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Hospitality – ein neuer Tätigkeitsbereich der
Hochschulen

Cornelia Staeves

Die deutschen Hochschulen suchen den Kontakt zu ihren ehemaligen Studierenden. Die neue Ziel-
gruppe ist jedoch nur an die Hochschule zu binden, wenn der Kontakt auch ihren Vorstellungen
entspricht. Was erwarten Alumni, und was kann die Hochschule bieten – das sind Fragen, die zu
einer neuen Serviceleistung der Hochschulen führen: „Hospitality“ – Gästebetreuung.

Gliederung Seite

1. Einleitung 2
2. Kontakt mit ehemaligen Studierenden 2
2.1 Kontaktmöglichkeiten 2
2.2 Wer sind „die Alumni“? 3
3. Was bedeutet Hospitality im Rahmen der Alumni-Arbeit? 4
3.1 Empfang einer Delegation aus dem Ausland 5
3.1.1 Hospitality nach Organisationsabschnitten 5
3.1.2 Gäste aus dem Ausland 9
3.2 Hospitality im Rahmen von Alumni-Meetings 10
4. Hospitality-Service lohnt sich 12

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F 4.2 Zielgruppen im Visier: Wie gewinne ich Studierende, Mitarbeiter, Ehemalige?

Ehemalige finden und binden

1. Einleitung
Neue Zielgruppe – Den erfolgreichen Alumni-Organisationen der angelsächsischen Uni-
neuer Service versitäten ist es bereits seit Jahrzehnten gelungen, ihre ehemaligen Stu-
dierenden an die Universitäten zu binden und bei ihnen Begeisterung
für ideelle und finanzielle Unterstützung der Hochschule zu wecken.
Seit den 90er-Jahren begannen die deutschen Hochschulen, den Kontakt
zu ihren ehemaligen Studierenden zu suchen. Die Universität Freiburg
war eine der ersten deutschen Universitäten, die diesen Weg gegangen
ist. Die Resonanz war hervorragend, doch schnell zeigte sich, dass sich
die Universität im Umgang mit den ehemaligen Studierenden auf eine
neue Zielgruppe einstellen musste. Denn die Alumni gehen diese neue
Bindung an die Hochschule nur ein, wenn sie sich gut betreut fühlen. So
ist im Alumni-Bereich die Serviceleistung „Hospitality“ – Gästebetreu-
ung – zu einem wichtigen Thema geworden.

2. Kontakt mit ehemaligen Studierenden


Neue Freunde gewinnen Im Austausch mit den Alumni ergeben sich Vorteile für alle Seiten.
Die Alumni können für die Unterstützung der Universität gewonnen
werden, die Studierenden erhalten durch den Kontakt mit Alumni
einen Einblick in die Berufswelt und finden unter den ehemaligen
Studierenden Mentoren und Stellenvermittler. Die Alumni wiederum
gewinnen neue Einblicke in moderne Wissenschaft und Forschung;
ihren berufspraktischen Erfahrungen begegnet man in der Hochschule
mit hoher Wertschätzung. Voraussetzung für den Aufbau eines erfolg-
reichen Alumni-Netzwerkes ist, den Kontakt zu den Alumni zu finden.

2.1 Kontaktmöglichkeiten

Die Kontaktpflege steht somit im Mittelpunkt der Alumni-Arbeit. Hier


bieten sich verschiedene Möglichkeiten:

• Schriftlicher/telefonischer Kontakt
• Information durch Publikationen:
Alumni verbindet mit ihrer Universität ein starkes Interesse an der
Entwicklung des eigenen Studienbereichs.
• Besuch bei Alumni/Alumni-Clubs:
Auch wenn die Alumni-Clubs weit entfernt von der deutschen
Hochschule gegründet werden, ist ein regelmäßiger Besuch durch
die Hochschulleitung besonders wichtig, um die Wertschätzung
des ehrenamtlichen Engagements der Organisatoren vor Ort aus-
zudrücken und den Kontakt zur „besten Lobby“ zu stärken.

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Zielgruppen im Visier: Wie gewinne ich Studierende, Mitarbeiter, Ehemalige? F 4.2

Ehemalige finden und binden

• Zusammenarbeit im Rahmen wissenschaftlicher Projekte:


Kontakt mit Alumni bedeutet für die Hochschule auch Kontakt mit
Berufspraktikern, die oft ein starkes Interesse an wissenschaftli-
chen Innovationen auszeichnet, oder Wissenschaftlern, die gerne
ein gemeinsames wissenschaftliches Projekt mit ihrer Hochschule
vorbereiten würden. In diesem Fall vermittelt das Alumni-Büro
Kontakte zu Experten.
• Einladung in die Universität:
Eine Einladung der Alumni in die Universität bietet die beste Mög-
lichkeit, neue Freunde für die Hochschule zu gewinnen. Für Einla-
dungen bieten sich an den Hochschulen zahlreiche Anlässe:
– Alumni-Meetings
– Universitätsjubiläen und -feiern
– Projektvorstellungen
– Veranstaltungen für Spender und Helfer
– Alumni-Club-Veranstaltungen

Handout F 4.2-1 Kontaktpflege mit Alumni

2.2 Wer sind „die Alumni“?

Die Besucher sind als bevorzugte Gäste zu behandeln, wobei zu be- Keine homogene Gruppe
rücksichtigen ist, dass unsere Alumni-Gäste keine homogene Gruppe
mit einheitlichen Interessen darstellen. Neben den jungen Absolven-
ten, die noch am Kontakt zu ihren Professoren interessiert sind, finden
wir Senioren, die nach Jahrzehnten Kommilitonen ihres Jahrgangs
wiedersehen möchten. Die Gruppe der berufstätigen Alumni zeigt oft
großes Interesse am Networking. Und unter unseren Alumni befinden
sich auch VIPs aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens, deren
gesellschaftliche Stellung bei der Gästebetreuung besonders berück-
sichtigt werden muss. Interkulturelle Kompetenz der Alumni-Manager
ist im Umgang mit den internationalen Alumni gefragt, die aufgrund
ihrer Ausbildung in Deutschland oft hohe Positionen in ihren Ländern
bekleiden. Eines verbindet sie alle: das Studium an einer Universität.
Das Ziel von Hospitality ist festgelegt: Alle sollen sich an ihrer Uni-
versität wohlfühlen.

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Ehemalige finden und binden

Informationen zur Autorin:


Dr. Cornelia Staeves, promovierte Germanistin, Journalistin und PR-Referentin, betreut seit 1997
den Alumni-Bereich der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

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