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Umrechnungsverhältnisse einiger gebräuchlicher antiker Längenmaße und Aussagen über deren Verbreitung

Abstract

On the basis of antique texts and plain mathematical relationships with each other, it is shown that all inves- tigated antique linear measures stood in a network of interdependence and relationship with each other. From the number of simple conversions, it is possible to draw conclusions as to their distribution and use. No antique foot measure, with perhaps the single exception of the foot of the Latini, had anything to do with real foot sizes. Rather, the foot was the basic unit on which most linear measures were based.

Einleitung

Die Wissenschaft der Metrologie beschäftigt sich mit den Maßen und Maßeinheiten, wie Längen-, Flächen-, Hohl-, Gewichts- und Zeitmaßen. Auch die Verhältnisse untereinander sind Forschungsthema wie auch Größe und Herkunft der Maße. Von Bedeutung waren Maße schon seit Anbeginn des menschlichen Zusammenle- bens, wenn es darum ging, Informationen unter Artgenossen so auszudrücken, dass die Angesprochenen dadurch eine klare Vorstellung von der beschriebenen Sache (z. B. der Größe eines erlegten Beutetiers) er- hielten. Durch die Sesshaftwerdung des Menschen, die mit Ackerbau und Viehzucht einherging und damit mit Handel untereinander, war es notwendig geworden, definierte Maße für Lebensmittel und andere Tauschmittel zu schaffen. Es wurden erste Standards im Maßsystem benötigt. Zu den Ältesten uns bekannten Maßstandards gehört der Beqa-Standard aus der Naqada-Zeit. Schon im 4. Jahrtausend v. Chr. bildeten die aus der immer mehr ausgetrockneten Sahara ins Niltal eingewanderten Ur-Ägypter dort Siedlungen, wie Naqada, und trieben mit anderen Siedlungen Handel. Zu den ersten wichtigsten Standards gehörte eine Stan- dardisierung von Gewichten. Bei dem ersten bereits im 4. Jt. v. Chr. nachweisbaren Gewichtsstandard han- delt es sich um den Beqa-Standard, den bereits W.M.F. Petrie zu Beginn des letzten Jahrhunderts beschrieb. Zum Einsatz kamen genormte Gewichtssteine, von denen einige auch mit Hieroglyphen markiert waren, die das Gewicht des Steins bezeichneten. Auch Längen und Entfernungen unterlagen nicht der Willkür, auch wenn die Notwendigkeit diese zu standardisieren nicht ganz so groß war, wie beim Gewicht. Schließlich war das primäre Ziel der Gewichtsstandardisierung das Wiegen von Lebensmitteln, um hier eine gerechte Mög- lichkeit des Tauschens zu schaffen. Das Fälschen von Gewichten war daher in allen Kulturen schon seit Anbe- ginn eines der schlimmsten Vergehen, derer man sich schuldig machen konnte. Entsprechend drastisch wa- ren die Strafen, wenn ein Betrüger entlarvt wurde. So wurden in der Antike Betrügern beide Hände abge- hackt, wie Diodor berichtet. 1 Im Mittelalter endete dies für die Betroffene meist mit dem Tode, da ihnen in islamischen Ländern bei lebendigem Leibe die Haut vom Körper abgezogen wurde. Diese grausame Vorge- hensweise sollte andere Menschen davon abhalten sich solcher Vergehen schuldig zu machen. Aber egal wie brutal und grausam die Strafen auch waren, einen hundertprozentigen Schutz vor Fälschern hat es nie gege- ben und wird es wohl auch nie geben.

Trotz der unzweifelhaft großen Bedeutung der Metrologie seit Anbeginn des menschlichen Zusammenlebens ist das Bewusstsein für die grundlegende Bedeutung dieser Wissenschaft bis heute nur sehr gering entwi- ckelt.

Zum aktuellen Forschungsstand der Metrologie schreibt Prof. Dr. Klaus Geus, der an der FU Berlin den Schwerpunkt „historische Geografie des antiken Mittelmeerraumes“ vertritt:

„Die metrologische Forschung zur Antike ist nach kraftvollen Anfängen seit Langem zum Erliegen gekommen. Eine Zusammenfassung größeren Umfangs gibt es seit Jahrzehnten nicht mehr. Alle wichtigen, auch heute noch zu benutzenden Werke stammen aus dem 19. Jahrhundert: August Böckh, Metrologische Untersuchun- gen über Gewichte, Münzfuße und Maße des Alterthums (1838; Ndr. 1978), Johannes Brandis, Das Münz-,

1 Den Falschmünzern, und solchen die unrichtige Maße und Gewichte verfestigten, oder Siegel verfälschten, auch Schreiber, welche in die öffentlichen Bücher etwas Falsches eintrugen, oder von dem Eingetragenen etwas löschen, so wie denen welche Urkunden unterschoben, mußte man beide Hände abhauen.“ in Diodor, 1.78.3.

Maß- und Gewichtswesen in Vorderasien bis auf Alexander d. Gr. (1866; Ndr. 1966), Friedrich Hultsch, Grie- chische und römische Metrologie (21882; Ndr. 1971) sowie Heinrich Nissen, „Abriß“, in der 2. Auflage des Handbuchs der Klassischen Altertumswissenschaft (1892). Fast alle genannten Werke sind im 20. Jahrhundert nachgedruckt worden. Dies muss zum einen als Indikator für das bestehende Interesse an antiker Metrologie, zum anderen als Indiz für das Fehlen einer modernen Studie zu diesem Bereich gewertet werden.

Die Gründe, die eine überfällige Synthese metrologischer Untersuchungen bisher verhindert haben, sind viel- fältig: Neben der nicht geklärten Zuständigkeit die antike Metrologie ist im Spannungsfeld von Alter Ge- schichte, Klassischer Philologie, Klassischer Archäologie, Wirtschaftsgeschichte, Wissenschaftsgeschichte und moderner Naturwissenschaft angesiedelt ist vor allem die strittig gewordene Rolle der vergleichenden Metrologie für die Herkunft und die Größe der Maßeinheiten, die unterschiedliche Bewertung der Maßtexte und nicht zuletzt die mangelhafte Aufbereitung des literarischen und archäologischen Materials zu nennen.“

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Das 20. Jahrhundert hat zur Metrologie aus den zuvor geschilderten Gründen nur wenig Neues erfahren. Mit dem vorliegenden Artikel wird versucht mehr Klarheit in die Abhängigkeiten antiker Längenmaße von ande- ren Längenmaßen zu bringen. Ein Vergleich der Längenmaße untereinander bezogen auf ihr Umrechnungs- verhältnis erlaubt dann Rückschlüsse auf deren Verbreitung in der Antike. So wird sich etwa zeigen, dass der berühmte „Olympische Fuß“, welcher dem Station von Olympia zugrunde liegt, zwar namentlich berühmt ist, aber aufgrund von komplizierten Umrechnungsverhältnissen zu den meisten anderen antiken Längenmaßen wohl eine nur lokale Bedeutung gehabt haben kann.

Der Fuß als Basismaßeinheit in der Antike

Bei meinen Recherchen zu antiken Längenmaßen kam ich zu der Auffassung, dass die antiken Fußmaße, bis vielleicht auf eine einzige Ausnahme, dem latinischen Fuß, nichts mit realen Fußgrößen beim Menschen zu tun haben. Der Fuß ist vielmehr die Grundeinheit, auf der die meisten Längenmaße „fußen“, also aufbauen. Vom menschlichen Körper als natürliches Maßsystem übernommen ist die Breite eines Fingers (sum./babyl. šu-si/ubānu, äg. djeba, gr. daktylos, lat. digitus), die Handbreit zu 4 Fingern und die gewöhnliche Elle zu 6 Handbreit. Diese Maße entsprechen den menschlichen Körpermaßen, während der Fuß als 4 Handbreit de- finiert wurde. Die alten Ägypter kannten im Gegensatz zu anderen antiken Kulturen kein Fußmaß. Sie benutz- ten stattdessen das Maß des Unterarms (äg. djeser). Der Finger wurde bei den Ägyptern noch bis auf Sechs- zehntel unterteilt, was ungefähr unserem Millimeter entspricht, aber die kleinste Grundeinheit war der Fin- ger. Im mesopotamischen Raum war es hingegen das Gerstenkorn, welches mit einem Sechstel des Fingers knapp drei Millimeter entsprach.

Was den Fuß als Maßeinheit angeht, so fällt auf, dass bei den Ägyptern dieses Maß nicht unter dem Namen Fuß bekannt war. 3 Sie benutzten stattdessen als Maßeinheit den Unterarm (äg. djeser), der mit folgender Hieroglyphe dargestellt wurde: . Er reichte vom Ellenbogen bis zur Handwurzel und entsprach in der Länge, genau wie das Fußmaß, 16 Fingerbreit.

Elisabeth Pfeiffer erkennt aber den römischen Fuß, der „auf dem goldüberzogenen, ägypt. Maßstab (ca. 15. Jh. v. Chr. Ägypt. Mus. Turin) mit einer Länge v. 297 mm als eigene Maßeinheit abgetragen ist.4

Betrachtet man nun noch die Längen der bekannten antiken Fußmaße, so stellt man fest, dass diese oftmals 30 cm und mehr (der ptolemäische Fuß misst z. B. über 35,5 cm) messen. Dies hat mit dem biologischen

z. B. über 35,5 cm) messen. Dies hat mit dem biologischen 2

2 http://www.palamedes.eu/Projekte/Metrologie/body_metrologie.html [Stand: 01.03.2017].

3 Es gab allerdings ein Maß, welches Sandale genannt wurde. Hier war aber die Breite einer Sandale und nicht die Länge gemeint.

4 Pfeiffer, 1986, S. 214. Als exakten Wert für den römischen Fuß nimmt sie 296,853 mm an, sagt aber nicht, wie sie auf diesen Wert kommt. Die dazugehörige normale Elle hat dann den Wert 445,2795 mm und die ägyptische könig- liche Elle den Wert 519,49275 mm. Der mit Gold überzogene Bronze-Maßstab in Turin aus der 18. Dynastie hat lt. ihrer eigenen Angabe eine Gesamtlänge von 519,5 mm (S. 94). Vermutlich hat Pfeiffer daraus das Maß des römi- schen Fußes abgeleitet.

2

Der Fuß als Basismaßeinheit in der Antike

Fußmaß nichts mehr zu tun, es sei denn, man nimmt an, dass die Fußmaße von Titanen stammen. Eine plau- sible Erklärung für die antiken Fußmaße liefert Pfeiffer in ihrem zweibändigen Werk „Die alten Längen- und Flächenmaße“, welches 1986 erschienen ist:

„Aber wie im Exkurs (I.T.D) ausgeführt ist, hat sich der Mensch zu keiner Zeit dem menschlichen Körperteil Fuß ein Maß entnommen und es zur Längeneinheit gemacht.

Das Wort "Fuß" findet sich nämlich mit der gleichen Bedeutung auf allen Gebieten wie z. B. im Münz-, Steuer- , Heerwesen, in der Literatur, der Dichtkunst usw. Es bedeutet immer dasselbe: Es ist die Basis, die Grundlage, auf der etwas "fußt". Dementsprechend besagt auch die Bezeichnung einer metrologischen Einheit, vor allem auch der Länge (es gibt auch einen Landfuß, einen Kubik-Fuß) nichts anderes, als daß diese Einheit im Aufbau der Maßeinheiten die Basis, die Ausgangseinheit, der "Fuß" des Aufbaus ist.

Die Bezeichnung einer Längeneinheit als "Fuß" hat ihren Ursprung in der Geometrie in Verbindung mit der Arithmetik. Bei den eindimensionalen Einheiten werden meistens aber nur Längen von rund 250 bis 600 mm als "Fuß" bezeichnet.“ 5

Die gleiche Auffassung vertritt Hermann Büsing, der in einem Artikel von 1982 für das Jahrbuch des deut- schen archäologischen Jahrbuchs schreibt:

„Die Bezeichnung der griechischen Maßeinheiten Fuß, Hand und Finger sowie Spanne und Elle hat gelegent- lich zu der Meinung geführt, diese 'Körpermaße' hätten tatsächlich etwas zu tun mit den Körpermaßen eines vorhistorischen griechischen Machthabers. Denn die Geschichte, daß Heinrich I., der in Großbritannien im Jahre 1101 n. Chr. das Yard einführte, den »Abstand zwischen seiner Nasenspitze und dem Ende des Dau- mens seines ausgestreckten Armes« dafür gewählt haben soll, hätte unter anderen Vorzeichen auch in der Antike zu willkürlichen Festsetzungen von Normen führen können.

Von diesem Gedanken müssen wir uns jedoch trennen und uns davon überzeugen, daß die antiken Längen- maße ebenso wie das moderne Meter-System konventionelle Maße sind; d. h. sie sind nach gründlichen Kal- kulationen aufeinander bezogen, und eins ist aus dem anderen entwickelt worden.“ 6

„Um die Genauigkeit der antiken Korrelationen zu demonstrieren, stelle ich den in Tabelle 1 genannten Grundwerten die mit dem ionischen Fuß berechneten nichtgriechischen Maße gegenüber:

Abweichung

1 Gudea-Fuß

26,45 cm

26,469392 cm

+ 0,019392 cm

1 Nippur-Fuß

27,5875 cm

27,620235 cm

+ 0,032735 cm

16

ägyptische Finger

29,92 cm 7

29,921922 cm

+ 0,001922 cm

16

Gr. syr. Finger

36,576 cm

36,571238 cm

- 0,004762 cm

16

Kl. syrische Finger

30,48 cm 8

30,476031 cm

- 0,003969 cm

Diese Beobachtungen lassen es geraten erscheinen, Mitteilungen antiker Quellen über Maße und Gewichte ernster zu nehmen als bisher; die Meß- und Maßgenauigkeit übersteigt jedenfalls das als Faustregel geltende Verhältnis: bis zu 1 mm pro Fuß (Bender-Pippig a. O. 27 sinngemäß) mindestens um eine Zehner-Potenz.“ 9

Nach Rottländer ist die älteste und am meisten verbreitete Fußeinheit 16 Fingerbreit oder 4 Handbreit. Im griechischen Kontext wird die Fußeinheit fast ausschließlich in 16 Fingerbreit geteilt. Im römischen Kontext wird sie häufig, in der Spätantike und danach fast ausschließlich in 12 Teile (Zoll/Inch) geteilt, was sich dann im Mittelalter fortsetzt. Im angelsächsischen Raum lässt sich der Inch bis ins frühe 7. Jahrhundert zurückver- folgen, wo er in den Gesetzen von König Æthelberht von Kent erwähnt wird. König Eduard II. definierte 1324 den Inch allerdings mit der Länge dreier hintereinandergelegter, getrockneter Gerstenkörner. Per Dekret ordnete er auch die Normung von Schuhgrößen mit der Basiseinheit eines Gerstenkorns (8,47 mm) an, die in

5 Ibid. S. 15.

6 Büsing, 1982, S. 1.

7 Das Maß entspricht dem ägyptischen Djeser (Unterarm), da die Ägypter „Fuß“ als Maß nicht benutzten. Die Basis der hier angegebenen Werte ist die Cheops-Elle mit 52,36 cm.

8 Dies ist exakt das Maß des noch heute verwendeten englischen Fußes.

9 Ibid. S. 12.

3

Der Fuß als Basismaßeinheit in der Antike

England bis heute gilt. 10

Wertet man die antiken Quellen auf metrologische Aussagen hin aus, so erhält man bereits wesentliche Er- kenntnisse über die unterschiedlichen Fußgrößen der Antike. Als Basis für die Ableitungen eignet sich beson- ders das römische System mit dem römischen Fuß. Dieser ist wohl der statistisch und dinglich am genauesten bestimmte Fuß-Wert der Antike. Die statistische Abweichung beträgt nur 0,5 mm um den Mittelwert von 29,62 cm. Die Länge der römischen Meile beträgt 5.000 Fuß gleich 1.481 m.

Zum dinglichen Nachweis des römischen und griechischen Fußes gibt Agricola folgendes an:

Der pes Romanus, in Fels oder Marmor eingeschnitten, findet sich in Rom neben manchen anderen Stellen vor allem in den Gärten ANGELO COLOClOs. Wie groß der griechische ist, kann man aus einer Säule in der Kirche der 12 Apostel ersehen. Diese befindet sich auf dem Vatikan in der Nähe des Obelisken. Am obersten Teile der Säule, die wie ich glaube einst aus Griechenland nach Rom gebracht worden ist, was auch die folgende griechische Inschrift anzeigt, <liest man> ποδών ϑ, d. h. 9 Fuß lang.

Wenn man die Länge dieser Säule in 9 Teile teilt, macht jeder das Maß eines griechischen Fußes aus.11

Nach dem römischen Feldmesser Hygin gilt:

Das Verhältnis römischer Fuß zu Drusus-Fuß ist 8:9. Demnach ist der Drusus-Fuß 33,323 cm lang.

Das Verhältnis römischer Fuß zu griechischem (kyrenaischen) Fuß ist 24:25. 12 Daraus folgt, dass der kyrenai- sche Fuß 30,854 cm lang ist.

Nach Polybios wissen wir, dass sich der römische Fuß zum ptolemäischen Fuß wie 5:6 bzw. 10:12 verhält. Somit ist der ptolemäische Fuß 35,544 cm groß. Einen weiteren Beweis hierfür liefert uns Didymos von Ale- xandria 13 :

„Die Elle hat 1 ½ Ptolemäische Fuß und 1 ⅘ römische Fuß; der römische Fuß verhält sich zur königlichen Elle im Längenmaße wie 5:9, im Flächenmaße wie 25:81, im Körpermaße wie 125:729; der römische Fuß hat im Längenmaße 3 ⅓ Ptolemäische Handbreiten oder Palaisten, im Flächenmaße 11 ⅟9 Quadratpalaisten, im Kör- permaße 37 ⅟27 Kubikpalaisten“. 14

Die Elle, die aus dem Verhältnis von 5:9 zum römischen Fuß resultiert ist 53,316 cm groß. Der in der Ptole- mäerzeit wiedererbaute Hathor-Tempel von Dendera 15 wurde mit einer Elle dieser Größe erbaut.

Es ist der Mittelwert der von Auguste Mariette 16 ermittelten Maße diverser Tempelräume. 17 Damit handelt

10 Die Schuhgröße errechnet sich mit Leistenlänge in Zoll × 3 25, da die Erwachsenengröße 1 mit 26 Gerstenkörnern (engl.: barleycorn), was rund 22 cm entspricht, festgelegt wurde.

11 Agricola, 1959, S. 294.

12 Vielleicht ist die Grundlage für die Wahl dieses Verhältnis ein rechtwinkliges Dreieck mit den Seitenverhältnissen 7:24:25, da 7²+24²=25² ist. Ein Dreieck mit diesen Zahlenverhältnissen war auch in der Antike gebräuchlich ( Pfeiffer, 1986, S. 61).

13 Didymos Chalkenteros (griechisch Δίδυμος χαλκέντερος; * um 65 v. Chr.; † um 10 n. Chr.) war ein bedeutender griechischer Grammatiker und Lexikograf zur Zeit von Cicero und Augustus. Er lehrte in Alexandria und gilt nach Aristoteles als einer der produktivsten antiken Schriftsteller.

14 Didymos von Alexandria zitiert in: Hultsch, 1882, S. 609.

15 Die Breite ägyptischer Tempel ist oft 63 Ellen, wie auch bei diesem Tempel. Das liegt daran, dass 63 = 7 x 9 ist, wobei die Zahl 9 für die große Götterneunheit (3 x 3 = Trinität x Trinität) steht und die 7 für die königliche Zahl (Königselle = 7 Handbreit) bzw. die Symbolzahl der Göttin Seschat (mit 7 zackigem Stern auf dem Haupt), die für die Tempel- gründungszeremonie zusammen mit dem König verantwortlich war. Der Text dazu lautet: „Das Seilspannen im Tem- pel zwischen den beiden Pflöcken. Der König, der mit dem Merchet das Auflegen des Bauplans feststellt, zusammen mit der (Göttin) Seschat, spricht folgende Worte: Ich habe den Fluchtstab ergriffen und den Stiel des Schlägels. Ich ergreife das Messseil, zusammen mit der (Göttin) Seschat. Ich wende mein Gesicht zu den Gestirnen und richte meinen Blick auf den Grossen Bären (Sternbild). <Der die Zeit anzeigt> (der Gott Thot) ist bei seinem Merchet. Ich lege die vier Ecken des Tempels fest.“

16 François Auguste Ferdinand Mariette, teilweise auch Auguste-Édouard Mariette (* 11. Februar 1821 in Boulogne- sur-Mer; † 18. Januar 1881 in Bulaq bei Kairo) war ein französischer Ägyptologe. Er ist der Begründer der Denkmal- pflege in Ägypten und des Ägyptischen Museums in Kairo.

17 Mariette, 1981, Tafelband Teil I, Pl. 2.

4

Der Fuß als Basismaßeinheit in der Antike

es sich um eine Bauelle, d. h. also eine königliche Elle, die aus 7 Handbreit besteht. Die klassische Größe der ägyptischen Elle von 52-53 cm wurde also spätestens in der Ptolemäerzeit aufgegeben. Meines Erachtens geht dies mit der Adaption des griechisch-persischen Maßsystems in Ägypten einher, bei der definierte Um- rechnungsverhältnisse zwischen den Maßsystemen hergestellt wurden. Interessant ist in diesem Zusammen- hang aber, dass durch die explizite Erwähnung der Umrechnung bei Didymos von 1,5 ptolemäischen Fuß zur Elle damit eine 6 handbreite Elle ausgedrückt wird, da der Fuß 4 Handbreit ist. Da aber der ptolemäische Fuß sehr groß war, wäre die Elle zu 7 Handbreit mit 62,2 cm ausgefallen und damit sogar noch größer als die sogenannte stoische Elle zu 8 ägyptischen Handbreit. Da die ptolemäische Elle mit 53,32 cm schon etwas größer war als die klassische ägyptische Elle, wurde sie wohl kurzerhand zur Königselle erklärt, ungeachtet der Tatsache, dass es sich eigentlich um eine 6 handbreite Elle gehandelt hat.

Die 1. Heron’sche Tafel enthält gemäß Hultsch u. a. folgende Informationen:

„Das Stadion hat 6 Plethren, 60 Akainen, 400 Ellen, 600 philetairische Fuß, 720 italische Fuß. Eine Meile hat 7 ½ Stadien, 45 Plethren, 450 Akenen, 750 Orgyien, 1.800 Schritte, 3.000 Ellen, 4.500 Philetä- rische Fuß bzw. 5.400 italische Fuß. Ein Schoinos hat 4 Meilen, 30 Stadien. 18 Eine Parasange hat 4 Meilen, 30 Stadien; es ist ein persisches Maß.“ 19

Aus diesem metrologischen Text geht kann man aufgrund der Kenntnis der exakten Größe der römischen Meile, das persische Stadion, die persische Elle, den philetairischen Fuß, den italischen Fuß, den Schoinos und die Parasange 20 ableiten. Das persische Stadion, welches auf dem philetairischen Fuß basiert, misst dem- nach 197,46 m. Die persische oder philetairische Elle misst 49,37 cm. Der philetairische Fuß misst 32,91 cm und der italische Fuß 27,43 cm. Das angegebene Fuß-Verhältnis zwischen italischem Fuß und philetairischem Fuß beträgt 5:6, genau wie das Verhältnis zwischen römischem Fuß und ptolemäischem Fuß. Das Verhältnis zwischen kyrenaischem Fuß und italischem Fuß beträgt 16:18 bzw. 8:9, also Fuß zu Pygme.

Gemäß Hultsch ist „der Philetärische Fuß im pergamenischen Reiche ist nichts anderes als das nach griechi- scher Weise aus der babylonisch-persischen Elle abgeleitete Zweidrittelmaß.“ 21 An anderer Stelle schreibt er:

Ptolemäischer Fuß, später von den alexandrinischen Metrologen der Philetärische genannt.“ 22 Dies liefert auch das Grundverständnis dafür, warum in der Antike der philetairische Fuß oftmals mit dem ptolemäischen Fuß verwechselt oder gleichgesetzt wurde. Ebenso aufschlussreich ist folgende Aussage von Hultsch:

„Als aber später in Kleinasien die Griechen durch die persische Herrschaft von neuem mit dem orientalischen Maße in Berührung kamen, behielten sie dasselbe zwar unverkürzt bei, übertrugen aber darauf die eigen- tümlich griechische Einteilung [in 6 Teile]. So entstand zu der königlichen Elle ein entsprechender Fuß, für den der älteste Beleg sich an dem aus Alexanders Zeit herrührenden Athenatempel zu Priene findet.) Dieselbe Elle und derselbe Fuß dies ist zunächst nur unsere Voraussetzung sind auch im pergamenischen Reiche eingeführt gewesen. Der Gründer desselben war bekanntlich Philetäros 23 (283 263), der jedoch den Königs- titel noch nicht annahm. Aber ihm zu Ehren haben die folgenden Könige seinen Namen weitergeführt); es ist also der Ausdruck Philetärisch zu einer Bezeichnung für die pergamenische Dynastie, gerade wie Ptolemäisch für die ägyptische geworden.“ 24

Die obigen Erkenntnisse zu den antiken Maßen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

18 Der ägyptische Schoinos wird explizit mit 4 römischen Meilen gleichgesetzt. Dies ist vielleicht ein Hinweis auf die Entstehungszeit der ersten Heron’schen Tafel, als Ägypten römische Provinz war, also ab 30 v. Chr.; zudem gilt:

Schoinos = Parasange.

19 Siehe Hultsch, 1864, S. 183-4, Nr. 21, 23-25.

20 Die persische Parasange ist auch bekannt als der Weg, den ein beladenes Kamel in einer Stunde zurücklegen kann.

21 Hultsch, 1882, S. 390.

22 Ibid. S. 526.

23 Philetairos (* um 343 v. Chr.; † 263 v. Chr.), war der Gründer der hellenistischen Dynastie der Attaliden in Pergamon.

24 Hultsch, 1863, S. 167.

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Der Fuß als Basismaßeinheit in der Antike

Antike Maßeinheit

Länge [cm]

Kommentar

Römischer Fuß (rF)

29,620

Statistisch gesichert

Drusus-Fuß (DF)

33,323

Verhältnis rF:DF = 8:9 Quelle: Hygin

Kleiner Ptolemäischer Fuß (kF) (bzw. kyrenaischer Fuß) (= ⅚ Nippur-Remen)

30,854 25

Verhältnis rF:kF = 24:25 Quelle: Hygin 26

Ptolemäischer Fuß (pF)

35,544

Verhältnis rF:pF = 5:6 Quelle: Polybios sowie Didymos v. Alexandria

Philetairischer Fuß (phF)

32,911

Verhältnis rF:phF = 9:10 Quelle: 1. Heron-Tafel

Italischer Fuß (iF)

27,426

Verhältnis rF:iF = 27:25 Verhältnis phF:iF = 6:5 Verhältnis kF:iF = 9:8 Quelle: 1. Heron-Tafel

Tabelle 1: Antike Maßeinheiten, abgeleitet aus antiken Texten.

Für die fünf antiken Fußmaße, die mit dem römischen Fuß in einem explizit definierten mathematischen Abhängigkeitsverhältnis stehen, wurden also folgende Verhältnisse benutzt: 8:9, 9:10, 5:6, 24:25 und 25:27. Da der römische Fuß mit 29,62 cm bis auf ± 0,5 mm gesichert ist und die Verhältnisse antik „verbrieft“ sind, müssen diese Werte in der gleichen Größenordnung wie der römische Fuß präzise sein.

Folgende weitere antike Maße gelten bzgl. ihrer Länge als gesichert:

Gudea-Fuß zu 26,45 cm 27

Nippur-Elle zu 51,83 cm

Cheops-Elle zu 52,36 cm

Dadurch ergeben sich aufschlussreiche Zusammenhänge:

Metrologischer Name

Pous

Pygme

Pygon

Pechys

Pechys

Pechys

Pechys

Länge in Fingerbreit

16

18

20

24

28

30

32

Mesopotamisches System (Nippur)

27,645

31,101

34,557

41,468

48,379

51,835

55,291

Mesopotamisches System (Gudea)

26,446

29,752

33,058

39,670

46,281

49,587

52,893

Mesopotamisches System (versch.)

28,209

31,736

35,262

42,314

49,367

52,893

56,419

Philetairisches System

32,911

37,025

41,139

49,367

57,594

61,708

65,822

Ägyptisches System (Cheops)

29,920

33,660

37,400

44,880

52,360

56,100

59,840

Ägyptisches System (idealisiert)

30,000

33,750

37,500

45,000

52,500

56,250

60,000

Ägyptisches System (Spätzeit)

30,234

34,014

37,793

45,351

52,910

56,689

60,469

Ptolemäisches System 1

35,544

39,987

44,430

53,316

62,202

66,645

71,088

Ptolemäisches System 2

31,595

35,544

39,493

47,392

55,291

59,240

63,189

Ptolemäisches System 3

30,466

34,275

38,083

45,699

53,316

57,124

60,933

Italisches System

27,426

30,854

34,282

41,439

47,995

51,423

54,852

Latinisches System

24,683

27,769

30,854

37,025

43,196

46,281

49,367

Römisches System

29,620

33,323

37,025

44,430

51,835

55,538

59,240

Tabelle 2: Antike Maßsysteme im Vergleich (Basiseinheit fett gedruckt, fett kursiv ist abgeleitet; alle Einheiten in cm).

In der obigen Tabelle ist zwar das megalithische Yard (MY) nicht enthalten, da es kein Maß darstellt, welches zwischen 16 und 32 Finger abbildbar wäre, aber es entspricht exakt dem 3-fachen Wert des Nippur-Fußes

25 Der moderne Wert für eine geodätische Bogensekunde (bezogen auf den Erdumfang) beträgt 30,87 m. Ein kyrenai- sches Plethron zu 100 Fuß weicht nur um 0,5 Promille von diesem Wert ab.

26 Hygin nennt diesen Fuß allerdings nur pous ptolemaikos ohne den Zusatz klein.

27 Siehe z. B. Büsing, 1982, S. 12.

6

Der Fuß als Basismaßeinheit in der Antike

mit 82,936 cm bzw. 48 Nippur-Fingerbreit. Die Nippur-Elle, welche 5 entstammen daher dem megalithischen Maßsystem.

Das mesopotamische System war ein Sexagesimalsystem, also ein Zahlensystem mit der Basis 60, und die Doppelelle bestand aus 60 Teilen, sodass die Doppel-Nippur-Elle das 1,25-fache des megalithischen Yards besaß. Dies erklärt auch den Zusammenhang im zweiten aufgelisteten mesopotamischen System, deren Basis der Gudea-Fuß ist. Der oskisch-umbrische Fuß 28 (nach Rottländer 29 27,57 cm ± 0,412 mm) könnte mit dem Nippur-Fuß identisch sein. Er ist besonders in den antiken italienischen Städten südlich von Rom anzutreffen. In Pompeji haben sich Maßstäbe dieser Länge gefunden. Der Brüsseler Fuß mit 27,57 cm 30 , dessen Länge mit dem oskisch-umbrischen Fuß identisch ist, könnte also auch der Nippur-Fuß sein.

Analog ergibt sich die Doppel-Fuß-Elle zu 32 Finger, die aufgrund ihrer Größe mit der ägyptischen Königselle der Spätzeit korreliert; dort allerdings in 28 Finger aufgeteilt. Die zum Gudea-Fuß gehörige mesopotamische

Elle zu 30 Finger mit 49,6 cm entspricht der babylonisch-ionischen Elle. 31 Der Gudea-Fuß misst exakt 6 ⁄ des kyrenaischen Fußes, sodass man davon ausgehen kann, dass letzterer vom Gudea-Fuß im Verhältnis 6:7 ab- geleitet wurde. Dies ist auch das Verhältnis zwischen normaler Elle und Königselle. Es gibt allerdings auch

des Nippur-

Remens entspricht und dieser wiederum 5

Die Zeile Mesopotamisches System (versch.)habe ich aufgenommen, da so eine Verwandtschaft zum phi- letairischen System zu erkennen ist. Es entsteht durch Verschieben des Gudea-Systems im Verhältnis 32:30 bzw. 16:15. Anders ausgedrückt kann man sagen, dass aus der Doppel-Fuß-Elle eine typisch mesopotamische Elle wurde, bei der die Länge gleich blieb, aber die Unterteilung in für das Sexagesimalsystem übliche 30 Teile erfolgte. Damit entspricht die 28-Finger-Elle aus dem mesopotamischen System der 24-Finger-Elle des phi- letairischen Systems. Dies entspricht exakt dem, was bereits Hultsch darüber gesagt hat. 32 Zudem steht die- ses System im Verhältnis 100:112 bzw. 25:28 zum Ptolemäischen System 2, da gemäß einem Text von Julian von Askalon aus dem Ptolemäischen Fuß im Verhältnis von 112:100 der gemeingriechische Fuß (pous met- rios) abgeleitet wird. Dieser ist, genau wie der Ptolemäische Fuß, ein 18-Finger-Fuß oder Pygme. Der 16- Finger-Fuß zu 28,21 cm tritt allerdings als späterer spanischer Fuß mit 28,26 cm in Erscheinung. 33 Auch der Fuldaer Fuß mit 28,29 cm und der Dresdner Fuß mit 28,31 cm haben diese Größe mit einer Abweichung von maximal 1 mm. 34 Der Wert von 49,367 cm für die 28-Finger-Elle dieses Systems taucht auch im Philetairischen System als kleine Elle auf und als große Elle zu 32 Fingern im latinischen System auf. Dies zeigt auch die Zusammenhänge dieser Systeme auf.

Betrachten wir das philetairische System, so ist die zum philetairischen Fuß zugehörige Pygme größenmäßig

der Nippur-Elle ist. Daraus folgt das Zahlenverhältnis von phi-

=

letairischem Fuß zur Nippur-Elle von 40:63 (= 5

). Dieses Zahlenverhältnis taucht auch in der

gleich dem Nippur-Remen, der wiederum 5

einen Bezug zwischen dem Nippur-System und dem Gudea-System, da der Gudea-Fuß gleich 5

des MY beträgt, und der Nippur-Fuß

8

7

7

7

der Nippur-Elle, somit ist der Gudea-Fuß 25

49

der Nippur-Elle.

7

7

8

9

5 ∙ 8

7 ∙ 9

Cheopspyramide auf, wenn man die Höhe durch die Breite teilt. Damit das Verhältnis exakt stimmt, muss man allerdings die Breite zu 441 Ellen und nicht zu 440 Ellen ansetzen. Die Höhe beträgt bekanntlich 280 Ellen. 280/441 = 40/63. 35

28 Pfeiffer gibt eine Länge von 27,83 cm an (siehe Pfeiffer, 1986, S. 105).

29 http://vormetrische-laengeneinheiten.de/html/genauigkeit.html [Stand: 01.02.2016].

30 Schön, 1815, S. 318.

31 Siehe Lelgemann, 2010, S. 78.

32 Siehe dazu den weiter oben zitierten Abschnitt von Hultsch über den philetairischen Fuß.

33 Schön, 1815, S. 320.

34 Ibid. S. 319.

35 Betrachtet man die Maße der Cheopspyramide 280 Ellen Höhe und 440 bzw. 441 Ellen Breite und untersucht deren Primfaktorzerlegung, so ergibt sich:

280

= 2 x 2 x 2 x 5 x 7 = 2³ x 5 x 7

440

= 2 x 2 x 2 x 5 x 11 = 2³ x 5 x 11

441

= 3 x 3 x 7 x 7 = 3² x 7²

Der Unterschied in der Primfaktorzerlegung zwischen 280 und 440 ist nur ein Faktor, nämlich 11 statt 7. Zwischen

280 und 441 kann aber konstatiert werden, dass keine Primfaktoren größer als 7 auftauchen. Welche der Zahlen

nun die von dem ägyptischen Baumeister der Cheopspyramide beabsichtige war, mag jemand anderes entscheiden

bzw. nachweisen.

7

Der Fuß als Basismaßeinheit in der Antike

Das Ptolemäische System habe ich in drei Systeme aufgeteilt, um die verschiedenen Ableitungen daraus bes- ser aufzeigen zu können. Beim 1. System wird der ptolemäische Fuß als 16-Finger-Fuß aufgefasst. Daraus folgt dann, dass die römische Elle hier als Pygon auftaucht; das Verhältnis von ptolemäischem Fuß zu römi- scher Elle beträgt also 4:5. Das Verhältnis von ptolemäischem Fuß zu Nippur-Remen beträgt 24:25 und zum gemeingriechischen Fuß 36 28:25. Die zu diesem System gehörige kleine oder Handelselle zu 6 Handbreit ist 53,316 cm lang. Im 3. Ptolemäischen System habe ich diesen Wert als 28-Finger-Elle eingetragen. Der daraus resultierende 16-Finger-Fuß hat seine Länge von 30,466 cm und entspricht fast exakt dem heute noch ge- bräuchlichen englischen Fuß, der 30,48 cm lang ist. Das Ptolemäische System 2 interpretiert den ptolemäi- schen Fuß als Pygme oder 18-Finger-Fuß. Daraus ergeben sich der spätere österreichische Fuß zu 16 Finger, der zum römischen Fuß im Verhältnis 32:30 (16:15) steht, die ptolemäische Handelselle zu 24 Fin- gern mit 47,39 cm und die megalithische Gewebeelle (megalithische Histonikos Elle) zu 30 Finger. Die Zah- lenverhältnisse bilden mit 18:24:30 bzw. 3:4:5 ein pythagoreisches, also rechtwinkliges, Dreieck. Ersetzt man die Zahlen durch Handbreit, so ergibt sich für dieses Verhältnis Spanne:Fuß:Unterarm (spithame:pous:pygon) oder auf ägyptisch pedj-sheser:djeser:remen.

Passt man ein rechtwinkliges Dreieck im Verhältnis von 3:4:5 in einen Kreis ein, so sieht dies wie folgt aus:

von 3:4:5 in einen Kreis ein, so sieht dies wie folgt aus: Abb. 1: Ein rechtwinkliges

Abb. 1: Ein rechtwinkliges Dreieck mit den Seitenverhältnissen 3:4:5 in einen Kreis eingepasst.

Elisabeth Pfeiffer schreibt dazu:

„Gemäß der Ableitung der pechys v. 445,280 mm aus dem Kreis (= 6 - Eckumfang v. 6 Radien je 1. Handbr.) und des pous v. 296,853 mm aus dem ägypt. Dreieck mit dem Seitenverhältnis 3:4:5 (= Basis v. 4 Handbr.) ist ihr immer wieder überliefertes Verhältnis v. 3:2 ein mathematisch zwangsläufiges, kein willkürliches und vor allem auch kein festes, natürliches Verhältnis", wie es Hultsch (S.351 Anm. 2 und S.253) nennt.

Nach dem oben Gesagten muß auch Lepsius, der meint, "daß in den alten Systemen der Fuß nie die Hälfte, sondern der Elle war" (Ägypt. Elle S.39), widersprochen werden. Denn der pous v. 296,853 mm ist der Elle v. 445,280 mm nur gemäß seiner mathematischen Ableitung. Aber im Verhältnis zu dem Faden (= Kath. + Hypoten.), der 'Elle' v. 593,706 mm ist der pous v. 296,853 mm eben nur ½ der 'Elle', was auch auf dem Holzstab des Amenemope und auf dem Maßstab in Leiden durch die gespreizte Hand ausgedrückt ist.37

Der Winkel zwischen der Hypotenuse (Kreisdurchmesser) und der kürzesten Seite beträgt 53,13°. Dieser Wert entspricht übrigens dem Neigungswinkel der Chefren-Pyramide, der durch den Seked (Rücksprung) von 21 Fingern auf eine Elle (28 Finger), also einem Verhältnis von 3:4, definiert ist.

Auch mit diesem Dreieck kann man den Flächeninhalt eines Kreises näherungsweise bestimmen. Ergänzt man das Dreieck durch Verdopplung zum Rechteck und multipliziert den Flächeninhalt dieses Rechtecks mit 1 ⅔, so entspricht der Wert dem Flächeninhalt des Kreises mit einem Fehler von weniger als 2%. Römischer Fuß und babylonisch-ionische (persische) Elle standen übrigens exakt im Verhältnis 1:1 ⅔. Der Umfang des 3:4:5- Dreiecks beträgt 12 Einheiten. Nimmt man ein Seil mit der Länge eines griechischen Plethrons auf Basis des

36 Dieser Fuß wurde von den Österreichern übernommen und gilt als Österreichischer Fuß gemäß einem Gesetz von 1871. In Schön, 1815, S. 320 ist er als Wiener Fuß mit 31,61 cm aufgelistet.

37 Pfeiffer, 1986, S. 70. Sie setzt den römischen Fuß mit 29,6853 cm statt 29,62 cm an. Demgemäß ergeben sich auch ihre Werte für die kleine Elle und die Doppel-Fuß-Elle.

8

Der Fuß als Basismaßeinheit in der Antike

kyrenaischen Fußes (= 35,544 m) und teilt es in 120 gleich lange Teile, so ist jedes Teil einen römischen Fuß groß. Teilt man es in 12 gleich lange Teile und versieht das jeweilige Ende mit einer Markierung, so entspricht jedes Teil einer Rute (röm. pertica). Zudem stellt dies die Seitenlänge der römischen Flächeneinheit actus (Acker) dar. Das Seil zu 12 Ruten eignet sich also für Feldmesser hervorragend um rechte Winkel abzustecken und sofort den Flächeninhalt des Dreiecks zu kennen, nämlich 6 Quadratruten. Schon die alten Ägypter ver- wendeten Messseile 38 mit 12 Knoten. 39

Der Name des kyrenaischen Fußes rührt daher, dass dieser Fuß insbesondere in der Kyrenaika, einer Land- schaft im östlichen Libyen mit der antiken Hauptstadt Kyrene, verwendet wurde. Die Stadt Kyrene wurde 631 v. Chr. von griechischen Siedlern gegründet. Der kyrenaische Fuß verbreitete sich in der gesamten griechi- schen Ökumene, auch im Mutterland. Er wird in der Fachliteratur auch „kleiner Ptolemäischer Fuß“ genannt.

Aus dem italischen System mit Basis italischer Fuß leitet sich als Pygme der kyrenaische Fuß ab, also im Ver- hältnis von 8:9.

Der gemeingriechische Fuß zu 31,736 cm steht zum ptolemäischen Fuß im Verhältnis von 25:28, also im glei- chen Verhältnis wie der Gudea-Fuß zum römischen Fuß. Der gemeingriechische Fuß steht im Verhältnis von 36:35 zum kyrenaischen Fuß. 40

Das latinische System definiert sich darüber, dass laut Polybios früher, also vor seiner Zeit, die Meile 10 Sta- dien hatte. Damit hatte das Stadion eine Länge von 148,1 m und dessen 600. Teil, der Fuß, 24,683 cm. Die zu diesem System gehörige Pygon entspricht dem kyrenaischen Fuß und die gewöhnliche Elle dem Nippur-Re- men. Die große Elle zu 32 Finger entspricht der gewöhnlichen Elle (zu 24 Finger) aus dem philetairischen System. Der Zusammenhang zwischen italischem Fuß und kyrenaischem Fuß ist evident, wer von wem ab- stammt, hängt aber davon ab, welche Einheit älter ist. Der kyrenaische Fuß jedenfalls schein durch Solon (640 560 v. Chr.) in ganz Griechenland eingeführt worden zu sein. Rom wurde 753 v. Chr. gegründet. Ob aber der italische Fuß bereits vor Solon im frühen, noch durch die Etrusker geprägten, Rom benutzt wurde, bleibt zu klären. Ein Hinweis darauf, dass die Etrusker 41 auch das Maß von 30,854 cm benutzt haben, liefert uns eine metrologische Analyse zweier etruskischer Tempel 42 aus Pyrgi. 43 Einen Hinweis darauf, dass die Etrusker den italischen Fuß verwendet haben, gibt es ebenfalls. In der etruskischen Akropolis der toskanischen Stadt Volterra, eine der Städte des etruskischen 12-Städtebundes, wurden die Grundmauern zweier etruskischer Tempel (A und B) freigelegt. Die Tempel stammen aus dem 2. Jh. v. Chr. Die Breite des Tempels A wird mit 27,5 m angegeben 44 . Genau wie bei den griechischen Tempeln spielte für das anzuwendende Maß die Breite und nicht die Länge eine maßgebliche Rolle. Bei dem Tempel A aus Volterra scheint es sich um einen Hek- atompedon, 45 also einen hundertfüßigen Tempel, zu handelt. Das exakte Maß für die Breite sollte 27,43 m

38 Im thebanischen Grab TT69, welches dem Feldmesser Menna gehört, der in der 18. Dynastie lebte (vermutlich unter Pharao Thutmosis IV.) ist eine Vermessungsszene dargestellt, worauf man sieht, dass das Seil Knoten enthält. (http://hbar.phys.msu.ru/gorm/ahist/arnold/arnold.htm Fig. 6.2) [Stand: 01.01.2016].

39 Siehe z. B. Minow, 1992: Vermessungen mit der Zwölfknotenschnur und andere historische Konstruktionen mit dem Meßseil.

40 Dieses Verhältnis taucht auch beim Vergleich des ägyptischen Maßes Itrw mit dem sumerischen Maß danna/beru auf.

41 Die etruskische Geschichte reicht zurück bis ins 9. Jh. v. Chr.

42 Pailler, 1985, S. 910: «La générosité de Monsieur le Professeur G. Colonna nous a permis, en juillet 1970, de contrôler sur place la métrologie des deux temples étrusques de Pyrgi. L'analyse des résultats semble bien indiquer la pré- sence du pied de 0,309 et permettre de proposer, pour chacun des deux édifices, un tracé régulateur rigoureux».

43 Pyrgi war der wichtigste Hafen und das Emporion (eigenständiger Markt- und Handelsplatz) der etruskischen Stadt Caere, nördlich von Rom. Die ältesten Spuren deuten auf eine Besiedelung des Ortes im späten 7. Jahrhundert v. Chr. hin; seit jener Zeit bestand vermutlich auch das Heiligtum, das bei den ersten Grabungen freigelegt wurde. Der frühere Tempel (B) stammt aus dem späten 6. Jahrhundert v. Chr. Der zweite Tempel (A) wurde um 480 v. Chr. errichtet.

44 Siehe Enciclopedia dell' Arte Antica (1997): http://www.treccani.it/enciclopedia/volterra_res-853e6836-66c7- 11e1-b491-d5ce3506d72e_%28Enciclopedia-dell'-Arte-Antica%29/ [Stand: 01.01.2016].

45 Als Hekatompedon (Neutrum zu Griechisch ἑκατόμπεδος ‚hundert-füßig‘, aus hekaton ἑκατόν ‚hundert‘ und pous πούς ‚Fuß‘, auch Hekatompedos) bezeichnet man seit der Antike griechische Tempel, die eine Länge von 100 Fuß besaßen. Oftmals ist diese Angabe auch nur auf die Länge der Cella, des inneren Hauptraums eines Tempels, bezo- gen, während der Tempel selbst wesentlich länger sein konnte.

9

Der Fuß als Basismaßeinheit in der Antike

sein, was fast exakt dem von Archäologen angegebenen Maß von 27,5 m entspricht. Die Länge des Tempels A wird mit 30 m angegeben. Bei 30,17 m entspräche dies 110 italischen Fuß. Höchstwahrscheinlich war also der Grundriss dieses Tempels auf 100 x 110 italische Fuß angelegt. Vitruv 46 schrieb im vierten Buch über die Architektur auch ein Kapitel über toskanische Tempel. So schreibt er hierzu: „Ferner soll die Breite in 10 Teile geteilt werden. Von diesen sollen je 3 rechts und links kleineren Cellen oder etwaigen Seitenräumen gegeben werden. Die übrigen 4 mittleren Teile teile man dem Mitteltempel zu.47 Ein hundertfüßiger Tempel lässt sich leicht in 10 gleiche Teile aufteilen, da 10 x 10 = 100. Vielleicht war diese Aufteilungsregel auch die Basis für Hekatompeden.

In dem Buch „The Etruscan World“ wird neben dem italischen Fuß auch der römische Fuß als Maß der Etrus- ker angegeben:

There seems to be evidence of a shorter “Italic foot” of about 27 cm versus a longer “Attic-Roman foot” of 29.6 cm, both of which used in different buildings and contexts in the Archaic age, for example in Rome and in Latium, while in Marzabotto only the latter was used, which spread across Italy during the Republican age.48

Aus all diesen Belegen kann man ableiten, dass die Etrusker im Laufe der Zeit drei unterschiedliche Fußmaße benutzt haben: den italischen Fuß, den römischen Fuß und den gemeingriechischen Fuß.

Abschließend bleibt noch das römische System zu betrachten, dass aufgrund der Tatsache, dass es das jüngste, der bisher angeführten antiken Systeme ist, die meisten Abhängigkeiten zu anderen Systemen auf. Wie wir bereits gesehen haben, ist die Nippur-Elle der älteste uns erhaltene dingliche Ellenmaßstab. Aus

diesem sumerisch/babylonischen Maßsystem leitet sich auch der römische Fuß mathematisch ab, wenn wir die Nippur-Elle in 28 Finger teilen (was typisch ägyptisch war) anstatt 30. Der römische Fuß entspricht dann

7 der Nippur Elle, also 4 Handbreit davon. Als Fußmaß steht der Nippur-Fuß zum römischen Fuß im

Verhältnis von 28:30 bzw. 14:15. Die Pygme zum römischen Fuß entspricht dem Drusus-Fuß. 3 Drusus-Fuß (tungrischer Fuß) entsprechen mit 99,9675 cm fast genau unserem heutigen Meter. 49 Die Dif- ferenz von rund ⅓ mm zweier entsprechender Stäbe wäre mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Die Pygon entspricht dem Nippur-Remen. Die normale Elle entspricht dem Pygon des philetairischen Systems. Die kö- nigliche Elle (zu 28 Finger) entspricht der Nippur-Elle. Die große Elle (zu 32 Finger) entspricht der megalithi- schen Gewebeelle 50 . Die Abstammung des römischen Systems aus dem Ägyptischen zeigt die Neueinteilung der Nippur-Elle in 28 anstatt 30 Teile (Finger). Wie bereits gesagt, benötigt man für die Zerlegung von quad-

ratischen Flächen in Rechtecke der gleichen Größe die Diagonale des Quadrats. Diese Zahl ist jedoch mit √2 eine irrationale Zahl, mit der sich nicht gut praktisch rechnen lässt. Die Ägypter benutzen dafür vermutlich den Näherungswert von 10 ⁄ . Da hier die Zahl 7 im Nenner auftaucht und 30 nicht durch 7 teilbar ist, haben die Ägypter vermutlich die nächstliegende, durch 7 ohne Rest teilbare, Zahl benutzt, nämlich 28. Die Diago- nale eines Quadrats mit der Länge eines Nippur-Remens entspricht der Cheops-Elle, da 37,025 cm x √2 = 52,36 cm ist. Der römische Fuß verhält sich zum ptolemäischen Fuß wie 5:6, ebenso der latinische Fuß zum römischen Fuß.

Weitere Ableitungen, die in der Literatur auftauchen sind z. B.:

6

7

2

3

= 4

7

46 Vitruv (Marcus Vitruvius Pollio) war ein römischer Architekt, Ingenieur und Architekturtheoretiker. Er lebte im 1. Jahrhundert v. Chr.

47 Vitruv & Fensterbusch, 2013, S. 195 (4.7.1-2).

48 Turfa, 2013, S. 486.

49 Pfeiffer merkt hierzu an in Pfeiffer, 1986, S. 152: „Wie bereits mehrfach in dieser Untersuchung gesagt, ist das Meter nichts anderes als die alte babyIon., franz. , bis ins 19.Jh. weit verbreitete Klafter v. 3 babyIon. tgr. frz. ("Paris"-) Fuß. Der Unterschied besteht nur darin: Die Normierung der alten Klafterlänge stammt aus dem Äquator, der den Baby- loniern oder auch schon anderen Kulturvölkern vor ihnen aus der Messung mit der natürl. Einheit pygon bekannt war.“

50 Pfeiffer schreibt in „ Pfeiffer, 1986, S. 76“: „Diese Länge ist die Elle von 2 pous von 16 Finger, die bei den Ägyptern und Römern als Maßeinheit des Feldmeß- und Bauwesens gebraucht wurde und auch weiterhin in fast allen Ländern ununterbrochen nicht nur als eine der wichtigsten Feldmesser- und Baumeister-Ellen, sondern auch als Leinenelle auf allen internationalen Handelsmärkten in Gebrauch war.

10

Der Fuß als Basismaßeinheit in der Antike

Antike Maßeinheit

Länge [cm]

Kommentar

Römischer Fuß (rF)

29,620

Statistisch gesichert

Gudea-Fuß (GF)

26,446

Verhältnis GF:rF = 25:28

Attischer Fuß (aF)

29,385

Verhältnis GF:aF = 9:10

Dorischer Fuß (dF) (bzw. pheidonischer Fuß)

32,650

Verhältnis aF:dF = 9:10

Ionischer Fuß (iF)

34,827

Verhältnis dF:iF = 15:16

Tabelle 3: Antike Maßeinheiten, abgeleitet aus antiken Texten.

Das Verhältnis von ionischem:dorischem:attischem Fuß (32:30:27) wurde 1940 von Armin von Gerkan, einem deutschen Bauforscher und klassischem Archäologen, gefunden 51 und wurde später durch weitere Forschun- gen von dem deutschen Archäologen Burkhardt Wesenberg bestätigt.

Eine weitere Relation zwischen zwei antiken Fußgrößen betrifft den olympischen bzw. Herakles-Fuß. Der Fuß des griechischen Heroen Herakles soll das Maß für die olympische Rennbahn gewesen sein. Dieser Fuß steht zum kyrenaischen Fuß im Verhältnis 25:24.

Ein Verhältnis zwischen Fußgrößen, welches sehr oft auftaucht, ist 15:16. So stehen folgende Fußmaße in diesem Verhältnis:

Ptolemäischer Fuß : Drusus-Fuß

Österreichischer Fuß : römischer Fuß

Philetairischer Fuß : kyrenaischer Fuß

Ionischer Fuß : dorischem Fuß

Des Weiteren wird in antiken Texten (z. B. bei Herodot) von der samischen Elle gesprochen. Diese ist aber nicht, wie Herodot berichtet, genauso groß wie die ägyptische Elle, sondern steht zu ihr im Verhältnis 80:81. Im gleichen Verhältnis steht übrigens der philetairische Fuß zum Drusus-Fuß, wie Tabelle 5 zeigt. Geht man von der Nippur-Elle aus, also dem sumerisch/babylonischen Maßsystem, und wendet darauf das Verhältnis von 80:81 an, so erhält man eine Ellenlänge von 52,483 cm, was der klassischen ägyptischen Königselle ent- spricht. Da beide Systeme etwa gleich alt sind, kann sein, dass Herodot mit der samischen Elle in Wahrheit die Nippur-Elle gemeint hat.

Nach diesen Betrachtungen und Ableitungen sollte klar geworden sein, wie sehr die antiken Maßsysteme, zumindest bezogen auf ihre Längen, zusammenhängen und dass Zufall da sicher keine Rolle gespielt hat.

Antike Maßeinheit

Länge [cm]

Länge als Bruch

Latinischer Fuß (lF)

24,683333

24

41/60

Gudea-Fuß (GF)

26,446429

26

25/56

Italischer Fuß (iF)

27,425926

27

23/54

Nippur-Fuß (NF)

27,645333

27

242/375

Spanischer Fuß (sF)

28,209524

28

22/105

Attischer Fuß (aF)

29,384921

29

97/252

Römischer Fuß (rF) 52

29,62

29

31/50

kyrenaischer Fuß (kF)

30,854167

30

41/48

Österreichischer Fuß (öF)

31,594667

31

223/375

Gemeingriechischer Fuß (gF)

31,735714

31

103/140

Olympischer Fuß (oF)

32,139757

32

161/1152

Dorischer Fuß (dF)

32,649912

32

737/1134

Philetairischer Fuß (phF)

32,911111

32

41/45

Drusus-Fuß (DF)

33,3225

33

129/400

Ionischer Fuß (ioF)

34,826573

34 1406/1701

Ptolemäischer Fuß (pF)

35,544

35

68/125

Tabelle 4: Antike Fußmaße nach aufsteigender Länge angeordnet.

51 Siehe: Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Instituts Nr. 32, 1940, 145 ff.

52 Ausgangsbasis dieser Tabelle ist der statistisch abgesicherte Wert des römischen Fußes.

11

Der Fuß als Basismaßeinheit in der Antike

Wie bereits gesagt besitzt lediglich der latinische Fuß eine Länge, die ihn als Ableitung seines Maßes von einem damaligen Durchschnittsmenschen bezogen auf die Körpergröße qualifiziert, nämlich unsere deutsche Schuhgröße 39. Da dieses Fußmaß das in der Antike am besten mit den anderen Fußmaßen über einfache Umrechnungsverhältnisse verbundene Fußmaß darstellt, wie im Folgenden gezeigt wird, spricht ebenfalls dafür, dass es von einem natürlichen Fuß abgeleitet wurde, im Gegensatz zu den anderen Fußmaßen, die als mathematische Ableitungen zu sehen sind. Zudem ist der latinische Fuß älter als der römische Fuß, da erste- rer Basis des älteren Zehntelmeilenstadions war, den 600 latinische Fuß ergeben das latinische Stadion und 10 dieser Stadien ergeben die römische Meile. Die nachfolgende Tabelle enthält alle Umrechnungsverhältnisse von jeder der 16 Fußeinheiten in die jeweils anderen Fußeinheiten. Lediglich die Umrechnung vom Drusus-Fuß zum ionischen Fuß kann nicht durch ein 4-stelliges Verhältnis exakt wiedergegeben werden. Nimmt man den Cheops-Fuß zu 29,92 cm, basierend auf der Königselle zu 52,36 cm hinzu, so ergeben sich keine sinnvollen Umrechnungsverhältnisse. Anders sieht es allerdings aus, wenn man die Werte des Cheops-Systems durch den Wert der Quadratwurzel dividiert. Dann findet man die so erhaltenen Werte für die gewöhnliche Elle, die Königselle und die große Elle auf zwei Nachkommastellen gerundet in den anderen Systemen wieder. Dass diese Werte nicht exakt übereinstim- men können, liegt einfach daran, dass die Wurzel aus 2 eine irrationale Zahl darstellt und somit auch das Ergebnis einer Division, während die anderen Zahlen rationale Zahlen darstellen.

Einh.

lF

GF

iF

NF

sF

aF

rF

kF

lF

-

14:15

9:10

25:28

7:8

21:25

5:6

4:5

GF

15:14

-

27:28

375:392

15:16

9:10

25:28

6:7

iF

10:9

28:27

-

125:126

35:36

14:15

25:27

8:9

NF

28:25

392:375

126:125

-

49:50

588:625

14:15

112:125

sF

8:7

16:15

36:35

50:49

-

24:25

20:21

32:35

aF

25:21

10:9

15:14

625:588

25:24

-

125:126

20:21

rF

6:5

28:25

27:25

15:14

21:20

126:125

-

24:25

kF

5:4

7:6

9:8

125:112

35:32

21:20

25:24

-

öF

32:25

448:375

144:125

8:7

28:25

672:625

16:15

128:125

gF

9:7

6:5

81:70

225:196

9:8

27:25

15:14

36:35

oF

125:96

175:144

75:64

3125:2688

875:768

35:32

625:576

25:24

dF

250:189

100:81

25:21

3125:2646

125:108

10:9

625:567

200:189

phF

4:3

56:45

6:5

25:21

7:6

28:25

10:9

16:15

DF

27:20

63:50

243:200

135:112

189:160

567:500

9:8

27:25

ioF

800:567

320:243

80:63

5000:3969

100:81

32:27

2000:1701

640:567

pF

36:25

168:125

162:125

9:7

63:50

756:625

6:5

144:125

Einh.

öF

gF

oF

dF

phF

DF

ioF

pF

lF

25:32

7:9

96:125

189:250

3:4

20:27

567:800

25:36

GF

375:448

5:6

144:175

81:100

45:56

50:63

243:320

125:168

iF

125:144

70:81

64:75

21:25

5:6

200:243

63:80

125:162

NF

7:8

196:225

2688:3125

2646:3125

21:25

112:135

3969:5000

7:9

sF

25:28

8:9

768:875

108:125

6:7

160:189

81:100

50:63

aF

625:672

25:27

32:35

9:10

25:28

500:567

27:32

625:756

rF

15:16

14:15

576:625

567:625

9:10

8:9

1701:2000

5:6

kF

125:128

35:36

24:25

189:200

15:16

25:27

567:640

125:144

öF

-

224:225

3072:3125

3024:3125

24:25

128:135

567:625

8:9

gF

225:224

-

864:875

243:250

27:28

20:21

729:800

25:28

oF

3125:3072

875:864

-

63:64

125:128

625:648

945:1024

3125:3456

dF

3125:3024

250:243

64:63

-

125:126

5000:5103

15:16

3125:3402

phF

25:24

28:27

128:125

126:125

-

80:81

189:200

25:27

DF

135:128

21:20

648:625

5103:5000

81:80

-

3434:3589

15:16

ioF

625:567

800:729

1024:945

16:15

200:189

3589:3434

-

5000:5103

pF

9:8

28:25

3456:3125

3402:3125

27:25

16:15

5103:5000

-

Tabelle 5: Antike Fußmaße im Verhältnis zueinander; gerundete Werte in kursiv.

12

Der Fuß als Basismaßeinheit in der Antike

Gewöhnliche Elle: 44,88 cm / 2 = 31,73495234 cm

Königliche Elle:

52,36 cm / 2 = 37,02411106 cm

Große Elle:

59,84 cm / 2 = 42,31326979 cm

Die gewöhnliche Elle geteilt durch 2 korrespondiert dann mit dem gemeingriechischen Fuß und der spani-

schen pygme, die Königselle geteilt durch 2 korrespondiert mit der philetairischen pygme und der gewöhn-

lichen latinischen Elle, und die große Elle geteilt durch 2 korrespondiert mit der spanischen gewöhnlichen Elle.

Setzt man den römischen Fuß im gleichen Verhältnis zum ägyptischen Fuß, wie die samische (= ionische) Elle zur ägyptischen Elle, nämlich 80:81, so ergibt sich für die ägyptische Königselle ein Wert von 52,483 cm. Die- ser Wert liegt weniger als 0,2 mm vom klassischen, aber idealisierten, Wert von 52,5 cm für die Königselle entfernt. Da zum römischen Fuß die 28-Finger-Elle mit 51,835 cm auch die Nippur-Elle zu 30 Finger darstellt, erscheint diese Verbindung zum sumerischen Nippur-System über dieses Zahlenverhältnis recht plausibel. Die samisch-ionische Elle mit 52,24 cm steht zur Doppel-Gudeafuß-Elle mit 52,89 cm im Verhältnis 80:81.

Interessant sind auch Zahlenverhältnisse wie 81:100, wie sie beispielsweise zwischen dem Gudea-Fuß und dem dorischen Fuß, sowie zwischen dem spanischen Fuß und dem ionischen Fuß auftauchen, da es sich um Quadratzahlen handelt, also 9²:10². Folgende quadratische Zahlenverhältnisse kommen in obiger Tabelle vor:

25:36

= 5²:6² = lF:pF, lF:rF:pF (Verhältniskette)

81:100

= 9²:10² = GF:dF, sF:ioF GF:aF:dF (Verhältniskette), sF:ioF (direkt)

196:225 = 14²:15² = NF:gF, NF:rF:gF (Verhältniskette) 576:625 = 24²:25² = rF:oF, rF:kF:oF (Verhältniskette)

Die Quadratzahlenpaare bilden sich immer aus aufeinander folgenden Zahlen, also 5 und 6, 9 und 10, etc.

Einh.

lF

GF

iF

NF

sF

aF

rF

kF

lF

-

14:15

9:10

25:28

7:8

21:25

5:6

4:5

GF

15:14

-

27:28

 

15:16

9:10

25:28

6:7

iF

10:9

28:27

-

 

35:36

14:15

25:27

8:9

NF

28:25

   

-

49:50

 

14:15

 

sF

8:7

16:15

36:35

50:49

-

24:25

20:21

32:35

aF

25:21

10:9

15:14

 

25:24

-

 

20:21

rF

6:5

28:25

27:25

15:14

21:20

 

-

24:25

kF

5:4

7:6

9:8

 

35:32

21:20

25:24

-

öF

32:25

   

8:7

28:25

 

16:15

 

gF

9:7

6:5

81:70

 

9:8

27:25

15:14

36:35

oF

   

75:64

   

35:32

 

25:24

dF

 

100:81

25:21

   

10:9

   

phF

4:3

56:45

6:5

25:21

7:6

28:25

10:9

16:15

DF

27:20

63:50

       

9:8

27:25

ioF

   

80:63

 

100:81

32:27

   

pF

36:25

   

9:7

63:50

 

6:5

 

13

Der Fuß als Basismaßeinheit in der Antike

Einh.

öF

gF

oF

dF

phF

DF

ioF

pF

lF

25:32

7:9

   

3:4

20:27

 

25:36

GF

 

5:6

 

81:100

45:56

50:63

   

iF

 

70:81

64:75

21:25

5:6

 

63:80

 

NF

7:8

     

21:25

   

7:9

sF

25:28

8:9

   

6:7

 

81:100

50:63

aF

 

25:27

32:35

9:10

25:28

 

27:32

 

rF

15:16

14:15

   

9:10

8:9

 

5:6

kF

 

35:36

24:25

 

15:16

25:27

   

öF

-

     

24:25

   

8:9

gF

 

-

   

27:28

20:21

 

25:28

oF

   

-

63:64

       

dF

   

64:63

-

   

15:16

 

phF

25:24

28:27

   

-

80:81

 

25:27

DF

 

21:20

   

81:80

-

 

15:16

ioF

     

16:15

   

-

 

pF

9:8

28:25

   

27:25

16:15

 

-

Tabelle 6: Antike Fußmaße im Verhältnis zueinander mit Verhältniszahlen bis 100.

Die obige Tabelle entstand aus der vorigen Tabelle, indem alle Verhältniszahlen größer 100 entfernt wurden. Die Zahl 100 als Grenze wurde hier gewählt, da der Mensch 10 Finger hat und das Quadrat davon 100 ergibt. Größe Zahlen bei Umrechnungsverhältnissen erscheinen in der Praxis als wenig plausibel und wahrscheinlich. Die Tabelle enthält noch 138 Einträge, da aber alle Einträge doppelt vorkommen wegen der Matrixdarstel- lung bleiben also noch echte 69 Verhältnis-Einträge von ursprünglich 120 übrig.

Einh.

lF

GF

iF

NF

sF

aF

rF

kF

lF

-

14:15

9:10

25:28

7:8

21:25

5:6

4:5

GF

15:14

-

27:28

 

15:16

9:10

25:28

6:7

iF

10:9

28:27

-

 

35:36

14:15

25:27

8:9

NF

28:25

   

-

   

14:15

 

sF

8:7

16:15

36:35

 

-

24:25

20:21

32:35

aF

25:21

10:9

15:14

 

25:24

-

 

20:21

rF

6:5

28:25

27:25

15:14

21:20

 

-

24:25

kF

5:4

7:6

9:8

 

35:32

21:20

25:24

-

öF

32:25

   

8:7

28:25

 

16:15

 

gF

9:7

6:5

   

9:8

27:25

15:14

36:35

oF

         

35:32

 

25:24

dF

   

25:21

   

10:9

   

phF

4:3

 

6:5

25:21

7:6

28:25

10:9

16:15

DF

27:20

         

9:8

27:25

ioF

         

32:27

   

pF

36:25

   

9:7

   

6:5

 
 

14

Der Fuß als Basismaßeinheit in der Antike

Einh.

öF

gF

oF

dF

phF

DF

ioF

pF

lF

25:32

7:9

   

3:4

20:27

 

25:36

GF

 

5:6

           

iF

     

21:25

5:6

     

NF

7:8

     

21:25

   

7:9

sF

25:28

8:9

   

6:7

     

aF

 

25:27

32:35

9:10

25:28

 

27:32

 

rF

15:16

14:15

   

9:10

8:9

 

5:6

kF

 

35:36

24:25

 

15:16

25:27

   

öF

-

     

24:25

   

8:9

gF

 

-

   

27:28

20:21

 

25:28

oF

   

-

         

dF

     

-

   

15:16

 

phF

25:24

28:27

   

-

   

25:27

DF

 

21:20

     

-

 

15:16

ioF

     

16:15

   

-

 

pF

9:8

28:25

   

27:25

16:15

 

-

Tabelle 7: Antike Fußmaße im Verhältnis zueinander mit Verhältniszahlen bis 36.

Die obige Tabelle entstand aus der vorangehenden Tabelle, indem alle Verhältniszahlen größer 36 entfernt wurden. Die Zahl 36 als Grenze wurde hier gewählt, da diese Zahl im sumerisch-babylonischen Umfeld als Zehntel des Vollkreises mit 360° eine bedeutende Rolle spielt. Zudem ist diese Zahl selbst die Quadratzahl von 6, einer im mesopotamischen System wichtigen Zahl. Die Tabelle enthält noch 116 Einträge, da aber alle Einträge doppelt vorkommen wegen der Matrixdarstellung bleiben also noch echte 58 Verhältnis-Einträge übrig, d. h. zur vorangegangen Tabelle wurden 11 Einträge eliminiert.

Entfernt man nun alle Verhältniszahlen größer 10 der Mensch besitzt 10 Finger , so ergibt sich die nach- folgende Tabelle, die noch 40 Einträge, davon 20 nach Abzug der doppelten Einträge, enthält. Gegenüber der vorangegangen Tabelle wurden 38 Einträge eliminiert.

Einh.

lF

GF

iF

NF

sF

aF

rF

kF

öF

gF

oF

dF

phF

DF

ioF

pF

lF

-

 

9:10

 

7:8

 

5:6

4:5

 

7:9

   

3:4

     

GF

 

-

     

9:10

 

6:7

 

5:6

           

iF

10:9

 

-

       

8:9

       

5:6

     

NF

     

-

       

7:8

           

7:9

sF

8:7

     

-

       

8:9

   

6:7

     

aF

 

10:9

     

-

         

9:10

       

rF

6:5

         

-

         

9:10

8:9

 

5:6

kF

5:4

7:6

9:8

       

-

               

öF

     

8:7

       

-

           

8:9

gF

9:7

6:5

   

9:8

       

-

           

oF

                   

-

         

dF

         

10:9

         

-

       

phF

4:3

 

6:5

 

7:6

 

10:9

         

-

     

DF

           

9:8

           

-

   

ioF

                           

-

 

pF

     

9:7

   

6:5

 

9:8

           

-

Tabelle 8: Antike Fußmaße im Verhältnis zueinander mit Verhältniszahlen bis 10.

15

Der Fuß als Basismaßeinheit in der Antike

Platz

Antike Maßeinheit

#

Verh. bis 10

#

Verh. bis 36

#

Verh. bis 100

1

Latinischer Fuß (lF)

6

12

12

2

Römischer Fuß (rF)

4

11

11

3

Philetairischer Fuß (phF)

4

10

12

4

Kyrenaischer Fuß (kF)

3

10

10

5

Spanischer Fuß (sF)

3

9

12

6

Gemeingriechischer Fuß (gF)

3

9

10

7

Italischer Fuß (iF)

3

8

11

8

Gudea-Fuß (GF)

3

7

10

9

Ptolemäischer Fuß (pF)

3

7

8

10

Attischer Fuß (aF)

2

10

10

11

Österreichischer Fuß (öF)

2

6

6

12

Nippur-Fuß (NF)

2

5

6

13

Drusus-Fuß (DF)

1

5

7

14

Dorischer Fuß (dF)

1

3

5

15

Olympischer Fuß (oF)

0

2

4

16

Ionischer Fuß (iF)

0

2

4

Tabelle 9: Antike Fußmaße mit Anzahl an Verhältniswerten bis 10, 36 bzw. 100. Platzierung nach drittletzter bis letzter Spalte.

Die obige Tabelle erhält die Auswertung der drei vorangegangen Tabellen. Klarer Sieger ist der latinische Fuß, der 6 Verhältnisse mit Zahlenverhältnissen von höchstens 10 zu den anderen 15 Fußmaßen besitzt und 12 Verhältnisse mit Zahlenverhältnissen von höchstens 36. Diese Rangliste zeigt recht deutlich, welche Fußmaße in der Antike am verbreitetsten gewesen sind, denn je mehr einfache Umrechnungsverhältnisse zu anderen Fußmaßen existieren, desto öfter wurde die Einheit wohl benutzt. Auf jeden Fall geht die Wichtigkeit des jeweiligen Fußmaßes aus obiger Tabelle hervor. Bei den letzten Plätzen ist deutlich zu erkennen, dass diese Fußmaße nur eine untergeordnete, weil lokale, Bedeutung gehabt haben können. Der olympische Fuß, der auch als Herakles-Fuß bekannt ist, ist zwar symbolträchtig, aber vermutlich wurde er nur für die Bemessung der olympischen Rennbahn benutzt und in dessen lokalem Umfeld um Olympia. Auch vom ionischen Fuß kann man die lediglich lokale Bedeutung ableiten.

Platz

Antike Maßeinheit

#

Verh. bis 10

#

Verh. bis 36

#

Verh. bis 100

1

Latinischer Fuß (lF)

6

12

12

2

Römischer Fuß (rF)

4

11

11

3

Philetairischer Fuß (phF)

4

10

12

4

Kyrenaischer Fuß (kF)

3

10

10

5

Attischer Fuß (aF)

2

10

10

6

Spanischer Fuß (sF)

3

9

12

7

Gemeingriechischer Fuß (gF)

3

9

10

8

Italischer Fuß (iF)

3

8

11

9

Gudea-Fuß (GF)

3

7

10

10

Ptolemäischer Fuß (pF)

3

7

8

11

Österreichischer Fuß (öF)

2

6

6

12

Nippur-Fuß (NF)

2

5

6

13

Drusus-Fuß (DF)

1

5

7

14

Dorischer Fuß (dF)

1

3

5

15

Olympischer Fuß (oF)

0

2

4

16

Ionischer Fuß (iF)

0

2

4

Tabelle 10: Antike Fußmaße mit Anzahl an Verhältniswerten bis 10, 36 bzw. 100. Platzierung nach vorletzter, drittletzter und letzter Spalte. Fußname in Fettdruck bedeutet eine Veränderung zur Vorgängertabelle in der Platzierung.

16

Der Fuß als Basismaßeinheit in der Antike

Gegenüber Tabelle 9 gibt es nur eine Verschiebung, nämlich durch den attischen Fuß, allerdings gleich um fünf Plätze nach oben. Ansonsten ist diese Rangfolge aber völlig identisch mit der vorangegangen Auswer- tung. Der attische Fuß gewinnt meines Erachtens zu Recht an Bedeutung, sodass diese Tabelle wohl die bes- sere Rangfolge wiedergibt, da die zugrunde liegende Basis größer ist. Dass es aber dennoch trotz deutlicher Erhöhung der absoluten Zahlen (Spalte 2 gegenüber Spalte 1) nur eine einzige Verschiebung gegeben hat, zeigt die Signifikanz dieser Tabelle.

Platz

Antike Maßeinheit

# Verh. bis 10

# Verh. bis 36