2x − 13x + 17
a) + =1 b) − = 2
4x + 4 3x + 3 x−5 x−7 x − 12x + 35
7x − 13 13x − 28 28x + 43
c) − = 10 − 2
2x − 1 3 − 2x 4x − 8x + 3
58 3 GLEICHUNGEN
3.4 Betragsgleichungen 59

3.4 Betragsgleichungen

Wiederholung von Kap. 1.4, Seite 13:


|3| = 3 ; | − 3| = 3
Merke
(
x für x ≥ 0,
Definition: |x| =
−x für x < 0.

Beispiele für Betragsgleichungen:

(1) |x| = 4
x=4 ∨ x = −4 ; L = {−4; 4}

(2) |x| − 1 = 4
|x| = 5 ; x = 5 ∨ x = −5 ; L = {−5; 5}

(3) |x − 1| − 1 = 4
|x − 1| = 5 ; x − 1 = 5 ∨ x − 1 = −5 ; x = 6 ∨ x = −4 ; L = {−4; 6}

Aufgabe 31: Bestimmen Sie die Lösungsmenge (G = Q)! Lösungen S. 106 f

a) |x − 6| = 6 b) |5x + 11| = −4 c) |3 + 3x| = 0 d) |5x| + 3 = −12 e) |x| = x


60 4 POTENZEN UND WURZELN

Hausaufgabe 11:

1. Bestimmen Sie die Definitionsmenge D und 2. Bestimmen Sie die Lösungsmenge über der
die Lösungsmenge L über der Grundmenge Grundmenge G = . R
G= . R x
(a) − 6 = −2

6x(x − 2) 3
(a) = 3x − 6
2x − 4
(b) 5 − |x| = −2
1 x (1 − x)(1 + x)
(b) + = 1
x x−1 x − x2 (c) =2
|x|
x 3 x 3
+ − (d) 10 − 4 · |1 − x| = −14
2
(c) x 4 = 2x 4
+3 −2
3 3

4 Potenzen und Wurzeln

Beispiel für Potenz: x · x = x2 , wobei x : Basis und 2


: Exponent.

Merke

Definition: a0 = 1 ; a1 = a ; a2 = a · a ; . . . ; an = a
| · .{z
. . · a} ; n∈ N und a ∈ Q
n−mal

Zu beachten: a + a = 2a und a · a = a2 !

Beispiele:
1. 33 = 3 · 3 · 3 = 9 · 3 = 27 5. (−2)4 = 16
2. 35 = 33 · 3 · 3 = 27 · 9 = 243 6. (−1)1057 = −1
3. (−2)2 = (−2) · (−2) = 4 7. (−1)1058 = 1
3
4. (−2) = −8 8. 23 · 22 = 23+2 = 25 = 32

4.1 Potenzgesetze

1. Potenzgesetz: am · an = am+n ; a∈ Q ; m, n ∈ Z
Merke

Potenzen mit gleicher Basis werden multipliziert, indem man die Exponenten bei gleicher Basis

addiert.“

Beachten: Das Potenzgesetz gilt nur für gleiche Basis a!

Beispiel: 35 · 34 = 35+4 = 39 oder (−1,5)2 · (−1,5)3 = (−1,5)5 = −7,59379


4.1 Potenzgesetze 61

2. Potenzgesetz: (a · b)n = an · bn ; a, b ∈ Q; n∈Z


Merke

Produkte werden potenziert, indem man die einzelnen Faktoren potenziert.“


Beispiele:
A−Gesetz
(1) (2 · 3)3 = (2 · 3) · (2 · 3) · (2 · 3) = 2 · 2 · 2 · 3 · 3 · 3 = 23 · 33 = 216 = (6)3

(2) (4 · 5)4 = 44 · 54 = 160 000

(3) (−4b)2 = 16b2

3. Potenzgesetz: (am )n = am·n ; a∈ Q ; m, n ∈ N


Merke

Potenzen werden potenziert, indem man die Exponenten multipliziert.“


Beispiel: (23 )4 = 23 · 23 · 23 · 23 = 26 · 26 = 212 = 23·4 = 4096

Negative Exponenten: a−n = 1


an ; a∈ Q \ {0} , n ∈ N
Beispiele:  −1
1
1 1 (3) =3
(1) 3−1 = 1 = 3
3 3
1  −2  2
(2) 5−2 = 2 2 3 9 1
5 (4) = = =2
3 2 4 4

am
4. Potenzgesetz:
am : an =
an
= am−n
; a∈ Q \ {0} ; m, n ∈ Z
Merke

Potenzen gleicher Basis werden dividiert, indem man die Exponenten subtrahiert.“

Beispiele:
(1) 67 : 66 = 67−6 = 61 = 6 (3) 416 : 416 = 40 = 1
(2) 220 : 214 = 26 = 64 (4) 512 : 514 = 5−2 = 1
52 = 1
25 = 0,04

an
Q \ {0} ; n ∈ Z
 a n
5. Potenzgesetz: = ; a, b ∈
b bn
Merke

Brüche werden potenziert, indem man Zähler und Nenner potenziert.“


Beispiele:
 4 2
24

2 2 2 2 2 16 3 9
(1) = · · · = 4 = (3) =
3 3 3 3 3 3 81 −7 49
 5
−2 −32
(2) =
5 3125
62 4 POTENZEN UND WURZELN

Aufgabe 32: Vereinfachen Sie! Lösungen S. 106 f

2 3 −1
a) x2 · x−1 b) (a2 b) c) 5−2 · 102 d) ( 23 ) · ( 23 )
−3 2
−3 −1 −3 (a ) −4 −3 −2 2 −4 3 −5
2
e) ax · a x 2
f) (a b) − g) 0,2a c 12b c 2b c h) (11a − 3b−3 )(4b−2 − 7a−3 )
b3
4.2 Wurzel in Potenzschreibweise 63

Hausaufgabe 12:

1. Vereinfachen Sie folgende Terme.

(a) (a2 b3 )4

(b) 3−3 : (−3)3

(c) 4a−1 · 2a−3 b−2

(d) (−12x7 ) · (−0,4a3 x−4 ) · 5a−8 · (−2)

(e) (−8x−5 + 5y −8 ) · (8x−5 − 5y −8 )

(f) (−27a−4 b7 ) : (54a2 b−7 )

4.2 Wurzel in Potenzschreibweise


Merke

Definition:
√ 1 √
3
1
x = x2 , x = x3 etc.

Gilt nur für x ≥ 0 !

Für das Rechnen mit Wurzeln gelten ebenfalls die Potenzgesetze!


Beispiele:
√ 1 1 3
(1) x3 = (x3 ) 2 = x3· 2 = x 2
√ √ 1 1 1 √
(2) 2· 3 = 2 2 · 3 2 = (2 · 3) 2 = 6
√ 3 1 3 √ √
(3) 5 = (5 2 )3 = 5 2 = 53 = 125
√ 1   12
18 18 2 18 √
(4) √ = 1 = = 9=3
2 22 2

Merke

Rechengesetze für das Rechnen mit Wurzeln:

√ √

a· b= a·b für a, b ∈ R+0

R+
r
a a
√ = für a, b ∈
b b
√ n √ n
a = a für a∈ R+0 ; n ∈ N
64 4 POTENZEN UND WURZELN

Aufgabe 33: Berechnen Sie! Lösungen S. 106 f

√ √ √ √
r
1 3 2 2 1
a) 28 · 7 b) (a3 x)− 2 c) (5a3 b5 )− 4 d) (2 7)3 e) √ f) (q 5 )− 2 g) ( 2)−2
2
4.3 Rechnen mit Wurzeln 65

4.3 Rechnen mit Wurzeln


Merke

Bei der Addition und Subtraktion dürfen nur Wurzeln mit gleichem Radikand zusammengefasst
werden.

Beispiele:
√ √ √
(1) 2 2 + 3 2 = 5 2
√ √ √ √ √ √
(2) 13 5 − 13 2 + 32 5 − 1 23 2 = 5 − 2 2
√ √ √ √ √ √ √ √ √ √
(3) 28 − 7 = 4 · 7 − 7 = 4 · 7 − 7 = 2 7 − 7 = 7

Im letzten Beispiel hat man die Wurzeln gleichgemacht“ , indem man eine Quadratzahl (hier: 4) abgespalten

hat und daraus die Wurzel gezogen hat. Diese Vorgehensweise heißt teilweise Radizieren“ .

Beispiele:
√ √ √ √ √ √ √ √ √ √ √
(1) 20 = 4 · 5 = 4 · 5 = 2 5 (3) 6 27 − 2 75 + 9 12 − 5 48 + 4 147 − 5 108 =
√ √ √ √ √ √ √ √ √ √
(2) 32 = 16 · 2 = 4 2 18 3 − 10 3 + 18 3 − 20 3 + 28 3 − 30 3 = 4 3

Aufgabe 34: Berechnen Sie! Lösungen S. 106 f

√ √ p √ √ √ √ √ √ q
x
q
x2
a) 24 b) a2 b4 c) 25x10 y 6 d) 27 + 5 3 e) 8 + 12 2 + 50 − 6 2 f) y : y
66 4 POTENZEN UND WURZELN

Hausaufgabe 13:

1. Vereinfachen Sie folgende Terme.


√ √
(a) 7 · 42
√ √ √ √
(b) (3 6 − 4 10) · (2 6 − 6 10)
√ √ √
(c) ( 3 + 6) · (2 + 15)

27
(d) √
3 7
√ √ √ √ √ √ √ √
(e) 3 72 + 5 20 − 3 32 − 6 80 + 2 98 − 45 + 2 162 + 3 125
4.3 Rechnen mit Wurzeln 67

Rationalmachen des Nenners

Es ist üblich, Endergebnisse mit rationalem Nenner anzugeben!


1
Bsp.: √
2
Wir erweitern den Bruch so,√ dass der Nenner rational wird. Also lautet die Fragestellung:
Womit muss der Nenner ( 2 ) multipliziert werden, damit im Nenner eine rationale Zahl steht?

Kurzes Überlegen liefert: Man erweitert den Bruch mit 2 :
√ √
1 2 2
√ ·√ = ; der Nenner ist nun eine rationale Zahl (2)!
2 2 2
Bitte beachten: Insgesamt bleibt der Ausdruck eine irrationale Zahl!

Aufgabe 35: Machen Sie den Nenner rational! Lösungen S. 106 f


2 3 8 48
a) √ b) √ c) √
6 6 5 32

Wie aber geht man vor, wenn im Nenner eine irrationale Summe bzw. Differenz vorkommt?
Ein Beispiel:
1 √
√ Der Nenner (1 + 2) soll rational werden.
1+ 2

1 · (1 − 2)
√ √ Der Trick“ ist, den Bruch unter Benutzung der 3.binomischen Formel mit
(1 + 2 ) · (1 − 2 ) ”
dem passenden Term (entgegengesetztes Rechenzeichen) zu erweitern.

1− 2 √ √ √ 2
Denn (1 + 2 ) · (1 − 2 ) = 12 − 2 =1−2.
1−2

1− 2
Falls −1 oder 1 im Nenner, dann ohne Bruchstrich schreiben.
−1

−1 + 2 Endergebnis.
68 4 POTENZEN UND WURZELN

Aufgabe 36: Machen Sie den Nenner rational! Lösungen S. 106 f

√ √ √
11 2 3 5+5 3 2 15
a) √ b) √ √ c) √ √ d) √ √ √
5+ 3 2− 3 5 3−3 5 3+ 5+2 2

4.4 Potenzgleichungen

Beispiele:
(1) x3 = 8

x3 = 8 / 3 Man zieht die dritte Wurzel.
√ √
3 1 1
x= 38 x3 = (x3 ) 3 = x3· 3 = x
x=2 Lösung.
L = {2} Lösungsmenge.

(2) x4 = 81

x4 = 81 / 4 Man zieht die vierte Wurzel.
√ √
4 1 1
|x| = 4 81 x4 = (x4 ) 4 = x4· 4 = |x|
|x| = 3 Lösung.
L = {−3; 3} Lösungsmenge.
4.4 Potenzgleichungen 69

Merke

2n+1

Für ungerade Exponenten 2n + 1 gilt: x2n+1 = x

2n
Für gerade Exponenten 2n gilt: x2n = |x|

Aufgabe 37: Bestimmen Sie die Lösungsmenge über der Grundmenge G = R! Lösungen S. 106 f

1
a) 2x3 = 128 b) x9 = 256x c) x6 = d) x3 + 8 = 0 e) (x − 2)3 = 27
64

Hausaufgabe 14

1. Verwandeln Sie in einen Bruch mit rationa- 2. Bestimmen Sie die Lösungsmenge über der
lem Nenner. Grundmenge G = . R
(a) √3 = (a) x2 − 25
=0
3 4096

(b) 3√
= (b) (x − 1)5 = 243
3+ 3

(c) √4 = (c) x5 = −243


5−2
√ √ 625
a− b (d) x4 =1
(d) √ √
a+ b
=

(e) √√2 =
3−1
70 5 REELLE FUNKTIONEN

5 Reelle Funktionen

Funktionen sind eindeutige Zuordnungen, wobei jedem Wert aus einer Menge genau ein Wert aus einer
anderen Menge zugeordnet wird. Eine genaue Definition folgt noch. Zur Veranschaulichung stellt man solche
Zuordnungen in einem Diagramm, also graphisch dar.

Koordinatensysteme
In der Mathematik bedient man sich meist des kartesischen Koordinatensystems, um den Zusammenhang
zweier Zahlenmengen darzustellen.

y y-Achse (Ordinatenachse)
II.Quadrant I.Quadrant

Ursprung x x-Achse (Abszissenachse)


-2 -1 1 2

-1

III.Quadrant IV.Quadrant

-2

Bei einem kartesischen Koordinatensystem stehen die Koordinatenachsen senkrecht zueinander.


Die Skalierung ist hier linear, d. h. die Einteilung der Achsen erfolgt in gleichen Abständen.
5.1 Funktionen und Relationen 71

5.1 Funktionen und Relationen

Graphische Darstellung:
y y

2 2

1 1

x x
-2 -1 1 2 -2 -1 1 2

-1 -1

-2 -2

Funktion Relation

Merke

Bei einer Funktion wird jedem Wert von x genau ein Wert von y zugeordnet.
Sonst spricht man von einer Relation.

Weiteres Beispiel:
y y

5 5

4 4

3 3

2 2

1 1

x x
-5 -4 -3 -2 -1 1 2 3 4 5 -5 -4 -3 -2 -1 1 2 3 4 5

-1 -1

-2 -2

-3 -3

-4 -4

-5 -5

Funktion Relation

Schreibweisen und Begriffe rund um die Funktion:


f : x 7→ y = 2x ; x ∈ Q
: Funktion f
x 7→ y = 2x : Funktionsvorschrift
y = 2x : Funktionsgleichung
2x : Funktionsterm
Funktionswerte: y bzw. f (x)
72 5 REELLE FUNKTIONEN

x −2 −1 0 1 2
Wertetabelle:
y = 2x −4 −2 0 2 4

Funktionsgraph:
y

5
Gf

4 (2 | 4)

2 (1 | 2)

(0 | 0) x
-5 -4 -3 -2 -1 1 2 3 4 5

-1

(-1 | -2) -2

-3

(-2 | -4) -4

-5

5.2 Lineare Funktionen


Merke

Von einer linearen Funktion spricht man, wenn im Funktionsterm die Variable x höchstens mit dem
Exponenten 1 auftritt.
Tritt kein x auf (also Exponent gleich Null), so spricht man von einer konstanten Funktion.
Der Graph jeder linearen Funktion ist eine Gerade.

Beispiele:
 y = 2x (Der Exponent 1 wird nicht explizit notiert, da x1 = x.)

 y = 21 x − 1

 y = 4 (konstante Funktion. x0 = 1, also: y = 4 · x0 )

Merke

Allgemeine Funktionsgleichung der linearen Funktion:

y =m·x+t

wobei m: Steigung und t: y-Achsenabschnitt.

Wir betrachten im Folgenden zunächst den Spezialfall t = 0. Also y = mx. Der Graph der Funktion ist eine
Ursprungsgerade.
5.2 Lineare Funktionen 73

5.2.1 y = mx

Beispiel: f : x 7→ y = 3 · x

x -2 -1 0 1 2
Wertetabelle:
y

Funktionsgraph:
y

x
-4 -3 -2 -1 1 2 3 4

-1

-2

-3

-4

y
Verdoppelt man den Wert von x, so verdoppelt sich der Wert von y. Der Quotient x ist konstant. Man
spricht von Quotientengleichheit.

x -2 -1 0 1 2
y -6 -3 0 3 6
y
x 3 3 / 3 3

y
ist konstant – das Ergebnis lautet immer 3 (letzte Zeile).5
x
Insgesamt liegt eine direkte Proportionalität vor.
Man sagt: x ist direkt proportional zu y (kurz: x ∼ y).
y
x = const = m heißt allgemein Proportionalitätsfaktor.
Hier: m ist die Steigung der Geraden.

5 Die Division durch Null ist nicht definiert, also kann hier auch kein Wert in der Tabelle stehen.
74 5 REELLE FUNKTIONEN

Aufgabe 38: Zeichnen Sie die Graphen der Funktionen in ein KOS6 (D = R)! Lösungen S. 106 f

5
a) f : x 7→ y = x b) g : x 7→ y = 3x c) h : x 7→ y = − 53 x

x
-4 -3 -2 -1 1 2 3 4

-1

-2

-3

-4

Die Geraden mit den Gleichungen y = 35 x und y = − 53 x stehen senkrecht aufeinander.


Denn für das Produkt der Steigungen gilt: 53 · − 35 = −1


Allgemein:
Merke

Wenn für die Steigungen zweier Geraden mit den Gleichungen y = m1 x + t1 und
y = m2 x + t2 gilt:

m1 · m2 = −1

dann stehen sie senkrecht aufeinander.

6 KOS bedeutet Kartesisches Koordinatensystem


5.2 Lineare Funktionen 75

Bestimmen der Steigung m aus dem Graphen mit Hilfe des Steigungsdreiecks:

x
-2 -1 1 2

Steigungsdreieck ∆y = 0,5
-1
∆x = 1

-2

∆y 0,5
Steigung: m = ∆x = 1 = 0,5 ; Somit Geradengleichung: y = 0,5x

Merke

Die Steigung m einer Geraden ist festgelegt durch:

∆y
m= ∆x = const

Steigen und Fallen einer Gerade:


Merke

Ist m > 0, so steigt die Gerade.


Ist m = 0, so ist die Gerade gleich der x-Achse.
Ist m < 0, so fällt die Gerade.
76 5 REELLE FUNKTIONEN

Aufgabe 39: Bestimmen Sie die Funktionsgleichungen der gezeichneten Graphen! Begründen Sie durch
Rechnung, ob die beiden Geraden senkrecht zueinander verlaufen. Lösungen S. 106 f

x
-4 -3 -2 -1 1 2 3 4

-1

-2

-3

-4
5.2 Lineare Funktionen 77

Normalform und allgemeine Form der Funktionsgleichung:


Die allgemeine Form der Funktionsgleichung nennt man auch die implizite Darstellung. Sie entsteht, indem
man die Normalform oder auch die explizite Darstellung genannt, die wir bisher ausschließlich kennengelernt
haben, so umformt, dass auf einer Seite der Gleichung die Null steht.
Beispiele:
Normalform Allgemeine Form
y = − 14 x x + 4y = 0 Selbst Nachrechnen!
y = −x −x − y = 0

5.2.2 y = mx + t

Beispiele:
1. y = x (m = 1 , t = 0)
2. y = x + 1 (m = 1 , t = 1)
3. y = x − 2 (m = 1 , t = −2)

4
2

1
2

3
1

x
-4 -3 -2 -1 1 2 3 4

-1

-2

-3

-4

Alle Geraden haben die gleiche Steigung m = 1, sie sind parallel zueinander.

Merke

Der y−Achsenabschnitt t gibt den Schnittpunkt der Geraden y = mx + t mit der y−Achse an:

Sy (0| t)
78 5 REELLE FUNKTIONEN

Merke

Die Stelle x0 , an der der Graph einer Funktion die x-Achse schneidet, nennt man die Nullstelle x0 der
Funktion.

Berechnen der Nullstellen obiger Funktionen:


Wir setzen den Wert von y in der Funktionsgleichung gleich Null, da dies dem Wert von y auf der x−Achse
entspricht. Die entstandene Gleichung wird nach x aufgelöst und man erhält den Abszissenwert x0 der
Nullstelle.

1. y = x
0 = x. Ohne weitere Rechnung erhält man: N (0| 0)
2. y = x + 1
0 = x + 1 ; x = −1 ; N (−1| 0)
3. y = x − 2
0=x−2 ; x=2 ; N (2| 0)

Ein Vergleich der berechneten Werte mit den oben gezeichneten Graphen bestätigt die Richtigkeit.

Aufgabe 40: Zeichnen Sie die Graphen der Funktionen in ein Koordinatensystem (1LE=1cm) und berech-
nen Sie die Nullstellen! Lösungen S. 106 f

a) f : x 7→ y = 2x − 2 b) g : 3x − 4y − 4 = 0 c) h : x 7→ y = − 31 x − 1
5.2 Lineare Funktionen 79

Hausaufgabe 15:

1. Zeichnen Sie die Graphen der Funktionen mit folgenden Funktionsgleichungen in ein Koordinatensys-
tem (1LE=1cm)!
Berechnen Sie auch die Nullstelle und vergleichen Sie sie mit Ihrer Zeichnung!

(a) f (x) = x − 1 (c) h(x) = −2x + 1, 5


(b) g(x) = −1 (d) k(x) = 1,5x − 2

Punkt auf Gerade

Soll man entscheiden, ob ein vorgegebener Punkt auf einer gegebenen Geraden liegt, setzt man die Koordi-
naten des Punktes in die Geradengleichung ein und überprüft, ob eine wahre Aussage entsteht.

Beispiel:
Gegeben ist die lineare Funktion g : x 7→ y = 31 x + 2 mit D = . R
Entscheiden Sie durch Rechnung, welcher der folgenden Punkte auf der Gerade g liegt.
P (0|3) ; Q(3|3) ; R(−6|0)
1
P ∈g ? : 3= 3 · 0 + 2 ; 3 = 2 (falsch)! ⇒ P ∈
/g
1
Q∈g ? : 3= 3 · 3 + 2 ; 3 = 3 (wahr) ! ⇒ Q ∈ g
1
R∈g ? : 0= 3 · (−6) + 2 ; 0 = 0 (wahr) ! ⇒ R ∈ g

5.2.3 Geradengleichung aufstellen

Eine Gerade ist durch zwei Punkte oder durch einen Punkt und die Steigung der Geraden eindeutig festge-
legt.

1. Punkt und Steigung gegeben.


Gegeben: P (3|1) ; m = 2
Gesucht: Geradengleichung von g
Allgemeine Form der Geradengleichung: y =m·x+t
Wir wissen: m = 2 ; also: y = 2 · x + t
t bestimmen durch Einsetzen von P : 1 = 2 · 3 + t ; 1=6+t ; −5 = t
(Häufiger Fehler: x und y werden vertauscht in die Gleichung eingesetzt!)
Ergebnis: y = 2x − 5

2. Zwei Punkte gegeben.


Gegeben: P (−1| − 1) ; Q(3|0)
Gesucht: Geradengleichung von g
∆y y2 − y1
Steigung m : m = =
∆x x2 − x1
0 − (−1) 1 1
Koordinaten einsetzen: m = = ; Also: y = x+t
3 − (−1) 4 4
1 3
t bestimmen: P oder Q einsetzen: wähle Q : 0= ·3+t ; − =t
4 4
1 3
Ergebnis: y = x−
4 4

Setzt man nun den Punkt P in das Ergebnis ein, kann man leicht die Probe durchführen:
1 3
−1 = · (−1) − ; −1 = −1 X
4 4
80 5 REELLE FUNKTIONEN

Aufgabe 41: Stellen Sie die zugehörige Geradengleichung auf! Lösungen S. 106 f


a) P (2|3) ; m = 1,5 b) Q( 2 |3) ; m = 0 c) R(−2|0) ; S(−3| − 1,5) d) P (− 71 |3) ; Q(21|3)
5.2 Lineare Funktionen 81

5.2.4 Die Umkehrfunktion

Beispiel:
Funktion: f : y = 12 x + 1 ; Zugehörige Umkehrfunktion: f −1 : y = 2x − 2
Graphische Veranschaulichung:
4 y

Gf
1

x
−4 −3 −2 −1 0 1 2 3 4

−1 Gf −1

−2

−3

Bei der Umkehrfunktion f −1 sind im Verhältnis zur Funktion f bei allen Wertepaaren (x|y) die Koordinaten
vertauscht (y|x).
Anschaulich entsteht der Graph Gf −1 der Umkehrfunktion durch Spiegelung von Gf an der Winkelhalbie-
renden des ersten und dritten Quadranten (in obiger Zeichnung grau und gestrichelt).

Merke

Vorgehensweise zur Bestimmung der Umkehrfunktion: Bsp.:

1. x und y in der Funktionsgleichung vertauschen. x = 12 y + 1


2. Gleichung nach y auflösen. y = 2x − 2

Führen Sie das Umstellen der Gleichung x = 12 y + 1 zu y = 2x − 2 selbst aus:


82 5 REELLE FUNKTIONEN

Aufgabe 42: Berechnen Sie die Gleichung der Umkehrfunktion und überprüfen Sie Ihre Rechnung durch
Zeichnung! Lösungen S. 106 f

a) f : x 7→ y = 12 x − 1
2 b) g : x 7→ y = 35 x − 3 c) h : x 7→ y = 2

x
-4 -3 -2 -1 1 2 3 4

-1

-2

-3

-4

Die letzte angegebene Funktion h hat keine Umkehrfunktion. Die Umkehrung ist ein Parallele zur y-Achse
und somit eine Relation, jedoch keine Funktion.
Merke

Eine Funktion hat genau dann eine Umkehrfunktion,


wenn ihr Graph (streng monoton) steigt oder fällt.
5.3 Lineare Gleichungssysteme 83

Hausaufgabe 16:

1. Bestimmen Sie die Gleichungen der gezeichneten linearen Funktionen.


y

4
Gg
Gh 3

2
Gf
Gk 1

x
-4 -3 -2 -1 1 2 3 4

-1

-2

-3

-4

2. Bestimmen Sie die Gleichung der zugehörigen Umkehrfunktion. Überprüfen Sie Ihre Rechnung, indem
Sie jeweils die Graphen der Funktionen zeichnen.
(a) f (x) = 3x (b) g(x) = 23 x + 2 (c) h(x) = −x + 3

5.3 Lineare Gleichungssysteme

Sollen mindestens zwei lineare Gleichungen gleichzeitig gelöst werden, so spricht man von einem linearen
Gleichungssystem.

5.3.1 2x2–Systeme

Die Angabe 2x2“ bedeutet, dass es sich um zwei Gleichungen mit zwei Unbekannten handelt.

Beispiel:
I) y −2x −1 = 0
II) y +x +2 = 0
Gesucht ist das Wertepaar (x0 |y0 ) , das beide Gleichungen gleichzeitig löst.
84 5 REELLE FUNKTIONEN

Geometrisch bedeutet dieses lineare Gleichungs-


2
system (LGS) den Schnitt zweier Geraden.
Formt man nämlich die beiden Gleichungen um
(II) 1
(vgl. Seite 77), so erhält man die Geradenglei-
chung in expliziter Form (Normalform):
x

I) y = 2x +1 -3 -2 -1 1 2 3

II) y = −x −2
(x0 | y0 ) ◦ -1

Die Lösung (x0 |y0 ) ist also der Schnittpunkt der


beiden Geraden! (I) -2

-3

Zur Lösung von LGS hat man drei bewährte Lösungsverfahren zur Verfügung. Das Gleichsetzungsverfahren,
das Einsetzverfahren und das Additionsverfahren. Die Entscheidung darüber, welches der drei Verfahren
man einsetzt hängt von der Art der Aufgabenstellung ab. Prinzipiell erhält man die Lösung mit jedem der
drei Verfahren.
Wir lösen das Beispiel dreimal hintereinander jeweils mit einem anderen Verfahren:

(a) Gleichsetzungsverfahren
Beide Gleichungen werden nach einer Unbekannten umgestellt (z.B. y) und gleichgesetzt:
I) y = 2x +1
II) y = −x −2
I=II 2x + 1 = −x − 2
3x = −3
x = −1
x in eine der beiden Gleichungen einsetzen: y = 2 · (−1) + 1 = −1
Lösung: L = {(−1| − 1)}

(b) Einsetzverfahren
Eine der beiden Gleichungen wird nach einer Unbekannten umgestellt und in die andere Gleichung
eingesetzt:
I) y = 2x +1
II) y +x +2 =0
I in II 2x + 1 +x +2 =0
3x +3 =0
x = −1 in I)
I*) y = 2 · (−1) +1
y = −1
Lösung: L = {(−1| − 1)}
5.3 Lineare Gleichungssysteme 85

(c) Additionsverfahren
Man addiert die beiden Gleichungen oder ein Vielfaches der einen Gleichung zu einem Vielfachen der
anderen, so dass eine der beiden Unbekannten (x bzw. y) verschwindet.
I) y −2x −1 =0
II) y +x +2 =0
I+(–II) y−y −2x − x −1 − 2 =0−0
0 −3x −3 =0
−3x =3
x = −1 in (II)
II*) y −1 +2 =0
y = −1
Lösung: L = {(−1| − 1)}

Aufgabe 43: Lösen Sie mit einem Verfahren Ihrer Wahl! Überprüfen Sie Ihre Lösung, indem Sie die Gra-
phen der zugehörigen linearen Funktionen zeichnen (nächste Seite). Lösungen S. 106 f

I) 2x −2y = −6 I) 2x −3y = 1 I) 3x −y = −1
a) b) c)
II) −2x −2y = −10 II) 3x −7y = −6 II) −6x +2y = −2
86 5 REELLE FUNKTIONEN

x
-4 -3 -2 -1 1 2 3 4

-1

-2

-3

-4

5.3.2 3x3–Systeme

Die Bezeichnung 3x3“ bedeutet: drei Gleichungen und drei Unbekannte. Geometrisch ist ein lineares 3x3–

Gleichungssystem der Schnitt dreier Ebenen im Raum. Ziel des Lösungsverfahrens ist es, nacheinander zwei
Unbekannte zu eliminieren, so dass die dritte bestimmt werden kann.

Beispiele:

(1) I) 3x +y −5z = 1
II) −2x −4y +3z = −1 2(I) + 3(II)
III) 5x +3y −7z = 3 5(I)–3(III)
I) 3x +y −5z = 1
II) −10y −z = −1
III) −4y −4z = −4 4(II)-10(III)
I) 3x +y −5z = 1
II) −10y −z = −1
III) 36z = 36
I) 3x +0 −5 = 1 ⇒x=2
II) −10y −1 = −1 ⇒y=0
III) z = 1

Lösung: L = {(2|0|1)}
5.3 Lineare Gleichungssysteme 87

(2) I) 2x −3y +z = 1
II) −5x +2y −8z = 2 5(I) + 2(II)
III) −1x +3y +z = 1 1(I) + 2(III)
I) 2x −3y +z = 1
II) −11y −11z = 9
III) +3y +3z = 3 3(II) + 11(III)
I) 2x −3y +z = 1
II) −11y −11z = 9
III) 0 = 60

Lösung: L = {} , da in Zeile (III) eine falsche Aussage (0 = 60) steht!

(3) I) 5x +y +8z = 7
II) 4x −3y −5z = 17 4(I) – 5(II)
III) −1x +2y +5z = −8 1(I) + 5(III)
I) 5x +y +8z = 7
II) 19y +57z = −57
III) 11y +33z = −33 11(II) – 19(III)
I) 5x +y +8z = 7 ⇒x=2−z
II) 19y +57z = −57 ⇔ y = −3z − 3
III) 0 = 0

Lösung: L = {(2 − t| − 3t − 3|t) t ∈ R} unendlich viele Lösungen!

Aufgabe 44: Lösen Sie! Lösungen S. 106 f

I) x +y +z = 36 I) 5x −7y +6z = 78
a) II) 2x −6z = 0 b) II) 4x +8y −9z = 22
III) 2y −4z = 0 III) 3x −2y −12z = 67
88 5 REELLE FUNKTIONEN

Hausaufgabe 17:

1. Bestimmen Sie die Lösungsmenge folgender Gleichungssysteme mit einem Verfahren Ihrer Wahl. Kon-
trollieren Sie Ihre Rechnung durch Zeichnung!

I) −4x +y = 0
(a)
II) 4x −3y = −2

I) −2x +y = 2
(b)
II) x − 21 y = 12

I) 6x −4y = 8
(c)
II) −1,5x + y = −2
2. Lösen Sie folgende Gleichungssysteme.

I) x +y =3
(a) II) y +z = 5
III) x +z = 4

I) x −y −z = 0
(b) II) x +y −z = 4
III) x −y +z = 2
5.4 Quadratische Funktionen 89

5.4 Quadratische Funktionen


Merke

Allgemeine Gleichung der quadratischen Funktion:

y = ax2 + bx + c

x∈ R ; a∈ R \ {0} ; b, c ∈ R

(1) y = x2 (a = 1, b = 0, c = 0)

Wertetabelle:
x -3,0 -2,0 -1,5 -1,0 -0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0
y

Graph:

9
y
8

x
−4 −3 −2 −1 0 1 2 3 4 5

Der Graph der Funktion f : x 7→ y = x2 heißt Normalparabel.


Den tiefstgelegenen Punkt der (Normal-)Parabel nennt man den Scheitel.
Die Normalparabel ist achsensymmetrisch zur y-Achse und berührt die x-Achse im Ursprung.
Es liegt im Punkt (0|0) eine doppelte Nullstelle vor.
90 5 REELLE FUNKTIONEN

(2) y = ax2 (a 6= 0, b = 0, c = 0)

1
a= 2
a=2 y a=1

x
-3 -2 -1 1 2 3

-1

-2

a = − 21 -3

a = −2

a = −1
Merke

Zusammenfassung: y = ax2

a>0 : Nach oben geöffnete Parabel


a<0 : Nach unten geöffnete Parabel
|a| < 1 : Im Vergleich zur Normalparabel weiter geöffnete Parabel
|a| > 1 : Im Vergleich zur Normalparabel enger geöffnete Parabel.
5.4 Quadratische Funktionen 91

(3) y = x2 + c (a = 1, b = 0, c 6= 0)
y

c=2
5

Merke 4

2
Zusammenfassung: y = x + c
3
c>0 : Graph wird entlang der y-Achse
um c nach oben verschoben.
2
Scheitel S(0|c).
c<0 : Graph wird entlang der y-Achse 1
um |c| nach unten verschoben.
Scheitel S(0|c). x
-3 -2 -1 1 2 3

c = −1
-1

Nullstellen:

a) y = x2 + 2
x2 + 2 = 0 ; x2 = −2 Keine Lösung, da immer x2 ≥ 0 ⇒ keine Nullstelle.

b) y = x2
x2 = 0 ; x=0 Genau eine Lösung.7 ⇒ doppelte Nullstelle8 bei N (0| 0)

c) y = x2 − 1
x2 − 1 = 0 ; x2 = 1 ; |x| = 1 ; Zwei Lösungen x1 = 1 , x2 = −1
Zwei Nullstellen: N1 (1| 0) ; N2 (−1| 0)

7 Hier kann der Betrag entfallen, da +0 = −0.


8 d. h. der Graph berührt die x-Achse.
92 5 REELLE FUNKTIONEN

(4) y = (x − xS )2 = x2 − 2xS x + x2S (a = 1; b = −2xS ; c = x2S )


y
8

Merke
7
2
Zusammenfassung: y = (x − xS )
6

xS > 0 : Graph wird entlang der x-Achse


um xS nach rechts verschoben. 5

Scheitel S(xS | 0). xS = −2 xS = 3


4
xS < 0 : Graph wird entlang der x-Achse
um |xS | nach links verschoben.
3
Scheitel S(xS | 0).
! y = (x + 1)2 : Verschiebung um 1 nach links ! 2
! y = (x − 1)2 : Verschiebung um 1 nach rechts !
1

x
-3 -2 -1 1 2 3 4

Nullstellen:

a) y = (x + 2)2
(x + 2)2 = 0 ; x = −2 Doppelte Nullstelle N (−2| 0)

b) y = (x − 3)2
(x − 3)2 = 0 ; x=3 Doppelte Nullstelle bei N (3| 0)

Es ist auch möglich, die Verschiebungen zu kombinieren:

(5) y = (x − xS )2 + yS
y

(a) y = (x + 1)2 + 2 ; S(−1| 2)


4

Auflösen der Klammer liefert:


y = x2 + 2x + 3 (a)
3
Scheitel nicht mehr direkt ablesbar.
Nullstellen:
(x + 1)2 + 2 = 0 ; (x + 1)2 = −2 2
(b)

(Keine Lösung)
1
Keine Nullstelle!

(b) y = (x − 2)2 − 1 ; S(2| − 1) x


-2 -1 1 2 3
2
y = x − 4x + 3
Nullstellen: -1

(x − 2)2 − 1 = 0 ; N1 (1| 0) ; N2 (3| 0)


5.4 Quadratische Funktionen 93

Aufgabe 45: Zeichnen Sie die Parabeln und berechnen Sie die Nullstellen! Lösungen S. 106 f

2 2 2
a) y = 0,25x b) y = (x − 2) c) y = (x + 1) − 2

x
-4 -3 -2 -1 1 2 3 4

-1

-2

-3

-4
94 5 REELLE FUNKTIONEN

Merke

Die Form
y = a · (x − xS )2 + yS

nennt man die Scheitelform der Parabelgleichung, da die Koordinaten des Scheitels direkt ablesbar
sind:
S(xS |yS )

Bitte unbedingt beachten: y = (x + 3)2 − 2 ; S(−3| − 2) !

Dies ist ein häufiger Fehler! Der x-Wert des Scheitels wird mit dem falschen Vorzeichen angegeben.
Speziell gilt übrigens auch: y = x2 ; y = (x − 0)2 + 0 ; S(0|0)

Wie aber wird die Scheitelform y = a(x − xS )2 + yS aus der allgemeinen Form y = ax2 + bx + c erzeugt?
Mittels quadratischer Ergänzung! (siehe Kapitel 3.2.2).
Hier noch zwei Beispiele:
1. y = x2 + 4x + 1 Gegeben ist die allgemeine Form
2
y = x + 4x +4 − 4 + 1 Dies ist der entscheidende Schritt:
| {z }
=0 Man fügt eine Zahl (hier: 4) ein, so dass ein vollständiges
Quadrat entsteht, und zieht die gleiche Zahl sofort wieder ab.
Damit hat man keinen Fehler gemacht, sondern nur eine neutrale
Null eingefügt.
y = (x + 2)2 −4 + 1 Der erste Teil lässt sich nun als Quadrat schreiben.
2
y = (x + 2) − 3 Im letzten Schritt erhält man die Scheitelform.
Der Scheitel ist also S(−2| − 3).

2. y = x2 − x + 2,25 Allgemeine Form.


−1 2 −1 2
 
y = x2 −1 · x + 2 − 2 + 2,25 Verallgemeinerung des Verfahrens:
Der Faktor vor dem x wird halbiert und danach
quadriert, um ein vollständiges Quadrat zu erhalten.
Genau wie im ersten Beispiel wird der gleiche Ausdruck
sofort wieder abgezogen.
y = (x − 21 )2 − 1
4 + 2,25 Der erste Teil ergibt ein vollständiges Quadrat.
1 2
y = (x − 2) + 2 Scheitelform.
Scheitel: S( 12 | 2)

Merke

Die x–Koordinate des Scheitels kann auch direkt berechnet werden:

−b
xS =
2a
5.4 Quadratische Funktionen 95

Aufgabe 46: Bestimmen Sie mittels quadratischer Ergänzung den Scheitelpunkt und berechnen Sie die
Nullstellen! Zeichnen Sie die jeweiligen Graphen (nächste Seite)! Lösungen S. 106 f

a) f (x) = x2 − 2x + 1 b) f (x) = x2 + 2x c) f (x) = x2 − 4x + 3 d) f (x) = 21 x2 − x + 1,5


96 5 REELLE FUNKTIONEN

x
-4 -3 -2 -1 1 2 3 4

-1

-2

-3

-4

x
-4 -3 -2 -1 1 2 3 4

-1

-2

-3

-4
5.5 Potenzfunktionen 97

Hausaufgabe 18:

1. Bestimmen Sie die Gleichungen der gezeichneten Parabeln.

f (x) =

g(x) =

h(x) =

p(x) =

q(x) =

2. Bestimmen Sie die Gleichung einer Parabel mit dem Scheitelpunkt S(−2|−1) und der Nullstelle x = 3.

5.5 Potenzfunktionen
Merke

Allgemein:

f : x 7→ y = xk (k 6= 0) heißt Potenzfunktion.

Beispiele:
(1) k = 1 : y=x ; D= R ; Lineare Funktion. Siehe Kapitel 5.2.

(2) k = 2 : y = x2 ; D=R ; Quadratische Funktion. Siehe Kapitel 5.4.

(3) k = −1 : y = x−1 = 1
x ; D= R \ {0}
Wertetabelle:
x −3 −2 −1 −0,5 0,5 1 2 3
y
98 5 REELLE FUNKTIONEN

Der Graph dieser Potenzfunkti-


3
on wird Hyperbel genannt.

2 Der zugrunde liegende Zusam-


menhang ist eine indirekte Pro-
1 portionalität9 . Sie ist gekenn-
zeichnet durch die Produkt-
x
gleichheit der beiden Größen
-4 -3 -2 -1 1 2 3 4
(hier: x · y = const.). Verdoppelt
-1
man x, so halbiert sich y etc.
Wenn man beispielsweise die
-2
gleiche Strecke mit der doppel-
ten Geschwindigkeit zurücklegt,
dann halbiert sich die notwendi-
-3
ge Fahrtdauer.
-4

(4) k = −2 : y = x−2 = 1
x2 ; D= R \ {0}
Wertetabelle:
x −3 −2 −1 −0,5 0,5 1 2 3
y

9
y
8

x
−4 −3 −2 −1 0 1 2 3 4 5
5.5 Potenzfunktionen 99

(5) k = 3 : y = x3 ; D= R
y

x
-4 -3 -2 -1 1 2 3 4

-1

-2

-3

-4

Hausaufgabe 19:

1. Bestimmen Sie jeweils die Definitionsmenge folgender Funktionen (G = R) und zeichnen Sie die
jeweiligen Graphen!
1
(a) f1 (x) =
x−1
1
(b) f2 (x) = − 1
x
3
(c) f3 (x) = (x + 1)
(d) f4 (x) = x3 + 1

Merke

Für alle Funktionstypen gilt:

f (x) + c : Verschieben des Graphen um |c| nach oben (c > 0) / unten (c < 0) parallel
zur y–Achse.
f (x + c) : Verschieben des Graphen um |c| nach rechts (c < 0) / links (c > 0) parallel
zur x–Achse.
−f (x) : Spiegeln des Graphen an der x–Achse.
f (−x) : Spiegeln des Graphen an der y–Achse.
100 6 UNGLEICHUNGEN

6 Ungleichungen

6.1 Lineare Ungleichungen

Beispiel:
x+2<3 ; G= Q+0
Die Ungleichung kann genauso umgeformt werden wie eine Gleichung:
x+2<3/ −2
x < 1 ; L = [0; 1[
Da die Menge Qdicht ist, wird die Lösungsmenge in Intervallschreibweise angegeben. Eine geschlossene
eckige Klammer bedeutet, dass das Element in der Lösungsmenge enthalten ist (hier: 0 ist Element der
Lösungsmenge). Eine offene eckige Klammer bedeutet, dass das Element gerade nicht mehr Teil der Lö-
sungsmenge ist (hier: 1 ist nicht Element der Lösungsmenge, da die gesuchte Variable x kleiner als 1 ist).
Alle zwischen den Grenzen (hier: 0 und 1) liegenden Zahlen sind Element der Lösungsmenge L.
Am Zahlenstrahl lässt sich die Lösungsmenge veranschaulichen:

−1 0 1

Merke

Eine Ungleichung besteht aus zwei Termen, zwischen denen ein Größer-Zeichen > oder ein Kleiner-
Zeichen < steht.

Bemerkung:
Bei Ungleichungen kann auch zusätzlich die Gleichheit zugelassen werden.
Zeichen: ≥ bzw. ≤
Beispiel: x + 2 ≤ 3 G= +
; o Q
x≤1 ; L = [0; 1] ; hier ist die 1 nun eingeschlossen, da x ≤ 1.

Merke

Ungleichungen dürfen wie Gleichungen äquivalent umgeformt werden.


Ausnahmen: Multiplikation mit einer negativen Zahl und Division durch eine negative Zahl.
In diesen Fällen wird das > –Zeichen durch ein < –Zeichen ersetzt und umgekehrt.

Beispiele
1. −2 < −1 / · (−1) ; 2>1
Hätte sich das Ungleichheitszeichen nicht umgekehrt, wäre aus der wahren Aussage (−2 < −1) nach der Multiplikation
mit -1 eine falsche Aussage (2 < 1) entstanden.

2. −x > 2 / · (−1) ; x < −2 ; L =] − ∞; −2[

3. 1 − 3x ≤ 7 / − 1
−3x ≤ 6 / : (−3)
x ≥ −2 ; L = [−2; ∞[
6.2 Bruchungleichungen 101

Aufgabe 47: Bestimmen Sie die Lösungsmenge! G = Q Lösungen S. 106 f

a) 7x + 1 < 2x + 5 b) 5x − 4 > 5(x − 2) c) 3x − 1 < −3x + 5 d) 2x ≥ 2(x + 1)

6.2 Bruchungleichungen

Zum Beispiel:
x−1
x+1
<0 ; x∈ Q \ {−1} = D
Eine algebraische Lösung ist hier zwar möglich, aber nur mit Hilfe einer Fallunterscheidung.
x−1
< 0 / · (x + 1)
x+1
1.Fall: x+1>0 : x−1<0 ; x<1. L1 =] − 1; 1[, da x > −1.
2.Fall: x+1<0 : x−1>0 ; x>1. L2 = {}

Also: L = L1 ∪ L2 =] − 1; 1[

Wir betrachten den Zähler und den Nenner der Bruchungleichung jeweils getrennt voneinander als lineare
Funktion:
Zähler: Z(x) = x − 1 ; Nenner: N (x) = x + 1
102 6 UNGLEICHUNGEN

Lineare Funktionen wechseln jeweils an den


y
Nullstellen ihr Vorzeichen.
Es ergibt sich die folgende Vorzeichenverteilung:
N
2
−1 +1
Z(x) = x − 1 − | − | +
N (x) = x + 1 − | + | + 1
Z

Z/N + | − | +
>0 <0 >0
x

Für die Lösung ist nur der Bereich interessant, -2 -1 1 2

in dem der Quotient aus Zähler und Nenner


x−1
Z/N negativ ist, da ja gelten soll: < 0. -1
x+1
Dies ist im Bereich zwischen −1 und 1 der Fall,
wobei die Grenzen jeweils nicht zur Lösungs-
-2
menge gehören.

Also: L =] − 1; 1[
(vgl. algebraische Lösung oben)
Weitere Beispiele:

(1)
x+1
3x
>
6
3x
; D= Q \ {0}
x+1 6 x−5
Umstellen: − >0 ; >0
3x 3x 3x
Z(x) = x − 5 , N (x) = 3x

Vorzeichenverteilung:
0 5
Z(x) = x − 5 − | − | +
L =] − ∞; 0[ ∪ ]5; ∞[
N (x) = 3x − | + | +
Z/N + | − | +

(2)
7
x−3
≥2 ⇔
7
x−3
−2≥0 ⇔
7 − 2(x − 3)
x−3
≥0 ⇔
−2x + 13
x−3
≥0 ; D= Q \ {3} .
Vorzeichenverteilung:
3 6,5
Z(x) = −2x + 13 + | + | −
L =]3; 6,5]
N (x) = x − 3 − | + | +
Z/N − | + | −

(3)
x+1
x−1
≥0 ; D= Q \ {1}
Vorzeichenverteilung:
−1 1
Z(x) = x + 1 − | + | +
L =] − ∞; −1] ∪ ]1; ∞[ , da 1 ∈
/D.
N (x) = x − 1 − | − | +
Z/N + | − | +
6.2 Bruchungleichungen 103

Aufgabe 48: Bestimmen Sie die Lösungsmenge mithilfe einer Vorzeichentabelle!


x+1 2x + 1 x 2x − 3 Lösungen S. 106 f

a) >1 b) <0 c) ≥0 d) <2


x−1 1−x 2x − 1 1 − 2x

Hausaufgabe 20:

1. Bestimmen Sie die Lösungsmenge folgender Ungleichungen über der Grundmenge R:


(a) 2x − 3 ≤ −2x − 1 2 1
(e) − <0
(b) −3x ≥ −3(2x + 1) x 1+x
x+2 2x − 7
(c) >0 (f) <0
x 2x + 1
2x − 7 1 5
(d) ≥1 (g) − ≥0
3x − 5 x + 1 2x + 6
104 6 UNGLEICHUNGEN

6.3 Quadratische Ungleichungen

Beispiele:

(1) x2 + x − 2 < 0
Nach oben geöffnete Parabel. Nullstellen N1 (−2|0) ; N2 (1|0)
Graph:
y

+ + −−− + + 1

x
-3 -2 -1 1 2 3

-1

-2

-3

L =] − 2; 1[

(2) − 12 x2 + x + 2 ≥ 0 √ √
Nach unten geöffnete Parabel. Nullstellen: N1 (1 − 5 |0) ; N2 (1 + 5 |0)
√ √
L = [1 − 5 ; 1 + 5 ]
6.3 Quadratische Ungleichungen 105

Aufgabe 49: Bestimmen Sie die Lösungsmenge (G = R)! Lösungen S. 106 f

2 2 2 2
a) −x + 2x + 2 ≤ −1 b) x + 1 < 0 c) x + 1 > 0 d) x + 6x + 9 ≤ 0
106 Lösungen

Lösungen
12 375
1. a) 10
b) 1000
c) keine Stufenzahl erreichbar
1 1 5
2. a) 9
b) 13 c) 1 11
6 1 7
3. a) 13
b) − 4 c) − 11 d) 17
18
4 6
4. a) −6 5 b) 1 c) 19 d) −2
5. a) 1 13 b) 12 5
c) −1 18 d) 1
1
6. a) 3
b) 2 c) 8 d) −9
7. a) 10a − 8b b) 3x − 8y c) 1 43 a + 2 21 b − 1 12 c d) 10,5a + 6 13 b
8. a) −4x + 5y b) 12ab − 20ac c) 2m − b − c + d d) 0
9. a) mx − my − nx + ny b) ad + ae + bd + be + cd + ce c) −ad − ae + bd + be + cd + ce
d) 1,44y 2 − 10,05y + 3
10. a) a(b + c) b) 7t (3s − 4u) c) 12b(c + 10a + 3d) d) (2 + y)(x − 3) e) (n − 1)(x − y)
f) (5a − b − 1)(m + n)
11. a) 4z 2 + 1 13 z + 1
9
b) 4 2
9
a + 2 32 a
b
+ 4
b2
c) x4 + 0,8x3 + 2,16x2 + 0,8x + 1
d) x2 + 4 + x42
12. a) 1 + 2x + x2 b) 25a4 − 10a3 + a2 c) y 3 − 6y 2 + 12y − 8 d) x2 − 4 + 4
x2
13. a) 4x2 − y 2 b) 1 97 − 9a2 c) a2 + 2ab + b2 − c2 d) b2 − a2
2 2 2
14. a) (c − d) b) 2(2x − 1) c) 4 · (2a + 3b) d) b(0,7c + 9d)(0,7c − 9d)
e) (a + b + c)(a + b − c)
2 2a−2c a−b 3x
15. a) b
b) x+3a
c) a+b
d) 3x−y
2 cx+ 4 dx+ 1 ac+ 1 ad
6x−3ax −6z 2 +5z+6 45 81 10 9
16. a) 21x
b) 9z 2 −4
c) 16 x2 + 8 ax+a2
√ 81 9
d) 2 2 − 2
2 2 2
−5xy−12y 2
17. a) 15x
yz
b) xx2 −y
+y 2
b
c) ay d) 3x3x2 +5xy−12y 2
21 45 5 6 33 8
18. a) 350
; 350 b) 135 ; 135 c) 242 ; 242 d) 12a82 b ; 12a
5a
2b
9x 4 1+x 6−6x 4a2 −4ab+b2 4a2 +4ab+b2 1 −1
19. a) 102x2
; 102x2
b) 4(1−x2 )
; 4(1−x2 )
c) 8a3 +4a2 b−2ab2 −b3
; 8a3 +4a2 b−2ab2 −b3
d) ;
Q \ {2} b) D = Q \ {0} c) D = Q \ {−3; 3} Q \ {−1; 0}
x−1 x−1
20. a) D = d) D =
21. a) D = Q \ {0; 1} ; b) D = Q \ {−1; 1} ;
x4 −x2 +1
x2 −x3
4p+3
1−p2
c) − 15y
2
+4x
20x2 y 2
2
d) 1
x−y
22. a) x + 2 b) x2 − 4x + 4 c) 3x + 1,5 d) x2 − 2
23. a) L = {20} b) L = {24} c) L = {−1} d) L = {1}
24. a) L = {−a} b) L = {ac + ab} c) L = {− ab } d) L = {1} für a 6= −1
25. a) L = {−1,5; 1,5} b) L = {−1,5; 1,5} c) L = {−2,5; 2,5} d) L = {−1} e) L = {}
f) L = {0; 1}
26. a) L = {−2,5; 0} b) L = {−2; −1 13 }
c) L = {−3; 2 23 } d) L = {−3; 13 } e) L = {}
√ √ √ √
27. a) L = {−1; 1} b) L = {−2; −1; 1; 2} c) L = {− 3 ; − 2 ; 2 ; 3 } d) L = {−3; 0; 3}
√ √
e) L = {−4; − 2 ; 2 ; 4} f) L = {1; 2}
28. a) L = {−12; 0} b) L = {−3; 2} c) L = {1; 2} d) L = {−7; 7} e) L = {−3; 2 23 } f) L = {2; 5}
29. a) L = {1; 2} b) L = {−3; 2} c) L = {4; 8} d) L = {−4; 1}
30. a) D = Q \ {−1} ; L = {3} b) D = Q \ {5; 7} ; L = {9} c) D = Q
\ { 12 ; 1,5} ; L = {10}
31. a) L = {0; 12} b) L = {} c) L = {−1} d) L = {} e) L = 0 +
Q
8c2 3 3 5 8
+21a5 b2
32. a) x b) a4 b2 c) 4 16
d)
81
e) ax2 f) 0 g) 4,
a 4 b6
h) 44a b −77ba8−12a
b5
√ √
33. a) 14 b) √1 c) √
4
1
d) 56 7 e) 4 2 f) √ 1
5q g) 12
a3 x 125a9 b15
2 5 3
√ √
34. a) 4 b) ab c) 5x y d) 8 3 e) 13 2 f) √1
x
√ √
4 6

6 2
35. a) 2 b) 3 c)
√ √ 5 √ √ √ √ √
36. a) 5−2 3 b) −2 2 − 2 3 c) 15 + 4 d) 5+ 3−2 2
37. a) L = {4} b) L = {−2; 0; 2} c) L = {− 12 ; 12 } d) L = {−2} e) L = {5}
Lösungen 107

38. y

x
-3 -2 -1 1 2 3

-1

-2

-3

39. a) y = 2x b) y = − 13 x c) Nicht senkrecht, da − 13 · 2 6= −1


40.

a) N (1|0) b) N (−1 31 |0) c) N (−3|0)


41. a) y = 1,5x b) y = 3 c) y = 1,5x + 3 d) y = 3
42. a) f −1 : x 7→ y = 2x + 1 b) g −1 : x 7→ y = 53 x + 5 c) keine Umkehrfunktion!
43. a) L = {(1|4)} b) L = {(5|3)} c) L = {}
44. a) L = {(18|12|6)} b) L = {(11| − 5| − 2)}
5
y
4

1
x
−4 −3 −2 −1 1 2 3 4

−2
√ √
45. a) N (0|0) b) N (2|0) c) N1 (−1 − 2|0) ; N2 (−1 + 2|0)
46. a) S(1|0); N (1|0) b) S(−1| − 1); N1 (−2|0); N2 (0|0) c) S(2| − 1); N1 (1|0); N2 (3|0) d) S(1|1) keine Nst.
47. a) L =] − ∞; 54 [ b) L = Q c) L =] − ∞; 1[ d) L = {}
48. a) L =]1; ∞[ b) L =] − ∞; − 12 [ ∪ ]1; ∞[ c) L =] − ∞; 0] ∪ ] 12 ; ∞[ d) L =] − ∞; 12 [ ∪ ] 65 ; ∞[
49. a) L =] − ∞; −1] ∪ [3; ∞[ b) L = {} c) L = R d) L = {−3}
108 Stichwortverzeichnis

Äquivalente Gleichung, 39 Gleichsetzungsverfahren, 84 quadratische Ergänzung, 49, 50


Äquivalenzumformung, 39 Gleichung quadratische Gleichung, 39, 43, 53
äquivalente, 39 Lösungsformel, 45
Abszissenachse, 70 Betrags-, 59
Quotientengleichheit, 73
Addition, 6 biquadratische, 47
Additionsverfahren, 85 Bruch-, 55 Radizieren
Assoziativgesetz, 16 lineare, 40, 44 teilweises, 65
quadratische, 53 Rationalmachen des Nenners, 67
Basis, 60
Gleichungssystem
Betrag einer Zahl, 13 Resubstitution, 47
lineares, 83
Betragsgleichung, 59
Grundmenge, 33, 39 Scheitel, 89
Binomische Formel, 21–23, 44
Biquadratische Gleichung, 47 Scheitelform, 94
Hauptnenner, 30
Body Mass Index, 14 Hyperbel, 98 Senkrechte Geraden, 74
Bruch Steigung, 73, 75
Addition, 11 implizite Darstellung, 77
Steigungsdreieck, 75
Division, 10 indirekte Proportionalität, 98
Stufenzahl, 7
erweitern, 7 Intervallschachtelung, 13
Substitution, 47
gleichnamig, 30 Intervallschreibweise, 100
Subtrahend, 6
kürzen, 7
kgV, 30 Subtraktion, 6
Multiplikation, 9
Koeffizient, 14 Summand, 6
Subtraktion, 11
Kommutativgesetz, 16
Bruchgleichung, 55 Summe, 6
Koordinatensystem, 70
Bruchungleichung, 101
kartesisches, 70 Teilmenge, 5
Definitionsmenge, 33 teilweise Radizieren, 65
Lösungsformel für quadratische Gl., 45
Dezimalzahl, 7 Term, 14
Lösungsmenge, 39
dichte Menge, 6, 100
LGS, 84 gleichartiger, 14
direkte Proportionalität, 73
Lineare Gleichung, 40, 44
Diskriminante, 45 Umkehrfunktion, 81
Lineares Gleichungssystem, 83
Distributivgesetz, 17 Ungleichung
Linearfaktor, 52
Dividend, 6
quadratische, 104
Division, 6 Menge
Ursprungsgerade, 72
Divisor, 6 Definitions-, 33
dicht, 6, 100
Einsetzverfahren, 84 Vieta, Satz von, 52
Minuend, 6
Element, 5 Vorzeichentabelle, 103
Multiplikation, 6
explizite Darstellung, 77 Vorzeichenverteilung, 102
von Brüchen, 9
Exponent, 60
von Summen, 19
negativer, 61 Wurzel
Nenner, 7 Rechengesetze, 63
Faktor, 6, 34 Wurzel in Potenzschreibweise, 63
Rationalmachen, 67
Faktorisieren, 20
Normalform, 52
Formvariable, 42 y-Achsenabschnitt, 72
Normalparabel, 89
Funktion, 71
Nullstelle, 78, 89
konstante, 72 Zähler, 7
doppelte, 89
lineare, 72 Zahl
Nullstelle der, 78 Ordinatenachse, 70 Betrag, 13
Potenz-, 97 ganze, 5
Polynomdivision, 37
irrationale, 12
Gegenzahl, 6 Potenzfunktion, 97, 98
Potenzgesetz, 60, 61 natürliche, 5
Gerade
parallele, 77 Primfaktor, 30 rationale, 7
Schnittpunkt, 84 Primzahl, 30 reelle, 5
senkrechte, 74 Produkt, 6, 34 Zahlenstrahl, 6, 13, 100