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VISION DER SEELE

Für eine Zukunft ohne Krieg

von Dr. Dieter Duhm

An die Freunde in aller Welt,

Wir alle kommen aus dem Licht und sind aus Licht gemacht. Im
Lichtzentrum der Welt sehen wir die Zusammengehörigkeit aller Wesen.
Der Weg der globalen Heilung könnte darin bestehen, uns - unsere
Gedanken, unsere Leiber, unsere Wohnsysteme - wieder mit dem Licht zu
verbinden.
Dafür müssen Lebensformen entwickelt werden, in denen tiefes Vertrauen
entstehen kann. Das Licht geht durch den Kanal des Vertrauens. Vertrauen
zwischen Menschen, Vertrauen zwischen den Geschlechtern, Vertrauen
zwischen Mensch und Tier und allen Wesen der Natur, Vertrauen und
Geborgenheit in der Welt. - Die Arbeit ist nicht leicht, denn wir alle
kommen aus einer mehrtausendjährigen Geschichte von Krieg, Gewalt, Dr. Dieter Duhm Photo: © Nigel Dickinson
Vertreibung.
Diese Geschichte liegt heute wie ein traumatischer Film über der Erde. Ein kollektiver Schatten von Angst
und Unglauben liegt in der Seele der derzeitigen Menschheit. Um das Hologramm der Angst und Gewalt in
ein Hologramm der Liebe zu verwandeln, arbeiten wir seit vielen Jahren an Lebensformen, in denen
Vertrauen und Solidarität kollektiv erfahren werden können.
Die heute gängigen Zukunftsvisionen befassen sich mit materiellen Themen und übergehen die inneren. Das
Marsprojekt, an dem ca. 4000 Wissenschaftler und Ingenieure arbeiten, zeugt von gigantischen technischen
Visionen und Möglichkeiten. Aber was wäre, wenn es gelänge? Die Menschen würden ihren Liebeskummer,
ihre Angst und ihre Kriegsgedanken auf den Mars exportieren. Die dort aufgebaute Zivilisation würde
wahrscheinlich bald so schlimm aussehen wie die auf der Erde. Utopische Entwürfe dieser Art ignorieren
den inneren Kern des Problems. Wir leiden nicht an zu wenig Technik, sondern an einem weltweiten Verlust
von Vertrauen und seelischer Heimat. Die Menschheit hat ihren Anker verloren. Kaum ein Liebespaar kann
die Freude bewahren, mit der es sich einmal begegnet ist. An zerstörter Liebe sterben täglich mehr Menschen
als an Autounfällen. Vom Schicksal der Kinder ganz zu schweigen. Wo keine Liebe empfangen wird,
entsteht Gewalt. Der weltweite Krieg resultiert aus den inneren Konfliktfeldern der Menschen. Das zentrale
Krisengebiet unserer Zeit ist die Beziehung zwischen Menschen.

Wenn wir realistische Friedenspläne entwickeln wollen, müssen wir die Innensteuerung aller irdischen
Vorgänge ins Auge fassen. Was außen geschieht, kommt aus einem Inneren. Das hat erhebliche Folgen für
unsere eigene Innenarbeit: was wir im Äußeren heilen wollen, muß im (eigenen) Inneren geheilt werden. Die
konkrete Utopie ist eine Utopie der Seele. Wenn wir das Seelenbild der Liebe in unseren Freunden und in
uns selbst sehen können, dann nähern wir uns einer Vision für die ganze Menschheit. Wir sind getragen von
einem neuen Energiestrom, welcher heute die globale Transformation vorbereitet. Die Umwälzungen der
kommenden Zeit basieren auf einer Transformation des archetypischen Untergrundes in der kollektiven
Seele der Menschheit. Die archetypischen Bilder von Angst und Gericht, von Dunkelmächten und strafenden
Göttern, welche die Epoche der Gewalt in der Menschheit hinterlassen hat, wandeln sich in archetypische
Bilder von Einheit, Versöhnung und Solidarität. Wir erkennen heute eine neu entstehende planetarische
Gemeinschaft, die von diesen neuen Seelenbildern getragen ist. In diesem Zusammenhang grüße ich unsere
Freunde in San José (Kolumbien) und Sao Paulo, in Lissabon und Leipzig, in Arawaka (New Mexiko, USA)
und Tent of Nations (Westbank, Palästina), in Bethlehem, in Tibet, Dharamsala und Tilonia (Indien). Ich
grüße dich, Vasu, und deine Gemeinschaft in Tilonia, wir senden dir Liebe und Gesundheit. Wir grüßen euch
alle in dem Wissen, daß ihr oft unter weit schwereren Bedingungen arbeiten müßt als wir in Portugal. Ihr
seid Geburtshelfer der neuen Erde und ein Teil der wachsenden Weltgemeinschaft. Möget ihr Kraft finden in
diesem Bild unserer planetarischen Familie.

Im Zentrum seelischer Qualen steht oft das Thema Nummer Eins: Sex, Liebe, Partnerschaft. Vor allem hier
müssen neue Seelenbilder gesehen, neue Ikonen geschaffen, neue genetische Informationen in den

© Verlag Meiga 1
Menschenleib eingegeben werden. Es kann auf der Erde keinen Frieden geben, solange in der Liebe Krieg
ist. Das alte Bild von Zweisamkeit und Ehe war zu eng, um den gewaltigen Anstürmen der erotischen
Weltmacht gewachsen zu sein. Wir sehen heute die Umrisse einer neuen erotischen Kultur, in die mehr
Freiheit und mehr Wahrheit hineinpaßt. Es geht nicht um eine ideologische Entscheidung zur Frage von
Monogamie oder Polygamie, sondern es geht um Wahrheit und Vertrauen in der Liebe und um die
Beendigung des latenten Geschlechterkampfes. Hier, vor allem hier werden die Weichen gestellt für ein
neues Zusammenleben der Menschen - und auch für ein neues Zusammenleben des Menschen mit allen
Mitgeschöpfen. Wissen wir, was in den Jahrtausenden männlicher Kriegsführung der menschlichen Seele,
vor allem der weiblichen, angetan wurde? Der Kampf gegen Weib und Leib kannte keine Grenzen. Das Wort
"Geilheit", Ausdruck für sexuelle Leibeslust, hat heute den Rang einer schmutzigen Vokabel. Frauen, die ihre
Lust offenbaren, müssen befürchten, dafür verachtet und denunziert zu werden. Hier hat die männliche
Kulturgeschichte ihre Lügen tief ins Fleisch gemeißelt. Hier brauchen wir alle einen fundamentalen
Wertewandel im Sinne einer neuen Wahrnehmung und Bejahung des Lebens. Eine gewaltfreie Zivilisation
erwächst auch aus einem neuen Verhältnis der Geschlechter. Mann und Frau sind die beiden Hälften des
Menschen. Wo sich diese Hälften in angstfreier Liebe wiederfinden, da hat die Seele ihr Glück und ihren
Anker.

Wenn ich von "Seele" spreche, so meine ich nicht den Rückzug in eine weltfremde Innerlichkeit, sondern ich
meine das Erwachen zur Realität unserer Existenz. Die Welt ist aus Seele gemacht. Jedes Tier, jede Pflanze,
jedes Gewässer, jeder Berg ist beseelt und reagiert deshalb auf seelische Energien. Die Aufgabe globaler
Friedensarbeit besteht unter anderem darin, die Seelenkräfte im Weltenstoff wahrzunehmen und in neue
Richtungen zu lenken. Es ergeben sich daraus neue Perspektiven für unser Zusammenleben mit der Welt,
unsere Besiedelung der Erde, unsere Wiedereinordnung in die große Familie des Lebens, unsere
feinstofflichen Informationssysteme in Ökologie und Technologie. Das sind notwendige Forschungen für
eine reale Zukunft ohne Krieg. Das geschieht zunächst einmal in kleineren Gemeinschaften, die den Mut
haben, sich auf das seelische Abenteuer einzulassen. Sie sind die Horchposten für das Ausmaß der
möglichen Veränderungen, Gründungsorte für eine neue Matrix des Lebens, Forschungsstätten für
"Biosphäre 3", Werkstätten des archetypischen Wandels. Jeder Haß kann sich in Liebe verwandeln, jede
Angst kann sich in Kraft verwandeln, wenn das große Kaleidoskop gedreht wird. Das große Kaleidoskop:
das ist das Lichtmuster, durch welches die Kraftbilder der Heiligen Matrix in unser Bewußtsein strömen.

Die heiligen Kräfte des Universums haben immer das menschliche Bewußtsein berührt. Aber sie wurden
durch ein grausames Prisma gedrängt, wo sie gebeugt, verzerrt und ins Gegenteil verkehrt wurden. Die
Menschen begannen, das zu verfolgen und zu vernichten, was sie einst geliebt hatten. Was unter dem
"Bauchnabel" lag, die dunkle Welt von Krypten und Grüften, Höhlen und Geheimgängen. wurde in die Welt
des Bösen verbannt und entsprechend verfolgt. Das obere Sexualchakra der Frau war ein Tabernakel alter
Mysterienkulte, in diesem weiblichen Lebenszentrum wurde von der aufkommenden Männerkirche die
Quelle des Bösen geortet. Auf diesem Wege der Verdrehung gelangte das heilige Dunkle, das eigentlich zum
Leben gehört und eine Quelle der Heilung ist, in das kollektive Wahnsystem von Sünde, Scheiterhaufen und
Hölle. Dort liegt es - tief verdrängt - bis heute. Es gehört zu den zentralen Unternehmungen der kommenden
Zeit, diese alten Quellen aus den dunklen Kellergeschossen unserer Seele zu befreien, die Göttin aus den
Grüften zu holen, das Verdrängte ans Licht zu heben und die darin enthaltenen Kräfte zu humanisieren. Ich
glaube, daß dies ein Kernvorgang der anstehenden globalen Transformation ist. Solange das "Böse"
unerkannt in uns selber wohnt, können wir die Erde nicht heilen. Solange unsere Seele heimlich noch
durchzogen ist von den Schreckensbildern der alten Zeit, werden wir an keinen globalen Frieden glauben
können. Je mehr wir diese Zusammenhänge durchschauen, desto mehr sind wir gefordert, eine neue
Gesamtvision für eine humane Menschheit auf einer humanen Erde zu finden. - Es gibt diese Vision.

Durch die feinstofflichen Entdeckungen am Leib der Natur, in den Frequenzen des Wassers und den
Rhythmen von Tieren werden wir langsam aber sicher hingewiesen auf die unbegreifliche Einheit aller
Dinge in uns und über uns. Diese Lebensfamilie ist ja viel größer, als wir gedacht hatten. Gehören vielleicht
auch die Sterne dazu, sind sie lebendige Organe in einem beseelten Universum? Sollten wir tatsächlich in
einer galaktischen Kommunikation stehen, die uns in jedem Wassertropfen mitgeteilt wird? Können wir für
fernes Sternenwirken auf unserer Erde, für seltsame Himmelserscheinungen, Kornkreise oder Ufo-
Phänomene auf einmal ganz "un-esoterische" Wahrnehmungen und Informationen gewinnen? (Oder wollen

© Verlag Meiga 2
wir weiterhin solche Themen den Top-Secret-Abteilungen militärischer Forschungsprojekte überlassen?).
Können wir vielleicht hier auf Erden schon jene kosmische Existenz aufbauen, die wir bisher immer in den
"Himmel" verschoben haben? - Ich bin überzeugt, daß es so kommen wird und daß es nicht mehr lange
dauern wird. Die kosmische Existenz auf der Erde wird sehr sinnlich sein, die Transformation geschieht im
Leib. Der Menschenleib ist ein Abbild des Erdenleibes. Im leiblichen Nammu-Zentrum der Frau könnte ein
Licht aufgehen, das die schönsten Dinge beleuchtet, die wir alle aus Urzeiten kennen, aber vergessen haben.

Das Seelen-Panorama, das ich hier skizziert habe, braucht zu seiner Verwirklichung ein solides materielles
Fundament: neue Wohnsysteme, dezentrale Versorgungssysteme für Wasser, Nahrung und Energie,
Ökologie, Technologie, Ökonomie. Für das Wachstum der neuen Innenkräfte brauchen wir ein gutes
materielles Gehäuse. Die wiedergewonnene innere Verbundenheit mit allen Mitgeschöpfen verlangt eine
Wohnarchitektur, bei der eventuelle Wohnungen für Tiere mitbedacht sind. Vögel, Kröten, selbst Schlangen
und Ratten können Mitarbeiter sein im weltweiten Friedenssyndikat. (Die Erfahrungen, die wir in diesem
Bereich gemacht haben, übersteigen alle Vorstellungen.) Die neuen Lebensmodelle müssen konkret und
materiell aufgebaut werden, das ist eine Voraussetzung für die gelingende Transformation. Die globale
Verwirklichung verläuft über real entwickelte Modelle, denn die neuen Experimente werden zunächst in
kleineren Gemeinschaften entwickelt und erprobt, bevor sie in die Welt entlassen werden können. Durch die
konkrete materielle Arbeit gewinnen die Mitarbeiter die nötige Bodenständigkeit und Kraft, die sie zum
Durchhalten befähigt, auch wenn vorübergehende Krisen und Zweifel ihre Freude überschatten. Wir sind alle
Arbeiter im "Weinberg Gottes", und manchmal gilt der Satz "Beginne mit der Hand, für das Herz sorgt
Gott."

Wir hören den Notruf der Erde - jeden Tag mehr. Könnten alle Wesen, die jetzt in unsäglicher Qual liegen,
schreien, so wäre die Erde ein einziger Schrei. Aber wir sehen auch die andere Welt. Wir sehen eine Zukunft,
wo kein Kind mehr verlassen wird von seinen Eltern, keine Frau mehr vergewaltigt wird, kein Tier mehr
gequält wird, keine Mutter mehr um ihren getöteten Sohn weint und kein Sohn mehr in den Krieg zieht, weil
es keinen Krieg mehr gibt. Wir sehen eine Welt ohne Angst und Krieg. Dies ist nicht länger nur ein Traum,
denn wir haben das technologische, ökologische, soziale und spirituelle Wissen, um diese neue Welt zu
bauen. Dafür gründen wir Orte, wo das erforderliche Wissen zusammen kommen kann. Einer dieser Orte ist
Tamera in Portugal. Wir wollen Lebensmodelle entwickeln, die mit der universellen Ordnung des Lebens
und mit der Heiligen Matrix des Universums übereinstimmen. Für die endgültige Beendigung des Krieges
auf unserem Planeten! Wir freuen uns auf eine weltweite Freundschaft und Kooperation.
Im Namen der Liebe.
Im Namen der Kinder in aller Welt.
Im Namen der Wärme für alle Kreatur.

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Die Gedanken dieses Textes haben sich aus einer langen Forschungsarbeit mit Gemeinschaften und neuen Lebensmodellen
entwickelt. Dabei entstand eine langjährige Zusammenarbeit und Liebe zwischen Dieter Duhm und Sabine Lichtenfels,
Mitbegründerin des Projekts Tamera, Autorin verschiedener Bücher und Leiterin von GRACE-Pilgerschaften in Nahost (2005,
2007), Kolumbien (2008) und Europa (2009). Sie haben die Gedanken und Forschungsergebnisse ihrer Arbeit in verschiedenen
Büchern aufgeschrieben. Einige davon:

Dieter Duhm: Der unerlöste Eros.


Dieter Duhm: Die Heilige Matrix.
Dieter Duhm: Zukunft ohne Krieg.

Sabine Lichtenfels: Weiche Macht.


Sabine Lichtenfels: Tempel der Liebe.
Sabine Lichtenfels: Grace. Pilgerschaft für eine Zukunft ohne Krieg.

Weitere Informationen: Institut für globale Friedensarbeit, Institute for global Peacework (IGP)
Tamera, Monte do Cerro, P-7630-303 Colos, Portugal

Tel: +351 283 635 484


Fax: +351 283 635 374

© Verlag Meiga 3
eMail: igp@tamera.org
www.tamera.org

Sie bekommen diesen Text online als pdf über: www.verlag-meiga.org


Wir freuen uns über die Verbreitung und Vervielfältigung dieser Gedanken, bitte jedoch immer mit Quellenangabe!

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