MSB Medical School Berlin

Hochschule für Gesundheit und Medizin

A & O Psychologische
Interventionen

Dipl. Psych. Heiko Tholen
1
Ziel für heute:

Grundlagen für systemisches Coaching &
erste Coachingtools

2
Definition & Abgrenzung

Coaching dient zur Entwicklung und
Umsetzung persönlicher & beruflicher Ziele und
der dazu notwendigen Kompetenzen

Abgrenzung:
Coaching ist Beratung ohne Ratschläge!

Trainings? Supervision? Moderation? Beratung?
Psychotherapie?
3
Vertrauensschutz!

Alles, was während der Coaching Sitzung
gesagt wird, bleibt in diesem Raum!
4
Coachingprozess im Überblick

Theory U (Scharmer, 2009)

5
Der Start in das Coaching

Auftrag
Ziel
Frage

6
Skalierungsfrage

„Wenn sie sich ihre Coachingfrage ansehen: Wo
stehen sie auf einer Skala von 1-10, um… (ihre
Frage zu lösen)?“

- Visualisieren
- Erster Schritt zur Evaluation, ebenso
abschließen mit dieser Frage
- Hilft zu sehen, wie weit sich der Coachee
bereits fühlt
7
Der inhaltliche Einstieg

Was muss ich wissen, damit ich sie coachen
kann?

- Achtung: Inhalt nicht wichtig für den Coach

- Anamnese: Gibt es somatische Marker?

- Stellen sie (möglichst) keine Inhaltlichen
Fragen
8
Coachingprozess im Überblick

Theory U (Scharmer, 2009)

9
Das letzte Semesterdrittel
30.06.2016 07.07.2016 14.07.2016 21.07.2016

Coaching: Live Live Praxis-
Einstieg Coaching Coaching vortrag

Erste Vertiefung Vertiefung Prüfungsvor
Coaching- Coaching- Coaching- bereitung
tools Tools Tools

10
Inhaltsfreies Fragen

Fragen, die losgelöst vom Inhalt sind
(Kaszubski & Mayer, 2013)

- Fragen ins Thema

- Fragen in die Vision

- Fragen zur Ressourcenaktivierung

- Fragen zur Assoziierung/Dissoziierung
11
Inhaltsfreies Fragen

Fragen ins Thema

- Wie genau macht es sich bemerkbar?

- Wie sieht X das Problem?

- Wo sehen sie ihren Anteil am Thema?

- Wo tritt das Thema auf (Kontext)?
12
Inhaltsfreies Fragen

Fragen in die Vision

- Wenn das Thema gelöst wäre, was wäre
dann anders?

- Woran werden Sie erkennen, dass das
Thema gelöst ist?

- Woran genau würden es andere bemerken?
13
Inhaltsfreies Fragen

Fragen zur Ressourcenaktivierung

- Welche Ressourcen brauchen sie zur
Zielerreichung?

- Was hat bereits funktioniert?

- Was würde ein Freund sagen, welche
Eigenschaften sie zur Lösung des Themas
mitbringen? 14
Inhaltsfreies Fragen

Fragen zur Assoziierung/Dissoziierung

Coachee entweder auf die Lösung lenken
(Assoziierung) oder zumindest vom Thema
trennen, um mit weniger Erregung arbeiten zu
können (Dissoziierung)

15
Inhaltsfreies Fragen

Fragen zur Assoziierung mit der Vision

- Wie genau würde es sich anfühlen, wenn sie
das Ziel erreicht haben?
- Wenn sich die Situation von heute auf
morgen ändern würde, was genau wäre dann
anders?
- Was genau würden Sie bei Zielerreichung als
erstes machen?
16
Inhaltsfreies Fragen

Fragen zur Dissoziierung vom Thema

- Wie würde Ihre Führungskraft das Thema
beschreiben?
- Was würden sie jemandem anderen in dieser
Situation raten?
- Wann tritt diese Situation nicht auf, obwohl
man es erwarten könnte?

17
Coachingprozess im Überblick

Theory U (Scharmer, 2009)

18
Coachingprozess
Coachee ist zu Beginn des Coachings nicht
zwangsläufig am Anfang des U.

- Bei Situationen, die unübersichtlich sind,
bietet sich ein Simulationsverfahren an

- Bei Entscheidungssituationen bietet sich das
„Tetralemma“ an

- Bei weiter Zielentfernung die „Logischen
Ebenen“
19
Simulationsverfahren

- Auch als „systemische Aufstellung“ bekannt

- Einsatz bei unübersichtlichen Situationen mit
mehreren Beteiligten

- Stellvertreter sind Symbole oder Stühle

- Dazu die einzelnen Stellvertreter „befragen“
20
Tetralemma

Coachee auf die Positionen stellen und befragen
21
Logische Ebenen

Coachee auf die Positionen stellen und befragen
22
Ernten im Bildergarten

Arbeiten mit Bilderkarten
in folgenden Schritten

1. Interesse wecken
2. Coachee entscheidet sich für Karte passend zur Situation
3. Beründung für Karte erfragen
4. Motiv verändern/manipulieren lassen
5. Maßnahmen erarbeiten lassen, sich dem Zielmotiv
anzunähern
23
Ernten im Bildergarten

- Benötigtes Zubehör: Bilderkarten
- Aktivierung der Kreativität, weg vom Kognitiven
- Übertragung von Bildern auf die eigene Situation
- Mit Metaphern arbeiten
- andere Zugänge zum Thema ermöglichen
- Gestaltung von Lösungswegen
- Mit welchem Punkt der Theory U kann man das
verknüpfen?
24
Der künftige Lebenslauf

1. Coachee entwickelt CV der Zukunft
2. Aktuelle Station auf das letzte Blatt unten
3. Nach oben gehen und Ziel entwickeln lassen
4. Zurück zum jetzt: Was ist der erste Schritt, um dort
hinzukommen
5. Nächster Schritt (dann auch Ende der aktuellen Station)
6. Lücken bis zum Ziel schließen 25
Der künftige Lebenslauf

- Wechsel der Blickrichtung ist im Coaching-Prozess
interessant.
- Gliederung des Hauptziels in zeitlichen
Einzelschritten
- Verknüpfung von Verbindlichkeit & Fantasie
- Mit welchem Punkt der Theory U kann man das
verknüpfen?

26
HMW Sofortprogramm

Heute
Morgen
Woche
- Ziel: Möglichst schnell den Coachee zum
Handeln zu bringen 27
HMW Sofortprogramm

1. Vorsätze formulieren lassen
2. Erläuterung des HMW-Programms mit Analogie
3. Widerstand antizipieren: H erfüllen lassen und
wenn es noch so klein ist
4. M fällt leichter. Besser Uhrzeiten/Punkte festlegen
lassen
5. W planen lassen
6. Hindernisse antizipieren lassen

28
HMW Sofortprogramm

- Aus den eigenen Erkenntnissen einen
Handlungsplan erstellen
- rascher Start in den Praxistransfer
- Nicht was jemand tut ist entscheidend,
sondern dass er etwas tut!
- Der ideale Praxistransfer beginnt nicht nach
dem Coaching, sondern schon im Coaching!

29
Ich lade dich ein, Eigenschaft!

- Den Blick auf das Vorhandene richten
- Erforschen, wie die Eigenschaft in der
Vergangenheit aktiviert wurde
- systemisches Denken
und Handeln

30
Ich lade dich ein, Eigenschaft!

1. Den erkannten Mangel in einen Wunsch übersetzen
2. These in den Raum stellen: „Die gesuchte
Eigenschaft ist schon vorhanden!“
3. Von vergangenen Situationen erzählen, in denen
die Eigenschaft bereits vorhanden war
4. Situationen auf einzelne Karten schreiben lassen
5. Karten im Raum verteilen
6. Sich zu den einzelnen Karten stellen
7. Praxistransfer gewährleisten
31
Ich lade dich ein, Eigenschaft!

- Aktivierung der Eigenschaft im
entscheidenden Moment
- Motivationssteigerung
- Steigerungen der Chancen in den
Praxistransfer
- Mit welchem Punkt der Theory U kann man
das verknüpfen?
32
Anpfiff zur zweiten Halbzeit

- Reflektion und Überprüfung der Denkweise
sowie der bisherigen Haltung
- Situationen und Verhalten aus einer anderen
Entfernung betrachten

33
Anpfiff zur zweiten Halbzeit

1. Erklären, weshalb eine Halbzeitpause wichtig ist

2. Halbzeitpause von ca. 10 Minuten einlegen:
Zurückziehen, Reflektieren und Nachdenken

3. Selbstanalyse anhand eines Rollenspiels

4. Über die Selbstanalyse reden

34
Anpfiff zur zweiten Halbzeit

- Motivationssteigerung
- Lösungsdenken, statt Problemorientierung
- angestrebtes Ziel im Auge behalten
- Prioritäten setzen
- klare Entscheidungen fällen
- Mit welchem Punkt der Theory U kann man
das verknüpfen?

35
Der Gebärden-Dolmetscher

- Den Coachee wortlos sprechen und sich
selbst als Gebärden-Dolmetscher
übersetzen lassen
- Das Empfinden mit dem ganzen Körper
ausdrücken
- intuitives Erforschen von
Situationen und Zielen

36
Der Gebärden-Dolmetscher

1. Erläuterung des Tools und Interesse wecken
2. Situation erzählen lassen
3. Coachee stellt den spielerischen Charakter dar und
beantwortet die Fragen nur mit der Körpersprache
4. Eindrücke wirken lassen
5. Durchgehen der einzelnen Antwort-Gesten
6. Gesten variieren lassen

37
Der Gebärden-Dolmetscher

- Veränderungen der Vorsätze sowie
eingefahrene Situationen im Berufsalltag
- Aus einem neuen Blickwinkel sehen
- Gewinn von neuen Erkenntnissen
- Mit welchem Punkt der Theory U kann man
das verknüpfen?

38
Prüfungsfragen

Welches sind die 7 Stufen der Theory U nach
Otto Scharmer?

Nennen & erläutern Sie mir ein Coaching-Tool
und verknüpfen Sie es mit der jeweiligen Stufe
der Theory U

39
40
Bis zum nächsten Mal!

41

Sign up to vote on this title
UsefulNot useful