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Energievernichter im Wasserbau

Autor(en):

Vischer, Daniel

Objekttyp:

Article

Zeitschrift:

Schweizer Ingenieur und Architekt

Band (Jahr): 102 (1984)

Heft 40

PDF erstellt am:

14.07.2017

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Brückenbau / Wasserbau Schweizer Ingenieur und Architekt 40/84 ten und dem Längsträgerobergurt wur¬ rizontaler
Brückenbau / Wasserbau
Schweizer Ingenieur und Architekt
40/84
ten und dem Längsträgerobergurt
wur¬
rizontaler Richtung überträgt die Geh¬
de vor dem Einbringen des
Überbetons
mit einem Compriband seithch abge¬
dichtet und mit einem Vergussmörtel
wegplatte die Windkräfte als Scheibe
auf die Fundation der Pylone.
Am Bau Beteiligte
Bauherr:
Ei n wohnergeme inde Biberist
Projekt und Bauleitung:
sorgfältig ausgefüllt, um spätere Korro¬
sionseinwirkungen auf dem Längs¬
trägerobergurt zu verhindern.
IngenieurbüroTh. Müller, Solothurn
Tiefbau- und Betonarbeiten:
Kosten
Moos AG, Bauu n terneh mu ng. Biberist
Nach einer Bauzeit von sechs Monaten
mit verschiedenen Behinderungen
Stahlbau:
Die Baukosten des Steges inkl. Vorland¬
V. Siegenthaler, Stahl- und Metallbau,
durch
Witterung
und
Hochwasser
brücken mit einer Totallänge von
67,0 m und einer Breite von 1,46 m be¬
Biberist
konnte der Steg im Juni 1983 in Betrieb
genommen werden.
tragen Fr. 235 600.-. Der Aufwand ist
somit durchaus im Rahmen von ver¬
Literatur
gleichbaren Fussgängerstegen, welche
in den letzten Jahren ersteht bzw. sa¬
[1] Fischer, P. /Peters, T.F. /Herzog, A
:«Zur
Statik
niert wurden. Von besonderem wirt¬
Sanierung der <Gwagglibrugg> über die
Limmat zwischen Wettingen und Neuen¬
schaftlichem Interesse wäre die gleich¬
hof». Schweizer Ingenieur und Architekt,
Der Emmesteg ist gemäss Norm SIA
zeitige Verwendung eines Fussgänger-
Heft 36. S. 730. 1982
160, Art. 13 und 14, für eine gleichmäs-
sig verteilte Nutzlast von 400 kg/m2
steges als Werkleitungsbrücke, müssen
doch für die ober- bzw. unterirdische
und einer Nutzbreite von 1,30 m (zwi¬
schen den Zugstangen) ausgelegt. Ent¬
Querung von Flüssen mit Werkleitun¬
gen oft aufwendige Bauten erstellt wer¬
Lösung ergänzt worden, welche ihr An¬
wendungsgebiet bei mittleren Spann¬
sprechend dem Montagevorgang muss¬
den.
weiten und geringen Brückenbreiten
te für den statischen Nachweis und die
hat. Der Steg passt sich trotz seiner
Berechnung der Überhöhung der Ein¬
fluss des Bauzustandes mit Zwischenab-
eigenwilligen Form gut in die Fluss-
landschaft ein und erscheint, aus eini¬
stützung und ohne Verbund mit dem
Schlussbemerkungen
ger
Entfernung betrachtet, nur noch als
Betriebszustand der Verbundkonstrak¬
schmales Band über dem Wasser.
tion überlagert werden.
Die Vielfalt von Bauformen von Fuss¬
Zur Erzielung einer guten Steifigkeit
gängerstegen, welche oft in die Frühzeit
wurden die Zugstangen und Längsträ¬
ger statisch nicht voll ausgenützt. In ho¬
der Technik zurückreichen, ist mit dem
Adresse des Verfassers: Th. Müller, dipl. Bau-Ing.
vorliegenden Projekt um eine weitere
ETH/SIA, Wengistr. 26.4500 Solothurn.
Energievernichter im Wasserbau
Wie geschieht EnergieVernichtung?
Jeder Wassertropfen, der sich bewegt,
verliert
unterwegs
an
hydraulischer
Energie. Die
Ursache liegt in Wider¬
Von Daniel Vischer, Zürich
ständen, die im Wasserbau durchweg
turbulenter Natur sind.
Bewegt sich ein Tropfen im Wasser, so
In Form von Tosbecken. Toskammern, Wirbelkammern usw. werden im Wasserbau zahlrei¬
che Einrichtungen verwendet, die man als Energievernichter bezeichnet. Sie dienen dazu, die
potentielle und die kinetische Energie einer Strömung - das heisst deren hydraulische Ener¬
ist er Teil einer turbulenten Strömung.
In dieser hängen die Energieverluste
gie - teilweise in Wärme umzuwandeln. Diese Konversion ist dort erwünscht, wo die unge¬
mit der Existenz von kleinen, energie¬
dämpfte Strömung zu stark oder zu turbulent ist und Schäden
anrichtet,
beispielsweise
durch
Erosion. Hier wird
eine Übersicht Über die verschiedenen Typen von Energievernichtern ver¬
zehrenden Wirbeln zusammen. Solche
Wirbel entstehen nicht irgendwo, son¬
mittelt. Dabei wird der Versuch gewagt, eine kleine Typologie zu entwickeln. Einige konkrete
Ausgestaltungsmöglichkeiten werden in Skizzen vorgestellt und näher beschrieben. Das Ziel
des Verfassers ist es, dem projektierenden Wasserbau-Praktiker das Lösungsfeld aufzuzeigen.
dern werden von Wänden und Scherflä¬
chen emittiert, also von Zonen mit gros¬
sen Geschwindigkeitsgradienten.
Will
man in einer Strömung grosse Energie¬
die Umgebung geht. Diese Erwärmung
verluste
erzeugen, muss man folglich
Das Wesen der
Energievernichtung
ist derart gering, dass sie kaum je inter¬
für solche Zonen
sorgen.
Das geschieht
essieren wird. Hingegen ist von Bedeu¬
tung, dass ihre Erzeugung mit einer
auf mannigfache Weise durch Hinder¬
nisse, die der Strömung in den Weg ge¬
Was ist «Energievernichtung»
Verpuffung und damit einer Vernich¬
legt werden.
tung der hydraulischen Energie verbun¬
Fällt
ein
Wassertropfen
über
eine
Bewegt sich ein Tropfen in der Luft, so
den ist.
Schwelle in ein Tosbecken und kommt
wird
er
durch
Luftwiderstand
ge¬
er dort zur Ruhe, so wird seine gesamte
Für den Wasserbauer bedeutet Energie¬
bremst, und zwar um so mehr, je klei¬
Fallenergie und damit seine hydrauli¬
ner sein Durchmesser ist und je mehr
sche Energie in Wärme umgewandelt.
vernichtung folglich eine Vernichtung
von hydraulischer Energie. Sie ist dort
seine Geschwindigkeit von jener der
Bei einer Fallhöhe von 100 m verur¬
erwünscht, wo eine ungebrochene hy¬
angrenzenden Luft abweicht. Deshalb
sacht das eine Erwärmung des Tropfens
draulische Energie Schäden, beispiels¬
kann man die Energie einer Strömung
um 0,24 °C, sofern man voraussetzt,
weise in Form von Erosion, anrichten
auch vernichten, indem man das Was¬
dass die Wärme ins Wasser und nicht in
könnte.
ser in Gischt, das heisst in eine Wolke
769
Schweizer Ingenieur und Architekt 40/84 Wasserbau von möglichst feinen Tropfen, verwan¬ stimmte Grenzen. Ebenso gibt
Schweizer Ingenieur und Architekt
40/84
Wasserbau
von möglichst feinen Tropfen, verwan¬
stimmte Grenzen. Ebenso gibt es kaum
delt.
ein Material, das dem Abschliff durch
Energievernichtung mittels Erweite¬
rung und Umlenkung (Bilder 1 und 2)
stark
feststoffbefrachtetes Wasser
Energievernichtung lässt sich also ei¬
widersteht und dessen Einsatz sich wirt¬
nerseits durch Stören und andererseits
schaftlich rechtfertigen lässt.
Bild la zeigt die einfache Erweiterung
eines Rohrs. Es handelt sich um den in
dieser und in abgewandelter Form ver-
durch Versprühen der Strömung errei¬
chen. Von einer konzentrierten Ener¬
gievernichtung spricht man, wenn diese
breitetsten Energievernichter. Sein Ver¬
lust, der berühmte Borda-Carnot-Ver-
lust, lässt sich leicht berechnen. Er wird
Massnahmen auf engem Raum wirken.
Typen von Energievernich cern
auch etwa als Stossverlust bezeichnet:
Möglichkeiten der konzentrierten
Eine schnelle Strömung stösst gleich¬
Die Morphologie der Energievernichter
Energievernichtung
sam auf eine langsame und erzeugt Ab¬
Der Verfasser kennt keine Publikation,
Die
Möglichkeiten,
die
hydraulische
lösungen und damit Zonen grosser Ge¬
schwindigkeitsgradienten.
in der die Morphologie der Energiever¬
Energie
einer
Strömung
auf
engem
nichter dargestellt wird. Es wäre des¬
Räume,
das
heisst
beispielsweise
in
einem Tosbecken oder in einer Tos¬
kammer, zu vernichten, sind äusserst
halb verlockend, hier ein morphologi¬
sches Gitter der Energievernichter zu
Bild lb hält schematisch eine einfache
Blende fest. Diese erzeugt sowohl eine
mannigfach. Sie lassen sich mit folgen¬
erarbeiten. Denn dabei Hessen sich be¬
stimmt noch einige Lücken erkennen
den Stichworten charakterisieren:
Verengung als auch eine Erweiterung
der Strömung. Dabei wirkt vor allem
die Erweiterung als Energievernichter.
beziehungsweise
einige bisher unbe¬
Die
abrupte Verengung
resultiert
in
(a) Schaffung von grossen Geschwin¬
kannte (oder höchstens abseitig ange¬
einer starken
Kontraktion und damit
digkeitsgradienten
und zwar mit
mit
Störungen,
wendete)
Typen
erfinden. Dies würde
praktisch in einer Verstärkung der Er¬
den hier
gegebenen Rahmen jedoch
• plötzlichen Erweiterungen
weshalb
darauf
verzichtet
sprengen,
weiterung.
Neben diesen einfachen Formen wer¬
• scharfen Krümmern
wird.
• Blenden
Immerhin folgt die nachstehende Ty¬
den zahlreiche komplizierte Erweiterun¬
und Blenden verwendet. Die Bilder
• Schwellen und Gegenschwehen
gen
penaufzählung den bereits erwähnten
lc
und ld hefern dafür zwei Beispiele.
• Zahnreihen und Prallwänden
Stichworten und damit einem Ord¬
Solche Formen eignen sich unter ande¬
Gegenströmungen
nungsprinzip
der
Energievernichtung
• grossen Wandrauhigkeiten
mittels:
rem dort, wo die Strömungsrichtung
ändern kann und wo die Energiever¬
• Wirbelkammern
nichtung je nach Richtung verschieden
• eventuell Belüftern
- plötzlicher Erweiterung und scharfer
Umlenkung
(b)
Versprühen durch Erzeugung gros¬
sein soll. Dies ist bei gedrosselten Was¬
serschlössern der Fall (siehe unter an¬
- Gegenströmung
ser und stark turbulenter Kontakt¬
- Rauhgerinne
derem Gardel [1]).
flächen zwischen Wasser und an¬
- Wirbelelement
Luft mit
Bild 2a zeigt den klassischen
Wasser¬
grenzender
- Belüfter
• aufgerissenen Freistrahlen
sprung
- Versprüher
kann
in einem Freilaufgerinne. Er
als Pendant zur einfachen Erwei¬
Die zugehörigen Typen von Energie-
vernichtern werden weiter unten vorge¬
Dieses Ordnungsprinzip richtet sich
nach den auffälligsten Merkmalen der
terung
betrachtet werden. Jedenfalls
wirkt er entsprechend und ist ebenso
stellt.
Grenzen der Energievernichtung
Wie erwähnt, bedeutet Energievernich¬
Energievernichter. Dabei ist bei gewis¬
sen Typen zusätzlich zu berücksichti¬
gen, ob sie sich für ein Druck- oder für
ein Freilaufgerinne eignen. Es gibt dies¬
verbreitet. Doch entsteht er bekannt¬
lich nicht durch eine äussere Einwir¬
kung, sondern durch eine Instabilität
der Strömung, nämlich durch einen
ten ein Stören oder Versprühen der
Strömung und folglich eine entspre¬
bezüglich (trivialerweise) vier Möglich¬
keiten, nämlich Energievernichtung
Wechsel von schiessendem zu strömen¬
dem Abfluss.
chende
Ausbildung
der
Energiever¬
am Übergang von
nichter, wie Tosbecken, Toskammern,
Wo die Instabilität nicht von selbst auf¬
- Druck- zu Drackgerinne
Druckminderer usw. Diese Ausbildung
- Druck- zu Freilaufgerinne
steht im Gegensatz zu einer hydrodyna¬
mischen Gestaltung, die ja auf eine
tritt, wird sie durch Einbauten aller Art
provoziert. Man spricht dann vom er¬
- Freilauf- zu Drackgerinne
zwungenen Wassersprung in einem Tos¬
- Freilauf- zu Freilaufgerinne
becken. Bild 2b skizziert die Möglich¬
möglichst störungsfreie Strömung ab¬
Ein
anderes
Ordnungsprinzip
liesse
zielt. Als Folge dieses Gegensatzes wer¬
keiten im Längsschnitt:
Rampen, Ge¬
den die Energievernichter stark bean¬
sprucht durch
- Pulsation
sich auf der Hydraulik der Strahlen auf¬
genschwellen,
Zahnreihen, Prallwände
bauen. Denn in jedem Energievernich¬
usw. Es gibt aber auch noch Möglich¬
ter kann der Zufluss als Strahl aufge-
keiten im Grundriss: seitliche Erweite¬
- Erosion
fasst werden, dessen Energie in einem
rungen
oder Verengungen, gerade oder
- Abschliff
erzwungenen
Mischprozess aufgezehrt
gekrümmte Wände usw. Die Fülle der
- Kavitation.
wird.
Man
kann dann
beispielsweise
im Verlauf der Jahre realisierten For¬
folgende
Elemente
eines
Energiever-
Daher müssen die Energievernichter
nichters als charakteristisch definieren:
dieser Beanspruchung angepasst und
verhältnismässig robust konstruiert
men ist bei diesem Energievernichter
überwältigend. Für keinen anderen Typ
wurden auch nur annähernd soviel
Strahlart
-
freier Strahl
Vorschläge gemacht, Versuche durch¬
bestehen
im
- teilweise freier Strahl
werden.
Sie
Wasserbau
geführt und Bemessungsregeln entwik-
denn auch meist aus Beton oder aus
Stahl.
- wandnaher Strahl
gerade/gekrümmt
kelt. Hier sei einzig noch der Energie¬
vernichter gemäss
Bild 2c herausgegrif¬
- aufgespaltener Strahl
Nun
gibt
es allerdings kein Material,
fen, weil er eine
Übergangsform vom
- rotierender Strahl
das einer starken Kavitation dauernd
standhält. Deshalb setzt die Kavita¬
tionsgefahr der Energievernichtung be¬
Tosbecken zur Toskammer zeigt. Es
eingemischtes Medium
Wasser
handelt sich um den Auslass mit Prall-
Luft.
wand(siehe Peierka[2]).
770
Wasserbau Schweizer Ingenieur und Architekt 40/84 Auch der frei ins Wasser fallende Strahl erfährt eine
Wasserbau
Schweizer Ingenieur und Architekt
40/84
Auch der frei ins Wasser fallende Strahl
erfährt eine abrupte Erweiterung und
M
C2
<2
wird dadurch stark gebremst. Voraus-
setzung für eine gute Energievernich¬
--,
tung ist eine im Verhältnis zur Strahl¬
sr
dicke genügend grosse Wassertjefedllfc!
1
iHS —m
N^ ^3
ein
sogenanntes
Wasserpolster.
Der
Strahl kann wie in Bild 2d senkrecht
a)
einfache Erweiterung
b)
einfache Blende
oder aber auch schräg auf das Wasser¬
polster auftreffen. Ein zuwenig tiefes
Wasserpolster lässt sich mit Schikanen
wie Zahnreihen, Schwellen usw. in ein
Tosbecken umwandeln uns wirksamer
gestalten. Im Unterschied zum freifal¬
lenden Strahl zeigen die Bilder 2e und
^:c^
V
«wf
<
r.
::_?¦
2f einen geführten Strahl, der in einem
Tosschacht ausmündet. Dort wird er
zz
mittels Drosselungen^ Erweiterungen
c)
Düsenblende
d)
Kombination Erweiterung/Blende
und Umlenkungen verwirbelt.
Bild 1.
Energievernichtufimbiittels Erweiterung und Umlenkung. Beispiel: Rohrquerschnitte
Energievernichtung mittels Gegenströ¬
mung (Bilder 3 und 4)
3ild2.
Energievernichtung mittels Erweiterung und Umlenkung.
Beispiel: Tosbecken und Tosschächte (Schnitte)
Es ist naheliegend, die Energie eines an¬
kommenden Strahls dadurch zu ver¬
nichten,
dass man ihn in zwei oder
mehr Strahlen aufteilt, die man gegen¬
/
./C^
einander lenkt. Dieses Vorgehen wird
hier als Prinzip der Gegenströmung be¬
zeichnet. Es wird bis zu einem gewissen
Grad bereits bei den im vorangehenden
Abschnitt geschilderten Typen ange¬
wendet, in sichtbarster Form wohl bei
SS:.
V
7\
9
mJ
a)
Tosbecken mit Wassersprung
b)
Tosbecken mit erzwungenem Wassersprung
den Tosschächten der Bilder 2e und 2f.
Doch gibt es Energievernichter, bei de¬
nen die
Gegenströmung
ein
Haupt¬
merkmal ist. Bild 3a zeigt einen Vor¬
schlag von Haindl [3] für einelBiMfcam-
mer mit Konus. Die
Düse kann mit
einer Nadel ergänzt werden, um den
-J85 mm
Durchfluss zu regulieren.
S'!K
Die in Bild 3b dargestellte Toskammer
mit gelochtem Verteilrohr ist das Pen¬
dant zum Tosschacht von Bild 2f. Sie
macht vom Gegenstromprinzip eben¬
falls Gebrauch. Doch wird sie diesbe¬
7\. S
züglich von der Toskammer mit geloch¬
tem Sammelrohr gemäss Bild 3c noch
übertroffen. Diese lässt sich mit feinen
Löchern sehr wirksam gestalten und
7777777777777:
c)
Auslass mit Prallwand
d)
Freistrahl auf Wasserpolster
wird in Druckleitungen etwa als fester
Drackreduzierer
eingesetzt.
Eine Abart
IUI
davon,
die
häufig
als
regulierbares
m
T
Druckreduzierventil
verwendet
wird,
zeigt Bild 3d.
Beim Gegenstromprinzip ist wichtig,
dass die verschiedenen Strahlen etwa
U
gleich gross sind und möglichst frontal
aufeinanderprallen. Die dabei entste¬
henden Stossverluste sind dann beson¬
ders gross. Ein Tosbecken nach Bild 3e,
V-^lV
VMj
wo sich zwei etwa
gleich starke und
^y \k\
gleich schnelle Strahlen
unter einem
v>NL>
spitzen Winkel vereinen, bietet natür¬
\J
JHs
lich keine Gewähr für eine gute Ener¬
Hrü
gievernichtung (siehe Koch [4]). Denn
es entstehen dabei ja keine grossen Ge¬
e) Tosschacht
0 Tosschacht mit Verteilrohr
schwindigkeitsgradienten.
Vielleicht
771
Wasserbau Schweizer Ingenieur und Architekt 40/84 wird dabei aber eine günstige Versprü¬ hung erreicht, ein
Wasserbau
Schweizer Ingenieur und Architekt
40/84
wird dabei aber eine günstige Versprü¬
hung
erreicht, ein Vorteil, der weiter
L
unten beschrieben wird.
SK
Etwas wirksamer ist ein Zusammenfüh¬
ren zweier Strahlen gemäss Bild 4a.
Diese Konstellation ergibt sich häufig
bei Wehren mit Doppelschützen, bei¬
Toskammer mit Konus
b) Toskammer mit Verteilrohr
spielsweise mit Hub- und Hakenschüt¬
a)
zen. Der überfallende Strahl stört den
abströmenden
ähnlich
wie
die
in
Bild 2c skizzierte Prallwand und begün¬
T^
stigt die Energievernichtung im an¬
schliessenden Tosbecken.
Eine interessante Lösung für feststoffar¬
mes Wasser hält Bild 4b fest. Sie könnte
als Tosbecken mit Umlenkschwelle be¬
zeichnet werden. Die Funktionsweise
Druckreduzierventi]
c)
Toskammer mit Sammelrohr
d)
entspricht jener des
Was-
erzwungenen
von Bild
2b.
Damit ver¬
Bild3a-3d.
Energievemichtung mittels Gegenströmung. Beispiel: Toskammern und Druckreduzierventil
sersprungs
(Schnitte)
wandt ist
auch die Lösung gemäss Bild
4c mit dem strahlinduzierten Wasser¬
Wie es ihr Name anzudeuten
sprung.
versucht, dient die vergleichsweise klei¬
ne Gegenströmung nicht primär dazu,
StossVerluste zu erzeugen, sondern den
o
Wassersprung
zu
begünstigen
(siehe
>_
Kao in [5]).
Von Vollmer [6] stammt die in Bild 4d
Bild 3e (links).
Gegenströmung in Tosbecken
mit
erläuterte Idee des Gegenstrom-Tosbek-
kens bzw. der Gegenstrom-Toskammer.
zwei Zuflüssen (Grundriss)
Dieser Energievernichter ist sehr kom¬
pakt und leistungsfähig.
Bild 4a-4c (links).
Energievernichtung mittels Ge¬
genströmung (Schnitte)
Energievemichtung mittels Rauh¬
gerinnen (Bild 5)
Es leuchtet ohne weiteres ein, dass auch
extrem
rauhe Gerinne die Energie
eines Zuflusses auf einer kurzen Strek-
ke vernichten können. Die erforderli¬
che Rauhigkeit lässt sich dabei auf ver¬
<^~tP2
x2Z
schiedenste Weise gewährleisten. Nahe¬
liegend ist es, die in den vorangehenden
beiden Abschnitten vorgestellten Ener¬
a) Tosbecken für Über- und Unterströmen
eines Wehrs
gievernichter in Serie einzusetzen.
Als Beispiel hält Bild Sa fest, wie eine
Kaskade von Blenden ein Rohr extrem
<V.
X?<
rauh macht. Eine solche Lösung wurde
schon verschiedentlich für Grundabläs¬
^_™ *
55
Bild4d.
Gegenstrom-Tosbecken (Grundriss oben.
se vorgeschlagen, beispielsweise von ln-
gerle [7]. Doch sind entsprechende Aus¬
führungen im Wasserbau selten. Das
Schnitt A-A unten)
Bedürfnis nach Kaskaden entsteht eher
in der Industrie. Dort wurden nach Hu-
b) Tosbecken mit Umlenkschwelle
tarew [8] auch schon Serien des Druck-
s< er
reduzierers von Bild 3c eingesetzt, um
Drucküberschüsse bis zu 400 bar bzw.
4000 m Wassersäule abzudrosseln.
O^
Sehr verbreitet sind hingegen kurze
Schussrinnen mit Höckern, Rippen und
O
Schwellen nach Bild Sb. Auch die heute
im Flussbau so beliebten Blockrampen
gehören zu dieser Gattung von Energie-
vernichtern. Für Schussrinnen bis 50%
Gefälle schlägt Peterka [2] Höcker vor,
c) strahlinduzierter Wassersprung
*4\\T
deren Höhe 80% der kritischen Tiefe
beträgt. Dies zeigt, wie bedeutend diese
772
Wasserbau Schweizer Ingenieur und Architekt 40/84 VxSxXN.VVXK yVXXVXV' TT r? HB TT
Wasserbau
Schweizer Ingenieur und Architekt
40/84
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^
^
a) Kaskade von Blenden (Schnitt)
c) Serie von Querschwellen (Schnitt)
N>
~-<=.
:t_^f
b) Schussrinnen mit Höckern (Schnitt oben, Grundriss unten)
d) Serie von Abstürzen mit Tosbecken (Schnitt)
Bild 5.
Energievemichtung mittels Rauhgerinnen
in
Störkörper
und
Rauhigkeitselemente
schreibt dort annähernd eine logarith¬
längerer Zeit
Energievernichter
sein können.
mische Spirale, bis er den axialen Aus¬
Form von
Wirbelrohren oder
Wirbel¬
gang erreicht und als rotierender Strahl
trommeln gemäss Bild 6c. Der Zufluss
Schliesslich seien hier noch die tatsäch¬
lichen Kaskaden erwähnt, wie sie im
abfliesst. Dabei wird ein Teil seiner
Energie vernichtet. Wenn der Abfluss
wird tangential in die belüftete Trom¬
mel geleitet und durchströmt diese
Flussbau und Wildbachverbau als Ero¬
von unten her eingestaut wird, emp¬
sionsschutz verwendet werden. Bild 5c
fiehlt sich eine
axiale Belüftungsöff¬
ohne besondere Vorkehrungen schrau¬
benförmig. Seine Energie wird dabei
zeigt eine Lösung für geringes Gefälle
Solche Wirbeldrosseln bzw. Hy-
vornehmlich durch Reibung vernich¬
nung.
mit Querschwellen, Bild 5d eine solche
für grosses Gefälle mit Absturzbauwer¬
ken.
drobrakes werden zumeist in der Kana¬
lisationstechnik als selbsttätige Abfluss¬
organe von Regenüberläufen und klei¬
tet. Diese Art von Energievernichtern
gelangt beim Entleeren von Drack-
schächten und Druckleitungen von
nen Regenbecken eingesetzt.
Wasserkraftanlagen zum Einsatz.
Energievernichtung mittels Wirbel¬
Eine interessante Anwendung der Wir¬
Am Kongress der International Asso¬
elementen (Bild 6)
beldrossel
ist
die
sogenannte
Rück¬
ciation for Hydraulic Research (IAHR)
Während die meisten der bisher vorge¬
stellten Energievernichter seit langem
bekannt und verbreitet sind, handelt es
sich bei den Wirbelelementen um Ent¬
wicklungen, die zwar auf alten Ideen
stromdrossel
gemäss
Bild 6b. Sie wird in
vom September 1983 in Moskau stell¬
Österreich seit etwa 10 Jahren als Dros¬
sel für Wasserschlösser von Speicher¬
kraftwerken eingesetzt. Ihre Aufgabe
ist es, dort dem Aufschwung des Was¬
ten einige Mitarbeiter von Hydropro-
jekt (UdSSR) einen von ihnen entwik-
kelten Energievernichter vor. Leider
sind ihre Beiträge (Seminar 3) noch
beruhen (siehe Thoma [9]), aber erst in
serschlossspiegels einen geringen, dem
nicht veröffentlicht worden, so dass
neuerer Zeit Beachtung finden.
Abschwung aber einen grossen Wider¬
sich der Verfasser auf sein Gedächtnis
stand entgegenzusetzen. Das Verhältnis
Bild 6a hält gleichsam den Grandtyp
verlassen muss: Der Energievernichter
der
zugehörigen
Verlustbeiwerte
be¬
fest, der in Europa als Wirbelkammer¬
soll
in
den
Leerschuss
eines
Hoch¬
trägt nach Gspan [11] 1:10 bis 1:40, je
diode
oder
Wirbeldrossel bezeichnet
druckkraftwerkes eingebaut werden. Er
nach
Ausführung.
Beim
Rückstrom
und erfolgreich von Brombach [10] pro¬
erzeugt in einem Rohr eine schrauben¬
vernichtet die Rückstromdrossel also
pagiert wird. In Amerika ist der gleiche
förmige Strömung, indem er den Zu¬
10- bis 40mal mehr Energie.
Typ
unter dem Namen Hydrobrake be¬
fluss aufspaltet und dann in mehreren
kannt. Der Zufluss tritt tangential in
Unter anderem konstruiert die Firma
Leitungen tangential wieder einleitet.
einen flachen
Zylinder ein und
be¬
Hydro-Progress
(Schweiz)
schon
seit
Bild 6d versucht dies anzudeuten. Die
773
Wasserbau Schweizer Ingenieur und Architekt 40/84 > A I N H>A Air- k siü [
Wasserbau
Schweizer Ingenieur und Architekt
40/84
> A
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Air-
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\^y
BS?
w
^A
-Ua
!/*""NJ
Air
a)
Wirbeldrossel (Sdffiitt links
Qu
erschnitt A-A rechts)
pi a
b)
Rückstromdrossel (Grundriss oben, Schnitt A-A unten)
* ii
4-->A
j
m
<5"
->
A
-A
_H
m?-
f ^ £
SK-_J
zsU
i™> A
c)
Wirbeltrommel (Schnitt oben, Querschnitt A-A unten)
d) Rotierender Strahl (Schnitt links, Querschnitt A-A rechts)
3ild 6a-6d.
Energievernichtung mittels Wirbelelementen
I A für,
dass
sich
der Zufluss an die
\
Schachtwand legt, von der er sich infol¬
r
des Atmosphärendruckes nicht mehr
ge
r
ablöst.
Er
beschreibt
folglich
im
A
SB
Tu
Schacht eine schraubenförmige Bahn
mit zunehmendem Vorschub. Bei län¬
1—
Schächten fliesst er schliesslich
geren
vertikal ab, gleichsam als Freilaufab-
fluss mit dem Gefälle 1 (als Sinus aus¬
gedrückt). Die Energievernichtung ge¬
schieht vor allem durch Wandreibung
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und ist eher bescheiden. Deshalb muss
1
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am Schachtfuss eine Toskammer vorge¬
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sehen werden. Der Wirbelfallschacht
wurde ursprünglich für Zuleitungen zu
Druckstollen von Wasserkraftanlagen
entwickelt und wird heute vornehmlich
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für Entlastungsbauwerke in Kanalisa¬
tionen verwendet.
Energievernichtung mittels Lufteintrag
(Bild 7)
e) Wirbelkammer (Schnitt oben, Grundriss
unten)
f)
Wirbclfallschacht (Grundriss oben, Schnitt A-A
unten)
Weiter oben wurde unterstrichen, dass
die Energievernichtung in einer Strö¬
Bild 6e und 6f.
Energievemichtung mittels Wirbelelementen
mung
einem Mischprozess gleicht. An¬
schliessend wurden Typen von Energie-
zierte Wirbelkammer mit freiem Spie¬
Energievernichtung
erfolgt
aufgrund
gel. Sie stellt gleichsam eine Übergangs¬
einer starken
Verzögerang
und Rota¬
form zum heute in Europa sichtlich be¬
vernichtern vorgestellt, bei denen
gleichsam schnelles Wasser mit langsa¬
mem oder mit entgegenströmendem
tion. Auf die näheren
man gespannt sein.
Einzelheiten darf
liebt gewordenen
Wirbelfallschacht
Wasser vermischt und dadurch abge¬
dar. Dieser besteht gemäss Bild 6f aus
bremst wird. Es stellt sich deshalb die
Eine weitere Anwendungsmöglichkeit
der Wirbeldrossel ist die in Bild 6e skiz-
einem Spiraleinlauf und einem vertika¬
len Schacht. Der Spiraleinlauf sorgt da¬
Frage, ob auch ein Vermischen mit Luft
energieverzehrend wirkt.
774
Wasserbau Schweizer Ingenieur und Architekt 40/84 a =_s a-~ ^t ¦ Luf w uT Luft
Wasserbau
Schweizer Ingenieur und Architekt
40/84
a
=_s
a-~
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¦
Luf
w
uT
Luft
a)
Wasserstrahlpumpe (Schnitt)
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Luft
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c)
Grundrechen (Schnitt und Gplindriss)
d) rechenartige Hindernisse (Schnitt und Grundriss)
Bild 7.
Energievernichtung mittels Lufteintrag
Bild 7a zeigt eine
Wasserstrahlpumpe
Zwei
als Beispiel für ein industriell genutztes
sche Energie der Strömung dürfte sich
folglich im Bereich des Belüfters nur
Möglichkeiten,
gegebenenfalls
Mischrohr:
Das
Antriebswasser
wenig
verändern. Dabei ist es selbstver¬
schiesst als Strahl mit hoher Geschwin¬
einen Belüfter mit einem gewöhnlichen
Energievernichter zu kombinieren,
sind in den Bildern 7c und 7d skizziert.
digkeit in die Mischkammer, versprüht
ständlich, dass sich die Änderung
grundsätzlich als Energieverlust mani¬
dort und
saugt Luft an. Aus dem Misch¬
festiert, weil jeder solche Mischprozess
Die erste wurde von Peterka [2] für klei¬
ne Tosbecken beschrieben und gleicht
rohr tritt
dementsprechend ein Wasser-
als unelastischer Stoss verlustbehaftet
dem Grundrechen der Tirolerfassungen.
Luft-Gemisch.
Genau nach diesem
Sie wirkt vor allem durch die Auffäche¬
Prinzip arbeiten auch die Sohlen-Belüf-
pro
Volumeneinheit rund lOOOmal leichte¬
res Medium, nämlich Luft, einge¬
ist. Bei diesem Mischprozess wird aber
in das vorbeischiessende Wasser ein
und
des
Überfall¬
rung
Ablenkung
ter, die neuerdings auf Schussrinnen als
Massnahme gegen die Kavitation einge¬
setzt werden. Bild 7b hält ein Beispiel
strahls energiezehrend. Die zweite ent¬
spricht einem Vorschlag der Sogreah
mischt, so dass selbst bei hohen Luft¬
(Frankreich) [13] und ist primär als Be¬
fest, das schon mehrfach verwirklicht
konzentrationen keine grossen Stoss-
lüfter mit Schikanen
gedacht
und erst
worden ist und
heute
für Schussrin¬
verluste entstehen können.
sekundär als Energievernichter. Ähnli¬
nen mit spezifischen Abflüssen bis
260 mVsm und Fliessgeschwindigkei¬
che Lösungen sind in Italien seit länge¬
Lufteintrag allein gewährleistet dem¬
rer Zeit unter dem Namen Dissipatori a
nach wahrscheinlich keine genügende
ten bis 50 m/s vorgesehen wird. Dabei
griglia di fondo bekannt (siehe Viparelli
werden sohlennahe Luftkonzentratio¬
nen in der Grössenordnung von 50%
Energievernichtung. Er kann aber viel¬
leicht andere Energievernichtungs-
massnahmen unterstützen. Die Aussa¬
[14D.
(gleichviel Luft wie Wasser) erreicht.
Energievemichtung mittels Versprühen
Leider ist die Energiebilanz eines sol¬
gen von Herbrand [12] klingen aller-
dings nicht ermutigend. Er sagt aus,
Wenn
vorhin
vermutet
wurde,
dass
chen Sohlen-Belüfters nicht bekannt.
Jedenfalls hat der Verfasser noch keine
einschlägigen Angaben gesehen. Er ver¬
mutet aber, dass die resultierende Ener¬
dass der natürliche Lufteintrag in ein
Lufteintrag nicht stark energiezehrend
Tosbecken mit Wassersprung für des¬
wirke, so bedarf dies einer Ergänzung:
sen Wirksamkeit praktisch bedeutungs¬
los ist. Vielleicht gibt es aber Belüfter,
Erreicht der Lufteintrag nämlich ein
Ausmass, bei dem die Strömung ver¬
gievernichtung unbedeutend ist. Zwar
die hinsichtlich Energievernichtung
wesentlich mehr bringen als der in Bild
7b gezeigte SSt-len-Belüfter oder irgend¬
sprüht wird, so kann die Energiever¬
fliesst das Wasser-Luft-Gemisch langsa¬
nichtung sehr bedeutend werden. Dies
mer ab als das reine Wasser, weist aber
eine grössere Tiefe auf. Die hydrauli¬
hängt damit zusammen, dass das Medi¬
ein natürlicher Lufteintrag.
um wechselt. Im einen Fall handelt es
775
Wasserbau Schweizer Ingenieur und Architekt 40/84 Literatur s [1] Gardel, A.: «Perte de Charge dans
Wasserbau
Schweizer Ingenieur und Architekt
40/84
Literatur
s
[1] Gardel,
A.: «Perte de
Charge
dans
un
etranglement conique». Bulletin Techni¬
que de la Suisse Romande 88 (1962) 21,
313-337.
[2]
Peterka, A.J
«Hydraulic
design of stiHing
basins and energy dissipators». Engineer¬
c) Hohlstrahlschieber
ing Monograph No. 25, USBR. Washing¬
Wind
ton: US Printing Office 1964
[3]
Hainil, K.: «Sti 11 i ng des ice of mechan icaI
energy
of water jet discharging from a
high
pressure conduit».
Proc.
ICOLD-
Congress New Delhi 1979. Q. 50, R. 34,
577-590
[4] Koch, K.: «Die gegenseitige Strahlablen¬
kung auf horizontaler Sohle». Bericht Nr.
18, Versuchsanstalt fOr Wasserbau, Uni¬
w:
versität München, 1968
[5] Kao, T.K.: «Hydraulic jump assisted by
cross jet». Proc. ASCE HY 12 (Dec. 1971),
\\\W\\Vv
wwwvw
2037-2050
[6] Vollmer, £., Khader, M.H.A.: «Counter-
current energy dissipator for conduit out-
-E
lets». Water Power and Dam Construction
(July 1971), 260-263
a) Springbrunnen
[7]
d) freier Überfall
Ingerle, K.: «Ein neuartiger G rundablass
mit der Energieumwandlung im Stollen».
Die Wasserwirtschaft 9 (1971), 271 -275
Z
[8] Hutarew, G. Technische Hydraulik. Auf¬
lage
2,
Berlin/Heidelberg/New
York:
Springer-Verlag 1973
[9]
Thoma,
D.:
«Die
Rückstromdrossel».
VDI-Zeitschrift 74 (1930/31), 1098
[ 10] Brombach, H.:«Mehr als 500 Wirbeldros¬
seln im Einsatz». Wasserwirtschaft 72
(1982)1,25-26
^
[11] Gspan, J.: «Untersuchungen an der hy¬
draulischen Rückstromdrossel von Was¬
serschlössern». Wasserwirtschaft 69
(1979) 12,376-379
b) Kegelstrahlschieber
e) Sprungschanze
[12]
Herbrand, K.: «Der Wechselsprung unter
dem Einfluss der Luftbeimischung». Die
Wasserwirtschaft 59(1969) 9, 1 -7
SiId 8.
Energievemichtung mittels Versprühen (Schnitte)
[13] Comite Francais des Grands Barrages,
sich um Wasser mit Luftblasen, im an¬
deren um Wassertropfen in Luft. Und
diese Wassertropfen werden, sofern sie
Bei
dienen
Groupe de Travail: «Quelques problemes
Hochwasserentlastungen
particuliers poses par les deVersoires ä
der freie
Überfall
(Bild 8d) und
die
grande capacite». Proc ICOLD-Congress
Sprungschanze (Bild 8e) dazu, den Zu¬
klein sind und gegenüber der benach¬
[14]
New Delhi 1979. Q. 50, R. 38,649-673
Viparelli, C: «Dissipatori a griglia di fon-
do». Bericht Nr. 148 des Istitutodi Idrauli-
barten und eingemischten Luft eine ge¬
fluss zu versprühen. Der Erfolg ist je¬
doch meist unvollständig, weil die
Strahlen zu mächtig sind und bis zu ih¬
ca e construzioni idrauliche della Univer¬
nügende Relativgeschwindigkeit auf¬
weisen, durch den Luftwiderstand stark
rem Auftreffen im Unterwasser nicht
sita di Napoli (ohne Jahrzahl, schätzungs¬
weise 1960)
gebremst.
ganz
aufgelöst werden, sondern gleich¬
sam
einen harten Kern aus Wasser be¬
Das klassische Beispiel eines Versprü¬
halten. Die Auflösung
lässt sich aber
hers ist der Springbrunnen (Bild 8a). Er
stark fördern, indem
die Überfallkrone
wird aber gewöhnlich zur Zierde und
nicht als Energievernichter eingesetzt.
und der Sprungschanzentisch mit Stör¬
körpern,
sogenannten
Strahlaufreis-
skizzierten Beispielen noch zahlreiche
weitere angegeben werden können.
Es ist jedoch interessant zu vermerken,
dass der bekannte Springbrunnen von
Genf, der heute einen Hohlstrahl von
Vielleicht wurden gar
sern, bestückt werden.
einige Lösungen
übersehen, die sich
im Wasserbau be¬
Selbstverständlich gibt es noch zahlrei¬
0,5 mVs rund 140 m hoch fördert, im
che andere Möglichkeiten, um einen
reits bewährt haben oder die in anderen
Fachgebieten - etwa in der Aerodyna¬
letzten Jahrhundert als Energievernich¬
ter der städtischen Druckwasserversor-
Strahl zu versprühen. Diese erheischen
im allgemeinen nur kleine Aggregate
mik oder Flüssigkeitstechnik - üblich
sind und im Wasserbau Eingang finden
gung konzipiert wurde.
oder Bauwerke, beanspruchen aber für
sollten. Der Verfasser, der seine Typolo¬
die eigentliche Energievernichtung ver¬
Im Grande genommen wird dasselbe
gie ergänzen
möchte, bittet um entspre¬
hältnismässig viel Raum.
Prinzip heute
mit
den Kegelstrahlschie¬
chende Hinweise.
bern (Bild 8b) und Hohlstrahlschiebern
(Bild 8c) verwirklicht, nur dass der ent¬
stehende Hohlstrahl stärker aufgefä¬
An sich erlaubt aber schon diese unvoll¬
kommene Darstellung einen interes¬
santen Einblick in die Vielfalt der ver¬
chert, meist horizontal gerichtet und
Schlussbemerkung
wendeten Formen und zeigt eine faszi¬
eventuell
in
ein Tosbecken gelenkt
nierende Seite des Wasserbaus: den un¬
wird. Diese Schieber sind so konstru¬
Die vorhegende Typologie der Energie¬
iert, dass sie die Oberfläche des Strahls
vernichter ist sicher mit gewissen Män¬
ablässigen Kampf mit den überschüssi¬
gen Kräften des Wassers!
vervielfachen und damit den Luftein¬
trag
bzw. das Versprühen fördern. Sie
geln behaftet. So sind die Abschnitte
über Energievernichtung mittels Rauh¬
werden
vor
allem in
Grundablässen
gerinnen und Versprühern etwas kurz
Adresse des Verfassers: Prof. Dr. D. Vischer, Direk¬
tor der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie
und Leerschüssen eingesetzt.
geraten.
Auch hätten
neben den 38
und Glaziologie (VAW) der ETH, 8092 Zürich.
776