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MJB Mission News Volume 3 / ISSN 1999-8414

Loveparade: Drohen Bloggern, Autoren und Journalisten 250.000-


Euro-Strafen ?
Ist eine Aufklärung der Ursachen der Loveparade-Katastrophen in Duisburg erwünscht ?
Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt möglicherweise auch gegen Journalisten, Autoren und
Blogger wegen Berichten zur Loveparade-Katastrophe – Sind es Verletzungen des
Urheberrechtes ? – Ist die Freiheit der Presse in Deutschland noch in der Praxis möglich ? -
Können Blogger, Autoren und Journalisten im Angesicht drohender, extrem hoher
Geldstrafen oder ersatzweise möglicherweise mehrjährige Haftstrafen im Gefängnis noch frei
berichten ?

Von Andreas Klamm-Sabaot

Duisburg / Berlin. 19. August 2010. Nur drei Wochen nach der Loveparade-Katastrophe und
einer Massenpanik in Duisburg in deren Folge 21 Menschen getötet und mehr als 500
Menschen zum Teil schwer verletzt wurden, demonstriert der CDU-Oberbürgermeister Adolf
Sauerland (55) jetzt uneingeschränkte und nahezu grenzenlose Macht und Stärke. Gegen
Journalisten, Autoren und Blogger, die zu den Ereignissen der Loveparade berichten,
ermitteln jetzt möglicherweise auch die Staatsanwaltschaft und ein Landgericht. Den
Journalisten, Autoren und Bloggern könnten in Deutschland Geld-Strafen im Rahmen eines
verhängten Ordnungsgeldes in Höhe von 250.000 Euro oder mehrjährige Haftstrafen in
Gefängnissen in Deutschland drohen. Die Veröffentlichung von Dokumenten zur Loveparade
wurde jetzt gerichtlich auf Veranlassung der Stadt Duisburg verboten. Mehreren Medien-
Berichten und nach Informationen der Tageszeitung TAZ und Die Zeit sowie dem
Nachrichten-Sender n-tv wurden im Internet unter anderem von Xtranews am Mittwoch
Anhänge eines von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachtens veröffentlicht.

Das Landgericht Köln hat die Veröffentlichung der Dokumente verboten. Das regionale
Nachrichten-Portal Xstranews teilte mit, dass es um einen Streitwert in der Höhe von 50.000 Euro
und um die Verteidigung der Pressefreiheit in der Sache gehe. Die Stadt Duisburg sieht in der
Veröffentlichung der Dokumente möglicherweise einen Verstoß gegen das Urheberschutzrecht.
Blogger, Autoren und Journalisten wurden abgemahnt. Diesen droht jetzt eine Strafe in Form eines
Ordnungsgeldes in Höhe von 250.000 Euro ersatzweise eine mehrjährige Gefängnis-Strafe.
Xtranews habe die Dokumente nach der Abmahnung aus dem Internet genommen. Die Stadt
Duisburg hat zuvor eine einstweilige Verfügung des Landgerichtes in Köln erwirkt um die
Verbreitung der Dokumente zu stoppen.

MJB Mission News, ISSN 1999-8414, managing editor – Redaktionsleitung:


Andreas Klamm - Sabaot, Journalist, broadcast journalist and author , www.
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© and Copyleft, Creative Commens License by MJB Mission News (ISSN 1999-
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This work is licensed under the Creative Commons Attribution-No Derivative Works 3.0 United States
License. To view a copy of this license, visit http://creativecommons.org/licenses/by-nd/3.0/us/ or send a
letter to Creative Commons, 171 Second Street, Suite 300, San Francisco, California, 94105, USA.
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In einer Gegendarstellung der Xtranews-Redaktion, die der Redaktion der Zeitung der Rheinischen
Post gesendet wurde heißt es unter anderem : „Die Stadt Duisburg hat zunächst versucht, eine
Einstweilige Verfügung in Sachen Datenschutz zu erwirken – mit dem Versuch, diesen unter dem
Presserecht zu subsumieren. Da dies scheinbar nicht gelungen ist, hat man in einem zweiten Schritt
ein Konstrukt entwickelt, welches einen Verstoß gegen das “Urheberrecht”darstellen sollte.“

Oberbürgermeister Adolf Sauerland (55, CDU) demonstriert drei Wochen nach der Katastrophe bei
der Loveparade uneingeschränkte und grenzenlose Macht. Mit allen Mitteln und aller Härte wolle
er, so bewerten es Menschenrechts- und Presse-Beobachter, gegen Autoren, Journalisten und
Blogger vorgehen, die mit der Veröffentlichung der Dokumente aus dem Gutachten über die
Ereignisse der Loveparade-Katastrophe in Duisburg berichten und mit diesem außergewöhnlichen
redaktionellen und journalistischen Mittel zur Aufklärung der Umstände beitragen wollten, die zum
Tod von 21 jungen Menschen in Duisburg und mehr als 500 zum Teil schwer verletzten Menschen
am 24. Juli 2010 führten. Drei Wochen nach dem Tod von 21 jungen Menschen in Duisburg stehen
mehrere Autoren, Blogger und Journalisten möglicherweise selbst vor dem drohenden
wirtschaftlichen Tod und Aus in Duisburg, das meint genauer der wirtschaftlichen Existenz-
Vernichtung, da in Zeiten der Weltwirtschafts-Krise, Redaktionen, Journalisten, Autoren, Blogger
und kleine Verlag in der Regel nicht über 250.000 Euro in bar in der Porto-Kasse oder auf Konten
verfügen. „Ist der Tod in Duisburg zuhause ?“, fragen besorgte Menschen, die die Ereignisse in der
Stadt weltweit beobachten.

Die Autoren der Tageszeitung TAZ.de (www.taz.de ) fragen: „Will Oberbürgermeister Adolf
Sauerland Aufklärung oder nicht?“ Wirklich ernst nehme nach Spekulationen der TAZ der
Oberbürgermeister von Duisburg die Aufklärung der Loveparade-Katastrophe nicht. Zwar habe die
Stadt Duisburg auch Teile des Gutachtens auf der Web-Seite der Stadt veröffentlicht, doch dort
fehlen die Anhänge zum Gutachten. Bei den Dokumenten gehe es um 300 Seiten Anhang zu einem
Gutachten, um ausführliche Protokolle von Sitzungen, Planungs-Konzepte und Hintergründe zum
Gutachten. Nach Ansicht von Autoren, Bloggern und Journalisten sehe die Stadt Duisburg und der
Oberbürgermeister in der Frage der Zuständigkeiten „nicht immer gut aus.“
Die Stadt Duisburg begründet das Verbot der Veröffentlichung, laut Medien-Berichten, unter
anderem mit folgenden Gründen: Die Schriftstücke und Anlagen enthalten nicht geschwärzte,
Personen-bezogene Daten. Es könnte um Datenschutz und um Urheberrechtsschutz gehen,
vermuten weitere Journalisten und Medien. Der Betreiber von Xtranews, Thomas Rodenbücher,
machte sich eine Entscheidung, so weitere Medienberichte, über die Veröffentlichung der
Dokumente nicht einfach. Man habe eine Abwägung zwischen Urheberschutzrecht und öffentlicher
Aufklärung treffen müsse. Bei dieser Prüfung seien Autoren, Journalisten und Blogger zur
Überzeugung gelangt, dass die Öffentlichkeit ein Recht darauf habe, die Dokumente zu sehen.

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Weiteren Medien-Berichten zufolge, stammen die brisanten Daten von einer CD, die aus dem
Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen zugespielt worden sein soll. Nach dem Bekanntwerden
der Inhalte der Dokumente seien jede Menge neue Fragen entstanden auch bei einigen
Ratsmitglieder in der Stadt Duisburg, die über die Inhalte der Schriftstücke teilweise
möglicherweise keine Kenntnisse hatten. Die Dokumente und Anhänge zum Gutachten, das von der
Stadt Duisburg in Auftrag gegeben wurde, haben sich inzwischen jedoch weltweit so sehr verbreitet
dass eine Umsetzung des Verbots des Landgerichtes und der Stadt der Veröffentlichung praktisch
trotz Androhung hoher Geldstrafen in Höhe von 250.000 Euro und einstweiliger Verfügung des
Landgerichtes nicht mehr praktisch möglich war.

Daher wolle die Stadt Duisburg jetzt „nicht mehr juristisch gegen die Autoren, Journalisten und
Blogger vorgehen, die über die Ereignisse der Loveparade in Duisburg auch kritisch berichtet
haben.“, schreiben weitere Zeitungen. Inzwischen seien die Dokumente in vollem Umfang beim
Online-Portal Indymedia zu finden und auch bei Wikileaks werde über eine Veröffentlichung der
Dokumente diskutiert zum Zwecke der Hilfe für Aufklärung. Es sei kaum noch möglich die
Dokumente aus dem Internet verschwinden zu lassen. Das Nachrichten-Portal „Der Westen“
berichtet unterdessen: „Die Stadt Duisburg und ihr Oberbürgermeister Adolf Sauerland wollen die
Veröffentlichung von Verwaltungs-Unterlagen zur Loveparade-Planung im Internet gerichtlich
verhindern.“

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV, www.djv.de ) habe sich ebenso eingeschaltet: „Statt
Informationsblockaden sollte die Stadt Transparenz herstellen“, erklärte DJV-Bundesvorsitzender
Michael Konken. Der Journalisten-Verband ist enttäuscht über die „restriktive Informations-
Politik“. Die Stadt solle auf juristische Mittel verzichten und eine partnerschaftliche Presse- und
Öffentlichkeits-Arbeit pflegen. "Das ist sie den Journalisten, aber auch den Bürgerinnen und
Bürgern schuldig. Die umfassende Information über die Duisburger Vorkommnisse ist eine
Kernaufgabe der Medien " ergänzte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken in einer
Erklärung auf der Web-Seite des DJV.

Ein Sprecher des internationalen Medien-Projektes für Menschenrechte Liberty and Peace NOW!
Human Rights Reporters (www.libertyandpeacenow.org ) erklärte in London „...mit der Androhung
von 250.000 Euro – Strafen, Ordnungs-Geldern oder mehrjährigen Gefängnis-Strafen stehen auch
Journalisten, Autoren und Blogger sowie kleine Medien-Unternehmen und Verlage in Deutschland
in der tödlichen Gefahr der ganz realen wirtschaftlichen Existenz-Vernichtung und das könne dann
auch eine tödliche Gefahr vor allem auch für behinderte Journalisten, Autoren, Blogger, kleine
Medien-Unternehmen oder Verlagen bedeuten.“ Es bleibe zu hoffen, dass die Restriktionen der
Meinungs- Presse- und Informations-Freiheit, die nach europäischen, nationalen und internationalen

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Gesetzen und Menschenrechten garantiert sind, in Deutschland nicht weiter ausgeführt werden, weil
sonst eine freie Berichterstattung, die dem obersten Gebot der Presse der Verpflichtung zur
Wahrheit und das Recht der Öffentlichkeit auf Information zu gewährleisten, nicht mehr in
Deutschland möglich wäre.

Artikel 5 Grundgesetz, Deutschland

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten
und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und
die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur
findet nicht statt.

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den
gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht
von der Treue zur Verfassung.

AUSZUG aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

Auszug aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, proklamiert von den Vereinten
Nationen im Jahr 1948:

Artikel 19

Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die
Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht
auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten

Artikel 18

Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die
Freiheit ein, seine Religion oder Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder
Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre,
Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.

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