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Hans aus: OHA 22. Jahrgang Nr. 255 02.

2003,
02.2003
Schütz Herausgeber: Presse-Verlag Oberland

Spanien - 2000 Mobilfunksendeanlagen


stillgelegt! ... und keiner berichtet darüber
Es ist zunächst kaum zu glauben. Da werden in einem europäischen
Land binnen kurzer Zeit über 2.000 Mobilfunksendeanlagen wegen der
Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung stillgelegt, für
weitere 5.000 solcher Anlagen gibt es dort sogenannte
Stilllegungsverfügungen, die demnächst rechtskräftig werden sollen,
und insgesamt werden derzeit ca. 10.000 Prozesse im Zusammenhang
mit der Mobilfunkstrahlung geführt.

Und wieso wissen wir hier in Deutschland nichts davon? Warum


berichten unsere Medien nicht über diese Entwicklung bei unseren EU-
Mitbürgern? Wo doch sonst über weiß der Kuckuck was informiert
wird, mehr oder weniger Wichtiges darunter, mitunter sogar
tatsächlich Berichtenswertes! Wo bleibt die Informationspflicht von
Fernsehen, Rundfunk und Presse? Wie weit her ist es eigentlich mit
dem beruflichen Selbstverständnis der zuständigen Redakteure? Wo
bleibt die vielzitierte Kontrollfunktion der Medien, die ja oft noch gar
neben Legislative (gesetzgebende Gewalt), Exekutive (ausführende
Gewalt) und Judikative (richterliche Gewalt) als die unerlässliche
"Vierte Gewalt" im demokratischen Staat gerühmt wird?

Weit her kann es mit dieser unabhängigen Kontrollinstanz nicht mehr


sein - Bürgerinitiativen und deren Dachverbände, nicht nur aus dem
Mobilfunkbereich, können davon so manche Strophe eines immer
traurigeren Liedes singen. Aber am Umgang mit dem Beispiel Spanien
und der Mobilfunk kann man besonders deutlich erkennen, dass die
Medien mehr und mehr am Tropf der immer mächtigeren
Industrielobby hängen. Und wer zahlt, der schafft bekanntlich an.
Sicher, eine Zensur findet in diesem unserem Lande nicht statt, aber das
ist auch gar nicht mehr nötig. Die Schere im Kopf funktioniert
schließlich wie frisch geschliffen im vorauseilenden Gehorsam
gegenüber dem Anzeigenkunden von Morgen. Wer in den letzten
Monaten Anzeigenrückgänge von bis zu 75 Prozent zu verkraften hatte,
und bei manchen Printmedien soll es sogar noch deutlich mehr gewesen
sein, der kann die wenigen noch zahlungswilligen Großkunden
keinesfalls mit unliebsamen Meldungen verschrecken. Da spielt der
einstmals möglicherweise auch zu Recht erworbene Ruf als "kritisches
Nachrichtenmagazin" oder als "unabhängiges Blatt" auf einmal so gut
wie keine Rolle mehr. Da darf investigativer Journalismus zwar noch
als Schlüssellochschnüffelei bei allen Arten von Prominenten betrieben
werden, aber keinesfalls in der Recherche von unliebsamen Fakten
gegen das längst politikbeherrschende Großkapital. Da finden
sogenannte Talkshows mit den immergleichen Gästen zu den
immergleichen längst abgelutschten Themen statt, und draußen im
Lande bahnt sich eine gesundheitliche Katastrophe an, die jeder, der
sich mit den Tatsachen auseinandersetzen will, längst überdeutlich
kommen sieht.

Die gesundheitlich katastrophalen Auswirkungen der derzeit


verwendeten Mobilfunkstrahlung auf Menschen, Tiere und Pflanzen,
die damit verbundene massive Bedrohung unserer Lebensgrundlagen,
all das findet in den überregionalen Medien schlichtweg nicht statt.
Berichtet wird lediglich von den lokalen Bürgerprotesten in den
jeweiligen Lokalblättern. Was überregional zum Tragen kommt kann
größtenteils unter den Rubriken Verharmlosung und Desinformation
verbucht werden. Und so gehen wir weiter einer strahlenden Zukunft
entgegen!