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Über dieses Buch

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Alt

N WEN

T767-

-

-

-

A l t N WEN T767- - - -

Österreichische Nationalbibliothek

+Z255068200

Österreichische Nationalbibliothek +Z255068200

Auf chlü e

über die Bedeutung

des angeblich Schikaneder' chen Tertes

zu JMozart's

Sagdgesklöte

VON

GC, Grüel.

176479 A

ED-SSHS-S

1868.

In Commi ion der Creutz' chen Buchhandlung (R. Kret chmann).

VON GC, Grüel. 176479 A ED-SSHS-S 1868. In Commi ion der Creutz' chen Buchhandlung (R. Kret

SDer unvergleichlichen SPamina

Frau Loui e Harriers-Wippern

achtungsvoller Dankbarkeit

VP!!

Verfa er.

SDer unvergleichlichen SPamina Frau Loui e Harriers-Wippern achtungsvoller Dankbarkeit VP!! Verfa er.

Ueber den Tert zu Mozarts Zauberflöte

VON

GT. Grü el.

Die Weltge chichte i t das Weltgericht. Aber die es Gericht hat mehr als drei In tanzen; und elb t gegen olche Erkenntni e, welche mit der Zeit die Rechtskraft be chritten zu haben cheinen, i t Appellation zulä ig. Da elbe gilt von der Kun tge chichte. Schon Manchem hat ein päteres Urtheil den früher bewilligten Lorbeer von der Stirn

genommen, manch einer Zeit verkanntes Genie nachträglich mit Ehren

gekrönt. Ja, es cheint Grund atz der Kun trichter aller Zeiten zu ein, er t den Todten gerecht zu werden. So wird es dem Verfa er nicht verargt werden, wenn er es

wagt, einen alten, cheinbar chon läng t zu den Acten gelegten Proceß

wieder aufzunehmen und vor der In tanz die er aufgeklärten Zeit für

ein Kun twerk zu plaidiren, das nach einer fe ten Ueberzeugung zu

ungerecht Verurtheilten gehört. Glücklicher

mit einem vollbrachten Ju tizmorde zu thun. trotz einer 76 Jahre in jugendlicher Fri che.

ihm im Ganzen wenig ge chadet, denn der König der Deut chen Com poni ten, un er Mozart, hält einen glänzenden Königsmantel über ihn gebreitet und läßt ihn Theil haben an einem Glanz und einen Ehren.

Inculpat lebt noch, lebt Seine Verurtheilung hat

Wei e haben wir es nicht

den

6

Es handelt ich um das

Libretto zur Zauberflöte , über de en

abge chmackten Un inn läng t

ich höch tens um der wundervollen Mu ik willen doch noch immer gefallen läßt; während der Verfa er ich getraut nachzuwei en, daß nicht leicht Dichter und Componi t o ganz in einem Sinne und Gei te arbeiteten, als an die er, in der tief ten Bedeutung des Wortes deut chen Oper.

der Stab gebrochen i t, und den man

Es ei ihm erlaubt, die Fabel des Stückes

in der Kürze vor

zuführen. Sara tro, der Herr cher und Oberprie ter im

Weisheits-Tempel,

hat Paminen, die Tochter der Königin der Nacht, in eine Gewalt

Tamino, den ie ich durch

Errettung aus großer Gefahr zu Dank verpflichtet hat, hofft die Mutter

ihr Kind befreit und in ihre Arme zurückgeführt zu ehen. Allein ihr

gebracht. Durch den jungen Prinzen

wohler onnener Plan cheitert. Sara tro gewinnt ihren hoch innigen

Champion für ich und eine Sache und weiht das in chweren Prü fungen bewährte junge Paar, welches die Götter für einander be timmten, zum ewigen Bunde und zugleich für ein erhabenes Lichtreich, während die fin tre Königin, der Hölle Rache im Herzen , in ihre Nacht ver inkt.

Daß dies

als Opernterte

Zauberhorn von

andern gleichzeitig

-

nicht ein eitles Märchen i t, gleich

verwandten (wie z. B. Oberon's

Wranitzky), deren Hauptzweck war, die Theaterma chinen pielen zu la en,

das Publicum durch bunten Scenenwech el zu unterhalten und dem Componi ten Gelegenheit zu effectvollen Wei en, dem Komiker aber zu

pikanten Späßen zu geben, ondern daß un re Dichtung eine durch

die Augen. Es handelt ich

geführte Allegorie ei, pringt in

nur darum, den Schlü el dazu zu finden. Die er aber liegt gleich

zur

tanden i t.

Hand, wenn man an die Zeit denkt, in welcher die e Oper ent

zu finden. Die er aber liegt gleich zur tanden i t. Hand, wenn man an die

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Oper und zuer t

aufgeführt im Jahre 1791. Kurz zuvor (denn ein Jahr muß man

doch wohl, auch bei der des Componi ten, auf die

erdenklich ten Federfertigkeit des Dichters und Vollendung eines olchen Werkes rechnen!)

20. Februar 1790, war Kai er Jo eph II.

Es i t die Zauberflöte bekanntlich Mozart's letzte

kurz zuvor al o,

am

ge torben, die er frei innige Beförderer der reformatori chen Be trebungen einer Zeit. Im Vorgefühl eines nahen Todes hatte er ich ein t die Grab chrift

gewün cht: Hier ruht ein Für t, de en Ab ichten rein waren, der aber

das Unglück hatte, alle eine Pläne cheitern zu ehen. Un er Dichter und un er Componi t, beide chon als eifrige Freimaurer enthu iasmirt

-

für die Pläne die es Für ten, verbanden ich,

um dem tief betrauerten

Todten ein Denkmal aufzurichten, aere perennius, mit einer gar viel chöneren Grab chrift, nämlich der tro treichen Prophezeiung gewi en nahen Sieges für ein Lebenswerk, welche zugleich eine kräftige Mahnung ein ollte für die Ge innungsgeno en aller Zeiten. Da nun aber die Verhältni e unter der Regierung Leopold's, welcher einem Bruder Jo eph auf dem Kai erthrone gefolgt war, es ihnen nicht ge tatteten, die es Denkmal offen hinzu tellen: o bauten ie

Hülle und bedeckten deren Thür mit o arglo e Be chauer kaum ver ucht war, auf

die feine Fuge um den Rahmen her und auf das verdeckte Schlößchen

darüber hin eine wunderbare reichlichem Bildwerk, daß der

zu achten, hinter

welchem o viel Sinn verborgen liegt. Natürlich

durften ie auch den Schlü el weder im Schlo e tecken la en, noch ihn offen an das Schlü elbrett hängen. Denn wäre des Pudels Kern o leicht erkennbar gewe en, o hätte un re Oper wohl nie das Licht

der

Lampen erblickt ; und elb t o noch i t's ein wahres Wunder, daß

die

wilden Thiere, die o manches lebensvolle Gei teskind zerri en haben,

die

Herren Cen oren, ich durch die Zauberflöte haben ein chläfern oder

zähmen la en.

en haben, die Herren Cen oren, ich durch die Zauberflöte haben ein chläfern oder zähmen la

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Manche Unklarheit in der Durchführung der Allegorie, manche

un re Kun trichter die Na e rümpfen,

gebotenen Vor icht zu chreiben ein;

o wie manches kleine Zuge tändniß an das Wiener Publicum, das damals wenig wähleri ch gewe en ein muß, nur die Ab icht haben konnte,

dürfte auf Rechnung die er ehr

Detour im Dialog, über welche

hinter harmlo em Gelächter den bittern Ern t der Oper zu verbergen.

Solche Rück ichten haben wir, Gott ei Dank! nicht mehr zu nehmen. I t al o der Schlü el in un ern Händen, o wollen wir das alte Räth el muthig auf chließen und zu ehen, was die Zauberflöte

eigentlich bedeute. Bezieht ich die Oper auf Kai er Jo eph s Tod, o i t auch ohne Frage in dem Kampfe zwi chen der Königin der Nacht und zwi chen Sara tro der Lebenskampf des Kai ers elb t darge tellt, freilich nicht mit dem traurigen Ende, den er in Wirklichkeit für den edlen Märtyrer hatte, ondern mit dem glorreichen Ausgange, welchen er, nach des Dichters Ueberzeugung, für eine Per on bereits dort oben gefunden hatte und für eine Sache auch hier auf Erden bald finden mü e. Daher denn neben der rührenden Klage in dem wundervollen Ab chieds Terzette: Soll ich Dich, Theurer, nicht mehr ehn? , der, wie des Schick als Stimme, er chütternde Ruf Sara tro's: Die Stunde chlägt,

nun müßt ihr cheiden und die (hier freilich gerichtete) fromme Fürbitte: Laßt ie der Prüfung

an I is und O iris Früchte ehen; doch

ollen ie zu Grabe gehen: o lohnt der Tugend kühnen Lauf, nehmt ie in euren Wohn itz auf. Die e Auffa ung erklärt zugleich die Figuren der Allegorie. Die ternflammende Königin der Nacht i t die Kirche, die Kirche, an deren fin trer Macht Kai er Jo eph's Pläne cheiterten,

d. h. die Römi che Hierarchie. Ihr Bild i t natürlich vom Partei

ausgezeichnet. Sie i t Wittwe. Aber nicht die zum Leiden Auserkorene ; denn mit ihrem

tandpunkte des Dichters darum er cheint ie als

Wittwe. Aber nicht die zum Leiden Auserkorene ; denn mit ihrem tandpunkte des Dichters darum er

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Gemahle kann ie nie recht ein Herz und eine Seele gewe en ein. Die er war, wie ausdrücklich ge agt wird, tets den Eingeweihten hold", während ie, die Königin, die e nicht er t um der geraubten Tochter willen, ondern vermöge ihres inner ten We ens allzeit tödtlich haßte. Als Wittwe zeichnet ie der Dichter vielmehr darum, weil ihm der Gei t des wahren Chri tenthums, der ein t der katholi chen Kirche Schritte leitete , in der Römi chen Hierarchie er torben zu ein cheint. Ihr gegenüber verkörpert ich in Sara tro die Humanitäts-Philo ophie, welche in der letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts die ganze gebildete Welt beherr chte und zu welcher ich, wie ehr er auch on t

gegen den Prote tantismus eingenommen war, auch Mozart bekannte,

weil er in ihr, in ihrem Streben nach Weisheit und Tugend, das

eigentliche We en des Chri tenthums

Aus die er Stellung des wei en Mannes zu der nächtlichen Königin erklären ich ogleich die vielfachen, oft an den Haaren herbeigezogenen

Aeußerungen eines auffallenden Weiberha es (z. B. das gänzlich unmotivirte Prie terduett: Bewahret euch vor Weibertücken , Sara tro's

in elt amer Erregtheit ausge prochener

Grund atz, daß ein Mann des on t aus ihrem Wirkungskrei e

Liebenswürdigkeit, in welcher der Dichter

Weibes Schritte leiten e, zu chreiten pflege ). Aus der

die Pamina, ja elb t die reizende Papagena er cheinen läßt, noch mehr aus dem Duett: Bei Männern, welche Liebe fühlen c., in welchem Mann und Weib und Weib und Mann , al o die Ehe bis zu den

Göttern erhoben wird, ehen wir deutlich, daß die e Animo ität keines wegs dem Weibe als olchem, ondern vielmehr dem tolzen Weibe ,

Pamina's Mutter, der

hierarchi chen Kirche gelte, welche allerdings durch

ihre Uebergriffe in das weltliche Regiment bedeutend aus ihrem natür lichen Wirkungskrei e ge chritten war. Der Hauptgegen tand des Streites zwi chen die en beiden feindlichen

Mächten i t nun Pamina, welche Sara tro ihrer Mutter geraubt hat,

erkannte.

weil es

die en beiden feindlichen Mächten i t nun Pamina, welche Sara tro ihrer Mutter geraubt hat,

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um ie im Sinne ihres ver torbenen Vaters für ihre, von den Göttern gewollte Be timmung zu erziehen und dadurch ihr Glück zu ichern,

welches ihm unter der Mutter Führung gefährdet er cheint. Können wir noch einen Augenblick über die e Figur in Zweifel ein? Die es noch in der Entwicklung begriffene, bild ame Kind des wahren chri tlichen

Mündigkeit heran

Gei tes und der Mutter Kirche i t die zur

wach ende Chri tenheit, die Gemeinde der Zukunft, wie ie zur

Zeit Jo eph s den aufgeklärten Katholiken als Ideal vor chwebte. Darum

klingt der Mutter

hängt Pamina mit ihrem Herzen an der Kirche; ihr

namen üße , und die em Zuge folgend, möchte ie unter Papageno's

Bei tand aus Sara tro's Burg entfliehen, de en heller Weiheits-Tempel

ihr,

der an die flimmernde Pracht des heimathlichen Pala tes Gewöhnten,

kalt

und öde er cheinen muß. Aber ie hat doch zu viel von des Vaters

Gei t in ich, um den erhabnen Prie ter der Weisheit und Tugend nicht

tief zu verehren und einer Macht ich demüthig zu beugen. So großes Vertrauen hat ie zu Sara tro, daß ie vor ihm nichts reden will, als die Wahrheit, die Wahrheit, und wär' ie auch Verbrechen . Wie ollte ie daher dem Befehle der Mutter gehorchen können, die ie ganz nach der bekannten je uiti chen Taktik zu feigem

Meuchelmord an dem mächtigen Feinde treiben will? Lieber zückt ie,

zum Wahn inn getrieben (ein ergreifendes Abbild Unzähliger, die vom Fanatismus in den un eligen Kampf zwi chen Glaubens- und Gewi ens pflicht getrieben wurden), den Dolch auf die eigne Bru t.

kriti che Situation der katholi chen Kirche zu Kai er

ihn blickten die treitenden Mächte; denn beide Theile,

Jo eph's Zeit. Auf

wie grundver chieden auch ihre Be trebungen waren, waren in der An icht

Chri tenthums be

einig, daß der Für t zum Hort und Schützer des

rufen ei.

Das war die

Tamino, der von den Göttern zu Pamina's

Gemahl be timmt

-

junge Prinz i t al o in er ter Linie Kai er Jo eph elb t, gewiß aber oll

Gemahl be timmt - junge Prinz i t al o in er ter Linie Kai er

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er zugleich alle zu Führern chri tlicher Völker berufenen Herr cher reprä

entiren. Sara tro rechnet auf ihn, als den erhabenen Protector des

die gei tige und ittliche Vollendung der Men chheit

zum Ziele ge tellt. Aber auch die Kirche hatte auf ihn gerechnet; und

ie durfte es ja. Auch Jo eph, obgleich der Sohn der trengen Tugend

wächterin Maria There ia, war nicht allzeit einem israeliti chen Namens

verfolgte die alte berühmte Schlange , die

Mephi to eine Muhme nennt und welche jedem vom Weib Gebornen von einem Paradie e her bekannt i t. Auch er, der tarke Gei t, hatte

Stunden, wo er, ich verloren gebend, die heilige Kirche zur Hülfe! rief. So beginnt denn un re Oper mit dem Hülferuf Tamino's, einer Flucht und Errettung vor der großen Schlange. Daß die e kein gewöhnliches Reptil ein olle, erkennen wir ogleich an der, aller Naturge chichte Hohn prechenden Manier, mit welcher ie ich dem fliehenden Prinzen nachwälzt, o wie aus der gänzlich

un chlangenhaften Ungelenkigkeit, in welcher ie ich von den Pfeilen der drei Damen ohne weiteres er techen läßt, o daß ihr Triumphge ang auf

ihres Armes Tapferkeit dem achkundigen Schlangenjäger

unberechtigt er cheinen dürfte. (Anfangs oll

zum Verfolger gewählt haben, icherlich mit Bezug auf die bekannte

Bibel telle 1. Petr. 5, 8: Er geht umher, wie ein brüllender Löwe,

und uchet, wen er ver chlinge. Ohne Frage hat er die es Bild

Ver uchers mit dem der Schlange vertau cht, weil er das Symbol

Löwen, wie wir päter ehen werden, zu andern Zwecken verwenden

wollte.)

Die Be iegerinnen der Schlange, die drei Damen, ind, wie

ihre chwarze Tracht und ihre Schleier andeuten, Abge andte und Die

nerinnen der Königin der Nacht. Es wird uns daher nicht Wunder nehmen, wenn der Dichter ie ohne be ondere Vorliebe behandelt.

Bundes, der ich

vetter gleich. Auch ihn

einigermaßen

der Dichter einen Löwen

des

des

be ondere Vorliebe behandelt. Bundes, der ich vetter gleich. Auch ihn einigermaßen der Dichter einen Löwen

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haben ie ihre charfen Ohren, jedes gewisperte Wörtchen neh

machina und machen den

von ihrer Herrin erborgten Einfluß geltend. Willige Werkzeuge ihrer

Guten wie zum Bö en, und handeln, kleine

Eifer üchteleien abgerechnet (denn das An ehn der Per on i t ihnen auch

nicht gänzlich fremd!), immer in bewundernswürdiger Einigkeit (man hört ie nur im Terzett!), aber ihre ge chwätzige Zunge kann auch lügen und verleumden und Leute wie Papageno mit erdichteten Schrecken äng tigen, alles in majorem Dei gloriam.

Königin, ind ie bereit zum

Ueberall men ie ad notam; überall er cheinen ie ex

Weil er gerade die geeignet te Veranla ung giebt, die en

merk

würdigen Damen unter den Schleier zu ehen, wollen wir uns

zuvor

die Figur des Papageno enträth eln. Er i t der geborne Unterthan der nächtlichen Königin. Schon eine

elige Mutter hatte in ihrem Pala te gedient. Sie elb t zu ehen, der Wun ch cheint ihm o verwegen, wie der Gedanke undenkbar, daß er ich einmal ihrer Macht entziehen könnte. Er weiß von die er un icht baren Herrin nur durch Vermittlung der drei Damen, welche ihn, trotz

eines mannbaren Alters, in treng ten Vormund chaft und

Unwi enheit erhalten. Daß hinter den Bergen auch noch Leute wohnen , weiß er gar nicht; aber eine Devi e i t: Stets lu tig, heißa, hop a a! Er liefert ob ervanzmäßig im Schlo e der Herrin täglich eine Jagd beute, eine Vögel, ab und erhält dafür durch die Hand der drei Damen, was die e für ihm zuträglich halten: Wein oder Wa er, Zuckerbrot oder einen Stein als tägliche Ration. Weiter bedarf er auch nichts. Weshalb ollte er ich um die Zukunft bekümmern? Dafür läßt er die

Königin orgen. Der einzige Wun ch, der ihn bewegt, und de en Ver

der ab olute ten Abhängigkeit, unter der was das Traurig te i t in völliger

zögerung ihn in eine

po irliche Verzweiflung treibt, i t, ein Mädchen

oder Weibchen , eine Papagena, zu haben. Er i t die per onificirte sancta simplicitas!

-

i t, ein Mädchen oder Weibchen , eine Papagena, zu haben. Er i t die per

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Kann man ich einen be ern Reprä entanten des ungebildeten katho li chen Volkes, peciell des Wiener Völkchens von damals, in einer prüchwörtlich gewordenen naiven Lu tigkeit denken? Auf die e heitere Naivetät deutet auch Papageno's Ko tüm, das bunte Federkleid; ein Thier-Fell wäre für den orglo en Vogelfänger nicht lu tig genug. Vor Allem aber charakteri irt ihn ein Pfeifchen. Als Lockpfeife kann ie unmöglich gelten. Welcher Vogel änge eine halbe Tonleiter vom

Grundton bis zur Quint?

Sehen wir ie genauer an, o i t die

Papagenoflöte nichts andres als die Rohrflöte des Pan, des alten Grie chi chen Natur-Gottes, ihr gegenwärtiger Be itzer al o der Naturmen ch.

- Wie aber der Vogel im Käfig immer etwas von einer ur prüng lichen Natur verliert, o auch Papageno in einer Abhängigkeit von der nächtlichen Königin. Der Reprä entant des leichten Wiener Völkchens hat einen kleinen Anflug von der natürlichen Bosheit oft Mißhandelter und von dem eben o natürlichen Gelü te zu atyri cher Kritik bekommen. Bei allem Re pect, der ihm mit der Muttermilch eingeflößt und durch

doch frech genug, mit der

Heldenthat der Damen vor dem Prinzen groß zu thun, und frivol

an der Schönheit der elben

zu äußern, ja ogar, kaum von der Strafe dafür erlö t, ie mit

unverkennbarer Ironie immer ihr chönen Frauenzimmer zu nennen.

wie ge agt, einer Strafe konnte er nicht entgehen. Von charfen

Ohren überwacht, wird er nach dreimaliger Verwarnung (ein charakteri ti cher Zug!) zu einem trengen Fa ten verurtheilt und bekommt für ein vorwitziges Plaudern ein Schloß vor den Mund.

Deutlicher konnten die drei mächtigen Werkzeuge der Römi chen Hierarchie nicht gekennzeichnet werden, die Ohrenbeichte, die Kir chenzucht und die Cen ur. Dem Prinzen wi en ie durch ihre Allwi enheit und eben o prompte, als, wie es chien, gerechte Ju tiz zu imponiren, daß er ich

manche Züchtigung einge chärft i t, i t er

genug, elb t in ihrer Nähe eine Zweifel

Denn,

er ich manche Züchtigung einge chärft i t, i t er genug, elb t in ihrer

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chwach er cheint, dem armen Stumm-gemachten zu helfen , er ihn auch beklagen muß. Aber auch ein Vertrauen wi en

zuvorkommende Begnadigung des leicht innigen

Lügners. Vornehmlich aber gewinnen ie ihn durch den chmeichelhaften Antrag, der mächtigen, jetzt aber o unglücklichen Königin einen ächten

ie zu gewinnen durch

elb t zu wie ehr

Ritterdien t zu erwei en

durch Befreiung ihrer chönen Tochter aus den

Händen ihres bö en Wider achers. Sie überbringen ihm

das Bildniß

der elben mit der Zu age, daß das Original, obald es

der Mutter

zurückgegeben ei, ihm elb t gehören olle. Bilder der Art, zu olchen Zwecken angefertigt, pflegen immer ein wenig zu ideali iren; es i t daher nicht zu verwundern, wenn Tamino es bezaubernd chön findet und ohne Weiteres eine chwärmeri che Liebe zu der Entführten faßt. Zeigte man dem jungen Kai er olch ein ideales Bild der katholi chen Chri tenheit, einig in untrüglichem Glauben,

geleitet von unfehlbaren Hirten und ge egnet mit uner chöpflichen Gna den wie ollte olch Bild ihn nicht begei tern? wie ollte er einer

anmaßlichen Men chen-Weisheit nicht zürnen, welche der himmli chen

Mutter, der Kirche, ihre Kinder raubte? So war denn auch Jo eph,

bei aller Duld amkeit gegen die Prote tanten, doch im Herzen ein guter

Katholik. Nur mußte er, wie Tamino bald ein ah, daß Sara tro der Unmen ch, der Tyrann ei, als welcher er ihm ge childert

war,

nicht

auch bald erkennen, daß weder die Gemeinden Oe terreichs die em

bezaubernd chönen Bilde glichen, noch daß die Kirche Roms eine olche, nur auf das Heil ihrer Kinder bedachte Mutter ei. Konnte ie doch, wenn es ihren Zwecken diente, alle Bande der Natur zerreißen , wie ie es in der berühmten Rache-Arie droht. In der er ten Begei terung übernimmt der Prinz das lockende Befreiungswerk; die Ab icht i t edel, i t lauter und rein ; aber die Aus rü tung dazu eine ehr elt ame, vor Allem elt am der ihm beigegebene Schildknappe, der harmlo e Vogelfänger. Wie ollte er, der ich höch tens

elt am der ihm beigegebene Schildknappe, der harmlo e Vogelfänger. Wie ollte er, der ich höch

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im Trinken und E en mit Für ten me en möchte, Neigung und Beruf fühlen, mit dem grau amen Sara tro anzubinden, von welchem ihm eine gei tlichen Vormünder o viel chreckliche Dinge erzählt haben ),

daß er befürchten muß, von ihm gerupft, gebraten und den Hunden

vorge etzt zu werden? Aber, wie er ich auch weigert, der arme Papa

geno muß. Zwar weiß die kluge Königin o gut wie der Dichter, wie

werthlos olcher Knappe ei, aber Liebe und Furcht geben auch ein gutes Ge pann, wenn eine ge chickte Hand die Zügel lenkt. Durch Papageno blieb ja auch der hochge innte Tamino in den Händen der nächtlichen Königin; denn was könnte ein Für t gegen Rom unternehmen, o lange

ein Volk in der rechten Gei tesknecht chaft erhalten bleibt? Auch das Heergeräth, mit welchem die nächtliche Königin ihre Kämpfer ausrü tet, i t elt am aber innreich gewählt.

Papageno erhält ein Glocken piel, welches durchaus keinen

Virtuo en nöthig hat, um o herrlich, o chön zu klingen wie Oberon's

auch be itzt. Gegen Sara tro elb t

i t freilich damit nichts auszurichten,

der kecke Ver uch, Mono tatos

Zauberhorn, de en magi che Kraft es

aber

und eine chwarzen Sklaven damit zu kirren, gelingt über Erwarten gut. Sollte damit nicht der auf die Sinne der Menge berechnete Klingklang

des katholi chen Gottesdien tes gemeint ein? Das wenig tens i t gewiß:

Könnte jeder brave Mann

Solche Glöckchen finden ,

hätte der vernünftige Gottesdien t , die Anbetung Gottes im Gei t und in der Wahrheit o viel Lockendes, Bezauberndes, wie ein feierliches

Hochamt mit Weihrauchwolken,

Meßglöckchen und chönen Chorge ängen.,

Pamina und Papageno ängen mit Recht:

Seine Feinde würden dann Schnell wie Spreu ver chwinden.

"O Ging es doch un eren Gefangenen von 1866 ganz ähnlich mit ihrer Furcht vor der

Grau amkeit der Preußi chen Krieger.

es doch un eren Gefangenen von 1866 ganz ähnlich mit ihrer Furcht vor der Grau amkeit

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Den wichtig ten Dien t lei ten die e Zauberglöckchen dem vor Liebes

ehn ucht lebensmüden Papageno, indem ie ihm ein Weibchen, ein Täubchen, eine Schöne , eine Papagena, herbeirufen. Die e reizende Figur bedarf kaum der Erklärung. Schon ihr Federkleid kennzeichnet ie, wie ihr Name, als das alter ego des Vogelfängers, als die naive weibliche Natur, fröhlich, zierlich und kinderlieb. Aber warum er cheint ie zuer t zum Ent etzen ihres Schatzes als 70jährige Alte. Wenn das nicht einer von den Wiener Scherzen i t, die den Verdacht der Cen oren ablenken ollten, o i t das wohl ein atyri cher Hieb auf die forcirt ehrbare und doch o bedenkliche Reifrocks-Moral, welche Maria There ia am Hofe und o weit es ging - im Lande eingeführt hatte, wäh

rend gerade zu Jo eph's Zeit teife Hülle abzuwerfen trebte.

eine liberalere Sitte die unliebenswürdige

Bedeutungsvoller als die Zauberglöckchen i t die Zauberflöte. Zu näch t teht ie in einer unverkennbaren Beziehung nicht zu jenem Glocken piele, ondern zu der Pan-Flöte Papageno's; vermittel t der elben Noten, nur von Tamino in der tieferen Octave gebla en, etzen ie ich mit einander in Rapport und finden ich beim Suchen nach Pamina immer wieder zu ammen. Außerdem wirkt ie, wie die Leier des Orpheus,

Hage tolz

regt ich die Liebe , elb t wilde Thiere fühlen Freude . Daß die e

civili irend auf die Hörer; alle Leiden chaften chweigen, im

Flöte, die auch zu Ehren der allmächtigen Götter Loblieder pielt, in

einem geheimnißvollen Zu ammenhang mit den My terien der

Natur

tehe, geht auch daraus hervor, daß mit einer gewi en Empha e

erzählt

wer das i t) habe ie in

einer Zauber tunde aus dem tief ten Grunde der tau endjährigen Eiche ge chnitzt. *) Für den deut chen Le er bedarf das Symbol

wird, Pamina's Vater (und wir wi en ja,

*) In un ern Klavier -Auszügen finden wir freilich eine andre Lesart. Da liefert die

ewige Ceder (wenn's noch die an Sagen reiche nordi che E che wäre!) das Material zur

nur des Reimes wegen, einen Grund die er Verballhornung

annoso alloro, einen alten Lorbeer daraus.

Zauberflöte. Die Italieni che Ueber etzung macht ogar, wohl

Was der

alloro, einen alten Lorbeer daraus. Zauberflöte. Die Italieni che Ueber etzung macht ogar, wohl Was der

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keiner Deutung, es i t elb tver tändlich. Aus dem tief ten We en des

die es wunderbare

In trument. Wir werden päter darauf zurückkommen; vorläufig bemerken

wir nur, daß Tamino es zwar aus den Händen der Kirche empfängt,

um es gegen Sara tro zu gebrauchen, daß es ich aber vielmehr in den

Prüfungen hilfreich erwei et, welche des be er belehrten Prinzen Auf nahme in Sara tro's Orden bedingen. Wir haben dabei ohne Zweifel

deut chen Volkes al o bildete der chri tliche Gei t

an

die

im We en des deut chen Volkes begründete, tiefe Religio ität,

an

die

ächt deut che und ächt chri tliche Frömmigkeit zu denken, als

deren Typus Luther da teht, den ie zuer t zu einem

zum iegreichen Bekämpfer der Römi chen Hierarchie

Mönch, dann aber machte.

Wie viel Unglück Paminen's Mutter in der Wahl ihrer Mittel

hatte, das ehen wir ganz be onders an den Führern, welche ie für ihre Kämpfer ausgewählt. Wer ind die drei Knäblein, jung und chön , welche den Prinzen und einen bunten Knappen auf ihrer Rei e begleiten en? Zum Hof taate der Königin gehören ie nicht das zeigt chon ihr lichthelles Ko tüm aber auch nicht zum Gefolge Sara tro's.

Sie lei ten überall ihre guten Dien te, ie handeln in völliger Unabhän

offenbar über den Parteien, wenn ie auch im Grunde die Seite des Weisheits-Prie ters neigen. Sie lei ten

zuverlä ige

Führer, nein auch theilnehmende Rathgeber und Trö ter. Sie entwinden der verzweifelnden Pamina den Dolch und retten Papageno vom Strick.

mehr, als ihnen aufgetragen war. Sie ind nicht bloß

gigkeit, tehen ich mehr auf

Sie verkünden den nahenden Morgen , das baldige

Schwinden des

Aberglaubens , den Sieg des wei en Mannes . Die

Weisheitslehren

die er Knaben im Herzen , tritt Tamino an die Pforte des Weisheits

gewe en, kann Verfa er nicht errathen, es müßte denn die Ab icht ein, die Allegorie

weniger

deutlich zu machen. Un ere Lesart i t einem alten Souffleurbuche entnommen, de en

Papier,

Einband und veraltete Orthographie bewies, daß es dem Originale näher tehe als alle Klavier-Auszüge.

en Papier, Einband und veraltete Orthographie bewies, daß es dem Originale näher tehe als alle Klavier-Auszüge.

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Tempels, chon halb bekehrt von dem bö en Vorurtheile, das er dahin

mitgebracht. Wir greifen chwerlich fehl, wenn wir in die en freundlichen Ge

talten die drei guten Genien der Men chheit erkennen: die Wi en

chaft, die Kun t und die Humanität. Eben o unzertrennlich wie ie, tehen ie

den drei ver chleierten auch nicht als erklärte

vielmehr ind ie, wie jene, auch ihrer Herrin zum Dien te

erbötig, welcher ie für mächtigen Schutz und treue Pflege von Alters

Feinde;

Damen gegenüber in offenbarem Gegen atze, aber

daß in den

Zeiten allgemeiner Barbarei die Kirche es war, welche uns die Schätze

her zu Dank verpflichtet ind. Wir dürfen nicht verge en,

des cla i chen Alterthums erhalten und

durch ihre allein der Schreibkun t

mächtigen Mönche vervielfältigte, welche uns in ihren Klö tern die er ten

erzog, die er ten Schulen gründete,

öffnete, die Kranken pflegte, die

ga tfrei den Pilgern ihre Ho pitien

Chroni ten, Philo ophen und Dichter

Armen pei te, kurz die Werke chri tlicher Liebe trieb und omit die

Völker lehrte, human, d. h. men chlich zu ein. Sie hatte al o An pruch auf den Dank jener drei ewig jungen Knaben und in die em Glauben wurden ie zu Führern ihrer Kämpfer berufen. Die em guten Glauben haben die e auch tets ent prochen, wenn

es galt, der ehrwürdigen Mutter die Fackel vorzutragen, ihre Schätze zu

vertheidigen und ihre heil amen

Gaben den Völkern darzubieten.

In der That, was wäre

aus der Kirche Chri ti

geworden, wenn

die Wi en chaft nicht Licht brächte in die Irrgänge

ihrer Dogmatik,

wenn die Kun t nicht den tarren Formen Leben einhauchte, wenn die

Humanität nicht ihre Friedensfahne wehen ließe über den Schlachtfeldern

fanati cher Glaubenskriege!? Aber es hieße ihr inner tes We en ver kennen, wenn man ihnen zumuthen wollte, elb t üchtigen Intere en ( ei's der Hierarchie, ei's der Irreligio ität) zu dienen. Dazu ind Leute gut wie Mono tatos.

en ( ei's der Hierarchie, ei's der Irreligio ität) zu dienen. Dazu ind Leute gut wie

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Die er Schwarze zeigt ich zuer t als allzu eifriger Diener Sara tro's;

dann aber der wohlverdienten Ba tonade kaum entronnen

verläßt

er treulos einen Herrn,

um ich mit de en Feindin, der

nächtlichen

Königin, zu verbünden,

von der er den Gegen tand einer niedrigen

Begierde, die chöne Pamina, als Preis eines Verrathes begehrt.

Was bedeutet die e häßliche Figur? Ei, die Aufklärung hat auch ihre dunkle Seite, ihre partie honteuse.

-

die Leute, welche zwar mit großer O tentation eifern, und doch im Grunde nur ihren bö en Mono tatos auch Lichtfreund i t: einetwegen ver tecken , wenn er die chöne, weiße Schlä

ferin kü en kann. Wie ein Argus bewacht er ie und hindert ihre Flucht mit Papageno; aber, als er ich entlarvt ieht, i t er erbötig, elb t mit ihr zu fliehen, wenn ie ihn nur lieben will. O ja! die e

zweideutigen Parti ane der Aufklärung, die er kirchenfeindliche Pöbel genießen möchte er alle Rechte der Freiheit; aber die ittlichen Bedingungen der elben zu erfüllen, das i t nicht ein Ge chmack. Wird olchen Schwarzen auf der andern Seite mehr geboten, o

die Farbe, und olche Bekehrte ind dann, chlimm ten, freilich auch die verächtlich ten

wech eln ie ohne weiteres wie alle Renegaten, die

Gegner. Und leider ver chmäht bis auf den heutigen Tag die Hierarchie

olche Diener o wenig, als in un erer Oper die Königin der Nacht, obgleich ie in der Regel mit Mono tatos und Papageno ganz auf der elben niedrigen Stufe der Gei tesbildung tehen. Die komi che

Scene, wo die e Beiden ich unerwartet gegenüber tehen und ich voll

karrikirt

höch t treffend die noch immerfort aufgeführte Komödie, worin bornirte Gläubigkeit und flachköpfige Freigei terei ich zur Belu tigung der Zu chauer gegen eitig lä tern und verdammen,

Der Mohr reprä entirt für Licht und Freiheit Lü ten dienen. Wie ehr mag der Mond ich nur

Ent etzen an chreien: Das i t der Teufel icherlich! hu! hu! ,

Wie ehr mag der Mond ich nur Ent etzen an chreien: Das i t der Teufel

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Somit wären nun ämmliche Figuren der Allegorie (denn der

Sprecher und die Prie ter ind in Sara tro erklärt) dechiffrirt bis auf

ihre Rolle pielen. der Kinder und der

Wiener Gallerie da. Der Dichter hat ie icherlich mit gutem Vor

Baukün tler und

Steinmetzen ihre wunderlichen Thierge talten

bedacht an einem Momente angebracht, wie die alten

die Löwen, Bären und Affen, welche ja auch Auch die e ind chwerlich nur zur Belu tigung

an den Domen.

Sara tro's Wagen läßt er mit echs Löwen be pannen. Damit

will er andeuten, daß die Men chheit auf ihrem Wege zur gei tigen

Vollendung den Vor pann der Kraft nöthig hat. Ohne die Gewal tigen der Erde, ohne den Löwenmuth Carl's des Großen, ohne die Bärentatze des tapfern Markgrafen Albrecht hätte das Chri tenthum ohne die edlen Für ten von Sach en, He en, Anhalt und Branden

burg ohne den Löwen des Nordens , Gu tav Adolf, hätte die Reformation chwerlich ihre Triumphzüge gehalten. Was chadet es, daß ie auch einmal einem chmau enden Papageno eine überflü ige Schü el vom Ti ch holten? Eben o hat die Affenart der Men chen, der Nachahmungstrieb, unbe treitbaren Antheil an dem immer ra cher werdenden Fort chritt der Cultur. Schmeichelhaft mag die Maske an ich nicht ein, aber unwürdig i t ie auch nicht. I t doch in un ern Tagen ogar die affenartige Behendigkeit zu hohen Ehren gekommen.

hofft der Verfa er nachgewie en zu haben, daß der Tert zUr

Zauberflöte keineswegs ein innlo es Narren piel ei, welches nur das eine Verdien t habe, dem Componi ten reichlich mu ikali che Situationen zu bieten. Den Einwurf, daß er eine eignen Gedanken in die alberne Dichtung kün tlich hineingetragen habe, muß er ent chieden zurückwei en, o chmeichelhaft er auch für eine Erfindungsgabe ein würde. Verfa er behauptet nicht, daß der Dichter ab ichtlich und bewußt nach die er einer Dispo ition gearbeitet habe. Das thut ein Dichter überhaupt nicht.

Hiermit

und bewußt nach die er einer Dispo ition gearbeitet habe. Das thut ein Dichter überhaupt nicht.

21

Das hat weder Shake peare bei einem Hamlet , noch Göthe bei einem Fau t gethan, und doch haben ihre Commentatoren den tiefen Sinn die er Dichtungen aufdecken dürfen. Aber der gegenwärtige Ausleger der Zauberflöte behauptet, daß eine Deutung, die o auf alle Theile der Allegorie paßt, ihr eben o wenig aufgezwungen, angekün telt ein könne, als ein Componi t, und wär's ein Mozart, zu wirklichem Blöd inn olch

tiefe Mu ik hätte chreiben können,

noch dazu aus purer Gutmüthigkeit

oder aus Mitleid mit einem in die Klemme gerathenen Theater-Unter

nehmer.

Verfa er auch dem gelehrten Kenner der Mu ik und Herrn Otto Jahn, der in einem werthvollen Werke:

W. A. Mozart Leipzig 1859, über die Gene is un eker Oper einen ganz andern Bericht er tattet, gern zugiebt, daß das Sujet aus dem

Märchen Lulu oder die Zauberflöte (in Wieland's D chinni tan) ent

Wenn nun ihrer Ge chichte,

nommen und ur prünglich von Schikaneder zu einer Zauberoper

bearbeitet

war, poeti ch eben o werthlos, wie die derzeit florirenden alle,

bei denen

allerdings der Decorationsmaler und der Ma chini t das Be te lei ten

mußten; auch, daß der arme Teufel, dem ein glücklicher Concurrent

Stoffes, welche 125 Aufführungen

doch etwas von einen bereits zu ei

erlebte, zuvorgekommen war, um

mit einer Bearbeitung de elben

nem Machwerk getroffenen Vorbereitungen zu retten, dem Märchen eine neue Wendung gab (die er zwar für zeitgemäß, al o packend hält, die aber auch einer Meinung nach die innere Congruenz der Dichtung zer töre); o glaubt Verfa er doch, daß gerade der gelehrte Herr,

der es o mei terlich ver teht, die kün tleri chen Intentionen des großen

Sinn die er Dichtung nicht äußeren Ge chichte der elben,

die allerdings kein gutes Vorurtheil erwecken konnte, weniger gewußt,

Componi ten aufzufinden, auch den tiefen o ehr verkannt hätte, wenn er von der

ie al o unbefangener ange ehen hätte. An Dreierlei möchte Verfa er den gelehrten Herrn erinnern.

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Zuer t, daß auch Shake peare den Stoff zu mehreren Dramen aus Goldoni's doch ehr mäßigen Novellen genommen hat. Es handelt

ich aber bei einem Kun twerk weniger um den Stoff, ondern um das, was der Kün tler daraus macht.

Schikaneder ich

zwar die Autor chaft angemaßt, allenfalls auch hie und da eine Einfälle

-

Zweitens, daß, nach einer eignen Ermittlung,

mit

angebracht und eine Erfahrungen über Theatereffecte

beim Dichter

wie

bei dem Componi ten geltend gemacht hat, daß aber

der eigentliche

Dichter ein gewi er Gie ecke aus Braun chweig gewe en,

ein relegirter

Student, der ich auf das Theater an der Wieden nach Wien verirrt und nicht ohne Talent und Bildung war, wie er in einer ganzen Reihe eigner und über etzter Stücke bewie en. Drittens, daß die es verunglückte Genie, welches der bekannte Ritter Seyfried päter in einem Profe or wieder erkannte, der mit einer natur hi tori chen Sammlung aus Dublin incognito nach Wien gekommen war, o gut wie Schikaneder und Mozart Maçon war, und gewiß kein gewöhnlicher, da er wegen einer Freimaurerei (die unter Kai er Leo pold verdächtig und mißliebig geworden war) aus Wien hatte flüchten mü en. Das fällt gewiß chwer ins Gewicht, wie es ja Herr O. Jahn elb t für nicht unwahr cheinlich hält, daß bei un erer Dichtung vom

Freimaurer-Orden aus ein be timmter Einfluß ich geltend gemacht habe

(was Verfa er, beiläufig

ge agt, aus guten Gründen bezweifelt). Wenn

daß eine verherrlichende Dar tellung der maureri chen

Eingeweihten die Befriedigung eines geheimen Ein

ver tändni es, dem Ungeweihten, neben reichlichem Sinngenuß, auch die

Ahnung einer tieferen er cheinen la e und ich

mit Eckermann über eine Helena im zweiten Theile des Fau t beruft:

er aber elb t meint, Symbolik, die dem

Bedeutung gewähre , als ehr zeitgemäß (?) dabei auf Göthe's Aeußerung in den Ge prächen

Wenn es nur o i t, daß die Menge der Zu chauer Freude an der Er cheinung hat; dem Eingeweihten wird zugleich der höhere Sinn

i t, daß die Menge der Zu chauer Freude an der Er cheinung hat; dem Eingeweihten

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nicht entgehen, wie es ja auch bei der Zauberflöte und andern Dingen

der Fall i t o räumt der gelehrte Kun trichter gerade das ein, was Verfa er behauptet und was er ich chmeichelt, dargelegt zu haben: näm

den höheren Sinn der Zauberflöte .

lich die tiefere Bedeutung,

Für die Richtigkeit einer Deutung erlaubt er ich chließlich noch

einen Gewährsmann vorzuführen, de en Competenz ihm Niemand an

fechten wird, un ern großen Dichter Göthe, der es nicht ver chmäht hat, zu der verachteten Zauberflöte einen zweiten Theil zu chreiben.

kurzem Ueberblick wieder

Es wird genügen, die e Fort etzung in zugeben und mit kurzen Winken zu begleiten.

- Die Königin der Nacht, welche im er ten Theile unter Donner und

Blitz in die Tiefe ver ank, lebt nach Göthe fort und noch immer kocht

der Hölle Rache in ihrem Bu en ; ganz der Wahrheit gemäß, denn noch immer liegt die Hierarchie, die Römi che oder eine neueren Datums, mit der freien Humanität im Kampf. Der Mohr hat eine Schuldigkeit gethan. Die nächtliche Königin, eine neue Herrin, künftig wie er peculirt ein Weib, i t gerächt, wenn auch die Rache noch nicht voll tändig gelungen i t. Pamina und Tamino weinen , denn ihr höch tes Glück , ihr neugeborner Sohn, i t vom Mohren und einen Gehülfen geraubt und in einen goldnen Sarg einge chlo en. Aus die em ent trömt eine Fin terniß , in welcher ie (die Diener der Hierarchie) ganz allein mit Tigeraugen ehen . Nun aber beginnt eine ihnen unbekannte Macht, Sara tro's Zauber egen , zu wirken; die Kindesräuber fliehen, aber vorher drücken ie chnell noch das Siegel der Königin, das Niemand lö en kann , auf den Sarg und perren o den Knaben auf ewig ein, bevor ihn noch das Vater und Mutterauge erblicken konnte. Zwar wird nach ihrer Flucht der

Sarkophag von Macht hat die

den heiligen Bezirken die es Ordens, daß den Aeltern Wahn inn droht,

dem brüderlichen Orden orglich bewahrt; aber o viel Li t des Knechtes und der Fluch der Herrin auch in

dem brüderlichen Orden orglich bewahrt; aber o viel Li t des Knechtes und der Fluch der

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wenn ie einander ehen, und ihrem an einem Anblick erfreuen ollten.

Kinde der Tod, wenn die e ich je

Es i t klar, daß auch Göthe in

der Königin der Nacht die Römi che

Hierarchie erkennt, nur kennzeichnet er ie noch rück ichtslo er als die

fin tre Macht, welche den in ewiger Wiedergeburt begriffenen Gei t des

fe tge tellten Dogmen wie

und mit ihren furchtbaren

in einem Sarge lebendig todt ver chlo en hält

lebendigen Chri tenthumes in ihren auf ewig

Bannflüchen bewacht. Nahe genug liegt allerdings die Vermuthung, daß der große Ketzer Göthe neben dem goldnen auch an den verro teten blechernen Sarg der alt-prote tanti chen Orthodoxie gedacht hat, in

welcher die moderne Hierarchie elb t den Gei t Luther's ver chließen und o zu ewigem Scheintode verdammen möchte. Die er Sarg, welcher den gei tlichen Todtengräbern chließlich elb t zu chwer wird, wird in den Händen des brüderlichen Ordens feder leicht , o leicht, daß ogar die Frauen ihn tragen können. Die e aber dürfen niemals tille tehen, denn nur o lange ie wandeln, lebt das

Kind. Wie innig und

chri tlich! Sind nicht die Frauen die natür

lichen Reprä entanten der Liebe? Und Paulus agt: Und wenn ich

allen Glauben

hätte, al o daß ich Berge ver etzte, und hätte

der Liebe

nicht, o wäre

ich nichts (1. Cor. 13, 2). Gewiß, o lange

die Liebe

thätig i t, wird, allen Ketzergerichten zum Trotz, das wahre Chri tenthum

nicht aus terben. Selb t in dem ver iegelten Sarge regt und bewegt es ich, und wer auf die e guten Zeichen horcht , hört des Kindes Lallen . So i t es dem göttlichen Schutze befohlen, bis Sara tro's lö end Götterwort es ein t retten wird. Das i t die Situation, mit welcher Göthe eine Zauberflöte eröffnet. Nun übergiebt Sara tro ein oberprie terliches Diadem dem würdigen, König gewordenen Tamino, um nach dem Ge etze des Ordens und nach dem Willen der Götter als Pilger in die Welt zu ziehn.

(Das Prie terthum der

Humanität will ja weder eine Ab traction, noch

der Götter als Pilger in die Welt zu ziehn. (Das Prie terthum der Humanität will ja

25

Es gehört der Men chheit

[1. Petr. 2, 9] und oll ich im Men chenleben reali iren.) Wir hören ein Ab chiedswort:

das Geheimniß erclu iver Krei e ein.

Durch meine Trennung von euch wird die Schale des Guten leichter. Haltet fe t zu ammen, dauert aus, lenkt nicht vom rechten

Wege und

wir werden uns fröhlich wieder ehen!

Wahrlich! eine

Gedächtnißrede an Kai er Jo eph's Grabmale, wie ie

nicht pa ender und chöner ein konnte. Wenn wir beim

olchen Kämpfers für die höch ten Güter der Men chheit

möchten in den Klagechor der Ordensbrüder:

Tode eines

ein timmen

Dein hoher Gang i t nun vollbracht, Doch uns umgiebt die tiefe Nacht!

o trö tet werde an

Chri tenthumes, aus den Händen der fin tern Mutter befreien werden, die o leicht und zum Verderben der Men chheit aus ihrem Wirkungs krei e chreitet . Der brüderliche Orden , dem ihr Vater tets hold war,

tirbt nicht aus, elb t wenn eines Pap tes Bannfluch eine äußerlichen Formen zer chmettern und den Gei t vom Vater, der in alle Wahrheit

führt (Joh. 14, 26), im goldnen Sarge ver iegeln könnte. Die er glänzende, mit wunderbarer Kun t gearbeitete Sarg teht

inde en, obgleich chon transparent geworden, noch immer in einem fin tern Erdgewölbe , bewacht von geharni chten Männern . Ihr ein ilbiges Zwiege präch bezeichnet die mönchi ch-fin tern, in ihrem Berufe

elb t nicht glücklichen Zionswächter . Charakteri ti ch i t die Antwort

des Einen auf die Frage des Geno en: Wann chlägt die Stunde?

Sie lautet: Uns nie!

Die königlichen Löwen ind mit Ketten (das ind die Con cordate!) an ie gefe elt und erheben ich drohend, wenn der un icht

bare Chor (der Inqui itoren) eine unheimliche Parole ausgiebt:

uns und erhebt uns die Zuver icht, daß es niemals fehlen Hohen-Prie tern, welche Paminen, das Kind des gei tigen

uns und erhebt uns die Zuver icht, daß es niemals fehlen Hohen-Prie tern, welche Paminen, das

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Der Wächter oll nicht chlafen; Der Himmel glüht o roth.

Der

Löwe oll

nicht ra ten,

Und

öffnet ich

der Ka ten,

So ei der Knabe todt!

Aber das cheußliche Werk der Fin terniß cheitert, und die alte

Zauberflöte, das Hochzeitsge chenk Tamino's an Papageno, muß dazu

helfen.

Denn Papageno hat nun ein Weibchen , eine Papagena; aber

das gehoffte Glück nicht gefunden. Zwar geht es dem naiven Pärchen

on t ganz vortrefflich, die Tauben fliegen ihnen gebraten in's

aber beide ind verdrießlich, ind verdrießlich , weil die Kleinen, die der

Aeltern Freude ein ollten, eben nicht gekommen ind .

Da verkündet ihnen ein un ichtbarer Chor die Erhörung ihrer Wün che. In ihrer Hütte finden ie drei goldne Eier. Sara tro kommt auf einer Pilgerfahrt zu ihnen; auf eine Anwei ung wird auf einem aus der Erde teigenden Fel en, in welchem ein Feuer ich bewegt, ein artiges Ne t zurecht gemacht, in welchem die Eier, mit Blumen zugedeckt, bald anfangen zu chwellen. Die goldnen Schalen brechen und heraus kommen zwei Knaben und ein Mädchen. Leider

i t Göthe's

Dichtung nur ein Fragment, und gerade die er Theil der

innigen Allegorie nicht ausgeführt. Aber aus den my ti chen Andeu

w deutet die e

elt ame Vermehrung der naiven Familie wohl auf die naturgemäße

Entwicklung des Volkslebens und wir chießen gewiß nicht weit neben das Ziel, wenn wir uns unter den beiden Knaben den Gewerb - fleiß und den Handel, unter dem kleinen Mädchen aber die Cultur oder die feine Sitte denken. Denn das ind ja doch die natürlichen Mächte, welche neben den goldnen Schalen, die ie mit bringen (d. h. neben dem Wohl tande) auch die Intelligenz fördern

Maul ;

tungen Sara tro's über Naturkräfte, Erziehung

und vermitteln. (Ein

armes Volk i t tets auch ein rohes Volk.)

Sara tro's über Naturkräfte, Erziehung und vermitteln. (Ein armes Volk i t tets auch ein rohes

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Die e goldnen Schalen, mit welchen er in alter Wei e zu flunkern weiß, ver chaffen un erm Papageno bei dem nach Gold lü ternen Hof ge inde Credit und leichten Zutritt an Tamino's Hofe. Hier oll er

nach Sara tro's Wei ung an dem durch den Bannfluch der nächtlichen Königin noch immer getrennten und über das geraubte Kind trauernden

Königspaare

die heilende Kraft einer Flöte ver uchen.

Und ie wirkt in erwün chte ter Wei e. Bei ihren Klängen erwachen

zwei Se eln Schlafenden, erblicken zu werden; herab teigend ingen ie:

die unter einem Thronhimmel auf ich, ohne vom Wahn inn befallen

Pamina. Aufgemuntert von dem Gatten, Sich zur Thätigkeit erheben, Nach der Ruhe anftem Schatten Wieder in das ra che Leben Und zur Pflicht, o welche Lu t!

Tamino.

Immerfort bei guten Thaten Sich der Gattin Blick erfreuen, Von der milden wohlberathen, Sich der heitren Tugend weihen,

O wie hebt es meine Bru t!

Der bö