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DEUTSCHE NORM

November 2003

 

Unbefeuerte Druckbeh‰lter

  Unbefeuerte Druckbeh‰lter

Teil 3: Konstruktion Deutsche Fassung EN 13445-3:2002

EN 13445-3

ICS 23.020.30

Ersatz f¸r DIN EN 13445-3:2003-05

Unfired pressure vessels ñ Part 3: Design; German version EN 13445-3:2002

 

RÈcipients sous pression non soumis ‡ la flamme ñ Partie 3: Conception; Version allemande EN 13445-3:2002

Die Europ‰ische Norm EN 13445-3:2002 hat den Status einer Deutschen Norm.

Nationales Vorwort

 

Diese Normenreihe EN 13445 ¸ber unbefeuerte Druckbeh‰lter wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 54 des Europ‰ischen Normungskomitees CEN auf der Grundlage eines Mandates der Europ‰ischen Kommission und des Sekretariates der EFTA an das CEN zur Erf¸llung der grundlegenden Sicherheitsanforderungen des Anhanges I der Druckger‰te-Richtlinie (Richtlinie 97/23/EG des Europ‰ischen Parlaments und des Rates vom 29. Mai 1997 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten ¸ber Druckger‰te; verˆffentlicht im Amtsblatt der Europ‰ischen Gemeinschaft vom 9. Juli 1977) erarbeitet.

Von der deutschen Seite aus waren die im Gemeinschaftsausschuss GA 54 des Normenausschusses Chemischer Apparatebau (FNCA) vertretenen Kreise hieran beteiligt.

Ab dem 29. Mai 2002 gilt die Druckger‰te-Richtlinie als die alleinige Rechtsvorschrift in den Mitgliedstaaten der EU und der EFTA f¸r das Inverkehrbringen von Druckger‰ten und Baugruppen hieraus mit einem zul‰ssigen Druck (PS) von mehr als 0,5 bar. Die grundlegenden Sicherheitsanforderungen des Anhanges I der Druckger‰te-Richtlinie werden in den einzelnen Teilen der Norm EN 13445 konkretisiert.

ƒnderungen

Gegen¸ber DIN EN 13445-3:2003-05 wurden folgende Berichtigungen vorgenommen:

 

ƒnderungen aus den von CEN verteilten Corrigenda Nr. 6 und Nr. 7, gekennzeichnet durch Rand- striche und der Seitenangabe ÑAusgabe 6 (2003-04)ì, bzw. ÑAusgabe 7 (2003-07)ì, eingearbeitet.

Fr¸here Ausgaben

 

DIN EN 13445-3: 2002-08; 2003-05

Fortsetzung 707 Seiten EN auf CD-ROM

Normenausschuss Chemischer Apparatebau (FNCA) im DIN Deutsches Institut f¸r Normung e.V.

© DIN Deutsches Institut f¸r Normung

Jede Art der Vervielf‰ltigung, auch auszugsweise,

Ref. Nr. DIN EN 13445-3:2003-11

ñ Leerseite ñ

EUROPÄISCHE NORM EUROPEAN STANDARD NORME EUROPÉENNE

EN 13445-3

Mai 2002

ICS 23.020.30

Deutsche Fassung

Unbefeuerte Druckbehälter - Teil 3: Konstruktion

Unfired pressure vessels - Part 3: Design

Récipients sous pression non soumis à la flamme - Partie 3: Conception

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 23. Mai 2002 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management- Zentrum mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, der Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich.

der Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich. EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG EUROPEAN COMMITTEE FOR

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: rue de Stassart, 36

B-1050 Brüssel

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

Inhalt

Vorwort

5

1

Anwendungsbereich

6

2

Normative Verweisungen

6

3

Definitionen

6

4

Symbole und Abkürzungen

8

5

Grundlegende Auslegungskriterien

10

5.1

Allgemeines

10

5.2

Schutz vor Korrosion und Erosion

10

5.3

Belastungen

12

5.4

Konstruktions- und Berechnungsverfahren

15

5.5

Wanddickenberechnungen (DBF)

17

5.6

Schweißnahtfaktor

18

5.7

Gestaltungsanforderungen für Schweißverbindungen

19

6

Maximal zulässige Werte für Berechnungsnennspannungen an drucktragenden Teilen

21

6.1

Allgemeines

21

6.2

Nicht austenitische Schmiedestähle mit einer Mindestbruchdehnung nach der zutreffenden technischen Werkstoffnorm von weniger als 30 %

22

6.3

Austenitische Schmiedestähle mit größer 30 % und bis 35 % Bruchdehnung nach der maßgeblichen Werkstoffnorm

23

6.4

Austenitische Schmiedestähle mit mehr als 35 % Bruchdehnung nach zugehöriger Werkstoffnorm

23

6.5

Stahlgussstücke

24

7

Schalen unter Innendruck

26

7.1

Allgemeines

26

7.2

Zusätzliche Definitionen

26

7.3

Zusätzliche Symbole und Abkürzungen

26

7.4

Zylinder- und Kugelschalen

27

7.5

Gewölbte Böden

28

7.6

Kegelschalen und Kegelböden

33

7.7

Stutzen im Krempenbereich

42

8

Schalen unter Außendruck

47

8.1

Zweck

47

8.2

Zusätzliche Definitionen

47

8.3

Zusätzliche Symbole und Abkürzungen

48

8.4

Allgemeines

51

8.5

Zylinderschalen

52

8.6

Kegelschalen

73

8.7

Kugelschalen

80

8.8

Behälterböden

81

9

Ausschnitte in Schalen und Böden

82

9.1

Zweck

82

9.2

Zusätzliche Definitionen

82

9.3

Zusätzliche Symbole und Abkürzungen

83

9.4

Allgemeines

87

9.5

Einzelausschnitte

98

9.6

Mehrfachausschnitte

109

9.7

Ausschnitte in der Nähe von Störstellen der Schale

120

10

Ebene Böden

128

10.1

Anwendungsbereich

128

10.2

Zusätzliche Definitionen

128

10.3

Zusätzliche Symbole und Abkürzungen

129

10.4

Verschweißte runde ebene Böden ohne Ausschnitte

130

10.5

Verschraubte runde ebene Böden ohne Ausschnitte

137

10.6

Runde ebene Böden mit Ausschnitten

139

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

10.7

Nicht runde und ringförmige ebene Böden

143

11

Flansche

148

11.1

Zweck

148

11.2

Zusätzliche

Definitionen

148

11.3

Zusätzliche Symbole und Abkürzungen

149

11.4

Allgemeines

150

11.5

Flansche mit innenliegender Dichtung

154

11.6

Flansche mit durchgehender Weichstoffringdichtung

169

11.7

Dichtgeschweißte Flansche

172

11.8

Innenliegende Flansche mit innenliegender Dichtung

173

11.9

Flansche unter Außendruck

175

11.10

Flansche mit durchgehender Dichtfläche in Kraftnebenschluss

179

12

Tellerböden (verschraubte gewölbte Böden)

182

12.1

Zweck

182

12.2

Zusätzliche

Definitionen

182

12.3

Zusätzliche

Symbole und Abkürzungen

182

12.4

Allgemeines

182

12.5

Tellerböden mit innenliegender Dichtung

182

12.6

Tellerböden mit durchgehender Dichtung

184

13

Wärmeaustauscher-Rohrböden 187

13.1

Zweck

187

13.2

Zusätzliche

Definitionen

187

13.3

Zusätzliche Symbole und Abkürzungen

188

13.4

U-Rohr-Wärmeaustauscher

190

13.5

Festkopf-Wärmeaustauscher

205

13.6

Schwimmkopf-Wärmeaustauscher

234

13.7

Eigenschaften von Rohrböden

253

13.8

Höchstzulässige Berechnungsspannung an der Verbindung zwischen Rohr und Rohrboden 260

13.9

Höchstzulässige Knickspannung der Rohre

261

13.10

Auslegung des Rohrbodenflansches mit schmaler Dichtfläche

264

13.11

Auslegung des Rohrbodenflansches mit vollflächiger Dichtung 269

13.12

Spezielle Rohr-Rohrboden-Schweißverbindungen

272

14

Kompensatoren

275

14.1

Zweck

275

14.2

Zusätzliche

Definitionen

275

14.3

Zusätzliche Symbole und Abkürzungen

277

14.4

Geltungsbereich

278

14.5

Unverstärkte Kompensatoren mit U-förmigem Profil

281

14.6

Verstärkte Kompensatoren mit U-förmigem Wellenprofil 298

14.7

Kompensatoren mit torusförmigem Wellenprofil

298

14.8

Inspektion und Prüfung

298

14.9

Erstellen von Ermüdungskurven

300

14.10

Kompensatoren unter Einwirkung von Axial-, Lateral- oder Angularbewegungen

300

15

Rechteckige

Druckbehälter

306

15.1

306

15.2

Zusätzliche

Definitionen

306

15.3

Zusätzliche Symbole und Abkürzungen

306

15.4

Allgemeines

308

15.5

Unverstärkte Behälter

308

15.6

Verstärkte Druckbehälter

314

15.7

Öffnungen

323

16

Andere als Druckbelastungen

325

16.1

Allgemeines

325

16.2

Zusätzliche

Definitionen

325

16.3

Zusätzliche Symbole und Abkürzungen

326

16.4

Äußere Lasten an Stutzen in Kugelschalen

328

16.5

Lokale Lasten an Stutzen in Zylinderschalen

338

16.6

Streckenlasten

349

16.7

Aufhängeösen

356

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 4 (2002-11)

16.8

Liegende Beh‰lter auf S‰tteln

360

16.9

Liegende Beh‰lter mit Ringlagerung

374

16.10

Stehende Beh‰lter mit Tragpratzen

379

16.11

Stehende Beh‰lter auf St¸tzf¸flen

384

16.12

Stehende Beh‰lter auf Standzargen

387

16.13

Stehende Beh‰lter mit Ringlagerung

404

16.14

Globale Lasten

415

17

Vereinfachte Berechnung der Erm¸dungslebensdauer

421

17.1

Zweck

421

17.2

Zus‰tzliche Definitionen

421

17.3

Zus‰tzliche Symbole und Abk¸rzungen

423

17.4

Bedingungen f¸r die Anwendbarkeit

424

17.5

Allgemeines

425

17.6

Ermittlung der zul‰ssigen Anzahl von Druckzyklen

425

17.7

Berechnungsregel

451

17.8

Konstruktion und Fertigung

451

17.9

Pr¸fung

452

18

Ausf¸hrliche Berechnung der Erm¸dungslebensdauer

453

18.1

Zweck

453

18.2

Zus‰tzliche Definitionen

453

18.3

Zus‰tzliche Symbole und Abk¸rzungen

456

18.4

Geltungsbereich

459

18.5

Allgemeines

460

18.6

Geschweiflte Bauteile

462

18.7

Ungeschweiflte Bauteile und Schrauben

467

18.8

Korrekturfaktoren zur Ber¸cksichtigung von Spannungen im ¸berelastischen Bereich

470

18.9

Erm¸dung

472

18.10

Erm¸dungsfestigkeit geschweiflter Bauteile

475

18.11

Erm¸dungsfestigkeit ungeschweiflter Bauteile

497

18.12

Erm¸dungsfestigkeit von Stahlschrauben

503

Anhang A (normativ) Anforderungen an die Ausf¸hrung von drucktragenden Schweiflverbindungen

505

Anhang B (normativ) Direkte Auslegung mit Analyseverfahren

529

Anhang C (normativ) Verfahren der Spannungskategorien f¸r die Auslegung mit Analyseverfahren

550

Anhang D (informativ) Pr¸fung der Form von Druckbeh‰ltern unter Auflendruck

569

Anhang E (normativ) Verfahren zur Berechnung der Unrundheit von Zylinder- und Kegelschalen

576

Anhang F (normativ) Zul‰ssiger Auflendruck f¸r Druckbeh‰lter mit toleranz¸berschreitender Unrundheit579

Anhang G (normativ) Alternativverfahren zur Auslegung von Flanschen und Flanschverbindungen mit Dichtung

581

Anhang H (informativ) Tabelle H-1: Dichtungsbeiwerte m und y

631

Anhang I (informativ) Zus‰tzliche Angaben zu Rohrbˆden f¸r W‰rmeaustauscher

634

Anhang J (normativ) Alternativverfahren zur Auslegung von Rohrbˆden f¸r W‰rmeaustauscher

638

Anhang K (informativ) Erg‰nzende Angaben f¸r die Auslegung von Kompensatoren

674

Anhang L (informativ) Berechnungsgrundlage f¸r drucklose Lasten

681

Anhang M (informativ) Maflnahmen w‰hrend des Betriebs

683

Anhang N (informativ) Bibliographie zu Abschnitt 18

685

Anhang O (informativ) Physikalische Eigenschaften von Stahl

686

Anhang P (normativ) Klassifizierung von Einzelheiten von Schweifln‰hten, die unter Verwendung von Hauptspannungen zu beurteilen sind

693

Anhang Q (normativ) Vereinfachte Methode zur Berechnung der Materialerm¸dung f¸r ungeschweiflte Bereiche

706

Anhang ZA (informativ) Abschnitte in dieser Europ‰ischen Norm, die grundlegende Anforderungen oder

andere Vorgaben von EU-Richtlinien betreffen

707

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 4 (2002-11)

Vorwort

Diese Europ‰ische Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 54 ÑUnbefeuerte Druckbeh‰lterì erstellt, dessen Sekretariat von BSI gehalten wird.

Dieses Dokument wurde unter einem Mandat erarbeitet, das die Europ‰ische Kommission und die Europ‰ische Freihandelszone dem CEN erteilt haben, und unterst¸tzt grundlegende Anforderungen der EU- Richtlinien.

Zusammenhang mit EU-Richtlinien siehe informativen Anhang ZA, der Bestandteil dieser Norm ist.

In dieser Norm sind die Anh‰nge A, B, C, E, F, G, J, P und Q normativ, die Anh‰nge D, H, I, K, L, M, N und O sind informativ.

Dieses Europ‰ische Dokument muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Verˆffentlichung eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis November 2002, und etwaige entgegenstehende nationale Normen m¸ssen bis November 2002 zur¸ckgezogen werden.

Entsprechend der CEN/CENELEC-Gesch‰ftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden L‰nder gehalten, diese Europ‰ische Norm zu ¸bernehmen: Belgien, D‰nemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, ÷sterreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und das Vereinigte Kˆnigreich.

Diese Europ‰ische Norm ¸ber ÑUnbefeuerte Druckbeh‰lterì umfasst die folgenden Teile:

Teil 1: Allgemeines

Teil 2: Werkstoffe

Teil 3: Konstruktion

Teil 4: Herstellung

Teil 5: Inspektion und Pr¸fung

Teil 6: Anforderungen an die Konstruktion und Herstellung von Druckbeh‰ltern und Druckbeh‰lterteilen aus Gusseisen mit Kugelgraphit

CR 13445-7 Unbefeuerte Druckbeh‰lter ñ Teil 7: Anleitung f¸r den Gebrauch des Konformit‰tsbewertungs- verfahrens

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

1 Anwendungsbereich

Dieser Teil 3 der Europ‰ischen Norm legt die Anforderungen an die Konstruktion von unbefeuerten Druckbeh‰ltern nach EN 13445-1:2002 und hergestellt aus St‰hlen nach EN 13445-2:2002 fest.

2 Normative Verweisungen

Diese Europ‰ische Norm enth‰lt durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus anderen Publika- tionen. Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die Publikationen sind nachstehend aufgef¸hrt. Bei datierten Verweisungen gehˆren sp‰tere ƒnderungen oder ‹berarbeitungen nur zu dieser Europ‰ischen Norm, falls sie durch ƒnderung oder ‹berarbeitung eingearbeitet sind. Bei undatierten Ver- weisungen gilt die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen Publikation (einschliefllich ƒnderungen).

EN 286-2:1992, Einfache unbefeuerte Druckbehälter für Luft oder Stickstoff; Teil 2: Druckbehälter aus Stahl für Druckluftbremsanlagen und pneumatische Hilfseinrichtungen in Kraftfahrzeugen und deren Anhängefahrzeugen.

EN 288-8:1995, Anforderung und Anerkennung von Schweißverfahren für metallische Werkstoffe - Teil 8: Aner- kennung durch eine Schweißprüfung vor Fertigungsbeginn.

prEN 764-1:2001, Druckgeräte — Terminologie — Teil 1: Druck, Temperatur, Volumen, Nennweite.

EN 764-2:2002, Druckgeräte — Teil 2: Größen, Symbole und Einheiten.

EN 764-3:2002, Druckgeräte — Teil 3: Definition der beteiligten Parteien.

EN 1092-1:2001, Flansche und ihre Verbindungen - Runde Flansche für Rohre, Armaturen, Formstücke und Zube- hörteile, nach PN bezeichnet - Teil 1: Stahlflansche.

EN 1092-2:1997, Flansche und ihre Verbindungen - Runde Flansche für Rohre, Armaturen, Formstücke und Zube- hörteile, nach PN bezeichnet - Teil 2: Gußeisenflansche.

EN 1092-3, Flansche und ihre Verbindungen - Runde Flansche für Rohre, Armaturen, Formstücke und Zubehör- teile, nach PN bezeichnet - Teil 2: Gußeisenflansche.

EN 1092-4:2002, Flansche und ihre Verbindungen - Runde Flansche für Rohre, Armaturen, Formstücke und Zube- hörteile, nach PN bezeichnet - Teil 4: Flansche aus Aluminiumlegierungen.

EN 1591-1:2001, Flansche und ihre Verbindungen - Anforderungen für die Auslegung von Flanschverbindungen mit runden Flanschen und Dichtung - Teil 1: Berechnungsmethode.

EN 1591-2:2001, Flansche und ihre Verbindungen - Anforderungen für die Auslegung von Flanschverbindungen mit runden Flanschen und Dichtung - Teil 2: Dichtungskennwerte.

EN 1708-1:1998, Schweißen - Verbindungselemente beim Schweißen von Stahl - Teil 1: Druckbeanspruchte Bau- teile.

EN ISO 4014:2000, Sechskantschrauben mit Schaft - Produktklassen A und B (ISO 4014:1999).

EN ISO 4016:2000, Sechskantschrauben mit Schaft - Produktklasse C (ISO 4016:1999).

ISO 261:1998, ISO general-purpose metric screw threads - General plan.

3 Definitionen

F¸r diesen Teil dieser Europ‰ischen Norm gelten die Begriffe und Definitionen nach EN 13445-1:2002, EN 13445- 2:2002 und die folgenden:

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

3.1

Aktion aufgebrachte thermo-mechanische Beeinflussung zur Erzeugung von Spannung und/oder Stauchung in einer Kon- struktion, z. B. das Aufbringen von Druck, Kraft oder Temperatur

3.2

berechnete Dicke effektiv verf¸gbare Dicke, die den Belastungen im korrodierten Zustand standh‰lt

3.3

angenommene Dicke vom Konstrukteur angenommene Dicke zwischen der mindest erforderlichen Mantelwanddicke e und der berech- neten Mantelwanddicke e a

3.4

Berechnungsdruck Differentialdruck f¸hrt die Berechnung eines Bauteils

3.5

Berechnungstemperatur Werkstofftemperatur zur Berechnung eines Bauteils (EN 764-1)

3.6

Druckraum ein abgeschlossener, Fluid enthaltender Teil in einem Druckger‰t (EN 764-1)

3.7

Bauteil Bestandteil eines Druckger‰ts, das f¸r Berechnungszwecke gesondert betrachtet werden kann (EN 764-1)

3.8

Kryogene Einsatzbereiche Einsatzbereiche f¸r Fl¸ssiggase bei niedriger Temperatur

3.9

Berechnungsdruck Druck im oberen Teil jedes Druckraums eines Druckbeh‰lters, der f¸r die Herleitung des Berechnungsdrucks jedes Bauteils zugrunde gelegt wird (EN 764-1)

ANMERKUNG

Jeder andere Ort darf festgelegt werden.

3.10

Auslegungstemperatur die f¸r die Festlegung der Berechnungstemperatur jedes Bauteils zugrunde gelegte Temperatur (EN 764-1).

3.11

Differenzdruck Druck, dessen algebraischer Wert gleich dem Unterschied der Dr¸cke auf beiden Seiten eines Bauteils entspricht (EN 764-1).

3.12

Bestimmende Schweißverbindung durchgeschweiflte Stumpfnaht, deren Gestaltung aufgrund des Schweiflnahtfaktors die Wanddicke des Bauteils bestimmt

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

3.13

Lastfall Kombination zusammenfallende Aktionen

3.14

Hauptnaht Schweiflnaht zur Verbindung der drucktragenden Hauptteile

3.15

Höchstzulässiger Druck Druck, der sich aus der ermittelten Dicke bei Berechnungstemperatur f¸r ein gegebenes Bauteil durch Formeln aus der Konstruktion ergibt

3.16

Minimal mögliche Herstellungsdicke Kleinste erreichbare Dicke nach der Herstellung

3.17

Berechnungsnennspannung

Spannungswert, der in den Formeln zur Berechnung von drucktragenden Teilen zu verwenden ist.

3.18

Nennwanddicke

In den Konstruktionszeichnungen angegebene Dicke.

3.19

Prüfdruck Druck, bei dem der Beh‰lter zu Pr¸fzwecken beaufschlagt wird [EN 764-1]

3.20

Prüftemperatur Temperatur, bei der die Druckpr¸fung des Druckbeh‰lters durchgef¸hrt wird [EN 764-1]

3.21

Volumen Innenvolumen eines Druckraums, einschliefllich des Stutzenvolumens bis zur ersten Verbindung (Flansch, Muffe, Schweiflnaht), jedoch abz¸glich des Volumens von Inneneinbauten (z. B. Leitbleche, R¸hrwerke) [EN764].

Anmerkung In EN 13445-1 und EN 13445-2 sind die Begriffe, Symbole und Definitionen aus prEN 764-1, EN 764-2 und EN 764-3 ¸bernommen worden.

4 Symbole und Abkürzungen

F¸r diesen Teil dieser Europ‰ischen Norm gelten in EN 13445-1, EN 13445-2 und die in Tabelle 4-1 angegebenen allgemeinen Symbole und Abk¸rzungen.

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

Tabelle 4-1 – Symbole, Größe und Einheiten

Symbol

 

Größe

 

Einheit

e

erforderliche Dicke

 

mm

e

n

Nenndicke

 

mm

e

min

minimal mˆgliche Herstelldicke

mm

e

a

analytisch ermittelte Dicke

mm

c

Korrosions- oder Erosionszuschlag

 

mm

f

Berechnungsnennspannung

 

MPa or N/mm

f

d

maximaler

Betrag

der

Berechnungsnennspannung

f¸r

normale

MPa or N/mm

Betriebslstf‰lle

 

f

exp

maximaler Betrag der Berechnungsnennspannung f¸r auflergewˆhnliche Betriebslstf‰lle

MPa or N/mm

f

test

maximaler Betrag der Berechnungsnennspannung f¸r Pr¸flastf‰lle

 

MPa or N/mm

n

eq

Anzahl gleicher voller Druckzyklen (siehe 5.4.2)

 

-

P

Berechnungsdruck

 

MPa or N/mm a

P

d

Auslegungsdruck

MPa or N/mm a

P

max

maximal zul‰ssiger Druck

 

MPa or N/mm a

PS , P s

maximal zugelassener Druck

MPa or N/mm a

P

test

Pr¸fdruck

MPa or N/mm a

R

eH

untere Streckgrenze

 

MPa or N/mm

R

m

Mindestzugfestigkeit

MPa or N/mm

R

m/t

Mindestwert der Zugfestigkeit bei Temperatur t in C

 

MPa or N/mm

R

p0,2

Mindestwert der 0,2 % Dehngrenze

MPa or N/mm

R

p0,2/ t

Mindestwert der 0,2 % Dehngrenze bei Temperatur t in C

MPa or N/mm

R

p1,0

Mindestwert der 1,0 % Dehngrenze

MPa or N/mm

R

p1,0/ t

Mindestwert der 1,0 % Dehngrenze bei Temperatur t in C

MPa or N/mm

t

Temperatur

C

t

d

Berechnungstemperatur

 

C

t

test

Pr¸ftemperatur

 

C

TSmax,TSmin

maximal/minimal zul‰ssige Temperaturen

 

C

V

Volumen eines Beh‰lters (oder Druckraumes)

mm 3 b

z

Schweiflnahtfaktor

   

ó

ν

Querkontraktionszahl

ó

a Die Einheiten Mpa oder N/mm 2 sind nur f¸r Berechnungszwecke zul‰ssig; ansonsten ist die Einheit bar zu verwenden (1 MPa = 1 N/mm 2 ).

b Die Einheit mm 3 ist nur f¸r Berechnungszwecke zul‰ssig; ansonsten ist die Einheit Liter zu verwenden.

 

c Die in dieser Norm verwendeten Formeln sind dimensionsbehaftet.

 

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 7 (2003-07)

5 Grundlegende Auslegungskriterien

5.1 Allgemeines

Die Teil 3 genannten Regeln gelten, wenn:

a) Werkstoffe und Schweißnähte keiner örtlich begrenzten Korrosion durch die Produkte unterliegen, für die der

Druckbehälter vorgesehen ist, und

b) die Konstruktion außerhalb des Zeitstandbereichs liegt. Sofern in den zutreffenden Bestimmungen nichts

anderes spezifiziert ist, kommen die Auslegungsanforderungen für ferritische Stähle bis zu 370°C und für

austenitische Stähle bis zu 425°C zur Anwendung.

ANMERKUNG

Diese Bedingung wird geändert, sobald der Abschnitt über Konstruktionen im Zeitstandbereich erstellt ist.

5.2 Schutz vor Korrosion und Erosion

5.2.1 Allgemeines

Im Rahmen der vorliegenden Europäischen Norm umfaßt der Begriff ”Korrosion" Erscheinungen wie Korrosion, Oxidation, Verzunderung, Abrasion, Erosion und alle sonstigen Formen von Abtrag.

ANMERKUNG 1 Unter bestimmten Temperatur- und Umgebungseinflüssen kann Spannungsrisskorrosion auftreten. Ein Korrosionszuschlag ist kein geeignetes Mittel, um dieser Korrosionsform und ähnlichen Erscheinungen entgegenzuwirken. Vielmehr sind in diesen Fällen Überlegungen bezüglich der verwendeten Werkstoffe und der Eigenspannungen in den fertiggestellten Druckbehältern anzustellen.

ANMERKUNG 2 Aufgrund der Komplexität der Korrosionserscheinungen ist es nicht möglich, eindeutige Anforderungen zum Schutz vor ihren Auswirkungen festzulegen. Korrosion kann u. a. in den nachstehend angeführten Erscheinungsformen auftreten:

Chemische Reaktion, bei der Metall durch die Reagenzien angegriffen wird. Diese Reaktion kann auf der gesamten Oberfläche oder örtlich begrenzt (mit der Folge von Lochfraß) oder als Kombination beider Arten auftreten.

Rostbildung durch die kombinierte Wirkung von Feuchtigkeit und Luft;

Erosionskorrosion, bei der ein ansonsten unschädlicher Stoff mit einer Geschwindigkeit über die Oberfläche strömt, die einen kritischen Wert überschreitet;

Verzunderung (Oxidation bei hoher Temperatur).

Der Hersteller muss berücksichtigen, welche Auswirkung Korrosion (innen wie außen) auf die Nutzungsdauer des Druckbehälters hat. In Zweifelsfällen sind Korrosionsprüfungen durchzuführen. Dabei sind die tatsächlich verwendeten Metalle (einschließlich Schweißnähte bzw. Kombinationen verschiedener Metalle) den Chemikalien auszusetzen, für die der Behälter im Betrieb benutzt wird. Korrosionsprüfungen sind über eine ausreichend lange Zeit fortzusetzen, um ermitteln zu können, wie sich die Korrosionsgeschwindigkeit im Lauf der Zeit verändert.

ANMERKUNG 3 Es ist ein Trugschluss, dass der Hauptbestandteil einer Mischung verschiedener Chemikalien das aktive Reagenz ist; in vielen Fällen können geringe Spuren einer Substanz eine korrosionsbeschleunigende oder –hemmende Wirkung haben, die in keinem Verhältnis zu der vorhandenen Menge steht. Fluidtemperaturen und -Strömungsgeschwindigkeiten in den Korrosionsprüfungen müssen denen im Betrieb entsprechen.

5.2.2 Korrosionszuschlag

Wenn als Folge von Oberflächenkorrosion oder -erosion, verursacht durch die Produkte im Druckbehälter oder die Atmosphäre, mit einer Abnahme der Wanddicke an einer der Oberflächen zu rechnen ist, muss eine für die Auslegungslebensdauer der Druckbehälterbauteile ausreichende zusätzliche Wanddicke veranschlagt werden. Der Wert ist in der Konstruktionszeichnung des Druckbehälters anzugeben. Die Höhe des Zuschlags muss der gesamten erwarteten Korrosion auf den betreffenden Oberflächen entsprechen.

EN13445-3:2002 (D) Ausgabe 5 (2003-02)

Ein Korrosionszuschlag ist nicht erforderlich, wenn die Druckbeh‰lterw‰nde von beiden Seiten aus ausreichend gepr¸ft werden kˆnnen, Erosion ausgeschlossen werden kann oder die verwendeten Werkstoffe gegen¸ber dem Beh‰lterinhalt korrosionsbest‰ndig oder zuverl‰ssig korrosionsgesch¸tzt sind (siehe 5.2.4).

F¸r W‰rmeaustauscherrohre oder andere f¸r ‰hnliche Zwecke eingesetzte Bauteile ist kein Korrosionszuschlag erforderlich, sofern nicht bestimmte korrosive Medien in der Betriebsumgebung dies erfordern.

Dieser Korrosionszuschlag sch¸tzt nicht sicher gegen Lochfrafl oder Spannungsrisskorrosion; in solchen F‰llen sind die Verwendung anderer Werkstoffe, das Anbringen von ‹berz¸gen usw. geeignete Maflnahmen.

Ist mit tiefer Lochkorrosion zu rechnen, sollten entsprechend widerstandsf‰hige Werkstoffe gew‰hlt oder Schutz- ¸berz¸ge auf die Oberfl‰chen aufgetragen werden.

5.2.3 Zusammenh‰nge zwischen den definierten Wanddicken

Die Zusammenh‰nge zwischen den verschiedenen definierten Wanddicken sind in Bild 3-1 dargestellt.

δm δe c e en ea emin eex
δm
δe
c
e
en
ea
emin
eex

Legende

e

e n

e

min

Erforderliche Wanddicke Nennwanddicke

Mindestfertigungsdicke (

e

min

=

e

n

min

min

e a Berechnungswanddicke (

c Korrosions- bzw. Erosionszuschlag

e = e

a

-

δ )

e

- c )

δ e

δ m

Absolutwert der negativen Toleranz der Nenndicke des Bauteils (beispielsweise aus den Werkstoffnormen entnommen)

Zuschlag f¸r die mˆgliche Dickenabnahme beim Formen

e ex

Dickenzuschlag bis zur Nennwanddicke

Bild 3-1 ñ Zusammenh‰nge zwischen den definierten Wanddicken

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

5.2.4 Auskleidungen und Schutzüberzüge

Nur vˆllig undurchl‰ssige, ausreichend dicke und chemisch stabile Schutzschichten, deren mittlere Lebensdauer mindestens der des Druckbeh‰lters entspricht, werden als zuverl‰ssiger Schutz angesehen; d¸nne Beschichtun- gen (durch Anstrich, Elektroplattierung, Verzinnen usw.) und ‹berz¸ge, die erfahrungsgem‰fl vor Ablauf der Le- bensdauer der Druckbeh‰lterbauteile erneuert werden m¸ssen, gelten als ungeeignet. Bei Kunststoff¸berz¸gen muss ihre Eignung nachgewiesen werden, wobei neben anderen Faktoren das Diffusionsrisiko zu ber¸cksichtigen ist. Die Korrosionsschutzpr¸fung gem‰fl Europ‰ischer Norm EN 286-2 wird f¸r die in dieser Norm behandelten Druckbeh‰lter als nicht ausreichend angesehen.

Druckbeh‰lter kˆnnen ganz oder teilweise mit korrosionsbest‰ndigen Materialien ausgekleidet (oder beschichtet) sein. Auskleidungen sollten fest mit dem Grundwerkstoff des Druckbeh‰lters verbunden sein. Bei losen oder in Ab- st‰nden befestigten Auskleidungen sind folgende Faktoren zu ber¸cksichtigen:

ausreichende Duktilit‰t der Auskleidung, damit die im Betrieb auftretenden Beanspruchungen, z. B. unter- schiedliche W‰rmeausdehnung, aufgenommen werden kˆnnen;

geeignete Oberfl‰chenbehandlung des Grundwerkstoffs bei nichtmetallischen Beschichtungen.

Wenn der Kontakt des korrosiven Mediums mit dem Grundwerkstoff des Druckbeh‰lters ausgeschlossen werden kann, ist ein Korrosionszuschlag zur Kompensation des Abtrags auf der Innenoberfl‰che nicht erforderlich.

5.2.5 Verschleißplatten

Wenn starke Erosion oder Abrasion auftritt, sind an den betroffenen Stellen Schutz- oder Verschleiflplatten direkt im Strˆmungsweg des abtragenden Mediums anzubringen.

5.3 Belastungen

5.3.1 Aktionen

Bei der Konstruktion eines Druckbeh‰lters sind die folgenden Belastungen, soweit zutreffend, zu ber¸cksichtigen:

a) Innendruck und/oder Auflendruck;

b) maximaler statischer Druck des Fluids im Druckbeh‰lter unter Betriebsbedingungen;

c) Masse des Druckbeh‰lters;

d) maximale Masse des Beh‰lterinhalts unter Betriebsbedingungen;

e) Masse des Wassers unter Wasserdruckpr¸fbedingungen;

f) Beanspruchung durch Wind, Schnee und Eis;

g) Belastung durch Erdbeben;

h) sonstige vom Druckbeh‰lter aufgenommene oder auf den Beh‰lter wirkende Lasten, einschliefllich Belastun- gen bei Transport und Montage.

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

In F‰llen, in denen ein Nachweis der Angemessenheit der vorgeschlagenen Konstruktion, z. B. durch Vergleich mit dem Verhalten anderer Druckbeh‰lter, nicht mˆglich ist, sind ggf. die Wirkungen der nachstehend angef¸hrten Lasten zu ber¸cksichtigen.

i) Beanspruchungen durch St¸tzpratzen, St¸tzringe, Tr‰ger, Sattelauflager, Inneneinbauten oder Anschlussroh- re oder durch beabsichtigten Mittellinienversatz zu benachbarten Teilen;

j) Stoflbeanspruchung durch Wasserschlag oder Schwallwirkung des Beh‰lterinhalts;

k) Biegemomente aufgrund auflermittiger Lage der Druckkr‰fte gegen¸ber der neutralen Achse des Druckbe- h‰lters;

l) Spannungen aufgrund von Temperaturunterschieden einschliefllich Transienten und unterschiedlichen W‰r- meausdehnungskoeffizienten;

m) Spannungen aufgrund von Druck- und Temperaturschwankungen sowie externen Belastungen, die auf den Druckbeh‰lter wirken;

n) Spannungen aufgrund der Zersetzung von instabilen Fluiden.

5.3.2 Klassifizierung der Belastungen

a) Normale Belastungen

Normale Belastungen treten beim normalen Betrieb des Druckbeh‰lters einschliefllich Starten und Abschalten auf;

b) Auflergewˆhnliche Belastungen

Auflergewˆhnliche Belastungen liegen dann vor, wenn Ereignisse, die eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit haben, die Sicherheitsabschaltung bzw. -Inspektion des Druckbeh‰lters bzw. der Anlage erfordern. Beispiele hierf¸r sind der Druckanstieg in der Auflenh¸lle bzw. interne Explosionen;

c) Testbelastungen

Testbelastungen kommen nach der Herstellung der Druckbeh‰lter zur Anwendung.

5.3.3 In diesem Teil betrachtete Ausfalltypen

a) starke plastische Verformung (GPD);

b) plastische Instabilit‰t (Platzen);

c) elastische oder plastische Instabilit‰t (Knicken);

d) elastisches Einspielen (PD);

e) Erm¸dung;

ANMERKUNG 1

Detailliertere Informationen ¸ber die Ausfalltypen finden sich in Anhang B.

ANMERKUNG 2

Die plastische Instabilit‰t wird durch die Grenzwerte f¸r GPD abgedeckt.

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

5.3.4 Höchstzulässiger Betriebsüberdruck PS eines Druckraums (bzw. einer Kammer)

Der hˆchstzul‰ssige Betriebs¸berdruck PS eines Druckraums (oder einer Kammer) bei normaler Betriebsbelastung ist an einer festgelegten Stelle zu definieren. Dies ist entweder der Anschlusspunkt von Sicherheits- und/oder Be- grenzungseinrichtungen, der hˆchste Punkt des Druckraums (bzw. der Kammer) oder, falls diese ungeeignet sind, jeder andere festgelegte Punkt.

Der innere zul‰ssige Betriebs¸berdruck (bei normalen Betriebsbedingungen) darf nicht kleiner sein als:

a) der Differentialdruck, der an dem festgelegten Punkt im Druckraum (bzw. in der Kammer) herrscht, wenn die Druckentlastungseinrichtung zu ˆffnen beginnt;

b) der hˆchste im Betrieb an diesem Punkt erreichbare Differentialdruck, wenn dieser nicht durch eine Druck- entlastungseinrichtung begrenzt wird.

Der Absolutwert des ‰ufleren zul‰ssigen Betriebs¸berdrucks darf nicht kleiner sein als:

a) der Absolutwert des Drucks, der an dem festgelegten Punkt im Druckraum (bzw. in der Kammer) herrscht, wenn die Druckentlastungseinrichtung zu ˆffnen beginnt;

b) der hˆchste im Betrieb an diesem Punkt erreichbare Absolutwert des Drucks, wenn dieser nicht durch eine Druckentlastungseinrichtung begrenzt wird.

5.3.5 Auslegungsdruck für einen Druckbehälter (bzw. für eine Kammer)

Der Absolutwert des Auslegungsdrucks P d darf bei normaler Betriebsbelastung nicht kleiner sein als der Absolut- wert f¸r PS.

5.3.6 Zulässige Maximal-/Minimaltemperaturen TS max und TS min für einen Druckbehälter (bzw. für eine

Kammer)

TS max und TS min m¸ssen f¸r eine normale Betriebsbelastung spezifiziert werden.

5.3.7 Auslegungstemperatur für einen Druckbehälter (bzw. für eine Kammer)

Die Auslegungstemperatur T d darf nicht niedriger sein als die maximale Fluidtemperatur bei dem zugehˆrigen Auslegungsdruck.

Wenn die zul‰ssige Maximaltemperatur unter 20 C liegt, muss die Auslegungstemperatur 20 C betragen.

5.3.8 Kombinationen von Auslegungsdruck und -temperatur bei normalen Betriebsbedingungen

Es kann mehrere Kombinationen von Auslegungsdruck und Auslegungstemperatur geben.

5.3.9 Kombinationen von Auslegungsdruck und -temperatur bei Testbedingungen oder außergewöhnli-

chen Betriebsbedingungen

Ferner sind Kombinationen auflergewˆhnlicher Auslegungsdr¸cke und ñtemperaturen bei besonderen Lastf‰llen mˆglich (siehe 5.3.2).

5.3.10 Berechnungsdruck f¸r ein Bauteil

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

Der Berechnungsdruck P muss auf der ung¸nstigsten Kombination von Druck und Temperatur beruhen. Der Wert muss, soweit anwendbar, die auftretende maximale statische und dynamische Druckhˆhe einschlieflen und auf der grˆfltmˆglichen Druckdifferenz zwischen Beh‰lterinnenseite und Beh‰lterauflenseite (oder zwischen den zwei be- nachbarten Kammern) basieren.

Druckbeh‰lter unter Auflendruckbelastung sind f¸r den maximalen Differenzdruck auszulegen, dem sie im Betrieb ausgesetzt sein kˆnnen. Druckbeh‰lter, die einem Vakuum ausgesetzt sind, sind f¸r einen ‰ufleren ‹berdruck von 0,1 MPa auszulegen, sofern nicht die Hˆhe des Teilvakuums z. B. durch ein Unterdruckventil oder eine ‰hnliche Einrichtung begrenzt wird. In diesem Fall kann ein Auslegungsdruck zwischen 0,1 MPa und dem Einstelldruck die- ser Sicherheitseinrichtung vereinbart werden.

5.3.11 Berechnungstemperatur für ein Bauteil

Die Berechnungstemperatur t darf nicht niedriger sein als die im Betrieb zu erwartende tats‰chliche Wandtempe- ratur oder, wenn die Temperatur‰nderung ¸ber die Wanddicke bekannt ist, als die mittlere Wandtemperatur. Die Berechnungstemperatur muss eine angemessene Toleranz f¸r Unsicherheiten in der Temperaturbemessung ent- halten. Sind gesicherte Vorhersagen unterschiedlicher Metalltemperaturen f¸r verschiedene Teile des Druckbe- h‰lters mˆglich, kann der Berechnungstemperatur f¸r jeden beliebigen Punkt im Beh‰lter die angenommene Me- talltemperatur zugrunde gelegt werden.

5.4 Konstruktions- und Berechnungsverfahren

5.4.1 Allgemeines

Dieser Teil enth‰lt Anforderungen f¸r die Auslegung von Druckbeh‰ltern und ihren Bauteilen nach Formeln (DBF).

Das DBF-Verfahren kann durch die beiden folgenden Verfahren erg‰nzt oder ersetzt werden:

a) Auslegung nach Analyseverfahren (DBA) (siehe Anhang B und C).

b) Auslegung nach experimentellen Verfahren.

5.4.2 Druckbehälter sämtlicher Prüfgruppen, vor allem ruhende Druckbelastungen

Die Anforderungen der Abschnitte 7 bis 16 (DBF) ergeben eine zufriedenstellende Auslegung f¸r Beh‰lter unter ruhenden Druckbelastungen, d. h. bei denen die Anzahl der Druckzyklen ¸ber die volle Schwingbreite bzw. die An- zahl der ‰quivalenten Druckzyklen ¸ber die volle Schwingbreite unter bzw. bei 500 liegt.

n

eq

500

(5.4-1)

Dann ist keine Analyse der Erm¸dung erforderlich, und es kommen die Standardanforderungen der zerstˆrungs- freien Pr¸fungen nach EN 13445-5 zur Anwendung.

F¸r

wertigen Druckzyklen ¸ber die volle Schwingbreite durch:

n Druckzyklen bei einem Druck

i

P , der geringer ist als der volle Druck P , ergibt sich die Anzahl der gleich-

i

n eq

=

Σ

n

i

P

i

P

max

3

(5.4-2)

In der obengenannten Formel ist

P max

der maximal zul‰ssige Druck, der auf der analysierten Dicke beruht.

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

P max

ist im allgemeinen in den verschiedenen Bestimmungen dieses Teils der Norm f¸r die gewˆhnlichen Bau-

teile gegeben. Erforderlichenfalls kann

P max

durch den Berechnungsdruck P ersetzt werden.

ANMERKUNG Der Wert von 500 ‰quivalenten Druckzyklen ¸ber die volle Schwingbreite ist nur eine ungef‰hre Angabe. Es kann davon ausgegangen werden, dass f¸r Bauteile mit Unregelm‰fligkeiten im Profil, einer stark variierenden ˆrtlichen Bean- spruchung, auf die zus‰tzliche Beanspruchungen - nicht in Form von Druck - einwirken, eine Erm¸dungssch‰digung vor 500 Zyklen eintreten kann.

5.4.3 Druckbehälter der Prüfgruppe 4

Die Druckbeh‰lter der Pr¸fgruppe 4 sind nach der Festlegung in EN 13445-5 f¸r den nicht zyklischen Betrieb be- stimmt; die Pr¸fung ist auf 500 Druckzyklen ¸ber die volle Schwingbreite bzw. ‰quivalenten Druckzyklen ¸ber die volle Schwingbreite beschr‰nkt.

5.4.4 Druckbehälter der Prüfgruppen 1, 2 und 3, vor allem zyklische Druckbelastungen

Liegt die Anzahl der Druckzyklen ¸ber die volle Schwingbreite bzw. der ‰quivalenten Druckzyklen ¸ber die volle Schwingbreite ¸ber 500, sind die Berechnungen f¸r die Druckbeh‰lter der Pr¸fgruppe 1, 2 und 3 entweder durch eine vereinfachte Berechnung auf Erm¸dungsfestigkeit nach Abschnitt 17 oder, falls erforderlich, durch eine aus- f¸hrliche Berechnung auf Erm¸dungsfestigkeit nach Abschnitt 18 zu erg‰nzen.

Die Abschnitte 17 und 18 schreiben ferner die Bedingungen f¸r die Festlegung von kritischen Zonen vor, wenn zu- s‰tzliche Anforderungen an Schweiflfehler bzw. NDT nach Definition im Anhang G zu EN 13445-5 zur Anwendung kommen sollen.

5.4.5 Ermüdungsanalyse für Kompensatoren

Der Abschnitt 14 enth‰lt spezifische Erm¸dungskurven f¸r Kompensatoren.

5.4.6 Auslegung durch Analyse

Wenn die Abschnitte 7 bis 16 keine Anforderungen f¸r ein bestimmtes Bauteil enthalten, kommen die Anforderun- gen in Anhang B und C zur Anwendung.

Die Anforderungen in Anhang B kommen nicht auf die Pr¸fgruppe 4 von Druckbeh‰ltern zur Anwendung.

5.4.7 Experimentelle Verfahren

Der Zul‰ssigkeitsnachweis der Konstruktion kann auch nach den experimentellen Verfahren erbracht werden. Die- se Verfahren kˆnnen ohne Berechnungen angewendet werden, wenn das Produkt von maximal zul‰ssigem Druck PS und Volumen V kleiner ist als 6 000 bar. L; andernfalls d¸rfen sie nur als Erg‰nzung zu einer Auslegung nach Formeln bzw. einer Auslegung nach Analyseverfahren dienen.

ANMERKUNG

Auf experimentelle Verfahren wird in der n‰chsten Fassung n‰her eingegangen.

5.4.8 Vermeidung von Sprödbruch

Detaillierte Empfehlungen f¸r Maflnahmen zum Schutz gegen Sprˆdbruch von Druckbeh‰ltern aus Kohlenstoff-, Kohlenstoff-Mangan-, niedriglegierten und Feinkornbaust‰hlen sind im Anhang B von EN 13445-2 enthalten.

5.5 Wanddickenberechnungen (DBF)

5.5.1 Festlegung der geforderten Wanddicke

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 7 (2003-07)

Sofern nicht anders angegeben, sind sämtliche Auslegungsberechnungen im korrodierten Zustand mit zueinander passenden Abmessungen (für Dicke, Durchmesser usw.) durchzuführen.

Die Formeln in diesem Teil der Norm beschreiben entweder:

ein direktes Verfahren zur Ermittlung der erforderlichen Wanddicke oder

ein iteratives Verfahren zur Überprüfung der ausreichenden Bemessung der Berechnungswanddicke.

Toleranzen und Fertigungszuschläge sind entsprechend hinzuzufügen (siehe Bild 3-1).

ANMERKUNG In den einzelnen Abschnitten zu konstruktiven Einzelheiten können Einschränkungen bezüglich der Wanddicke angegeben sein.

5.5.2 Auskleidungen

Korrosionsbeständige Auskleidungen können in der Berechnung der erforderlichen Wanddicke in Abhängigkeit vom Auslegungsdruck nur dann berücksichtigt werden, wenn sie fest mit dem Grundwerkstoff des Behälters verbunden sind (z. B. durch Sprengplattieren, Schweißplattieren u.ä.).

Bei der Berechnung der Instabilität darf die Festigkeit der Verkleidung nicht berücksichtigt werden.

Die DBF-Anforderungen der Abschnitte 7 bis 16 können mit einer äquivalenten Dicke zur Anwendung kommen, wodurch das Vorhandensein der Auskleidung berücksichtigt wird. Als Berechnungsspannung ist der Wert des

Grundwerkstoffs zu verwenden:

f m1

.

Wenn die Berechnungsnennspannung der Auskleidung

des Grundwerkstoffs ist, dann ist die äquivalente Dicke

Auskleidung und des Grundwerkstoffs.

e

eq

= e

a, m1

+ e

a, m2

f m2

e eq

größer oder gleich der Berechnungsnennspannung

gleich der Summe der Berechnungswanddicke der

(5.5-1)

Ist die Berechnungsnennspannung der Auskleidung geringer als die Berechnungsnennspannung der Auskleidung des Grundwerkstoffs, ergibt sich folgende äquivalente Dicke:

e

eq

= e

a, m1

+ e

a, m2

f m2

f m1

hierbei wird der Index m1 für den Grundwerkstoff verwendet,

der Index m2 wird für die Auskleidung verwendet.

(5.5-2)

Bei den Ermüdungsanalyseprüfungen nach Abschnitt 17 und 18 muss das Vorhandensein einer Auskleidung sowohl für die thermische Analyse als auch für die Spannungsanalyse berücksichtigt werden. Wenn dagegen die Auskleidung fest mit dem Grundwerkstoff des Behälters verbunden ist und die Nenndicke der Auskleidung nicht mehr als 10 Prozent der gesamten Nenndicke des Bauteils beträgt, braucht das Vorhandensein der Auskleidung nicht berücksichtigt werden, d.h. das Modell beruht auf der Grundwerkstoffgeometrie.

EN13445-3:2002 (D) Ausgabe 5 (2003-02)

5.6 Schweiflnahtfaktor

F¸r die Berechnung der erforderlichen Wanddicke bestimmter geschweiflter Teile (z. B. Zylinder, Kegel, Kugeln) enthalten die Berechnungsformeln den Faktor z, d.h. den Schweiflnahtfaktor der die Bemessung des betreffenden Bauteils bestimmenden Schweiflnaht.

Beispiele f¸r die Bemessung des Druckbeh‰lters bestimmende Schweifln‰hte sind:

ó L‰ngs- oder Wendeln‰hte in einer zylindrischen Schale;

ó L‰ngsn‰hte in einer kegelfˆrmigen Schale;

ó jede Hauptnaht in einer Kugelschale bzw. einem kugelfˆrmigen Boden;

ó Hauptn‰hte in einem aus zwei oder mehreren Platten gefertigten gewˆlbten Boden.

Folgende Schweifln‰hte sind nicht als bestimmende Schweifln‰hte anzusehen:

ó Rundn‰hte zwischen zylindrischer oder kegelfˆrmiger Schale und einem Zylinder, Kegel, Flansch oder nicht halbkugelfˆrmigem Boden;

ó Schweifln‰hte zur Befestigung von Stutzen an Schalenschweifln‰hten;

ó Schweifln‰hte, die ausschliefllich Druckspannungen ausgesetzt sind.

ANMERKUNG

Umlaufende Schweifln‰hte kˆnnen bei externen Belastungen zu bestimmenden Schweifln‰hten werden.

Werte f¸r z unter normalen Auslegungsbedingungen sind in Tabelle 5.6-1 angegeben. Der Wert ist auf die jeweilige Pr¸fgruppe der bestimmenden Schweifln‰hte bezogen. Die Pr¸fgruppen sind in EN 13445-5:2002, Abschnitt 6 festgelegt.

Tabelle 5.6-1 ñ Schweiflnahtfaktor und zugehˆrige Pr¸fgruppe

z

1

0,85

0,7

Pr¸fgruppe

1, 2

3

4

Im Grundwerkstoff auflerhalb von bestimmenden Schweifln‰hten gilt: z = 1.

Unter auflergewˆhnlichen Bedingungen und Pr¸fbedingungen ist unabh‰ngig von der Pr¸fgruppe der Wert 1 zu w‰hlen.

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

5.7 Gestaltungsforderungen für Schweißverbindungen

5.7.1 Allgemeine Anforderungen

Der Hersteller muss die f¸r die Erf¸llung der Anforderungen der vorliegenden Norm geeignetsten Schweiflverbin- dungen w‰hlen und dabei insbesondere den folgenden Parametern Rechnung tragen:

Sorte und Eigenschaften der verwendeten Metalle;

Betriebsbedingungen, z, B. vorwiegend ruhende oder zyklische Beanspruchung, gef‰hrliche oder korrosive Fluide;

betreffende Pr¸fgruppen;

Fertigungsverfahren.

Der Anhang A enth‰lt empfohlene Gestaltungsforderungen f¸r drucktragende Schweiflverbindungen.

5.7.2 Längsnähte

Bauteile von zylindrischen bzw. kegelfˆrmigen Schalen, kugelfˆrmige Bauteile sowie gewˆlbte oder ebene Bˆden m¸ssen mit Stumpfn‰hten verbunden werden, wobei durch die Wahl des Schweiflverfahrens eine vollst‰ndige Durchschweiflung sicherzustellen ist.

Die Mittellinienversatz von Bauteilen, die mit L‰ngsn‰hten mit zylindrischen oder kegelfˆrmigen bzw. mit kugelfˆr- migen Schalen verbunden sind, darf im Bereich der Schweiflnaht die Fertigungstoleranzen nach EN 13445-4 nicht ¸berschreiten. Biegewirkungen m¸ssen bei der Auslegung ber¸cksichtigt werden.

5.7.3 Rundnähte

Der Mittellinienversatz von Bauteilen gleicher Wanddicke darf die Toleranzgrenzen nach EN 13445-4 nicht ¸ber- schreiten.

Mittellinienversatz von Bauteilen unterschiedlicher Wanddicke ist zul‰ssig, darf jedoch die Toleranzgrenzen f¸r in- neren und ‰ufleren Oberfl‰chenversatz nach EN 13445-4 nicht ¸berschreiten.

5.7.4 Sonderforderungen für bestimmte Schweißnahtarten

5.7.4.1 Sickennähte

Sickenn‰hte sind zul‰ssig, wenn s‰mtliche nachstehenden Bedingungen erf¸llt sind:

a) Pr¸fgruppe 3 oder 4 bei vorwiegend nichtzyklischem Betrieb oder zus‰tzlich Pr¸fgruppe 1 oder 2 bei Tiefst- temperaturbetrieb;

b) Rundn‰hte zwischen Beh‰lterboden und -schale; s‰mtliche Rundn‰hte bei Tiefsttemperaturbetrieb;

c) Werkstoffgruppe 1.1, 1.2 oder 8.1;

d) Wanddicke hˆchstens 8 mm bzw. 12 mm bei Tiefsttemperaturbetrieb;

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

e) Durchmesser hˆchstens 1 600 mm. Bei Durchmessern ¸ber 1 600 mm ist eine Pr¸fung des Schweiflverfah- rens an einer Vollmaflprobe erforderlich. Der Durchmesser des Pr¸fst¸cks darf nicht kleiner als der Nenn- durchmesser und nicht grˆfler als der doppelte Nenndurchmesser sein. Die Pr¸fung ist nach EN 288-8 durch- zuf¸hren und zu protokollieren. Bei Beh‰ltern f¸r Tiefsttemperaturbetrieb ist der Durchmesser nicht begrenzt.

f) Berechnungstemperatur:

- 10 C

- 196 C t 120 C f¸r Werkstoffgruppe 8.1;

- 40 C

t 120 C f¸r Werkstoffgruppe 1.1 und 1.2

t 120 C f¸r Werkstoffgruppe 1.1 und 1.2, f¸r Tiefsttemperaturbetrieb.

g) nichtkorrosive Bedingungen.

h) Fertigungstoleranzen nach EN 13445-4.

5.7.4.2 Verbindungen mit bleibender Unterlage

Verbindungen mit bleibender Unterlage sind zul‰ssig, wenn s‰mtliche nachstehenden Bedingungen erf¸llt sind:

a) Pr¸fgruppe 3 oder 4 bei vorwiegend nichtzyklischem Betrieb oder zus‰tzlich Pr¸fgruppe 1 oder 2 bei Tiefst- temperaturbetrieb;

b) Rundn‰hte zwischen Beh‰lterboden und -schale; s‰mtliche Rundn‰hte bei Tiefsttemperaturbetrieb;

c) Werkstoffgruppe 1.1, 1.2 oder 8.1;

d) Wanddicke hˆchstens 8 mm bzw. 30 mm bei Tiefsttemperaturbetrieb;

e) Durchmesser hˆchstens 1 600 mm. Bei Durchmessern ¸ber 1 600 mm ist eine Pr¸fung des Schweiflverfah- rens an einer Vollmaflprobe erforderlich. Der Durchmesser des Pr¸fst¸cks darf nicht kleiner als der Nenn- durchmesser und nicht grˆfler als der doppelte Nenndurchmesser sein. Die Pr¸fung ist nach EN 288-8:1995 durchzuf¸hren und zu protokollieren. Bei Beh‰ltern f¸r Tiefsttemperaturbetrieb ist der Durchmesser nicht be- grenzt.

f) Berechnungstemperatur:

- 10 C

- 196 C t 120 C f¸r Werkstoffgruppe 8.1;

- 40 C

t 120 C f¸r Werkstoffgruppe 1.1 und 1.2

t 120 C f¸r Werkstoffgruppe 1.1 und 1.2, f¸r Tiefsttemperaturbetrieb.

g) nichtkorrosive Bedingungen.

h) Fertigungstoleranzen nach EN 13445-4 bei Wanddicken nicht ¸ber 8 mm; um die H‰lfte verminderte Tole- ranzwerte nach EN 13445-4 bei Wanddicken ¸ber 8 mm und Tiefsttemperaturbetrieb

5.7.4.3 Überlappende Verbindungen

5.7.4.3.1 Allgemeiner Fall

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

‹berlappende Verbindungen mit Kehln‰hten d¸rfen nur verwendet werden, wenn s‰mtliche nachstehenden Bedin- gungen erf¸llt sind:

a) Pr¸fgruppe 4;

b) Rundnaht zwischen Beh‰lterboden und -schale;

c) Werkstoffdicke hˆchstens 8 mm;

d) Durchmesser hˆchstens 1 600 mm;

e) Werkstoffgruppe 1.1;

f) Berechnungstemperatur:

- 10 C

t

120 C

g) nichtkorrosive Bedingungen;

h) mit Ausnahme der F‰lle C32, C33 und C35 in Tabelle A-2 sind beide Seiten der ‹berlappung zu schweiflen (siehe Bilder C31 und C34);

i) Fertigungstoleranzen nach EN 13445-4:2002

5.7.3.3.2 Verbindung von Kompensatoren

Die F‰lle B 2, B 3 und B 5 in Tabelle A-9 sind nur unter nichtkorrosiven Bedingungen zul‰ssig.

6 Maximal zulässige Werte für Berechnungsnennspannungen an drucktragenden Teilen

6.1 Allgemeines

6.1.1 Dieser Abschnitt legt die maximal zul‰ssigen Werte f¸r Berechnungsnennspannungen an drucktragenden

Teilen, bei denen es sich nicht um Schrauben handelt, sowie die physikalischen Eigenschaften von St‰hlen fest.

ANMERKUNG

Berechnungsnennspannungen f¸r Schraubenwerkstoffe sind in den Abschnitten 11 und 12 angegeben.

6.1.2 F¸r spezielle Bauteile eines Druckbeh‰lters, z. B. Bauteile aus bestimmten Werkstoffen oder mit bestimmten Wanddicken, gelten unterschiedliche Werte f¸r die Berechnungsnennspannung unter Auslegungsbedingungen und Pr¸fbedingungen.

F¸r auflergewˆhnliche Auslegungsbedingungen kann eine hˆhere Berechnungsnennspannung verwendet werden (siehe 6.1.3). Der Hersteller muss in der Bedienungsanleitung eine Inspektion des Druckbeh‰lters vor der Inbe- triebnahme vorschreiben, nachdem solch eine auflergewˆhnliche Bedingung eingetreten ist.

F¸r derartige Bedingungen kann eine hˆhere Berechnungsnennspannung zugrunde gelegt (siehe 6.1.2) und als Schweiflnahtfaktor der Wert 1 verwendet werden. Der Hersteller muss in seinen Anweisungen vor dem Wiederan- fahren des Druckbeh‰lters eine Pr¸fung vorschreiben.

Bei der Bewertung von Pr¸fbedingungen oder auflergewˆhnlichen Auslegungsbedingungen brauchen das elasti- sche Einspielen und Erm¸dungsfestigkeitsforderungen nicht ber¸cksichtigt zu werden.

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 7 (2003-07)

6.1.3 Die maximalen Werte der Berechnungsnennspannung für Normalbelastung und für Prüfbelastung sind aus

den Werkstoffeigenschaften nach 6.1.5 und den Kennwerten in 6.2 bis 6.5 zu ermitteln. Die Formeln zur Berechnung der Berechnungsnennspannungen sind in Tabelle 6-1 zusammengestellt.

Für die Prüfgruppe 4 ist der maximale Wert der Berechnungsnennspannung für normale Auslegungsbedingungen mit dem Faktor 0,9 zu multiplizieren.

Der Sicherheitsbeiwert für außergewöhnliche Auslegungsbedingungen darf nicht kleiner sein als der für die Prüfbedingungen.

6.1.4 Unter besonderen Umständen kann die Verwendung geringerer Werte für die Berechnungsnennspannung

erforderlich sein, z. B. bei Gefahr von Spannungsrisskorrosion, in besonderen Gefahrensituationen usw.

6.1.5 Zugfestigkeit und Streckgrenze der Werkstoffe müssen den Werten im Fertigstellungszustand entsprechen,

die wiederum mit den Mindestwerten der zugehörigen technischen Spezifikation übereinstimmen müssen, die nach EN 13445-5:2002, Abschnitt 5 vorbereitet ist.

ANMERKUNG Diese Werte werden im allgemeinen erreicht, wenn die Wärmebehandlung den Bestimmungen in EN 13445-4 entspricht.

Diese Mindestwerte, die für den Lieferzustand gewährleistet werden, können für Konstruktionszwecke verwendet werden, sofern nicht bekanntermaßen die Wärmebehandlung zu niedrigeren Werten führt, wobei in diesem Fall dann die niedrigeren Werte verwendet werden müssen. Ergeben sich für das Schweißgut nach der Fertigung niedrigere Werte, sind diese zu verwenden.

6.1.6 Für die Festlegung der Zugfestigkeit und der Streckgrenze bei einer Temperatur von über 20 °C kommt die in

EN 13445-2:2002, 4.2 vorgesehene Prozedur zur Anwendung.

6.1.7 Für die Festlegung der Bruchdehnung siehe EN 13445-2:2002, Abschnitt 4.

6.2 Stähle (außer Gusseisen), außer austenitische Stähle nach 6.3 und 6.4, mit einer

Mindestbruchdehnung nach der zutreffenden technischen Werkstoffnorm von weniger als 30 %

6.2.1 Auslegungsbedingungen

Die Berechnungsnennspannung f für Auslegungsbedingungen darf f d , den niedrigeren der beiden folgende Werte nicht übersteigen:

den Mindestwert der Streckgrenze oder der 0,2-%-Dehngrenze bei Berechnungstemperatur nach der technischen Werkstoffnorm, geteilt durch den Sicherheitsbeiwert 1,5 bzw.

den Mindestwert der Streckgrenze Sicherheitsbeiwert 2,4.

bei 20°C nach der technischen Werkstoffnorm, geteilt durch den

6.2.2

Prüfbedingungen

Die Berechnungsnennspannung für Prüfbedingungen f darf f test , den Mindestwert der Streckgrenze oder der 0,2-%- Dehngrenze bei Prüftemperatur nach der technischen Werkstoffnorm, geteilt durch den Sicherheitsbeiwert 1,05 nicht überschreiten.

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 7 (2003-07)

6.3 Austenitische Stähle (außer Gusseisen) mit größer 30 % und bis 35 % Bruchdehnung nach

der maßgeblichen Werkstoffnorm

6.3.1 Auslegungsbedingungen

Die Berechnungsnennspannung f darf f d , den Mindestwert der 1-%-Dehngrenze bei Berechnungstemperatur nach der technischen Werkstoffnorm, geteilt durch den Sicherheitsbeiwert 1,5 nicht überschreiten.

6.3.2 Prüfbedingungen

Die Berechnungsnennspannung f test für Prüfbedingungen darf den Quotient aus dem in der Werkstoffnorm angegebenen Mindestwert der 1-%-Dehngrenze bei Prüftemperatur und dem Sicherheitsbeiwert 1,05 nicht überschreiten.

6.4 Austenitische Stähle (außer Gusseisen) mit mehr als 35 % Bruchdehnung nach zugehöriger

Werkstoffnorm

6.4.1

Auslegungsbedingungen

Die

Berechnungsnennspannung

f

für

Auslegungsbedingungen

darf

f d ,

die

beiden

folgenden

Werte

nicht

überschreiten:

a) Wert nach 6.3.1; oder

b) falls ein Wert für R m/t vorliegt, den niedrigeren der beiden folgenden Werte:

den Mindestwert der Zugfestigkeit bei Berechnungstemperatur nach der technischen Werkstoffnorm, geteilt durch den Sicherheitsbeiwert 3,0 bzw.

den Mindestwert der 1-%-Dehngrenze bei Berechnungstemperatur nach der technischen Werkstoffnorm, geteilt durch den Sicherheitsbeiwert 1,2.

6.4.2 Prüfbedingungen

Die Berechnungsnennspannung f für Prüfbelastungen darf f test , den höheren der beiden folgenden Werte nicht überschreiten:

a) Wert nach 6.3.2 bzw.

b) den Quotient aus dem in der Werkstoffnorm angegebenen Mindestwert der Zugfestigkeit bei Prüftemperatur und dem Sicherheitsbeiwert 2.

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

6.5 Stahlgussstücke

6.5.1 Auslegungsbedingungen

Die Berechnungsnennspannung f f¸r Auslegungsbedingungen darf f d , den niedrigeren der beiden folgenden Werte nicht ¸berschreiten:

Quotient aus dem in der Werkstoffnorm angegebenen Mindestwert der Streckgrenze oder der 0,2-%- Dehngrenze bei Berechnungstemperatur und dem Sicherheitsbeiwert 1,9 bzw.

Quotient aus dem in der Werkstoffnorm angegebenen Mindestwert der Zugfestigkeit bei 20 C und dem Si- cherheitsbeiwert 3,0.

6.5.2 Prüfbedingungen

Die Berechnungsnennspannung f f¸r Pr¸fbedingungen darf f test , den Quotient aus dem in der Werkstoffnorm an- gegebenen Mindestwert der Streckgrenze oder der 0,2 %-Dehngrenze bei Pr¸ftemperatur und dem Sicherheits- beiwert 1,33 nicht ¸berschreiten.

ANMERKUNG

Die physikalischen Eigenschaften von St‰hlen sind im Anhang O angegeben.

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

Tabelle 6-1 – Berechnungsnennspannungen für drucktragende Teile außer Schrauben

   

Auslegungsbedingungen a b

   

Prüfbedingungen / außergewöhnliche Bedingungen b

Nichtaustenitische St‰hle nach 6.2

= min

R

p0,2/ t

R

m/20

 

R

p0,2/ t

test

 

A

< 30 % c

f

d

1,5

;

2,4

f

test

=

1,05

Austenitische St‰hle nach 6.3

f

d

=

R p1,0/ t

1,5

 

f

=

R p1,0/ t

test

 

30 % < A 35 % c

   

test

1,05

Austenitische St‰hle nach 6.4

f

d

= max

R

p1,0/ t

; min

R

p1,0/ t R

m/ t

 

R

p1,0/ t

 

R

/

t

1,5

     

1,2

;

3

= max

 

test

m

test

A

> 35 % c

   

f

test

1,05

;

2

 

Stahlgussteile

= min

R

p0,2/ t

R

m/20

 

R

p0,2/ t

test

f

d

1,9

;

3

f

test

= min

1,33

a

F¸r Pr¸fgruppe 4 ist der Wert der Berechnungsnennspannung mit 0,9 zu multiplizieren.

 

b

Anstelle der 0,2-%-Dehngrenze R eH kann die Streckgrenze R p0,2 verwendet werden, wenn letztere der Werkstoffnorm nicht entnommen werden kann. c Hinsichtlich der Definition der Bruchdehnung siehe EN 13445-2:2002, Abschnitt 4.

 
 

25

25

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

7 Schalen unter Innendruck

7.1 Allgemeines

Dieser Abschnitt enth‰lt Anforderungen an die Konstruktion von innendruckbeaufschlagten achssymmetrischen Schalen, d. h. Zylinder- und Kugelschalen, Kugelkalotten, gewˆlbte Bˆden, Kegelschalen und Kegel-Zylinder- Verbindungen. Dar¸ber hinaus sind auch Verfahren zur Auslegung von versetzt angeordnetenen Kegelschalen zur Verbindung zweier Zylinderschalen sowie f¸r gewˆlbte Bˆden mit in den Krempenbereich reichenden Ausschnitten angegeben.

7.2 Zusätzliche Definitionen

Die folgenden Definitionen gelten zus‰tzlich zu denen in Abschnitt 3.

7.2.1

Zylinder Kreisfˆrmiger Zylinder.

7.2.2

Torisphärischer Boden Ein gewˆlbter Boden bestehend aus einer Halbkugelschale (Kalotte), einer torusfˆrmigen Krempe und einem zy- lindrischen Bord ist. Die drei Teile haben an den Ber¸hrungslinien gemeinsame Tangenten.

7.2.3

Klöpperboden Sonderfall eines torisph‰rischen Bodens mit R/D e = 1,0 und r/D e = 0,1.

7.2.4

Korbbogenboden Sonderfall eines torisph‰rischen Bodens mit R/D e = 0,8 und r/D e = 0,154.

7.2.5

Elliptischer Boden Gewˆlbter Boden mit wahrer elliptischer Form.

7.3 Zusätzliche Symbole und Abkürzungen

Die folgenden Symbole und Abk¸rzungen gelten zus‰tzlich zu denen in Tabelle 4-1.

D e

D

i

D

m

Auflendurchmesser der Schale;

Innendurchmesser der Schale;

Mittlerer Durchmesser der Schale;

r Innenradius der Kr¸mmung einer Krempe

7.4 Zylinder- und Kugelschalen

7.4.1 Geltungsbereich

EN13445-3:2002 (D) Ausgabe 5 (2003-02)

Dieser Abschnitt gilt nur f¸r Schalen mit e/D e 0,16. Die Anforderungen an Kugelschalen sind auch auf kugelfˆr- mige Abschnitte von Schalen, Halbkugelbˆden, die Mittelbereiche von torisph‰rischen Bˆden und Kugelabschnitte zur Verbindung einer kegelfˆrmigen mit einer zylindrischen Schale (Krempe mit r/D i =0,5) anzuwenden.

Die angegebenen Wanddicken sind Mindestwerte. An Verbindungsstellen mit anderen Bauteilen, zur Ver-

st‰rkung an Stutzen oder Ausschnitten oder zur Aufnahme anderer Belastungen als Druck kˆnnen grˆflere Wanddicken erfor- derlich sein.

ANMERKUNG

7.4.2 Zylinderschalen

Die erforderliche Wanddicke wird nach einer der beiden folgenden Gleichungen berechnet:

e =

oder

e

=

P

D

i

2f

P

z

D

e

P

2f

z

+

P

F¸r eine gegebene Wanddicke gilt:

p

cmax

=

2f.z.

e

act

D m

7.4.3 Kugelschalen

(7.4-1)

(7.4-2)

(7.4-3)

Die erforderliche Wanddicke wird nach einer der beiden folgenden Gleichungen berechnet:

e=

oder

e=

p

c

.

D

i

4f.z - p

c

p

c

.

D

e

4f.z + p

c

F¸r eine gegebene Wanddicke gilt:

p cmax

=

4f.z.

e

act

D m

(7.4-4)

(7.4-5)

(7.4-6)

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

7.5 Gewölbte Böden

7.5.1 Zusätzliche Symbole und Abkürzungen

Die folgenden Symbole und Abk¸rzungen gelten zus‰tzlich zu denen in 7.3.

e b

e s

e y

f b

h i

Erforderliche Wanddicke der Krempe zur Verhinderung plastischen Beulens

Erforderliche Wanddicke des Bodens zur Begrenzung der Membranspannung in der Mitte

Erforderliche Wanddicke der Krempe zur Verhinderung achssymmetrischen Flieflens

Berechnungsnennspannung in der Beulgleichung

Innenhˆhe eines elliptischen Bodens

K Berechnungsbeiwert f¸r einen elliptischen Boden nach Definition in Gleichung (7.5-18)

N Parameter nach Definition in Gleichung (7.5-12)

R Innenradius im Mittelbereich eines torisph‰rischen Bodens

X Verh‰ltnis von Krempenradius zu Schaleninnendurchmesser

Y Parameter nach Definition in Gleichung (7.5-9)

Z Parameter nach Definition in Gleichung (7.5-10)

β Beiwert ermittelt aus Bild 7.5-1 und 7.5-2 oder durch das Verfahren in 7.5.3.5.

7.5.2 Halbkugelböden

Die erforderliche Wanddicke eines Halbkugelbodens ist durch die Gleichungen in 7.4.3 gegeben. Die Wanddicke des zylindrischen Bords bis zur Tangente muss mindestens der Wanddicke der Zylinderschale nach 7.4.2 entspre- chen.

7.5.3 Torisph‰rische Bˆden

7.5.3.1 Geltungsbereich

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 5 (2003-02)

Die nachstehenden Anforderungen gelten nur f¸r Bˆden, die alle folgenden Bedingungen erf¸llen:

r

0,2D i

r

0,06D i

r

2e

e

0,08D e

e

0,001D e

R

D e

Wenn e < 0,003D i ist, darf die Berechnung nur auf Bˆden aus Kohlenstoffstahl und austenitischen rostfreien St‰h- len mit einer Auslegungstemperatur 100 C angewendet werden.

7.5.3.2 Auslegung

Die erforderliche Wanddicke e ist gleich dem grˆflten der folgenden Werte e s , e y und e b :

e

e

s

=

P

R

2f z - 0,5P

=

(

β P 0,75R

+

0,2D

i

)

y f

Dabei wird β aus Bild 7.5-1 oder den Gleichungen in 7.5.3.5 ermittelt.

und

e b

=

(

0,75R

Dabei ist:

f b =

R p0,2/t

1 ,5

+

0,2D

i

)

P

D

r

i

111

f b

0,825

1

1

,5

(7.5-1)

(7.5-2)

(7.5-3)

(7.5-4)

Ausgenommen sind kaltumgeformte nahtlose Bˆden aus austenitischem rostfreien Stahl, f¸r die gilt:

f b =

1 ,6R

p0,2/t

1 ,5

(7.5-5)

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 7 (2003-07)

Unter Prüfbedingungen muss für f b in den Gleichungen der Faktor 1,5 durch 1,05 ersetzt werden.

ANMERKUNG 1

Bei nicht kaltumgeformten Böden aus rostfreiem Stahl ist f b kleiner als f.

 

ANMERKUNG 2

Durch

den

Faktor

1,6

in

der

Gleichung

für

kaltumgeformte

Böden

wird

die Werkstoffverfestigung

berücksichtigt.

ANMERKUNG 3

Die Berechnung von e b entfällt, wenn e y > 0,005D i ist.

 

ANMERKUNG 4

Die Innenhöhe eines torispärischen Bodens wird gegeben durch

h

i

=

R

 

7.5.3.3 Nachrechnung

Für eine gegebene Wanddicke ist der höchstzulässige Berechnungsdruck P max gleich dem niedrigsten der folgenden Werte P s , P y und P b .

2 f ⋅ z ⋅ e a P = (7.5-6) s R + 0,5 e
2
f
z
e
a
P
=
(7.5-6)
s
R
+ 0,5
e
a
1,8
1,7
1,6
1,5
1,4
r/D i = 0,2
r/D = 0,16
r/D i = 0,13
r/D = 0,1
r/D i = 0,08
r/D i = 0,06
i
1,3
i
1,2
1,1
β
1,0
0,9
0,8
0,7
0,6
0,5
0,4
0,001
0,010
0,100

0,75 + 0,2 D i /R) P/f

Bild 7.5-1 – Berechnungsbeiwert ββ für gewölbte Böden für die Auslegung

p y

=

f.

e

a

β

(

0,75R + 0,2

D

i

)

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 7 (2003-07)

(7.5-7)

Dabei wird β aus Bild 7.5-2 und den Gleichungen in 7.5.3.5 ermittelt.

P

b

= 111

f

b

ANMERKUNG

,

15

e a

r

0 , 75

R

+ 0 , 2

D i D

i

0 825

,

Die Berechnung von P b entfällt, wenn e a > 0,005D i ist.

(7.5-8)

7.5.3.4 Ausnahmen 1,9 1,8 1,7 r/D = 0.2 r/D = 0.16 r/D = 0.13 1,6
7.5.3.4 Ausnahmen
1,9
1,8
1,7
r/D = 0.2
r/D = 0.16
r/D = 0.13
1,6
r/D = 0.1
r/D = 0.08
1,5
r/D = 0.06
1,4
1,3
1,2
1,1
β 1,0
0,9
0,8
0,7
0,6
0,5
0,4
0,001
0,010
0,100
e/R

Bild 7.5-2 – Berechnungsbeiwert ββ für gewölbte Böden für die Nachrechnung

Es ist zulässig, die Wanddicke im kugelförmigen Bereich des Bodens (Kalotte) auf den Wert e s zu reduzieren; dies

gilt für eine Kreisfläche, deren Abstand von der Krempe mindestens dem Abstand 7.5-3 dargestellt.

R e entspricht, wie in Bild

7.5-3 dargestellt. R ⋅ e entspricht, wie in Bild Der Bord muss die Anforderungen für zylindrische

Der Bord muss die Anforderungen für zylindrische Schalen in 7.4.2 erfüllen, sofern seine Länge größer ist als

0,2

D ⋅ e i
D
e
i

. Sofern der Bord gleich lang oder kürzer ist als D e , darf die Wanddicke des Bords gleich der

0,2

⋅ i
i

Wanddicke in der Krempe sein.

EN13445-3:2002 (D) Ausgabe 5 (2003-02)

7.5.3.5 Gleichungen zur Berechnung des Beiwerts ββββ

> - e s - > e D i D e R.e > - r
> - e s
- > e
D i
D
e
R.e
> -
r
R

Bild 7.5-3 ñ Geometrie torisph‰rischer Bˆden

Y

= min(e/R ; 0,04)

Z

= log 10(1 / Y )

X

= r/D i

N

=

1 , 006

1

+

(

90 Y

{

) }

4

6 , 2

F¸r X = 0,06 gilt:

β 0,06

(

=−NZ0,3635

3

+ 2,2124 Z

2

3,,2937 Z + 18873

)

F¸r 0,06 < X < 0,1 gilt:

ββ= 25

(,

{

0 1

X

)

0 06

,

F¸r X = 0,1 gilt:

β 0,1

=−NZ(,0 1833

3

+− 0 06 β

(

X

,

)

,

0 1

}

+ 10383,

Z

2

12943,

Z + 0,837 )

(7.5-9)

(7.5-10)

(7.5-11)

(7.5-12)

(7.5-13)

(7.5-14)

(7.5-15)

F¸r 0,1 < X < 0,2 gilt:

β = 10

{

(

0 2

,

X

)

ββ+− 01

X

,

01

(

,)

,

02

}

F¸r X = 0,2 gilt:

{

β 0,2 = max 0,95(0,56 −−194,

Y

82,5

Y

2

); 0,5

}

EN 13445-3:2002 (D) Ausgabe 1 (2002-05)

(7.5-16)

(7.5-17)

ANMERKUNG Die vorstehenden Gleichungen f¸r β f¸hren bei Verwendung in 7.5.3.2 zu einer iterativen Berechnung. Daf¸r wird ein rechnergest¸tztes Verfahren empfohlen.

7.5.4 Elliptische Böden

Die Anforderungen dieses Abschnitts gelten nur f¸r Bˆden mit 1,7 < K < 2,2.

K = D i /(2h i )

(7.5-18)

Elliptische Bˆden sind wie ‰quivalente torisph‰rische Bˆden zu berechnen, wobei gilt:

und

r =

D

i

((

0,5 /