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Rolf Kirsch

Winterdienst

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Kennen Sie Elfriede? Ich meine Elfriede Leh-
mann? Nicht?

Also, das muss ich Ihnen erzählen. Die Sache mit


dem Winterdienst. Ist schnell erzählt, die Ge-
schichte. Aber die Sache versteht man nur, wenn
man Elfriede kennt.

Elfriede ist Ende der neunziger Jahre in das Haus


eingezogen, in ein Haus mit vierzehn Wohnun-
gen. Mit ihrem Mann Heinrich, Heinrich Leh-
mann. In eine Eigentumswohnung. Dachwoh-
nung. In ihrem Alter noch. Die beiden waren ja
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damals schon über sechzig. Und dann noch eine
Dachwohnung, immer drei Treppen hoch. In dem
Alter. Aber ihr Mann, Heinrich Lehmann, hat im-
mer gesagt, Treppensteigen hält rüstig. Und rüstig
war er, der Heinrich. Elfriede aber auch. Sie hät-
ten mal sehen müssen, wie die mit ihren schnellen
Schritten die Treppe rauf und wieder runter ist,
mehrmals täglich, in dem Alter.

Aber dann ist der Heinrich gestorben, vor fünf


Jahren. Das viele Treppensteigen hat also nicht
geholfen. Heinrich war zwar rüstig, aber gestor-
ben ist er trotzdem, Herzinfarkt. Am Tag vorher
hat er noch in der Tiefgarage seinen Autostell-
platz gefegt und mit Nachbarn gesprochen. Und
dann Herzinfarkt. Kann heute schnell gehen, so
'was. Wie schnell heute so etwas gehen kann,
glaubt man manchmal nicht.

Und seitdem lebt die Elfriede allein in der Dach-


wohnung und springt immer noch die drei Trep-
pen rauf und runter, als wäre nichts gewesen.

Ja, ich wollte jetzt auf den Winterdienst kommen.


Vorher muss ich aber noch erzählen, dass die El-
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friede immer mal wieder Probleme mit ihrem Na-
men hat. Ja, mit dem Vornamen auch, aber haupt-
sächlich mit ihrem Familiennamen, mit dem Fa-
miliennamen Lehmann.

Heinrich, ihr Mann, nannte sie meistens Frieda, in


guter Laune auch schon mal Friedchen. Wenn er
sie von weitem rufen musste, dann hieß es Ellll-
friiiiede. Genau so hatte es ihr Vater getan, als
Elfriede noch ein Kind war. Nur hieß es statt
Frieda damals Friedel, und statt Friedchen hieß es
Frettchen, aber auch damals wurde sie von wei-
tem Ellllfriiiede gerufen.

Elfriede hat also mehrere Namen gehabt. Und da-


rüber hat sie sich immer wieder geärgert. Und
manchmal hat sie böse geantwortet: "Ich heiße
Elfriede, auch wenn es dir nicht passt." Genützt
hat es nichts.

Noch schlimmer ist es aber mit ihrem Familien-


namen, den sie von Heinrich, ihrem Mann, ver-
passt bekommen hat: Lehmann. Dabei muss man
wissen, dass Elfriede eine geborene Wirths zur
Osten ist. Ob das nun Adel ist oder nicht, das
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weiß man nicht. Auf jeden Fall ist sie auf ihren
Mädchennamen mächtig stolz.
Und zur damaligen Zeit, in den fünfziger Jahren,
da war es üblich, dass die Frau den Familienna-
men des Mannes annahm. Punktum. Und wenn
Elfriede den Heinrich haben wollte, und das woll-
te sie, schon deshalb, weil ihr Vater, Herrmann
Wirths zur Osten, dagegen war, also wenn El-
friede den Heinrich nun mal haben wollte, dann
musste aus Elfriede Wirths zur Osten eine Elfrie-
de Lehmann werden. Das ist ihr schwer ange-
kommen, aber sie hat Ja gesagt vor dem Standes-
beamten und in der evangelischen Kirche auch.

Heute ist das ja ganz neu geregelt. Da hätte El-


friede Lehmann-Wirths zur Osten oder Wirths zur
Osten-Lehmann heißen können. Und Heinrich
auch. Oder beide Lehmann oder beide Wirths zur
Osten. Heute ist doch mehr oder weniger alles
egal. Damals aber gab es noch eine Ordnung.

Ach ja, der Winterdienst. Übrigens, so nebenbei,


die Sache mit dem Namen, da ist etwas passiert,
das heute noch im ganzen Haus erzählt wird.
Heinrich ist schon tot und Elfriede Lehmann
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wohnt allein in der Dachwohnung. Als sie eines
Abends in ihren Keller will - jede Wohnung hat
einen kleinen Kellerraum direkt neben der Tief-
garage -, trifft sie auf der Treppe Herrn Altmann,
der die ganze Zeit Fernsehen geguckt hat, näm-
lich die Sendung "Verleihung des Ordens wider
den tierischen Ernst". Und der Altmann hatte sich
bei dieser lockeren Veranstaltung, in welcher vie-
le hohe Politiker sich öffentlich Alkohol verabrei-
chen, selbst auch ein paar Bierchen gegönnt, und
ist dabei selbst sehr locker geworden und nicht
mehr ganz so ernst wie sonst. Und weil gerade
dem Kardinal Lehmann, diesem katholischen Bi-
schof aus Mainz, der Orden wider den tierischen
Ernst verliehen wurde, da sagt der Altmann, als er
Elfriede auf der Treppe trifft, in seiner lockeren
Stimmung: "Hallo, Frau Lehmann, wasch ich Sie
schon immer mal fra'n wollte, schtammen Sie
eigentlich von diesem Kardinal Lehmann ab, der
mit dem Or'n?"

Die Elfriede stutzt, staunt, braucht viele Sekun-


den, um sich alles zusammen zu reimen, erinnert
sich, dass sie schon immer keine angeheiterten
Männer vertragen konnte, auch Heinrich nicht,
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wenn ein paar Bierchen mehr als üblich dafür
sorgten, dass die Wörter und Sätze etwas langsa-
mer und breiter daher kamen.

Und dann, nach diesen Schrecksekunden, da geht


es dem Altmann von Wort zu Wort schlechter.

"Erstens, Herr Altmann, mein richtiger Name ist


Wirths zur Osten und nicht Lehmann. Und Ihr
Kardinal wäre froh, wenn er so heißen dürfte.
Und zweitens, Herr Altmann, der Kardinal ist ka-
tholisch und ich bin evangelisch. Und drittens,
Herr Altmann, der Kardinal ist ein paar Jahre jün-
ger als ich. Und viertens, Herr Altmann, der
Kardinal ist ein Kardinal, katholisch allemal, von
dem stammt niemand mehr ab."

Das letzte Argument überzeugt den benebelten


Altmann, der nach ein paar Worten, die Elfriede
nicht mehr versteht, sich schnell wieder in seine
Wohnung verdrückt und keinen richtigen Spaß
mehr an der Karnevalssendung hat und sich vor-
erst für einen Gegner solch albernen Treibens er-
klärt.

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Ob ich dabei war? Nein, aber diese Geschichte
wird im ganzen Haus erzählt. Der Altmann er-
zählt sie und Elfriede Lehmann erzählt sie, jeder
auf seine Weise, und wir anderen machen uns un-
seren Reim.

Ich komme nun auf den Winterdienst zu spre-


chen. Vorher jedoch muss ich noch erzählen, dass
die Wohnung im Erdgeschoss frei wurde und von
einer Familie gekauft worden ist, ein nettes jun-
ges Ehepaar mit Zwillingen, zwei Mädchen im
Alter von elf Jahren, Carin und Cordula. Und was
soll ich sagen, wie heißt die Familie? Genau!
LEHMANN.

Das ist zuviel für Elfriede. Sie hat also schon aus-
halten müssen, dass sie keine Wirths zur Osten
mehr ist, sondern eine Lehmann. Aber bisher war
sie die einzige Lehmann. Und nun kommen da
ein paar Leute, ziehen einfach in das Haus, und
gleich zu viert.

Diese Lehmanns haben bei Elfriede einen schwe-


ren Stand. Kein Gespräch, nichts, immer kurzer
Gruß, und so weiter, man kennt das ja. Elfriede
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schneidet die Lehmanns, so gut es ihr möglich ist.
Obwohl die Lehmanns nichts dafür können. Ei-
gentlich sind es nette Leute. Gut, die Zwillinge
schnattern im Treppenhaus etwas laut. Das ganze
Haus bekommt mit, welche Lehrer blöd sind und
welche Lehrer gerade noch so gehen, und andere
Sachen.

Ich rede die ganze Zeit vom Winterdienst. In der


Eigentümerversammlung, wo der Winterdienst
beschlossen wurde, regt sich Elfriede zum Tages-
ordnungspunkt "Standort der gelben Säcke" darü-
ber auf, dass Eltern im Haus, die Kinder haben,
mehr darauf achten sollten, dass die Kinder im
Treppenhaus, was Störungen anbetrifft, angehal-
ten - auf dieses Wort ist Elfriede stolz, angehalten
- also angehalten werden sollten, mehr Rücksicht
auf ältere Mitbewohner zu nehmen, die auch ein
Recht haben, und nicht nur Kinder, wobei, das
hält Elfriede deutlich fest, sie nichts gegen Kinder
habe, beileibe nicht, niemals, sie sei auch einmal
jung gewesen.

Der arme Lehmann-Vater weiß gleich, dass er


gemeint ist, denn er ist der einzige Vater im Haus
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und seine Zwillinge sind die einzigen Kinder.
Und so schauen denn auch alle zum Lehmann hin
und Elfriede ist zufrieden.

Und als es jetzt in der Eigentümerversammlung


um den Winterdienst geht und der Verwalter da-
ran erinnert, dass für den kommenden Winter
wieder ein Winterdienst eingerichtet werden müs-
se, um Hauseingänge und Garagenzufahrten von
Schnee und Eis zu befreien gemäß Ortssatzung,
das heißt bis 7.00 Uhr morgens an Werktagen und
bis 8.00 Uhr an Sonn- und Feiertagen und nach
heftigem Schneefall oder gefährlicher Vereisung
auch tagsüber, und dieser Verwalter gleich vor-
schlägt, die Regelung des letzten Winters, die
sich bewährt habe, zu übernehmen, da gibt es so-
gleich eilige Meldungen für die Wochen im No-
vember und April.

Der Verwalter, Herr Rauhans, mahnt eine gerech-


te Lösung an und schlägt vor, diejenigen, die im
Vorjahr im November, März und April bedacht
wurden, nunmehr mehr im Dezember, Januar und
Februar zu belasten, die anderen dafür mehr im
November, März und April.
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Und der Verwalter, Herr Rauhans, nunmehr ganz
auf Gerechtigkeit und Menschenwürde bedacht,
wohl wissend, dass er selber von den Vor- und
Nachteilen seiner Vorschläge nicht erreicht wer-
den würde, gibt nun zu bedenken, dass im Hause
auch ältere Bewohner zu berücksichtigen seien,
denen ein anstrengender Winterdienst, der auch
die Beseitigung ungeheuer nasser und schwerer
Schneemassen einschließen könne, nicht mehr
zuzumuten sei.

Während die Versammlung diese Vorschläge


mehr oder weniger gutheißt, konkrete Ausfüh-
rungsbestimmungen aber noch nicht entwickelt
hat, denkt Vater Lehmann über die Bestimmung
der Ortssatzung nach, die von ihm verlangt, im
Falle eines Schneefalls oder einer Vereisung der
Geh- und Fahrwege rund um die Uhr dafür Sorge
zu tragen, dass diese der Natur ausgesetzten Be-
reiche auszusehen haben wie ein Wohnzimmer-
boden. Die auf ihn zukommenden Pflichten ver-
sucht er gedanklich mit den Pflichten aus seinem
Arbeitsverhältnis in Einklang zu bringen, schei-
tert jedoch und hofft, wie in den Vorjahren würde
während seiner Einsatztage weder Eisregen noch
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Schneefall ihn in einen nicht lösbaren Konflikt
bringen, der Erderwärmung sei Dank.

So widmet er sich wieder der Diskussion um die


Entlastung älterer Mitbewohner, womit, ohne
dass ihr Name genannt wird, ausschließlich El-
friede Lehmann gemeint sein kann. Und Elfriede,
die wohl weiß, dass es um ihren Winterdienst
geht, schweigt beharrlich, als ginge es um die
Fahrräder der Zwillinge Carin und Cordula, die
gelegentlich an den Mülltonnen lehnen, so dass
man nur mit Mühe seinen Abfall entsorgen kann.

Vater Lehmann, nun wieder auf dem Stand der


Diskussion, sieht plötzlich eine riesige Gelegen-
heit, die alte Frau Lehmann, die ihn ignoriert, wo
sie nur kann, mit einem Sprengsatz an Hilfs-
bereitschaft und Gutherzigkeit zu beeindrucken
und sie somit aus ihrer abweisenden Kälte zu be-
freien und aus ihr eine warme Omi für Lehmanns
Zwillinge zu machen.

Und so ruft er, ohne sich zu melden, in die Run-


de: "Herr Rauhans, machen Sie nur einen Plan
ähnlich wie im vorigen Jahr, und immer, wenn
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irgendwo Lehmann im Plan steht, bin ich ge-
meint."

Die Runde ist für einen Moment ganz still. Die


meisten sehen erleichtert ein Problem gelöst und
freuen sich über die ersparte Zeit, die eine längere
Diskussion noch gekostet hätte. Elfriede ist scho-
ckiert, findet aber keine Worte, muss sich dem
Drängen der Versammlung, die dem nächsten Ta-
gesordnungspunkt zustrebt, beugen, quält sich in
Richtung Herrn Lehmann ein künstliches Lächeln
ab und schweigt fortan.

Einige Wochen später hängt der Plan für den


Winterdienst im Flur. Der Name Lehmann er-
scheint dort doppelt so oft wie jeder andere Na-
me. Der Verwalter hat sich im Gegensatz zu den
Plänen des Vorjahres die Vornamenskürzel E. für
Elfriede und P. für Peter erspart, wissend, Herr
Lehmann, an Jahren jung und kräftig, werde mit
der selbst angebotenen Dienstleistung schon fer-
tig. Und vielleicht, denkt der Verwalter, hat der
Lehmann ja auch Glück, und es sind 20 Grad Cel-
sius und die Osterglocken blühen im Februar.

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Elfriede ändert ihr Verhalten nicht, allerdings be-
schwert sie sich auch nicht mehr, sondern erträgt
das Mädchengeplapper im Treppenhaus und die
Fahrräder an den Mülltonnen.

Der Herbst geht vorbei und die Winterwochen


kommen. Der Winterdienstplan hängt im Flur
und regelt die Beseitigung von Schnee und Eis.
Beides aber bleibt bis zur letzten Januarwoche
aus. Alle Bewohner, die zwar eingeteilt, aber
nichts zu beseitigen hatten, hoffen jeweils nach
Beendigung ihrer Dienstbereitschaft auf Unmen-
gen von Schnee und widerstandsfähige Eisde-
cken, besonders an Samstagen und Sonntagen.

Und wirklich, in der letzten Januarwoche nieselt


gegen elf Uhr am Vormittag auf durchgefrorenen,
aber eisfreien Erdboden, ein leichter Regen. Die-
ser gefriert sofort und macht den Weg zur Haus-
tür und die paar Treppenstufen von der Straße
zum oberen Podest zu einer gefährlichen Eisbahn.

Und auf dem Winterdienstplan steht LEHMANN.


Und Lehmann ist auf seiner Arbeit und bekommt
von allem nichts mit.
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Auch viele Bewohner des Hauses bleiben unin-
formiert in ihren Wohnungen. Andere sind auf ih-
ren Arbeitsstellen und haben andere Dinge im
Kopf. Herr Wächter, der Rentner, will um halb
zwölf für seine Frau ein paar Einkäufe machen,
öffnet die Haustür, schlittert unmittelbar mit sei-
nem rechten Bein, kann sich festhalten, verzichtet
auf weitere Außentouren und macht auf Rat sei-
ner Frau einen Zettel an die Haustür mit dem
Text: "Vorsicht Glatt !"

Und auf dem Winterdienstplan steht LEHMANN.


Und Lehmann ist auf seiner Arbeit und bekommt
von allem nichts mit.

Elfriede Lehmann, auf dem Wege in ihren Keller,


kommt an der Haustür vorbei und liest Wächters
Zettel "Vorsicht Glatt !", öffnet die Hautür, ob-
wohl die Kellertüren in entgegengesetzter Rich-
tung liegen, prüft die Eisglätte auf der ersten Stu-
fe, ist empört darüber, dass der Lehmann sich den
Winterdienst doch sehr einfach macht, indem er
einen Zettel aufhängt, anstatt das Eis zu beseiti-
gen.

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Sie überlegt, wie man ein solch fahrlässiges, grob
fahrlässiges, ungehöriges, beispielloses, unver-
schämtes, empörendes Verhalten belangen, be-
strafen, melden, ahnden kann und ist sich sicher,
dass sie sich über die Glätte draußen insgesamt
noch einmal vergewissern muss. Sie geht also
abermals nach draußen, macht wenige Schritte
und fällt, - - -fällt mit ihren 69 Jahren unglück-
lich auf die Randsteine. Schreck und Schmerz
vereinigen sich mit dem gerechten Gefühl, nun-
mehr dem Lehmann auch noch Körperverlet-
zung, Unfallflucht, Verantwortungslosigkeit und
einiges mehr aus dem Strafregister, welches nur
Rechtsanwälte richtig zu durchstöbern wissen,
anzuhängen.

Weitere Überlegungen muss Elfriede jedoch zu-


rückstellen. Die herbeigebrüllten Bewohner des
Hauses tänzeln über die Eisdecke zu ihr, versu-
chen sie aufzurichten, was nicht geht, rufen
schließlich einen Krankenwagen.

Kurz und gut, die Geschichte ist schnell erzählt.


Oberschenkelhalsbruch, Besuche von Lehmann
im Krankenhaus werden abgewiesen. Während
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der Rekonvaleszenz wird Elfriede von einer Lun-
genentzündung heimgesucht. An dieser stirbt sie,
ohne vorher einen Rechtsanwalt beauftragen zu
können.

Ein Richter stellt später - von wem auch immer


beauftragt - ein erhebliches Mitverschulden der
Verstorbenen fest, für den Rest haftet Lehmanns
Versicherung, der wegen der Plötzlichkeit und
Unvorhersehbarkeit des Eisregens milde beurteilt
wird.

Lehmann, der immer noch meint, dass Schnee


und Eis Natur sei wie Blitz und Donner, Sturm,
Erdbeben und Vulkanausbrüche, dass man sich in
der Natur eben so zu verhalten habe, als sei man
wie alle lebendigen Wesen auch Natur, der immer
noch meint, dass Ortssatzungen nicht geeignet
seien, die Natur in ihre Schranken zu verweisen,
dieser Lehmann nimmt in Zukunft seinen Jahres-
urlaub, wenn auf dem Winterdienstplan LEH-
MANN steht.

Und aus dem Himmel schaut Elfriede zufrieden


herunter und schickt planmäßig, Lehmanns
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Dienstplan eingehend berücksichtigend, Massen
nassen und schweren Schnees oder auch heim-
tückische Vereisungen.

Jedenfalls ist Lehmann davon überzeugt, dass es


genau so sein muss, obwohl er weder evangelisch
noch katholisch ist, sondern Sozialdemokrat.

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