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Regionale Vernetzung
Hochschulen und Forschungseinrichtungen regional verankern

Patrick Honecker

Jeder weiß gerne, was in seiner Nachbarschaft geschieht. Deswegen ist die regionale Vernetzung im
Grunde nicht schwer. In diesem Kapitel soll beschrieben werden, warum das Kommunikationsziel
„Heimat“ wichtig ist und welche Multiplikatoren man dazu ansprechen sollte.

Gliederung Seite

1. Kommunikationsziel „Heimat“ – warum regionale Vernetzung einfach ist 2


2. Hallo Nachbar – wie erreiche ich mein Umfeld? 3
2.1 Die regionalen Medien 3
2.2 Kindergärten und Schulen – nahe Bildungsmultiplikatoren 5
2.3 Kommunalpolitik, Verwaltung und Wirtschaft 7
3. Checklisten regionale Vernetzung 9

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1. Kommunikationsziel „Heimat“ – warum


regionale Vernetzung einfach ist

Wissenschaft wird auf mehreren Ebenen wahrgenommen.

Kritisch werden Forscher zu erst einmal von Ihren eigenen Kollegen


beäugt. Die Klientel der Fachkollegen ist in der Regel weit verstreut,
Netzwerke bestehen weltweit und werden kontinuierlich global aus-
gebaut. Die Kommunikation innerhalb dieser Netzwerke kann sowohl
formal standardisiert sein, z. B. über Publikationen in Fachmagazinen,
als auch auf informeller Ebene stattfinden, d. h. in allen Formen des
mündlichen und schriftlichen Austauschs, vom Telefonat über Mail bis
zum Chat oder anderen Formen der elektronischen Datenübermittlung.
Dieser Austausch in der wissenschaftlichen Peergroup ist für Fach-
fremde oft so unzugänglich, dass man ihn fast schon als interne
Kommunikation (in der Peergroup) bezeichnen kann.

Daneben werden aber Wissenschaftler extern wahrgenommen. Wenige


erreichen dabei überregionale Bekanntheit, viele von ihnen sind „vor
Ort“ durchaus eine bekannte Größe.

Die Kölner Regionalzeitungen Kölner Stadtanzeiger und Kölnische


Rundschau berichten beispielsweise mehrmals wöchentlich über Pro-
fessoren der Universität zu Köln, das Lokalstudio des Westdeutschen
Rundfunks schickt regelmäßig Radio- und Fernsehreporter, der private
regionale Radiosender Radio Köln greift gerne Pressemitteilungen
Kölner Forschungseinrichtungen auf.

Kurze Wege in die 1. Ein wichtiger Nachrichtenfaktor ist neben der Aktualität und Rele-
Medien vanz die Identifikation. Dabei ist die Nähe zum Geschehen wich-
tig, und zwar auch in räumlicher Hinsicht. Das ist nicht nur mit ei-
nem gewissen Hang zum Ethnozentrismus zu erklären, sondern
schlicht auch damit, dass die Beschäftigung mit der eigenen Stadt
Personalisierung und Emotionalisierung erleichtert.1
2. Ein wichtiger Produktionsfaktor sind die Kosten der einzelnen
Beiträge. Einen O-Ton schnell mit dem Fahrrad oder gar zu Fuß
holen zu können, ein Kamerateam, das nur wenige Kilometer fah-
ren muss, schont die Dienstreise-Etats.
3. Ein weiterer wichtiger Produktionsfaktor ist die Zeit. Wenn ein
Thema morgens in der Redaktionskonferenz gesetzt wurde, ist es
im Laufe des Tages zu realisieren. Kurze und vor allem bekannte
Wege senken den Aufwand für die Journalisten auf ein vertretbares
Minimum.

1
Vgl. Stephan Ruß-Mohl (Hrsg.): Wissenschaftsjournalismus. Ein Handbuch
für Ausbildung und Praxis, München 1968, S. 92

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Information zum Autor:


Dr. Patrick Honecker (gepr. Sprechwissenschaftler DGSS) leitet die Stabsstelle Presse und
Kommunikation der Universität zu Köln. Er ist Vorstandsmitglied von Pro Wissenschaft, einem
Verein zur Förderung des Dialogs zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit.
Der gelernte Rundfunkjournalist hat Germanistik, Geschichte und Sprechwissenschaften In Bonn,
Aachen und Trier studiert. Bisherige berufliche Stationen waren u. a. der Südwestrundfunk, die
Wissenschaftsredaktion des Deutschlandfunks und im Bereich der Politik-Kommunikation eine
Tätigkeit für die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung. Zu
seinen Arbeitsschwerpunkten gehören Trainings und Coaching im Bereich der Wissenschafts-
kommunikation und strategische Kommunikationsberatung für Forschungseinrichtungen.

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