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Geschichte Bosniens
von den ältesten Zeiten
bis zum Verfalle des Königreiches.

Nach dem Kroatischen

des

Prof. Vjekoslav Klaic
von

Dr. Ivan von Bojnicic.

Leipzig.
Verlag von Wilhelm Friedrich,
K. Hofbuchhandler.

1885.

Alle Rechte vorbehalten.

10665i
JUN 1 0 1007
F57/

Vorrede.
Die bedeutungsvollen Ereignisse der jüngstverflossenen
Jahre haben die Aufmerksamkeit der ganzen civilisirten
Welt auf den europäischen Südosten und auf die denselben
bewohnenden Slavenvölker gelenkt. Unter den die Balkan-
halbinscl bewohnenden Südslaven nehmen die Bosnier eine
hervorragende Stellung ein. Bosnien und die Herzegovina
bildeten im Mittelalter einen mächtigen und culturell ent
wickelten Staat, der gar oft in die Geschicke der Balkan
halbinsel muthig eingriff. Die interessante Geschichte dieser
Länder war jedoch dem Auslande bis in die neueste Zeit
ziemlich unbekannt, was dem Umstande zuzuschreiben ist,
weil die älteren Quellen der südslavischen Geschichte
grösstentheils in altslavischer Sprache geschrieben und ausser
dem über die ganze Welt zerstreut und schwer zugänglich
sind. Dies ist Schuld, dass alle bisher in deutscher Sprache
erschienenen Werke über Bosniens Geschichte nur ober
flächlich und von geringem Werthe sind. Durch diese
Umstände liess sich der unterfertigte Uebersetzer bewegen,
vorliegendes Werk des Agramer Professors V. Klaic in das
Deutsche zu übertragen.
Vjekoslav Klaic, der derzeit in Agram Professor der

Klaic hat in diesem Werke mit den bisherigen Traditionen vollkommen gebrochen. durch Hinweglassung mancher unwesentlicher Citate. die ihm gründlich bekannte ältere Literatur über Bosniens Geschichte würdigt er nur in der Einleitung einer kurzen Besprechung. muss der Unterfertigte hervorheben. Das ganze ihm zugängliche Qucllenmaterial hat Klaic sorgfältig gesichtet und nur die unzAveifclhaft glaubwürdigen Quellen zur Ausarbeitung seines Werkes benützt. Durch seine zahlreichen Werke und Abhandlungen hat er wesentlich zur Klärung des über der älteren Geschichte der Südslaven lastenden Dunkels beigetragen. aus der Feder des Uebersetzers her rührende Anhang erhebt keinen Anspruch auf Wissenschaft . er muss also die deutschen Leser um gefällige Nachsicht bitten. Der ganze Inhalt des Werkes beruht nur auf Quellen forschung.und Personennamen. gehört unter die berufensten slavischen Geschichtsforscher. Der beigefügte. durch die moderne historische Kritik streng vorgeschriebenen Weg. er selbst wandelt seinen eigenen. und sein vorliegendes Werk erregte bei dessen Erscheinen in der ganzen slavischen Gelehrtenwelt gerechtes Aufsehen. dass er selbst ein Kroate ist und die deutsche Sprache verhältnissmässig spät lernte. durch eine beigefügte kurze Ueber- sicht der Geschichte Bosniens bis zur neuesten Zeit und durch ein sorgfältig gearbeitetes alphabetisches Verzeichnis der Orts. Von der kroatischen Originalausgabe unterscheidet sich die deutsche Bearbeitung nur durch Benützung- einiger neuer Materialien. Dieses Werk kann also mit vollem Rechte die erste und bisher einzige kritische Geschichte Bos niens und der Herzegovina genannt werden. Was die vorliegende Uebersetzung betrifft. — IV — kroatischen Geschichte und Geographie ist.

. dass das kroatische Originalwerk im Jahre 1882 zu Agram erschien. Jargon) . B. *) C = ts (z. derselbe soll eben nur eine ganz kurze Uebersicht der Geschichte Bosniens unter der osmanischen Herrschaft bieten. Bei den vorkommenden einheimischen Wörtern und Namen wurde nach Vorgang der hervorragendsten neueren slavischen Schriftsteller ausschliesslich die slavische Ortho graphie durchgeführt. s=sch. Ivan von Bojnicie. Cur = Tsar. archUolog. Lehrer an der kün. z — weiches s (wie im Deutschen in den Wörtern Rose. — V — lichkeit. Agram. *) Endlich muss noch erwähnt werden. c = tsch . v = w (Ivan = Iwan). phil. Juni 1884. z = (las französische j (jardin. Dr. e = tj (Klaic = Klaitj) .). sehen etc. s = scharfes s. ss (Boana = Bossna). National-Museunis. Conservator-Adjunkt des kroat. Zar) . kroatischen Franz-Josephs-Universität.

.

Stephan Tomasevic und der Verfall des bosnischen König reiches (1461—1463) 414 Anhang. Bosnien von Mathäus Ninoslav bis Stephan Kotromanic . 111 VI. Ban Stephan Kotromanic (1322—1353) 139 VIII. Jahrhundert 37 III. Jahrhundert 126 VII. Stephan Tvrtko I. Historische Geographie Bosniens und der Herzegovina . Bosnien von der Ansiedlung der Slaven im Süden bis Ban Kulin (1180) 57 IV. Inhalt. Das Land Hum bis zum 14.. Die Zeit der Gegenkönige und der Kämpfe um den bos nischen Thron (1398—1421) 273 XI. Stephan Dabisa und seine Gattin Jelena Gruba (1391 bis 1398) 254 X. Stephan Thomas Ostojic (1441—1461) 365 XIII. 21 H. 76 V. der erste König Bosniens (1353—1391) 186 IX. Stephan Tvrtko II. Tvrtkovic (1421—1443) 338 XU. Kurze Geschichte Bosniens vom Untergange des bos nischen Königreiches bis zur Occupation durch Oesterreich (1463—1878) 440 . Bosnien und die Herzegovina von den ältesten Zeiten bis zum 7. Seite Einleitung. Bosnien unter den Banen Kulin und Mathäus Ninoslav . Über die Quellen und Hilfsmittel der Geschichte Bosniens 1 I.

Hallberg). Leipzig. (H.Draclt von w. schuwardt & Co. .

Der volle Titel von Orbini's Werke lautet: II regno de gli Slavi hoggi corrottame'nte detti Schiavoni. die ihre unglückliche Heimath verlassen hatten. Der älteste Verfasser einer Geschichte Bosniens ist der Ragusaner Mauro Orbini. Geschichte Bosniens. Über die Quellen und Hilfsmittel der Geschiente Bosniens. Mauro Orbini. Jahrhunderts (-j. konnte also noch vieles über Bosniens Ver gangenheit nicht nur aus schriftlichen Denkmälern.1614) . gehörte dem Benedictinerorden an und war Abt desselben im Kloster der Insel Meleda und später in Bäcs in Ungarn. sondern auch aus der lebendigen Tradition erfahren. so ist es natürlich. Da Ragusa seit den ältesten Zeiten immer im regsten Verkehre mit den südslavischen Ländern und Staaten. ja Ragusa war sogar der Zu fluchtsort der bosnischen Flüchtlinge. vorzüglich mit Serbien und Bosnien stand. 1 . Er lebte am Ende des 16. und Anfangs des 17. Ausserdem waren in Ragusa hundert Jahre nach dem Falle Bosniens noch die Tradition und Erinnerung an die Ereignisse zur Zeit der bosnischen Unabhängigkeit lebendig. Einleitung. dass sich in Ragusa mit der Zeit zahlreiche Denkmäler der Geschichte jener Länder ansammelten. der etwas über hundert Jahre nach dem Falle Bosniens in seiner Vater stadt schrieb.

Leipzig. schuwardt & Co. .Druck von W. (H. Hallberg).

Einleitung. 1 . ja Ragusa war sogar der Zu fluchtsort der bosnischen Flüchtlinge. Der älteste Verfasser einer Geschichte Bosniens ist der Ragusaner Mauro Orbini. Geschichte Bosniens. dass sich in Ragusa mit der Zeit zahlreiche Denkmäler der Geschichte jener Länder ansammelten. vorzüglich mit Serbien und Bosnien stand. Da Ragusa seit den ältesten Zeiten immer im regsten Verkehre mit den südslavischen Ländern und Staaten. Über die Quellen und Hilfsmittel der Geschichte Bosniens. Er lebte am Ende des 16. gehörte dem Benedictinerorden an und war Abt desselben im Kloster der Insel Meleda und später in Bacs in Ungarn. konnte also noch vieles über Bosniens Ver gangenheit nicht nur aus schriftlichen Denkmälern. die ihre unglückliche Heimath verlassen hatten. sondern auch aus der lebendigen Tradition erfahren. Der volle Titel von Orbini's Werke lautet: II regno de gli Slavi hoggi corrottame'nte detti Schiavoni. Jahrhunderts (j 1614). der etwas über hundert Jahre nach dem Falle Bosniens in seiner Vater stadt schrieb. Ausserdem waren in Ragusa hundert Jahre nach dem Falle Bosniens noch die Tradition und Erinnerung an die Ereignisse zur Zeit der bosnischen Unabhängigkeit lebendig. Mauro Orbini. so ist es natürlich. und Anfangs des 17.

Aber trotz dieses Mangels an aller Kritik erwarb sich Orbini durch dieses Werk das grösste Lob seiner Zeitgenossen. Wie schon dieser Titel beweist. die damals schon über hundert Jahre unter osmanischem Joche seufzten. wie irgend eine andere nüchterne Quelle. wie sein ganzes Werk. Jahrhundert keinen Schriftsteller mehr. die bekannte kroatische Chronik des Priesters von Dioclea eben so viel. B. Die Geschichte Bosniens ist auf Seite 343 —389 und die jenige Hums (der Herzegovina) auf Seite 390— 393 ent halten. Sein 473 Seiten umfassendes Werk enthält die Geschichte Dalmatiens. der die Geschichte Bosniens be- -\ . Kritischen Geist findet man bei ihm gar keinen. seien nun dieselben Katholiken gewesen oder nicht. Er hat der Erste die Geschichte aller Süd slaven nach einem gewissen Systeme bearbeitet. als als gewöhnliches Geschichts werk betrachtet wurde. trotz seiner Stellung als katholischer Mönch die Geschichte der Südslaven ohne Rücksicht auf deren Religion geschrieben und die Werke der grossen und berühmten Männer mit gleicher Liebe und Begeisterung geschildert zu haben. Das ist die Ursache. — 2 — Historia di Don Mauro Orbini Rauseo abbate Melitense. Nach Orbini finden wir im ganzen 17. In'Pesaro 1601. er hat ge- wissermassen zum zweitenmale die Länder der Südslaven. Bosniens. Dieser Umstand bewirkte es. Orbini gebührt das besondere Verdienst. warum seine Geschichte noch in späterer Zeit als ein classisches Werk gefeiert. Orbinis Geschichte Bosniens ist. Kroatiens. . ihm gilt z. ja warum sie sogar bis in die neueste Zeit mehr als Quelle. für Europa entdeckt. dass seine Geschichte allen Slaven ohne Rücksicht auf die Religion wohlgefiel und dass dieselbe sogar von den Russen in deren Sprache übersetzt wurde. und zerfällt demnach in mehrere Abtheilungen. sondern diejenige aller Süd slaven. Serbiens und Bulgariens. nichts als eine Compilation von glaubwürdigen und unglaub würdigen Nachrichten. Ihm sind alle Quellen gleich glaubwürdig. schrieb Orbini nicht nur die Geschichte Bosniens.

pag. 6. — 3 — arbeitet hätte. Obwohl also nach Orbini niemand eine Geschichte Bosniens schrieb. auch die Geschichte Bosniens. Venezia 1674. dass man die Geschichte Kroatiens ohne die jenige Bosniens nicht genügend begreifen könne. Einzelne Nachrichten über Bosnien finden wir in den Werken über ragusanische Geschichte. das vierte Buch ein Capitel: „De ducatu Chulmiae et piratica Almisanorum" (Cap. Copioso ristretto degli annali di Ragusa. und im späteren Texte finden wir mehrere Stellen und auch ganze Capitel über die Geschichte Bosniens. p. das fünfte Buch eines: „De regibus Bosnae. Memorie istoriche di Tragurio ora detto Trau. Wie wir sehen. Amstelodami 1666. 4. von denen wir besonders hervorheben: Luccari Giacomo. So enthält z. Venezia 1605. Er schrieb ein Werk über kroatische Geschichte unter dem Titel: Joannis Lucii de Regno Dalmatiae et Croatiae libri sex.. hatte Luci6 nicht die Absicht die Ge schichte Bosniens zu schreiben. der sich für die Geschichte dieses Landes grosse Verdienste erwarb. ferner ausser verschiedenen anderen Schriften auch eine Monographie der Stadt Trau: Lucio Giovanni.1679). Noch früher erschien: Razzi Serafin. Jahrhundert ein Mann. 3. und ein anderes. obwohl nur nebensächlich. rebusque ab eisdem in Dalmatia et Croatia gestis" (Cap. Es ist dies der bekannte kroatische Historiker Johannes Luci6 aus Trau (-j. 255—259).La storia di Raugia. 259 —262). so fand sich doch im 17. mit vielen Be ziehungen auf Bosnien. B. 159 — 163). Lucca 1595. p. sondern erwähnt nur selten und beiläufig etwas von ihr. insofern die Könige Bosniens einen Einfluss auf kroatische und anderntheils die kroatischen s . darum be spricht er an mehreren Stellen seines Werkes. unter dem Titel : „De gestis Ladis- lavi Regis Neapolitani in Dalmatia" (Cap. Beim Schreiben seines Hauptwerkes über die Geschichte Kroatiens und Dalmatiens bis zum Jahre 1409 kam Luci6 zur Einsicht. Schon in der Einleitung finden wir neben der Genealogie der ungarischen Könige und der kroatischen Fürsten auch diejenige der bosnischen Könige.

opera Equ. Tyrnaviae 1712. Ausserdem war Luci6 auch der Erste. Im Anfang des 18. welche viele wichtige Nachrichten über bosnische Geschichte enthalten.. was Luci6 schrieb. obwohl er weder eine bosnische Geschichte schrieb. ist ein wahrer Schatz. und Memoriale Pauli de Paulo patricii Jadrensis (1371 — 1408) werthvolle Notizen für die Geschichte Bosniens. Michae Madii Historia Spalatensis (1290 — 1330). Es ist dies das Werk von Paul Ritter. Jahrhunderts erschien ein kleines Werk über Bosnien. aber dennoch erwähnens- werth ist. in seinem Werke über Kroatien und Dalmatien auch hie und da die Geschichte Bosniens berührt zu haben. und Karl iII. Es ist übrigens nicht Luci6's einziges Verdienst. Bane auf bosnische Angelegenheiten hatten. So finden sich z. welches zwar beinahe gar keinen wissenschaftlichen Werth besitzt. als nach der glücklichen Ver theidigung Wiens (1683) die kaiserlichen Waffen erfolgreich . B. Ein grösseres Verdienst ist es. So ist also in Luci6's Werken ein ziemlich grosses Material für die Geschichte Bosniens aufgestapelt. da es ein mit begeisterungsfähigem Herzen und grossem Patriotismus begabter Mann schrieb. begründet auf klare und unbezweifelbare Quellen und in dem kritischen Geiste verfasst. Paul Ritter-Vitezovi6 lebte unter den Kaisern Leopold I.. der sowohl in seinem Hauptwerke. ebenso wie für diejenige Kroatiens und Dalmatiens. in den Quellen: Thomae Archi- diaconi Spalatensis Historia Salonitanum ponti- ficum (— 1266). Obsidio Jadrensis. Joseph I. als auch in seiner Geschichte Traus eine ganze Reihe von wichtigen mittelbar und unmittelbar auf die Geschichte Bosniens be züglichen Diplomen und Urkunden veröffentlichte. Pauli Ritter. . noch auch eine solche zu schreiben beabsichtigte* — Erst durch Luci6's Werk wurde der Grundstein für die kritische Geschichte Bosniens gelegt. Aber dieses wenige. durch den sich überhaupt Luci6's gefeiertes Werk auszeichnet.Vitezovi6 : Bossna captiva sive regnum et interitus Stephani ultimi Bossnae regis. dass er zuerst die Quellen für die mittel alterliche Geschichte Kroatiens veröffentlichte.

dass Ritter auch nach dem Jahre 1699 unauf hörlich von der Befreiung Bosniens träumte. Banal-Locumtenens von Kroatien. dass auch die Familie Keglevi6 bosnischen Ursprungs sei. schilderte er in seinem erwähnten 30 Seiten um fassenden Büchlein mit ergreifenden Worten den tragischen Untergang des bosnischen Reiches und seine Endursachen. zum Könige von Ungarn das Banner Ramas oder Bosniens trug. — aber es schmerzte ihn im Grunde seines Herzens. gegen die Türken kämpften und die Hoffnung vorhanden war. darum ruft er aus: „Möge wenigstens Kroatien die Hoffnung bleiben. und fordert ihn auf. von welchen eines die politische und das andere die kirchliche Geschichte behandelt. Ritter war besonders darüber erbittert. als nach dem 1699 in Karlovic geschlossenem Frieden die Länder südlich der Save trotz der glänzenden Siege in den Händen der Türken blieben. Ritter-Vitezovi6 verfolgte mit lebhaftem Interesse die Fortschritte des kaiser lichen und kroatischen Heeres. Sein Werkchen widmete Ritter-Vitezovi6 dem Grafen Peter Keglevi6 von Buzim. sondern auch dass das türkische Kaiserthum fallen und das befreite Bosnien mit dem Königreiche Kroatien verbunden werde. unterstützt vom Volke Slavoniens und der Lika . wie Keglevi6 bei der Krönung Josephs I. und der Titel dieses Werkes lautet: Caroli du . Das erstere wird an den Namen des berühmten fran zösischen Gelehrten Charles du Fresne du Cange ge knüpft." Es ist ganz natürlich. sein Vaterland siegreich der heiligen Krone wiederzugeben. Nach Ritters Werk erschienen um die Mitte des 18. In der Vorrede erinnert Vitezovi6 den Grafen. Jahrhunderts noch zwei Werke über Bpsnien. Slavonien und Dalmatien. Um ein lebendiges Mitgefühl für dieses unglückliche Land zu er wecken. welches auch wahrhaft ruhmvoll kämpfte. er erwähnt. welcher Bosnien (nach der Meinung Ritters) einst angehörte. dass ihm bald die wieder besiegte Türkei die Schlüssel der Stadt Jajce übergeben wird. dass Bosnien den Türken verblieb. dass nicht nur Kroatien und Slavonien von dem osmanischen Joche befreit werde. jetzt unter Karl III.

Croatiae. für die spätere bedient er sich Luci6's und der durch diesen veröffentlichten Quellen. Johannes Luci6. Diese Geschichte begleitete er mit zwei Commentaren. B. Ausser vielen anderen Werken verfasste er auch eine Ge schichte des byzantinischen Kaiserthums. sieur du Cange. Das Vferk entstammt jedoch in dieser Form nicht der Feder Du Canges. Uns interessirt dieses Mal von Farlatis Werk nur der vierte Band (Tomus quartus .Fresne domini du Cange Illyricum vetus et novum sive historia regnorumDalmatiae. locupletissimis accessionibus aucta. dass er nicht so viel kritischen Geist besass. Rainald. gewöhnlich nur Ducange genannt. lebte im 17. Dieser Commentar. wurde auf Wunsch des Grafen Joseph Keglevi6 von Buzim er weitert. Charles du Fresne. Manchmal benützt er auch Schriftsteller über allgemeine Kirchengeschichte. Jahrhundert (1610 — 1688) und erwarb sicFunvergänglichen Ruhm durch seine Glossarien der mittelalterlichen lateinischen und griechischen Sprache. Serviae atque Bulgariae. mit Zusätzen und Verbesserungen vermehrt. A.) behandelt. Nur für die älteste Geschichte ge braucht er das Werk Orbinis. und zwar nur der auf die slavischen Länder bezügliche Theil desselben. der es unternahm. der auf . Posonii 1749. Bosniae . Serben u. es ist nur schade. Das zweite wichtige Werk ist jenes des Jesuiten Daniel Farlati (1690— 1773). Slavoniae. Sein unter dem Namen „Illyricum sacrum" bekanntes Werk ist eine riesige Schatzkammer für die ganze südslavische Geschichte. die Chronik der katholischen Kirche in den südslavischen Ländern zu schreiben. und erschien 1749 in Pressburg als selbstständiges Werk. Venetiis 1769). B. von denen einer jene slavischen Völker (Kroaten. In dieser ältesten Pressburger Ausgabe von Ducanges „Illyricum vetus et novum" umfasst die Geschichte Bosniens die Seiten 114— 130. wie z. die im Jahre 1680 unter dem Titel „Historia byzantina" zu Paris erschien. Wadding und Andere. mit denen die byzantinischen Herrscher in Be rührung kamen. z. atque a primis temporibus usque ad nostram continuata aetatem.

benützt. es ist jedoch darum von besonderem Interesse. und ist ziemlich trocken . die kleinere Monographieen oder anderes über Bosnien schrieben. sondern er hat auch selbst verschiedene wichtige Denkmäler zuerst veröffentlicht. betreffend die bosnische Kirche. der Farlati bedeutend unterstützte. weil es das erste Werk ist. veröffentlichte. als der bekannte bosnische Literat Philipp Lastric aus Odevije in Ost-Bosnien (1700— 1783). der später selbst. Das Buch Lastri6's umfasst 134 Seiten. als Farlati sein grosses Werk . auch folgendes: Narentinus Prudentius. S. Epitome vetustatum Bosnensis provinciae. sie um ihre Beihilfe bittend. wendete er sich an die bosnischen Franziskaner. vielleicht angeregt durch Farlatis Arbeit. Es fand sich auch wirklich ein gelehrter Franzis kaner Philippus ab Ochievia. De regno Bosniae eiusque interitu. und um allenfalls auch neue Daten zu erhalten. Luci6's). so dass es sehr bald eine zweite Auflage (Anconae 1776) erlebte. diese Leute weichen jedoch theils aus Unwissenheit. Beiläufig zur selben Zeit. Lastri6's Werk erwarb sich all gemeine Anerkennung. B. B. ein nicht unbedeutendes Werk unter dem Titel: Philippus (Laztrich) ab Ochievia. Er hat nämlich für seine Arbeit die Corre- spondenz der römischen Päbste mit den bosnischen Herrschern und ungarischen Königen . er hat noch mehr gethan. und war binnen Kurzem vollkommen vergriffen. Um sich je gründlicher über die Geographie Bosniens und dessen damalige religiöse Verhältnisse zu informiren. Dieser Philippus ab Ochievia ist niemand Anderer. Ein solches durchaus fehlerhaftes Werk ist z. Es gab zwar auch vor Lastri6 Bosnier und Herzegowiner . welches ein geborener Bosnier über sein unglückliches Vaterland schrieb. Orbini's. so dass ihn dieser in seinem Werke auch dankbar erwähnt. theils anderer selbstsüchtiger Motive wegen weit von der Wahr heit ab. Venetiis 1781. Ja. Farlati berücksichtigte in seinem Werke nicht nur die Schriften seiner Vorgänger (z. 37 — 90 die Geschichte der katholischen Kirche in Bosnien nebst zahlreichen Bemerkungen über die Geographie und politische Geschichte dieses Landes enthält.

Dalmatien und Slavonien für Nebenländer Ungarns. Serbien und Bulgarien zu den Ländern der Krone des heiligen Stephan. die den Grundstein der ganzen modernen Geschichtsschreibung Ungarns mit dessen Neben ländern legten. Und wirklich fand sich in der Person des Deutschen Maximilian Schimek ein solcher Schriftsteller. die ihre Werke über die Geschichte Ungarns in wahrhaft grossartigem Mass stabe anlegten. Diesem Umstande ist es zuzuschreiben. dass die Werke Pray's und Katona's vieles über die Geschichte Bosniens enthalten. Ungarn hatte zwar auch vor diesen hervor ragende Historiker und Herausgeber von Geschichtsquellen. traten in Ungarn zwei hervorragende Männer. der in den Jahren 1761—70 die Geschichte Ungarns bis 1564 in 6 Bänden schrieb. sondern auch Bosnien und Serbien. dass die ungarischen Historiographen in ihren Werken nicht nur Ungarn und Kroatien berücksichtigen. Bekanntlich betrachten die ungarischen Historiker und Staatsmänner nicht nur Kroatien. und zahl reiche Berichte ungarischer Schriftsteller und Quellen. Farlatis und dieser unga rischen Historiker wurde die Geschichte Bosniens vielfach beleuchtet. auf Grund dieser Ar beiten eine systematische und vollständige Geschichte Bosniens zu schreiben. gleichfalls Jesuiten. sondern zählen auch Bosnien. Beide Schriftsteller waren auch als Heraus geber hervorragend und veröffentlichten zahlreiche bis damals unbekannte Quellen-Beiträge zur Geschichte Ungarns. respective die Phantasieen Orbinis verbessert. auf. be treffend die Schicksale Bosniens. Dies konnte nun jemanden anregen. Der erste von diesen war Georg Pray (1724—1801). . Durch die Arbeiten Luci6's.über Illyricum verfasste. Nach ihm ver öffentlichte ein Zeitgenosse Stephan Katona eine ganze Bibliothek von 42 umfangreichen Bänden über die Geschichte Ungarns bis 1802. Vorzüg lich sind hier alle auf Bosnien bezügliche Stellen der Chronik des Johannes von Thuröcz und vieler Urkunden ungarischer Könige excerpirt. dass darin die Beziehungen Bosniens zu Ungarn in den vergangenen Jahrhunderten hervorgehoben. aber diese beiden Männer waren die Ersten. gesammelt sind. Es ist folglich natürlich.

Nur die steten einheimischen Aufruhren. als Joseph II. dass hier Schimek genug klar den Zweck seines Werkes ausdrückt: er wünscht mit seiner Geschichte Bosniens im Angesichte des Krieges . Es ist dies seine „Politische Geschichte des Königreichs Bosnien und Rama vom Jahre 867 bis 1741. Belgrad. als das sie sich mit der bewaffneten Hand darauf nahm. — 9 — der ein nur auf Bosnien bezügliches Geschichtswerk heraus gab. näm lich ausser einem Theile Serbiens ganz Bosnien. so blieb es doch. dass Schimeks deutsche Geschichte Bosniens gerade im Jahre 1787 erschien. Die Verjährung erschwert nur ein Recht. ja sogar die venetianischen Besitzungen auf der Balkan-Halbinsel. Auffallend und charakteristisch ist es. und ein Neid der Mächte des österreichischen Hauses hinderten sie an der Wiedereroberung desselben. seit dem sie es eingezogen hatte. zu einem Kriege gegen die Türkei Bosniens wegen bereitete. als sich Joseph II. als Bundesgenosse Russ lands einen Krieg gegen die Türkei begann. obwohl Joseph viel mehr wollte. die ihm schon im Jahre 1782 die Kleine Walachei. der mit dem Frieden von Sistowa (1791) endete. besonders am Ende. Herzegovina und Albanien. die siebenbürgischen Stürme." — Ich glaube. verbunden. hat sich der Kaiser und König Joseph II. wo es heisst: „So angelegen sich aber auch die Pforte die Berichtigung der Gränzen dieser Provinz (Bosniens) sein liess. sagt er offen an mehreren Stellen desselben. seit dem bewarben sich auch die Könige von Ungarn bei jedem Vorfalle. vermöge der Geschichte und aller Friedensverträge. einen Theil Serbiens und Bosniens anbot." Wien 1787. Was Schimek mit seinem Werke bezweckte. selbes wieder anheim zu bringen. zu dem Kriege. Wie bekannt. erhebt es aber nie. Die Geschichte Bosniens von Schimek erschien also gerade damals. schon seit dem Beginne seiner Regierung zu einem Kriege mit der Türkei vorbereitet und sich zu diesem Zwecke mit der russischen Kaiserin Katharina II. dass sie kein anderes Recht auf dieses Reich habe. noch immer richtig. in demselben Jahre.

das kaiserliche Hausarchiv zu gebrauchen. Luccari und deren Märchen blind lings folgt. — Aber erst nach Schimek fanden sich Leute. seine Erzählung auf reinere und glaubwürdigere Quellen zu begründen. Zwar in der ältesten Geschichte bis zum Bane Borie sündigt er ebenso. beziehungs weise der habsburgischen Herrscher auf Bosnien zu beweisen. Kroatien. Über die Be ziehungen Bosniens zu Serbien. aber schon bei der Geschichte Kotromani6's be merkt man überall Schimeks Bestreben. hätte man auch etwas Sicheres wissen müssen. müssen wir rückhaltslos anerkennen. indem er der Chronik des Priesters von Dioclea. . — 10 — mit der Türkei das niemals erloschene. Das Werk ist 431 Seiten stark. und er fand hier wichtige Documente. dass seine Geschichte Bosniens alle früheren Arbeiten über diesen Gegenstand bei weitem übertrifft. und es wird darin nur das Verhältniss Bosniens zu Ungarn. die er zuerst für die bosnische Geschichte benützte. Dalmatien und Ragusa behandelt. wie alle seine Vorgänger. Obwohl Schimeks Werk sehr sorgfältig verfasst ist und alle Resultate enthält. Ohne weiter die Tendenz von Schimeks Werke zu be rücksichtigen. es war ihm die ganze Literatur über diesen Gegenstand bekannt und er gebrauchte dieselbe mit aller möglichen Vorsicht und Kritik. die damals überhaupt erreichbar waren so leidet es dennoch an einem sehr grossen Mangel . und zwar wahrscheinlich darum nicht. Kroaten oder Dalmatinern. Unter anderem hatte er auch die Erlaubniss. obwohl einigermassen verjährte Recht der ungarisch-kroatischen Könige. In dieser Partie benützt Schimek alle bisher erwähnten Schrift steller und Quellen. Schimek berührt nämlich gar nicht das Verhältniss Bosniens gegen über dem benachbarten Serbien. die darauf Rücksicht nahmen. und die Zeit der bosnischen Unabhängigkeit bis zum Verfalle des Reiches umfasst die ersten 159 Seiten. dem es durch so viele Jahr hunderte benachbart war. weil ihm die diesbezüglichen Quellen unbekannt und unzugänglich waren. ferner Orbini. Die ganze Literatur über Bosnien vor Schimek ent stammt der Feder von Ungarn.

Horvatov i Serbov" in vier Bänden veröffentlichte. Auch er hat viele Beziehungen Bosniens zu Serbien aufgeklärt. und sie um- fasst die Seiten 373 —422 seines Werkes. Ihm folgte bald darauf Franz von PejaCevi6." Auf Seite 139 bekennt er offen. der bekannte Historio- graph Ungarns. — 11 — Der erste war der Serbe Jovan Rajit. Bul garien. Bosnien. schrieb PejaCevi6 sein Werk in Gestalt von Dialogen. Chr. Colociae. Engel bereitete sich zur Herausgabe eines grossen Werkes über die „Geschichte des ungarischen Reiches und seiner Nebenländer" vor. Engel. den XII. und hat darum auch dieGreschichte Bosniens seiner serbischen Geschichte einverleibt. Beider Werke (Raji6 und PejaCevi6) bediente sich wieder ein Deutscher bei Verfassung einer Geschichte Bosniens und ergänzte somit Schimek. die Republik Ragusa. Es ist dies der Deutsche Johann Christian Engel (1770—1814). Slavonien und Dalmatien. Wie schon der Titel beweist.. dass er alle wichtigeren Daten über die Geschichte Bosniens und Serbiens den Werken Raji6's und PejaCevi6's entnahm. PejaCevi6 betrachtet ebenso wie Raji6 Bosnien alseinen Theil Serbiens. B. und unter „Nebenländern" verstand er nicht nur Kroatien. Die Ge schichte Serbiens und Bosniens veröffentlichte er in einem Bande unter dem Titel: „Geschichte von Serwien und Bosnien von J. 1799" verfasste. sive a saeculo VII. mit einem Worte beinahe alle Länder. sondern auch Serbien. es sind 13 Gespräche zwischen einem Serben und einem Bulgaren. Sein Haupt verdienst ist. Er widmet ihr einen ganzen Dialog. najpaCe Bolgar. Opus posthumum. Halle 1801. zuerst ausser den lateinischen und griechischen Quellen auch die slavischen mit cyrillischen Buchstaben geschriebenen Quellen berührt zu haben. der ein lateinisches Werk unter dem Titel: „Historia Serviae seu colloquia XIII de statu regni et religionis Serviae ab exordio ad finem. El. die seinen Vorgängern gänzlich unbekannt waren. Er verfiel auch in den . ja sogar Galicien und die Moldau.. an welche Ungarn gränzte. auetore Franc. Xav. de Pejacsevich de Verocza. der 1794 in Wien ein Werk über alle südlichen Slaven unter dem Titel : „Istorija raznih slavenskih naro'dov. ad XV.

Um dies zu ergänzen. und auch was über das politische Leben bekannt ist. Jahrhunderts. Rama und Ragusa (1805). von Zeitgenossen und Augen zeugen verfasste Chroniken geben. Croatien. A. über das innere Leben in Bosnien bis zum Jahre 1463 kann man sich hingegen nicht einmal ein oberfläch liches Bild schaffen. B. waren neue Quellen nothwendig. . Für Bosnien besitzen wir weder eine Biographie der Könige. Aber solche Chroniken oder Jahrbücher fanden sich bisher keine. Aber trotzdem hat das Werk Engels. Bos nien. Rascien. Engels Werk beschliesst nicht nur die Reihe der histo rischen Werke über Bosnien aus dem 18.. Ganze Jahrhunderte sind vollkommen unklar. welches jedoch ganz ober flächlich ist und nichts Neues bietet. wie diese seine Vorbilder: er hat nämlich die Geschichte Bosniens vollkommen mit jener Serbiens Verknüpft. was über Bosnien die griechischen. der die Ereignisse seiner Zeit oder der Vorzeit zu dem Zwecke verzeichnet hätte. Ein klares Bild der Vergangenheit Bosniens könnten uns nur einheimische bosnische. Slavonien. — 12 — selben Fehler. wie z. ja er hat sogar unter diesem Vorwand vieles geschrieben. während der ganzen Zeit des bosnischen Banates und Königreiches bis 1463 war in Bosnien Niemand. wofür er den historischen Beweis schuldig blieb. Geschichte der Königreiche Dalmatien. wie für Serbien. noch hatte Bosnien Verfasser der Kirchengeschichte. L. ungarischen und serbischen Chronisten berichten. ist sehr mangelhaft und oft auch wider sprechend. Mit einem Worte. Kroatien den Archidiaconus Thomas. kroato-dalmatinischen. sondern es ist darin so ziemlich alles erschöpft. denn in Bosnien wurde im allgemeinen wenig Hi storisches verzeichnet. dass sich solche noch finden werden. so stockte die Historiographie über Bosnien in der ganzen ersten Hälfte des 19. und da es an solchen fehlte. Aber trotz alledem findet man bei Engel viele werthvolle und brauchbare Daten. indem nichts erschien. indem er beide nur für ein Ganzes hielt. Jahrhundert. eben so wie die ganze vorherige Lite ratur grosse und bedeutende Mängel. und es ist auch keine Hoffnung vorhanden. als das un bedeutende Werkchen: Gebhardi.

Briefen. warum sich in Bosnien weder ein heimische Chronisten. Der uns schon be kannte Ragusaner Historiker Jacob Luccari erwähnt zwar. w. scriba) und später Logotheten oder Logopheten (logo- theta. Urkunden wurden in Bosnien überhaupt sehr viele ausgestellt. verfasst habe. Während in Dalmatien und Kroatien die Chro niken und Historien unter lateinisch-italienischem. Da also keine zeitgenössischen einheimischen Jahrbücher. in der zuerst Schreiber (djak. sowohl die Bane als die Könige. der zu Ende des 14. die uns als Quellen dienen könnten. Rescripte oder Offene Schreiben auszustellen. Die Aufgabe der könig lichen Kanzlei war es. — 13 — um deren Andenken zu erhalten. wenn sich nicht die Aufmerksamkeit einer anderen Art Quellen zugewendet hätte. die königlichen Verordnungen zu verfassen u. Jahr hunderts einen sehr grossen Einfluss auf die Ereignisse in Bosnien und Kroatien ausübte. logofet) angestellt waren. dass Bosnien sowohl die abend ländische als auch die orientalische Cultur nur wenig be- einflusste. hatten schon seit Ban Kulin ihre Hofhaltung und auch eine Hofkanzlei. so würde heute die Kenntniss der Geschichte Bosniens noch immer auf derselben Stufe stehen. existiren. die Correspondenz mit fremden Höfen zu führen. Unterthanen oder Fremden Diplome. blieb Bosnien ohne alle dem. dass ein gewisser E manu el eine „Chronologia" des Herzog Hrvoje. und Anfangs des 15. Alle diese Schreiben der Hofkanzlei waren in kroato-serbischer Sprache verfasst und mit cyril lischen (bosnischen) Buchstaben geschrieben. in Serbien hingegen die Biographieen und Genealogieen der Könige unter griechisch-byzantinischem Einflusse entstanden. Zu den Ursachen. Die bosnischen Herrscher. die . und zwar den Urkunden. aber von diesem Jahrbuche hat sich sonst keine Spur erhalten. aufder sie zur Zeit Schimeks und Engels stand. Briefe und Urkunden stellten aber alle bosnischen Herrscher seit Ban Kulin (1189) bis Stephan Tomasevi6 aus. gehört auch der Umstand. . ja später hatten sogar alle Fürsten und Herzöge ihre eigenen Schreiber. nämlich den Denkmälern. noch einheimische Biographen fanden. s. Relationen und Correspondenzen.

. und es ist auch keine Hoffnung vorhanden. wie diese seine Vorbilder: er hat nämlich die Geschichte Bosniens vollkommen mit jener Serbiens Verknüpft. noch hatte Bosnien Verfasser der Kirchengeschichte. was über Bosnien die griechischen. wofür er den historischen Beweis schuldig blieb. ja er hat sogar unter diesem Vorwand vieles geschrieben. Um dies zu ergänzen. indem nichts erschien. wie z. eben so wie die ganze vorherige Lite ratur grosse und bedeutende Mängel. der die Ereignisse seiner Zeit oder der Vorzeit zu dem Zwecke verzeichnet hätte. Engels Werk beschliesst nicht nur die Reihe der histo rischen Werke über Bosnien aus dem 18. Ganze Jahrhunderte sind vollkommen unklar. Bos nien. Ein klares Bild der Vergangenheit Bosniens könnten uns nur einheimische bosnische. Croatien. wie für Serbien. dass sich solche noch finden werden. Jahrhundert. L. über das innere Leben in Bosnien bis zum Jahre 1463 kann man sich hingegen nicht einmal ein oberfläch liches Bild schaffen. Mit einem Worte. — 12 — selben Fehler. Slavonien. kroato-dalmatinischen. und auch was über das politische Leben bekannt ist. waren neue Quellen nothwendig. Kroatien den Archidiaconus Thomas. Für Bosnien besitzen wir weder eine Biographie der Könige. Jahrhunderts. B. sondern es ist darin so ziemlich alles erschöpft. denn in Bosnien wurde im allgemeinen wenig Hi storisches verzeichnet. A.. ungarischen und serbischen Chronisten berichten. ist sehr mangelhaft und oft auch wider sprechend. Aber trotz alledem findet man bei Engel viele werthvolle und brauchbare Daten. Aber solche Chroniken oder Jahrbücher fanden sich bisher keine. Rama und Ragusa (1805). Rascien. Aber trotzdem hat das Werk Engels. indem er beide nur für ein Ganzes hielt. Geschichte der Königreiche Dalmatien. von Zeitgenossen und Augen zeugen verfasste Chroniken geben. so stockte die Historiographie über Bosnien in der ganzen ersten Hälfte des 19. als das un bedeutende Werkchen: Gebhardi. welches jedoch ganz ober flächlich ist und nichts Neues bietet. während der ganzen Zeit des bosnischen Banates und Königreiches bis 1463 war in Bosnien Niemand. und da es an solchen fehlte.

— 13 — um deren Andenken zu erhalten. die königlichen Verordnungen zu verfassen u. noch einheimische Biographen fanden. nämlich den Denkmälern. gehört auch der Umstand. Während in Dalmatien und Kroatien die Chro niken und Historien unter lateinisch-italienischem. Urkunden wurden in Bosnien überhaupt sehr viele ausgestellt. die uns als Quellen dienen könnten. dass ein gewisser E manu el eine „Chronologia" des Herzog Hrvoje. Jahr hunderts einen sehr grossen Einfluss auf die Ereignisse in Bosnien und Kroatien ausübte. Zu den Ursachen. in Serbien hingegen die Biographieen und Genealogieen der Könige unter griechisch-byzantinischem Einflusse entstanden. s. existiren. Relationen und Correspondenzen. Da also keine zeitgenössischen einheimischen Jahrbücher. scriba) und später Logotheten oder Logopheten (logo- theta. hatten schon seit Ban Kulin ihre Hofhaltung und auch eine Hofkanzlei. aber von diesem Jahrbuche hat sich sonst keine Spur erhalten. Die Aufgabe der könig lichen Kanzlei war es. Der uns schon be kannte Ragusaner Historiker Jacob Luccari erwähnt zwar. so würde heute die Kenntniss der Geschichte Bosniens noch immer auf derselben Stufe stehen. Briefen. die . dass Bosnien sowohl die abend ländische als auch die orientalische Cultur nur wenig be- einflusste. verfasst habe. und Anfangs des 15. der zu Ende des 14. Alle diese Schreiben der Hofkanzlei waren in kroato-serbischer Sprache verfasst und mit cyril lischen (bosnischen) Buchstaben geschrieben. Die bosnischen Herrscher. w. logofet) angestellt waren. Rescripte oder Offene Schreiben auszustellen. Unterthanen oder Fremden Diplome. die Correspondenz mit fremden Höfen zu führen. Briefe und Urkunden stellten aber alle bosnischen Herrscher seit Ban Kulin (1189) bis Stephan TomaSevi6 aus. ja später hatten sogar alle Fürsten und Herzöge ihre eigenen Schreiber. warum sich in Bosnien weder ein heimische Chronisten. wenn sich nicht die Aufmerksamkeit einer anderen Art Quellen zugewendet hätte. und zwar den Urkunden. aufder sie zur Zeit Schimeks und Engels stand. blieb Bosnien ohne alle dem. in der zuerst Schreiber (djak. sowohl die Bane als die Könige.

wurde sogleich die Aufmerksamkeit auf diese so wohl historisch als philologisch wichtigen Denkmäler gelenkt. Als bei den Slaven die Neigung zu philologischen Studien erwachte. — 14 — für sie Urkunden ausstellten.orientalischer Priester aus Bosnien. hercegovaCki. dio. das ganze damalige Antlitz der bos nischen Geschichte vollständig zu verändern. povelje i snoSenia bosanski. Wie sich Juki6's Geographie dadurch auszeichnet. enthalten ist. Juki6. I. und dabei auch genügendes Material für ein Bild des inneren Lebens Bosniens boten. Es dauerte darum auch nicht lange und unsere heimischen nd andere slavische Historiker begannen dieses reiche Material für die Geschichte Bosniens zu be nützen. . Es finden sich hier so wichtige Urkunden und Documente. der nur das verzeichnete. so erhebt sich auch seine Geschichte Bosniens hoch über alle bisherigen Arbeiten. Paul Karano-Tvrtko vi6 aus Tvrt- kovi6-brdo. dalmatinski i dubrovaCki kraljeva. der unter dem Pseudonym Slavoljub BoSnjak im Jahre 1851 in Agram eine „Geographie und Geschichte Bosniens" (Zemljopis i povjestnica Bosne) veröffentlichte. und zwar von der Urkunde Kulins vom Jahre 1189 an bis zum Jahre 1463. weil darin zum ersten Male eine Sammlung von bosnischen mit Cyrillica geschriebenen Urkunden der hei mischen Herrscher. careva. Vor Allen benützte dieses Material der patriotische bosnische Franziskanermönch Johann Fr. mit bosnischer Cyrillica geschriebener Urkunden besitzen. die im Stande waren. Juki6s Geschichte Bosniens umfasst in seinem Werke die Seiten 81—164. besonders weil er das reiche Material Karano-Tvrtkovi6s erschöpfend be nützte. dass sie durch einen aufgeklärten und gebildeten Mann verfasst wurde. Ihr Verfasser war ein griechisch . Noch heute sollen manche der bosnischen Begs ganze Kisten voll alter. Dieses Werkchen ist äusserst be deutend. Die erste Sammlung solcher erschien jedoch erst 1840 in Belgrad. diplome. serbski. und sie führt den Titel: Srpski spomenici ili stare risovulje. was er entweder selbst sah oder von glaub würdigen Leuten hörte. banova.

Majkov. aber wohl wissend.. den berühmten ungarischen Codex diplomaticus Fejer's (1829 —35). die Schriften Luci6's. Der dritte. die nach seiner Meinung serbisch sind. Kukuljevi6 veröffentlichte seine Arbeit in dem „Arkiv za poviestnicu jugoslavensku" (Band II. Bosniens und Ragusas. nämlich des eigentlichen Serbiens. — Majkovs Hauptzweck war. war der russischePhilologe A. die Geschichte der Literatur zu schreiben. gab er in seinem Werke auch die politische Geschichte jener Länder. So veröffentlichte im Jahre 1851 zu Prag der bekannte slavische Historiograph Paul Joseph Safarik seine berühmten „Pamätky dfevniho pis . Kukuljevi6 benützte zu dieser Arbeit das Diplomatar Tvrtkovi6's. wir finden hier unter dem Titel: „Izvadci listina i povelja bosanskih" 260 Regesten von Urkunden. Moskva 1857. w. drei lateinische und zwei kroatische. Majkovs Geschichte wurde von Georg DaniCi6 in das Serbische übersetzt. sondern sie gab auch die Anregung zur weiteren Sammlung bosnischer und an derer slavischer Denkmäler. und die zweite Auflage dieser Übersetzung erschien 1876 zu Belgrad unter dem Titel: Istorija srpskoga naroda. Katonas u. 35 —48) unter dem Titel „Spomenici bosanski i crno- gorski" fünf wichtige bosnische Urkunden. Tvrtkovi6s Sammlung bot nicht nur neues Material zur Bearbeitung der bosnischen Geschichte. dass diese ohne die politische Geschichte nicht wohl verstanden werden kann. Agram 1852. Die Ge schichte Bosniens umfasst in dieser Ausgabe die Seiten 145 — 192 und beruht so wie jene Juki6s grösstentheils auf dem Materiale Tortkovi6s. s. ferner das Material Farlatis. Regesten der auf die Geschichte Bosniens bezüglichen Ur kunden zu verfassen. — 15 — Die Sammlung Karano-Tvrtkovi6s gab ferner dem kro atischen Historiker Ivan vonKukuljevi6 die Anregung. der die reiche Sammlung Tvrtkovi6s benützte. Seite 1 —34). Ausserdem ver öffentlichte ebenfalls Kukuljevi6 im selben Bande des Arkiv (S. Majkov veröffentlichte im Jahre 1857 zu Moskau eine Geschichte der serbischen Sprache und Literatur unter dem Titel: Istorija serbskago jazika vo svjazi s istorieju naroda.

darunter auch bosnische. zu beschreiben . Tvrtkovi6s Sammlung war nicht nur die Anregung zu Miklosi6s Werk. mit grossem Fleisse verfassten Werke veröffent licht MikloSi6 vor Allem noch einmal alle von Tvrtkovi6 herausgegebenen Urkunden. Es ist hier nicht die Stelle. Endlich benützte er auch das kais. Sieben Jahre später erschien auch Miklosic's hervorragendes Werk: Monumenta serbica spectantia historiam Serbiae. da alle Urkunden und Diplome desselben in MikloSi6s Buche viel genauer und kritischer wiedergegeben sind. sondern er bereiste auch selbst im Jahre 1857 Dalmatien und Montenegro. welches tausende von Bänden und Heften zählt. die in den Jahren 1840— 58 gedruckt wurden. Ragusii. 1395—1423. vorkommen. Ivan von Kukuljevi6 bereiste ganz Dalmatien und einen grossen Theil Italiens. sondern sie beförderte überhaupt das Studium der in den Archiven aufbewahrten Denkmäler. sind in Dalmatien das Archiv von Ragusa und in Italien jenes von Venedig. jedoch nach den Originalen. den Reichthum des ragu- saner Archives. Beograd 1858 (es sind diss lauter kroatische Urkunden und der Sammlung „Lettere e com . vojvodama i knezovima srbskim. dass ein Theil dieser ragusaner Schätze durch Conte Medo Pucic veröffentlicht wurde in seinen Werken: Spomenici srpski od g. to jest pisma pisana od republike du- brovafke kraljevima. folglich auch Bosniens. wo er sehr viel Neues fand. in denen ausser Chroniken. um die dortigen Archive zu studieren. In diesem. — 16 — menictvi Jihoslovanuv". folglich auch Bosniens. Mit diesen mittelalterlichen Republiken standen alle Südslaven durch viele Jahrhunderte im regsten Verkehr. Bosnae. Bio- graphieen und Gesetzbüchern auch mehrere Urkunden. wo sehr viele werthvolle Originale bewahrt werden. und es sammelten sich hier unermessliche Schätze für die Geschichte der Süd slaven. Die reichsten Archive für die Geschichte aller südlichen Slaven- länder. Viennael858. wir müssen nur hervorheben. Durch diese Arbeit wurde das Werk Tvrtkovi6s gänzlich entbehrlich. geheime Reichsarchiv in Wien. bo- sanskiem i primorskiem. ausserdem führt er nicht nur alle Urkunden an.

Schon im folgenden Jahre begann dann derselbe Verein die Veröffent lichung der „Monumenta Serbica archivi Veneti" im „Glasnik druztva srbske slovesnosti" (Band XI—XV. 1306 — 1347. Janko Safafik nach Venedig. 1858—1862). Jahrg. S. als durch den Bericht J. ab. Beo- grad 1862. knjiga druga. 9 . um die wichtigsten Denkmäler zu copiren. — 17 — missioni di Levante" entnommene Relationen).. Die südslavische Akademie der Wissenschaften in Agram begann nämlich im Jahre 1879 die Urkunden und anderen Quellen des Ragusaner Archives zu veröffentlichen. welches Dictionaer so verfasst ist. Schon im Jahre 1857. Dem half jedoch Georg DaniCi6 durch sein auf Grund der erwähnten Werke verfasstes Dictionaer: RjeCnik iz knjizevnih starina srpskih. Tomus I. 441—43. Es ist aber die Hoffnung vorhanden. dass nämlich beide keinerlei Index haben. dass schon sehr bald das ganze wichtigere Material dieses Archives zugänglich sein wird. v. (Siehe die Kritik desselben von Vatroslaiv Jagi6 m „Knjizevnik". 3 Bände. Belgrad 1863 — 64.) Die Werke Miklosi6's und Puci6's ergänzen sich gegen seitig und sie allein sind schon im Stande. der Geschichte Bosniens ein ganz anderes Aussehen zu verleihen. die das Archiv von Ragusa birgt.) Das an Material für die Geschichte der Südslaven und speziell Bosniens gleichfalls sehr reiche Archiv von Venedig ist schon genügend benützt. und es er schien schon ein Band unter dem Titel : Monumenta Ragusina . ferner Spo- menici srpski iz dubrovaCke arkive. Kukuljevic's der Reichthum des venetianischen Archives an südslavischen Geschichts quellen bekannt wurde. obwohl dies erst ein kleiner Theil der Schätze ist. (Monumenta spectantia historiam Slavorum meridio- nalium Yolumen X. Diese Sammlung enthält wichtige Beiträge zur Geschichte Geschichte Bosniens. Ein Umstand erschwert jedoch den Gebrauch derselben. II. sandte der serbische Gelehrten verein in Belgrad den Dr. . — Beide Werke Puci6s bieten ein grosses Material für die Geschichte Bosniens. Libri Reformationum. Zagrabiae 1879. dass es gleichzeitig als Index zu MikloSi6s und Puci6s Werken dienen kann.

die patarenischen Sectirer vollkommen auszurotten und den katholischen Glauben jemehr zu befestigen. I. Der Titel des ersteren Werkes lautet: Vetera monumenta historica Hungariam sacram illustrantia. die die römische Curie als die obersten Herrn Bosniens betrachtete. dass Bosnien zur Zeit seiner nationalen Dynastie viel mit Rom und den römischen Päbsten verkehrte. aber die erste kritische Ausgabe beinahe aller bekannten päbstlichen Schreiben an die ungarisch kroatischen und bosnischen Herrscher redigirte der bekannte Gelehrte August Theiner. und des zweiten: Vetera monumenta Slavorum meridionalium historiam illustrantia. In Folge dessen standen sie beinahe fortwährend in reger Correspondenz mit den Herrschern Bosniens. ja sie wendeten sich oft auch an die ungarisch-kroatischen Könige. Bisher erschienen sechs Bände unter dem Titel „Listine o odnoSajih izmedju juznoga Slavenstva i mletacke republike" (Monumental spectantia historiam Slavorum meridionalium 1868—1878. Romae 1859. der sich zu diesem Zwecke des vaticanischen Archivs bediente. und das andere die Zuschriften an die südslavischen Fürsten und Bischöfe. Theiner veröffentlichte zwei Werke. Band. I—V und IX). das eine enthält die Briefe der Päbste an die ungarisch-kroatischen Könige. noch mehr päbstlicher Correspondenzen finden wir in Fejers Diplomatarium . darum veröffentlicht die südslavische Akademie in Agram noch einmal diese Denkmäler unter der Redaction Simeon Ljubi6s. Bd. Ljubi6 im „Knjivzevnik" 1865. Diese Ausgabe ist jedoch keineswegs kritisch und gewissenhaft . wie man dies heute fordert (siehe die Kritik von S. S. die sich in Bosnien fest eingenistet hatte. 290). der damit schon bis zum Jahre 1412 kam. Rom . Ich habe schon einmal erwähnt. Den Anlass dazu gab die Secte der Bogomilen oder Patarenen. — 18 — Bosniens von den ältesten Zeiten bis zum Verfalle des Königreiches. 2 Bände. Die Päbste trachteten mit all' ihrer Ge walt. Schon Farlati veröffentlichte in seiner Geschichte der katho lischen Kirche in Bosnien viele Bosnien betreffende Zuschriften der Päbste an die Könige Bosniens und Ungarns.

F.. 240—261. Ausserdem ist vieles in kroatischen. VIII. RaCki. Bogomili. 92. die wir hier in chronologischer Ordnung anführen: Dr. (Rad jugosl. II. neuerdings eine systematische Geschichte Bosniens zu schreiben. Prag. 1878.). Ruvarac Ilarion. Nebstdem sammelte sich auch noch fortwährend neues Material an. und X. Agram. Dr. Erst nach allen diesen Ausgaben von historischen Denkmälern war der Gedanke möglich. Dr. 1867. — 19 — 1863.) .). Zara. Agram. PovjestniCka iztrazivanja o Hrvoji. Ragusaner Denkmäler über die Beziehungen der Republik Ragusa zu Bosnien und der Türkei im Jahre des Falles Bosniens (Starine VI. und XXXVIII. Agram.) Belgrad.). (Kritik desselben von Dr. Opis jugoslavenskih novaca. (Rad VII. (Rad XXVI.) Dr.) Agram. 1875. KaCki). (Besonders S. 183—217.). Petranovi6 Bozidar. II. F. Beiträge zur Geschichte der bosnischen Patarenen (Starine I. 1879. Pokret na slavenskom jugu koncem XIV.. NeSto o Bosni.). Franz Racki. Die Handelsstrassen und Bergwerke in Serbien und Bosnien während des Mittelalters. 1868. dabarskoj i dabro- bosanskoj episkopiji i o srbskim manastirima u Bosni. S. Bogomili i Patareni. SimeonLjubi6.) S. Sava Kosanovi6 schrieb: „Notizen über die Bogomilen" (Glasnik srpskog uCenog druStva XXXVII. Jirecek Constantin Jos.—IV. Bd. crkva bosanskai krScani. Beide Werke Theiners enthalten viele Beiträge zur kirch lichen und politischen Geschichte Bosniens. RaCki im „Rad jugoslavenske Akademije" I. (GodiSnjica Nikole Cupi6a. Akademije II. pag. 1876. 242.). i poCetkom XV. vieka. RaCki veröffentlichte: Beiträge zur Samm lung serbischer und bosnischer Urkunden (Rad I. Und es erschienen auch wirklich in den letzten Jahren mehrere Bosnien betreffende grössere und kleinere Werke und Abhand lungen. serbischen und ungarischen Zeitschriften zerstreut. und „Serbische Alterthümer in Bosnien" (Glasnik XXIX. . Agram 1875 (redigirt von Dr. 1869. Ljubi6.

dass das handschriftliche Werk Gjon Rasti6s (Junius Resti). benützen. der im vorigen Jahrhundert (-j. besonders die daselbst befindlichen mit dem Jahre 1359 beginnenden Lettere e commissioni de Levante. Endlich wäre es noch zu wünschen. ferner das riesige unveröffentlichte Material des Ragusaner Archives. Um die systematische Geschichte Bosniens vollkommen zu erschöpfen. herausgegeben würde. da es stets Rücksicht auf die Geschichte Bosniens nimmt. . Dieses Werk ist wichtig. und ausserdem zahlreiche Urkunden und interessante Details enthält. — 20 — Alles dies genügt jedoch noch nicht. müsste man auch noch das Material der Budapester und Agramer Archive.1736) eine Geschichte Ragusas schrieb.

sondern . In diesem westlichen Theile der Balkan halbinsel liegt die stolze Bosna und die heldenmüthige Herzegovina. das Mutterland des späteren bosnischen Reiches.1 bulgarisch-griechischen und in den westlichen oder kroatisch serbischen. theilen die Balkan-Halbinsel in drei Theile: in den süd lichen oder albanesisch-griechischen. Es gab Zeiten. und von dem südlichen der Fluss Drim . Zapadne Strane (Westland). Drei Flüsse. keinerlei natürlicher Gränzen. Bosnien hat nämlich. Podrinje.Historisehe Geographie Bosniens und der Herzegovina. besonders im Westen und Osten. Die Lage Bosniens . Save und Donau. Vardar und Drim. von Mittel-Europa theilen ihn die Flüsse Kulpa. — Soli und Usora. die Morava. Hum und Primorje. bald kleiner. — Die Ausdehnung des bosnischen Reiches. — Die obere Bosna. den östlichen ode. ein Bild von dessen Oberfläche. die sich einander am Fusse der reizenden Sara-planina nähern. Doljni kraji (Untere Gegend). und im Westen umgiebt ihn das Adriatische Meer. Den westlichen Theil der Balkanhalbinsel scheidet von dem östlichen der Fluss Morava. wo es beinahe den ganzen Westtheil der Balkanhalbinsel umfasste. zu früheren Zeiten war es bald grösser. Das heutige Bosnien mit der Herzegovina umfasst ein Gebiet von beiläufig 950 geographischen Quadrat meilen.

Wenn man dies in Betracht zieht. warum sich die Länder Hum und Travuuja. Bitovnja. Diese Eigenschaften des bosnisch-herzegovi- nischen Terrains hatten einen grossen Einfluss auf die Ge . die im Norden Bosnien erfüllen. und bald wieder im Osten bis Smederevo und dem Flusse Morava. aus denen die Herzegovina entstand. von dem Flüsse in zwei Meere fliessen: in das Schwarze (respective in die Save und Donau) und in das Adriatische. bis sie sich in der Saveebene (Posavina) vollkommen verlieren. Zec 2160 Meter. Von dem Scheidegebirge aus erstrecken sich zahlreiche Nebenketten. In Mitte des riesigen bosnischen Gebirgsnetzes. und endlich das unnatürliche Band mit dem bosnischen Reiche ganz zu zer- reissen trachteten. und werden immer niederer. erst nach langem Widerstande mit dem bosnischen Reiche vereinigten. Dieser Alpengürtel ist übrigens nicht eine zusammenhängende Gebirgskette. Vitoroga. die ganz Bosnien und die Her zegovina erfüllen. Es ist dies das Hauptgebirge Bosniens und zugleich auch das Scheidegebirge. in Mitte der unzähligen Berge und Hügel erstreckt sich ein cen traler Alpengürtel. so wird man leicht begreifen. BjelaSnica 2115 Meter. Radusa. Danach gehört Bosnien (in engerem Sinne) zum Gebiet des Schwarzen Meeres und die Herzegovina zu dem des Adriatischen. Bosna und Drina. erstrecken sich zwischen den Flüssen Una. Jene Gebirgsketten hingegen. die in den Hauptzügen das eigentliche Bosnien von der Herzegovina scheiden. Bosnien ist also ein grosses Stufenland und die Herzegovina ein riesiges Kesselland. Jene Zweigketten. sondern nur eine Gruppe höherer und niederer Gebirge (Sator. erstrecken sich parallel den Küsten des Adriatischen Meeres und treffen am Flusse Neretva zusammen. Vrbas. Treskavica 2128 Meter). — 22 — es reichte bald im Westen bis Dubica an der Una und bis zur Insel Brazza im Meere. die sich vom Scheidegebirge im Westen und Süden abzweigen und die Herzegovina erfüllen. der ander kroatisch-dalmatinisch-bosnischen Gränze beginnt und an der montenegrinischen endigt. und warum gerade die Herren des Landes Hum später nach immer grösserer Un abhängigkeit und Selbstständigkeit strebten.

* * * I. die Save überschreiten und dann boten ihnen die Thäler der bosnischen Flüsse den bequemsten Weg ins Herz des bosnischen Reiches. Das heutige Volk selbst kennt auch diesen Unterschied. so war anderntheils das kesselförmige Terrain der Herzegovina der Centralisation sehr günstig. von dem aus sich die bosnische Macht über ursprünglich . ohne auf natürliche Hindernisse zu stossen. Die ungarischen Heere konnten. als das eigentliche Bosnien. Auch im Mittelalter unterschied man das obere oder eigentliche Bosnien vom heutigen Unter -Bosnien. und in das untere oder ebene Bosnien nahe der Mündung der bos nischen Flüsse in die Save. Die Wiege des bosnischen Reiches. und was südlich. als sie als Gränze der Provinzen Pannonia und Dalmatia eine Linie vom heutigen Banjaluka bis beiläufig zu dem heutigen Zvornik bestimmten. vom Scheidegebirge bis zum Uebergange der Flüsse in die Niederung. die anderen Länder dieses Gebietes : zuerst ein grosser Theil des alten Fürstenthums Neretva. Was nördlich dieser Linie im heutigen Bosnien lag. Wie das Terrain Bosniens die politische Einigkeit erschwerte. Bosnien war ferner infolge seines Terrains immer in zwei Theile ge- theilt : in das obere oder bergige Bosnien. die sehr oft auch politisch vom bos nischen Reiche getrennt waren. obwohl Bosnien unter- than. — 23 — schichte Bosniens. indem es nur das Gebiet von Sarajevo bis ZepCe Bosna nennt. dieses Hauptland des Neretvagebietes. bedeutend einheitlicher und zusammenhängender. das heutige Herzegovina. welches im Norden in die Saveebene übergeht. Hier schaarten sich schon sehr früh um Hum. gehörte zu Pannonien. Diese natürliche Theilung Bosniens benützten schon die Römer. Dadurch dass Bosnien ein Stufenland ist. und für das Land von ZepCe bis zur Save den Namen Posavina gebraucht. war es gegen Mitteleuropa zu offen und war darum zur Zeit seiner Un abhängigkeit stets den Anfällen der benachbarten ungarischen Könige ausgesetzt. zu Dalmatien. Und so er scheint Hum. später auch Podgorje und endlich auch Theile des kroatischen Reiches. der Mittelpunkt. in dem damals die Länder Soli und Usora lagen.

29. . pag. ***) „Zupa Vrhbosna (supa Urhbozna. Die Handelsstrassen und Bergwerke von Serbien und Bosnien während des Mittelalters. DieseHochebeneheisstheuteSarajevsko oderSarajsko polje**). 292. f) „Quandam partem Moesiae. pag. Chronica Hungarorum. Die obere Bosna oder Ober-Bosnien ist ein Hochland. wo sich die Zuflüsse Miljacka und Zeljeznica von Rechts. Hier erweitert sich das Bosnathal zu einer schönen und fruchtbaren Hoch ebene (520 Meter). w. Jahrhunderte galt in der Kanzlei der Ragusaner die Adresse „Mercatoribus in Bossina" als gleich bedeutend mit „Mercatoribus in Subuisochi" (Visoki) und „Choynica" (Fojnica). war die obere Bosna*). Vrh-Raöa. und Zujevina von Links in ihn ergiessen.***) Vrhbosna war die wichtigste Zupa und sozusagen der Mittel punkt Ober-Bosniens. Scriptores rerum hungaricarum. Am wichtigsten ist hier das hohe Thal des Flusses Bosna. Prag 1879. Noch im XIV. vel vulgari vocabulo Werhbozanyam vocamus. Übersetzers." Jirecek.. die vier Stunden lang und ebenso breit ist. Anmerk. cit. I. das Hochland um den oberen Lauf des Flusses Bosna von dessen Quelle bis zum historischen Passe von Vranduk. Vrh-Lab u. de Thwrocz. In späterer Zeit erhob sich unweit von Kotor die neue und grosse Burg Vrhbosna (il castello Varch *) „Diese ursprüngliche Bosna beschränkte sich"auf den oberen Lauf des Flusses Bosna. . d. p. man verstand unter Bossina eben nur das obere Bosnathal. Schwandtner. wörtlich „Quellbosna". Op. d. . so dass manchmal das ganze Land nur nach ihr benannt wurde. Jahrhunderte die feste Burg Kotor (ro KareQa) erwähnt. cf. und im Mittelalter bildete sie eine Zupa (Kreis)." J. i. Const.) . quam nos superiorem Boznam. genauer Quellgebiet der Bosna. 31. welches sich unaufhörlich erweitert und verengert und von 550 Meter bei Vranduk bis auf 313 Meter sinkt. -j-) In der Zupa Vrhbosna wird schon im 10." Jireöek. und XV. die bei dem heutigen Dorfe Kotor 9 Kilo meter südwestlich von Sarajevo an der Quelle des Bosna- flusses lag. Das Bosna- thal ist am breitesten gleich unter der Quelle des Flusses. s. — 24 — kroatische und serbische Gebiete verbreitete. **) Die Slaven nennen alle Ebenen oder Hochebenen „Feld" (polje). die nach der Bosnaquelle Vrhbosna (supaUrhbozna)hiess.

und zwar der Lepenica und LaSva an der linken Seite. in der erst unter der türkischen Herrschaft im Jahre 1503 die heutige Stadt Travnik erwähnt wird. die heutige Festung von Sarajevo. Hier waren die Burgen Sutiska und nahe dabei Trstivnica. die Burg Hodidjed (Chodidied. Choynica) und endlich die Bergwerksorte Dezevice und Du sin a genannt werden. wo im Jahre 1415 der bosnische Wojwode Paul Radinovi6 begraben wurde. welches eine Zeit lang der Sitz des Bans und eines katholischen Bischofs war. Chodidieth).Red den Namen Zupa Podredska (supa Bored) führte. B. Das Thal der LaSva und deren Nebenflüsschen bildete die Zupa LaSvanska (supa Losona). ferner Brdo (Burdo) mit der Kirche des heil. und 15. Werchbossen). Historisch wichtig war auch n'och das Gebiet des Flusses Trstivnica. Ausser diesen wichtigeren Burgenwerden in der Zupa Vrhbosna auch noch andere Orte erwähnt. *) S. Nr. Dieser letztere Ort lag wahrscheinlich bei dem heutigen Dorfe Blazuj. und im 14. in der später die königlichen Burgen („stolna mista" = Residenzen) Kozao oder Kozo. KreSevo (Cresseuo) mit der darunter liegenden Stadt (pod KreSevom. Jahrhunderte befanden sich in dieser Zupa die wichtigsten Burgen und Residenzorte der bosnischen Herrscher. welches nach dem Gebirge. 107 und 108. ferner die berühmte Handels und Bergwerksstadt Hvojnica oder Fojnica (Onoyniza. II. Zu Ober -Bosnien wurden auch noch die Thäler der Zuflüsse des Bosnaflusses gezählt. 2% Stunden südöstlich von Sarajevo. davon das verdorbene Varbossania. — 25 — Bosna. Petrus. Jahrhunderts die feste Stadt DeSnik oder Tesnik (vö Jeovrjx) nahe dem heutigen' Dorfe TeSevo. 4 pag. Hier stand schon um die Mitte des 10. meine kleine Abhandlung im „Viestnik hrvatskoga arkeo- logiökoga druStva". Jahrg.*) Später wird hier der Ort Bjelino polje oder Bjelopolje (Belinapola) auf dem ebenso genannten Felde erwähnt . das heutige Starigrad. und der Stabnja und Trstivnica an der rechten Seite der Bosna. z. Das Gebiet der Lepenica und deren Nebenflüsschen umfasste die Zupa L e p e n i 5 k a (supa Lepenicha). . Sotto Cresceuo).

mit der wichtigen Burg PraCa (Pracha Byscupnia) einverleibt. Süden und Westen an sich. der wichtigste Handelsort Bosniens im 14. X. Boragio) mit einer Stadt unter ihr (Subtus Boraz oder Sotto Boraz '. die Residenzstadt der bosnischen Könige. in dem die Krone Bosniens aufbewahrt wurde. Das dortige Volk erinnert sich noch heute. und das ober-bosnische Hochland hatte beiläufig folgende Gränzen : im Norden die Gebirgszüge Vlasi6 und Konj. pag. hier standen die wichtigsten Aufenthaltsorte der bosnischen Herrscher und mehrere der hervorragendsten Städte des späteren bosnischen Reiches. Eine Urkunde König Sigismunds vom Jahre 1405 bei F ej 6 r . In dieser Zupa stand auch die Burg Bora C (Borac. Hier erhob sich endlich auch eine Stunde östlich von Sutiska. 388. nbi corona ipsius regni Bozne conservatur". — 26 — die gewöhnlichsten Aufenthalte der bosnischen Könige . Jahrhunderte. . Sehr früh zog dasselbe einige angränzende serbische und kroatische Zupen im Osten. Jahrhunderts reichte es bis zur mitttleren Drina. Ober-Bosnien umfasste also ursprünglich nur das Gebiet des oberen Laufes des Bosnaflusses und seiner Zuflüsse. noch heute nennen die christlichen Einwohner die kleine *) „Castrum principale ipsius regis Ozthoye Babulch vocatum. im Osten das Gebirge Romanija. hier lag am Bosnaflusse die Burg Visoki und unter ihr die Stadt Podvisoki. Aber Ober-Bosnien blieb nicht lange in diese engen Gränzen gezwängt. 4 . Im Inneren dieses Hochlandes lagen die ältesten Stammes-Zupen. im Süden die Gebirge BjelaSnica und Bitovnja und im Westen die Gebirde Vranica. und 15. Im Osten wurde ihm namentlich die Zupa Bor aC (comi- tatus Berez). und schon in der ersten Hälfte des 13. das feste Bobovac. *) Von der einstigen grossen Feste Bobovac ist heute nur noch ein einziger grosser Thurm erhalten. dass hier einst die heimischen Könige wohnten und knüpft verschiedene Sagen an deren hiesigen Aufenthalt. Radovan und Karaula. Codex diplomaticus . in der Gegend des heutigen Vlasenica. unter dem Gebirge Red und auf einem hohen Hügel bei dem Zusammenflusse der Bäche Bukovica und Borovica. mittleren Neretva und dem oberen Vrbas. von dem man eine herrliche Aussicht über die Felder Ljestovaöa und Ljesnica geniesst.

Jahrhunderts die Zupa Neretva (supa Nerotna). Beiläufig zur selben Zeit rückte Bosnien auch gegen Kroatien vor. Ban Stephan Kotromanie nennt sich im Jahre 1324 „dux de la Sale"*). und nach *) Monumenta spectantia historiam Slavorum meridionalium . Alles was die bosnischen Herrscher (Bane und Könige) vom 12. Jahrhunderts und blieb es bis zur Eroberung Bosniens durch die Türken. p. Jahrhunderts wird es dem bosnischen Reiche einverleibt. sondern fügten es ihrem Reiche als selbstständige Gebiete mit eigenen Namen bei. und endlich zu Anfange des 14. II. wo einst Soli lag. Damals gehörte Sa lenes mit dessen Umgebung zum eigentlichen Serbien. Da nach wird Soli erst im Jahre 1225 wieder erwähnt. und zwar als selbstständiges Gebiet neben dem Banate Bosnien. das Land Hum. zwischen den Flüssen Drina und Bosna. Diese später dem Reiche verbundenen Gebiete waren: Soli. die das Thal der Neretvica und das rechte Ufer der mittleren Neretva umfasste. und wahrscheinlich gehörte zu ihr auch die berühmte Bergwerksstadt Srebrenica. — 27 — Ebene um Vlasenica BiraC). 115. Zapadne strane (Westland). Jahrhunderte an erwarben. Dolnji kraji (die unteren Gegenden).. Soli (Sale. Im Süden breitete sich Ober-Bosnien gegen die Neretva zu aus. indem es sich die Zupa Uskopje oder Skoplje (supa Vozcopla. Sow). Sou. verleibten sie nicht mehr dem eigentlichen Bosnien ein. Primorje und Podrinje. Dieses Gebiet lag im heutigen nördlichen Bosnien am Flusse SpreCa. Noch heute bezeugen die Städte Dolnja und Gornja Tuzla (tuz = si l=Salz). Hier hatte es schon vor der Mitte des 13. und besonders nahm es sehr bald das Thal der Neretvica ein. und er war es gewiss schon in der zweiten Hälfte des 12. die seit dem Jahre 1376 erwähnt wird. Uscople) am oberen Vrbas einverleibte. Monnmenta Ragusina. X. Dies war der Umfang des eigentlichen oder Ober- Bosniens im Jahre 1244. Um die Mitte des zehnten Jahrhunderts stand hier die befestigte Stadt Salenes (ro SaXiqvtg) und nach ihr wurde die Gegend Soli genannt. Soy. . Usora.

. 39. pag. 86. **) „Ad oecupationem castrorum banatus Zrebernyk" in einem Schreiben vom Jahre 1512. 236. bis zur Mündung des Bosnaflusses in die Save. izdaje jugosl. Klaic. vieka (Rad jugosl.***) Sie werden zuerst im Jahre 1244 erwähnt. — Vergl. pag. Vj. LVI. pag. partes inferiores. akademija. (pag. 90—91). 30. und im Jahre 1299 erscheinen *) „Na Usori va slavnoj nasoj vojsci na Lisnici" in einer Urkunde Stephan Ostojas vom Jahre 1399. Srbske oblasti X. op. 47 und 54). IV. *) Nach dem Falle Bosniens bildeten die ungarisch-kroatischen Könige von den Ueber- resten Usoras das Banat von Srebrenik.**) Auch Usora wird im Jahre 1225 zuerst neben Bosnien genannt. und Racki. Mon. St. Hrvatska prije XII. 176. ferner Kukuljeviö. pag. 128. von dem Flüsschen LiSnica oder LjeSnica. Anmerk. (pag. 34. Wozora. 153.) Raöki. Woscura) hiess das Gebiet. ***) Für die Geschichte und Topographie der partes inferiores und ihrer Zupen dienen folgende Quellen: Tkalöic. nörd- • lich von ZepCe. Wichtig sind auch: die Urkunde vom Jahre 1412 in Pucics Spomenici srpski I.. 99-102). und die Urkunden von 1434 und 1446 bei Miklosic. ÜSOra (Usura. VII. Doboj. aber vollkommen mit demselben vereinigt wurde es erst ein Jahr hundert später. II. In diesem Gebiete standen die wichtigen und in Bosniens Kriegsgeschichte wohlbekannten Festen Tesanj. serb. 21. 43). cit. akademije. — Im Jahre 1461 schenkte König Stephan Tomasevie seinem Onkel Radivoj die Feste Tesanj an der Usora. Dolryi kraji (wörtlich die unteren Gegenden. Jura regni Croatiae I. 37. Prilozci k objasnjenju izvora srpske istorije. — 28 — ihm thaten dies alle bosnischen Herrscher bis zum Verfalle des Reiches. Bd. pag. 56 — 60. I. Monumenta historica episcopatus Zagrabiensis . pag. 146. Monu menta serbica.. V. Izvadci iz kralj. 207. ungarisch Olföld = Alföld). welche letztere sich bei Dobora in die Bosna ergiesst. uffen. 22 (Glasnik srps. Ruvarac Ilarion. pag. 218) und Bd. Usora breitete sich zu beiden Seiten der unteren Bosna aus. veka. 93 — 101. Bosnensia. . III. welches an der unteren Bosna und deren Zuflusse Usora lag. Als Hilfsmittel dienen auch: Novakoviö. — Starine. druztva XLIX. Jireöek. 377 — 379 und 439. Bosanski prijatelj I. Dobor und Srebrenik. (pag. Mikl. Vxora. 96. pag. i XII. osrednjega arkiva u Napulju (Arkiv za povjestnicu jugosl. pag.

dass einst der kroatische König und der bosnische Ban um die Zupa Pliva (Preva) kämpften. Die Chronik von Dioclea weiss zu erzählen. . ein Verwandter des kroatischen Bans Paul Subi6 und Grossvater des berühmten bosnischen Vojvoden Hrvoje. Die Zupa Pliva (fj üXißa) war um die Mitte des 10. wir kennen weder ihre Lage noch ihre Geschichte. Jahr hunderts wurden die Dolnji kraji durch folgende einst kroa tische Zupen gebildet : Pliva. und ausserdem auch einige Landstriche östlich vom Vrbas bis zur Usora. Die Zupa Glaz (Galas. und Anfangs des 15. Galaas). Die Zupa Vrbanja lag an der rechten Seite des Vrbas am Flusse Vrbanja. Über die Zupa Zemaljnik ist uns nichts näheres bekannt. Die Chronik des Priesters Dio- cleas erzählt. die bald darauf. Die Dolnji kraji entstanden aus lauter kroatischen Zupen. Es ist sogar wahrscheinlich. Wann die Zupa Pliva für Kroatien verloren ging. ist schwer zu bestimmen. dass der heutige Name „Krajina" aus dem einstigen „Dolnji kraji" entstand. Mrin. Ursprünglich bildeten sie ein kleines Gebiet. Sana und Dubica. Während ihrer grössten Ausdehnung Anfangs des 15. jedenfalls nicht vor dem 12. Glaz. 222. In den Jahren 1285—1334 gehörte die Zupa Glaz noch zu *) „Partes inferiores terrae Bozinensis" in einer Urkunde Karls II. Sie lag am Flusse Pliva. lag nahe der Gränze von Usora (in metis Wzore). Im Jahre 1412 gehörte Luka unter den Vojvoden der Dolnji kraji. Die Zupa Luka lag auf der rechten Seite des Vrbas. Vrbas. — 29 — sie schon als Theile des bosnischen Reiches. Vrbanja. pag. Jahrhunderts umfassten sie beinahe die ganze heutige bosnische Krajina (oder Türkisch-Kroatien) zwischen dem Vrbas und der Una. Noch heute heisst das Gebiet um die Quelle der Pliva Plievje oder Plievlje. Glas. aber schon zu Ende des 14. akademije XVHI. Jahrhunderts ein Theil des kroatischen Reiches. unterhalb Jajce.*) Ihr Herr war damals Hrvatin (comes Hrivatinus). Zemaljnik. Königs von Neapel. Ihr Hauptort war die Feste Glaz (castrum Galas) mit der Stadt Sri da darunter. Jahrhunderts erhob sich in der Zupa Pliva an der Mündung der Pliva in den Vrbas die feste Burg Jajce. zur Zeit der türkischen Einfälle in Ost-Bosnien alle anderen bos nischen Städte überflügelte und die Hauptstadt des Reiches wurde. Luka. und im Jahre 1461 wird darin die Burg Komotin genannt. wahrscheinlich an den Ufern des Flusses Ukrina. Zu Ende des 14. der bei Jajce in den Vrbas mündet. Jahrhundert. dass einst ein kroatischer König mit dem Ban von Bosnien um Luka stritt. in der Gegend die heute Dnoluka heisst. Rad jugosl.. ihr Hauptort war die Feste Kotor.

Budapest 1875. Unter diesem Namen. dass . Auch diese Zupa gehörte 1264—1385 zu Kroatien. Zemaljnik und Vrbanja bestanden. Vrbas und Sana) diesem Gebiete einverleibt wurden. wurden wahrscheinlich drei Zupen südlich von Dolnji kraji verstanden. In ihr lagen unter anderen folgende Orte: die Feste Vrbas (de sub castro). Jahrhunderts fiel sie unter bosnische Herrschaft. A. Livno und Duvno. — Pucic. die immer ausdrücklich vom eigentlichen Bosnien unterschieden werden. während die Zupa Dubica nur kurze Zeit hierher gehörte. Die Zupa Dubica endlich gehörte nur vier Jahre (1398—1402) zu Bosnien. Turjak. Die Zupa Mrin oder Mren (Meren) mit der gleichnamigen Feste (Mrin und unter der selben eine Stadt) lag wahrscheinlich an der oberen Sana und umfasste gewiss auch die Umgebung der Feste Kljuc (castrum Kluz . Vodica. Luka. und ein anderes Mal unter dein Namen „DlamoC". Ivanjska und Lipovac Von' 1254 bis 1385 war die Zupa Vrbas unter kroatischer Herrschaft. Blagaj. Gradac oder Podgradac. auch ZavrSje genannt). Japra. erst zu Ende des 14. IV. dass ferner erst in den Jahren 1385— 1391 auch die anderen kroatischen Zupen (Glaz. erst im Jahre 1391 fiel die Stadt Sri da und mit ihr wahr scheinlich die ganze Zupa Glaz an die Dolnji kraji. Die Zupa Sana (Zana) lag an der mittleren und unteren Sana und enthielt die Orte Kozarac. Wir ersehen also . Spomenici srpski I. Diese Zupa gehörte noch 1385 zu Kroatien. dem sie erst in den Jahren 1385—1391 entrissen wurde. Vidusi. pag. Jahrhundert unter bosnische Herrschaft. welches im Jahre 1392 als unter bosnischer Herrschaft befindlich erwähnt wird. Zum ersten Male wird sie 1357 neben Bosnien unter dem Namen Dlamuch erwähnt.dalmatinischen Gränze. Die Zupa Vrbas (comitatus seil districtus de Verbas) umfasste die Umgebung des unteren 'Vrbas. — 30 — Kroatien. Hier liest man. 50. pag. dass die Dolnji kraji ursprünglich nur aus vier einst kroatischen Zupen : Pliva. nämlich die Zupen GlamoC. erst während der kroatischen Umwälzung zu Ende des 14. Herbocani u. der übrigens ziem lich selten erwähnt wird. Vojskovo. 487. Mrin.*) Livno öder Hlivno mit der gleich *) Monumenta Hungariae historica. Jahihunderts gehörte sie zu den Dolnji kraji. In dieser Zupa lag gewiss auch Lusci (heute Luzci oder Lusci an der Sana unterhalb Sanski Most). Die Zupa Glamoc umfasste das heutige GlamoCer Feld (GlamoCko polje) an der bosnisch . Ostra luka. Acta extera II. und daruntei die Stadt Podkljuö). Zapadne Strane (wörtlich westliche Gegend. Alle drei Zupen waren in älteren Zeiten gleichfalls Theile des kroatischen Reiches und kamen erst im 14.

der Vojvode Paul Klesic Gutsbesitzer „in Dlamoöi und in Dumno und in Bosna" war. Jahrhundert hindurch ge hörte es zu Kroatien (Cleuna). Chul- mia. Monum. und bei Bosnien finden wir es zuerst im Jahre 1395. Mikloääic. Die Burg Hlivno und deren Zupa spielen sowohl in der kroatischen als später in der bosnischen Geschichte eine wichtige Rolle. Das Land Hum und Primorje. in den einheimischen mittel alterlichen Denkmälern unter dem Namen Dlumo oder Dumno bekannt. und noch im Jahre 1322 werden die kroatischen Herrn Mihovili6 (filii Mihovilich de Clivuna) als dessen Besitzer genannt. Ausser der Feste Hlivno lag hier in der Nähe der Quelle des Flusses Bistrica auch die Burg Bistrica. *) Über Hlivno und Bistiica vergleiche : Raök. Pucic. Jahr hundert bildete sie einen Theil Kroatiens (regio Delmina. 131 . II. gehörte um die Mitte des 10. Jahrhunderts treffen wir es als selbstständiges Gebiet unter eigenen Fürsten (dux Chulmorum) an. Halom. Chelmania u. **) V. Der Hauptort des des ganzen Gebietes war damals die Feste Blagaj (beiCon- stantin Porphyrog. Chum. 226—232. 247— 250. Das Land Hum wird in einheimischen Denkmälern auch Zahumlje (Zahlb- mije). Codex diplomaticus Croatiae II. Kukuljevic. w. 400. das ganze 12. Chelmo. Monumenta serbica pag. 410. Jahrhunderts zum Fürstenthum Neretva (Tb JaXtv). Zum ersten Male wird „die Feste Hlivno mit der ganzen Zupa von Hlivno" neben Bosnien in einer Urkunde von 1400 aufgeführt. pag. 50. genannt. serb. . 114. 406. Monumenta Hung. Documenta historiae chroaticae periodum antiquam illustrantia .*) Die Zupa von Duvno. welcher sich nach kurzem Laufe in die Neretva ergiesst. Jahrhunderts als kroatische Zupa vor. planities Dalmae). Schon zu Anfang des 10. Zu dieser Zeit wird in Duvno das Dorf Kolo erwähnt. pag 200. **) Unter anderen bei Miklosic. und in fremden Chom. und 13. — 31 — ■ namigen Feste (^ XXeßiava und die Burg To XXeßtva) kommt schon um die Mitte des 10. s. to Bora) oberhalb der Quelle des Flusses Buna. Später im 11. Spomeniei srpski I. pag. Theiner.

40—45. so dass es neun Zupen***) umfasste und im 11. Puncta Stagni. das an dem Verbindungspunkte der Halbinsel PeljeSac (Stonski Rat. die von Ragusa nach Metkoviö führt. Ston war ursprünglich der Sitz eines katho lischen Bischofs. Ponta de Stagno) mit dem Festlande lag. To ~2tayvov). Const. Jirecek. V e 1 i c c a (Velijaci am TrebiSat) . roJoßQiaxi'x (Dbbbrski — Dabar). ro IoaXi). -Vecenike . — 32 — Besonders im 13. sondern überhaupt der Hauptort des inneren Landes. Die Handelsstrassen. 25—27. und umfasste um diese Zeit das ganze Küstenland von Ragusa bis zur Neretva. Sabbas ein griechisch-orientalisches Bis- thum für das Land Hum. Vom 10. Die zweite wichtigere Feste des Fürstenthums war im 10: Jahr hunderte Ston (Stagno. Jahrhunderte blühte die Feste Blagaj. bis 15. Stamnes. cit. Nova- kovic. ein Dorf und Berg an der rechten Seite der Neretva westlich von Mostar. Unter der Feste lag am Flüsschen Buna in einer schönen Gegend das Dorf BiS6e („BiSte u Podgradju"). Const. 27.. Yabsko (vielleicht Gacko polje). an der linken Seite der Neretva). ***) Diese Zupen waren nach der Chronik von Dioclea: Stantatia (in der Umgebung Stons auf der Halbinsel Peljeäac). das Dorf Oiöje nordöstlich von Ston an der Strasse. p. bis zum 12. Jahrhunderts auch noch andere befestigte Orte**). rb raXovfivai)Vix (Gluminik. St. während es im inneren Lande bis zum oberen und mittleren Laufe der Neretva und auch darüber hinaus reichte. **) Tb MoxQiaxix (Mokrbsko — Mokro). Jahrhundert gewann *) Näheres bei Jireöek. in dem die bosnischen Könige oft verweilten. Lucca (die Zupa Luka an beiden Seiten der unteren Neretva bei der Mündung des Trebigat. Jahrhunderte hat sich das Land Hum bedeutend erweitert. sie war nämlich nicht nur die Hauptstadt des Fürstenthums. Noch jetzt heisst die Ebene an der Mündung der Buna Biste. am südwestlichen Ende des Sumpfes von Mostar. später stiftete hier zu Anfang des 13.. p. Papaua (Popovo polje an der unteien Trebinjsöica) .. im Jahre 1333 fiel Ston mit Stonski Rat (der Halbinsel PeljeSac) unter die Herrschaft Ragusas und blieb unter derselben für alle späteren Zeiten. op. heute Glumine in der Gegend nördlich von Oslje. Srbske oblasti. pag.*) Ausser Blagaj und Ston besass das Land Hum um die Mitte des 10. Stammum. G ory mit a (Gorica oder die spätere Zupa Gora). Jahr hunderts der heil. der Bregava und der Krupa) .

386. akademije LVI. Diese (von unkannter Lage). pag. das letztere gegenüber dem heutigen Kloster Zitomisli6. — Gehörte damals vielleicht die alte kroatische Zupa Imota auch zu Hum? ***) Schon im 13. 45. Jahrhundert (um 1234) wird das einst selbstständige Gabiet Travunja (mit Trebinje) zu Hum gezählt. Sie begründeten hier einen vollständigen Staat und nahmen im Jahre 1448 den Herzogstitel an. wovon dann später ihr ganzes Gebiet den Namen Herzegovina (das Land des Herzogs) bekam. serb. **) In der Urkunde des Zupans von Hum Radoslav wird unter den Edeln von Hum auch Vojslav Radosevic „abthnikr iinotbski" genannt. nach Osten gegen das einst selbstständige Gebiet Podgorje und nach Süden gegen Travunja. und an den Ufern der Neretva standen die Festen Vratar. 89). es ist dies die Gegend Dubrava zwischen Mostar und Stolac). p. Novi und KruSevac. Debre (der Beigkessel von Dabar). Unter der Herrschaft der Hranite werden im Lande Hum ausser der Hauptstadt Blagaj auch noch andere Festen und Städte genannt. die hier in der zweiten Hälfte des 14. da bei verbreiteten sie ihre Herrschaft nach allen Seiten.. Miklosic.***) Am meisten jedoch breitete es sich unter der Regierung der Grossfürsten Hrani6 aus. indem sie die Oberherrlichkeit der bosnischen Könige nur dem Namen nach anerkannten. 3 . Die Grossfürsten aus dem Geschlechte Hranic (besonders Sandalj Hrani6 und Stipan Vuköi6) regierten Hum beinahe vollkommen unabhängig. Siehe Daniöic's „Rjecnik iz knjizevnih starina srpskih". p. Mon. Hrvatska prije XII. Jahrhundert werden auch erwähnt: die Zupa Broöno oder Brotnja (heute Brocno oder Brotno polje) und Blatna (das Sumpfland von Mostar = Mostarsko blato). Dubraua (iuppa Dobraue im Jahre 1285. serb. F. — 33 — es sogar auf dem Meere Macht. Am Felde von Nevesinje erhob sich die feste Burg VienaCac. wie die Dynasten Hrvatini6 in Dolnji kraji. Jahrhunderts so mächtig wurden. Geschichte Bosniens. im Norden bis Almissa und im Süden bis Cattaro und weiter. vieka (Rad jugosl.*) Auch später breitete sich das Land Hum nach allen Seiten aus: nach Norden gegen das kroatische Reich**). sub vocabulo: hlbmbskij. Im 15. *) Racki. indem es die Inseln Curzola. Lastovo und Meleda sich unterwarf. Mon. Mikl.

Der Haupthafen von Konavle war Cavtat (das alte Epidaurum) ." Mikl. p. In der Zupa Drafcevica *) „Vb Primorji vb Zupe Draceviökoj " . „sve Primorje gospodina kralja i Bosne od Kurila deri preko Imotice do sela. — Siehe auch pag. . und die festeste Burg der ganzen Zupa war Sokol. wenn sie als Gäste nach Ragusa fuhren. Die Zupa DraCevica umfasste die Küste um Ercegnovi (Castelnuovo). dessen Ruinen (nördlich von Mrcine) noch sichtbar sind. Dort. Mon. wo heute Gabela steht. Primorje hiess im Allgemeinen das ganze Küstenland des Adriatischen Meeres. 201. An der Gränze des eigentlichen Bosniens und des Landes Hum lag an der Neretva das Städtchen Konjic mit einem Zoll amte. Die umfangreichen Weideplätze an den Bergen im Osten hiessen PI an ine. Ein Theil dieser Zupa hiess schon im Mittel alter Sutorina oder Subtorina. *) Konavle (KavaXrj. — Im Jahre 1399 schenkte Kadiö Sankovic den Kagusanern . Einzelne Theile dieser Zupa führten besondere Namen. koje se imenuje Dlbii. ein Salzdepot und eine Colonie der Ragusaner. im engeren Sinne verstand man jedoch unter diesem Namen nur das Küstenland des einstigen Fürsten thums Travunja von Ragusa bis zur Bocche di Cattaro. Seit dem Jahre 1438 gehörte den Grossfürsten aus dem Geschlechte Hranic auch die Stadt Trebinje mit den umliegenden Zupen (das alte Fürstenthum Travunja). serbica. pag. 229. insoferne es zu dem bosnischen Reiche gehörte. In Süd-Konavle waren zwei getrennte Gebiete: Donja Gora und Vitaljine. Dieses Küstenland bildeten zwei Zupen: Konavle und DraCe- vica. Miklosic. lag der wichtige Handelsort Driva (mercatum oder forum Narenti). Canale) hiess das fruchtbare und heisse. hier war ein Zoll amt. hier pflegten sich die serbischen und bosnischen Herrscher einzuschiffen. Der frucht barste Theil der Zupa von Konavle war das Thal der Ljuta. — 34 — Festen waren in der Zupa Luka (Cruseuac et Noui in Lucha). vier geographische Meilen lange Küstenland von dem Meerbusen der Zupa bei Ragusa bis zum Eingang in die Bocche di Cattaro. 242. Eine Viertelstunde östlich von Cavtat stand die Burg Ob od.

Const. für Bosnien. Unter den Burgen ragen besonders hervor Sokol am Zusammenflusse der Tara und Piva. Jahrhunderte der griechisch-orientalische Bischof von Dabar-Bosnien residirte. *) Im Osten von Podrinje oder dem Fürstenthum Drina wird der Handelsort Prepolje (mercatum Prepollie. die Handelsstrassen.. 441. . Nicolaus. erst um das Jahr 1376 erwarb es der bosnische König Tvrtko I.. gospodarb humbski i primorski . . Am Bache Breznica lag die wichtige Handelsstadt Breznica (heute Plevlje). 74. weil in denselben sehr oft die Grossfürsten aus dem Geschlechte Hrani6 den Sommer zubrachten. VI. Berühmt war auch der Markt Gorazda an der Drina. **) Jireöek. Kukanj bei Breznica und Samobor bei Gorazda. knez drinbski i k tomu." Miklosic. hier war das Grab des heiligen Sabbas und hier hatte sich Stephan Tvrtko I. heute Foca). Chozza. Dieses Gebiet war seit den ältesten Zeiten ein Theil des serbischen Keiches . die beständig mit dem bosnischen Reiche verbunden waren. Podrinje hiess das Gebiet der oberen Drina und ihrer Zuflüsse. Pri- poglie) am Flüsschen Lim erwähnt. 40.**) Dieses sind die Länder und Gebiete. 35. das heutige Ercegnovi. der Cehotina und des Lim. Es hiess auch „Fürstenthum Drina" und es verwalteten dasselbe im Namen der bosnischen Könige die Grossfürsten von Hum aus dem Geschlechte Hrani6. 3* . und an der Mündung der Cehotina in die Drina lag die gleichfalls bedeutende Stadt Hotca (Choza. Am unteren Lim bei dessen Mündung in die Drina stand Dabar (heute Banja) mit dem Kloster des heil. an der Meeresküste eine Feste (castrum novum Sutorine. p. Aber die *) Im Jahre 1451 nennt sich Stephan Vuköic „hercegb odb svetoga Save. Aus ihnen ent stand das heutige Bosnien und die Herzegovina. Unweit dieses Marktes stand die berühmte Burg und Kloster Milesevo im Thale der Milesevka. 73. — 35 — erbaute im Jahre 1382 der bosnische König Tvrtko I. 76. mit der doppelten Krone Bosniens und Serbiens zum Könige gekrönt. Novi u Dracevice). in dem bis zum 15. 86.

— 36 — Macht der bosnischen Könige reichte zuweilen auch über die Grenzen dieser Gebiete hinaus. Wann dies war und welche bosnischen Herrscher dies thaten. indem sie trachteten. Dalmatien und Kroatien". die Herr schaft über alle Kroaten und Serben zu erlangen. . und die bosnischen Herrscher führten dann stolz die Titel: „König von Serbien. werden wir aus der Geschichte ersehen.

— Der Einfall der Kelten um 400 v.). und nach ihnen habe das Land seinen Namen erhalten. Die ältesten bekannten Bewohner Bosniens waren nicht Bessen.) die Bessen im heutigen Bulgarien wohnten. Die älteren Schriftsteller über die Geschichte Bosniens Betrachteten als die ersten Bewohner Bosniens das thracische Volk der Bessen (Beaooi). Jahrhunderts. da noch zur Zeit Strabos (24 nach Chr. Chr. — Die Kämpfe der Delmaten (Dalmaten) mit den Römern und die erste Unter werfung des heutigen Bosnien und der Herzegovina durch die Römer im Jahre 78 v. Chr. cap. römische Strassen und Colonien. Diese sollten in das heutige Bosnien eingewandert sein. .. — Das erste Erscheinen des Christenthums. — Die Ein nahme des heutigen Bosniens und der Herzegovina durch die Slaven in der ersten Hälfte des 7. Chr. Chr. und dessen Folgen. — Die Aufstände und weiteren Kämpfe der Delmaten bis zu deren endgültiger Unterwerfung im Jahre 9 n. — Die Einfälle der Slaven und Avaren von 548 bis 600 n. VII. 264. V. die illyrischen Stämme zu Ende des 5. Jahrhundert. w. — Die Herrschaft der Ostgothen im heutigen Bosnien und der Herzegovina (493—555 n. Dem ist jedoch nicht so. nach der Pariser Ausgabe pag. Bergwerke u. — Bosnien und die Herzegovina als Theile der römischen Provinzen Dalmatien und Pannonien. Chr. II. Chr. s. Strabo*) erzählt nämlich von seiner *) Lib. Jahrhunderts v. Bosnien und die Herzegowina von den ältesten Zeiten bis zum 7. sondern Illyrer.

Diese Satren hatten auf ihren Bergen ein berühmtes Orakel. sondern werden in ihren alten Wohnorten noch im 5. Jahrhundert erwähnt. Obwohl wir wissen. dass die Bessen den grössten Theil des Haemus (Bal kan) besitzen.). in Bosnien und der Herzegovina zwei illyrische Stämme: die Ardiaeer (s4Q6i- a'ioi) und die Autariaten (^AvTaQiaTaC) wohnten. dass ihre Wohnsitze bis zum Berge Rodope reichen und dass sie an die Pannonier und die illyrischen Autariaten grenzen. Odessa 1878. — 38 — Zeit. Treue).. die in der Nationalsprache Bessen genannt wurden. dass zu Ende des 5. Istorija Bolgar (Geschichte der Bulgaren). mit dem Binnenlande jedoch beinahe niemals. Jahrhunderts vor Chr. Illyrier bevölkerten die ganze Westseite der Balkanhalbinscl von der Kulpa südlich bis zum Flusse Genusus. 72—73. die von den Illyrern und Dalmaten reden. Appianus (f 150). Chi. Nachdiesen Priestern erhielt später das ganze Volk seinen Namen (bessba bedeutet im Albanesischen : Glaube. welches Herodot Satroi nennt. so beschäftigten sie sich nur mit dem Küstenlande. und wenn sie dies thaten. sondern illy rische Völker wohnten. Die griechischen und später die lateinisch-römischen Schrift steller berücksichtigten sehr selten die Balkanhalbinsel.). K. so Polybius (f 122 v.**) Die *) Jirecek. dass zwischen dem Balkan und dem Gebirge Rodope ein tapferes freiheitsliebendes Volk wohnte. Neuere Forschungen bewiesen. und ihre Nachkommen sind die heutigen Albanesen oder S6ipetaren. dass die ältesten Bewohner Bosniens und der Herzegovina illyrische Stämme waren. als sie das Christenthum annahmen. Plinius der Altere (f 79 n. Chr. .). dass in dem heutigen Bosnien und der Herzegovina nicht Thracier.*) Diese Bessen oder Satren sind jedoch niemals ausgewandert. so können wir dennoch über deren älteste Geschichte sehr wenig sagen. **) Als Quellen der Geschichte Bosniens und der Herzegovina dienen alle jene alten Schriftsteller. Strabo (f 24 n. Plinius der Jüngere (f 113). p. welches Priester verwalteten. Auf Grund neuerer Forschungen weiss man. Aus den spärlichen Nachrichten entnehmen wir. Chr.

p. sie scheinen übrigens auch weiter nach Süden gereicht zu haben. November 1867 und Juli 1870). Crnagora und der an grenzenden Gebiete (Mittheilungen der k. *) Zippel. Archäologisch-epigraphische Mittheilungen aus Österreich. pag. XXIII 86). 1874). Leipzig 1877. dann das mit besonderer Sorgfalt verfasste Werk: Zippel. Jahrg. W. da der Fluss Tara in seinem Namen ihr Andenken bewahrt. alles gesammelt findet sich in Mommsen's Riesenwerk: Corpus inscriptionum latinarum. in den Monatsberichten der Berliner Akademie der Wissenschaften. Dio Cassius (f 200) und Andere: ferner die römischen Itinerare. Die römische Herrschaft in fflyrien bis auf Augustus. Die Autariaten bewohnten das heutige südwestliche Bosnien und die nördliche Herzegovina. da sie beiläufig 300. 36. ferner Tomaschek. Die vor- slavische Topographie der Bosna. veröffentlichte zuerst der Franziskaner Maitin Nedic (Arkiv za povj. die alle Arbeiten für sie besorgten. geographischen Gesellschaft in Wien. Von den Auta- riaten. *) Westlich von den Claudius Ptolomäus (f 160). Dezember 1866. Wien 1880). k. Die römische Herrschaft. Römische Alterthümei in Bosnien und der Herzegovina .. Für die Zeit der römischen Herr schaft leisten uns auch die in Bosnien und in der Herzegovina gefundenen Alterthümer gute Dienste. Hoernes. so zeichneten sich doch die Ardiaeer vor Allen durch ihre täglichen Zechgelage aus. Tom. Herzegovina. 32—47 und Heft 2. — Von Werken und Abhandlungen. pag. der von einem grossen See in der heutigen Herze govina (Mostarer Sumpf?) erzählt. 184—207. III. jugoslavensku IV. — „Von der Ebene (bei . und zwar das Itinerarium Antonini und die Tabula Peutingeriana. Jahi- hundert betreffen . die damals südlich der Ardiaeer wohnten. Heft 1. 142—162) und später Otto Blau (Berichte über die römischen Alterthümer in Bosnien I.000 untergebene Knechte [TrQoqneKaTai) hatten. IV.. III 1873. Gymnasial-Zeitschrift. Panonija rimska (Rad jugosl. Band XXUI. Miscellen aus der alten Geographie (Österr. — 39 — Ardiaeer wohnten zu dieser Zeit östlich von den Liburniern im heutigen Türkisch-Kroatien und in West-Bosnien. Wien 1880.. Nach Skylax. In neuerer Zeit erschien noch Material in : M. 1857. G. dass sie zu jener Zeit sehr mächtig und stark waren.. Heft 11 und 12. erwähnen wir ausser den Schriften Katanöic's noch folgende: Kukuljevic. wird er zählt. und endlich Tomaschek. p. akad. die einigermassen die Geschichte des heutigen Bosnien vor dem 7. J. W. wohnten die Autariaten um die mittlere und obere Neretva. Ob wohl alle Illyrer dem Weingenusse sehr ergeben waren. Was in dieser Hinsicht bisher gefunden wurde. Sie selbst arbeiteten gar nichts. IL.. .

drohte je doch sowohl den Ardiaeern und Autariaten. wurden sie Nachbarn der illyrischen Ardiaeer. — 40 — Autariaten wohnten an der Mündung der Neretva gegenüber den Inseln Lesina und Brazza die kleinen Stämme der Nesten (NtGTOi) und Manier (ßlaviol). mit den Hellenen in Berührung kamen. Reisen in Bosnien. ebenso wenig wissen wir. als Küstenbewohner. So kam ganz Nord-Bosnien in die Hände der Kelten. nach Süden. die Ardiaeer dagegen. . dass sie ehemals ein See gewesen sei. als auch allen anderen illyrischen Stämmen eine grosse Gefahr von Seite der Kelten (Gallier). jedoch auch selbst sehr geschwächt wurden. 25. ob dieselben. Über das gegenseitige Verhältniss und die Geschichte dieser Stämme ist uns wenig bekannt . Indem sie diese nach Osten verdrängten. Kurz danach bekriegten sie auch die letzteren und verdrängten sie zwischen 370 — 360 v. die jedes Frühjahr an • der Gränze der beiden Stämme ent sprangen. Ich möchte damit in Verbindung bringen die Angaben des Skylax (Periplous § 24). in dessen Mitte eine 120 Stadien lange Insel Platz hatte. Die Folge des keltischen Einfalls war also. Um das Jahr 400 vor Chr. Schon um das Jahr 380 kamen die Kelten auf die Balkan halbinsel und überfielen die Triballer. wonach die Narenta 80 Stadien oberhalb ihrer Mündung aus einem weiten See heraustrat. die zum Anbinden der Kähne gedient haben sollen. die zu dieser Zeit gegen die itali enische und die Balkanhalbinsel vorzudringen begannen. dass die illyrischen Stämme aus der heutigen Mostar) geht die Sage. ein. und man behauptet. Ein Rest dieses Sees ist vielleicht das heutige Mostarskoblato. die sie um 335 be kriegten und vertrieben. die damals an der Morava wohnten. Die Ursache dieser Kämpfe waren salzige Quellen. drangen bis an das Meer vor und nahmen hier die Gegend an der Mündung der Neretva. durch sie verdrängt. dass sich rings an den Bergen hin und wieder noch eiserne Ringe in die Felsen gefügt finden. p. bis die Auta riaten obsiegten. Und eben aus dieser letzteren Ursache konnten sie auch selber nicht den Kelten widerstehen. 24 u." Blau. Nachdem um das Jahr 360 die Ardiaeer im Süden die Nachbarn der Auta riaten wurden. Chr. Die Kämpfe dauerten längere Zeit. den bisherigen Wohnsitz der Nesten und Manier. kam es sehr bald zwischen ihnen zu Streitig keiten.

dass zu dieser Zeit im Binnenlande an der Neretva der illyrische Stamm der Daorsen (Dauersii. Diese Fürsten kämpften oft gegen die Römer. begannen die illyrischen Stämme nördlich der Neretva für ihre Selbstständigkeit zu fürchten. h. Chr. Teuta bis Genthius bildete. sondern auch Dalmatiens zwischen der Neretva und Krka vereinigten sich darum schon um das Jahr 170 v. Es ist bekannt. hören wir sehr wenig von den illyrischen und keltischen Stämmen im heutigen Bosnien und der Herzegovina. welcher sich während der römischen Kämpfe mit dem süd-illyrischen Staate freiwillig den Römern unterwarf. und dass deren Wohnsitze die Kelten einnahmen. und zwar auf dem steilen Berge Gar dun. Nachdem die Römer im Jahre 167 das ganze Land bis zur Neretva erobert hatten. sondern es blieben hier auch noch illyrische Stämme.*) *) Die Feste De 1 min in m stand auf dem Felde von Sinj im heutigen Dalmatien. Während dieser ganzen Zeit vom 3. das Centrum der illyrischen Geschichte das Land von der Neretva südlich bis zur Vojusa war. — 41 — Bosna und Herzegovina vertrieben und verdrängt wurden. Wir wissen nur. und nach ihr nannten sich die verbündeten Stämme Delmaten oder Dalmaten. während der Blüthezeit des süd-illy- rischen Staates und dessen Kämpfen mit den Römern. Der Hauptsitz dieses Bundes war die Stadt Del- minium. Viele Stämme nicht nur der heutigen Bosna und Herzegovina. bis im Jahre 167 unter dem Könige Genthius das süd -illyrische Land in die Hände der Römer fiel und die Römer Herren des ganzen illyrischen Landes von der Vojusa bis zur Neretva wurden. JaöQiCoi) wohnte. nahe dem Flusse Cetina und dem schönen Dorfe Trilje. dass von dem 3. und dass sich hier ein mächtiger Staat unter den Fürsten Agron. d. Die Kelten hatten übrigens nicht ganz Bosnien und die Herzegovina erobert. Chr. zum Zwecke der gegen seitigen Vertheidigung gegen die immer weiter vordringenden Römer. Über die Lage Delminiums siehe . zu einem grossen Bunde. Jahrhunderte bis zum Jahre 167. die erst später in der Geschichte erscheinen. Jahrhunderte bis 167 v.

dass im Jahre 155 P. nicht nur folgende Werke und Abhandlungen: Mommsen. — 42 — Der Bund der Dalmaten wurde bald mit den Römern handgemein. Vol. N. Tomaschek. XXIII. im Osten die Drina und im Süden der Drim. Glaviniö. Besonders gefährlich war der Aufstand unter Kaiser Octavianus. . Chr. 4). Stoj. Bei jeder Gelegenheit standen sie freiheitsdurstig auf. geograph. gelang erst dem Caius Cosconius im Jahre 78. blieben ihnen die delmatischen Stämme weder treu noch gehorsam. Die vor- slavische Topographie (Mittheil. nachdem sie von den Cimbern im Jahre 115 weiter nach Süden geschoben wurden. p. Derivazione etimologica dei nomi Dalmazia e Delminium (Bulletino II. im Jahre 114 drangen die Scordiscer. Corpus inscriptio- num.. 11. um das römische Joch ab zuschütteln. das ganze Land bis zur Save eroberten. Miscellen aus der alten Geographie (Gsterr. 649—652). 4). deren Gränzen dann waren: im Westen der Fluss Formio und das Meer. Th. die sich während der ^Kämpfe mit den Scordiscern wieder erhoben hatten. Obwohl die Römer im Jahre 78 vor Chr. Aber die Erfolge der Römer waren nicht dauerhaft. 358.. als sich im Jahre 6 n. Ja. W. im Norden die Save. Nr. der damit endete. 1. 2. Gescellsch. 1878. die keltischen Scordiscer. Bd. der k. Bei dieser Gelegenheit fiel also Bosnien mit der Herzegovina zum ersten Male unter die römische Herrschaft.). k. sie mussten nämlich noch mehrmals mit diesen kriegerischen Stämmen kämpfen (119 —-118 vor Chr. III. halfen. p. Das ganze Land der Delmaten wurde der römischen Provinz Illyricum einverleibt. Gj-mnasialzeitschrift. Die Römer mussten jetzt längere Zeit hindurch die Scordiscer abwehren.. Delniinium. 505—507). 1874. Delminium (Bulletino di archeologia e storia Dalmata I. Tomaschek. Schon im Jahre 158 entbrannte ein Krieg. Scipio die letzten Überreste der Scordiscer über die Save zu treiben. pag. Die endgültige Unterwerfung der Delmaten. Cornelius Scipio Nasica die Hauptstadt der Delmaten. in Wien. 3. und erst im Jahre 85 gelang es dem Propraetor von Illyricum L. denen unter Anderen oft auch ihre Nachbaren. W. 1879. NovakovicS.. Nr. eroberte und zerstörte (jur/bftav fTtolrjoe). sogar bis zum Adri- atischen Meere vor.

Nachdem die Römer durch glückliche Kriege die Gränzen ihres Reiches von der Save bis zur Donau vorgeschoben. Diese Gränze war nicht beständig. Pannonia und Noricum. Chr. so dass im heutigen Nord-Bosnien die Gränze zwischen den Provinzen Dalmatien und Pannonien war. Der Name Illyrien. Suetonius sagt. immer jedoch war sie von der Save . und für die einzelnen Provinzen und Gegenden entstanden neue Namen. Das heu tige Bosnien und die Herzegovina bildeten kein selbstständiges Gebiet. vom Volke waren unzählige umgekommen und die Macht der illyrischen Stämme war für alle Zeiten gebrochen. sondern auch die Alpengegenden erobert hatten. welches bis zur Save reichte. Der Aufstand wurde unterdrückt. und erst in vier Jahren wurden sie überwältigt. bald lief sie nördlicher. Fünfzehn römische Legionen unter Tiberius und Germanicus kämpften gegen sie. . — sondern die Römer nannten jetzt Illyrien das ganze Land von der Mitte der Alpen bis zur Saraplanina und vom Adriatischen Meere bis zur mittleren Donau. nämlich Dalmatia.und der Zeit genosse Velleius erzählt. ver standen . Der Aufstand dauerte bis zum Jahre 9 n. dass seit den punischen Kriegen Koni keine solche Gefahr drohte . und nördlich der Save nicht nur das Land der Pannonier. als Name eines Verwaltungsgebietes (einer Provinz) verlor seine alte Bedeutung und wurde wenigstens in erster Zeit nur ein geographischer Name. wurde unter dem alten Namen Illyricum nicht nur das alte illyrische Land vom Jahre 78. bald wieder etwas südlicher. Die Aufständigen unter ihren Führern Bato und Pines zerstörten Syrmium und belagerten in Dalmatien sogar Salona. — 43 — die Delmaten. sondern es gehörte ein Theil davon zur Provinz Pannonien und der andere grössere zur Provinz Dal matien. aber auch das illyrisch-dalmatische Land blieb (wie Strabo bedauert) arg geplündert und verwüstet. dass selbst der ruhige. sondern auch die Pannonier nördlich der Save empörten. dass gerade die illyrischen Stämme der heutigen Bosna und Herzegovina an diesen Kämpfen am meisten theilnahmen. an Krieg und Kämpfe gewöhnte Octavianus bis auf den Grund seiner Seele erzitterte. Es ist nicht unwahrschein lich.

dign. 11 pag. p. Caput Bassensis. wie wir sahen. Nach der gewöhnlichen Annahme lag Basante gegenüber der Einmündung der Bosna in die Save und daraus wird der Name Basante oder Basanius für die Bosna abgeleitet" .) kennt von den bosnisch . an deren Mündung die bedeutende Feste Narona (heute Vid bei Metkovi6 in Dal- matien) stand. eben so kennt er die Neretva (Naron).79) kennt ausser der Save auch zwei Zuflüsse derselben: Valdasus oder Va da sus (nach einigen die Una. ab Lisso (Livius). und die Neretva. . — 44 — südlich mehrere Stunden entfernt. dass keiner der griechischen oder römischen Schriftsteller den alten Namen des Bosna- flusses anführt. welche er 6 NÜQiov nennt. Doboj und Srebrenik bis Bjelina oder Zvornik. 31. occ. Merkwürdig ist es. den illyrischen Ort Bassania V. . alles andere mit der Her zegovina zu Dalmatien. die zu dieser Zeit erwähnt werden. vgl. vergl. woraus die neueren Schrift steller vermuthen. (Mittheil. m.herzegovinischen Flüssen nur die Save (2avog). wird in der Nähe der Mündung der Bosna in die Save ein Ort Ad Bassante (Bassantis) erwähnt. von der er sehr unklare Be griffe hat. nach Tomaschek die Ukrina) und Urpanus (Vrbas). rein". Erst auf einem sehr spät verfassten römischen Wegweiser. der k. sanskritisch bhäsura.24 n. geograph. . das während der römischen Herr schaft immer bis zur Drina reichte. der Distanz nach Gradiste am Ausfluss des Bosut aus der Save . gegenüber dem Einfluss der bosnischen Tolisa.. Gesellsch. Chr. der bekannten Tabula Peutingeriana. Gewöhnlich ging die Gränz- linie von Novi über Banjaluka.*) *) „Ad Bassante (Bassantis. 499. Kaven) . Wien. k.) Gleich auf der nächsten Seite sagt Tomaschek weiter: „Für die Bosna lässt sich. Nord-Bosnien (besonders die bosnische Posavina) gehörte zu Pannonien. . Grundbedeutung vielleicht „klar. Geogr. aus der Station Ad Bassante der alte Name erschliessen . XXIII. . Wir werden hier die Geographie Bosniens und der Herzegovina während der ersten Zeit der römischen Herr schaft berücksichtigen und dabei die illyrischen Stämme kennen lernen. Strabo (•{. Vorslavische Topographie der Bosna. Tomaschek. die Bosna habe ursprünglich Basante oder Basanius geheissen. Not. Plinius (-j. Nr.

I. wohnten folgende Stämme: 1) Die Delmaten (^aXftdrai) im engeren Sinne. das zum Verwaltungsgebiet von Salona gehörte. Jeder illyrische Stamm wurde in Geschlechter (gentes). und die Herzegovina zu dem von Narona. deren Hauptorte Scardona (für Liburnien). so dass sie von den das mittlere Bosnien bewohnenden Stämmen . Bosnien gehörte also zum Gebiete von Salona. und zwar vorerst nur den Westtheil desselben. Von den Illyrern wird erzählt. die auch heute die slavischen Bewohner der alten Provinz Dalmatien zieren. Es waren ihrer 342 Decurien (descripti in decurias CCCXLII). bei Plinius decuriae) eingetheilt. Diese Städte waren gewisser- massen die Centren der einzelnen Gebiete. Das Gebiet von Narona (conventus Naronitanus) hingegen um fasste ausser dem heutigen Dalmatien südlich der Cetina die ganze Herzegovina. und sie be- sassen 20 Festen. von dunkler Gesichtsfarbe und be sonders tapfere Krieger waren : alles Eigenschaften. Das Gebiet von Salona (con ventus Salonitanus) umfasste das ganze heutige Dalmatien zwischen der Cetina und Krka. die während 'der römischen Herrschaft in der heutigen Bosna und Herzegovina wohnten. ferner das heutige Bosnien. Betrachten wir nun die einzelnen Stämme. während ihrer grössten Macht sogar 60. und hier verhandelten die römischen Beamten mit den Altesten und Häuptlingen der Illyrer. und jedes Geschlecht (gens) in Centurien (centuriae. dass sie von hohem und schlankem Körperbaue. Auch in diesem Ge biete wohnten mehrere illyrische Stämme. ferner im heutigen West-Bosnien. Montenegro und das ganze Land bis zum Drim und der Sara-planina. hierher kamen die den Römern unterthanen illyrischen Stämme zu Gericht. Salona und Narona (für Dalmatien) waren. Die Delmaten wohnten im heutigen Dalmatien zwischen der Krka und Cetina. In diesem Gebiete wohnten zur Zeit der römischen Herrschaft acht illyrische Stämme. In Bosnien. später jedoch das ganze bis zur Drina. einst der Hauptstamm des delmatischen Bundes. etwas näher. — 45 — Die römische Provinz Dalmatien (mit Liburnien) war in drei grosse Verwaltungsgebiete (conventus) eingetheilt.

— 5) Ditiones (Jivioveg. — 6) Ceraunii (KeQavvioi 25 Decurien) wohnten in den Thälern der Zujevina. Derivazione etimologica dei nomi Dalmazia e Delminium (Bullett. 239 Decurien). was in älteren Zeiten gewiss Dl 'man lautete. ihr Land umgaben die Gebirge Vran." W. . etwa „Schaftrift". pag. — Glamoc endlich heisst in den Denkmälern des Mittelalters D'lamoö was auch an die alten Delmaten und Dalmene erinnert. Zemljopis. Sie bewohnten das Thal der Lasva um Travnik und westlich bis Jajce und Varcarevo. . 29). ferner im Thale der Spreca bis zur Drina. Crna gora und Sator getrennt wurden. Siehe Näheres in der Abhandlung: St. op. 506) sagt: „Es lässt sich nachweisen. anno II. der Anzahl nach 25 Decurien. 56 — 58). ferner. 219 Decurien). „Alpe" gehabt hat. der unteren und mittleren Sana. 506. Malovanovo sedlo. konnte der selbe in Dalmatien an verschiedenen Orten vorkommen. Toma ■ schek. sie be wohnten die Thäler der Una. 46 — durch die Gebirge Jaram. Vran. *) Dass die Felder von Duvno. 52 Decurien. bewohnten das Thal der Rama bis zu deren Einflusse in die Neretva. und dies erinnert wieder an Dalmene und Dalmino. sie wohnten von dem Thale der Ukrina beginnend an der Usora und unteren Bosna. In ihrem Lande lag die Feste Splaunum und reiche Eisengruben. Stozer und Radovan. di archeologia e storia dalmata. cit. Livno und Glamoc im heutigen Bosnien einst von Dehnaten bewohnt waren. — „Da der Name (Dalmene. beweisen noch heute mehrere Ortsnamen. Novakovic. „Viehweide". dass Dl'm'no gemäss den slavischen Lautregeln nur aus einem alt-dalmatinischen Dalmene oder lateinischen Dalmino hervor gehen konnte.*) — 2) Sardeates (2oQ- duüTat). Zel- jeznica. Skoplje). — 3) Deurii (JtQQioi)." — Auf dem Felde von Livno heisst die Quelle der Bistrica Duman (Jukic. Delmene) generelle Be deutung. Tomaschek (op. pag. was an Delminium erinnert {/t&juov). Das Feld von Duvno heisst in den Denkmälern des Mittelalters D 1 b m b n o und D u m n o . In ihrem Lande waren Salzquellen bei dem heutigen Gornja und Dolnja Tuzla. dies hinwieder aus Dl'm'no ent standen ist . Westlich von diesen wohnte der Stamm der Derriopen (j£QQi07ieg) in den Thälern der oberen Sana und des Unac. pag. des Vrbas (nördlich von Jajce) und der Vrbanja. dass Duvno aus Dumno. ferner das Thal des oberen Vrbas (Uskoplje. Stit. —4) Maezeii (Ma'Ccüoi. cit. W. Fojnica und Neretvica an den Gebirgen Treskavica.

die während der ersten Zeit der römischen Herrschaft in Dalmatien das Ge biet des heutigen Bosniens und der Herzegovina bewohnten. wohnten folgende Stämme: 1) Die Ardiaeer (Vardaei. Gorazda und Plevlje. Idqdiaioi. 561 —567. Daorsei. Autariaten und Römer gebrochenen Stammes. — 7) Dindarii (JivdaQioi. ferner am linken Ufer der Neretva bis zum heutigen Ragusa. w. — 3) Naresii (Na^aioi. In ihrem Lande waren Bergwerke bei Fojnica und Kresevo. 53 Decurien). Bitovnja und Zec {KeQnvvia OQrf). aber durch die Kelten. Sie bewohnten während der römischen Herrschaft das kleine Gebiet um die Gebirge Cabulja und Varda südlich den Sardeaten. Die vorslavische Topographie der Bosna. auf den Feldern von Nevesinje und Gacko. 52 Decurien). wo er an die Daesitiaten gränzte. — 2) Daorsi (Dauersii. OvaQÖaioi. DI. der vier Jahre lang (6 — 9 n. welches zum Gebiete von Narona gehörte. . sie wohnten in den Thälern der Stabnja und Krivaja. der die Wohnorte der einst mächtigen Autariaten eingenommen hatte . 20 De curien). 17 Decurien) wohnten damals in dem Thale des Trebizat und auf dem Felde von Bro6no. — 8) Daesitiates (Jaioiuacai. s. Dies sind die illyrischen Stämme. pag. Chr. und lebten in diesem unfruchtbaren Lande in grosser Armuth und Noth. die Überreste des einst mächtigen. Sie wohnten öst lich vom Felde von Sarajevo bis Rogatica. 33 Decurien). — 4) Deramestae (30 Decurien). er wohnte im Thale der oberen Neretva bis Mostar. Tomaseheks. Vise- grad. JaoQoioi.) den römischen Legionen widerstand. JaoQiCoi. In der Herzegovina. der tapferste der alt-illyrischen Stämme. ferner an der Piva und Tara und endlich an der oberen Drina. Diesem Stamme gehörte der berühmte Heerführer Bato an. Jaovgoioi. Herzegovina u. und besassen Bergwerke bei Olovo. wie die übrigen *) Näheres über sie siehe in dem oft citirten Werke W.*) Diese Stämme hatten dasselbe Schicksal. Srebrenica. ein zahlreicher Stamm. — 47 - Bjelasnica. waren Nachbaren der Daorsen und bewohnten Popovo polje und den Kessel von Dabar.

2) Ein Stück einer römischen Strasse in der Herzegovina bei Tihaljina und Nezdravica. . es ist dies ein Theil der Strasse. die von Brod (Marsonia) durch Bosnien nach Salona führte. und in Glavice auf dem Felde Glamoc. aus Salona über Kunovic (ad Novas) Dach Narona. nordwestlich von Ljubuska. Die römische Stadt selbst lag dort. das Volk nennt sie hier Sekulan. dass hier einst eine römische Stadt lag.*) a) Überreste römischer Strassen. — 48 — Bewohner der damaligen Provinz Dalmatien nur mit dem Unterschiede. Aber trotz dem wurden auch diese Länder langsam von dem Geiste der römischen Cultur durchdrungen. und ausserdem werden dort viele römische Münzen. h. Dieses Stück ist 9 Stunden lang. deren Name mit S begann (munieipium S. d. wo heute die alte Stadt Plevlje liegt. Übetreste römischer Gebäude sind ferner bei dem Han Podrunic zwischen Travnik und Jajce. Wir werden hier die Orte anführen. sie habe „od Soline do Norine" geführt. dass dies der Ort Sapua war). Ein Theil derselben Strasse ist bei dem Franziskaner-Kloster Humac sichtbar. römische Grabdenkmäler und Kunstprodukte. London 1876. 1) Ein Stück einer römischen Strasse vom Dorfe Cadjavica auf dem Felde Podraznica über Mednn. und es scheint ein Überrest der Strasse zu sein. — Antichita di Brocno ed un ara di Silvano (Bullett. Trough Bosnia and the Herzegovina.. Von der Culturarbeit der Römer in der heutigen Bosna und Herzegovina zeugen noch heute die dort gefundenen Überreste von römischen Strassen und Gebäuden. Auf dem Felde Brocno bei dem Dorfe Cerin sind tief unter der Erde zahlreiche Grundmauern römischer Gebäude gefunden worden. — Bei dem Dorfe Mosunj an der Lasva sind alte Gebäude sichtbar.. und auf Ilino brdo bei Plevlje war die Todtenstadt. I'eska und Glavice bis Glamoö. ferner die gefundenen römischen Inschriften (grösstentheils Grabschriften) und rö mischen Münzen. Tomaschek hinwieder glaubt.). wo bisher Spuren der römischen Cultur gefunden wurden. und sagt. Grabdenk mäler und Kunstprodukte. di archeologia e storia Dalmata I. Zahlreiche Ruinen in dei Stadt Plevlje beweisen. dass es Stanecli hiess. b) Überreste römischer Bauten. die aus Kunovic (ad Novas) durch das Thal des Trebizat nach Vid (Narona) führte. Gräber. *) Über die römischen Alterthümer in Bosnien und der Herzegovina siehe ausser den schon erwähnten Werken und Abhandlungen noch folgende: Ewans. wie die Bewohner des Küstengebietes. Arthur. Mommsen vermuthet. dass sie der Entfernung vom Meere wegen nicht so dem Einflusse der römischen Civilisation ausgesetzt waren.

d) Römische Inschriften fand man bisher an vielen Orten. Mlade). in Glamoc. Cerin). dass die Römer auch in der heutigen Bosna und Herzegovina ihre Cultur genügend verbreiteten. Geschichte Bosniens. I. bei LjubuSka und in dessen Umgebung (Humac. 4 . Han Podrunic). Die erste Strasse führte von Mitrovic (Sirmium) neben der Save bis Gradiska und von hier durch das heutige West-Bosnien (Türkisch-Kroatien) nach Salona. in der Umgebung Travniks (bei Putacevo. inGoraäida. dass zur Zeit der Römer Bosnien und die Herzegovina drei Hauptstrassen durchkreuzten. in Thale des Trebizat (Vitina. Sajmiste. bei Radinöic-kula. auf dem Felde Brocno (bei Gradnici. die die Hauptstadt des damaligen Dalmatiens . e) Römische Bergwerke. Nach diesen Itineraren und dem Cosmograph von Ra- venna lässt sich feststellen. in Listani. dass die Römer durch Bosnien und die Herzegovina Militär. Im Quellgebiete des Vrbas. lässt sich aus den zahlreichen hier gefundenen Goldmünzen yermuthen. das bedeutende Salona. und bei Vrstoca im Unacthale fand man ein 5' hohes Basrelief. in Svrakino-selo bei Sarajevo . Diese Strasse wurde zweimal gebaut. Kreindvor. in Plevlje (über 30 Inschriften) und Prepolje . Dasa die Römer hier auch Gold gruben. ferner bei Blazuj an der Quelle des Bosnaflusses . — 49 — ja sogar Götterbilder gefunden. das zweite Mal mehr westlich. auf dem Felde von Livno (bei Vasarovina. der hier begraben liegt) . und zwar bei Bihac an der Una. mit der Posavina. besonders bei dem Dorfe Koupa. bei dem Dorfe Podlipci in Dnoluka östlich von Jajce. Die ältere Strasse. Podrinje und dem Neretvathale verbanden.und Handelsstrassen bauten. Über diese Strassen und Städte berichten zwei Denkmäler: das Itinerarium Antonini und die Tabula Peutingeriana. Ligat. auf Glamoöko-polje (bei Glavice und Jakir) und auf der Hoch ebene Kupies (in Otinovci). bei Divjak in der Nähe Travniks. und dass an diesen Strassen feste Burgen und Städte lagen. und das erste Mal lief sie mehr östlich. Gradeina). Aber ausser diesen Überresten haben wir auch schriftliche Denkmäler. — Grabsteine und Gräber wurden bei dem Dorfe Pazaric zwischen Konjic und Sarajevo gefunden. in Kablici und Priluka) . die uns berichten. auf einer wird ein decuiio coloniae Risini genannt. Schon diese wenigen zufällig gefundenen Überreste be weisen. c) Römische Münzen wurden bei Vitina im Thale des Trebifcat. in Rogatica (4 Inschriften . Gucanska Kapela. in Konjic und dessen Umgebung gefunden. am Fusse des Gebirges Rosinj findet man Spuren von uralten Gruben.

op. welches zum Bisthum Ludrum gehörte. die Quelle des Janska (Jonnaria) und Strazbina (Bariduo) auf das Feld Kupres. beweist unter Anderem auch der Umstand. 128). hatte folgende Richtung und folgende Stationen. dass hier im Jahre 1863 eine vergoldete Statue. balle = Stirne. d. f) Lausaba oder Lausava bei dem Cosmographen von Ravenna (ed. Bei Dolnje selo nahe Varcarevo wurde im Jahre 1864 eine Ära mit vier Menschenköpfen und einer Inschrift. als „munieipium Sarciaticum" er wähnt. Chi. *f) Alperium lag wahrscheinlich bei Bilibrig. Dio Cassius nennt diesen Ort ZtQirtov. Antonini (edit. von hier lief sie über das heutige Banjaluka (Castra)**) auf die Hochebene von Dobrinj bis zum Han Pavi6 (Lama- tis)***) und dann auf die Hochebene Podraznica. pag. 4—5 steinerne Brunnen. Spitze. oder war sie zu lang. h. Wahr scheinlich lag Saritte nahe der Feste Sokolac. 217—218). p. ff) Baloia bei dem Ravennas (albanes. fff) Auch Sarute. Es war ein wichtiger Ort und wird im Jahre 532 n. **) Noch jetzt sieht man in Banjaluka die Ruinen eines römischen Bades. . gefunden wurde. von der jedoch nur die Zahl VII lesbar war. Parthey et Finder. später wurde jedenfalls eine neue erbaut. Beginn). IV. welche wahrscheinlich einen römischen Imperatoi darstellte. wo die Gränze der Provinzen Pannonia und Dalmatia war . Berolini 1848. 512. Von Gradiska (Servitio) führte sie südwärts bis Laktasi (Ad Fines)*). 19. — 50 — wie sie auf der Tabula Peutingeriana eingetragen ist. die obere Pliva (Saritte) 77j). Jezero (Indenea). 1860. Dass bei Laktasi eine römische Ansiedlung war. gewiss ein Überrest aus Römerzeiten. Diese neue. in dem Itine *) Tomaschek. ausgegraben. cit. Von hier aus führte sie über Varcarevo (Baloie)-{"j-). War nun diese Strasse bald verdorben. wo sie die Orte Vasarovina und Lju- bunöi6 berührend das Gebirge Prolog (In Alperio)*7) er reichte und sich dann gegen Citluk (Aequum) und Salona am Meere herabliess. wo die Station Leus ab aj) war. Pinder et Parthey. weiters über das Joch des Malovan bis Suica und über Borovaglava auf das Feld von Livno. Vor einigen Jahren fand man hier auch mehrere Hunderte römischer Bronzemünzen. Zwei Stunden von dem Hane Pavic liegen „Bunari". ***) Aemate im Itiner. die in gerader Richtung lief und dadurch viel kürzer und wahr scheinlich auch viel besser war.

A. und von hier nach Mi- trovic. k. Bosnien in Bezug auf seine Mineralschätze (Mittheil. Clandate (Novi). Die Handelsstrassen und Bergwerke. Servitium (Gradiska). Im Jahre 532 nach Chr. Netabio oder Netavio (Lipovo polje). f) Bei der Quelle der Sana (Sarnacle) zweigte von dieser Strasse eine Nebenstrasse ab. C. Per- setis (Petrovac). weil hier eine Ab theilung Soldaten von dem Volke der pontischen Ladii lag. und fahrte in anderer Richtung über das Quellgebiet der Sana (Sarnacle)**). p. pag. und von Gradiska bis Listani 116 römische Meilen lang. vielleicht in Skoplje) in der Nähe von Goldbergwerken lag. die bis Bihaö führte und von hier bis Dubica und Gradiska. wo die bedeutende Colonie Matrix (Ad Matricem. Die Stationen dieser Nebenstrasse waren: Sarnicle (Sana-Quelle). welches zum Bisthum Ludrum gehörte. Ravenn. 163). Im Jahre 530 wird erwähnt „Vitalis pres- byter Sarniensis ecclesiae" (Farlati.ov'1'a. Silviae bei Ptolomaeus Zai. wird ein „municipium Salviaticum" erwähnt. der k. 211. 4* . 42. Tomaschek (op. und Sarnade in einzelnen Manuscripten. I. Diese Strasse war von Gradiska bis Salona 154. Brindia (Krupa). pag. 221).. dass man hier lesen muss „ecclesiae Matricitanae". Glavice auf Glamocko-polje (Salviae)***) und Listani auf dem Felde von Livno nach Citluk und Salona. Gesellsch. 16. Geogr. ***) Salvia. Assinone (Priedor). Illyr. Speridium (bei Bihaö). ttt) Über diese Goldbergwerke siehe: Conrad. IV. es war also ein wichtiger Ort. Raetinio oder 'Pairirov (Izaöie). j-) II. 1870. j*j"j) Von der Quelle des Vrbas führte die Strasse weiter über *) Den Namen „Ad Ladios" erhielt der Ort. Sie führte von Salona über Trilje an der Cetina (Tilurio) zuerst auf das Feld von Livno bis Vidos (Ad Libros) . von hier über Buzanin-grad (In Monte Bulsinio)-{"j-) und Eminovo-polje (Bistue vetus) bis zur Quelle des Vrbas. geogr. — Im Jahre 530 wird ein Presbyter Vitalis als episcopus ecclesiae Martaritanae erwähnt. pag. — 51 — rarium Antonini verzeichnete Strasse hielt sich bis zur Hoch ebene Podraznica (Leusaba) an die alte und hatte in diesem Theile nur eine neue Station bei Trn (adLadios)*) nörd lich dem heutigen Banjaluka. in Wien. Die zweite Strasse führte gerade durch die Mitte Ober-Bosniens bis zur Drina. — Jireöek. 520) ver- muthet. sacr. cit. ff) Monte Vulsi (Bulsi). Diese Strasse kommt nur auf der Peutinger'schen Tafel vor. **) Saniglo und Sarniclo bei dem Ravennas. Berginio (Dubica). aber von der Ebene Podraznica an zweigt sie von der alten Strasse gegen Westen ab.

Das Feld von Sarajevo war schon zu Römerzeiten der Mittelpunkt des Binnenlandes und der Hauptverkehrsort dieser Gegenden. Anton. Oslje (Dilunto. Es ist dies die Strasse. und von hier über Budva (Butua) nach Scuttari und Durazzo. op. p. von hier über Nez- dravica und Tihaljina (Ad Fusciana)***) durch das Thal des Trebizat bis Ljubuska und Ljubusko-polje (Bigeste) und bis Vid (Narona) am Flusse Neretva. ist in dem Itinerarium Antonini verzeichnet. welche wenigstens theilweise durch das heutige Bosnien und die Herzegovina ging. 558—560. Mosunj) und von hier über Jajce bis Jezero. die von Gradiska durch West-Bosnien nach Salona führte. welche Dyrrachium mit Thessalonichi und Constantinopel verband. Vom Felde von Sarajevo (respect. die zweite bis Konjic und die dritte überBuso- vaca nach Travanjsko-polje (Putacevo. Raven. die von Salona nach Narona führte. — 52 — Krupa nach Fojnica (Bistue nova)*) und bis Blazuj (Sta- necli) auf dem heutigen Felde von Sarajevo. die in das Innere des Landes führten. ■{') Schon diese kurze Übersicht der römischen Strassen *) In den Jahren 530—532 wird ein Andreas episcopus Bestoensis (ecclesiae) erwähnt. pag. wo sie sich der grossen Militär -Strasse „via Egnatia" anschloss. Auch von dieser Strasse zweigten Nebenstrassen ab. und Geogi. und von hier nach Scutari (Scodra) und Dyrrachium. wo sie sich der Hauptstrasse anschloss. **) Über diese Nebenstrassen siehe Tomaschek.521—523 ***) Aufustianis im Itin. 545 —548. op. Bistue nova war also damals. und gewiss auch schon viel früher. f) Tomaschek. Slano (Pardna).**) III. Die dritte Strasse. 528. . cit. Die erwähnte Strasse lief von Salona durch das heutige Dalmatien bis Runovi6 (Ad Novas). der Sitz eines christlichen Bisthums. von Blazuj) führte erstens die Hauptstrasse weiter über die Station Argen tarie (Vares oder Srebrenik ?) bis zur Drina und Mitrovic . Dallunto). cit. Südwesten und Nordwesten liefen : die erste über Rogatica (Aleva?) und Gorazda nach Plevlje (Sapua?). Von Narona führte die Strasse weiter über Kiek (Ad Turres). Zaton (Asamo) und Cavtat (Epidaurum) nach Bisano (Resinum). während drei Nebenstrassen nach Osten.

ausserdem gaben sie mehrere die Bergwerke Bosniens betreffende Verordnungen heraus. Dalmatas) fodere terras coegit aurumque venis repurgare. **) Invenitur (aurum) aliquando in summa tellure protinus rara feli- citate. — 53 — im heutigen Bosnien und der Herzegovina zeigt uns. 12. Besonders gilt dies von dem Bisthum Bistue (bestoensis ecclesia). im heutigen Bosnien gesucht werden müssen. so widmeten die Römer dem Bergbaue eine besondere Sorgfalt. dass man unter Kaiser Nero das Gold in Dalmatien beinahe auf der Oberfläche fand und dass man täglich bei 50 libras gewann. welches im Herzen des heutigen oberen Bosnien lag. Plinius erzählt. . wie die Römer ihre Cultur auch hier zu verbreiten wussten. den Wohlstand der unterworfenen Länder zu heben. singulis diebus etiam quinquagenas libras fundens. der zur Provinz Dalmatia gehörte. Da Bosnien sehr reich an Bergwerksprodukten ist. s. die so schwer besiegten illyrischen Stämme (feroces Dalmatas) zu beherrschen. metallarii u. Jahr hunderte zum Erzbisthum Salona gehörten. Es verbliebe noch etwas über die ersten Anfänge des Christenthums in Bosnien und der Herzegovina zu sagen. in denen comites metallorum. die im 6. er wähnt werden. Statius) besonders preisen. wurden nun gezwungen. ut nuper in Dalmatia prineipatu Neronis. Florus IV. doch darüber haben" wir geradezu gar keine Nachrichten. B. In jenem Theile dieser Länder. Man vermuthet dies auch daraus. Plinius XXXIII.**) Die Römer hatten in Salona einen besonderen Beamten für die bosnischen Goldbergwerke (commentariensis aurariarum Delmatarum). 4. *) (Augustus) efferuin genus (scil. sondern auch dazu. Die erbauten Strassen dienten ihnen nicht nur dazu. Besonders wurde in Bosnien viel Gold gegraben. Die Illyrer> bis vor Kurzem nur mit dem Kampfe und der Viehzucht bekannt. aurileguli. weil viele christliche Bisthümer. w. sich mit Bergbau und Goldwäscherei zu befassen*) und erreichten darin bald eine bedeutende Geschicklichkeit. das selbst die römischen Dichter (z. wurde das Christenthum unzweifelhaft schon sehr früh von Salona aus verbreitet.

Zuerst fielen sie unter die Herrschaft der Ost-Gothen. Auf der Synode von 530 werden vier bosnisch-herzegovinische Bisthümer erwähnt: Naronitana (Narona). Codex diplomat. Aus den erhaltenen Schriften dieser Synoden**) ent nehmen wir auch die damalige kirchliche Organisation Bosniens und der Herzegovina.. — 54 — Nach dem Untergange des weströmischen Reiches (476) ertrugen Bosnien und dieHerzegovina als Theile der römischen Provinzen Pannonia und Dalmatia dieselben Schicksale und Stürme. indem sie in Allem dem Beispiele der Römer folgten. Codex diplomaticus. ad ordinationem siliquatici. als der byzantinische Kaiser Justinian den zwanzigjährigen Krieg mit den Gothen begann. Martaritana oder Matr icitana (Matrix. auf der Synode von 532 wurden noch zwei neue Bisthümer be gründet: Ludricensis***) und Sarsenterensis. Geogr. Raven. I. griffen sie dennoch die kirchliche Organisation Dalmatiens nicht an und ver folgten die Katholiken nicht. Osuin oder Osun. I. Die Ost-Gothen. Sarniensis (Sarnacle) und östlich von diesen im Centrum des Landes Bestoensis (Bistue nova). regierten weise über Dalmatien. j) Der *) In einem Briefe . schrieb. empfiehlt der König dem Osuin einen gewissen Simeon. wie diese. In den Händen der Ost-Gothen blieben sie ruhig b's zum Jahre 535.) und als ihr Umfang wurde bestimmt : „ut Sarsenterensis epis . 195—198. und besonders ihr König Theoderich. ja sogar gerade während der gothischen Herrschaft wurden in Salona in den Jahren 530 und 532 zwei kirchliche Provinzial-Synoden für Dalmatien abge halten.*) Obwohl die Ost-Gothen Arianer waren.. ge hörten auch die Orte (municipia): Salviaticum (siehe Anmerkung *** Seite 51) und Sarciaticum (siehe Anmerk. welche damals König Theo der ich regierte (493). 194. J. ***) Zu diesem Bisthume' dessen Sitz in Ludrum (Livno) war. König Theoderich sorgte auch nach Art der römischen Kaiser für die bosnischen Bergwerke. vel devotio com- probata.) f) Der Sitz dieses Bisthums war Sarsenterum (Sarsitero. J. cuius fides olim nobis est cognita . regni Croatiae. Ad Matricem)." Kukuljevic. **) Kukuljevic. von dem er sagt: „Simeonem itaque virum clarissimum . fff Seite 50. nee non ferrariarum ad provinciam Dalmatiam nostra ordinatione direximus. den König Theoderich im Jahre 508 seinem Verwalter in Dalmatien.

liäXßrji. BaXxrjg. pag. Stantino. die Hauptfeste an der Strasse Syrmium-Salona eroberte **). Documenta historiae chroaticae periodum antiquam illustrantia. III. 40. und folglich auch Bosnien und die Herzegovina. Zu dieser Zeit musste Dalmatien. als der Chan der Avaren aus Syrmien durch Bosnien südwestlich vordrang. *) Procopius. 449 —455. aber die Einfälle der Slaven hörten nicht auf. Während des er bitterten Kampfes zwischen Gothen und Byzantinern erschienen zum ersten Male die Slaven in diesen Gegenden. und man vermuthete desshalb. c. sehr viel durch die Heereszüge und auch durch religiöse Verfolgungen leiden. quae in municipiis Delontino. Der schrecklichste Avaren-Einfall geschah im Jahre 598. wie die arianischen Gothen die rechtgläubigen Christen verfolgten. . Zagrabia 1877. **) Diese Feste wird in den verschiedenen Denkmälern „Bäyxug. dessen Bisthum sehr umfangreich war. Balca. lib. dass dies die Station Baloie oder Baloia war. dass sie der Gothenkönig zu Hilfe gegen Justinian rief. Im Jahre 535 begann der zwanzigjährige Krieg Justinians mit den Ost-Gothen. bei 40 feste Orte zerstörte und das ganze Land unbarmherzig verwüstete. F'K *)\j Bestoensische Bischof. ich lese jedoch mit Safafik „Balea" und glaube. copus basilicas." Tomaschek sagt: „Pecuati- cum hiess irgend eine umfangreiche Schaftrift und Beuzavaticum die Besitzung eines Dalmaten Beuza. in parochia consequatur. 254. De bello Gothico. Nach ihrem ersten Einfalle im Jahre 548 kehrten die Slaven in den Jahren 551 und 553 wieder. ja es schlossen sich sogar auch noch die Avaren ihnen an. Balcha.*) Nach zwanzigjährigem Kriege ging das gothische Reich unter und Dalmatien mit Bosnien und der Herzegovina fiel unter byzantinische Herrschaft . Balea" genannt. dass das ganze Gebiet von den Orten (Gebirgen) Kopila und Vranica (a loco Copella et Arena) bis zu den Orten und Kirchen in nächster Nähe seines Sitzes von seinem Bisthum getrennt und dafür ein neues Bisthum begründet werde. Die alten Chronisten erzählen oft." — Den Ort Sarsenterum selbst sucht Tomaschek nördlich vom Mostarer Sumpfe bei Goranci. forderte auf dieser Synode. (Raöki. dass dies ZaXßtig = Salviis (Glavice auf dem Glamocer Felde) sei. Novense (et) per rusticaria (= Gehöfte und Triften) Pecuatico et Beuzzavatico supra sunt constitutae.) Tomaschek vermuthet.

Bei dieser Gelegenheit bekamen auch Bosnien und die Herzegovina ihre slavische Bevölkerung. Jahrhunderts fiel ganz Dalmatien in slavische Hände. trachteten die Slaven. *) Im Juli 600 schreibt Papst Gregor I. I. quae vobis valde imminet affligor vehementer et conturbor. der die ganze einst blühende Provinz Dalmatien beinahe in eine Wüste verwandelte. und wenig später in der ersten Hälfte des 7. J. dieses einst römische Land an sich zu reissen. conturbor . Codex diplomaticus. . — 56 — Nach diesem schrecklichen Avaren ." Kukuljevic. Im Jahre 600 drohte die Gefahr schon der Stadt Salona*). Affligor in his. die sie bis zu deren Eroberung durch die Osmanen (1463) bewohnte und noch heute bewohnt. und besonders die Kroaten. quia per Istriae aditum iam Italiam intrare coeperunt.Einfalle . 31. quae iam in vobis patior .. an Maximus. folgendes: „Et quidem de Sclavorum gente. Erzbischof von Salona.

. an dei Gränzscheide der kroatischen und serbischen Bevölke rung liegend. Die älteren Verfasser der Geschichte Bosniens suchten diese grosse Leere durch die Daten der sehr unkritischen und nur wenig brauchbaren Chronik des Priesters von Dioclea (Presbyter Diocleas. die verworrenen und unvoll ständigen Daten dieses Chronisten zu ordnen. Die kirch lichen Verhältnisse Bosniens. Jahrhunderts ist es ein unabhängiges Banat. von allen damaligen Cultur-Centren so weit entfernte Land. — Um die Mitte des 11. Die Geschichte Bosniens von der Mitte des siebenten Jahrhunderts bis Ban Kulin ist sehr dunkel und unklar. So kamen in die bosnische Geschichte die halbmythischen Bane Zelimir. Bosnien. und nach ihm richteten sich alle Schriftsteller bis Juki6. Jahrhunderte an bringen uns die Quellen einzelne kleine Nachrichten über dieses. Jahrhunderte weiss man von ihr beinahe nichts Gewisses. Bis zum 10. erst von dem 10. Bosnien von der Ansiedlung der Südslaven bis Ban Kulin (1180). der von 1150 bis 1200 lebte) auszufüllen. das erste Auftreten der Patarenen und Bogomilen. und im Jahre 1135 schliesst es sich den ungarischen Arpaden an. — Bosna unter byzantinischer Herr schaft (1166— 1180) bis zum Tode des Kaisers Emanuel. der erste namentlich bekannte Ban Bosniens. gehört bald zu Serbien. — Boric (1154—1163). III. Schon Orbini versuchte es. bald zu Kroatien.

Leget und Vukmir. theils topo graphische Namen. — 58 — KreSimir. Die übrigen Gebiete in der Mitte dieser erhielten theils Stammes-. aber soviel ist gewiss. Was von diesem Gebiete westlich und nordwestlich lag. Die neuen Ansiedler passten den alten Namen des Flusses Bas ante oder Basanius ihrer Aussprache an und nannten den Fluss und dessen Gebiet Bosna (Bosbna) und sich selbst Bosnier (BoS- njaninb). waren lange unter dem Namen Diocleer (Dioclenses. behielten Nationalitätsnamen : den kroatischen und den serbischen. Auch das Thal der oberen Bosna war seit alten Zeiten eine wichtige Gegend. die grosse Leere von mehreren Jahrhunderten auszufüllen. ein wenn auch nur oberflächliches Bild von der ältesten Geschichte Bosniens zu entwerfen. die sich an der Neretva (der alten Narona) ansiedelten. so fällt es sehr schwer. dass das Verwaltungsgebiet Bosna von allem Anfange an an der Gränzscheide des serbischen und kroa tischen Volkes lag. von denen die kritische Geschichtsforschung gar nichts weiss. und was östlich. ob die ersten slavischen Bewohner Bosniens dem serbischen oder kroatischen Stamme angehörten. schufen sie nicht so gleich grössere Staaten. die die Umgebung der einst berühmten Stadt Dioclea ansiedelten. Die Stämme. theils auf Grund der ungenügenden' Quellen. Nachdem die Kroaten und Serben in der ersten Hälfte des 7. die Stämme am Gebirge Hum Messen Hulmier (Humljani). Jahrhunderts den Westtheil der Balkanhalbinsel ein nahmen und so die Herrschaft über die einstigen römisch byzantinischen Provinzen erlangten. und auch hier vereinigten sich mehrere Stammes-Zupen zu einem Verwaltungs-Gebiete. theils nur nach Vermuthungen.Zupen bestanden. . war serbisch. wurden Narentaner genannt . Nach den spärlichen Quellen wäre es schwer zu ent scheiden.und südöstlich. nord. Nachdem also dies alles falsch ist. Ich werde es dennoch versuchen. und die Stämme. Diocletiani) bekannt. das östlichste und das nördlichste. die wieder aus mehreren Stammes . war kroatisch . Nur zwei dieser Gebiete. sondern sie bildeten einzelne grössere oder kleinere unabhängige Gebiete.

71-73). 160— 161) die Städte des christianisirten Serbiens auf. Die Magiaren *) So glauben auch die deutschen Historiker Krause und Dümmler. vielmehr scheint es fast nothwendig. Dümmler sagt unter anderem: „Kaum aber möchte es zur Erklärung jener früheren Streitmacht genügen. Jahrhunderts war. sondern war Fürst Ceslav unterthan. das ihm unterthane Banat Bosna gegen die Magjaren vertheidigt zu haben. . XX. — 59 - Schon durch diese Lage war Bosniens Schicksal fur viele Jahrhunderte bestimmt.. d. „xai tlg to xtoQlov (ager = Feld = polje) JBÖa(ova rö xdrtoa xiü rl> JtavrjX." *) Konstantin zählt im Cap. .**) Demselben Fürsten gebührt das Verdienst.*) Es ist nicht unwahrscheinlich. Klasse der kais. versuchten beide Bosnien an sich zu reissen. Sobald unter kroatischem und serbischem Namen zwei Staaten entstanden. das unterdrückte Serbien zu erheben und einen Foederativstaat zu bilden. Wenn man auch nicht den detaillirten Erzählungen des Priesters von Dioclea glauben kann. . Es ist auch möglich. 373—74. denn der Name und die Würde des Bans ist nur den Kroaten bekannt. wenn wir die Mündung des Werbas in die Sau als äusserste Nordostgrenze des alten Croatiens annähmen. Hrvatska prije XII. EVI. sondern alf eine ehemalige Erwerbung der Kroaten . Dümmler. wurde auch Bosnien mit diesem Staate verbunden. 1856. Vergleiche E. d. die alle anderen Verwaltungsgebiete um sich versammelten. eines kann man doch aus ihnen ersehen. pag. Der gleichzeitige griechische Schriftsteller Kaiser Constantin bringt uns die erste sichere Kunde über das damalige Bosnien. Akad. vieka (Rad jug. Fr. 33 seines Werkes „de administrando imperio" (pag. Nach ihm war Bosnien damals ein Theil des serbischen Fürstenthums und hatte keinen eigenen Regenten. Wissenschaften in Wien. als der erste kroatische König Tomislav der einzige mächtige Genosse des bulgarischen Kaisers Simeon im ganzen slavischen Süden war. Bd. dass zu dieser Zeit Bosnien ein Banat wurde. dass dies zu Anfang des 10. p. akad. nämlich dass Bosnien ursprünglich zu Kroatien gehörte. 397—398)." Vergleiche auch Racki. philosophisch-histoi. Über die älteste Geschichte der Slaven in Dalmatien (Sitzungsber. Als es nach dem Tode des grossen Kaisers Simeon dem serbischen Fürsten Ceslav (931 —960) gelang. auch Bosnien nicht als ur sprünglich serbisches Gebiet gelten zu lassen.

Der bosnische Ban sah sehr bald ein. **) Kegnante ergo Ciaslavo rege Kiis princeps Ungarinorum cum suo exercitu venit Bosnam. heute Cvilin) dicitur usque in praesentem diem. fielen öfter. Tunc rex congregans populum exiit ei obviam in Drina iupania iuxta fluvium .. er verlies darum sein Banat und flüchtete sich nach Ungarn. die ungarischen Horden wurden vollkommen geschlagen und ihr Anführer fiel im Kampfe durch die Hand Tjehomils.. et devastabat atque depraedabatur eandem provinciam. und durch flog mit seinen schnellen Reitern Bosnien und drang bis zur Zupa Drina vor. 120.. Luka und Uskoplje. fugit ad regem Ungariae. ***) *) Racki. Hrvatska prije XII. vieka p. Nach seinem Tode verfiel auch sein Reich. in die Balkan halbinsel ein. und über Bosnien begannen einheimische Bane zu regieren. nachdem sie die Herrschaft über Syrmien (den östlichen Theil des einstigen Unter-Pannoniens zwischen der Save und Donau) erlangten*). Eo tempore . pag. in der selben Zupa erwähnt Diocleas noch die Feste Brusno .. heute das Dorf Brusna in der Gemeinde Vikoüka im Kreise von Foca. 291. deinde Cresimirus caepit totam Bosnam et dominayit eam . Der Kampf wurde am oberen Vrbas ge führt in den Zupen Pliva. de regno Dalmatiae et Croatiae. Aber diese Unabhängigkeit dauerte nicht lange. Beim Orte Cvilina an der oberen Drina erwartete sie Fürst Ceslav. — „Drina iupania" ist das spätere Podrinje. ***) Cresimirus autem frater eius cum avuneulo pugnantes praeda- verunt Uscople et Lucca et Preva (Pleva). Schon im Jahre 968 bekriegte den bosnischen Ban der kroatische König Kresimir. besonders nach ihrer Niederlage in Deutschland im Jahre 955. quod ante eos stare nequibat ad pugnam. apud Lucium. die an der Gränze Bosniens und des eigentlichen Serbiens lag. ceciderunt die illa in- numerabiles ex gente Ungarinorum in loco. ubi commisso bello . qui Civedino (der Ort Civelino. während Bosnien in die Hände KreSimirs fiel. bezahlte aber dieses Heldenthum mit dern Tode. Banus autem Bosnae videns. dass er der Macht des Königs KreSimir nicht widerstehen könne. — 60 — nämlich. So erhob sich einst nach 955 ein ungarischer Fürst Kes..**) Fürst Ceslav drang nach diesem siegreichen Kampfe gegen Syrmien vor. Presbyteri Diocleatis regnum Slavorum. wahrscheinlich der Herr Syrmiens.

wurde 1102 in Belgrad am Meere zum Könige von Kroatien erwählt und gekrönt. — Racki.*) Anfangs des 12. Bulgaroctonos. nachdem sie dies oft aber resultatlos versuchten. Den ungarischen Königen gelang es nämlich. der es unternommen hatte. Nach langem. Lucius p. Jahrhunderts geschah ein bedeutungs volles Ereigniss. *) Deinde caepit Bosnam posuitque ibi Stephanum knezium. 300. Erst in den Jahren 1082 — 1085 gelang es dem Könige von Dioclea (Zeta). Serbien gab er zum Gou verneure den Zupan Vukan und Bosnien den Knez (Fürst) Stephan. Serbien (Rascia) und Bosnien zu unterwerfen. akad. 293. Pres byteri Diocleatis regn. dass damals um das Jahr 1019 auch Bosnien so wie Syr- mien unter die Herrschaft der byzantinischen Kaiser fiel. pag. Bodin. Koloman. Aber schon nach dem Tode dieses mächtigen Kaisers be freite sich Bosnien wieder von der byzantinischen Oberherr schaft und blieb von da an längere Zeit ein unabhängiges Land unter eigenen Banen.) . 93. der König von Ungarn. . blutigem Kampfe besiegte er zuerst die Bulgaren und kehrte sich dann gegen die Kroaten und Serben. (Rad jugoslav. festen Fuss auf der Balkan- halbinsel zu fassen. welches das ganze fernere Mittelalter hin durch einen grossen Einfluss auf alle Südslaven hatte. XXX. Es ist wahrscheinlich. vieku. so dass Bosnien im Jahre 1067 in einer Reihe mit dem Fürstenthume Dioclea und Serbien genannt wird. Ja im zweiten und dritten Viertel des elften Jahrhunderts heben sogar die Bane Bos niens ihr eigenes und ihres Landes Ansehen bedeutend. . konnte Bosnien auch später lange den Königen von Dioclea wider stehen. die Macht der byzantinischen Kaiser auf der ganzen Balkanhalbinsel wiederherzustellen. . Slav. und drei Jahre darauf (1105) trat (968) defunctus est Bulgarorum imperator Petrus nomine . — 61 — Zu Ende des zehnten Jahrhunderts drohte allen Süd slaven eine grosse Gefahr von Seite des byzantinischen Kaisers Basilius II. Presbyteri Diocleatis regnum Slavorum apud Lucium pag. Borba juznih Slovjena za drzavnu neodvisnost u XI. die dasselbe so wie Hum und Travunja ihrem Reiche unterwerfen wollten. So erstarkt.

moglo sluzit oporoju dlja takih stremlenij. *) Aber umsomehr beunruhigte dieses Ereigniss die Venetianer und Byzanz. H3b HcTOpiH Bn3anTin BT. i eja koroli tak£e ohotno rodnilis' s Srbskimi knjazjami. dass Kroatien denselben König hatte. kak i russkimi. TOML. XII. kotoraja okolo togo ze vremeni zavoevala Slavjanskuju oblast mezdu Savoju i Dunaem. 62 — er auch die Regierung über Dalmatien (d." **) Racki. vieka. Noch mehr beunruhigt waren die byzantinischen Kaiser aus dem Geschlechte der Comnenen. betrachteten sie dies als eine Strafe Gottes. no bila takze i vrodstve s neju. . SosSdstvo s Vengrieju. dass es ihnen gerade nicht unangenehm war zu sehen. tak i vnutrennej Serbiji javnoe stremlenie k polnomu osvobozdeniju ot Vizantijskago gospodstva. h. Vengrija togda voobsce ne öuSdalas' Slavjanskih simpatij. Vozniksaja okolo polovini 12. nach der kroatischen Krone und Dalmatien zu greifen. *) Über die Geschichte Ungarns. das ihnen die ungarischen Könige in der zweiten Hälfte des 11. welches die Venetianer als ihr Land betrachteten. des byzantinischen Reiches und der südlichen Slaven vergleiche die wichtige russische Arbeit: B. vposlSdstvij. ihnen konnte es sogar lieb sein. dinastija Nemanicej. Die Venetianer konnten es Koloman nicht verzeihen. Jahrhunderte war auch ganz anders. Fr. C. Zara und einige Inseln) an. Und das Ungarn der Arpaden im 12. dass er es trotz des Vertrages mit ihrem Dogen wagte. der auch Ungarn beherrschte.les starb.eTepc6yprc. II.. osobenno so vremeni Aleliseja Komnina so vremeni Bodine i Vulkana Serbskih zametno mezdu Serb- skirni knjazjami kak pri morskoj. als später während der Centralisation unter dem Hause Anjou und unter den Hunyaden. Trau. p. und als im Jahre 1114 Koloman eines plötzlichen To. BiKi (CnaBaHCKift cöopunK-fe. 236 sagt der Verfasser: „No tocno takze s davnjago vremeni. Die südlichen Slaven waren damals in einer solchen Lage. Jahrhunderts entrissen hatten**). BacuabeBCKiä. 210—290). dass jetzt Ungarn als Concurrentin des byzantinischen Reiches auftrat. . ne tolko opiralas' na Vengriju v svoj borbe s Vizantiej . 124—127. Sie hatten noch nicht den Verlust Syrmiens verschmerzt. vSka znamenitaja. die Städte Spalato. Hrvatska prije XII. weil er ihnen nach ihrer Meinung treulos Dalmatien und Kroatien entriss. mit dem sie schon seit vielen Decennien stritten. tak nazivaemij Sremili Sirmiju. Auf S. 1877 pag. n.

den blinden Bela II. welche die byzantinischen Kaiser aus dem Geschlechte der Comnenen im 12. . ferner die Normannen in Süd italien besiegen und endlich die Völker der Balkanhalbinsel. Andererseits ist es ganz natürlich. insbesondere die Serben. leitete — unter diesem Könige erscheint Bosnien zum ersten Male in einem näheren Verhältnisse zum ungarischen Könige. vollkommen unter ihr Joch zwängen müssen. Jahrhunderte fuhrten. ein Schutz. den seine geistreiche Frau Jelena. und um dieses Bündniss dauernder zu machen. — 63 — als nun wieder Koloman die Scepter Dalmatiens und Kroatiens. dem Freunde und Bundesgenossen der Serben. Die grossen Kriege. dem Blinden. Kroatien und Dalmatien verdrängen. die sich gerade damals zu regen begannen. In diesem Sinne schloss schon König Stephan II. hätten die Comnenen zuerst die ungarischen Könige schlagen. Es ist eine leere. dem Herrscher über Ungarn. mit der serbischen Prinzessin Jelena. dass sowohl die unga rischen Könige als auch die Gross-Zupane von Serbien und die normannischen Herrscher sich gegenseitig einander zu nähern trachteten. begannen schon unter Kolomans Sohne Stephan II. und aus Syrmien. (1114— 1131). verheirathete er in seinen letzten Lebensjahren seinen Neffen und Thronerben. et filiam Uros comitis magni in legitimam uxorem Belae traduxerunt . pag. G. *) Misit (rex Stephanus) nuntios in Serviam. .-' . Kroatien.und Trutz-Bündniss mit dem ser bischen Gross-Zupan Bijela UroS gegen den Kaiser Johannes Comnenos. welches ihnen die Comnenen be stimmt hatten. welche Länder die Byzantiner immer nur als Theile ihres Reiches betrachteten. um mit vereinten Kräften leichter dem Schicksale zu widerstehen. Scriptores rerum hungaricarura L. um den einstigen Umfang ihres Reiches und den alten Glanz ihrer Krone wiederherzustellen.. eine serbische Prinzessin. . der Tochter Bijela Uros's.*) Unter König Bela II. Joannis de Thwrocz Chronica Hungarorum (Schwandtner. in seiner Hand zu ver einigen wagte. 175).. Dalmatien und Syrmien. Um dieses ihr Ziel zu erreichen. J.

145) voll kommen unbegründet: „Vom Jahre 1120 wurde Bosnien ein Banat. wie die ungarischen Arpaden den Thron des kroatischen Reiches einnahmen und in Freundschafts." **) In einer Urkunde vom Jahre 1135 schreibt sich Bela II. fehlt aber in den bosnischen Titeln und erscheint merk würdiger Weise auch nirgends in dem so reichhaltigen ragusanischen Quellenmaterial aus dem Mittelalter. pag. dass Bela II. p. 82. 91. II. kam. von diesem Bosnien für seinen jüngeren Sohn Ladislaus erhielt. welcher unterhalb Konjic von rechts in die Narenta mündet. nach dem Jahre 1180 geschriebenes Denkmal. Dass Rama ein von Kroatien und Dalmatien unterschiedenes Gebiet war. indem sie sahen. zum ersten Male „dei gracia Hungarie. . regis Ungarie. der Tochter des serbischen Gross-Zupans Bijela Uros. p. Der Zupan von Rascien und Fürst von Serbien Bijela Uros gab dasselbe als Heirathsgut mit seiner Tochter seinem Schwiegersohne. dem ungarischen Könige Bela II. regni Croat. pag. diplom. welches sagt: „In regno Bele. wie wohl Bosnien an Bela II. wieder holt sich seit dem XII. Der Name kommt einmal bei Diocleas vor. p. diplom. sunt he terre: Ungaria caput regni. Engel (Gesch. von Servien und Bosnien. Rameque rex. glaubwürdiger wird es sein . der ihnen mit dem Schicksale Bulgariens drohte. um mit seiner Hilfe dem gemeinschaftlichen Feinde zu widerstehen. so bleibt hier ein weites Feld den Vermuthungen. Nachdem darüber die Quellen vollkommen schweigen. — Über Rama schreibt Jirecek (Die Handelsstrassen. dem serbischen Gross-Zupan UroS. das Banat Bosnien als Heirathsgut von seinem Schwiegervater. — 64 — durch nichts bewiesene Vermuthung. beweist uns ein unter Bela III. Jahrhundert ununterbrochen im ungarischen Königstitel." Den späteren ungarischen Quellen gilt jedoch Rama für identisch mit Bosnien. König Sigismund selbstsagt in einem Schreiben vom 31. als der Gemahl Jelenas. 192) glaubt." Fejer.und Verwandtschafts- Verhältniss zu den serbischen Herrschern traten.**) und wenig später auf dem *) Die Historiker versuchten bisher umsonst zu ergründen. Danach schreibt auch Majkov (Istorija srpskoga naroda. Dalmacia et Rama. Cod. Im Jahre 1135 nennt sich zum ersten Male und als der erste der Arpaden Bela II. sich selbst dem ungarischen Könige anschlossen. Mai 1405 : „pro rectificandis et restaurandis egni nostri confiniis versus regnum nostrum R a m a e seu Boznae" (Fejer. Dalmatie. 30) folgendes: „Rama umfasste das Becken des gleichnamigen Flusses . Croatia." Kukuljevic. Von da an finden wir durch alle folgenden Jahrhunderte den Namen Rama im ungarisch-kroatischen Königstitel. dass Bela II. Croatie. König von Rama. II. Cod. erhielt*). dass sich die bosnischen Bane.

H. schrieben sie sich Könige von Rama. .. 30. *) „rex Bela inclitus. der während der ganzen Zeit seiner Regierung (1143—1180) die Balkanhalbinsel und Ungarn erschütterte. Koloman.. pag." — Schimek (Polit. war auch diese Landschaft unter diesem Namen mitverstanden. in conventu strigoniensi. sein Sohn Gezall. quod et Ramam vocamus.." (Fejer. II. Da sie her nach auch Herrn vom eigentlichen Bosnien geworden (Schimek hätte besser gesagt: werden wollten). die König Mathias Corvinus am 6. lesen wir. 279). entbrannte mit aller Heftigkeit der ungarisch -byzantinische Krieg. Commentarii historici de Bosniae . Kukulj. Geschichte Bosniens. dass Matthias bei dieser Gelegenheit dem Vladislav schenkte : „castrum Prozor in Rama et cum tota Rama. dass sich im Jahre 1416 der kroatische Ban Ivanis Nelipic nannte „Knez von Cetinj. p. 69. Kroatien und Cod. seinem zweitgeborenen Sohne Ladislaus die Würde eines bosnischen Herzogs. besonders nachdem in Con- stantinopel der unversöhnliche Kaiser Emanuel Comnenos den Purpur erhalten hatte. Rama und Almissa" (Miklosic. 65 — ungarischen Reichstage zu Gran ertheilte Bela II. bosnensem ducatum dedit" . Cod. (1131—1161) auf dem Throne nachfolgte.. 377). Chroatie. p. Während dieser erbitterten Kämpfe. und da sie bei dieser Gelegenheit die an Kroatien angränzenden Provinzen. X. Ö . diplom. welche dem Meere zuliegen. 199) „dei gratia Dalmatie." Es ist noch erwähnenswerth . und auch der ungarische Chronist Thüroczy sagt (pag. Cod. Stephan II. Geschichte des Königreich Bosnien und Kaum. Rame Chulmeque dux. worunter Rama sammt der ganzen Strecke zwischen den Flüssen Cetina und Narona. In der Urkunde. diplom. 2) erklärt dies folgendermassen: „Die Ungarn führten nämlich unter den Königen Ladislav I. Wurden nicht etwa ursprünglich nur die Überreste des einstigen Fürsten- thums Neretva mit dem Ramathale eigentlich Rama genannt? Der kroatische Herzog Andreas nennt sich in einer Urkunde von 1198 (Kukulj." und man könnte daraus schliessen. eroberten. Clissa. serb. dipl. und Bela II. Monum. cum regno Hungariae nexu. p. p. 4.) Ein Dorf Prozor liegt auch heute noch im Kessel des Ramaflusses.. ausstellen Hess.. als Emanuel über die besiegten südslavischen Stämme hin wegschreitend Geza nicht nur Syrmien.. December 1463 für Vladislav. viele Kriege mit den Kroaten.*) indem er aber in Wahrheit auch ferner das Land unter der Regierung seiner bosnischen Bane beliess. den Sohn des Herzogs Stipan Vukcic. 360) ausdrücklich: „Boznense regnum. ubi filio suo Ladislao communi regni consilio. Als Bela II.. dass Rama damals so wie das einstige Neretva zwischen Kroatien und Hum lag.

Siehe Kukuljevic. die Kaiser Emanuel angegriffen hatte. cit. p. Kaiser Emanuel sandte seinen Feld herrn Basilios zur Verfolgung Borics. der erste namentlich bekannte Herrscher Bosniens. Viele ältere und neuere Historiker verwechseln den bosnischen Ban Boric mit Boris. 265—77). Das ungarisch. 93. der be rühmte Ban Kroatiens und Palatin Ungarns Belus war von kroato-serbischer Abstammung (aus Dalmatien). 151. Aber trotz dieser Hilfe wurden die Serben von Emanuel am Flusse Tara geschlagen. p. dem unehelichen Sohne König Kolomans. 71. denselben und fiel mit einem grossen Heere in byzantinisches Land ein. Nach ver schiedenen Ereignissen kam es im Jahre 1153 zu einem Frieden zwischen Ungarn und Byzanz. das ungarische Heer rückte gegen Belgrad vor. und Ban Boric zog an der Save gegen die Drina. Cod.bos nische Heer hob darauf die Belagerung auf und trennte sich. 193. heim in sein Banat. aber Basilios traf unterwegs in der Nähe Belgrads auf das ungarische Haupt *) Der Name Boric (Boricius) war im 12. . — 66 — Dalmatien entreissen. Während dessen kam auch Kaiser Emanuel mit seinem Heere zur Vertheidigung Branicevos. dipl. sondern auch ganz Ungarn unter werfen wollte . Zu dieser Zeit erscheint auf dem Schauplatz der Ge schichte auch Ban Bori6. und der siegreiche Kaiser kehrte sich nun gegen Geza und entriss demselben Syrmien. 155. aber schon im fol genden Jahre. brach König Geza II. Jahrhundert auch in Kroatien bekannt. während dieser entscheidenden Kämpfe finden wir König Geza im engsten Bunde mit den serbischen Herrschern. und in neuerer Zeit wieder Vasiljevski (op. bewies schon Mikotzy. schloss sich Ban Boric dem ungarischen Hauptheere an. serbischen und anderen slavischen Magnaten überschwemmt. II. und der erste Würdenträger des Staates nach dem Könige. Ungarn war damals von kroatischen. Während die Serben im Süden kämpften. welches die Donau übersetzend die Feste Branicevo am rechten Donauufer (an der Mündung der Mlava bei dem heutigen Kostolac) belagerte. 195. den Serben. 1154. Dass dies jedoch zwei verschiedene Personen waren.*) Schon im Jahre 1150 zog durch Bosnien ein ungarisches Heer zu Hilfe den ungarischen Bundesgenossen.

an der Seite König Stephans IV. Indem er annahm. cum favore de cetero pertractatur.*) Nach dem Tode Gezas IL (1161). 3. Simonis de Keza. Februar 1163) seinen Bruder Stephan IV. 131 —132. ***) Temporibus insuper Stephan! regis tercii introivit in Hungariam quidam miles Gotfridus nominatus de Mesnensi regione . wo deren am meisten waren. pag. tili rrjV iavrov. 5* .. III. schloss er sich den Brüdern Gezas gegen dessen Sohn an. der aus Deutschland eingewandert war . quem quidem postmodum adversus ducem de Bozna cum exercitu rex trans- mittit.*) Aber die Macht König Stephans IV. und Stephan IV. wissen wir nicht. quo devicto ad regem reversus. Im selben Jahre 1163 finden wir Boric sogar in Ungarn. p. II. *) OvTitf> ala&öfitvog ßuaiXtvg nv9ofitvog äk xtd oig Boijir^rjg b BöaOvrjS j/wQctg t^iiQ/oiv /taXuv.rixrji ttg avuuä/ovg rtii IIiUQVaQxn rtXtaag ävuorQtipu . und nach dessen Tode (am 1. besonders rächte er sich an Boric. pag. den einstigen Herzog von Bosnien.. während Boric glücklich nach Bosnien zurückkehrte. denn keine der bekannten Quellen erwähnt mehr seinen Namen. Hb. **) In einer bei dieser Gelegenheit ausgestellten Urkunde wird neben Ban Belus als Zeuge auch der bosnische Ban Boric genannt (Boricio bano). — 67 — heer und wurde von demselben geschlagen. und er unterstützte zuerst Ladislaus II.***) Was sich später mit Boric ereignete. in Gran.. Er sandte gegenihn einen gewissen Gott fried. Noch im selben Jahre 1163 wurde er am 19. besonders in den südlichen Ländern. und den Thron bestieg Gezas Sohn Stephan LEI. als in Ungarn Erb folgekriege ausbrachen und die Brüder Gezas Ladislaus II. Juni von seinen Gegnern geschlagen und musste aus Ungarn fliehen. Joannes Cinnamus (Bonner Ausgabe). dauerte nicht lange. wo er mit anderen Anhängern desselben im königlichen Rathe sass. 127. apud Endlicher. dieser besiegte Boric und kehrte siegreich nach Ungarn zurück.. de nobilibus advenis. um den Thron kämpften. mit Gezas Sohne Stephan III. Dieser verfolgte nun alle seine Gegner. Herum hungari- carum monumenta Apadiana. to aXxiuojtiitov rjj<r ouv uvrm aTioXtiautvog otQutiug BoQlrCri tti /uQag tX&tlv tattXXtv. Tkalöic. in Ungarn sei das Erbfolgerecht nach dem Alter und nicht nach der Erstgeburt entscheidend. spielte Ban Boric eine hervorragende Eolle. Monumenta historica episcopatus Zagrabiensis I..

Die Ursache sei eine religiöse gewesen. dass schon Boric das Land Hum mit Bosnien verband. **) In dieser Urkunde liest man unter Anderem: „Unde ego Borieius. Einige sagen. pag. Kukuljevic. Pancratius auf der Insel Meleda schenkte. mit Ra gusa einen Frieden zu schliessen und den bosnischen Bischof dem Erzbischof von Ragusa unterzuordnen. Daraus sei nun ein Krieg entstanden. . 56. — 68 — Die Ragusaner Schriftsteller seit Orbini bis Rastic er zählen von Zwistigkeiten des bosnischen Bans Boric mit den Ragusanern. so war auch ohne dieses sein Banat genug umfangreich und ansehnlich. Boric habe die bosnischen Katholiken ver folgt. S. haben ihn die Ragusaner unterj ihrem Heerführer Matthias Crievic (oder Miho Boba- lic) geschlagen. Der gleich zeitige griechische Schriftsteller Cinnamus sagt ausdrücklich. dass Bosnien ferner nicht dem serbischen Gross-Zupane unterthan war. der dessen Gränze gegen Serbien bildete. er habe sich mit den Ragusanern des bosnischen Bischofs Milovan in Kresevo wegen verfeindet. als er jedoch die Stadt selbst belagern wollte. wie so viele andere Ragusanische Urkunden der älteren Zeit. Darauf sei Boric gezwungen gewesen. 184. andere wieder.**) Diese Urkunde ist jedoch sehr ver dächtig.. Wenn es auch nicht wahr ist. Dieses sehr unwahrscheinliche Ereigniss hat sich nach Orbini und Lu- karic im Jahre 1154 und nach Rastic 1159 — 1160 begeben. mit der angeblich Ban Boric nach beendetem Kriege mit den Ragusanern als Herr von Hum dem Kloster des h. indem sie ihn in seinem Lager bei Trebinje überfielen. cum filiis meis atque propinquis.*) Es existirt auch noch eine Urkunde. Benedict auf der Insel Lacroma die Kirche des h. von denen dann viele nach Ragusa flohen. Codex diplomaticus. Boric habe dann zuerst dem Gross- Zupan von Rascia Deza das Land Hum entrissen und dann die Umgebung Ragusas geplündert. Opis jugoslavenskih novaca. dass Bosnien damals bis zum Drinaflusse reichte. der sich von der Ragusaner Erzdiöcese losriss und sich der von Spalato anschloss. welches sie nicht ausliefern wollte. II. coram universo populo terre mee" etc. sondern dass *) Ljubii.

104. während sie das eigentliche Bosnien niemals angriffen. Documenta historiae chroaticae periodum antiquam illustrantia p. Jahrhundert auch das serbische Gebiet Soli. Bei dieser Gelegenheit. . 290. Dass die Bane Bosniens gerade von den ungarischen Herrschern Soli und Usora erhielten. Jahrhunderts auch über ursprünglich serbische Gebiete und es umfasste die Zupa Borac. 453 — 455). Hb. Diocl.***) den sie besonders achteten.ij" (qui socius in bello erat Paeonarchae). sondern er war ihr Bundesgenosse. die noch unlängst serbisch war. nahmen diese ihnen immer die Gebiete Soli und. ferner das Gebiet Usora. Den griechischen Chronisten ergänzt der Priester von Dioclea. t) Die ungarischen Herrscher hatten schon um 1073 Syrmien und viele Orte an der Save erobert (rö Z(Qfiiov xal t« thqI tov Zaßlav tiotauov x<oq(cc). iart St rj Böa&va ov toi ZtQßCiav «p/t- (ovnävia xal airrj tlxovaa. aXX' e&vog iäia tiaqh tavtij xal fojc xal ao%öfitvov. Es ist sehr wahrscheinlich. pag. Den ungarischen Königen war Ban Boric nicht unterthan. als viele Gegenden an der Donau und Save in die Hände der Ungarn kamen. ja ihn für seine Hilfe auch belohnten. Presbyt. p. wie dies die byzantinischen Schriftsteller Nicephorus Bryenius und Joannes Cinnamus berichten (siehe Racki. '(■) und gerade durch ■*) 'Enti Si lyybg 2äov tytvtro. *) Bosnien reichte also um die Mitte des 12. die beide so wie Syrmien seit 1019 unter byzantinischer Herr schaft waren. Wenn die bosnischen Bane später Zerwürfnisse mit den ungarischen Königen hatten. beweist die ganze spätere bosnische Geschichte. usque ad montem Pini (kroatisch : bis zum Berge Borova) . östlich von Livno reichte. schätzten und auszeichneten. indem er von seiner Zeit erzählt. dass Bosnien von der Drina westwärts bis zum Gebirge Borova glava. Usora. III. **) Unara a magno flumine Drina contra occidentalem plagam. eroberten die ungarischen Könige gewiss schon im 10. — 69 — das dortige Volk seine eigenen Sitten und Gebräuche und seine eigenen Herrscher hatte. dass schon Ban Boric von den ungarischen Königen als Belohnung die nördlich von dem eigentlichen Bosnien ge legenen Gebiete Soli und Usora erhielt. Joannes Cinnamus. ***) Cinnamus sagt ausdrücklich . dass Ban^Boric der Bundesgenosse des ungarischen Königs war „t)g avfifiä%ovg tm ]laiovafi/. £<f itiqov ixti&ev fitTijX&e nora- fibv Jqvvö"v ovofia. og tivo&iv tio'Hv trjv txßoXrjv nomvfifvog Böa&vav rijs aXXrjg 2tQßixijg äuuQil. quam et Bosnam vocavit.**) so dass also schon damals das Ramathal zum bosnischen Banate gehörte.

welches einst Ban Kulin besass. als da sie kein Recht darauf hatten.. August 1406 dem Königreiche Bosnien bestätigte „omnes et singulas consuetu- dines. — 70 — diese Gebiete in ein gewisses Abhängigkeits-Verhältniss zu Ungarn kam. **) Mesic. Jahr hunderte als kroatische Magnaten erwähnt. Ban Boric sei der Stammvater der später berühmten Familie Berislavic gewesen. tenuit et possedit" . p. Sandalj Hranic und Anderen) an König Ladislaus von Neapel. wo mit er den Tempelherrn ihren Besitz im damaligen Slavonien bestätigt. Historia critica XI. Wir wollen nur ein Beispiel anführen. quibns illas et illa dictus quondam Culin banus et maxime a dictis Hungariae partibus dum vixit. Als die bosnischen Magnaten mit ihrem Könige TVrtko II. Katona. dass die Bosnier Ladislaus ersuchten...*) Borics Nachfolger werden noch im 13.. pag. Pleme Berislavica (Rad jugosl. modo et forma. I. episc. Diese Hypothese ist da durch um so wahrscheinlicher.. quam eciam pater noster Bela rex sigilli sui munimine roboravit et in perpetuum contulit. 261—262. nahm dieser dem bosnischen Könige Usora und bestellte hier in der Feste Srebrenik seine Leute (Nicolaus Garazda et Ladislaus de Szilagy . 23. M. der am 26.. cum suis metis et terminis perpetuo confirmamus. und viele be haupten.. VIII..." Tkalöic. 33—36). quam banus Boricius de Bozna pro remedio anime sue prefate domui milicie templi ex concessione regis Stephani. er möge das Recht Bosniens auf Usora bestätigen. den Nebenbuhler Sigismunds. denn das eigentliche Bosnien war niemals den ungarischen Königen unterthan. mit denen er mit Er- laubniss des Königs Stephan den Orden der Tempelherren beschenkte. Ban Boric habe Soli und Usora von den ungarischen Königen als Belohnung seiner treuen Dienste im byzan tinischen Kriege erhalten. Monum. quam eiusdem Boricii nepotes iam dicte domui dederunt. de regno Dalmatiae .) Daraus entnimmt man. Darauf wendete sich der bosnische König mit seinen Magnaten (Hrvoje. hist. akad. habuit. 761).. et eciam terram. damit sie Usora gegen Bosnien vertheidigen. . (Lucius .**) Die Geschichte Bosniens ist nach dem Jahre 1163. Tvrttkovic im Jahre 1405 gegen den ungarischen König Sigismund feindlich auf traten. . Danach halte ich für nicht zu kühn meine Ansicht. statum et iura antiquitus eis observatas et observata. liest man auch folgendes: „Villam quoque que Esdel vocatur. dass Ban Boric auch im damaligen Slavonien Güter besass. *) In einer Urkunde des Königs Andreas EL vom Jahre 1209. nec non confinia et metas ipsius Regni Boznae possessa et possessas per quondam spectabilem Culin olim dicti Kegni Bosnae banum. Zagrab. et signanter a partibus Hungariae .

dass Emanuel aus diesen Ländern eine Art Königreich für seinen Schützling Bela schuf . . nach einem unglücklichen Kriege dem byzan tinischen Kaiser ganz Syrmien und ganz Dalmatien abtreten. Alle Völker der Balkanhalbinsel athmeten erleichtert auf. Es scheint. dafür spricht nämlich einiger- massen der Umstand. wie die anderen Länder auf der Westseite der Balkanhalbinsel: es fiel nämlich 1166 zugleich mit Syrmien. das später als *) Cinnamus (p. Bosnien blieb dann mit Kroatien. um so gewisser. Sasinek. ausgenommen jenes. Kroatien und Dalmatien in die Hände des byzantinischen Kaisers Emanuel. erobert. Von den Bisthümern. und auch Bosnien erlangte grössere Freiheit unter seinem Bane Kulin. Romanorum Impe rator. Ungaricus. Servicus. die in der ersten Hälfte des 6. Gewiss hat Bosnien das selbe Schicksal erreicht. Dalmatien und Syrmien durch vierzehn Jahre unter dem byzantinischen Reiche. und nach seinem Tode verfiel auch das riesige Staatsgebäude.. novaca. Es lohnt sich der Mühe. hat schwerlich eines die Ansiedlung der Slaven überlebt. Jahrhunderts (530 — 532) bestanden.. Fr. Bosthnicus. — 71 — Ban Boric vom Schauplatze verschwand. nota 2. September 1180). wo er sich nennt: „Manuel in Christo Deo fidelis rex Porphyrogenitus . dass hier auch bosnische Städte verstanden werden. Zecchicus" . die religiösen und kirchlichen Verhältnisse in Bosnien vor Ban Kulin zu betrachten. zu sammen 57. Dass Emanuel auch nach Bosniens Besitz trachtete. das dieser mächtige Fürst erhoben hatte. beweist sein Titel in einer Urkunde vom Jahre 1155. Augustus. der byzantinische Feldherr Johannes Ducas habe in diesem Jahre alle dalmatinischen Städte. wieder eine Zeit lang ganz unklar. pag. . p. semper Sebastus. der damals am Hofe von Constantinopel weilte. Schon diese bedeutende Anzahl lehrt uns. **) Ljubic. Dejiny krälostva uhorskeho I. da Cinnamus Bosnien zu Dalmatien zählt (ö Boa&vrjg /<üp«? tZaorwv JaXfiarizijg). S. angeblich als Erbtheil seines jüngeren Bruders Bela (Alexius). piissimus. 183.**) Aber kurz darauf starb Kaiser Emanuel (24... dass Prinz Bela in Constantinopel Münzen als König von Rama prägen liess.. Dalmaticus. 248—249) erzählt..*) Im Sinne des Friedensschlusses vom selben Jahre musste nämlich der ungarisch-kroatische König Stephan III. 107.. nota 2.. Opis jugoslav.

Dieses Bisthum. Die Lehren und die kirch liche Organisation der Bogomilen oder Patarener werde ich an anderer Stelle ausführlicher besprechen. während sie die römische Curie Ketzer (haeretici) nannte. . dass sich die Religionssekte der Bogomilen schon um die Mitte des 12. es ist jedoch trotz dem gewiss. und dass sie hier wie auch im benachbarten Lande Hum. Jahrhunderte der bulgarische Priester Jeremias. hier will ich nur noch bemerken.*) Im Laufendes 11. dass es auch genug Anhänger beider Riten gab. die von der Curie nur Schismatiker genannt wurden. Die Bogomilen nannten sich selbst Christen und gute Christen. Jahrhunderts in Bosnien ein bürgerte. wahrscheinlich die alte „bestoensis ecclesia". Von da an entstanden Streitigkeiten zwischen den Erzbisthümern Spalato und Ragusa um die oberste Verwaltung des Bisthums Bosnien. Documenta. zum Unterschiede von den Griechischorientalischen. dass Bosnien der Metropolitankirche von Dioclea-Antivari entrissen und dem Erzbisthum Ragusa untergeordnet wurde. woraus wir schUessen. eifrige Anhänger tand. — 72 — bosnisches Bisthum (bosoniensis ecclesia) bekannt war. Zu dieser Zeit gab es in Bosnien Klöster von lateinischem und griechischem Ritus (monasteria tarn Lati- norum quam Graecorum sive Slavorum). auch Bogomil genannt. dass sie den Verkehr mit Andersgläubigen verboten. war bis zur Mitte des 1 1 . da dadurch um so leichter die der christliehen Kirche feindliche Religion der Bogo- milen in Bosnien festen Fuss fassen konnte. dass die Patarener die Ehe ver warfen und dadurch das Familienleben untergruben. p. Ft. dass sie das *) Racki. Jahrhunderts ereignete sich indessen die wichtige Anderung. Diese Streitig keiten trugen traurige Früchte. aber im Jahre 1067 wurde es davon getrennt und unter die Verwaltung des Erzbisthums Dioclea-Antivari gestellt. indem sie nur sich für wahre Christen hielten. Es sind zwar keine Nachrichten erhalten. von den Andersgläubigen in Bosnien wurden sie Patarener genannt. Jahrhunderts dem Erzbisthum Spalato untergeordnet. 201. Der Stifter dieser neuen Religion war noch im 10..

sondern auch in vieler Hinsicht dem gesellschaftlichen und Staatsleben überhaupt gefährlich war. dass die Secte der Patarener nicht nur der christlichen Kirche beider Confessionen. . — 73 — Tödten von Menschen und folglich auch den Krieg unbedingt verwarfen. gehorchen. dass sie den Reich- thum verpönten und lehrten. Bei diesen Lehren ist es natürlich. dass sie den Eid verboten. man muss keiner anderen Obrig keit. als Gott.

jedoch so schwach. — Im Jahre 1247 das bosnische Bisthum dem Erzbisthum Kalocsa untergeben. übertritt im Jahre 1233 zum Katholicismus . dass der serbische Kaiser DuSan . IV. — Ban Stjepan und sein Sohn Sebislav. — Mathäus Ninoslav mischt sich in kroatisch-dalmati nische Angelegenheiten (1244) und wird Fürst von Spalato. Emanuel hatte der Letzte versucht. — Der Einfall der Tataren (1242). Mit dem Tode des Kaisers Emanuel hörte für die Süd slaven jede Gefahr von Seite des byzantinischen Reiches für alle Zeiten auf. den Patarenismus in Bosnien auszurotten. Bosnien unter den Banen Kulin und Mathäus Ninoslav. — Der Kreuzzug in Bosnien (1234—1239). der spätere Fürst von Usora. und nach dem Unter gange dieses wurde das griechische Kaiserthum wiederher gestellt. die Balkan-Slaven und deren Länder in den Rahmen seines Reiches zu zwängen. entsagt jedoch im Jahre 1203 demselben und rettet dadurch sein Banat vor einem Kreuzzuge. zuerst wurde dasselbe durch das unnatürliche und darum auch nicht dauerhafte lateinische Kaiserthum (1204— 1261) ersetzt. Ban Kulin (1180—1204) nimmt mit seinem Geschlechte den patarenischen Glauben an. Nach seinem Tode verfiel sehr schnell das byzantinische Reich. der blühende Zustand Bosniens unter Ban Kulin. verlässt denselben jedoch kurz darauf wieder. ursprünglich Patarene . — Ban Mathäus Ninoslaw (1232—1250). in den Jahren 1221 —1227. die resultatlosen Bestrebungen Pabst Honorius III.

darum führten sie auch die Inquisition ein und erhoben die Kreuzzüge gegen alle Ketzerei. Aber statt Byzanz erstand nun den südlichen Slaven. Gregor IX. Sie trachteten nicht nur aus den Händen der Ungläubigen das heilige Grab zu befreien. Jahrhunderts. aus den einstigen Bundesgenossen und Helfern in der Noth Unterthanen zu machen. dass es ihnen nur durch die ausgiebige Hilfe der Südslaven möglich war. trachteten unaufhörlich nach grösserem Einflusse auf der Balkan- halbinsel und es wäre ihnen lieb gewesen. als würden sich alle Träume Gregors VII. sondern auch Bulgarien unter ihre Oberherrschaft bringen können. In diesem ihren Trachten fanden die ungarischen Könige treue Bundesgenossen an den römischen Päbsten. Honorius HI. seit König Emerich . der Übermacht der byzantinischen Comnenen zu widerstehen.. denen sich nicht einmal die römischen Kaiser straflos wider setzen durften. und es schien.. — 75 — davon träumen konnte. und sie traten jetzt nach gewichener Ge fahr in die Fussstapfen der griechischen Fürsten. Geistreiche und unbeugsame Männer sassen auf dem Stuhle Petri in der ersten Hälfte des 13. auf dessen Trümmern ein serbisches Kaiserreich mit dem Sitze in Constantinopel zu begründen. die Päbste Innocenz III. Italien oder auf der Balkanhalbinsel. Darum versagten sie nicht ihre Beihilfe. und besonders Bosnien. in Bosnien aufgetaucht. indem sie energisch trachteten. verwirklichen. waren nicht nur Anführer des Christenthums in den heiligen Kriegen gegen die Un gläubigen. Um speciell unter den südlichen Slaven erfolgreich zu wirken. Die ungarischen Herrscher . sondern sie waren auch die Dictatoren Europas. und besonders alle Ketzer auszurotten. ein neuer Feind. wenn sie hätten nicht nur Bosnien und Serbien. und Innocenz IV. sondern auch danach. als statt des byzantinischen das lateinische Kaiserthum begründet wurde . Gerade um diese Zeit war die Macht der römischen Päbste gewaltig gestiegen. sei dieselbe in Frankreich. unter ihrem Scepter die ganze christliche Welt zu vereinigen. nämlich Ungarn. wendeten . Die ungarischen Herrscher vergassen sehr bald. den Orient mit dem Occident zu verbinden.

des Bruders Stephan Nemanjas. ob er dem Pabste . so trachtete jetzt auch Kulin sein Banat auf eigene Füsse zu stellen. er musste nämlich vor Allem Syrmien. Kroatien und Dalmatien seiner Herrschaft zurück gewinnen. Über die erste Regierungszeit Kulins haben wir wenig Nachrichten. der Nuntius Pabst Alexanders III. um sich in Bosniens Angelegenheiten zu mischen. Es existirt ein Schreiben vom Jahre 1180. Zugleich fordert er ihn auf mitzutheilen. sich selbstständig und unabhängig zu machen. an Kulin richtete. und dann in einem längeren Kriege die Stadt Zara und die benachbarten Inseln gegen die Venetianer vertheidigen. — 76 — sie sich an die ungarischen Könige.. welches Theobald. Es störte ihn dabei nicht im mindesten das frühere Ver- hältniss Bosniens zu den ungarisch-kroatischen Königen in den Jahren 1135 — 1166. und bittet ihn höflich. Da er dies jedoch nicht thun kann. die ohnedies mit be gierigen Augen über die Save und Donau blickten. ihm aus Ehrfurcht gegen den heiligen Petrus und den römischen Pabst zwei Diener und Marderfelle zu senden. Der päbstliche Nuntius schreibt ihm sehr höflich: er sagt. und der ungarische König Bela III. so sendet er ihm so den Brief und Segen des Papstes. So wie Stephan Nemanja durch den Tod Kaiser Emanuels die Gelegenheit erhielt. Es kamen nun schwere Zeiten fur dag patarenische Bosnien und seine Bane Kulin und Mathäus Ninoslav ! Ban Kulin war ein Verwandter des serbischen Gross- zupans Stephan Nemanja. die Schwester Kulins war näm lich die Frau des Fürsten von Zahumlje Miroslav. dieses Verhältniss hatte ja durch die byzantinische Occupation vollkommen aufgehört. Und so verband sich die gewaltige geistliche Macht mit der weltlichen gegen die religiöse und staatliche Freiheit der südlichen Slaven. wie sehr er wünscht Kulin zu sehen und ihm ein Schreiben und den Segen des Pabstes persönlich zu bringen. hatte in seinen ersten Regierungsjahren zu viel Beschäftigung.

so lange ich lebe. Aus der betreffenden Urkunde ersehen wir unter Anderem. 114— 15.***) Durch dieses Privilegium legte Ban Kulin den *) Kukuljevic. Mon. und dass er ferner noch immer Christ war (er ruft nämlich die heilige Dreieinigkeit an. ja sogar den Erzbischof von Spalato geplündert hatte. II. Er unterschied sich also damals bedeutend von seinem Schwager. sich wo immer anzusiedeln und verspricht. der mit der römischen Kirche im Streit war. Handel zu treiben in seiner „Herrschaft"." **) Racki. p. Codex dipl. schreibt er: „magni- tudinem liberalitatis et glorie vestre rogantes. und wahren Frieden mit euch zu halten und echte Treue. Theobald be ehrt Kulin mit diesen Titeln : „Nobili et potenti viro Culin bano Bosine. Davon zeugt der Vertrag. — 77 — etwas sagen lassen will. serb. ***) Miklosie.**) und zwar wahrscheinlich nach römischem Ritus. Croatiae. *) Nach diesem Briefe zu urtheilen war damals Kulin ein Anhänger der römischen Kirche und stand in gutem Einvernehmen mit der römischen Curie. VII." und da er ihn bittet. Bogomili i Patareni (Rad jugosl. und nicht nach Er schaffung der Welt. In der Urkunde selbst schwört Kuhn den Ragusanern folgendermassen: „ich schwöre euch Ragusanern ein wahrer Freund zu sein von nun an und in Ewigkeit. den Kulin am 29. dass ihnen von seinen Beamten keinerlei Gewalt angethan wird. so dass Pabst Alexander III. 1—2. und datirt seine Urkunde am Tage „der Enthauptung Johannes des Täufers"." „Colin magno bano Bosine. p. da von ihm wenig be richtet wird. p. akad. 138). . dass Kulin damals ein vollkommen unabhängiger Ban war. Ban Kulin verhielt sich vielleicht auch in den nächsten Jahren noch ruhig." Er erlaubt ihnen ferner. gezwungen war. August 1189 mit Ragusa schloss. ihn von der christlichen Kirche zu ex- communiciren. Er wirkte wahrscheinlich zu dieser Zeit für den Wohlstand seines Banates und trachtete besonders dessen Handel zu heben. welches schon damals seinen Handel über die Balkanhalbinsel ver breitete. da er die Jahre „nach der Geburt Christi" zählt. wie dies die serbischen Herrscher und die übrigen Anhänger der griechisch-orientalischen Kirche thaten. dem Fürsten von Hum Miroslav.

Farensem. und dieser unterordnete dem Erzbisthum Spalato im Jahre 1191 nicht nur das Bisthum Ston (Stagno) in Hum. Vieles trug dazu auch die Schwester Kulins. cit. denn schon im Jahre 1195 finden wir den erwählten Bischof von Bosnien in Ragusa. **) Kukuljevic. damit er seine Pläne unterstütze. op. König von Dioclea und Dalmatien.: „Demum vero paternitatem vestram nolumus latere. ***) Idem. um hier die Consecration des Erzbischofs zu erlangen. sondern auch das bosnische Bisthum in Bosnien. durch den Erzbischof von Spalato seinen Einfluss in Bosnien heben. bei. den König Bela III. indessen. hierher stellte. Stag- nensem. dass Bela III. videlicet in Bossina pullulare videtur.. aus der römischen Kirche auszutreten.-j-) *) Kukuljevic. p. die Wittwe des Fürsten von Hum Miroslav. p. Nach dem Jahre 1189 scheint es. cit. dass in Bosnien eine wichtige Veränderung geschah. seiner ganzen Familie und 10. Bosniensem et Delmitensem episcopatus" . 78 — Grundstein des späteren regen Handelsverkehrs zwischen Bosnien und Ragusa. um sich so der immer mehr überhandnehmenden Gewalt des ungarisch-kroatischen Königs zu entziehen.. qui ad con- secrandum venerit. Es ist möglich. 162. cit.*) sollte dasselbe im Jahre 1191 der Metropolitankirche von Spalato zufallen. . Aber diesmal gelang ihm seine Absicht nicht." f) Vukan (Vuk). quia heresis non modica in terra regis Ungarie.. auch den Pabst beeinflusste. meldet 1199 dem Pabste Innocenz III. — „Macarensem. 147—148. Naroniensem. Hier war da mals Erzbischof Peter Ugrin. op.000 bosnischen Einwohnern die patarenische Religion aunahm. Während das bosnische Bisthum noch 1188 unter den Erzbischof von Ragusa Tribunus gehörte. Bosnien unter das ihm unterthane Erzbisthum Spalato zu stellen. dass Ban Kulin zwischen 1190 und 1199 die römische Kirche verliess und mit seiner Frau. in tantum quod peccatis exigentibus ipse . ***) Die Absicht König Belas III. 175: „electo bosnensis ecclesie. gab Ban Kulin den Anlass. seiner Schwester.. op. Und so geschah es.**) Auf diese Weise wollte Bela III. die jetzt nach dem Tode ihres Mannes zu ihrem Bruder nach Bosnien zurückkehrte.

Slav. Wenn Ban Kulin dachte." Thomae archidiaconi Historia salonitaua cap. wo in Spalato schon vor 1200 eine besondere pata renische Gemeinde bestand. dass sie in der lateinischen und slavischen Litteratur wohlbewandert waren. indem er erklärte. multosqne iam pestiferi dogmatis tabe ab eis infectos. Es wird von ihnen ausdrücklich gesagt.*) Nach dieser Nachricht zu urtheilen. benützte die Religionsbewegung in Bosnien und forderte als Vertheidiger des katholischen Glaubens Rechenschaft von dem Ketzer Kulin. deren Lehrer zwei Maler und Goldarbeiter waren. r . 24 (Lucius. durch den Ubertritt zum Patarenismus sich dem Einflusse König Belas III. wo sie die patarenische Religion kennen und schätzen lernten. sed etiam scelestis labiis praedicarent. p. und dass sie den grössten Theil ihres Lebens in Bosnien zubrachten. die Brüder Mathäus und Aristodius. merid.. sondern sie verbreitete sich von hier aus auch über das benachbarte Kroatien und Slavonien." Theiner. Bürger von Zara. begierig Bosnien seiner Oberherrschaft zu unterwerfen. da er gerade da durch dessen Einmischung hervorrief. et in auri fabrili arte satis exercitati. I. — 79 — In Folge dessen nahm die patarenische Religion nicht nur in Bosnien besonders überhand. quorumalter Matthäus. p. aber aus Pola gebürtig. Hi quam- vis essent ex patre Apullo. quia erant pictores optimi. Hos invenit Bernardus Spalati commorantes. 6. Monum. und drang sogar bis in die Küstenstädte Dal- matiens. Bela III. dass die römische Curie seine Lehre und Secte Ban Culinus cum uxore sua et cum sorore sua . ut non solum impiam hae- resim obcoecato corde crederent. A. erant tarnen a pueritia Jadrenses cives effecti. Aber Kulin wusste dieses erste Mal die seinem Vaterlande drohende Gefahr listig abzuwenden. conversabantur vero ex maiori parte apud Bosnam. competenter etiam latinae et sclavonicae litteraturae habebant peritiam. que fuit defuncti Mirosclaui che(l)mensis (uxor) et cum pluribus consanguineis suis seductus plus quam decem millia Christianorum in eandem heresim introduxit. sed ita erant fallente dia- bolo in baratrum haereticae pestis immersi. zu ent ziehen.. de regno Dalm. *) „Erat autem (Bernardus archiepiscopus spalatinus) insectator haereticorum valde sollicitus. alter vero Aristodius vocabatur. war die patarenische Religion schon vor Kulins Übertritt in Bosnien verbreitet.. Fuerunt namque eo tempore duo fratres filii Zarobabel. 332). so hat er sich bitter getäuscht.

andererseits wirkte wieder Innocenz zu Gunsten der politi schen Bestrebungen Emerichs. wo er sagt: „Unde rex Ungarie exarcebatur illos (nämlich Kulin und die Patarenen) ad vestram presentiam compulit venire a vobis examinandos. und die Kämpfe zwischen seinen Söhnen. der jüngere Sohn Stephan Nemanjas. und als der Herzog von Kroatien Andreas nach dem Siege in Hum (1198) der nächste Nachbar Bosniens wurde. *) Man entnimmt dies aus dem erwähnten Schreiben Vukans von 1199. die Oberherrschaft nicht nur über Bosnien. der seine und des römischen Stuhles Pläne unterstützte. 6. Ehrgeizig wie er war. mer. sondern auch über Serbien und Bulgarien zu erlangen. . sich der römischen Kirche und Pabst Innocenz III. Es war dies der König von Dioclea Vukan (Vuk). p. König Emerich. Slav." Theiner. I. und er schloss sich zu diesem Zwecke noch enger an den damals mächtigen Pabst Innocenz III. und ausserdem auch die Oberherrschaft des ungarisch-kroati schen Königs anzuerkennen. Der ungarisch kroatische König Emerich trachtete jetzt ganz ernst. der wieder lebhaft wünschte.*) Bela III. Gleich nach dem Kriege des kroatischen Herzogs Andreas gegen Hum und Rascien (1198) fand König Emerich in dem regierenden Hause der Nemanjiden selbst einen Mann. dicentes a vobis concessam esse sibi legem. sollte dem Pabste helfen die Ketzerei und das Schisma unter den südlichen Slaven auszurotten. und zeigte sich zu diesem Zwecke bereit. wäre indessen dennoch weiter ge gangen. — 80 — gutheisse. Aber um so grösser wurde die Gefahr für die Patarenen und die bosnische Unabhängigkeit. In dem schon erwähnten Schreiben von 1199 theilt Vukan dem Pabste mit. die ganze Balkanhalbinsel in den Schoos der römischen Kirche zu führen. Mon. wenn ihn nicht (1196) der Tod ereilt hätte. den Brüdern Emerich und Andreas liessen für eine Zeit lang Kulin und die bos nischen Patarenen aufathmen. als sich die Brüder Emerich und Andreas versöhnten. anzuschliesen. als treuer Sohn der römischen Kirche. dass die patarenische Religion trotz der Einsprache König Belas III. trachtete er seinen Bruder Stephan Nemanji6 vom Throne zu stürzen. Uli autem simulatis litteris redierunt. (1198 — 1216).

Wenn der Ban nicht gehorchen sollte. ferner ehre er sie wie Katholiken. Nachdem Pabst Innocenz alles dies erfahren hatte. die Patarenen in seinem Königreiche auszurotten. er möge sich von den Patarenen abwenden und dieselben zu be schützen aufhören. dass der Erzbischof von Spalato Bernardus viele Patarenen aus den Städten Spalato und Trau ausgewiesen habe. der im Jahre 1200 nach Spalato kam. slav. p. Wenn ihm dies nicht gelingen sollte. **) Theiner. Q r . konnte er dennoch nicht vollkommen reussiren. und hier die von den Brüdern Mathäus und Aristodius geführte Secte der Patarenen mit Gewalt unter drücken musste. cit. I. weil die meisten von ihm verfolgten Patarenen in Bosnien bei Ban Kulin eine Zuflucht fanden. Bernardus. Oc- tober 1200**) den Ban Kulin zuerst aufzufordern. den Patarenen allen ihren Besitz weg nehmen. wie er unlängst erfahren habe. 12—13. — 81 — in Bosnien herrscht . das Land besetzen. p. I. und darauf den Ban Kulin mit allen Patarenen aus dem Lande jagen. Indem Innocenz als den obersten Herrn Bosniens den ungarisch-kroatischen König Emerich betrachtete. op. wie das Unkraut aus der Frucht. bat er diesen in einem Schreiben vom 11. er klagt ferner den Ban Kulin an und bittet den Pabst. aber der bosnische Ban Kulin habe diesen verdorbenen Ketzern nicht nur eine Zufluchtsstätte gegeben. er möge dem Könige Emerich auftragen. Obwohl der Erzbischof sehr strenge ver fuhr. Geschichte Bosniens. Theiner. sondern er habe sie sogar öffentlich unterstützt und sich und sein Land ihrer Schlechtigkeit ausgesetzt. ja sogar mehr als Katholiken. In diesem Schreiben erzählt Pabst Innocenz unter anderem. mer. so soll er (Emerich) mit einem Heere in Bosnien einfallen.*) Ausser König Vukan berichtete dem Pabste über die Patarenen gewiss auch der neue Erz bischof von Spalato. Mon. dem Patarenismus in Bosnien energisch in den Weg zu treten. beabsichtigte er nach damaliger Sitte einen Kreuzzug wider die Ketzer zu unternehmen. 6. ut regi Ungarie suggeratis. ent- schloss er sich. ut eos a regno sno evellat tamquam zizania a tritico. indem er sie wahre Christen *) Unde rogamus.

sondern für Katholiken gehalten. cit. Um sich jedoch den weiteren Einmischungen des ungarischen Königs zu entziehen. wo immer sich dieselben in des Königs Ländern befinden sollten. antwortete ihm Kulin. p. . sondern auch aus ganz Ungarn verjagen und ihnen alle ihre Be sitzungen ' nehmen. die dem Pabste ihre Religion und ihr Verhalten erklären sollten. Dem Bane drohte jetzt grosse Gefahr nicht nur von Seite der kirchlichen Macht. finden konnte. 15. sich in bosnische Angelegenheiten zu mischen. sich strenge an die Lehren des apostolischen Stuhles zu halten. mer. Als ihn nämlich kurz nach dem erwähnten Schreiben des Pabstes um 1201 König Emerich aufforderte. nicht die benachbarten Länder verpeste und auch in das ungarische Königreich eindringe. Der Inhalt dieses Schreibens ist wahrlich sehr scharf. **) Man entnimmt dies dem Schreiben von 1202. die sich über dem Horizonte seines Landes sammelten. er. wie sich zwei Mächte gegen ihn rüsteten und wie schädlich die ungarische Einmengung im benachbarten Serbien war. sondern auch vom ungarisch-kroa tischen Könige Emerich. dieses der christlichen Kirche angethane Unrecht zu rächen. indem er sich damit entschuldigte. p. die Patarenen aus seinem Lande zu vertreiben und ihre Güter zu confisciren. selbst einige Patarenen nach Rom zu senden. *) Damit also diese Krankheit. **) *) Vocans eos autonomasice Christianos . versprach . damit sie dieser entweder im Guten bekräftige oder vom Bösen ablenke. . — 82 — nennt. I. wenn man ihr nicht sogleich in den Weg tritt. Theiner. in welchem der Pabst Legaten für Bosnien ernennt. 12. Slav. I. bittet der Papst den König Emerich. er habe die Patarenen nicht für Ketzer. dem mächtigen Pabste Innocenz nachzu geben und so die gewitterschweren Wolken. davon abzulenken. Aber in dieser Gefahr zeigte sich Kulin als ein weiser und vorsichtiger Herrscher. Da er sah. Mon. Theiner. . so soll Emerich sowohl ihn. der gewiss keine schönere Ge legenheit. da sie bereit sind. sich zu recht fertigen. op. entschloss er sich. als auch alle seine Anhänger nicht nur aus Bosnien. Wenn Ban Kulin nicht alle Ketzer aus seinem Lande vertreibt und ihnen ihre Besitzungen nimmt.

No vember 1202 den Erzbischof Bernardus von Spalato und den Hofkaplan Johannes de Casamaris zu Legaten des römischen Stuhles in Bosnien. ist nicht bekannt. Er trägt ihnen auf. Am 8. als auch seiner Frau und der Leute seines Landes prüfen und im Namen des apostolischen Stuhles nach den Vorschriften der Kirche bestätigen. was sie zu thun haben. Durch seine Zuvorkommenheit erwarb sich Kulin des Pabstes Gunst. Innocenz III. April 1203 . aber schon Ende März des künftigen Jahres 1203 beendete er erfolgreich seine Auf gabe. — 83 — Ban Kulin hielt auch wirklich sein Wort. so sollen sie es nach den Vorschriften der Kirche auf den Weg der Wahrheit leiten. er bat ihn darum bei dieser Gelegenheit. Wenn sie hingegen etwas finden sollten. was der wahren Lehre widerspricht und den Weg des ketzerischen Lasters verfolgt. Was er hier gegen die Patarenen unternahm. Kulin wusste übrigens gewiss. Im folgenden Jahre 1202 sandte er den Erzbischof von Ragusa und den Archidiacon Marinus nach Rom und gab ihnen mehrere Pata renen mit. Wenn man jedoch in Bosnien ihre Ermahnungen und Anordnungen nicht befolgen sollte. dass der Pabst die Lehren der Patarenen nicht billigen werde. der ihn (Kulin) selbst und seine Leute prüfen und dann die kirchlichen Verhältnisse in Bosnien ordnen soll. Zugleich ertheilte er ihnen Instructionen über den religiösen Zustand Bosniens und wies sie an. sondern auch die Häupter der Patarenen (die Vorsteher der Klöster) vom Patarenismus bekehrt. Im Sinne des päbstlichen Schreibens ging Johannes de Casamaris nach Bosnien. nahm seinen Antrag mit Freuden an und ernannte in seinem Schrei ben vom 21. er möge jemanden von seinen geeigneten und vertrauten Leuten nach Bosnien senden. Er hat nicht nur Ban Kulin und dessen Familie. so sollen sie rücksichtslos nach den gegen die Ketzer er lassenen Gesetzen verfahren. was sie dort im Sinne der katholischen Kirche bestätigungswerth finden. Diese Patarenen sollte jetzt der Pabst prüfen und eventuell bekehren. sie mögen in Bosnien den Glauben und das Betragen sowohl Kulms.

wie dies die römische Kirche thut. und wir werden. Mon. der päbstliche Legat Joh. VII- p. . sowohl die Bücher des neuen als auch des alten Testamentes lesen. In allen Kirchen werden wir Altäre und Kreuze haben. In allen unseren *) Nach dem lateinischen Originale übersetzt. Rad. Ljuben. Hier entsagten diese Vertreter feierlich ihren bisherigen Ansichten und ihrem Glauben. de Casamaris und die patarenischen Vorsteher Dragisa. In allen unseren Orten. dessen wir angeklagt wurden und erkennen die römische Kirche als unsere Mutter und das Haupt der ganzen kirchlichen Einigkeit an. werden wir Oratorien haben. wenn wir von nun an je wieder dem ketzerischen Laster folgen sollten. Herrn von Bosnien. die zu unserer erwähnten Brüderschaft gehören. als^uch derselben gehorsam sein und nach ihren Vorschriften leben werden. versprechen vor Gott und seinen Heiligen in Gegenwart des Herrn J. Es waren hier zugegen Ban Kulin selbst. Vor allem entsagen wir dem Schisma. Ljubin. Dragota. I. Pribisa. 139. — 84 — versammelten sich die Häupter der Patarenen in Bjelo- polje am Bosnaflusse (Bolino poili apud Bosnam iuxta flumen). 20. Theiner. indem wir uns für alle. im Namen Aller. merid. in Vertretung aller anwesend. der zu diesem Zwecke nach Bosnien delegirt wurde. Rados und Vlados. p. Capellans des Papstes und der römischen Kirche. Eine kroatische Übersetzung von Racki . Slav. wo Klöster (fratrum conventus) sind. der Archidiacon von Ragusa Marinus. und sie verfassten darüber eine besondere Urkunde folgenden Inhaltes:*) „Wir Vorsteher (priores) jener Leute. die zu unserer Ge sellschaft gehören. verpflichten und mit unserem Besitze und allem unseren Vermögen haften. wo wir Brüder Nachts zum Singen der Matutinen und des Tages zum Singen der Horen zusammenkommen werden. die bisher im Lande Bosnien ausschliesslich mit dem Ehrennamen Christen benannt wurden. dass wir sowohl die Anordnungen und Befehle der römischen Kirche in unserem Leben und Betragen halten. de Casamaris. und in Gegenwart des Patrons Ban Kulin.

so werden wir uns von ihnen auch durch unser Gewand unterscheiden. be graben werden. werden wir halten. und was unsere Vorfahren vorsichtig anordneten. Mariae Geburt und am Tage Aller Heiligen am 1. Ostern. sondern Brüder. Und so wie wir uns von den Laien durch unser Leben und unser Betragen unterscheiden. die wenigstens an Sonn- und Feiertagen die Messe nach dem kirchlichen Gebrauche lesen müssen. Uebrigens werden wir uns künftig nicht mehr wie bisher Christen nennen. November. die zufällig dort sterben. woraus ein falscher Verdacht entstehen könnte. Die Frauen. nämlich zu Weihnachten. zu Mariae Himmelfahrt. ausser wenn sich beide bekehren und gegenseitig einverständig ein reines Leben zu führen versprechen. werden wir befolgen. welches geschlossen. damit mit jenem Namen nicht den anderen Christen Unrecht geschehe. Die von der Kirche bestimmten Fasten werden wir halten. Pfingsten. den nur der Pabst bestätigen soll. Im übrigen werden wir keinen Verheiratheten oder keine Verheirathete aufnehmen. Und damit alles dies eine ewige . und keiner der Brüder soll allein mit einer sprechen. am Tage der Apostel Peter und Paul. Die Festtage der Heiligen. Neben den Oratorien werden wir Friedhöfe haben. die Beichte hören und Pcenitenzen ertheilen. Wenn der römische Stuhl noch etwas anderes zugeben oder ab nehmen wollen sollte. die unserem Orden angehören werden. und von nun an werden wir wissent lich keinen Manichaeer oder anderen Ketzer unter uns auf nehmen. — 85 — Orten werden wir Priester haben. so werden wir alles mit Ergebenheit annehmen und befolgen. so werden von nun an und künftig zu allen Zeiten die Prioren mit dem Rathe der gottesfürchtigen Brüder ein Oberhaupt (pre- latum) wählen. Wenn ein Magister stirbt. die von den heiligen Vätern bestimmt wurden. Wenigstens siebenmal jährlich werden wir aus der Hand des Priesters den Leib des Herrn empfangen. nicht färbig und bis zu den Knöcheln reichend sein wird. wo die Brüder und die Fremden. werden von den Männern sowohl in den Schlaf zimmern als auch in den Refectorien getrennt sein.

er und sein Vater möge sich pünktlich der in dieser Erklärung enthaltenen Vorschriften halten. die wieder abtrünnig wurden. ein Reugeld von 1000 Mark Silber zu zahlen." So wie diese Klostervorsteher. . wie die katholische Religion in Bosnien befestigt werden könnte. dem Bischofe von Fünfkirchen und vielen anderen Würdenträgern schworen Ljubin und Dragota in ihrem und in ihrer Genossen Namen. 22. was die römische Kirche von ihnen fordert. archiepiscopi Colocensis subsequenter obligavit. zugleich mit dem päbst- lichen Legaten Johannes nach Ungarn zu König Emerichj bei dem schon früher der Sohn Ean Kulms weilte. Darauf gingen Ljubin und Dragota. April versammelte sich auf einer Insel bei Budapest (in Insula Regia) der königliche Rath. und hier vor König Emerich („ad christianissimum regem")." Schreiben König Emerichs an Pabst Innocenz III. ab. mer. die zugleich die Häupter der patarenischen Secte waren. quod si de cetero supradictos vel alios homines in heresi scienter manutenere vel defendere in terra sua presumpserit. als die Vertreter der übrigen Häupter der Patarenen. sich in seinem und seines Vaters Namen zu verpflichten. Unter Anderem *) Theiner. Mon. cum hoc iuxta voluntatem nostram admisisset. I. p. cit. — 86 — Kraft erhalte. haben wir es mit unseren eigenhändigen Unterschriften bekräftigt. und macht zugleich geeignete Vorschläge.. wenn er in seinem Lande solche Bekehrte. Zugleich bewog er ihn. op. pag. dass sie sich getreulich an ihre Erklänmg halten und dass sie alles thun werden. oder andere Irrgläubige dulden sollte. Slav. mille marcas argenti persolvet. gaben gewiss auch die her vorragenderen bosnischen Magnaten ähnliche Erklärungen.*) Darauf be stätigte der König ihre schriftliche Erklärung mit seinem Siegel und gab dieselbe dem Sohne Kulins mit dem Auftrage.. 20. In seinem Schreiben vom 10. **)J Mit diesem seinem Erfolge war der päbstliche Legat Johannes de Casamaris vollkommen zufrieden. Juni 1203 berichtet er dem Pabste über sein Wirken in Bosnien und Ungarn. se in manu nostra ac J. dem Erzbischofe von Kalocsa. **) „Idem etiam. Am 30. Theiner. I..

die Bosnier zu sagen pflegten : „Es kehren *) „Noveritis praeterea. und die dichten Gewitterwolken vertrieb. 19. und für den leeren Bischofstuhl einen Lateiner. zu ernennen. . die beweisen. — 87 — berichtet er dem Pabste. und obwohl also dadurch die obige Nachricht unbegründet erscheint. die Bosnien und dessen Unabhängig keit drohten. p. dort drei oder vier neue Bisthümer zu begründen. die Klein -Ragusa Hess. der verläss licher als ein Slave ist. Si posset fieri. **) Die Ragusanischen Schrift steller berichten auch. Zweien Ragusanern habe er sogar im Gebirge Jagodina einen Ort überlassen.und Silberbergwerke eröffneten und eine kleine Feste erbauten. im Jahre 1189. wo sie Eisen. dass Kulins Re gierung für Bosnien glücklich und segensreich war. so dass noch nach langen Jahren. dass in dem ganzen grossen Banate Kulins nur ein Bisthum besteht. der seinen Staat zu organisiren be gann. dass unter Ban Kulins Regierung Bosnien sehr fruchtbar an Getreide und allem Anderen war. Er sei der erste gewesen. cit. . er habe viele Fremde in sein Land berufen und die Eisenbergwerke geöffnet. et episcopus modo mortuus est. quod aliquis Latinus ibi poneretur. da er auf so schöne Weise den Einfluss König Emerichs los wurde. wenn ein besonders frucht bares Jahr war. so haben wir doch Daten. 332. ferner die Nachricht. I. **) Lucius. Dies beweist unter Anderem der Handelsvertrag mit Ragusa. er macht darum den Vorschlag. de regno. . quod in Regno bani Culini de Bosna non est nisi unus episcopatus. .*) Und auch Ban Kulin war endlich zufrieden. et aliqui etiam ibi tres vel quatuor crearentur novi. dass Bosnien unter Ban Kulin wirklich Fortschritte machte. non modicum exinde utilitati accresceret ec- clesiastice . op. und auch dessen Oberhaupt sei unlängst gestorben. dass die italienischen Maler und Goldarbeiter Mathaeus und Aristodius längere Zeit in Bosnien Arbeit fanden." Theiner. Die Ragusaner Schriftsteller berichten. son dern zum erstenmale während der türkischen Herrschaft im Jahre 1503. Obwohl in den mittelalterlichen Denkmälern die Feste Klein-Ragusa nicht erwähnt wird.

Es ist dies ein klarer Beweis. Schon vor ihm reichte es bis zur Drina und umfasste einst serbische Gebiete. noch heute erzählt dasselbe von ihm. Slav. Epitome vetustatum Bosnensium (Ancona 1776). die ihm *) „quia Regnum est ipsius ad minus dietarum decem et plus" . 19. und ein anderes Mal eines grossen Banes von Bosnien giebt. dem Erzbischof von Gran „Zibisclaum kenesium de Woscora. natum quondam Stephani bani de Bosna" . Das Andenken Kulins im Volke ist nicht erloschen. ersehen wir daraus. Im Jahre 1406 bat der bosnische König Tvrtko EL Tvrtkovic zugleich mit Hrvoje. Sein Nachfolger war Ban Stephan. pag. Noch heute pflegt das Volk Bosniens zu sagen : „Er erzählt verschiedenes vom Bane Kulin". *) Dass Kulin eine angesehene Person war.. **) Von den älteren Schriftstellern behauptet diesPhilippus abOchievia. dass die reichen Begs Kuleno- vic (Kulinovic) im heutigen Bosnien die Nachkommen Ban Kulins seien. 350).**) Nach 1204 fehlen uns alle weiteren Nachrichten über Kulin. pag. regierte vor 1233 und nach 1204. . wie er ein Freund der Feeen war. dass es einen Umfang von zehn Tagereisen und mehr hat. Mon. I. Bosnien war unter Kulin im Allgemeinen ansehnlich und umfangreich. quondam banus de Bosna.. Der päbstliche Legat Johannes nennt im Jahre 1203 Bosnien ein „Königreich" und sagt. Theiner. 96. Privilegien und Gränzen (besonders gegen Ungarn zu) be stätigen. p. er möge dem bosnischen Königreiche alle Sitten. Orbini. Hung. wie sie unter Ban Kulin waren. Theiner. wie auch die bosnischen Könige das Andenken Kulins ehrten. I. Herzog von Spalato.. und jetzt war es noch grösser und reichte über Soli und Usora und über einzelne kroatische Zupen am mittleren Vrbas (Dolnji kraji).***) Stephan hatte zur Frau Anna. Dieser Stephanus. wahrschein lich sein Sohn. dass ihm die römische Curie einmal die Titel eines edeln und mächtigen Mannes. mer. wenn jemand von der dunkeln Vorzeit spricht. Man sagt. — 88 — die Zeiten Kulins zurück" (Prüdem' v' dni Kulinovi. den König Ladislaus von Neapel und Kroatien-Dalmatien. 147. Gebräuche.. — ***) Im Jahre 1236 empfiehlt Pabst Gregor IX. hist. Mon..

der später um 1236 Herzog von Usora war. der in dem Schreiben König Emerichs von 1203 erwähnt wird. Lucius. so erhob dennoch unter seiner Regierung die patarenische Religion wieder ihr Haupt und nahm nicht nur in Bosnien sondern auch im benachbarten Königreiche Kroatien überhand.. Mon.. Hungariae I. 29. December 1221 an den Erzbischof von Gran und alle ungarischen Bischöfe und fordert sie ausdrücklich auf. quod . riesige Wirren entstanden." Er ertheilt darum Akontius eine unbegränzte Vollmacht und beauftragt ihn. Mon. merid. dogmatizando palam sue pravitatis errores" . — 89 — ■einen Sohn Sebislav gebar. so z. 163). de regno Dalm. er möge König Andreas. Slav. Theiner. De- cember 1221 seinen Hofkaplan Acontius. p. comes Buisenus in Suonigrado (Zvonigrad in der Lika) „fautor hereticorum" (Thomae archid. Obwohl Stephan selbst wahrscheinlich ein eifriger Anhänger der römischen Kirche war. salonitana. konnte darum selbst nichts gegen die Patarenen in Bosnien ausrichten.. Theiner. *) In Kroatien werden sogar einzelne Magnaten als Patarenen ge nannt. In diesem Schreiben klagt Honorius. Histor. und ist wahrscheinlich jener Sohn Kuhns (filio scilicet memorati Culini). . I. der schon seit 1218 wiederholt in Ungarn und dessen Nachbarländern war.**) Zugleich wendet sich der Pabst in einem besonderen Schreiben vom 5. dass in Ungarn unter Andreas II. .. Patarinos eiciant . wie in einer Höhle aufgenommen. 339) . 31.*) Der Ver breitung des Patarenismus war auch der Umstand günstig. p. ferner die Kaöice (Andreas rex Malduci duci Kachetorum totique suae cognationi iubet. gleich Hexen ihre Jungen mit offenen Brüsten nähren. B. p. 22. zu seinem Legaten in Bosnien. **)' „Cum itaque in partibus Bosniae tamquam in cubilibus structio- num heretici receptati. „dass die Irrgläubigen in Bosnien. . die ungarische Geistlichkeit und das ungarische Volk zu einem Kreuzzuge gegen die Patarenen und deren Beschützer auffordern. Der römische Pabst Honorius III. cap. die erst durch die goldene Bulle im Jahre 1222 einiger- massen beseitigt wurden.. velut lamie nudatis mammis catulos suos lactent. Er ernannte mit seinem Schreiben vom 3. und öffentlich ihre verwerflichen Irrthümer zum grossen Schaden der Herde des Herrn predigen.

eas ecclesie tue (colocensi) in perpetuum pia liberalitate donavit . wie er dies schon Acontius versprach. 337 — 338. wo er noch im selben Jahre starb. Er begann also mit dem kaiserlichen Prinzen *) Theiner.. Mai 1225 Ugolin auf. darüber nachzudenken. Mon. Mon. -j-) Aber so wie Ugolin nur durch die königliche Donation nicht Bosnien erhielt. weil wegen der inneren Kämpfe in Ungarn der vom Pabste ge plante Kreuzzug nicht ausgeführt wurde. ***) „Cum carissimus in Christo filius noster Andreas Ungariae rex illustris terras quasdam. nachdem er die unruhigen Magnaten mit der goldenen Bulle befriedigt hatte. Hung. videlicet Bosnam. selbst. Aber darum be gann im Jahre 1222 der ungarisch-kroatische König Andreas II. . Hung.***) Die Donation des Königs bestätigte auch Pabst Honorius und forderte mittels eines besonderen Schreibens. pag. **) Thomae archidiac. **) Die Patarenen kamen diesesmal glücklich durch. der die Macht seiner Kirche auch über Bosnien auszubreiten wünschte. 55-56. I. Noch während Acontius' Lebzeiten bot sich der Erzbischof von Kalocsa Ugolin. Soy et Wosora.. Mon. wie er wohl dem Wunsche des Pabstes nachträglich genügen könnte. !' p. er möge sein Versprechen erfüllen und einen Kreuzzug gegen Bosnien führen. Hung. dass es Ugolin von den Ketzern reinige. 55. vom 15. — 90 — seinen Legat in Allem zu unterstützen und zu fördern. infectas heretiea pravitate tibi purgandas committens. *)' Anfangs 1222 kam auch wirklich Acontius nach Spalato und forderte von hier aus ganz Kroatien und Dalmatien zu einem Kreuzzuge gegen die bosnischen Ketzer auf. 31—32. da er es sich nicht nehmen konnte. p. ohne irgend etwas auszurichten. an und schenkte dem Erzbisthum Kalocsa für alle Zeiten Bosnien mit Soli und Usora unter der Bedingung. Aber seinem Aufrufe folgte geradezu Niemand. Dieses. auf eigene Kosten einen Kreuzzug gegen die bosnischen Ketzer zu erheben. 27. Anerbieten nahm nun König Andreas II. an. dort die Ketzerei zu unterdrücken. und so ging er selbst mit leeren Händen nach Bosnien. I. so hatte er auch nicht die Macht. Historia salonitana cap. p. f) Theiner." Theiner.

der von Geburt und der Erziehung nach ein Patarene war. 72. *) So blieben alle Bestrebungen der römischen Curie und des ungarischen Königs erfolglos. Mon. dass sie endlich Ban Stephan absetzten und auf den bosnischen Banus-Stuhl einen Mann erhoben. Aber kaum hatte sich Andreas durch Vermittlung Pabst Gregors IX. obwohl ihn selbst Honorius III. der Schwester König Andreas' und Wittwe des by zantinischen Kaisers Isaak Angelos. Mon. so verband sich wieder die geistliche Macht mit der weltlichen zur Vernichtung des Patarenen *) Theiner. cit. **) Ninoslav nennt sich selbst: „jaz veliki ban bosanski Matej Ninoslav" oder „Matej a odmglom Ninoslav ban bosanski veliki" (Mikl. am 15. und die Pata renen erkühnten durch diesen Misserfolg ihrer Gegner der art. Mon. Mathäus Ninos- lav. bei dem Archidiacon Thomas „Ninosclavus banus" . 120). wahrscheinlich unter dem Schutze Andreas' II. 298) . 24 und 28) . Dieses letztere hat viele Historiker verleitet. I. Ban Mathäus Ninoslav (1232— 1250) muss den hervorragenderen Persönlichkeiten der Geschichte Bosniens zugezählt werden. der erst nach der zweiten Ausgabe der goldenen Bulle (1231) und der Ausgabe des Privilegiums für die ungarische Geist lichkeit (1232) endete. I. in den ungarischen Denkmälern heisst er „Ninosclaus banus" oder verdorben „Nyurzlaus banus" (Theiner. Mathäus Ninoslav bestieg den Banusstuhl gerade zu der Zeit. op. . Hung. Prinz Johannes nahm sogar von Ugolin 200 Mark Silber zu dem Zwecke an. und dem gewesenen Bane Stephan und seinem Sohne Sebislav blieb nur Usora. dem Sohne der Kaiserin Marga- retha. Aber später vergass Johannes auf seine Verpflich tung. I. serb. p. Januar 1227 daran erinnerte. Slav. Dieser wurde Ban von Bosnien. merid. zwei Bane: Nikoslav und Ninoslav zu unterscheiden.**) unter seiner bewegten Regierung be gann nämlich Bosnien zuerst sich in die Angelegenheiten der benachbarten Staaten und Länder einzumengen. und in den päbstlichen Zuschriften „Ninosclavus dux de Bosna" oder fehlerhaft „Nicosclavus" (Theiner. einen Kreuzzug auszu rüsten. die damals Syrmien verwaltete. als in Ungarn zum zweitenmale der Bürgerkrieg entbrannte. mit seinem Adel und seiner Geistlichkeit versöhnt. — 91 — Johannes zu unterhandeln.

dem er als dem Herzoge von Kroatien und Dalmatien das Banat Bosnien schenkte. 113. sondern dass selbst der katholische Bischof. indem er dadurch einestheils seine frühere Gleichgiltigkeit verbessern. Jakob Bischof von Preneste. . Hung. die den Ban Stephan vertrieben und den Patarenen Ninoslav erhoben hatten. die *) Theiner.*) Ferner erfuhr Jakob. in Anspruch. Ban Ninoslav. — 92 — Mathäus Ninoslav. dass auch der Erzbischof von Ragusa von der Ketzerei des bosnischen Bischofs wusste und derselben ruhig zuschaute. da er die Patarenen für Rechtgläubige hielt. und anderntheils sich an den bosnischen Magnaten rächen wollte. der unter dem Vorwande. jetzt nach wiederhergestellter Ruhe in Ungarn Bosnien vom Patarenismus zu bekehren. Der päbstliche Legat Jakob leitete 1233 in Bosnien eine strenge Untersuchung ein. darum trennte er selbst das Bisthum Bosnien von der Metropolitankirche Ragusa und untergab es dem Erzbischoff von Kalocsa. Noch im selben Jahre 1232 beauftragte Pabst Gregor seinen Legat in Ungarn. Herzogs von Kroatien und Dalmatien (1226 — 1241). dass nicht nur der grösste Theil der bosnischen Bevölke rung dem Patarenismus angehörte. Der Arme sah bald ein. der der Führer der Anderen sein sollte. obwohl Geburt und Erziehung nach ein Patarene. „das Gesetz Jesu übertrat und in das Laster der sinnlosen ketzerischen Lehre verfiel" und sich damit entschuldigte. nahm auch die Hilfe seines zweiten Sohnes Koloman. I. um sich den Erfolg zu sichern. So drohte jetzt Ninoslav die rö mische Curie und der kroatische Herzog Koloman. Die Haupt-Aufgabe des päbstlichen Legaten war es jedoch. er habe nur aus Einfalt (ex simplicitate) gesündigt. verliess lieber die Religion seiner Väter und nahm den römischen Glauben an. Auch dies gelang ihm glücklich. Mon. Andreas. um so die weiteren Einmengungen des Herzogs Koloman zu verhindern. Den römischen Pabst und seinen Legat unterstützte diesmal Andreas ausgiebiger. den Ban Mathäus Ninoslav selbt und dessen Familie vom Patarenismus zu bekehren.

wie treu ergeben er sei. der sogar seinen Sohn den Do minikanern als Geissel gab. welches besonders durch die Mönche des neu begründeten Dominikanerordens gefördert wurde. 28. ferner die verschiedenen Bitten und Beschwerden des Bans Ninoslav und der bosnischen Magnaten gelesen hatte. 113. — 93 — Ketzer zu verfolgen. I. . cit. ganze Zupen vom Banate Bosnien losriss und sie seinen Anhängern schenkte. Einige Monate später am 10. — „Prijes'da S'finar" in einer Urkunde von 1240. Hung. Mon. Mon serb. die durch ihr gutes Beispiel die bosnischen Bewohner***) vom Patarenismus be kehren sollten." Theiner. 113. eine Summe Geldes zur Erbauung einer Cathedrale in Bosnien und gab sie den Dominikanern in Verwahrung. 120. ***) „cum habitatores illius terre dicantur in facultatibus tenues et in malitia locupletes. duos vel tres aut quatuor . drei oder vier neue Bisthümer an geeigneten Orten zu gründen und hier würdige und gelehrte Männer**) zu Bischöfen zu ernennen. que ut dicitur non modicum est diffusa. I. widmete er um zu zeigen. entschloss er er sich mit freudigem Herzen. tam in eadem ecclesia. Dem Bei spiele des Bans folgten auch viele bosnische Magnaten. doctos in lege domini . sogleich den bisherigen ketze rischen Bischof abzusetzen und sodann in dem ausgedehnten bosnischen Lande zwei. . Mikl. op. p." Theiner. Als sich Ninoslav der römischen Kirche anschloss. Mai 1233 instruirt er seinen Legat. I. und später schenkte er dem Bischofe von Bosnien ausgedehnte Güter im ganzen Banate. quam in locis aliis Bosnensis dioecesis. studeas in episcopos ordinare. Pabst Gregor IX. **) „quatenus eodem episcopo a regimine Bosnensis ecclesie prorsus amoto. ." Theiner. Mon. unter Anderen that sich besonders des Bans Verwandter Uban Prijesda*) hervor. Nachdem der Pabst den Bericht Jakobs über die Untersuchung. als ihm die Nachricht vom erfolgreichen Wirken des Legaten Jakob in Bosnien kam. Oktober 1233 *) „Nobilis virUbanus dictus Priesda consanguineus eius(Ninosclavi). . In seinem Schreiben vom 30. Hung. . war lebhaft erfreut. um so seine Anhänglichkeit der römischen Kirche gegenüber zu beweisen. was er ferner zu thun habe und giebt ihm unter Anderen den Auftrag. allen diesen gerecht zu werden.

illustris regis Ungarie semper salvo. cit. ab antiquo pacifice possederunt. jetzt jedoch. 120. ne quis te in fide catholica permanentem super eadem terra. es möge ihm das Recht.. indem sie dieselben unrechtmässiger Weise halten. so mögen die Dominikaner den Sohn dem Vater zurück geben. 120. op. welches er von seinen ketzerischen Vorfahren ererbt hat. suscipimus. ***) Theiner. dass dieselbe zum Besten der Kirche und zum Schaden der Patarenen erfüllt werden wird. progenitores tui. ." Theiner.. . Der Pabst empfiehlt dem Herzoge Koloman die Bitte des Bans und hofft. dass Ninoslav die römische Re ligion angenommen hat. das zweite dem Bane Ninoslav und das dritte dem Herzoge Koloman. dass seine Vorfahren ob wohl Ketzer besassen. dass seine (Ninoslavs) Vorfahren die Zupen und Dörfer nur nach ihrem eigenen Willen vertheilten und entzogen . presu- mat indebite molestare. die ihm diese Zupen und Dörfer entrissen. wieder ertheilt werden. districtius inhibentes. cit. I. . **) „personam et terram tuam de Bosna cum omnibus bonis.**) Im dritten Briefe endlich***) schreibt der Pabst dem kroatischen Herzog Koloman. nämlich dass er selbst nach eigenem Willen die Zupen. 120. Da jedoch Ban Ninoslav für Prijesda haftet.*) dass ihm Ban Ninoslav mitgetheilt habe. dass sich Ban Ninoslav über ihn beklagte behauptend. er empfängt ihn mit offenen Armen in deren Schoosse und nimmt ihn und sein Banat. sub beati Petri . Er bittet darum. op. wo er schon vom Patarenismus zur katholischen Religion übertrat. I. sein Verwandter Prijesda habe den römischen Glauben angenommen und habe zum Zeichen seiner Treue seinen Sohn als Geissel den Dominikanern übergeben. que impresentiarum rationabiliter possides . unter den Schutz des h. — 94 — sandte der Pabst noch drei Schreiben : eines den Domini kanern in Bosnien. I. be- helfen sich jene. Petrus. In dem ersten Briefe an die Dominikaner schreibt der Pabst. jure carissimi in Christo filii nostri . Hung. Die Klage Ninoslavs war wahrscheinlich hauptsächlich gegen Sebislav *) Theiner. Städte und Dörfer vertheilen (als Lehen) oder entziehen kann. quam sicut asseris .. qui fuerunt vitio heretice pravitatis infecti. Im zweiten Schreiben an Ninoslav drückt der Pabst seine Freude darüber aus. Mon.

ernannte jetzt der Pabst anstatt des abgesetzten ketzerischen Bischofs ein neues Oberhaupt der bosnischen Kirche. oder aber war er zu schwach. der als Katholik bisher von Koloman unterstützt wurde. am 17. cit. mit der Bekämpfung der Ketzer und der Confiscirung ihrer Güter. op. um so die weiteren Einmengungen des ungarischen Königs und dessen Sohnes. wie in Süd-Frankreich gegen die Albigenser. Ban Ninoslav hatte mit seiner Familie die katho lische Religion angenommen. In seinem Briefe vom 14. Oktober schreibt *) Theiner. Der Pabst schreibt hier unter . — 95 — gerichtet. Schon im künftigen Jahre 1234 wimmelte es wieder in Bosnien von Patarenen. ja er hatte sogar etwas zur Erbauung einer neuen Cathedrale in Bosnien beigetragen. des kroatischen Herzogs Koloman. Es schien. Damit die neue Ordnung dauernd bleibe. und sie beschlossen es jetzt mit der Gewalt zu versuchen. dass hier mit Güte nichts auszurichten sei. um auch dem Könige Andreas von seinem erfolgreichen Wirken zu berichten. Und doch war der Erfolg der römischen Curie nur vorüber gehend. als hätte sich durch die Bestrebungen des Legaten Jakob die religiöse Gährung in Bosnien vollkommen gelegt. Der Kreuzzug begann im Jahre 1234 und dauerte mit geringer Unterbrechung bis 1239. von seinem Banate ab zulenken . So wurde also jetzt gegen Bosnien und die dortigen Patarenen ein Kreuzzug erhoben. Ban Mathäus Ninoslav war entweder nur schein bar zur römischen Kirche übergetreten. Die römische Curie und König Andreas sahen jetzt ein. ja auch die benachbarten kroatischen Länder wurden angesteckt. nämlich den Do minikaner Johannes. Oktober 1234 fordert der Pabst den kroatischen Herzog Koloman auf. 128—129. um der patarenischen Bewegung in seinem Lande zu widerstehen.*) Kurz darauf. gegen die Ketzer in Slavonien in's Feld zu ziehen. Der päbstliche Legat Jakob kehrte darauf zufrieden nach Ungarn zurück. einen geborenen Deutschen aus Wild hausen in Westfalen. und sich noch fortwährend in Usora als unabhängiger Fürst gegen Ban Ninoslav erhielt.

Nr. eifrig gegen die Ketzer in seinem Bisthum zu handeln. auctoritate apostolica confirmamus . und im anderen erlaubt er ihm einen Ablass für alle zu verkündigen. in einem ermahnt er ihn. dass sich auf Mnoslavs Ruf nicht nur die Patarenen sondern überhaupt alle Bosnier anderem: „ad convertendum in robore tue fortitudinis infectos macula heretice pravitatis. Endlich nahm auch der Pabst den Herzog Koloman und dessen Güter für die Dauer des Krieges unter den Schutz S. 221. wie ihn die Kreuzfahrer in Palästina erhalten. cit. **) „Concessionem de terra Bosne a prefato rege patre tuo liberaliter tibi factam. der ungarische König Andreas II. unterstützte ihn sein Vater. Nicht nur dass er selbst für ihn in Ungarn Kreuzfahrer sammelte. Es ist wahrscheinlich. und wenn er früherauch vielleicht ein Gegner der Patarenen war. Hung. I.*) So wurde also noch Ende 1234 ein Kreuzzug unter Herzog Koloman begonnen." Theiner. am 28. seine und seines Vaterlandes Selbstständigkeit zu vertheidigen. 220. während sie von ihrer Heimath entfernt kämpfen werden. so schloss er sich jetzt aus voller Seele denselben an. Peters und des römischen Stuhles. dass er allen jenen. welche Schenkung Pabst Gregor IX. einen solchen Ablass er- theilen wird.**) Durch diese That unterwarf Andreas Bosnien dem Herzoge von Kroatien und nahm es dem Bane Ninoslav. 222 und 223. auf alle erdenkliche Weise. sondern er schenkte ihm auch ganz Bosnien als vollkommenes Eigenthum. . ausserdem verkündete der Pabst selbst." *) Theiner. sicut legitime ac provide facta esse dinoscitnr.. weil es sich darum handelte. . Aber das war noch nicht genug. die jetzt in den Kampf ziehen. die Kreuzfahrer zu unterstützen und ihre Güter zu beschützen. te versus partes Sclavonie ita magnanimiter et potenter accingas. — 96 — er zwei Briefe an den bosnischen Bischof Johannes. 128—130. Darüber war dieser sehr erbittert . op. 133. um mit Feuer und Schwert die Patarenen in Slavonien und Bosnien auszurotten. Mittels eines besonderen vom selben Tage datirten Schreibens befiehlt er dem Bischofe von Agram Stephan II. Juli 1235 feierlich bestätigte. . Mon. Damit Koloman erfolgreicher kämpfe. die das Schwert zu Gunsten der heiligen Religion ergreifen.

**) Der Pabst nennt ihn 1236: dilecto filio Zibislao kenesio de Woscura nato quondam Stephani bani de Bosna. . Mathäus Ninoslav mit seinen Bosniern vertheidigte sich so erfolgreich. . sein Sohn Bela IV. I. 7 . . dass es feige wäre." Theiner. haben wir keine näheren Nachrichten. jetzt zurückzuweichen. weil ihn „die Kriegesmühen erdrückten." — Im Jahre 1252 wird wieder ein „Wie. cessionis licentiam te postalare non convenit . Er bedankte sich darum bei Pabst Gregor für die Bischofswürde. der Abtei Topusko „terram. sass . 147.*) Im künftigen Jahre 1236 waren die Kreuzfahrer glücklicher. que vocatur Slatennic. filiua Coian. p. noch je in sein Bisthum zurückkehren zu können. Dazu trug wahrscheinlich vieles der Umstand bei. op. Theiner. I. frater. 137." Da Sebislav hoffte. um ihr schönes Vaterland gegen Ungarn zu ver- theidigen. so dass ihn selbst der Pabst belobte und sagte. Wir werden dennoch ver suchen nach den spärlichen Quellen ein wenn auch ober flächliches Bild dieses Kampfes zu geben. Geschichte Bosniens. cum fratre suo Ilaren. der jetzt vom Herzog Koloman gegen Ban Ninoslav und ganz Bosnien geführt wurde. . — Im Jahre 1230 gab ein gewisser Zibiscelaus. Tkalöic. cit. Sebislav ragte ohnedies über die anderen bos nischen Magnaten als rechtgläubiger Katholik hervor. — 97 — erhoben. mit Hilfe der Kreuzfahrer das Banat *) „Igitur. dass auf dem ungarisch-kroatischen Throne jetzt nach dem Tode Andreas II. . sondern er möge auch weiter sein Bisthum verwalten und die Ketzer und überigen Feinde der katholischen Kirche verfolgen. dei tarnen amor id expedit . . Mon. indem er ihm vor stellte. dass der bosnische Bischof Johannes alle Hoffnung verlor. September 1235 zum Ausharren auf. 66. dass sich jetzt der Fürst von Usora Sebislav**) mit seiner Mutter Anna energisch den Kreuzfahrern an- schloss. Mon. Im Jahre 1235 kämpften die Kreuzfahrer unglücklich." Dem Pabste that dies sehr leid und er forderte ihn darum mit einem Briefe vom 20. er stehe unter den patarenischen Magnaten „wie eine Lilie unter Dornen.. filius Zybislai" erwähnt. ut te a laboribus officii tibi a deo crediti minime subtrahas. Zagrab. si te labores belli opprimunt . noch mehr half jedoch der Umstand. episc. Hung. Über den Kreuzzug. 96—97.

denn der Bischof Johannes hatte entweder semer Würde wirklich entsagt oder ist während des Kreuzzuges gestorben. lauter eiferige Patarenen. 259.. Theiner. Der Pabst ernannte jetzt auf die Empfehlung Kolomans im Jahre 1238 den Dominikaner Ponsa zum bosnischen Bischofe. I. und untergab ihm nicht nur Bosnien.. unterstützte er dieselben nach Möglichkeit.*) Ausserdem empfahl er ihn auch dem Erzbischofe von Gran und den ungarischen Bischöfen. 162—163. personam et terram tuam cum bonis onmibus que im- presentiarum rationabiliter possides. und ausserdem das Land Hum.. und der Pabst nahm darum am 8.-j-) Jetzt wurde erst ernstlich daran gearbeitet. sondern auch das Fürstenthum Hum. cit. I. Vor Allem musste ein neuer Bischof ernannt werden. . Mon. April 1238. . ***) Carissimus in Christo filius noster Colomannus rex et dux Sclavo- rum illustris . Hung. depurata. Theiner. terram Bosne. op. 260 und 261. Mon. August 1236 ihn und seine Mutter Anna und sein ganzes Land unter den Schutz S. 162—163. inter principes Bosnensis dioecesis infectos raacula heretice pravitatis existis quasi lilium inter spiuas . sub beati Petri .. +) Theiner. qui sicut letantes accepimus. und holte sich auch hier Lorbeeren. non absque multis laboribus deduxit ad lucem catholice puritatis. 147. wo damals die Nachkommen des Fürsten Peter regierten. Er hatte nicht nur Bosnien und dessen Ban Ninoslav besiegt. Nach Unter drückung des National-Widerstandes trachtete jetzt Koloman ernstlich..." Brief Gregors IX. p. I. Mon. ferner: terra Cholim. Hung. 147. in den besiegten Ländern die katholische Religion zu befestigen. vom 26. das Patarenenthum in Bosnien *) Te igitur. Hung. Theiner. . Nr.. deletis tamen heretice pravitatis maculis. . . an den Erzbischof von Gran und dessen Suffragan-Bischöfe.**) Der Krieg von 1237 war endlich entscheidend und endigte mit dem vollkommenen Siege Kolomans. wie einst vor vierzig Jahren sein Vater Andreas.. per eiusdem regis ministerium a pravitate consimili ... sondern fiel über das unterjochte Bosnien hinweg auch in das Land Hum ein.***) Zu Ende des Jahres 1237 war Koloman am Gipfel seiner Macht: Bosnien war ihm unterlegen. **) Siehe die Schreiben Gregors IX.. Petri. I. — 98 — seines Vaters zu erlangen.

damit sie dem bosnischen Bischofe behilflich seien. einen dritten Brief schreibt er den Erzbischöfen von Gran und Kalocsa und ihren Suffraganen. Nr.**) Endlich fordert der Pabst die Dominikaner in Ungarn. in der Zupa Vrhbosna in dem Orte Brdo (Blazuj) eine neue Cathedrale mit einem dem h. op. p. 109. sorgfältig darauf zu achten. und wurde darin vom Pabste thatkräftig unterstützt. Dieser Plan wurde jetzt ausgeführt und Kolo man selbst schaute diesen neuen Bischofsitz zu heben. 302.***) Vom Pabste angeregt. Nr. Am meisten Mühe gab sich der Herzog Koloman. Soli und Dolnji kraji und schenkte ihm ausserdem ver *) Theiner. cit. besonders jene im Fünf kirchner Bisthume. er befiehlt zu diesem Zwecke dem Abte von Peterwardein. Schon früher. auch die letzten Reste der Ketzerei in seinem Bisthum zu vernichten. op. cit. den er auffordert. 306. Letzterer schrieb am. In einem ermahnt er den Herzog Koloman. 168—169. trachtete jetzt Koloman den Glanz des bosnischen Bisthums je mehr zu heben. p. 22. um die Sache der römischen Kirche in Bosnien und Hum zu fördern. ein anderes Schreiben richtet er an den neuen Bischof Ponsa. — 99 — und Hum auszurotten. 301. ***) Idem. cit. p. und zwar im Laufe der Jahre 1238 und 1239. Petrus geweihten Capitel zu begründen. um das Jahr 1233 wurde geplant. dass in Bosnien nach Unter drückung der Ketzerei „das Licht der katholischen Reinheit glänze" und „der Name Gottes gefeiert werde". und 23. er möge dem bosnischen Bischofe das Geld übergeben. Dezember 1238 mehrere Briefe. dem bosnischen Bischofe zu hul digen und mehrere ihrer Leute zu seiner Hilfe nach Bos nien zu senden. 305. Nr. 7* . Er vermehrte zu diesem Zwecke das Einkommen des bosnischen Bischofs und seines Capitels. op. den einst Ban Jula den Dominikanern von Fünfkirchen zum selben Zwecke in Verwahrung gab. 169. gab ihm den Zehent in Usora. und auch den Schatz. welches für den Kreuzzug gesammelt wurde.*) Zu selber Zeit trachtet der Pabst auch das bosnische Bisthum selbst materiel zu unterstützen und zu erheben. auf. **) Theiner. 303 und 304.

f) Idem op. — 100 — schiedene Güter. je mehr ihrer Brüder nach Bosnien zur Aushilfe des eifrigen Bischofs Ponsa zu senden. Dezember 1239 auf. die das heisse Blut der Bosnier zur Ruhe zwingen und zur „Vertheidigung der römischen Kirche und Religion in Bosnien und zur Vernichtung der Ketzer" dienen sollten. Kaum hatte Herzog Koloman mit den Kreuzfahrern Bosnien verlassen. was mit schwerer Mühe seit fünf Jahren geordnet wurde.-{-) Zu Ende des Jahres 1239 schien es. op. ***) Idem. dem bosnischen Bischofe alles Geld zu übergeben. unter Anderen das wichtige Djakovo (Dyacon) im Vukovarer Comitate im heutigen Slavonien. welches Ban Ninoslav im Jahre 12315 zum Bau der Cathedrale S. op. 172. und auf der Bühne der bos nischen Geschichte erscheint wieder der Ban Mathäus Ninoslav. Nr. 201. p. unaufhörlich „in der Gottesfurcht und der Ehr furcht vor der Kirche" fortzuschreiten. .***) und die Domini kaner fordert er zweimal auf. welcher Ort später in bewegten Zeiten der Sitz der bos nischen Bischöfe wurde. cit. cit. p. als der Sturm der nationalen Bewegung sein ganzes Werk umwarf. p. Ninoslav war schon während seinen ersten Regierungs jahren in die Fusstapfen Ban Kulms getreten und verfolgte *) Idem. cit. Petri schenkte. 310. erbaute zu dieser Zeit der Erzbischof von Kalocsa an geeigneten Plätzen in Bosnien mehrere Festen. tt) Siehe das Schreiben Innocenz IV. p. Mon.-j"j-) Aber alles dies nützte nicht sehr viel. vom Jahre 1245 bei Theiner. ja nicht einmal die Festen konnten das ganze bosnische Volk be zähmen. 172. am 7. op. Damit sich jedoch die Patarenen nicht noch einmal erheben und vielleicht alles umstürzen könnten. **) Idem. als wäre durch die Bestrebungen Kolomans und der römischen Curie der Patarenismus in Bosnien vollkommen ausgerottet. 173. I. Dezember 1239*) und er fordert die Dominikaner am 27.**) Im selben Jahre ermahnt Gregor den Herzog Koloman. Hung. Alle diese Donationen bestätigte auch Pabst Gregor IX. cit. 170 und 172.

erneuerte er den alten Bund mit Ragusa. Ninoslav versprach den Ragusanern: „und wenn ihr Krieg führen werdet mit dem Könige von Rascia. p. Die Citate im Texte sind aus dem Altslavischen übersetzt. den Patriziern und der Commune. und mit meinen vorerwähnten Magnaten schwor ich dem Fürsten und der ganzen Commune ewigen Frieden und ewige Liebe". . serb. Ninoslav sagt in derselben Urkunde den Ragusanern „und in meinem Lande und meiner Herrschaft und in der meiner Söhne sollt ihr frei und unbeschränkt gehen . werde ich euch und *) Miklosic. p. Er knüpfte zu diesem Zwecke um 1234 einen Vertrag mit dem Fürsten Von Ragusa Giovanni Dandulo und bestätigte den Ragusanern die ihnen von Ban Kulin ertheilten Handelsprivilegien. 28—29. **) Miklosic. . — 101 — eine freundschaftliche Politik gegen die Handels-Republik Ragusa. Um sich leichter demselben widersetzen zu können. Gerade damals lagen die Ragusaner in Streit mit dem Könige von Serbien (Rascia) Stephan Vladislav. dem Mund schenk Mirohna. serb. und wir fanden den Fürsten von Ragusa. Prijesda Sfinar. Mon.*) Als er jetzt 1240 seine alte Würde zurück gewann. Mon. dem Vojvoden Juris. . und ich kam mit meinen Magnaten. und ich der grosse Ban von Bosnien Matej Ninoslav hatte die gute Absicht und kam nach Ragusa zu meinen alten Freunden. und meine Unterthanen und meine Leute und meine Beamten sollen euch lieben und euch mit echter Treue vom Bösen bewahren" und er giebt ihnen vollkommene Freiheit des Handels in seinem Banate. Ueber diesen Besuch schreibt der Ban selbst folgendes: „Es war der Wille unseres erhabenen Herrn des Gottes Jesus Christus. 24. .**) Aber ausserdem wurde in Ragusa bei dieser Gelegenheit noch etwas verhandelt. ja am 22. März kam er sogar selbst als Gast zu seinen Freunden. Nikolaus Tonist. . Es begleitete ihn ein glänzendes Gefolge. dem Sohne Stephan Nemanjics. schlossen sie jetzt einen Bund mit dem bosnischen Bane. Zabav Prodasa. Gradislav Turbic. dem Tepöija Radonja und seinem Bruder Simeon. Slavko Poliöic.

und sein Bruder Herzog Koloman erhielt tödtliche Wunden. In einer blutigen Schlacht am Flusse Sajo (April 1241) wurde das ungarische Heer vollkommen geschlagen. transierunt per ducatum provinciae Bosenensis. destruxit Boznam. Als nämlich die Tataren im April 1242 das unterjochte und verwüstete Kroatien verliessen. apud Endlicher. . Als danach ein Jahr hindurch Ungarn und Kroatien die Beute der Tataren blieb. sich an den ungarisch-kroatischen Herrschern für ihre bisherigen Einmischungen in bosnische Angelegenheiten zu rächen. zogen sie durch Bosnien und Serbien nach Osten. 358. Mathäus Ninoslav brauchte jetzt wenigstens eine Zeit lang den ohnmächtigen König Bela nicht zu fürchten. p. 40. et inde in Bulgariam pertransivit. Eine Gelegenheit dafür bot sich ihm bald. an denen er kurz darauf starb. M. Monum."*) Wenn schon 1240 Mathäus Ninoslav in seiner alten Macht erscheint. Thomae archidiaconi Historia salonitana. vielleicht auch daran. quod eum (regem Belam) habere non posset.*) Aber trotzdem erlitt Bosnien nicht so viel Unglück. Doch bei dieser Gelegenheit ver unglückte einigermassen auch sein Banat. Videns Cadan res. cit. p. athmete Ban Ninoslav vollkommen frei auf. auf die sich die noch ungeschwächten Tatarenhorden geworfen hatten. Nach dem Einfalle der Tataren waren Ungarn und Kroatien beinahe vollkommen vernichtet. 29—30. sondern sie hat sich auch sehr oft den ungarisch-kroatischen Königen gegenüber kühl und gleich gültig gezeigt. 291. und plünderten unterwegs auch diese Länder. er konnte jetzt an aus wärtige Unternehmungen denken. wie Ungarn und Kroatien. Carmen miserabile. cap. — 102 — eure Angehörigen nicht verlassen und werde euch ver- theidigen. op. als im künftigen Jahre Ungarn ein grosses Unglück durch die wilden Tataren traf. Rogerii. regnum Rascie. p. Arpad. so wuchsen ihm doch noch mehr die Flügel. **) Igitur relinquentes C'roatiae regionem . König Bela selbst gelang es kaum lebend zu entweichen. obwohl sie diese bei jeder Gelegenheit aus *) Miklosie. I. Die Stadt Spalato in' Dalmatien hat nicht nur immer eifrig auf ihre Privilegien geachtet. Durch seinen Tod verlor Mathäus Ninoslav seinen heftigsten Widersacher.

sondern auch die Strafe König Belas. und baten alle jene um Hilfe. auf dem er seinen Verfolgern entfliehen wollte. — 103 — zeichneten und sie für jeden noch so geringen Dienst glänzend belohnten. Aber die Spalatiner waren schwächer und wurden in einer Seeschlacht von den Traguriern vollkommen ge schlagen. März 1242 verschiedene Privilegien und schenkte ihnen königliche Güter. unter anderen auch einige Ortschaften . und an der der königsfeindlichen das stolze Spalato. indem sie ihm das erbetene Schiff verweigerte. die an den Besitz der Commune Spalato grenzten. dass er keineswegs ein Freund Belas sei. und an den Fürsten von Hum Andreas. An der Spitze der königlichen Partei stand das treue Trau. September 1243 durch Vermittlung des Franzis kaners. Bei der damaligen Ohnmacht König Belas artete dieser Gränzkampf sehr bald zu einem Kriege der könig lichen und königsfeindlichen Parteien in Kroatien und Dal- matien aus. Girardo friedlich beigelegt. Der dankbare König ertheilte den gastfreundlichen Bewohnern von Trau noch am 18. da sich Spalato mehrere Orte aneignete. So wendeten sie sich an die Poljicer. ruhten sie dennoch auch dann noch nicht. von dem sie gut wussten. Die durch diesen Verlust erschreckten Spalatiner fürch teten jetzt nicht nur die Rache Traus. die sie für Feinde König Belas hielten. so dass der Krieg von neuem aus brach. die Bela der Stadt Trau geschenkt hatte. doch am meisten verliessen sie sich auf den bosnischen Ban Ninoslav. von wo er sich auf die Insel Ciovo zurückzog. Sie schauten sich darum nach Bundes genossen um. ihre bisherigen Feinde. Dieser Kampf wurde jedoch schon am 11. Obwohl durch diesen Frieden die Spalatiner mehr erhielten. und folgte mit Freuden dem .. Und sie täuschten sich nicht in ihrer Hoffnung. Der bosnische Ban hatte diese Gelegenheit kaum erwartet. Schwer beleidigt verlies Bela mit seiner Frau und seinen Kindern Spalato und ging nach Trau. Kurz nach der Rückkehr König Belas nach Ungarn entbrannte ein Kampf zwischen Spalato und Trau. Während des letzten tatarischen Kriegs beleidigte die Stadt Spalato den König Bela IV.

Vereinigt mit den Spalatinern zog er jetzt vor Trau und blieb hier zwei Wochen die Weingärten der Tragurier ver nichtend und ihre Felder verwüstend. und er kehrte nach Spalato zurück. stürmte er unter *) Time Spalatenses de suis viribus diffidentes . 364. 47. damit er sie beschütze und vertheidige sowohl gegen die Tragurier. um hier das königliche Ansehen wieder herzustellen und die untreuen Spalatiner und deren Bundes genossen zu bestrafen. qui erat Calaber natione. reliquit etiam pro civitatis tutela unum de filiis suis cum optima equitum turma. das selbst den Tataren widerstand. — 104 — Rufe der Spalatiner.*) Jetzt entbrannte erst der Kampf mit neuer Heftigkeit. cap. Endlich wurden dem Könige Bela IV. Diese gaben ihm darauf Geld aus der städtischen Casse und erwählten ihn zum Fürsten ihrer Stadt. pag. Namens Rizardo. und liess ferner zur Vertheidigung der Bürger einen seiner Söhne mit einer erwählten Reiterschaar hier und kehrte darauf nach Bosnien zurück. und da ihm die Bürger nicht Geisseln und eine grössere Geldsumme zum Zeichen ihrer Treue geben wollten. als auch gegen König Bela. Historia salon. omnia sata et culta vastantes. . der Fürst von Hum Andreas. Inde vero recedens abiit in terram suam tradita sui regiminis vice cuidam cognato suo nomine Rizardo. und auf der dem Könige feindlichen ausser Spalato die Poljicer. Hier ernannte er zu seinem Stellvertreter einen seiner Verwandten. Aber das feste Trau. Ban Ninoslav mit seinen Verwandten. Auf königlicher Seite waren ausser Trau auch die kroatischen Herren Subic. secuerunt arbores. quem advocantes. ipse autem veniens multis et fortibus constipatus viris. Dionisius kam vor Spalato. ubi per duas fere hebdomadas considentes succiderunt vineas. abiit cum Spalatensibus ad campum Traguriensem. konnte er nicht ein nehmen. Ne- lipic und Andere. Er sandte darum nach Kroatien und Dalmatien den Ban Dionisius mit einem Heere. — Thomae archid. et sumptus ei ex publico ministrantes etiam civitati in comitem praefecerunt . und endlich die Fürsten Brativoj und Vuksa. Mathäus Ninoslav sammelte jetzt sein Heer und kam nach Spalato. diese Unruhen in Kroatien und Dalmatien ferner unleidlich. de Ninoselavi bani Bossenensis potentia plurimum sunt confisi.

Fejer. Cod. 364. 47.) schlug Bela sein Lager in der Stadt Glaz an der Gränze von Usora auf. Thomae archidiac.) **) Thomae archid. qui sunt infideles regi. qui fuerunt cum Spalatensibus. Einige Tage später (19. Juli 1244 gab König Bela dem Bischofe von Bosnien eine wichtige Urkunde. welches gegen Bosnien zog. schloss sich auch König Bela selbst an. Schon in der zweiten Hälfte des Juni (15. p. nur so viel ist gewiss. dass sie ihrem rechtmässigen Herrscher treu bleiben werden. Juli 1244. (Fejer. Daniele. IV. 365. die während dieses Krieges „iuxta castrum Gallas" und „apud castrum Gallas" heraus gegeben wurden. dass er bald beendet war. f) Siehe die Urkunden König Belas. 317 und 323. cap. denn schon am 20. p. Brativoy. Juli) schloss Ban Dionisius einen Frieden zwischen Spalato und Trau. führte König Bela ein zweites Heer gegen den Ban von Bosnien. und den Poljicern. Neliptio. sondern er wagte es auch noch in Dalmatien zum Schaden der königlichen Macht zu wirken. ***) Alium exercitum misit (rex Bela) ad ulciscendum bani Bossinensis temeraria facta. — 21. und griff wahrscheinlich von hier aus den Ban Ninoslav an. IV. et aliis. 321. p. Juli 1244 die Stadt. als ein Heer unter Ban Dionisius nach Kroatien und Dalmatien zog. zum Zeichen. fuerit celebrata pax in- violabilis inter ambas partes. -f) Über den Verlauf dieses Feldzuges fehlen uns alle Daten . In diesen Frieden waren auch die An hänger beider Parteien inbegriffen ausser Ban Ninoslav. dem Fürsten von Hum Andreas. qui in eodem bello fuerunt ex parte Traguriensium et similiter ab illis. cap. Polizani. — 105 — stützt von Trau und den kroatischen Magnaten am 12. Craynico et aliis. Dem Heere. . dipl. da diese Verräther an dem Könige waren.***) Hatte doch Mathäus Ninoslav nicht nur mit einem Schlage das ganze Werk Herzog Kolomans vernichtet. um die untreuen Spalatiner zu strafen. 1. Hung. Codex diplom. Am Abende desselben Tages wurden die Spalatiner zur Übergabe gezwungen. Andrea comite Hulmae. Vulxa. exceptis Ninosclauo bano. p.**) Zur selben Zeit. 1. Christoforo . in der *) Nolumus tarnen praeterire silentio . quod a Stepco .*) Die Spalatiner mussten auch dem Bane Dionisius sechshundert Mark und sechs Jünglinge hervorragender Patrizierfamilien als Geisseln über geben. Urkunde über den Frieden vom 19. 47.

darum wollen wir sie hier. Dy acon scilicet et Bleznam. item in supa Vozcopla apud ecclesiam beati Johannis. quasdam possessiones in comitatu de Vulko. und auch die bosnischen Patarenen waren geistig nieder geschlagen. item in Mel apud ecclesiam ss. quas Nyurzlaus banus de Bozna propter diversas iniurias et dampna data eidem ecclesie dedit. Michaelis. ubi est ecclesia s. Item confirmamus ex certa scientia et'approbamus. item in supa Nerotna Bulino. item in supa Bored Belmapola (Beiina pola). ausserordentlich wichtig. hört man ein Jahr hindurch nichts über Bosnien. Petri est fundata. p. pio remedio anime nostre et regis Columani ducis totius Sclavonie . Nach 1244. .. item in supa Vidgossa Lubinchi apud ecclesiam beate Virginis. im Westen in einen Krieg mit dem österreichischen Herzog *) Diese Urkunde ist nicht nur für die kirchliche und politische Geschichte. Slav. — 106 — ihm bedeutende Vorrechte ertheilt und zugleich den Besitz seiner Kirche in Bosnien und ausser Bosnien bestätigt. .. . Aber schon im Jahre 1246. item Vrudchy. volentes expresse. sondern auch für die Topographie Bosniens in der Mitte des 13.. connivencia et consensu.*) Aus derselben Urkunde ersieht man... quod nos attendentes in Bozna hereticorum perfidiam admodum invaluisse seu pupulasse. ubi est ecclesia s. quarum nomina sunt hec: in supa Urhbosna Burdo cum omnibus suis pertinenciis . Wahrscheinlich ruhte damals Ban Ninoslav. ■ Themer. item in supa Losoua apud tres ecclesias . nachdem sich Mathäus Ninoslav mit König Bela versöhnt hatte. Jahrhunderts. . in Sou. aber wie und unter welchen Be dingungen dies geschah. tradidit et per- petuo assignavit de nostra voluntate.. item Knese- pole. ubi ipsa ecclesia cathedralis S. I. ita quod pauci invenirentur in partibus Ulis vere fidei zelatores vel cultores.. Cosme et Damiani.. mit Weglassung unwesentlicher Stellen. quod episcopus et capitulum decimas in Vozora. 297—298. Mon. im Originale veröffentlichen: „Bela dei gracia etc Ad universorum noticiam harum aerie volu- mus pervenire. item in supa Lepenicha Rocil. Stephani protomartiris. können wir nicht einmal ahnen. als sich Bela IV. et ex novo conferimus ecclesie Boznensi et episcopo possessiones in Vozora. in Olfeld et in aliis supis more aliarum ecclesiarum de Hungaria sine distinctione personarum de omnibus suis habeant et percipiant . Ceterum idem Naurzlaus banus cum fratribus suis et baroni- bus confessi sunt et recognoverunt possessiones infrascriptas ad ins et proprietatem ecclesie Boznensis pertinere. item Bulino.. dass sich Ban Ninos- lav bei dieser Gelegenheit mit König Bela wahrscheinlich vollkommen versöhnte. merid. in subsidium ecclesie Boznensi conferimus . item in comitatu Berez Pracha Byschupnia vocata" .

Der Pabst wollte sich jedoch nicht überstürzen.. in dem er ihn zum entscheidenden Kampfe gegen die Patarenen auffordert und ihn versichert. **) Theiner. Nr. Juli 1246 einen Brief an den Abt des h. August 1246 den Erzbischof von Kalocsa auf. I. 373 und 374. von nun an über Bosnien nichts ohne seinen Rath und seine Einwilligung zu bestimmen. I. Es wurde schon erwähnt. es scheint.***) Aber auch dies nützte *) Themer. schreibt schon am 30. 202. ***) Sciturus pro certo . und dem Erzbisthum von Kalocsa unter geben. wie er ferner in Bosnien mehrere Castelle zur Ver- theidigung der katholischen Kirche erbaute.*) Damit jedoch unterdessen die Patarenen in Bosnien nicht das Übergewicht gewinnen. Mon. Jänner 1247 einen Brief an König Bela. damit dieser hier die Ketzer unter drücke. und den Erzbischof von Kalocsa. und in einem anderen Schreiben vom selben Tage ertheilte er ihm das Recht. dass ihn dieser über die Sach lage genau informire. 201. Der Bischof von Bosnien Ponsa glaubte jetzt. dass sich einzig mit Hilfe des Erzbischofs von Kalocsa die katholische Religion in Bosnien erhalten und befestigen könne.**) Der Erfolg dieses zweiten Kreuzzuges ist unbekannt. und schrieb am 20. Martin in Pannonhalma. er möge das Bisthum Bosnien für ewige Zeiten vom Erzbisthum Ragusa trennen. verwickelte. Hung. einen zweiten Kreuzzug gegen Bosnien aus zurüsten. dass derselbe gar nicht ausgeführt wurde. Soli und Usora dem Erzbischofe von Kalocsa anvertraute. Diese neue Be wegung erschreckte sehr den Bischof Ponsa und er wandte sich darum um Hilfe an den Pabst Innocenz IV. wie im Jahre 1225 König Andreas II. darum bat er zugleich mit König Bela den Pabst Innocenz TV. denn der Pabst Innocenz IV. erhoben sich wieder die bosnischen Patarenen und mit ihnen Ban Ninoslav. Bosnien. Hung. — 107 — Friedrich II. Es ist auch schon bekannt. Mon. wie sich der Erz bischof von Kalocsa für den Kreuzzug zon 1234 — 1239 be mühte. quod super facto terre Bosnensis nil penitus . die den Patarenen entrissenen Länder und Güter unter eifrige Katholiken zu vertheilen. forderte er am 3.

— 108 —

nichts, und so erfüllte endlich der Pabst die Bitten des
bosnischen Bischofs und des ungarischen Episcopates und
trennte mit der Bulle vom 20. August 1247 das bosnische
Bisthum vom Erzbisthum Ragusa und untergab es der
Metropolitankirche von Kalocsa. In dieser Bulle sagt
der Pabst, er habe dies darum gethan, „weil gar keine
Hoffnung vorhanden ist, dass Bosnien gutwillig zur wahren
Religion zurückkehren werde," und er hofft, dass dies
durch die Kreuzfahrer des Erzbischoffs von Kalocsa erreicht
werden wird. Er hebt ferner die grossen Verdienste der
Kalocser Erzbischöfe um die Bekehrung der bosnischen
Patarenen hervor , und sucht damit seinen Entschluss zu
rechtfertigen.*)
Und doch beging der Pabst Innocenz IV. mit diesem
Entschlusse, verführt von dem ungarischen Episcopate, eine
grosse Ungerechtigkeit. Ban Mathäus Ninoslav war darum
auch sehr erbittert. Er sah klar ein, dass diesesmal der
Pabst überlistet wurde und dass dem ungarischen Episco
pate weniger um die Religion zu thun ist, als darum, dass
der sehnsüchtige Wunsch der ungarischen Könige, über
Bosnien mit Hilfe der römischen Kirche die Oberherrschaft
zu erlangen, in Erfüllung gehe. Ninoslav fürchtete für die
Unabhängigkeit seines Banates und wendete sich darum
selbst gerade an Pabst Innocenz. In einem eigenen Schreiben
stellt Ninoslav dem Pabste vor, dass er seit seiner Bekehrung
immer ein treuer Anhänger der römischen Kirche war, und
wenn er während der Kreuzzüge, welche der ungarische
König und Herzog Koloman gegen Bosnien führten, die

statuemmus nisi de tuo consilio et assensu. Themer, Mon. Hung. I.
pag. 203.
*) Nachdem der Pabst mit den Worten „cnm nulla spes sit, quod
ad fidem terra illa voluntarie revertatur " die Notwendigkeit betonte,
dass die bosnische Kirche der von Kalocsa untergeben werde, erzählt
er, dass sich die Erzbischöfe von Kalocsa bemühten „ad extirpationem
huiusmodi vitii, non sine magna effusione sanguinis, strage hominum et
dispendiis rerum Colocensis ecclesie", obwohl erfolglos, „quia munitiones
et castra non fuerunt ibidem ita firmata, quod possent ab aggressionibus
et obsidione defendi, terra illa in puritate fidei non potuit retineri."
Theiner, Mon. Hung. I. 204—205.

— 109 —

Hilfe der Ketzer annahm, so that er dies nur, um sein er
erbtes Banat gegen die Gewaltthätigkeiten auswärtiger
Feinde zu vertheidigen.*)
Das scharfe Auge Pabst Innocenz IV. durchschaute
jetzt gleich die Pläne König Belas und des ungarischen
Episcopates. Aus den Schreiben glaubwürdiger Männer
gewann er die Überzeugung, dass die Behauptungen und
Beschwerden Ninoslavs auf Wahrheit beruhen, und beschloss
das Geschehene nach Möglichkeit zu verbessern. Er sandte
darum am 27. März 1248 an den Erzbischof von Kalocsa
einen Brief, in dem er ihm befiehlt, sogleich von jeder
weiteren Verfolgung Ninoslavs und seiner Leute abzustehen,
da Mnoslav seine Rechtgläubigkeit bewiesen und sich bereit
erklärt habe, seine Sünde, von den Patarenen unlängst
Hilfe angenommen zu haben, zu bereuen.**) Überzeugt ,dass
die Berichte der ungarischen Bischöfe über die Patarenen
parteiisch waren, wollte der Pabst nicht mehr von diesen
benachrichtigt werden, sondern forderte am selben Tage den
ehrwürdigen Bischof von Zeng Philipp und den Vorsteher
der Franciskaner in Spalato auf, sie mögen ihm „über das
Leben, den Ruf und den Verkehr Ban Ninoslavs" be
richten.***) Zwei Tage darauf, am 29. März 1248 sandte
Pabst Innocenz an den Bischof von Zeng ein zweites

*) Der Brief Ninoslav selbst ist verloren, darum kennen wir nicKt
alle seine Beschwerden ; aber aus dem päbstlichen Schreiben an den Erz
bischof von Kalocsa entnehmen wir, was beiläufig Mnoslav schrieb. Der
Pabst sagt nämlich : „Cum sicut intelleximus, nobilis vir Ninoslaus,
banus de Bossene, a fide nequaquam deviet orthodoxa, sed
tamquam catholicus vivat sub religionis observantia christiane licet
olim necessitatis tempore ab hereticis contra suos inimi-
cos auxilium et favorem recepisse dicatur, et eidem insuper
nobili per quorundam fidedignorum litteras licet antiquas laudabile
perhibeatur testimonium super fidei suepuritate ...." Theiner,
Mon. Hung. I. p. 206,
**) Theiner, op. cit. I. p. 206.
***) Presentium vobis auctoritate in virtute obedientie districte preci-
piendo mandamus , quatenus de vita , fama et conversatione nobilis viri
Ninoslai, bani de Bossene, sollicite inquirentes, quod super hiis invene-
ritis, nobis vestris litteris fideliter intimetis. Theiner, op. cit, pap. 205
—206.

— 110 —

Schreiben, in dem er den Gebrauch der glagolitischen
Schrift und der slavischen Sprache im katho
lischen Gottesdienst erlaubt, vielleicht einsehend, dass
dies die Kroaten und anderen südlichen Slaven eher von
der Ketzerei bekehren wird, als das Schwert der unga
rischen Könige und kroatischen Herzoge.*)
Und so kam es, dass die letzte Regierungszeit Ban
Ninoslavs ruhiger und glücklicher war, als die früheren be
wegten Jahre. Im März 1249 stellte er den Ragusanern
eine Urkunde aus, in der er ihnen die alten Handelsprivi
legien bestätigt und mit ihnen einen Bund gegen den ser
bischen König Stephan Uros I. schliesst und ihnen ver
spricht, sie zu beschützen, wenn sie gegen den serbischen
König kämpfen sollten.**) An des Königs Seite waren bei
Ausstellung dieser Urkunde der Knez Ugrin, Knez Radanja,
der Kaznac (Iudex curiae?) Grdomil, Kaznac Semijun,
Vojvode Puröa, Mundschenk Grubesa und viele andere bos
nische Magnaten. Ninoslav war damals ein rechtgläubiger
Christ, denn er schwört „bei der allerheiligsten Gottesmutter,
der Jungfrau Maria, und bei dem ehrwürdigen lebens
spendenden Kreuze."
Im Jahre 1250 hört jede Nachricht über Mathäus
Ninoslav auf. Ihm gebührt die Ehre, trotz aller Miss
geschicke und Unglücke sein Banat so erhalten zu haben,
wie er es von seinen Vorfahren ererbte. Es war jetzt nur
die Frage, ob dies auch seinen Nachfolgern so gelingen
werde?

*) Kukuljevic, Jura regni Croatiae, I. 67.
**) Miklosic, Mon. serb. p. 32—34.

V.
Bosnien vom Ausgange Mathäus Ninoslavs
bis Stephan Kotromanic.

Nach Ban Prijesda fällt Bosnien 1254 unter die Oberherrschaft des
ungarisch-kroatischen Königs Bela IV. — Bosnien unter den Herzogen
Von Macva-Bosnien. — Die Herzoge und Herzoginnen von Macva-Bosnien :
Agnes (1264), Bela (1271), Elisabeth (1280—1282) und Stephan Dragutin
(1282— 1314). — Die kroatischen Fürsten aus dem Hause Subic be
herrschen seit 1298 einen Theil, und seit 1314 ganz Bosnien. — Ban
Stephan Kotroman und Stephan Kotromanic.

Die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts ist die trau
rigste Periode der älteren bosnischen Geschichte. Durch
Religionskämpfe geschwächt, durch die Erbfolgekriege der
Verwandten und Nachkommen Ban Ninoslavs zerrüttet,
konnte Bosnien den consequenten Bestrebungen des unga
risch-kroatischen Königs Bela und seines Sohnes Stephan,
dasselbe zu unterwerfen, nicht mehr widerstehen. So kam
es, dass nach kurzem aber erbittertem Kampfe Bosnien und
Hum die Oberherrschaft der ungarisch-kroatischen Könige
anerkennen mussten. Nach dem Verluste seiner vollkommenen
Selbstständigkeit folgten für Bosnien traurige Zeiten, die
so lange dauerten, bis dasselbe durch die Bane aus der
berühmten Familie Kotromanic wieder erhoben wurde.

— 112 —

Ein vorzüglicher Kenner der bosnischen Geschichte charakte-
risirt mit folgenden Worten treffend diese Periode: „In
Bosnien bemerkt man nur dann ein reges Leben in allen
öffentlichen Verhältnissen, wenn an dessen Spitze einheimische
Herrscher stehen. Aber sobald das Land ein Theil des
ungarischen Reiches wird, fällt darüber der Schleier des
Vergessens und ein Todesschlaf. So war es nach den Banen
Kulin und Mathäus Ninoslav. Im Laufe der zweiten Hälfte
des 13. Jahrhunderts werden uns in Bosnien nur die Namen
von dessen Verwaltern erwähnt, die der ungarische Hof an
die Spitze des ganzen Landes oder eines Theiles desselben
stellte. Das ganze Staats- und Kirchenleben in Bosnien ist
unter dem Einflusse des Windes, der von jenseits der Save
blies, wie abgestorben."*)
* *
*
Gleich nach dem Ausgange Ban Ninoslavs entstanden
zwischen seinen zahlreichen Verwandten und Nachkommen
Zwistigkeiten des Thrones wegen. Diese Kämpfe wurden
noch mehr durch den gegenseitigen Hass der Patarenen
und der Katholiken geschürt. **) Anfangs scheint es einem
Verwandten Ban Ninoslavs, Prijesda, gelungen zu sein,
den Banalthron zu besteigen. Prijesda gehörte schon 1233
sammt seinem Sohne der römischen Kirche an und darum
erfreute er sich auch jetzt der Unterstützung König Belas
gegen seine Nebenbuhler. Bela schenkte sogar dem Bane
Prijesda die ganze Zupa Novaki in der Gegend von Gornji-
Miholjac im heutigen Slavonien. ***) Aber der Katholik
Prijesda, der noch dazu ein Anhänger Belas war, konnte
sich nicht lange auf dem Throne Bosniens erhalten, und so
brachen wieder die Kämpfe um die Thronfolge aus, in die
sich auch König Bela hineinmischte, j) Diese Kämpfe endigten
*) Racki, Fr., Bogomili i Patareni, Rad jugosl. akad. VIII. pag. 167.
**) Über diese ganze Periode (1250 —1322) vergleiche meine Ab
handlung: Bosna od zadnjih dana bana Mateja Ninoslava do Stjepana
Kotromanica (Obzor. 1880, Nr. 112—113).
***) In einer Urkunde vom 30. März 1255 schreibt König Bela: „Et
licet totum supanatum de Nouak fideli nostro Prezde bano contule-
rimus . . ." Tkalcic, Mon. hist. episc. Zagrab I. 1. 103— 104.
+) In einem Schreiben vom 11. November 1254 klagt Bela IV. dem

— 113 —

endlich im Jahre 1254 damit, dass Bela zu Ende dieses
Jahres nicht nur Bosnien, sondern auch das Land Hum
seiner Oberherrschaft unterwarf und so seinen und seiner
Vorfahren längst gehegten Wunsch in Erfüllung brachte.*)
Nachdem sich Bela das umfangreiche bosnische Banat
unterwarf, theilte er es in zwei Hälften. Er trennte näm
lich die Gebiete Usora und Soli von dem obern oder eigent
lichen Bosnien und Dolnji-kraji und bildete davon ein eigenes
Banat. Er gedachte durch diese Theilung Bosnien dauernd
mit seinem Reiche zu verbinden. Im eigentlichen Bosnien
(und den Dolnji-kraji) liess er auch ferner einheimische Bane,
vielleicht Nachkommen Kulins und Ninoslavs; während er
an die Spitze des neuen Banates Usora und Soli grössten-
theils ungarische Magnaten stellte, die ihm verlässlicher er
schienen, als die bosnischen Herren.
Aher Bela IV. hielt auch dadurch seinen Besitz in
Bosnien noch nicht völlig gesichert. Kurz vorher hatte er
an der südlichen Gränze seines Staates noch ein neues Banat
begründet, das später nach der gleichnamigen Stadt Maöva
genannt wurde. Dieses Banat Maöva**) lag östlich von Usora
und Soli im heutigen Nord-Serbien , zwischen den Flüssen
Drina, Save, Donau und Morava, und umfasste hauptsäch
lich das Flussgebiet des Flusses Kolubara. Es wurde aus
Ländern gebildet, die schon unter Bela III. an die ungarische
Krone fielen, und hatte jetzt sowohl als Bollwerk Ungarns
gegen Serben und Bulgaren, als auch als Ausgangspunkt

Pabste Innocenz IV., dass sein Reich von allen Seiten von Feinden um
geben sei, und indem er die benachbarten Völker aufzählt, setzt er hin
zu: „Bulgarorum et Boznensium hereticorum a parte meridiei, contra
quos etiam ad presens per nostrum exercitum dimicamur . . .
Theiner, Mon. Hung. I. p. 230.
*) In einer Urkunde vom 22. Mai 1254 nennt sich der Zupan Ka-
doslav von Hum selbst : „Ich Radoslav bin ein treuer Lehensmann des
Herrn Königs von Ungarn" („a ja zupan' Radoslav' jesm' vSr'n' klet'
venik' gospodinu kralju ug'r'skomu . . ." Mikl., Mon. serb. I. p. 44).
**) Über Umfang und Geschichte Maöva's siehe: Engel, Geschichte
von Serwien und Bosnien, p. 227 und 370; Mijatovic, Gjuragj Bran-
kovic (Otaöbina, 1875. Februar, p. 180— 189); Novakovic, St., Srpske
oblasti, p. 117—119.
Geschichte Bosnieiis. 8

— 114 —

der Kriege gegen die Südslaven zu dienen. Da also Maöva
ein so wichtiges Gebiet war, vertraute es Bela keinem seiner
Magnaten an, sondern seinem Schwiegersohne Rastislav,
gewesenem Herzoge von Galizien und seit 1247 Ban von
ganz Slavonien.*) Nach dem Tode des Herzogs und Bans
Rastislav (1263) schuf König Bela, einestheils um dessen
Wittwe Agnes zu versorgen, anderentheils um das kaum er
worbene Bosnien seinem Reiche zu sichern, aus dem Banate
Maöva, ferner aus Usora und Soli ein Herzogthum, das er
seiner Tochter Agnes und deren Söhnen anvertraute. Zu
diesem Herzogthume gehörte eine Zeit lang auch Syrmien
und Braniöevo. In Maöva und Usora blieben auch ferner
Bane, aber dieselben waren gleich jenen von Ober-Bosnien
der Herzogin Agnes und ihren Nachfolgern unterthan.
Prinzessin Agnes wird das erstemal im Jahre 1264 als
Herzogin von Bosnien-Macva genannt.**) Nebst Maöva und
Bosnien besass sie auch viele Güter in Ungarn, die ihr ihr
Bruder Stephan, Thronerbe (rex iunior) von Ungarn, entreissen
wollte; doch durch die Vermittlung ihres Vaters Bela und
des Pabstes Urban rV gab Stephan sein Vorhaben auf.
Der Herzogin Agnes, von der uns unbekannt ist, wie lange
sie herrschte, folgte in der Herzogswürde ihr Sohn Bela,
nachdem dessen älterer Bruder Michael schon im Jahre 1268
starb. Bela heisst Herzog von Maöva-Bosnien zuerst im
Jahre 1271,***) und er beherrschte diese Länder bis zu seinem,
*) Rastislav oder Ratislav hatte zur Gemahlin Agnes (oder Anna?),
die Tochter Bela's IV. Im Jahre 1245 war er noch „dux Galiciae"
(Fejer, Codex dipl. IV. 1, p. 396) ; im Jahre 1247 Ban von ganz Sla
vonien (Ratislao illustri duce Gallicie et bano totius Sclavonie, Fejer,
Codex diplom. IV. 1 p. 454); und in den Jahren 1254 bis 1255 nennt
er sich schon „dominus de Machou" (Fejer, Codex dipl. IV, 2. p. 218
und 314).
**) In den Briefen Pabst Urbans IV. vom 15. und 16. Juli 1264
heisst Agnes: „Agna vidua, ducissa Gallitie ac de Bosna et Mazo
domina." Theiner, Mon. Hung. I. p. 273—276; — Fejer, Codex
dipl. IV, 3 pag. 210—236.
***) Als am 7. Juli 1271 der ungarisch-kroatische König Stephan V.,
welcher seinem Vater Bela IV. im Jahre 1270 auf dem Throne folgte,
mit dem Böhmen-König Ottokar II. einen Frieden schloss, dehnte er
diesen Frieden auch auf seinen Neffen Bela, Herzog von Macva-Bosnien aus :

— 115 —

Ende 1272 durch Heinrich von Güssingen's Mörderhand er
folgten Tode.
Nach dem Tode Herzog Bela's, mit dem der Mannes
stamm Rastislavs ausstarb, liess der neue ungarisch-kroatische
König Ladislaus IV. der Kumanier bis 1280 die Herzogs-
würde von Bosnien-Maöva unbesetzt. Während dieser Zeit
von 1272 bis 1279 erscheinen nur Bane für jedes Banat
separat oder für alle zugleich. Diese letzteren waren wahr
scheinlich die Stellvertreter der Herzoge und übten deren
ganze Gewalt aus, jedoch ohne den Herzogstitel.
Schon in den ersten Tagen des Dezembers 1272 finden
wir in Bosnien und Maöva folgende Bane: der ungarische
Palatin Roland war Ban von Maöva, Stephan war Ban
des eigentlichen Bosnien, und Heinrich Ban von Usora
und Soli.*) Diese Bane verblieben bis Ende März des
künftigen Jahres 1273;**) nach dem März 1273 wurde
Heinrich Ban von ganz Slavonien, und das Banat von Usora
und Soli erhielt zuerst ein gewisser Jan und später Jernej,
während im eigentlichen Bosnien auch ferner der erwähnte
Stephan die Banuswürde bekleidete. Zur selben Zeit
wurde statt des Palatins Roland ein gewisser Ivan zum Bane
von Maöva ernannt.***)
Nach dem 12. Mai 1273 werden in den Urkunden
nicht mehr Bane der einzelnen Banate genannt, sondern bis
zum Ende dieses Jahres kommt allein Egydius als Ban
von Maöva und Bosnien vor.j) Wahrscheinlich hatte dieser

„Item predicte ordinationi et paci includi voluinus .. . Belam ducein
de Machow et de Bosna, fratrem nostrum, Urossium regem Servie,
et Stephanum (Dragutin) filium eius, ramorem regem Servie, gener em
nostrum, Swetizlaum imperatorem Bulgarorum . . . ." Themer, Mon.
Hung. I. pag. 303.
*) „Bolando palatino, bano de Macho, Stephano bano deBozna,
Henrico bano de Wozora et de So . . ." Fejer, Cod. dipl. V, 2 p.
57. — Wenczel, Cod. diplom. Arpadianus I. p. 5.
**) Fejer, Cod. dipl. V. 2 pag. 72, 75, 78, 86, 120; VI. 2 pag. 398;
VII. 5. pag. 381. — Wenczel, Cod. dipl. I. pag. 11, 16.
***) Fejer, Codex dipl. V. 2. pag. 82, 85.
f) „Aegidio bano de Macho et de Bozna." — Fejer, Codex dipl.
V. 2. pag. 88, 94, 98, 102, 103, 106, 127, 130; VII. 3. pag. 80; VII.
8*

r

— 116 —

dieselbe Macht, wie einst die Herzoge und Herzoginnen von
MacVa-Bosnien. Im Jahre 1274 wird Egydius nicht mehr
als Ban von Maöva-Bosnien erwähnt, und in Bosnien ent
standen grosse Wirren, wie in dem benachbarten Ungarn.
Hier regierte nämlich Ladislaus IV. der Kumanier, der das
Christenthum verwerfend sich den Kumaniern anschloss
und in deren Kreise ein wüstes und ausschweifendes Leben
führte. Um die Regierung kümmerte er sich nicht im ge
ringsten und überliess dieselbe vollkommen seiner Mutter
Elisabeth. Die Lüderlichheit des jungen Königs, die schlechte
Frauenherrschaft und dazu noch der Krieg mit dem Böhmen-
König Ottokar II. stürzten Ungarn in grosses Unglück.
Damit der Staat nicht vollkommen untergehe, erhob sich
1279 das ungarische Episcopat gegen König Ladislaus und
seine Mutter Elisabeth, verklagte dieselben bei der römischen
Curie und bat hier um Abhilfe. Der Pabst sandte darauf
seinen Nuntius Philipp, Bischof von Fermo, nach Ungarn,
der schon am 25. Juni 1279 König Ladislaus zu dem Ver
sprechen zwang, nicht mehr mit den Kumaniern zu ver
kehren und als guter Christ zu leben.
Sobald Ladislaus IV. auf den besseren Weg zurück
kehrte, wandte er sein Augenmerk auf die südlich von
seinem Reiche gelegenen Länder und Staaten, besonders
auf Bosnien, wo sich in letzterer Zeit die Patarenische Secte
wieder verbreitete und sogar die Comitate Pozega und
Vukovo überschwemmte. Um die Patarenen zu unter
drücken und zugleich um sein gesunkenes Ansehen wieder
zu erheben, vertraute er im Jahre 1279 die Regierung von
Maöva und Bosnien dem Bane von Severin Ugrin an,*)
wahrscheinlich mit denselben Rechten und Vollmachten, die
im Jahre 1273 Ban Egydius hatte. Doch schon im künftigen
Jahre ernannte Ladislaus seine Mutter Elisabeth zur Her
zogin von Macva-Bosnien.

5. pag. 383; — Wenczel, Codex diplom. Arpad. I, p. 16, 22, 34; —
Tkalöic, Mon. hist. episc. Zag. I. 169.
*) „Banus et dominus de Macho et de Bozna." — Ljubic, Opis
jugosl. novaca, p. 189; — Racki, Fr., Bogomili i patareni (Rad VII.
p. 167, nota 1).

de Macho et de Bozna" in einer Urkunde v. sie werde „in ducatibus de Machou et de Wazna et in comitatibus de Posega et de Wolkou ceterisque comitatibus nostre iurisdictioni subiectis" verfolgen „hereticam pravitatem" und verbreiten „fidem catholicam. jedoch im Jahre 1282 zwang ihn sein jüngerer Bruder Stephan Uros IL Milutin.. p. ***) „Elyzabeth. in ihrem ausgedehnten Herzogthume jede Spur der Ketzerei auszurotten und den katholischen Glauben zu befestigen. Ihre Hauptaufgabe war.**) Elisabeth war noch im Jahre 1282 Herzogin von Maöva-Bosnien : ***) aber noch im selben Jahre ernannte Ladislaus zum Herzoge dieser Länder seinen Schwager.Bosnien anvertraute. Fejer. und Schwester Ladislaus IV. und wahrscheinlich auch Syrmien. Nebst Bosnien und Maöva verwaltete sie auch die Comitate Vukovo und Pozega. 128. Stephan Dragutin. 3 p. . der Sohn Stephan Uros' I. 348. versprach die Ketzer zu verfolgen „et specialiter de ducatu nostro et dioecesi Boznensi. demselben den Thron seiner Vorfahren abzutreten. — 117 — Königin Elisabeth war Herzogin von Macva-Bosnien in den Jahren 1280 bis 1282. wandte er sich an seinen Schwager. der ihm die Verwaltung des Herzogthums Maöva. „maior regina Hungarie. Mon. August 1280 musste sie dem Bischof von Fermo Philipp. cit. I. **) Ladislaus IV. die Tochter des ungarisch-kroatischen Königs Stephan V." The in er. geheirathet. *) Elisabeth. feierlich versprechen. *) Dasselbe Versprechen musste bei dieser Gelegenheit auch ihr Sohn Ladislaus thun. Der Krone beraubt. ducissa de Machou et de Wazna" versprach dem Legaten Philipp. p. in den ihr unterthanen Ländern Bosnien und Macva die Ketzerei auszurotten und die katholische Religion zu verbreiten. des Kumaniers. den ungarisch-kroa tischen König Ladislaus IV. IV.-j-) Nach dem Tode seines Vaters regierte er einige Jahre (1277— 1282) das serbische Reich. Codex diplom. 1282. Hung. den serbischen Exkönig Stephan Dragutin. Der Exkönig Stephan Dragutin regierte nicht nur Bosnien und Macva. op." Theiner. f) Siehe Anmerkung ***) Seite 114. Nuntius des Pabstes Nikolaus III. Schon am 19. .. dei gratia maior regina Hungarie. ducissa totius Sclavonie. hatte schon vor dem Jahre 1271 Katharina. 348.

***) Das päbstliche Schreiben hatte wenigstens einen theilweisen Er folg. die schon durch ihre Abstammung zur römischen Kirche hinneigte. März 1291 sowohl ihn als auch seine Länder in den Schutz des heil. verfolgte er dennoch die Bogomilen in seinem Herzogthume. pag. Mon. um dem Pabste mitzutheilen . ff) Sane cum tu . I. Pabst Nikolaus IV. und schrieb ihr am 8. dass in Bosnien viele Ketzer seien. 375. pag. Die serbischen Quellen berichten ausdrücklich „er habe viele Ketzer zum christlichen Glauben bekehrt und getauft. op. August 1288 einen Brief. cit.f) Wenn schon Stephan Dragutin noch als Anhänger der griechisch-orienta lischen Kirche gegen die Partarenen eiferte. . Petrus. — 118 — sondern auch Braniöevo."**) Seinen Eifer in der Verfolgung der Patarenen schürte die römische Curie. . indem Stephan Dragutin wirklich die katholische Re ligion annahm. p. p. ***) Theiner. und denselben zu bitten. 359—360. II. op. . . in dem er sie auffordert. Die Handelsstrassen. als auch seinen Bruder Uros II. so wurde er jetzt als Katholik ihr noch grimmigerer Gegner.-j"j-) Der Papst erfüllte diese Bitte am 23. Nesto o Bosni. op. Königin Helene . 243—244). . . Der dadurch erfreute Pabst nahm mittels seines Schreibens vom 15. p. cit. Milutin für die katholische Kirche zu gewinnen. Belgrad und Syrmien.*) Aus seiner langen Regierungszeit sind uns nur seine Thaten auf religiösem Gebiete bekannt. 35. ihre Söhne zur „religiösen Einigkeit" zu bewegen. p. **) Ruvarac. wendete sich zu diesem Zwecke an die damals noch lebende Mutter der Beiden . und zwar 1282 — 1314. Hung. 243. — Jirecek. cit. dabarskoj i dabrobosanskoj episkopiji i o srpskim manastirima u Bosni (Godisnjica Nikole Cupica. Ilarion. Obwohl Anfangs ein Anhänger der griechisch-orientalischen Kirche. supplicandum. . Er sandte sogar den Erzbischof von Antivari Marinus nach Rom. März 1291 *) Kuvarac. duxeris . quod cum in partibus Bosne tue ditioni subiectis sint quam plurimi heretiea pravitate infecti . Theiner. er möge zur Bekehrung der Pa tarenen der Landessprache mächtige Missionäre nach Bosnien senden. 377. f) Theiner. und sie versuchte es um das Jahr 1288 sowohl ihn.

Ueber die Herkunft und Regierung dieses Banes wurden bisher viele Hypothesen aufgestellt. p. II. Stephan Kotro man habe schon 1268 über Bosnien geherrscht. der Begründer des berühmten Hauses Kotromanic. dass Kotroman ein Verwandter der Grafen von Ortenburg in Kärnthen war. 378. op. p. 66). die nach der Volkssage ein bosnischer Ritter Kostromanovic erbaute. — Den Namen Kotroman selbst finden wir schon viel früher in kroatischen und serbischen Quellen. pag. von Ortenburg „quarto gradu consanguinitatis" verwandt. 226. 198). Politische Geschichte des Königreichs Bosnien. nachdem er den Widerstand des bosnischen Volkes nach dem Tode Mathaeus Mnoslavs besiegt hatte. Mon. unter den Zeugen ein gewisser Kotroman angeführt: „in presentia co- mitum Martini spalatensis. et Cotromani" (Kukuljevic. 135. merid. Mon serb. zwei fähige Mönche zu diesem Zwecke nach Bosnien zu senden. Jahrhunderts erwähnt werden. Slay. — 119 — und befahl dem Vorsteher des Franciscanerordens der Pro vinz Slavonien. **) Schimek. . gewöhn lich wird angenommen es sei ein deutscher Ritter ge wesen. die in der zweiten Hälfte des 13. ***) Sein Sohn Stephan Kotromanic war der Tochter des Grafen Mein- hard I.kroatischen Königs Stephan III. — In einer Urkunde Fürst Lazars vom Jahre 1381 wird ein „Stein des Kotroman" als Gränze des Dorfes Du- bica angegeben (Miklosic. — Engel. und führen zum Beweise die Urkunde an. oder Bosnien-Maövas .**) Die Quellen schweigen übrigens darüber und berichten uns nur. die er angeblich dem Ra *) Theiner. der zum erstenmale im Jahre 1272 neben dem Bane von Usora Heinrich und dem von Maöva Roland ge nannt wird. p. Geschichte von Serwien und Bosnien. Es ist dies der Ban Stephan Kotroman. V. Codex dipl. 205. Theiner. cit. welches später durch anderthalb Jahrhunderte Bosnien Bane und Könige gab. müssen wir den Ban des eigentlichen oder Ober-Bosniens Stephan hervorheben. Im Jahre 1163 wird in einer Urkunde des ungarisch . Arkiv za poviest jugosi.*) Von den zahlreichen Banen und Verwaltern entweder nur Bosniens. — Im Broder Bezirke in Slavonien sieht man noch heute zwischen den Dörfern Babinagreda und Krusevica die Ruinen einer Burg Kostroman (Kotroman). pag. 59. I. et Gregorii Sclouinie filii .***) Viele Schriftsteller glauben ferner. den König Bela nach Bosnien brachte.

— Brizda = Prijesda war vielleicht Bau von Usora und Soli. vermählte. I.**) Wie sein Schwiegervater. August 1292 bestätigte der König von Sicilien Karl II.*) Diese Urkunde ist jedoch unzweifelhaft ein viel späteres Falsificat." Theiner. Ungarn und Kroatien durch tobten. als Stephan Kotroman sich mit Elisabeth. in welchem die kroatischen Bane zu den kroatischen Herzogen. Bosna. Mon. im Jahre 1290 seinen Legat Benvenuto. y enrperadores del reyno de Ungria. — 120 — divoj Grguric und dessen Sohne Ohmuöina. Croacia. Servia. der Tochter Stephan Dragu- tins. Schon am 19. die „seinen Staat vertheidigten und seine Herrschaft begründeten" aus stellte. als auch Andreas IH. so war auch Kotroman ein eifriger Gegner der Patarenen. Neapoli 1653. J. 69-70.***) Während der Erbfolgekriege. Später in den Jahren 1280 bis 1282 wurde er von der Königin und Herzogin von Maöva-Bosnien Elisabeth abhängig. Dieses Verhältniss wurde besonders vertraulich. Um diese Zeit verwaltete er Ober-Bosnien und Dolnji-kraji unter der Oberherrschaft der ungarisch-kroatischen Könige. p. und zuletzt war er dem serbischen Exkönige Stephan Dragutin unmittelbar unter- than. pag. kamen der kroatische Banus Paul Subic und seine Brüder zu grosser Macht. Er stand zu Dragutin in demselben Verhältnisse. *) Diese falsche Urkunde ist mit cyrilischen Lettern in folgendem spanischen Buche gedruckt: Privilegien concedidos par los sefiores reyes. ***) „Nobilibus viris Stephano et Brisde banis Bosne. Inosav und Vladislav. die Schenkungsurkunde seines Sohnes Karl Martell. 364. Safarik: Pamätky dfevniho pismenictvi Jihoslovanuv. . darum empfahl ihm auch Papst Nikolaus IV. Sowohl Karl Martell und später dessen Sohn Karl Robert einerseits. Hung. **) P. Dalmacia y Macedonia a los condes de Tuhegl de la casa y linaje Ohmuchieuich- Gargurich. Die erste sichere Nachricht über Stephan Kotroman Snden wir erst Ende 1272. andererseits buhlten um ihre Freundschaft und Hilfe. die ihm später drei Söhne gebar: Stephan. die nach dem gewalt samen Tode Ladislaus IV.

VII. d. p. Aber Ban Paul blieb Karl Martell und später dessen Sohne Karl Robert treu. Merid. I. der Gross vater des später berühmten Vojvoden und Herzogs Hrvoja Vuköie. Der dank bare Karl II. und Herr von Bosnien. **) . um diesen für seine Partei zu gewinnen. dem Paul Subic das Banat des Küstenlandes. ***) Das slavische „knez" entspricht dem lateinischen „comes" in dessen mittelalterlicher Bedeutung. jugosl. Um das Jahr 1298 gelang es ihm sogar. auch die Herrschaft über Bosnien zu erlangen. schenkte darum auch am 14.. es bedeutet einen mächtigeren Magnaten." t) Karl II. quae Hrivatinus comes nee non filii et fratres eius. und gewann durch die Gnade dieser Herrscher derart an Macht. 190.. April 1299 nennt sich Paul zum ersten Male „Ban von Kroatien und Dalmatien. Heute bedeutet . ist uns unbekannt.Paulus bairas Croatie. 19. — 121 — womit dieser dem kroatischen Bane Paul Subic für seine treuen Dienste die Zupa Pset an der bosnischen Gränze verlieh. Slav. p. von Neapel sagt in seiner Urkunde vom 14. nee non grata. nobis . h. Nachdem Paul Subic die Herrschaft über Bosnien erlangt hatte. Juli 1299: „Sane attendentes fidei puritatem. er habe nach Besiegung Stephan Kotromans Ober-Bosnien und Dolnji-Kraji der Oberherrschaft des Exkönigs Stephan Dragutin entrissen. ob mit Gewalt oder durch Güte. agitirte. wahr scheinlich jedoch ist es."j") *) Arkiv za povjest." Ljubic.Knez": „Fürst. comitum civitatum Dalmacie. Knez Hrvatin war ein Verwandter Paul Subic's und gleich der Familie Öubic ein Anhänger des Hauses Anjou. In einer Urkunde vom 7. indem er mit allen Mitteln für den Sohn und Enkel des neapolitanischen Königs Karl II. Mon."**) Wie Paul Subic die Herrschaft über Bosnien erlangte. dass ihm in ganz Kroatien und Dalmatien nie mand gleichstand.*) Gleich im folgenden Jahre 1293 verlieh König Andreas III. dilecti fideles nostri. Juli 1299 dem Hrvatin und seinem Geschlechte die bosnischen Dolnji-Kraji für ewige Zeiten. fratrum. consanguinei et cognati virorum nobilium Pauli. erscheint in den bosnischen Dolnjikraji Knez***) Hrvatin. Dalmatie et dominus Bosne. utilia et aeeepta ser- vicia. bani Croatorum nee non Gregorii et Mladini.

der Sohn Stephan Kotromans und Bruder des damaligen Bans Stephan Kotromanic. dem er auch den Titel eines Bans von Bosnien verlieh. Slav. Slav. et praestare poterint in futurum. I. . Schon am ll. 491). und 1320'nennt sich Mladen selbst „Croatorum et Bosine banus" (Ljubic. M laden Subic regierte als Ban in Bosnien bei zwanzig Jahre(1302— 1322)**). quas ipsi tenent et possident... mer. Zu dieser Zeit versöhnte er sich mit dem einstigen Bane von Bosnien Stephan Kotröman. — 122 — Paul Subic behielt den Titel „Herr von Bosnien" bis zu seinem Tode bei*). di Trau." Kukuljevie. I. 490.) **) Im Jahre 1311 schreibt Paul Subic an die Venetianer: „meum primogenitum banum Maladinum banum Bosnensium misi cum po- tentia. 234.. Jura I. 139). . — „Paulus banus Chroa- torum et dominus Bosne1' in einem Schreiben von 1311. „in seiner ganzen Herrschaft in Kroatien und Bosnien" Handel zu treiben. op." (Ljubic. Iura regni I. .. Verwaltern." Rad jugosl akad. pag. p. in prosecutione canse nostre de regno Ungarie prestiterunt hactenus. Mon." Lucio. da er jedoch durch seine riesige Thätigkeit verhindert war. . valeant et possint . praesentes antiquo sigillo feeimus sigillari.***) Im Jahre 1312 starb Paul Subic und der bosnische Ban Mladen erbte nun des Vaters riesige Macht in Kroatien und Dalmatien. . klagten die Bewohner von Trau über ihren Bischof: „che pure il Vescovo era stato in persona a Chlissa per sposar Elena figliola del Conte Giorgio con Vladislavo fratello del pre- detto Bano di Bosna. übergab er dasselbe seinem erstgeborenen Sohne Mladen. Mon. vendere . f) Als sich später um 1338 Vladislav. mit Helena. die Spalatiner Kaufleute in ihrem Handel nicht zu stören. p. dictis Hrivatino. Bosnien selbst zu verwalten. 139. (Ljubic. cit. ch' era congiunta in terzo e quarto grado. und zugleich befahl er allen Zupanen. partes inferiores terrae Bozinensis. der Tochter Georg Subie's. praestant ad praesens. . quod omnes mercatores Spalatenses. significamus . 222. ***) Inder betreffenden Urkunde lesen wir: „Nos Mladinus. vermählte. ja er wurde sogar dessen Verwandter j). Banus Boznensis . I. pag.Junil302ertheilte er den Bürgern Spalatos ein Privilegium. XVIII. per universum dominium nostrum Chroatiae et Boznae emere. et quia sigillum nostrum banale nondum erat pa- ratum. 305). *) „Paulus banus Croatorum et dominus Bosnae" in einer Urkunde von 1307 (Kukuljevie. Beamten und Strassen- wächtern in Kroatien und Bosnien. mer. . Memor. filiis et fratribus eius confirmamus. senza dispensa Apostolica.

und auch die Oberherrschaft über Bosnien. f) Der Pabst schrieb an Stephan folgendermassen : „Peticio siquidem .9 wollte sich der junge Stephan Kotromanic verheirathen. 41). er eroberte nämlich nach dem Tode Stephan Dragutins das Banat Usora und Soli. Da er ein so grosses Gebiet nicht selbst regieren konnte. Doch dieses Mädchen war ihm nahe verwandt und es bedurfte zu einer Heirath mit ihr der päbstlichen Dispens. indem er den jungen Stephan bei jeder Ge legenheit unterstützte. Slav. **) „Maladinus secundus. Mon. mer. I." Theiner. und erklärte dem Pabste. Infolge dieser Bitte Ban Mladens erlaubte Pabst Johannes XXH. Um das Jahr 131. p. p. Slav. dem ältesten Sohne Stephan Kotromans. I. Zu diesem Zweck wendete sich Ban Mladen an den päbstlichen Hof. Ljubic. Inosav und Vladislav. Chroatorum et totius Bosne banus" in einer Urkunde vom 28.f) Derselbe Pabst schrieb *) Im Jahre 1319 schreibt der Pabst seinem Sohne Stephan: „nato quondam Stephani bani Bossnensis. — 123 — und nach dessen Tode*) der Vormund seiner unmündigen Söhne: Stephan. weil mit Hilfe der mächtigen Grafen von Ortenburg Stephan Kotromanic mit besserem Resultate gegen die patarenischen Ketzer vorgehen könnte. ***) Den 6.***) Er behielt jedoch für sich den Titel eines Bans von Bosnien bei.. Im Jahre 1314 wurde Mladen noch mächtiger.**) Im Jahre 1314 stand Mladen Subic am Höhepunkte seiner Macht und seines Euhmes. Grafen von Orten- burg in Kärnthen. Nach Bastic starb Stephan Kotroman 1313. Ragusina I. Juli 1319. 135. p. die er übrigens auch bisher eifrig verfolgte. so vertraute er Bosnien seinem jungen Mündling Stephan Kotromanic. in seinem Schreiben vom 18. Mon. April 1314 beschloss der kleine Rath von Ragusa: „quod per commune inveniantur domus pro stacione bani" (Mon. wie nützlich diese Heirath wäre. und er erwählte sich zur Braut die Tochter Meinhard I. wo die Subice noch aus der Zeit der Erbfolgekriege gut angeschrieben waren. und nannte sich von nun an Ban der Kroaten und ganz Bosniens. März 1314. Seine Herrschaft reichte von der Sava bis zur Neretva und von der Drina bis zum adriatischen Meere. dass Stephan seine Verwandte heirathe. an. 274. Ragusa erwartete also damals den neuen bosnischen Ban.

Seine grosse Macht war nicht nur vielen kroatischen und bosnischen Herrn. Mladen sandte seinen Bruder Georg zu König Karl Robert. filii Michovilovich de Clivuna .. Von seinen Gegnern sind besonders hervorzuheben sein eigener Bruder Paul. quod tu fervore fidei et devotionis accensus ad exterminium pravitatis heretice. dilocti filii Mladini bani nobis exhibita continebat. 463. — Vgl. 458. nate Nobilis Menhardi Comitis de Orthenborch.. 377). . 395. 17 (Lucii de regno Dalin. cap. Verum quia dicta Nobilis est tibi quarto gradu eonsanguinitatis coniuncta . — 124 — am 18. pag. **) GegnerMladens waren : „filii Curiacii. verbanden sich mit den Herrn Babonic.. desideras dilecte in Christo filie Nobili mulieri . I. .**) Diese Gegner verschworen sich. et . cuius potenciam et suorum utpote ma- gnatum partium predictarum ad hoc tibi asseris plurimum oportunam. *) Der Pabst beschreibt „Maladino Chroatorum et Bosne Comiti. um von ihm Hilfe zu erbitten. . 135. und drängten Mladen bis Bliska. . und als ihnen dies nicht gelang. merid. Diesen schloss sich end lich auch der bosnische Ban Stephan Kotromanic mit seinen Brüdern und vielen bosnischen Magnaten an. Slav. die Kneze Mihovilic aus Livno und Andere. sondern auch dem Könige Karl Robert selbst ein Dorn im Auge. aspiras. Mladen zu ermorden. Doch da überfiel ihn der Ban von Slavonien.*) Mladen Subic hatte auch wirklich zahlreiche Feinde und Gegner. Mon. um mit ihnen seinen Gegnern zu widerstehen. die Ketzer zu vernichten. denn nur dann werde er über seine Gegner siegen." Michae Madii historia. 403. Ivan Babonic. clericalis ordo sit extirpatus radi- citus . . . Hung. .. . I. Mon." Theiner. dann die Kneze von Corbavia Kurjakovic. quod terra Bosnensis eiusque patria hereticorum ob rectorum negligentiam longo tempore ibidem degentium tanta sit infidelitas labe polluta. que in Bosnensi patria a multo iam tempore dampnabiliter pululavit. wenn er die Feinde des Kreuzes aus seinen Ländern vertreibt. filii Stephanich de Bosna. und er selbst sammelte um sich die Bewohner von Poljica und die Vlahen." Theiner. 456. Juli 1319 auch an Mladen Subic einen Brief. matrimonialiter copulari. in dem er ihm die traurige Lage der katholischen Kirche schildert und ihn auffordert. p. auch pag. quod ibi desolentur ecclesie. alias dicto bano" die Lage der katholischen Kirche in Bosnien so „Sepe namque non absque gravi turbacione mentis relatione fide digna percepimus. sammelten sie 1322 ein grosses Heer..

und in Bosnien blieb Stephan Kotromanic. von wo Mladen nie mehr zurückkehrte. Er empfing ihn zwar freundlich. Doch Karl Robert kannte keine Pflicht der Dankbarkeit. Mladen selbst floh zuerst nach Poljica. und schloss sich dann in seine feste Burg Clissa ein. Er hoffte der König werde sich der grossen Verdienste seines Vaters erinnern. Erst als sein Bruder Georg mit der Nachricht zurückkehrte. befreit von seinem Vormund und Herrn Mladen Subic. Ban von Kroatien wurde der bisherige Ban Slavoniens Ivan Babonic . und von hier nach Ungarn. wo er fünfzehn Tage auf die Ankunft König Karl Roberts wartete. . ging Mladen mit grossen Geschenken dem Könige entgegen. liess ihn jedoch nicht mehr frei. Karl Robert habe bei Knin sein Lager aufgeschlagen. sondern nahm ihn gefangen nach Agram mit. — 125 — und vernichtete sein Heer bei Bliska. und ihm gnädig und hilfreich sein.

— Stephan Nemanja trachtet nach dem Besitze Hums. 1190). Jahrhunderts unter Michael ViSsevic. — Das Schicksal Hums in der zweiten Hälfte des 13. Hum oder Zahumlje ist das Mutterland des Gebietes. Andreas (1244. 33 pag. Jahrhundert. und 1019 fällt es an das byzantinische Kaiser- thum. der zu Anfang des 10. Der erste bekannte Herrscher des Landes Hum ist Michael Visevic (912 — 926). er sei der Sohn des Fürsten Visevic ge wesen. VI. — Hum vereinigt mit dem Königreich Dioclea (1050—1150). Peter (1224). welches seit 1448 das „Land des Herzogs" oder „Herze- govina" heisst. 1249). Jahrhunderts Zahumje regierte und in der uralten Feste Blagaj residirte. Das Land Hum bis zum XIV. ein Zeitgenosse des kroa tischen Königs Tomislav und des bulgarischen Kaisers Simeon. cap. und Anfangs des 13. — Die Fürsten von Hum zu Ende des 12. Jahrhunderts. 160. Jahrhunderts: Miroslav (1180. — Um die Mitte des 10. Jahrhunderts besitzt es der serbische Fürst Ceslav. . Tolen (f 1239). Das Fürstenthum Hum im ersten Viertel des 10.*) Michael Visevic führte seine Genealogie auf die damals noch heid nischen Slaven (Serben) nördlich der Weichsel zurück. Zupan Radoslav (1254). und *) De administrando imperio. Der griechische Kaiser Constantin Porphyrogenitos berichtet von ihm.

Monumenta Germaniae. a Mi- chaele Sclavorum duce fraude deceptus. der byzantinische Kaiser habe den serbischen Zupan durch Geschenke bestochen. VII. cap. damit dieser zugleich mit den Ungarn Bulgarien angreife. Als im Jahre 912 der venetianische Doge Ursus Particiacus seinen Sohn Peter nach Constantinopel sandte. — 127 — er war ein sehr angesehener Fürst. Als nämlich in diesem Jahre ein wüthender Krieg zwischen Bulgarien und Byzanz tobte. 33 pag. An der Seite des byzantinischen Kaisers Leo standen die serbischen Grosszupane und die venetianischen Dogen. äiu äüfHov rov an/ovra IltrQov nobg rb owcnaQtiv roug TovQxovg xal InOJhuv xtaa BovXyaoiag. Als dies Michael Visevic erfuhr. um sich hier mit Peter zu besprechen.**) Ebenso bewies Michael im Jahre 917 seine Freundschaft zu Simeon. Pertz. 32 pag. Leon Rabduchos in das Fürstenthum Neretva (zwischen der Cetina und Neretva). de adm. SS. porphyr. cap. imp. 156—157. **) Qui (Petrus) dum Chroatorum fines rediens vellet transire. Michael Visevic stand in freundschaftlichem Verhält nisse zu dem bulgarischen Kaiser Simeon. welches damals der serbische Gross- zupan Peter besass. 22—23. um dort Kaiser Leo zu huldigen. ***) ZrjXorimrjaug äi Tinog tovto Mi^urjX o lin/oiv rÜV Za/kov- fioiv ifiywot 2vjitwv to> BovXyäowv uQ/ovti oti u ßuaiXtig Pouaimv <$t$iovrcu. und als dieser selbe Peter reich beschenkt und mit dem Titel „protospatharius" ausgezeichnet durch Kroatien nach Hause kehren wollte. Als sich im Jahre 925 der berühmte Kirchencongress in Spalato *) „rov av&vnÖrov xal tiiitoixlov Mi/arjX tov vtov tov Bovatßovurj. omnibusque bonis privatus. den sogar Kaiser Con- stantin mit dem Titel „Proconsul und Patricier"*) beehrt. 160. Const." De adm.***) Das Verhältniss Michael Visevics zum kroatischen Könige Tomislav ist uns nicht vollkommen klar. nahm ihn Michael durch List gefangen und lieferte ihn an Kaiser Simeon aus. exilii pena transmissus est. Simeoni nomine. imp. der gerade da mals einen blutigen Krieg mit dem byzantinischen Reiche führte. Johannis Chronicon Venetum. berichtete er sogleich dem Kaiser Simeon. . kam der byzantinische Praefekt von Dyrrhachium. atque Vulgarico regi. während Michael der Bundesgenosse des bulgarischen Kaisers war. p.

indictione XV. dass ausser Tomislav auch Michael Visevic für die Einberufung dieses Congresses gearbeitet hatte. f) Hoc anno (926) comprehendit Michael r ex Sclavorum civitatem Sipontum mense Julio die sancte Felicitatis. chroaticae. dass er Tomislav unterthan war oder doch dessen hervorragendere Stellung anerkannte. secunda feria. wo damals der Sitz eines christlischen Bisthums war. Lupi protospatharii chronicon. SS. Dass er der katholischen Kirche angehörte.**) Schon diese wenigen Daten beweisen. — 128 — versammelte. dass der Chronist. dass selbst die Weingärten der Bürger von Ragusa im Lande Huni lagen. unweit des heutigen Manfredonia. Mon. in dem er seine Legaten dem Könige Tomislav und dem Fürsten Michael empfiehlt. Michaels Reich grenzte an das Gebiet von Ragusa. cit. **) Dieser Brief beginnt: Johannes episcopus servus servorum dei dilecto filio Tamislao et Michaeli excellentissimo duci Chulmorum. V. dass Michael Visevic in den ersten Viertel des 10. Docu menta hist. p. . Für diese *) Die Einleitung der Akten dieses Couzils lautet: Tempore Johannis papae sanctissimi.***) Michael Visevic scheint auch eine grosse Kriegsflotte gehabt zu haben. . beweist auch der Brief Pabst Johannes X. dass Michael ein Anhänger der römischen Kirche war." Racki. erfahren wir. Raöki. consulatu peragente in provincia Chroatorum et Dal- matiarum finibus Tamislao rege et Michaele in suis finibus prae- sidente duce . ***) In den Akten des Conzils von Spalato wird erwähnt: „stagnensis. Germ. Racki.*) Daraus liesse sich schliessen. und vielleicht auch. 187 — 188. der uns dies meldet.. pag. ragusitana et chataritana ecelesia. Von den Städten seines Landes zeichnet sich ausser Blagaj schon im Jahre 927 die wichtige Seestadt Stagno aus. . Doc. 54. . 195. op. Der Pabst nennt ihn den „er lauchten Fürsten der Chulmier" und Kaiser Constantin gibt ihm andere ehrende Titel. er obert. p. 189. Pertz. et Michael cum suis proceribus . von dem unter anderen auch die slavische Liturgie verboten wurde. Juli 926 mit seiner Flotte die Stadt Sipon- tum in Süd-Italien. Der Bezirk dieser Stadt war damals so klein.-j-) Bemerkenswerth ist es. . Michael König nennt. denn es wird uns berichtet er habe am 10. Jahrhunderts kein unbedeutender Fürst war.

In diesem Reiche regierte zu Ende des 10. Podgorje und Hum. p. 115. Nach dem Tode Ceslavs [(960) befreite sich zwar Hum zugleich mit Bosnien von der serbischen Oberherrschaft. 149. 9 .. Travunja. Während dieser Zeit verwalteten das selbe theils byzantinische Statthalter. Mai 1015) fiel das König reich Dioclea sammt dem Fürstenthume Hum an Bul garien. XXIV. 84-85. Aber schon um 996 musste König Vladimir sammt seinem Onkel die Oberhoheit des mächtigen Bul garen-Kaisers Samuel anerkennen. Diese Steuer hiess lateinisch margarisium oder magarisium. Jahrhunderts König Vladimir. ak. Geschichte Bosniens. 931 auch das Land Hum mit seinem Reiche vereinigte. und im folgenden Jahre 1019 eroberte er auch Dioclea sammt Hum und Bosnien. Als später Samuels Nachfolger Ivan Vladislav auf verrätherische Weise den König Vladimir ermordete (22. Borba juznih Slovena za drzavnu neovisnost u XI. Der byzantinische Kaiser Constantin rechnet 949 das Land Hum sammt Dioclea und Travunja zu den serbischen Ländern. nachdem er aus bulga rischer Gefangenschaft zurückkehrte und das serbische Reich wiederherstellte. — 129 — Weingärten zahlten die Ragusaner schon Michaels Eltern und auch ihm eine jährliche Steuer von 36 Dukaten. Fr. theils heimische Fürsten *) Racki. nach dem J. Aber schon drei Jahre darauf vernichtete der byzantinische Kaiser Basilios II. vieku (Rad jug. welches aus vier Landesgebieten bestand: Dioclea (Zeta). aber während Bosnien die Oberhoheit des kroatischen Königs Kresimir anerkannte. Bulgaroktonos (Bulgaren schläger) das bulgarische Reich. Es ist wahrscheinlich. dass diese Fürstenthümer zu dem foederativen Staate Ceslavs gehörten. während das Land Hum in seinem Namen sein Onkel Dragomir verwaltete. woraus sich leicht schliessen lässt. 136. fiel das Land Hum fast zu gleicher Zeit an das Königreich Dioclea (Roth-Kroatien). Nach Michael Visevic wird lange Zeit kein selbst ständiger Fürst von Hum erwähnt. dass der serbische Fürst Ceslav.*) Das Land Hum blieb unter byzantinischer Herrschaft von 1019 bis 1050. 134.

ypati et stratigo Seruie et Zahulmie. Uns ist von diesen be sonders Ljutovid bekannt. et strenuus in armis minime timuit. und ferner „episcopus Gabriel Zacholmie. Bodin (1081—1100).***) Von da an blieb das Land Hum bis in die Mitte des 12. übrigens nicht ganz un verdächtige Urkunde. Cod. cit. 299). op. et detur monachis sancti Benedicti de Lacroma. t) Kukuljevic. Georg (1115) und Andere." (Kukulj. und *) „Luttovid principi regionis Chelnani" . der es zu dieser Zeit versuchte." Kukulj. Presbyt. et Strasimir. quia vir bellicosus erat. 105. et obtinuit eam. — 130 — unter byzantinischer Oberhoheit. (Lucius p. Diocl. Benedict auf der Insel Lacroma die Kirche des h. I. Im Jahre 1040 führte Ljutovid ein Heer gegen Vojslav. 297. et procurator Craymir una cum omnibus Zachulmie nobilibus. — „Luttovid autem prin- ceps. I. . wo auch eine ausführliche Beschreibung des Krieges Ljutovids vorkommt. Codex dipl. cit. Im Jahre 1100 schenkte König Bodin dem Kloster des h. pag. I. sein Vaterland vom byzantinischen Joche zu befreien. Kukuljevic. das Land Hum dem byzantinischen Reiche. cum uxore mea Iulia et filio Brani«lauo volo quod construatur monasterium in Baleni. und es regierten dasselbe die Könige Michael (1078). triclyno. welches lautet : Ego Radoslauus rex . Codex diplomat. .. 109. Martin im Thale Sumetska bei Ragusa -j-). una cnm iudice Miroslauo et bano Bati- miro. dipl." Presbyter Diocleas (Lucius. . de regno Dalm. in der er als Fürst des Landes Hum dem Kloster des heil. I. I. 188. Benedikt auf der Insel Lacroma das Dorf des h. Es existirt ein Fragment einer Urkunde. 299). Jahrhunderts mit dem König reiche Dioclea verbunden.*) Von diesem Fürsten existirt eine. Diese SchenkungLjutovids soll später bestätigt haben „Chranco cum omnibus suis iupanis Zachnlmie" (Kukulj. 118. Pancratius in Babinopolje auf der Insel Meleda schenkt. und es gelang ihm kaum lebend zu entrinnen.) ***) Postea (Radoslavus) intravit in regionem Chelmani. er wurde jedoch in der Schlacht schwer verwundet.**) Nach dem Tode Stephan Vojslavs (um 1050) entriss sein Sohn Radoslav I. **) In dieser Urkunde lesen wir: „Sigillum Latauitti protospatarii. als eifriger Anhänger des byzantinischen Kaisers gegen den Fürsten von Dioclea Stephan Vojslav oder Dobroslav (1034— 1050). op. 109). epi- thochrusso..

Desa oder Stephan Nemanja den König Radoslav zu vertreiben und sein Land zu erobern. Maria auf dem Berge Gargansko in Pola schenkt. op. Presbyt. (Kuk. dass endlich um 1 143 König Radoslav II. II. Zeugen dieser Schenkung waren : „iupanus Gerdessa.. setnicus Rastessa. II. de reg. ein Schwager des bos nischen Bans Kulin. et dederunt ei Zentam et Tribuniam.. Diese beständigen Bestrebungen der serbischen Grosszupane trieben die Könige von Dioclea so in die Enge. Der Fürst von Hum Miroslav. sicut tenuit pater eius. II. 9* . pag. Nicetas Choniates (Bonner Ausgabe) p. deditque ei totam terrara domi- nandam. et benigne ab eo susceptus est." Kukuljevic." In einer Urkunde vom 20. der XoQßarlav xul itäv KimuQ&v rrjv xvfiiorrjru erobern wollte. um dem damaligen mächtigen Kaiser Emanuel zu huldigen und sein Land in dessen Schutz zu empfehlen. Desimir. cit. -j"j-) Zum Fürsten des Landes Hum machte der siegreiche Stephan Nemanja seinen Bruder Miroslav. **) Post haec Radosdavus knesius perrexit ad imperatorem Hemanu- elem . eamque regendam. Es existirt eine Urkunde von 1151. Cod. dipl. ***) Post haec surrexerunt quidam maligui . nach Constantinopel ging. dipl. womit „Dessa dei gratia Dioclie. ff) Im Jahre 1168 kämpfte Emanuel mit Stephan Nemanja. 73). Petrus comes Raguseorum. Presbyt. p. Dalm. Cod. f) „Imperante piissimo et semper triumphatore Hemanuhele. Diocl. p. 45—46). p. (Lucius. aber nach 1168 eroberte es Stephan neuerdings und verband es mit seinem Reiche. — 131 — diese selbe Schenkung bestätigte 1115 auch sein Sohn Georg. ***) Später entriss zwar Kaiser Emanuel dem Stephan Nemanja das er oberte Königreich-j-). 302). et adduxerunt Dessain filium Urossi. Mai 1166 für die Stadt Cattaro. 302). wird 1180 zum erstenmale erwähnt. das Königreich Dioclea zu erobern. *) Schon zu Ende des 11. 19. duce existente Dalmacie atque Dioclie kyr Izanacio. Jahrhunderts trachtete der Grosszupan von Serbien oder Rascia Vukan.**) Aber dies nützte nur wenig. Diocleas (Lucius. iupanus Grubessa. denn schon im Jahre 1150 gelang es dem jüngeren Bruder des damaligen serbischen Zupans. Stobolie. 206. Zacholmie dux" die Insel Meleda dem Kloster der h. Auch sein Nachfolger Bela Uros ver folgte diesen Plan. *) Kukuljevic.

Rainerius. ist uns unbekannt . dass dieser der Kirche von Spalato das geraubte Geld zurückgebe und in jenen Orten seines Fürstenthums. Sollte Miroslav dies nicht thun. so möge ihn der König dazu zwingen. was er der katholischen Kirche Böses gethan hat. . dass im Jahre 1199 Miroslav nicht mehr lebte. II. Da er wahrscheinlich ein An hänger der orientalischen Kirche oder der Patarenen war. indem er ihm eine Summe Geldes entriss. mit der Bitte. noch auf des Pabstes Ermahnungen hören. gestattete er dem Metropoliten Rainerius nicht. und versucht ihn mit Gutem zum Gehorsam zu lenken. Dafür sprechen zwei Denkmäler. Pabst Alexander III. nur so viel ist gewiss. 121. einen Bischof in seinem Lande (in Stagno) anzustellen. 121. nachdem er in diesem Jahre schon als ver storben erwähnt wird. Es scheint jedoch. Juli 1181 wirft er Miroslav vor. unabhängig blieb. sondern dass Miroslav bis zu seinem Tode von König Bela III. Rainerius beklagte sich beim Pabste. versuchte noch einmal sein Glück. Das' eine ist vom 27. Bischöfe zu weihen gestatte. wo früher Metropolitankirchen waren. Sep tember 1186 und enthält einen Vertrag des serbischen *) Kukuljevic. Aber Miroslav wollte weder Theobald empfangen. Codex diplom. dieser sandte darauf 1180 seinen Nuntius Theobald zu Miroslav. ja er plünderte sogar den Erzbischof. Ku- kuljevic op. wirklich vermittelte. und schrieb auch selbst an diesen einen Brief voll Ermahnungen. Darum war Theobald gezwungen. regia potestate compellas. denn er wandte sich zu gleicher Zeit an den ungarisch-kroatischen König Bela III. cit.**) Wie dieser Streit Miroslavs mit dem Pabste endete und ob König Bela III. In einem Schreiben vom 7. nichts erreichte. Aber auch um den Bann kümmerte sich Miroslav nicht. gegen ihn den Kirchenbann auszusprechen. dass Pabst Alexander III.*) Der Pabst hoffte aber von seinem Schreiben selbst nur einen geringen Erfolg. **) Si aliter ad hoc induci nequierit. er möge Miroslav dazu bewegen. — 132 — Zu dieser Zeit hatte er einen Streit mit dem Erzbischofe von Spalato.

Cod. 157-^159. ihn überallhin auf seine Kosten mit ihren Schiffen zu führen. **) Idem. p. cit. Auf dieser lateinischen Urkunde steht die Unterschrift Miroslavs mit cyrillischen Buchstaben. 191. op. wohin er nur wollen sollte. dipl. Chulmeque dux. cit. Kukuljevic. der Bruder König Emerichs und Sohn Belas III. Im Jahre 1198 wurde Herzog von Kroatien und Dal- matien Andreas. Urkunde vom 6.. op. triumphum. ***) Ego Andreas tercii Bele regis filius. dass Miroslav damals in irgend einer Gefahr war und sein Land verlassen wollte. 137. Mai kehrte er sieg reich nach Zara zurück „nach einem glorreichen Siege. dass ihm die Bewohner von Hum nicht gutwillig gehorchten. cit. dei gracia Jadere ac tocius Dalmacie et Croacie. als über Rascia erfochten hatte. Kukulj. Es scheint jedoch."***) Danach hatte An dreas auch das Land Hum in seinem Besitze. Aus diesem Vertrage liesse sich schliessen. darum unternahm er im April 1198 einen Kriegszug gegen Hum. wonach Miroslav jeder zeit frei und ohne jegliche Gefahr nach Ragusa fkommen konnte und die Ragusaner verpflichtet waren. cum ad jadertinam civitatem victor rediret . 191 f) Post felicem et gloriosissimum victoriose dominationis illustrissim Andree. März desselben Jahres nennt sich Andreas in einer zu Zara ausgestellten Urkunde „Herzog von Dalmatien. den er sowohl über Hum. dass er im April wenn nicht ganz.*) Die Nemanjiden schliessen einen Frieden mit Ragusa und gestatten den freien Handel der Ragusaner am Markte Driva in Hum. Juni 1190 und enthält einen Vertrag Miroslavs allein mit Ragusa. de Dalmacia et Chroacia magnifice conferre est dignatus.. Schon am 6. — 133 — Grosszupans Stephan Nemanja und seiner Brüder Stracimir und Miroslav mit der Stadt Ragusa. II. p. Mai 1198. II. so doch einen Theil Hums unterwarf. und diese schlossen hier mit den Ragusanern einen Vertrag. Kroatien und Hum." •{-) Daraus ist klar zu ersehen. Schon am 31. tercii regis Bele filii. op. quem sibi omnipotens ducatus sui proteetor et auetor. **) Fürst Miroslav hatte seine Zupane Maurus und Sergius nach Ragusa gesandt.. . Die zweite Urkunde ist vom 17. atque post habitam tarn Chulme quam Rasse lauda- bilem victoriam. und er nennt *) Idem.

Aber trotzdem blieb Peter auch ferner Fürst von Spalato. . denn an diesem Tage wird in einer Urkunde des kroatischen Herzogs Koloman der Herzog von Hum Peter als ohne jede Macht in Dalmatien erwähnt. 30 (Lucius. Zagrab. die Söhne des kroatischen Knez Butko. Fürst von Hum. cit. -j"j-) Peter.*) Um 1218 war ein gewisser Peter Fürst des Landes Hum. Da mals verweilte gerade in Kroatien und Dalmatien der päbst- liche Legat Acontius. qui erat dominus Chulmiae . -j-) Dies alles ereignete sich jedenfalls vor dem 1. 16. so erhob sich gegen ihn die katholische Geist lichkeit Spalatos. — Tkalfiic. cap. 199.-j"{"j-) Nach ihm bestieg den Fürsten *) Kukuljevic op. . **) Petrum . p. 340). cap. 31 (Lucius. der Religion nach jedoch Patarene. als sie einen Kriegszug gegen Tolen und Vlöeta. episcop. Thoma» archid. . so dass jetzt diese Stadt eine Zeit lang ohne einen Fürsten blieb. p. p. verhängte er über Spalato das Interdict.**) Da jedoch Peter ein Patarene war. Nur der Hilfe Peters verdankte Spalato den Sieg über seine Gegner. dass ihn um 1222 die Spalatiner zum Fürsten ihrer Stadt erwählten. sed non sine infamia heretice pravitatis. 29 (Lucius. Mon.***) Aber gleich nach diesem Siege kehrte Peter nach Hum zurück. 52. und kam nie mehr nach Spalato. erat autem idem Petrus vir potens et bellicosus. war also das Oberhaupt Spa latos von 1222 bis 1225. 8. ***) Idem. — 134 — sich auch während der ganzen Dauer seiner Herzogswürde (1199—1202) Herzog von Hum. ftf) Im Jahre 1221 war Fürst von Spalato „Buisseno Jcomite" (Lucius. 339). p. Peter war so angesehen. f) His ita gestis Petrus comes ad propria reversus morabatur in Chulmia. Nach der Erzählung des Archidiacons Thomas war er mächtig und kriegerisch. p. Idem. August 1226. und er unterstützte die Spalatiner mit seinen Keiterschaaren. I. 191. ft) Kukuljevic. II. Als dieser von der Ge- waltthat der Spalatiner Bürger hörte. I. 10. p. 9. cap. de regno Dalm. der sich zu einem Kreuzzuge gegen die bosnischen Patarenen rüstete. unternahmen. Jura Regni Chroatiae. 341). und das Volk konnte nur mit Gewalt für ihn den Eintritt in die Metropolitankirche erzwingen.

den Thomas Archidiaconus einen unversöhnlichen Feind der Spalatiner nennt. 31). im Lande Hum.*) Obwohl der Archidiacon Thomas schreibt. Die Spalatiner wollten ihm die Beute entreissen. abgefallen war. Sabas. Tolen griff wiederholt sowohl Spalato als das benachbarte Trau an. der Begründer der serbischen Nationalkirche. angestellt. Pamatky drevniho pismenictvi Jihoslovanuv. 343). ***) Thomae archid. Bei einer Gelegenheit. so ist es doch wahrscheinlicher. Dieser und Fürst Peter geriethen bald in Streit. 69. immo diximus et notum vobis fecimus. que erant in insulis et in eius districtu. nepos comitis Petri de Chulmia . p. pag. ut omnia quecunque vestra. als er mit einer Reiterschar Bosiljina bei Spalato überfiel. Sabas wahrlich nicht thun können. 225). raubte er den Spalatinern bei 80. pag 55. **) Safarik. mer. I. III. dass der Fürst von Hum Peter ein Patarene war. cap. „Tolen de Chilmia.000 Schafe. der h.***) Auch Tolen war entweder Patarene oder griechisch-orien Memorie di Trau p. Quia inimico nostro prenominato Petro in omnibus. nulli parcamus absque rebus vestris. wo er konnte.**) Dies hätte der h. — 135 — stuhl Spalatos um 1227 der Knez von Brebir Gregor aus dem Geschlechte Subic. 56. implacabilis hostis Spalatinorum. que inter nos erat quidem et comitem Petrum. salva essent apud vos. Monum. Um Peter leichter zu besiegen. . Nach Peter regierte das Land Hum sein Neffe Tolen. schloss er sogar mit Ragusa einen Bund. Diese Annahme bestätigen die serbischen Chronisten. p. doch erfolglos. Slav. Ljubic. und Gregor schädigte Peter. sie überfielen darum von der Seeseite sein Land und verwüsteten dasselbe. . und 1224 regierte noch Peter von Hum (Far- lati. quem nichil de rebus vestris penes nos habere voluimus. quodcumque potuimus offendere. 33 (Lucius. Der Kampf wurde zu Land und See er bittert geführt. habe im Jahre 1219 einen Bischof in Stagno. er sei ein Anhänger der griechisch orientalischen Kirche gewesen und habe die Oberherrschaft des serbischen Königs anerkannt. nachdem er von König Andreas II. welche berichten. wenn nicht Hum zu jener Zeit unter serbischer Oberhoheit ge standen hätte. *) Gregor schrieb nach Beendigung des Krieges an den Dogen von Ragusa Johannes Dandolo : Quum memores estis credimus de guerra. Illyr." . sacr.

— 136 — talisch. damit dieser die dortigen Anhänger des patarenischen und griechisch- orientalischen Glaubens bekehre. 346). p.**) Schon im folgenden J. **) Theiner. und „es soll Euch mein Land offen sein in allen eueren Ge schäften. ***) Thomae archid. Er kam zu diesem Zweck zweimal persönlich nach Spalato und am 7. der grosse Knez von Hum Andreas" und er schwört mit seinen Magnaten.*) Aber im Jahre 1237 eroberte der kroatische Herzog Koloman sowohl Hum. September 1241 schloss er mit den Spalatinern einen Frieden. f) Miklosic. 19. wie es seine Vorfahren gehalten haben. Der Fürst von Hum Tolen starb 1239 zur grossen Freude der Spalatiner***) . serbica p. Hum in geistlicher Beziehung später noch zu ordnen. 34 (Lucius. und die von Hum nach Spalato. 163. Mon. mit seiner Bulle vom 26. p. und erkannte die Oberherrschaft des serbischen Königs Stephan Radoslav an. Februar 1234 den Ragusanern den freien Handel im Lande Hum und in Zeta erlaubte."-j-) Zur selben Zeit trachtete er auch. ohne sich vor Gewaltthätigkeiten zu fürchten. ein Zeitgenosse des bosnischen Bans Mathäus Ninoslav. . Mon. mit den Ragusanern Frieden zu halten in Ewigkeit. April das Land Hum unter die geistliche Macht des bosnischen Bischofs Ponsa. In der betreffenden Urkunde nennt sich Andreas : „ich. c. Die Bewohner Spalatos können frei nach Hum kommen. sich mit den Spalatinern zu versöhnen. I. Gleich zu Anfang seiner Regierung schloss er Friede und Freundschaft mit den Bürgern von Ragusa. Wenn Fürst Andreas diesen Vertrag brechen sollte. Mon. 1238 stellte Pabst Gregor IX. Die Be dingungen waren folgende : „die bisherige Feindschaft zwischen Hum und Spalato hat aufzuhören und der gegenseitig bei gebrachte Schaden soll vergessen werden. serb. pag. der Pabst behielt sich jedoch das Recht vor. 24. so muss er den Spalatinern eine Busse von tausend Goldstücken *) Miklosic. und es folgte ihm in der Herr schaft Andreas. Hung. der am 4. als auch das benachbarte Bosnien.

Codex dipl. Desen Berivo- jevi6. p." **) Zuletzt wird Andreas im Jahre 1249 erwähnt. Toma Cupetic." In der zweiten Urkunde schwört Radoslav und *) Lucius. Hranislav Prvoslavi6. die Zupane Bogdan und Radoslav. Juli 1244 der Herzog und Ban Dionysius die Spalatiner mit Trau versöhnte. dass Andreas damals zwei erwachsene Söhne hatte. Hrvatin Turbic. Dobrovit Ra- dovöi6. wurde aus dem Frieden Fürst Andreas aus geschlossen „da er dem Könige (Bela IV. 321. Bogdan Dobromiri6. Dem Fürsten Andreas folgte sein Sohn Radoslav. Dobromisl Pobratovi6. p. In diesem Jahre erneuerte er den Frieden und die Freundschaft mit Eagusa. serb."*) Andreas blieb wirklich ein treuer Freund der Spalatiner. Berko Radovanife u. pag. Radovan Pribidruzi6. Ueber diesen Vertrag sind uns zwei Urkunden erhalten. dass sie mit ihnen Frieden halten werden nach alter Sitte.***) Andreas war vielleicht damals so. ***) Miklosic. die damals Andreas umgaben: Hrelko Rastimiri6. 42. Mon. Als jedoch am 19. Hrelja Desavöi6. 472—473. op. 44. A.) untreu ist. Mai 1254 war Radoslav in Ragusa. Prvoslav ProdanCi6. cit. Am 22. In dieser Urkunde werden folgende Magnaten von Hum genannt. Kaiser der Bul garen. p. Bratoslav Vukovic.-j-) In der ersten schwören die Räthe von Ragusa dem Äupane Radoslav und seinen Magnaten. Odumisl und Striezimir Adamovi6. erfüllend unseren Schwur dem Herrn Dogen und der Commune Venedig und dem Herrn Michael. und dass Radoslav und seine Leute auf jedem Ragusaner Markte kaufen können. . ja in den Jahren 1243 und 1244 unterstützte er sie sogar zugleich mit dem bosnischen Bane Ninoslav in ihrem Kampfe gegen Trau. Hrelja Stjepkovi6. — 137 — bezahlen. 34. 1. um mit den Ragusanern einen Freundschaftsbund zu schliessen. de regno Dalm. **) Fejer. IV. f) Miklosic. dass die Stadt Ragusa ihm und seinen Leuten immer offen sein werde. „Und alles dies wollen wir dir und deinen Leuten thun und halten. ein Bundesgenosse Ragusas gegen den serbischen König Stephan UroS I. Aus der betreffenden Urkunde erfahren wir. wie der bosnische Ban Ninoslav.

. Jahrhunderts in den Besitz der serbischen Herrscher kam. Es ist wahr scheinlich. dass die Bischöfe von Hum im Gefolge dieses Königs waren. die damals den Rath des Königs bildeten. op. op. Ragusa werde ich vertheidigen zu See und Land . und hier finden wir neben dem Bischof von Zeta und Rascien auch den „Epis- kop von Hlm Eustatij. Gewiss ist es. als es der bosnische Ban Stephan Kotro- manic mit seinem Banate vereinigte. Nach dem Jahre 1254 wird Radoslav nicht mehr er wähnt und auch keiner seiner Nachfolger. cit.. Jahr hunderts verblieb. als Bosnien und Macva der serbische Exkönig Stephan Dragutin verwaltete. 69. pag. **) Idem. und darin bis zum dritten Dezennium des 14.. In einer Donation König Milutins aus der Zeit von 1293 bis 1302 werden alle Bischöfe genannt. dass das Land Hum in der zweiten Hälfte des 13."*) Ebenso kommt in einer andern Urkunde König Milutins aus dem Jahre 1305 oder 1307 unter anderen Zeugen. . neben dem Erzbischofe von Antivari Marinus. in den Händen von dessen jüngerem Bruder Stephan Uros II. Milutin war (1282— 1321).**) *) Miklosic.. Es erhellt dies aus dem Um stande. . auch der „Jepiskup von Hlm Joan" vor. so lange dieser ein Bundesgenosse Ragusas sein wird. ." Er ver spricht auch Frieden zu halten mit dem bulgarischen Kaiser Michael. .. — 138 — seine Magnaten folgendermassen: „ich Zupan Radoslav bin ein treuer Lehensmann des Herrn Königs von Ungarn . cit. 60. dass das Land Hum zu jener Zeit. und vom heutigen Tage an und in Zukunft bin ich ver pflichtet nach meinen Kräften mit meinen Leuten Krieg zu führen gegen König Uros und die Seinigen. p.

— Die religiösen Zustände in Bosnien. quam cum matre eorum. — Stephan Kotromanics Verhältniss zu Ragusa. Ban Stephan Kotromanic (1322-1353). — Kämpfe in Kroatien. besonders 1332 und 1333. Stephan Kotromanic wird ein Anhänger der römischen Kirche (1340)." Mon. VII. Stephan Kotromanic greift den Knez Nelipic an (1324 und 1326) — Das Land Hum mit der Kra jina (Makarska) und Zavrsje fällt zu Bosnien (1325). stand er in den ersten Jahren seiner Regierung unter dem Einflusse seiner Mutter Elisabeth und vieler bosnischer Magnaten . . Stephan Kotromanic gehört der Partei Karl Roberts an und heirathet die Polin Elisabeth (1323).. quod dominus Stepos banus Bossine satisfaciat . der ihn erst unlängst zum selbst *) Am 23 November 1322 befiehlt der Rath von Ragusa seinem Ge sandten in Bosnien: „quod debeant procurari et facere toto posse eorum tam cum domino bano Bossine. 72. Nachdem der junge Stephan Kotromani6 von der Vor mundschaft des mächtigen Bans Mladen Subi6 befreit war. et cum ba- ronibus Bossine. — Stephan Kotromanics Verhältniss zum serbischen Kaiser Stephan Dusan dem Grossen (1346—1351). die überhaupt schon seit alten Zeiten einen grossen Einfluss auf alle öffentlichen Angelegenheiten ihrer Heimath hatten.. — Stephan Kotro manic beunruhigt Curzola (1329). p. — Stephan Kotromanic mischt sich zum zweiten Male in kroatische Angelegenheiten (1345 und 1346).*) Stephan hielt aus Dankbarkeit zu seinem Wohlthäter Karl Robert. Ragusina. — Zwist mit Ragusa (1344). — Die letzten Tage Stephan Kotromanics.

h. weil ihr Vater Paul Ban von Kroatien war. In den Gegenden nördlich der Zrmanja und bis zum Gvozd wohnten die Kneze von Corbavia. nahe bei Bos nien. die das ganze Gebiet der Cetina besassen. Kroatien. die sich auch Bani6 nannten. gegenüber von Zara. die Brüder Budislav. Scardona gegenüber von Sebenigo. die Söhne des Knez Kurjak. mit dem Falle Mladen Subi6s werde Friede und Ordnung in das Land einkehren. und ein anderer. Die mächtigen kroatischen Barono entzogen sich auch ferner der königlichen Macht. und hauptsächlich solche. Ein Nelipic besass das Gebiet Cetina. der Burg Brebir. zwang den jungen Ban zum engen Anschluss an Karl Robert. Die ganze 2upa Gadska. ausserdem war in ihren Händen die wichtige Stadt Almissa an der Mündung des Flusses Cetina. Aber nicht nur das Gefühl der Dankbarkeit. das westliche Nachbarland Bosniens. Von allen kroatischen Herrn waren noch immer die Kneze Subic die mächtigsten. namentlich die Brüder Mladens Paul. war in einer traurigen Lage. Die Subice besassen ausser ihrem Erbe. — 140 — ständigen Ban ganz Bosniens. noch viele wichtige Städte und Burgen in Kroatien. Karl Robert hatte zwar gehofft. als auch dem Dogen von Venedig unterthan waren. Paul und Gregor Kurja- kovi6. Vinodol und die Stadt Zengg war in den Händen der Kneze von Veglia. Die hervorragendsten von diesen waren die Kneze . er hatte sich jedoch geirrt. Das Haupt der Kneze von Veglia war um diese Zeit Friederich. Ober-Bosniens und der Gebiete Usora. Neben den Subi6 waren in Ost-Kroatien. und lagen auch unter einander fort während in Streit. Soli und Dolnji-kraji. die sowohl dem Könige von Kroatien. So besassen sie Ostrovica. Clissa gegen über von Spalato. auch die Kneze Nelipic sehr mächtig. Gregor und Georg. hatte das wichtige Kljuö in Händen (Ysanus de Clavi). Namens Isan. erhob. sondern auch der da malige Zustand der Bosnien benachbarten Länder und Staaten. d. Ausser diesen Herrn im eigentlichen Kroatien finden wir auch viele im alten Slavonien zwischen der Drau und dem Gvozd. mit denen sie benachbarte dalmatinische Städte bedrohten.

— 141 — Baboni6. März) und Trau (14. welchen König Karl Robert sandte. einem Ungar aus edlem Geschlechte verliehen hatte. aber kaum hatte er Kroatien wieder verlassen. Die Folge davon war. Trau und Spalato gegen die Anfälle Mladens. wo er alle Magnaten zu einer Congregation versammelte. Die Subice und Nelipi6e überfielen darum noch im November 1322 die königliche Stadt Knin und eroberten diesen Schlüssel Kroatiens. Der neue Ban Nicolaus unterwarf zwar den Ban Babonic und kam darauf nach Kroatien. schlossen die kroatischen Barone mit der Republik Venedig einen Bund gegen den König Karl Robert. bereiteten sich die kroatischen Barone zum einigen Widerstand gegen den König. dass sich im Jahre 1322 die Städte Sebenigo (15. Mai) für venetianische Schutzbefohlene erklärten. die an der Grenze von Kroatien und Slavonien wohnten. um hier den Einzug des Bans Ivan Babonic zu verhindern. war im Jahre 1322 Ban von Kroatien. denn es bot sich ihr jetzt die Gelegenheit. nachdem König Karl Robert den Ban Mladen abgesetzt hatte. Ivan Babonic. Nachdem sie schon von früher auf dem Festlande die Städte Zara und Ragusa und im Meere beinahe alle Inseln in ihrem Besitz hatte. um die kroatischen Barone zum Gehorsame zu zwingen und das Ansehen des Königs in Kroatien zu heben. weil ihn Karl Robert der Banuswürde entsetzt und dieselbe einem gewissen Nicolaus. im dalmatinischen Küstenlande festen Fuss zu fassen. . Die erwähnten kroatischen Barone waren nur im Wider stand gegen Mladen Subic und gegen ihren König einig. Sobald Karl Robert im Oktober 1322 die kroatische Haupt stadt Knin verlassen hatte und mit dem gefangenem Mladen über Agram nach Ungarn zog. Im folgenden Jahre 1323 schloss sich den unzufriedenen Baronen auch Ivan Babonic selbst mit seinem Geschlechte an. Einer von diesen. that sie sich unter dem Banate Mladens als Freundin Karl Roberts hervor und vertheidigte zum Scheine die Städte Sebenigo. Die Republik Venedig begrüsste diesen Schritt der Kroaten mit grosser Freude. so dass endlich dem kroatischen Könige von Dalmatien allein Spalato .

Milutin (-{. In Serbien bestieg nach dem Tode des unter nehmenden Königs Uros II. und zwischen die raubgierigen Tatzen des venetianischen Löwen gerathend. und zweitens die dalmati nischen Städte seiner Krone wiederzugewinnen. den er einzuschlagen hatte. durch die er seinem Sohne den Weg zum polnischen Throne bahnte. nur um auch ferner die dalmatinischen Städte behalten zu können. Aber als kurz darauf Karl Robert seine Macht in Kroatien und Dalmatien wiederherstellen wollte. — 142 — übrig blieb. nach Besiegung der mächtigen kroatischen Barone das königliche Ansehen in Kroatien zu heben . November 1321) und nach einem kurzen Erbfolgestreite im Jahre 1323 den Thron Stephan Uros III. der Tochter des polnischen Königs Vladislav Lokietek. Deöanski (1323—1331). zwischen zwei Feuer: zwischen die fortwährend wachsende Macht des Hauses Anjou. August 1322 den Venetianern für ihre an gebliche Vertheidigung der dalmatinischen Städte. bot sich ihm dazu die beste Gelegenheit. der Vater des berühmten Kaisers Stephan Dusan's des Grossen. Diese Verhältnisse der Nachbarländer wiesen dem jungen Bane Stephan Kotromanic den Weg. Man konnte schon jetzt ahnen. wurden die klugen Vene- tianer seine Gegner. Karl Robert statt dies zu verhindern. Sie schlossen sogar mit den kroatischen Baronen einen Bund. welches nach vollständiger Centralisirung und Schwächung der kroa tischen Barone trachtete . und endlich auch Spalato zu erobern. immer schwächer wurde. nach dem er die adelige Oligarchie Ungarns gebrochen hatte und freier an der Hebung seines Staates und des Glanzes seiner Familie arbeiten konnte. Während so Kroatien. dass sehr bald zwischen den serbischen Nemanjiden und den ungarisch-kroatischen Anjous der Kampf um die Herrschaft auf der Balkan-Halbinsel entbrennen werde. Dem Glanze seines Hauses legte er den Grund stein im Jahre 1320 durch seine Heirath mit Elisabeth. Jetzt.5. bedankte sich noch am 3. begann im Osten der serbische Staat schnell zu er starken. Er beugte sich also . um sein Banat zu bewahren. Karl Robert hatte jetzt die zweifache Aufgabe.

der Tochter des kujavischen Vojvoden Kazimir. . mit seinem Cousin Vladislav verfahren hat. bot beiden offenbaren Nutzen. dass sich der bosnische Ban dem ungarischen Könige anschloss. Bosna. Karl Robert konnte hoffen. 366.. II. Es würde viel leicht natürlicher gewesen sein. und wie selbst dieser nach Ungarn flüchten musste. Nachdem die schon im Jahre 1319 geplante Verbindung mit der Gräfin von Ortenburg nicht zu Stande gekommen war. reraanserunt. sondern auch die Furcht vor dem serbischen Könige. p. Der Umstand. Geschichte Polens. so wird es uns nicht mehr wundern. Monum. nur damit *) Kazimirus vero licet plures filios habuisset et filias. den bosnischen Ban noch mehr an sein Haus zu binden.*) Durch diese Heirath hob sich bedeutend Ban Stephans An sehen. Bie- lowsky. März 1324 „der erlauchte Mann. und senden zu ihm ihre Gesandten mit Geschenken im Werthe von 150 Perpers. die ihn noch unlängst in ihren Schreiben nur kurzweg Ban oder Knez (comes) von Bos nien nannten. — 143 — vor dem neu aufleuchtenden Sterne des Hauses Anjou und wurde ein treuer Anhänger Karl Roberts.. amitam suam cuidam duci de Bosna data fuit in uxorem. dass sich der bosnische Ban dem Könige Karl Robert anvertraute . mit Elisabeth. Joannis de Czarnkov chronicon Polonorum (A. angeschlossen hätte. der Herr Stephan. — (war er doch durch seine Mutter ein naher Verwandter der Nemanjiden). Die Ragusaner. wenn sich Stephan Kotro- manic seinem Verwandten. sich zu seinem eigenen Vortheil in die kroatisch-dalmatinischen An gelegenheiten einzumischen. unus tarnen Wladislaus dux praedictus et una filia. Karl Robert trachtete darum. — doch wenn wir hören wie Stephan Uros III. Es trieb ihn dazu nicht nur die Dankbarkeit. vergleiche auch Caro. quae per dominam Elisabetham reginam Ungariae. 661). nennen ihn am 27. II. J. verheirathete jetzt 1323 König Karl Robert den bosnischen Ban mit einer entfernten Verwandten seiner Gemahlin. und Stephan Kotromanic bot sich die Gelegenheit. Herzog von Usora. Soli und vieler anderer Orte". mit Hilfe des bosnischen Bans die Macht der kroatischen Barone um so leichter zu brechen . Poloniae historica. dem serbischen Könige Stephan Uros III.

und dessen Bei *) „excellens vir dominus Stephanus dux Usore. Mit Hilfe dieser Bundesgenossen hoffte Georg. gemeinsam mit den Nelipic die bis dahin königliche Stadt Knin.*) Auch in Kroatien selbst stieg Stephans Ruf. die Stadt Zara. und es wurde deren Verwal tung Nelipi6 anvertraut. der auch die zu grosse Macht Nelipics nicht wünschte. er werde die Macht und den Glanz Mladen Subics erreichen. Brebir und dessen Herrn gegen alle Feinde „ausgenommen den König von Ungarn. 379)." Monum. Paul und Gregor. ferner bat er um ihre Hilfe den Knez von Zengg Friedrich. Slav. ausgebrochen. verbindet sich die Commune Zara ausdrücklich. sondern suchte sich auch Bundesgenossen. und am meisten Georg von Clissa. Er beschloss daher einen Bund der kroatischen Herrn gegen Nelipic zu gründen. Ragus. und andere Kneze und Zupane. **) Die Kämpfe in Kroatien. In Kroatien war nämlich zwischen den Knezen Subic und Nelipic ein Streit um die wichtige Stadt Knin. Stephan Kotromani6 greift den Knez Nelipic an. p. — 144 — er ihnen auch ferner gewogen bleibe. Mon. Dadurch wurde das Ansehen Nelipics sehr gehoben. Februar 1324 die Edeln vonBrebir mit der Stadt Zara zur gegenseitigen Vertheidigung gegen gemeinsame Feinde schlossen. Nelipic zu besiegen und ihm Knin zu entreissen. Dies missfiel jedoch sehr bald den Brüdern Subic. und es schien. 115. Schon im November 1322. die Republik Venedig und den Ban von Bosnien Stephan" zu vertheidigen. merid. der die Übermacht Nelipics fürchtete. . eroberten die Subic. sich in die kroatisch-dalmatinischen Angelegenheiten einzumischen. I. gleich nach der Abreise Karl Roberts nach Ungarn. Aber auch Nelipic sah nicht müssig zu. In einem Vertrage. Im selben Jahre 1324 bot sich dem Bane Stephan die erste Gelegenheit. den Schlüssel des damaligen Kroatiens. p 348. p. Zuerst wandte er sich an den ihm aufrichtig befreundeten bosnischen Ban Stephan. den Nachbar Nelipics. Bossine et de la Sale et aliorum plurimorum locorum. **) Ljubic. ***) Michae Madii historia (Lucius. Der erste schloss sich ihm der Fürst von Hlivno Mihovilic mit 300 Kriegern an***). den am 13.

und belagerte von hier aus Knin. . Die bos nischen Hilfstruppen flohen nach Hause. Unter dessen kam jedoch Nelipic mit Mihovilic zur Vertheidigung Knins an. und der Zaratiner. setzte er auf eigene Faust den Krieg gegen Nelipid und dessen Verbündete fort. Juni vor Knin zog. und schlug Georgs Heer vollständig. congregato exeroitu diversarum partium Sclavorum tam de comitatu Cliunae. und erwartete die Hilfe Friedrichs. D. Geschichte Bosniens. sich immer in den Ländern Nelipics und dessen Verbündeter aufzuhalten und aus denselben nur zum Zwecke des Kampfes mit Ban Stephan und dessen Bruder aus zuziehen. Juli 1324 sammelte der Fürst von Trau Nicolaus Venerio eine Schaar von 200 Mann. Memorie di Trau. Bajamonte. Georg selbst mit seinen Heerführern und dem Zaratiner Bajamonte fiel dem Sieger in die Hände. 379. . Und auch die Stadt Trau versprach ihm ihre Hilfe. **) Lucio. .**) Über den weiteren Verlauf dieses Krieges haben wir keine Nachrichten. Michae Madii historia cap. Juni) ärgerte und schmerzte den Ban Stephan. zuführte. et etiam de Policio habens secum L. Er lagerte östlich der Stadt auf dem Berge Topolj bei dem Falle des Flusses Krka. und zu „deren Hilfe und Nutzen gegen den bosnischen Ban Stephan. — 145 — spiele folgten die Kneze von Corbavia Kurjakovic. Cornea Georgius sub A. dessen Bruder und dessen Leute zu wirken". Nelipic kam jetzt auch die Stadt Trau zu Hilfe. *) Dom. Den Krieg begann Georg Subic. p. des Fürsten von Zengg. currentibus 1324 mense Junii luce VII. illi vero de Bosna fugam arripuerunt . 23 p. sich mit seinen Leuten Nelipic und dessen Verbündeten an- zuschliessen. dass Ban Stephan Kotromanic gegen Nelipic nicht reussirte. die ihm ein Ab trünniger der Republik Venedig. In einer eigenen Instruction befiehlt der Fürst von Trau dem Hauptmanne Stjepanic.*) Die Niederlage Georg Subics und der bosnischen Truppen (zwischen dem 10.XXX equites et pedites venit Tmimum . . 177. und 13. Am 9. Um sich zu rächen. quam de banatu Bosnae. der mit den Bewohnern von Poljica und den bosnischen Hilfstruppen am 7. 10 . ernannte zu deren Hauptmanne Doimus Stjepanic' und sandte sie Nelipic zur Hilfe. so viel ist jedoch gewiss.

Er erklärte darum auf die Klage der Tragurier. cap. dass auch die anderen Be wohner Dalmatiens lieber nach Bosnien mit ihren Waaren *) Michae Madii bist. sich mit dem bosnischen Bane zu versöhnen. in dem er mit schmeichlerischen Worten den Ban zu gewinnen trachtet. es sei ihm sehr unangenehm. Der darüber erfreute Fürst von Trau sandte am 12. der nach den Verträgen unter seinem Schutz und Schirm stehen sollte. Juni 1326 den beschädigten Nikolaus nach Bosnien zum Bane. und er sei bereit. eben so wie anderen dalmatinischen Städten. So drang zu dieser Zeit der bosnische Unterthan Stjepko Miroslavic in die Gegend des Flusses Cetina und raubte hier dem Bürger von Trau Nikolaus Jakobs Sohn Waaren im Werthe von 2000 Dinaren. 379. unter anderem freies Handelsrecht verliehen. Er hebt hier hervor. hatte er Trau. die Bürger von Trau. dass so etwas einem Bürger von Trau. . Er hatte ihnen darüber eine Urkunde ausgestellt. sich schriftlich verpflichtet. und dadurch gerieth der Handel Traus mit Bosnien in Stockung. — 146 — da Georg Subic noch im März des künftigen Jahres 1325 im Kerker Nelipics schmachtete. Vor allem trachtete er den Bewohnern Traus zu schaden. das geschehene Unrecht gut zu machen und dem Nikolaus Jakobs Sohn den Schaden zu ersetzen. denn er hoffte auf diese Weise die Tragurier mit Nelipic und dessen Bunde zu entzweien. Der Fürst von Trau Nicolaus Venerio machte jetzt den Ver such. als der Beschützerin Traus. Stephan war dies angenehm. ja sogar der Republik Venedig. Doch jetzt. geschah. entzog er den tragu- rischen Handelsleuten seinen Schutz. Die Tragurier erschracken darüber. Als er selbstständiger Ban Bosniens geworden war. mit einem Begleitschreiben. Ja die Bos nier überfielen sogar auf kroatischem Boden die tragurischen Kaufleute und raubten ihnen Waaren und Geld.. nachdem sich Trau seinen Gegnern angeschlossen hatte. 24 p. denn vom Handel mit Bosnien hing ihr Wohlstand ab. *) Bei Ban Stephan wuchs darum der Hass gegen Nelipic und noch mehr gegen dessen Bundesgenossen. ver schiedene Privilegien.

Memorie di Trau. der ihm zugefugt wurde. 10* . de Rachitema nomine vestro. es scheint jedoch. Ussore et Sale et plurimorum aliorum lo- corum... 188. gegen Nelipic und dessen mächtigen An hang." Lucio. 2000 dena- riorum" . den Ban von ganz Slavonien. wenn er dem Bürger Nicolaus Jacobs Sohn den Schaden ersetzt. zu unterwerfen und die Ordnung in Kroatien wiederherzustellen. Friedrich von Veglia und Zengg. dass seit 1322 in Kroatien gar keine Ordnung mehr herrschte und dass es hier zwischen zwei Parteien. Karl Robert war nämlich darüber erzürnt. wenn sie erfahren werden. den Subic's und Nelipic's. — 147 — kommen werden. er habe ihnen keine Genugthuung gegeben. und kurz darauf auch Stephan Kotromanic. Von hier aus wollte er wahrschein lich durch das Thal der Butisnica gegen Knin vordringen *) Der Fürst von Trau schreibt: „magnifico et potenti d. und kam dann nach Kroatien. Alle Gegner Nelipics. qui dictum nostum derobavit prope flumen Cetinae de valore lib.*) Es ist nicht bekannt. atque terrae Chelmi comiti" und sagt ihm.. d. pag. so wird „ex hoc honor vester accrescitur" und „ceterique moratores Dalm. so gar bis zum Kriege gekommen war. Alle Gegner Nelipics kamen ihm entgegen und beschenkten ihn reichlich. schloss sich ihm Friedrich von Veglia an. Er beschloss daher die Partei Nelipics. dass sie hier vollkommen sicher seien. ob Stephan die Bitte der Tra- gurier erfüllte. Er sandte zu diesem Zwecke im Jahre 1326 Mikic.. denn es bot sich ihm gerade jetzt eine günstige Gelegenheit. Stefano libero principi et d. Unterwegs eroberte Mikic die Burgen des Knez Babonic an der kroatisch-slavonischen Gränze. Schon als dieser durch das Unathal gegen Kroatien zog. die Gegnerin des bosnischen Bans und Bundesgenossin des venetianischen Traus. Boznae. „de Stepcho filio Miroslavi . darauf er oberte Mikic die Burg Unac am gleichnamigen Flüsschen im heutigen Bosnien. und dass dadurch das Ansehen des Bans steigen wird. seine Feinde anzugreifen. und hauptsächlich der bosnische Ban Stephan waren über die Ankunft Ban Mikic's erfreut. die Subice. ex hoc fidei vestrae constantiam cognoscentes cum suis mercibus ad partes vestras secure concurrent de aliquo non timentes.

380. 188. Corbaviae filio olim com. et Paulo et Gregorio fratribus dicti com. p. zu gehen. und wünscht Nelipic „den gehofften Sieg und Triumph über die Feinde. . der Unterthanen Subics. nur um Georg Subic zu ärgern und ausserdem in der Hoffnung. Kroatien. Georgio filio Michouilovich voyvode. et de inimicis sicut optat gloriam et triumphum. p. der Vojvode Mihovilic und Knez Tvrtko Vladislavic . wo sie mit grossem Jubel empfangen wurden. Am 25. Budislaui. und es unterstützten ihn auch die dalmatinischen Städte Spalato und Trau. dass Mikic und der bosnische Ban weder Knin noch andere Burgen Nelipics und seiner Verbündeten erobern konnten. Vladislauich . und zog dann nordwärts. p. 28. cap. Der Krieg Nelipics und seiner Partei gegen den Ban Mikic und den bosnischen Ban wurde im Juni 1326 geführt. eine den Subics und dem Bane Stephan verbündete Stadt. amicis suis carissimis tamquam fratribus quam plurimum diligendis. Curiacii. weil er wegen der bevorstehenden Erndte nicht mehr Leute senden kann. d. vertheidigen werde. Im Begleitschreiben entschuldigt sich Venerio. ohne jeden Erfolg. Die Hilfe. Paul und Gregor Kurjakovic. **) Egregiis et potentibus viris d. . — 148 — und diese wichtige Stadt dem Geschlechte Nelipics ent- reissen. Juni sandte der Fürst von Trau Nikolaus Venerio eine Hilfstruppe unter dem Hauptmanne Georg Peröel zu Nelipic. ac Tuartcho filio com. Budislauo com." **) Die Einzelheiten des weiteren Krieges sind uns unbekannt. An seiner Seite standen die Kneze von Cor- bavia Budislav.***) Sie begnügten sich endlich nach Zara. Spa- lato hatte sogar nicht lange vorher Nelipic zu seinem Fürsten gewählt. Tininü et Spalati. cap. Am Rückwege liess er noch in Bihac im Unathale eine Besatzung. Nicolaus Venerio . so viel wissen wir jedoch. *) Aber auch die Partei Nelipics rüstete sich zur Gegenwehr. ***) Finaliter videns (banus) se quod habere uon potest suum intentum de castris Chroatiae abiit in Ungariam. . Mem. Darauf verliess Ban Mikic. Michae Madii histor. salu- tem. com. di Trau. — Lucio. dass sie Nelipic gegen die Anfälle der Clissaner. 28. die im Jahre 1326 Ban Stephan gegen den *) Michae Madii historia. 380. et Nelipitio hon.

welchem diese zwei Söhne gebar. begünstigte ihn das Glück zur selben Zeit auf einer anderen Seite. Die einzige Folge dieser Kämpfe war. sie seien Neffen Ban Stephans. mit seinem Staate zu verbinden. . Illyricum vetus et novum. 130. Während Ban Stephan im Kampfe mit Nelipic den Kürzeren zog. Stephan Kotromanic beunruhigt Curzola."*) Die Ansicht jener ist nicht unglaubwürdig. **) Caroli du Fresne. nützte gar nichts. am 18. welche behaupten. und ausdrücklich ge sagt wird. Stephan Kotro- manic musste auch diesmal seinem Nachbar weichen. ist unbe kannt. welches bisher seit der zweiten Hälfte des 13. und so war jetzt das ganze kroatisch-dalmatinische Küstenland vom Velebit bis zur Cetina unter venetianischer Herrschaft.**) Diese Nachricht ist um so glaubwürdiger." Monum. da später 1347 wirklich zwei Brüder Vladislav und Bogisa Nikolic als Magnaten von Hum erwähnt werden.***) Ban Stephan war mit diesem Erfolge nicht zufrieden. August des folgenden Jahres 1327 unter den Schutz der Venetianer begab. 259. nepotibus domini bani. dass sich die Stadt Spalato. — 149 — mächtigen Nelipic bot. da die Berichte Orbinis darüber werthlos sind. Im Jahre 1325 gelang es ihm nämlich. Wie Hum zu Bosnien fiel. Bogisa und Vladislav Nikolic. ***) »Per Vladislavum et Boghissam Nicolich. dass es schon 1325 unter der Herrschaft Stephans war. darauf habe er seine Schwester Catharina mit Knez Nikolaus verheirathet. Ban Stephan habe den Knez Nikolaus be siegt und das Land Hum erobert. p. *) Siehe Anmerkung Seite 147. Jahrhunderts in den Händen der serbischen Herrscher war. Dem Beispiele Spalatos folgte im Jahre 1329 auch Nona. das Land Hum habe früher ein gewisser Nikolaus unter serbischer Ober hoheit regiert. Juni 1326 „comes terrae Chelmi. Das Land Hum mit der Krajina Makarska und Zavrsje fällt zu Bosnien. das Land Hum oder Zahumlje. es ist jedoch gewiss. Ragusina I. denn der Fürst von Trau nennt ihn am 12. pag. deren Fürst damals Nepilic und deren Hauptmann Budislav Ugrinic waren.

Mon. Die Kacic werden von da an in der Krajina nicht mehr erwähnt. . wurde zu Anfang des 14." Theiner. die Unterthanen dieses Stammes waren damals be rüchtigte Seeräuber und ausserdem auch Patarenen. I. Jahr hundert kam es zu Kroatien. sehen wir aus einem Schreiben desselben Pabstes an Ban Stephan. Mon Hung. welches von jetzt an Krajina hiess. habere noscatur . mit der Hauptstadt Makarska und der Stadt Lap- öanj. zur katholischen Religion zurückkehren möchten. Jahrhundert der kroatische Stamm der Kaöice. p. qui iam viginti annis extitit episcopus Mucarensis. que Almisium nuncupatur. Damit die Bewohner des Gebietes zwischen der Cetina und Neretva. Dieses Gebiet. Aber auch der erste Bischof Valentin hatte kein Bleibens in Makarska. I. im 11. an der Mündung der Cetina im äussersten Norden seines Bisthumes . — 150 — Nachdem er das herrliche Küstenland von Eagusa bis zur Neretva erworben hatte. . *) und die ganze Krajina von der Cetina bis zur Neretva kam unter die Herrschaft des bosnischen Bans Stephan. Dass das Bisthum Makarska im Besitze des bosnischen Bans war. 674. quod licet ipse. cum quibusdam villis et locis in Mucarensi dioecesi consistentibus. und spielte unter dem Namen Zupa Maronia eine Rolle in der kroatischen Geschichte. denn kurz darauf wurde dieses durch den bosnischen Ban Stephan Kotromanic er obert Der Bischof von Makarska Valentin floh nach Al- missa. in qua etiam Almisium ipsum con- sistit. an den Erzbischof von Spalato Dominicus: „Querelam venerabilis fratris nostri Valentini episcopi Mucarensis recepimus continentem. Theiner. propter occupationem infidelium partium de toto episcopatu suo Mucarensi non nisi quan- dam particulam. pag. wünschte er sich auch die Küste nördlich von der Neretva bis zum Flusse Cetina. Nach vielfachen Anstrengungen von Seite der ungarisch-kroatischen Könige und der venetianischen Republik gelang es letzterer im Kreuzzuge von 1276 — 1279 die Macht der Kaöice zu brechen. . Hung. Jahrhunderts das uralte Bisthum Makarska wiederhergestellt. Hier blühte im 12. 675. der sie mit dem kurz vorher erworbenen Lande Hum verband. gehörte einst zum Fürstenthume Neretva. statt ihnen treten hier in den letzten Regierungsjahren Stephan Kotromanics die Kneze *) Im Jahre 1344 schreibt Pabst Klemens VI.

ihm einige ihrer Schiffe zu über lassen. p. und bei so einer Gelegenheit wurde vielleicht der bosnische Knez Mrdes Bogavcic durch einen venetianischen Edelmann ermordet (vor 1358). Slav. deren Nachkommen später unter den Namen Radivojevic. dass die Venetianer. sondern er erwarb auch das herrliche Küstenland von den Mauern Ragusas bis Al- missa an der Mündung der Cetina. die später Radivojevic. siehe : Ljubic. Gojsav Vojsilovic. **) In einer Urkunde Ban Stephans von 1332 werden als Magnaten von Zavrsje genannt: Zupan Ivahan Pribilovic. seine Pläne verhinderten. 352. Divos Tiehoradovie. als die Ober herrn Ragusas und Curzolas. Stanac Vojsalic. Vlatko Dobrovojevic.***) *) Über das erste Auftreten der Bogavöice. war ihm das Glück 1325 und in den folgenden Jahren in anderen Gegenden günstig. Slav. dass er die Insel Curzola gegenüber der Halbinsel Peljesac erobern wollte. nicht mehr er halten. welches später Zapadne-strane (Westland) hiess. konnten sich die kroatischen Zupen. Mon. . pag. — Auch später beunruhigten die bosnischen Magnaten wiederholt die benachbarten Inseln Brazza. merid. Curzola und Lesina. Slav. Branos Ceprnic. Ivan Budisalic. 353. die damals zu Venedig gehörten. ***) Ljubic. Hlivno und Dlamo2 beherrschte. p. um einst ein grosser Staat zu werden. dass bald nach Eroberung Hums der bosnische Ban auch die kroatischen Zupen Dumno. Dadurch war das bos nische Banat das erstemal seit seinem Bestehen bis an das Meer vorgedrungen und hatte dadurch eine neue Unter lage. So kam es. Knez Paval Hrvatinic.*) Nachdem Ban Stephan Kotromani6 die Krajina Ma- karska erworben hatte. Mon. V. Jurjevic und Vukicevic genannt wurden. Zu diesem Zwecke bat er seine Nachbarn die Ragusaner. Durch sein bisheriges Glück erkühnt. aber es scheint. Mon. V. die zwischen Makarska und Bosnien lagen. serb. Ljubic. — Miklosic. mer. 102. wünschte Stephan seine Herrschaft auch über die benachbarten dalmatinischen Inseln auszubreiten. 158. I p. aus denen das Gebiet Zavrsje ent stand. — 151 - Radivoj und Mrdesa Bogavöic auf. merid. Mon. Er unterwarf sich nicht nur das Land Hum und entriss Kroatien mehrere Zupen.**) Während also Ban Stephan im Kampfe gegen den Knez von Cetin-Knin Nelipi6 unterlag. Jurjevic und Vukicevic in der Geschichte Bosniens eine Rolle spielten. Es wird ausdrücklich erwähnt.

Seine Liebe zu dem benachbarten Ragusa bewies der Ban Stephan besonders in den Jahren 1332 und 1333. Kagusina. serb. p. Februar des künftigen Jahres 1333. Der Ragusaner kleine Rath beschloss darum am 23. 72. p. Mon. als noch Mladen Subi6 sein Vormund war. sollte er denselben nicht geben wollen. den Sohn des Marino Mencetic. damit sie mit ihm einen Vertrag schliessen. den ragusanischen Kaufleuten sechs Monate zur Rückkehr aus Bosnien in ihre Heimat zu gewähren. als Stephan Kotromanic das Land Hum mit seinem Banate vereinigte. November desselben Jahres. und sich verpflichtet . ihm ihre Schiffe zu leihen. als Stephan die Polin Elisabeth heirathete. sich dort aufhalten und weggehen" können. wonach die ragusanischen Kaufleute „in seine Länder kommen. so möge man die Ragusa nischen Kaufleute auffordern. im Falle eines Krieges zwischen Bosnien und Ragusa. August 1332 gab Ban Stephan den Ragusanern eine Urkunde. — Am Be ginne seiner Regierung gerieth Ban Stephan mit Ragusa beinahe in Streit. .*) Ban Stephan gab indessen weise nach. und schon am 28. Im Jahre 1329 waren sogar die Ragusaner bereit. Im Sommer des Jahres 1322 nämlich. ***) Miklolic. damit er Curzola angreife. vom Bane Genugthuung und Schadenersatz zu fordern . **) Mon. besonders in den Jahren 1332 und 1333. Ragusina. worin er ihnen ihre alten Handelsprivilegien für Bosnien und Hum bestätigt. Mai 1323 sandte der grosse Rath von Ragusa Gesandte an ihn. I.**) Von dieser Zeit an herrschte Freundschaft und gutes Einvernehmen zwischen dem Bane und Ragusa. Stephan „von Gottes Gnaden Ban von Bosnien und Usora und Soli und Herr des Landes *) Monum. p. mit ihren Waaren nicht mehr die bosnischen Länder aufzusuchen. und noch mehr. Am 15. ohne für die Sicherheit ihrer Person oder ihres Vermögens zu fürchten. I. beraubten bos nische Unterthanen einen Ragusanischen Kaufmann. Die Achtung der Ragusaner wuchs. 85.***) Viel wichtiger ist Stephans Privilegium für die Ragusaner vom 15. 101—103. — 152 - Stephan Kotromani6s Verhältniss zu Ragusa. den Gott abwenden möge.

selbst die Bischöfe residirten nicht mehr in Bosnien. 14. der sich damals gerade unter Srebernik an der Usora aufhielt. p." für ewige Zeiten und verspricht in seinem und seiner Nachkommen Namen. die um Rat liegen. in dem sie den mit Bosnien handelnden Bewohnern von Sebenigo verschiedene Er leichterungen gewährt. Stephan Kotromanic wird ein Anhänger der römischen Kirche (1340). man entnimmt dies unter Anderem auch aus einem Schreiben der venetianischen Re publik vom 14.. Mon. serb.. merid. März 1335. I. für Rat und Stagno dem Bane und seinen Nachkommen jährlich am Tage des heiligen Blasius einen Tribut von 500 Perpers zu bezahlen. p. Im Dezember des folgenden Jahres 1334 schrieb Ban Stephan den Ragusanern einen Brief. Slav. **) Pucic.***) Die Religionsverhältnisse in Bosnien. Es wurde schon erwähnt.. dass die bosnische patarenische Kirche (ecclesia Sclavoniae) auch in Westeuropa einen Ruf erlangte. 105—107. sondern in Dja *) Miklosic. Mon. auch versprachen sie. Die katholische Kirche hingegen verfiel immer mehr . Dadurch erstarkte der Patarenismus im Lande derart. die ihm oder seinen Nachkommen untreu wurden. in dem er ihnen von einem Vertrage berichtet. II. den er mit ihren Kaufleuten des Salzhandels in Drive wegen schloss. Spomenici srbski. ***) Ljubic. — 153 — Hum". schenkt bei dieser Gelegenheit den Ragu- sanern seinen teueren Freunden „ganz Rat und Stagno und Prevlaka und die Inseln. wie wenig nach dem Jahre 1250 gegen die Patarenen in Bosnien ge- than wurde.*) Die Ragu- saner verpflichteten sich andererseits. . . und zwar auch in dem Falle. in die neu erworbenen Orte keine bosnischen Magnaten aufzunehmen. was von Prevlaka bis Loisce ist. und alles. **) Ueberhaupt trachtete Stephan zu dieser Zeit nach einem regeren Handelsverkehr Bosniens mit den be nachbarten Ländern und Staaten. wenn der Ban oder seine Nachkommen nicht mehr die Herrn des Landes Hum sein sollten. diesen Besitz der Ragusaner zu beschützen. p. 443.

395. *) aber dies nützte gar nichts. die katholische Kirche blieb auch ferner dem Verfalle preisgegeben. Ban Stephan kümmerte sich näm lich wenig um die päbstlichen Ermahnungen. und ausserdem eiferte er 1319 den Ban Mladen Subic an. forderte Pabst Bonifacius VIII. Erst als Stephan durch seine Gattin ein Verwandter Karl Roberts wurde. etwas gegen die bosnischen Ketzer zu unter nehmen. erstens weil er selbst entweder griechisch-orientalischer Religion oder ein Patarene war. Benedikt (1316—1317). I. Der päbstliche Legat Fabian *) Theiner. Doch alles war umsonst. Nicht besser war es während der ersten Regierungszeit Stephans. einen Kreuzzug gegen die Ketzer im Banate Bosnien zu predigen . ***) Farlati. Illyricum sacr. und zweitens weil er einen Aufstand der Patarenen fürchtete. während dem Banate Mladen Subics. wollte dem abhelfen. p. darum wollte niemand lange Bischof von Bosnien sein. und ernannte am 3.**) Pabst Johann XXII. Er sandte zu diesem Zwecke den Franciskaner Pater Fabian nach Bosnien als Legat. Ausser dem war auch Stephan zu sehr mit den Kämpfen in Kro atien und Hum beschäftigt. die Kirchen waren eingestürzt. welche gerade um diese Zeit den Schutz der serbischen Herrscher zu suchen begannen. ihn wieder zu gewinnen. wahrscheinlich nach 1322 die römische Kirche verlassen. 57. IV. Juli 1317 zum Bischofe von Bosnien den Dominikanermönch Peter. obwohl ihm 1319 Mladen Subic als eifrigen Feind der Patarenen lobte. . den Erzbischof von Kalocsa Stephan auf. die Geistlichen geflüchtet und die Heilig- thümer Christi dem Spotte ausgesetzt. **) Während kurzer Zeit waren Bischöfe von Bosnien : Nikolaus (1303 —1304). Juni 1325 an Ban Stephan. 154 — kovar. versuchte Pabst Johannes XXII. dessen Gemahlin Elisa beth und König Karl Robert. . und wurde entweder ein Anhänger der griechisch-orien talischen Kirche oder ein Patarene. Schon 1303. Gregor (resignirte 1314). Hung. Mon. Benedikt Guicciardi (1314—1316).***) Aber trotzdem konnte Fabian nicht reussiren. und empfahl ihn durch Sendschreiben vom 5. Stephan Kotromanic hatte nämlich.

sondern verweilte in Ungarn. und auch er ging nach Rom . erst Pabst Nicolaus IV. dass er auch den bosnischen Ban selbst aufgefordert hat. und auf die mehrjährige Thätigkeit dieses Ordens in Bosnien.*) Dies ärgerte jedoch den vom Pabste früher gesandten Pater Fabian . Als jetzt 1326 Pabst Johann XXII. cit. I. 515 und 516. Namens Michael aus Agram. — 155 — konnte desswegen 1326 gar nicht nach Bosnien kommen. zum Pabste und erreichte hier. 513. dass dieser am 1. Juli 1327 den Dominikanern das Inquisionsrecht in Bosnien neuerdings entzog. op. und nach' ihm Bonifacius VIEL begannen Franciskaner einzuführen. Der Pabst dankte für diesen Empfang seines Legaten dem Könige in einem Schreiben vom 12. 514. I. die er zugleich in besonderen Sendschreiben dem Könige Karl Robert. I.**) und dasselbe den Franciskanern ertheilte. p. wo er von dem Könige freundlich empfangen wurde. Mon. (1291). um das Recht der Dominikaner zu bestreiten. aber unterdessen war der Zwist zwischen den Franciskanern und Dominikanern ausgebrochen. dass der Pabst mittels Bulle vom 1. p. Februar 1327 den Domini kanern die bosnische Inquisition wieder anvertraute. . **) Theiner. Hung. welche die Päbste Nikolaus D7. kränkte dies die Dominikaner. Er bewog dadurch den Pabst. Er berief sich auf die Privilegien. Erst im Jahre 1327 konnte der Pabst an ein entschiedeneres Eingreifen in Bosnien denken. cit. Wir sahen. da Bosnien eine Zuflucht für alle Ketzer wurde. dass die römischen Päbste gegen die Patarenen Bosniens Anfangs Dominikaner sandten. Zugleich theilt er ihm mit. und Bonifacius VIEL den Franciskanern ertheilt hatten. August 1327 und bat ihn um fernere Hilfe. mit der Inquisition gegen die bosnischen Ketzer den Franciskaner Fabian betraute. p. ***) Theiner. op. es ging darum ein Dominikaner. die Ketzer aus seinem Banate *) Theiner.***) Pater Fabian eilte jetzt nach Ungarn. dem Erzbischof von Gran und dessen Suffraganen empfahl.

die Franciskaner in ihrer Inquisitionsthätigkeit zu stören. am 16. 177—178). 533.*) Aber alle diese Massregeln nützten auch diesesmal nichts: das Wirken Fabians blieb vollkommen resultatlos. um den Patarenen und anderen Ketzern den Aufenthalt in ihren Städten und deren Gebiet zu ver bieten . der immer unter Ketzern und Schismatikern lebt. 526. Dieser Scandal endete erst. wo dieser Prozess endgiltig entschieden werden sollte. März 1330 den Do minikanern neuerdings verbieten musste. p. op. 518. von der katholischen Kirche abfallen könnte. Mon. dass die bosnischen Bischöfe von nun an nur durch den Pabst selbst ernannt werden sollen. — 156 — zu vertreiben. so dass die Städte Spalato und Trau besondere Gesetze schufen. Schon in Dalmatien fand Fabian in dem Erz- bischofe von Zara einen Gegner. so soll er auf dem Scheiterhaufen verbrannt und sein Vermögen confiscirt werden. dass der bosnische Bischof. die Patarenen in seinem Banate zu verfolgen. t) Theiner. Januar 1331. Dezember 1336 den vom Capitel erwählten Laurenz zum Bischofe Bosniens er *) Theiner. **) Theiner. Zugleich berief der Pabst durch die Erzbischöfe von Spalato und Zara Bevollmächtigte beider Orden vor sein Gericht nach Avignon. p. . Bogomili i Patareni (Rad VII. ■{') Dieser päbstlichen Verordnung wegen kam es im Jahre 1334 nach dem Tode Bischof Peters zu argen Unordnungen.***) Unterdessen begann der Pabst zu fürchten. cit. sollte sich hier dennoch ein Patarene finden. während auch Karl Robert einen Weltlichen der bosnischen Kirche als Bischof aufdrängte. Mon. da sich jetzt das bosnische Capitel selbst einen Bischof wählte.**) Bei diesen Umständen ist es ganz natürlich. p. er verordnete darum mit der Bulle vom 6. so dass Pabst Johann XXII. I. nachdem Pabst Benedikt XII. I. und darauf brach wieder der Streit zwischen Franciskanern und Dominikanern aus. ***) Raöki. dass es Ban Stephan gar nicht versuchte. Hung. am 9. Ja die Patarenen verbreiteten sich um diese Zeit sogar über das benachbarte Kroatien und Dalmatien. p. I. Hung.

Wir haben keine sicheren Nachrichten darüber. Mladen und Paul. dass diese jedoch nichts erreichen können.*) Obwohl jetzt die katholische Kirche Bosniens ein Ober haupt hatte. Budislav und Paul Kurjakovic . p. Dem Pabste Benedikt wurde sogar mitgetheilt. I. 616. nahm der Patarenismus doch immer mehr über hand. dass nicht alle Herrn der Aufforderung des Pabstes folgten. p. an Paul Subic. 608 und 609. Herrn von Ostrovica. darum war er jetzt gerne bereit. doch nicht aus Liebe und Ergebenheit gegen die Kirche.. ob die kroatischen Barone wirklich einen Kriegszug unternahmen oder nicht. Herrn von Kljuö. namentlich die Subice *) Theiner. der katholischen Kirche und dem Pabste beizustehen. Schon seit langer Zeit war er ein wüthender Gegner Ban Stephans. op. da der Ban Stephan selbst und seine Magnaten die Ketzer aufnehmen und beschützen. dass er zwar nach Bosnien die Franciskaner als Inquisitoren sandte. mit vereinigten Kräften das ketzerische Bosnien anzugreifen. als auch dem Könige Karl Robert. Schon am 22. Namentlich richtete er diese Bitte an die Kneze von Corbavia. cit. op.**) Zu dieser Zeit bot dem Pabste der kroatische Knez Nelipic seine Dienste an.***) Im Einladungs schreiben sagt der Pabst. sondern aus Rache gegen Stephan Kotromanic. an die Kneze von Veglia und Zengg Doimus und Bartholomaeus . op. cit. I. an Nelipic selbst und dessenNeffen Constantin. Mai 1337 forderte er alle kroatischen Barone auf. an die Subi6 und zwar Georg. . ***) Idem. Gewiss ist es nur. 617. Pabst Benedikt XII. und dasselbe thun auch die bosnischen Magnaten. Er fordert darum die kroatischen Barone auf. 616—617. die Söhne Georgs von Clissa (f 1330). — 157 — nannte. war sehr erfreut. cit. dass selbst Ban Stephan die patarenischen Ketzer aufnehme und be schütze. Der Pabst empfiehlt den Bischof Bosniens sowohl dem Bane Stephan. p. dem Beispiele Nelipics zu folgen. **) Theiner. der sich bereit erklärte die katholische Kirche zu vertheidigen. als er die Ab sicht Nelipics vernahm. Gregor.

dass es zwischen Nelipic und Ban Stephan zum Kampfe kam. Diesesmal standen die Bürger von Trau nicht an der Seite Nelipics. August das Kapitel und verbot. Gleich im folgenden Jahre 1338 war in Dalmatien und Kroatien ein bosnisches Heer. welches beinahe ganz aus Patarenen bestand. obwohl sie im dritten und -vierten Grade verwandt waren. aber die Bürger erklärten. Um die Mitte des Monats August sollte dieses Heer durch das Gebiet der Stadt Trau gegen Clissa ziehen. welches Zupan Ostoja und Bogdan Grdosevic befehligten. wie im Jahre 1326. *) Lucio. oder es demselben zu entreissen. der Tochter Georg Subics. in Venedig Waffen im Werthe von 300 Libras zu kaufen. mit Helena.*) Auch im künftigen Jahre 1339 hat vielleicht Ban Stephan in Kroatien mit Nelipic gekämpft. August das bosnische Heer durch ihr Gebiet zog. versammelte er am 17. besorgt um das Wohl ihrer Stadt. eine Gesandtschaft vor dessen Führer und be- grüssten und beschenkten diese. Memorie di Trau. als am 19. Infolge dessen that der erzürnte Bischof diese Gesandtschaft in den kirchlichen Bann . die des bosnischen Bans Verwandte und Bundes genossen gegen Nelipic waren. sie haben nur aus Furcht vor den Bosniern so gehandelt und haben dadurch keinen grossen Fehler begangen. wir wissen nicht ob um es gegen Nelipic zu vertheidigen. 234. indem er Vladislav mit Helena ohne päbstliche Dispens vermählte. . Doch die Tragurier. sondern sie schlossen sich Ban Stephan an. Gewiss ist es auch. wo er Vladislav. Mai erlaubten die Venetianer letzterem. p. obwohl er selbst dem Pabste als Freund der Ketzer angegeben war. den Bruder Ban Stephans. sandten dennoch. den Bewohnern von Trau unter kirchlichen Strafen jeden Verkehr mit dem bosnischen Heere. Als dies der Bischof von Trau Lam- pridius erfuhr. — 158 — nicht. Ja der Bischof habe sogar einen viel grösseren Fehler begangen. denn am 18. Nach dem Befehle des bos nischen Bans sollte dieses Heer gegen Clissa ziehen. traute. da erst kurz vorher der Bischof selbst in Clissa unter den Ketzern war.

p. da Ban Stephan die katholische Religion annahm. nachdem er früher dessen Ankunft dem Bane Stephan gemeldet hatte. Stephan hörte ihm freundlich zu und gestand ihm dann. Er nennt hier die Tragurier seine „geehrten Freunde".*) Der Krieg zog sich bis 1340 dahin. kam ihm der Ban entgegen und empfing ihn sehr ehrenvoll. August 1340 ihren Verwaltern in Dalmatien. II. durch sein eigenes Ansehen Ban Stephan zur Nachgiebigkeit zu bewegen. diese mögen alles zur Vertheidigung der venetianischen Städte anwenden. Ausserdem schrieben sie am 30. habe sich Ban Stephan neuerdings mit Trau entzweit. 224. General des Franciskaner . gegen die er die „aufrichtigsten Gefühle" hat. In diesem Jahre scheint es. sie eiferten darum die kroatischen Barone zur Ein tracht gegen ihren König an. . Gerhard begann sogleich dem Bane zuzureden. dass sich der Pabst 1337 an die kroatischen Barone wandte. **) Doch unterdessen fiel der eigentliche Vorwand zu weiteren Kämpfen weg. merid. die Patarenen in seinem *) Idem. und im Nothfalle auch an Ban Stephan Gesandte senden. die katholische Religion anzunehmen. Pabst Benedikt XII. und dieser sandte ihn sogleich nach Bosnien. — 159 — Dieser stellte darum am 7. Mon. und sich vorbereitet. Dem Könige Karl Robert war es näm lich nicht angenehm. Zur selben Zeit be reitete sich auch König Karl Robert. nach Ungarn zu Karl Robert. persönlich in Kroatien und Dalmatien einzufallen. sandte darauf 1339 seinen Legat Gerhard. 83—85. er versuchte es darum. Sobald er sich den Gränzen Bosniens nahte.Ordens. p. dass er nicht ungeneigt wäre. Slav. cit. Oktober 1339 dem Fürsten von Trau Philipp eine Urkunde aus. nach Kroatien zu kommen. Durch Karl Robert unterstützt erreichte Gerhard bald sein Ziel. **) Ljubic. Die Venetianer fürchteten jetzt für ihre Stadt Trau. op. in der er den Bewohnern von Trau für ihre besondere Liebe gegen ihn volle Handels freiheit in seinem Banate gewährt und ihnen für jeden Schaden Ersatz verspricht.

und sandte am 28. 633. ac consiliis et auxiliis opportunis.. . Dem Beispiele des Bans folgten auch viele *) Der Pabst antwortete seinem Gesandten : „Recepimus litteras con- tinentes.. Mon Hung. I." . viis et studiis. Auch Benedikt XII hoffte jetzt das Beste. und das dritte an seinen Gesandten Gerhard. . quibus melius cognoveris expedire. quod tu. und berichtete diesen Erfolg sogleich dem Pabste. p.. Pater Gerhard war von der Bereitwilligkeit Stephans überrascht.. der dem bosnischen Bane seit Vereinigung Hums mit Bosnien ohnedies nicht freundlich gesinnt war. ut omnes ecclesie. quos habet sue terre vicinos. eines an Ban Stephan. et in eis divina officia secundum ritum et morem ecclesiasticum ac ndelium celebrentur .. eines an Karl Robert. qui propter mukos hereticos . wenn ihn nur der Pabst und König Karl Robert ausgiebig unterstützen wollten. que nunc ibi iacent dirute et destructe . „ut in principatu bosnensi cultus restauretur divinus. — 160 — Lande auszurotten. ad inductionem carissimi in Christo filii nostri Caroli regis Ungarie illustris ad preseneiam nobilis viri Stephani bani bosnensis te personaliter contulisti. propter scismaticos. .. Februar 1340 drei Schreiben. Aber trotz dieser Gefahr zeigte sich Ban Stephan bereit den Wunsch des Pabstes zu erfüllen. dem Bane behilflich zu sein „omnibus modis.**) Nachdem der Pabst in diesem Schreiben dem Bane Stephan seine. in pristinum statum resurgant et re- staurentur. im Falle einer Verfolgung. nahm der Ban noch im selben Jahre die katholische Religion an. . keinen Anlass zur Einmischung in bosnische Angelegenheiten zu geben. quodque idem banus tibi obviam occurrens in via te honorabiliter recepit . . I. dass Ban Stephan bereit sei. dass die Patarenen. und nur darum alle religiösen Streitigkeiten in seinem Lande vermied. des ungarisch-kroa tischen Königs und aller Rechtgläubigen Hilfe versprochen hatte. 632—633. quorum scismaticorum auxilium dicti heretici in- vocarent. dass Ban Stephan damals den serbischen König Stephan Dusan leb haft fürchtete. p." Theiner." Im Schreiben an den König Karl Robert fordert der Pabst den König auf. est sublatus . Hung. . um König Stephan Dusan. die Schismatiker zu Hilfe rufen würden. doch fürchtet er. si se de terra predicta cognoscent extirpandos.*) Aus dieser Erklärung ersehen wir. **) Theiner.. Mon. In dem Schreiben an Ban Stephan drückt der Pabst seine Freude darüber aus.

Mon Slav. gleich nachdem Stephan zum Katholicismus über getreten war. Dazu kam auch noch das neu begrün dete Bisthum von Duvno (Delminium). H . te vero fidei luce perfusum ac imbutum doctrina evangelice veritatis ad unitatem sancte romane et catholice ac apostolice ecclesie revocavit" und dann bittet er: „quatenus venerabilem fratrem nostrum Valentinum (episcopum mucarensem) in suo episcopatu. Juni 1 345 empfahl Pabst Klemens VI. Oktober desselben Jahres bittet Pabst Klemens VI. da jedoch dieser 1344 resignirte. Mon. und so waren im Gebiete seines Ba- nates zwei Bisthümer wieder hergestellt : das bosnische und das von Makarska.**) Der Ban erfüllte diesen Wunsch des Pabstes. wurde für die Westtheile des bosnischen Banates das Bis thum Delminium in Duvno erneuert. den neuen Bischof von Duvno dem Schutze Ban Stephans." Theiner. p. Der bosnische Bischof konnte jetzt in sein Bisthum zurückkehren. 674. ihm sein Bisthum zurückgeben. benigne recipias. quod summus ille celestis agricola ." Theiner. 211. da ihn dieser „zur Erneuerung der Metropolitankirche und anderer zerstörter Kirchen in Bosnien brauche. Mon. Hung.."*) Am 1. ernannte der Pabst am 20. ***) Schon um 1340.. und wirklich wurde auch mittels päbstlicher Bulle vom 13. I. Der erste delminische Bischof war ein gewisser Madius. mer. Hung. qui in terra tue dicioni subjecta consistit. da sein Bisthum durch die langjährige Noth ohnedies vollständig verarmt ist. wirkte er später zu Gunsten des bosnischen Bischofs im Streite mit den Franciskanern des Zehents wegen. und Ban Stephan unter stützte von nun an die römische Kirche bei jeder Gelegen heit. p. Juni 1344 der Zehent dem Bischofe zugesprochen. er möge den schon seit zwanzig Jahren seines Bisthums beraubten Bischof von Makarska Valentin wieder aufnehmen. ihm den Zehent und alle bischöflichen Rechte gewähren. 831.***) So waren jetzt im Reiche Stephans drei katholische Bisthümer: das bosnische für das *) Theiner. und am 20. den Ban Stephan. **) In der Einleitung dieses Briefes sagt der Pabst: „Ingentem ma- teriam gaudiorum suscepimus.. I. Zugleich mit Pabst Klemens VI. p. — 161 — bosnische Barone. Juni 1345 zum Bischof einen gewissen Johannes und em pfahl denselben „ archiepiscopo Spalatensi et Stephano Bano principi Rasciensi (Bosnensi). Geschichte Bosniens. I. so dass die katholische Kirche in Bosnien wieder ein Ansehen erlangte.

. Zu Gesandten wurden Pas- quale Guöeti'6 und Marino Bunic gewählt. da er nach Ungarn reisen muss. die dem Bane entgegen gehen. . 15. ihn und seine Barone begrüssen und sie mit Geschenken ehren sollten. *) Crayslavus nuntius nobilis et potentis viri domini Stephani dei gratia incliti bani bossine . . Juli abberufen. Zavrsje und Krajina. Am 11. Der Zwist mit Kagusa (1344).*) Auch um die Mitte des Jahres 1344 war Ban Stephan mit den Ragusanern in gutem Einvernehmen. die Nikolice. als neuer Herr des Landes Hum. das erste gehörte zum Erz- bisthum Kalocsa und die anderen zwei zum Erzbisthum Spalato. Ende Juni sollte der Ban in das Land Hum kommen. . die zwischen Ban Stephan und Ragusa in den Jahren 1332 — 1334 bestand. veniens in presentiam domini comitis . ut de- gnerentur eodem nuntio dare et solvere pro ipso domino bano yperperos . arp. gaben dafür gerne den ver sprochenen jährlichen Tribut von fünfhundert Perpers. Noch im selben Jahre geriethen des Bans Neffen. in dncatis de auro. Die schöne Ein tracht. Juli 1333 sandte Ban Stephan seinen Gesandten Krajs- lav nach Ragusa mit der Bitte. die Ragusaner mögen ihm diesmal den Tribut statt in Perpers in Ducaten zahlen. . et quia opportebat ipsum ire in Ungariam . . Die Ragusaner. dem Bane Ge sandte entgegen zu schicken. die vom Bane Stagno. darum wurde die ragusanische Gesandtschaft am 31. den Ban dazu zu bewegen. Juni. — 162 — eigentliche Bosnien. dass er den Ragusanern das für sie wichtige Inselchen Posrednica (Postarnica) an der Mündung der Neretva ab trete. Ban Stephan aber. den selben jetzt nicht übergeben wollte. . cum multa stantia rogavit eosdem ex parte ipsius domini bani. Diese Gesandten sollten unter anderem auch versuchen. II. der grosse Rath von Ragusa beschloss darum am 20. . und die von Makarska und Delminium für Hum. dauerte auch weiter mehrere Jahre lang. . Rat (Peljesac) und Prevlaka erhalten hatten. Pucic. Ban Stephan kam aber wahrscheinlich diesmal nicht nach Hum. welches Kaiser Dusan früher den Ragusanern schenkte. Sporn.

p. f) Mon. Januar der Rath der Gebetenen be schlossen hatte. p. 155. I. 157. nachdem auch der Ban selbst die Ragusaner zu be unruhigen begann. I. Am 16." Mon." Mon. captum. 162. I. — 163 — Kneze von Hum und Herren von Popovo-polje. Ragus. 259. 156. denn schon am 2. 11* .**) Doch dieser Zwist endete schon im folgenden Jahre 1345. März 1347 beschloss der Rath der Gebetenen von Ra gusa : „de mittendo unum cursorem ad dominum banum Bossine cum litteris dominationis conquirendo de delusione nobis facta per Vladislaum et Boghissam Nikolich. **) „quod cum ad presens novitas magna sit in partibus a bano. ein Verwandter *) Monumenta Ragusina I. Juli 1342 starb König Karl Robert. November wählte der grosse Rath eine neue Gesandtschaft nach Bosnien. 248 ft) Am 31. p. Ragus. quod precibus et amore domini bani Bossine eidem domino bano de gracia concedatur gallea furnita et pa- rata gente et omnibus opportunis ad servitium ipsius domini Bani. Mon. rog.*) Und wirklich wurde auch eine Gesandtschaft nach Bosnien geschickt. ***) Ebenso wurden ein Jahr darauf auch die Handelsverhältnisse zwischen Ragusa und Bosnien neu geordnet. der von diesem Ersatz des durch ihn und seine Angehörigen ragusanischen Unterthanen zugefügten Schadens fordern sollte . 169. doch Ban Stephan scheint die Klage der Ragu- saner nicht erhört zu haben. Rag. ■{"{-) Stephan Kotromanic mischt sich zum zweiten Male in kroatische Angelegenheiten (1345 und 1346). ***) In consil. nachdem am 23. Rag. mit der Stadt Ragusa in Streit. Oktober beschloss der Rath der Gebetenen (consilium rogatorum) in Ragusa einen Menschen an Nikolic zu senden. nepotibus domini bani. 163. p. -j-) Des Bans Neffen Vladislav und Bogisa Nikolic beunruhigten zwar auch später wiederholt Ragusaner Unterthanen und schädigten diese. p. so werden sie sich bei Ban Stephan selbst beklagen. I. Am 16. dem Bane auf seine Bitten und mit Rück sicht auf seine Freundschaft ein ganz zu seinem Gebrauche bestimmtes Schiff abzutreten. sollte er dies nicht thun wollen. doch es kam deswegen nicht mehr zu Zwistigkeiten zwischen Ban Stephan und den Ragusanern.

Dieser Bund war offenbar gegen den neuen ungarisch-kroatischen König Ludwig I. op. Zur selben Zeit. **) Ljubic. die grosse Macht des bosnischen Bans berücksichtigend. Im Jahre 1343 sandte er seinen Gesandten zu den Venetianern. Juli 1343 einen Hauptmann für das Heer gegen Nelipic ernannte. der durch zwanzig Jahre sein treuer Anhänger war und auf seinen Rath die katho lische Religion annahm. so soll dieser nur zur Vertheidigung Bos niens und der kroatisch-dalmatinischen Gebiete geschlossen werden. dieser möge die Republik in ihrer Unternehmung nicht hindern. cit. war im Prinzipe dem Bunde nicht abgeneigt. mer. (1342 — 1382). den selben jedoch nicht im Namen der Republik zu schliessen. Die Republik. erlaubte der venetianische Rath dem bosnischen Gesandten. ja deren Namen überhaupt gar nicht zu erwähnen. vertheidigen zu können . gegen die sie damals Krieg führte. — 164 — des Bans Stephan Kotromanic. weil sie sich nicht nur vor König Ludwig fürchtete. Seinem Sohne und Nachfolger. II. um diesen seine Bundesgenossenschaft anzubieten und von ihnen Waffen zu kaufen. sondern sogar auch der serbische König Stephan Dusan. dem damals noch jungen König Ludwig I. Juli. war Ban Stephan Anfangs nicht sehr ergeben. Dieser Bund sollte zwischen dem Bane und der Republik geschlossen werden. sandte sie auch Jakob Venerio zum Bane mit der Bitte.*) Die Republik Venedig war überhaupt dem Bane Stephan sehr geneigt. gerichtet. p. . am 8. sie gestattete darum den Verwaltern ihrer dalmatinischen Städte mit dem Bane über den Bund zu verhandeln. wenn er dazu geneigt wäre. Sollte der König von Serbien dem Bunde nicht beitreten wollen. Als die Republik am 31. Slav. sondern auch vor dem kroatischen Knez Nelipic und seinem Neffen Constantin. da sie hoffte. p. II. Mon. 186. und es sollten ihm nicht nur die kroatischen Barone und dalmatinischen Städte beitreten. auf diese Weise ihre dalmatinischen Städte eventuell gegen Ludwig I. 181—182. eine Anzahl Waffen aus Venedig aus zuführen. **) Im Jahre 1344 schlug unterdessen Stephan einen andern *) Ljubic.

und dass sich diese beiden Mächte mit vereinten Kräften den hegemonischen Bestrebungen König Ludwigs widersetzten. der noch kurz vorher selbst einen solchen Bund vorschlug. die ihrem verstorbenen Gemahle in der Energie gar nicht nachstand. diesen Schlüssel Kroatiens gegen jedermann zu vertheidigen. Er hinterliess einen jugend lichen Sohn Ivan und eine heldenmüthige Wittwe Vladis- lava. der hervorragendste kroatische Magnat und geschworene Gegner des bosnischen Bans. energisch danach zu streben. Trotz aller Anstrengungen war es Karl Robert nicht . Gerade zu dieser Zeit begann König Ludwig I. die Macht der kroatischen Barone zu brechen. Almissa und Seardona. Die Schwester Mladens Helena. die Herren von Zengg. die die wichtige Stadt Ostrovica besassen. — 165 — Weg ein. die Schwester Dusans des Grossen. da er in ihm den einzigen Schutz gegen die Übermacht Dusans erblickte. dass Dusan der natürliche Verbündete der Venetianishen Republik war. der in seinen letzten Regierungsjahren Bosnien und auch die Herrschaft Ludwigs in Kroatien und Dalmatien ernstlich bedrohte. der Herr von Clissa. und Mladen selbst hatte zur Frau Leljka. war mit Vladis- lav. entschlossen. dem Bruder des bosnischen Bans Stephan. Ausser den Subics und Nelipics waren zu dieser Zeit mächtige Barone die Brüder Gregor und Budislav Kurjakovic. und besonders ihr Neffe Mladen III. vermählt. Ban Stephan Kotromanic.. Kneze von Corbavia. Vinodol und der Zupa Gacka. so ist es klar. Von dem Geschlechte Subic ragen zu dieser Zeit die Brüder Paul und Gregor hervor. dann die Kneze von Veglia Barthol und Doimus. sondern auch gegen Venedig und den serbischen König gerichtet war. hielt sich von nun an beinahe fortwährend an König Ludwig und vertraute sich ihm endlich vollkommen an. Im Mai oder Juni 1344 starb in Kroatien Knez Nelipic. Sie hielt mit ihrem Sohne die wichtige Stadt Knin. den Venetianern die dalmatinischen Städte zu entreissen und endlich den immer mächtiger werdenden serbischen König Dusan zu schwächen. Nach dem die Politik Ludwigs nicht nur gegen die kroatischen Magnaten.

Als der Ban sah. und die Republik beauftragte darum ihre Verwalter in den dalmatinischen Städten. Ost- rovica. Scardona. Die gemeinsame Ge fahr verband jetzt die kroatischen Herrn mit den Venetianern. So lange der König diese wichtigen Orte nicht besass. Schon im Jahre 1344 drohte Gefahr den kroatischen Baro nen. Nachdem der zurück kehrende Gesandte dies dem Bane meldete. seine Pläne in Kroatien durchzuführen. plünderte er das ganze Thal von Knin. Schon im September 1344 sammelte König Ludwig ein grosses Heer. die die Burgen Knin. damit es die festen Burgen der königlichen Macht unterwerfe. ganz Kroatien in den Händen dieser mächtigen Dynasten. Bribir. doch als er diese wichtige Feste erobern wollte. den kräftigsten Widerstand. König Ludwig bereite sich nach Kroatien zu kommen. Vladislava und ihr Sohn hatten sich zwar dem Könige . sie werde einen Gesandten zum Könige senden und sich unterwerfen. und sandte es nach Kroatien. — 166 — gelungen. und stellte im Namen Vladislavas und ihres Sohnes Ivan diese und alle ihre Güter und Burgen in des Königs Schutz. So fand auch König Ludwig I. die Macht dieser Barone zu brechen. damit ihre Burgen nicht in die Hände der Ungarn fallen. konnte er auch nicht hoffen. Vladislava machte ihm unter dessen den Vorschlag. sie mögen trachten die kroatischen Herrn zur Eintracht zu bewegen. dass bald ein ungarisches Heer nach Kroatien hommen werde. Ban Nikolaus zog durch Corbavia vor Knin . der Wittwe Nelipics. Ihr Gesandter ging auch wirklich zu König Ludwig. fand er von Seite Vladislavas. und zerstörte die umliegenden Ortschaften. Aber sehr bald kam es wieder zu Missverständnissen. Clissa und Almissa besassen. vertraute dasselbe dem Bane von Slavonien Nikolaus. Kljuö. Die Furcht der Kroaten und Venetianer war nicht gegenstandslos. glaubte dieser sein Ziel erreicht zu haben und verliess darum Knin und zog mit seinem Heere nach Ungarn zurück. da es verlautete. dass er die feste Stadt nicht einnehmen könne. August 1344 wusste man in Venedig. Schon am 30. um hier die Magnaten zu unterwerfen und ihnen die Burgen zu entreissen.

Am 13. um von hier die Kneze von Corbavia. widersetzton sich ihm neuerdings die kroatischen Grossen zugleich mit Vladislava und kündigten ihm auf den Vor schlag Gregor Kurjakovics den Gehorsam.000 Mann und forderte auch seinen Verwandten. festen Burg bei dem heutigen Dorfe Kurjak. Juli 1345 zog König Ludwig selbst an der Spitze seines Heeres gegen Kroatien. Juni sandten die Venetianer ihre Gesandten zu Kurjakovic und Vladislava Nelipic. westlich von Udbina. Juli gaben sie dem Knez Mladen Subic eine Anzahl Waffen und sandten ihr Heer zur Vertheidigung der dalmatinischen Städte. die Kurjakovice anzu greifen. November 1344 ihre Providuren in Dalmatien. Er kam glücklich bis Biha6 an der Una. sich mit seinen Leuten dem königlichen Heere anzuschliessen. wohnten. Sie beauf tragten zu diesem Zwecke am 11. doch nicht bedingungslos. Er sammelte zu diesem Zwecke selbst ein grosses Heer von 20. Als jetzt der König in den übergebenen Städten eine neue Verwaltung einführen wollte. welche nach Abzug des ungarischen Heeres aus Kroatien versuchten.000 Mann zählendem Heere. Zu diesem neuen Widerstande Vladislavas und der übrigen kroatischen Barone trugen auch die Venetianer vieles bei. die Kroaten zum Abfalle von König Ludwig zu bewegen. und am 5. und er beschloss dieselben um jeden Preis zum Gehorsam zu zwingen. die damals in ihrer uralten. Juni 1345 wusste man in Venedig vom Kriegszuge Ludwigs gegen Kroatien und am 17. Schon am 7.*) *) Den Krieg König Ludwigs beschreibt uns ausführlich ein ano . den bosnischen Ban Stephan auf. wo sich ihm der bosnische Ban Kotromanic und mehrere andere Fürsten anschlossen. — 167 — unterworfen und die Uebergabe ihrer Festen versprochen. sie mögen die kroatischen Herren zur Schliessung eines Bundes bewegen. König Ludwig war über den neuerlichen Widerstand der Kroaten sehr erbittert. Un weit Bihac an der Quelle des Baches Klokot lagerte der König mit seinem jetzt 30. um sie zum Ausharren aufzufordern . und ihnen in diesem Falle auch die Hilfe der Venetianer versprechen.

der sie freundlich aufnahm. 15). Sie kam selbst vor König Ludwig. — Vergleiche auch : Joannis de Thwrocz Chronica Hungarorum II. August mit Bau Stephan Kroatien. pag. als sie die dalmatischen Städte in ihren Schutz nahmen. I. Die kroatischen Barone und vor allem die Kurjakovice und die Wittwe Nelipic's. Diese nymer Zeitgenosse in seinem Werke: Obsidionis Jadrensis libri duo. um ihm zu huldigen. kamen nicht nur kroa tische Barone vor ihn. Sie hatten. . sondern auch die mit der vene- tianischen Regierung schon lange unzufriedenen Zaratiner sandten eine Gesandtschaft. — 168 — König Ludwig lagerte am Klokot achtzehn Tage. denn die Kneze Subic wollten weder ihre Festen übergeben. cap. die die dalmatinischen Städte sozusagen durch List in ihre Hände bekommen hatten.» 389). de Regno Dalm. cap. und sie fürchteten darum jetzt. um ihre Burgen Ostrovica. Mehr als die Kroaten hatten diesmal die Venetianer. Dieser Erfolg des Königs war jedoch nur ein halber. 8 und die Chronik Johannes Tomasics aus dem XVI. sondern sie schlossen sich nur noch mehr den Venetianern an. Scardona und Clissa zu erhalten. Diese Furcht der Venetianer hatte sich wirklich theilweise erfüllt. Der König wollte jetzt keinen grösseren Feldzug unternehmen und verliess darum schon vor dem 10. und seinem Beispiele folgte Vladislava von Knin mit ihrem Sohne Ivan. Jahrhundert (Arkiv za jug. die Ankunft Ludwigs zu fürchten. Als nämlich König Ludwig im Lager bei Biha6 weilte. 7 (Lucius. und ihrem Sohne Ivan im Tausche für die Stadt Knin einen Theil des Feldes von Cetin mit der Stadt Sinj gab. et Croatiae. poviest. Der erste unterwarf sich Gregor Kurjakovic im Namen seines Geschlechtes. ausdrücklich hervorgehoben. nachdem er in Knin Ban Niko laus mit einer kleinen Besatzung zurückgelassen hatte. noch sich selbst unterwerfen. dass sie das Recht der ungarisch-kroatischen Könige auf diese Städte aner kennen. erschraken vor der grossen Heeresmacht des Königs und beschlossen sich freiwillig zu unterwerfen. dass die dalma tinischen Städte während der Anwesenheit Ludwigs in Kroatien von ihnen abfallen und sich ihrem rechtmässigen Herrscher anschliessen würden. IX. pag.

mer. sie mögen sich nicht durch die Venetianer über listen lassen und mit ihnen einen Waffenstillstand schliessen. die Stadt Zara empfindlich zu strafen. . die Macht der Bane Stephan und Nikolaus fürchtend. August belagerten zehn venetianische Schiffe Zara und die Belagerung dauerte bis 1 5. belagerten die Venetianer Zara mit einer noch mächtigeren Flotte. verlassen hatte. sondern beauftragte den kroatischen Bau Nikolaus und den bosnischen Ban Stephan. Die Venetianer war auch der serbische Kaiser Stephan DuSan zu unterstützen bereit. Die Anführer des venetianischen Heeres liessen sich nämlich. Schon am 13. zum erneuerten Abfall von Ludwig und zum Anschlusse an Venedig. hofften die unglücklichen Zaratiner einzig durch König Ludwig auf Erlösung. Dieser konnte selbst nicht kommen. Gregor und Budislav Kurjakovic. Die Zaratiner beschworen zwar noch am 13. beschlossen sie am 10. da er gut wusste. — 169 — That der Zaratiner beunruhigte natürlich die Venetianer sehr. No vember 1345 lagerten das kroatische Heer und die bos nischen Truppen unter Ban Stephan bei Mogorova-Dubrava in der Nähe von Vrana. Die Zaratiner baten jetzt König Ludwig um Hilfe. Sobald Ludwig Kroatien . August 1345. 279. p. um sie von Zara zu entfernen. November den Ban Stephan und seinen Genossen Nikolaus. doch bald sollte sich ihre Freude in Trauer verwandeln. Sep tember 1345 die venetianischen Schiffe geschlagen hatten. verbanden sich die Venetianer mit den kroatischen Knezen Paul und Mladen Subi6. Schon am 6. *) Ljubic. dem belagerten Zara zu helfen. dass der Sieg der venetianischen Waffen auch sein Sieg sei. mit diesen in Verhandlungen ein. II. Dezember 1346. um die Venetianer zurückzu schlagen. Mon. Die Zaratiner waren Anfangs über diese Hilfe sehr erfreut. *) Während die Venetianer während der langwierigen Belagerung Zaras bei den von König Ludwig abtrünnigen kroatischen Magnaten Hilfe suchten. Slav. Um die Zaratiner leichter zu unterwerfen. Nachdem die Zaratiner am 6. ja sie bewegten sogar die Kneze von Corbaria. den alten Gegnern König Ludwigs.

II.. Jadr. lib.. Beide Bane hatten ihr Lager bei Morgorova-Dubrava aufgehoben. p.*) Am 20. I. Den selben Tag schrieb der Rath von Venedig seinen Befehls habern vor Zara. gentibus. denn beide Bane schlossen zwischen dem 13. Aber ihre Bitten waren erfolglos. 398. **) Über die Bedingungen des Waffenstillstandes schreiben die Veneti aner selbst: „in compositione facta cum bano Bosne et Hungaris promissum fuit pro parte nostra non invadere. König Ludwig tröstete sie in einem freundlichen Schreiben. und Ban Stephan kehrte nach Bosnien zurück. terris seu possessionibus domini regis Ungarie et regni sui. Sie sandten darum eine Gesandtschaft von drei Personen zu König Ludwig. Man sieht also. 29.**) Doch umso ungünstiger war er den Zaratinern. No vember mit den Venetianern einen Waffenstillstand und überliessen Zara seinem Schicksale. dass die Venetianer diesen Waffen stillstand für sehr günstig ansahen. mer. der ihnen erst unlängst geholfen hatte. nobilibus. Die Venetianer fürchteten die grosse Macht des Königs. *) Der anonyme Geschichtsschreiber der Belagerung Zaras wirft dem bosnischen Bane ausdrücklich vor. November stand das kroatisch-bosnische Heer nicht mehr vor Zara. und wollten sich darum mit ihm auf friedliche Weise verständigen. dass er selbst ihnen mit einem grossen Heere zu Hilfe kommen werde. um sich ihm zu beklagen und von ihm ergiebige Hilfe zu er bitten." Ljubic. pag. — 170 — sondern sie mögen des Königs Befehle ausführen und seine Unterthanen beschützen. Slav. Ausser diesem wendeten sie sich auch an den bos nischen Ban Stephan. die jetzt der venetianischen Be lagerung ganz allein ausgesetzt waren. Ludwig bereitete sich auch wirklich im März 1346 ganz ernstlich zum Zuge nach Zara. Sie ver suchten dies durch die Vermittlung des Herzogs von Oester- reich. sie mögen Gott für den geschlossenen Waffenstillstand und den Abzug des ungarischen Heeres danken. tenere seu occupare de iuribus. . Mon. et numismate Venetico . er habe sich von den Veneti anern bestechen lassen: „Sed ille Stephanus banus cum eorum compli- cibus et majoribus tyronibus ipsius exercitus potius crumenam auro. cap. und versprach ihnen am 3. März 1346. 305.. Ban Nikolaus zog nord wärts. und 20. elegerunt resarcire." Obsid.

cit. sandten dem bosnischen Bane Geschenke im Werthe von tausend Dukaten. t) Ljubiö. op. IL p. . um „ihm zu danken für das Wohlwollen. 318. da Zara schon seit dreihundert Jahren eine venetianische Stadt ist. IL p. 339. und sie bitten den bosnischen Ban um seine Beihilfe. cit. op. sich des besseren Erfolges wegen an den Franciscaner-Vorstand Peregrinus um Rath zu wenden. Februar sandten die Venetianer zwei Gesandte zu Ban Stephan.-J-) Und um dem Bane ihre grosse Freundschaft zu beweisen.-j"j-) Ueber weitere Verhandlungen haben wir keine Nachrichten. das er für ihre Commune hatte und noch hat.***) Ebenso bekam der Franciskaner Peregrin als Vermittler ein Honorar von 100 Dukaten. beschenkten sie seinen Gesandten wieder mit 50 Dukaten. IL p. IL p. Schon am 13. und dies ist nicht gerecht. 333. die Vene tianer. tt) Wem. IL p. ob es überhaupt nützlich wäre zum Bane selbst zu gehen. und dann trug er sich ihnen zum Vermittler bei König Ludwig an. cit. April. Mon. — 171 — und der auch mächtig war.**) Schon am 8. sie können jedoch kein Verständniss erzielen. Diesmal leistete Ban Stephan den Vene tianern auch wirklich gute Dienste. *) Ljubic. op. April war der Gesandte Ban Stephans in Venedig und unterhandelte mit den Venetianern . 323. **) Ljubic."*) Bald darauf am 22. und seinem Gesandten gaben sie Gegenstände. der ihm sagen wird. weil die Vermittlung schon der Herzog von Oesterreich übernommen habe . op. mer. ***) Ljubic. zufrieden mit dem Erfolge der Verhandlungen. Slav. die volle hundert Dukaten werth waren. cit. „sie mögen vor allem ihr Heer vor Zara zurückziehen." Trotzdem werden sie je doch neuerdings einen Gesandten zum Könige schicken. Für das letztere bedankten sich jedoch die Venetianer am 18. da Ludwig fordert. 337—338. Februar sandten sie einen dritten Gesandten nach Bosnien mit der Instruction. und um ihn zur Freundschaft und Anhänglichkeit für sie und ihre Angelegenheiten zu be wegen. Zuerst verständigte er sie von den „Absichten des Königs von Ungarn".

wo er auch im vorigen Jahre sein Lager hatte.***) *) Idem. Unterdessen war auch König Ludwig selbst nach Kroatien gekommen. Slav. Mon. Juni tapfer gehalten hatten. und dass beide von den venetia- nischen Städten in Dalmatien Geschenke annahmen. und eben so erlaubten sie dem Fürsten von Trau. Ljubic. **) tarn bano. Er hatte ein riesiges Heer von 100.*) Daraus lässt sich schliessen. 355. cum sublimi . mer. 360. und 20.000 Dukaten dem Bane von Bosnien und den übrigen Heerführern . Juni lobt der Rath von Venedig seine Befehlshaber vor Zara. wenn er seinem Rechte auf Zara und die übrigen dalma tinischen Städte entsage.000 Reitern. Juni der Stadt Sebenigo erlaubten. p. denn am 12. den bosnischen Ban zu beschenken. Die Venetianer versprachen 100. Mai finden wir ihn bei Bihac im Thale des Baches Klokot. cit. den Helija von Trau als Gesandten zum Bane Stephan zu senden. op. Auch hatte es verschiedene Anführer. II. von denen der hervorragendste der bosnische Ban Stephan war. Juni und auch früher finden wir einzelne kroatische und ungarische Führer in Unterhandlung mit den venetianischen Befehlshabern. sie versuchte es darum einzelne Heerführer Ludwigs vom Kampfe abzulenken.000 Dukaten für den König. dass zu dieser Zeit der bosnische Ban zusammen mit dem Bane von Slavonien schon in Kroatien war. dass sie einer so grossen Macht nicht widerstehen könne. so dass sein Heer aus ver schiedenen Völkern bestand. ***) Der anonyme Beschreiber der Belagerung Zaras schreibt: sed ex quo Veueti cum ipso rege oretenus fari non presumerent. wenn sie den Abzug des königlichen Heeres vor Zara bewirken.**) Die Seele dieser Verhandlungen war eben Ban Stephan. Die Republik Venedig sah jedoch ein. quam aliis baronibus regis tarn pro effectu dicti tractatus. Schon Anfangs Juni stand der König mit seinem riesigen Heere in der Nähe von Zara. weil sie sich in einem Kampfe vor dem 8. bosnische und an dere Scharen angeschlossen. Am 27. dass die Venetianer am 5. — 172 — wir erfahren nur. es hatten sich ihm kroatische. quam pro faciendo recedere exercitum regis et pro omni nostro honore. Schon am 19.

dass gerade er die Niederlage der Zaratiner. II. 411. aber die Verhandlungen führten zu keinem Resultate. 12 p. p. und nicht auch um die anderen dalmatinischen Städte. . Die Zaratiner wurden zurück geschlagen. Dadurch ge wannen die Venetianer die Schlacht. ihm wird aus drücklich vorgeworfen. Obsid. cap. dass sie jetzt bereit seien mit dem ungarisch-kroatischen König einen Frieden zu schliessen und ihm für ganz Dal- tnatien 100. Juli wusste man in Venedig von diesem Siege. Juli 1346. und so retteten die Zaratiner kaum ihr Leben. Juli wurde zwischen den Venetianern und König Ludwig über einen Frieden oder Waffenstillstand verhandelt. **) Ljubic. 412.. so sollten die Zaratiner die Venetianer angreifen und das ungarisch-kroatische Heer sollte sie nur unterstützen. aber das königliche Heer kam ihnen nicht zu Hilfe. dass der König mit seinem ganzen Heere den Bezirk von Zara verlasse und den vene- tianischen Ländern keinen Schaden zufüge. 362.**) Sollte es sich nur um Zara handeln. et perditionis conspirationem perfidorum athletarum. Aber hier zeigte sich jetzt der Verrath.000 Dukaten anbieten.*) Schon am 4. nee non Stephani Bosnensis bani belialis alumni in multa stupefactione cordis commoventur. und seinen Baronen 10. so mögen sie dem Könige nur 60. — 173 — Am 1. II. Schon am 8. wie dies schon im Juni beschlossen wurde. cap.. Mer. Noch denselben Tag belobten die Venetianer ihre Leute vor Zara und zugleich theilten sie ihren Heerführern mit.000. kam es zur Schlacht mit den Venetianern. *) Inspecto hoc Jadertini talem dolum. Nach dem König Ludwig nur Reiter hatte. ac bano bosnensi caeperunt ad invicem amicari nee non inter se conficientes quoddam perditionis ac conspirationis genus. Obsidio Jadr. Jadr.000 Du katen zu geben. respective König Ludwigs vor Zara verursachte. Mon. oribus Ungaris. am Tage des Apostels Martial.000 Dukaten und seinen Baronen 20. Slav. Samstag. quod statim indicare promittimus. .. 11. An dieser Untreue war vorzüglich der bosnische Ban schuldig. jedoch unter der Bedingung. und König Ludwig verliess darum schon um die Mitte Juli Zara und kehrte nach Ungarn zurück.

p. 376 und 377.*) Ein wenig später. August belohnt Venedig den Franciskaner Catherinus. und sie trachteten darum unter jeder Bedingung einen Frieden oder Waffenstillstand mit ihm zu schliessen. II. Auf alle diese Vorschläge antwortete der Rath von Venedig sehr bereitwillig. weil er als Gesandter bei dem bosnischen Bane war und sich bei dieser Gelegenheit treu und lobenswerth aufführte. — 174 — Die Schuld an dem Unglücke König Ludwigs und der Stadt Zara traf hauptsächlich den bosnischen Ban Stephan. cit. am 24. **) Ljubic. Aus denselben Ursachen trachteten sie auch den bosnischen Ban je enger . müssen wir noch folgendes anführen. Am 9. nur auf den ersten Punkt. und er wird dann die Zaratiner zum Vergleich mit Venedig bewegen. op. und endlich Mladen von Clissa vor jeder weiteren Beunruhigung des bosnischen Bans warnen. Juli bis 15. ausserdem bat auch der Ban die Venetianer. Während der Zeit vom 15. Das unglückliche Zara vertheidigte sich nur noch einige Monate.**) Bald darauf Anfangs September kam nach Venedig der Gesandte Ban Stephans und machte im Namen des Bans den Vene- tianern verschiedene Vorschläge: vor allem dass ein Bund zwischen Venedig und Bosnien geschlossen werde. sie mögen bei dem serbischen Kaiser für ihn bürgen und ihn empfehlen. ferner sollten die Venetianer den Knez Gregor Kurjakovi6 und die Kneze Ivan Nelipic und Budislav Ugrini6 in ihren Schutz nehmen. Dezember 1346 die Oberherrschaft Venedigs anerkennen. p. op. damit dieser Mladen zur Gutmachung der dem bosnischen Bane angethanen Unbill berede. sandten die Venetianer zum Fürsten von Clissa Mladen Subi6. II. Dezember fürchteten die Venetianer fortwährend einen neuen Angriff von König Ludwig. um vielleicht mit seiner Hilfe Zara endlich zu unterwerfen. 368. näm lich den Bund zwischen Venedig und Bosnien. Um das Verhältniss Ban Stephans zu den Venetianern bis zum Falle Zaras zu klären. den Notar Stephan. cit. August. und musste endlich am 15. ihrem Mitbürger und Bundesgenossen. konnte er *) Ljubic.an sich zu schliessen. .

Mon. Sie hörten nämlich. so wissen wir doch. Er schreibt: „obwohl wir immer gerne mit dem Herrn Bane einen Bund und eine Conföderation zu unserer gegenseitigen Vertheidigung und Stärkung hätten. . darum soll uns der Ban entschuldigen. September nahmen sie Gregor Kurjakovic unter ihren Schutz „aus Rücksicht auf den Ban von Bosnien". — 175 - nicht eingehen. wird es mit der Zeit werden. 396. wenn er dieselbe jemals brauchen sollte. op. den angetragenen Bund mit Bosnien nicht ge schlossen zu haben. Oktober den Vorschlag des Bans mit Freuden an. im Falle der slavonische Ban wirklich kommen sollte."***) Es verging jedoch kaum ein Monat. dass „sich der bosnische Ban zu einem Kriege gegen Mladen bereite.**) und am 22. „Banus Bosine videtur exercitum con- gregare ad damnum comitis Maladini. cit. dass es jetzt mit unserer Ehre unverträglich wäre einen solchen Bund zu schliessen. Vergleiche auch p. Slav. 386—387. Sie beauftragten darum am 26. umsomehr. II. dass der Ban so weise ist und ein sehen wird. da sie gehört hatten. 385. dass er selbst bereit sei zwischen ihnen und den Zaratinern zu vermitteln und er werde dazu den Knez Budislav Ugrinic benützen. je *) Ljubic. cit. auch sollte Nikolin dem bosnischen Bane die Hilfe der Venetianer versprechen." t) Ljubic. cit. Doch was nicht jetzt möglich ist. und die Venetianer bedauerten. p. ja er liess sogleich den Vene- tianern sagen. II. II. op. Die Venetianer nahmen am 28. denn da wir einer seits zu König Ludwig Gesandte schickten. dass sich wieder ein Heer unter Führung des Bans von Slavonien zur Hilfe für Zara bereite. II. op. **) Idem. p.-j-) Der Ban ist wahrscheinlich in diesen Vertrag eingegangen. können wir nicht zu gleicher Zeit einen Bund gegen ihn schliessen. 382. 379-382. um mit ihm ein Einverständniss zu erzielen. ***) Idem."*) Mit Ausnahme dieses einen Punktes erfüllten die Venetianer auch wirklich alle übrigen Wünsche des Bans. Am 4. p. mer. September ihren Gesandten Nikolin nach Bosnien zu gehen und vom Bane Stephan Hilfe zu bitten. p. September versuchten sie die Differenzen zwischen dem Ban und Mladen Subic auszu gleichen.

den vorgeschlagenen Bund mit dem Bane zu befestigen. Auch nach dem Falle Zaras sehen wir den Ban Stephan während der ganzen Dauer seiner Regierung in regem Ver kehre mit den Venetianern. quod tangit (banus). p. 398—399. dass sich die Zaratiner bedingungslos unter werfen und dass der Ban durch seine eigenen Gesandten vermittle. den er vor kurzem mit dem bosnischen Bane geschlossen hat. j) *) Wem. II. 406—407.***) Einige Tage darauf sandten die Zaratiner ihre Gesandten nach Venedig. die er in Scardona eingesperrt hatte. 407—408. hingegen trachtete jetzt Stephan Kotro- manic die Venetianer mit König Ludwig zu versöhnen. cit. die Gesandten des Bans nach Zara hinein und heraus zu lassen. in Freiheit lassen. cit. und nicht durch Budislav Ugrini6. quod. Ljubic. ***) Idem.*) Ban Stephans Versuch. ja nicht einmal die bosnischen Gefangenen. wonach sich Zara wieder der venetianischen Herrschaft unterwarf. Mladen wollte den Frieden nicht halten. Im November beklagte sich der Ban bei den Venetianern über die Zaratiner. Ausserdem befahl der Rath von Venedig seinen Befehlshabern vor Zara. p. Januar 1347 schrieb der Rath der Gebetenen von Ve nedig seinen Vermittlern bei dem bosnischen Bane : „Et ad factum. den Frieden zu halten. die Zaratiner mit den Venetianern zu versöhnen.**) Zur selben Zeit oder etwas früher versöhnte sich der Ban Stephan mit seinem Verwandten und Gegner Mladen Subi6 von Clissa. De zember hier den Vertrag schlossen. — 176 — doch nur so. II. " Als die Venetianer dies hörten. qui eum in curia regis Hungariae diffaraaverant et non cessabant diffamare. si nobis placeret. Der so oft projektirte Bund zwischen Venedig und Bosnien kam zwar niemals voll kommen zu Stande . II. f) Am 11. bereitete ihm Unannehmlichkeiten. op. interponeret se libenter pro re . cit.November Mladen ernstlich. op. November ihr Bedauern darüber aus. „die ihn am Hofe des Königs von Ungarn verschwärzten und noch immer verschwärzen. **) Banus valde conquerebatur de Jadratinis. beauftragten jedoch zugleich ihren Gesandten Nikolin. drückten sie in ihrem Schreiben vom 17. die am 15. p. Darum ermahnten die Venetianer am 17. op. .

quam aliquo principe vel domino mundi. II. als auch der Venetianer zu versichern. Das Verhältniss Stephan Kotromanics zu dem serbischen Kaiser Stephan Dusan dem Grossen (1346 —1351). Wenn schon die ersten Bane Bosniens nicht immer im besten Einvernehmen mit den benachbarten ser bischen Herrschern standen. Darum war Dusan auch jederzeit bereit. für ihn bei Kaiser Dusan zu vermitteln. August 1348 wurde auch wirklich ein achtjähriger Waffen stillstand zwischen Venedig und Ludwig geschlossen. se intromittere de pacificatione inter ipsum regem et nos. dass seine' Verwandten mütterlicher Seite seinem Vater das Land Hum entrissen und so das serbische Reich eines grossen Theiles des schönen Küstenlandes beraubt hatten. denn er suchte bei seinen damaligen be sonderen Freunden. November 1346 theilen die Veneti eonciliacione inter regem Hungarie et no 3. darum bot auch Dusan den Venetianern seine Hilfe an. und es ist nicht unwahrscheinlich. als sie vor Zara mit König Ludwig und dessen Bundesgenossen Ban Stephan kämpfen sollten. arbeitete er nur mittelbar zum Schaden des bosnischen Banes. so verwandelten sich jetzt unter Ban Stephan die einstigen Reibungen in offene Feindschaft. den Venetianern. So lange Stephan Dusan im Osten beschäftigt war. Schon am 21. cit. beschloss er mit Ban Stephan abzurechnen. Geschichte Bosniens. confidentes de ipso plus. Schon in der ersten Hälfte desselben Jahres scheint Ban Stephans Lage schwierig gewesen zu sein. Die Venetianer erhörten ihn und sandten ihren Gesandten zum serbischen Kaiser. 429. op. Stephan Dusan der Grosse konnte es nicht vergessen. Nachdem er sich jedoch im Jahre 1346 als Kaiser gekrönt und sich zum „Kaiser und Selbstbeherrscher der Serben. Griechen und Bulgaren" proclamirt hatte. 12 ." Ljubic. — 177 — um sich so im Angesichte der schweren Kämpfe mit dem serbischen Kaiser Stephan Dusan sowohl der Freundschaft Ludwigs. p. nobis placet et sumus multum contenti. Am 8. dass dazu Ban Stephan bei getragen hat. Hilfe und bat sie. quod possit per illum modum qui ei melior videbitur. die Patarenen in Bosnien zu unterstützen.

op. ferner berichtete er. so mögen sich mehrere gerechte und sachverständige Leute ver sammeln. welches von Rechts wegen zum serbischen Reiche gehöre. die Ausfuhr von Waffen im Werthe von 100 Dukaten aus Ve nedig. Am 18. Frieden und Eintracht zwischen beiden Herrschern zu schliessen. cit. — 178 — aner dem Bane Stephan mit. . das Recht beider prüfen und dann das Land jenem zusprechen. II. und er bat die Venetianer. April ihre Gesandten sowohl zum Kaiser als zum Bane sandten. Februar 1348 erlaubten die Ve- netianer dem Feldherrn des Bans. ***) Doch die Vermittlung der Ve netianer scheint damals erfolglos gewesen zu sein. dass Ban Stephan im Lande Hum eine Festung zu bauen beab sichtigt. Der Ban soll das Land zurückgeben und der Friede werde dauerhaft sein. dass sich damals der Ban zu einem Kriege bereitete. Sollte der Ban an Dusans Rechte auf dieses Land zweifeln. sie mögen den Ban *) Ljubic.**) daraus schliessen wir. so sei Dusan bereit. dass jetzt schon über diese Frage entschieden werde. in. III. 408. 54. 119. Slav. Eintracht und Liebe zwischen dem Kaiser und Ban zu stiften. cit. Der Streit brach auch im Jahre 1349 neuerdings aus. die Venetianer mögen es noch einmal versuchen. dass dieser Waffenstillstand auf keine Weise gebrochen werde. um es zu versuchen. unter der Bedingung. dass der Ban ein Land besetzt halte. Gregor Gojslavic. vorderhand einen Waffenstillstand auf zwei bis drei Jahre zu schliessen. denn um die Mitte Juli finden wir einen bosnischen Gesandten in Venedig. Slav. mer. Derselbe bat vor allem. **) Ljubic. Mon.*) Es scheint. ***) Ljubic. jedoch er beklage sich zugleich. mit ihm in Frieden und Freundschaft zu leben . dass auch wirklich zwischen dem Kaiser und dem Ban ein Waffenstillstand geschlossen wurde. Und sollte der Ban nicht wollen. denn aus den folgenden Jahren wird nichts über Differenzen zwischen ihnen berichtet. so dass die Venetianer am 6. der mehr Recht darauf hat. op. dass der serbische Kaiser der Republik zu liebe bereit sei.

ihm gehöre und so könnte es zu neuen Streitigkeiten kommen. Slav. et quod si pro hedificatione aut constructione dicti laborerii sive fortilicii aliqua molestia vel inquietacio sibi fieret a parte maritima. que vocatur Cheml (Chelm) ad marinam. er habe soeben seinem zum ser bischen Hofe abgehenden Gesandten aufgetragen. Von der zweiten Bitte des Bans waren die Venetianer unangenehm überrascht. in seinem Lande eine Festung nach Belieben zu erbauen. III. 12* . konnten sie es nicht zulassen. denn er könnte dadurch die Eintracht zwischen ihm und dem Kaiser Dusan stören. er möge von seiner Absicht abstehen. tan- tum. cum a parte terre satis reddeat se securum. quod dominacioni placeat suum sibi adhibere auxilum et favorem. wo der Ban seine Feste baut. In secundo exponitur. op. que in tribus capitulis com- prehendi potest. mer. nam in primo continetur requisicio. unterstützt von König Lud wig. quam facit. griff Ban Stephan Kotromanic. von der Landseite sei der Ban ganz sicher. 143. Friede und Eintracht zwischen dem serbischen Kaiserthume und Bosnien zu stiften. wodurch später auch für ihre dalmatinischen Städte eine Gefahr entstehen könnte.000 Reitern und 30. andererseits konnten sie je doch dem Bane nicht verbieten. vellet construi facere quendam locum sive fortalicium in quadam contrata. III. mit 50.*) Auf die erste Bitte ging der Rath von Venedig sehr bereit willig ein und antwortete. cit.000 Fussgängern vom Lande *) Intellecta ambaxata nuper ducali dominationi exposita per comi- tem de Minoy pro parte domini bani Bosine. Mon. Während sich Kaiser Stephan mit der Ordnung seines grossen Reiches beschäftigte und sein berühmtes Gesetzbuch veröffentlichte. **) Ljubic. quod si de beneplacito dominationis procederet. 144. Ljubic. dass gerade jener Ort. Gewohnt. dass der Ban eine starke Festung im Küstenlande erbaue.**) Doch unterdessen war auch schon der offene Krieg zwischen Serbien und Bosnien ausgebrochen. allein auf dem adriatischen Meere zu herrschen. — 179 — während des Baues vor allen Anfallen von der Meeresseite beschützen. p. videlicet quod dominacicmi placeat interponere se ad tractandum et procurandura quod amor et concordia vigeant inter dominum imperatorem et regem Servie et ipsum dominum banum. Sie verbargen darum ihre Furcht und ihren Unmuth und versuchten den Ban zu überreden. Dieser könnte nämlich behaupten.

282. cit. Am meisten soll dadurch das Fürstenthum Travunja gelitten haben. III. Serwien u. op.*) Es war dies beiläufig in der zweiten Hälfte des Jahres 1349. et accepta dimittat. quod faciat restitui damna. als auch zum Bane. dem Bane energisch zu schreiben und ihm das gethane Unrecht vorzuwerfen. indem er des Kaisers Unterthanen plünderte und mehrere Länder und Orte er oberte und dies noch immer thue. Am 13. Den Gesandten war auch besonders aufgetragen. doch der Ban habe ihm die Freundschaft mit Bösem gezahlt. eit.. sed bannus male sibi respondit. durch welches Ban Stephan (über das Feld Gaöko und Rudine) bis zur Stadt Kattaro vordrang. Die Republik möge es darum versuchen. den Ban von ferneren Beunruhigungen der serbischen Länder abzuhalten und zur baldigen Ent schädigung des angethanen Schadens zu bewegen. Dem Kaiser Dusan that dies sehr leid. — 180 — Hum aus das Reich Dusans an.. op. Juli sandten sie eine feierliche Gesandtschaft sowohl zum Kaiser. Zwei Gesandte sollten zuerst nach Ragusa reisen und sich hier genau informiren. und sie hofften dies nicht erfolglos zu thun. April 1350 beklagte er sich durch seinen Gesandten Michael Buöic bei der Republik Venedig. 178. p. aliter se non poterit substinere. die den Venetianern unterthane Stadt Ragusa zu versichern. HI. . denn anderenfalls müsste sich der Kaiser am Bane furchtbar rächen. ***) Am 11.. nam depredatus fuit de suis gentibus et acquisivit de suis terris et locis et continue depredatur . Dem Kaiser Stephan Dusan versprachen sie. p. p. 175—176. und dann zusammen oder einzeln zum Kaiser und zum Bane gehen und hier im Namen der Republik versuchen. quod placeat ducali dominationi per suas litteras scribere vel mittere domino banno. ***) Idem. Ljubic. dass er nur dem Dogen von Venedig zu Liebe mit dem Bane freundschaftlich verfahren sei. Bosnien. v. et ideo. der in *) Engel. **) Dominus imperator ob amorem ducalis dominationis ipsum bannum habuit amicabiliter et tractavit. Gesch.**) Die Venetianer trachteten jetzt unter jeder Be dingung die beiden Herrscher zu versöhnen. den Frieden und die Eintracht zwischen beiden Herrschern wiederherzustellen.

IV. . Kaiser Dusan. um sich für den vorjährigen Überfall Stephans zu rächen. cit. p. Ende September 1350 berichteten dem Rathe von Venedig seine Gesandten bei Kaiser Dusan und Ban Stephan. 33. einen zeit weiligen Waffenstillstand zu erreichen. Gesch. que poterunt. p. Serw." Arkiv za jugosl. poviest. die venetianischen Unterthanen und deren Länder und Orte dem serbischen Kaiser auf das wärmste zu empfehlen und dann zurückzukehren. . p. Quibus etiam committatur. da sie der nächste Nachbar des Kriegsschauplatzes war. . Sollten die Gesandten nicht reussiren.*) Doch auch diese feierliche Gesandtschaft der Venetianer war erfolglos." Ljubic. Ban Stephan zog sich in das Gebirge und die Wälder zurück. darauf forderte sie der Rath von Venedig auf. Elisabeth. Bosn. — Der kroatische Chronist Simon Klimentovic notirt bei dem Jahre 1351: „damals kam die Kaiserin von Rascien Anna nach Bosnien. op. — 181 — diesem Kampfe grosse Gefahr drohte. quod bonum et conservationem dictorum nostrorum fidelium de Kagusio procurent in ista ambaxata. wenn sie sehen sollten. weilte. und Dusan zog bis vor Bobo- vac. . 190.**) Über den weiteren Verlauf des Krieges im Lande Hum haben wir keine Daten. ***) Doch *) „Vadant (ambaxadores) tam ad dictum regem Raxie quam ad dictum banum pro parte nostra ad procurandum quietem et concordiam inter eos et quod cessent novitates. . 282. **) Engel. als König Ludwig am Wege nach Neapel war. ***) Ljubic. Aber trotz dieser Untreue der Ein geborenen konnte Dusan das feste Bobavac nicht erobern. er hob darum die Belagerung auf. sin autem trahant ab eis. Viele unzufriedene bosnische Magnaten. dass ihr ferneres Verbleiben unnöthig sei. verwüstete die Umgebung und zog über Delminium in das Land Hum. griff Bosnien mit seinem Heere gerade in dem Momente an. p. III. u. v. so lange bis ihnen neue Aufträge aus Venedig zukämen. wo damals die schöne Tochter des Bans. op. ad quas alterutrum utraque pars videtur intendere . concedente domino. et si. schlossen sich dem ser bischen Kaiser an. et re- scribant. sie haben gar keine Hoffnung. 199. redeant. cit. so möchten sie nur trachten.. expectantes nostrum mandatum . offene oder geheime Anhänger der Patarenen. poterunt partes reducere ad concordiam. die beiden Herr scher irgendwie zu versöhnen.

lebte er noch zwei oder drei Jahre im Frieden. Poloniae regis. p. nisi primo videant manifeste civitatem Ragusii. ***) Ban Stephan war persönlich in Ofen. III. de- sponsat. dass Ban Stephan seine Tochter Elisabeth dem Sohne Dusans Uros zur Frau gebe und das Land Hum als Heirathsgut seiner Tochter abtrete. **) Engel. als seine *) „et per nova. der serbische Kaiser werde den Ragusanern Stonski Rat und andere Orte. regis Rossnae. Juli 1353 wurde die einzige Tochter Stephans Eli sabeth infolge päbstlichen Dispenses mit König Ludwig getraut. Am 20. quod non debeant recedere de iilis partibus. Mit dem Jahre 1351 endeten die Kämpfe zwischen Serbien und Bosnien. nepos Casimiri. ent- reissen wollen. doch der Ban habe darauf nicht eingehen wollen.. Das Verhältniss zu diesem wurde noch herzlicher.. virginem Elisabeth. — 182 — schon am 6. als Ludwig um die Hand der schönen Tochter des Bans anhielt. denn kurz darauf schiffte sich der serbische Kaiser ein und reiste südwärts nach Cattaro. auch ferner auf ihrem Platze zu bleiben. cit. qui forte iittendit ad oecupationem Puncte Stagni. rrnti imoma'iter sibi cöniungit. u. p 199. da ihn neue Kämpfe nach dem Osten riefen. moia eorum (ambaxatorum) utilis et fruetuosa existat: vadit pars." Ljub op. que habentur de voluntate regia Rascie. et punetam predietam remanere et esse in statu securitatis. Oktober fürchtete man in Venedig. darum befahl der Rath seinen Gesandten. dass Ragusa und dessen Besitze keinerlei Gefahr von Seite Dusans drohe. ***) Vigesima die mensis Junii (anni 1353) Lmloviiii.*) Die Furcht der Venetianer war diesmal grundlos. Gesell. liosn. bis sie sich über zeugen. qupd scribatur eis. v. **) Die letzten Tage Stephan Kotromanics. und Dusan konnte ihn nicht dazu zwingen. filinm Hephnni. elegantis fonnae feminaiii. celubratis ex ninra apud Budam nnptiis. Serw. Nach dem Stephan Kotromanic von den Bedrohungen Dusans befreit war. Hnngariae rex. 2G3. et simrain pontifice permittente. quem Hisupusban vocant. welche ihnen 1333 der bosnische Ban geschenkt hatte. Einige spätere Schriftsteller behaupten. dass später die Venetianer und Ragusaner den Ban mit dem Kaiser zu versöhnen trachteten unter der Bedingung. • Geneiat siciuidem praefalam . Zu dieser Zeit vertraute er sich ganz dem Könige Ludwig an.

begraben. Er war ein Verwandter der ungarisch kroatischen Anjous und unterstützte dieselben sowohl gegen die venetianische Republik. Elisabeth senioris. 8 und 52. Ludovici nuptam. . Elisabeth. soror patruelis reginae Hungariae. .*) und wurde im Franciskanerkloster Mileievo. Elisabeth. Bogomili i Patareni (Rad. 221 — 222 und 246. Der kroa tische Chronist Simon Klimentovic schreibt auch: „damals (1353) starb Ban Stephan. das Glück seiner Tochter lange zu schauen. . pag. den Weg gebahnt. Es war ihm jedoch nicht beschieden." Joannis Dlugossl seu Longini historiae Poloniae über LX. p. VIII. fllia Casimiri. 33. pag. Caroli relictae .. cap. wie es ihm beliebt: doch eines muss man zugeben. Damit hatte er auch seinem Neffen und Nachfolger. dass er nämlich die da maligen Wirren sehr gut für das Wohl seines Banates zu benützen wusste. et Ludo- vicum quarta consanguinitatis linea contingebat. Über seine Politik mag jeder seinem eigenen Standpunkte nach urtheilen. — 183 — Tochter Königin von Ungarn wurde. *) Kacki Fr. . IV." Arkiv. germana. Ban Stephan Kotromanic. Cronica Hungarorum II. der das bosnische Banat über dreissig Jahre regierte. de Thwrocz. als auch gegen Serbien und die kroatischen Fürsten. September starb er. Stephan Tvrtko I. 126). — Vergleiche auch : J. legte den Grundstein des späteren bosnischen Reiches. welches er ge stiftet und erbaut hatte. Noch im selhen Jahre 1353 am 28..

er wirbt Cattaro und kämpft mit Balsic von Zeta (1376 — 1387). sein Tod und Urtheil über ihn. dem Sohne des Knez Vladislav und Helenas. — Tvrtko wird als König von Serbien und Bosnien ge krönt (1376). — Stephan Tvrtko kämpft im Bunde mit dem serbischen Fürsten Lazar gegen Niko laus Altomanovic und Georg Balsic und erobert Travunja und Podrinje (1370— 1376). — Die Pläne Stephan Tvrtkos . — Stephan Tvrtko ordnet sein Reich. Stephan Tvrtko mischt sich in kroatisch-dalmatinische Angelegenheiten (1387—1389). als der grosse Krieg König Ludwigs gegen Kaiser Dusan und dessen Bundesgenossen die Vene- tianer ausbrach. Die erste Zeit seines Banates. so wie sein jüngerer Bruder Stephan Vuk. Tvrtko kämpft mit den widerspänstigen Magnaten und seinem Bruder Stephan Vuk (1353—1370). nach Erwerbung Dalmatiens und Kroatiens. — Stephan Tvrtko nennt sich. noch zu jung . — Die Be wegung in Kroatien. Es war dies ein grosses Unglück für Bosnien gerade jetzt. Ban Stephan Kotromanic hinterliess keine männlichen Nachkommen. Das Banat Bosnien fiel darum jetzt seinem Neffen Stephan Tvrtko zu. darum verwaltete das bosnische Banat seine Mutter Helena. Stephan Tvrtko L. der Tochter Georg Subics von Clissa. Zu dieser bewegten Zeit konnten die . Doch Stephan Tvrtko war. König von Kroatien und Dalmatien (1390). der erste König von Bosnien (1353—1391). — Die Schlacht am Amselfelde (1389). VIII. begründet Novi.

Knez Mrkoje. wie sie sie unter Ban Stephan besassen. dass sich Vlatko Vlkoslavic bisher der Herrschaft des Bans wiedersetzt hatte und dass es erst jetzt auf diesem Landtage zu einem gegenseitigen Einvernehmen kam. Knez Vladislav Obradovic. seine Mutter und alle bosnischen Barone dem Knez Vlatko Vlkoslavi6 auf die Reliquien und das Evangelium. und dies bedeutet „aus Ungarn." . Dolnjikraji. noch sein Kind oder seine Verwandten in ihrem Besitze stören werden . Hier eroberte er zuerst die Burgen eines gewissen Vojvoden Gregor und einer Katharina. Bei dieser Gelegen heit schwur Ban Tvrtko. Zagorje und des Landes Hum. Wenzel im „Törten- elmi Tar". s." Auf den Landtag kamen zahlreiche bosnische Magnaten. die dem jungen Bane den Gehorsam verweigerten. dass sie weder ihn noch sein Kind jemals gefangen nehmen werden oder angreifen. Knez Vlatko Obrenovic.*) Aus diesem Freibriefe lässt sich schliessen. der Tepöija (Oberstkämmerer?) Jvahan. und darauf schloss er einen Frieden oder Waffenstillstand mit Ivan Nelipic. Zupan Crnug. dass sie ihnen ihre Güter so unangetastet lassen werden. p. 14—16. Bei ihm liest man: „v ono vreme k'da pride gospoja bana mati S'utr'" und Wenzel hält letzteres Wort fur einen Eigennamen. Die erste bekannte Regierungsthat Tvrtkos stammt aus dem Jahre 1354. der Vojvode Pur6a. Zur selben *) Die betreffende Urkunde veröffentlichte G. es waren hier der Kaznac (judex curiae) Boleslav. Im Originale steht aber S'Ugr' (cbyrpb). wobei ihn auch seine Mutter mit ihren Scharen unterstützte. 1879 I. Knez Vlaj Dobrovojevic. w. — 185 — schwachen weiblichen Hände und der unerfahrene Jüngling nur schwer das ausgedehnte Banat regieren. Knez Bogdan Bjelhanic und Andere. und die stolzen Magnaten niederhalten. Heft. In diesem Jahre kam nämlich „die Frau Mutter des Bans Helena" mit ihren Söhnen Tvrtko und Stephan Vuk aus Ungarn nach Bosnien und hielt in Milje eine „Versammlung oder Landtag des ganzen Landes Bos nien. Im Mai des künftigen Jahres 1355 finden wir Ban Tvrtko in Kroatien und Dalmatien. Zupan Vlöihna Tepcic. so lange sie in Bosnien wohnen u. dass sie weder ihn.

" . Seine Mutter vermittelte sogar. III. *) Comitissa Clipsii ex infirmitate. soror olim comitis Mladini. cuius adventus causam dicit esse aliqua eidem commissa per regem refferenda eidem commitisse. September desselben Jahres in der Burg Visoki in der Mitte Bosniens finden. quos eidem transmise- ramus. Slav. de quibus ipsa comitissa hostendit videre. dei gracia liberata est et retromisit illos duos nobiles. „Nos Tvartcho dei gracia Bozne banus . dass Ban Stephan Tvrtko in den ersten Jahren seines Banates von seiner Mutter Helena geleitet wurde. wo er zugleich „mit dem edlen Jüngling Knez Vuk. um für König Ludwig die wichtige Feste Clissa zu erwerben. pro essendo in coloquio cum eadem. betheiligte sich Ban Tvrtko nicht. im Auftrage König Ludwigs. p. „sicut prius habuistis clare memorie tempore predecessoris et patrui nostri Stephani olim bani Bozne. qua istis diebus fuit agravata. mer. und dass er damals ein Anhänger König Ludwigs gegen den serbischen Kaiser Dusan und die venetianische Republik war. 271. mer. per quos mihi raisit dicendo."**) Aus diesen wenigen Daten ersieht man. nach Clissa zum Besuche der Wittwe ihres Bruders Mladen Of 1348). . wahrscheinlich um dieselbe zur Übergabe dieser wichtigen und damals von den Serben und Venetianern vielbegehrten Festung (Clissa) an König Ludwig zu bewegen. cum nobilissimo iuvene comite Vuk nostro fratre carissimo ac plurimum honestissima domina Helena nostra genitrice pre- dilecta" bestätigt den Ragusanern die Privilegien. p. und dass sich der Ban mit diesen rebellischen Herrn in Verhandlungen einlassen musste. III. seinem geliebten Bruder.*) An dem weiteren Kampfe jedoch. quod omnimodo intendit venire Clipsiam. Slav. **) Ljubic. die ihnen zur Zeit seines Vorgängers und Onkels Ban Stephan ertheilt wurden. In der betreffenden Urkunde nennt sich Tvrtko „von Gottes Gnaden Ban von Bosnien. und der geehrten Frau Helena. . Ljubic. seiner theuersten Mutter" den Ragusanern alle Handelsrechte und Privilegien bestätigt. Man ersieht jedoch auch. da wir ihn schon am 1. der in Kroatien und Dalmatien um den Besitz Clissas und Scar- donas geführt wurde. quod mater bani bosinensis. Mon. — 186 — Zeit bereitet« sich seine Mutter. 275—276. dass damals in Bosnien mit der Regierung Tvrtkos und seiner Mutter unzufriedene Magnaten waren. Mon.

doch es erreichte ihn der Tod am 20. wenn auch nicht im ganzen Banate. so wenigstens in einem Theile desselben. und zwar von einer Seite.*) doch schon in den künftigen Monaten zwang ihn König Ludwig. Wer weiss. Der Archidiacon von Bexin Gallus schildert in einem Briefe vom 17. sondern er trachtete im Gegentheile Ban Tvrtko je mehr zu demüthigen und ihn von der Gnade und Macht des Königs abhängig zu machen. und besonders König Ludwig. . Ausserdem war Ludwig der Schwiegersohn Ban Stephans und betrachtete sich gewiss als dessen Erben. die um diese Zeit wieder an Terrain gewann. wie er dies schon unter Stephan Kotromanic versucht hatte. Dezember 1355 und damit schwand jede Gefahr für Bosnien von serbischer Seite. er unterstützte nicht mehr dasselbe. sahen die Anjous. war es König Ludwig unangenehm. März 1356 mit seinem Bruder Vuk und seiner Mutter Helena auf seinem Hofe in Neretva. — 187 — Wahrscheinlich haben sich hauptsächlich die Magnaten patarenischer Religion. Mon. ob es unter solchen Verhältnissen Dusan nicht gelungen wäre. Bosnien zu unterwerfen. Der König bestätigte zwar dem Tvrtko und seinem *) Ljubic. Ban Tvrtko weilte noch am 14. p. der Regierung des jungen Bans entzogen und bei dem mächtigen Kaiser Dusan Schutz gesucht. veränderte König Ludwig seine Politik dem Banate gegenüber. Gleich nach dem Tode Stephan Dusans. und er bestätigte hier den Ragusanern neuerdings ihre Privi legien. III. Aber jetzt drohte für das Banat Bosnien eine neue Gefahr. die der junge Ban annehmen musste. 312. sich vollkommen zu unterwerfen und einen Vertrag mit sehr schweren Bedingungen zu schliessen. wo man dieselbe am wenigsten erwartet hätte. doch jetzt als Serbien mit Riesenschritten dem Verhängnisse entgegenging. mer. Slav. eine andere Herrschaft in seiner Nähe zu dulden. Juli ausführlich die drückenden Bedingungen. gerne die Macht und das Ansehen Bosniens. So lange das serbische Reich gross und mächtig war und der Herrschaft der kroatisch ungarischen Könige drohte.

in dem er ihnen seinen Schutz und Befreiung von der Herr schaft des Bans versprach. p. . „Wir ver sprechen Euch. . die Herrn von Greben und Dlamoö. er habe aus ver lässlicher Quelle erfahren. 35. zum Abfalle von Ban Tvrtko zu bewegen. tunc omnia castra et possessiones vestras hereditarias . „wenn ihr eure Absicht ausführt und uns und unserer heiligen Krone und unserer geliebten Gemahlin huldigt.**) Er schreibt ihnen. .. 487. nur um sie zum Abfalle von Tvrtko zu bewegen. dass immer er selbst oder sein Bruder Stephan Vuk persönlich am Hofe des Königs anwesend sein werden. histor. dass sie sich an ihn wenden wollen. . conuersi fu- eritis. der Gemahlin Ludwigs. . ideo promittimus vobis.*) Durch diesen Vertrag wurde das Banat Bosnien voll kommen gedemüthigt. ab treten. dass wir euch alle eure Burgen und Besitzungen und Privilegien bestätigen und *) Arkiv za poviest. Acta extera II. die Patarenen zu verfolgen und aus dem Lande auszutreiben. ac Gregorio filio Stepanch. endlich musste er versprechen. aber dafür musste ihm der Ban das Land Hum mit allen Städten des selben als Erbtheil Elisabets." Mon. ut si dictum propositum vestrum effectui curabitis mancipare.. . et ad fidelitatem nobis et sacre regni corone . fidelibus suis Gregorio et Ladislao filiis Pauli filii Horuatini. — 188 — jüngeren Bruder das Banat Bosnien und Usora. Hung. a potestate et iuiisdiccione bani Boznensis vos in per- petuum eximendo. nobilibus de Greben et de Dlamuch. ferner dem Könige treu zu bleiben und denselben in jedem Kriege zu unterstützen. et sub speciali nostra regia protectione protegendo. jugosl.. wenn ihn der König dazu auffordert. vobis confirmabimus . **) Ludovicus . p. und er verspricht ihnen darum alles mögliche. In einem Schreiben vom 14. Zu diesem Zwecke be gann er selbst die bosnischen Magnaten aufzuwiegeln. er trachtete Ban Tvrtko zu seinem Statthalter zu erniedrigen. Ausserdem musste sich der Ban eidlich verpflichten. Doch auch dies war dem herrschsüch tigen Anjou nicht genug." schreibt ihnen der König. und Ban Tvrtko ganz von König Ludwig abhängig. II.. . März 1357 trachtet Ludwig die Edelleute Gregor und Vladislaus Pavlovi6 (Hrvatinic) und Gregor Stjepani6.

des Zupans Brajan Pribinic. und seines herzlichen Bruders des Herrn Knez Vlk und ihrer Mutter der ehr baren Frau Helena und ihrer Magnaten. Gregor schlossen sich auch seine Verwandten an. des Knez Mrkoje. Wenn König Ludwig dachte. des Kaznac Boleslav. des Knez Milos DivoSevic und seines Bruders Knez Sladoje. er werde durch Unter *) Törtenelmi Tär. des Tepöija Ivahan. der später als der grösste König Bosniens ge feiert wurde.. Freiheits brief verliess. Der einzige Knez Vlatko Vlkoslavic. .. blieb seinem Bane und Herrn treu. — 189 — euch in euren Freiheiten erhalten werden. Und dessen Bürge und Zeuge ist der Vojvode Purca mit seinen Brüdern und Knez Vlkac Hrvatinic. des Knez Vladislav DabiSic. 1879 I. zögerte Gregor Pavlovic gar nicht. noch für eine Schlechtigkeit Gregors. des Knez Vladislav Obradovic." Auf diese Weise vom Könige selbst angeeifert. gab ihm Ban Tvrtko im Jahre 1357 einen neuen Freiheitsbrief folgenden Inhaltes: „Der Schwur Tvrtkos. vom Bane Tvrtko abzufallen."*) Mit solchen Freiheitsbriefen musste damals die bosnischen Magnaten derselbe Stephan Tvrtko bestechen. indem er sich auf seinen. ein Neffe des abgefallenen Gregor Pav lovic. ein offener Aufstand gegen den jungen Ban. 16. und so entbrannte besonders in den an Kroatien grenzenden Gegenden. des Vojvoden Tvrtko und seines Bruders des Zupans Novak.. von Gottes Gnaden Bans von Bosnien. Um ihn auch ferner in der Treue zu er halten. des Knez Vlatko Obrinovic und der Frau Helena Ostojinica: dem Knez Vlatko Vlkoslavic und seinem Sohne Vlkoslav und seinen Angehörigen. indem wir euch der Jurisdiction des bosnischen Bans entziehen und euch in unseren speciellen königlichen Schutz nehmen. des Knez Vlajo Dobrovojevic. des Gregor Pavlovic. ihm von Tvrtko schon 1354 verliehenen. noch für eine böse That Gregors . dass sie nicht mitschuldig seien an den Thaten seines Cousins. und dass sie nichts leiden sollen für Gregors Untreue. Das Obige ist eine möglichs wortgetreue Übersetzung des altslavischen Originals. Heft p. des Knez Vukac Hrvatini6.

*) Theiner. dass Pabst Inno- cenz VI. dass er einen Irrthum begangen habe. aber sie dachten nicht im entferntesten daran. schlossen sich zwar gerne König Ludwig an. Die bosnischen Magnaten. und er beschloss jetzt seinen Fehler nach Möglichkeit gut zu machen. das eine wollte er selbst nach Dolnji-kraji und Ober-Bosnien führen. und dann die Patarenen zu ver nichten. 240. — 190 — grabung seines Verwandten Stephan Tvrtko sein eigenes königliches Ansehen heben und vielleicht auch selbst die unmittelbare Herrschaft über Bosnien erlangen. Die Wirren vergrösserten noch die Patarenen. mer. Doch dieses letztere Heer war un glücklich. zur leichteren Unterdrückung der Ketzer auch die weltliche Macht zu Hilfe zu rufen. so hat er sich darin sehr getäuscht. ihren Ban nur als ihren hervorragenderen Genossen (primus inter pares) zu betrachten. Slav. Er gedachte darum. Nachdem es nach Usora gekommen war. einen neuen Kreuzzug plante. die bis Stephan Kotromanic gewohnt waren. p. um diese wichtige Stadt. ein Heer nach Bosnien zu führen.und dort die wich tigeren Städte erobern. schlug es sein Lager vor Srebrenik auf. die zu dieser Zeit der Ohnmacht Tvrtkos wieder ihr Haupt erhoben und Bosnien vollständig über schwemmten. Mon. April 1360 dem bos nischen Bischof Peter erlaubte.*) König Ludwig begann jetzt einzusehen. um zuerst das Ansehen Ban Tvrtkos wiederherzustellen. Im Juni 1360 versammelte er zwei Heere. ihr Banat für die Herrschaft des übermächtigen ungarisch-kroatischen Königs umzutauschen. dass ein grosser Theil der bosnischen Barone einen Aufstand organisirte und dass in Bosnien gräuliche Wirren und Unordnung entstanden. und das andere vertraute er dem Erzbischofe von Gran Nikolaus und dem Palatine Nikolaus Kont an. I. So bezweckte Ludwig mit seiner Einmischung in die internen Angelegenheiten Bosniens allein dies. damit sie mit demselben in Usora einfallen. Die Patarenen nahmen in dieser beinahe regierungslosen Zeit an Macht derart zu. . als dieser die Macht des bosnischen Bans schwächen wollte. und zu diesem Zwecke in einem Schreiben vom 24.

sed minime capere potuerunt. von Gottes Gnaden Ban von ganz Bosnien. Qui intrantes castrum Z r e n c k (Srebrenik) obsederunt. welches bei dieser Gelegenheit der venetianische Doge Laurentius Celsi nach Bosnien sandte. Codex dipl.*) Über den Erfolg des königlichen Heeres haben wir absolute gar keine Nach richten. . dass dasselbe glücklicher war und das Ansehen Ban Tvrtkos in Bosnien wieder herstellte. J. palatinum regni sui. 220. et virum magnificum dominum Nicolaum palatinum . proficisc ebamur. Hier ereignete sich schon der erste Unfall. Nicolaum Konth. et ad exstirpandum quoque de ipso regno nostro eosdem ex una parte nos personaliter. de Thwrocz. — König Ludwig selbst schreibt in einer Urkunde von 1364: „Nos Ludovicus rex universis declaramus. magnificum virum. hatte nämlich das grosse Staatssiegel mit sich auf den Feldzug mitgenommen und dasselbe einigen seiner Leute zur Auf bewahrung übergeben. cum quibusdam aliis baronibus et mili- tibus regni sui. wurde jedoch zurückgeschlagen und musste resultatlos und beschämt nach Ungarn zurückkehren. nennt er den Ban: „der erlauchte und mächtige Herr Tvrtko. 7 p."**) *) Item ad terrain Boznae. ad con- terendam proterviam quorundam rebellantium. — Katona. p. destinaveramus. Historia critica. quod ubi in regno nostro Bosnae innumerabilis multitudo haereticorum et patarenorum pullulasset in errorem fidei orthodoxae. Sep tember 1364 ihn selbst. IX. nostrum cancellarium. seinen Bruder Stephan Vuk und seine Mutter Helena zu Bürgern Venedigs ernannte. **) Attendentes igitur multiplicis fidei puritatem et devotionis pleni- tudinem. 221— 223. Der Erzbischof von Gran. cum magno exercitu destinavit." Fejer. zu erobern. 294. et venerabilem in Christo patrem dominum Nico laum archiepiscopum Strigoniensem. Kurz nach diesem Kriege stand nämlich Ban Tvrtko in solchem Ansehen. — 191 — in der schon Ban Stephan oft verweilte. der zugleich des Reiches erster Kanzler war. Ver gleiche auch S. Im Schreiben. sirailiter regiae coronae subiectam. II. penes quem utrumque par sigilli authentici habebatur. doch es scheint. doch diese raubten das Siegel. 237. Nach diesem Unfalle griff das ungarische Heer die Stadt Srebrenik an. cap. . ex alia vero parte venerabilem Nico laum archiepiscopum Strigon. instaurato valido exercitu. 33 p. nachdem es viele Menschen und Dinge verloren hatte. so dass das Reich eine Zeit lang ohne Siegel blieb. dass die Republik Venedig am 7. quam illustres et magnifici domini Tuercto dei gratia totius . ac cum magno damno personarum et rerum discesserunt. X.

IV. etwas gegen die abtrünnigen Magnaten zu unternehmen. mer. Mon.*) Bossine banno. 84. wurde uns für unsere Treue Gerechtig keit. ad nostre magnitudinis excellentiam habere promptis affectibus se ostendunt . atque re- cipimus . Ljubic. die untreuen Barone so gleich zu bestrafen und in die Kerker zu werfen. In einem Schreiben an die Venetianer schildert er seine traurige Lage folgendermassen . Slav. . Slav. wurden jetzt auch uns untreu. Tvrtko wurde abgesetzt und zugleich mit seiner Mutter schändlich aus dem Lande vertrieben. weder hatte er das ganze Banat in Händen... aber wir haben noch nicht das ganze und sind auch nicht im Stande. . in dem er verspricht. und dabei wütheten auch die Patarenen wegen der gegen sie erlassenen Gesetze und der Art. Die Bewegung war diesmal allgemein. — 192 — Doch die Macht Tvrtkos dauerte diesmal nicht lange. p. Königs von Ungarn. Durch das Erbarmen des Herrn Gottes und die Gnade des ruhmreichen Herrschers Herrn Ludwigs. 74. Und so kam es im Jahre 1365 zu erneuertem Aufruhr in Bosnien." Tvrtko hofft übrigens zuversichtlich. dass es ihm gelingen werde. mer. in nostros cives et Venetos reeepimus. Ljubic. Seines Banates entsetzt suchte jetzt Tvrtko bei König Ludwig Hilfe. . die schon früher Gott untreu waren. März 1366 . noch wagte er es. . sobald er seinen Thron befestigt haben wird. wie mit ihnen verfahren wurde. Ende März dieses Jahres nennt sich Tvrtko „von Gottes und König Ludwigs Gnaden Ban von Bosnien. die venetianischen Privilegien in seinem Lande zu schützen und die Falsch münzer zu bestrafen. und sie nach den Ge setzen zu strafen." doch seine Macht war nur unbedeutend . *) Schreiben Tvrtkos vom 29. Mon. Die bosnischen Barone betrachteten jetzt Ban Tvrtko nur als ungarischen Usurpator. comes Wolf eius frater et Helena comitissa eorum geni- trix. „Die Barone unseres Reiches. die untreuen Barone zu überwinden. Dieser gab ihm auch wirklich ein kleines Heer. IV. entsetzten uns schändlich unseres Banates und vertrieben uns sammt unserer Mutter vollständig. und so gelang es Tvrtko Anfangs 1366 einen kleinen Theil seines Banates wieder zu erwerben. . ipsos . und wir wurden neuerdings in einen Theil unseres Reiches aufgenommen .

dass zu dieser Zeit in Bosnien die höchsten Berge mit den Steinen . die die Gemeinde Ragusa *) Acutheis. IV. hatte er alle Hände voll zu thun. 3 (Lucius. de regno Dalm. — 193 — Den Unzufriedenen. de gestis civium Spalatinorum. der am 24. musste aus Bosnien fliehen und fand eine Zu flucht in Ragusa." Arkiv za poviest. den der Ehrgeiz ver führt hatte. hatte sich auch Tvrtkos leiblicher Bruder Stephan Vuk angeschlossen. Über diese Feuersbrunst berichtet der Spalatiner Acutheis: „Im Jahre 1366 am Tage der heiligen Katharina erschien zwischen 8 und 11 Uhr Vormittags am östlichen Horizonte ein himmlisches Feuer von grosser Helligkeit. das gleich den übrigen dalmatinischen Städten schon seit 1358 die Oberhoheit des ungarisch-kroatischen Königs Ludwig anerkannte. Tvrtko gegenüber alle Gebräuche und Freundschaftsbeweise anzuwenden. das als „Freistätte" schon seit alten Zeiten ein Asyl für bosnische und serbische Flüchtlinge war. Dort stehen jetzt viele Dörfer. Geschichte Bosniens. Nachdem Tvrtko mit Hilfe König Ludwigs nach Bosnien zurückgekehrt war. Mai beschloss der Rath von Ragusa. Sein unglücklicher Bruder Stephan Vuk. 33. weil ihm Tvrtko nicht einen Theil des Banates als Erbtheil überlassen wollte. Thieren und Vögeln verbrannten. wo man jetzt Feldfrüchte säet. Doch Tvrtko beschloss ihn auch hier aufzusuchen. jugosl. die sich brüsten. 13 . p. Am 30. um alle Wiederspänstigen und Aufwigler zum Gehorsam zu zwingen. pag. Gott habe diese Berge zu ihrem Nutzen angezündet. et Croat. Auch der kroatische Chronist Simon Klimen- tovic berichtet ganz kurz über diese Feuersbrunst: „Damals (irrthümlich 1373) brannten die Berge in Bosnien. 384). November ausbrach und wahr scheinlich durch Tvrtkos Gegner und die Patarenen gelegt wurde. man erzählt. die sich 1365 gegen Ban Tvrtko erhoben. Im Jahre 1366 wurden in Bosnien erbitterte Kämpfe ausgefochten. da er ihre Religion liebt. und in diesen wohnen Patarenen. so dass sich die Berge in Ebenen verwandelten." *) Doch endlich besiegte Tvrtko seine Gegner. deren Schrecken noch durch den grässlichen Waldbrand ver- grössert wurde. cap. Im Mai des folgenden Jahres 1367 zog Ban Tvrtko nach Ragusa.

Vor *) Matkovic P. Ban Tvrtko wohnte in seinem eigenen Hause. nicht aus liefern dürfen. Knez Vlkota Pribinic und Andere. und denselben verfolgend in unseren Ort euer Vater kam und ehrend em pfangen wurde. serb. der Tepöija Sladoje. am 1. was zur Unehre des Herrn Königs von Ungarn dienen würde. dass ihre Stadt von jeher eine Freistätte sei. noch können. indem sie hervorhoben. denn dieser Ort ist seit der Zeit Kotromanics ein freier Ort. doch erreichte er nicht den eigent lichen Zweck seiner Reise. I. wie ein Herr und herzlicher Freund."**) Während seines Aufenthaltes in Ragusa verlangte Tvrtko unzweifel haft von den Ragusanern die Auslieferung seines Bruders. der Sohn Ban Tvrtkos. polit. p. und bestätigte hier den Ragusanern „alle Gesetze. Die Ragusaner er innerten sich noch viel später dieses Ereignisses. 204. des Flüchtlings Stephan Vuk. historiji republ. denn der -Flüchtling Vuk blieb auch ferner frei und sicher in Ragusa. 126. ***) Pucic."***) Der Flüchtling Vuk verblieb jetzt in Ragusa und über nahm die Rolle. Als näm lich im Jahre 1415 der König Tvrtko II. p. **) Miklolic. Juni kam Ban Tvrtko in Ragusa an. antworteten ihm diese: „Und euere Magnificenz kann sich gut erinnern. dubrovacke. Mon. Es begleiteten ihn zahlreiche Barone. Doch die Ragusaner wieder setzten sich dem. Ban Stephan be- sassen. wie euer Vater Herr König Tvrtko seinen Bruder Vlkic trieb und dieser in unseren Ort flüchtete. Prilozi k trg. „jedoch mit Wahrung der Ehre unseres Herrn des Königs von Ungarn. Tvrtkovic. so der Knez Vlaj Dobrovojevic. . die sie von seinem Onkel. srp. (Rad VII. Spornen. 176. p. von den Ragusanern die Auslieferung einiger bosnischer Flüchtlinge forderte. doch „ausnehmend alles." *) Zwei Tage darauf. So wurde also Tvrtko zwar freundlich aufgenommen.. Anmerkung 3. die einst der serbische Königssohn Vukan seinem Bruder Stephan Nemanjic gegenüber spielte. Urkunden und Briefe". Zugleich schloss Tvrtko einen Bund mit Ragusa für ewige Zeiten. und dass sie nach alter Sitte einen Flüchtling. der bei ihnen Zuflucht fand. — 194 — den bosnischen Bauen zu bezeigen pflegte.

*) In dem Schreiben an Ludwig bittet der Pabst. wie die meisten bisherigen Herrscher Bosniens Schismatiker oder Ketzer waren. Er beklagt sich ferner. an dessen Hofe Vuk längere Zeit verweilte. lind das andere an König Ludwig. eines an Stephan Vuk. 13* . indem er ihm sogar sein Erbtheil entzieht. Doch alle Anstrengungen Vuks und des Pabstes blieben erfolglos. der dem verwerflichen Beispiele seiner Vorgänger folgt. er selbst sei ein treuer Anhänger der katho lischen Religion und ein Feind der Ketzer. dass er wirklich seinem Wunsche gemäss an König Ludwig geschrieben habe. und endlich erklärte er. In dem zweiten. Mon. Er bittet darum den Pabst. 91—92. dass ihn sein Bruder Tvrtko. p. darauf tröstet er ihn. weil er so viel für die katholische Religion erleiden muss. Im Jahre 1368 wendete er sich an Pabst Urban V. *) Theiner." beschützen und Ban Tvrtko zur Ablegung seiner bisherigen Irrthümer und zur Zurückgabe der seinem Bruder entrissenen Länder und Güter bewegen. dieser möge sich seiner bei dem ungarischen Könige annehmen. — 195 — Allem nahm er in Ragusa die katholische Religion an. II. und dann trachtete er auf den bosnischen Banusstuhl zu gelangen. der König möge den rechtgläubigen Stephan Vuk. In einem besonderen Schreiben stellte er dem Pabste dar. und sagt es wäre ihm lieb. dass er bereit wäre nach Rom zu kommen. an „Stephan den jüngeren Ban von Bosnien" gerichteten Schreiben meldet der Pabst diesem. December 1369 zwei Schreiben ab. „den jüngeren Ban von Bosnien. wenn Vuk in die heilige Stadt kommen würde. Hung. die er nach Möglichkeit verfolgen wird. um dem Pabste zu huldigen. zu verfolgen angefangen habe und dass er ihm schon vielen Schaden bereitet habe. König Ludwig beachtete gar nicht des Pabstes Schreiben. am 14. und Stephan Tvrtko brauchte sich auch nicht mehr vor einheimischem Aufruhr zu fürchten. Auf diese Bitten sandte Pabst Urban V. sondern konnte seit 1370 an der Befestigung und Verbreitung seiner Macht arbeiten.

um dies zu verhindern. über wältigte er diese nach einander und befestigte glücklich seine Herrschaft. begann sich Tvrtko 1370 in die Angelegenheiten benach barter Länder und Staaten einzumischen.) Nachdem Ban Tvrtko siebzehn Jahre hindurch gegen seine Feinde kämpfte. Er gewöhnte sich durch sie seit seiner Jugend an Vorsicht. Tvrtko brauchte also keine Störung durch Ludwig zu fürchten. Nach der Wiederherstellung der Ruhe in seinem Banate. Diese Kämpfe waren ihm auch sehr nützlich. und seine Beschlüsse furchtlos und consequent durch zuführen verstand. noch gegen die Gier der einzelnen Magnaten und Statthalter zu ver- theidigen. und seine Aufmerksamkeit nach Norden ge richtet. erfahrener und energischer Mann. König Ludwig hatte zu dieser Zeit alle Pläne betreffs des Südens seines Reiches aufgegeben. unter dem das serbische Reich einen grossen Rückschritt machte. und erobert Travunja und Podrinje. — 196 — Stephan Tvrtko kämpft im Bunde mit dem serbischen Fürsten Lazar gegen Nikolaus Alto- manovic und Georg Balsic. wo das einst mächtige serbische Reich von Tag zu Tag mehr verfiel. und konnte ungehindert nach Verbreitung seiner Herrschaft trachten. und so wurde aus dem unerfahrenen Jüngling ein reifer. Kampf und Unglück. um uns von seinem seltenen Geiste und seiner unbeugsamen Willens kraft Zeugniss zu geben. Unter den serbischen Magnaten ragten zu dieser Zeit die Brüder Vukasin und . (1370 — 1376. Der un mündige Kaiser hatte vom Vater ein unfertiges Reich ererbt. so wäre dies schon genügend. um den polnischen Thron zu erlangen. Wenn er in seinem ganzen Leben nichts weiter gethan hätte. Nach dem Tode Kaiser Dusans gelangte zur Regierung sein junger Sohn Uros rV. die einzelne Provinzen losreissen und sich zu unabhängigen Herrschern machen wollten. das er weder vollständig zu erhalten vermochte. reiflich zu über legen. (1356 — 1367). Eine herrliche Gelegenheit bot sich ihm dazu im Osten. Es war dazu gerade jetzt die geeignetste Zeit. Uros war zu schwach. der logisch zu denken.

das von der serbischen Morava über Sjenica und das Feld von Gacko bis Cattaro und Ragusa reichte. Von diesen rührte sich nach dem Tode Dusans zuerst der ungarisch-kroatische König Ludwig. Während aller dieser inneren Kämpfe und äusseren Ge fahren. Während der Regierung Kaiser Uros verfiel das ser bische Reich nicht nur durch innere Kämpfe. das bei sechzig Jahre be stand. dem Sohne Osmans. eignete sich das ganze Land sein Neffe Nikolaus Altomanovic an. sondern auch noch mehr dem bulgarischen Staate und be sonders dem zerrütteten Serbien. Dezember 1367 Kaiser Uros IV. und 1358 kämpfte er so glücklich mit dem selben. Ausser König Ludwig begannen jetzt dem zerrütteten Serbien auch die Türken oder Osmanen zu drohen.. Jetzt unter dem Sultan Murat I. Die Türken waren schon unter ihrem Herrscher Urchan (1326 bis 1359). sondern da es durch Bürgerkriege zerrüttet war. dass er ihm das südlich der Save gelegene einst ungarische Gebiet Maöva entriss. Neben dem Ländchen Balsics wird im selben Jahre 1360 auch das Gebiet Knez Vojslavs genannt. der dann in Rudnik ziemlich unabhängig residirte. Man erzählt. einen später in der Geschichte der Ungarn und Südslaven hochbedeutenden Mann. Schon im Jahre 1360 begründeten sich die Balsice in Zeta ein kleines unabhängiges Reich. Als kurz darauf im Jahre 1363 Knez Vojslav starb. und nebst diesen besonders die Balsice und Knez Vojslav. wiederholt in Europa ein gefallen. . starb am 2. als Ban einsetzte. ferner Knez Lazar und Vuk Brankovic hervor. war es auch Anfällen auswärtiger Feinde ausgesetzt. wo er im künftigen Jahre 1359 Nikolaus von Gara. von wo aus sie von nun an nicht nur dem byzantinischen Reiche mit Verderben drohten. — 197 — Ugljesa. der letzte männliche Sprosse der Nemanjiden. und hatten endlich auch die wichtige Stadt Galli- polis „den Schlüssel Europas" eingenommen. (1359 — 1389) eroberten sie im Jahre 1361 die bedeutende Stadt Adrianopel und machten sie zu ihrer europäischen Residenz. Schon 1356 bereitete er sich zum Kriege mit Serbien.

betrachtete er sich als berufen. wie uns schon bekannt. sah. da König Ludwig nicht ungern den Ver fall des serbischen Reiches. Das Trachten Tvrtkos. ihrem Stande gemäss verheirathen. — 198 — dass ihn Vukasin durch seine Leute auf der Jagd ermorden liess. die serbischen Länder zu er werben und alle Rechte der ausgestorbenen Nemanjiden an sich zu reisen. da sein Grossvater Ban Stephan Kotroman mit Elisabeth. Von dieser projektirten Heirath der kroatischen Aristokratin mit dem serbischen Königssohne erfuhr auch der Pabst Urban V. und Tvrtko beschloss sie an einen Sohn des serbischen Königs Vukasin zu verheirathen. beginnt 1370. hielt er es für seine Pflicht. der auch nach weiblicher Linie ein gewisses Recht auf den serbischen Thron hatte. die Heirath einer Katholikin mit einem schis . Vielleicht von irgend einem eifrig katholischen Bischof Kroatiens oder Dalmatiens dazu bewogen. Dieses Mädchen hatten ihre Eltern Tvrtko und seiner Mutter Helena übergeben. um sich so auf freundschaftliche Weise Vukasin zu nähern. mit der ausgestorbenen Familie der Nemanjiden entfernt verwandt. Ge rade jetzt war die Tochter Subics heirathsfähig. wie das ser bische Keich nach allen Seiten zerfällt. Jetzt war dies um so leichter möglich. als er ferner sah. Als also Tvrtko jetzt im Jahre 1367 mit dem schwachen Uros das Haus der Nemanjiden aussterben sah . damit sie dieselbe erziehen und. Alle diese Ereignisse und besonders den Verfall Serbiens beobachtete der bosnische Ban Stephan Tvrtko. wenn sie erwachsen ist. Bei Ban Tvrtko lebte eine Tochter Gregor Subic's. als Verwandter der Nemanjiden deren Tradi tionen zu übernehmen und die Länder seiner Ahnen so viel als möglich um sich zu sammeln. seiner einstigen Nebenbuhlerin. der Tochter des serbischen Königs Stephan Dragutin vermählt war. Schon im Jahre 1370 versuchte er sich mit dem damaligen serbischen König Vukasin zu befreunden. Er war. Herrscher von Serbien wurde jetzt derselbe Mörder Vukasin (1367 — 1371). als er sein Reich geordnet und die ungehorsamen Magnaten und seinen Bruder be zwungen hatte. der Vater des in den südslavischen Volksliedern gefeierten Marko Kraljevic (Königssohn Marko).

um seine goldene Kette zu rauben. dass sich Tvrtko schon 1370 in die serbischen Angelegenheiten einmischte. Im September desselben Jahres trafen sich beide Heere bei Cernomen (Tainaros) am Flusse Marica. sammelte 1371 Vukasin sein ganzes Heer und eilte in das Land seines Bruders. einen schwereren. dass die Tochter Subics ent weder ihren Eltern zurückgegeben oder an den ungarischen Hof gebracht werde. doch die Türken hörten trotzdem nicht auf. . und sogar an Ban Tvrtko. IL p. ist uns un bekannt. indem er Tvrtko „ihren Bruder" nennt. der Königin Elisabeth. doch Nachts wurden sie unverhofft von den Türken überfallen und total geschlagen. Die Schlacht bei Cernomen gab Serbien einen schweren Schlag. der Pabst be fiehlt ihm. Endlich auch das Schreiben an Tvrtko ist desselben Inhaltes. dessen Ge mahlin Elisabeth. Eine bessere Gelegenheit bot sich ihm.*) Im Briefe an König Ludwig fordert er. Hung. In der Schlacht siegten die Serben. Dasselbe schreibt Pabst Urban V. sondern diese Nieder lage hatte zur Folge. Er schrieb zu diesem Zwecke am 8. 97. — 199 — matischen Königssohne zu verhindern. Im Jahre 1370 überfielen nämlich die Türken unter Sultan Murat mit 70. Um die Türken endgültig von allen Beunruhigungen seines Reiches abzuhalten. zu senden. gewiss ist nur. als alle bisherigen waren. April 1370 an König Ludwig. das Mädchen zu ihren Eltern oder auf den Hof König Ludwigs „seines Verwandten".000 Mann Serbien. Ob jemals diese Heirath dennoch ausgeführt wurde. Man erzählt. Mon. dass den König sein Diener Arsoje er mordete. fortwährend den Ländern seines Bruders UgljeSa zu drohen. wo sie nach dem Wunsche ihrer Eltern und dem Urtheile König Ludwigs verheirathet werden kann. als im künftigen Jahre 1371 König Vukasin starb. Es fiel hier nicht nur König Vukasin. in das die Türken eben eingefallen waren. Vukasin trieb sie glücklich zurück. dass viele Herrn serbischer Gebiete *) Theiner. König Vukasin selbst und seine Brüder fielen bei dieser Gelegen heit. oder ob Tvrtko dem Pabste nachgegeben hat .

h. und im Osten besass er einen Theil Serbiens oder Rasciens bis Sjenica. Lazar eroberte Rudnik. doch dieser war so schwach. nicht nur das ganze Land an der oberen Drina zu erobern. ferner ihr Onkel Bogdan . um gemeinschaft lich den Zupan Nikolaus Altomanovic. Namentlich thaten dies Jovan und Constantin Dragas. Sabbas. Die Handelsstrassen. sondern einfach nur Fürst (Knez). Schon 1371 verband sich Tvrtko mit Knez Lazar. Ein Theil der Serben wählte jetzt zu ihrem Herrscher Lazar Grebljanovic (1371 — 1389). abtrat. um so den Bestand seines Reiches für einige Jahre zu sichern. Trotzdem reussirten Lazar und Tvrtko . dass er sich nicht mehr König oder Kaiser nannte. . bei nahe das ganze Fürstenthum Travunja. während es Tvrtko gelang. Konavlje und Trebinje. Tvrtko verfolgte dabei natürlich nur seinen Nutzen. dem er dafür DraCevica. — 200 — die Oberhoheit des türkischen Sultans Murat anerkennen mussten. sondern endlich auch Georg Balsic aus Travunja zu vertreiben. der Ost-Macedonien regierte. Die *) Jireöek. wo sich das Grab des heil. Als Nikolaus die Gefahr sah. Ja sogar Fürst Lazar selbst musste jetzt gleich dem bulgarischen Kaiser Sisman den Sultan um Frieden bitten und einen Tribut zahlen. so dass Tvrtko Ende 1375 oder Anfangs 1376 einen grossen Theil der einst serbischen Länder in Händen hatte. zu überwältigen. 36—37. als dieser versuchte sich Ansehen und An erkennung bei den einzelnen Statthaltern zu erwerben. des Apostels der Serben befand. unterstützte Ban Tvrtko den selben Lazar. d. Während sich gegen Fürst Lazar die Söhne VukaSins Marko und Andreas erhoben. Die Herrschaft Tvrtkos reichte jetzt im Süden über das Land Hum und Travunja bis Cattaro und Niksi6. die Ober-Macedonien verwalteten. den Herrn von Rudnik und des ganzen Landes von der serbischen Morava bis Cattaro und Ragusa. In seinen Händen war auch das wichtige MileSevo. verband er sich mit dem Fürsten von Zeta Georg Balsic.*) Stephan Tvrtko lässt sich zum Könige von Bosnien und Serbien krönen (im Jahre 1376). p.

Mon. in dem er von den Kagusanern den Tribut von 500 Perpers für Stagno fordert. Noch im selben Jahre 1376 führte Tvrtko seine Ab sicht aus. Als König von Serbien erkannten ihn zuerst die Ragusaner an. hatte er nun durch glückliche Feldzüge auch die serbischen Gebiete: Podrinje. Er konnte sich jetzt als den eigentlichen Nachfolger der serbischen Nemanjiden betrachten. 185. nannte er sich von nun an „König von Serbien". wie Knez Lazar schwach und dessen Herrschaft unbedeutend ist. welches er zugleich mit dem Lande Hum*) von seinem Onkel Stephan geerbt hatte. die *) Dass das Land Hum schon vor 1376 in Tvrtkos Händen war. . der bosnischen. Da er jetzt sah. Während er sich noch 1375 einfach „Tvrtko von Gottes Gnaden Ban von Bosnien" nannte. p. be weist sein Schreiben. die er von seinen Ahnen „den Herrn Serbiens" ererbte. Travunja mit Trebinje und das Küstenland (die Zupen Konavle und Draöevica) zugesellt. beschloss jetzt Tvrtko seiner Macht auch den äusseren Glanz zu verleihen. Um sein Recht auf den serbischen Thron hervorzuheben. nachdem er einen grossen Theil von deren Reiche erobert hatte. und da er ein grosses Reich besass. Dem Banate Bosnien. die ihm von Alters her gebührte. Ohne König Ludwig oder Knez Lazar zu fragen liess er sich in MileSevo am Grabe des heiligen Sabbas mit zwei Kronen krönen. — 201 — Erfolge Tvrtkos in den letzten Jahren waren wirklich glänzend. schrieb er sich schon 1378 „Stefan Tvrtko v Hrista boga kralj Srbljem i Bosne i Primorju" (Stephan Tvrtko in Gott Christus König der Serben und Bosniens und des Küsten landes). In Folge dieser Krönung nahm er für sich nicht nur alle Rechte der bosnischen Bane. wie dies nach ihm alle bosnischen Könige thaten. Den neuen König Bosniens und auch Serbiens erkannten sogleich auch andere Mächte als solchen an. sondern auch die Rechte und Pflichten der serbischen Herrscher in Anspruch. serb. Miklosic. er beschloss also sich zum Könige von Bosnien und auch Serbien zu krönen. und der serbischen.

zuerst in dem mir von *) Ljubic. des Übersetzers. — 202 — ihm den jährlichen Tribut von 2000 Perper zu bezahlen begannen. sehr ernst auf. Demetrius den serbischen Herrschern gaben. weil er sich dadurch zum rechtmässigen Nachfolger der Nemanjiden erklärte. weil er durch diese That das bisherige Banat Bosnien zu einem unabhängigen Königreiche erhob. B. Mon. „Und er (Kristus) gab mir eine doppelte Krone. was es auch bis zu dessen Falle im Jahre 1463 verblieb. 188.*) Es frug sich nur. dass er sich nicht auch um Bosnien-Serbien kümmern konnte. serb. von denen sich schon damals be sonders die Vojvoden Vlatko und Hranja Vukovi6. sondern hauptsächlich darum. z. den sie bisher am Tage des heil. Audi die Republik Venedig erkannte ihn als Herrscher Serbiens an und nannte ihn von nun an in amtlichen Schriften „König von Serbien". ferner Radin Jablani6 und dessen Sohn Paul Radinovic. IV. Mon. mer. . residirte Tvrtko jetzt in Trstivnica. **) Miklosic. Es beweisen dies am besten seine eigenen Worte. Protovestiarius u. wie überhaupt alle aus dem Altslävischen übersetzten Citate in diesem Buche. Stephan Tvrtko fasste die Aufgabe.Er führte auch königliche Hofämter nach Art der byzantinischen ein. Er umgab sich auch mit vielen hervorragenden Vojvoden und Knezen. Slav. die er durch die Krönung übernommen hatte. „da mit ich in beiden Ländern regiere. wo er seinen „königlichen Hof" hatte. 187. A. Während sein Onkel sich grösstentheils in Srebrenik aufhielt. mit möglichster Wahrung des eigenthümlichen Geistes der altslavischen Sprache wieder gegeben. Tvrtko trachtete jetzt seiner neuen Würde und Macht ge mäss seinen Hof zu ordnen. Anmerk." so schreibt Tvrtko**). ob ihn auch König Ludwig anerkennen werde? Doch dieser Herrscher war gerade damals so sehr mit polnischen und lithauenschen Angelegenheiten beschäftigt. p. . Obiges ist. Ausserdem ertheilte er von nun an auch Privilegien wie die serbischen Könige. Sutiska und Bobovac. Übrigens ist die Krönung Tvrtkos nicht nur darum bedeut sam. 187. p. den Logothet. und end lich Vukac Hrvatinic auszeichneten.

Ercegnovi) erbaute. der früher nur den nationalen Namen Tvrtko führte. und wünschte und wollte den Thron meiner Voreltern befestigen. 201. . damit ich sei der in Gott Kristus rechtgläubige und von Gott be stellte Stephan. denen er einst sein Reich hinter lassen könnte. Mon. dass das bisherige bosnische Banat jetzt ein selbstständiges unabhän giges Reich sei. . die Tochter *) Als Stephan Tvrtko I. p. nahm bei der Krönung den christlichen Namen Stephan an und wählte den Protomärtyrer Stephan zum Schutzheiligen seines Geschlechtes. Stephan Tvrtko ordnet sein Reich. . wie einst auch die Kaiser und Könige von Serbien. Und darauf begann ich mit Gott als König zu herrschen und den Thron des ser bischen Landes zu befestigen. der serbischen Herrn. Er heirathete darum Dorothea. serb. — 203 — jeher durch Gott gegebenen Lande Bosnien. und dann ge fiel es Gott meinem Herrn mir zu gewähren die Nachfolge auf dem Throne meiner Voreltern. denn die waren meine Voreltern." Wahrlich eine erhabene Aufgabe für einen Herrscher „das Gefallene zu erheben und das Zerstörte wieder herzustellen!" Der neue König. mit dem Wunsche das Gefallene zu erheben und das Zerstörte wieder herzustellen . begründet Novi. und nun in das himm lische Kaiserthum übersiedelten. und als ich dort hin kam. König von Serbien und Bosnien und dem Küstenlande und dem Westlande. Miklosie. . erobert Cattaro und kämpft mit Balsic von Zeta (1376—1387). Und als ich sah das Land meiner Voreltern durch diese verlassen und ohne Hirten. gesetzliche Nachkommen zu haben. im Jahre 1382 in der Zupa Draöevica eine Feste (das spätere Novi. Tvrtkos erste Sorge war jetzt. wurde ich in dem Königreiche meiner Voreltern gekrönt mit der mir von Gott gegebenen Krone. Durch die Krönung am Grabe des heiligen Sabbas hatte Stephan Tvrtko bewiesen. ging ich in das serbische Land. *) Nach dem Bei spiele Tvrtko 's führten später alle Könige Bosniens diesen Namen. nannte er sie nach seinem Patrone „sveti Stefan". die in den Ländern des Kaiserthums als Kaiser herrschten.

war er den Ragu- sanern sehr freundlich. April 1378 weilte Tvrtko in der nächsten Nähe Ragusas. in der er ihre Kaufleute von jedem Zoll in seinem Reiche befreit. Er war bei dieser Gelegenheit umgeben von seinen Magnaten: Zupan Branko Pribinic. . das Reich gegen feindliche Überfälle zu sichern und ferner demselben zur See Macht zu verschaffen. das sich an der Ostküste des Adriatischen Meeres von der Boccha di Cattaro nordwärts bis zum Flusse Cetina erstreckte. Zupan Belijak Sankovic. musste er vor Allem diese beiden freien Städte unterwerfen." Miklosic. Als Stephan Tvrtko noch Ban war.**) Nach dem er im künftigen Jahre der Herr serbischer Länder und zugleich König von Serbien und Bosnien geworden war. Mon. Doch dies war ein kühnes und schwieriges Unternehmen. **) Miklosic.*) Tvrtko begann jetzt auch sein ausgedehntes Reich zu ordnen. So stellte er ihnen noch am 5. Das nothwendigste war. die zu dieser Zeit die Oberhoheit der ungarisch-kroatischen Könige anerkannten. 184—185. Tvrtkovic. Vukoslav Stefkovic. 189 und 202. musste er in seinem Lande starke Festungen erbauen. Am 10. Wenn also Stephan Tvrtko das An sehen Bosniens auf dem Meere heben wollte. des Bruders des letzten bulgarischen Kaisers Ivan f->isman. Knez Vukasin Milatovic. Diese gebar ihm bald einen Sohn. waren autonome Gemeinden. Um das erstere zu erreichen. doch die zwei wichtigsten Häfen in diesem Gebiete. Fe bruar 1375 in Bobovac eine Urkunde aus. zeigte er sich den Ragusanern noch mehr gewogen. Tvrtko Mastnovic und Anderen. die Städte Cattaro und Ragusa. p. und zum zweiten brauchte er Schiffe und gute Häfen. Vojvode Vlatko Vukovic. serb. — 204 — Strasimir Aleksandrovics. Dobrasin Stefanovic. in der travunischen Zupa Zrnovnica. Das bosnische König reich hatte zwar damals ein schönes Küstenland. p. und in einer von 1382: „der Sohn meines Königreiches. Als die Ragusaner von der Ankunft des neugekrönten bosnisch *) In einer Urkunde von 1378: „die Frau Königin Kyra Dorothea". den späteren König Stephan Tvrtko II.

Die Ragusaner zahlten also von nun an Tvrtko und dessen Nachfolgern für die Handelsfreiheit in Bosnien jährlich 500 Perper am Tage des heiligen Blasius. und alle Privilegien. als Beherrscher einst serbischer Länder. und ferner im Namen des serbischen Tributes jährlich 2000 Perper am Tage des heiligen Demetrius. Tvrtko erneuerte ihnen darum alle Verträge. Michael Bobaljevic. — 205 — serbischen Königs erfuhren. bestätigte er im Juni diesen Vertrag mit Ragusa in einer feierlichen Urkunde. Dobret Kaliöevic. als hätte er seine Pläne betreff Ragusas und Cattaros auszuführen begonnen. Am 26. Nachdem die Ragusaner für die Handelsfreiheit und andere Privilegien in den serbischen Ländern den Herrschern derselben einen jährlichen Tribut bezahlten. Matej Zurgovic. 2<un Gradic und Nicolaus Gundulic. Nachdem ihm indessen die Cattarioten ihre Stadt anboten. Mon. 188. . dass die Bewohner von Cattaro ihren Gesandten Maroje Buöa zu König Tvrtko sandten. der in den früheren Jahren ein Freund Ragusas war und dasselbe mit Heeres macht gegen Venedig unterstützte. verbietet der *) Miklosic. damit sie ihn begrüssen und von ihm die Bestätigung ihrer Privilegien erbitten. Doch wenn Tvrtko den Ragusanern wirklich aufrichtig gewogen war. Juli 1379 beklagen sich nämlich die Ragusaner bei König Ludwig über den bosnischen König. Im künftigen Jahre scheint es nämlich. bestehend aus den Patriziern Marino Men- öetic. während seine Unter- thanen Victualien in Ragusa frei einführten. p. forderte jetzt denselben Tribut auch König Tvrtko. so muss er sich sehr bald geändert haben. ordnen. Sie melden Ludwig. sandten sie ihm eine Gesandt schaft entgegen. Diese Gesandten sollten auch das Verhältniss Ragusas zu dem neuen Könige. die sie mit den serbischen Herrschern hatten.*) Als später Tvrtko auf seinen Königshof in Trstivnica zurück kehrte. Serb. Frau Kyra Helena und mit der Frau Königin Kyra Dorothea und mit auserwählten Magnaten" des Königreiches Bosnien. und zwar im Einverständniss „mit der von Gott gegebenen Königin-Mutter.

Die ältere. so begann *) Matkovic P. pol. Er stand bald an der Seite seiner Cousine Eli sabeth. Doch die Pläne und Wünsche Ludwigs gingen nicht ganz in Erfüllung. Während des grossen und lang wierigen Krieges. Dalmatien. der kurz darauf ausbrach und durch den Kroatien.. denn König Ludwig vertheidigte nicht nur sein treues Ragusa. Die geeignete Zeit schien dafür erst gekommen zu sein. bald an der Seite Karls von Durrazzo und dessen Sohnes Ladislaus. . und er verlobte sie darum schon im Jahre 1374 als erst siebenjähriges Mädchen in Trenöin mit dem neun jährigen Prinzen Sigismund. Die Pohlen wollten Maria nicht und wählten zur Königin ihre jüngere Schwester Hedwig. mit zwei Töchtern Maria und Hedwig. Er hinterliess eine Wittwe Elisabeth. Slavonien und Ungarn ein Viertel jahrhundert lang bluteten. und so erleidet die Commune Cattaros wegen Mangel an Lebensmitteln. konnte überhaupt Stephan Tvrtko nicht ernstlich daran denken. So lange König Ludwig I. 207). bestimmte Ludwig noch zu Lebzeiten zur Nachfolgerin seines grossen Reiches.*) Tvrtko hatte diesmal keinen Erfolg. Maria. September 1382 König Ludwig ohne männliche Nachkommen starb. wollte sich Stephan Tvrtko in den ersten Jahren keiner der kämpfenden Parteien bestimmt anschliessen. hasste. den Palatin Nikolaus von Gara. Prilozi k trg. und er verfolgte dabei immer einzig den Nutzen seines Staates. (Ead VII. — 206 — bosnische König seinen Leuten die Einfuhr von Victualien in Ragusa. als am 12. deren Tochter Maria und Schwiegersohn Sigismund. die Macht seines Reiches am Meere zu heben und die Städte Cattaro und Ragusa zu erwerben. die das schwache und ungerechte weib liche Regime und den Günstling Elisabeths. die Cousine Tvrtkos. dem Sohne des böhmischen Königs und deutschen Kaisers Karl IV. lebte. hist. p. Kaum hatte Ludwig die Augen geschlossen. sondern er unterwarf sich auch kurz darauf neuerdings Cattaro. und auch in Kroatien und Un garn erhob sich gegen Maria und deren Mutter Elisabeth eine grosse Partei.

Der scharfblickende Tvrtko sah bald ein. Schon 1379 hatte er zu seinem Leid wesen eingesehen. um mit Salz und Wein zu handeln. dass im Küstenland nirgends ein neuer Markt er öffnet werden soll. — 207 — schon Stephan Tvrtko seine Pläne betreff Cattaro und Ra gusa auszuführen. ist das heutige Castelnuovo (Ercegnovi). eine neue Feste. dass Ragusa nur vom Handel und Verkehr lebe und dass es ohne diese Bedingungen sehr bald verfallen müsste. dem selben zuerst die Lebensbedingungen zu entziehen und dann erst das geschwächte und absterbende zu unterwerfen. Da er gut wusste. sondern auch ausDalmatien und Kroatien Leute hierher. 201. Ragusa zu unterwerfen. „dass die Ragusaner alte Verträge mit allen Königen Rasciens haben. dass er *) Urkunde Tvrtkos von 1382. Knez Dragoje Gucetic traf den König im Lande Hum. gerade gegenüber der Ein fahrt in die Boccha di Cattaro. Serb." König Tvrtko befand sich jetzt in grosser Verlegenheit. auf einem sehr geeig neten Orte. ausgenommen die Städte. zum König. Mon. Ragusa offen anzugreifen. Und es kamen auch wirklich nicht nur aus den be nachbarten Gebieten. beschloss er. Sie sandten darum sogleich einen Gesandten. im Dörfchen Bis6e. Diese Feste. Trotz aller Verträge und den Ragusanern verliehener Privi legien erbaute er hier ein Salzmagazin und eröffnete einen Salzmarkt. dass es ihm ohne eine bedeutende Flotte sehr schwer sein würde. . die von Tvrtko selbst St. Tvrtko trachtete jetzt die begründete Stadt je schneller zu vollenden und dieselbe zum wichtigsten Handelsplatze des bosnischen Reiches zu machen. p. welches schon damals durch seine Seemacht berühmt war. Da er es nicht wagte. Miklosic. Er erbaute darum am Eingange in die reizende Boccha die Cattaro. am Fusse der alten Burg Blagaj. den Knez Dragoje Guöetic. um diesen von dem ein geschlagenen Wege abzulenken. wo schon früher ein gewöhnlicher Markt war. Stephan genannt wurde und später Novi hiess. Er legte hier dem Könige dar.*) Die Ragusaner durchschauten jetzt die Pläne König Tvrtkos und fingen für die Zukunft ihrer Stadt zu fürchten an. die die Nebenbuhlerin Ragusas hätte sein sollen.

Er ersuchte zu dieser Zeit die Ragusaner durch seine Gesandten Knez Vukasin und Vladoje. am ungarischen Hofe in grosser Gnade stand. und verbot mit einem Schreiben vom 15. um so we niger. „dass in jener Stadt unter der Burg (Novi) kein Salzmarkt sein soll in Ewigkeit. cit. dass dadurch wieder das scheinbar gute Einvernehmen gestört wurde. — 208 — die alten Verträge der Gemeinde Ragusa mit den einstigen serbischen Herrschern verletzt habe. dass er die alten Verträge Ra- gusas mit den serbischen Herrschern verletzt habe. um nicht in die Gefahr zu kommen. April allen Bewohnern Dalmatiens und Kroatiens Salz oder Wein nach Novi zu führen. . op. und dass Tvrtko eben desshalb den Salzmarkt in Novi neuerdings eröffnete. der zufolge kein Ragusaner in die Dienste eines benachbarten Herrschers treten darf. und entschuldigte sich mit der alten Sitte. Zugleich ordnete sie an. um sich hier über Tvrtko zu beklagen. und betrachtete seine Pläne betreff dieser Stadt nur aufgeschoben. dass einer ihrer Patrizier als Aufseher aller bosnischen Festungen in seinen Dienst trete. Er gestand darum. die gegebenen Versprechungen niemals zu verletzen. Die Ragusaner sandten darauf ihre Patrizier Peter Gundulic und Stephan Lukaric nach Ofen zur Königin Maria. wollte er nicht so plötz lich einen offenen Krieg mit Ragusa beginnen. 201—202. den Ragusanern zu schaden. Es scheint. und Abhilfe zu bitten. dass dieses *) Idem. sie mögen erlauben. da damals Ragusa. als treuer Anhänger der Königinnen Elisabeth und Maria. Doch die Commune entsprach nicht dieser Bitte. erfüllte gerne die Bitte der stets treuen Ragusaner. suchte er dennoch auf jede Weise nach einer Gelegenheit. Dezember 1382 an. die damals Tvrtko ohnedies zürnte. p. Schon im künf tigen Jahre 1383 rüstete Tvrtko und wollte die Macht seines Staates zu Wasser und zu Land heben. und ordnete in einer Urkunde vom 2. Königin Maria."*) Obwohl bei dieser Gelegenheit Stephan Tvrtko in seinem und seines Sohnes Namen feierlich gelobte. seinem eigenen Vaterlande zu schaden. doch nicht aufgehoben.

. . Slav. doch die Republik erfüllte nicht diese Bitte. sie möge ihm zwei ausgerüstete Schiffe verkaufen. p. **) Jetzt zeigte sie sich viel bereitwilliger. . op. portare praesumat vel deferre. Geschichte Bosniens. 14 . p. . sicut requirit. vinum et salem ad praedictum castrum novum . . 150 — 151. IV. Noch zu Leb zeiten König Ludwigs ersuchte er im Juli 1 382 die Republik Venedig. . ut a modo et deinceps nullus incolarum regnorum nostrorum memoratorum. nunciis et ambasciatoribus . consilium et commune civitatis nostrae Ragusii. . Slav. ut dic tum est. . am 27. cit. per quem nuncium ipse dominus rex Raxie et Bossine notificat dicto ser Nicoiao Baseio. quod nonnulli forent homines in dictis regnis nostris Dalmatiae et Cro- atiae. . p. quod fideles nostri rector. duximus committendum. nobis humiliter significarunt. 195. — 209 — ihr Verbot in allen Orten und auf allen Märkten Dalmatiens und Kroatiens verkündet werde. de novo per dominum regem Rasciae et Bosnae inter praedictam civitatem nostram Ragusii et civitatem Cattari appellatam. Ljubic. in Venedig eine vollkommen ausgerüstete Galere anzukaufen. um dieselben anzugreifen. Mon. iudi- ces. März 1383 trotz ihrer alten Gesetze ihrem Bürger Nikolaus Baseio in Tvrtkos Dienste zu treten und Admiral der bosnischen Flotte zu werden. missis ad nostram maiestatem providis viris Petro de Gondola et Stephano de Luccaro. Mon. p. contra libertatem et antiquam consuetudinem ipsius civitatis Ragusii et in opprobrium et diminutionem iurium eiusdem civitatis nostrae portarent et deferrent . eorum civibus. mer. qui vinum et salem ad quoddam castrum. .***) Wenige Tage später. j-) Vier Mo *) Nos Maria . seeundum ordines nostros. . quod ipsum eligit in admiratum suum cum magno honore civis nostri praedicti . **) Ljubic. da er die Stadt Cattaro unterstützte. in loco Dracavizza nominato constructum . Jura regni Croatiae I. notum facimus. die damals in den Händen der Venetianer war. . . 187—188.*) Erbittert durch das Verfahren der Ragusaner. ***) cum serenissimus et excellentissimus dominus rex Raxie nuper miserit quendam nuncium suum specialem cum littera credulitatis nobili viro ser Nicoiao Baseio elvi nostro. f) quod complaceatur sibi (regi Rascie) de dicto corpore galee cum suis corredis et arnesiis. . verband sich Stephan Tvrtko mit den Venetianern. Nos itaque . IV. . und erlaubte am 8. mer. Schon seine erste Bitte erfüllte sie sogleich. 194—195. März erlaubte sie ferner dem bosnischen Könige. da sie damals selbst alle Schiffe brauchte. Ljubic." — Kukuljevic. und doch noch zu schwach. solvendo statim precium.

Juli 1383 ernannten die Venetianer Stephan Tvrtko seiner Liebe und seiner Verdienste für die Eepublik wegen zum Bürger Venedigs. 203. der Rath werde jedoch dem erwähnten Admiral auf tragen. IV. sandte sie gleichzeitig ihren Günstling Nikolaus von Gara nach Bos nien zu Stephan Tvrtko. als die Königin . als Königin Elisabeth nach Pozega reiste. beunruhigten nicht nur die Ragu- saner. sich an Tvrtko selbst zu wenden und als Verwandte zu versuchen. . dass sie dem bosnischen Könige eine Flotte zu erbauen helfe. p. die das weibliche Regime und den Palatin Nikolaus von Gara hassten. stellte Tvrtko schon am 28. p. und ein venetianischer Unterthan der Admiral der bosnischen Flotte sei. IV. Sie fürchteten. 200—201. dass zwar mit dessen Erlaubniss in Venedig zwei bosnische Galeren erbaut würden. — 210 — nate darauf. Sie beschlossen darum.**) Die kriegerischen Vorbereitungen. um dort mit den Brüdern Paul und Johann Horvat und anderen Führern der kroatischen Unzufriedenen zu verhandeln. die König Tvrtko schon seit 1382 machte. op. am 30. ***) Diese Erklärung des venetianischen Rathes tröstete die Königinnen nur wenig. ***) Ljubic. Im künftigen Jahre 1385 . denn während diese mit den kroa tischen Rädelsführern zu keinem Einverständnisse kommen konnte. die Unterthanen der Königin Maria zu schonen und die ungarischen Bewohner den Venetianern gleich zu achten. März 1385 in seiner *) Ljubic. Nikolaus von Gara war glück licher. cit. Juni 1384 der Königin Maria. Oktober erlaubten sie ihm.*) Noch im selben Jahre am 5. Mon. dass er sich in Venedig zwei Galeren erbauen lasse. op. Slav. denselben zu gewinnen. **) Ljubic. mer. cit. IV. 207. pag. Darauf antwortete der Rath von Venedig am 14. sondern auch die Königin Maria und deren Mutter Elisabeth. Übrigens war Tvrt ko schon 1364 Bürger von Venedig. einverstanden sei. In ihrer Furcht schrieben die Königinnen der Republik Venedig und warfen derselben vor. dass der bosnische König mit den vielen Unzufriedenen in Kroatien und Dalmatien.

observatis et perhempnaliter observandis. demptis tamen saluis et autepositis semper serviciis et fidelitatibus per nos illustrissimis domi- nabus predilectisque sororibus nostris Elizabeth et Marie Hungarie. in der er „seinem ge liebten Freunde und Gevatter" Nikolaus von Gara ver spricht. cit. 219. II.**) Zum Gesandten wurde am 25. domino Nicolao de Garra. . Die Königinnen Elisabeth und Maria scheuten nämlich kein Opfer. — Arkiv za povj. . Juli 1385 war Cattaro in den Händen Tvrtkos. ciuscumque conditionis existant. cit. carissimo amico et com- patri nostro in omnibus araodo et deinceps totam fidelitatem. der bei dem Könige Privilegien für die auf den Markt von Cattaro gehenden venetianischenKaufleute erwirken sollte. **) „cum . nunc de novo senciatur. 14* . . 219.. usque vitam nostram.***) Dieser ging zu Tvrtko nach Sutisko. quod . — 211 — Residenz Sutisko eine Urkunde aus. p. regni Hungarie palatino . und sie schenkten ihm jetzt die Stadt Cattaro. j) *) Nos Stephanus Tuertcho . sondern er wurde dafür reichlich belohnt. nach deren Besitz er so sehr strebte. . denn an diesem Tage beschloss der Rath von Venedig zu Stephan Tvrtko einen Gesandten zu senden. contra quamlibet personam. p. Schon am 20. locis et temporibus opportunis. Juli Blanco von Rippa erwählt. significamus . . und hier ertheilte Stephan Tvrtko am 23.unter dessen früheren Herren genossen. quod per serenissimam domi- nam reginam Hungarie predictus locus Cathari datus fuerit in mani- bus domini regis Kassie" . ac Heduidis Polonie reginis. f) In der betreffenden Urkunde schreibt Tvrtko : „cum per gratiam largiflue del dispositionis et preclarissime sororis nostre domine regine Ungarie civitas predecessorum nostrorum Catharensis feliciter ad manus nostre maiestatis perpetualiter pervenit quatenus idem mercatores (ducalis dominii) cum ipsorum mercimoniis. Ljubic. . p. 36. iuxta posse exhibere et obseiuare promittimus et assumimus. künftig dessen treuer Bundesgenosse gegen jeder mann zu sein."*) Tvrtko schloss sich übrigens nicht aus Liebe seinen Verwandten an. ***) Ljubic. um sich die Freundschaft des Königs von Bosnien zu sichern. . IV. ausgenommen die „erlauchten Frauen seine geliebten Schwestern Elisabeth und Maria von Ungarn und Hedwig von Polen. op. die sie in Cattaro.. . ac nihilominus ad omnia promissa obseruanda nos obligamus. jugosl. IV. op. August 1385 den vene- tianischen Kaufleuten dieselben Privilegien. . .

— 212 — Stephan Tvrtko war es sehr lieb. denn er wendet sich an die Venetianer mit der dringenden Bitte. wenn die Venetianer nicht vermittelt hätten. an der Spitze seines Heeres drang er in Zeta ein.**) Possint semper libere et secure et absque omni pavore ad prefatam nostram civitatem Cathari absque omni dacio et gabella venire. stare. wodurch auch die venetianischen Kauf leute grossen Schaden erlitten. IV. 111. p. auf solch schöne Weise in den Besitz Cattaros und der ganzen Bocche di Cattaro gelangt zu sein. und kam bis Spuz an dem Flusse Zeta. intrare. erfüllte er die Bitte Tvrtkos und sandte am 5. 37. der Bruder Georg Balsic 's.. wie Tvrtko Cattaro erwarb. **) sicut habuimus per litteras speciales maxime differentie et discordie fuernnt et sunt inter dominum regem Kassie ex unaparte et dominum Balsam ex altera. Mon. Er hätte letzteres ohne dies niemals unterwerten können. p. mit denen er sich unterdessen versöhnt hatte. und er hätte es auch erobert. Als der Rath von Venedig den „Streit und die Uneinigkeit" zwischen Tvrtko und Balsa. Balisa Balsic. . begann er einen Krieg gegen Stephan Tvrtko. einen Briet schrieb. serb. welchem Stephan Tvrtko Tra- vunja und das Küstenland entrissen hatte. da er keine so mächtige Flotte hatte. 483. den Frieden zu vermitteln. Anm. p. und dasselbe 1369 von der Land. September den Eagusanern. 221—222. die Stadt Cattaro in den Händen des bosnischen Königs sah. Kanina und Avalona". op. Oktober 1385 zwei Gesandte. propter quas differentias subditi et cives nostri. von wo er am 17.*) Doch kurz darauf scheint ihn ein Unglück getroffen zu haben. conversantes in terris et partibus maritimis predictorum dominorum ." Ljubic. Anfangs war König Tvrtko glücklich. der „Herr von Zeta.. Die Handelsstrassen. Doch durch das neuerworbene Cattaro erwarb sich Tvrtko auch grosse Unannehmlichkeiten. um sich mit der ragusanischen Flotte zu messen. Im Besitze dieses wichtigen Punktes am adriatischen Meere konnte er seinen bisherigen Plänen betreff Ragusa entsagen. *) Miklosic.. cit. Hatte doch schon Georg Balsic nach der Herrschaft Cattaros getrachtet. sah. zur Vermittlung des Friedens. Als jetzt Baläa BalSic. — Jirecek. sah es ungern. K.und Seeseite belagert.

ja als Maria und deren Mutter Elisabeth in Gefangenschaft geriethen. der ungarisch-kroatischen Königin Maria. abholen. wo es ihm beliebt. . 28. VII. Ljubic. nach Wiedererlangung ihrer Freiheit und Macht verfolgen.. Die Ragusaner hingegen versprachen Tvrtko. freund lich aufzunehmen und gegen jedermann zu schützen. und hingehen. und bei den Ragusanern anfragen. Er sollte den Tribut. unter denen er diese Stadt von seiner Ver wandten. pag. den die Ragusaner dem bosnischen Könige zahlten. Sporn. et utile sit et pro honore nostri dominii faciat interpoliere nos et tractare pacem et concordium inter dominos predictos. verständigte er sich mit deren Gegnern in Kroatien und Dalmatien. sollte portant dampna maxima. bekam. II. März. doch dieser vergass sehr bald die Be dingungen. am 9.. so müsste er dieselbe bis zu einem bestimmten Termin verlassen. kam nach Ragusa Gojak DragoSevic.. 211. . p. jug. wodurch er die früheren Zwistig- keiten beilegen wollte. p.*) Kurz darauf. der sie oder ihre Bewohner schädigen wollte. er könne jederzeit frei in die Stadt kommen und hier wohnen. Anmerk. Cattaro blieb im Besitze Tvrtkos. der Gesandte König Tvrtkos. dass er mit seinem Heere schützen und vertheidigen werde die Stadt Ragusa gegen jedermann. . akad. Er brach sein der Königin gegebenes Wort. IV. In dem betreffenden Vertrage ver spricht Tvrtko den Ragusanern. so dürfte er nicht nach Ragusa kommen. April 1387 schloss Stephan Tvrtko einen Bund mit Ragusa. und sollte er dann schon in der Stadt sein. ihn und seine Unterthanen. quod eligantur duo ambaxatores . wenn sie nach Ragusa kommen sollten. — Rad. cum hoc sit de mente et bene placito domini regis Kaxie. . srp. — 213 — Der Republik Venedig gelang diesmal wahrscheinlich die Versöhnung der kämpfenden Parteien. qui nobis scripsit cum maxima instantia super hoc: vadit pars. 224. ob König Tvrtko in Ragusa eine Zuflucht finden würde. im Falle ihn ein Unglück treffen sollte und er aus seinem Staate fliehen müsste? Der Rath von Ragusa antwortete dem König am 5. 2. Sollte ihn jedoch die Königin Maria. *) Pucic. als Königin Maria im Kerker von Novigrad schmachtete. Anfangs März 1387.

bis zu dem er mit seinen Leuten und seinem Vermögen ihre Stadt ver lassen und hingehen kann. dass hinter denselben die Ansprüche der kroatischen Nationalität stecken. Stephan Tvrtko mischt sich in kroatisch-dalmatinische Angelegen heiten (1387 — 1389). Er hatte zwar Kroatien dessen schönes Küstenland zurück gegeben. Kurjakovic. doch unzufriedene und unterdrückte Unterthanen. serb. die Würde des Bans erniedrigte und die Magnaten geschlechter. *) Dieser Vertrag liefert den klaren Beweis. p. Kroatien und Dalmatien mit seinem Reiche zu ver einigen. **) Interessant ist. Mon. den König Tvrtko verfolgen. nach Wiedererlangung ihrer Freiheit. was der Ungar L. Mittel kroatien aber ruhte nicht und die Räthe des Königs bemerkten nur die Erscheinungen. hinterliess zwar ein grosses und angesehenes Reich. Die Bewegung in Kroatien. indem er dessen heiligste Rechte mit Füssen trat. diesen Stolz des Landes seit Jahrhunderten. wohin er wolle. ganz Dalmatien vom Quarnero bis Du- razzo zu entsagen. — 214 — jedoch die Königin Maria. und ein Anhänger der kroatisch-dalmatinischen Unzufriedenen war. so werden ihm die Ragusaner einen gerechten Termin stellen. 209—211. dass im April 1387 Stephan Tvrtko ein offener Gegner der Königin Maria. demüthigte. er hatte jedoch auch Kroatiens Lebens kraft gebrochen. Ugrinic. die alte Constitution des Königreiches zu untergraben. dass es ihm mit Benützung der kroatischen Bewegung gelingen werde. ahnten aber nicht. Unter seiner Regierung war von allen seinen Ländern Kroatien am meisten unterdrückt. König Ludwig I. Er war dies um so lieber. Statt den einst mächtigen Geschlechtern der Subi6. . da er hoffen konnte. mit den Interessen des ungaiischen Reiches in Einklang zu bringen und zu befriedigen. Babonic und Nelipi6 tauchten jetzt noch vor Kurzem unbekannte Familien auf und halfen dem Könige . indem er die Republik Venedig zweimal (1358 und 1381) zwang. v. welche auf der Oberfläche vorgingen. . Szalay über das Verfahren König Karl Roberts (und Ludwigs) mit den kroatischen Baronen sagt : „ .**) *) Miklosic. eine ruhmvolle und sich . welche aufzufassen.

Wir müssen also eine Abhilfe schaffen. — 215 — Und gerade diese Neulinge. die von ihrer Mutter und deren Günstling Nikolaus von Gara geleitet wurde. Die kroatischen Unzufriedenen klagten besonders über die schwache weibliche Regierung und über den herrschsüchtigen Palatin Nikolaus von Gara. das wir einst im Dienste des frommen Königs vergossen haben. Von allen that sich am meisten Johann von Palizna. vergassen auf unser Blut." Die kroatischen Un zufriedenen hofften auch dann keine Besserung. auf die sich Ludwig am meisten verliess. und sie sagten: „Wie lange werden wir noch die leichtsinnige und leicht reizbare weib liche Herrschaft dulden? Unsere Dienste sind den Königinnen unangenehm. Weil aber diese ungelöst blieb u. s. Nikolaus Szecs und Andere an. die wir erduldeten. dieselbe heirathete und die Regierung selbst übernahm." Geschichte Ungarns II. Viele von ihnen wurden die grössten Gegner und Widersacher seiner jungen Tochter und Nachfolgerin Maria. p. und sein Bruder Johann Hor vat verwaltete zu Ludwigs Lebzeiten das Banat Maöva. denn die Kroaten betrachteten diesen als einen unerfahrenen und mit reichlich lohnende Aufgabe gewesen wäre. Und Niemand ausser dem Palatin Nikolaus von Gara ist ihr angenehm. die uns noch unlängst ge öffnet waren. der bömische Königssohn Sigismund. zu denen wir einst erhoben wurden. damit das erbitterte Weib nicht unser Blut ver- giesse und unsere Seelen austreibe. w. und uns das mit unserem Blute erworbene Vermögen entreisse. Diesen Haupträdelsführern schlossen sich noch Stephan und Andreas Lackovic aus Dobrogosce in der Zupä Pozega. . Paul Horvat war damals Bischof von Agram. und auf die vielen Gefahren und Leiden. und ausser ihm die Brüder Horvat. sie schliesst vor uns die Thüren. Die Königin trachtet uns der Würden zu berauben. Gutsbesitzer in den Zupen Pozega und Vukovo. sie sehen uns unfreundlich an. zeigten sich nach dessen Tode als die un- verlässlichsten. der gewesene Prior von Vrana. 177—178. hervor. als Marias Verlobter. als der König mit unserem Schwerte fremde Völker unterwarf. Stephan von Simontornya.

da er noch unter König Ludwig mehrere Jahre (1369 — 1376) Herzog von Kroatien und Dalmatien war. — 216 — den Gesetzen des Königreiches nicht vertrauten Fremdling. den Enkel des Herzogs Johann von Durazzo. erzielte sie doch keinen . wo er im Palaste des Bischofs Paul Horvat abstieg und den Zeitpunkt erwartete. die unzufriedenen Rädelsführer zu beruhigen. September 1385 in Barletta ein und landete schon am 12. die von deinen Vätern geliebt wurden. Paul Horvat. an dem es ihm gelingen würde auch Ungarn zu erwerben. Doch die Verhandlungen scheiterten. Karl von Durazzo war ihnen um so lieber. nach Neapel." Karl zögerte lange. dir unterwerfen wir uns gerne. den Thron ihrer Tochter zu erhalten. damit du jene lieb gewinnst. . Diese und ähnliche Unruhen. Von hier zog er mit seinen Freunden nach Agram. doch schon im folgenden Jahre 1384 wurde auch in Zara eine Verschwörung gegen beide Königinnen entdeckt. bewegten die Königin Elisabeth zu dem Ver suche. September in Zeng. Sie beschlossen darum Maria vom Throne zu werfen. Sie kam darum im April 1385 nach Pozega zu einer Besprechung mit ihnen. Schon im September 1383 eröffnete Johann Palizna den Aufstand in der Stadt Vrana (im heutigen Dalmatien und einstigen Kroatien). die sich in dem ganzen Ge biete von Syrmien und Maöva bis zum adriatischen Meere ereigneten. und sagte: „Wir rufen dich also. Paul übergab zuerst Karl ein von vielen seiner Genossen besiegeltes Schreiben. und bald darauf fuhr der Bischof von Agram. Obwohl jetzt Elisabeth auf jede Weise trachtete. Elisabeth unterdrückte zwar den selben. doch endlich schiffte er sich am 4. um Karl von Durazzo auf den Thron Kroatiens und Ungarns zu berufen.Du bist der rechtmässige Erbe des Königreichs. und darauf die jüngere männliche Linie des Hauses Anjou zu berufen. namentlich warfen sie ihr Augenmerk auf Karl von Durazzo. damit du das uneinige Königreich beruhigst und die uneinigen Fürsten versöhnst . schilderte ihm dann die Lage Kroatiens und Ungarns. weil sie ihn persönlich kannten. der ein Bruder von König Ludwigs Grossvater Karl Martel war. . .

Gleich darauf über nahm Königin Maria mit ihrer Mutter Elisabeth und Niko laus von Gara wieder die Regierung. bis Djakovo kam. Um die Aufständigen zu unterwerfen. Februar 1386) beinahe getödtet. Zur selben Zeit wandten sie sich auch . Blasius Forgacs und Nikolaus von Gara und viele andere Magnaten fielen in der Schlacht . eroberten das Banat Maöva. weil er die Hinterlist seiner Gegner fürchtete. März) eine Partei in Ungarn zum König krönte. Anfangs Januar 1387 wurde Elisabeth im Kerker ermordet. zugleich mit beiden Königinnen. Sie lockte ihn zuerst auf eine Be sprechung zu sich. den Sohn des unglücklichen Königs Karl von Durazzo. sammelte Nikolaus von Gara ein Heer von 30. und wurden in den Kerker der Burg Novigrad unter dem Velebit geworfen. den kurz darauf (am 31. um den jugendlichen Ladislaus. Februar von Zara aus nach Neapel. fielen in die Hände der Kroaten. Doch als dieses Heer. wahrscheinlich an Gift. Mutter und Tochter. Februar. Thomas Palizna und Paul Gjorgic fuhren unterdessen schon am 22. nach Slavonien. Elisabeth trachtete jetzt Karl auf andere Weise zu entfernen. und darauf wurde am 31. End lich musste auch Maria dem Throne entsagen. und beide Königinnen. Ihr Schwiegersohn Sigismund musste nach Böhmen fliehen. und Maria blieb auch ferner in Gefangenschaft und erwartete Hilfe von ihrem Gemahl Sigismund. darauf liess sie ihn in Visegrad einkerkern. überfielen am 25. den Bürger krieg auch über die Drau nach Ungarn selbst zu über tragen. die Zupa- nijen Vukovo und Pozega. Der plötzliche Tod Karls von Durazzo weckte neuer dings den Aufruhr in allen kroatischen Ländern. Ban Johann Horvat mit seinen Brüdern und Johann von Palizna erhoben ein Heer'. auf den Thron zu berufen.000 Mann und zog. wo er am 21. nach Überschreitung der Drau. und zwar Paul Horvat. Die Führer der kroa tischen Bewegung. und bereiteten sich. und hier wurde er von dem Mundschenk der Königin Forgacs (am 7. Dezember 1385 Karl von Durazzo in Stuhl- weissenburg in Gegenwart beider Königinnen mit der Königs krone gekrönt. Juli 1386 die Aufständischen das königliche Gefolge und schlugen dasselbe. starb. — 217 — Erfolg.

deren Schauplatz die Länder nördlich und westlich seines Reiches waren. Kaum war Königin Maria mit Hilfe der venetianischen Flotte aus dem schweren Kerker der Burg Novigrad (am 4. um so leichter dem Könige Sigismund widerstehen zu können. so dass er schon im März 1387 als heftiger Gegner der gefangenen Maria bekannt war. Der bosnische König Stephan Tvrtko hatte die Ereig nisse. Scheinbar schloss er sich auch dem Könige Ladislaus an. so begann König Tvrtko die Ausführung seiner Pläne. so verfolgte er auch diesmal nur den Nutzen seines eigenen Reiches. seine Frau zu befreien und die kroatische Bewegung zu unterdrücken. Tvrtko unterstützte jetzt die kroatische Bewegung sowohl in Sla vonien und MaCva. — 218 — an den bosnischen König Stephan Tvrtko um Hilfe. Juni) befreit. Zuerst schloss sich ihm hier die kroatische Stadt Clissa an. Hier fand er ausser Johann von Palizna auch Freunde an allen Anhängern des einst mächtigen Geschlechtes Subic. da er hoffte durch die Unterstützung der kroatischen Aufständigen endlich auch Kroatien. Wie immer. Einige Hilfstruppen sandte er dem Johann Horvat nach Maöva und Slavonien. Als jedoch Karl von Durazzo plötzlich starb. die noch vor Kurzem durch Mladen Subic. Die Gemeinde Clissa sandte den Erz . mit dem er durch seine Mutter verwandt war. aufmerksam beobachtet. beherrscht wurde. der sich damals ernstlich vorbereitete. doch seine Hauptauf merksamkeit richtete er auf Dalmatien und Kroatien. bis ihn Königin Maria im März 1385 mit der Stadt Cattaro bestach. Dal- matien und Slavonien mit seinem Reiche zu vereinigen. überzeugt. dass er so leichter einen Erfolg erzielen werde. verliess Tvrtko die Königin Maria und schloss sich entschieden den kroa tischen Aufständigen an. als auch noch mehr in Kroatien und Dalmatien . Darum nahm er die Einladung der kroatischen Aufständigen sehr freundlich auf und versprach ihnen seine Hilfe. den Bruder von Tvrtkos Mutter Helena. Er wollte sich jedoch keiner Partei offen anschliessen. und er nahm die unglücklichen kroatischen Flüchtlinge in sein Land auf und schützte sie vor der Rache Sigismunds.

und Knez Georg besass. . conseruabimus in omnibus ordinationibus. d. d. die sie unter der Regierung der Subice. Die Stadt Clissa stand nämlich auf einem Berge. . .*) Durch diese Huldigung bekam König Tvrtko in seinen Besitz eine der wichtigsten kroatischen Städte. *) Nos Tuartko . da auch die wichtige Stadt Vrana im Besitze Johanns von Palizna. Jura regni Croatiae I. . von wo aus man leicht die übrigen Städte dieses Landes beherrschen konnte. . Kukuljevic. wo ihr König Tvrtko eine Ur kunde ausstellte. Juli auf den Hof des Königs in Sutisko. Francus archipresbyter civis Clissi. seines treuesten Anhängers war. III. atque comitis Georgii: scilicet nobis et nostris heredibus tene- antur semper et in perpetuum omagü fidelitatem obseruare. um hier im Namen ihrer Stadt dem Könige Tvrtko zu huldigen. Pokret na slavenskora jugu. Itaque ad nostram accedentes presentiam viri nobiles de Clissa. p. Matheus Rogavic und Ostoja Juradin nach Bosnien. . drohte er unaufhörlich der Metropole Dalmatiens. der Stadt Spalato. nuntii et ambasciatores ex parte communitatis Clissie . um die sich noch vor Kurzem Venedig. der mit Hilfe der Kneze von Corbavia Thomas und Butko Budislavic seine Stelle einzunehmen versuchte . banorum Mladini et Pauli. 219 — priester jFrancus. und bildete den Schlüssel Spalatos dieses natürlichen Mittelpunktes Unter-Dalmatiens. et Matheus Georgii de Rogauichi ac Ostoya Juradini. v. 493. — Vergleiche auch Raöki. 66—67). der die Hauptstrasse aus Bosnien in das Herz des dalmatinischen Küstenlandes beherrscht. doch die Bewohner von Vrana blieben auch ferner Johann von Palizna und dessen Besatzung in ihrer Stadt treu. kraft der er die Stadt Clissa in seinen Schutz nimmt. Nachdem Tvrtko eine Besatzung nach Clissa ge sandt hatte. namentlich unter den Banen Mladen und Paul. Ausserdem hestätigte er der Gemeinde von Clissa alle Privilegien. akad. p. (Rad jugosl. quas dicunt habuisse tempore predecessorum nostrorum d. Er konnte dieses Ziel um so leichter erreichen. König Sigismund hatte zwar zum Herrn und Prior von Vrana Albert Lacko- vic von Veliki Miholjac ernannt. die Herrschaft über Kroatien und Dalmatien zu er langen. Ungarn und Serbien rissen. Die Gesandtschaft kam am 22. und wirkte beständig und consequent dahin.

Spalat. et misit suum potentem exercitum damna nobis illaturum in campo nostro. dass sich das bosnische Heer nähere. quod cum eius deuota reuerentia locum non habet. so soll der Gesandte erklären. dass ein solcher Befehl nicht mit der devoten Ehr furcht übereinstimmt. die Befehle des Königs zu erfüllen. p. . August 1387 und beschloss nach Bosnien ihren Mitbürger Micha Madii als Gesandten zu schicken. gr. König von Rascien. da es schon zu spät war. Committimus vobis. et cons. da die Spalatiner jederzeit bereit sind. Er sollte den König versichern. Memorie de Trau. dass nach ihrem rechtmässigen Herrscher er ihr besonderer Herr sei. Die Spalatiner. Wenn übrigens Seine Majestät sein mächtiges Heer schon in das Gebiet von Spalato gesandt hat. dass die Stadt Spalato nicht beunruhigt und die Stadt Almissa der Königin Maria bewahrt bleibe. Bosne maritimeque regem inclitum et immediate post dominium nostrum naturale dominum nostrumprecipuum. versammelte sich der Rath der Stadt unter Vorsitz des Bürgermeisters Johann Pizzacoli am 1. so begann er auch schon Ende desselben Monates das benachbarte Spalato zu beun ruhigen. zudem „durchlauchtigen und hochberühmten Herrn Stephan Tvrtko. cum dispositi simus et semper fuimus exequi mandata cuncta culminis vestri. erschracken darüber sehr. Obwohl das *) Nos Johannes de Pizacolis capit. 332—333. August. iudices. die die Stadt Spalato vor dem Könige fühlt. vobis nob.*) Indessen der Gesandte Micha Madii ging nicht nach Bosnien. dummodo non notemur nota infidelitatis . Lucio. Schon den nächsten Tag. et inclitum principem et dominum Stephanum Tuartcho d. civit. . quibus conuenire con- grueiit discretio vestra. — 220 — Kaum hatte Stephan Tvrtko Clissa bekommen und in dasselbe seine Besatzung gelegt. Bosnien und des Küstenlandes" zu gehen und demselben demüthig die Stadt Spalato und deren Bewohner zu empfehlen. . et eidem cum omni humilitate inclinabitis. Si dicta maiestas vestra ordinavit. wenn er nur keine hochverrätherische That von ihnen fordert. et nos et civitatem nostram recomendabitis modo et forma. Diesem wurde aufgetragen. die eifrige Anhänger Marias und Sigismunds waren. Endlich beauftragten die Spalatiner ihren Gesandten. jedenfalls danach zu trachten. dem sie sich empfehlen. Rascie. fiel das bos nische Heer in das Gebiet von Spalato ein. Als sie er fuhren. viro Miche Madii civi et ambassatori nostro salutem ad vota feli- cem. quod parte nostra ire debeatis ad seren. am 2.

Nos Thoma et Butcho olim felicis memorie comitis Budislaui. erwählter Prior von Vrana. augusti ex- ercitus dicti regis Bosne validus campum nostrum invasit. dess sie sich ihm freiwillig unterwerfen und die bosnische Oberhohheit anerkennen. denn unterdessen hatten sich auch König Sigismunds Anhänger zum Kampfe bereitet. nee non insulis scil. Me- morie di Trau p. Trag. Kneze von Corbavia. p. belagerte es diesmal nicht Spalato. noch hatte er die genügende Zeit zur langwierigen Belagerung einer so festen Stadt. 339. sie sollen alles thun. und em pfahlen diesen Gemeinden den neuen Prior von Vrana." Lucio. Schon im Oktober belagerte ihr vereinigtes Heer Vrana. Am 12. Siben. An ihrer Spitze stand der schon erwähnte Albert Lackovic. Albert Lackovic schlossen sich die Brüder Thomas und Butko Budislavic. op. sondern er gedachte die Spalatiner durch wiederholte Überfälle dazu zu zwingen. Sebenico. . Lesine et Corzule. quomodo anno preterito (1387) videlicet die 2. . III.. (Bad. Albert Lackovic. ■— Raöki. . plenarie exaudire et ea perficere et adini . Oktober 1387 „während der Be lagerung von Vrana" sandten die Brüder Thomas und Butko Budislavic von Corbavia ihren Gesandten Gazotto Kazotic zu allen dalmatinischen Städten und Inseln: Ragusa. Das bosnische Heer wäre auch gar nicht dazu gekommen.**) Dem Gazotto Kazotic *) Am 10. Spa lato. quem Casotum dignemini . cit.*) König Tvrtko besass nämlich weder die nöthigen Belagerungsinstrumente. 68). an und zogen gemein schaftlich vor Vrana. um dasselbe dem Johann von Palizna zu entreissen. der jedoch in Vrana nicht einziehen konnte. Spal. vid. Lesina und Curzola. Bracie. Trau. sondern verwüstete einfach nur dessen Umgebung. was zur Ehre und dem Ruhme Siegismunds dienen kann. **) Universis et singulis ciuit. — 221 — Heer stark war. Spalato zu belagern. der denselben Ge sandten zu den Gemeinden in Angelegenheiten Königs Sigis- mund sandte. Brazza. Rag. Juni 1388 gibt der Rath zu Spalato seinen zu König Sigismund gehenden Gesandten unter anderem folgenden Auftrag: „Nar- rabitis etiam. den Bruder des damaligen kroatisch-dal matinischen Bans Ladislaus Lackovic. zugleich forderten sie von den erwähnten Gemeinden. . da dasselbe von Johann von Palizna besetzt war. comitis Corbauie salutem ad vota felicem .

tödteten zahlreiche Menschen und machten auch vielen anderen Schaden. Das königliche Heer unter Führung Albert Lackovics musste die Belagerung Vranas aufgeben und sich nordwärts bis Nona zurückziehen. . Memorie p. . von den dalmatinischen Ge meinden Hilfe für Albert Lackovic gegen Johann von Pa lizna zu erbitten. November das Gebiet von Zara und verwüsteten das selbe furchtbar. novembris venit usque territorium Jadrae exercitus Bosnensis magnus et depraedatus est animalia ut fertur scilicet magna . . pro cuius exercitus timore cxercitus domini nostri regis. Date in obsidione castri Aurane 12. er bittet sie darum. und auch ihrer und der übrigen dalmatinischen Städte". die octubris an. et dominus Albertus eleetus prior ductor dicti domini regis exercitus in civitatem Nonensem se reduxit . 700 Kühe. und darauf kamen im November die bos nischen Hilfstruppen. . . Johann von Palizna vertheidigte sich den ganzen Monat Oktober hindurch tapfer gegen das Heer seiner Feinde. überfielen die Bosnier am 11. er habe gehört. Zugleich berichtetete er ihnen. den Spalatinern. November war Albert schon in Nona und schrieb von hier seinen theuren Freunden. mit denen er verhandeln könnte „über viele Angelegenheiten und Bedürfnisse der ungarischen Krone. p. in das es sich einschloss. sie mögen ihm nach dem Beispiele der übrigen dalmatinischen Städte je eher einen oder zwei Ge sandte senden. 300 Esel und 3000 Schafe. . In seinem Schreiben meldet ihnen Albert. Um das feindliche Heer von der Belagerung Vranas abzuhalten. 334. Memoriale Pauli de Paulo (Lucius. que ad statum et honorem prefati domini nostri (regis) respiciunt . Durch diesen Einfall wurde . p. Doch auch Johann von Palizna und König Stephan Tvrtko ruhten nicht. damit ersterer leichter Vrana erobere. — 222 — war gewiss auch aufgetragen. 424). *) Die lunae 11. de regno Dalm. das offene Feld zu verlassen und sich in das uralte Nona zurückzuziehen. dass sich plere. Vrana befreit. *) Am 17. Mem. Lucio. Sie erbeuteten hier 700 Ochsen. dass er durch die Anzahl und Macht der bosnischen Ketzer gezwungen wurde. qui obsidebat Vranam per triduum ante se deviavit. die auch durch die öfteren Einfälle des bosnischen Heeres leiden mussten. 1387. . Vergleiche auch Lucio. 333.

— 223 — König Sigismund mit seiner ganzen Macht bereite. Zugleich mit dem bosnischen Heere zog er nordwärts. cit. loc. percepimus. et totidein pauisarii. *) Sicut Deo placuit. **) et die 18. qui cum uno nobile capitaneo mittantur pro uno mense tantum. . so dass ihm die Stadt Trau am 10. Es ist darum natürlich. noster rex cum tota sua potentia ad has partes venturus est in brevi. Dieser beschloss sich jetzt an Albert zu rächen. deinde reversus est idem exercitus cum bano Joanne et stetit usque 17. ***) die einstige Burg der Kneze Subic. die jetzt von Stephan Tvrtko und Johann von Paliäna immer grössere Unannehmlichkeiten erwarten konnten. wo sie sich mit dem befreiten Johannes von Palizna vereinigten. Mem. und das bosnische Heer und der befreite Johann von Palizna hatten jetzt freie Hände. p.. Diese wirklich bedeutenden Erfolge des bosnischen Heeres überraschten die dalmatinischen Städte. quod propter multitudinem et potentiam here- ticorum Bosinensium in campo manere non potuimus..**) Albert war in grosser Noth. verwüstete das ganze Gebiet von Zara und begann Nona zu belagern.. so wie es von Clissa aus Spatato beunruhigte. 424. predicti mensis (novembris) Bosnensis exercitus ut fertur ipsum territorium (Jadrae) egressus est. . 424). doch dafür eroberte es am 17.*) Doch König Sigismund war weit. . Nona einzunehmen. Dezember Hilfsmannschaft senden musste. p. 334. p. von wo aus es immer Zara und Nona angreifen konnte. Dezember beschloss der Rath von Trau : „Mittantur Nonam ad servitium regie maiestatis in tribus barcis duodecim balistarii. in den Süden zu kommen." Lucio. Dem bosnischen Heere gelang es zwar nicht. fest in ihrer Treue auszuharren. decembris . Dezember das wichtige und feste Ostrovica. Kaum hatte sich das königliche Heer nach Nona zurückgezogen. dass sich jetzt in den dalmatinischen Städten Leute fanden. rogamus ut in fidelitate in qua man- sistis durius persistatis. November das Gebiet von Zara und zogen vor Vrana. — Am 10. Memoriale Pauli de Paulo (Lucius. sed in antiquam fidelium civitatem Nonam intravimus . p. Die Belagerung Nonas dauerte bis zum 17. er empfiehlt ihnen darum. hac autem hora noua de par- tibus Ung. 334. Idem. Dezember. quod dorn. Mem. ***) in illis diebus castrum Ostrouiza reddidit se regi Bosne. verliessen die bosnischen Truppen am 18. Lucio.

Der Gesandtschaft schloss sich auch der Zaratiner Paulus de Paulo. **) 1387 die Veneris 27. der (am 27. In diesem Kampfe wurden „auf den Ruf des Volkes" Peter Josipovic. In Trau gewannen darauf die Anhänger Tvrtkos und seiner Politik die Oberhand. dicti mensis incisum fuit caput S. . Memorie di Trau p. Dezember. und andere Anhänger des ungarischen Königs retteten nur durch die Flucht ihr Leben. Stephanus Doimi dictus Che mien. an. wurde beschlossen zu den bosnischen Feldherrn keinen Ge sandten.**) Die anderen dalmatinischen Städte wurden durch die Unruhen in Trau und durch das Vordringen der Macht Tvrtkos nur noch mehr beunruhigt. Am 26.*) Den nächsten Tag. die schon den nächsten Tag nach Ungarn reisten. — 224 — die es fur nützlich erklärten. der Maria und Sigismund über die Unruhen in Trau berichten sollte. de Casotis in platea civitatis Tragurii et multis aliis nobilibus diversae iniuriae fuerunt illatae . die Stadt stärker zu befestigen. am 27. 424). sondern nur einen Brief zu senden. Infolge dieser Verordnung stiftete die bosnische Partei in Trau einen Aufruhr. Januar 1388 Ludwig Gjorgjic. . 335. Die Stadt Sebenico wählte zu Gesandten Thomas Dinkov und Sarazen Nikolic. p. Memoriale Pauli de Paulo (Lucius. um den drohenden Überfall von Seite der Bosnier zu ver hindern. auch wurde beschlossen. Crisogoni. Dezember) in einen erbitterten Kampf ausartete. Zara wählte zu diesem Zwecke am 8. Sie beschlossen darum Gesandte zu König Sigismund zu senden und ihn um schleunige Hilfe zu bitten. . decembris. wahrscheinlich. und 28. sich dem bosnischen Könige zu unterwerfen. Damian Cipriani und Andreas. Petrus Joseph et S. Stephan Doimi und Augustin Kazotic getödtet. et cras 28. Spalato endlich sandte an den ungarischen Hof Mathias Christofori und Nikolaus *) Lucio. Dezember beschloss der städtische Rath von Trau Gesandte zu König Sigismund und auch einen Gesandten zu den bosnischen Feldherrn in Kroatien zu senden. da sie ihr rechtmässiger König Sigismund nicht schützen kann oder will. In Tragurio ad vocem populi interfecti fuernnt S. der Chronist der Zeitereignisse. Aug. weil sie Anhänger der Partei Sigismunds waren.

da sie einen Theil ihres Vermögens verloren hat. bevor nicht Gott und König Sigismund helfen. p. ferner Lucius. was nicht früher aufhören wird. und die Spalatiner entschuldigen. di Trau p. — 225 — Srica. dass die Gränzen Spalatos gegen Clissa und Almissa geregelt werden. Januar eine ausführliche Instruction . die Weingärten und Obstpflanzungen ausgehauen. die Mühlen zerstört. „wie vielen Schaden der bosnische König. Mem. Geschichte Bosniens. die Einkünfte der Stadt zweimal geplündert. Die Gesandten sollten auch bei dem Könige erwirken. den Schaden und die Schwierigkeiten. und die Saaten zertreten werden. andere gefangen und wieder ausgekauft wurden." Die Gesandten sollen darum Sigismund um Hilfe für die Stadt bitten. also um so mehr Spalato. so dass kein Spalatiner die Stadt ohne grosse Gefahr verlassen kann. wie die Spalatiner Frauen geschändet. de regno Dalm. 425) . weil sie der König von Bosnien und die Clissaner lange belagerten und noch belagern. so dass dann die Flüsse Cetina und Salona die Gränzen der Gemeinde Spalato gegen die erwähnten Gemeinden seien. Alles dies wäre auch grösseren Städten schwer zu ertragen. die der Stadt der bos nische König und der Prior von Vrana und die übrigen Aufständigen bereiteten. wie sie sich am ungarischen Hofe benehmen und was sie dem König und der Königin sagen sollen." Die Ge sandten werden dem Könige erzählen. 336—338. wie zahlreiche Bürger getödtet. Als Ursache dieser Verspätung sollen sie anführen: „den Krieg. und gab denselben am 19. 15 ." sagt der Kath von Spalato in seiner Instruction. Da das Stadtgebiet von der Seite des Festlandes vielen Überfällen ausgesetzt war und folglich der Stadt keine genügenden Einkünfte bieten *) Memoriale Pauli de Paulo (Lucius. was alles die Spala tiner während dieser Zeit wegen ihrer Treue erdulden mussten. der Prior von Vrana und die Clissaner unserem Gebiete zugefügt haben. „Ihr werdet erzählen.*) Die spalatiner Gesandten sollten zuerst dem Könige zu seiner Krönung und der Königin zu ihrer Befreiung gratu- liren. dass sie ihnen nicht bisher durch eine Gesandtschaft huldigten.

be *) „a die vero februarii 18. der sich zu dieser Zeit in Clissa aufhielt und von hier aus fortwährend Spalato beunruhigte. er möge die Inseln Lesina. — 226 — konnte." 100 Metzen Frucht. Schon am 1. tuendum honorem". März sandten sie ihre Gesandten nach Spalato und Clissa. Zu seinem Stellvertreter und Ban in Kroatien ernannte er Johann von Palizna. Tvrtko begann jetzt energischer dahin zu wirken. dass die dalmatinischen Städte endlich Tvrtko unterliegen werden. Curzola und Brazza der Stadt Spalato schenken. unitis viribus nos premunt. p. 335. Ostrovica und wahr scheinlich auch das wichtige Knin. am 8. 339. Lucio. März schenkten die Tragurier dem Johann von Palizna. Er hatte in seinen Händen die bedeutenden Festen Clissa. Zwei Tage später. am 6. Vrana. Mem. destruunt. Palizna den Frieden zu vermitteln. so schreibt der Kath von Spalato in dei Instruction für seinen Gesandten am 10. **) Die 8. „Prior von Vrana und Ban von Dalmatien und Kroatien. ausser dass er nach ihrem Wunsche mit der Republik Venedig zu verhandeln begann. den Schlüssel des da maligen Kroatiens. um zwischen den Spalatinern und Johann v. Jetzt bot sich die Tvrtko freundliche Stadt Trau zur Vermittlerin zwischen dem bos nischen König und Spalato an. dass er sein Ziel erreiche und die dalmatinischen Städte.*) Nach dem König Sigismund keine militärische Hilfe sandte. p. Palizna um zu erfahren. Mittatur ad dominum banum et Spalatenses am- basiator ad tractandum inter eos concordiam. martii.**) Es kam jedoch trotzdem zu keinem Einverständniss. So überfiel er am 18. Gleich darauf. Mem. was ihnen dieser zu sagen habe. Februar mit dem bos nischen Heere das Stadtgebiet und verwüstete es. Unterdessen war Anfangs 1 388 die Macht König Tvrtkos in Kroatien sehr bedeutend. März sandten die Bewohner von Trau einen Gesandten nach Clissa zu Johann v. . Lucio. Juni 1388. Die Spalatiner hofften davon für sich einen grossen Nutzen. Auf alle diese Bitten und Wünsche der ihm stets treuen Spalatiner that jedoch Sigismund nichts. feriunt et conculcant solum ob suum et sacri diadematis Ung. so sollten die Gesandten König Sigismund auch bitten. so war zu befürchten.

und kehrte schon am 3.Tvrtkos fortwährend. war. März zwei seiner Vertrauten. Mon. p. seiner Krone unterwerfe. et Stanoye Jelacich. ambas. April erlaubten ihm die Venetianer die Ausfuhr von Malvasier Wein um 200 Dukaten aus ihrer Stadt . Wahrscheinlich handelte es sich auch jetzt darum. sie mögen einen ihrer Leute zu ihm senden. Von den dalmatinischen Städten stand nur Trau in gutem Einvernehmen mit Tvrtko. 15* . Während so Tvrtko immer mehr vordrang. Am 17. p. . um sich beim Könige einzuschmeicheln. IV. Doch die Verhandlungen sind wahr scheinlich auch diesmal gescheitert. Zuerst sandte er am 19. und gleich darauf bittet sie Tvrtko. dicti (martii) expendantur 50 lib. um den Willen des Königs zu hören. dass die Tragurier die Vermittlung zwischen Spalato und dem König übernähmen. rührte sich König Sigismund trotz der vielen Bitten der dalmatinischen Städte absolute gar nicht. Die Tra- gurier zeichneten diese Gesandten aus uud schenkten ihnen 50 Libras. den Vojvoden Vlatko Hranic und Stanoje Jelaöic nach Clissa. venturis Cliss.*) Doch die anderen Städte wollten von diesen Gesandten nichts wissen. Kurz darauf wendete sich Tvrtko an die Vene- tianer. April Ge sandte nach Bosnien. und es sandte auf den Wunsch des Königs am 13. sie können keinen Gesandten senden. und Tvrtko beschloss darauf. dass er am 7. Die Venetianer indessen. — 227 — sonders Spalato. und besonders in Kroatien stieg die Macht . um dort mit den dalmatinischen Städten zu verhandeln. Das einzige was er zu dieser Zeit that. 335. 248—249. sondern der König soll seinen Gesandten nach Venedig schicken. ant worteten ihm. Mai. Slav. pro exeniis Vlatcho voyuode. die gerade damals in Unterhandlungen mit Sigismund standen. Lucio. **) Ljubic. durch den er ihnen verschiedenes sagen lassen könnte. Mai einigen kroatischen Baronen und dalmatinischen *) Die 19. Des Königs Gesandter kam auch wirklich nach Venedig. Bosne.**) Unterdessen wurde in Kroatien und Dalmatien der Krieg fortgesetzt. mer. Spalato neuerdings anzugreifen. wieder nach Hause zurück. Mem. da da durch sehr viele Zeit verloren gehe.

der im vorigen Jahre aus Trau flüchten musste." so sollte der Ge sandte von Spalato dem Könige sagen. Zara. an Nikolaus. „Schon seit mehr als drei Jahren. Die kaum von der bosnischen Plünderung befreiten Spalatiner erschracken sehr. Sie sandten darum am 10. Sie sahen ein. Nikolaus sollte im Namen der Spalatiner mit dem König und der Königin. gerichtet. . um diesen ernstlich an seine königliche Pflicht zu erinnern.und Seeseite zu belagern und so zur Übergabe zu zwingen. Mem. Spalato anzugreifen. p. an Margaretha von Cetin und Nelipic. „schlägt uns das Schwert des bosnischen Königs. Sebenico und Nona. Zu diesem Zwecke befahl er. sprechen. sammelte Tvrtko wieder ein Heer. und schon seit achtzehn Jahren leiden wir durch die Verfolgungen Johannes' von Palizna.*) Während König Sigismund seine Anhänger nur mit Empfehlungsschreiben unterstützte. mit jedem besonders. Butko und Paul. Thomas. und befahl ihm. — 228 — Städten schrieb. Kneze von Corbavia. Ausserdem wendete er sich in der selben Angelegenheit an die Städte Ragusa. Tvrtko sah ein. Diese unsere Feinde haben uns früher jeder separat Lucic. Das Schreiben Sigismunds ist an Albert Lackovic Prior von Vrana. vereinigte es mit den Truppen Johannes von Palizna. Castellan von Scardona. Spalato. und dass diese Flotte nach Spalato fahre. erobern können werde. in Cattaro auf seine Kosten eine Flotte erbaut werde (einige Schiffe hatte er schon früher). Mai an) und zog. 338—339. Juni 1388 den Mönch Nikolaus als Gesandten zu Sigismund. nachdem es das Stadtgebiet furchtbar verwüstet hatte. sie mögen seinen Anhänger Gazotto Kazotic unterstützen. dass sich Sigis mund um sie gar nicht bekümmere. Ende Mai wieder ab. er beschloss darum nächstens die Stadt von der Land. dass er die Seestadt Spa lato niemals. nur von der Landseite aus. als sie von diesen neuen Vor bereitungen Tvrtkos hörten. dass. Das bosnische Heer blieb vor Spalato 13 Tage (vom 18.

da wir sonst zu grunde gehen. und davon sterben sie. und jetzt am 18. die Weingärten zerstörend und die Bäume aushauend . sondern auch durch Hunger und Durst gepeinigt. . p. Im vergangenen Jahre am 2. ja es werden ihnen sogar Glieder abgeschnitten. Februar dieses Jahres be drücken sie uns mit vereinten Kräften. Memorie di Trau. . ist beschädigt. Immer stehen wir in Waffen. sondern den Wölfen und Hunden vorgeworfen. von Beute und Lösegeld für die Gefangenen. die in Cattaro auf Befehl und Kosten König Tvrtkos gebaut wurde . wie es uns möglich ist. . Unsere Todten werden nicht begraben. verfolgen uns und vernichten uns. so legt öffentlich vor den Mag naten diesen Protest ein: sie sollen es uns nicht als *) Diese ausführliche Instruction siehe bei Lucio. Das Banat Bosnien und die Stadt Clissa sind überfüllt von gefangenen und getödteten Spalatinern. . . unsere Gefangenen werden nicht nur unbarmherzig gemartert. . — 229 — beunruhigt. Alle Saaten werden uns geraubt. . Von der Seeseite erwarten wir täglich den Angriff der Flotte. . wir haben keinen ruhigen Tag"*) . ja sogar durch Feuer zerstört. „so bittet demüthig. Mai überfiel das Heer des Königs von Bosnien. . Sollte er uns jedoch anderweitiger Geschäfte und schwerer Hindernisse wegen nicht befreien können. verbrannt bis zu den Mauern der Stadt selbst. und die Auslagen haben sich riesig vermehrt. bei Nacht schlafen wir nicht . wieder unser Gebiet und blieb hier 13 Tage. . Alles.1 und was noch ärger ist. . „Nachdem ihr dieses vorgestellt und hervorgehoben habt". zerstört.hverrathes uns für unseren Zustand selbst sorgen können. sagt die Instruction weiter. vereinigt mit dem Heere des Priors von Vrana. Wenn ihr nicht diesen Frei heitsbrief erhalten könnt. so bittet von ihm einen offenen Freiheitsbrief. August drang ein grosses bosnisches Heer in unser Gebiet. was wir haben. doch männlich vom Könige schleunige Hilfe . 339. kraft dessen wir ohne den Makel des Hoc. die Einkünfte der Stadt sind auf nichts herabgesunken. . doch seit dem 18.

Wenn sie uns Hilfe versprechen.und Trutz-Bündniss zu Stande bringen sollte. Zu diesem Zwecke versammelte sich am 28. In der Instruction. alle dalmatinischen Städte und die kroatischen Barone aufzufordern. Aus einem Schreiben Sigismunds vom 22. denn durch so viel Unglück gebrochen. aber kam nicht dazu ihnen wirklich zu helfen. . weil wir dies nur durch die Umstände gezwungen und jeder Hoffnung beraubt thun werden. sondern versuchte nur mit Hilfe der Venetianer zu vermitteln. August der Rath von von Spalato zu einer Besprechung und wählte den Bürger Peter Zoric. Sie beschlossen jetzt. so sagt ihnen." Diese männliche Erklärung der Spalatiner blieb indessen auch nur eine Stimme des Rufenden in der Wüste. die der Bürgermeister Malatesta dem Gesandten gab. Sigis- mund versprach zwar dem Spalatiner Gesandten bestimmt Hilfe. in ihrer Treue auszuharren. zu Knez Vid Ugrinic von Brebir. Codex dipl. wird ausdrücklich hervorgehoben. ja „sollte es nothwendig sein" auch zu den Knezen von Corbavia gehen und zwischen diesen Gemeinden und Magnaten ein Schutz. p. wenn wir etwas ihnen unange nehmes thun sollten. 69. 3. Sep tember an den venetianischen Dogen Antonio Venerio er sehen wir zwar. ferner zu Knez Nelipic.*) doch in Wirklichkeit unter nahm er nicht diesen Feldzug. können wir nicht länger leiden. und obwohl sie das bosnische Heer von Clissa aus fortwährend beunruhigte. einen Bund zur gemeinschaftlichen Vertheidi- gung gegen den bosnischen König zu schliessen. — 230 — Sünde anrechnen. der persönlich nach Scardona und Sebenico. wollten sie sich doch noch nicht dem bosnischen Könige unterwerfen. dass wir diese nur den Monat Juli hindurch und nicht länger erwarten wollen. X. und er forderte auch die Spalatiner auf. Obwohl also ihre Gesandtschaft den Spalatinern gar nichts nützte. dass dieser Bund „gegen die Rebellen und Gegner der heiligen Krone *) Fejer. dass sich Sigismund zu dieser Zeit zu einem Kriegszuge gegen die ihm untreuen Aufständigen und Stephan Tvrtko bereitete.

" Als Zweck der Liga wird angegeben. habebuntur et castra. Knez Vid Ugrinic von Brebir. — 231 — von Ungarn" geschlossen werden soll. können sie alle seine Burgen und Städte leicht erobern. 341. dem Könige von Bosnien. Thomas Dobrulic und Peter Zoric . In der be treffenden Vertrags -Urkunde werden als Ursache dieses Bundes ausdrücklich hervorgehoben. Castellan von Scar- dona. Wittwe Nikolaus Ugrinic's. durch die jetzt Kroatien und Dal- matien leiden. quo priore habito. so bitten in dieser Instruction die Spalatiner die betreffenden Städte und Barone. und falls es König Sigismunds Wille sein sollte. und Johann von Palizna und den anderen Un treuen. „die Unruhen und ver^ schiedenen Aufstände. Mem. auch für länger. sie mögen ihre Streitkräfte vereinigen und Johann von Palizna in Clissa belagern." Ein Theil sollte verpflichtet sein. . Oktober desselben Jahres ver sammelten sich die Gesandten der Städte und die kroatischen Barone in Spalato und schlossen und besiegelten hier in der Kirche der heiligen Catharina einen Bund. denn wenn sie Johann gefangen nehmen. Ivan Napla- vic. ferner die Gesandten von Sebenico Doimus Zoretic. der auch seinen Bruder Gregor vertrat. besonders von Stephan Tvrtko.*) Die Gesandtschaft der Spalatiner war diesmal von Er folg begleitet. Von den Städten waren hier: die Vertreter von Spalato Komulovic. „Und nachdem wir (Spalatiner) in grösserer Noth sind als die übrigen und täglich vom Prior von Vrana und sehr oft auch vom bosnischen König bedrückt werden". Saracen Nikolic und Thomas Dinkovic. Anwesend waren : Knez Nelipic Sohn Constantins. Schon am 6. Lucio. dann die Frau Elisabeth. den anderen durch Rath und That zu unterstützen gegen den König von Bosnien und den Prior von Vrana und überhaupt gegen *) quod ipsi collegati cum eorum fortio veniant ad obsidendum ipsum olim priorem in castro Clissi. und zwar auf ein Jahr. „dass die Bundesgenossen durch gegenseitige Unterstützung sich und ihre Länder und ihre Güter in der Treue gegen die ungarische Krone erhalten. Aufrührern und Feinden der Krone von Ungarn. quae tenet.

da Knez Nelipic kurz darauf einen Streit mit der Stadt Trau begann. . 342. Die Macht des Königs von Bosniens und seines Bans Johann von Palizna blieb un beschränkt. die wichtigen Städte Clissa. . sich im Nothfalle auch allein zu vertheidigen. persone. di Trau p." Lucio. dominio. und forderten von hier aus die dalmatinischen Städte ernstlich auf. doch den einzelnen Mitgliedern steht es frei. 343. so darf und kann keine der verbündeten Parteien sich einem anderen Herrscher.*) Indessen auch dieser Bund der dalmatinischen Gemeinden und kroatischen Barone trug nicht die gewünschten Früchte. Vrana. . Herrn. comiti vel universitati nisi cum voluntate ali- orum coligatorum factis simul omnium ordinantibus. November ihren Gesandten zu Hrvoje. Der Bund sollte so lange dauern. welches damals in bosnischen Händen war. nulla dictarum partium possit nee valeat adherere alicui prineipi. umso weniger. Fürsten oder einer anderen Person oder Gemeinde anschliessen ohne Einwilli gung der übrigen Verbündeten. — 232 — alle Untreuen. Die Vertheidigung sollte eine gemeinsame sein. **) Erano in questo mentre venuti a Knino il conte Chemo ye e Voislauo suo fratello con titolo d' ambasciatori del re di Bosna per pro- curar di tirar li Dalmatini alla sua diuotione . Mem. Mem. Beide kamen nach Knin. als es der Wille König Sigismunds ist. je doch mit dem Auftrage.**) Die Tragurier sandten darauf wirklich am 11. dass die Bundesgenossen auch auf den Fall dachten. und er sandte im November desselben Jahres den Voj- voden Hrvoje Vuköic und dessen Bruder Vojslav als seine Vertreter nach Kroatien. Ja die Macht Tvrtkos nahm sogar zu dieser Zeit bedeutend zu. sich zu nichts zu verpflichten. dass etwa der ungarische Thron durch eine Gewaltthat erledigt würde. Ostrovica und besonders Knin blieben auch ferner in ihren Händen. Besonders wichtig ist folgender Punkt des Vertrages: „Sollte im Königreiche Ungarn durch die Macht der Verhältnisse eine Veränderung (auf dem Throne) ein treten." Daraus ersieht man. Lucio. Abtrünnigen und Feinde der Krone von Ungarn und gegen deren Helfershelfer. Tvrtko als ihren König anzuerkennen. *) „Item quod sie rebus exigentibus de regno Hungariae aliqua nouitas euenerit. p.

Lucio. Zu diesem Zwecke sandten auch die dem Könige Sigismund treuen Bewohner von Sebenico am 4. Er ernannte jetzt den Ban von Slavonien. Mem. dass sich ihm auch Dalmatien bald unterwerfen werde. dass sie von Vrana aus das Stadtgebiet von Zara überfielen und die Häuser der Zaratiner anzündeten. denn schon im März 1389 steht der bosnische Feldherr Vlatko Hranic mit seinem Heere vor Spalato und befiehlt den dalmatinischen Städten. Mem. decembris iam post vesperas applicuit Jadram d. Ladislaus von Losoncz zog darauf nach dem Süden und erreichte am 23. Wahrscheinlich wurde jedoch Ban Ladislaus geschlagen. Lanzislavus de Luscens barms Sclavoniae gubernator Dalm. Ladislaus von Losoncz. Der Aufforderung des Vojvoden Vlatko Hranic entsprachen einigermassen die Spalatiner und *) Lucio.***) Ja die Aufständigen und die bosnischen Krieger fühlten sich damals so stark und sicher. um wahrscheinlich von hier aus den Feldzug gegen Tvrtko zu beginnen. Dezember Zara. et capitaneus exercitus regis in Dalm.**) Dieser Krieg sollte im künftigen Jahre 1389 sehr energisch geführt werden. Er sandte jetzt in das eroberte Kroatien als Gou verneur Vlatko Hranic. Februar verliess Ban Ladislaus Zara und zog gegen die Rebellen. . et Chroat. und hoffte. 344. p. Ge sandtschaften zu König Tvrtko zu senden und diesem zu huldigen. **) eodem die 23. Januar dem Bane einen Hilfstrupp von 50 Mann. und am 8.*) Aus diesen Nachrichten lässt sich schliessen. zum Gouverneur von Dalmatien und Kroatien und zugleich zum Feldherrn des königlichen Heeres. vestram representans maiestatem mandauit Spalatensibus. . maiestatis Vestre voeuoda in partibus Dalm. — 233 — sondern nur die Wünsche Hrvojes zu erfahren. Memoriale Pauli de Paulo p. 425. Sigismund konnte nach solchen Erfolgen des bosnischen Königs unmöglich länger ruhen. ***) Vlatcho. et Cro. dass Tvrtko Ende November 1388 ganz Kroatien in seinen Händen hatte. ut ad ipsum mitterent ambassatores . . et Chroat. der neben Johann von Palizna die bosnischen Interessen vertrat und wahrscheinlich auch der Heerführer des bosnischen Heeres war. 343.

ersieht man deutlich.. da wir sonst nicht länger ausharren können und gezwungen sein werden. hilft er uns nicht. bis zu dem es ihnen erlaubt sei. die schon unsere Vorfahren besassen. et inhibet nobis ut non damnificemus inimicos nostros Chlissien. so werden auch wir uns Euerer Majestät unterwerfen mit der Bitte. dass die Ehre Deiner Majestät und auch wir selbst von dem $lakel des Verrathes rein bleiben. 343—344. nach unserem Vermögen selbst für uns zu sorgen. „dass wir ihm so unterthan sein sollen. Der Rath von Spalato versammelte sich am 24." . Einen solchen Termin. quod suplicamus dignetur V. — Racki. nee vestros amicos. die diese vom Rathe erhielten. M. 234 — die Tragurier. „Wenn der König fordert. Wir glauben. so hört ihr zuerst die Absichten der übrigen dalmatinischen Städte. so werden wir ihm treu bleiben wie früher."*) *) Lucio. M. so wünschen wir euch zu gehören und uns euerer Herrschaft zu unterwerfen. doch auf solch eine Weise. die dort durch ihre Gesandten vertreten sein werden." so sagt der Rath seinen Ver tretern. Sollte uns also der König von Ungarn bis zur bestimmten Zeit nicht helfen und sollten sich unterdessen auch die übrigen dalmatinischen Gemeinden der Macht und dem Schutze Euerer Maiestät ergeben. und zwar einen möglichst fernen. dass diese um einen Termin bitten werden. dass ihr uns unsere Privilegien bestätigt. Die Spalatiner bitten auch den König: „exercitus V. p. 96—97). mandare dicto exercitui vestro quod permittat nos damnificare inimicos nostros. wie gerne die Spalatiner auch ferner Ungarns Unterthanen geblieben wären. p. Pokret (Bad in. Sendet er uns bis zum erbetenen Termine Hilfe. werdet auch ihr auf folgende Weise bitten : Erlauchter Herrscher und unser Gebieter! Wir Spalatiner wünschen Diener Euerer Erlaucht zu sein. Aus der Instruction. durch Gesandte den König von Ungarn um Hilfe zu bitten. Wir möchten da rum zu dem Könige von Ungarn Gesandte schicken. Mem. wie wir einst dem Könige Ludwig waren. März und erwählte Nikolaus Srica und Johann Marino zu seinen Bevollmächtigten. um ihm unsere Lage zu schildern und ihn um Hilfe zu bitten. stat circum Clissum inimicum nostrum.

Juni. Juni. Auf diese entschiedene Antwort des bosnischen Königs sandten die Spalatiner am 18. Auch die Tragurier sandten dorthin ihre Vertreter Guererio Petraöev und Ivan Grgurev.. imfalle ein Frieden zwischen Sigismund und Stephan Tvrtko zu Stande kommt. — 235 — König Tvrtko zeigte sich den Bitten der dalmatinischen Gemeinden. Noch während ihre Gesandten in Ungarn waren. Mai ihren Bürgermeister Malatesta und ihren soeben aus Bosnien zu rückgekehrten Mitbürger Nikolaus Srica an den ungarischen Hof. den letzten für die Spalatiner bis 15. Auch sollten sie. 345 „(ut rex) succursum nobis dare dignetur. Doch unterdessen verstrich der von Tvrtko bestimmte Termin. oder um die Erlaub- niss sich selbst zu helfen.. iunii proxime futurum" . Mem. Doch er droht ihnen auch ernstlich. bis welchen sie sich der bosnischen Krone zu unterwerfen haben. und besonders der Stadt Spalato.. Mai andere zum bosnischen Könige. sandte der Rath von Trau am 23. . damit Trau nicht als der Krone Ungarns untreu erscheine. auch wirklich ihnen zu helfen. bis 15. die sich dem Schutze des bosnischen Königs ergeben. bitten. wiederholt um Ordnung ihrer Gränzen gegen Clissa und Almissa und um endliche Ertheilung der gebetenen Inseln bitten. p. Diese Ge sandten sollten in Bosnien bleiben bis zur Rückkehr ihrer *) Lucio. dass sie „in Dalmatien unter den letzten" seien. Die Spalatiner Ge sandten sollten ihrer Instruction gemäss dem Könige Sigis- mund die traurige Lage der Stadt und den Vertrag mit dem bosnischen Könige schildern und ihn um Hilfe bis zum be stimmten Termine. durat usque diem 15. h. Er bestimmte drei Termine. Den Spalatinern erlaubte er auch noch.*) König Sigismund versprach den Gesandten der dalma tinischen Gemeinden alles Mögliche und bereitete sich dies mal wahrscheinlich. sehr geneigt. quia tempus nobis inuitis assignatum per regem Bosne breve est. d. um von diesem Verlängerung des Termines bis zur Rückkehr der Gesandten aus Ungarn zu erbitten. und die dalmatinischen Städte fürchteten Gewaltmassregeln. dass er sie nach abgelaufenem Termine in ihre innere Stadt einschliessen und so zur Über gabe zwingen werde.

den beide Herrscher gegen Nikolaus Altomanovic geschlossen hatten. Juni. als das Blut der bosnischen Helden auf dem Amselfelde floss. die ihn mit lügnerischen Versprechungen hintanhielten. Ob wohl sich Stephan Tvrtko im Jahre 1376 zum Könige von Serbien gekrönt hatte. Die Schlacht auf dem Amselfelde (1389. dem Tage. zuerst die Fahne des bosnischen Königs zu entrollen. **) Lucio. der König möge sich seines Ver sprechens erinnern. wenn dieser von den übrigen Städten Bürgschaft erhält. Es bewog ihn dazu nicht etwa die Liebe zu diesen Gemeinden. Sie sollten auch den König bitten. und ihn zugleich versichern. p. wurde dadurch das freundschaftliche Verhältniss des Königs zu dem serbischen Fürsten Lazar Grebljanovic nicht gestört. Mem. gestatteten ihm nicht. die sehr langsam kam. Juni ihren Gesandten Johann Marino zu Tvrtko mit der Bitte. 345—346. noch auch die Furcht vor König Sigismunds Hilfe. dass die Tragurier nicht hinter den übrigen Dalmatinern zurückbleiben werden. dass sie dies auch thun werden. regis (Bosnensis) ut re- stituantur. bis sich ihm nicht die übrigen Städte übergeben haben.). Mem. wenn sich diese dem bosnischen Könige unterwerfen. — 236 — Genossen aus Ungarn. Der Rath von Spalato trägt seinen Ge sandten auch auf: „Item procurare debeatis de rebus ambas. War es doch gerade am 15. und da die versprochene Hilfe aus Ungarn nicht kam." . **) Tvrtko unternahm auch wirklich nichts gegen Spalato und die übrigen dalmatinischen Städte. dauerte *) Lucio. an dem sich die Spalatiner ergeben sollten. 347. die Spalatiner nicht zur Unterwerfung zu zwingen. so sandten sie am 30. ja dass sie sogar bereit seien. *) Kurz darauf verging auch der den Spalatinern bestimmte Termin. er möge seinen Vertrauensmann nach Trau senden . Der Bund. die im Osten seines Reiches wütheten. p. Diese zögerten aber auch jetzt noch sich Stephan Tvrtko zu unterwerfen. die heuchlerischen dalmatinischen Städte jetzt zu strafen. nostris eun- tibus in Ungariam ablatis per homines dicti d. Die blutigen und entscheidenden Kämpfe.

der damals als Flüchtling am bosnischen Hofe weilte. dass er seinen Feldherrn Vlatko Hranic aus Kroatien abrief.000 Mann so vollkommen. entscheidend nicht nur für das Schicksal Serbiens. Doch von allen diesen sandte ihm allein Tvrtko eine ausgiebige Hilfe. sich für diese Schmach zu rächen. Als Fürst Lazar die Vorbereitungen des Sul tans sah. an den ungarischen König Sigismund und an König Stephan Tvrtko. und Tvrtko und Lazar unterstützten mehrere Jahre hindurch gemeinschaftlich den Ban Johann Horvat. sondern überhaupt aller Balkan-Slaven ! „Das vereinigte serbisch bosnische Heer unter Führung Fürst Lazars (die bosnische Abtheilung befehligte Vlatko Hranic) war um Pristina auf gestellt und war nordwärts gegen die Mündung des Lab und der Sitnica zu gekehrt. als dieser in Maöva und Slavonien gegen König Sigismund und dessen Herrschaft wirkte. Gerade mit Hilfe der bos nischen Truppen schlug Fürst Lazar im Jahre 1387 bei Ploönik an der Toplica (in Alt-Serbien) ein türkisches Heer von 20. Es war eine entscheidende Schlacht. Dem bosnischen Heere schloss sich auch der Ban Johann Horvat an. Diesem Heere gegenüber stand das türkische unter dem persönlichen Oberbefehl Sultan . die nach dem Falle von Nis (1375) und Sophia (1382) auch dem westlichen Theile der Balkan-Halbinsel mehr drohte. Doch gerade dieser glänzende Sieg der serbischen Waffen bewog den Sultan Murat I. und er unterstützte ihn darum ausgiebig in den Kämpfen gegen die türkische Macht. dass kaum der fünfte Theil der Türken mit dem Leben davonkam. — 237 — noch immer fort. und denselben dem Fürsten Lazar zu Hilfe sandte.. die diesmal auf dem Amselfelde (Kosovo polje) geschlagen werden sollte. wandte er sich um Hilfe an den bulgarischen Kaiser Sisman. Doch noch schöner zeigte sich diese freundschaftliche Eintracht im Kampfe gegen die Türken. Stephan Tvrtko betrachtete das Land Fürst Lazars als den Schutzwall seines eigenen Reiches. hielt er doch den drohenden Überfall der Türken für so ernst. Obwohl er gerade zu dieser Zeit die dalmatinischen Städte endgiltig seiner Herrschaft unterwerfen wollte.

Unter den Türken zeichnete sich der junge Bajazid. p. Vuk Brankovic habe mit seiner Abtheilung das Schlachtfeld verlassen. akadem. Die Serben. — 238 — Murat's I."*) Weil die Türken die zurückweichenden Serben und Bosnier nicht sogleich verfolgten und weil folglich die ver hängnissvollen Folgen der Schlacht von Kosovo nicht so gleich offenbar wurden. begann die Schlacht und dauerte drei Tage. an dessen Seite seine Söhne Bajazid und Jakub. Der Aus gang der Schlacht konnte jetzt nicht länger zweifelhaft sein : der Halbmond hatte über das Kreuz und die goldene Frei heit den Sieg davongetragen. — und die nationale Tradition schreibt dem Verrathe Vuk Brankovic's die Niederlage. litt sehr viel durch die tapfern Bosnier unter Führung des Vojvoden Vlatko. . da begann zuerst der Vojvode Vlatko mit dem bosnischen Heere zu weichen. am Tage des h. Veit. den der Kaisersohn Jakub befehligte. Der linke Flügel. wem der Sieg beschieden sei : doch nach dem es Bajazit gelang durch einen plötzlichen Sturmangriff in den gegnerischen Flügel grosse Unordnung zu bringen. und sich die Nachricht verbreitete. aus. umsomehr. und nach ihm das ganze übrige Heer. An einem Mittwoch. glaubten anfangs viele. begeistert durch das Beispiel des tapferen Fürsten Lazar kämpften auch gleich Löwen. der Befehlshaber des rechten Flügels. Beide feindliche Herrscher verloren auf dem Amselfelde ihr Leben: Murat durch das Schwert Milos Obilic's. Pokret na slavenskom jugu (Rad jugosl.. Lange wusste man nicht. 92). die Schlacht sei unentschieden geblieben. Ja König Stephan Tvrtko dachte sogar im ersten Momente das serbisch-bosnische Heer habe den Sieg erfochten. und er verkündete freudig überallhin diesen angeblichen Sieg. der erfahrene greise Feldherr Evrenos-Beg und viele Paschas und Vezire waren. III. und Lazar im Schlachtgetümmel. Juni 1389. den 15. des serbischen Heeres und den Fall des serbischen Reiches zu. da auch Sultan Murat selbst von Milos Obilic's Heldenhand gefallen war. Als die Stadt Florenz in Italien durch ein Schreiben Tvrtkos *) Raöki.

p. Monumenta historica Slavorum meridionalium I." „Glücklich das Königreich Bosnien. indem er ihm das Schwert in die Brust stiess. den wahren Kämpfern und Helden Christi das himmlische Kaiserreich bereitete. am Amselfelde sammt vielen tausenden seiner Krieger und sammt seinen beiden Söhnen blutig zu grundeging.. wie wir glauben müssen." — schreibt ferner die Stadt Florenz. . — „dem es gewährt war eine so glorreiche Schlacht zu schlagen und mit der Rechten Christi einen solchen Sieg zu erfechten. der sich durch Gewalt die kaiserliche Würde anmasste. Eya tandem inito cum eis bello die 20. die Tragurier. mensis Junii proxime praeteriti Dei dextera adiutrice . Aus . paucis demum ex ipsis superstitibus remanentibus . devicimus et humi prostravimus interemptos . Juni der stolze und freche Murat.. V. richtete. Dei laus licet cum aliqua strage nostrorum . et post invadere vestras cum duobus filiis et sequacibus suis Turcis. . 528 —529. der das Christen- thum und den Namen des Erlösers vom Erdboden weg wischen wollte. und der. die die feindlichen Scharen und den Kreis der Kameele durchbrechend und mit dem Schwerte ihren Weg bereitend bis Murats Zelt vordrangen."*) *) Das ganze Schreiben ist in folgendem Werke gedruckt: Makusev. das König Tvrtko aus Sutisko an seine Freunde. 257). die als Opfer des getödteten Feldherrn über dessen elender Leiche im glorreichen Martyrium ihr Leben und ihr Blut vergossen. Glücklich und überglücklich jene zwölf Magnaten. den ihm die Gnade des all mächtigen und ewigen Gottes gewährte" erfuhr. die ein so glorreicher und ewig unvergesslicher Sieg heiligt. und der wahnsinniger Weise die Gränzen Bosniens angriff.. Oktober 1389 den König und ver kündete ihre Freude darüber.. der Anhänger Muhameds. beglück wünschte sie am 20. — In einem Schreiben vom 1. und am glücklichsten von allen Euere Majestät. de regno p." (Lucius. wenn Gott wirklich. „dass am 15. August 1389. und glücklich alle jene. obtento penitus cum triumpho campo confliximus. dieser wahre und unendliche Ruhm bestimmt ist. der den Feldherrn einer solchen Macht kühn tödtete. sagt er über den Kampf mit den Türken : „quique (perfidus Ameratus) iam venerat terras nostras de facto turbatum dispositus et intendens. — 239 — von dem „glorreichen Siege. Glücklich über die Anderen jener.

Schon am 5. * Lucio. Vergl. Mem. Es ist nur ewig Schade. dass sich sehr bald die bittere Wahrheit zeigte. p. . Er fürchtete jetzt Kroatien ganz zu verlieren. dass die Türken nach der Schlacht am Amselfelde am 20. den die Türkenmacht den Serben und den übrigen Balkanslaven jemals zufügte! Stephan Tvrtko erwirbt Kroatien und Dal- matien und nennt sich König von Kroatien und Dalmatien (1390). und dadurch auch die Hoffnung. und am 20. Juni Bosnien überfielen. in Zara. der zu gleich der Führer des königlichen Heeres war. mit denen Florenz König Tvrtko beglückwünschte. Johann von Palizna. jemals Spalato und die übrigen stolzen dalmatinischen Städte zu erwerben. p. doch zurück geschlagen wurden. Es war dies ein schwerer Schlag für Stephan Tvrtko. 94 Anmerk. konnte nicht lange widerstehen und so kam es. Racki. dass im Juli 1389 Clissa und andere Burgen des bosnischen Königs in die Hände von Sigismunds Leuten fielen. 846. p. Während die bosnischen Krieger unter der Führung Vlatko Hranic auf dem Amselfelde ihr Blut vergossen. Hier vereinigte es sich mit Johann von Palizna.*) und kurz darauf begann der Kampf. diesem Schreiben schliessen manche. die Macht Stephan Tvrtkos aus Kroatien zu verdrängen und so die dalmatinischen Städte von der ihnen drohenden Gefahr zu befreien. dass die Schlacht vom Amselfelde in Wirklichkeit einer der schwersten Schläge war. **) Lucio. unterdessen trachteten der Bau und die Statthalter König Sigismunds auf jede Weise. Pokret (Rad III. August kam von der Clissaer Seite ein neues bosnisches Heer. Mem. — 240 — Es sind edle und begeisterte Worte. Am 30. Juni weilte Ban Ladislaus. denn das Heer zog nur an ihrer Stadt vorüber und begab sich nordwärts gegen Vrana. 350.*) Doch dieses- mal brauchten sie sich nicht vor der bosnischen Macht zu fürchten. jetzt ohne Hilfe von bosnischer Seite. September beschlossen die Spalatiner den Übergang bei Vranjica zu befestigen. 1). Er sandte darum im August seinem Anhänger Johann von Palizna Hilfe. der gleich darauf am 30.

Doch ehe die Reiter Ivans an kamen. ambb. Sept. deren sie nothwendig bedurften. November in Hrastani übernachtet hatten. am 24. Oktober beschloss zu diesem Zweck der Rath von Zara. welches südwärts zog. zu dem Herrn von Veglia. der dabei verwundet wurde. um zugleich mit dem könig lichen Heere Vrana. Erst den nächsten Tag kamen 400 Reiter Ivans unter der Führung Marco Spineli's an. um Jo hann von Palizna und auch dem bosnischen Heere zu widerstehen. 16. Mem. um ihn um einige Reiter zu bitten. Anz. Nachdem sie am 21. November ein grosses bosnisches Heer das Gebiet von Zara an und plünderte dasselbe. Pauli p. Diese Schar vereinigte sich am 20. November) entbrannte ein Kampf mit Johann von Palizna. (1389) circa mediam noctem Joannes de Palisterna asserens se priorem Vranae concremavit certas domunculas Jardinariorum nostrorum . Pauli de Paulo. Am 16. Zwei Tage darauf. Memor. communis Jadrae ad c. den Ban so ausgiebig als möglich zu unterstützen. Oktober resultatlos zurück. . p. griff am 15. 16 . November folgte ein zweiter heftigerer Kampf. **) Die Sabb. Dieses Mal waren sie glücklicher. damals die letzte Zuflucht Johanns von Palizna anzugreifen. Ivan. Noch denselben Tag (22. November den Zaratinern noch 200 Bewohner von Pago an. Geschichte Bosniens. November mit dem 1000 Fussgänger zählenden zaratiner Heere. 425.*) Der Ban von Kroatien war jetzt zu schwach. octobris 4. Darum bereitete sich jetzt die Stadt Zara selbst. in dem Palizna 120 Mann und zahlreiche Pferde *) Die ult. Unterwegs schlossen sich am 21. Gesandte (unter Anderen den gleichzeitigen Chronisten Paulus de Paulo) zu senden. 425. vereinigten sie sich den folgenden Tag mit dem vor Vrana liegenden königlichen Heere. . doch sie gingen zwei Tage darauf wieder zu ihm. pro habendo exercitu equitum ad destructionem Joannis de Palisna asserentis se priorem Auranae. — 241 — September das Gebiet von Zara überfiel und die Häuser der Zaratiner bis vor die Thore ihrer Stadt niederbrannte. und so zählte jetzt dieses Heer 1200 Fussgänger und 400 Reiter.**) Das erste Mal kehrten die Ge sandten von Knez Ivan am 19.

**) Die Veneria de nocte 10. Mem. in der Hoffnung. Memor. Die dalma tinischen Städte und Ortschaften seien darum in grosser Noth. f) Ljubiö. mer. um diesen mitzutheilen. . non posse resistere potentie dicti regis et oportere subiugari sibi. ff) Item sentimus.*) Es war dies jedoch ein trauriger Sieg. ernannte er zu seinem Gouverneur in Kroatien Johann Horvat und zum Befehlshaber seines Heeres Paul Klesic. Doch jetzt begannen sich plötzlich die Venetianer einzu mischen. Pauli p. p. Nur einige Tage später. dass sich die dalmatinischen Städte nicht länger der Herrschaft Tvrtkos entziehen können. et multum vigilat ad acquisitionem et occupationem terrarum et locorum Dalmatie in tantum. und jetzt Dalmatien zu erobern trachte. dubitantes.-j-j) Als die Venetianer sahen. 274. dass sich König *) Memoriale Pauli de Paulo p. 425. quod apparet. 425. Mon. Dezember ergab sich dem bosnischen Könige neuer dings die Stadt Clissa. Slav.**) und gleich darauf. Das königliche Heer und die Zaratiner schrieben sich den Sieg dieses Tages zu. Februar benachrichtigt der Rath König Sigismund. IV. p. da sie fürchten. ***) Die Mercurii decembris 25. 425.***) Durch die glückliche Vertheidigung Vranas und den Fall Clissas wurde die Herr schaft des bosnischen Königs in Kroatien neuerdings be festigt. am 25. Am 30. quod dominus rex Bossine de novo acquisivit et habuit castrum Clisse et similiter castrum Vrane. Jetzt war es offenbar. am 3. Statt Vlatko Hranics. — 242 — verlor.-j-) Gleich darauf. dictas civitates et loca esse in maximo dubio et timore. Pauli p. mer. dass Tvrtko die Städte Clissa und Vrana neuerdings erworben habe. Ljubic. Slav. 274. Mon. was man aus Bosnien erfahren hat. castrum Clissii reddidit se regi Bos- nensi. decembris idem exercitus discessit a campo turpiter et reversus est Jadram. IV. Jänner 1390 sandte der Rath von Venedig einen Botschafter zu König Sigismund und Königin Maria. am 10. die Früchte von Tvrtkos drei jährigen Bestrebungen für sich zu pflücken. da sie den bosnischen Angriffen nicht länger widerstehen konnte. der unterdessen Vojvode von Usora wurde. Dezember kehrte das zaratiner Heer „schmachvoll" von Vrana zurück. der Macht Tvrtkos nicht widerstehen zu können.

Mai die Unterhand lungen mit ihren Anhängern in Dalmatien. um sich in den dortigen Städten zu erkundigen. et concordium honorem ipsius domini regis. und zwar Peter Zoric. die Stadt dem bosnischen Könige zu empfehlen und mit ihm zu verhandeln über „den Frieden und die Ein tracht zur Ehre des Königs und zum Besten und Nutzen der Commune Spalato. ***) Lucio. et si aliter habere non poteritis. Sie sandten darum am 29. Memorie p. — 243 — Sigismund auch auf diese Nachrichten nicht rühre. 350—351. cit. da die dalma tinischen Städte unterdessen schon ihre Vertreter zu König Tvrtko gesandt hatten. op. 280. Mai eine allgemeine Instruction. modis et conditi- 16* . *) Doch diesmal betrogen sich die listigen Venetianer. civitatem sub eius dominio et protectione sub eis pactis. -j-) Dem Beispiele der Stadt Spalato folgten auch die *) Ljubic. Auf diese Aufforderung sandte der ßath am 28. so sollen sie ohne weiteres mit dem Könige die Übergabe der Stadt unter anständigen Bedingungen verein baren. t) Procurabitis modis quibus sciueritis habere cum ipso domino rege pacem bomim. sie möge die Gefangenen der verflossenen Kriege frei lassen und auf den bosnischen Hof Bevollmächtigte senden. April 1390 ihren Legat nach Dal- matien. Nicolaus Srica und Micha Madii bekamen am 8. p.**) Schon im April 1390 hatte König Tvrtko den Knez von Corbavia Georg mit einem Beglaubigungsschreiben nach Spalato gesandt und von der Stadt gefordert. IV. um sich diesem zu unterwerfen. mit der Vollmacht über diese Angelegenheiten nach ihrer eigenen Einsicht zu ver handeln." Sollte ihnen dies nicht anders ge lingen. cit. sich den Venetianern zu unterwerfen.***) Diese Gesandten. be schlossen sie. op. **) Idem. ob dieselben nicht geneigt wären. und unterbrachen am 26. auf eigene Hand ihr Glück zu versuchen und die dalmatinischen Gemeinden für sich zu gewinnen. p. April seine Bevollmächtigten sowohl zu des Königs Gouverneur Johann nach Trau. worin ihnen aufgetragen wird. als auch zu dem Könige selbst nach Bosnien. IV. et eommuni- tatis nostre bonum et utilem. 276—280. Dio- nisius Die. um mit ihm über die Übergabe der Stadt zu verhandeln.

die Aufforderung Tvrtkos zurückzuweisen und auch ferner Sigismund und Maria treu zu bleiben. — 244 — übrigen dalmatinischen Gemeinden. und wahrschein lich auch Curzola. um Gesandte für Bosnien zu wählen und über die Übergabe der Stadt und ihres Gebietes an Tvrtko zu verhandeln. p. In der Rathsversammlung ergriff zuerst Lucas Mikaöic das Wort und empfahl... *) Lucio. welches bisher dem bosnischen Könige von allen am meisten zugethan war. . sondern auch ferner die Treue der heil. Nikolaus Srica und Micha Madii ihre Vater stadt der Macht und dem Schutze König Tvrtkos.. Dionisius Ilic. Schon am 2. In Trau versammelte sich am 9. König Stephan Tvrtko. bestätigte vor Allem sämmtliche Privilegien und Freiheiten. dass sich Trau nicht dem bosnischen Könige ergeben. Mai der Rath der Stadt. ferner die Inseln Brazza. Mem. die Grenzen ihrer Gemeinden gegen Clissa und Almissa fest zusetzen. Seine Worte überzeugten die Majorität des Rathes und es wurde beschlossen. Juni 1390 übergaben die Bevollmächtigten von Spalato Peter Zoric. da in den vergangenen Jahren sehr oft zwischen ihnen und den Clissanern gerade dieser Grenzen wegen er bitterte Streitigkeiten und blutige Kämpfe vorfielen. 351. als auch gegen Almissa onibus. dass sich ihm die wichtigste Stadt Dalmatiens ergeben hatte. Krone Ungarns bewahren werde. und er hörte dann auch die Bitte der Gesandten. 351—352. namentlich die Stadt Sebenico. p.*) Doch dieses Spiel der Tragurier konnte den Lauf der Ereignisse nicht mehr aufhalten. die Spalato unter seinen früheren Herrschern genossen hatte. Lesina. trugen sie ihm auch ihre Beschwerden und Bitten vor. sehr erfreut darüber. Als die Spalatiner bei dieser Gelegenheit am Hofe des Königs in Sutiska weilten. Mem. (Juae vobis videbuntur connenire honori regia . Lucio. die sie König Sigismund so oft erfolglos mitgetheilt hatten. be gann sich jetzt im letzten Momente zu vertheidigen. Nach dem Wunsche der Spalatiner bestimmte er genau die Grenzen ihres Gebietes sowohl gegen Clissa. Namentlich baten sie den König. Das einzige Trau.

. Mem. genoss... tuerique viriliter. perpetuo confirmamus .. Ausserdem versprach er ihnen. verum si laudabile sit antiquas bonas consuetudines et municipales leges conservare . ipsos et civitatem Sibinici tutam et tntos facere defendere. — 245 — und Poljizza zu. iuraverunt corporaliter. presertim per inclytum principem. Knez Stipoje Hrvatinic.***) Nach den Städten des Festlandes *) Ljubic. tenere eos in pace bona et quieta.. Doimus Juratic und Johann Naplavic.. . statuta. Freiheiten und Gnaden zu erbitten. p.. reformationes. immer ihm und seinen Nachkommen treu zu bleiben. weil sie auf das leben spendende Kreuz geschworen hatten. et potenter iuxta nostram possibilitatem contra omnes homines» volentes ipsos opprimere. und er gaben sich am 8. deosculando lignum dominice vivi . . was sie wünschten. um im Namen ihrer Stadt dem Könige zu huldigen und von ihm die Bestätigung der alten Privilegien.... mer.**) Nach ihnen kamen nach Sutiska die Gesandten der Stadt Sebenico. dominum regem Ludovicum. regia auctoritate . acceptamus. ***) „. den Bischof von Knin Michael.. den Knez Stanoje Jelaöic und den Logofet Vladoje nach Spalato. **) Lucio. den Vojvoden von Usora Vlatko Hranic und den Zupan Belijak Sankovic. IV. . quia syndici vice et nomine communitatis Sibenici .. fratrem nostrum dilectum . 352. um am Orte selbst die neuen Grenzen genau zu bestimmen. promittentes eisdem fidelibus nostris Sibenicensibus nostro mediante iuramento. 280—282. Mon. und besonders unter König Ludwig.*) Unterdessen besannen sich auch die Tragurier. Juni eine besondere Urkunde in kroatischer und lateinischer Sprache verfasst.. Darüber wurde am 11. Stephan Tvrtko. Juni dem Könige Stephan Tvrtko. End lich erliess er darüber eine besondere Urkunde. et consuetudines ipsius civitatis Sibinici propriorum regum olim Hungarie datas. ratificamus et aprobamus. und er sandte ausserdem seinen Protoves- tiarius Triphon. „nachdem er sich mit den anwesenden bosnischen Magnaten berathen und besprochen hatte". p. erhörte gerne die Bitte der Sebenicoer und bestätigte ihnen alles.. et hoc ideo. verfasst vom Bischofe von Knin Michael und bestätigt durch Knez Dabisa. Knez Paul Radinovic. de baronum uostrorum consilio prematuro.. Slav. sie jederzeit gegen ihre Feinde zu vertheidigen und zwar darum. welche Sebenico unter seinen früheren Herrschern.

I. regnorum Bos- gine. nullumque alium dominum recipere . Die Brazzaner sandten nach Sutiska Georg Dujmov. 352 ***) In einer Urkunde vom 1. 496. *) Kukuljevic. p. und von hier südwärts bis Cattaro.." Kukuljevic. und wahrscheinlich erkannten ihn auch die Kneze Kurjakovic von Corbavia als ihren Souverain an. de nostro corpore legitime procreatis. Lesina und Curzola. Juli auch für die Insel Brazza eine zweisprachige (kroatisch und lateinische) Urkunde. — 246 — huldigten auch die entfernteren Gemeinden der Inseln Brazza. V. In seiner Macht war das ganze Land vom Velebit bis zur Cetina. nobis et nostris heredibus et successoribus. blieb dem Könige Sigismund treu. August 1390 steht: „domini nostri .. sich selbst Oberhäupter (Kneze) zu wählen. die immer dem übrigen Dal matien und Kroatien trotzte. Slav. ihre Bewohner von allen Abgaben befreit. **) Lesina erkannte auch noch am 9. Mon. März 1394 Tvrtkos Nach folger Stephan Dabisa als seinen König an: regnante serenissimo prin cipe et domino nostro domino Stephano de Rassia. p. Als Stephan Tvrtko beinahe ganz Dalmatien und Kroatien in seinen Händen sah. p. Tvrtkos Gouverneur in Kroatien und Dalmatien.*) Ahn liche Freiheitsbriefe ertheilte Tvrtko auch den Bewohnern von Lesina und Curzola. omagium fidelitatis obseruare. Diese empfahl mittels eines besonderen Schreibens der Ban Johann Horvat. in welcher er ihr alle alten Privi legien bestätigt. Niksa Petrulov und Mijo Baloj. recognoscentes. erliess Stephan Tvrtko am 23. die jedoch der König bestätigen muss.**) In den Monaten Juni und Juli 1390 wurde also Stephan Tvrtko König und Herr von Kroatien und Dalmatien. merid. Dalmatie et Croatie rege. I. Lesina und Curzola. 493—495. Die einzige Stadt Zara. Nachdem die Gesandten dem Könige erklärt hatten..***) Er war jetzt wirklich fice crucis. und ihnen das Recht gibt. Iura regni. nos pro ipsorum domino naturali. Kassie. Iura regni Croatiae." Ljubic. nahm er den Titel „König von Dalmatien und Kroatien" an. Ausserdem huldigten ihm die grossen dalmatinischen Inseln Brazza... dass alle Bewohner der Insel Brazza vor ihrem öffentlichen Notar Radin Dragota dem Könige und dessen Nachfolgern ewige Treue geschworen haben.

war jetzt das Centrum geworden. IV. der Bischof von Knin Michael aus Ragusa und der Logofet Vladoje . regis inclyti.. Ausser diesen königlichen Gesandten waren hier auch Knez Juraj Radivojevic aus dem Küstenlande von Makarska. p. per sönlich nach Sutiska kam. August 1390 eine Urkunde. Croatie. um dem neuen Könige zu hul digen. Juraj Drazojevic aus Poljiza und andere bos nische und kroatische Magnaten. *( Ljubii.. August 1390 weilten in Spalato seine Bevollmächtigten. und der Hirte aller geist lichen Personen. Slav. Der neue kroatisch-dalmatinische König trachtete jetzt die erworbenen Königreiche zu ordnen. „Nachdem wir. dass er seine Herrschaft in Kroatien am besten befestigen werde. der Proto- vestiarius Triphun Buöic aus Cattaro. Bosnien. Stephan Tvrtko wusste ganz gut. erliess Stephan Tvrtko am 30. um die Grenzen der Gemeinde Spalato gegen Clissa und Almissa zu festzusetzen. Dalmatie. er hatte die Serben und Kroaten unter seinem Scepter zu einem Reiche vereinigt. er hatte erreicht. so dass jetzt dieses von Salona bis zur Cetina reichte.. deren Glied zu sein auch ich stolz bin. Bosne. wenn er sich der katholischen Kirche und deren Hirten gewogen zeigt. bald an Kroatien lehnen musste. und ihr und unser aller Herr und Be- Stephani Tuertchonis dei gratia Kassie." Ljubic. Slav. Mon.. p. Gründer. 283.*) Nachdem der König die Spalatiner also befriedigt hatte." sagt der König in dieser Urkunde. IV. Maritimeque . der der katholischen Kirche. Mon. beschloss er auch für den spalatiner Erzbischof. Oberhaupt und Herrscher ist. In Gegenwart dieser wurden die Grenzen des spalatiner Gebietes festgesetzt. . um das sich die Reste der untergegangenen kroa tischen und serbischen Staaten sammelten. merid. dessen ganzes Erzbisthum jetzt unter seiner Herrschaft war. wonach die kroatischen und ser bischen Regenten umsonst getrachtet hatten. Schon am 1. — 247 — Herrscher eines grossen Theiles der Länder Zvonimirs und Dusans. merid. etwas zu thun. Andreas Gvaldo. welches sich einst bald an Serbien. womit er das Erzbisthum Spalato in seinen könig lichen Schutz nimmt. 283. „durch jenen regieren. Als also Ende August der Erzbischof von Spalato..

wir mögen seine erwähnte Kirche in ihren Rechten. Leuten und Bewohnern in unseren besonderen Schutz. erhalten und vertheidigen: berücksichtigend seine Treue und er hörend seine unterthänige gerechte Bitte nehmen wir seine Kirche. . 498—499. p. den jetzigen und den künf tigen in unseren Königreichen Dalmatien und Kroa tien . unser treuer Rathund unser geistlicher Capellan. Dörfern. uns unterthänig bittend. Zehenten. zu uns kam. Doch dies genügte ihm nicht und er begann erst jetzt über den künftigen Glanz seines Staates und seines Hauses Pläne zu schmieden. Grenzen. wie sie dieselben unter König Ludwig hatte. . beschützen und vertheidigen und Niemanden zu lassen. die uns und unseren Nachfolgern treu sein werden. dass sie für uns und in unserem Namen den Herrn Erzbischof und seine spalatiner Kirche und seine Nachfolger. mit eifersüchtigem Auge betrachtete. . theilte er in einem Schreiben vom 17. sie mögen eines ihrer Schiffe in eine dalmatinische Stadt senden. . dass die Republik Venedig schon seit län gerer Zeit seine glänzenden Erfolge. . Ländern. Seine Absicht theilte er den Venetianern mit. dass er sie beleidige. Einkünften und Gebräuchen. Iura. Vojvoden des Königreiches Kroatien. unserem lieben Paul Klesic. bestätigen. Um die Mitte des Jahres 1390 stand Stephan auf der Spitze seiner Macht und seines Ruhmes. I. Urtheil über ihn. Gütern. .. Wir befehlen darum dem grossmächtigen Herrn. besonders in Kroatien und Dalmatien. und nachdem der in Kristus dem Herrn ehrwürdige Vater und Herr Andreas Gvaldo. Juni aus Su- tiska seinen lieben Freunden den Venetianern sein Glück mit und bittet sie. seine Nachfolger mit allen ihren Gütern. und unseren übrigen Dienern. . — 248 — schützer. verletze oder ihnen einen Schaden zufüge. und bestätigen ihr alles. um seine Gesandten nach Venedig *) Kukuljevic."*) Stephan Tvrtkos Pläne und sein Tod (1391). Als er sich die dalmatinischen Städte unterworfen hatte. durch Gottes Gnaden Erzbischof unserer Stadt Spalato. unwissend.

gleich den übrigen dalmatinischen Städten auch Zara zu erobern. sospitatem atque felices successus serenitatis vestre fraterno more distinctius nunciantes leto corde suseepimus. und was den vorgeschlagenen Bund betrifft. und sie baten im Namen ihres Königs die Republik. Sie hoben hervor. mit dem sie damals im Frieden lebte. . welches allein König Sigismund treu blieb. Nos quidem offerimus lete paratos ad queque confonnia regie celsitudinia vestre. und Tvrtko bot sich darum zum Ver mittler an. dass ihr König gerne mit der Repu blik einen allgemeinen Bund schliessen möchte.*) Und Ende August kamen auch schon die bosnischen Gesandten in Venedig an. um die Republik mit dem neapolitanischen Könige Ladislaus und seiner Mutter Margaretha. .. Die Ve netianer erschraken über diese Vorschläge des bosnischen Königs und suchten sich auf alle mögliche Weise zu ent schuldigen. **) Ad aliam partem.. 282. quam conservet altissimus feliciter et Iongeve. die nur vom Handel lebt. merid. quod intentio . serenitatem regiam fore incolumem et iocundam. um ihm nur nicht helfen zu müssen. Juli in einem sehr schmeichelhaften Schreiben und meldeten ihm. wie sehnlichst der König wünscht. da dadurch ihre Republik. IV. . per quam ipse significat nobis. Que profecto nobis consolationem maximam attulerunt et gaudium. Slav. Sie sagten seinen Gesandten. — 249 — zu überfuhren.. p.**) *) „maiestatis vestre litteras . Mon. Ferner berichteten sie. dass sie mit dem Könige von Ungarn in Frieden leben und den Frieden durch Unterstützung Tvrtkos gegen Zara nicht brechen wollen. der Wittwe des unglücklichen Karls von Durazzo." Ljubic. Die Gesandten verständigten zuerst die „theuersten Freunde" des Königs von dessen neuesten Unternehmungen und Erfolgen und erklärten ihnen darauf dessen weitere Wünsche und Pläne. sie möge ihm zur Erfüllung dieses Wunsches verhelfen. August in Sebenico seine Gesandt schaft erwarten werde. zu Grunde gehen müsste. zu versöhnen. cum per ipsos etiam per latorem noverimus. so können sie denselben nicht schliessen. dass ihr Schiff am 8. so dass seine Freunde oder Feinde auch ihre Freunde oder Feinde sein sollen. Die Venetianer antworteten ihm am 8. Durch diesen Bund wollte Stephan Tvrtko die Re publik von König Sigismund abwenden.

per quam videntur innuere et requirere ligam generalem. **) Eodem anno (irrthümlich 1390 statt 1391) die 23. am 23. IV. sich und seinem Reiche Unabhängigkeit... de quo venerat novum Jadram die 19. waren darüber erfreut.. Johann von Palizna.. quod dominus rex praedictus est eontracturus parentelam cum domino duce Austrie (Alberto) . Martii.. per quam ipsi ambaxatores nobis significant.. Etwas früher. denn kurz darauf. *) Ad quartam partem.. men. IV.. Ljubic. war auch sein eifrigster Anhänger und Freund in Kroatien. Februar. p. p.. 426. Er warf sein Auge auf die Tochter des Herzogs von Oster reich Albert III. dass er et dispositio sua est velle acquirere civitatem Jadrensem sicut acquisivit alias civitates Dalmatie. 284—286. — Mem.. martii obiit rex Bosnae. cit. März 1391 starb der bos nische König. Stephan Tvrtko gehört jedenfalls unter die hervor ragendsten Herrscher des slavischen Südens." Doch aus der geplanten Heirath. Pauli de Paulo p. 285. et propterea nos rogat. quod debeamus sibi dare auxilium et favorem ad possendum implere istam suam intentionem. Selbstständigkeit und je grösseren Ruhm zu erwerben. op. Während seiner langen Regierungszeit trachtete er danach. „weil die Republik immer in besonderer Freundschaft und Liebe zu dem erhabenen Hause Osterreich und besonders zu dem jetzigen Herrn Herzog Albert stand. und auch die Venetianer. Ad ultimam uerum partem. .*) Tvrtko hoffte von dieser Heirath grossen Nutzen für seinen Staat und seine Familie. videlicet quod amici unius partis sint amici alterius et inimici inimici . wurde nichts.. — 250 — Die bosnischen Gesandten theilten bei dieser Gelegen heit den Venetianern nach etwas Interessantes mit. aus dem schon damals mächtigen Hause Habsburg. und durch die abtrünnigen Magnaten daraus vertrieben. öffentlich anerkennend. und er gedachte sich jetzt zum zweitenmale zu verheirathen. als sie durch seine Gesandten seine Wahl er fuhren. Mon. gestorben. Es war nämlich um diese Zeit Tvrtkos erste Frau Dorothea gestorben. . empfing er es wieder aus den Händen König Ludwigs I. Er erbte nach dem Tode seines Onkels das Banat Bosnien... Ljubic. am 16.**) nachdem er sein ererbtes Reich durch acht- unddreissig Jahre glücklich regiert hatte. ebenso wie aus den übrigen Plänen Stephan Tvrtkos.

eine andere als seine eigene königliche Macht. Da sich Stephan Tvrtko andererseits für den Erben und Nachfolger der Nemanjiden auf dem serbischen Throne hält. wie er sie ausdrücklich nennt. der ungarischen Krone die Königreiche Kroa tien. dass es seine Absicht war. wie sie uns nach . Er schloss sich da rum nach dem Tode König Ludwigs den Gegnern seiner Tochter und Nachfolgerin (Maria) an und unterstützte den kroatischen Aufstand. dass Tvrtko diese Länder für seinen Verbündeten und Freund Ladislaus von Neapel erobere. sein Banat zur Würde eines Königreiches erhoben hatte. dessen Oberherrlichkeit er noch unlängst anerkannt hatte. Unter dem Banner König Ladislaus' kämpften auch die kroatischen Aufständigen (besonders in Slavonien). so ist es vollkommen klar. Doch Stephan Tvrtko wusste sich bald dieser fremden Oberherr schaft zu entledigen . und nachdem er sich die serbische und bosnische Krone aufs Haupt gesetzt. noch auch verbreitete Stephan Tvrtko. Man sagte zwar. und mit dem gekrönten Sigismund begann er einen offenen Krieg (1387). als dass es sich um die Eroberung dieses Landes für Bosnien handele. indem er das Recht und die Macht seines einstigen Beschützers zu schwächen begann. unterstützt durch bosnische Scharen gegen das Heer König Sigismunds. Er ging auch noch weiter. je schwächer Ungarn ist. Dalmatien und Slavonien zu entreissen. hob er auch seine Macht und sein Ansehen und stellte seinen Staat jenem gleich. in der Absicht. wo seine siegreichen Waffen hinkamen. Die dalmatinischen Städte unterwarfen sich unmittel bar dem Scepter des bosnischen Königs und seiner gesetz lichen Nachkommen. seinen Königreichen. So setzte Stephan Tvrtko der ungarischen Politik seine eigene entgegen. der ungarischen Krone entrissenen Länder um Bosnien zu ver sammeln. Die Politik Stephan Tvrtkos. — 251 — durch dessen Gnaden Ban von Bosnien sei (1366). er bestätigte ihre Privilegien. einerseits die serbischen und andererseits die kroatischen. er er nannte seine Gouverneure und Vojvoden in diesen. indem er sich an das Prinzip hielt: Bosnien werde um so stärker sein. Doch weder in Dal matien wurde dieser Heereszug anders erklärt.

machte er sie zu treuen Dienern seines Thrones. nämlich des Bundes zwischen dem bosnischen Könige und dem serbischen Fürsten gegen einen gemeinsamen Feind und der Eintracht zwischen den Herr schern zweier südslavischen Staaten. — 252 — 1376 in den Hauptzügen erscheint. in dem slavischen Süden ein selbstständiges Reich zu begründen. und erst dann gegen die Save und die Adria zu trachtete. und indem er ihnen verschiedene Aufgaben vertraute und sie durch Würden bestach. dass der serbische Kaiser seine Waffen zuerst gegen das byzantinische Kaiser reich erhob und diesem Länder entriss. das versuchte Stephan Tvrtko für Bosnien. Nachdem Stephan Tvrtko in den ersten Jahren seines Banates den Widerstand seiner Barone gebrochen hatte. Pokret (Rad. aber des Bundes und der Eintracht auf dem — blutigen Amselfelde. verstand er später deren Ehrgeiz und Energie zu seinen politischen Zwecken zu verwenden. sondern die mächtigen muhamedanischen Chalifen vor sich hatte. serbischen und bulgarischen Staates beseelt hätte und wenn sie sich mit vereinten Kräften den asiatischen Horden bei ihrem Übergange auf die süd östliche Halbinsel Europas widersetzt hätten! Welch ganz anderes Aussehen hätte jetzt dieser herrliche Theil der alten Welt — wie ganz anders wäre jetzt die politische und culturelle Lage unseres Volkes !" *) Zu den glänzenden Erfolgen Stephan Tvrtkos trugen unzweifelhaft auch die mächtigen bosnischen Magnaten sehr vieles bei. wenn dieser Geist der Eintracht viel früher die Herrscher und Völker des bosnischen. doch mit dem Unterschiede. das westlich bis zum adriatischen Meere und nördlich bis zur Donau und Drau reichen sollte. p. *) Racki. III. Was der Kaiser Stephan Dusan rar Serbien. während der bosnische König nur auf letzterer Seite seine Macht verbreitete. 110—111). da er im Osten nicht mehr die schwachen Nachfolger Constan- tins. Der Fortschritt der Türken und deren wachsende Macht auf der Balkanhalbinsel waren Ursache einer im politischen Leben der Südslaven seltenen und einzigen Erscheinung. ging also dahin. . Welches Glück.

— 253 — Den Vojvo den Vlatko Hranic beschäftigte er in Kroatien und auf dem Amselfelde und später vertraute er ihm das feind lichen Überfällen ausgesetzte Usora an. den Vojvoden Hrvoje Vuköic. Und so er scheinen die bosnischen Magnaten unter dem mächtigen Könige Stephan Tvrtko als eine einige und glückliche Ge meinde. und alle einzelnen Mitglieder der Gemeinde handeln einig für das Wohl ihres gemeinsamen Vaterlandes. den Sohn des Vukac Hrvatinic. sandte er als Le gat in die kroatische Stadt Knin und dem Knez Paul Klesic gab er die Vojvodenwürde in Kroatien und Dalmatien. . deren würdiges Oberhaupt der König selbst ist. und das Küstengebiet zwischen der Cetina und Cattaro bewachten der Vojvode Georg Radivojevic und der Zupan Belijak Sankovic. Diese selben Magnaten kamen auch auf den königlichen Hof in Sutiska als des Königs Rathgeber in wichtigen Staatsangelegenheiten. Kleinere Aufgaben erfüllten Radin Jablanic und dessen Sohn Paul Radinovic.

verwaltet das Keich im Namen ihres unmündigen Sohnes. — Der Einfall der Türken in Bosnien (1398). die später immer mehr wirkten und so den Fall des bosnischen Reiches beschleunigten. die Wittwe Stephan Dabisas. die Kämpfe bei Dobor und Knin (1394). Die einzelnen Theile. Schon unter Stephan Dabisa. Stephan Dabisa und dessen Gemahlin Helena Gruba (1391-1398). Die erste und gewichtigste Ursache war der Umstand. die Macht der bosnischen Magnaten wächst. — Helena Gruba. der seinem Vorgänger nicht im ent ferntesten gewachsen war. IX. begann das bosnische Reich von der Höhe herabzusinken. sondern jeder einzelne verrieth seinen Ursprung und verfolgte centrifugale . hatten sich noch nicht zu einer Einheit verschmolzen. Es waren jedoch auch andere Ursachen. dass das bosnische Reich nach Tvrtko unvollendet blieb. Dabisas Tod (1395). Stephan Dabisa kann Kroatien und Dalmatien nicht halten und tritt dieselben im Juli 1393 an König Sigismund ab. — Das Verhältniss Stephan Dabisas zu Ragusa und Venedig. den er auch zu seinem Nachfolger in Bosnien ernennt. aus denen es gebildet war. auf welche dasselbe dessen erster König erhoben hatte. dem ersten Nachfolger Stephan Tvrtkos. — Stephan Dabisa wendet sich wieder von Sigismund ab. Die Haupt-Ursache dieses Verfalles war Dabisa selbst.

dass die kroatischen Unzufriedenen jederzeit Schutz und Zuflucht in Bosnien finden werden. die dadurch nur verschärft wurden. Doch noch viel verhängnissvoller war es. dass an den Südgränzen seines Reiches kein Friede herrschen könne. In Bosnien blieb auch ferner die altslavische Thronfolge nach dem Altersrechte. konnte er doch nicht einmal seinem Sohne Tvrtko Tvrtkovic den Thron sichern. einen Riegel vorzuschieben. und damit auch die unaufhörlichen Kämpfe um die Nachfolge. so lange das bosnische Reich mächtig und stark ist. das bosnische Reich zu schwächen und so den kroatischen revolutionären Bewegungen. König Sigismund war tief überzeugt. wenn es hiess. angeregt durch Rom und die ungarisch-kroatischen Herrscher. Thronpraetendenten zu stürzen oder aufzustellen. die Bosnien unaufhörlich mit einer Katastrophe bedrohten. die in einigen Gebieten des bosnischen Staates beinahe selbstständig regierten und sich in die Angelegenheiten des Gesammtstaates nur dann mischten. dass einige spätere bosnische Könige. die langsam das bosnische Reich zersetzten. durch die das Reich verfiel und das königliche Ansehen immer tiefer sank. Darum hielt er es für seine Pflicht. So wohl die ungarisch-kroatischen Herrscher im Norden. die seit 1383 unaufhörlich auftauchten. Und so glich endlich der bosnische Staat einer Adels-Republik. besonders einzelner Familien. in der der König nur wenig galt. Zu all diesen Übeln kamen auch noch die Religionswirren. die dann in ihrer Noth bei den Feinden des bosnischen Staates Schutz gegen ihre eigenen Könige suchten. Er dachte dadurch auch eine Pflicht gegen sich selbst zu . Auch wusste er. Der zweite Umstand war der. Zu diesen inneren Übeln. da er nur ein Spielzeug in den Händen der Magnaten war. dass infolge der Erbfolgekriege die Macht der bosnischen Magnaten ungewöhnlich wuchs. bestehend aus Vojvoden und Knezen. — 255 — Bestrebungen. als auch die Türken im Osten drohten dem Reiche mit Ver nichtung. dass es Stephan Tvrtko während seines Lebens nicht gelungen war die Thronfolge zu ordnen. die Patarenen verfolgten. kamen auch auswärtige Gefahren.

gegen ihren Herrscher und gegen den ungarisch-kroatischen König. beeilte sie sich am 1. 81. Nur durch Vereinigung aller seiner Kräfte und unterstützt durch das westliche Europa hätte Bosnien den Türken widerstehen können. und bald darauf auch Bosnien seiner Herrschaft unterwarf. Juni 1391 den neuen König zu ihrem Bürger zu ernennen. wie die serbischen Despoten. 201. Dadurch schmachtete Bosnien auch schon lange vor der traurigen Katastrophe des Jahres 1463 in den Fesseln der osmanischen Sultane. mensis iunii die primo simile Privilegium factum fuit domino Stephano de Bissa (Dabissa) dei gratia regi Rassie. Bossine maritimecrae . zu erheben.. *) Auch die Ragusaner sandten ihre Legaten Stephan Lukarevic und Raphael Gucetic „mit anständigen und werthvollen Geschenken und Ehren" auf den Hof nach Trstivnica. die Türken nach Bosnien und öffneten ihnen dadurch den Weg zur Unterjochung dieses Landes. denn die kroatischen Aufständigen beabsichtigten ihm die Krone Ungarns zu entreissen und auf den unga rischen Thron den jungen Ladislaus. Die bosnischen Könige standen sogar später in demselben Abhängigkeitsverhältnisse zu den türkischen Sultanen. . Sohn des unglücklichen Karl von Durazzo. Doch eine weit grössere Gefahr drohte dem bosnischen Reiche von Seite der Türken. * * * Der neue bosnische König Stephan Dabisa war der jüngere Bruder König Tvrtkos. Am 17. der damals „auf einem ehrlichen Kriegszug des Königreiches in Dolnji kraji in Lusci" *) Millesimo trecentesimo nonagesimo primo. doch die bosnischen Mag naten riefen selbst in ihren Kriegen untereinander. — 256 — erfüllen. Die türkische Macht schwebte seit der Schlacht am Amselfelde wie ein Damoklesschwert über Bosnien. Serbien (1459) endgiltig unterjochte. IV. Ljubic.. merid. wo damals der König Stephan Dabisa mit seiner Gemahlin Helena und den Baronen seines Reiches weilte.. bis endlich Kaiser Muhamed U. Juni 1392 ertheilte der König Stephan Dabiäa. Mon. Als die Republik Venedig von dem auf dem bosnischen Throne eingetretenen Wechsel erfuhr.

der „Ban der Königreiche Dalmatien und Kroatien" Vuk Vuköic. die auch von König Tvrtko anerkannt wurden. Knez Vojsav Vojevodic und Andere. der Vojvode von Usora Vlatko Hrani6. dass der König Stephan Dabisa und dessen Stellvertreter in Dal matien und Kroatien anerkannt wurden. p. op. ***) Lucius. Ja ihm gelang sogar beinahe. 335. Die Spalatiner schrieben in ihren öffentlichen Urkunden : „während der Regierung des gnädigsten Herrschers und Herrn Stephan Dabisa. Die Stadt Zara *) Miklosic. Knez Dobrosav Divoäevic.Dabiscia dei gratia Rasciae. Knez Radoslav Pribinic. und dass man ihnen gehorchte. cit. w. — 257 — war. 335—336. de regno Dalm. t) Farlati. Mon. s. Illyr. **) In einer spalatiner Urkunde vom 27. die ihnen von seinen Ahnen und Vorfahren und insbesondere „von seinem Bruder. in der er ihnen alle Privilegien und Freiheiten. sondern auch die anwesenden Magnaten: der Vojvode Hrvoje Vuköic. III. Geschichte Bosniens. und den Hofleuten in Clissa. erlaubte dem spalatiner Erzbischof Andreas. dem seeligruhenden Herrn König Stephan Tvrtko. serb. rege inelyto." Farlati. auf dem am Meere in Lukac liegenden Lande der Kirche ein Schloss und eine Feste zu bauen. 220—222. Bosnien und Dalmatien" u..-j-) Diese einzelnen Daten beweisen zur Genüge.. den Ragusanern eine Urkunde. April 1392 der Stadt Trau ihre uralten Rechte und Privilegien. Bosnae. bestätigt. Knez Vuöihna Vlatkovic. Dalmatiae . Knez Stipoje Hrvatinic. p. sacr." 17 .*) Auch in Kroatien und Dalmatien wurde Stephan Dabisa als König anerkannt. Oprak und Almissa. und er meldet dies gleichzeitig den Municipien Spalato und Trau. p. durch Gottes Gnaden glorreichen Königs von Ser bien. Das ganze Jahr 1392 hindurch übte er in diesen Königreichen durch seinen Ban Vuk Vuköic seine königliche Macht aus.. wonach sein Vorgänger umsonst getrachtet hatte.**) In Erfüllung seiner Herrscherrechte bestätigte Stephan Dabisa am 25. 258. Zupan Tvrdoslav Tuica. Januar 1392: regnante serenissimo principe ac domino Stephane. Diese Urkunde bestätigte nicht nur seine Frau Helena.***) Sein Stellvertreter. Knez Gojak Dragosali6." ertheilt wurden.

Am 13. p. Jadrae magnif. dass am 8. die sie uns immer leisteten. September 1392 der Ban Vuk Vuköic und dessen Viceban Knez Ivan Misljenovic zu Bürgern Zaras ernannt wurden.. 426. Februar 1392 kam nach Zara der Knez Dragisa. dass es schien. Mon. als sie ihre Köpfe für uns nicht schonten. um hier die Reliquien des h. Memor. **) Mem. d. Simeonis c. -j-) Nach einer nicht ganz unverdächtigen Nachricht drang das türkische Heer in das südöstliche Bosnien ein. . wenn ihn nicht bald darauf andere Sorgen beschäftigt hätten. der hier ein Heer sammelte. 426. Sept. der nach der Schlacht .. f) Am 17.*) Einige Monate später zog der Zaratiner Paulus de Paulo als Gesandter seiner Vaterstadt nach Clissa zu Vuk Vuköic. und besonders in den türki schen Kriegen. ***) Die 8. ac comes Joannes Mislenovich v. recepti fuerunt in cives et consiliarios civ. Pauli de Paulo p. v. mit seiner Frau und Gefolge. als wollte sich auch Zara gleich den übrigen dalmatinischen Städten dem bosnischen Könige anschliessen. Pauli p." In *) Eodem die venit Jadram causa visitandi corpus B. Mai 1395 schenkte Dabisa dem Zupan Vulimir und dessen Brüdern das Dorf Kolo. b. q.. 426.. der Bruder des Bans Vuk Vuköic. fiel ein Theil des türkischen Heeres auch in Bosnien ein. serb. 226.Bosnien derart. wo es „das ganze Land verwüstete und bei Glasinci stehen blieb. Als im Jahre 1392 der tür kische Kaiser Bajazit mit König Sigismund kämpfte. **) Infolge dieser Gesandtschaft veränderte sich das Verhältniss Zaras zu . Vor allem drohte ihm die türkische Macht. men. Simeon zu verehren. d. wo er in seinem und seines Chefs Namen in Gegenwart zweier Kneze Nelipic den Bürgereid ablegte. ***) Stephan Dabisa hätte vielleicht auch endgiltig Zara er worben und so die bosnische Herrschaft in Kroatien und Dalmatien dauernd befestigt. Draghissa frater praedicti domini bani cum uxore sua et quibusdam aliis. Idem p. am Amselfelde der Weg in die nördlichen und westlichen Theile der Balkanhalbinsel offen stand." Mikl. eius . Vulchi veniente de Bosna. und letzterer kam darauf nach Zara. und be freundete sich mit Vuk Vuköic und dessen Brüdern derart. — 258 — verzankte sich nämlich mit dem Bane Sigismunds. Vulch b.. „in Erinnerung der treuen und herzlichen Dienste.

et tunc venit Goiko Marnavitius. Attendentes merita sincere et 17* ." und ordnete zugleich an. den Gebrüdern Paul und Johann von Säros Güter in den Zupanien Vukovo und Pozega schenkte. jugosl. die bisher die kroa tischen Bane genossen haben.. den die kroatischen Unzufriedenen schon im Jahre 1387 zum Könige von Kroatien und Dalmatien ausgerufen hatten. — 259 — der hier entstandenen Schlacht soll sich besonders der Knez Gojko Mrnjavic ausgezeichnet haben.**) Kurz darauf. Schon am 15. VII. magnificis viris Hervoye vayuade Boznensi et Vulco bano fratribus. nostrisque consiliariis et fidelibus dilectis gratiam et bonam voluntatem. " **) Arkiv za poviest. am 17. mischte sich König Ladislaus nicht in die kroatischen Angelegen heiten. *) Ausser den Türken beunruhigte Dabisa auch der neapolitanische König Ladislaus. 127—128). Dalmatien und Slavonien aus. April 1394 dem Gojko Mrnjavic ertheilte. In der Urkunde. p. 28— 30. beschloss er gleich nach dessen Tode sein Recht auf diese Königreiche gegen über Tvrtkos Nachfolger Dabisa zu wahren. p. ***) Ladislaus dei gratia rex .. denen die bosnische Regierung nicht gefiel. der sein Schwert den Königen von Bosnien und Ungarn gewidmet hatte. weil er damals zu jung war und ihm das neapolita nische Königreich noch nicht gesichert war. liest man: „et tnnc nobis (Gojko) inservivit. Pokret (Rad. Juli 1391 bestätigte er von Gaeta aus „mit Einwilligung und im Namen seiner Mutter und Vormünderin Margaretha" dem bosnischen Vojvoden Hrvoje Vuköic und dessen Bruder Vuk Vuköic „das Banat der Königreiche Dalmatien und Kroatien. Juni 1391 übte Ladislaus Königsrechte in Kroatien. indem er seinen Getreuen. die Stephan Dabisa angeblich nach der Schlacht am 2. III. dass Stephan Tvrtko. Vielleicht be wogen ihn dazu auch einzelne kroatische Herrn. quando venit Paiazit cum Turcis et depopulatus est Bosnam valde et stetit in Naglasincis (nach Raäki „na glasinbcehb") et destruxit Bosnam.. Doch als er einsah. So lange Stephan Tvrtko lebte. Ehren und Gnaden geniessen sollen. dass diese Brüder als Bane der erwähnten Königreiche alle Rechte und Freiheiten. unter dem Vorwande für ihn (Ladislaus) zu wirken.***) Denselben Tag zeichnete *) Racki. Dalmatien und Kroatien eigentlich seiner eigenen Herrschaft unterwarf.

Martin in der Zupa Vrbas. Arkiv. 37—39. Dionisius. die ihm bei Erwerbung Kroatiens vieles helfen konnten. quibus alii bani dictorum regnorum . 34. concedi- mus et donamus. in der damals kroatischen Zupa Sana liegende Stadt Srida und das zu Kljuc gehörige Dorf Zabic schenkte. **) „Johanni bano Machoviensi in regnis predictis (Ungarie et aliorum regnorum annexorum) nostro vicario generali" in einem Schreiben vom 8. um sich so eine Partei so wohl gegen Stephan Dabiäa. seiner Würde und seines Namens" betrachtete... indem er ihm die. Milos.. gavisi hactenus extiterunt. illis honoribus . VII. — 260 — König Ladislaus auch den dritten Bruder des Vojvoden Hrvoje. dum vixit. ***) Op. Stephan und Blasius. filii quondam magnifici Vulkach vayvode eidem Dragisse . quod nos taraquam bani regnorum praedictorum . infrascriptas villas .. Oktober 1392 dem Edelmanne Herko Matijevic und dessen Brüdern. den Söhnen des bosnischen Vojvoden Paul.. — Arkiv zapov. weil er dieselbe „als die Schützerin seiner Ehre. videlicet villam Srida in provincia Sane et villam Zabich in pertinentiis castri Kluz positas . et nos laudabiliter claruistis . . ferner dem Ladislaus und Ostoja Miksic die Dörfer Lipovac und St. favoribus .. *) Sane attendentes merita sincere devotionis et fidei viri nobilis Dragisse militis .. cit. . VII. mehrere Dörfer (Vojskovo) in der Zupa Vrbas und die constantis vestre devotionis et fidei. und weil er Hrvoje und dessen Brüder für erfahrene und angesehene Männer hielt. p..*) Die Familie Vukdic überschüttete Ladislaus darum mit so vielen Gnaden. confirmamus pro honore. jugosl. So schenkte er am 19. 32—34.. gaudeatis . p. . und ausserdem machte er noch viele Schenkungen an kroa tische und bosnische Magnaten... qua erga clarae memoriae dominum regem Karolum. reverendum dominum genitorem nostrum. p. libertatibus . per nos quidem ordinati. VII. aus. vobis banatum regnorum Dalmatie et Croatie . Arkiv za pov..***) den selben Tag schenkte er den Brüdern Peter. p. Zum obersten Gouverneur aller seiner Länder und Königreiche ernannte er den gewesenen Ban von Maöva Ivan Horvat. als auch gegen König Sigis- mund zu schaffen. October 1392.. 36.. der dieselbe Würde schon unter StephanTvrtko bekleidete**) . volentes et intendentes expresse.. jugösl.. Ladislaus ging auch noch weiter. Knez Dragisa Vuköic. Johann.

wollten nicht mehr seine Oberherrlichkeit anerkennen. 426). *) In einer tragurischen Urkunde vom 16. April 1393 liest man: . 39—41. (1392) banus Vasich (Vulch) cum exercitu suo appli- cuit personaliter in Carimim die Mercurii 12. quod banus praedictus captivarerit pri- orem Auranae.^) *) Op. Februar 1392 mit einem Heere in Karin. cit. die damals die Erben Johanns von Palizna besassen. ***) Auf diese Weise verstand es Stephan Dabisa seine Herrschschaft in Kroatien und Dalmatien bis zum Jahre 1393 zu erhalten. ***) die 7. (13. Diese waren wahrscheinlich von Dabisa abgefallen und hatten sich Ladislaus angeschlossen. Ban Vuk Vuköic weilte schon am 7. Knez Vuk Vuköic. et c. und eroberte wahrscheinlich auch ihre Festen. da sie sich wahrscheinlich dem neapolitanischen Könige zuneigten. vor Allen Trau. cit p. die er als Erbe seines Vaters in diesen Königreichen den bosnischen und kroatischen Herrn machte. — 261 — Burg Starigrad im Comitate Pozega. um für seinen Herrn die Burgen Vrana und Ostrovica zu erobern. doch durch diese Schenkungen. trachtete er sich hier Anhänger zu verschaffen und sein Erbfolgerecht dem bosnischen Könige gegenüber zu wahren. und zog von hier.) praedicti mensia huius- modi novum venit Jadram. vid. darum nahm sie kurz darauf Ban Vuk Vuköic gefangen. de Palisna fratrem eius comitem Ostrovize et voluit habere castra Vranae et Ostrovize. **) Op. Er be fahl darum dem neuen kroatisch-dalmatinischen Ban. Einige dalmatinische Gemeinden. febr. Doch in der ersten Hälfte dieses Jahres geschah in den genannten Königreichen eine bedeutende Veränderung zum Schaden des bosnischen Königs. Stephan Dabisa konnte leicht die Absichten des neapolitanischen Hofes durchschauen.*) Endlich am 28. Memoriale PauU (p. und er trachtete nach Möglichkeit seine Macht und sein Ansehen in Kroatien und Dalmatien zu befestigen.**) In Wahrheit hatte König Ladislaus während der ersten Regierungsjahre Dabisas gar keine Macht in Kroatien und Dalmatien. Michloss. für ihn alle wichtigeren Festen in Kroatien einzunehmen. 41—42. Ok tober 1392 schenkte er dem Johannes Chrysogono aus Zara die Burg Obrovac in Kroatien. p.

Dass übrigens Stephan Dabisa eine gewisse Macht in Kroatien und Dalmatien hatte. in Trau ertheilte: „ceterum procurare debet idem noster capitaneus cum prefatis de Tragurio cum Ulis verbis comodis et utilibus. die der Rath von Venedig denselben Tag desselben Jahres ihrem Hauptmanne. Mem. von Bosnien anerkenne.. Er beschloss auf Kroatien und Dalmatien zu verzichten und es König Sigismund ab zutreten. . an König Sigismund ab trat. Um die Mitte Juli 1393 traf Stephan DabiSa mit Sigis mund in Djakovo zusammen. iacturae et dapna. . . beweist die Instruction. Ausserdem erkannte Sigismund den Stephan Dabisa als rechtmässigen König von Bosnien an und schloss mit ihm einen ewigen Frieden." Lucio. — 262 — Ah Stephan Dabisa sah. unter der Bedingung. Zu dieser Begegnung sandte auch die Stadt Zara ihre Vertreter. IV. dass ihn Sigismund als König. mens. maii. v. nachdem es drei Jahre mit dem bosnischen Reiche vereinigt war. . und er gezwungen sein wird dasselbe entweder Ladislaus oder Sigismund zu über lassen. während andererseits Stephan Dabisa einwilligte. seeundo narrabunt sacrae regiae maestati. quae et quas passi sumus. item si pax non erit inter serenissimum dominum . doch so viel ist gewiss. denen sie eine aus führliche Instruction mitgab. vacante regni dominio r egali . dass Stephan Dabiäa Kroatien und Dalmatien. Mon. entschloss er sich schnell zu einem entscheidenden Schritte. p. und da er andererseits die Macht der Türken und auch Sigismunds fürchtete . d.. mer.. quod alique bale pannorum Salvi Johanis de Florentia intromisse per illos de Dalmissa et per dictum Volchum banum.. *) „1393 ind. et exinde in Tra gurio arestate de mandato serenissimi domini regis Bosine. prima die 20. dando predicto nostro capitaneo informa- tionem necessariam super facto predicto . et in dies patimur ob fidem regium ab emulis regiis .*) Nähere Nachrichten über die Besprechungen zwischen den beiden Königen haben wir nicht. eidem Salvi vel eius nuntio restituantur . 355. que sibi vide- buntur. p..." Ljubic. dass nach seinem Tode die bosnische „Anno nativitatis eiusdem 1393 . Slav. . ubi futurus est serenissimus dominus noster rex Hungariae et dominus rex Boemiae (falsch statt Bosniae) . Comissio data nobilibus et sapp- v. . 304. dass sich ihm Dalmatien und Kroatien aus den Händen entzieht. qualiter omnibus notae sunt depopulationes . Theobaldo de Nassis legum doctore et ser Mazolo de Fanfogna ambaxiatoribus communitatis Jadrae ituris ad locum Diaco.

Königs von Bosnien. quod manuteneamus castrum nostrum Semehnici (Zemunik) .. in diesem Falle sind wir verpflichtet den Dienst des Herrn Königs (von Bosnien) zu verlassen. Und nach dem Tode desselben bosnischen Königs nostrum regem et regem Bosnensem. und auf keinerlei Weise unsere Kräfte gegen den König und die Königin von Ungarn zu benützen. Vojvode der unteren Gegenden Bosniens. 2 p. August 1393 in Lucani bei Sinj ein Schreiben folgenden Inhaltes erliess: „Wir Hrvoje. Würde oder Condition. was Gott verhüte. mit eigenem Willen und Wissen ihnen von nun an und für immer versprechen jede Treue. dipl. Unter andern bestätigte den Vertrag von Djakovo auch der Vojvode Hrvoje Vuköic. (Kad III. dem wir treue dienen wollen so lange wir leben.. Herrn Sigismund von Gottes Gnaden König. thun durch dieses Schreiben zu wissen jedermann. 39—42. welch immer Standes. gegen jeden Fürsten. betrachtete er den Frieden von Djakovo so lange nicht völlig gesichert. 136—137. ausser wenn derselbe Herr König von Bosnien gegen die erwähnten Herrn König und Frau Königin von Ungarn aufstehen sollte. X. Berufes. An sehens..**) Doch da er wusste. — 263 — Krone auf Sigismund als den wahren und rechtmässigen Herrscher Bosniens übergehe. der am 23. bis ihn nicht die bosnischen Barone bestätigten. . Pokret. den es angeht. Dalmatien und Kroatien . aut quod guerra sequeretur. mit Ausnahme des einzigen glorreichen Herrschers Herrn Stephan Dabisa. dass wir im Vertrauen der auf richtigen Anhänglichkeit und Treue zu den durchlauchtigsten Herrschern und Herrn. Magnaten und andere Leute. und er ertheilte jetzt als Zeichen seiner Freundschaft dem bosnischen Könige die Würde eines Obergespans des ungarischen Comitates Sü- megh. einen so günstigen Frieden geschlossen zu haben. p. pflicht schuldige Achtung und Gehorsam. prout fuit hactenus. Lucii Inscriptiones Dalmaticae(et notae ad Memoriale Pauli de Paulo) p.*) Sigismund war natürlich sehr erfreut. Cod. sed solum treuga. quod absit." J. wie mächtig und einflussreich die bosnischen Magnaten sind. 276.. *) Kaöki.) **) Fejer. oportebit necessario. und Frau Maria Königin von Ungarn..

und wir und unsere Nachkommen und Erben werden uns von nun an und in Zukunft ihren Wünschen und Befehlen widmen. Pokret (Rad III. und euch durch euer Schreiben verpflichtet habt: nach dem Tode des genannten Herrn Königs Stephan Dabisa. Cod. und da kurz darauf Dalmatien und Kroatien unter Sigis- munds Herrschaft kam. mit dem neapolitanischen Könige Ladislaus einen Bund gegen König Sigismund zu schliessen. IV. Königs von Bosnien. 2 p. p. p. 307 und 308—309. **) Lucius. und auch einige Führer der kroatischen Bewegung. de regno Dalmatiae. Von letzteren besonders Johann Horvat. 258. mer. ihre Befehle werden wir jederzeit freiwillig und unermüdlich erfullen. 137). Trotzdem erhob sich gegen den Vertrag von Djakovo ein grosser Theil der bos nischen Magnaten. und der Frau Helena. ***) Ljubic."*) Ausser Hrvoje traten dem Vertrage von Djakovo auch der Zupan Vukmir Sem- kovic und dessen Brüder Tvrtko und Stephan bei. als dem erwähnten Könige und der Königin von Ungarn dienen. der einstige Gouverneur Tvrtkos in Kroatien und Dalmatien und spätere General-Vicar König Ladislaus' in allen Ländern der ungarischen Krone. so lange wir leben. seiner Gemahlin. Mon. aufrichtig ewige Treue geschworen habt unserer Maiestät. p. X. musste Johann Horvat zum zweiten *) Fejer. Niemandem anderen. des jetzigen Königs von Bosnien. dipl. und Sigismund gab ihnen darauf eine Urkunde. ja sogar ihm die Erbfolge auf dem bosnischen Throne versprochen. 158—159. Slav. „weil ihr mit Ein willigung und mit Willen des glorreichen Herrschers Herrn Stephan Dabisa. . jRacki. Schon vor der Juli-Begegnung in Djakovo schlug Johann Horvat im Juni 1393 der Republik Venedig vor. unsere Majestät als euern natürlichen Herrn anzunehmen und zu betrachten. — 264 — Stephan Dabisa wollen wir. unseres theuersten Freundes."**) Stephan Dabisa und mit ihm einige hervorragendere bosnische Magnaten.***) Doch die Venetianer wollten diesen Vorschlag nicht annehmen. mit der er alle ihre Privilegien und Rechte bestätigt. hatten an König Sigismund Dalmatien und Kroatien abgetreten.

was er dort versprochen hatte. und befahl dem Bane Vuk Vuköic. p. Zu gleicher Zeit erlaubte er auch den Brüdern Johann und Paul Horvat. — 265 — male sein Vaterland verlassen und nach Bosnien fliehen.**) doch bald darauf begann Kroatien und Dalmatien in seiner Treue gegen diesen König zu wanken. p. Januar 1394 mit Knez Vuk Vuk6ic. wurde er sehr besorgt.*) und mit ihm war auf dem bosnischen Hofe auch sein Bruder Paul Horvat. II. das Banner Bosniens in Dalmatien und Kroatien neuerdings zu entfalten." Lucius. Die Zaratiner schlossen zwar noch am 27. Einzelne Gemeinden wollten jetzt niemanden mehr als König an erkennen. der noch immer Ban von Kroatien und Dalmatien genannt wird. f) Die Insel Lesina erkannte im März 1394 die Oberherrschaft König Stephan Dabisas an. **) Racki. sporn. August 1394 beschloss der Rath von Spalato. p. den Vertrag von Djakovo zu brechen. . Srp. Hier trachteten sie mit allen Kräften.***) andere wieder schlossen sich Stephan Dabisa und dem bosnischen Reiche an. Pokret (Rad III. ***) Am 14. den Vertrag von Djakovo umzustossen und Bosnien wieder gegen König Sigismund zu erheben. Er widerrief alles. Juli forderte er von Leipzig aus die Stadt Kremnitz auf. de regno Dalm. 40. 148). Als König Sigismund von den neuen Wirren an der Südgrenze seines Reiches erfuhr.Save in Slavonien einzufallen und die kroatische Bewegung wieder zu erneuern. ihm 1000 Dukaten zu leihen und dieselben *) Pucic. 258. um mit demselben über die . in der festen Burg Dobor in Usora ein Heer zu sammeln. dass in den Schriften und Urkunden der Gemeinde „a morte Tuertichi regia citra non fiat mentio de aliquo rege nee de aliquo alio nisi solummodo de rectoribus et iudieibus. Schon am 5.-j-) Unter solchen Verhält nissen beschloss auch Stephan Dabisa selbst. Den Gebrüdern Horvat gelang auch wirklich ihre Ab sicht. und mit Knez Karl von Corbavia einen Bund gegen alle Feinde König Sigis- munds. Im September desselben Jahres 1393 weilte schon „Ban Ivanis" an der Seite König Dabisas.

wo sich die Brüder Horvat in der festen Burg Dobor eingeschlossen hatten. der Oberst- Schatzmeister Nicolaus und der Magister Agazonum Stephan von Kanizsa. p. eroberte sie und liess sie nieder brennen. suos quod tutabatur infideles. Ubi praesu- lem Zagrabiensem Paulura pluresque sui facinoris complices invenit. Als sich das königliche Heer der Feste Dobor näherte. regalis expeditionis territus magnitudine. defecerant. Der durch so viel Unglück er schreckte König Stephan Dabisa eilte Sigismund entgegen und erneuerte den Vertrag von Djakovo. invasit. illud quoque castrum. quae sibi prius arriserat fuga. Sed haec fuga praefuit ei minime: nam .*) In der ersten Hälfte des Monats August zog schon das ungarische Herr südwärts. um über die Save in Bos nien. „indem er und seine Unterthanen zum Gehorsam und Unterthanenpflicht gegen den König und die Krone von Ungarn zurück kehrten.**) Gleich nach dem Siege bei Dobor sandte der *) Racki. da er nach diesem Termine einen Krieg gegen den Ban von Bosnien und an dere Feinde und Treulose seines Königreiches unternehmen will. damit sie nicht mehr den kroatischen Aufständigen als Zuflucht diene. a fidelitate. — 266 — bis zum Tage des heil. Joannes vero banus. in der Furcht. ut ipsa regna suo flecteret principatui. verliess Ivan Horvat dieselbe. An der Spitze des Heeres stand Sigismund selbst. quam sceptro debebant hungarico. und ihn begleiteten unter Anderen der kroatische Ban Nicolaus von Gara und dessen Bruder Johann. suasione vitiati. copias regni cumulando. non parvas in igne et ferro vastitates edebant. situatum. antequam obsidione clauderetur. Sigismund umzüngelte hierauf die Stadt Dobor. **) (Johannes Horwathii banus) in castrum Dobor denominatum. Quare rex Sigismundus. Dalmatini. 150). et suae cohortis magnatum. sich hier nicht halten zu können. simul et Croaci. expugnaret: magna vi armorum undique cinctus. in illa. beziehungsweise in Usora einzufallen. Pokret (Rad III. de ipso castro cum plu- ribus eadem peste infectis suis complicibus exivit et fugitivus per colles et montium abrupta ferebatur. Darauf verfolgte er die flüchtigen Auf ständigen und nahm die Brüder Horvat und mehrere andere Rädelsführer gefangen. eiusdem Jo- annis bani. regnique in oras. in Bosnae partibus. quae Uzora vocitantur. praetactum flumen Zawe transivit et Bosnense regnum potenter intravit. magis quam in dicti castri con- fisus munitione. Eisdem temporibus Bosneuses. Jakob zu senden.

ipsos Nicolaum et Johan- nem fratrem suum destinassemus . .. se et suos Boznenses nostris dominio et dicioni subiugavit . X. Über seine Regierung im Jahre 1395 haben wir nur sehr wenige Nachrichten. *) Die Niederlagen bei Dobor und Knin waren ein schwerer Schlag für das bosnische Reich. eadem regna nostra Dalmacie et Cro- acie a manibus et potestate predictorum infidelium nostrorum realiter recuperantes nostro applicarunt pristino dominio.." *) tempore namque labente cum pretextu recuperacionis et reinte- gracionis Dalmacie et Croatie regnorum nostrorum predictorum et ca- strorum in eisdem existentium que violenta manu Wlk bani dictorumque vtrorum Johannis bani scilicet prioris. re- patriavit . ymmo ut verius dicatur. 660— 678). Eex autera Sigismundus. 2 p. 4 p. ad quem eciam locum Dabyssa rex Bozne. Chronica Hungarorum. Bei der festen Stadt Knin kam es zur Schlacht zwischen dem ungarischen und bosnischen Heere.) . Stephan Dabisa brach jetzt jede Verbindung mit den kroatischen Aufständigen ab und trachtete in seinem letzten Lebens. Es waren hier aus Bosnien Knez Mirko per regem ipsi ordinatas incidit in insidias captusque est. Vuk Vuköic wurde geschlagen und dadurch verlor Stephan Dabisa endgiltig Kroatien und Dalmatien. — Vergl. eorundem quoque sequacium nee non Boznensium nostrorum infidelium detinebat. X. 660—678. um hier den Ban Vuk Vuköic anzugreifen und diese Länder seiner Herrschaft zurückzuerwerben. C. D. Thwroczy.und Regierungsjahre nur danach. Ende April d. 4 p. ipsi Nicolaus -et Johannes frater suus pro nostri regni regiminis incremento non verentes mortis periculum eis imminere. Codex dipl. das bosnische Reich zusammenzuhalten. 442—443 und X. Aus der Urkunde für die Garas von 1408. umgeben von zahlreichen Magnaten des bos nischen Reiches. . ubi ipsis infidelibus deuictis quam ipsum castrum Telen tarn eciam alia castra et fortalicia ac ciuitates regnorum pre dictorum. Juli 1408 (Fejer. praefato castro Dobor expugnato: regeque Boznensi simul et regnis Dalmatiae et Croatiae jugo fidelitatis adnexis. (Fejer. weilte er in seiner Residenz stadt Sutiska. In letzterer liest man: „ipsum castrum (Dobor in districtu de \Tzura) concremari et tandem in cinerem redigi fecimus et favillam. Dezember 1397 und für die Familie Gara vom 12. auch die Urkunden Sigismunds für die Familie Kanizsa vom 8. cum gente ipsius Wlk bani prope castrum Telen bellum com- mittere non formidarunt. ex pretitulati Nicolai (de Gara) militaris hominis induccione in nostre maiestatis conspectum veniens. J. — 267 — Sieger Sigismund den Ban Nicolaus von Gara nach Kroatien und Dalmatien. p 272—273.

September desselben Jahres 1395 starb er in Sutiska***) und hinterliess einen unmündigen Sohn. April seiner Tochter Stana das herrschaftliche Dorf Velijake im Lande Hum. Knez Priboje Mastnovic. serb. und dessen Geschlechte zufalle. Vojvode Sandalj Hranic. 33—36. Anmerk. aus Dolnji-kraji Vojvode Hrvoje VukCic und Knez Mladen Stancic. Februar 1393 schrieb der *) Miklosic. Sporn. — 268 — Radojevic. cit. Mai. septembris 1395 rex Dabissa decessit in Sutesca. **) Idem. so zahlten die Ragusaner regelmässig am Tage des heil. am 17. II. op.*) Hieraus liesse sich schliessen. die er am 7. bestätigte. p. dessen Vormünderin seine Mutter Helena sein sollte. Demetrius den Tribut für Serbien von 2000 Perpers.f) Und am 18. dass Stephan Dabisa ein Ver wandter der Kneze Radivojevic im Lande Hum war. bestätigte Stephan Dabisa dem Zupan Vukmir Semkovic und dessen Brüdern Tvrtko und Stephan den Besitz des Dorfes Kolo auf dem Felde von Duvno (Delminium). Sporn. Im Einverständ nisse mit diesen Magnaten und seiner Gemahlin Helena schenkte der König am 26. Während seiner kurzen. und der König war darum nicht nur der ganzen Republik. Dies be weisen unter Anderem die Schreiben. Pucic. dass dasselbe nach deren Tode dem Kneze von Hum. ***) die 7. aus Usora Vojvode Vu- Cihna Vlatkovic und Knez Stephan Ostojic. Kurz darauf. doch bewegten Regierung stand Stephan Dabisa immer in gutem Einvernehmen mit den Republiken Venedig und Ragusa. Blasius den Tribut für Stagno von 500 Perpers. 224—225. März 1392 an den Ragusaner Dragoj Guöotic richtete. p. Mon. 226—227. mit der Be dingung. die sie von seinem älteren Bruder Tvrtko bekommen hatten. . Georg Radivojevic. Da er den Ragusanern alle Privilegien und Freiheiten. t) Idem. Knez Paul Radinovic. sondern auch einzelnen Ragusaner Patriziern wohlgesinnt. 1. und am Tage des heil. der schon von König Tvrtko den Zoll von Srebrenik und Ponor auf zwei Jahre und den Zoll von Kamenica auf acht Jahre ge pachtet hatte. denn schon am 7.**) Es ist dies seine letzte bekannte Regierungs- that.

39—40. p. Die Königin Helena. Sie mengte sich nicht in die Verhältnisse der Nachbarländer. die ihn zu ihrem Bürger er nannte. Von den bosnischen Magnaten unterstützte sie besonders der Knez Georg Ra- divojevi6. Mon. 98. cit. mer. Februar 1394 zu ersehen ist. Slav. die auch den nationalen Namen Gruba führte. Slav. mer. II. p. Mon. ff) „Georgio (Radivojevic) militante in servitiis dominae Elenae re- ginae Bosnae. ***) Ljubic. **) Idem. V. dass meine königliche Maestät gesund und vergnügt ist und ich werde dies sehr gerne auch von Euch erfahren. der ihr wahrscheinlich durch ihre Tochter Stana verwandt war. -J"j-) Die Königin Helena Gruba regierte sehr bescheiden. p. — 269 — König den Ragusanern: „ich thue Euch zu wissen. druStva III. 37. II. Am 22. sondern beschäftigte sich nur mit den inneren Angelegen heiten Bosniens und der Erziehung ihres Sohnes. Amen. In Venedig standen sogar seine Schiffe. September 1393 ein lobendes Zeugniss über seine treuen Dienste in Beaufsichtigung der königlichen Kammern und Zölle ausstellte. cit. 353. Er diente dem Bane Stephan und dem Kö nige Tvrtko und dem Könige Dabisa und der Königin Gruba und dem Könige Ostoja. p.- Hier liegt Vign' Milosevic. des Vaters und des Sohnes und des h. Die mächtigen bosnischen Magnaten wollten jetzt jedoch nichts davon wissen und sie erwählten die Königin- Wittwe Helena zur Verwalterin des Reiches im Namen ihres minderjährigen Sohnes. stand Stephan Dabisa auf freundschaftlichem Fusse. 323—324.**) Auch mit der venetianischen Republik. dem Stephan Dabisa am 29. wie dies aus seinem Schreiben vom 2.***) Nach dem Vertrage von Djakovo hätte nach dem Tode Dabisas die bosnische Krone dem Könige Sigismund zufallen sollen. -j-) verwaltete das bosnische Reich beinahe drei Jahre." Ljubic. De zember 1395 beschloss der Rath von Ragusa Gesandte zu ihr zu senden. um von ihr die Bestätigung der alten Ver *) Idem. . f) Die (altslavische) Inschrift eines Grabsteines von 1404: „Im Namen Gottes. p." Viestnik hrv. Geistes."*) Am Hofe König Dabisas bekleidete den wichtigen Dienst des Oberst-Kämmerers oder Protovestiarius der Ragusaner Zore (Georg). op. op. IV. ark.

damit uns deine Maestät bestätige und bekräftige die Schriften und die Verträge. den Schöpfer des Alles. November schreibt sie ihnen aus Moiscre. .*) Ein Jahr darauf." folgendes: „Und jetzt sei der Herr Gott unser Zeuge. II. p . die wir mit den ersten Herren von Serbien und mit dem seelig ruhenden König Tvrtko und danach mit dem allerhöchsten Herrn König Stephan Dabisa hatten.***) Über die fernere Regierung der Königin Gruba haben wir nur wenige Nach richten. cit. 1. wo damals die Königin Helena Gruba weilte. umgeben von den Magnaten ihres Reiches. I. 40—41 und 42. Bosnien u. Nachdem nämlich der türkische Kaiser *) Pucic. p. schreiben die Ragusaner der „erlauchtesten und erhabensten Frau Kyra Helena. 229—230. w. Anmerk. aufrichtig bitten. 4. Und wir werden den Tribut zu euerer Gnade senden. — 270 — träge Ragusas mit den Herren von Bosnien zu erlangen. serb. p. und am 15. op. Mai den Zoll von Stagno in Maslina und Slano auf. sie mögen ihr den Tribut für Serbien und Stagno durch den Diener Thomas Stanojevic senden. was zur Grösse und zum Ruhme deines Königreiches beiträgt. dass wir uns über die Auferstehung deines König reiches und über alles. Mon. f) Puciö. da derselbe ungesetzlich war. **) Pucic. von Gottes Gnaden Königin von Serbien. Sporn. Mai 1397 schreibt sie den Ragusanern: „ihr sollt wissen. dass durch die Gnade des Herrn Gottes des Allerhalters unsere Maiestät gesund und in guter Lage ist". da sie das Geld brauche. Sporn. Am 22. von denen namentlich der Vojvode Hrvoje. Knez Paul Radinovic und der Vojvode Sandalj Hranic er wähnt werden."**) Im Mai des künftigen Jahres 1397 kamen wieder ragusanische Gesandte in die königliche Stadt Sutiska. Auf die Bitten der Ragusaner hob die Königin am 13. am 27. er möge dein Königreich kräftigen und vergrössern. Dezember 1396. -j-) Anfangs 1398 wurde Bosnien von einem grossen Un glücke betroffen. *** Mikloäic. sehr freuen und dass wir den Herrn Gott. I. s.

1398 filius Pazayt cum magna quantitate Turchorum et Sclavorum intravit Bossinam et fuit depraedatus. Jan. regieren sie ihre Gebiete beinahe ganz unabhängig. Primj. II. So fiel am 13. war. der Sohn des Muten Drazivo- jevic. — 271 — Bajazit am 28. März 1399 an die Ragusaner (Pucic. . Ohne sich viel um das Oberhaupt des Staates zu kümmern. I. — Diese Nachricht vervollständigt der spätere kroatische Chronist Tomasic wie folgt: Anno domini 1398 Turche primo intrauerunt Bosnam infra octauam epiphanie. p. und den bosnischen Thron bestieg Stephan Ostoja. kamen unter Tvrtkos Regierung zu hohen Ehren und er warben ausserdem auch einige Theile des alten Fürstenthums *) Die . Pucic. Seine Söhne. **) doch kurz darauf verlor sie die Herrschaft. ertheilen Gnaden und stellen Urkunden aus. p. Über diesen türkischen Einfall berichten auch die serbischen Chronisten. Ja nuar 1398 sein Sohn mit einem grossen Heere und serbischen Hilfstruppen in das bosnische Reich ein. 41—42. September 1396 bei Nikopolis den König Sigismund aufs Haupt geschlagen hatte. 43) und deren Antwort vom 13. Schon seit Tvrtkos Zeiten regierte in Hum. 16. welches er furchtbar verwüstete und viel Volk zu Sklaven machte. II. jugosl. **) Pucic. Ausserdem verhandeln sie mit fremden Mächten und unter sich führen sie blutige Kriege und entreissen einander ganze Gebiete und Zupen. IX. . Unter dem Könige Stephan Dabisa und noch mehr unter der schwachen und bescheidenen Regierung Helena Grubas kamen die bosnischen Magnaten zu grosser Macht. op. deren Oberhaupt damals der Zupan Sanko (1348—1367). ***) Siehe den Brief der Königin Gruba vom 5. griff er in seinem Siegesrausche alle benachbarten Länder an.***) und darauf verschwindet jede Spur von ihr. et quasi totaliter destruxerunt Bosnam et populum abduxerunt. L. Sporn. März (Pucic. *) Nach dem türkischen Einfalle schrieb die Königin Helena Gruba noch am 18. cit. haben ihre eigenen Hofhaltungen und ihre Würdenträger. Belijak und Radiö Sankovic. 18). Popovo- polje und an der Küste zwischen Ragusa und Stagno eine uralte einheimische Familie. . Sporn. Februar aus der Burg Bobovac den Ragusanern . Die Exkönigin Gruba wird nur noch einmal im März 1399 erwähnt. II. Arkiv za povjest.

. April 1391 der Republik Ragusa die Zupa Konavlje mit Dolnja Gora und der Burg Sokol. Gleich nach dem Tode Stephan Tvrtkos schenkten die Brüder Zupan Belijak und Vojvode Radiö. p. und am 25. März 1397 gab er den Ragusanern „in Konavlje an der Ljuta" eine Urkunde. serb. serb. **) Idem. 38. Diese Schenkung der Brüder Sankovic bestätigten nur deren Verwandte („Onkel Zupan Gradoje und Budela und Sanöin. namentlich die Zupa Konavlje. *) Miklosic. p. ohne den König und die übrigen Magnaten des bosnischen Reiches auch nur zu fragen. mit der er ihnen den freien Handel in seiner „Herrschaft" erlaubt.***) Die Zupa Konavlje bekam Paul Radinovic. 217—219. Bratoje Ra- donic und Stjepko Ozrojevic. Mai 1391. t) Miklosic. p. erliess der Vojvode Radiö Sankovic „in seinem Hofe in Zabori" eine Urkunde zu Gunsten der Ragusaner. am 15. Die Handelsstrassen. womit er ihnen den Handel in seinem Lande er laubt. Es verbanden sich darum im Winter desselben Jahres der Vojvode Sandalj Hranic und Knez Paul Radinovic gegen dieselben und griffen sie an. Mon. — 272 — Travunja. 220. Der Kampf gegen die Sankovice war erst der Beginn der späteren erbitterten und blutigen Kriege unter den bosnischen Magnaten. **) Die grosse Macht der Sankovice war den übrigen bos nischen Magnaten ein Dorn im Auge. Die Sankovice wurden bald gefangen und deren Länder theilten sich ihre Feinde unter einander. j) Die betreffende Urkunde schrieb sein Schreiber Ra- dosav Mirosalic. Mon. am 15. serb. unsere Brüder") und ihre Patrizier Mile Tuklekovic. Mon. und es bestätigten sie viele seiner Edelleute. ***) Jireöek.*) Bald darauf. 229.

Stephan Ostoja befreundet sich mit den Türken. Das Verhältniss Hrvojes und Sandalj Hranies zu König Sigismund. wird aber dafür durch die bosnischen Magnaten des Thrones beraubt. Erst aus einem späteren Denk- Geschichte Bosniens. Die Zeit der Gegenkönige und Erbfolge kriege in Bosnien (1398—1421). König Sigismund greift Bosnien an. ob er ein Verwandter des regierenden Hauses Kotromanic war. — Stephan Tvrtko II. der mit Hilfe der Türken die ungarischen Angriffe auf Bosnien zurückweist (1415). Der Krieg Stephan Ostojas mit Ragusa. Die letzten Tage des Königs Stephan Ostoja. in die sich auch der türkische Sultan Muhamet I. König Tvrtko II. X. — Stephan Ostoja zum zweitenmale König von Bosnien (1408—1418). König von Bosnien (1404— 1408). Tvrtkovic in Gefangenschaft. Die Schlacht bei Dobor (1408) . haben wir keine sicheren Daten. In seinen zahlreichen Urkunden findet sich keine Spur davon. er ist Anfangs Gegner des Königs Sigismund und Parteigänger Ladislaus' von Neapel. der sich nach dem türkischen Einfalle in Bosnien 1398 auf den bosnischen Thron schwang. da er die bosnische Herrschaft in Kroatien-Dalmatien wieder herstellen will. Der Tod des Knez Paul Radinovic (1415) und neue Wirren in Bosnien. um Ostoja den Thron zurückzugeben und Bosnien der Oberherrschaft Ungarns zu unterwerfen. — Der König Stephan Ostojic (1418— 1421). Tvrtkovic. seinem Beispiel folgt auch der Herzog Hrvoje. 13 . einmengt. Stephan Ostoja regiert das bosnische Reich (1398—1404) . Stephan Ostoja ergiebt sich in den Schutz Sigismunds. Über die Familie und die Herkunft des Königs Stephan Ostoja.

Die unter Stephan Dabisa und Helena Gruba zu grosser Macht gelangten bosnischen Magnaten begannen jetzt ent scheidend in die Angelegenheiten ihres Vaterlandes einzu greifen. auf den königlichen Thron erhoben. Vojslav. * *) Über die Familie Hrvojes schrieb am besten Hilarion Ruvarac im „Glasnik srpskoga ucenoga druztva" Bd. der uneheliche Sohn Stephan Ostojas. und eine Schwester Vuöica. Die einzelnen Vojvoden und Kneze regierten ihre Gebiete beinahe unabhängig und erkannten die königliche Oberherrlichkeit nur dem Namen nach an . seinen Vorgänger auf dem Throne Stephan Tvrtko II.**) Er hatte mehrere Brüder: Vuk Vuköic. der ihn als Usurpator betrachtete. im Norden und Westen von König Sigismund. war. ■*) In einer Urkunde von 1444 nennt Stephan Thomas Ostojic. und den unmündigen Sohn Stephan Dabisas. der Vojvode Sandalj Hranic und Knez Paul Radinovic . Die mächtigsten von den vielen Magnaten waren Hrvoje Vuköic. ferner Dragisa. jug. und Sohn König Tvrtkos I. hatte ihn doch auch gerade dieser Adel. und auch hier waren ihm seinen Magnaten gegenüber die Hände ge bunden. sowohl gegen König Sigismund. II. dem Könige selbst blieb nur das Mutterland. . Doch da dies Stephan Ostoja selbst nirgends erwähnt. p. Tvrtkovic „patruus noster carissimus" (Arkiv za pov. Danach war also Stephan Ostoja der Bruder Tvrtkos II. Der Vojvode Hrvoje heirathete Helena. 38). Ober-Bosnien. von diesen allein hing das Schicksal des Königs und des bosnischen Reiches ab. dass auch er der Familie Kotromanic angehörte und wahrscheinlich ein unehelicher Sohn König Stephan Tvrtko's I. den uns schon bekannten Ban von Kroatien. als auch gegen den rechtmässigen Sohn Tvrtkos I.*) Von allen Seiten von mächtigen Feinden und Gegnern umgeben: im Osten von den Türken. musste er sich vollkommen an den mächtigen Adel seines Reiches anlehnen. — 274 — male erfahren wir. XLIX. Der Vojvode Hrvoje Vuköic aus der alten Familie Hrvatinic war ein Sohn des Vojvoden Vukac Hrvatinic aus dem unteren Theile des bosnischen Reiches. war er wahrscheinlich ein aussereheliches Kind Tvrtkos I.

Letzterer musste darum auch immer trachten. ausdrücklich. er war immer ein erbitterter Gegner König Sigismunds und ein eifriger Anhänger des neapoli tanischen Königs Ladislaus. Dieser energische und bedeutende Mann trat schon unter König Tvrtko auf die politische Bühne. In Dalmatien regierte er. Der Vojvode Hrvoje war ein kühner und tapferer Mann. Wir müssen noch erwähnen. — 275 — die Tochter des Herrn von Cetin Ivan Nelipic. und dass seine Macht später von Zveöaj und Jajce am Vrbas und von Livno bis zum *) „non come vicario regio. Mem. die ihm «inen Sohn. gebar. Die Macht Hrvojes stieg infolge dessen nicht nur in Bosnien. als er mit Dabisa den Vertrag von Djakovo schloss. Hrvoje als seinem Vertreter in allem zu gehorchen. „nicht wie ein königlicher Vicar. und befahl allen Behörden dieser Länder. dass diesen auch der Vojvode Hrvoje schriftlich bestätige. war er der bedeutendste Mann Bosniens." Lucio. wenn er auf dem bosnischen Throne bleiben wollte. Auf dem Hofe König Dabiias nahm er den ersten und wichtigsten Platz ein. sogar Sigismund forderte. 390. Balisa Hereegovic. alle Würden. über sein Äusseres be richten uns einige. p. Auch unter der Königin Helena Gruba war er die wichtigste Person auf dem bosnischen Hofe. er habe einen grossen Kopf. sich die Freundschaft und Zuneigung dieses bosnischen Warwick zu erhalten. ma come se fosse lo stesso re. 18* . dem die kroatischen Magnaten die ungarisch-kroatische Krone angeboten hatten. und gewiss ist es auch sein Verdienst. Es zeichnete ihn darum auch König Ladislaus aus und bestätigte mittels Urkunde vom 17."*) Nachdem Hrvoje eine solche Macht er reicht hatte. sondern auch in Kro atien und Dalmatien. Juli 1391 ihm und seinem Bruder Vuk. eine rauhe Stimme und sehr einfache Sitten gehabt. dass Hrvoje patarenischer Religion war. sondern wie ein König selbst. der schon früher Ban von Kroatien war. Be sitzungen und das Banat in Kroatien und Dalmatien. dass nach Dabisa und Helena den bosnischen Thron weder Sigismund noch Tvrtko II. sondern Stephan Ostoja bestieg.. wie Lucio sagt .

. Um das Jahr 1400 heirathete er Katharina. Endlich der dritte mächtige bosnische Magnat war der berühmte KnezPaul Radinovic. und übte in der Geschichte Bosniens in den Jahren 1394— 1435 einen Einfluss aus. Kljuö. di raggionamento forte et di molta delicatezza. Kukanj. Anfangs war er Gutsbesitzer im eigent lichen (Ober-) Bosnien . wo er die Burg Pavlovac erbaute. Bogomili i Patareni. und er wurde so ein Verwandter des Vojvoden Hrvoje Vuköi6. Auch er war ursprüng lich im eigentlichen Bosnien zwischen der Bosna und Drina begütert. Auch er war der Religion nach Patarene." Raöki.*) Er war ein Sohn des Vojvoden Hranja Vukovict. wo er durch seine Frau die wichtige Stadt Almissa besass. die Tochter des Bans Vuk Vuköic und der Banin Anna. Vjenaöac und Andere genannt. Nach dem Falle der Sankovice (1391) nahm er einen grossen Theil des einstigen Fürstenthums Travunja. Gorazda. und Neffe des berühmten Vlatko Hranic. Er hatte noch zwei Brüder. welches er später bis zur Drina ausbreitete. doch nach dem Falle der Sankovice bekam er das Land Hum. Von ihm wird erzählt. (Rad. Vukac und Vuk. es werden darin die Festen Blagaj. — 276 — adriatischen Meere reichte. Nevesinje. Pauls Vater. 136 Anmerk. 2). Wie Hrvoje in den nordwestlichen Theilen des bosnischen Reiches. wo er in der Burg Borac (bei dem heutigen Vlasenica) residirte. und Herr der Inseln Brazza. Seine Herrschaft reichte bis zum Meere. p. eine sehr angesehene *) „Sandagl fü un principe di spirito vivo. Lesina und Curzola. er sei sehr scharfsinnig und regen Geistes und auch sehr liebens würdig. VIII. war am Hofe König Stephan Tvrtko I. Radin Jablanic. endlich wurde er auch Herzog von Spalato. namentlich die Stadt Trebinje und einen Theil der Zupa Konavlje ein. Der zweite hervorragende bosnische Magnat war der Vojvode Sandalj Hranic. so regierte Sandalj in Hum beinahe wie ein unabhängiger Fürst. gewesen. In seinen Händen waren auch die Bergwerke in Olovo und der Markt Praöa.

Es beweist dies ein Brief der Ragusaner vom 30." Op. p. 60. Ausser diesen Männern. Dadurch gewann übrigens auch Ostoja selbst sehr viel. als der neue König Stephan Ostoja Pauls Verwandte Kujeva zur Frau nahm. die der König achten und denen er nachgeben musste. denn ihr gehört unter die alten Herrn von Bosnien. Als nämlich *) Pucic. Stephan Ostoja ver traute sich auch vollkommen diesen Magnaten. während Stephan Ostoja nur ein Schattenkönig war. 33. die sich nach ihm Pavlovic nannten. und besonders in Usora. und be sonders dem Vojvoden Hrvoje an. Sporn. und auch Paul Radinovic selbst lebte als Kind lange Zeit an der Seite König Tvrtkos. des Königs Ladislaus und des Königs Ostoja. dass irgend einer der edlen und mächtigen in Bosnien lebenden Herrn dies besser weiss als du. der um diese Zeit ganz wie ein König herrschte. Paul Radinovic hatte zwei Söhne: Peter und Radosav. lebten in Bosnien. da er der Verwandte eines so mächtigen und angesehenen Mannes wurde. er arbeitete am eifrigsten um den neapolitanischen König Ladislaus auf den ungarisch kroatischen Thron zu erheben. in dem sie an Paul schreiben: „Wir glauben nicht. I."*) Das Ansehen Paul Radinovics stieg noch mehr. und seid ein guter Schüler des Herrn Königs Tvrtko glorreichen Angedenkens. p. November 1400. wenn er sich auf dem Throne erhalten wollte. . Er nennt sich darum auch stolz „der grosse Vojvode des bosnischen Königreiches und General ." Ostoja brauchte auch die Hilfe Hrvojas. und du bist in allem unterrichtet. Denn du lebtest als kleines Kind am Hofe des seeligruhenden Königs Tvrtko und er hielt dich wie sein eigen Kind. cit. An einem anderen Orte schreiben ihm die Ragusaner: „weil ihr jeden guten Gesetzes kundig seid.Vicar der gnädigsten Herrscher. er stand an der Spitze der Gegner Sigismunds. die Ostoja zu dem Throne verhalfen. Hrvoje leitete auch die auswärtige Politik: er trachtete in Dalmatien und Kroatien den bos nischen Einfluss herrschend zu machen. Soli und Podrinje noch mehrere angesehene Magnaten. — 277 — Person.

Mon. Ja es scheint sogar. serb. — 278 — König Sigismund erfuhr. Doch das Glück war ihm nicht günstig. der Vojvode Sandalj. **) Dass sich Ostoja diesmal Sigis munds entledigte. die über dem heutigen Banjaluka lag. Knez Paul Radinovic. von der Seite der Türken drohte in diesem Momente Bosnien keine ernstere Gefahr. er musste zurück weichen und Hrvoje drang ihm nach in die Zupanije Dubica ein und vereinigte dieses Dreieck zwischen Save und Una mit dem bosnischen Reiche. denn sie wurden durch die Bosnier besiegt. dass Sultan Bajazit nach dem Einfalle vom Anfange des Jahres 1398 mit den Bosniern im Frieden lebte und dieselben gegen König Sigismund und zu Gunsten König Ladislaus unterstützte. schliesse ich aus einer Ur kunde Ostojas vom 15. **) Dass im Banate Usora ein Krieg war.***) Nach Zurückweisung Sigismunds fühlte sich Ostoja auf dem Throne etwas sicherer. 32). December 1400 dem Vojvoden Hrvoje und dessen Sohne Balsa die Stadt Hlivno- und deren ganze Zupa. und dies beweisst. war hauptsächlich Hrvojes Verdienst. Hum. (Rad. 233. der Vojvode Vlatko Tvrtkovic und Andere. Prodinje und Dolnji kraji. sammelte er ein Heer und drang 1398 in Bosnien bis zur Burg Vrbas vor. Miklosic. dass bei dieser Gelegenheit Sigismunds Horden auch in Ost-Bosnien ein fielen. Dies liesse sich unter Anderem aus einem Schreiben der *) Kaöki. dass in Bosnien trotz des Vertrages von Djakovo der Bosnier Stephan Ostoja König wurde. Usora. der Vojvode Vukasin Milato- vic. Vom Orient her. . und da er sich die Oberherrlichkeit über Bosnien anmasste. cit. Als Zeugen und Bürgen dieser Schenkung fungiren Magnaten aus Bosna. Bei dieser Gelegenheit waren an Ostojas Seite: der Vojvode Hrvoje. und Usora verblieb auch ferner dem bosnischen Reiche. um Stephan Ostoja das Land Usora zu entreissen. p. Januar 1399. doch auch hier kamen sie schlecht an. ein Zufluss der Bosna oberhalb des Flusses Usora). dass damals alle bosnischen Länder unter Ostojas Herrschaft waren. 247. ***) Miklosic. p.*) Es scheint. Der dankbare Ostoja schenkte dafür am 8. op. Pokret na slav. der Vojvode Paul Klesic. IV. pag. jngu. die datirt ist: „an der Usora in unserem glorreichen Feldzuge in Lisnica" (Ljesnica oder Lisnica.

wo sie sagen : „Denn deine Hoheit schreibt uns. um dort mit Timurlenk (Tamerlan) einen blutigen Kampf aus zukämpfen. Er brauchte also jetzt die Türken nicht zu fürchten. der nach dem Beispiele Stephan Tvrtkos I. Juni 1398 schreibt König Sigis- mund aus PoXega den Bewohnern von Trau: „sciatis nos veridico acce- pisse ex relatu. dass die Ragusaner die türkischen Gesandten nicht über das Meer liessen. dass er sie *) Pucic. und seinen Brüdern und Freunden. weil unsere Ragusaner in Drievi die türkischen Gesandten aufhielten und nicht über das Meer gehen Hessen. p. das Banner König Ladislaus' zu entfalten und mit einem Eid zu bestätigen."*) Ostoja hätte es gewiss nicht geärgert. Am 2. Johanns von Palizna und Johann Horvat's auf jede Weise trachtete. dem Vojvoden Peter. — 279 — Ragusaner vom 8. nicht nur Sigismunds Einfluss aus Bosnien vollends zu verdrängen. de regno Dalm. . Sporn. dass sie diesem Könige treu sein wird ." Lucio. Ostoja war zwar nur dem Namen nach König. während eigentlich nur Hrvoje mit Unterstützung der anderen Mag naten regierte. se ipsum in coetum infidelium cnicis Christi Turcorum videlicet connumerare et coadunare. I. . Die Politik Hrvojes. dass sich der Herr König Ostoja über uns beklage. Vojk. und er wird dafür den Zaratinern zugleich „mit seinem einzigen Sohne (Balsa). sondern auch unter dem Banner König Ladislaus' Kroatien und Dalmatien neuer dings mit Bosnien zu verbinden. quod Heruoya voyuoda veluti perfidus alumnus pro- ditionis ductus malignitate . und seiner Gemahlin (Helena). nostrique et sacrae coronae regiae fideles in regno Bosnae offendere et expugnare proponeret toto nisu. . April 1400 an den Vojvoden Hrvoje schliessen. 28.. dem Bruder Vojslav. In den ersten Regierungsjahren Ostojas (1393 — 1400) scheint sich also Bosnien ein wenig aufgeholfen zu haben. die Stadt Zara auf. da später Sultan Bajazit nach Asien musste. „ General-Vicar der Könige Ladislaus und Ostoja". Tvrtko und dessen Bruder Vojk schwören. p. 258. erreichte von Tag zu Tag grössere Erfolge. . wenn er nicht ein Freund der Türken gewesen wäre. Schon im Juni 1401 fordert Hrvoje. und später noch weniger. nämlich Dra- gisa.

f) Rafiki." Ljubic. p. IV. . Am 10. 461. cit. Da er dachte. p.***) Bei der selben Gelegenheit bestätigte Hrvoje auch die Privilegien von Trau. Juni 1399 ernannten die Venetianer den König Ostoja zu ihrem Mitbürger. als er unter Visoki in Bosnien weilte. wenn dieser jemals nach Kroatien und Dalmatien kommen sollte. und nach dem sie der bosnischen Herrschaft gehuldigt hatten. .. als König Sigismund im Kerker schmachtete. war die Macht Stephan Ostojas derart gestiegen. j) König Stephan Ostoja erfüllte auch wirklich kurz darauf am 15. 259. cit. 46). Juni. Pokret. mer. Ljubic. nee non Joannes inter cetera Cetine atque Clisie comes. *•*) „unum fortalicium ad mare cum portu. be stätigten die erwähnten beiden Magnaten im Namen König Ostojas alle Privilegien und Rechte Sebenicos. (Rad IV. IV.*) Bald darauf stellte sich Zara. de regno Dalm. Slav. -j"j-) König Stephan Ostoja war mit diesen Erfolgen sehr zufrieden. dass König Ladislaus niemals persönlich nach Kroatien kommen wird. dessen Gesandte damals ebenfalls in Sinj waren. op. quod nunquam in vita sua ." Racki. „Nos promittimus cum prefata fide nostra. — 280 — vertheidigen werde gegen Jedermann.. . 420. Mon. per serenissimum prineipem dominum Ostojam . p. dass er im dalmatinischen Küstenlande eine Festung und einen Hafen zu bauen beabsichtigte. Pokret (Rad. t) Raöki. p. Mai 1402 kamen nach- Sinj zu dem Vojvoden Hrvoje und dessen Schwiegervater Ivan Nelipic die Gesandten der Stadt Sebenico. und bald darauf. und wurde später das Centrum von Ladislaus' Partei in Dalmatien. . ad partes Dalmatie et Croatie pro re- formandis certis negoeiis deputati . so scheute er sich *) Lucius. und er versprach den Gesandten beider Städte.**) Am 13. Hrvojes Versprechen. Ljubic. und auch bei König Ladis laus. . auf die Seite Bosniens und König Ladislaus'. . 460—461. Pokret. p. IV. . p. dass bis dahin unter den dalmatinischen Städten Sigismund am treuesten war. dass er ihre Rechte und Privilegien achten und deren Bestätigung bei König Ostoja erwirken werde. Im selben Jahre weilte König Ostoja in der kroatischen Stadt Knin. op. 45). p. (Rad IV. 39). ***) Nos Hervoije regnorum Rasie et Bosne dominus voijvoda. quod aerenissimus dominus rex Ostoja Bosnae vult iurare .

p.*) Von den geschenkten Dörfern er wähnen wir nur Osojnik.**) Zum Zeichen ihres Dankes und ihrer Freund schaft versprachen die Ragusaner dem Könige. auf diese Weise Bosniens Herrschaft in Dal- matien und Kroatien zu erneuern. Gleich im Jahre 1399. Oslje und Topola. Trnovo. 233. damit sich der Leser eine Vorstellung vom Umfange des geschenkten Landes machen kann. dass sie ihm *) MikloMc. der Vojvode Paul Klesic. Slano. wie König Stephan Dabisa mit der Stadt Ragusa in gutem Einvernehmen lebte. unter dessen Banner zu arbeiten. womit er alle ihre ■ älteren Privilegien überhaupt bestätigte. oder gar des Königs von Bosnien. — 281 — nicht. als er in Usora „auf unserem glorreichen Kriegszuge in Liinica" weilte. Februar 1399 gab Ostoja den Ragusanern eine andere Urkunde. Orasac. als des Königs von Neapel. es sei viel besser die Oberherrschaft des weit entfernten ungarisch-kroatischen Königs anzuerkennen. serb. Nur eines kränkte ihn sehr. und er hoffte zu versichtlich. und wie derselben im Jahre 1391 der Zupan Belijak Sankovic die ganze Zupa Konavlje mit Dolnja-Gora und der Burg Sokol schenkte. Mröevo. Kurze Zeit darauf. Mon. . dieses wichtige Handels- Emporium am adriatischen Meere. nämlich „die Länder von Kuril bis Stagno" schenkte. des nächsten Nachbars Ragusas. am 5. erliess er zu Gunsten der Ragusaner eine wichtige Urkunde. Knez Paul Radinovic und Andere. Auch Stephan Ostoja war Anfangs gegen die Ragusaner sehr zuvorkommend. Die Stadt Ragusa nämlich. indem es seinen Interessen gemäss ganz weise annahm. p. serb. Es wurde bereits erwähnt. womit er ihnen das ganze Küstenland nördlich von Ragusa bis zur Bucht Klek. der König handelte also im Einverständnisse mit seinen Magnaten. Trsteno. blieb König Sigismund treu. Auf dieser Urkunde sind als Zeugen und Bürgen unterschrieben der Vojvode Hrvoje. der Vojvode Sandalj Hranic. Mon. **) MikloMc. 235—237. so dass das Gebiet Ragusas jetzt von Cavtat (Epidaurum) bis zur Bocche di Cattaro reichte. Podgora.

versuchte es der bosnische König neuerdings die Ragusaner zur Unterwerfung zu be wegen. serb. doch auch diesmal erfolglos. Ragusa gegenüber reussiren konnte. und sich den Gegnern Sigismunds anschliessen. Februar 1399 zu ihrem Patrizier und schenkten ihm in ihrer Stadt einen Palast. Ja die Ragusaner leisteten sogar gerade um diese Zeit in die Hände des Priors von Vrana. und es wäre beinahe schon bei dieser Ge legenheit zu offener Feindseligkeit gekommen. Doch trotz dem gab Ostoja seine Absicht nicht auf. sogar zum Schaden ihres eigenen Staates. und des Bischofs Eber- hardt neuerdings den Eid der Treue an Sigismund. indem er nicht bedachte. **) Mikloäic. (Rad. p. Besonders Ostoja schmeichelte den Ragusanern. und ausserdem ernannten sie ihn am 25. 41). sie werden die bosnische Oberhoheit anerkennen. den sie dem Könige Tvrtko zahlten. Und als ihm im Jahre 1400 ragusanische Gesandte den serbischen Tribut brachten. Pokret. Jahrhunderts durch die Gnade der bosnischen Bane. Mon. — 282 — denselben Tribut zahlen werden. Mon. so ernannten am 25. und schenkten ihm in ihrer Stadt einen Palast fur ihn und seine Nachkommen. serb.**) So gewann Ragusa zu Ende des 14. . die Commune Ragusa möge statt der ungarischen die bosnische Oberhoheit anerkennen. Im Jahre 1402. Emerich Bubek. Februar 1399 die Ragusaner auch ihn zu ihrem Patrizier und Rath. da er zuversichtlich hoffte. p. dass nicht einmal Tvrtko I. 237. Vojvoden und Könige das ganze Küstenland von der Bucht Klek bis zur Bocche di Cattaro. und *) Mikloäic. ***) Raöki. nachdem ihm auch Trau und Sebenico gehuldigt hatten. ***) Doch die Ragusaner wollten davon gar nichts hören. denn demselben blieb jetzt nur noch eine kleine Küsten strecke nördlich der Neretva bis zur Cetina. IV. p. 239.*) Und da gerade der Vojvode Hrvoje das meiste zur Ertheilung der Privilegien an die Ragusaner beitrug. der früher dem Patrizier Marino Bunic gehörte. Die bosnischen Herrscher unterstützten Ragusa auf jede Weise. forderte er auch wirklich.

Unterdessen bereitete man sich in Dalmatien und Kro atien zum Empfange des neapolitanischen Königs Ladislaus vor. (Rud. p. dass sie sich nicht in die bosnisch-ungarischen Streitigkeiten einmengten und ihren Behörden befahlen. — 283 — Bosnien machten sie nur die Concession. 47). doch jetzt hatte er keine Ursache zur Freude. Von unga rischen Magnaten kamen: der Palatin Dietrich von Bubek. und er beschloss sich an den Ragusanern zu rächen. der Erzbischof von Kalocsa Johann und mehrere Bischöfe. niemanden von den Gegnern Ostojas aus Bosnien auf ragusanischem Gebiete zu dulden. sobald sich ihm dazu eine Ge legenheit bieten wird.**) Die in Zara versammelten Magnaten hofften zuversicht lich. „Männer von ausserordentlichem Körperbau". p. 65). Mit ihm war sein Schwieger vater Ivan Nelipic von Cetin und viele bosnische Edelleute. der Primas von Ungarn und Erzbischof von Gran Johann von Kanizsa. Doch er kam nicht. Pokret.*) Ostoja war damit nicht zufrieden. Nach der Krönung wurde Ladislaus als dem rechtmässigen Könige Dalmatien und Kroatien mit allen Städten. Distrikten und Gränzen übergeben. Hrvoje war schon im Juli 1403 dahin gekommen. war er dessen Anhänger. August 1403 die feierliche Krönung in Zara vorgenommen. mit der alten Krone Zvonimirs. weil er dadurch die Macht Sigismunds zu schwächen hoffte . Besonders in Zara versammelten sich alle seine Anhänger aus Ungarn. . IV. Nachdem endlich auch Ladislaus selbst aus Neapel kam. (Ead. So lange er dachte. Es krönte den König der Primas von Ungarn. um auf den Wunsch seiner Partei den ungarisch-kroatischen Thron einzunehmen. Kroatien und Bosnien. nach der Meinung einzelner Historiker. **) Racki. der jetzt wirklich hierher kam. dass Ladislaus niemals nach Kroatien und Dalmatien kommen werde. dass zur Krönung auch der bosnische König Stephan Ostoja kommen werde. Pokret. da Ladislaus durch seine thatsächliche Krönung auch unwillkürlich ein Gegner des *) Racki. und zwar. IV. wurde am 5.

umsoweniger. wenn ihn der König Ladislaus zum Oberhaupte Bosniens machen würde. um nicht öffentlich die Oberhoheit König Ladislaus' anzuerkennen. wir wissen nur. da Ragusa dem Könige Ladislaus nicht huldigen wollte. Die Einzeln heiten des Krieges sind uns nicht bekannt. Ausserdem konnte Ostoja 'nicht über den Ruhm und das Ansehen besonders erfreut sein. sed datur ordo. Er suchte dadurch auch seine bisherigen Bundesgenossen zu täuschen. die sie von bosnischen Herrschern erhalten hatten.Dalmatien werden musste. während Ragusa nur 4000 Streiter hatte. Um einen genügenden Vorwand zum Kriege zu haben. ferner alle anderen Länder.. sandte er ein Heer gegen sie. auszuliefern. endlich sollten sie seine Ober herrlichkeit anerkennen. Hrvoje sei bereit dem Patarenismus zu entsagen und Christ zu werden. zweitens sollten sie ihm das „Küstenland" zurückgeben. Rad IV. ihm die Abtrünnigen Paul Radisic und Paul Klesic. ferner Sandalj Hranic und Paul Radinovic waren." Kacki. doch lauter ungeübte Leute und Recruten. diese waren jedoch gut bewaffnet und kriegstüchtige Veteranen. 59. Miniato schreibt: „Homo ipse (Chervoya) patarenus est. dessen Führer der Vojvode Radiö Sankovic. Nachdem dies die Ragusaner nicht thaten.*) Indem er also den Zaratiner Feierlichkeiten auswich. wie wenn er sich ihrer Sache annehmen würde. und ihm auch Curzola und Cattaro abwendig machte. nämlich das Land von Kuril bis Stagno. . p. da es verlautete. ut dominus . beabsichtigte jetzt Ostoja die Verwirrung und Furcht der Gegner des neapolitanischen Königs zu benützen und sich an den Ragusanern zu rächen. *) Der Sekretair Mathias von S. die nach Ragusa geflohen waren und dort Schutz fanden. et sie ipse iam assentiri videtur sub spe. zu dem sich sein Unterthan Hrvoje erhob. Das bosnische Heer zählte 8000 Mann. welches er selbst ihnen geschenkt hatte. Cardinalis chris- mate eum confirmet. et reducet ad lucem vere salutis . forderte Ostoja die Ragusaner auf. Der Krieg zwischen Bosnien und Ragusa wurde beiläufig von August bis Oktober 1403 geführt. — 284 — streng bosnischen Interesses in Kroatien. der seit 1398 wieder in Freiheit war. ut dominus rex ipsum constituat mar- chionem in partibus Boss ine..

*) Sie sandten zu diesem Zwecke eine Gesandtschaft zu Sigismund. er möge sie als seine treuen Unterthanen schützen. die jedoch zu spät kam. Johannes von Maröth. Auf Ladislaus von Neapel und Hrvoje konnte er sich nicht verlassen. Ragusa gegenüber endlich doch zu reussiren. Ihm folgt Racki im Rad IV. — 285 — dass um Brgat und Sumet Kämpfe vorfielen und dass die Ragusaner in Noth geriethen. dass Ostoja den Ban Johannes sehnsüchtig erwartet *) Diesen Krieg beschreibt ausführlich der Ragusaner Historiker G. alles dies bestätigte Ostoja in seiner Absicht. gewiss ist je doch. . S. sondern es berührte ihn unangenehm. wenn Sigis mund in Bosnien einfallen sollte. da Ostoja auch mit Ragusa verfeindet war. die Pucic in der Einleitung seiner „Srpski spomenici" veröffentlichte. der Mangel an Vertrauen zu dem ehrgeizigen Hrvoje und den unbeständigen Ladislaus. besonders jetzt. Er fürchtete nicht sowohl. und vielleicht auch die Hoffnung. Stephan Ostoja freute sich eben nicht besonders des Sieges über Ragusa. indem er im September 1403 den Ban von Maöva. als sich an König Sigismund mit der Bitte zu wenden. sich mit dem Sieger Sigismund zu versöhnen. als er hörte. und man darf ihm nur in den Hauptzügen Glauben schenken. um Hilfe bei König Ladislaus zu suchen. Diese Absicht beförderte auch Sigismund selbst. So viel sich jedoch aus den Auszügen schliessen lässt. Die Details ihrer Besprechung sind uns nicht bekannt. denn sie sandten den Marino Budaöic nach Zara. ist der Ragusaner Rastic eine unsichere Quelle für diese Zeit. Resti oder Rastic in seiner handschriftlichen: chroniche di Ragusa. blieb ihnen nichts übrig. da diese nur ihr eigenes Interesse verfolgten. zu Ostoja sandte. um diesen für Sigismunds Partei zu gewinnen. dass Sigismund seine Gegner in Ungarn besiegt habe und sich zu einem Feldzuge im Süden bereite. 69— 70. und was würde er allein ausrichten. Doch da sie letzterer als seine Feinde abwies und das bos nische Heer das ganze Küstenland mit Ausnahme der be festigten Orte einnahm. Die Furcht vor Sigis mund. dass ihn dieses bei Sigismund verklagen werde.

et cum cunctis regnicolis suis nostrae Majestatis •ditioni sese subiugavit. Sporn. I. dass sie König Sigismund nicht unterstützen werde. alias nostre Celsi- tudinis rebellem. wie vor der Macht Sigismunds. wieder Alles gut zu machen. So kam es also. er erlaubte darum schon Anfangs Januar 1404 dem Patarenen Vojvode Paul Klesic. denn diesen Tag dankten die Ragusaner Hrvoje dafür. Dezember 1403 war Aussicht zur Versöhnung Hrvojes mit Ostoja vorhanden. illustrem Principem Dominum Ozthoyam regem Bozne. König Ladislaus von Neapel. dass sie Hrvoje an Ostoja rächen und ihnen die entrissenen Länder zurückgeben werde. *) In einer Urkunde vom 29. Cod. dass der eif rigste Anhänger König Ladislaus' mit den treuesten Freunden König Sigismunds einen Bund gegen König Ostoja schloss. ad nostra beneplacita in tantum allicere et in- ducere valuit et scivit.*) Diese Veränderung der Politik Ostojas überraschte an fangs alle seine bisherigen Feinde und Freunde." **) Ostoja trachtete jetzt auch. und die Ragusaner. Schon am 26. X. 4. dessen Oberherrlichkeit er anerkannte. Er trachtete darum. dass ihn die Ragusaner mit König Sigismund versöhnen werden. verliess schon im Oktober 1403 Dalmatien und kehrte nach Neapel zurück. ut idem rex Ozthoya fa miliaris nostre celsi- tudinis extitit effectus. Er schwor jetzt Rache und verbündete sich mit Ragusa zum Verderben Stephan Ostojas. **) Pucic. Ostoja zitterte vor diesem Bunde ebenso. August 1405 hebt Sigismund dieses Verdienst Johanns von Maroth hervor: „Quibus peractis ibidem prae- dictus Joannes Banus pro nostri regii honoris exaltatione. p. weil er „mit dem König von Bosnien trachtet. Doch am heftigsten erzürnte Hrvoje. der in Ragusa weilte. dipl. — 286 — hatte und sich sehr schnell mit Sigismund versöhnte. Hrvoje hoffte. . da alle seine Pläne durch die Untreue Ostojas scheiterten. seine alten Gegner zu versöhnen ." Fejer. sich auf jede mögliche Weise zuerst mit Hrvoje und dann durch diesen mit Ragusa zu vergleichen. da er in Ostoja einen Freund und Unter gebenen fand. p. 387—388. iuxta sue sagacitatis industriam et fidelia servitia et alia opera virtuosa. Auch die Ragusaner er schraken im Bewusstsein. 51. der durch diese That Ostojas jede Aussicht auf Erhaltung des kroatisch-dalmatinischen Thrones für verloren hielt.

zum Könige zu proclamiren. den Frieden und die Eintracht mit diesem wiederherzustellen. Blasius Sorkocevic. christiani). Radak und Dobrasin. Anm. . d.**) Der Djed der bosnischen Kirche fordert die Ragusaner in seinem Briefe unter Anderem auf. Dem Djed waren die „Uöi- telji" (Lehrer. da sich auch Hrvoje wieder vom Könige Ostoja abwandte. Die Patarenen selbst nannten sich kurzweg „Kristen" (krscani. Zugleich gab er ihm seine Burg in Glamoö (Dlamoc) und seine Besitzungen auf dem Felde von Duvno und im übrigen Bosnien zurück. Übersetzers. sie mögen zugleich mit Paul Klesic zwei ihrer Patrizier zum Könige Ostoja senden und versuchen. umsoweniger. Schon am 15. I. p. **) Pucic. hatte vor längerer Zeit etwas gegen König Ostoja gethan und war nach Ragusa geflohen. wahrscheinlich ein Vojvode oder Knez patarenischer Religion. Den Ragusanern lag jedoch jetzt wenig an einer Ver söhnung. Radoslav. Auf Grund der betreffenden Urkunde schrieb der Djed*) der bosnischen Kirche am 8. Januar 1404 waren ihre Gesandten in Zveöaj bei Hrvoje und schlossen mit diesem einen Bund zum Zwecke. Namentlich bekannt sind uns nur drei „Djede" der bosnischen Kirche: Miroslav (1303). Grossvater) hiess das geistliche Oberhaupt der Patarenen in Bosnien. Ostoja vom Throne zu stürzen und statt seiner den Knez Paul Radis ic. in Bosnien 12) untergeben. der in Ragusa lebte. namentlich die „Alten" Misljen und Ljelko und die „Kristen" Stojan. 50—51. Der Gost wurde gewöhn lich als Nachfolger und Stellvertreter des Djed betrachtet. aus Janjici einen Brief und sandte mehrere Patarenen. und Alte: Dmitar (1403). Sein Sitz war in Janjici. wo er ein Asyl fand. Misljen und Ljelko (1404). Kadomjer (1404) und Miloje (1446). Januar 1404 dem Dogen von Ragusa. Die Ragusaner lobten ihn als einen guten. Sporn. — 287 — nach Bosnien heimzukehren. Ratko. damit diese den Vojvoden Klesic nach Bosnien bringen und ihn in seine Güter wieder einsetzen. und die Ersten von diesen hiessen „Gost" (Gast) und „Starac" (Alter). sehr höflichen und verständigen Menschen von festem und unwandelbarem *) „Djed" (Ahne. Dieser Paul Radisic. Gäste waren Badin (1453—1466) und Radosav Bradijeviö (1454).

.. und darum versprechen wir Hrvoje unser Heer zu erheben und dasselbe durch Neretva in das Land Hum zu senden und hier im Namen Christi den Paul Radisic zum Könige von Bosnien zu erklären und auszurufen und ihn mit aller unserer Macht zu erhalten und zu unterstützen. mit unseren Leuten und mit anderen. Patrizier und die ganze Commune der von Gott geliebten Stadt Ragusa versprechen eine Partei der anderen und vereinigen uns. Während die Ragusanischen Gesandten bei Sigismund gegen Ostoja wirkten. gemeinschaftlich mit Herrn Hrvoje gegen König Ostoja und zu Gunsten des genannten Herrn Paul Radisic alles zu thun. und wir Doge. und auch wir die Stadt Ragusa versprechen. Mon. was wir ver mögen. dass wir alle gemeinschaftlich Gegner des Königs Ostoja sein werden zu dessen Gefahr und Ver nichtung und Vertreibung aus dem Königreiche . serb. . p. Seine Partei ergriffen zwar der Vojvode Sandalj Hranic und Knez Paul Radinovic. Ostoja war in grosser Gefahr. und so belagerte ihn Hrvoje hartnäckig in Bobovac. in allen uns umgebenden Orten. . . unseren Herrn den allerhöchsten König Sigismund zu bitten. Hrvoje vereinigte sich auch wirklich mit den Ragusanern und schloss mit ihnen einen Vertrag folgenden Inhaltes : „Wir Herr Hrvoje. w. durch Gottes Gnaden glor reicher Fürst von Spalato und mächtiger Vojvode des Königreichs Bosnien u. 252. doch diese konnten ihm aus unbekannter Ursache keine Hilfe senden. wo Ostoja mit seiner Gemahlin Kujeva weilte und wo die bosnische Krone aufbewahrt war.. da der König Ostoja unserem genannten Herrn nicht mehr werth und nützlich sein kann. — 288 — Charakter. sammelte Hrvoje selbst mit mehreren anderen bosnischen Magnaten ein Heer und zog vor die Feste Bobovac. s.. Und ausserdem verspricht Ragusa dem Herrn Hrvoje. zur See und zu Lande. die wir dazu überreden können.. *) Mikloäic. und nach unserem Vermögen ihn (Hrvoje) in die Gnade des genannten Herrn Königs einzusetzen."*) Die Verbündeten begannen sogleich ihre Thätigkeit.

Der tapfere und unternehmende Ban fiel darauf mit nur sechs Fähnlein in Bosnien ein. 4 p. possessionibus et di- strictibus prefatorum perfidorum Boznensium spolia. ein Heer zu sammeln und nach Bosnien zu ziehen. obtinuit et ad manus suas recepit et applicavit. eundem Johannem Banum ad huiusmodi facta expedienda et habilem et stremium fore agnoscentes. dipl. dass König Ostoja mit dem Herzog und mit Bosnien stritt. dass die Ragusaner im Sinne ihrer alten Privilegien in Bosnien unbehindert Handel treiben und alle Länder be halten sollen. que iam a duorum annorum revolutione citra premanibus suis retinetur et pro nostra conservatur Maiestate. die mehrere Jahre hier blieb. 388). sich mit seinen Gegnern zu versöhnen und besonders mit Ragusa. nobisque gemebunde sup- plicante humiliter. X. für das sich auch Sigismund annahm. war unter den Bedingungen des Friedens auch die. a nostra Majestate auxilium sibi dari postulavit. incendia et alia damna perpetrando castrum principale ipsius regis Ozthoye Babulch vocatum. war es seine erste Sorge. ipsoque Ozthoya rege ea de causa Budam ad nostram celsitudinem accedente. druztva III. Urkunde König Sigismunds vom J. um Ostoja wieder einzusetzen. König Sigismund erhörte seine Bitte und beauftragte den Ban von Maöva. verwüstete die Länder und Besitzungen der Ostoja untreuen Magnaten und drang bis Bobovac vor. Geschichte Bosniens 19 . 1405 für Ban Johann von Maöva (Fejer. Auf einem Grabsteine aus dieser Zeit steht: „und zu dieser Zeit geschah es. arkeol. Als sich Sigismund mit Ostoja versöhnte. p. 98. Cod. capi- taneumjnostri exercitus preficiendo in subsidium dicti regis Ozthoye transmisi- mus. qui solus cum sex vexilis suis propriis et valida sua exercituali potentia in dicto regno nostro Bozne procedendo. — 289 — Ostoja liess seine Frau Kujeva und seine Kinder in dem belagerten Bobovac und flüchtete sich nach Ofen zu König Sigismund. doch das *) Tandem nonnulli magnates perfidi dicti regni Bozne ipsum regem Oz- thoyam de dicto regno suo excludere volentes. Hier vertrieb er die Belagerer. und nach Ungarn ging Ostoja". ubi Corona ipsius regni Bozne conservatur. et illustris Domina consors ipsius regis Ozthoye cum suis liberis residentiam faceret personalem. Johann von Maröth. in tenutis. Viestnik hrv. die ihnen König Tvrtko schenkte. den er demüthigst um Hilfe anflehte.*) Nachdem Stephan Ostoja durch die Gnade König Sigis- munds und mit Hilfe des Bans von Maöva auf seinen Thron zurückkehrte. nahm die Stadt ein und legte eine ungarische Besatzung in dieselbe. fidelia ob- sequia ibidem nostre exhibens Maiestati etc. cujus supplicationibus regio favore inclinati.

— 290 — Küstenland. Schon Anfangs März 1404 stand er mit Hrvoje in gutem Einvernehmen und Hrvoje berichtete dies sogleich seinen Freunden und Bundesgenossen." **) Unterdessen sandte Ostoja selbst seine Leute nach Ragusa. solle er ihnen nicht mehr geben.-j-) Während sich König Ostoja den Ragusanern zu nähern *) Gjon Rastic in Pucic's „Sporn. Sporn. Seite XV. . das ganze Küstenland den Ragusanern zurückzuerstatten.***) er soll das Küstenland an Ragusa zurückgeben. um hier vor der „Versammlung der bosnischen Herrn" über den Frieden mit dem Könige zu verhandeln. 52. März 1404 eine ausführliche Instruction. und dass wir Euch berichten sollen. Sporn. und Ihr werdet dahin wirken und trachten. I. Seite IV—VII. dass auch wir mit ihm Frieden schliessen sollen. März 1404: „Wir verstanden. und dass Ihr ihn als Herrn angenommen habt und er Euch als Knecht. nach Bosnien senden werden. seinem Beschützer und Wohlthäter angenehm zu sein und sich mit den Ragu sanern auszugleichen . Primj. Und was Euer Liebden schreibt. dass die Ragusaner zwei Gesandte. dafür danken wir Euch sehr. Marino Kabuzic und Nikolaus Perov Pucic. um der Gemeinde Frieden anzu bieten. März 1404. f) Veröffentlicht hei Pucic. welches ihnen Ostoja geschenkt und wieder entrissen hatte. srpski" I. dass sich König Ostoja mit Euch versöhnt hat. 52. srp.*) Ostoja war auch aufrichtig daran gelegen. Der Rath von Ragusa gab zu diesem Zwecke seinen Ge sandten am 30. ***) Pueiö. um dies jedoch leichter zu erreichen. den Ra gusanern. Sporn. Wird er dies thun. Diese antwortete ihm jedoch am 14. Nach langen Verhandlungen einigten sie sich schliesslich dahin. p. p. trachtete er sich zuerst mit Hrvoje zu versöhnen. der Ostoja untreu war. der dann sein Vermittler sein sollte. Diese antworteten ihm darauf am 14. I. was Euer ehrlich Liebden uns schreibt. da sie den Paul Radisic. und theilte ihm einfach den Auftrag König Sigismunds mit. aufgenommen hatten. L. **) Pucic. bis er endlich Ostoja auftrug. so wird die Commune mit ihm in Frieden und Freund schaft leben. Trotz dieser Bestimmungen drangen die Gesandten Ragusas so lange in Sigismund.

53. April der Rath von Ragusa. I. Schon am 15. besonders jene das „Küstenland" betreffende. Sandalj Hranic und Paul Radinovic auch noch folgende bosnische Magnaten: der Vojvode Radiö Sanko- vic. suchte Hrvoje einzelne bedeutendere Magnaten. cit. mit den Eagusanern zu versöhnen. I. wie vor dem Kriege. op. so mögen sie sogleich nach Hause zurückkehren. einen von Sandalj s Leuten. vor die Versammlung. doch schon am 25. und sollte dieser das Küsten land nicht geben wollen. ist uns unbekannt. Darauf schrieb ihnen am 30. dass ihnen Sandalj nicht selbst geschrieben habe. Ostoja brachte die Forderungen der Ragusaner. Sie bitten ihn auch. die er gefangen hat. er soll ihre Leute frei lassen. Sie thaten dies. Sporn. und es möge zwischen ihnen wieder Freundschaft sein. Wie die bosnischen Magnaten diese Forderungen aufnahmen." In dieser Versammlung waren ausser Hrvoje. dass sie über die Rückgabe des „Küsten landes" keine klare Antwort erhielten. dass sie von Hrvoje einen Brief erhalten haben. der Vojvode Paul Klesic. versammelte sich Anfangs April in Visoki die „Con- gregation der bosnischen Herrn. in dem er ihnen schreibt. die im letzten Kriege an der Seite Ostojas gegen Kagusa kämpften. 291 trachtete. Die Verhandlungen zwischen Ostoja und Ragusa schei- *) Pucic. sie mögen vom Könige eine präcise Antwort verlangen. es sei ihnen aber leid. 19* . Die wichtigsten unter diesen waren als die nächsten Nachbarn derRagusaner: der Vojvode Sandalj Hranic und Knez Paul Radinovic. *) Ebenso nahmen die Ragusaner auf Hrvojes Bitten auch den Knez Paul Ra dinovic als ihren Freund an und sie schrieben ihm aus diesem Anlasse am 26. p. März 1404 einen besonderen Brief. sie mögen den Nenad. der Vojvode Vukmir Jurjevic und Knez Radoje Radosalic und endlich auch der Djed der bos nischen (patarenischen) Kirche mit mehreren seiner Suffragane. April berichteten die Ge sandten nach Ragusa. **) Pucic. p. . März 1404 schreiben die Ragusaner an San dalj. 54.**) Nachdem der Weg zur allgemeinen Versöhnung gebahnt war. in Freiheit setzen. den ihm sein Diener Brailo Tezalovic trug.

was sie gegen König Ostoja sprechen sollen. was uns nützlich und letzterem verderblich ist. Mai 1404 auch die Ragusaner ihre Vertreter: Marino Bunic und Paskoje Rastic. arbeitete Hrvoje in Bosnien gegen ihn. das uns König Ostoja zufügte." Ljubi<5. 134. weil ihn Gott an Ostoja gerächt hat. abwandten. ferner sollen sie ver- *) Pucic. Ostoja abzusetzen und einen neuen König zu wählen. m. An Hrvoje schlossen sich auch mehrere andere bosnische Magnaten an. Durch Hrvojes Bestrebungen kam es dazu. wahrscheinlich wollte der König das Küstenland nicht zurückgeben. damit diese dem Herrn König Sigismund von allem Bösen erzählen sollen. wenn deine Herrlichkeit etwas unseren Ge sandten schreiben und diese instruiren will."*) Während die Ragusaner Ostoja bei König Sigismund anschwärzten. Darum. und zwar wahrscheinlich in Visoki. dass sich endlich ein grosser Theil der bosnischen Magnaten dahin einigte. **) Dass gerade Hrvoje am meisten gegen Ostoja thätig war. Die erzürnten Ragusaner verbanden sich neuerdings mit Herzog Hrvoje zur Ver nichtung Ostojas. p. Mon. Sporn. dem sie bisher immer treu waren. Der Doge von Ragusa Niksa Zurkovic gab ihnen vor ihrer Abreise folgende Instruction : sie sollen zu Hrvoje gehen und diesen beglückwünschen. be weist ein venetianisches Schreiben von 1411. ja es scheint. wird jedoch noch kein König proclamirt. wenn jemand zum Könige gewählt wird. in'dem gesagt wird: „Quia dictus rex Hostoya propter potentiam domini Charvoie de regno ipso fuit expulsus. . 81. p. I. und sie sollen Hrvojes Rath befolgen. so sollen sie die erwähnte Bestätigung von Sandalj Hranic und der bosnischen Versammlung mit Ein willigung der Patarenen erwirken. Mai 1404 schreiben die Ragusaner an Hrvoje : „Wir sandten diese Briefträger zu unseren Gesandten nach Ungarn. VI. so werden sie so sprechen. — 292 — terten vollständig. 54. dass diesmal sogar auch Sandalj Hranic und Paul Radinovic sich von Ostoja. sollen sie von diesem die Bestätigung ihrer alten Privilegien bitten. Schon am 27.**) Die bos nischen Magnaten versammelten sich zu diesem Zwecke. und von allem. Auf diese Versamm lung sandten am 28.

dass die Magnatenversammlung schon vor dem 16. ersieht man. wenigstens für Ragusa. Hier in der Zurückgezogenheit wartete er auf den geeig neten Moment. dass sie von Ostoja nur Gutes sagen könne. König von Bosnien (1404—1408). p.. und wenn er nicht will. der in Ragusa lebt. . **) Der Exkönig Stephan Ostoja. glorreichen Angedenkens. **) Aus einem Schreiben der Ragusaner vom 16. Pucic. Sporn. Der neue König hatte seine Wahl hauptsächlich Hrvoje zu verdanken. Tvrtkovic. die schon seit alten Zeiten Herrn sind. schloss sich in die feste Burg Bobovac ein. ferner Paul Radisic und endlich mehrere Mitglieder der Familie Kotromanic. ***) Pucic. — 293 — traulich und insgeheim zu Hrvoje sagen: „Wer ist geeig neter zum Könige als ihr?" . Am 8. unter denen wieder Stephan Tvrtko II. I. . den Sohn des einstigen Königs Tvrtko nämlich. p.*) Am bosnischen Magnatentage. Sporn. gab es also mehrere Kanditaten für den Thron: Hrvoje selbst. Primjetbe IX." Die Republik Venedig nahm jedoch den Bericht Hrvojes ziem lich kalt auf. und er berichtete der Republik Venedig trium- phirend. um wieder den Königsthron zu erringen. I. Sporn. der Anfangs Juni ab gehalten wurde. ja sie erklärte sogar. Und eben dieser wurde in den ersten Tagen des Juni zum Könige von Bosnien erwählt. der hervor ragendste war. von den hervorragendsten Magnaten seines Reiches verlassen. Hrvoje war auch stolz darauf. und dass sie sich darum nicht in diese *) Pucic. 56. 35. in der schon seit 1403 eine ungarische Besatzung lag. August 1404 schrieben die Ragusaner dem Vojvoden Sandalj Hranic. erhoben haben. Stephan Tvrtko II. der rechtmässige Sohn des Königs Tvrtko I. Juni auseinandergegangen war.***) Mit der Thronbesteigung Tvrtkos II. dass seit der Sintfluth keine so unruhigen und bewegten Zeiten waren.. oder jenes Paul (Radisic). so sollen sie die Partei eines Kotromanic ergreifen. Tvrtkovic. I. schienen jedoch ruhigere Zeiten zu beginnen. wie in den vergangenen Jahren. Juli 1404 an Sandalj Hranic. dass die „einigen bosnischen Magnaten den Ostoja des Königreiches entsetzt und einen andern.

war seine erste Sorge. 397. und Bosnien mit Ragusa zu versöhnen. und ihm die Stadt Spalato und die Inseln Brazza. auf den bosnischen Thron erhoben hatte. die Macht von Ostojas Anhängern im Lande zu brechen. X. dipl. op. p. Croatiaeque regius vicemgerens (vicarius) ac Bosnae summus voyuoda." Lucio. p. 39—41. hing vollständig von dem mäch tigen Hrvoje und dessen Genossen Sandalj Hranic ab. nee non partium inferiorum comes. V. wie denen des Königs selbst. Mon. Eifrige Anhänger Ostojas waren besonders der Vojvode von Hum Juraj Radivojevic und dessen Bruder Knez Vukic. Mem." Fejer. Ljubic. op. p. dux Spalati. 4. ***) Lucio. op. — 294 — Kämpfe einmenge. August 1404 den König Stephan Tvrtko II zu ihrem Bürger zu ernennen. schon am 3. p. mit der Bitte. und jetzt empfahl ihn derselbe Ladislaus mit einem Schreiben vom 16.*) Sie beeilte sich aber trotzdem. Lesina und Curzola geschenkt. 385. p.-j-) Nachdem Hrvoje den Stephan Tvrtko II. betrachtete ihn doch auch König Sigismund als seinen und seiner Krone mächtigsten Gegner. Hrvoje war überhaupt zu dieser Zeit der mächtigste und angesehenste Mann zwischen der Save und dem adriatischen Meere. Michael Steno. Er war die Stütze zweier Könige und Königreiche. 384. cit. f) „capitalem nostrae maiestatis emulum Hervoyam. Diese waren *) Ljubic. Cod. Hrvoje führte damals den Titel : „excellens dominus Heruoya. Ostoja hatte kurz vor seinem Falle am 22. Juni 1404 dem Dogen von Venedig. der Doge möge den Gesandten und den Briefen des Herzogs Hrvoje denselben Glauben schenken. cit.***) Zu dieser Zeit begann auch Hrvoje seine eigenen Münzen zu prägen. dass um diese Zeit der Herzog Hrvoje der eigentliche Herr der Länder und Königreiche südlich der Save war . 81. cit. p. Wir sehen also.**) Stephan Tvrtko II. V. 46. . Dalmatiae. April 1404 den venetianischen Kaufleuten verschiedene Privilegien in seinem Reiche ertheilt. m. sondern dem bosnischen Reiche den Frieden wünsche. *•) Ljubiö. Der dankbare Ladislaus hatte ihn schon früher zum Herzog (dux) von Spalato und zum General-Gouverneur in Kroatien und Dalmatien ernannt. 47.

p. Am 8. dass Alles."***) und ebenso danken sie auch dem Knez Paul Radinovic am 23. Sporn. Vladislav Danielc. geschehen wird. und er nahm darauf die Ragusaner wieder zu Brüdern und Freunden an. März 1405. I. cit."**) Ähnlich schreiben die Ragusaner am 25. dass der gewesene König Ostoja mit ihnen in Unfrieden lebte und ihre Rechte nicht anerkannte . — 295 — im März 1405 derart bedrängt. „Denn was du willst. . Zeugen und Bürgen dieses Friedens waren: der Herzog von Spalato Hrvoje und sein Sohn Balsa Hercegovic. Radoje Dragosalic. dass sie damals ihr Vater land zu verlassen und mit Weib und Kind nach Ragusa zu ziehen beabsichtigten. p. op. Radosav Pribojevic. p. Knez Paul Radinovic. p. ferner die Kneze Radoje Radosalic. März 1405 an Herzog Hrvoje: „wir wissen. erklärte dem Ragusaner Gesandten Nikolaus Guöetic sein Bedauern darüber. 60. ***) Idem. 56. denn Gott hat dir die Gnade gegeben. dass es so sei. weil er ihren Gesandten „ein guter Helfer beim Herrn Könige und beim Herzoge war. Die Ragusaner setzten besondere Hoffnungen in die Vojvoden Hrvoje und Sandalj Hranic. was du in Bosnien befiehlst." so schreibt der Doge von Ragusa. sie suchten sich darum bei diesen einzu schmeicheln. **) Idem. dieser möge für Ragusa günstige Friedensbedingungen erwirken. op. Juni 1405. in „Beli selisti in Trstivnica". cit. der Vojvode Sandalj Hranic und dessen Bruder Vukac Hranic. August 1404 bittet der Doge von Ragusa Nikolaus Gundulic den Vojvoden Sandalj. und bestätigte ihnen alle alten Privilegien *) Puciö. dass König Tvrtko II. 61.*) Zur selben Zeit wurde der Friede zwischen Ragusa und Bosnien verhandelt. t) Idem. „das wird auch der Herr König Tvrtko und der Herr Herzog und ganz Bosnien wollen. 59. König Tvrtko IL. Vuk Rogatic und Bjelica Bjelhanic. Batic Mirkovic."-j-) Nur dem Herzoge Hrvoje und seinen Genossen hatten es die Ragusaner zu verdanken. einen für sie günstigen Frieden schloss. mit ihnen am 24.

oit. Schon Anfangs Mai wusste man in Ragusa. was in den letzten Kriegen Be wohnern von Ragusa unrechtmässig weggenommen wurde. und er schloss darin auch die Dörfer Lisac.. X. cit.. p. doch in Ostojas Urkunde nicht an geführt waren. September auch den König Tvrtko selbst zu ihrem Patrizier und Rath. ff) Cum nos . 260. Juli 1405. dipl.**) Ebenso ernannten sie am 22. das Küstenland von Kuril bis Stagno betreffend. auch.. op.-j-j) Sigismund sammelte drei Heere. 63. *) Die Ragusaner waren überglücklich. ihm einen Tribut von 500 Gulden für den bosnischen Krieg zu zahlen. die höchste Zeit mit Ragusa Frieden zu schliesen. Mai fordert Sigismund die Stadt Kronstadt auf. ferner versprachen sie ihm die früher gebräuchlichen Tribute zu zahlen und schenkten ihm in ihrer Stadt das Haus. die auch zam Küstenlande gehörten. . dass der ungarische König sich zu einem grossen Feldzuge bereite. vor.. ***) Miklosic. am 3.. serb. y) und am 31. König Sigismund bereitete sich zu einem neuen Kriege gegen Bosnien. welches früher dem Könige Stephan Ostoja gehörte.***) Es war für König Tvrtko II. Imotica und Trnovica ein. denn unterdessen bereitete sich im Norden Bosniens ein neuer Sturm gegen ihn. vor allen jene Ostojas. p. Kurze Zeit darauf. Endlich verordnete der König Tvrtko II. valido nostro cum exercitu pro rectificandis et restaurandis regni nostri confiniis versus regnum nostrum Ramae seu Boznae nostros gressus dirigere habeamus necessarie . p. op. dass Knez Vukac Hranic mit noch einem bosnischen Magnaten und zwei Ragusanern in Konavlje oder Trebinje oder auf Popovopolje zusammenkommen und als Schieds richter entscheiden sollen. zu Gunsten seines Schützlings Ostoja. — 296 — und Schenkungen. eines unter dem Befehle *) Miklosic. ernannten sie die Brüder Sandalj und Vukac Hranic zu Patriziern und Räthen ih'-er Gemeinde und schenkten ihnen in Ragusa einen Palast.. Cod. 4. Mon. p. p. 257. **) Miklosic. f) Pucic. Sporn. 253—256. und alles dies soll zurückgezahlt werden. der einst dem Vojvoden Radiö Sankovic gehörte. Fejer . 377.

da sie damals in den lombard-schen Krieg verwickelt war. Pokret (Rad IV. sie mögen ihm auf seine Kosten zwei voll kommen ausgerüstete Galeeren überlassen. Ragusa und bei dem gekrönten kroatisch dalmatinischen Könige Ladislaus von Neapel. 85). wenn dasselbe Dalmatien und das kroatische Küstenland angreifen sollte. in der eine Be satzung König Ladislaus' und Hrvojes lag. Diese Stadt unterstützte zwar nicht öffentlich Bosnien gegen ihren rechtmässigen König. März 1405 seine Bitte ab. der seine Flotte unter Führung des Admirals Johann von Lusignan in den nördlichen Theil des adriatischen Meeres sandte. Pokret (Rad IV. um Sigismunds Heer zurückzuschlagen. p. und das dritte unter Peter von Peren sollte die slavonisch- bosnische Gränze bewachen. Mon. doch sie öffnete ihre Waffenmagazine. wenn ihn ein Unglück von Seiten *) Raöki. op. m. 53. doch sie ver sicherte Hrvoje ihrer besonderen Freundschaft und Ge wogenheit. Der Herzog Hrvoje suchte zu diesem Zwecke Hilfe in Venedig. p. p.*) Doch auch Bosnien bereitete sich zu energischem Wider stande. einnehmen. slav. das andere unter dem kroatischen Bane Paul sollte dem Unathale folgen und die Feste Bihaö. fragte bei den Ragusanern an. und wachte hier. als sie nur wollten. 87—88. ***) RaÖki. und die Bosnier konnten hier so viele Waffen kaufen.***) Die grösste Hilfe bot dem Herzoge Hrvoje und Bosnien der König Ladislaus . 84—87). Die Vene- tianer bat er. Die Republik schlug am 24. — 297 — des Bans von Maöva sollte durch Slavonien in Usora ein fallen. Glücklicher war Hrvoje in Ragusa. p. **) Ljubic. . cit. Lusignan nahm die Insel Arbe ein. denn der Zupan Tolisa von Hum. Im Oktober dieses Jahres war wahrscheinlich das ungarische Heer im Vor- theile. t) Ra6ki.**) und wirklich nahm sie auch später das ihr von Sigismund angetragene Bündniss nicht an. ein Mann des Vojvoden Sandalj. •{•) Der Krieg Sigismunds gegen Bosnien wurde in der zweiten Hälfte des Jahres 1405 geführt. ob er in ihre Stadt fliehen könne.

Tvrtko II. p. . 261—262. wie die Bosnier unlängst die Angriffe Sigismunds tapfer zurückschlugen. betrachtete. besonders gegen Ungarn. dieser möge dem bosnischen Reiche dessen alte Gränzen.*) Doch bald darauf übermannten die Bosnier ihre Gegner. Das westliche Heer Sigismunds nahm zwar durch einen Sturm. de regno Dalm. — 298 — des ungarischen Heeres treffen sollte. musste jedoch später zurückweichen. den er nicht nur als König von Kroatien und Dalmatien. Pokret (Rad IV. p. bestätigen. konnte sich jedoch später darin nicht halten. die Bestätigung des Besitzes von Usora. Sandalj Hranic und den anderen bosnischen Magnaten. und kehrte nach Ungarn zurück. seine Ge sandten auf den neapolitanischen Hof zu König Ladislaus mit der Bitte. ***) Lucius. liess er in Srebrenik eine Besatzung unter Nikolaus Garäzda und Ladislaus Szilägyi. König Ladislaus war über die Gesandtschaft seines „vielgeliebten Verwandten". **) Bosnien war für diesmal gerettet. I. bei dem auch Ban Paul selbst tödtlich verwundet wurde. und Hrvoje schmerzte es doch. dass er nichts weiter erreichen könne. Durch diese Bitte beabsichtigte Tvrtko II. fiel in die Hände der Ungarn . **) Raüki. besonders gegen Ungarn zu. Doch den König Stephan Tvrtko II. 86—87). und nachdem Sigismunds Heerführer Johann von Maröth sah.***) Da er ferner sah. *) Pucic. zu erhalten. p. die Feste BihaC ein. August alle alten Rechte Bosniens und dessen Gränzen. und musste nach Hause zurückkehren. sehr erfreut und bestätigte am 26. wie sie unter Ban Kulin waren. des Königs von Bosnien . sondern auch von Ungarn. Auch dieses war Anfangs von Erfolg begleitet. welches theilweise in den Händen von Sigismunds Heer führern war. von König Ladislaus. Ein ähnliches Schicksal hatte das östliche Heer. Einzig die feste Stadt Srebrenik. dass die Stadt Srebrenik und mit ihr Usora in König Sigismunds Macht blieb. 66. sandte darum im künftigen Jahre 1406 im Einverständnisse mit dem Herzoge Hrvoje. Sporn. nach Zerstörung Dobors das be deutendste Bollwerk Usoras.

"j"{") doch später unterstützte er so *) Arkiv za pov. und die Burg Zrinj. September dem Herzog Hrvoje die ganze Zupa Vrhrika (Vrlika) mit der Stadt Prozor. dass er jede Feindschaft vergessen habe und dass Ostoja mit seinen Leuten und seinem Ver mögen nach Belieben in ihre Stadt kommen und hier die selben Freiheiten gemessen kann. die ihr sein Vicar Hrvoje geschenkt hatte. So schenkte er am 15. Er beschloss darum Bosnien zu verlassen. p.***) Die glückliche Vertheidigung Bosniens gegen Sigismund war natürlich Niemandem so unangenehm. da er dieser Stadt vor nicht langer Zeit so schwere Unbill angethan hatte. Doch wo sollte er sich hinwenden? Nach Ragusa. f) Pucic. war es Ostoja schwer. aus Bosnien auszuwandern.*) Dem Vojvoden Sandalj Hranic schenkte er die Städte Cetin und Sluin. Sporn. Nachdem die Bosnier Sigismunds Angriffe tipfer zurückgewiesen hatten.**) Zur selben Zeit bestätigte er der Stadt Sebe- nico die Besitzungen und Mühlen. so konnten wir nicht anders handeln. inmitten seiner Feinde ferner zu bleiben. die dem Paul Subic Zrinjski gehörte. ***) Ibidem. September schrieben die Kagusaner an Sandalj: rfWas Ostoja betrifft. Er versuchte trotzdem sein Glück und sandte seinen Diener Paul Uzinovi6 zum Ragusaner Rathe mit der Bitte. ff) Am 20. p. **) Ibidem. konnte er ja nicht gehen. jugosl. Der Rath war merk würdiger Weise sehr bereitwillig und antwortete schon am 13. I. 79. 62.-j-) Die Absicht Ostojas. p. in dieses alte Asyl bosnischer Flüchtlinge und Un zufriedener. dass man ihn in der Stadt aufnehme. und am 23. März des künftigen Jahres 1407 auch die wichtigen Festen Ostrovica und Scardona. September 1406. wie dem Ex könige Ostoja. — 299 — belohnte er bei dieser Gelegenheit die hervorragendsten Vojvoden und Kneze mit Ländern in Kroatien und Dal- matien. p. wenn wir nicht alle . war anfänglich dem Vojvoden Sandalj nicht angenehm . VII. der seit seiner Vertreibung noch immer in Bobovac lebte. 58— 60. die hier jederzeit die bos nischen Magnaten genossen haben. 60 und 66—67.

Pokret (Rad IV. vielleicht doch noch einmal den bosnischen Thron wiederzuerlangen. ***) Ibid. I. p. und 27. und einen anderen Eid haben wir nicht als den einen. 80. sondern sie richteten ihre Aufmerksamkeit jetzt auf d. hatte Ostoja kein rechtes Vertrauen zu dem Rath. kamen nach Ragusa grosse Herrn.e Südgränze des bosnischen Reiches. p. darum sandte er einen anderen Diener Stephan Tepöic nach Ragusa. — 300 — gar dieselbe gemeinschaftlich mit Hrvoje. wo ihrem eigenen Besitze eine Gefahr drohte." Pucic. Besonders Hrvoje und Sandalj fürchteten keine Gefahr von Norden her.**) Und dennoch kam Ostoja nicht nach Ragusa. der König Tvrtko. den wir ihm (Ostoja) gegeben und verschrieben haben. **) Idem pag. obwohl dieser mit Berufung auf seine Vergangenheit jedes Misstrauen entschieden von sich wies: „auf den Eid. Sporn. p. denn hier besass seit einiger Zeit der Herzog Hrvoje die wichtige Stadt Cattaro und Voj unsere anderen Privilegien vernichten wollten . 82—83. . denn jeder der aus Bosnien oder vor einem anderen Herrn in unsere Stadt flieht. durch den ihm der Rath von Ragusa am 6. die den Rath gebeten hatten. April 1407 zu schliessen. März 1407 einen zweiten Freiheits brief sandte. er möge ihnen und den anderen Bosniern zu Liebe eine Brigantine nach Dricvi an der Neretva senden. fühlte sich indessen mit seinen Magnaten in vollkommener Sicherheit. Man entnimmt dies aus Ragusaner Schreiben vom 26. *) Pueic. um von hier Stephan Ostoja nach Ragusa zu überfuhren. Sporn. 93—94). wie der Car Stephan. der Ban Stephan und andere Herrn Brüder desselben . aus denen er die Hoffnung schöpfte."***) Wahrschein- l.*) Doch Ostoja scheint nicht recht getraut zu haben. weil er unterdessen Nachrichten erhielt. — Kacki. 80. 86. p. den wir ihm gegeben und unter unserem Siegel verschrieben haben. König Stephan Tvrtko II. I.ch ging Ostoja auch darum nicht nach Ragusa. November an beide Vojvoden. kann nach dem Gesetze unbehindert kommen und hier frei wohnen. Nach einem Briefe Hrvojes und der ragusanischen Antwort darauf vom 1.

Doch die Venetianer. denen er dafür seine Städte Scuttari und Drivast abgetreten hatte. der auch nach dem Besitze dieser Stadt strebte. Zeta Balsa Balsi6. und Cattaro. *) Ambaxator Crevoye nobis significat. er warten konnte. Ljubic. Georg II. über welches damals die Vojvoden Hrvoje und Sandalj herrschten.*) Infolge der venetianischen Intervention scheint Hrvoje seinen Plan aufgegeben zu haben. si mferret malum vel nouitatem Georgio Balsa et suo filio. Stracimirovic mit seinem Sohne die Stadt Cattaro zu beunruhigen und ihr und ihren Leuten viel Schaden zuzufügen. nachdem er im Jahre 1385 die Stadt Cattaro erworben hatte. Slav. Straciu"rovic. nament lich die Stadt Budva. die selbst in Kriege verwickelt waren und sich auch mit Hrvoje und Bosnien nicht verfeinden wollten. wünschte gleichfalls Cattaro und dessen Gebiet zu erwerben. p. in Zusammenstoss gerieth. dieser möchte es in seine Herrschaft und unter seinen Schutz nehmen. 48. wie der erste König von Bosnien Stephan Tvrtko 1. . Es wurde schon erwähnt. der damals in Bosnien mit Sigismund kämpfte. der sich aus Furcht vor den Türken in den Schutz der Venetianer ergab.. mit dem Fürsten von. den Fürsten von Zeta anzugreifen. der Nachfolger Balsa Balsics. Mon. qui inferunt multa damna civitati et hominibus Catari recommissis dicto Crevoye. 62.**) Diesen selben Antrag erneuerte Cattaro im August des künftigen Jahres 1405. quod non velimus habere pro malo. ***) Ibidem p. — 301 — vode Sandalj Grundbesitz in der Umgebung Cattaros. begann Georg II. m. auf den bosnischen Thron er hoben hatte. Hrvoje beschloss darum. schlugen auch diesen Antrag Cattaros ab. und er theilte diese seine Absicht im Juli 1404 dem Rathe von Venedig mit. V.***) nachdem es keine Hilfe von Hrvoje. machte dem venetianischen Rathe im November desselben Jahres den Vorschlag. Eben als in Bosnien der Herzog Hrvoje gegen König Stephan Ostoja kämpfte. 46 — **) Ibidem p. welches die unaufhörlichen Anfälle des Fürsten von Zeta nicht ertragen konnte. nachdem er Stephan Tvrtko II.

T. in qua faciunt mentionem de locis Dulcigni. die Tochter Lazar Grebljanovics. aquisitis per nos. Budva und Antivari an den Vojvoden Sandalj abtreten. «um ad ipsos spectet locus predietus . quo velimus exire ex Ulis locis." Ljubic. der beinahe bis zu Balsas Tode dauerte. doch trotzdem blieben Anfangs die Venetianer Sieger und entrissen ihm das ganze Küstenland von Cattaro bis Dulcigno. zu Bosnien gehört hatte. . September 1405 dem bosnischen Könige und versicherte ihn. dass seine Stadt Cattaro nicht angetastet werden soll. doch von der Übergabe der Städte Dulcigno. König Stephan Tvrtko II. Bei derselben Gelegenheit baten sie den Rath von Venedig. Die Venetianer hoben hervor. m. entrissenen Städte Dulcigno. per quam ipsi requirunt a nostro dominio. quod in casu. da Budva noch vor Kurzem. Mon. Mit dieser Antwort war König Tvrtko II. im Falle Venedig selbst dieselben nicht behalten wollte. und einen Sohn BalSa III. ehe es die Fürten von Zeta einnahmen. — 302 - Unterdessen starb der Fürst von Zeta Georg II. debeamus complacere Sandali amico suo .. nicht zu frieden. Die bosnischen Herren fürchteten jetzt auch für ihre Stadt Cattaro. . . Dieser be- schloss sich dem venetianischen Einflusse zu entziehen und den Venetianern die Städte zu entreissen. Im Kriege gegen die Venetianer rief Balsa wiederholt die benachbarten Türken zu Hilfe.*) Der Rath von Venedig antwortete am 13. dass sie diese Städte im Kriege gegen die Fürstin Helena und deren Sohn Balsa erobert haben und dass sie dieselben mit Gottes Hilfe auch behalten wollen. Budva und Antivari wollte der Rath gar nichts hören. Ad alteram partem.. die sein Vater ihnen abgetreten hatte. sie mögen Cattaro. p. de quibus nos rogant. . Straci- niirovic und hinterliess eine Wittwe Helena. *) „quod respondeatur oratoribus aerenissimi regis Bossine et simi- liter Crevoye ad ambassiatam nobis expositam parte sua. die sich schon zweimal den Veneti anern angetragen hatte. welches zum bosnischen Reiche gehört. in Ruhe lassen. umso weniger.. Bude et Antivari. Es entstand dadurch ein Krieg. Slav. si nos volumus impedire de factis Catari. 63—64. und Hrvoje sandten darum ihre Gesandten zu den Venetianern und forderten von diesen. er möge die Balsa III.

V. alle drei Städte zu erwerben. an Sandalj. wenn bis zum Mai des nächsten Jahres das abtrünnige Zeta unterworfen und Fürst Balsa daraus ver trieben wird. . da sie dadurch ihre Ehre verletzen würde.*) Die bosnischen Gesandten beschränkten jetzt ihre Forderung nur auf Budva und zwei oder drei Dörfer in der Umgebung von Cattaro. sondern sie vertagten am 12.***) Die bosnischen Gesandten. in den Jahren 1406 und 1407 dem bosnischen Reiche. wenigstens Budva zurückzugewinnen. dass er bereit sei. quas primitus habebamus. qui est domiuus in partibus Albanie. und unterstützt durch König Ladislaus. op. **) Es wird hier ausdrücklich gesagt: „quod Sandali alias fuit domi nus Bude et habuit dominium eius . wenn es nicht möglich sein sollte. et Dulcignum . op. sondern er forderte ge meinschaftlich mit Sandalj im Dezemcer 1407 neuerdings Budva und Antivari. op. Dezember einer ent schiedenen Antwort aus. V. . beziehungsweise dem Vojvoden Sandalj. *) „quod velimus dare Sandali. Budva an Sandalj auszuliefern." Ljubic. 80. alle der Fürstin Helena und Balisa entrissenen Länder herauszugeben und für sich nur Dulcigno und die Gebiete. terras per nos acceptas domine Helene condam domini Georgii Straza- miri et eius filii Balse retinendo nobis illas. cit. . Juni ihre Antwort auf die Zeit.**) Hrvoje wurde indessen auch durch diesen Misserfolg nicht eingeschüchtert. 78. desselben Monates antwortete er endlich. Juni 1406 die Republik entschieden ab. . zu behalten. doch am 23. die die Republik schon früher besass. — 303 — Darum trachtete jetzt der Herzog Hrvoje gemeinschaft lich mit König Tvrtko II. die Ende des Jahres 1407 in Venedig waren. cit. doch auch darauf wollten die Venetianer nicht sogleich ein gehen. p. ***) Ljubic. cit.. p. . Der venetianische Rath wich noch am 15. bis sie von ihren Commissären genauen Bericht erhalten. Im Mai 1406 forderten König Ladislaus und Herzog Hrvoje die Republik Vene dig auf." Ljubic. hatten auch noch eine andere Aufgabe. . indem er als Gegendienst den Veneti- anern seine bewaffnete Hilfe gegen Fürst Balsa anbot. V. den Herrn von Albanien. Diese Aufforderung lehnte indess am 8. p. . 107—110.

und es begleiteten ihn viele unga *) In einer Urkunde vom 29. um damit Bosnien anzugreifen. die sich seit 1405 unaufhörlich gegen die Angriffe der Bosnier wehren mussten. . Paul Radinovic. im übrigen ist der Rath bereit. um in Bosnien einzufallen und die in Srebrenik belagerten Feldherrn zu befreien. Es unterstützte ihn dabei auch Pabst Gregor XII. Denn König Sigismund konnte den Rückzug seines Heeres (1405) nicht vergessen. November 1407 die christliche Welt zu einem Kreuzzuge gegen die Türken und „die abtrünnigen Arianer und Mani- chäer" aufforderte . IV. sich nach allen Seiten um Hilfe umzusehen." Kacki. *) Das Heer führte SigJsmund selbst. Georg Radivo- jevic und dessen Bruder Vukic zu venetianischen Bürgern ernenne. . gegen die Save zu. p. Der venetianische Rath antwortete auf die Bitte der bosnischen Gesandten.. der am 9. besonders von Polen. 2). Ausserdem sollten die Gesandten auf jede Weise trachten. einen solchen Bund zu schliessen. und zwar Sandalj Hranic.. als schon jetzt bestehe. 97 Anm.. . dass diese einige bosnische Magnaten. dass zwischen Bosnien und Venedig ein noch engerer Bund zu Stande komme. Im Sommer des Jahres 1408 zog schon ein riesiges Heer Sigismunds. und die vor drei Jahren erhaltene Niederlage zu rächen. dass seine Heerführer Niko laus Garäzda und Ladislaus Szilagyi. endlich der Gewalt derselben unterliegen. wo sich beide Parteien verpflichten. . gar nicht denkbar sei. Boznensium tyranicpm rebellionem . Dezember 1408 schreibt König Sigis mund: „Sane nobis in aestatc proxime transacta dictorum nostro- rum aemulorum . Pokret (Rad.. und wollte auch nicht zulassen. Er sammelte darum ein grosses Heer. actus nefarios et impedimenta tolerare non valentibus et contra eosdem validissimo nostro instaurato exercitu dictum regnum Boznae intrantibus . Bosnien hatte es wahrlich sehr nothwendig. und auch Sigismund selbst suchte aus wärtige Hilfe. dass ein noch engerer Bund zwischen Venedig und Bosnien. ihre gegenseitigen Feinde nicht zu unterstützen. verstärkt durch polnische Hüfstruppen. — 304 - Vor allem sollten sie im Namen Hrvojes und Ivanis Neli- pic's die Republik bitten.

1086." Eberhardi Windeckii Historia vitae imperatoris Sigismundi cap. .Domarathum de Kobi- lani. indicta. Scrip- tores rerum germanicarum. I. Und auch diesmal wurden hier die Bosnier vollkommen aufs Haupt geschlagen. Doch die grösste und entscheidende Schlacht wurde gerade bei der Feste Dobor geschlagen. gerade wie im Jahre 1394. und Sigismund konnte die einzelnen Städte nur durch blutige Kämpfe einnehmen. in virtute potenti illud invadit. videlicet Zavissium nigrum de Roznow. und es waren ihrer 126. Domarad von Kobiljani. Schlachten waren bei Srebrenik. Geschichte Bosniens. eroberte Dobor und nahm den König Tvrtko II. Tvrtkovi6 selbst führte. bei Branic und bei anderen Festen und Burgen. beging hier Sigismund eine barbarische That. et plures alios. welches der König Stephan II. — 305 — rische und polnische Magnaten. Also betwang er das konigreich .*) *) Über diesen Feldzug schreibt Sigismunds Biograph Windeck folgendes: „Du solt wissen in dem Jare als mon zalte von gotes ge- purt tausent vier hundert und funff Jare. führte er mit sich nach Ofen. . B. 18. Das ungarisch -polnische Heer zählte im Ganzen 60. Joannem Varschewski. Tom. (J. habens in suo exercitu Polonorum gentibus milites insignes et praestantes. dorumb lag er in dem lande drey ganze Jare winter und Summer. wenn sich 'der konig wider In gestalt hatte. Nach Rache dürstend. Den gefangenen König Tvrtko H. Er liess nämlich die gefangenen bosnischen Magnaten.000 Mann. und bezwang das konigreich und ving den konig von Wossen und furt in gein Offen und lies hundert sechzigk und zweinzig lantherrn die haupter abslan und über einen hohen Fels zu Tobra von dem slosse ab hin werffen in das wasser. Sigismund schlug das bosnische Heer.Auch der polnische Chronist schreibt: „Sigismundus (1408) Hungariae rex. Johann von Grbov und Andere. . 20 . Johann Varsevski. die später traurige Folgen hatte. selbst und zahl reiche Magnaten gefangen. Lipsiae 1728. Menckenius. quod a fide et obedientia sua discesserat. die die Bosnier erst aus Staub und Asche erhoben und neuer dings befestigt hatten. pag.) — . Von letzteren werden namentlich erwähnt Zavis der Schwarze von Roznow. Die Bosnier kämpften sehr tapfer. expeditione contra Bossnense regnum. Zavissium de Oleschnicza. Skarbkonem de Gori. et multa castra quae faciebant resistentiam. do zog konig Sigmund in das konigreich zu Wossen mit grossem volck Sechzig tausent manne zog er in das konigreich. In Usora begegnete es dem bosnischen Heere. Joannem Favorey de Garbow. köpfen und ihre Leichen vom Felsen von Dobor in den Bosnafluss werfen.

— 306 —

Bevor Sigismund nach Ungarn zurückkehrte, befestigte
er auch seinen Einfluss in Serbien. Hier regierte nach der
verhängniss vollen Schlacht am Amselfelde als Despot Lazars
Sohn Stephan Lazarevic. Unfähig der türkischen Macht
zu widerstehen, musste er Bajazit huldigen, Tribut zahlen
und die Türken in ihren Kriegen unterstützen, ja sogar
seine Schwester Miljeva dem Sultan zur Frau geben. Nach
der Schlacht bei Angora (1402) beschloss er jedoch, sich
in den Schutz des Königs und Kaisers Sigismund zu be
geben. Diese Absicht führte er jetzt während Sigismunds
Aufenthalt in Bosnien aus, indem er dadurch Serbien vor
der türkischen Gewalt zu retten und seinem Neffen Georg
Brankovic die Nachfolge zu sichern hoffte.*)
Stephan Ostoja zum zweitenmale König von
Bosnien (1408 — 1418). Die Niederlage bei Dobor
im Jahre 1408 war ein schwerer Schlag nicht nur für
Bosnien, sondern auch für Kroatien und Dalmatien. Bosnien
war ohne König, und in Kroatien und Dalmatien sah man
deutlich ein, dass der Regierung Ladislaus' von Neapel die
letzte Stunde geschlagen habe. Alles beeilte sich jetzt dem
Sieger Sigismund zu huldigen und seine Gnade zu erwerben.
Als die ersten von den bosnischen Magriaten eilten zu
dem siegreichen König der Herzog Hrvoje Vuköic und der
Vojvode Sandalj Hrani6. Es ist nicht bekannt, ob diese
beiden Magnaten an der Schlacht bei Dobor theilnahmen;
doch gleich nach dem Siege Sigismunds begaben sie sich
nach Ofen, um dem Könige zu huldigen.**) Sigismund war

gladio conquirit, et multos Bossnenses, aut deprivat capite, aut deiicit
de muro. Regnumque Universum redegit in obedientiam et tributum."
Joanni Dlugossi Historiae Polonicae lib. X. p. 194. (Lipsiae 1711.)
•) In demselben letzten Jare seines legers also er (Sigismund) von
Woss,en zog, do schreib mon vierzehen hundert und acht Jare, do zog
er gegen Sirfien und Raizen, und teidingete mit dem Tischbot (Despot),
das er mit Im eins wart und hilt das also ein biderman, wenn er was
ein furste und herzog aus Sirfie und Razen, und was ein herlich schon
mon, warhafft und gerecht, und aus fridsam .... Windeck, cap. 19
(Mencken, p. 1086). Raöki, Odnosaj srbskih despota i doselica naprama
kruni hrvatskoj i ugarskoj. (Knjizevnik, II. p. 476—488).
**) Also betwang er das Konigreich und pracht dorzu, das Korby

— 307 —

über die Ankunft der mächtigsten bosnischen Magnaten sehr
erfreut; er nahm sie gnädig auf und zeichnete sie auf jede
Weise aus, indem er hoffte, durch ihre Hilfe seine Herrschaft
über Bosnien zu befestigen. Besonders schmeichelte er dem
mächtigen Hrvoje, der nicht nur der hervorragendste bos
nische Magnat war, sondern auch Herzog von Spalato und
ein angesehener kroatischer Aristokrat, und ausserdem bisher
die festeste Stütze König Ladislaus' in den Königreichen
und Ländern südlich der Save. Sigismund that alles mög
liche, um Hrvoje an seine Person und sein Interesse zu
knüpfen. Er bestätigte ihn in allen seinen Würden, schenkte
ihm die Stadt Spalato mit dem Herzogstitel, liess ihm ferner
alle Besitzungen in Kroatien, besonders die Inseln Brazza,
Lesina und Curzola, ferner die Stadt Almissa mit dem
Gebiet von Makarska und Neretva, und dann schenkte er
ihm auch neue Güter und Städte, unter anderen auch die
Stadt Pozega. Endlich ernannte er ihn zu seinem Gevatter
und ertheilte ihm den Drachenorden, den der König und
dessen Gemahlin erst vor Kurzem begründet hatten.*)
Ausser Hrvoje und Sandalj versöhnte sich bei dieser Ge
legenheit mit Sigismund auch Hrvojes Schwiegervater Ivan
Nelipic, damals der angesehenste kroatische Knez.**)
Hrvoje war mit der Aufnahme in Ofen sehr zufrieden.
Er prahlte damit vor seinen Freunden den Ragusanern, die
ihm darauf am 9. Februar 1409 antworteten: „Das gnädige
und herzliche Schreiben deiner Herrlichkeit haben wir er-.

(Hrvoje) und Zendel (Sandalj) die grossten lantherren und forsten in
demselben Konigreich zu Ihm gein Ofen riten und gaben sich in genade,
do nam er sie gar gnediglichen auff. Windeck, cap. 18 (Mencken,
p. 1086).
*) „pro eo, quod idem Hervoya se ad nostri culminis servitia prompte
et fideliter seiviturum perpetuis temporibus offerebat, sibi saepedictam
civitatem nostram Spalaten. ipsi Hervoye ducalis dignitatis titulo eiusdem
civitatis mag. insigniendo de nostrae regiae plenitudine potestatis, ac
quam plura castra et possessiones nostras, ac in signum sincerae dilestionis
ipsum in compatrem nostrum assumendo sibi pro singulari bonore quod-
dam clenodium, scilicet signum Draconis ... in signum indissolubilis socie-
tatis gestare solemne duxeramus conferendum. " Lucius de regno p. 268.
**) Kacki, Pokret (Rad IV. p- 99).
20*

— 308 —

halten und ersehen, dass deine Gnade uns, deinen Freunden,
berichtet über die schöne und ehrenhafte That, die zwischen
dem erlauchten König Sigismund und deiner Herrlichkeit
geschehen ist; der Herr Gott sieht, dass wir darüber sehr
erfreut sind."*) Noch zufriedener war jedoch König Sigis
mund, der jetzt seine Herrschaft nicht nur in Kroatien und
Dalmatien, sondern auch in Bosnien als gesichert ansah.
Am 6. Januar 1409 schrieb er freudig der Stadt Trau,
dass er sich mit Hrvoje und ganz Bosnien versöhnt habe,
und er fordert die Stadt auf, gleich den übrigen Städten
Kroatiens und Dalmatiens Gesandte zu ihm zu senden, um
ihm zu huldigen und ihn als ihren König anzuerkennen. **)
Sigismund hatte auch Ursache zur Freude. Denn seitdem
der Herzog Hrvoje nicht mehr der Vicar König Ladislaus'
war, huldigten Sigismund der Reihe nach alle dalmatinischen
Städte, mit Ausnahme des einzigen Zara, in dem eine Be
satzung Ladislaus' lag. Ladislaus hatte schon längst die
Überzeugung gewonnen, dass er sich in Kroatien und Dal
matien nicht auf die Dauer halten könne; und als er jetzt
von der bosnischen Niederlage bei Dobor und Hrvojes
Frieden mit Sigismund hörte, beschloss er, sich auch der
letzten Reste seines Besitzes in Dalmatien zu entledigen.
Er sandte darum sogleich Gesandte nach Venedig, um der
Republik die Stadt Zara und seine übrigen Besitzungen im
dalmatinisch - kroatischen Küstenlande zum Kaufe anzu
bieten. Am 9. Juli 1409 wurde in Venedig ein Vertrag
geschlossen, infolge dessen Ladislaus die Stadt Zara mit
noch einigen Ortschaften, ferner alle seine angeblichen Rechte
auf Dalmatien für 100,000 Dukaten an die Republik Venedig
abtrat.
Sigismund hat also durch Hrvojes Hilfe Kroatien und
Dalmatien erworben, doch in Bosnien war er nicht so
glücklich. Das bosnische Volk achtete wenig darauf, dass

*) Pucic, Spom. I. p. 95.
**) „Auditis, prout non ambigimus, pace, unione et concordia inter
nos et d. Hervoyam ducem Spaleti etc. ac universitatem regni nostri
Kosnae initis factis et fideliter consumtis . . . ." Lucius de regno,
p. 262.

— 309 —

zwei seiner hervorragendsten Magnaten König Sigismund
anerkannten. Da es keinen Fremdling wollte, scheute es
sich nicht auch den schon einmal abgesetzten Ostoja auf
den Thron zu erheben, nur um einen einheimischen Herrscher
zu haben. Und so bot sich also dem Stephan Ostoja, der
seit 1404 noch immer in seiner Feste Bobovac sass und
die Hilfe König Sigismunds erwartete, eine schöne Gelegen
heit, um auch ohne die Hilfe des ungarischen Königs auf
den ersehnten Thron zurückzukehren. Die bedeutendsten
Führer der Nationalpartei, die einen einheimischen König
auf den Thron erheben wollte, waren der Vojvode Juraj
Radivojevic und dessen Bruder Knez Vuöic, Magnaten des
Landes Hum. Diese unterstützten schon Ostoja, als er
noch als Exkönig in Bobovac wohnte; und jetzt war es
hauptsächlich ihr Verdienst, dass schon im November 1408
Stephan Ostoja neuerdings auf den bosnischen Thron er
hoben wurde. Der dankbare König Ostoja belohnte dafür
die Brüder sehr reichlich*), indem er ihnen am 10. De
zember 1408 Hrvojes Stadt Almissa mit dem Küstenlande
zu beiden Seiten der Cetina, und mit dem Küstenlande der
Zrnovnica, ferner die Zupa Gorska, die Stadt Krusevac
und die Zupa Blatna, die Zupa Brocno und die Zupa
Luöka zu beiden Seiten der Neretva schenkte. Nachdem
Stephan Ostoja wieder König war, trachtete er sich vor
Allem mit Ragusa vollständig zu versöhnen, und besonders
die Handelsverhältnisse dieser Freistadt zu Bosnien zu
ordnen. Auf sein Schreiben antworteten ihm am 5. Ok
tober 1409 die Ragusaner, dass sie alle Zwistigkeiten, die
zwischen ihnen bestanden, vergessen "haben und dass sie
bereit seien ihm den Tribut zu zahlen, den sie dem bos
nischen Könige zu zahlen verpflichtet sind. **) Kurz darauf

*) „quod propter fidem, et optimam seruitutem nobis et filio nostro
Stephano per capit. Georgium et comitem Vuchichium , et eorum filios
praestitam tunc, quando a Bosnensibus pulsi fuimus, et stetimus in
quodam loco nuncupato Bobouaz, quorum opere et optima serui-
tute, ac fide erga nos praestita iterum in regnum repositi fui
mus . . . ." Lucio, Mem. p. 391. — Miklosic, Mon. serb. p. 385—386.
**) Pucic, Sporn. I. p. 99—100.

— 310 —

kam zu Ostoja nach Visoki der ragusanische Gesandte
Rusko und bat den König, er möge alle alten Privilegien
und Freiheiten der Commune Eagusa bestätigen. Der
König erliess darauf am 4. Dezember 1409 eine Urkunde,
in der er den Wunsch der Ragusaner erfüllt. Diese Ur
kunde bestätigte auch seine Frau Königin Kujeva, sein
Sohn Stephan Ostojic und sein Neffe Vukasin Mlatkovic.
Von bosnischen Magnaten weilten damals an der Seite des
Königs weder Hrvoje, noch Sandalj, und auch nicht Paul
Radinovic, sondern nur einige bis dahin unbekannte Mag
naten, wie Knez Tvrtko Crneic, die Kneze Stephan und
Ostoja Tepöic, Knez Gregor Galesic, Knez DragiA Goloz-
lovic und Knez Vlatko Octovic.*)
Obwohl also damals die Macht König Ostojas ganz un
bedeutend war, war sie doch dem Könige Sigismund, der
Bosnien seinem Reiche einverleiben wollte, unangenehm.
Und auch seinem Vertrauensmanne Hrvoje war es gar nicht
angenehm, dass der durch ihn entsetzte Ostoja wieder den
Thron bestieg. Noch mehr erbittert, weil Ostoja seine
(Hrvojes) Stadt Almissa dem Georg Radivojevic und dessen
Familie geschenkt hatte, erhob jetzt Hrvoje alle seine Ge
walt, um Ostoja zum zweitenmale vom Throne zu stürzen.
Er griff auch die Radivojevice und deren Verwandte an,
da diese die mächtigste Stütze Ostojas waren. Im Mai 1409
wüthete Hrvoje derart gegen die Radivojevice , dass sich
die Frauen Vlada und Vladika, die Mutter und Gemahlin
des Vojvoden Georg Radivojevic bereiteten, nach. Ragusa
zu fliehen, um Hrvojes Rache zu entgehen.**) Wie Hrvoje
gegen den König Ostoja selbst arbeitete, beweist am besten
sein, aus Jajce am 27. April 1410 an die Bewohner von
Spalato gerichteter Brief, in dem er sie auffordert, Ostojas
Haus in Spalato zu confisciren, weil „Ostoja, einst König,
sich schon seit langer Zeit den Türken und abtrünnigen
Bosniern anschloss gegen das Königreich und den König
von Ungarn, den gnädigsten Herrn Sigismund", der ihn

*) Mikloäiö, Mon. Serb. p. 272—273.
**) Pucic, Sporn. 1. p. 95—96.

— 311 —

dafür als Abtrünnigen und Feind aller seiner Güter und
Besitzthümer, wo immer dieselben' sein mögen, verlustig er
klärt hat. *) Doch gerade die Übermacht Hrvojes und
seine Wuth gegen Ostoja verschaffte letzterem die Sym-
pathieen der übrigen bosnischen Magnaten. Ja sogar der
Vojvode Sandalj Hranic, nach Hrvoje der mächtigste Aristo
krat Bosniens, schloss sich jetzt der Partei König Ostojas
an; vielleicht fühlte sich Sandalj gekränkt, weil ihn König
Sigismund nicht so auszeichnete wie den mächtigen Hrvoje.
Nachdem Sandalj Ostojas Partei ergriffen hatte, schlossen
sich letzterem auch viele andere Magnaten an, und „die
Herren des bosnischen Reiches wollten wieder den Herrn
König Ostoja zu ihrem Herrscher und hatten ihn liebge
wonnen."**)
Dies war König Sigismund zu viel. Damit nicht die
Zeiten, wie sie vor 1408 waren, zurückkehren, beschloss
er neuerdings Bosnien anzugreifen und dasselbe zu zer
stückeln, um so den bisherigen Wirren und Umstürzen
einen Riegel vorzuschieben. Der Krieg Sigismunds gegen
Bosnien wurde in den Jahren 1410 und 1411 geführt.
Unterstützt durch den Despoten Stephan Lazarevic und die
Gegner Ostojas, an deren Spitze Hrvoje stand, war es
Sigismund leicht bis in das Herz des eigentlichen Bosnien
vorzudringen. Ein Heer fiel durch Usora in das Bosnathal
ein, während das andere durch Podrinje vordrang.***) Noch
*) Fejer, Cod. dipl. X. 5 p. 184.
**) In einem Briefe der Venetianer vom 15. Januar 1411 lesen wir :
Cum nobilis vir ser Fantinus Maripetro habere debeat, ut asserit, a sere-
nissimo rege Hostoia Bossinae libras 87 argenti ser finii pro pretio
et solutione certorum pannorum sibi datorum iam annis sex elapsis ipso
ser Fantino existente mercatore in partibus Bossinae, quam solutionem
tunc consequi non potuit . . ., quia dictus rex Hostoia propter potentiam
domini Charvoie de regno ipso fuit expulsus ... Et prelibatus do
minus rex Hostoia de voluntate baronum Bossine in dieto regno sit
reversus et specialiter Sandalli . . . . Ljubi<5, Mon. Slav. mer.
VI. p. 134.
***) Am 4. Nov. 1410 datirt Sigismund eine Urkunde „in descensu
nostro campestri, videlicet in portu fluvii Zavae, Rascha vocato;" und
am 27. Dezember desselben Jahres „in Dyako." Fejer, Cod. dipl. X, 5
p. 46 und 74.

— 312 -r-

im Jahre 1410 nahm Sigismund mit seinen Helfershelfern
die Städte Vranduk, Pod-Visoki, Bobovac, Kuölat und
Brodar ein, und im Frühlinge des nächsten Jahres stand
sein Heer vor Srebrenica, der bedeutendsten Bergwerksstadt
Bosniens, die schon 1376 unter König Tvrtko berühmt
war.*)
Nachdem Sigismund den Widerstand der bosnischen
Magnaten und König Ostojas um die Mitte des Jahres
1411 gebrochen hatte, begann er Bosnien zu zerstückeln.
Er entriss dem bosnischen Reiche das ganze untere Bosnien
und vertheilte dasselbe unter seine Helfer. Dolnji-kraji
liess er auch ferner dem Herzoge Hrvoje, die Vojvodschaft
Usora vertraute er dem Johannes von Gara,**) und das
Gebiet Soli gab er wahrscheinlich dem Johannes von Maröth,
dem damaligen Bane von Maöva. So umgab er Ober-
Bosnien mit einer ganzen Reihe von Verwaltungsgebieten,
die ihm ergebene Magnaten in Händen hatten. Doch auch
Ober-Bosnien liess er nicht ganz. Er nahm demselben die
wichtige Bergstadt Srebrenica, und gab sie seinem Bundes
genossen Stephan Lazarevic. Dadurch warf er einen Stein
des Anstosses zwischen Bosnien und das benachbarte Ser
bien.***) Im übrigen Ober-Bosnien, dem Lande Hum,Trebinje
und Podrinje regierte auch ferner Ostoja, nachdem ihn
Sigismund hier nicht angreifen konnte. •{■) Doch traurig
waren die Verhältnisse in diesem Theile des bosnischen
Reiches. Es gab hier weder Ordnung noch Gehorsam; Ge
waltthätigkeiten, Ungehorsam und Räubereien nahmen über
hand. Ja selbst Mitglieder der Königsfamilie waren Räuber.
Im Jahre 1412 ritt der Ragusaner Kaufmann Jaksa Bunic

*) Jireöek, Die Handelsstrassen, p. 39.
**) In einer Urkunde Sigismunds, in der die Ereignisse von 1415
erzählt werden, liest man: „Joannes de Gara, qui eo tum woivo-
datus Usurae fungebatar officio." Fejer, Cod. diplom. X. 6 pag. 862
bis 863.
***) Jireöek, Die Handelsstrassen, p. 39.
f) Während des ungarisch-bosnischen Krieges, am 31. Dezember 1410,
ernannten die Ragusaner den König Stephan Ostoja und dessen Sohn zu
Räthen ihrer Stadt. Miklosic, Mon. serb. p. 276.

— 313 —

mit Vuk, einem Neffen des Königs Ostoja, aus Dezevice
nach Visoki. Unterwegs gelüstete es dem jungen Vuk
nach dem Golde Bunic, er ermordete also diesen und be
raubte ihn. Die Ragusaner klagten am 16. Mai 1412 über
dieses Verbrechen dem Könige Ostoja mit scharfen Worten:
„Es reisen unsere Leute unter den Türken und unter an
deren Heiden, doch niemals geschah unseren Leuten so viel
Böses, wie hier (in Bosnien)." *)
Während des ungarisch-bosnischen Krieges stand der
Vojvode Sandalj Hranic treu an König Ostojas Seite. Am
10. Dezember 1410, eben als der Krieg in Bosnien am heftigsten
wüthete, stellte er in seiner Feste Kljuö gemeinschaftlich
mit seiner Gemahlin Katharina und seiner Schwiegermutter
Anna den Venetianern eine Urkunde aus, kraft deren er
der Republik Venedig seine Burg Ostrovica in Kroatien
um 5000 Ducaten verkaufte, nur damit diese nicht dem
Könige Sigismund in die Hände falle.**) Im künftigen
Jahre 1411, als Srebrenica von Sigismund erobert wurde,
bat der Rath von Ragusa den Vojvoden Sandalj, er möge
sich für die Ragusaner annehmen, die bei dieser Gelegen
heit gefangen oder geplündert wurden.***) Nach dem bos
nisch-ungarischen Kriege beschäftigten Sandalj die Ange
legenheiten der Stadt Cattaro, die sich von Bosnien los-
zureissen und der venetianischen Republik zu unterwerfen
beabsichtigte. Durch die cattarenser Gesandten dazu be
wogen, schlug der Rath von Venedig am 8. Mai 1411 dem
Vojvoden Sandalj vor, er möge seiner Ansprüche auf Cattaro
für eine gewisse Geldsumme entsagen; doch als man in
Venedig hörte, dass Sandalj 7000 Mann türkische Hilfs
truppen habe, mit denen er Cattaro bezwingen will, be
dachte sich der Rath anders und trug sich an, Sandalj mit
Cattaro zu versöhnen. -{')

*) Pucic, Sporn. I. p. 112.
**) Glasnik druäitva srbske slovesnosti, XII. p. 311 und 314. Schon
am 5. Januar desselben Jahres hatten ihn die Venetianer zu ihrem Bürger
ernannt. Ibidem, p. 302.
***) Pucic, Sporn. I. p. 102. Primj. XIII.
f) Glasnik XII. p. 320— 324. — Am 20. Mai vvusste man in Venedig:

— 314 —

Diese Daten beweisen, dass zu dieser Zeit der Vojvode
Sandalj so viel galt, wie noch unlängst Hrvoje. Darum
trachtete Sigismund nach seinem Feldzuge gegen Bosnien,
auch Sandalj ganz für sich zu gewinnen. Er berief ihn
darum mehrmals auf seinen Hof. Erst im Jahre 1412 ent-
schloss sich Sandalj zu Sigismund zu gehen, obwohl er die
Versprechungen, die er diesem Könige nach der Schlacht
von Dobor machte, nicht getreulich erfüllt hatte. Am
22. April 1412 entschuldigte sich Sandalj durch seinen Ge
sandten bei den Venetianern, weil er persönlich zu dem
Könige von Ungarn ging. Er habe dies nur gethan, weil
ihn der König mehrmals dazu eingeladen hat und weil er
diesem verpflichtet ist. Doch da Sandalj weiss, dass er
schon früher den Venetianern verpflichtet war, so versichert
er diese, dass er in gar nichts einwilligen werde, was ihrer
Republik zum Schaden gereichen könnte.*)
Sandalj Hranic weilte an der Seite Sigismunds in Ofen
noch im Mai und Juni des Jahres 1412, als hier grosse
Festlichkeiten zu Ehren des, damals als Gast des Königs
von Ungarn hier anwesenden, polnischen Königs Vladislav
Jagiello stattfanden. Zu diesen Festlichkeiten waren sehr
viele angesehene Personen aus allen Gegenden gekommen,
so dass damals in Ofen 13 Fürsten, 21 Grafen, 26 andere
Magnaten (mit Ausnahme der ungarischen) und 1500 Ritter
mit 3000 Knappen anwesend waren. Von den hervor
ragendsten Gästen werden ausdrücklich erwähnt die öster
reichischen Herzoge, der Grossfürst von Lithauen, ferner
der Vojvode Sandalj Hranic, der Herzog Hrvoje, den
der polnische Chronist „König von Bosnien" nennt, mit
seiner Gemahlin Helena; endlich der Ban von Macva, Jo
hannes von Maröth, den wieder Sigismunds Biograph
„König von Bosnien" nennt. Am 2. und 3. Juni wurden
Turniere abgehalten, an denen Ritter aus Griechenland,
Italien, Frankreich, Polen, Böhmen, Ungarn, Oesterreich,
Lithauen, Russland, und auch aus Bosnien, Serbien und
„et precipue nunc, quum Sandali habet secum ut dicitur VII
mille Turchorum."
*) Glasnik XII. .p. 322.

Sporn. Joannis Lubensis. — In einem Briefe vom 1. fing der Stern des Herzogs Hrvoje Vuköic zu verlöschen an. p. 268. da Hrvoje trotz des Friedens mit Ungarn immer noch mit der venetianischen Republik lieb *) Janussii Rathiboriensis. **) Jirecek. Joannis Dlugossi Historiae polonicae lib.*) Als Sandalj am Hofe Sigismunds weilte. . starke und im Kampfe unternehmende und tapfere Leute geschildert werden. rex Bossnensis Carwen (Hrvoje) sua et suae consortis praesentia ludum hunc celebriorem effecerat. der öfter die serbischen Länder plünderte. 176. 327—328. . Hrvoje pflegte riesige Geldsummen zu verzehren. p. altae et procerae staturae. . 122. Sendal Bossnensis ducum. da er ihm die Unterstützung des serbischen Despoten Stephan Lazarevic gegen den türkischen Herrscher Musa Kesedzija anvertraute. dass auch: „Marrolt (Joannes de Maröth) könig zu Bossen" zugegen war. 23 p. strenui et animosi in pugna spectarentur . umsoweniger. . Die Handelsstrassen. — Am 18. p. Als er im Jahre 1408 zu König Sigismund reiste. p. und besonders die wichtige Bergwerksstadt Novo- brdo (bei Pristina) angriff. . — 315 — Bulgarien theilnahrnen. cum et sui milites. scheint ihn der König sehr liebgewonnen zu haben. doch im Herzen war er ihm nicht zugethan. Sporn. fidelibus in regno Rasciae apud illustrem prin- cipem Dezpotum . August 1413 schreibt König Sigismund: „dum pridem magnificus Zandalius regni nostri Boznae wayvoda fidelis noster dilectus una cum aliis eiusdum regni nostri Boznae . die als hoch gewachsene. lieh er von seiner Frau sechstausend Golddukaten als Reisegeld aus.**) Während so das Ansehen und der Ruhm des Vojvoden Sandalj Hranic fortwährend wuchs.. p. wenn er auf den ungarischen Hof ging." Lucius. 1090) sagt. Mai 1414 schmeicheln die Ragusaner dem Sandalj : „wie sich deine Herrlichkeit tapfer und edel benommen hat bei dem Herrn Despoten und bei dem türkischen Kaiser. . In diesen Turnieren zeichneten sich besonders die bosnischen Ritter aus. eilte er sogleich im nächsten Jahre 1413 dem serbischen Despoten Stephan zu Hilfe gegen Musa.. .56. de regno." Pucic. I. Und nur Sandalj s Hilfe ist es zu verdanken. in nostris servitiis fuisset constitutus .. der da mals gerade wieder Novo-brdo belagerte. — Windeck (cap. . dass diesmal Novo-brdo von den Türken befreit wurde. weil er seine grosse Macht fürchtete. Als Sandalj nach Hause zu rückkehrte. Pucic. XI. Sigismund zeich nete ihn zwar bei jeder Gelegenheit aus.. I.

Dieses Verhältniss zwischen Sandalj und Hrvoje wurde auch ein wenig durch Verwandtschaftsbande aufrecht erhalten. obwohl auch dieser Hrvojes grosse Macht nicht gerne sah. Doch Ende 1412 starb Katharina und Sandalj hei- rathete darauf Helena. Von allen bosnischen Magnaten blieb ihm bisher einzig Sandalj Hrani6 einiger- massen zugethan. Ja es wird sogar erzählt. eroberte dessen Burgen und tödtete viele Leute desselben. **) iidem Hervoye congregatis sibi certis complicibus. Als Sandalj An fangs 1413 nach Serbien zog. besonders Johann von Gara. um den Despoten Stephan Lazarevic zu unterstützen. dass Paul Csupor einst am königlichen Hofe den Herzog Hrvoje schwer beleidigte. welches Sandalj an Hrvoje knüpfte. et armorum . von der er sich Spalato und andere Besitzungen in Kroatien und Dalmatien bestätigen liess. Paul Csupor und Jo hannes von Maröth . die es ungern sahen. ja er forderte sogar die Türken auf nach Bosnien zu kommen und ihm zu helfen. — 316 - äugelte.**) *) Glasnik XII. indem er ihn mit einem Ochsen- gebrülle begrüsste. 283 und 304.*) Ausserdem hassten Hrvoje zahlreiche kroatische und ungarische Mag naten. Dadurch wurde auch das einzige Band zerrissen. die Nichte Hrvojes und Tochter der verwittweten Banin Anna. um den Herzog zu verspotten. p. wie Sigismund dem bosnischen Herzoge schmeichelte. Er begann darum diesen Nebenbuhler zu hassen und beschloss ihn zu verderben. die Wittwe des Fürsten von Zeta Georg Stracimirovic und Tochter des unglücklichen Fürsten Lazar von Serbien. der noch unlängst sein erbittertster Gegner war. Hrvoje sah deutlich. dass ihm das Terrain unter den Füssen entzogen werde. Besonders schmerzte es ihn. da Sandalj Katharina. der eine rauhe und grobe Stimme hatte. Doch auch die bosnischen Magnaten achteten nicht mehr Hrvoje. fiel Hrvoje raubend und plündernd in Sandaljs Gebiet ein. zur Gemahlin hatte. seit sich dieser Sigismund angeschlossen hatte und gegen König Stephan Ostoja und dessen Anhänger eiferte. dass Sigismund mit dem Feldzuge in Serbien den Vojvoden Sandalj betraute.

p. und ausserdem seinen ganzen Besitz in Slavonien mit Aus nahme Pozegas. um von hier aus durch venetianisches Gebiet nach Rom zur Kaiserkrönung zu ziehen. Johann von Gara und Paul Csupor raubten und plünderten in seinen Städten in Slavonien und ent rissen ihm alle mit Ausnahme des einzigen Pozega. Lesina und Curzola verloren. (Rad. ut in snb- sidium suae malitiae in dictum regnum nostrum Bohemiae (Bosniae) pro- perarent . *) Ljubic. und nahmen darauf seine Feste durch Sturm ein und zer störten sie. die Königin dazu.**) Ja sogar Spalato wurde Hrvoje untreu. XXVI. jug. akad. und ihn aller seiner Güter und Würden entsetzte. Lucius. durch Gegner Hrvojes dazu be wogen.***) Ende Juni hatte schon Hrvoje Spalato und die be nachbarten Inseln Brazza. dass sie Hrvoje als einen Ab trünnigen und Verräther erklärte.) **) Lucio. um ihn von seiner Höhe zu stürzen. o Hrvpji. unterstützt durch Johann von Gara und Paul Csupor. Turchas et alias Barbarorum nationis gentes. um sich dessen Güter anzueignen. 88. seine Gouverneure in der Stadt und vertrieben sie. Es blieben ihm Dolnji-kraji in Bosnien und einzelne Städte in Kroatien. um sich zu gentibus. das er durch seine Frau Helena erhalten hatte. namentlich Almissa. dass ihn seine Feinde vollkommen vernichten könnten. p. p. per certos famili ares suos cum suis literis. 258. iztraäi. ***) Ljubic. dicti Zandalii. 392. . op. Während König Sigismund eben in Friaul war. rich tete er ein Schreiben an die Königin Barbara. Anfangs Juni 1413 überfielen die Spalatiner. . Pov. — 317 — Durch diese That bereitete sich Hrvoje seinen Unter gang vor. cit. In der Furcht. eilte Sandalj Hrani6 nach Ofen zur Königin Barbara und bewog.*) Auf diesen Beschluss der Königin eilten alle Gegner Hrvojes. p. namque castra et quamplures possessiones contra edictum et prohibitionem nostrae maiestatis hostiliter invadendo ex- pugnavit et insuper malum malo aecumulare volendo. Mem. quae per quosdam fideles nostros apud eosdem repertae fuere. de regno. 87. . Viele seiner Feinde und Nebenbuhler fielen ihn jetzt bei König Sigismund und dessen Frau Barbara an.

nämlich Vrbas und Kozara. Verweist mich nicht aus des Königs und Euerem Dienste. dass er dem Könige niemals untreu war. Ihr wisst ferner. dass der König und seine Magnaten mir geschworen haben. da ich kaum die Zeit erwartet habe. „gebt nicht zu. welches aus dem Könige selbst. und meinem König treu dienen können werde. .*) Vor Allem beklagt er sich über Johann von Gara und Paul Csupor. demselben zwei Festen als Pfand zu übergeben. dem Könige von Polen. Er verwahrt sich dagegen . — 318 — rechtfertigen. gnädige Königin. dass ich Mitglied des Drachenordens bin. Rath und Urtheil der übrigen Mitglieder. 392—394." so schreibt Herzog Hrvoje. p. Um zu beweisen. so wurde er dadurch nicht dem Könige untreu. und er sei bereit sich in dieser Hinsicht dem Urtheile eines Gerichtes zu unterwerfen. dass ich in meinem Alter im Heidenthume und im Unglauben sterbe. die ihm Städte und Länder entrissen haben. Erinnert Euch dem heiligen Johannes *) Lucio. und seine Boten nicht auf den könig lichen Hof liessen. dass er mit den Venetianern und Türken im Geheimen Bündnisse ge schlossen habe. da ich mir keiner Schuld bewusst bin. sondern er rächte sich nur an seinen Feinden. Er vertheidigt sich ferner. den Kopf zu verlieren oder seiner Güter verlustig zu werden. und dass ich darüber königliche Schreiben besitze. Und wenn er verdient hat. die ihm ohne des Königs Be fehl eigenmächtig alle seine Güter in Slavonien (ausser Pozega) entrissen. und nach den schriftlichen Statuten dieses Ordens darf kein Mitglied verurtheilt werden ohne Wissen. so soll ihm nach dem Urtheile der Richter geschehen. wenn er die Städte seiner Gegner angriff. sondern sie unterwegs aufhielten und zusammenfingen. sei er bereit. Erinnert Euch. wo ich vom Heidenthume zur katholischen Religion übertreten. Mem. wie er dem Könige jederzeit treu ist. dem Herzog von Oesterreich und Mitgliedern des Drachenordens zusammen gesetzt sein wird. „Ich bitte Euch ferner. und lasst mich nicht ohne Ursache fallen. bestätigt mit des Königs Siegel und den Siegeln seiner Magnaten.

und sie haben in dieser Hin sicht auch schon wirklich Schritte gethan. Und ob ich zugrundegehe oder bleibe. Erinnert Euch um des allmächtigen Gottes willen aller mir gegebenen Ver sprechungen und Eide. bekam ich ein Transsumpt des königlichen Schreibens von zwölf Artikeln mit allen Eiden und Versprechungen. mit denen sich der Herr König und sein ganzes Königreich mir verpflichtet haben. und auch meinen Bitten um Gerechtigkeit nicht entsprechen wollen. Mit einem Schreiben aus Feltre vom 17. Die Gegner Hrvojes verstanden es auch König Sigismund selbst von Hrvojes Untreue zu überzeugen. wo es mir möglich sein wird. Die Türken selbst bereiten sich auf jeden Fall zu einem Kriege gegen Ungarn. und befahl den ungarischen und kroatischen Magnaten. wenn ich allen christlichen Herrschern darstelle und mit theile die mir gegebenen (und nicht gehaltenen) Ver sprechungen und Eide. Versprechungen und Verpflichtungen. so soll er es mir nicht für Übel nehmen und als Sünde anrechnen. Lesina und Cur- zola seinen treuen Bagusanern an. und die Hrvoje unterthanen Städte forderte er auf. — die Bosnier beabsichtigen sich schon mit den Türken zu verbinden . wo ich Schutz finden werde. und in einem Schreiben aus Pulsano vom 1. demselben seine Güter zu entreissen. sondern ich werde mich dorthin wenden. — 319 — zu Liebe. sondern lasst mich in der Treue gegen den König sterben. blieb vollkommen resultatlos." Diese geschickt verfasste Vertheidigung. und vernichtet mich nicht in meinem Alter. Sollte jedoch der Herr König allen seinen Eiden. sich unmittelbar . Juli 1413 vertraute Sigis mund die Verwaltung der Inseln Brazza. Und nach dieser Erklärung werde ich nicht ferner in solch' bitterer Unterdrückung bleiben können. und ihn zu energischen Schritten gegen den Herzog zu bewegen. Als ich unlängst in Ofen war. sondern meine Zuflucht war allein der König. doch wenn die Sachen so bleiben. dass ich Euer Gevatter bin. die vieles wahre enthält. werde ich Schutz suchen. August erklärte er Hrvoje für einen Hochverräther. Bisher suchte ich keinen (fremden) Schutz.

er möge mit seinen Galeeren Hrvoje unterstützen. 364. wo nur möglich. weil sie erst vor kurzem mit Sigismund einen fünfjährigen Waffenstillstand geschlossen hatten. p. endlich wie der türkische Sultan Muhamed I. Schon in der zweiten Hälfte des August weilte sein Gesandter in Venedig und beklagte sich über König Sigismund. " Lucio. quod non vult pacta nee conuentiones. 395. wie Sigismund gegen Hrvoje Bane und Vojvoden gesandt hat. doch der König blieb unerbittlich. quod totaliter insurgant contra euni (Hervoyam) et scripsit. um ihm seine Länder und Städte zu entreissen. dass sich Sigismund weder um seine Eide. Jlem. . Seine Gesandten stellten dem Rathe dar.*) Hrvoje selbst und einzelne ihm ergebene Magnaten trachteten zwar auch jetzt noch. ***) Glasnik XII. und Hrvoje wird als Gegendienst mit seinen Leuten den Venetianern helfen. Sigismund von Hrvojes Unschuld zu überzeugen. dass dieser dem Hrvoje „die Stadt Spalato ge nommen habe und ihm auch andere Orte zu entreissen trachte. noch um Hrvojes Bitten kümmere. die der König dem Hrvoje geleistet hat. und er befahl sogar neuerdings den ungarischen Baronen und Sandalj Hrani6." Der Gesandte bat dann den Rath von Venedig.***) so belästigte sie Hrvoje trotzdem im November mit neuen Bitten. und darauf theilten sie dem Rathe die Wünsche und Bitten ihres Herrn mit. zu Hrvoje eine Gesandtschaft mit 60 Pferden schickte und ihm ein Hilfsheer von 30. Hrvoje forderte die Venetianer zu einem Bunde gegen *) Lucius. August Hrvojes Bitten abschlugen. was alles den Eiden und Versprechungen wider spricht. sie mögen sich alle gemeinschaftlich gegen Hrvoje erheben. 267—269. damit er Spalato zu rückerobern könne. p. **) Die Spalatiner Gesandten am Hofe Sigismunds berichteten ani 21. September ihren Mitbürgern.000 Mann antrug. Obwohl die Venetianer am 25. dass der König: „scripsit et mandanit baronibus Hnngariae et Sandagli. — 320 — der ungarischen Krone zu unterwerfen. de regno. p. Er wählte darum einen anderen Weg und beschloss Hilfe zu suchen.**) Hrvoje sah ein. wenn diese Trau oder andere dalmatinische Städte erobern wollen.

**) Pucic. dass dieser seine Länder nicht mehr angreife und beunruhige. 122. war. indem er mit Hilfe desselben und der Türken der Gewalt Sigismunds zu widerstehen hoffte. sie mögen bei Sandalj vermitteln. dann werde er von der Landseite und sie von der Seeseite Dalmatien. Gegen alle diese Bitten und Wünsche waren die klugen Venetianer taub. No vember 1413 versprachen. ja er versöhnte sich auch unterdessen mit dem bosnischen Könige Ostoja.**). Der einzige Vojvode Sandalj bereitete ihm noch Sorgen. König Sigismund. Sollten sie dies nicht wollen. Doch auch König Sigismund konnte den mächtigen Herzog nicht vollständig v3rnichten. ferner Spalato und die Inseln entrissen. wo über den Magister Johannes Huss geurtheilt wurde.*) Von den Venetianern zweimal abgewiesen. p. bedrängen und erobern. Hrvoje regierte auch ferner das ganze Jahr 1414 hindurch über die unteren Gegenden Bosniens (Dolnji-kraji) und die wichtige Stadt Almissa an der Cetina. p. musste Hrvoje die Hoffnung aufgeben. Sporn. Dafür belohnte auch König Sigismund den Sandalj mit Städten und Ländern. der jetzt mit dem Concil in Constanz. was sie in ihrer Antwort vom 13. dass sie einen Gesandten zu Sandalj senden werden. die er wahrscheinlich dem Hrvoje entrissen hatte. Mit Hilfe seiner Magnaten hatte er zwar Hrvoje dessen Besitz in Slavonien. Geschiebte Bosniens. dass er noch jemals Spalato werde bezwingen können. um den Herzog auch seiner er erbten Herrschaft in Bosnien und den benachbarten Theilen Kroatiens zu berauben. und noch *) Glasnik XII. da er ihn von der Südseite angriff. dass sich Hrvoje niemals in die Differenzen gemischt habe. Endlich bat er sie. I. so solen sie münd lich oder schriftlich König Sigismund versichern. die zwischen den Venetianern und König Sigismund bestanden. das sie ja ohnehin von König Ladislaus um theures Geld gekauft haben. be schäftigt war. 365—367. — 321 — Sigismund auf. um Hrvojes Wunsche zu ent sprechen. konnte sich nicht mehr mit Ungarn. das Einzige. doch er war nicht stark genug. 21 .

der besonders im Januar und Februar wüthete. den er seit 1408 fortwährend gefangen hielt. und wenn solche Flüchtlinge von Ragusa aus Bosnien beunruhigen. nach Bosnien. denn von Ragusa aus ver söhnen sie sich mit der Zeit mit ihren Herrn und kehren mit ihrem Vermögen wieder nach Bosnien zurück. Sporn.**) und am 23. wenn wir hörten. p. dass sie in gutem Frieden und ehrenvoller Eintracht leben. als wir von Euerer guten Gesundheit und Euerem glorreichen Stande hörten. so scheuten wir keine Mühe. Die Ankunft Tvrtkos II. . Und wenn ein Funke zwischen sie fiel. in Bosnien verursachte auch wirklich einen Bürgerkrieg. 125—126. wenn Flüchtlinge aus Bosnien zu ihnen kommen. denn sie wünschen den Frieden und Eintracht in Bosnien. Tvrtko beklagte sich deswegen bei den Ragusanern. Februar 1415. und diese ant worteten ihm am 10. Herr König. waren wir sehr er freut. und seine Gegner mussten auf ragusanisches Gebiet fliehen. so viel als es möglich war. sandte er Anfangs 1415 den Exkönig Stephan Tvrtko U. als wenn sie in fremde Länder gehen würden. zu schaffen. I. Februar 1415 schreiben die Ragusaner dem Knez Gregor Vukosalic. um hier mit Hilfe seiner Anhänger den Thron wiederzuer- werben. Pucic. Sporn. — 322 — weniger mit Bosnien beschäftigen. und immer. Gott sieht es und der Welt ist es nicht ver borgen. 126. dass die Vlahen des Königs Ostoja in den Dienst Tvrtkos getreten sind. Doch damit während seines Aufenthalts in Deutschland Hrvoje und dessen Bundes genosse König Stephan Ostoja nicht zu sehr erstarken mögen. Anfangs war Tvrtko II.*) Tvrtkos Partei wuchs indessen fortwährend. dass seit dem Bestande unseres Ortes unsere Vor fahren und wir Ragusaner das Haus der erlauchten Herrn Kotromanic und die Magnaten des bosnischen Reiches ehrten und achteten. um guten Frieden und ehrliche Freundschaft und Eintracht. p. — Primjetbe XV. glücklich. so thue dies den Ragusanern leid. Februar 1415 beglückwünschten die Ragusaner den Sieger mit folgendem Schreiben: „Wir waren sehr erfreut. **) Am 20". von wo aus sie wieder in Bosnien einfielen und Tvrtkos Anhänger plünderten. I. seine Macht nahm fortwährend zu. dass es besser sei. Dies *) Pucic.

dass sie auf ihn nicht vergessen werden.. um seine alte Macht wiederzuerlangen. damals Ban von Slavonien. da sie ihre Flotte wegen des Waffenstillstandes mit Sigismund nicht senden können. p. **) Glasnik. endlich soll ihm die Republik Salpeter und Hanf schenken und ihn als ihren Bundesgenossen in den Frieden einschliessen. 21* . und heute folgen wir deren Beispiele . Spom. mit dem sie Hrvoje vollständig zu vernichten beabsichtigten. Im April 1415 bat er durch seinen Gesandten die Republik Venedig. doch sie werden Hrvoje der Königin von Neapel empfehlen. 368—370. wenn sie jemals mit Sigismund Frieden schliessen sollten. und besonders Sigismunds Stellvertreter in Ungarn und Kroatien. damit ihn diese bei def Eroberung Spalatos unterstütze."*) Die Abwesenheit Königs Sigismunds in Deutschland und die Bürgerkriege in Bosnien.. er möge sich Almissa behalten. ferner möge sie ihn der neapolitanischen Königin Johanna II. Mai. endlich versprachen sie ihm. Lesina und Curzola beunruhigten sehr seine Gegner. Diesen Moment allgemeiner Verwirrung hielt er für den geeignetsten. Ban von Maöva. — -323 — war die ehrliche Sitte unserer Väter. und sie sammelten ein grosses Heer. Ferner schenkten ihm die Venetianer 2000 Pfund Salpeter und etwas Hanf und erlaubten. sie möge ihm von der Seeseite aus helfen. dass er sich in Venedig Waffen nach Belieben kaufe. 127. I.**) Die kriegerischen Vorbereitungen Hrvojes zur Eroberung Spalatos und der benachbarten Inseln Brazza. Johann von Gara. und Johann von Maröth. die übrigens bald daraut für Stephan Tvrtko II. p. Es ver einigten sich darum Hrvojes grösste Gegner Paul Csupor. *) Pucic. empfehlen. und er werde ihr dafür Almissa abtreten. Spalato zu erobern. XII. Der Rath von Venedig antwortete am 10. schlecht endeten. als für den Vojvoden Hrvoje. die von König Sigismund Hrvojes Inseln Brazza. Gleichzeitig forderten sie die Ragusaner. Vojvode von Usora. waren für Niemanden günstiger. wenn sie einen solchen mit Sigismund schliessen sollte.

als den türkischen Sultan Muhamed I.. dass wir unsere Armada gegen Euere Stadt Almissa gesandt haben oder werden. auf. sich durch Flucht zu retten. Der schwer verwundete Johann von Gara gerieth in bosnische Gefangenschaft und schmachtete mehrere Jahre in Ketten. die eine riesige Beute gemacht hatten. *) Gegen eine solche Macht. Die Türken. 129. der ohnedies zu dieser Zeit schon in einem gewissen Verhältniss zu König Ostoja stand. die ihm mit vollständiger Vernichtung drohte. in dem Glauben. dass die Übrigen schon geflohen seien. März 1415 versicherten die Ragusaner Hrvoje : „Was Ihr. schreibt. bis es ihm endlich gelang. Viele von ihnen stiegen auf einen nahen Hügel und schrieen : „Die Ungarn fliehen!" Das ungarische Heer wurde dadurch verwirrt. Der Sultan erhörte freudig die Bitte Hrvojes. fielen in das benachbarte Kroatien ein und drangen raubend und plündernd bis Cilli in Steyermark vor. wurde Anfangs August 1415 südlich der Save. hat Euch nicht die Wahrheit gesagt. verfolgten das flüchtende Heer. I. und ein Theil desselben nach dem anderen begann zurückzuweichen. Doch die Bosnier bedienten sich einer List. da es viel grösser war." Pucic. diesem alten Kampfplatze zwischen Bosnien und Ungarn. Sporn. . Noch schlechter ging es Johannes *) Schon am 25. p. in dem zum erstenmale die Bosnier durch die türkische Macht gegen das Heer des ungarisch -kroatischen Königs unterstützt wurden. geführt. da dessen hervorragendste Führer in die Hände der Feinde fielen. Die Niederlage des ungarisch -kroatischen Heeres war um so furchtbarer. wusste Hrvoje nichts anderes anzufangen. um Hilfe zu bitten. da ihm dadurch der Weg durch Bosnien nach Ungarn und Kroatien eröffnet wurde. welches sich in kopf loser Flucht auflöste. sie mögen mit ihrer Flotte Hrvojes Stadt Almissa angreifen und erobern. als würde das ungarische Heer siegen. So endete die Schlacht mit der vollständigen Niederlage des ungarischen Heeres. In der Entscheidungsschlacht schien es Anfangs. in der Vojvodschaft Usora. — 324 — Lesina und Curzola erhalten hatten. Herr Herzog. Der entscheidende Krieg. wer Euch dies ge sagt hat.

was in Bosnien zwischen den Ungarn und Türken vorgefallen ist. Hun- gariae barones proprio tantum motu. nullis ex- ternis auxiliis admissis. Johannes Gundulic. wo er vier Jahre im Kerker lag. multaque Catholicorum milia in servitutem barbaricam abduxerunt. empfange also jetzt zur Stimme auch die Gestalt des Ochsen. Ihn fingen die Türken und führten ihn mit sich in die Türkei. p. und dass die Schlacht in den ersten Tagen des August war. cum multitudine gentium suarum occurens. milite Hungarico collecto. jug. Quibus caesar Turcarum Cristen appellatus.000 Goldgulden loskaufte. pars IV. expeditionem in Turcas faciunt. der am 23. — 325 — von Maröth. XI. dass Paul Csupor noch am 23. Gergisi- anum et plures alios. p. doch Ihr wisst die Ursachen (meines *) Diese Schlacht schildert ausführlich der ungarische Chronist Joh. eos miserabiliter conflixit et praestantiores Hungariae barones. nonnullis effugientibus. Johannem de Moruth. 16). 289—290. 862— 863 und 888—889). Turcae autem obtenta huiusmodi victoria plures districtus et terras regni Hungariae pervadentes." (Lib. videlicet Johannem de Gara. die ihm Csupor einst am unga rischen Hofe zufügte. dipl. von Thwrocz. Juli 1415 als Ban von Slavonien genannt wird (Fejer X. und liess ihn in eine Ochsenhaut ein nähen und ins Wasser werfen mit den Worten: „Du hast einst in menschlicher Gestalt die Stimme des Ochsen nach geahmt. captivavit. beweist Sigismund selbst. 5 p. p. schliesse ich daraus. palatinum Hungariae. 572). erzählt die Chronik Tomasic's (Arkiv za pov. Doch das grösste Unglück traf den Ban Paul Csupor. Über das Schicksal Garas und Maröths sprechen die denselben ertheilten Urkunden Sigismunds vom Jahre 1427 (Fejer. Cod. dass Johann von Gara „transfretato fluvio Savae" die Türken angriff. IX. X. 6 p."*) Einige Tage nach dieser blutigen Schlacht weilte Hrvoje an der Seite des Königs Stephan Ostoja in der Stadt Sutiska. Dass die Hauptschlacht südlich der Save geschlagen wurde. Auch der Pole Dlugoss weiss von dieser Schlacht. usque ad Ciliae terras grassati sunt. Dass die Türken Kroatien plünderten. XVI. . Hier sprach er mit dem Gesandten von Ragusa. Er schreibt: „Sigismundo Romanorum et Hungarorum rege in Constantiensi concilio ad reintegrandam ecclesiam Dei intendente. Quorum liberatio nonnisi magno auro poterat procurari. cap. indem er sagt. 361). Hrvojo erinnerte sich der Schmach. August seiner Regierung über dieses Gespräch berichtete: „Ich hätte Euch schon früher über das geschrieben. bis er sich mit der Summe von 40. er setzt sie jedoch irrthümlich in das Jahr 1414.

berichtete dem Rathe von Ragusa ausführlich über den Tod Paul Radinovics. dass der Herzog Hrvoje mit einigen seiner Anhänger gedroht hat. und viele andere Fabeln und Märchen. Mit ihnen waren der Knez Paul Radinovic und dessen Sohn Peter. wie es mir gerade einfiel. „Heute früh Morgens" — schreibt er noch den selben Tag nach Ragusa — „ritt der König Ostoja mit seinem Sohne in die Ebene. dass ihn Sandalj später des Hoch- verrathes beschuldigte. und die Türken und andere schlechte Leute heranzuziehen. was der erwähnte Herzog gegen Euch plant und beabsichtigt . Ich blieb zu Hause. — 326 — Schweigens) . August 1415 als Opfer einer Verschwörung. Vojvode Sandalj und Vojvode Vukmir. ein Verwandter König Ostojas. fiel am 23. zugethan war. Er wird nur drohen und nichts sonst. Euch so vieles Böse anzuthun. Ich habe ihm geantwortet. Was Paul Radinovic verschuldet hatte. die für Bosnien verhängnissvoll wurden. I. wissen wir nicht. . fing er neuerdings zu reden an. ob er mit Hrvoje gegen Ostoja wirkte. nur so viel ist gewiss. ferner Zupan DragiSa. Johannes Gundulic. als nur immer möglich. doch ich glaube. dass er mit der venetianischen Re gierung im Einverständnisse sei und dass er hoffe. XV—XVI. dass er auch von der neapolitanischen Königin Galeeren haben werde. von ihr Galeeren gegen Spalato und gegen unsere drei Inseln zu bekommen. und er (der Herzog) prahlt."*) Die durch Hrvoje gerufenen Türken hatten noch nicht die bosnischen Länder verlassen. und ausserdem sagt er. Paul Radinovic. dass alles dies nur eine Lüge sei. . Herr und Gutsbesitzer in Ost-Bosnien und der Zupa Konavlje. Sporn. Der Ragusanische Gesandte am bosnischen Hofe in Sutiska. die Sandalj Hranic gemeinschaftlich mit König Ostoja gegen ihn ge schmiedet hatte. Als den anderen Tag Knez Peter kam und wir sogleich mit ihm zusammentrafen. und wieder ereigneten sich neue Wirren. um *) Puciö. oder ob er vielleicht dem Könige Tvrtko II. Primj. Knez Vuk Hranic und Vojvode Paul KleSic. p. Ich melde Euch vor Allem. . dass Ihr keine Gelegenheit haben werdet auszuführen (Euere Absichten).

und dieser sagte mir: „Hast du gedacht. Brailo Teza- lovic ist der Gefangene des Vuk Hranic. gegen die Maiestät des un garischen Königs und gegen die bosnische Regierung. wie ich von Ein zelnen vernommen habe. denn wenn jemand an Ragusa zum Verräther wird. zog der Vojvode Sandalj seinen Säbel. der Parena Poljana heisst. Als darauf der Knez Paul Radinovic floh. und darauf ging er zur Bande Pauls nach Vrhbosna. h. Ich glaube. als jedoch der Diener des Knez Paul (Radinovic) zu mir kam. ritt ich zum Vojvoden Sandalj. und einer von Sandaljs Leuten schlug ihm den Kopf ab. ein anderer wieder (köpfte) den Knez Paul Radinovic." Sogleich kam der erwähnte Vukmir und sprach mit ihm längere Zeit. Von den Übrigen wurde der Vojvode Vukmir leicht verwundet. dass sie ihn binden werden. stand ich auf. Als wir in der Nähe des Ortes waren. und ebenso thaten alle seine Leute. So thue auch ich und die übrigen treuen Bosnier. wie ich Euch sagte. zu den Fratres. — 327 — -» einige Briefe zu schreiben . dass du dieses sehen wirst? Siehe. denn es fiel unter ihnen kein einziger Streich. Als ich mit dem Vojvoden Sandalj ritt. Als sich wieder alles beruhigt hatte. gingen die Leute nach Hause. oder ich werde zu Euch kommen. Nachdem wieder Ruhe war. d. glaubte ich. wie es auch ihr Herren von Ragusa thut . dass sie ihn blenden werden. durch Gottes Gnade übe ich Gerechtigkeit aus. es solle kein Blutvergiessen zwischen ihnen sein. Der Patarene Vlatko Tumarlic flüchtete sich in meine Wohnung. Indessen kam Knez Vuk. Gleich darauf liess König Ostoja den Knez Peter Pavlovic (den Sohn Paul Radinovics) binden und nach Bobovac führen. sprang auf das Pferd und ritt ihnen nach und erreichte sie in der Nähe von Sutiska. so verliert er den Kopf. . Im ganzen starben vier Personen. und der Vojvode Vukmir zog den Knez Paul Radinovic zurück und bat ihn. liess dieser dem Vojvoden Vukmir (Zlatonosovic) sagen : „Schaut zu mir zu kommen. Mir schien dies alles ein Kinderspiel zu sein. um sich zu retten." Nachdem er noch vieles sprach gegen Vater und Sohn. und Pribisaja Mursic ist der Gefangene Anderer. Den Knez Peter Pavlovic ziehen und führen sie nach Bo bovac.

Primj.**) Im nächsten Jahre 1416 plünderten die Türken im Lande Hum und kamen bis an die Gränze Ragusas."*) Der Tod des Knez Paul Radinovic war die Ursache des traurigsten Bürgerkrieges. Pucic. **) Pucic. er soll seinen Zupanen Georg und Stephan Miloradovic befehlen. quam nos superiorem Boznam. Der siegreiche Sultan Muhamed stellte noch im selben Jahre 1416 seinen Feldherrn Isaak in Vrhbosna als Sandzak (Gouverneur) an. p. und der bosnische Knez Milisa bat die Ragusaner um die Erlaubniss. p. Schon im Dezember wüthete ein türkisches Heer in den südlichen Theilen des bosnischen Reiches. 134. und sein Bruder Radosav. Die Söhne des unglücklichen Paul. . I. vor den Türken in ihre Festen oder in ihre Stadt selbst zu fliehen. die Stadt Vrhbosna und deren ganze Zupa zu erobern. Sporn. scheuten sich jetzt nicht. Sporn. so dass es ihnen endlich gelang.***) Ja die Zupane des Peter Pavlovic. drangen mit türkischen Horden bis in das ragusanische Küstenland vor. placuit illi. sich mit den Türken gegen König Ostoja und Sandalj Hranic zu verbinden. tum humilis ortus . XV. Sporn. damit er von hier aus den bosnischen König und dessen Magnaten be wache. ich bin ein Bruder und wahrer Freund der Herren von Ragusa. der sich bald aus dem Ge fängnisse befreit hatte. 132. nämlich Peter Pavlovic. vel vulgari vocabulo Werhboza- nyam vocamus. pag. suo subdidisset dominio . XVI—XVII.-j-) Während ein Theil des türkischen Heeres das Land Hum und Travunja plün derte. seine Schiffe von den Inseln an das Festland zu senden. ***) Pucic. f) Am 23. März beschloss. Sporn. I. so dass der Rath von Ragusa am 21. •{"{•) Ausserdem unterordnete er demselben sowohl *) Pucic. I. II. um das vor den Türken fliehende Volk zu retten. Georg und Stephan Miloradovic. quandam partem Moesiae. März 1416 bitten die Ragusaner den Knez Peter Pavlo- vi<S. — 328 — endete Sandalj : „Johannes. ff) „Cum eadem tempestate. . und die Ragusaner fürchteten noch Argeres. Primj. Igitur quendam. griff der andere Podrinje und Ober-Bosnien an. tam parvi census. empfehle mich ihnen . dass sie den Ragusanern keinen Schaden zufügen. . Muhametus primus . ut novum terra in hau regem crearet. .

Sporn.*) In dieser traurigen Zeit. p. pariter et famae hominem Ikach vocatum. aber trotz seiner mächtigen Feinde wusste er sein Erbe zu erhalten und er hinterliess es seinem Sohne Balsa Hercegovic und seiner Familie. Mon. die Schwester des kroatischen Grafen Ivan Nelipic und reiche Erbin vieler Länder in Kroatien. als auch die Brüder Pavlovic. Primj. — 329 — Sandalj Hranic. Helena. (Glasnik. p. doch auch ein starrer und gewaltthätiger Charakter.XV). **) Hrvoje lebte noch am 21. pag. sondern auch die Gegenkönige Sigismund und Ladislaus von Neapel. Thwrocz.**) Ueber ein Vierteljahrhundert lang war er der mächtigste Magnat des bosnischen Reiches. wie sein Ruhm verdunkelte und seine Macht abnahm. der weder in den Mitteln zur Erreichung seiner Zwecke wählerisch war. — Hammer. regem Boznensem denominavit. Mai 1420 lesen wir: „durch die Gnade und das Geschenk Gottes und des grossen Kaisers Sultan Mehomet-beg kam sie (die Zupa Konavlje) in unsere Hände. serb. Chronica Hungar. *) In einer Urkunde Sandaljs vom 30. besonders der Stadt Almissa. Jahrhunderts andere Männer finden? Und war nicht auch Hrvoje ein Sohn seiner Zeit? Hrvoje hinterliess eine Wittwe. I. Er war ein Held an Körper und an Seele. ja sogar die Republiken Venedig und Ragusa. verschrieben und bestätigt auch durch den Feldherrn Isak. starb Ende März 1416 der mächtige Vojvode und Herzog Hrvoje Vuköic. In seinen alten Tagen musste er zwar zusehen. 300. als der bosnische Staat in seinen Fundamenten erschüttert wurde.) . 292. doch schon am 26. Geschichte des osma- nischen Reiches I. 374—375. März 1416 (Pucic. 635. noch seinen Feinden verzeihen konnte. p." Miklosic. die von nun an ihre Länder „durch die Gnade und das Geschenk Gottes und des grossen Kaisers Sultan Mehomet- beg und dessen Feldherrn Isak" hielten. Um seine Freundschaft undZuneigung wetteiferten nicht nur die bosnischen Herrscher. der nicht nur in das Schick sal Bosniens. Doch wer könnte in dem Europa des XV. sondern auch Dalmatiens und Kroatiens und auch Ungarns mächtig eingriff. XII. April desselben Jahres wird er als verstorben erwähnt.

XVII.. geschieden hatte. doch dies half Ostoja nur wenig. und sie wünschen von Herzen. 1. führten unterdessen die Magnaten in dem noch freien Bosnien blutige Kriege unter einander und gegen ihren König. Sporn. Oktober 1416 mit vollem Rechte der Königin Barbara schreiben. um so vielleicht seine Macht zu vergrössern. Sporn. 1. I. p.***) Doch der Wunsch der Ragusaner ging nicht in Erfüllung. I. Primj. trachtete jetzt nach der Hand der verwittweten Helena. Oktober 1415 schreiben die Ragusaner ihren Freunden Ljubisa Bogdanöic und Vukosav Poznanovic : „Ihr seht und hört doch. p. ***) Pucic." y) Die schrecklichen Kämpfe der bosnischen Magnaten unter einander waren endlich selbst dem türkischen Kaiser Muha *) Gleich nach dem gewaltsamen Tode des Paul Radinovic schrieb Johannes Gundulic nach Ragusa: „auchoi parlai con la reina. Die zahl reichen Freunde der Familie Radinovic standen gegen ihn auf. akad. p. et barones ipsos intra se ex- termimum maximum preparare. dass „zwischen diesen Herrn immer eine ehrliche Liebe. . peroche 1' e parente di conte Polo. 229 Anmerk. ja sogar sein leiblicher Sohn Stephan hasste ihn." Rad VII. dubita di suo stato. einer Verwandten des er mordeten Paul Radinovic*). 131. . ." Pucic. dass „Bosnien ganz verwüstet sei und dessen Magnaten zu ihrem gegenseitigen Untergange beitragen. die bosnischen Magnaten setzten auch ferner ihre Kämpfe zum Verderben ihres Vaterlandes fort. Während die von den Pavlovicen gerufenen Türken im Süden ein Stück nach dem anderen dem bosnischen Reiche entrissen. der sich schon 1415 von seiner ersten Gattin Kujeva. XVII. da er die Schande seiner Mutter nicht vergessen konnte." Pucic. Sporn. VII. — Rad jugosl. Die Ragusaner konnten darum am 12. — 330 — Der bosnische König Stephan Ostoja. Friede und Eintracht" sein möchte. . f) „Bosnam destructam esse penitus. Helena heirathete ihn zwar bald darauf**). **) Im Oktober 1416 schrieben die Ragusaner dem Könige Sigis- mund: „rex vero Ostoya cepit uxorem Jelenizam olim uxorem Crevoje. was zwischen diesen Herrn (in Bosnien) geschieht". Am 3. facto divortio cum uxore prima . I. Ista aestate proxima accedens dicta Jeleniza ad dictum virum suum Hostojam . . Primj. 229 Anmerk.

Die Magnaten versammelten sich auch wirklich zu einem Magnatentag. 42. p." Pucic. dass ihm die Türken nicht ge holfen.' 331 — med I. zu viel. I. Gerade mit Hilfe dieser Familie gelang es ihm im nächsten Jahre 1417 die Herrschaft über das Land Hum wieder zu erlangen. Als dies Ostoja erfuhr. da keiner mehr dem anderen glaubte. **) Starine X. p." Pucic. unter denen be sonders die Vojvoden und Kneze Radivojevic hervorragten. Hammer. Chirizi. damit diese die Magnaten gegenseitig und mit König Ostoja versöhnen. Er erliess darum zu Gunsten der Radivojevice am 22. dass der König Ostoja. und verordnete ausserdem. Reiches p. — Crixa. und er sandte nach Anstellung seines Feld herrn Isak in Vrhbosna zwei Gesandte in das noch unab hängige Bosnien. Stephan Ostoja war in den Westen seines Reiches geflohen. — . Christen. Sporn. Da er den Vojvoden Sandalj als den Mörder seines Vaters im Grunde seines Herzens hasste. Krisöija — Kiridzi (der Ringer) war der Beiname des Sultans Muhamed I. „dass Niemand aus Hum Herr über sie sein soll. wo er schon seit langer Zeit eifrige Anhänger hatte. namentlich Makar und Lapöanj. osm. und einsah. Hier wird gesagt: „Crixa teucer miserat duos suos nuncios pro tractanda pace inter barones predictos."**) Kurz bevor hatte sich mit Ostoja auch der Knez Peter Pavlovic versöhnt. Sporn. sondern nur sein schönes Land verwüstet und ge plündert hatten. 361. doch sie konnten sich nicht einigen. floh er mit Dragisa Dinjiöic nächtlicher weile. und er schenkte ihnen einige Orte im Küsten lande von Makarska. 133-134. ***) Im März 1417 geben die Ragusaner ihrem Gesandten folgende . Sie beschlossen nur.*) So blieb jetzt Bosnien ohne König. als die Ursache alles Übels. I. d.***) kehrte er lieber zu seinem nationalen *) Aus dem Berichte. was sie wollten. Gesch. „be sonders als sie ihm die Leute von Hum unterwarfen und übergaben" . der Kagusaner an König Sigismund. Primj. XVII. und der Zupan Dragisa Dinjiöic gefangen ge nommen und in den Kerker geworfen werden sollen. und liess die Magnaten in ihrer Versammlung thun. Juli eine Urkunde für ihre treuen Dienste. Noch im April des vergangenen Jahres 1416 schrieb Ostoja einen Brief an die Ragusaner „in Dbra inNeretva.

und zwei uneheliche Söhne: Radivoj und Thomas. . Canal. p." Pucic. respondete per vostra parte a nome del regimento. Am 23. Trebigne et Po povo. Hier ordnete er die Angelegenheiten dieses Landes. König Stephan Ostojic (1418—1421)." Nachdem Stephan Ostojic zum Könige gewählt war. Primj. welches in den letzten bewegten Jahren auch viel Unglück erlitten hatte. 280. und unserer Vorfahren. als noch ferner ein türkischer Vasall zu bleiben. Sporn. März 1418 weilte Ostoja in dem Dorfe Bisce unter der Feste Blagaj im Lande Hum.. König Stephan Instruction: „Et se lo dito segnor ve domandasse de queste contrade vicine de Ragusa et spezialmente de Draceviza. gewürdigt zu herrschen in den Ländern meines Vaters. Mon. So konnte Ostoja hoffen. den während der vergangenen Wirren Gregor Nikoli6 in Popovo eingeführt hatte. serb. schlug er seine Residen zin Bobovac auf. und erwählten Ostojas Sohn Stephan Ostojic zum Könige. Er hinterliess einen Sohn Stephan Ostojic von seiner ersten Frau Kujeva. wenn er sagt: „so wurde auch ich Stephan. *) Miklosic. wo er gemeinschaftlich mit seiner Mutter Kujeva die Regierungsgeschäfte leitete. Hierher kamen die ragusanischen Gesandten Nikolaus Zurgovic und Marino Jakete Gundulic und baten um Bestätigung der alten Privilegien und der Gesetze Ragusas. I. und erneuerte das einstige Verhältniss des bosnischen Reiches zu Ragusa. denn bald darauf im selben Jahre erreichte ihn der Tod. Gleich nach dem Tode des Königs Ostoja versammelten sich die bosnischen Magnaten. Serbien und dem Küstenlande. bald das ganze Reich wieder zu erlangen. che per la morte del conte Polo e grande guerra stata ed e in Bosna et hanno guaste et robote molte contrade et spezialmente quelle che son circa li confini di Kagusia et la contrada di Canal. — 332 — Könige zurück. XVIII. von Gottes Gnaden König von Bosnien.*) Dies ist die letzte bekannte That Ostojas. Es bestätigt dies auch Stephan Ostojic selbst. la qual jera del conto Polo et Sandal per meta al presente la oecupa e tien Petar fiol del tonte Polo ben che 1' e guasta e disabitata. Unter Anderem hob er den ungerechten Zoll auf. des erlauchten und selig ruhenden Herrn Königs Stephan Ostoje.

nachdem er schon mit „der von Gott gegebenen Krone" gekrönt war.*) Von diesen Magnaten waren damals an wesend und unterschrieben auch die erwähnte Urkunde folgende: aus Bosnien der Vojvode Peter Pavlovic. Der König erfüllte am 4. als seines Königs blieb. der Gross-Vojvode Sandalj Hranic. Noch im selben Jahre 1419 weilte Stephan Ostojic Anfangs Dezember in der Stadt Sutiska. aerb. Doch es fehlte auch der mächtigste Magnat. . dass er verschiedene Unternehmungen plante.**) und die dankbaren Ragusaner versprachen ihm dafür am 8. p. deren eine Hälfte ihnen Sandalj Hranic und die andere Peter Pavlovic geschenkt hatte. Er fühlte sich sogar Anfangs so sicher. und aus Dolnji-kraji der Vojvode Juraj Vojsalic. ein Neffe des Herzogs Hrvoje. als den obersten Herrn des bosnischen Staates. „dass. März 1419 in Zveöaj eine Ur kunde zu Gunsten der Ragusaner. **) Miklosic.gegen die Ragusaner einen Krieg führen wollte. er möge ihnen die Burg Sokol mit der ganzen Zupa Konavlje be stätigen. Fe bruar 1420 einen jährlichen Tribut von 500 Perper unter der Bedingung. 282. nur nicht aus der Vojvodschaft Usora. nachdem er sich darüber mit seiner Mutter und den Magnaten seines Reiches be- rathen hatte. der Vojvode Peter Dinjiöic und Knez Batic Mirkovic. — 333 — Ostojic erliess darauf am 5. Es waren hier Magnaten aus allen Theilen Bosniens. 294—296. p. 291—294. aus dem Lande Hum der Vojvode Ivko Semkovic und Vojvode Paul Jurjevic." ***) Das erste Regierungsjahr Ostojics ging also ruhig und glücklich vorüber. Hier her kamen die ragusanischen Gesandten und baten ihn. ***) Ibidem. der noch immer lieber ein Diener des türkischen Kaisers. indem er ihr dafür seine Hilfe in Dalmatien gegen Sigismund und in Albanien *) Miklosic. Mon. wenn ein dem Könige ungehorsamer Unterthane ohne des Königs Befehl. der König Ragusa gegen den selben unterstützen soll. Schon im September 1419 wollte er mit der Republik Venedig einen Bund schliessen und bat sie um Schiffe. Dezember auch diese Bitte der Ragusaner. p.

Juni 1419 in Stipanje-polje unter der Feste Sokol den Ragusanern eine Schenkungsurkunde über seine Hälfte der Zupa Konavlje gab. da sie besonders gegen Balsa und dessen Stiefvater Saridalj Hranic der Hilfe bedurften. Als Sandalj am 24. und begierig. verlor er andererseits am Meere einen wichtigen Ort. sondern gleichgestellt sei. Mon. p. Isak schenkte ihm endlich Gehör. den Vojvoden Peter anzugreifen.**) Doch Sandalj ging noch weiter. 288—291. Eifersüchtig auf Peter Pavlovic. Sandalj Hranic mit seinen Brüdern Vukac und Vuk und seinem Neffen Stephan Vuköic verweigerten noch immer dem Könige Ostojic den Gehorsam. Während Sandalj einerseits mit türkischer Hilfe seine Herrschaft vergrösserte. **) Miklosic. anbot. stiftete er unaufhörlich den türkischen Feld herrn Isak in Vrhbosna an. -{') Das übrige Erbe Peters über nahm dessen Bruder Radosav Pavlovic. Mai 1420 schenkte Sandalj den Ragusanern Peters Hälfte der Zupa Konavlje. Doch schon im Jahre 1420 entstanden neue Wirren. Peter Pavlovic selbst fiel im Kampfe gegen die Türken. doch auch seine Anerbieten schlugen sie nicht aus. 300—304. XII. und seine Länder erhielt Sandalj Hranic. wollte *) Glasnik. — 334 — gegen den Fürsten von Zeta Balsa III. Mon. Schon im Februar plün derten die Türken die Umgebung von Peters Ländern. dass er dem Könige Ostojic nicht unterthan. p. der sich Ostojic angeschlossen hatte und von den Türken abgefallen war. t) Miklosic. die er von den „ungarischen Königen und türkischen Kaisern" er halten hatte. 147. ***) Und im März oder April wüthete der Krieg in den Ländern Peters. wie wenn sie sich von Bosnien hätten vollkommen losreissen wollen. die nach Hrvoje Sandalj im Namen des bosnischen Staates verwaltete. . 394—396. ***) Pucic. p.*) Die Venetianer erfüllten zwar nicht seine Bitten. p. I. und versuchte überhaupt zu zeigen. prahlte er mit Privilegien. die den Thron Stephan Ostojics erschütterten. serb. Sporn. serb. dessen Länder zu besitzen. Am 30. Die Stadt Cattaro.

und so fiel Cattaro am 8. p. 9. März 1420 in die Hände der Venetianer. und es waren hier an seiner Seite zahlreiche Magnaten: Vojvode Vukmir Zlatonosovic. Knez Radiö Radojevic. und ausserdem erbittert über die fortwährenden Angriffe von Seite Balsas III.. sie gegen den Knez von Cetin. 13. Doch die Republik wies bisher jedes Anerbieten Cattaros ab. nachdem es 35 Jahre hindurch dessen wichtigste Hafenstadt war. wenn die selben von der Seeseite Tvrtkos Länder angreifen sollten. doch umsonst. Knez Pribic. Knez Peter Klesic. Februar 1420 neuerdings ihren Gesandten nach Venedig mit der Bitte. volentibus ire ad damna dicti regis (Tvertici) trans- itum. sandten am 2. dass sie die Türken nicht unterstützen werden.*) Der Einfall der Türken und der Verlust Cattaros war nicht das ärgste Übel. Stephan Tvrtko II. Knez Batic Mirkovic. subsidium nec favorem." Glasnik XIII. von dem uns nach 1415 jede Spur abhanden ging. 27. Schon am 16. waren den Plänen Tvrtkos günstig. Zupan Dragisa Dinijiöic.. und die Bewohner von Poljiza zu unterstützen. **) „quod nostrum dominium per mare non dabit Turchis. Die Re publik nahm diesmal den Antrag an. Cattaro war für Sandalj und dadurch auch für das bosnische Reich für immer verloren. Knez Georg Dra- gic'evic. erschien um diese Zeit neuerdings in Bosnien. Januar 1420 verhandelte Tvrtko mit den Venetianern. . mit Unwillen die Freundschaft Sandaljs zu den Türken be merkend. Tvrtkovic. die Venetianer andererseits versprachen ihm. Schon am 5. um sich den Thron zu erwerben. August 1420 wohnte er in Pod-Visoki. Vojvode Ivko Semkovic und *) Glasnik. und ihnen zur Erwerbung der Städte Clissa und Almissa zu verhelfen. die indessen in Bosnien tobten. die Republik möge sie in ihren Schutz nehmen. Knez Georg Vojsali6.**) Die Bürgerkriege. 8—9. Die Cattarenser. welches den König Ostojic traf. Ivan Nelipic. XIII. weil ihr die Zeit nicht geeignet schien. nee ali- quibus aliis gentibus. p. Er versprach ihnen. Der Voj- vode Sandalj warf dies später der Republik oft vor. — 335 — sich schon seit längerer Zeit und wiederholt der bosnischen Herrschaft entledigen und sich den Venetianern unterwerfen.

der sich unterdessen mit Ragusa versöhnt hatte. wofür er ihren Kaufleuten alle Privilegien und Freiheiten in seinem Reiche versprach. Odnosaji Dubrovcana sa bosans- kijem velikasima za stecenje Konavala. **) Miklosie. Schuljahr 1874/1875 p. 48—58.. dass die venetianischen Schiffe sicher dorthin kommen können. er möge den Markt Drieva an der Neretva so befestigen. Im April 1421 verhandelte er mit der Republik Venedig über ein Bündniss. — 336 — Vojvode Paul Jurjevic.**) Von Stephan Ostojic hören wir noch einmal. Tvrtkovic. A. ausserdem bat der Rath den König. p. p. p. Moh. XIII. (Jahresbericht des Gymnasiums in Ragusa für d. 32—34. Der Rath von Venedig erklärte sich am 7. die sie unter seinem Vater Stephan Ostoja hier hatten. 306. ***) Dies ist die letzte Nach richt über König Stephan Ostojic. April bereit mit ihm einen Vertrag zu schliessen . — Vucetic. 304—306. . gleich darauf ver schwindet jede Spur von ihm. *) Hier bestätigte Tvrtko den Ragusanern mit Einwilligung seiner Magnaten die Schen kungen des Vojvoden Sandalj und des Vojvoden Radosav Pavlovic. *) Miklosie. serb. und das ganze bosnische Reich regiert jetzt Stephan Tvrtko II.) ***) Glasnik. der beiden Parteien nützlich wäre .

die bosnische Krone zu erwerben. der Vojvode Vukmir Zlatonosovic und Zupan Dragisa Dinjiöic aus dem eigentlichen Bosnien. — Stephan Tvrtko II. Hieher kamen auch die Gesandten der Stadt Ragusa. umgeben von den bosnischen Magnaten. Stephan Tvrtko IL Tvrtkovic (1421-1443). — Der Krieg des Radoslav Pavlovic gegen Ragusa. — Sandalj Hranic und der Despot von Serbien kaufen von dem türkischen Kaiser Murat II. — Neue türkische Einfälle in Bosnien und Tod des Königs Stephan Tvrtko II. die damalige Lage Bosniens und der benachbarten Staaten und Länder. der lange Zeit den bosnischen Hof gemieden hatte. XI. gelungen. Tvrtko II. Es waren hier der Grossvojvode Sandalj Hranic. dem Sohne Stephan Ostojas. — Stephan Tvrtko II. den Staat Tvrtkos. 22 . — Stephan Tvrtkos II. türkische Ein fälle in Bosnien. Verhältniss zu Radivoj. Ivan Nelipic (1422—1425). im Jahre 1440 sucht er bei König Vladislaus vonüngarn und Polen Schutz. Knez Peter Klesic aus dem Westlande und Andere. Nikolaus Gundulic und Knez Miho Sorkoöevic. und der König be stätigte ihnen alle Privilegien und Freiheiten. flieht nach Ungarn. Stephan Tvrtko II. Nach vielen Irrfahrten und erfolglosen Versuchen war es also Stephan Tvrtko II. ferner der Vojvode Juraj Vojsalic aus Dolnji-kraji. kämpft als Bundesgenosse der venetianischen Republik gegen den Knez von Cetin. August 1421 stand er an der Milo- draza. Tvrtkovic wird zum Könige gekrönt. verspricht dem türkischen Kaiser einen jährlichen Tribut . Am 18. die die Re Geschichte Bosniens.

XXI. Die Ra- gusaner beschlossen schon am 25. hörte die türkische Herrschaft in Süd-Bosnien auf. Primjetbe. Im Jahre 1415 rüsteten sich zwar die bosnischen Magnaten. f) doch die in *) Miklosic. f) Am 18. als Tvrtko IL ganz Bosnien erwarb. in einen Krieg mit Mustafa verwickelt. Chronica Hung. 292. **) Noch früher.. konnte es andererseits das wichtige Srebrenica nicht den Serben ent- reissen. Während sich so Bosnien im Süden wieder aufraffte . 317—318. serb. Bei einem solchen Einfalle traf ihn der ungarische Feldherr Nikolaus Peterfy. so dass Stephan Tvrtko II. Sporn. **) Prima pars est de honorando dominum Tuertchum regem Bossinae in hac sua coronatione cum donis (750 ypporum in pannis) . Erst jetzt im Sep tember 1421 wurde diese Feierlichkeit begangen. keine Zeit hatte. hörte auch die türkische Herrschaft in den südlichen Theilen des bosnischen Reiches auf. I. Vrhbosna kam wieder zu Bosnien. Die Königskrone war seit 1404 un unterbrochen in den Händen Stephan Ostojas und seines Sohnes Stephan Ostojic... der türkische Feldherr und Gouverneur in Vrhbosna. um diese wichtige Bergwerksstatt dem serbischen Despoten Stephan Lazarevic zu entreissen .. besonders in die Temeser Gegend ein. sondern er fiel auch wiederholt in ungarische Länder. p. Pucic. da Sultan Muhamed I. bisher noch nicht gekrönt werden konnte. August. ***) J. August 1415 schreiben die Ragusaner an König Sigis- mund: „Barones Bosne fuerunt ad universale colloquium et delibera .*) Kurze Zeit darauf wurde in Bosnien ein grosses Fest gefeiert: die Krönung des Königs. und der Grossvojode Sandalj Hranic erkannte wieder den bosnischen König als seinen Herrn an.***) Mit dem Tode des Feldherrn Isak. war mit Bosnien allein nicht zufrieden. den Tod seines Feldherrn zu rächen. schlug sein Heer und tödtete ihn selbst. Isak. den der ungarische Chronist „König" nennt. beiläufig Ende 1420. 338 publik Ragusa im bosnischen Reiche hatte. p. Thwrocz. dem Könige bei der Krönung Geschenke im Werthe von 750 Perper zu machen. Mon.

die im Jahre 1409 von König Ladislaus die Stadt Zara und seine Rechte auf Dalmatien abkauften. . Lesina und Curzola. Nin und Vrana). Primj. Die kroatische Bewegung hatte unglücklich geendet." so schreiben die Ragusaner 1416 an König Sigismund. Nach dem Tode Hrvojes bekam er von seiner Schwester Helena die wichtige Stadt Almissa an der Mündung der Cetina**). 39. — 339 — Bosnien unterdessen entstandenen Wirren verhinderten diese Absicht. der zu dieser Zeit die Venetianer verhinderte. und ausserdem noch einige andere Gebiete in Kroatien und Bosnien. hatte sich schon 1408 gleich seinem Schwager Hrvoje mit König Sigismund versöhnt. donavit comiti Joanni de Cetines fratri suo castrum Almissae spectans et pertinens serenitati vestrae. ganz Dalmatien an sich zu reissen. 260. Handelsstrassen p.*) Westlich vom bosnischen Reiche in Dalmatien und Kroatien waren traurige Zeiten." Glasnik. die langwierigen Kämpfe der Kroaten gegen König Sigismund und zu Gunsten Ladis- laus' von Neapel nützten einzig und allein den Venetianern. quam vestra Serenitas dedit magnifico despoto Rascie . Der einzige Mann. zu erwerben." Jirecek. Die Umstände waren ihnen gerade jetzt günstig und so erwarben sie nacheinander die Seestädte Sebenico (1412). um ihre Herrschaft auf den benachbarten Inseln Brazza.. *) Am 25. ganz Kroatien an sich zu reissen. indem sie mit allen Kräften trachteten. XVII. I. der letzte Nachkomme der be rühmten Familie Nelipic aus dem kroatischen Geschlechte Svaöic. und Srebrenica blieb auch ferner in den Händen des serbischen Despoten. namentlich die Städte Clissa und Almissa. p. . . **) „dicta Jeleniza . Ivan oder Ivanis Nelipic. auch das übrige Kroatien. Pucic. Juli 1426 datirt Stephan Lazarevic eine Urkunde: „in descensu nostro Zreberniza vocato. Clissa brauchten sie. Mit diesem Besitze vereinigten sie endlich auch Cattaro und einige kroatische Städte (Novigrad. Dieser mächtige Magnat. Anmerk. Lesina und Curzola zu befestigen.. Trau (1420) und Spalato (1420) und auch die Inseln Brazza. Er verunt auferre Srebernizam. um sich Spalato zu sichern.. und Almissa. 22* . und von nun an systematisch dahin arbeiteten. war der Knez von Cetin. 117. p. XIII.

ihm ein langes Leben und glückliche Regierung wünschen. In der Vertheidigung des Vaterlandes unterstützte ihn eifrig die freie Gemeinde Poljiza. und zwar aus der edlen *) Siehe sein Privilegium für Almissa vom 3. Travnik. die Venetianer ab zuweisen und an der Erwerbung Kroatiens zu verhindern. — 340 — nannte sich von nun an stolz : „Ban IvaniS. Rama und Almissa. Der Gesandte sollte vor allem dem Könige Tvrtko II. Ihr natür lichster Bundesgenosse gegen Nelipic war Bosnien und dessen König Stephan Tvrtko II. Juli 1420 einen Waffenstillstand bis zum Tage des heil. Mai 1416. p. die Freude der Republik über seine Wahl zum Könige ausdrücken. so erneuerte schon Jvan Nelipic den Krieg mit den Vene tianern. Ende Mai 1422 sandte der Rath von Venedig den Patrizier Johann. 279-280. Knez von Cetin. Sinj. des Georgs Sohn. gegen die venetianische Herrschaft in Dalmatien . Schon seit 1412 wirkte Ivan unaufhörlich. dass der König eine Katholikin. Lavizar. serb. Nachdem ferner der Rath durch den Erzbischof von Spalato erfuhr. um so die Venetianer zur Ver zichtleistung auf Dalmatien zu zwingen. desselben Monats eine ausführliche Instruction. Mon. und sie suchten sich einen Bundesgenossen. Almissa und Viseci. Kaum kam jedoch der Georgstag 1421. als Gesandten nach Bosnien. Clissa. doch endlich sahen sie ein. dass sie sich am Festlande nicht mit ihm messen können. Zvonigrad. und gab ihm zu diesem Zwecke am 26. . Zavzina. Miklosic. aber er griff dafür ununterbrochen von den kroa tischen Bergen und vom testen Clissa aus die venetianischen Länder und Städte an. Anfangs wider standen ihm die Venetianer. doch da sich alle dalmatinischen Städte den Venetianern ergaben. und ihm hier auf die Geschenke der Republik überreichen."*) Als Herr vieler kroatischer Städte: Kljuc. Clissa. schloss auch er mit letzteren am 16. — und ausserdem als Ban von Kroatien hielt es Ivan Nelipic fur seine heilige Pflicht. Georg des nächsten Jahres. Er konnte sich zwar mit ihnen nicht zur See messen.

p. dass ihnen der König nach Besiegung Nclipics dessen Städte Clissa und Almissa über gebe. ihn mit ihren Leuten zu unterstützen.**) In Folge dessen konnte der venetianische Gesandte erst am 17. dass der dalmatinische Besitz der Venetianer an Bosnien gränze und trotzdem weder die Bosnier in die venetianischen Städte. p. **) (Jlasnik. darstellen . würde. August aus Visoki seiner Regierung über die Unterhandlungen mit dem Könige berichten. sondern nur ihre Unterthanen zu sichern sucht. ist die Republik be reit. XIII. Diese schrieben darum am 10. so wäre es nothwendig. Er bat darum den Gesandten. damit er schneller sein Ziel erreiche. alles andere würde sie dem Könige von Bosnien überlassen. Nachdem dies auf Befehl des Jvan Nelipi6 geschieht. 98. den König zu einem Bündniss mit den Venetianern gegen Knez Ivan Nelipi6 zu bewegen.000 Dukaten ver sprechen. so bietet sich ihm der Kath als Vermittler an. bis sich der König mit seinen Magnaten berathen hat. XIII. Die venetianische Republik. wenn er den Knez von Cetin angreift. . Stephan Tvrtko II. heirathen will. Die Hauptaufgabe des Gesandten Johann war es aber. Damit jedoch 'der König den Jvan Nelipic leichter besiege. dieser möge auf eine Antwort warten. September ihrem Gesandten. — 341 — Familie Malatesta. 84—92. dieser möge dem Könige gegen Nelipic entweder militärische Hilfe oder eine Geldunterstützung von 8000 — 10. dass sie diesen mit vereinten Kräften anfielen und ihm seine Länder entrissen. war durch diese Vorschläge offenbar überrascht. noch die venetianischen Kaufleute nach Bosnien sicher kommen können. hatte in der Hauptsache die Vorschläge der Venetianer angenommen. und alles übrige und auch Poljiza möge er für sein *) Ausführliche Instruction im Glasnik. die nicht nach dem Besitze fremder Länder strebt. Er sollte dem König Tvrtko II.von Nelipics Besitz nur die Städte Clissa und Almissa und das Berg gebiet von Poljiza behalten.*) König Stephan Tvrtko II. da sie unterwegs aufgehalten und geplündert werden. unter der Bedingung.

— 342 — Eeich behalten. . Sebenico. im Nothfalle auf ihr Gebiet -in Dalmatien zu fliehen.. Trau und Spalato. Dort in Bosnien unterhandelte sie mit dem Könige über ein Bündniss gegen Knez Nelipic. wenn sich nicht Ivan Nelipic selbst an die Venetianer ge wandt hätte." Glasnik.**) bat er zugleich mit den Bewohnern von Poljiza am 15. 107. als er nach seiner Instruction hätte thun sollen***)." Ibid. sich aus dieser Verlegenheit zu ziehen. 231. p. den König Tvrtko II. . Die Republik war jetzt in nicht geringer Verlegenheit. August und 4. p. . Als er nämlich erfuhr.*) Bei solcher Zuvorkommenheit der Venetianer wäre es schon jetzt zum Abschlusse des ersehnten Bündnisses gekommen. weil ihr Gesandter am bosnischen Hofe dem Könige mehr gesagt hatte. pag. und hier in Kroatien bat sie derselbe Nelipic um ihren Schutz gegen Bosnien und den Vojvoden Sandalj. Oktober 1422 gaben sie dem Conte von Sebenico. t) Matkovic im Rad. seine Länder angreifen will. et ultra contenta in vestra commissione praesertim contra Ragusium et comitem Johannem de Citines. Am 2. ***) Der venetianische Gesandte bekam von seiner Regierung eine Rüge.-j-) Doch die listigen Venetianer verstanden es. Es war ihr dies um so unan genehmer. weil man sie vielleicht zur Unterstützung des bosnischen Königs gebrauchen wird. Gleichzeitig befahl der Rath der Republik seinen Providuren in Zara. Nikolaus Malipiero. VII. . sie sollen ihre Krieger bereit halten. dass der Vojvode Sandalj Hranic. und besonders weil er unnöthigerweise gegen die Republik Ragusa gesprochen hatte. dass sich ein Sturm gegen ihn bereite. September die Republik Venedig. ne voivoda Sandali guerram sibi faciat . 101. **) „quia timet. September entnahm: „quia videmus in sermonibus vos locutum fuisse valde late. sie möge ihm erlauben. eine Instruction. weil diese aus dessen Schreiben vom 23. XIII. p. wahrscheinlich als Führer des bosnischen Heeres. gemeinschaftlich mit den Venetianern zur Unterjochung Ragusas zu be wegen. 98—101. wonach er mit Ivan Nelipic verhandeln und diesem eine venetianische Hilfe von 100 Mann gegen *) Ibiaem. und besonders. wahrschein lich in der Absicht.

— 343 — Sandalj anbieten sollte.**) Knez Ivan schlug indessen den angebotenen Waffen stillstand und alle anderen Vorschläge der Venetianer aus. sandte der Rath zwei Tage später auch ihrem Ge sandten am bosnischen Hofe Instructionen. XIII. p. für welches er dem Bane bis 5000 Dukaten anbieten soll. und sie erklärten sich bereit.***) und am 6.*) Da er nicht wusste. das einzige Clissa verlangten sie für ihre Republik. April) des nächsten Jahres 1424. erhalten hatten . ob Nelipic diese Anträge annehmen werde. und zwar längstens bis Ostern (23. **) Glasnik. unter der Burg Visoki den venetianischen Kaufleuten alle Privilegien und Freiheiten. und eine andere. wenn der Waffenstillstand mit Knez Ivan Nelipic ge schlossen werden sollte. und trachten. dem Könige Tvrtko II. dass Nelipic der Republik die Güter ihrer Unterthanen zurückgebe. 106—111. 115—124. . zu überlassen. die sie von seinem Vorgänger Stephan Ostoja und seinem Vater Stephan Tvrtko I. Jetzt entstand ein besonders enges Verhältniss zwischen Venedig und Bosnien. p. Februar des nächsten Jahres 1423 wurde in Sutiska ein definitives Bündniss zwischen Venedig und Bosnien gegen Nelipic abgeschlossen. für die Republik Clissa zu bekommen. so möge Malipiero mit ihm wenigstens einen zehnjährigen Waffenstillstand schliessen. König Stephan Tvrtko versprach bei dieser Gelegenheit. Am 21. dass er zur Sicherung seiner Unterthanen und des Handels derselben mit den Venetianern sein Heer gegen Ivan Nelipic führen werde. Dezember be stätigte Tvrtko II. wenn die Ver handlungen scheitern würden. die Ivan Nelipic. Sollte Ban Nelipic dies nicht wollen. XIII. ***) Glasnik. 101—103. eine für den Fall. sogar auch Almissa. darauf setzte ihr Gesandter die Verhandlungen mit Bosnien fort. unter der Bedingung. den kroatischen Knez zu besiegen. p. XIII. die Al- *) Glasnik. Wenn es der vereinigten vene- tianisch-bosnischen Gewalt gelingt. so bekommt Venedig die Stadt Clissa und deren Gebiet und alle Länder. sämmtliche Länder und Städte Nelipics.

konnte Tvrtko II. p. und sich sogar 1425 mit dem ungarisch-kroatischen Könige Sigismund versöhnte und verband. — 344 — missaner und Poljizaner der Stadt Spalato entrissen hatten . fielen die Türken Bosnien an und der König musste für die Existenz seines Staates kämpfen. alle übrigen Länder und Städte Nelipi6s (Almissa. um ihn anzugreifen. Zazvina. 218. f) Am 9. seinen Nebenbuhler zu stürzen und sich selbst auf den Thron zu erheben. dass die bosnischen Magnaten nicht sie. 244. hatte auch wirklich die türkische Macht zu fürchten. Poljiza) fallen dem bosnischen Könige zu. weil er den vereinbarten Termin nicht einhalten konnte. -j-) Stephan Tvrtko II. Die Re publik berücksichtigte seine Lage und schrieb ihm am 17. August 1425 danken die Venetianer dem Vqjvoden Sandalj für die Nachricht : „pacem et unionem secutam esse inter dominum regem Ijungarie et dominum regem Bossine. da ihr jetzt die Zeit zu solchen Unternehmungen nicht geeignet zu sein scheint. zum Könige wählten. zu ihrem Bürger. 141—146. XIII. In *) Ibidem. dass Stephan Tvrtko II. p." Ibid. 178—180. sondern Tvrtko II. Travnik. sein Heer sammelte. und er ent schuldigte sich darum bei der Republik Venedig. Die Söhne nämlich des verstorbenen Königs Stephan Ostoja. besonders Knez Radivoj. p. *) Die über das gelungene Bündniss erfreute Republik er nannte am 20.**) Doch trotz aller dieser Vorbereitung blieb Knez Ivan Nelipic unangetastet. Nelipic anzugreifen. ***) Glasnik. April 1423 den König Stephan Tvrtko II. waren darüber erbittert. ferner gar nicht daran denken. **) Ibidem. . kurz darauf alle seine Pläne gegen Ivan Nelipic aufgab. Knez Radivoj trachtete darum auf jede Weise. dass sie selbst ihre Pläne aufgebe. Als nämlich im Jahre 1424 der König Tvrtko II. p. Juni 1424.***) Ge rade die Furcht vor den Türken bewirkte. Mit dem Kriege in seinem eigenen Lande beschäftigt. doch sie sei darum jederzeit herzlich gerne dem Könige zu jedem Freundschaftsdienste bereit. Sinj.

den Sohn von Tvrtkos Schwester Katharina.**) König Stephan Tvrtko II. um ihm zu helfen. womit er dem Joh. Notitiae praeliminares p. et tunc dictus Joannes Nissensis iuit ad Portam. Mrnjavic Zvonik und Hvojnica schenkt „pro ipsius fideli servitio. 233—234. quod nobis praestitit in qualibet nostra necessitate praesertim quando iratus fuerat nobis caesar Turcarum Murat Big. . um sich sein Reich zu sichern und seinem Nebenbuhler Radivoj jede Aussicht auf die bosnische Krone zu nehmen. IX. et depopulabatur dominium nostrum. VII. wandte sich Tvrtko II. August 1426 schreiben die Ragusaner Sigismund. um die Herrschaft seines Vaters in Bosnien zu erneuern. ernannte jetzt. . Tvrtko vertheidigte sich zwar Anfangs. (1421 — 1451). Matkovic im Rad. 257 — 258. **) Am 6. 231. bevor sie nicht ihr Ziel erreicht haben. zum Kriege gegen Nelipic bereitete. Rad. . Grafen von Cilli und Zagorje. et expulit exercitum ex regno nostro . dass jetzt Radosav Pavlovic dem bosnischen Könige schmeichle. Radivoj wendete sich darum an den türkischen Kaiser Murat II. dass dieser im Jahre 1425 mit dem bosnischen Könige einen Frieden und ein Bündniss schloss. während «r früher einen anderen auf den bosnischen Thron zu erheben suchte. gerade als sich Tvrtko II. p. October 1426. povj. — Vergleiche auch die verdächtige Urkunde Tvrtkos II. dass 4000 Türken in Bosnien einfielen. doch er sah ein. Gerade Tvrtkos Neffe Hermann bewog den ungarisch-kroatischen König Sigismund. — Vergleiche auch die Chronik des Ivan Tomasic (Arkiv za jugosl. — 345 — Bosnien hatte er zwar einen Anhänger in dem Vojvoden Radosav Pavlovic. p. zu seinem Nachfolger auf dem bosnischen Throne seinen *) Im Jahre 1431 meldeten die Ragusaner dem Könige Sigismund. non parcens capiti suo pro nobis et inuenit nobis gratiam apud caesarem. . Doch dieser Bund scheint wenig genützt zu haben.*) doch dieser war zu schwach. der damals selbst keine ehelichen Nachkommen hatte. um Hilfe an den damaligen Ban von Slavonien Hermann.. p. denn gleich darauf im Jahre 1426 fielen neuerdings 4000 Türken in Bosnien ein. Er griff darum 1424 Bosnien an. VII.. Um also leichter der tür kischen Gewalt und seinem Nebenbuhler zu widerstehen. 16). dass weder Radivoj noch Murat früher ruhen werden. datirt in Sutiska am 7." Kröelic. der nur auf eine Gelegen heit wartete.

Cod. Die Friedensbedingungen sind uns nicht genauer bekannt. 6. — 346 — Neffen Hermann.000 Dukaten. Grafen von Cilli und Zagorje. **) Glasnik. um die abgetretenen Städte vom Sultan loszukaufen. die Freundschaft und den Frieden mit Venedig zu brechen. ut rumpat cum nostro dominio . und musste sich endlich mit diesem in Verhand lungen einlassen. -j-) Doch bald darauf musste *) Fejer. jederzeit ihm und seinem Reiche bezeugt hat. 3—5. September 1427 datirten Urkunde sagt Stephan Tvrtko II. X. dass ihn der ungarische König und der türkische Kaiser zwingen. gegen den er im August 1430 einen Krieg unternahm. Noch im Jahre 1430 waren diese bosnischen Städte im Besitze der Türken. da er selbst ihnen erst unlängst berichtet hatte. September diese Bitte ab.**) Sie waren umso weniger bereit.***) Nachdem Stephan Tvrtko II. Liebe und Treue. obwohl nur mit grossem Schaden und Verlusten. Glasnik. die sein Ver wandter und Bruder Hermann von Cilli und Zagorje. dass der . diesem seinem Neffen das Königreich Bosnien geschenkt habe. doch die Venetianer schlugen ihm am 5. '***) Quod ambassiatoribus aerenissimi domini regis Bossinae ad ea. 900—901. Doch alles dies nützte Tvrtko sehr wenig. nur so viel wissen wir. quae nobis exposuerunt. und mit Rücksicht auf dessen Dienste. p. p. seine Bitte zu erfüllen. XIV. September 1430 wusste man schon in Venedig. mehrere Städte seines Reiches an den Sultan abtreten musste. besonders bei König Sigismund. Er blieb trotzdem im Kriege gegen Murat II. imfalle er selbst keine ehelichen Nachkommen haben sollte. Ban von Slavonien. mit den Türken Frieden geschlossen hatte. super facto requisitionis factae eidem per do minum regem Hungariae et dominum Teucrorum.. dass er mit Rücksicht auf die Freundschaft. 281. p. erneuerte er die alten Feindseligkeiten gegen den kroatischen Knez Ivan Nelipic. XIII. dass Stephan Tvrtko II. *) In der betreffenden. . die Republik Venedig um ein Anlehen von 32. aus Bobovac vom 2. isolirt. f) Am 5. und es bat damals Tvrtko II. natürlich mit sehr schmeichlerischen Worten und leeren Versprechungen. . dipl.

XIV. — 347 — er Kroatien aufgeben und seine ganze Aufmerksamkeit den südlichen Theilen seines Reiches zuwenden. zahlten die Ragusaner dem Vojvoden Radosav für Konavlje 13. Danach schloss er mit der Republik wiederholt Bund und Freundschaft. unter der Bedingung. der Sohn des Paul Radinovic. wonach keiner seiner Feinde oder Ungetreuen in Ragusa aufgenommen werden soll. und er griff schon 1430 das ragusanische Gebiet an. ***) Idem. Auch am 31. . Es wurde schon erwähnt. und schlossen mit ihm einen Bund. *) Miklosic. von Gottes Gnaden Grossvojvode von Bosnien" und sein Sohn Knez IvaniS den Ragusanern eine Urkunde. 349—350. dass Bewohner von Konavlje bosnische König unlängst den Grafen von Sebenico gebeten habe. und bestätigte ihr jedesmal seine Hälfte der Zupa Konavlje und alle Freiheiten. serb. p. 4. 336—342. *) Die Ragusaner ernannten jetzt Radosav und dessen Sohn Ivanis zu ihren Bürgern und Räthen. p.***) Nach diesen gegenseitigen Versprechungen und Eiden schien es. dass sie dafür an Radosav eine jährliche Rente von 600 Perper be zahlen. wo der Vojvode Radosav Pavlovic mit Ragusa in einen blutigen Streit gerieth. wie sich der Vojvode Radosav Pavlovic. Als Ursache seiner Feindschaft gab er an. dass der Friede zwischen Ragusa und Radosav Pavlovic von Dauer sein wird. „quod non velit dare favorem nee se impedire in factis comitis Johannis de Citines. eben so soll kein Feind von Ragusa bei Radosav Aufnahme finden. De zember 1427 gaben „Radosav Pavlovic. sein schönes Küstenland den Ragusanern abgetreten zu haben.**) Am selben Tag. den 31. Mon. und schenkten ihnen einen Palast in Ragusa. der früher dem Protovestiarius Zore gehört hatte. Radosav bereute es jedoch bald. ibidem. nach dem Tode seines älteren Bruders Peter mit Ragusa versöhnt hatte. um so die Republik zur Rückgabe Konavljes zu zwingen. **) Idem. contra quem sua serenitas intendit movere guerram. Dezembar 1427.000 Dukaten aus. in der ihnen die Hälfte von Konavlje bestätigt wird." Glasnik. p. p. ibidem. die ihr sein Vater Paul und sein Bruder Peter ertheilt hatten. 343—348.

Die Republik ver suchte Anfangs Radosav zu versöhnen. — 348 — verschiedene Ländereien des Bezirkes von Trebinje sich an eigneten. er möge sich für Ragusa bei dem serbischen Despoten Georg Brankovic. VII. trachtete Sigismund endlich wirklich. P. 232. In der Furcht jedoch. April 1430) an den ungarisch-kroatischen König Sigismund mit der Bitte. Ausserdem bat der Rath von Ragusa Sigismund. das Gebiet von Ragusa zu plündern. Mai 1430). Prilozi k trg. Matko von Talovac stand. April 1430).. seines Schützlings annehmen möchte.) . Endlich bat der Rath den Matko von Talovac und den ungarischen Palatin Niko laus von Gara (30. boten ihm die Bundesgenossen 70. um ihn zum Zurückzuge seines Heeres aus dem Gebiete von Ragusa zu zwingen. polit. sie mögen den König Sigismund dazu bewegen. nachdem ihr dies jedoch nicht gelang. Auf die wiederholten Bitten der Commune. die Länder des Vojvoden Radosav in Ost- Bosnien angreifen. Seinem Aufrufe folgte zuerst der bosnische König Stephan Tvrtko II.000 *) Matkovic. der Republik Schaden zuzufügen. der kaum eine Gelegenheit erwarten konnte. da dadurch der zwischen Ungarn und der Türkei geschlossene Friede ge brochen wird. bei dem bosnischen Könige Stephan Tvrtko II. dass Radosav Pavlovic damals dem Sultan Murat II. es möge die Abtheilung seines Heeres. und wandte sich gleichzeitig (am 13. unterthan war. ferner dass die Ragusaner gegen ihre Verträge in Konavlje Festungen und Burgen bauen. damit diese dem Radosav verbieten. sammelte sie ein grosses Heer. und bei dem Voj voden Sandalj annehmen. (Rad.Ragusa (11. historiji republike dubrovaöke. um den Vojvoden Radosav anzugreifen.. *) Daraus ersehen wir. die bei Srebrenik in Usora unter dem Befehle des ragusaner Bürgers. dem bosnischen Könige und dem Vojvoden Sandalj ein Bünd- niss gegen Radosav abgeschlossen. damit dieser dem Radosav verbiete. p. sende. dass er Gesandte zum türkischen Kaiser Murat II.. dass sich der türkische Sultan Murat II. Es wurde also jetzt zwischen Ragusa. die ihm treue Stadt zu retten.

— 349 — Dukaten an. dass Ragusa bei dem türkischen Kaiser die Länder seines Unterthanen Ra dosav zu erlangen sucht. p. sondern forderten von Radosav auch die Entschädigung der Kriegskosten und verschiedenes Andere. ***) Miklosic.) **) Matkovic. Sigis mund sandte wirklich den kroatischen Viceban Dionysius Vladikovic nach Bosnien. Die Handelsstrassen. 233-234). Durch Sultan Murat selbst dazu bewogen. (Slovinac. und so letzteren zum Frieden mit Ragusa zu zwingen. (Rad.**) Dem kroatischen Viceban gelang es zwar nicht. serb. zum Bruch mit Radosav zu be wegen. aber er erreichte doch soviel. Mon. VII. p.***) *) JireiSek. dass ihr der bosnische König mit Krieg drohe. p. und sich durch seinen Ge sandten bei dem bosnischen Könige für sie annehmen. ferner möge er den bosnischen König auf die Falschheit und Schlechtigkeit des Vojvoden Radosav aufmerksam machen. den König Stephan Tvrtko II. Siehe auch desselben Autors Abhandlung: Nastojanje starijeh Dubrovcana oko razsirenja granice. der im März 1432 versuchte den König Stephan Tvrtko II. Der Rath von Ragusa bat ferner den König Sigismund. und dem Sultan dafür auch den bosnischen Tribut versprochen hat. und versuchte es. 39. beschloss er sich mit den Ra- gusanern zu versöhnen. weil ihn der Vojvode Radosav überredet hat. während er früher einen anderen auf den Thron erheben wollte. Und es gelang ihm dies. der dem Könige jetzt schmeichelt. der sich gegen ihn vorbereitete. Der darüber erzürnte Vojvode Ra dosav gab jetzt alle Unterhandlungen auf.*) Radosav Pavlovic erschrak. 1879. vom Bunde mit Ragusa abzulenken. cit. 369. op. er möge die Stadt aus dieser neuen Gefahr befreien. damit er sie an der Vernichtung Radosavs nicht hindere. Schon am 19. dass der bosnische König den Frieden zwischen seinemMagnaten und Ragusa vermittelte. Sep tember beklagte sich die Republik Ragusa bei König Sigis- mund. . den König Tvrtko von Radosav Pavlovic abwendig zu machen. g. Nr. Doch diese waren mit der Rück erstattung Konavljes nicht zufrieden. 4 und 5. als er von dem Sturm erfuhr.

. **) Idem. der Hofmeister Ivanis Biohani6 und Knez Tvrtko Borovinic unterschrieben haben. Seit nämlich der serbische Despot Stephan Lazarevic von König Sigismund die bosnische Stadt Srebrenica erhalten hatte. In der be treffenden Urkunde. p. dass ich gleich meinen Boten zu dem Herrn Kaiser Murat-beg und seinen Veziren an die Pforte senden werde. In der betreffenden Urkunde lesen wir auch folgendes: „Und auch verspreche ich Herr Voj- vode Radosav dem Dogen und den Patriziern von Ragusa. denn indessen drohte seinem Reiche eine neue Gefahr von Osten durch den Despoten von Serbien und den türkischen Schützling Radivoj. und er habe darum dem Radosav befohlen. war es auch wirklich sehr daran gelegen. **) Tvrtko II. März 1433 auch König Stephan Tvrtko II. Mon. am 25. die auch der Vojvode Peter Klesi6. Mon. Tvrtkovic in seiner Residenzstadt Sutiska. und ihnen mittheilen. den Vojvoden Radosav je eher mit Ragusa zu versöhnen. 374—376. und ihre Bestätigung bitte." Miklosic..***) die bosnischen Magnaten hingegen trachteten wieder Srebrenica für Bosnien zurück zugewinnen. schreibt der König selbst. „mit den ehr samen und weisen Patriziern von Ragusa" Frieden zu schliessen. serb. Unter Lazarevics Nachfolger Georg Brankovic (1427 — 1456) kam es sogar zu blutigen Kriegen zwischen *) Miklosic. serb. herrschte kein rechter Friede mehr zwischen Bosnien und Serbien. — 350 — Der Friede zwischen Ragusa und dem Vojvoden Ra- dosav wurde auf Vermittlung Tvrtkos II. p. dass ich mit den Herrn von Ragusa Frieden geschlossen habe. 369. ibidem."*) Den Frieden Ragusas mit dem Vojvoden Radosav bestätigte später am 2. pag. Der Despot Stephan Lazarevic trachtete unaufhörlich seine Herrschaft in Ost-Bosnien zu erweitern. 335. ***) In einer Urkunde von 1427 nennt sich Stephan Lazarevic : „Herr aller Serben und des Donauthales und des Savethales und von Theilen des ungarischen Landes und des bosnischen. Oktober 1432 abgeschlossen. wie unan genehm ihm der Krieg zwischen Radosav und Ragusa war.

vielleicht unterstützt durch den Vojvoden Ra- dosav. Die Handelsstrassen. Oktober 1433 dem Johann Stojkovi6. . Anmerk. p.. um sich hier dem Georg Bran- kovic zu widersetzen. Doch die ragusaner Gesandtschaft kam gerade zur ungünstigsten Zeit. Im April desselben Jahres 1433 kämpfte er. 120. Er wandte sich darum an den Rath seiner Vaterstadt mit der Bitte um seine Vermittlung auf dem bosnischen und serbischen Hofe und bei den hervorragenderen Magnaten dieser Länder. eine allgemeine Synode der katholischen Kirche. Im Juli 1431 versammelte sich in Basel. dass er dessen Wünsche betreff Bosniens nicht *) Jirecek.*) Doch sehr bald musste er den Kampfplatz im Nordosten verlassen und in den Süden seines Reiches ziehen. damit sie ihre Gesandten nach Basel senden. Der Rath von Ragusa schrieb darum am 5. Kaum hatte Tvrtko II. neuerdings in Bosnien eingefallen. und dass dann die christlichen Völker des Ostens versöhnt und einig den Hauptfeind des Christen- thums. den Radivoj angestiftet hatte. unterstützt durch die Türken. da damals in Bosnien der Bürgerkrieg wüthete. berufen. — 351 — Bosnien und Serbien. so musste er auch schon in den Nordosten Bosniens ziehen. denn indessen war Knez Radivoj. den Radosav mit Ragusa versöhnt. der Dominikaner Johannes Stojkovic aus Ragusa wünschte besonders. durch Pabst Eugen IV. den Türken. und er hoffte so. durch das lebendige Wort und durch freundschaftliches Zuvorkommen den religiösen Streitigkeiten ein Ende zu be reiten. und sandte im Jahre 1433 seine Leute zu dem bosnischen Könige Stephan Tvrtko II. in der Nähe Zvorniks gegen die Serben. um über die Ausrottung der Ketzerei und die Ver söhnung der christlichen Völker zu berathen. 39 —50. Eines der hervorragendsten Mitglieder dieser Synode. Der Rath erfüllte gerne die Bitte seines Lands mannes. angreifen mögen. und endlich auch zu dem Despoten Georg. dass sich die Kirche des Orientes mit der des Occidentes ver söhne. zu den Vojvoden Sandalj und Radosav. dass die religiösen Streitigkeiten auf der Balkan halbinsel aufhören.

ut dicti Polizenses se ab- stineant a damnis et offensionibus. konnte sich der bosnische König. op. in illa forma quae fuerit opportuna ad hoc. Am 7. und 1424 hatte Sandalj seine Herrschaft schon bis über die Cetina verbreitet. Namens Radivoj erheben wollen. p. — 352 — erfüllen könne. er möge verhindern. Binnen Kurzem unterwarf er sich im Lande Hum alle mächtigeren Kneze und Vojvoden. **) „Et insuper scribatur per nostrum dominium vaivodae Sandali. cit. nur mit schwerer Mühe des Radivoj und der *) Matkovic. XIII. und die Republiken Ragusa und Venedig ehrten ihn auf jede Weise. Da er durch seine zweite Frau Helena ein Verwandter des serbischen Despoten und des Fürsten von Zeta war. von seinem Nebenbuhler Radivoj Gefahr drohte. so wurde jetzt sein Thron vollends erschüttert. dass die Bewohner von Poljiza ferner das spalatiner Gebiet an greifen. Seine unmittelbare Macht reichte bald im Norden bis zu den Gränzen Kro atiens. verbreitete sich sein Einfluss auch in deren Ländern . und im Süden bis tief in Zeta hinein. VII. und zwar wegen der Kriege in Bosnien. sei nämlich fortwährend den Anfällen der Türken ausgesetzt. begann er sich auch in kroatische Angelegenheiten einzumengen. 235—236). als sich auch der Grossvojvode Sandalj Hranic gegen ihn erhob. dem Namen nach sein oberster Gebieter. p. (Rad.*) Wenn schon bisher dem Könige Tvrtko II. und im Osten umfasste sie Podrinje und andere Gebiete. **) Während so Sandalj seine Macht begründete. indem er die freie kroatische Gemeinde Poljiza seiner Oberherrlichkeit unterwarf. Schon im August 1423 fürchtete seine Macht der kroatische Knez Ivan Nelipic. die ihn vom Throne stürzen und darauf einen Magnaten. so dass er jetzt angesehener und geachteter war als der König selbst. Nachdem er über die Krajina (von Makarska) bis an die Gränzen Kro atiens vorgedrungen war. 215." Glasnik. . Juli 1424 bat ihn der Rath von Venedig. Dieser ohnedies mächtige Magnat hatte seit der Krönung Tvrtkos noch grössere Macht erlangt. Der König Tvrtko II. besonders die Vojvoden aus der Familie Radivojevic und entriss ihnen ihre Länder und Städte.

vertrieben. 391. 159. Die Handelsstrassen. dass damals die Bosnier König Tvrtko H. 23 . blieb in Ungarn bei drei Jahre. Denn gerade als im Jahre 1433 König Tvrtko II. und dann gegen Knez Radivoj kämpfte. p. Der Despot von Serbien nahm sogleich Zvornik und die Vojvodschaft Usora ein. Von den bosnischen Magnaten widersetzte sich der Herrschaft San- daljs am energischsten Georg Vojsalic. seine Herrschaft für alle Zeiten von dem übrigen bosnischen Reiche loszutrennen. 33. der so vielen Feinden und Nebenbuhlern nicht widerstehen konnte.. den Grafen von Cilli und Zagorje. musste aus seinem Königreiche fliehen und ging nach Ungarn. — „Radosav Dragisic Kosaöa.**) Der unglückliche König Tvrtko II. ***) Der kroatische Chronist Simeon Klimentovic notirt hei dem Jahre 1433.***) Stephan Tvrtko II. stand endlich auch Sandalj auf und kaufte gemeinschaftlich mit dem serbischen Despoten dem Sultan das bosnische Reich ab. — 353 — Türken erwehren. führten. ein Neffe des einst mächtigen Herzogs Hrvoje und Vojvode in Dobaji-kraji. appellata Cosaze. Die Details dieser Kämpfe sind uns unbekannt. die die bosnischen Magnaten gegenseitig. doch unzweifelhaft waren dieselben furchtbar. Geschichte Bosniens . pov." Glasnik XIII. Hülfe zu suchen. p. unterstützt durch die wilden türkischen Horden. **) Jireöek. oder sogar selbst nach der bosnisch-serbischen Krone zu langen. um hier bei König Sigismund und seinen Verwandten. Konnte unter solchen Verhältnissen nicht in Sandalj der Gedanke entstehen. IV. serb. p. und statt der Familie Kotromanic das Haus Kosaöa auf den Thron zu erheben?*) Sandalj plante auch wirk lich so etwas. Arkiv za jugosl. „Omnes de progenie ipsius domini Sandali. der wahrscheinlich durch die benachbarten kroatisch-slavo- nischen Kneze von Blagaj unterstützt wurde. Mon. zuerst gegen den Despoten von Serbien. Während dieser Zeit waren in seinem unglücklichen Reiche heftige Kämpfe und Kriege. p. und nach dem Reste griff Sandalj selbst. Juraj Vojsalic scheint in dem Kriege gegen Sandalj glücklich gewesen zu *) Die Familie (das Geschlecht) Sandaljs hiess Kosaöa. 39 —40. da Ivanis von Blagaj eine Enkelin Hrvojes zur Frau hatte." Miklosic.

377—379. in dem erzählt wird. endlich der Pristaldus Knez Tomas Capic und Knez Georg Petovovic. . ersehen wir aus einem Schreiben Papst Eugens rV. in Kozman zwischen Pofia und der Sutiskamündung. Dezember 1437. in seiner Hauptburg Sokol am Zusammenfluss der Piva und Tara. asserentis circa XVI. . Vrabac. August 1434 mit seinen Söhnen und seinen Edelleuten unter Kresevo in der Mitte Ober-Bosniens finden. vom 7. Das Kloster Milesevo mit der nahen Burg war sein. eine Urkunde ausstellte und ihnen alle ihre Besitzungen zurückgab. 40."*) Wie unterdessen die türkischen Horden in Bosnien haussten. in Kukanj bei Plevlje. 375. p. nachdem wir ihn am 12. Slav. quod nos dilecti filii Jacobi ordinis minorum pro- fessoris vicarii Bosne. ***) Sandalj starb im Jahre 1435. **) „Hinc est. mer. — 354 — sein. der den Fall des *) Miklosic. An der Seite des Vojvoden Georg VojsaliiS waren bei dieser Gelegenheit: Knez Vuk Rupöi<5 und Knez Paul Komlinovic aus Humj Vojvode Ivanis Dragisic aus Dolnji- kraji und Vojvode Marko aus Zemalnik. serb. p.***) Seine umfangreiche Herrschaft erbte sein Neffe Stephan Vuköi6 (1435 — 1466). . dem Sohne des Knez Vukic. Nevesinje und der prächtigen Burg Blagaj gehörten dem Grossvojvodea . Knez Tvrtko Mila- tovic und Knez Kadoje Cuklic aus Pliva. . Ganz Chl'm mit Konjic. Im Sommer lebte er auf seinen Schlössern an der Drina. Mon. „die ihnen der Voj- vode Sandalj genommen hatte. Die Einheit des Gebietes störte nur der isolirte Be sitz der Pavlovic um Trebinje.**) Während dieser furchtbaren Kämpfe starb der Grossvojvode Sandalj Hranic im Jahre 1435 und hinterliess keine männ lichen Erben. wo er dem Vojvoden Paul Jurjevic und dessen Brüdern. Knez Georg Misljenovic und Knez Martin Dijaniäevic aus Sana. in Samobor bei dem Handelsplatz Go- razda. Knez Peter Brsaöic . I. ebenso Onogost (Niksic). Im Winter zog er in das mildere Küstengebiet zur Narenta oder zum Golf von Cattaro. destructas et combustas fuisse . Sein Fürstenthum reichte damals von der Narentamündung bis jenseits des Lim. . ecclesias et doinus fratrum dicti ordinis spatio duorum annorum ab inhumanissimis Turcis ." Theiner." Jireöek. an der Bocca di Cattaro besass er das Königsschloss Novi mit Kisano. p. und dem Vuk Vukicevic. in Kljuö bei Crnica. den Söhnen des einst berühmten Voj voden Georg Radivojevic. Mon. dass die Türken nur in den zwei letztvergangenen Jahren sechzehn Klöster und Kirchen der Franciskaner in Bosnien zerstörten und niederbrannten. Die Handelsstrassen.

die den König einst in dessen Noth unterstützten und folg lich seiner Gnade würdig waren. protegemus. in dem der Tod den Vojvoden Sandalj erreichte. quatenus omnia claustra seu loca fratnim minorum . p.. . in sein Königreich zurück. weilte noch Anfangs 1436 in Ungarn. Handelsstrassen. Vladislav Klesic und der Protovestiarius Restoje. Die Bürgerkriege in Bosnien waren nur für die Türken von Nutzen. mit der er die Franziskaner und deren Klöster in Bosnien in seinen Schutz nimmt und ihnen erlaubt. Budae 1766. und an seiner Seite die Edelleute Tvrtko Borovini6.. Das ganze Land war verwüstet und geplündert. Murat II. . **) Bald darauf kehrte Tvrtko II.. ... tuebimur . Ramus viri- dantis olivae. . Peter und Johann. in sua civitate Albaregali . 6. vielleicht durch die Hilfe König Sigismunds. den Katholicismus in Bosnien zu verbreiten und die Bewohner zum katholischen Glauben zu bekehren. . Januar war er in Stuhlweissenburg. . 85. . starb in Kroatien der mächtige Knez Ivan Nelipic.. gebürtigen Ragusanern.. p. nahm im Jahre 1436 neuerdings die Stadt Vrhbosna ein. Zvornik und Srebrenica herrschte der Despot von Serbien. in Usora. dominum Sigismundum . ac fratres in eisdem degentes . **) „Nos Stephanus Tuertchus . und in der Stadt Vrhbosna residirte der türkische *) Jireöek. Bewogen durch König Sigismund und den Ban von Slavonien. Ad cunctorum notitiam .. Von nun an war Vrhbosna der Haupt-Waffen platz der Türken und das Centrum." Pavich. .. Das reiche Erbe Nelipics an der Gränze des bosnischen Reiches schenkte jetzt König Sigismund dem Matko von Talovac und dessen Brüdern Franz.*) Stephan Tvrtko II. von wo aus sie Bosnien und dessen Magnaten beherrschten. .. promisimus. 23* .. harum serie volumus pervenire. Matko Talovac. Georg Dragiöevic. der letzte Nachkomme des altberühmten kroatischen Geschlechtes Svaöic. in dicto regno nostro Bosniae . in dem er diesmal Bosnien vorfand. und legte in dieselbe eine Be satzung. personaliter requisiti . — 355 — bosnischen Reiches überlebte. . Doch traurig war der Zustand. Im selben Jahre.. qualiter nos per serenissimum et invictissimum dominum nostrum. Em. Am 25. erliess hier Tvrtko eine Urkunde.

wenn ihm dieser Bosnien auch ferner lässt.***) Dem Könige Tvrtko n. So wurden die Türken die unmittelbaren Nach barn Tvrtkos.248. xal Irug'aro (fbfiov anäyuv rov Iviavrov fiVQiäöag ävo XQvaov xal ntvraxig^ikiovg.**) doch die Macht Tvrtkos war damals so unbedeutend. dass er gleich seinem Vater jederzeit mit der Stadt Ragusa Frieden halten werde. in den er und sein Reich ver fallen waren. Bulgarien und im walachi sehen Lande. p. nichts übrig. <üj orQutov tt avvccyaytöv rjvvtv ovätv. in Bosnien und in allen anderen Ländern. Serbien angriff und alle Länder des Despoten Georg Brankovic bis Belgrad eroberte. Radosav Pavlovic und anderen Magnaten Ost. den trau rigen Zustand zu ertragen. ***) „Der grosse Herr und grosse Emir Sultan Muratbeg" erlaubt den Ragusanern zu handeln „in Komanien. König Tvrtko residirte im August 1439 in Bo- bovac. ovöt lg Xtloctg tX&tiv rjv^a/fto r<j> ßctaiXtwg otQkt^. in Albanien. als auch dem Sultan Murat II. Laonici Chalcocondylae de rebus Turcicis (Bonner Aus gabe). — 356 — Feldherr Isam. wg irjovfiivgg uvrip vtio 'lac'cfiov rrjg /top«?. nQ€gßug rt tnt/xipt naQa ßaaiX^a. indem sie bei dieser Gelegenheit auch die *) oirog fitv rfij o rwe 'IXXvQlwv ßaaiXtvg. serb. V. Mon. Er versprach ihm also einen jährlichen Tribut von 25. 402. dass sich für den eigentlichen Herrn Bosniens der türkische Kaiser Murat II. der von hier aus dem Stephan Vuköic. ßaaiXtig öt TiQoaitro xal anoväug (txoiuto «i5r<j5. serb. der Sohn des Vojvoden Ra- doslav schwur. p. Orten und Städten meiner Herrschaft.*) So wurde Bosnien in den Jahren 1437 — 1439 von der Türkei abhängig. p. Unter solchen Verhältnissen blieb Stephan Tvrtko II. als im Jahre 1440 der türkische Kaiser Murat II.und Süd- Bosniens befahl. fiel es sehr schwer. Serbien und Albanien. Als solcher ertheilte auch Murat im Jahre 1442 den Ragusanern ein Handelsprivilegium für Bosnien. Mon. betrachtete. Üb. zu huldigen." Miklosic. . sondern nur ein Vasall des türkischen Kaisers. wo ihm Knez Ivanis. **) Miklosic. sein König war nicht mehr ein selbst ständiger Herrscher.000 Dukaten zu zahlen und seine Oberherrlichkeit anzuerkennen. Noch schwieriger wurde seine Lage. in Serbien. 409—411.

und dass sich ihr König wegen dieser Verwandtschaft ihrer Sprache und ihres Herkommens sehr freue. dass der Bund und die Freundschaft zwischen Ungarn und Bosnien. dass je eher ganz Ungarn beruhigt und dann mit vereinten Kräften der Krieg gegen den gemeinsamen Feind unternommen . und begeistert darüber. dass Vladislaus — wie erzählt wird — in seinen Unternehmungen glück lich sei. sandten sie ihre Gesandten nach Ofen. Es schien jetzt auch dem bosnischen Reiche die letzte Stunde geschlagen zu haben. wenn ihrem Könige die Erfolge und Fortschritte Vladislaus' gefallen. König Stephan Tvrtko H. wie die Polen. und dass sie eine gemeinsame Sprache sprechen. Ausserdem baten sie. unterstützen könnten. In dieser grässlichen Gefahr sah sich Stephan Tvrtko nach allen Seiten um Hilfe um. ja sogar müssten. ge schlossen oder erneuert werde. welches ihnen droht. die bisher in den Händen der Serben waren. weil es beiden Par teien auf gleiche Weise daran gelegen ist. der Nachfolger König Sigismunds. dass die Bosnier dieselben Ahnen haben. und noch mehr der Despot Georg Brankovic hofften jetzt zuversichtlich für sich bessere Zeiten.. wie sie wegen dieser Verwandtschaft und wegen der Nachbarschaft sich mit ver einten Kräften und gegenseitigem Rathe gegen das furcht bare Joch der Türken.. um den neuen König zu begrüssen und ihn um Hilfe zu bitten. Zu seinem Glücke starb in Ungarn Albert II. — 357 — Städte Zvornik und Srebrenica einnahmen. die alle bisherigen Könige heilig hielten und achteten. und zum ungarisch-kroatischen Könige wurde der heldenmüthige König von Polen Vladislaus Varnencik (1440 — 1444) er wählt. Den Gesandten wurde gnädig geantwortet: dass es recht sei. Sie hoben auch sehr hervor. sowohl wegen der von ihnen erwähnten Verwandtschaft der Sprache und des Herkommens. dass jetzt auf dem ungarischen Throne ein slavischer Herrscher sass. Diese erwähnten die Herkunft ihres Volkes und hoben hervor. als auch darum. Über die bos nische Gesandtschaft erzählt der Biograph König Vladislaus' folgendes: „Auch von dem bosnischen Könige kam eine aus hervorragenden Männern bestehende Gesandtschaft.

vorerst Ungarn zu sichern und zu ordnen. und danach Bosnien. apparatu virisque insignis. Hung. rer. sie möge ihm erlauben. *) „Venit et a rege Bossine legatio. König Vladislaus konnte indessen nicht in den ersten Jahren seiner Regierung Serbien und Bosnien zu Hilfe eilen. Script. sein ganzes Vermögen auf venetianisches Gebiet zu schicken und im Nothfalle auch selbst mit seiner Familie nach Venedig zu fliehen. 457. Schon im Januar 1441 bat König Tvrtko II. losgesagt. Er verlängerte dadurch das Leben des bosnischen Staates um dreiundzwanzig Jahre. quae repetito gentis suae primordio. und sie wurden ermahnt. auctores generis et communem linguam Bossinenses habere. von dem türkischen Kaiser. I.. eosdem. und sein Ruhm verbreitete sich in der ganzen Christenheit. September) schlug. durch seinen Protovestiarius Restoje die Re gierung von Venedig. erbittert über Tvrtko. weil dieser von ihm abgefallen war. — 358 — werde.. quam dixisset. Schon im Jahre 1442 hatte sich Johannes Hunyady ausgezeichnet. Serbien und Bulgarien von der türkischen Knechtschaft zu befreien. sie möge öffentlich oder insgeheim die Regierung seines Königreiches übernehmen." Philippi Callimahi . im geeigneten Momente Ungarn gegen die Türken mit Rath und That zu unterstützen. (Schwandtner."*) Durch diese Gesandtschaft hatte sich Stephan Tvrtko II. März und 6. ihr König möge immer in dieser seiner Absicht verharren.) . p. Dann wurde ihnen dafür gedankt. Bei dieser Gelegenheit machte Stephan Tvrtko der Republik auch den Antrag. I. indem er zwei grosse türkische Heere unter den Karpaten (am 25. Endlich wurde das Bündniss zwischen den Königen und Königreichen befestigt. Bosnien von allen Seiten bedrängte. cum Polonis. während andererseits Sultan Murat II. An der Seite König Vladislaus' stand der berühmte Held Johannes Hunyady.. denn König Vladislaus trachtete wirklich ganz ernstlich. de rebus Vladislai lib. dem er erst unlängst gehuldigt hatte. der Vater des späteren Königs Mathias Corvinus. den die südslavischen Volkslieder unter dem Namen Janko Sibinjanin feiern. dass ihr König selbst versprochen hat.

*) „ipsum dominum regem optare et nos rogare. erwehrte sich diesmal auch wirk lich der türkischen Macht. XIV. II. Er bat den Rath. endlich möge er einen venetianisclien Edelmann nach Bos nien senden. p. ut consentiamus. versprachen ihm die Ragusaner. sich mit Hilfe der Venetianer gegen die Türken zu schützen. dass sie bereit sei ihm und seine Familie jederzeit in ihrem Gebiet aufzunehmen. und er sandte darum sein Silber und alle Kostbarkeiten in die Fremde. **) Als er im April 1442 eine grössere Summe Geldes zur Aufbewahrung nach Ragusa sandte. dieser möge Gesandte zu Murat senden und zu Gunsten Bosniens sprechen. *) Der bosnische König muss damals in grosser Noth gewesen sein. et offert nobis illud regnum regendum nostro nomine. . Er fühlte sich aber trotzdem keinen Moment auf dem Throne sicher. W6— 107. 41—43. da er bereit war sein Reich den Venetianern zu über geben. dass er sich in seinem Königreiche glücklich erhalten möge." Glasnik. und ihm Waffen und Munition aus ihren dalmatinischen Städten geben. Februar 1441 auf seine Wünsche und Anträge. damit dieser ständig auf Tvrtkos Hofe wohne. dass sie diesen Schatz Niemandem ausfolgen werden. auch erlaubt sie ihm aus Venedig Waffen und Munition zu seiner Vertheidigung auszuführen. den er vor Priestern des römischen oder bosnischen Glaubens unterzeichnen wird. et vellet arma et alias munitiones de locis nostris posse habere . et personaliter etiam venire cum familia sua. Sporn. so soll sie ihn wenigstens ausgiebig unterstützen. palam vel oc- culte ut nobis placet. . — 359 — sollte sie jedoch dies nicht können oder wollen. sie dankt ihm darum für seine Freundschaft und wünscht ihm von Herzen. ferner möge er ihm eine dalmatinische Stadt für eine bosnische in Tausch geben." Gleichzeitig trachtete Tvrtko fortwährend. **) Pucic. p. quod possit quando opus sibi videbitur. „was er ihnen mittheilen und auftragen wird unter seinem Siegel in seinem Briefe. mittere in aliqua terrarum no- strarum havere suum. besonders nach Ragusa. 104—105. doch sein Reich könne sie nicht übernehmen. Die Republik antwortete ihm am 21. sondern dass sie thun werden. 163. . Stephan Tvrtko II.

— 360 — Gleichzeitig macht er sie aufmerksam. p. 48—51. und Albanesen. Bosnier. und auch der Despot Georg Brankovic schloss sich demselben an in der Hoffnung. Bei dieser Gelegenheit hörte unzweifelhaft die türkische Herrschaft auch in Bosnien auf und die türkischen Feld herrn verliessen die Stadt Vrhbosna**). Ausser den Ungarn und Polen waren im königlichen Heere auch 600 böhmische Kriegswagen. dass der Sultan grosse Pläne betreff Bosniens und Dalmatiens hat. Dejiny naroda bulgarskeho. Bulgarien blieb zwar auch ferner unter türkischer Herrschaft. Serben. wie dies auch seine Vorfahren seeligen Angedenkens thaten. ein Verwandter des Sultans wurde im Kampfe getödtet. XIV. Zuletzt wird er am 22. und er bittet sie neuerdings um die Erlaubniss Waffen aus ihren dalmatinischen Städten auszuführen. als er aus seiner Stadt Sutiska *) Glasnik. mit einem grossen Heere an. In Folge dieser glücklichen Schlacht wurde im Juni 1444 ein Friede zwischen Ungarn und der Türkei geschlossen. „überzeugt. Auf dem Rückwege griff ihn bei dem Passe Kunovica der Sultan Murat II. *) Die Venetianer schlugen beinahe alle seine Bitten ab. 322—323. Vladislaus drang glücklich bis Sophia und von hier bis PhilippopoMs vor. doch dafür wurde ganz Serbien dem Despoten Georg Brankovic zurückgegeben. und von allen Seiten eilten zu diesem Heere auch Bulgaren. wieder sein Land zu er werben. Juni 1443 erwähnt. Stephan Tvrtko II. **) Diesen grossen Krieg Vladislavs beschreibt Jireöek. während sein Schwager Mehmed Celebi in Gefangenschaft gerieth. Tvrtkovic erlebte es nicht . p. dass der erlauchte König in seiner grossen Weisheit sein Reich am besten wird erhalten und vertheidigen können. sein Reich von den Türken befreit zu sehen." Erst im Juni 1443 unternahm König Vladislaus Varnenöik mit Johannes Hunyady einen grossen Feldzug gegen die Türken zur Befreiung der Südslaven. . doch in der blutigen Schlacht wurde das türkische Heer aufs Haupt geschlagen. nach glücklich vollendetem Kriege.

den Pabst Calixtus III. Mon. **) Damals (1443) ermordeten die Bosnier denselben Tvrtko II. Golubinski glaubt. p.. Slav. Der Name „KovväovytQot. dass er sich vor seinem Tode mit seinem Nebenbuhler Radivoj versöhnte und den selben als Kanzler auf seinem königlichen Hofe anstellte***). Mon. serbskoj i ruminskoj. . Stephani (Thomae) regis Bosne germano" schreibt. . II. — „Radywoy. 248—249. Der gleich zeitige griechische Historiker unterscheidet wenigstens „das Land Sandaljs" von dem Königreiche. dass Stephan Tvrtko II. dass sein Gebiet schon gar nicht mehr zu dem übrigen bosnischen Reiche gezählt wurde. Kovfiovytooi ä ovofj. filii Ladislai de Welike." der später um 1462 in Tesanj die katholische Kirche des heil. p. in den südlichen Theilen des bosnischen Reiches so unabhängig. um den Rest seines Königreiches zu erhalten.. — 361 — den Knez Georg Ratkovic und den Kämmerer Knez Restoje nach Ragusa um das Geld schickt. p. gospodina kralja Tvrtka Radivoj Hr'stic. unterdessen regierte der Grossvojvode Stephan Vuköic. Mon. ***) In einer Urkunde Tvrtkos II. durch die Bosnier selbst ermordet wurde.- naVTig ol ig rrjv 2avSüXtia %uiqkv TtXovvTtg. 428). E. der in die Fusstapfen seines Vorgängers und Onkels Sandalj Hranic trat. mer." Chalkokondylas. 1871 p. 426) Es ist dies wahrscheinlich derselbe „nobilis vir Radinoi Charstich. So schien es. Tvrtkovic in seinen letzten Lebensjahren Tag und Nacht wachen musste. Golubinski. IV. dass derselbe Radivoj eine katholische Kirche „in loco de Podenubac" erbaute (Theiner. 594. als sollte das bosnische *) Miklosic. Während König Stephan Tvrtko II. de Wranduck" hatte später zur Frau Katharina. Serb. V. jugosl. p." — Aus einem Briefe. p. frater Thome regis Boznensis." (Miklosic. Hb. Hung. vom Jahre 1443 steht: „ja dijak. Arkiv za pov. p. Kratkij oöerk istoriji pravoslavnih crkvej bolgarskoj. *) Der kroatische Chronist Simeon Klimen- tovic behauptet. welches der bosnische König verwaltete" 'j-)." für die Bewohner des Gebietes des Grossvojvoden Vukcic kommt auch in einem Schreiben des Patriarchen von Constantinopel Genadius vor. I. 426. 374). 33. . dass dies die Pata- renen sind. Moskau. ersieht man. Mon. König von Bosnien.a^ovrai alifj. 1457 dem „nobili viro Radmoy (Radivoy). Serb. t) „Tovtov $t rijg /top«? (des bosnischen Königs) t%trat rj tov Zrtifüvov tov 2avääXiui %moa . Georg erbaute (Theiner. welches er dort auf bewahrt hatte. **) Es scheint. die Tochter „Nicolai.

den Verwandten des Grossvojvoden Stephan Vuköic. der Ungarn und der katho lischen Kirche zugethan war. Stephan Vuköic „von Gottes Gnaden Grossvojvode des bosnischen Reiches und noch mehr" hatte zur Frau Helena. stürzte er nicht nur die Macht und das Ansehen König Tvrtko II. den Ban mit ihrer Flotte zu unterstützen. Juni 1436 bei König Sigismund. 238. Obwohl er von seinem Onkel ein riesiges Ge biet geerbt hatte. Seine Macht bedrohte die kroatischen Kneze Talovac. und andererseits begünstigte er die Patarenen. Um dieses Ziel leichter zu erreichen. sandte der König gegen diesen den Ban Matko Talovac und forderte auch die Ragusaner auf. sondern er wurde auch die Furcht und der Schrecken aller benachbarten Staaten und Länder. und auf die Liebe und Zuneigung der Bosnier vertraute. Er war auch dem mäch tigsten Magnaten des nördlichen kroatischen Küstenlandes. dem Könige Sigismund untreu wurde. Besonders fürchteten ihn die Ragusaner. war er damit nicht zufrieden . die spätere Königin von Bosnien. ja selbst die ungarisch-kroatischen Könige. Die Ragusaner fürchteten nicht ohne Ursache die Macht *) Matkovic im Rad. sondern trachtete dasselbe nach allen Seiten auszubreiten. weil ihrer Stadt eine grosse Gefahr drohen würde. dem Grafen Johann Frangepan von Veglia und Zengg verwandt. Johannes Frangepan. helfen würden*). an. und eine Tochter Katharina. und Enkelin von Sandaljs zweiter Frau Helena. vertraute er sich einer seits vollkommen dem türkischen Kaiser Murat II. die Republiken Venedig und Ragusa. Vladislaus und Vlatko. Doch die Ragusaner entschuldigten sich am 19.. die Tochter des Fürsten von Zeta BalSa III. die ihn als die Hauptstütze und den Vertheidiger des nationalen Glaubens betrachteten. VII. .. Indem er sich so an den mächtigen Kaiser der Türken anlehnte. Sie gebar ihm zwei Söhne. — 362 — Königreich bald in zwei gegenseitig unabhängige Staaten zerfallen. p. wenn sie dem Bane Talovac gegen den Grafen Johannes. Als der Graf von Zengg und Veglia.

**) Ibidem. denn schon im Juni desselben Jahres fiel Vuköic in Zeta ein. letzterer möge dem Bane Matko Talovac und anderen kroatischen Feldherrn auftragen. XIV. p. Matko Talovac und dessen Bruder Peter Talovac.. sie mögen Almissa ver theidigen und dasselbe für sich nehmen. doch bald bedauerten sie dies. Der erschreckte Rath von Ragusa sandte am 3. Denn sobald dieser im Jahre 1438 der Familie Pavlovic Trebinje und die benachbarten Zupen entrissen und sie so aller ihrer Güter im Süden Bosniens beraubt hatte. die Stephan unterstützten. Ban von Kroatien und Dalmatien. p. Nachdem er seinen Onkel beerbt hatte. dass sie dies nicht thun können aus Furcht vor dem mächtigen Vojvoden Stephan und vor den Türken.***) doch dieser wollte davon nichts hören und setzte seine Eroberungen *) Ibidem. Ragusa zu vertheidigen. griff jedoch gleich darauf die kroatische Stadt Almissa an. selbst den Venetianern zum Bundes genossen gegen den Grossvojvoden Vuköic an. p. der Republik mit so einem grossen Heere. diese antworteten ihr am 7. Stephan Vuköic verschonte zwar für diesmal die Ragusaner. Die Venetianer trachteten zwar durch Gewalt und auch durch Güte. ***) Glasnik. um die dortigen venetianischen Städte zu er obern. — 363 — des Vojvoden Vuköic. Mai 1439 seinen Gesandten zum Könige von Ungarn mit der Bitte. die Ragusaner. als sie in Kroatien auftreiben können. die Wittwe König Alberts H. Umsonst berief jetzt die Königin Elisabeth.*) Auch die Venetianer verschonte Stephan Vukcic nicht. ihre Länder und Städte in Zeta in Ruhe zu lassen. . zu Hilfe zu eilen. König Albert befahl auch wirklich dem Bane von Slavonien. wenn Stephan seine Drohungen nicht aufgeben sollte. März 1440. den mächtigen Vojvoden dazu zu bewegen. 50—52. begann er sogleich Ragusa mit Krieg zu drohen. 242—243. **) Die Venetianer lehnten den An trag des bosnischen Königs dankend ab. 242. verlangte er sogleich von ihnen die Stadt Cattaro. Im Jahre 1442 bot sich König Stephan Tvrtko II. der ihnen da mals mit Krieg drohte.

Vergleiche auch pag. . . p. 84 und 86. .. non esse possibile habere Antibarum. . subditus vestrae serenitatis. Da sie ihn auf keine Weise aus Zeta verdrängen konnten. anzugreifen. **) Am 31.**) Doch Stephan Vuköic liess die Venetianer Almissa und Poljiza erobern. 79.. befahlen jetzt die Venetianer ihrer Flotte. Mai schrieb der Rath von Venedig dem türkischen Kaiser „Comes Stephanus voivoda. . die nördlichsten Theile von Stephans Gebiete. 73. ***) Ibidem. terris et locis nostris Albaniae. — 364 — mit Hilfe der Türken fort. quae iam per multa retro acta tempora tenuimus ." Ibidem.. quod si propter descensum comitis Stephani in Zentam videretur vobis. selbst und ver klagte hier Vuköic. p. 115—122..*) doch auch dies war umsonst. Erst am 23. p.***) *) Am 10. . et attendere ad captionem castelli Dalmissae aut Narente . August 1445 versöhnte er sich mit der Republik Venedig und liess Almissa in deren Händen. Mai 1443 schrieben die Venetianer dem Befehlshaber ihrer Flotte Anton Diedo: „In vestra commissione jussimus. Jetzt wandte sich der Rath von Venedig an den türkischen Sultan Murat II. um ihn so zum Verlassen Zetas zu zwingen. Almissa und Poljiza. und blieb selbst auch ferner in Zeta. locorum Stephani praedicti . debeatis ex ordine dato recedere ex Albania.. guerras et molestias inferre non cessat . 83.." Ibidem.

— Stephan Thomas' Verhältniss zu Kroatien besonders nach dem Tode des Bans Peter Talovac (1453—1457). Nach einem bewegten halben Jahrhundert. — Der Tod Stephan Thomas'. — Stephan Thomas nimmt den katholischen Glauben an und heirathet Katharina. Das erste Regierungsjahr Thomas'. — Der Krieg des Herzogs Stephan Vukcic mit Ragusa. XII. sein Verhältniss zu Ungarn. Ragusa und Venedig (1444). Stephan Thomas Ostojic (1444—1461). und dessen Nachkommen ernannt. Grafen von Cilli und Zagorje. schienen jetzt in Bosnien wieder Friede und Ordnung. Stephan Thomas unterstützt die Ragusaner gegen seinen Schwiegervater (1451—1453). — Bosniens Verhältniss zu dem serbischen Despoten Georg Brankovic (1447—1451). die Religionsverhältnisse während seiner Regierung. hatte noch zu seinen Lebzeiten im Jahre 1427 zu seinem Nach folger auf dem bosnischen Throne den mächtigen und ge- waltthätigen Herrmann. — Stephan Thomas bereitet sich zu einem Kriege gegen den türkischen Kaiser Muhamed 11. nachdem dem bosnischen Reiche wiederholt der Untergang gedroht hatte. (1457) und bekommt für seinen Sohn Stephan To- masevic Serbien (1458). König Stephan Tvrtko II. die Tochter des Grossvojvoden Stephan Vuk- öic (1445 und 1446). — Der Fall Smederevos (1459) und der Zwist Stephan Thomas' mit dem ungarischen König Mathias Corvinus. und sogar auch die glücklichen Zeiten des ersten bosnischen Königs zurückzukehren. doch das Volk von Bosnien .

*) Stephan Thomas lebt» bisher in bescheidener Zurück gezogenheit. 86. sich selbst einen nationalen König zu wählen. war es seine erste Sorge. heirathete er eine Frau niederer Abkunft. da die übermächtigen Grafen von Cüli nicht erfreut darüber waren. zufrieden. der Todfeind der Grafen von Cilli. es lebten nur noch die unehelichen Söhne des Königs Stephan Ostoja. konnte ihn vor der Macht Mu- rats II. damals dem angesehensten christlichen Feldherrn im Südosten Europas. derselbe Hunyady. „dass sie ihm treu und gut sei". pag. . März 1444 schreiben die Venetianer : „aerenissimus rex JJossine nuper electus nobis explicari fecit . Es war dies um so nöthiger. und beschloss darum. Als er jetzt aus seiner Einsamkeit hervorgezogen und auf den bosnischen Thron erhoben wurde. Doch das Haus Kotromanic war mit Stephan Tvrtko II. Johannes Hunyady. und da es ferner auch bosnische Magnaten gab. konnte ihn auch gegen deren Anfälle ver *) Am 6. schützen. Er vertraute sich darum vollkommen dem Johannes Hunyady. Namens Radivoj und Stephan Thomas. seinen Staat zu sichern und seinen Thron zu befestigen. Den Radivoj in dessen wollten die bosnischen Magnaten nicht. — 366 — wollte gar nichts davon hören. da er so oft sein Vaterland gemeinsam mit den Türken verwüstet hatte . ausgestorben. . der Besieger der Türken. verläugnend. . um den König Stephan Tvrtko II. XIV. Während sein Bruder Badivoj die Türken in sein Vaterland führte. Namens Vojaöa. nur sein Leben zu erhalten. Um jede Spur seiner Herkunft zu verwischen. dass er ein Sohn des Königs Ostoja sei. unter ihnen auch Stephan Vuköic. sie wählten darum im Februar 1444 seinen Bruder Stephan Thomas zu ihrem Könige." Glasnik. dass ein Fremdling König von Bosnien werde. zu stürzen. an. und zwar nach der Sitte der bosnisch-patarenischen Kirche unter der Bedingung. dass ihnen die bosnischen Magnaten die Nachfolge in ihrem Königreiche verweigerten. die nicht gerne Ostojas Bastard auf dem Throne sahen. . versteckte sich Stephan Thomas an einem Zufluchts ort der Patarenen.

ferner denselben jederzeit und bei jeder Gelegenheit mit seinen Freunden zu unterstützen und ihm jederzeit zu er lauben. und am Tage des heiligen Blasius den bosnischen Tribut von 500 Perper zu bezahlen. **) Auch mit den Venetianern stand Stephan Thomas schon in den ersten Tagen seiner Regierung in Unter handlung. Stephan Thomas erfüllte am 3. Gerade damals. der Vojvode Sladoje Semkovic. die die Stadt von den serbischen und bosnischen Herrschern erhalten hatte. 427—429. . **) Miklosic. 38—39. Knez Vukic Vlatkovic und Knez Ostoja Stipojevic . Knez Juraj Dragiöevic. Anfangs September 1444 weilte der neue König Stephan Thomas in seiner Stadt Kresevo. Sohn des Paul Jurjevic. als er zu regieren begann. — 367 — theidigen. Hunyady endlich. p. Mon. worin er ihm für seine Freundschaft und Zuneigung dankt. Der dankbare Stephan Thomas gab dafür am 3. der Vojvode Vladis- lav Klesic. der Vertraute König Vladis- laus'. Juni 1444 dem Johannes Hunyady in Bo- bovac eine Urkunde. nur der Gross- Vojvode Stephan Vuköic fehlte. dem Johannes Hunyady jährlich an einem bestimmten Ter mine zum Zeichen seines Dankes 3000 Dukaten zu zahlen. die Ragusaner versprachen dafür.*) Ausserdem verspricht er feierlich. Hierher kamen zu dem Könige die ragusanischen Gesandten Nikolaus Zurgovic und Marino Rastic und baten für die Stadt Ragusa um Bestätigung der Privilegien und Freiheitsbriefe. so lange es ihm beliebt. nach Bosnien zu kommen und hier zu bleiben. der Vojvode Tvrtko Stanöic. der Vojvode Peter. ihm jährlich am Tage des heiligen Demetrius den serbischen Tribut von 2000 Perper. II. An seiner Seite waren Magnaten und Edelleute aus ganz Bosnien: der Vojvode Ivanii Pavlovic (Sohn des 1442 verstorbenen Vojvoden Radosav). konnte durch sein Ansehen die unzufriedenen bosni schen Magnaten beruhigen. p. hatten *) Arkiv za pov. September die Bitte der Ragusaner und bestätigte ihnen ausserdem auch das „Küstenland und Konavlje" . serb. jugosl.

*) Der Misston. es soll ihm dies nicht leid sein. La der ersten Hälft© *) „Quod si ipsa loca (Polize et Dalmisse) sunt in manibus nostris . Schon seit 1439 weilte in Bosnien der Bischof von Lesina Thomas als Legat des Papstes Eugen IV.. XIV. Des Bischof Thomas' Aufgabe war es. der infolge dessen zwischen Venedig und Bosnien einriss. idem aerenissimus dominus rex. April gab König Stephan Thomas in Jajce den Venetianern eine Urkunde. für die venetianischen Kaufleute jederzeit geeignete Woh nungen zu besorgen. ohne irgend welchen Zoll oder Tribut zu zahlen. Hum und Kroatien. und seinen Castellanen. Dem Könige war dies nicht recht. 84. die Tochter des Gross vojvoden Stephan Vuköic (1445 — 1446). wie wenn sie in seinen Händen wären.. Der Rath antwortete ihm darauf am 15. Zupanen und Richtern befahl er." Glasnik. quod sint in manibus suis. — 368 — die Venetianer dem Grossvojvoden Stephan Vuköic die Stadt Almissa und das benachbarte Poljica entrissen. da er diese Orte als Theile des bosnischen Reiches betrachtete. 91— 95. **) Glasnik. felicis- recordationis regum ut puta Bozne confirmamus .. und er beklagte sich darum in Venedig.**) Stephan Thomas nimmt die katholische Religion an und heirathet Katharina. p. propter affectionem nostram ad suam regiam maiestatem. natürlich gegen angemessene Ent schädigung. in Bosnien nach Möglichkeit wieder das Ansehen der katholischen Kirche herzustellen. wurde bald durch das Trachten des venetianischen Dogen Francesco Foscari beseitigt. da Almissa und Poljiza jetzt so sicher sind. reputare potest. und schon am 15." . das nach Tvrtko I. die dieselbe von seinen Vorfahren Stephan Ostoja und Stephan Tvrtko II. in der er im Einverständnisse mit seinen Magnaten der Republik alle Privilegien bestätigt. und Stephan Dabisa beinahe vollkommen verdrängt war. Ausserdem ertheilte er den venetianischen Kaufleuten das Recht in seinem Reiche zu handeln. Mai 1444. für Bosnien. hatte. In dieser Urkunde steht auch folgendes: „Nichilominus omnia et quelibet privilegia serenissimorum principum dominorum Ostoya patris etTverthko apatrui nostrorum. XIV. p.

ein Anhänger der katholischen Kirche und ein Freund der Franziskaner. König Stephan Thomas. nur um ihre Religion zu retten. wenn es sich entschieden dem europäischen Westen anschliessen würde. dass die mächtigen Patarenen. sich von den Patarenen loszusagen und die katholische Religion anzunehmen. wenn der König die bosnische Kirche verlassen und sich der römischen anschliessen würde. neuerdings die Türken zu Hülfe rufen möchten. Jablanic und Kosaöa an. dass Bosnien von Tag zu Tag die Vernichtung durch die türkische Macht drohe. war. Die Unterhandlungen zwischen dem bosnischen Könige Geschichte Bosniens. Doch resultatlos. zu. doch darum wurde auch sein Thron wiederholt erschüttert. 24 . und der Pabst werde ihn dafür mit der Königskrone beschenken. Einen besseren Erfolg hoffte er. der durch so viele Jahre aus seiner Zurück gezogenheit das Unglück seines Vaterlands sah. Jahrhunderts hatte nämlich die patarenische Sekte derart überhand genommen. König Ostoja und alle seine Söhne waren Patarenen . Doch andererseits fürchtete er. Bischof Thomas hatte schon im Jahre 1439 versucht. der patarenischen Religion gehörten die Vojvoden und Kneze der Geschlechter Hrvatinic. derselben abwendig zu machen. Bischof Thomas eilte sogleich zu dem neuen Könige. der bisher ein eingefleischter Patarene war. dass sie geradezu die Staats religion Bosniens wurde. die Edelleute und das Volk angehörten. den hervor ragendsten Vertheidiger und Beschützer der patarenischen Religion. widerstand nicht sehr den Anträgen und Vorschlägen der römischen Curie. durch den kroatisch -ungarischen König Sigismund dazu bewogen. Einzig der König Stephan Tvrtko II. als Anfangs 1444 Stephan Thomas Ostojic durch Unterstützung Johannes Hunyadys König von Bosnien wurde. der die Könige. — 369 — des 15. den mächtigen Vojvoden Stephan Vuköic. den Patarenismus befolgte das ganze bos nische Volk. Er sah ganz gut ein. und dass sich dasselbe nur dann retten könnte. und redete ihm nach der Instruction des Pabstes Eugen IV.

**) Doch überzeugt."f) König Stephan Thomas hoffte auch zuversichtlich da durch. I. **) Die Gesandten von Thomas' Sohne Stephan Tomaäevic sagten im Jahre 1461 zu Pabst Pius II. . quem apud illum in suo regno apostolice sedis legatum annis aeptem tenuimus. — 370 — und dem Bischofe von Lesina dauerten längere Zeit." Raöki. op. in der Furcht. und zwar wegen der Patarenen und Griechisch-Orientalischen. 3). Bogomili i patareni (Rad VIII. dass sich ganz Bosnien der römischen Kirche und dem Westen anschliesse. I. Und so kam es. Slav. cit. dass König Stephan Thomas noch vor September 1444 die Religion seiner Väter aufgab und in den Schoos der römischen Küche trat.***) Pabst Eugen IV. dass Bosnien nur durch die westliche Hilfe gerettet werden kann. pag. 395. ne Turcarum in se odium provocaret.. den ungarischen Magnaten. Mon. merid. Juli 1446 . war er selbst bereit die römische Religion anzunehmen und dann langsam und behutsam dahin zu arbeiten. dass in seinem Reiche zwei (oder mehr) Bisthümer römischen Ritus gestiftet werden. die seit langer Zeit in seinem Königreiche wohnen. Anmerk. seinen Thron zu befestigen und sein Ansehen zu *) Am 30. angreifen werde. mer. p. dass der König von Bosnien unlängst die katho lische Religion angenommen habe.*) Die ihm vom Pabste angebotene Königskrone wollte Stephan Thomas nicht annehmen. p." die katholische Religion angenommen habe. : „Tuus antecessor Eugenius patri meo co- ronam obtulit et pontificales ecclesias in Bosna voluit erigere. slav. deren damals in Bosnien bedeutend mehr waren als Katho liken. dass der bosnische König „post multos diversosque tractatus diu habitos cum venerabili fratre nostro episcopo Farensi. ***) Schon im September 1444 schrieb der Pabst den Verwaltern der Pfarrkirche in Danzig. Mai 1445 den König Thomas. weil dieser seit seinem Regierungsantritt sich als katholischer Herrscher „von der verführerischen List und dem ekelhaften Betruge jener Ketzer. dass er sich unter den Schutz der römischen Curie stellte. «Raöki. ebenso konnte er nicht zugeben. 149. Theiner. t) Theiner. p. 388. dass ihn deswegen der türkische Kaiser Murat II. Renuit pater. Mon. schreibt Pabst Eugen IV. rein und unbefleckt er halten hat. 148. war darüber sehr erfreut und belobte noch am 29.

p. . . . Die bosnischen Magnaten und Edelleute missachteten nämlich den König.. Der Pabst erfüllte zuvor kommend beide Bitten." Theiner. p. . sah sich jetzt Stephan Thomas nach einer anderen Frau um. da er seit seiner Erhebung auf den Thron immer ein treuer An hänger der römischen Kirche und ein Gegner der Schis matiker und Patarenen war. die ihrer Herkunft nach würdig wäre eine Königs *) „ut ipse asseris.. Mai 1445 billigt Eugen die Wahl Stephan Thomas zum Könige von Bosnien und erklärt ihn zum Nachfolger König Stephan Ostojas. Für Stephan Thomas war es um so trauriger dies zu hören. quod si tibi bona et fidelis esset ac bene faceret. 388. pateris de Ostoya clare memorie rege Bosne. op. quod dudum ante tui ad culmen regium assumptionem cupiens propter inimicos et invidos ortum tuum occultari. — 371 — lieben. wie wenn er dessen ehelicher Sohn wäre. da er seine Frau Vojaca. Mon. •f) Ibidem. als er sie nach patarenischer Sitte zur Frau nahm. quandam ex infimo genere mulierem etiam ad carnis copulam tibi associasti. p. . mer. 388. die er ihr einst nach patarenischer Sitte geleistet hatte. dilecti filii barones regni tui Bosne ipsam propter infimam eius •originis statum in reginam habere dedignantur .***) In einem anderen Schreiben vom selben Tage erklärt der Pabst Stephan Thomas' Ehe mit Vojaöa für gelöstund entbindet den König der Versprechungen. 24* . p. Er möge vor Allem den Makel der unehelichen Geburt von ihm nehmen und dann erlauben. der ein uneheliches Kind Ostojas war*). ***) Ibidem. ut sie facilius. promisisti . . . 388. eique iuxta morem patrie.**) Mit schwerem Herzen wandte er sich nun an seinen Beschützer Pabst Eugen mit der Bitte. Slav. I. die ihm einen Sohn Stephan geboren hatte. cit. In einem Schreiben vom 29. cum ipsa matrimonium contrahere. liebte und da sie ihm immer gut und treu war. **) Der Pabst schreibt an Stephan Thomas : „Oblate nobis pro parte tua petitionis series continebat. genitore tuo uxorato. wie sie ihm versprochen hatte. pericula evitares. sed cum alia coniugata natus ." Theiner. Cum . 388. dieser möge ihm helfen. que imminebant. dass er sich von seiner Frau Vojaöa scheide und eine andere ihm ebenbürtige Frau heirathe. -j-) Durch päbstliche Erlaubnis seines Bandes mit Vojaöa entledigt. und eine Frau niederer Abkunft geheirathet hatte.

war eine würdige bosnische Königin. der die katho lische Religion unbefleckt bewahrte" **). **) Über den Vojvoden Peter Vojsalic vergleiche die päbstlichen Briefe von den Jahren 1445—1447 (Theiner. und der Vojvode Vuköic sah wenigstens einigermassen seine Wünsche erfüllt. Hung. So schien es. bekannt. wurde Königin von Bosnien. und er be mühte sich nach langer Zeit jetzt wieder auf den bosnischen Hof. I. In Dolnji-kraji war schon von früher her durch seinen Katholicismus Hrvojes Enkel Peter Vojsalic. ob ihn Schönheit ver führte. Vukci6 gab ihm dieselbe bereitwillig. wo wir ihn im August 1446 mit den übrigen bosnischen Magnaten antreffen. und die junge Katharina. 389. 440. der Sohn des Georg Vojsalic. . die ihren Stammbaum gerne von den serbischen Kaisern und Fürsten ableitete. — 372 — krone zu tragen. und die Nach kommen beider werden in Zukunft das bosnische Reich regieren. p. 230. er war nach dem Zeugnisse des Pabstes selbst lange Zeit „der Einzige unter den Magnaten des bosnischen Königreiches. 231 und 234—236). folgten seinem Beispiele seine Verwandten und die hervorragendsten bosnischen Magnaten. Dem Beispiele des Vojvoden Vojsalicfolgte jetzt der benachbarte Vojvode Sladoje *) Miklolic. dass jetzt bessere Zeiten für das unglückliche Bosnien entstehen werden. Man weiss nicht. und Mon. die er durch Berufung der türkischen Plünderer in seine Heimath be gangen hatte. Mon. p. serb. Vor allen schloss sich der römischen Kirche des Königs Bruder Radivoj und dessen Frau Katharina an. die dem Patarenismus entsagte und die katholische Religion annahm. hatte sich doch soeben das Haus Kotromanic mit dem Hause Kosaca versöhnt. oder ob er dabei Staatsrücksichten verfolgte: er ver langte die Hand Katharinas. und er trachtete jetzt durch Erbauung katholischer Kirchen Ver zeihung für die schwere Sünde zu erlangen. Slav. mer. p. *) Nachdem König Stephan Thomas die katholische Re ligion angenommen hatte. seines ungehorsamen Unter- thanen nnd Gegners. Die stolze Katharina. Mon. der jugendlichen Tochter des Grossvojvoden Stephan Vukcic.

***) Der einzige Stephan Vuköic. Hung. Mon. Hung. 265. blieb der Religion seiner Väter treu. 395. -j-) Der neue Pabst Nikolaus V. -j-j-) Obwohl sich Stephan Thomas aufrichtig und entschieden der römischen Kirche anschloss. und deren Beispiele folgten ihre Ver wandten und Magnaten. war über diese Erfolge des Bisahofs Thomas von Lesina sehr erfreut. p. II. 151). Mon. **) Ja sogar der Vojvode Jvanis Pavlovic. commen- datos suscipientes. ungarischen und türkischen Helden getränkten Erde ent standen jetzt zahlreiche christliche Kirchen. hatte am 30. Theiner. . 235—237. erbaut durch den bekehrten König und dessen Magnaten. seit unlängst Schwiegervater des bosnischen Königs. Bogomili i patareni (Rad. Pabst Eugen IV. Durch seine Schreiben vom 18. König Stephan Thomas selbst erbaute in Vranduk eine Kirche seines Namenspatrons Thomas. Schon der Vorgänger Pabst Nikolaus' V. necessarios eis favores et sponte vestra . die Königin Katharina erbaute in Vrili eine Kirche der heil. 236. — 373 — Semkovic mit seinen Brüdern Gregor und Ulrich*). und 19. p. bisher der eifrigste Anhänger der patarenischen Religion. indem er vielleicht seine Unterthanen fürchtete. die fanatische Patarener waren. ***) Racki. ferner der Vojvode Paul Klesic mit seinem Sohne Vladislav. f) Es werden zu dieser Zeit noch die neuerbauten Kirchen „sancti Georgii de Jesero" und „sanctae Mariae de Virben" erwähnt. Dreieinigkeit. prestare velitis . Slav... 386—389. Juli 1446 allen ungarischen Magnaten und geistlichen Würdenträgern und auch dem Volke aufgetragen: „ut supradictum Bosne regem omnesque regni sui subditos eidem in fide catholica consentientes in cunctis.. **) Ibidem. p. . und bessere Zeiten anzeigend. Auf der vom Blute der bosnischen. . So begannen 1446 für die katholische Kirche in Bos nien bessere Tage. p. wollte er doch nicht seine *) Themer. p. Juni 1447 nahm er den König und die bekehrten Magnaten in den Schutz der römischen Curie und am 20 Juni bestätigte er den Bischof von Lesina Thomas als seinen Legaten in Bosnien. mer.. ff) Ibidem. que quomodolibet occurrant. 233—234. Mon. VIII. I.. p. Nr. beugte sein Haupt der Taufe. II." Theiner.

die er den Oberhäuptern der bosnischen Kirche erweist. dass sie. dass der König die Patarenen nicht verfolge. Mon. Sie sahen es ungerne. Ja als er im Jahre 1446 am 22. um grosse Zwecke zu erreichen. sondern nur aus Noth verkehre. verfolgen. sondern nur aus Furcht. dass ihnen auch im Falle einer Untreue diese Schenkung nicht genommen werden soll. warten. — 374 — einstigen Glaubensgenossen. als einem Beschützer der Ketzer zu eifern. sich erheben und die Wirren der früheren Zeiten wieder erneuern möchten. nachdem er sich früher überzeugte. ohne vorherige Untersuchung „durch den Herrn Djed und die bosnische Kirche und gute Bosnier" . sie zu vernichten. Doch er erwarte sehnsüchtig die Gelegen heit. . die während der bewegtesten Zeiten die einzigen Säulen der katholischen Kirche in Bosnien waren. und dass er mit ihnen nicht aus gutem Willen . die Stadt Kljuö und andere Orte schenkte . die jetzt ohne dies gereizt waren. dass er den Patarenen nur scheinbar zeitweilig freundlich sei. Er versicherte den Pabst von seiner Ergebenheit gegen die katholische Kirche. Der römische Pabst. sei nur ge *) Miklosiö. Stephan Thomas blieb nichts übrig. 438—440. und erklärte. dass Stephan Thomas die Patarenen ohne Ge fahr des Verlustes seines Königreiches nicht ausrotten könne. Er wollte lieber langsam und sicher seinen Plan ausführen und auf die geeignete Zeit. August dem Knez Paul Dragisic und seinen Brüdern. war dies nicht recht. Doch den Franziskanern. *) Stephan Thomas war indessen den Patarenen nicht aus besonderer Liebe oder gar religiösem Indifferentismus freundlich. die Ehrfurcht aber. sie zur Annahme der katholischen Religion zu zwingen. und begannen darum gegen den König selbst. eifrigen Patarenen. und die Verstockten zur Verbannung oder Tod zu ver- urtheilen. als sich an die römische Curie zu wenden. versprach er ihnen sogar. serb. der gerne in kleinen Dingen nachgab. die Patarenen. weil sie zahlreich und mächtig sind. berücksichtigte die Gründe des bosnischen Königs. p. als durch übereiltes Verfahren alles zu verderben und vielleicht auch seinen eigenen Thron umzustürzen.

Srebrenica wieder zu erlangen. VIII. XIV. . ***) Miklosiö. in der König Vladislaus fiel. p. unauf hörlich versuchte. serb. so suchte Stephan Thomas gegen seinen Nachbar sogar bei den Venetianern Hilfe. 437. dass der Despot Georg Brankovic von dem Gross- vojvoden Stephan Vuköic die Burg Medun in Albanien bekommen habe.*) So wurde die Differenz zwischen den Franziskanern und dem Könige beigelegt. wiederholten sich auch wieder die Streitigkeiten zwischen Bosnien und Serbien wegen Srebrenicas und anderer Gebiete am linken Ufer der Drina.***) Stephan *) Racki. welches die Ragusaner schon unter dem Despoten Stephan Lazarevic genossen. 102. um sich so leichter des letzteren zu ent ledigen. durch die Gott beleidigt werden könnte.**) Es ist klar. und dass beide ein Bündniss gegen die Republik Venedig geschlossen haben. Srebrenica für Bosnien zu er halten. mit der er das frühere „Gesetz von Srebrenica" einführt. Doch es nützte ihm dies nichts. p. Mon. September den Ragu- sanern eine Urkunde. Bosniens Verhältniss zu dem serbischen Des poten Georg Brankovic (1447— 1451). Bogomili i Patareni (Rad. November 1444). Der neue bosnische König Stephan Thomas trachtete mit allen Mitteln. dem es nach dem glänzenden Siege Johannes Hunyadys zugefallen war. dass ganz Bosnien in den Schoss der katho lischen Kirche geführt und dadurch dem westlichen Europa angeschlossen werde. und letzterer konnte von nun an ruhig und consequent dahin arbeiten. und der Despot Georg gab am 17. Sobald nach dem glorreichen Siege Johannes Hunyadys und König Vla- dislaus' im Engpasse Kunovica der Despot Georg Brankovic seine Herrschaft wiedererlangte. — 375 — wohnliche Höflichkeit und nicht religiöse Achtung. p. Im Februar 1445 meldete er den Vene- tianern. besonders nach der unglücklichen Schlacht bei Varna (10. Doch da Georg Brankovic. dass Stephan Thomas dadurch die Republik mit dem Despoten zerwerfen wollte. 152—153). denn noch im selben Jahre 1445 fiel Srebrenica in die Hände der Serben. **) Glasnik.

p. konnte die Niederlage bei Varna nicht vergessen. dieser möge sich seinem Heere anschliessen. Doch der Despot Georg hatte schon vergessen. um sich hier mit den Türken zu schlagen. in der Hoff nung. XIV. — 376 — Thomas versuchte in den folgenden Jahren wiederholt die Wiedereroberung des wichtigen Srebrenica. 142. — Hoc anno (1448) Jonas praelio vicit regem Bosnensem Thomam. pism. und als später Hunyady mit seinem Heere auf das Amselfeld zog.33). pag. Reiches I. verwüstete er unterwegs Serbien furcht *) SafaKk. Hilfe gegen den Despoten Georg. et conflictu novitus habito in Zenta a gentibus nostris. September 1448 wurde das bosnische Heer durch die Serben geschlagen. die Stephan Thomas hoffen liessen.**) und er suchte gleichzeitig bei Pabst Nikolaus V. 720—721. und er gab nicht nur der Aufforderung Hunyadys keine Folge. jugosl. dass er nur durch die Hilfe Johannes Hunyadys seine Herrschaft wiedererlangt hatte. quo cum serenissimo rege Bossine implicitus est. dass er endlich doch seinen Gegner über wältigen werde." Glasnik. Gouverneur von Ungarn für König Ladislaus Posthumus.. Johannes Hunyady nämlich. .***) Es entstand dadurch eine tiefe Kluft zwischen Hunyady und dem Despoten. vor. sondern setzte den Krieg nur umso entschiedener fort. so leichter seine Herrschaft zu erhalten. Gesch. — Chronik des Simon Klimentovic (Arkiv IV. conditione filiorum suorum (diese waren ge blendet). ***) Zinkeisen. **) Am 10. p. einen Frieden mit dem Despoten Georg zu schliessen: „Speramus etenim considerata aetate gravissima ipsius despoti. et bello etiam. quod secum ad pacem deveneritis. September 1448 schreiben die Venetianer ihrem Providure in Albanien. 21). forderte er auch den serbischen Despoten Georg auf. d. und bereitete sich 1448 zu einem neuen Kriege gegen Sultan Murat II. als mit Hilfe Ungarns. Unterdessen traten Ereignisse ein. den Schismatiker und damaligen Bundesgenossen der Türken. III. Ja es kam sogar zu einem offenen Kriege zwischen Bosnien und Serbien : doch am 6. Jihosl.*) Stephan Thomas gab jedoch trotz dieser Niederlage nicht nach. p. dass es ihm vielleicht gelingen wird. p. 78. Um einen sicherern Erfolg zu erlangen. sondern er begab sich unter den Schutz des türkischen Kaisers. Chronik Brankovic (Arkiv za pov. osman. Pamätky dfev.

Der Vertrauensmann der türkischen Regierung war der Despot Georg Brankovi6 und Gesandter Ungarns war Ladislaus von Gara. An dem Reste des ungarischen Heeres. und bot sich zum Vermittler des Friedens zwischen Ungarn und Kaiser Murat an. rächte sich der greise Despot Georg grausam. Die Friedensbedingungen waren fol gende: der Frieden soll sieben Jahre dauern. Die Schlacht am Amselfelde begann am 17. nachdem dieser seinen Sohn Ladislaus als Geissel zurückgelassen und versprochen hatte. ja auch Johannes Hunyady selbst fiel in seine Hände. 100000 Dukaten Lösegeld zu zahlen und in Kriegen mit den Türken nie mehr das ungarische Heer durch Serbien zu führen. das durch Serbien nach Hause zog. als er von Belgrad aus nach Ungarn übergehen wollte. Die ver wüstete und geplünderte Walachei und das Königreich Serbien werden dem türkischen Kaiser nur die Hälfte des bisherigen Tributes zahlen. Oktober und dauerte drei Tage. p. entsagte allen seinen Ansprüchen auf ein Lösegeld. Das Königreich Bosnien hin- *) Ibidem. und sie endete mit der Niederlage des ungarischen Heeres. — 377 — bar. war es seine Hauptsorge. Despot Georg sperrte Hunyady in Smederevo ein. wie man einen neuen Krieg gegen die Türken unternehmen und den abtrünnigen Des poten Georg strafen könnte. Auf dem Schlachtfelde lagen 40000 Osmanen und 17000 ungarische Helden erschlagen. Georg Brankovic scheint seine Rache gefürchtet zu haben. und liess ihn erst Ende desselben Jahres frei. . *) Nachdem Johannes Hunyady Ende Dezember 1448 aus der serbischen Gefangenschaft nach Ungarn zurück gekehrt war. und er ging im Jahre 1449 selbst zu Hunyady mit dessen Sohne Ladislaus. und zwar auf sieben Jahre. 729—730. Auf den Reichstagen in Segedin und Temesvär berieth er mit den versammelten Ständen. Der Friede wurde auch wirklich im Mai 1449 in Smederevo geschlossen. unter letzteren auch der Kroate Franz Talovac. sich an dem Despoten Georg für die ihm angethane Schmach zu rächen.

Schwandtner. pag. certa avisamenta dari fecimus. assistemusque tandem parti. die ganze Friedenszeit hindurch aus keinerlei Ursache und auf keine Weise die Walachei.*) Gleich nach dem Friedensschluss in den ersten Tagen des Monats Juni versammelte sich der ungarische Reichstag in Pest. Die Bitten und Klagen des bosnischen Königs unterstützte gewiss auch der päbstliche Nuntius Valentin. doch wahrscheinlich blieb Stephan Thomas durch *) Schimek. **) Am 24 Juni 1449 schreibt Johannes von Sredna dem Pabste Nikolaus V. in facto domini regis Bosnae. II. — 378 — gegen muss den ganzen vereinbarten Tribut zahlen. rer. Johannes Hunyady möge in dem Streite entscheiden. und dann jene Partei zu unterstützen. : Postremo. pag. Hung. quae plus iuris habitura est. differentiam illam. Serbien oder Bosnien zu beun ruhigen oder zu verwüsten. um die ungarischen Magnaten zu beruhigen. er beschloss da rum ihre Streitigkeiten vor ein Schiedsgericht zu bringen. so steht es dem bosnischen Könige frei. wann immer Bosnien den Rest des Tributes zahlen wird. Sollte der Sultan sein Wort nicht halten. quae inter ipsum et despotum Bascie viget. Hierher kamen auch die Gesandten des Königs von Bosnien und des Despoten von Serbien mit der Bitte. qui apud nos in hac con- gregatione (nostra Pestionsi) fuerant. der Bosnien und Serbien seit Jahren entzweite. der sich des bosnischen Königs warm annahm. 62—63. nur ein Theil des rückständigen Tributes wird ihm geschenkt. wollte er doch nicht den serbischen Despoten wieder abstossen. . Obwohl Hunyady dem bosnischen Könige geneigt war. Der Sultan hingegen verpflichtet sich. der damals in Pest weilte. **) Ob dieses Schiedsgericht jemals zustande kam oder nicht. muss ihm dies der Sultan bestätigen. prout super his. Script. wissen wir nicht. 122—123. per viam iudicii sedari de- liberavimus. mit. Diesen Beschluss theilte Johannes von Sredna im Namen Hunyadys und der un garischen Magnaten dem römischen Pabste Nikolaus V. der dieses Schieds gericht das Recht zusprechen wird. oratoribus ipsarum partium. Politische Geschichte des Königreiches Bosnien. weitere Schritte in dieser Angelegenheit zu unternehmen.

der beweist. d. Er wird niemals die Türken gegen sie zu Hilfe rufen. . er möge endlich energisch gegen die Pa tarenen auftreten.*) Ende 1449 fühlte Stephan Thomas seinen Thron sicherer als je. dass er damals mit dem Gouver neur Johannes Hunyady vollkommen im Einverständniss war. Mit Hilfe Hunyadys und durch Vermittlung der römischen Curie wurden seine Differenzen mit dem serbischen Despoten ausgeglichen. ferner erneuerte er den Bund und die Freundschaft mit Johannes Hunyady. November desselben Jahres 1449 schloss er in seiner Burg Dobor mit dem Bane von Maöva Johannes von Korog einen Vertrag. so wird er dies durch seinen Gesandten sogleich dem Gouverneur Johannes Hunyady mittheilen. dass er gegen die Ketzer einen entscheidenden Schlag führen wird. Gleich darauf im Jahre 1450 begann er seine Versprechung aus *) „Stephanus Thomas rex Bosniae notum facimus . Gesch. und ebenso niemals erlauben. p. neque iisdem Turcis in tenutis nostris apud manus nostras existentibus a Drino usque fluvium Ukrina vadum seu navigium praestabimus . denn schon am 11. dass er und seine Magnaten und Edelleute in dauerndem Frieden mit den ungarischen Königen leben werden. quod nullas faciemus infidelitates neque inimicitias inferemus et neque Turcos adversus ipsum regnum Hungariae introducemus . als auch Johannes Hunyady forderten jetzt von ihm. Sollten jedoch die Türken tief in sein Reich mit grosser Gewalt einfallen. Doch sowohl Pabst Nicolaus V. und verpfändete sein königliches Wort. und dass sie nicht deren Feinde sein werden. Thomas versprach vor dem päbstlichen Gesandten feierlich dem Gouverneur Hunyady." Schimek. die er bisher aus Furcht vor den Türken nicht verfolgte. . . . . Datum in Dobor . und sollte er sie selbst nicht zurückschlagen können. Stephan Thomas versprach dem Bane von Maöva dass er gemeinsam mit diesem Bosnien und Maöva gegen die Einfälle der Türken vertheidigen werde. . dass die Türken von seinem Gebiete zwischen Drina und Ukrina aus die Flüsse überschreiten oder seine Schiffe gebrauchen. . und durch den Frieden von Sme- derevo war er gegen die Türken gesichert. . 123—124. Königreiches Bosnien. . — 379 — Vermittlung des päbstlichen Nuntius Sieger.

— 380 —

zuführen. Durch den päbstlichen Legat Thomas, Bischof
von Lesina, und die Franziskaner dazu angeeifert, begann
er jetzt mit grösster Entschiedenheit die Ketzer in seinem
Staate auszurotten. Zahlreiche Patarenen, die ihre Religion
nicht aufgeben wollten, verliessen zu dieser Zeit der Ver
folgung ihr Vaterland und zogen in das benachbarte Land
Hum, wo sie bei Stephan Vuköic Zuflucht und Schutz
fanden. Beiläufig vierzig Oberhäupter der bosnischen Kirche
mit einer grossen Menge Volkes verliessen Bosnien und
gingen nach Hum. Doch zahlreiche flohen auch zu dem
serbischen Despoten und den benachbarten Türken, und riefen
diese zu Hilfe gegen ihren König, der durch die römische
Curie und Hunyady dazu bewogen, sein Volk immer mehr
unterdrückte. *)
Stephan Thomas sah bald ein, dass er zu frühe den
Entscheidungskampf gegen die Patarenen begonnen habe.
Eine neue Gefahr drohte jetzt seiner Herrschaft, ein neuer
Religions- und Bürgerkrieg brach in Bosnien aus. Schon
am 26. Januar 1450 forderte der Pabst alle ihm ergebenen
Magnaten auf, zu Hilfe zu eilen, wenn sie der Bischof von
Lesina berufen sollte; und am 13. Juni ertheilte er dem
bosnischen Könige und seinem Heere alle Privilegien und
Gnaden, die die Kreuzfahrer geniessen, damit „er im Kriege,
den er zu seiner Vertheidigung gegen die Türken und
ketzerischen Manichaeer führt, deren Wuth bezähme".**)
Stephan Thomas hatte noch nicht die Patarenen besiegt
und ihre Helfer, die Türken, zurückgeschlagen, so erhob sich
schon auch gegen ihn sein alter Gegner der Despot Georg
Brankovic. Unzufrieden mit dem Urtheile Johannes Huny-
adys vom vorigen Jahre, wartete er nur auf Wirren in
Bosnien, um den Kampf gegen Stephan Thomas zu er
neuern, der erst unlängst das ganze Land von der Drina
bis zur Ukrina und die Vojvodschaft Usora seinem Reiche
einverleibt hatte. Von mehreren Seiten bedrängt, gab Stephan
Thomas die weitere Verfolgung der Patarenen auf und versuchte

*) Raöki (Rad VIII. p. 159).
■256.
**) Theiner, Mon. Hung. II. p. 255—25 Raöki, op. cit. p. 159.

— 381 ■ —

jetzt nur den Frieden und die Sicherheit seinem Reiche
zurückzugeben. Im April 1451 wandte er sich zu diesem
Zwecke an die Republik Venedig mit der Bitte, sie möge
in dem Kriege, den er mit Serbien haben wird, den Despoten
Georg nicht unterstützen; ferner möge sie Gesandte zu
dem türkischen Kaiser senden, um diesen dazu zu bewegen,
dass er im Kriege zwischen Bosnien und Serbien unparteiisch
bleibe. Der Rath von Venedig erfüllte die Bitten des bos
nischen Königs. Er versprach demselben, dass er im Falle
eines Krieges zwischen Bosnien und Serbien den Despoten
nicht unterstützen werde; ferner, dass er zu dem türkischen
Kaiser einen Gesandten schicken werde, der das Möglichste
für den theuersten Freund der Republik Venedig thun
wird. *)
Eben als sich Stephan Thomas vorbereitete, um sich
mit seinem alten Gegner, dem Despoten Georg Brankovic
zu messen, mischte sich in die bosnischen Angelegenheiten
der ungarische Gouverneur Johannes Hunyady. Zornig auf
den König, weil dieser die Verfolgung der Patarenen auf
gegeben hatte, und fürchtend, dass sich aus dem bosnisch
serbischen Streit ein neuer ungarisch-türkischer Krieg ent
wickeln könnte, griff jetzt Johannes Hunyady den König
Thomas an und forderte wahrscheinlich von ihm, dass er
sich mit dem Despoten versöhne. Stephan Thomas befand
sich jetzt in der grössten Verlegenheit, und klagte dem
Pabste, dass Johannes Hunyady den Frieden und die
Freundschaft breche, den er unlängst mit ihm geschlossen
hat.**) Pabst Nikolaus V. forderte hierauf den Johannes

*) Et tertio, quod in divisione est cum despoto Rascie, et cum eo
bellum habiturus, et propterea amicabiliter orat (rex), quod ipsi despoto
favere nolimus. Et quarto exorat, ut ad Teucrum mittere velimus am-
bassiatam nostram et intercedere et exorare, quod pacifice secum vivere
velit ... Et in hoc bello, quod cum despoto habiturus est, neutri par
tium favere. Glasnik XIV. p. 153.
**) Man entnimmt dies aus der Antwort Johanns von Sredna an den
Pabst Nikolaus V., wo gesagt wird: „Breve quoddam, apostolica exhor-
tatione gravidum, his diebus accepi, in quo Beatitudo vestra, me ultra
cupidum, ad pacem observandam hortatur, pacem inquam, illam, quam alias

— 382 —

Hunyady auf, den Frieden zu halten. Hunyady antwortete
ihm am 18. Mai 1451, dass er jederzeit bereit sei, sich an
den Friedensvertrag zu halten, den er auf Anrathen des
päbstlichen Nuntius mit dem bosnischen Könige abgeschlossen
hat; doch letzterer erfülle nicht die gegebenen Versprech
ungen, und rotte nicht die Patarenen aus, die nur noch in
dem bosnischen Reiche zur grossen Schande und zum
Schaden der Christenheit geduldet und beschützt werden.*)
Wie zuletzt der Zwist Johannes Hunyadys und des ser
bischen Despoten mit Stephan Thomas endete, ist uns un
bekannt; jedenfalls kam es jedoch nicht zu einem offenen
Kriege, da unterdessen Stephan Thomas seine ganze Auf
merksamkeit dem südwestlichen Theile seines Reiches zu
wenden musste.
Der Krieg des Herzogs Stephan Vuköi6 mit
Ragusa; Stephan Thomas unterstützt die Ragu-
saner gegen seinen Schwiegervater (1451 — 1453).
Seitdem die Tochter des Grossvojvoden Stephan Vuköic
Königin von Bosnien war, wurde ihr Vater nur noch ehr
geiziger und herrschsüchtiger. Seinen Schwiegersohn, den
bosnischen König Stephan Thomas, betrachtete Vuköic nicht
als seinen Souverän, sondern nur als seinen jüngeren Ge
nossen. Nicht zufrieden, Grossvojvode des Königreiches
Bosnien zu sein, trachtete er nach grösseren Würden und
Titeln. Besonders hochmüthig wurde er, als ihm im Jahre 1448
der römische Kaiser Friedrich III. den Titel Herzog vom
h. Sabas (dux St. Savae) ertheilte, nach welchem Titel
nach und nach sein ganzes Gebiet Land des Herzogs oder
Herzegovina genannt wurde, welchen Namen es noch
heute führt.
Stephan Vuköic nannte sich von nun an „von Gottes
Gnaden Herzog vom h. Sabas, Herr von Hum und dem

oratore Sanctitatis vestrae medio cum illustri domino rege Bosnae pactus
sum." Schwandtner, Script, rer. Hung. II. p. 104.
*) Ibidem, p. 104. Unter Anderem schreibt Hunyady dem Pabste
„opus est, ut Beatitudo vestra praefatum dominum regem etiam atque
etium commoneat, ut inscriptiones eius pacis atque conditiones inente
teneat et pariter observare curat..."

— 383 —

Küstenlande und Grossvojvode des bosnischen Reiches, Knez
von Drina und so weiter." Noch im Juli 1450 war er ein
Freund der Republik Ragusa;*) doch bald darauf ver
wandelte sich diese Freundschaft in Feindschaft, und den
Ragusanern drohte eine grössere Gefahr, als einst durch den
König Stephan Ostoja und den Vojvoden Radosav Pavlovic.
Schon seit langer Zeit kamen in die Länder des bos
nischen Reiches zahlreiche italienische Kaufleute, besonders
Venetianer und Florentiner. Unter der Regierung des
Herzogs Vukcic kam in sein Land mit florentinischen Kauf
leuten ein wunderschönes, doch sehr verworfenes Weib.**)
Der Herzog Vuköic hatte schon früher oft von der Schön
heit und dem Geiste der florentinischen Frauen vernommen,
und er wünschte nun diese fremde Schönheit zu sehen.
Als er sie sah, verliebte er sich in sie und nahm sie zu
seiner Maitresse, während er seine rechtmässige Gattin
Helena verstiess. Helena floh insgeheim mit ihrem Sohne
Vladislaus nach Ragusa, wo sie freundlich aufgenommen
und untergebracht wurde. ***) Der Herzog forderte jetzt die
Ragusaner auf, die unglückliche Helena aus ihrer Stadt zu
entfernen; doch da dies die Ragusaner nach ihren alten
Gesetzen nicht thun konnten und wollten, so entschloss er
sich, sich dafür an Ragusa zu rächen. Er begann jetzt den
ragusanischen Handel in seinem Lande zu schädigen, indem
er für die Ausfuhr und Einfuhr von Vieh Zehent forderte ;
er errichtete Salzmärkte an Orten, wo solche niemals waren,
und endlich forderte er von Ragusa die Rückgabe der
Zupa Konavlje. Da die Ragusaner davon gar nichts hören
wollten, überfiel er das Gebiet der Republik, verwüstete
dasselbe furchtbar und führte eine grosse Beute fort, indem
er nicht einmal der Kirchen schonte. f)
*) Miklosic, Mon. serb. p. 441.
**) yvvalxa tu'« r^> iXSti timQtnij Xtyofiivrjv, tov St ßCov ax6)matov
ovaav, nKQayfvofj.fyrjv ilnb 4>XaiQtVT(ag rjjj 'iraXCag fg Trjv iavrov %WQav...
Laonici Chalcocondylae lib. X. p. 540. Sie hiess wahrscheinlich Cecilia,
denn diese wird später 1466 — 1470 als die Wittwe Stephan Vukcics ge
nannt. Miklosic, Mon. serb. p. 503, 507, 508.
***) Laonicus Chalcocondylas, lib. X. d. 540—541.
f) Miklosic, Mon. serb. p. 442—443.

— 384 —

Dadurch brach ein Krieg zwischen Ragusa und dem
Herzoge Vuköic aus. Um sich des Herzogs zu entledigen,
baten die Ragusaner Hilfe von allen christlichen Herrschern,
da sie gegen einen Ketzer und Freund der Ungläubigen
kämpfen. Schon am 28. Januar 1451 sandte der Rath von
Ragusa seinen Legaten Johannes Okruglic nach Ungarn
mit dem Auftrag, sich bei Hunyady und dem ungarischen
Reichstage über die Überfälle und Plünderungen des Herzogs
Vuköic zu beklagen, und den Reichstag zu bitten, dieser
möge zu Stephan Vuköic einen Gesandten mit der Erklä
rung schicken, dass alles Böse, was der Herzog Ragusa zu
füge, als Ungarn zugefügt betrachtet werden soll. Der
ungarische Reichstag beauftragte hierauf den Gouverneur
Hunyady, nach Kräften Ragusa zu unterstützen, und dem
Herzog Stephan zu befehlen, dass er sich jeder weiteren
Feindschaften enthalte und keinen Anlass zu ferneren
Streitigkeiten oder Krieg gebe. Doch da die Drohungen
des ungarischen Reichstages resultatlos blieben, sandte der
Rath von Ragusa am 14 Februar neuerdings einen Ge
sandten Sigismund Guöetic zu dem Bane Peter Talovac und
Johannes Hunyady, um Hilfe gegen den Herzog zu bitten,
der auch weiter das Gebiet von Ragusa verwüstete. Der
Gesandte sollte Hunyady dazu bewegen, dass dieser gemein
schaftlich mit Bosnien und dem Bane Peter Talovac den
Herzog angreife und ihm alle seine Länder entreisse.*)
Gleichzeitig sandte die Republik Ragusa ihre Botschafter
an die übrigen europäischen Höfe. Nach Rom sandte sie
den Dominikaner Blasius, der dem Pabste Nikolaus V. aus
führlich berichtete, wie der verworfene Herzog Stephan
Ragusa und dessen Gebiet angreift, und wie aus Italien
viele Christen in seinen Dienst kommen, um gemeinschaft
lich mit ihm gegen das rechtgläubige Ragusa zu kämpfen.
Pabst Nikolaus drohte hierauf am 9. Juni 1451 mit dem
Kirchenbanne Allen, die auf welch' immer für Weise den un
würdigen Patarenen Herzog Stephan gegen Ragusa unter
stützen würden.**)
*) Matkovic im Rad VII. p. 247—248.
**) Theiner, Mon. Slav. mer. I. p. 408.

— 385 —

Die grösste Hilfe erwarteten indessen die Ragusaner
von dem bosnischen Könige Stephan Thomas und den bos
nischen Magnaten. Besonders der König Stephan Thomas
war schon seit längerer Zeit mit dem Herzog verfeindet,
weil dieser die Patarenen in sein Land aufnahm und zweitens
weil er seine rechtmässige Gemahlin Helena, die Mutter der
bosnischen Königin Katharina, verstossen hatte. Von allen
bosnischen Magnaten unterstützte Ragusa zuerst Knez Vladis-
laus, der Sohn des Herzogs Stephan. Erzürnt über seinen
Vater, weil dieser die Mutter so schmachvoll behandelt hatte,
verliess er Ragusa und kehrte in das Gebiet seines Vaters
zurück, um diesem durch Gewalt seine Länder zu entreissen
und das ganze Herzogthum für sich zu erwerben. Dem
abtrünnigen Sohne war das Glück günstig, und er besass
schon im August 1451 einen Theil der väterlichen Herr
schaft. Am 15. August schrieb er in Drinaljevo eigenhändig
eine Urkunde, worin er mit der Republik Ragusa ein Bünd-
niss schliesst und ihr verspricht, dass er ihr, sobald er die
ganze Herrschaft seines Vaters erlangt, die Zupa Konavlje
zurückgeben wird, die ihr sein Vater entrissen hat.*) Wenn
schon durch den Aufstand seines Sohnes der Herzog Stephan
in grosse Gefahr gerieth, so drohte ihm jetzt vollends Ver
nichtung, als sich auch der bosnische König Stephan Thomas
den Ragusanern anschloss. König Stephan Thomas weilte im
Dezember 1451 in seiner Feste Bobovac, und an seiner Seite
waren die hervorragendsten Magnaten des bosnischen Reiches,
wie der Vojvode von Dolnji-kraji Peter Vojsalic, der Voj-
vode Vladislav Klesic, Knez Tvrtko Kovacevic und auch
Knez Vladislav Vuköic, der Sohn des Herzogs Stephan.
Hierher nach Bobovac kam auch der ragusanische Ge
sandte Alvisio Guöetic mit einer Klage gegen den Herzog
Vuköic, der das Gebiet von Ragusa mit Feuer und Schwert
verwüstet. König Stephan Thomas schloss darauf am 18. De
zember mit den Ragusanern ein Bündniss gegen den Her
zog Stephan Vukcic. Der König versprach zugleich mit
seinem Sohne Knez Stephan dem Dogen, den Patriziern,

*) Miklolic, Mon. serb. p. 444—447.
Geschichte Bosniens. 25

— 386 —

und der ganzen Commune von Ragusa, „ohne Verzögerung
einen Krieg zu beginnen und ohne Aufenthalt vorzudringen
gegen den Herzog Stephan Vuköic und seine Herrschaft
und seine Städte und seine Diener, mit aller herrlichen
Macht unseres Königreiches und mit unseren Dienern und
unseren Freunden im offenen Kriege, wie es unserer Herr
schaft und unserem Königreiche geziemt, wenn wir keine
Hindernisse und kein türkisches Heer gegen uns haben."
Damit das Bündniss dauernd bleibe, schenkten der König
und sein Sohn Stephan bei dieser Gelegenheit den Ragu-
sanern einige Besitzungen des Herzogs Stephan in der Um
gebung der Bocche di Cattaro, und zwar „Vrsini mit allen
Dörfern und Villen, die Zupa Dracevica mit Sutorina und
Morinje und der Burg Novi und Risano, mit dem ganzen
G-ebiete bis zur Gränze von Cattaro.*)
Der Krieg Ragusas mit dem Herzog Stephan wurde
im Jahre 1452 und in der ersten Hälfte des Jahres 1453
geführt. In dem ersteren Jahre traf den Herzog Stephan
auch das Unglück, dass ihm sein Unterthan, der Vojvode
von Hum IvaniS Vlatkovic, der Sohn des Vlatko Jurjevic
aus dem Geschlechte Bogavic mit allen seinen Brüdern und
Verwandten abtrünnig wurde. Ivanis Vlatkovic schloss am
15. März in seiner Burg Vratar an der Neretva in seinem
und im Namen seiner zahlreichen Verwandtschaft ein Bünd
niss mit den Ragusanern gegen den Herzog Stephan Vuk-
6ic und dessen Anhänger.**) Oberster Feldherr der ver
bündeten Heere gegen den Herzog Stephan war dessen eigener
Sohn Vladislav, der zuversichtlich hoffte, dass er seinen
Vater stürzen und dessen Herrschaft für sich erwerben
werde. Dem Knez Vladislav, dem zukünftigen Herzog vom
heiligen Sabbas, schlossen sich nacheinander alle Magnaten
von Hum an, die seinen Vater Stephan verliessen. So
schlossen sich bald Vladislav und den Ragusanern der Voj
vode Sladoje Semkovic mit seinen Brüdern, Knez Juraj
Ratkovic und Knez Vukasin Sankovic an, und so blieb

*) MikloHö, Mon. serb. p. 447—450.
**) Miklosic, Mon. serb. p. 451—456.

— 387 —

endlich Herzog Stephan ganz isolirt unter zahlreichen Feinden
und Gegnern. Nur Vlatko, der jüngere Sohn des Herzogs,
blieb seinem Vater auch ferner treu und anhänglich, und
wollte sich nicht zum Kichter seines Erzeugers aufwerfen.
Infolge des allgemeinen Aufstandes wäre diesmal der
Herzog Stephan unterlegen und hätte sein grosses Gebiet
verloren, wenn der bosnische König Stephan Thomas die
Ragusaner hätte ausgiebig unterstützen können. Doch dieser
konnte sein gegebenes Wort nicht halten. Als er nämlich
nach Abschluss des Bündnisses mit Ragusa die Vojvoden
und Kneze seines Königreiches aufforderte, ihre Krieger zu
sammeln und sich seinem Heere anzuschliessen, verweigerten
ihm viele den Gehorsam, die nicht gegen ihren Genossen
kämpfen wollten. Es widersetzten sich dem Könige be
sonders Peter Vojsalic, Vojvode von Dolnji-kraji, und
Vladislav KleSic, Vojvode des Westlandes und Herr von
Dumno und Dlamoc.*) Dem Könige Thomas und seinem
Sohne Stephan blieb jetzt nichts übrig, als mit dem schon
versammelten Heere die ungehorsamen Magnaten anzugreifen.
So brach auch in Bosnien selbst ein schreklicher Krieg
zwischen den Magnaten und dem Könige aus, während
die Magnaten von Hum unter Führung Knez Vladis-
laus' den Herzog Stephan angriffen. König Stephan
Thomas war indessen glücklicher als der Herzog. Sein
Heer verwüstete gänzlich das Gebiet Dolnji-kraji; ja es
seheint sogar, dass es dem Könige gelang, den Vojvoden
Vladislav Klesic zu fangen. Doch jetzt mischten sich in
die Kämpfe des Königs mit den Magnaten der päbstliche
Legat Thomas, Bischof von Lesina, und der Provinzial der
bosnischen Franziskaner, Pater Marinus. Diese versöhnten
Peter Vojsalic und Vladislav KleSic mit dem Könige und
dessen Sohne Stephan, und schon am 1. Juli 1452 be

*) Am 1. Juli 1452 schreibt Pabst Nikolaus V. dem Vojvoden
Vladislav KleSic: „quod cum olim, satore malorum id Bereute, te carissi-
mus in Christo filius noster Stephanus Thomas rex Bosne illüstris pro
eo, quod ad eius servitium vocatus, ad ipsuni nön veneras,
pro suo et regni sui inimico haberet . . . ." Theiner, Mon. Hung.
II. p. 265.
25*

— 388 —

stätigte Pabst Nikolaus V. den geschlossenen Frieden durch
besondere Sendschreiben.*)
Während der heftigsten Kämpfe im Lande Hum kam
plötzlich eines Tages in das Gebiet des Herzog Stephan
ein päbstlicher Legat. Pabst Nikolaus V. hatte nämlich
durch die Kagusaner vernommen, dass Herzog Stephan ihr
Gebiet angegriffen und ihnen Krieg verkündet habe ; und
er sandte jetzt während des Krieges den Bischof von Dul-
cigno Pagaminus, damit dieser den Herzog von ferneren
Angriffen gegen Ragusa abhalte. Herzog Stephan , der
gerade damals in grosser Bedrängniss war, empfing den päbst-
lichen Legat sehr freundlich, erklärte sich bereit sich mit
Ragusa zu versöhnen und den katholischen Glauben anzu
nehmen, ja er sandte sogar Gesandte nach Rom, die den
Pabst seiner Bereitwilligkeit versichern sollten.**) Herzog
Stephan that dies nur um seine zahlreichen Gegner irre
zu führen; doch der Pabst glaubte dem listigen Herzog,
und erfreut darüber, dass es ihm jetzt endlich gelingen
werde, die Patafenen auch im Lande Hum auszurotten,
wie unlängst in Bosnien, befahl er am 1. Juli 1452 seinem
Legat in Bosnien, dem Bischof von Lesina Thomas, nach
Ragusa zu gehen und den Rath zum Frieden mit Herzog
Stephan zu bewegen.***)
Doch der Herzog wollte nichts mehr von einem Frie
den hören. Da er wahrscheinlich vom türkischen Kaiser
und dessen Veziren, die neuerdings einen Theil des bos
nischen Reiches erworben hatten f), unterstützt wurde, be
drohte er wieder die Stadt Ragusa. Schon im Juli 1452

*) Ibidem, p. 265—266.
**) Der Pabst schreibt seinem Legat: „Cum autem nuper nobilis vir
Stephanus Dux sancti Sabbae ac comes Duinensis. . . quosdam
ad nos destinaverat oratores seu nuntios, ex quorum relationibus non
solum inter prefatum ducem et dilectos filios rectorem et consilium dicte
civitatis (Kagusinae) concordiam et pacem subsequi . . . speremus. " Theiner,
Mon. Hung. II. p. 264.
***) Theiner, Mon. Hung. II, p. 263—265.
t) Im Jahre 1453 schreibt Herzog Stephan: „gospodi vezirom i
krajisniku gospodarevu, koji gode bude na bosnsko krajisce . . . ."
Miklosic, Mon. serb, p. 460.

— 389 —

schrieb der Rath von Ragusa seinem Gesandten am un
garischen Hofe Guöetic, dass sich Herzog Stephan zum
zweitenmal bereite, mit aller Macht Ragusa anzugreifen.
Guöetic soll darum dem Johannes Hunyady die traurige
Lage Ragusas schildern und ihn bitten, er möge in diesem
ernsten Momente die Stadt nicht ohne Hilfe lassen, denn
wenn er sie nicht beschützt, so weiss der Rath nicht, was
ferner zu beginnen.*)
Der Krieg des Herzog Stephan mit seinem Sohne
Vladislav und der Stadt Ragusa dauerte noch ein ganzes
Jahr. Die Details dieses Krieges sind uns unbekannt ; doch
es scheint diesmal das Glück dem Herzoge Stephan günstig
gewesen zu sein, denn im Juli des folgenden Jahres 1453
gab Knez Vladislav den weiteren Kampf auf, und ging
nach Piva am Fusse des Berges Durmitor zu seinem
Vater, und bat diesen um Verzeihung und Gnade. Nach
dem sich Vladislav mit allen seinen Anhängern und seinem
Vermögen seinem Vater unterworfen hatte, und versprach
diesem und dem türkischen Kaiser, „dem grossen Gebieter",
treu zu dienen, und sich mit seinem Bruder Vlatko zu
vertragen, verzieh ihm Herzog Stephan und nahm ihn in
Gnaden auf.**) Bei derselben Gelegenheit, als sich Herzog
Stephan mit seinem Solme Vladislav versöhnte, erliöss er
auch am 19. Juli 1453 eine Urkunde , in der er seiner
Frau Helena und allen Magnaten von Hum, die ihm ab
trünnig waren, Verzeihung gewährt. „Und ich verzieh alle
Sünden und allen grossen und kleinen Ungehorsam meinen
Angehörigen, der ehrsamen Frau Helena, und meinem Sohne
Knez Vladislav, und allen Magnaten und Edelleuten, und
aller Art Leuten des Landes Hum, die wann immer und
auf welch immer Weise mit Frau Helena und Knez Vladislav
von mir abfielen. Aufrichtig und wahrhaftig und ohne
zu heucheln verzieh ich dem Vojvoden Sladoje Semkovic
mit seinen Brüdern und Dienern und dem Knez Juraj
Ratkovic mit seinen Brüdern und Dienern und dem Vojvoden

*) Matkovic im Bad VII. p. 249.
**) Miklosic, Mon. serb. p. 460—463.

— 390 —

Ivanis Jurjevic (Vlatkovi6) sät seinen Brüdern und dem
Knez Vukasin Sankovic mit seinen Brüdern, und allen
anderen Edelleuten des Landes Hum und aller Art Leuten
aus meiner ganzen Herrschaft diesseits und jenseits der
Neretva, die wann immer und auf welch' immer Weise
mit ihnen gegangen sind".*)
Die von ihren Bundesgenossen und Helfershelfern ver
lassenen Ragusaner mussten jetzt auch mit Herzog Stephan
Frieden schliessen. Ihre Gesandten Maroje Rastic, Zuvan
Bunic und Andrusko Bobaljevic stellten am 10. April 1454
in der Feste Novi mit Herzog Stephan die Friedens-
bedingungen fest. Alles blieb wie vor dem Kriege, und
Herzog Stephan versprach den Ragusanern feierlich, dass
er sie niemals beunruhigen oder angreifen werde, ausser
auf Befehl „des grossen Gebieters des Herrn Sultans der
Türkei Mehmet-beg" .**) So endete der Krieg, der volle
drei Jahre dauerte und endlich doch nur den Türken von
Nutzen war. Schon im Jahre 1456 schrieb der Sultan
Muhamed II. einen Brief „dem Sandzak-beg des Landes des
Herzogs und dem Kadi von Novi und Hotaö"!**)
Stephan Thomas' Verhältniss zu Kroatien, be
sonders nach dem Tode des Bans Peter Talovac
(1453— 1457). Die bosnischen Könige konnten es niemals
vergessen, dass einst unter Tvrtko I. Kroatien und Dal-
matien zum bosnischen Reiche gehörten. Sie trachteten
darum ohne Unterlass, ihre Herrschaft in diesen Ländern
zu erneuern. Es leitete sie dabei nicht eitle Eroberungs
sucht, sondern die dringende Nothwendigkeit, ihrem Staate
natürliche Gränzen zu geben und dadurch dessen Bestand
zu sichern. Denn ebenso wie das dalmatinisch-kroatische
Küstenland ohne Bosnien nicht recht gedeihen kann, ebenso
kann auch dieses ohne das Küstenland, welches es mit dem
Meere und folglich mit der Aussenwelt verbindet, nicht
bestehen.
Als Stephan Thomas König von Bosnien wurde, nahm
*) Mikloäic, Mon. serb. p. 4B7— 460.
**) Ibidem, p. 465—469.
***) Ibidem, p. 474.

— 391 —

er den Titel „König von Dalmatien und Kroatien"
an, *) um hervorzuheben, dass das bosnische Reich Dal
matien und Kroatien noch nicht vollständig aufgegeben
habe, obwohl damals schon das ganze kroatisch-dalmatinische
Küstenland von Zara bis Almissa in den Händen der
Venetianer war. Zur selben Zeit besass auch Stephan
Thomas wirklich einige Orte im Innern Kroatiens, denn
im März 1445 bot er den Venetianern einige seiner Burgen
in der Umgebung von Poljica an, und bat dafür als Tausch
objekt eine Burg im dalmatinischen Küstenlande, in die er
sich im Nothfalle flüchten könnte.**)
Im inneren Kroatien, besonders an der bosnischen
Gränze war damals Peter Talovac, Ban von Kroatien,
der mächtigste Gutsbesitzer. Als Erbe der berühmten
Nelipic besass er die Zupen Cetin und Clissa mit den be
treffenden Festen, und als Ban von Kroatien verwaltete er
die königlichen Festen Knin, Ostrovica und Scardona.
Schon im Jahre 1442 hatte Ban Peter Talovac, da er sah,
wie viel die treuen Unterthanen der ungarischen Krone
von den wilden Heiden und anderen Feinden Ungarns leiden
müssen, der Kirche von Spalato den Zehent in den Zupen
Clissa und Cetin zurückgegeben, der ihr ungerechterweise
genommen wurde.***) Doch Ban Peter Talovac hatte ausser
den Türken auch noch andere Feinde. Besonders nach
dem Tode des Königs Vladislaus Varnenöik erhoben sich
gegen ihn die mächtigen Grafen Frangepan, unterstützt
durch die Grafen von Cilli, und ebenso die Kneze von
Corbavia, die Bundesgenossen des bosnischen Königs Stephan
Thomas. Peter Talovac, der jetzt von allen Seiten durch
*) In einer Urkunde vom 3. September 1444 nennt sich Stephan
Thomas: „von Gottes Gnaden König von Serbien, Bosnien, dem Küsten
lande, Hum, Dalmatien, Kroatien, Dolnji-kraji, dem Westlandeu. s.w."
Ebenso in einer Urkunde vom 22. September 1446. Mikloüic, Mon. serb.
p. 429 und 438.
**) Glasnik XIV. p. 102—103: „offert nostro dominio ex castris suis
circumstantibus Polize, illud vel illa quae nobis magis placeant."
***) In der betreffenden Urkunde nennt sich Ban Peter: „Nos Petrus
de Talouiz Cethinae ac Clissiae comes, Regnorum Dalmatiae et Croatiae
Banus." Lucio, Mem. p. 452.

März 1446 dem Könige Stephan Thomas. April 1449 antworteten. accipere ipsum banatum et dare prae- dicto bano quoddam castrum longe maioris redditus. Dies berührte den bosnischen König sehr unan genehm und er beklagte sich sogleich bei dem Rathe von Venedig. 144-146. **) Et propterea cogitaverat (rex) pro sua et nostra securitate. quod cum bano Pircho tenemus praticam. Glasnik. die ihm am 7. der bereit war das Banat Peters zu übernehmen. Peter Talovac blieb indessen auch ferner Ban von Kroatien und Herr der Zupen Clissa und Cetin.**) Doch auch daraus wurde nichts.*) Der Rath antwortete am 17. weil indessen Peter Talovac von den Venetianern genügende Hilfe und Kriegswerkzeuge bekam. p. doch Anfangs 1449 ernannte Johannes Hunyady den Nikolaus vonllok (ungarisch: Ujlaky) zum Ban von Kroatien. Dem *) prefatum dominum regem sensisse. XIV. et nos advisat ipsa loca corone sue legitime spectare et ipsius iurisdictionis esse. die von Rechtswegen dem bosnischen Reiche gehören. welch' letzterer der Republik mehrere Orte abtreten will. dass er von Unterhandlungen desselben mit dem Bane Peter vernommen habe. dass ihnen seine Nachbarschaft lieber wäre. — 392 — Feinde umgeben war und sich in grosser Verlegenheit be fand. . que idem banus tenet. XIV. Glasnik. als die jedes Anderen. und nach Zurückschlagung des Gegenbans Nikolaus von Hok sein Banat behielt. de concordia et voluntate ipsius bani. und zugleich begann er mit dem Könige Stephan Thomas zu unterhandeln. und dem Bane Peter Talovac drohte neuerdings Gefahr. In dieser Noth wandte er sich an die Republik Venedig um Hilfe. und bot der Republik alle seine Festungen und Länder an. sandte Ende 1445 den Bischof von Scardona nach Venedig. und diesem dafür eine Burg in Bosnien zu geben. dass er zwar mit Ban Peter in Unterhandlungen stehe. Stephan Thomas theilte seine Absicht den Venetianern mit. 124. doch dass er nichts thun werde. p. habendi de locis. wenn dieselbe ihm nur den nöthigen Lebens unterhalt und das venetianische Patrizierrecht gewähren würde. worüber der bosnische König gerechter weise klagen könnte.

ut illud acciperemus. dass ihn dieser zum Herzog. 124.*) Durch die Zuneigung der Venetianer kühn gemacht. Die Republik antwortete ihm am 29. p. als jemand anderen. Schon 1446 forderte Alfonso den König Stephan Thomas auf. um auf diese Weise vielleicht das Banat Peters zu erlangen.. Als sich im nächsten Jahre 1450 die Kämpfe in Kroatien erneuerten. und im Oktober die wichtige Burg Ostrovica dem Bane Peter abtrünnig wurde. da sie lieber ihn zum Nachbar hat. p. zu befreunden. ihm Driva (Narentam) abzutreten. quod ipsum accipiat. sondern er nahm ihm auch Knin weg. Im April 1451 schrieb er der Republik Venedig. **) Es ist erwähnenswerth." Glasnik XIV. Juli 1452).) Während Stephan Thomas dies verweigerte. auch Ungarn und Kroatien zu erwerben. 144. quia precio illud sperat habere. et si ipsum volebamus erat ei gra- tissimum. contentari velimus. April. und er be gann sich jetzt mit den Gegnern des Bans Peter. Vergleiche auch p. und war nicht mehr mit Ostrovica zufrieden. Glasnik. nament lich mit den Knezen von Corbavia. dass der König von Aragonien Alfonso V. quando vero non.**) Bisher lebte König Stephan Thomas mit den Venetianern im besten Einvernehmen. 125. „ut per eam valeat habere aditum ad regnum Hungariae. nachdem er im Jahre 1443 König von Neapel wurde. dass es ihm heb wäre. XIV." (Glasnik. trachtete König Stephan Thomas dieselbe auf welch' immer Weise seinem Eeiche zu erwerben. p. — 393 — Könige Stephan Thomas war dies nicht recht. eiferte jetzt Stephan Thomas immer mehr gegen Ban Peter. Ostrovica für Geld zu erwerben. 145. so möge sie wenigstens ihm erlauben. da ihn unterdessen die Ereignisse anderwärts beriefen. Alfons zu unterstützen unter der Be dingung. doch es wird ihr angenehm sein. sollte sie jedoch dies nicht wollen. . Doch das Glück war ihm weiter nicht günstig. von Spalato (ducham Spaleti) er nenne. war Herzog Stephan Vukclc bereit. wenn der König dasselbe erwirbt. dass ihr Ostrovica schon angeboten wurde. und er schloss darum bald mit dem Bane Frieden (am 16. da er gerade mit ihrer Hilfe *) „etsubsequenter (oratores regis Bossine exposuerunt). in den Jahren 1446 bis 1450 trachtete. doch dass sie dasselbe nicht will. 153. 149—152. damals die Haupt stadt Kroatiens jenseits des Velebit. XIV. wenn sie Ostrovica erobern würde. quod castrum Ostrovize defecerat a comite Pireho.

.*) Noch am 31. dass sie sich fremdes Gut angeeignet habe. und zu diesem Zwecke mit dem bosnischen Könige Stephan Thomas und den bosnischen Magnaten einen Bund schloss. an. 165—161. sondern begnügten sich damit. sobald der Krieg in Italien endet. p. nämlich die Gebiete Krajina und Neretva. Die venetianische Republik zeigte sich auch wirklich dem Herzoge geneigt. sondern nur sich selbst zu bereichern. in die Hände der Venetianer geriethen. dass sie dazu durch den Herzog Stephan. p. XIV. da sie ihm mehr nützen kann. so hatten auch jetzt die Venetianer nur ihren eigenen Nutzen vor Augen. Als nämlich im Jahre 1451 Ragusa mit dem Herzog Stephan Vuköic Krieg führte. und bald darauf sandte sie auch wirklich ihr Heer und ihre Flotte. Doch wie bei jeder Gelegenheit. ihm das ganze Küsten land von der Cetina bis zur Narenta. dass sie ihn mit Waffenmacht unterstützen werde. welches niemals den Ragusanern freundlich gesinnt war. und griff auf seine Bitte den Vojvoden Ivanis Vlatkovic (Jurjevic). suchte Herzog Stephan Hilfe in Venedig.**) *) Glasnik. zu entreissen und ihrer Herrschaft zu unterwerfen. 163. berufen wurde. da sie selbst in Italien in einen Krieg ver wickelt war. Darum. ** Glasnik. Juni 1452. März 1452 versicherte sie ihn. sie konnte ihn jedoch Anfangs nicht mit Waffenmacht unterstützen. und dass vielleicht dem Könige die Nachbarschaft der venetianischen Republik angenehm sein wird. als jede Andere. beides Bestandtheile seines Reiches.suchten sie auch den Ivanis Vlatkovic nicht im Inneren des Landes auf. den wahren und unzweifelhaften Herrn dieser Länder. den mächtigsten Magnaten zwischen der Cetina und Narenta und heftigsten Widersacher des Herzogs. warf er der Republik vor. XIV. ihnen war nicht daran gelegen. Als König Stephan Thomas erfuhr. dass Krajina und Neretva. — 394 — Kroatien zu erwerben hoffte. Doch jetzt gerieth er mit ihnen beinahe in heftigen Streit. die Feinde des Herzogs Stephan zu vernichten. Darauf antwortete ihm diese am 3. Es geschah dies beiläufig im April 1452.

um dieselbe den Venetianern zu er halten. Schon Anfangs 1455 kämpfte Stephan Thomas mit den Grafen von Cilli um das kroatische Banat. musste der bosnische König nachgeben. dass sein schönes Küstenland in die Hände der Venetianer gefallen sei. wurde. Ausserdem trachteten die Grafen von Cilli. und von der dritten endlich die Venetianer. und schon am 243. die Frangepanis und die Grafen von Cilli. die Republik um Bestätigung der Besitzungen. von der anderen der bosnische König Stephan Thomas. um das Erbe des verstorbenen Bans an sich zu reissen. p. diesen schönen Theil seines Reiches. p. seine Schützlinge. doch nachdem Herzog Stephan selbst mit seinem Heere bis zur Neretva vordrang. sie sollen Knin. Er sandte darum seinen Ver trauensmann. Juli 1452 der Doge Francesco Foscari seinem neuen Unter- thanen alle Güter in der Krajina. Darauf bestätigte auch wirklich am 22. zu den Venetianern mit der Bitte. Er hinterliess eine Wittwe Hedwig und zwei Söhne Johannes und Stephan. Juni ernannten die Venetianer den Karl Mauroceno zum Providure der Krajina und Neretva.*) Endlich bat auch der Vojvode Ivanis Vlatkovic. überreden. 165—168. die diesem schon 1417 von König Ostoja geschenkt wurden. oder die Söhne des Bans Peter. „die wichtigste und erste Stadt Kroatiens". und besonders den Markt Driva (locus Narente). die er hier hatte. Viceban von Kroatien. 168—171. die besonders das feste Clissa haben wollten. der letzte hervorragendere kroatische Magnat südlich des Velebit. Von einer Seite meldete sich der Herzog Stephan Vuköic. auch die Banalwürde in Kroatien zu erlangen. deren Vormund Knez Thomas Bojnicic. unterstützt durch seine Verwandten. — 395 — Stephan Thomas scheint sich anfänglich gesträubt zu haben.**) Im Jahre 1453 starb der Ban Peter Talovac. dass diese Knin an Bosnien ausliefern. . Alle näheren und entfernteren Nachbarn Kroatiens erhoben sich jetzt. Nikolaus von Trau. als er sah. **) Ibidem. da es sonst der Graf Ulrich von *) Ibidem. entweder selbst nehmen. den Venetianern zu überlassen .

Auch König Stephan Thomas trachtete jetzt seinen Sohn und Nachfolger Stephan glänzend zu verheirathen . Hoc terrore .*) Die Kämpfe in Kroatien entbrannten noch mehr im Jahre 1456. doch sie werden sehr gerne den Söhnen Ban Peters zureden. dass sie selbst Knin nicht nehmen können. schrieb er gleich darauf der venetianischen Re publik. Rex tanto periculo exterritus. 155. . März. Die Venetianer antworteten dem Könige am 8. ut uxor magnifici Petri bani sibi nubatur. er möge die Söhne Peters in Ruhe lassen. und den Herzog Stephan Vuköic. als sich auch Graf Ulrich von Cilli. König Stephan Thomas vertrieb zwar das erste Heer des Grafen Ulrich aus Kroatien. hineinmengte. der unlängst Witt- wer geworden war und jetzt trachtete. sie möge sich mit ihm gegen den Grafen Ulrich und zur Vertheidigung der Waisen des Bans Talovac verbinden. um so die Heirath des Königssohnes Stephan zu verhindern." Rad jugosl. da sie sich dadurch in einen Krieg mit Ungarn verwickeln würden.regias nuptias disturbare posse confidit. enixissime contendit. Dezember sehr lehrreich. Hoc conjugio in magna spe est. doch Herzog Stephan sammelte ein riesiges Heer und drohte den Kroaten mit furchtbarem Krieg. der unterdessen zum Bane von Kroatien ernannt war. ut filio suo adolescenti splendidissime nubat. Hier liest man: „Magnanimus Stephanus omni studio. continue te certiorem faciam. auffordern. si quid explorati habuero. Obwohl die venetianische Republik unter *) Für die Kenntnis's der Lage in Kroatien Ende 1455 ist der Brief des Traguriers Johannes Sobota vom 24. contractis undique delectu ingens bellum se Crovatis illaturum minatur. cura ac cogitatione contendit. und er bat sie. Magnanimus Stephanus simulate regis molitiones animadvertit . aka-3. da er jedoch trotzdem dessen Macht fürchtete. quae bano Petro parebant. dass sich ein neues Heer des Grafen von Cilli nähere. Nihil adhuc compertum habeo . I. — 396 — Cilli nehmen wird. die Hand der Banin Hedwig und mit ihr den ganzen Besitz des Geschlechtes Talovac in Kroatien zu erwerben. dass diese die Stadt ihm übergeben. den Verwandten Ulrichs. p. Doch König Stephan Thomas bekam trotzdem nicht Knin. Rex et despotus inviti et gementes imperata facturi sunt. da sich gegen ihn der Herzog Stephan Vuköic erhob. Crovatis imperare posse receptis oppidis.

Es war dies ein geist- *) Glasnik. Doch gerade darum fühlte sich Thomas vor den Türken nicht sicher. in Gnade stand. — 397 — dessen (am 28. . verfeindete. wie dies der römische und der ungarische Hof wünschten.. in seinem Reiche die Patarenen zu ver folgen. Und trotzdem konnte Stephan Thomas in Kroatien keinerlei Erfolg erlangen. dem Herzog Stephan zu schreiben. p. Mai) yon Ulrich von Cilli ein Schreiben er hielt. der bei Sultan Murat II. Stephan Thomas bereitet sich zum Kriege gegen den türkischen Kaiser Muhamed H. Anfangs 1451 starb Kaiser Murat II. Nachdem Stephan Thomas mit Hilfe Johannes Hunyadys in dem von den Türken befreiten bos nischen Reiche König wurde. Tvrtkovic dem türkischen Kaiser Murat II. gerade darum wagte er es nicht. den sein Vorgänger Tvrtko II. Stephan Thomas war es darum nicht besonders unangenehm. dass im Mai 1449 Johannes Hunyady mit Murat Frieden schloss. und ausserdem versprach sie ihm. da die Türken neuerdings mit grosser Heeresmacht seinem Reiche drohten. er soll sich nicht in kroatische Angelegenheiten einmengen. und nur aus Furcht vor den Türken bat er schon 1445 die Venetianer um eine Feste inDalmatien. türkischer Sultan (1451 — 1481). als er sich mit dem serbischen Despoten Georg Brankovic. wonach Bosnien den Türken wieder Tribut zahlen und die Hälfte des rückständigen Tributes ersetzen musste. verweigerte er den Tribut. Fe bruar wurde sein einundzwanzigjähriger Sohn Muhamed H. und am 5. (1457) und erwirbt für seinen Sohn Stephan Tomaäevi6 Serbien (1458). in die er sich im Nothfalle mit seiner Familie und seinem Ver mögen flüchten könnte. er soll sich die Stadt Knin nehmen und dadurch den Herzog Stephan vom Bane Ulrich trennen. Juni dem bosnischen Könige. worin ihr dieser mittheilt. XIV. 102.*) Noch mehr fürchtete er die türkische Macht. zahlen musste. antwortete sie dennoch am 3. dass ihm König Ladislaus das kroatische Banat ertheilt habe.

venisse nunciatum est. senden und ihm zureden. den er. 45—188. sie möge ihre Gesandten zu Sultan Muhamed II. pag. 448. Seine Ahnung ging leider in Erfüllung. berufen durch den abtrünnigen Herzog Stephan. ff) In einer Urkunde vom 19. 153. indem er mit grellen Farben die Bosnien und der ganzen Christenheit drohende Gefahr schilderte. In der schrecklichen Furcht sandte er schleunigst seine Botschafter zu dem siegreichen Sultane. Mon. qui apud imperatorem Teucrorum legationis munere functi sunt.***) Doch noch heftiger er- schrack Thomas. mit Bosnien in Frieden zu leben. **) MikloSic. und betrog durch Waffenstillstände Jeden. ***) Glasnik. serb. Der serbische Chronist Michael aus Ostrovica schreibt über ihn: „Kaiser Muhamed regierte nach dem Tode seines Vaters glücklich. doch er war sehr listig. p." Brief des Johannes Sobota im Rad I."*) Auch Stephan Thomas erzitterte. (Glasnik srbsk. — 398 — reicher. 151. als Muhamed II. alle christlichen Staaten der Balkan halbinsel zu vernichten. den Krieg zu be ginnen „wenn er keine Hindernisse oder kein türkisches Heer gegen sich haben wird". Mai 1453 Con- stantinopel eroberte und dadurch dem uralten byzantinischen Kaiserthume ein Ende bereitete. Janko Safafik.) Cap. -j-) Doch gleichzeitig wandte er sich um Hilfe an die römische Curie und den Westen. uöenoga druStva XVIII. 108. aus dem Polnischen (Pamiftniki Janczara) übersetzt und heraus gegeben durch Dr. der es sich zur Lebensaufgabe stellte. versprach er. p.**) und noch im März des selben Jahres bat er die Republik Venedig. nur konnte. als er' von der Veränderung am türkischen Throne vernahm. Als er im Dezember 1451 mit Ragusa einen Vertrag gegen den Herzog Stephan schloss. f-f) Der *) Die türkische Geschichte des Michael Konstantinovic aus Ostro vica. Juli 1459 liest man: „Durch die . f) Parvo interiecto tempore (nach dem Falle Constantinopels) legatos regis Bosne. am 29. 26 p. p. XIV. denn beiläufig um dieselbe Zeit eroberten die Türken. einen Theil des südöstlichen Bosniens und begründeten hier die „bosnische Provinz" (bosansko kraji§6e). um diesem zu huldigen und sich seiner Gnade zu empfehlen. gebildeter und ehrgeiziger Jüngling.

Hung. ." Miklosic. sobald dieselben wiedererobert werden. die dem bosnischen Reiche und dessen Könige drohte. Ogledalo knjizevne poviesti jugoslavjanske I. . — Jirecek. doch jetzt verlange dieser von ihm vier Festungen und 20. Nachdem der siegreiche Kaiser Muhamed II. April 1455 den König Stephan Thomas und dessen Sohn Stephan in den Schutz der römischen Kirche. der in der bosnischen Provinz sein wird . Mit dessen Unterstützung vertrieb er zwar aus seinem Lande die Türken. p. ***) Ljubic. Sabbas .. den Herrn Veziren und dem Gouverneur des Herrn. nahm er am 30.. um Hilfe bei Johannes Hu- nyady zu suchen. eroberte er der Reihe nach alle griechischen. ihm ganz Serbien. meines Herrn. die für ihn zu einem neuen Hoffnungsstrahl wurden. . wo von nun an der türkische Sandzak-beg (Gouverneur) der Herzegovina residirte und von hier aus die türkische Gewalt gegen das innere Bosnien und das Meer zu ausbreitete. die grosse Gefahr sah. Georg erschrak darüber und floh nach Ungarn. alle von den Türken und seinen untreuen Unterthanen dem bosnischen Reiche entrissenen Länder zurückzugeben. Mon.*) Als Pabst Callixtus HI. serb.**) Dies war jedoch für König Stephan Thomas ein schwacher Trost. ich Stephan. 460. p. albanesischen und serbischen Länder. auszuliefern. Im Jahre 1454 forderte er den serbischen Despoten Georg Brankovic auf. Herzog vom h. p. — 399 — Häuptort dieser Provinz war wahrscheinlich Foöa (Hotöa) an der Mündung der Cehotina in die Drina. Mon. Schon im Mai oder Juni des nächsten Jahres 1456 beklagt er sich bei der Republik Venedig. 244.000 Metzen Frucht. 474. Con- stantinopel eingenommen hatte. H. des Kaisers Emir Sultan Mehmet-beg.***) Während so Stephan Thomas für den Bestand seines Reiches zitterte. *) Ibidem. dass der türkische Sultan nach dem Besitz Bosniens strebe. ereigneten sich östlich von Bosnien merk würdige Dinge. bisher habe er ihn durch Geld be schwichtigt. 272. p. Handelsstrassen. 76. wie er es von Stephan Lazarevic übernommen hatte. **) Theiner.. die 1455 in dasselbe Gnade Gottes und des grossen Gebieters. weil er sonst Bosnien angreifen und vernichten wird. und versprach ihm.

In einem Schreiben vom 23. um durch Serbien in Ungarn einzufallen. doch gleich darauf bot er dem Sultan Muhamed einen Tribut von jährlichen 32. und alle Kräfte zur Vernichtung des Erbfeindes der Christenheit einzulegen. Begeistert durch den Sieg der christlichen Waffen. Einige Tage nach diesem glorreichen Siege starb der berühmte Held Johannes Hunyady. Juli) das türkische Heer vollständig. da er dachte. der durch den Franziskaner Nikolaus von Sebenico diese Absicht des bosnischen Königs erfuhr. 297. als sie den glänzenden Sieg Hunyadys vor Belgrad erfuhr. der schon seit 1444 heldenmüthig die Türken zurückschlug. quod hactenus ipsi tyranno Turcorum dare consuevit. Die ganze christliche Welt jubelte. 291—292.000 Dukaten an. — 400 — eingefallen waren. der päbstliche Legat. . II." Theiner. Der belagerten Stadt eilten Johannes Hunyady und Johannes Capistran. April 1457 ermahnt er den König. p. den er bisher gezahlt hatte*) und be schloss dann.. und sammelte schon im nächsten Jahre 150. p. frommen und heiligen Absicht" zu beharren. auch ferner in dieser „edlen. zu Hilfe und schlugen hier (am 21. die Geissel der Türken. An der ungarisch-serbischen Gränze musste er vor Allem das feste Belgrad. beschloss er dem Beispiele des be rühmten albanesischenFeldherrnGeorgKastriota(Scanderbeg). Er kündete darum vor Allem dem türkischen Kaiser den Tribut. welches hierauf Belgrad und ganz Serbien verlassen musste. Doch Muhamed konnte die Nieder lage seines Heeres nicht vergessen.— 22.000 Mann und 300 Kanonen. zu folgen und selbst einen Kriegszug gegen den Sultan zu unternehmen.: „et quod iam ipse rex (Bosne) desiit pendere tributum. zu ziehen.**) Gleichzeitig suchte Pabst Calixt *) Am 20. dass auch für ihn jetzt die Stunde der Befreiung von dem schmachvollen türkischen Joche geschlagen habe. Auch der bosnische König freute sich. um nur Ruhe zu haben. Juni 1457 schreibt Pabst Calixtus III. den Schlüssel Ungarns von serbischer Seite. einnehmen. Hung. Mon. **) Ibidem. Pabst Callixtus III. an der Spitze eines grossen Kreuzheeres gegen Sultan Muhamed II. war hocherfreut.

die an dem heiligen Kriege theilnehmen wollen. p. sich dem Kriegszuge gegen die Ungläubigen anzuschliessen. und davon einen dem Könige von Ungarn. 297. II. p. p. Juli und rief aus: „So erhebe dich also. damit dieser seine grosse Absicht leichter und erfolgreicher ausführen könne. Slav. ein eifriger Anhänger der katholischen Kirche. dies zu erlauben. Hung. tuam celsitadinem adversus perfidos Christi hostes Turchos continuo bellum gerere. Juli auch den Herzog Stephan Vuköic. f) Theiner. dass du durch Gottes Gnaden einen glorreichen Sieg über sie erfechten *) Ibidem. ***) Und Stephan Thomas bereitete sich ernstlich zu dem heiligen Krieg. p. merid. pag." Theiner. 26 . sich dem Kreuzheere anzuschliessen. 428. 296. p. . 297—298. Als er schon gehörig vorbereitet war. überall den Kreuzzug zu predigen und Geschenke und Geld für die Kreuzfahrer zu sammeln. pag. Krieger Christi. und dass er Anfangs September 1457 gegen sie in's offene Feld ziehen und ihre Festen angreifen werde. das gesammelte Geld sollen sie in drei Theile theilen. ***) Theiner. den zweiten dem Georg Kastriota und den dritten dem bos nischen Könige Stephan Thomas geben. I. Mon. Slav. 292. und du wirst sehen . — 401 — je mehr Bundesgenossen und Geldmittel für Stephan Thomas zu erwerben. seinen Legaten in Dalmatien. Mon. I. ff) „intelleximus. Er forderte zu diesem Zwecke am 26. merid. Ungarn und Serbien befahl er. unterstützte f). I. Mon.-j--j-) Der Pabst belobte ihn darauf in einem Schreiben vom 29. II. 427. — Idem. 426. Hung. Geschichte Bosniens. Slav. 304. — Mon. und greife männlich die Barbaren an . Juli den Dogen Francesco Foscari auf. dass er mit den Türken fortwährend kämpfe. . merid. ac dispositam esse ad principium mensis Septembris proxime futuri in campum et castra contra predictos exire . liess er dem Pabste diirch die Franziskaner Marianus und Paulus von Ragusa sagen. Mon. 298. *) Gleichzeitig berief er auch die Bischöfe Ungarns in den heiligen Krieg . wobei ihn auch sein Bruder Radivoj . **) Ibidem. 298—299. und den zahlreichen Bewohnern Dalmatiens.**) Endlich er mahnte er in einem Schreiben vom 28.

dandoli el tributo ordenato per non poter far altro . et si ha preso Srebarniza et altri castelli 3 et 5. bei dem römischen Pabste . wie vor dem Kriege***). Hilfe suche. — 402 — wirst. Verwalter des Reiches wurde Michael Szilägyi. Juli 1457 aus seiner Stadt Sutiska seinen Vertrauensmann Nikolaus von Trau. dem Herzoge von Burgund. cussi re de Bossina cum hoste audo la.**) doch endlich sah er ein. und am 23. . bei dem Dogen von Venedig ." Um umso sicherer die Türken angreifen zu können. und versprach ihm denselben Tribut zu zahlen. dicti Astanach e quatro Atonachevich .*) Unterdessen starb am 23.. Monumenta Hungariae extera. li quali Rezbarniza et castelli 2 ha reservato Re per se.neapolitanischen Könige Alfons V. 451. li quanti hanno zurati esser sotto posti alo dominio de Re di Bossinia. Schon im Mai weilten in Adrianopel die Ge *) Lucio. der Sohn des Helden Johannes Hunyady. Memorie di Trau p. dass er gegen Kaiser Muhamed nicht lange erfolgreich kämpfen könnte. . dem Herzoge von Mailand. Der Wechsel auf dem ungarischen Throne. November 1457 der un garische König Ladislaus V. 18. Ibidem. come mori despoto Lazaro. darum schloss er mit ihm im März oder April desselben Jahres Frieden. der Onkel des jungen Königs. und besonders bei dem arragonisch . **) Nove havemo. und er gab ihm zu diesem Zweck ein besonderes Beglaubigungsschreiben an alle die Herrscher. die zur selben Zeit in Serbien einen Krieg gegen Michael Szilägyi führten. . und auch die zu geringe Theilnahme der christlichen Welt verursachten es.. . et quello di Srebernica chiamo fiol de Re ad uno convito cum altre cose donate . Indessen kämpfte König Stephan auf eigene Hand mit den Türken. p. zum ungarisch kroatischen Könige erwählt. sandte Stephan Thomas am 24. . . p. damit dieser bei allen westlichen Höfen. (Matyäs kiraly koräböl I. . . ***) Re de Bossina ha fatto et confermato la pace cum el Turcho. Stephan Thomas mit seinem Sohne eroberte zwar Anfangs 1458 einige Ortschaften an der bosnisch -serbischen Gränze. 6). Januar des fol genden Jahres wurde der jugendliche Mathias Corvinus. dass der lange geplante und vorbereitete Kreuzzug nicht zur Ausführung kam.

dass König Stephan Thomas einen erwach senen Sohn Stephan hatte. der Palseologin. Mai (1455) vor Srebrenica Peter Kovacevifi von der Hand des Dmitar Radoevic" (Safafik. ja die gemeinsame Gefahr vor den Türken machte sogar beide benachbarte Regenten zu Bundes genossen. pag. 21). Zvonik und Usora). Über den Vojvoden Peter Kovacevic siehe die Urkunde des Königs Stephan Thomas vom Jahre 1446 (MikloSic. Gregor und Stephan. Despot wurde jetzt Lazar Gjorgjevic. Januar 1458 Serbien regierte. Es wurde schon erwähnt. sondern durch Heirath. eine einzige Tochter Helena (Jelaöa) hatte. und trachtete jetzt nicht nur die bosnischen Gebiete und Länder (Srebrenica. mit dem Stephan Thomas noch im Jahre 1455 um Srebrenica kämpfte. p. und es sollte nach dem *) Dice preterea haver veduto in Adrianopoli ambassata del re di Bossina. Es bot sich ihm jetzt dazu eine günstige Gelegenheit. sondern auch Serbien für seine Familie zu erwerben. Pam. 78). **) „Und es fiel am 5. Ibidem. weil sich ihm jetzt die Gelegen heit bot. Stephan Thomas befreundete sich aufrichtig mit dem Despoten Lazar. „Eodem anno (1455) Dmitar Radoevich mactat Petrum Kovachevich sub Szreberniza" (Arkiv III. Noch zu Lebzeiten Lazars wurde die Hei rath des bosnischen Königssohnes Stephan mit der Tochter des Despoten Helena vereinbart. quale havea portato et tributo de ducati IX millia. Mon. Der greise Despot Georg Brankovic. 440). — 403 — sandten des Königs Stephan Thomas . pism. Lazar. 29. und leichter seinen zahlreichen Feinden zu widerstehen. da der serbische Despot Lazar von seiner Ge mahlin Helena. Serbien zu erwerben. 26* . *) Stephan Thomas beeilte sich auch darum mit dem Sultan Frieden zu schliessen.**) starb am 24. dfev. den er schon 1455 glänzend zu verheirathen trachtete. um so das Ansehen seiner Familie zu heben . Dezember 1456 und hinterliess eine Wittwe Jerina und drei Söhne . Unter seiner Regierung endigten die Kämpfe und Streitigkeiten mit Bosnien. p. p. und über Dmitar Radojevic die serbischen Chroniken bei Safarik (Pamatky p. serb. die dem Kaiser Muhamed 9000 Ducaten im Namen des Tributes brachten. der bis zum 20. 79). jedoch nicht durch Krieg.

und er beschloss. der Bruder Lazars. Ja am 14. ferner ein unehelicher Sohn von Lazars zweitem Bruder Gregor. noch ehe seine Tochter den Prinzen Stephan geheirathet hatte. koräböl I. Hung. unter anderen auch Srebrenica. dass sein Sohn Serbien nicht be kommen wird. einige Städte des Despoten einzunehmen. I. wo Anfangs ' Dezember König Mathias Corvinus mit den ungarischen Ständen in *) In einem Bericht vom 21. **) Rad jugosl. und endlich der türkische Kaiser Muhamed. und Stephan Thomas näherte sich wieder der serbischen Despotin. dass er damals mit der Despotin -Mutter in vollkommenem Einvernehmen stand.**) Bald darauf reiste Stephan Thomas mit seinem Sohne nach Ungarn . Doch während Nikolaus von Trau nach Italien und zurück reiste. um hier von dem Herzog Franz Sforza dessen Tochter für den bosnischen Königssohn zu verlangen.*) Er sandte zu diesem Zwecke seinen treuen Diener Nikolaus von Trau nach Mailand. aus welcher man ersieht. 18. sein gegebenes Wort zurück zuziehen und für seinen Sohn eine andere Gemahlin zu suchen. akad. p. und zwar in den Gebieten von Lepenica. . Doch bald darauf eroberte Gregors Sohn Smederevo. per questa cason non credo se fara le noce del fiol de Ke Bossina in la fiola del despoto Lazaro. p. Oktober 1458 erliess er in Zepöe eine Urkunde zu Gunsten des Logothet Stephan Ratkovic. Der bosnische Gesandte wurde auf dem mai- ländischen Hofe freundlich aufgenommen und seine Bitte wurde gerne erfüllt. — 404 — Tode Lazars dem Prinzen Stephan nicht nur Ost-Bosnien. Matyds kir. Um Serbien bewarben sich jetzt mehrere Concurrenten : Stephan. Boraö. Fe bruar 1458 in den Händen der Bosnier war. Unterdessen starb Lazar Gjorgjevic." Mon. 156—1B8. Doch trotz aller dieser gelang es Stephan Thomas und seinem Sohne. welches schon am 22. denn er schenkt dem Logothet Ratkovic Länder im eigent lichen Serbien. Nikudim und Smederevo. sondern auch die Despotenwürde in Serbien zufallen. April 1458 lesen wir: . Ostrovica. in Maöva und in anderen Gegenden. veränderten sich die Ver hältnisse . und infolge dessen fürchtete König Thomas.

Stephan Thomas gewann dadurch. Am 1. quod pridem illustris Stephanus filius noster carissimus. zu beschützen. — 405 — Segedin einen Reichstag hielt. Bosnien gegen den Kaiser Muhamed II. Historia ciitica XIV. quia rex Bosne ad civitatem nostram Zegediensem in proximo ad nos venturus esset . so verursachte ihm jetzt die Vertheidigung Serbiens. in octava Paschae Domini accepit in uxorem iiliniii praefati quondam despoti Lazari. November 1458. nicht sehr viel.. April des folgenden Jahres 1459 heirathete der Prinz und Despot Stephan Tomasevic seine Braut Helena. **) Nunc itaque vestram praefatam serenitatem certiorem facimus.. und ertheilte ihm ganz Serbien.. Katona. non solum in facto metarum verum in alcioribus rebus regni ad civitatem nostram Zegediensem in proximo ad nos venturus est .*) Auf diesem Reichstage ernannte König Mathias Corvinus mit Beistimmung der Serben den bosnischen Königssohn Stephan zum Despot von Serbien. et totum eius dominium in Hungaria et Rascia. . und 29. dominum regem Hun- garie loco eiusdem sui soceri Lazari Despoti concordi voluntate omnium Rascianorum . Wenn es ihm nämlich schon bisher schwer wurde." Briefe Mathiae Corvini vom 15. p. weil er hiemit die verabredete Heirath seines Sohnes mit des Herzogs Tochter aufgeben musste." Ferner : . Jihoslov. dfev. — SafaHk. Pam. p. .Scripseramus pridem fidelitati vestre. **) Der Fall Smederevos (1459) und der Streit Stephan Thomas' mit dem ungarischen Könige Mathias Corvinus. Matyas kiräiy koraböl I. . und besonders des *) „Cum itaque fidelis noster dominus Stephanus Thomas. So wurde Ende 1458 ein grosser Theil Donau-Serbiens mit dem bosnischen Reiche vereinigt. dem Herzoge von Mailand. ut. . Franz Sforza. Mai. und bat diesen um Verzeihung. Mon. pism. dass sein Sohn Despot von Serbien wurde. Sein alter Vater Stephan Thomas meldete bald darauf.. 166 und 168. 80. . und ausserdem auch alle Güter und Besitzungen der bisherigen Despoten in Ungarn. . quod Turci nondum occu- paverant. Hung. und die Herrschaft des Königs Stephan reichte jetzt bis Smederevo und dem Flusse Morava. am 1. 49 —50. das Glück seines Sohnes seinem Freunde. . Despotusque factus est per ser. rex Bozne. p. obtinuit. so weit dieses nicht in türkischen Händen war.

121. . und ausserdem den König Stephan Thomas zu strafen. damit das Königreich nicht in die Hände der Ungläubigen falle. dass der bosnische König. p. **) Mon. Hung. p. Pius II. einen Kreuzzug zu ver kündigen. mit den versammelten Kreuzfahrern sogleich nach Bosnien zu gehen und den König Stephan Thomas."*) Muhamed II. und er wandte sich darum schon im Mai 1458 um Hilfe an die Republik Venedig..**) und ausserdem bat er auch den neuen Pabst Pius II. . 327. II. Matyäs koraböl I. — 406 — wichtigen Smederevo . p. bereitete sich wirklich 1459 vor. seine Absicht aus. dass die Schwiegermutter des Despoten *) Caput XXIX. Doch die Bewohner dieser Stadt waren dem neuen Despoten nicht zugethan. als er Sme derevo und andere serbische Städte erhielt. obwohl derselbe in der Stadt wohnte und die dortige Festung vertheidigte.***) Gleichzeitig berief der Pabst die europäischen Herrscher zu einem allgemeinen Congress in Mantua. regnum ipsum quotidie invadentium et illud occupare totis co- natibus initentium . erfüllte auch seine Bitte und befahl am 9. 31. Dieser wusste gut. Mon. Smederevo und ganz Serbien zu erobern. noch viel grössere Sorgen. zu unterstützen. was ihm drohte. da er den türkischen Kaiser fürchtete. ." Theiner. ***) Cum per litteras carissimi in Christo filii nostri Stephani Thomae regis Bosne illustris nuper ad nos transmissas intellexerimus. Es ist darum nicht unrichtig. Mai 1459 dem Franziskaner Marian. Von allen serbischen Städten. war die wichtigste Smederevo an der Mündung der Morava in die Donau. quanto in periculo constitutum sit regnum eius propter imminentem Turchorum ferociam. der damals schon mit schwerer Mühe die türkischen Angriffe zurückschlug. um sich hier gegen die immer mehr vordringenden Türken zu einigen. was der serbische Chronist Michael aus Ostrovica sagt. woran ihn der ver lassene und nur schwach unterstützte bosnische König nicht hindern konnte. Die Smederever konnten nämlich nicht vergessen. die der Despot Stephan Tomaseviß besass. führte Muhamed II. „dies sehr ge ring schätzte. Doch noch bevor der Congress in Mantua einen Beschluss fasste. Hung.

Als sich also im Juni 1459 Kaiser Muhamed II. 460. dem sie die Verwaltung der Stadt anvertraut hatten. Der Fall Smederevos erschütterte ganz Europa. und trachteten nur. quae res non minus Hungarorum animos fregit. Muhamed nahm darauf die städtische Besatzung gefangen. accersitis Turcis magno auri pondere venum dedit. indem er ihn als Hauptursache des Unglückes bezeichnete. und verurtheilte Stephan Thomas mit scharfen Worten. ob quam rem passus est Hungariae rex. Der Pabst glaubte dem ungarischen Könige. eilten ihm die Bewohner desselben ent gegen und übergaben ihm die Schlüssel der Stadt (am 20. Stephani (Thomae) filius defendendum susciperet. qui paucis post mensibus. . und sich selbst darauf in den Schutz des Königs Mathias Corvinus ergab. schwer als Verräther der Christenheit an. mit seinem Heere Smederevo näherte. der dann den bos nischen Königssohn zum Despot ernannte. 415. dass sie für Geld diese Stadt den Türken überliefert haben. und begann zu gleich selbst gegen ihn zu wirken. **) Ibidem. und der Despot Tomasevic und seine Schwieger mutter waren gezwungen. als ungarischen Aufdringling. sich von demselben zu befreien. Viele beschuldigten den bosnischen König Stephan Thomas und seinen Sohn Stephan Tomassevic. quam perdita olim Constantinopolis.***) König Mathias Corvinus erzürnte heftig über den bosnischen König und klagte ihn bei Pabst Pius II. IX. wie einst der Untergang Constantinopels. der sie hierauf frei liess. p. p. — 407 — unlängst den Michael Abogovic." Engel. ***) Der Zeitgenosse Gobelinus schreibt: „Rasciani per id temporis Tiircarum impetum aegre ferebant. quam intromissus est. oppidum apprime munitum et ad ripam Danubii situm. Bos nien. der ein eifriger Katholik war.**) Gleich nach dem Falle Smede- revos nahm Muhamed auch die anderen serbischen Städte ein und verwandelte ganz Serbien in ein türkisches Pa- schaluk.*) Die Bewohner von Smederevo betrachteten den neuen Despoten. Juni). 459. p. welches durch den Fall Smederevos *) Laonici Chalcocondylae Hb. ut Senderoviam. gefangen nahm und in Ketten nach Ungarn sandte. Geschichte von Servien u. mit dem Sieger zu unterhandeln.

Doch auch noch anderer Dinge be schuldigte man den armen Stephan Thomas. September 1459. Kurz nach dem Falle Smederevos gerieth dieser mit seinem Schwieger vater und ungehorsamen Unterthanen. que . er möge Bischöfe für Bosnien ernennen. und wenn König Stephan Thomas für schuldig befunden wird. und dorthin seinen Legaten senden. I. Herzog Stephan Vuköic. ferner. als seinem Könige übergeben möchte*). p. denselben mit dem Kirchenbann zu bestrafen.**) Infolge so vieler Beschuldigungen befahl Pabst Pius IL am 18. Mon. — 408 — die Christenheit traf. Januar 1460 von Mantua aus seinem Legat. er trachte. doch trotzdem wurde Stephan Thomas bei Pabst Pius II. und um deren Be sitz sich jetzt die Poljicanern. eritica XIV. Herzog Stephan wollte dem Könige Zazvina nicht überlassen und erklärte der Republik Venedig. „die Stadt Zazvina. der bosnische König und Herzog Stephan bewarben. 341. die dem Herzoge gehört. dass. Gleichzeitig baten diese Gesandten im Namen ihres Königs den Pabst. 63. dass er dasselbe lieber den Türken. **) „ut eastrum Ciasinae. Er sandte darum seine Leute zu dem Pabste. Hung. p. und nicht durch die Schuld des bosnischen Königs. verklagt. quod ad dictum ducem speetare dignoscitur." Katona. dem Bischof von Lesina Thomas. die diesem vorstellten und be wiesen. sich den Türken angeschlossen und diese in sein Land gebracht habe". in Streit der kroatischen Stadt Zazvina wegen. ***) „conati sunt (oratores) regis calumniam excusare.***) Der Pabst wollte Anfangs den Gesandten gar nicht *) Siehe die Antwort des Kathes von Venedig vom 3. der des Königs Thaten beobachten und auch dessen Bitten und Beschwerden studiren soll. dass Smederevo aus Noth fiel. den römischen Pabst von seiner Unschuld und Rechtgläubigkeit zu überzeugen. „dass er den Frieden mit dem Herzog gebrochen. Hist. in die Hände der Türken zu spielen". in Turcarum potestatem deveniat. So beschuldigt und angefallen hielt es Stephan Thomas für seine Pflicht. alles genau zu untersuchen. Mätyas koräböl. der ein rechtgläubiger Katholik ist und die Patarenen in seinem Lande eifrig verfolgt. die einst dem Bane Peter Talovac gehörte. asserentes.

. *) Quum ad nos venissent sui (regis) oratores. Er wusste. dass dem Könige Stephan Thomas Unrecht geschah und dass dieser ohne seine Schuld des schwärzesten Verrathes be schuldigt wurde. **) Der Pabst schreibt den 7. vom 12. 358. 385. Wir wissen auch. Brief Pius II. pag. dass die bosnischen Gesandten zu Pabst Pius II.**) Pabst Pius II. Juni 1460. Juni an Mathias Corvinus: „Timere celsitudo tua videtur . . weil ihr König mit den Türken befreundet ist und mit ihnen unterhandelt. — 409 — glauben. wahrscheinlich durch den Bischof von Lesina Thomas aufgeklärt. dandamque Thome regi coronam faciles aures prebeamus. Mon." Theiner. Mon." Brief des Pabstes Pius II. und da er den Pabst nicht mehr irreführen konnte. Theiner. p. „Lieber Sohn". necessitatis fuisse non voluntatis . dass er Gesandte empfange. März 1460. quam di- sciplitura nobis esset omnis eius cum Turco conveutio. Katona XIV. die für ihren Herrn eine Krone und besondere Bischöfe für Bosnien bitten kamen. und rügte sie heftig. dass wir nicht wüssten. Dem Könige Mathias Corvinus. 344. so schreibt der Pabst dem ungarischen Könige. was aus so einer Ertheilung (einer Krone) folgen könnte. . Hung. Hung. II. p. ne propter adventum oratorum Bosnensium ad concedendo Uli regno episcopos. . quae de eo iam ferebantur. ver sicherte darauf in einem Schreiben vom 7. warf er ihm vor. Juni den König Mathias Corvinus. Wir wissen auch. . vehementer eos in- crepuimus pro his. dass diese leicht ihren Herrn reinwaschen werden. gingen. II. credens omnia hec ad velandam proditionis sue in- famiam pertinere. dass die bosnischen Gesandten diesmal von einer Krone kein Wort erwähnten. war es natürlich nicht recht. dass sie (die bosnischen Könige) diese Krone von de Zendicio acciderunt.*) doch bald darauf. sondern dass sie nur ihren König vertheidigten und Bischöfe für Bosnien baten. scheint er eingesehen zu haben. was der König Thomas gegen dich gethan hat und was er gegen die allgemeine christliche Sache gesündigt hat. vom 7. satis docentes. der den König Thomas bei dem Pabste am meisten angeschwärzt hatte. „wir sind nicht so ungeschickt in solchen Sachen und nicht so hastig in Vertheilung unserer Gnaden.

***) Anfangs November waren die Gesandten Stephan Thomas' in Venedig. Hung. sondern gegen den deutschen Kaiser Friedrich III. sich jedoch anderntheils um die Südgränzen seines Reiches gar nicht kümmerte." *) Den selben Tag sandte der Pabst einen Brief an seinen Legaten in Ungarn. und der König wird dann denselben in der Vertheidigung des Landes unterstützen. 358. dass Mathias Corvinus über die Ankunft der bosnischen Gesandten beunruhigt sei. Hung Matyäs koräböl. II. ***) Mon. der ihm berichtet hatte. p 78. dass dieser die Patarenen. . dass ihn die Türken nur so lange unterstützten. um dem Rath zu schildern. Doch gleichzeitig beauftragt er ihn. 358—359. so soll sie dem Könige wenigstens Hilfstruppen und Waffen geben. von den Türken droht. unterdessen verlebte der bosnische König traurige Tage. I. die der bosnische König aus seinem Reiche treibt. den König zu beruhigen. durch dessen Land über die Save in die Zupanien Vukovo und Syrmien einzufallen. Auch Herzog Stephan Vuköic war zu dieser Zeit in grosser Noth. ihn pünktlich über den Stand der Dinge zu informiren und den Herzog Stephan zu bewegen. **) Ibidem. Krieg führte. und er befiehlt ihm. welche Gefahr dem Königreiche Bosnien und dessen Könige. damit er sein Vaterland erhalten könne. indem er fortwährend den Anfällen Kaiser Muhameds IL ausgesetzt war. und auch wir. und dass sie *) Theiner. er soll das Königreich Bosnien übernehmen.**) Während so Mathias Corvinus gegen Stephan Thomas wüthend eiferte. — 410 — unseren Vorfahren baten. als es in ihrem Interesse lag. doch niemals erhielten. würden dies nicht ohne dein Wissen thun. nach dem du ein Recht auf dieselbe beanspruchst. einem rechtgläubigen Christen. p. wenn wir sie bei irgend einer Gelegenheit ertheilen würden. Im April kam nach Bosnien der türkische Pascha Hassan und zwang dem König die Erlaubniss ab. p. Mon. Er sah ein. Die Gesandten machten dem Rath den Antrag. nicht in seinem Gebiete aufnehme. Sollte jedoch die Republik dies nicht wollen.

**) Das bosnische Königreich indessen wollte die Republik nicht übernehmen. und die Republik erlaubte ihm. Er ver drängte überall und bei jeder Gelegenheit die Herrschaft der Venetianer. p. und nachdem er das feste Clissa erobert hatte. dass die Eintracht zwischen König und Herzog in dieser ernsten Zeit das Heil ihrer Länder wäre. Ibidem. f) (oratores regis Bossine) declaraverunt nobis pravum animum et pessimam dispositionem comitis Pauli Spernaich (Sperancich) contra nos . p. die seinem Lande von den Türken droht. 80. Dieser liess darum im November 1460 den Venetianern sagen.*) Schon bei dieser Gelegenheit gaben die Venetianer dem Herzoge den Rath. dass der König mit Hilfe Gottes und durch seine Weisheit dieses gleich seinen Vorfahren glücklich erhalten werde. . ' Ibidem. j) Um die Mitte des Jahres 1461 kämpfte Stephan Thomas mit dem Ban Paul Speranöi6 und kroatischen Magnaten. ***) Der Tod Stephan Thomas'. Mätyas koraböl. und was er alles gegen die Republik plant. dass sie hoffe. *) Mon. und versicherten diese. sich mit seinem Herrn. die Religionsver hältnisse während seiner Regierung. . libenter cuperemus. quod inter ipsos dominos esset bona concordia. Schon im Februar 1460 schilderte er der Republik Venedig aus führlich die grosse Gefahr . sondern sie erklärte. 80—81. No vember vor den bosnischen Gesandten. 67—73. que non est dubium. 82. im Falle ihm ein Unglück treffen sollte. Juli fand er seinen Tod. und sie wiederholten ihren Wunsch am 10. **) Cum intellexerimus inter ipsum regem et illustrissimum ducem Stephanum esse certam dissensionem . Auch dem bosnischen König war er kein Freund. trachtete er das Ansehen seines Banates zu heben. multum con- ferret bone conservationi statuum suorum. dass Ban Paul Speranöic ihr grosser Feind sei. p. — 411 — ihm jetzt seine Herrschaft nehmen wollen. mit seiner Familie und seiner Habe auf die Insel Lesina zu fliehen. dem bosnischen Könige zu versöhnen. Hung. ***) Ibidem. Während dieser Kämpfe am 10. p. Seit der Mitte 1460 war Ban von Kroatien Paul Speranöic.

der seinem Sohne und Nachfolger Stephan Tomasevic zur Thronbesteigung gratulieren sollte. **) Mon. p. August 1461 wusste man in Venedig von seinem Tod. p. I. damit sie hier der Pabst selbst bekehre. und es nahm sie dafür Pabst Pius II. Auch der tür kischen Macht widerstand er so viel als möglich. bewies er noch kurz vor seinem Tode. um ohne ergiebige auswärtige Hilfe die einheimischen Ungehor samen und den auswärtigen Feind zu vernichten. 17. eiferte er trotzdem immer gegen die Patarenen sobald ihm dies die Umstände erlaubten. indem er mit dein Bischof von Nona drei patarenische Magnaten : Georg Kuöinic. Hung. **) Stephan Thomas hinterliess eine Wittwe Katharina und drei Kinder: Stephan Tomasevic von der ersten Frau Vojaöa. war er während seiner ganzen Regierungs zeit ein eifriger Anhänger der römischen Kirche. unterlegen waren. dass Bosnien zu schwach war. — 412 — Nach der Erzählung des kroatischen Chronisten Ivan Tomasi<!: wurde der König durch seinen eigenen Sohn Stephan und seinen Bruder Radivoj aus Rache ermordet. Die römischen Päbste und ungarischen Könige forderten von ihm fortwährend. doch sie wollten nicht berücksichtigen. mit seinem Schreiben vom 2. Obwohl ihn seine Gegner der Unbeständigkeit und des Wortbruches beschuldigten. Stojsav Tvrtkovic und Radovan Vienöinic nach Rom sandte. August 1461 in den Schutz des römischen Stuhles und empfahl *) Arkiv za jugosl. . Dass Stephan Thomas ein treuer Anhänger der römischen Kirche war. poviest. konnte er sich nicht der Türken entledigen. doch da er nur schwache Unterstützung von Seite ' des christlichen Europa fand. *) Schon am 20. dem schon viel grössere Reiche. IX. Nachdem Stephan Thomas die katholische Religion angenommen hatte. als Bosnien. denn der Rath von Venedig wählte diesen Tag einen Ge sandten. Matyas koräbul. er soll die Patarenen vernichten und Krieg gegen die Türken führen. 85. In kurzer Zeit verliessen diese Magnaten die patarenische Religion und nahmen die katholische an. und Sigismund und Katharina von seiner zweiten Frau.

Mon. fanden sie den König nicht mehr unter den Lebenden. 413 — sie ausserdem dem Könige Stephan Thomas . er hatte in Kroatien seine Seele ausgehaucht. 363. *) Doch als diese Mag naten heimkehrten. Hung. damit sie dieser beschütze und vertheidige. p. . *) Themer. . II.

Stephan Tomasevic und der Untergang des bosnischen Reiches (1461—1463). Stephan Tomasevic mit Mathias Corvinus zu versöhnen. Nördlich drohte demselben König Mathias Corvinus... im Westen war der kroatische Ban Paul Speranöic sein Feind. die letzten Tage des bosnischen Königreiches (19. um Bosnien in ein türkisches Paschaluk zu verwandeln. — Der König versöhnt sich mit seiner Stiefmutter. Stephan Thomas hinterliess seinem Sohne das bosnische Königreich gierigen Feinden ausgesetzt und durch innere Wirren unterwühlt. Königin Katharina. die diesem die traurige Lage Bosniens schildern und für ihren König eine Krone bitten. — Pabst Pius n. Juni 1463). und im Osten war sein Nachbar der türkische Kaiser Muhamed II. dass sie mit dem türkischen Kaiser Frieden geschlossen hatten. — Im Frühjahre 1463 sammelt Muhamed II. Ausserdem herrschte auch im Königreiche selbst Uneinigkeit. der nur auf einen geeigneten Moment wartete. ein riesiges Heer und greift Bosnien an. Herzog Stephan Vukcic. — Die Krönung König Stephan Tomasevics in Jajce (November 1461) in Gegenwart der päbst- lichen Gesandten und beinahe aller Magnaten des bosnischen Reiches. der dem Könige Stephan Thomas und dessen Sohne nicht verzeihen konnte. XIII. Stephan Tomasevic sendet Gesandte an Pabst Pius II. Mai bis 10. Herzog . und deren Vater. der bosnische König verweigert hierauf dem Sultan Muhamed EL den bisherigen Tribut. trachtet.

. Er schilderte darum dem Pabste Pius II. heiliger Vater. und ich bat darum die Ungarn und die Venetianer und Georg (Castriota) den Albanesen. seine Sorgen und sein Leid. und hatte noch nicht die Manichaeer (Patarenen) aus dem Königreiche ver trieben. so werden sie tapferer kämpfen . mein Land anzugreifen. sandte uns zu dir. möge dieselbe von wo immer kommen. da die Eingänge in dasselbe sehr schwierig und viele Städte beinahe uneinnehmbar sind. — 415 — Stephan hatte sich bisher noch nicht mit dem Könige ver söhnt. dass meine Feinde und meine Landsleute wissen. dass du mich nicht verlassen wirst. um nicht den Hass der Türken gegen sich heraus zufordern . was das Zeichen sein wird. Die bosnischen Gesand ten sprachen zum Pabste im Namen ihres Königs folgendes: „Der bosnische König. dass ich nicht allein im Kriege bleiben werde. und auch die Türken werden es nicht wagen. Mein Vater zögerte. nnd habe aus lateinischen Büchern gelernt und habe die christliche Religion fest angenommen und fürchte mich nicht. Wenn die Bosnier erfahren. dass mir deine Ge wogenheit nicht fehlen wird. dein Sohn. Einer solchen Gewalt kann ich allein nicht wider stehen. der schon seinem Vater seine Gnade zugewandt hatte. aber ich möchte gerne.. dass du mir eine Krone sendest und heilige Bischöfe. wenn ein Krieg aus . Dein Vorgänger Eugen bot meinem Vater die Krone an und wollte in Bosnien bischöfliche Kirchen errichten. wie der Vater. und zahlreiche offenbare oder geheime Patarenen sehnten sich nach Rache und Hilfe. dass der türkische Kaiser Muhamed mich im künftigen Jahre mit einem Heere anzugreifen beabsichtigt und dass er das Heer und Kanonen schon bereit habe. Ich jedoch bin schon als Kind getauft worden. Sobald der neue bosnische König den Thron seines Vaters bestiegen hatte. sie mögen mir zu Hilfe eilen. und befahl uns folgendes in seinem Namen zu sagen: ich bin unterrichtet. Ich wünsche darum. ich verlange keine goldenen Berge. dem Reiche den inneren Frieden und die Sicherheit vor auswärtigen Feinden zurückzugeben. Dasselbe bitte ich auch von dir. war es seine erste Sorge. er war nämlich ein neuer Christ.

Von dir gekrönt. und nach mir werden die Ungarn und Venetianer und andere Völker dasselbe Schicksal fühlen. und er sehnt sich hierher. doch der venetianische Rath wollte dies nicht thun. mit mir in den Krieg zu ziehen. Wenn Muhamed nur mein König reich fordern würde und nicht weiter gehen wollte. Auf diese Weise kann Bosnien gerettet werden. konnten sich nicht lange in ihren Burgen erhalten. dass ich durch deine Macht gestärkt bin. dann könnte man dasselbe dem Schicksale überlassen. So denkt unser Feind. Doch seine unersättliche Herrsch sucht kennt keine Gränzen . um seine Wünsche zu erfüllen. die für den Kreuzzug gesammelt wurden und die in Dalmatien in den Händen der Venetianer waren. da auch die Venetianer jetzt anders denken und. den Türken einen Krieg erklären wollen. frei sein wird. welches er unterjochen will. dass diese Freiheit immer dauern wird. Mich erwartet zuerst das Unglück. Ich bitte dich auch. Der beschränkte Verstand des Bauern merkt nicht den Betrug und glaubt. nach mir wird er Ungarn und das den Venetianern unterthane Dalmatien angreifen. befehle jetzt. dass jeder Bauer. wenn es nicht sieht. Wenn er durch die Gleichgültigkeit der Christen mein Königreich erobern wird. anderenfalls muss es zugrunde gehen. dass er die Waffen mir sende. über Krain und Istrien wird er nach Italien gehen. dass ihm die Waffen gesandt werden. was ich erfahren . Jetzt wirst du vielleicht mehr Gehorsam finden. Die Türken haben in meinem Königreiche mehrere Festungen erbaut und sind den Bauern gegenüber sehr freundlich . der meine Sache dem Könige em pfehlen und denselben bewegen wird. Zu Lebzeiten meines Vaters hast du befohlen. Es kann leicht geschehen. — 416 — brechen sollte. sende einen Legat nach Ungarn. auch die Magnaten. findet er hier das geeignetste Land. und du brauchtest nicht wegen meiner Vertheidigung die übrig© Christenheit zu beunruhigen. die von den Bauern verlassen wurden. der sich ihnen anschliesst. wie man erzählt. dass das Volk durch diese Lügen verführt. Auch von Rom spricht er oft. werde ich meinen Unter- thanen Zutrauen und meinen Feinden Furcht einflössen. mir abtrünnig wird. sie versprechen.

. der sein ganzes Leben mit Plänen gegen die Türken zubrachte und die Wichtigkeit Bosniens für das Christenthum begriff. der schon früher von der Rechtgläubigkeit des bosnischen Königs überzeugt war. und war darum gerade jetzt *) Der Zeitgenosse Gobelinus bei Katona. dass sie den König in jeder Hinsicht unterstützen und ihn mit der Königskrone krönen. Da rauf trachtete er ernstlich. theile ich dir mit. p. 86 und 88. du. XIV. quantum excellentia ducis Stephani fraternae dici nobis Geschieht Bosniens. Jetzt prophezeie ich von mir. zu versöhnen. Matyas kiräly koraböl I. sich zu Hause mit allen seinen Gegnern zu versöhnen und die Eintracht in seinem Reiche wieder herzustellen. gieb uns Rath und Hilfe. und er sandte sogleich seine Legaten nach Bosnien. erhörte gerne die Bitte des Königs Stephan Tomasevic. Während des Verweilens der bosnischen Gesandten in Rom trachtete König Stephan Tomasevic. Zu diesem Zwecke ver ständigte er sich zuerst mit seiner Stiefmutter. hörte aufmerksam die Rede seiner Gesandten. die Säule Griechenlands verloren. Herzog Stephan. und das Christenthum hat zu seinem grossen Schaden die Stadt der Kaiser. 491—494. Dies lässt dir Stephan sagen. mit dem er um Clissas Besitz stritt." *) Pabst Pius II. 27 . der du der Vater des Christenthums bist. und mit dem türkischen Vezir in Serbien verwickelt **). den Sitz des Patriarchen. es sei dir nicht berichtet worden. damit nicht einst gesagt werde. p. und ich des Leichtsinns be schuldigt werde. Mein Vater hat deinem Vorgänger Niko laus und den Venetianern das Schicksal Constantinopels vorausgesagt. **) Mon. er erkannte sie als seine wahre Mutter an. Historia critica. mit der er während des Lebens seines Vaters nicht auf besonders gutem Fusse stand. werde ich mich retten. und sie ihn als Sohn. der Königin- Wittwe Katharina. Hung. August an Herzog Stephan liest man: Ad partem tangentem bamim Paulum Croatie dicimus: quod intelleximus . Er. sich auch mit ihrem Vater. wenn ihr mir Glauben schenkt und mir helfet. — In einer Antwort des venetianischen Kathes vom 20. Dieser war damals gerade in Kämpfe mit dem kroatischen Bane Paul Speranöic. — 417 — habe. anderenfalls werde ich untergehen und mit mir auch andere.

quomodo postquam venit in Cro- vatiam. der Vojvode Ivanis Vlatkovic. der Vojvode Peter ^Klesic.und Residenzstadt seines König reiches erwählte. die ihm schon durch König Thomas ertheilt worden. *) Bosanski prijatelj. welches er zur Haupt. Knez Marko Dragisi6 und Knez Radoje Vladimiric. der Vojvode Vuki6 TihCinovic. ferner der Vqjvode Peter Pavlovic. da Bobovac den türkischen Angriffen zu sehr ausgesetzt war. namentlich die Burg Komotin in Luka und die Burg Tesanj an der Usora. Sohn des Ivanis Pavlovic. und schon kurze Zeit darauf finden wir Stephan Vuköic in der Feste Bobovac an der Seite des Königs Stephan Tomasevic. quam dominus suus esserit. estque rei veritas. p. doch da für sandte er nach Jajce seine Söhne Vladislav und Vlatko. Es kamen hierher die hervorragendsten Magnaten aus allen Gegenden des bosnischen Reiches. der Vojvode Ivanis Vlatkovic. Die betreffende Urkunde bestätigten der Herzog Stephan mit seinen Söhnen und Brüdern. als während Stephan Thomas' Leben. nunquam cessarit molestare et inquietare dominos circumstantes et vicinos suos . In Jajce versammelten sich auch die bosnischen Magnaten. der Vojvode Ivan Santic.. der Vojvode Paul Cubretic und Andere. der Vojvode Paul Cubretic. — 418 — zum Frieden geneigter. . wie der Vojvode Peter Pavlovic. alle Länder und Burgen. Der Herzog Stephan Vuköic konnte nicht persönlich kommen. der Vojvode Tvrtko Kovaöevic. und in den ersten Tagen des Monates November wurde König Stephan Tomasevi6 im Beisein zahl reicher Magnaten seines Reiches und der päbstlichen Legaten fecit. Knez Vladisav Vukovic. . 21. quod idem banus est homo scandalosus et illius conditionis. Und so kam es bald zu einem Einverständnisse zwischen dem König und dem Herzog. der Vojvode Paul Klesic. I.*) Aus Bobovac zog König Stephan Tomasevic nach Jajce. die er dem bosnischen Königreiche geleistet hatte. . Bei dieser Gelegen heit bestätigte König Stephan seinem Onkel Radivoj für dessen treue Dienste. Bald darauf kamen nach Bosnien auch die Legaten des Pabstes Pius II.

. — 419 — als König von Bosnien gekrönt. und zur selben Zeit oder etwas später nahm die Königin Helena den Namen Maria an. I. . olim moglier del re praefato passato per sua madre.*) Auf den Wunsch des neuen Königs erklärte hierauf Pabst Pius II. 97. 27* .. **) Theiner. chomo da puo la morte del re da Bossina el suo figlio Stefano tolse la mia figlia. — Dass auch die Legaten des Pabstes anwesend waren. dem Pabst Pius II. speciales ad 8e legatos mitti. II. el vestro como bon fratello Ducha Stefano di Bossina notifica a quella. Hung. Hist. che io volesse far paxe con lui. in Bosnien einen Kreuzzug gegen die Türken zu predigen. 366—369. . . ." Ibidem. crit. Mätyas koräböl. p. serenissimum dominum regem Bossine prefatum coronatuni fuisse de regno suo predicto. „Ultimo denotat is magni- ficus orator. Ende November. XIV. wenn die Türken in Bosnien selbst einfallen sollten. den Venetianern. — Dass Herzog Stephan mit dem Könige einverstanden war und zur Krönung seinen Sohn sandte. ersieht man aus einem Schreiben des Königs Mathias Corvinus vom nächsten Jahre 1462: „At ubi vidit (rex Bossine) . p. libero omnium suorum principum et domi-