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From: Winfried Matuella

Sent: Sunday, August 22, 2010 10:36 PM


Subject: Fw: Süd-Tirol: Es gibt italienische Freunde - verbünden wir uns mit ihnen

From: Winfried Matuella


Sent: Sunday, August 22, 2010 11:21 AM
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Subject: Fw: Süd-Tirol: Es gibt italienische Freunde - verbünden wir uns mit ihnen

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Ersuchen diese Niederschrift an Interessierte weiterzuleiten. Der
Geschäftsführer des AHBT Ing. Winfried Matuella

From: TID
Sent: Sunday, August 22, 2010 10:26 AM
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Subject: Fw: Süd-Tirol: Es gibt italienische Freunde - verbünden wir uns mit ihnen

TID Tirol Informationsdienst


Presseinformation 21. August 2010
“Um die Völker auszulöschen, beginnt man damit, sie ihrer Erinnerung zu berauben. Man
zerstört ihre Bücher, ihre Kultur, ihre Geschichte, ihre Symbole, ihre Fahne.
Und irgendjemand anderer schreibt dann ihre Bücher, gibt ihnen eine andere Kultur, erfindet
für sie eine andere Geschichte und zwingt ihnen andere Symbole und eine andere Fahne auf.
Danach beginnt das Volk zu vergessen, wer es gewesen ist, wenn nicht die geschichtliche
Erinnerung von neuem geweckt wird.“
(Gabriele Marzocco, Journalist und Vorkämpfer für die Bewahrung ethnischer Identitäten, Gründer der
Zeitschrift“ Nazione Napoletana“)
Es gibt italienische Freunde - verbünden wir
uns mit ihnen !
Durnwalder warnt vor Hochstilisierung des „Schilderstreites“ zu italienisch-deutschem
Konflikt

Auf seiner Sommer-Pressekonferenz in Pfalzen erklärte der Südtiroler Landeshauptmann


Luis Durnwalder am 12. August 2010, dass er befürchte, dass der „Schilderstreit“ in der
Ortsnamensfrage zu einem Problem zwischen der deutschen und der italienischen
Volksgruppe ausarten könnte. Dies bereite ihm Sorgen und er würde dies gerne verhindern.
Tatsächlich sind die Sorgen des Südtiroler Landeshauptmannes nicht unbegründet.
Lokale extreme italienische Nationalisten sowie einige Exponenten der mit Neofaschisten
durchsetzten Regierung in Rom versuchen, den italienischen Mitbürgern in Südtirol
einzureden, dass ein Verzicht auf die von dem Faschisten Tolomei erfundenen italienischen
Orts- und Flurnamen gleichbedeutend mit der Auslöschung des italienischen Kulturgutes sei.
Hier wird zu parteipolitischen Zwecken in verantwortungsloser Weise ein italienisch-
deutscher Kulturkampf in Form eines geistigen Bürgerkrieges vom Zaun gebrochen.

Immer mehr vernünftige Italiener durchschauen den Betrug

Viele Italiener gehen aber den faschistisch-nationalistischen Aufstachelungen nicht mehr auf
den Leim und äußern dies öffentlich. Gerade angesichts zunehmender faschistischer
Provokationen entdecken anders gesonnene Italiener ihre Vorliebe für regionale
Selbständigkeiten und Kulturen und deren Bewahrung. Damit wächst auch das Verständnis
für Fragen der Autonomie und der Selbstbestimmung Südtirols.
Die Äußerungen der Toleranz und der Solidarität von italienischer Seite sollten die
deutschen und ladinischen Tiroler dazu veranlassen, auf diese Freunde ebenfalls
freundschaftlich zuzugehen.
Der Südtiroler Schützenbund beispielsweise hat dies bereits in der Vergangenheit in
vorbildlicher Weise getan.

Die Stellungnahme eines unermüdlichen Vorkämpfers für die


Menschenrechte - Sandro Canestrini
Am 27. Juli 2010 veröffentlichte der Rechtsanwalt Sandro Canestrini aus Rovereto im
Trentino in der in Trient erscheinenden Tageszeitung „L’Adige“ einen bemerkenswerten
Artikel, der in der Folge auch in dem Südtiroler Magazin „FF“ (Nr. 30/2010) abgedruckt
wurde und Aufsehen erregte.
Der aus einer alten Welschtiroler Familie stammende Sandro Canestrini kam politisch
ursprünglich von der äußersten Linken, kämpfte als junger Mann zwischen 1943 und 1945 als
Partisan gegen die Faschisten und die deutsche Besatzungsmacht. Nach dem Krieg veränderte
Canestrini, der zweimal in den Trentiner Landtag gewählt wurde, seine politischen Ansichten
zu einer gemäßigten links-demokratischen Position unter Betonung menschenrechtlicher und
pazifistischer Prinzipien.
In den 1960er Jahren verteidigte Canestrini mit Herz und Überzeugung die Südtiroler
politischen Häftlinge, die Widerstand gegen einen unrechte Gewalt ausübenden Staat geleistet
hatten.
Bild links: Sandro Canestrini als unerschrockener Verteidiger in den Südtirolprozessen, der sich bei der
Verteidigung der Menschenrechte kein Blatt vor den Mund nahm. Rechtes Bild: Der bereits mehr als 80
Jahre alte Sandro Canestrini wendet sich auf der Demonstration des Südtiroler Schützenbundes im Jahre
2008 öffentlich gegen die Beibehaltung der faschistischen Denkmäler in Südtirol.

In öffentlichen Diskussionen und als Redner auf der großen Bozner Demonstration des
Südtiroler Schützenbundes gegen die faschistischen Denkmäler in Südtirol im Jahre
2008erwies sich Canestrini stets als Verfechter der Menschenrechte und als Freund Südtirols.
Auf der Internetseite seiner Rechtsanwaltskanzlei kann man sein Motto lesen:

„Wer Unrecht duldet,


ohne sich dagegen zu wehren,
macht sich mitschuldig.“

Der mittlerweile betagte Jurist Canestrini engagiert sich heute in pazifistischer Weise in
der „GAN“ - „Gruppo di Azione Nonviolenta di Rovereto“ („Gewaltfreie Aktionsgruppe
Rovereto“), welche mit dem „Comitato per la Pace e i Diritti Umani“ („Komitee für Frieden
und Menschenrechte“) eng verbunden ist.

Im November 2004 enthüllte Sandro Canestrini in Rovereto ein Mahnmal dieser


Vereinigung, welches dem Gedenken an eine in Italien totgeschwiegene und weitgehend
vergessene Menschengruppe gewidmet war. Dieses von der Stadtgemeinde Rovereto nur
temporär geduldete Denkmal sollte an die 470.000 Italiener erinnern, welche sich im
Ersten Weltkrieg geweigert hatten, gegen Österreich-Ungarn zu kämpfen und die zum
erheblichen Teil Opfer einer rigorosen und gnadenlosen italienischen Militärjustiz geworden
waren.
Sandro Canestrini, welcher diesen Krieg stets für ein Unrecht gehalten hat, bezeichnete in
seiner Rede diese Verweigerer als die eigentlichen italienischen Helden des Weltkrieges.

Für sein Eintreten für die Menschenrechte wurde Sandro Canestrini mehrfach geehrt. Im Jahr
1993 wurde ihm der Ehrenkranz des Südtiroler Schützenbundes für seine Verdienste um
die Verteidigung der demokratischen Bürgerrechte verliehen. Das Land Tirol ehrte ihn 2006
auf Schloss Tirol mit der Verleihung des Verdienstkreuzes. Er ist Ehrenbürger der
Gemeinden Erto und Casso.

Nachstehend nun Canestrinis Artikel zur Ortsnamensfrage in Südtirol:


„Tolomei (1), Fitto (2) und die Wegeschilder des Alpenvereins
Wer die Geschichte vergisst oder verdreht, wird früher oder später mit den Folgen
seines Handelns konfrontiert.
Wer es ignoriert hat oder wer versucht hat, die Tatsache zu verschleiern, dass in
Südtirol ein parteiischer Faschist namens Ettore Tolomei so gut wie alle Namen der
Orte und Städte unter Berufung auf die römischen Eroberungen, das Römische
Imperium und ähnliche Märchen geändert hat, ist nun an dem Punkt angelangt, wo es
heißt: Lege Rechenschaft ab!
Auch wenn die Tageszeitung „Alto Adige“ nun Pfeile abschießt und sich auf die
Italianität beruft (siehe die Artikel von Campostrini (3) ), sind die wirklichen Tatsachen
doch folgende: Die Einwohner des südlichen Tirol gehören in ihrer überwiegenden
Mehrheit der deutschen Sprachgruppe an. Sie haben das Recht, die Namen zu benutzen,
welche eine tausendjährige Tradition haben.
Ich verstehe es und ich billige es, dass ein Einwohner von Pflaurenz seinen Wohnort
nicht in ein „Floronzo“ verdreht haben will und dass jemand, der im Fischleintal wohnt,
Anstoß daran nimmt, in ein „Val Fiscalina“ verbannt zu werden.
Durnwalder hat immer seine Worte abgewogen, er hat nie Kraftausdrücke gebraucht
und hat immer versucht, den Bürgern der italienischen Sprachgruppe dieses Landes
Gerechtigkeit und gleiche Behandlung widerfahren zu lassen. Er hat Recht, wenn er
angesichts dessen, dass er wie ein Unverantwortlicher oder wie ein Straßenjunge
behandelt wird, nun die Geduld verliert.
Ich wundere mich über die „Demokratische Partei“ („Partito Democratico“): Sie macht
sich zum Verfechter historischer Ungerechtigkeiten, um sich eine Wählerschaft warm zu
halten, welche sich vielleicht in der Reihen der Anhänger der Frau Biancofiore (4) besser
zu Hause fühlen würde.
Im Aostatal, einer Region mit frankophoner Mehrheit, hat sie nie nationalistische
Fahnen geschwenkt, obwohl die Orte und Städte einheimische Namen tragen, die keine
italienischen sind.
Vielleicht sollte die „Demokratische Partei“, statt den Feuerwehrmann zu spielen, die
Last auf sich nehmen, ihrer Wählerschaft eine korrekte Darstellung der Geschichte zu
liefern und die Gründe darzulegen, warum die Südtiroler nicht auf ihre eigene Sprache
verzichten wollen.
Vielleicht erinnern sie sich dann daran, dass der Wohlstand, den auch sie genießen, eine
Frucht des Geistes dieses von arbeitsamen, ehrlichen und anständigen Gebirglern
bewohnten Landes ist.
Der Vergleich mit anderen italienischen Regionen lässt uns daran denken, dass wir
keinen Grund zur Freude hätten, wenn dies anders wäre.
Vielleicht wäre es deshalb gut, bereitwillig zu akzeptieren, in Brixen oder Bozen zu
wohnen.
Für ehrliche Leute ändert sich dabei nichts.

Sandro Canestrini“
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(1) Ettore Tolmei war der faschistische Erfinder künstlicher italienischer Orts- und Flurnamen für Südtirol.

(2) Raffaele Fitto stammt aus Apulien, dem Land der „Neuen Camorra“ und ist italienischer Minister für die
Angelegenheiten der Regionen. Er hat von Südtirols Landeshauptmann Durnwalder verlangt, rund 36.000
Wegweiser - vor allem des Alpenverein Südtirol - gegen zweinamige Schilder mit den „italienischen“
Bezeichnungen des faschistischen Namensfälschers Tolomei auszutauschen, ansonsten die italienische Armee
dies vornehmen werde.
Gegen Fitto laufen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen aus seiner Amtszeit als Präsident der Region Apulien
wegen Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation, Veruntreuung im Amt, Amtsmissbrauchs, Korruption,
Fälschung und illegaler Parteienfinanzierung. Derzeit schützt ihn noch seine parlamentarische Immunität.

(3) Paolo Campostrini ist Redakteur der nationalistischen italienischen Bozner Tageszeitung „Alto Adige“.

(4) Michaela Biacofiore ist eine Rechtsaußen-Abgeordnete der Berlusconi-Partei „PdL“, welche vorgeschlagen
hat, dass auf jedem Südtiroler Haus die Tricolore gehißt werden sollte.

Der Artikel in italienischer Originalfassung:

“Tolomei, Fitto e i cartelli dell'Alpenverein


Chi dimentica o distorce la storia prima o poi si trova confrontato con le conseguenze del suo operato. Chi ha
ignorato o tentato di camuffare il fatto che in Sudtirolo un fazioso fascista di nome Ettore Tolomei ha cambiato i
nomi a quasi tutti i paesi e le città in nome delle conquiste romane, dell'Impero romano e di fole simili, ora è
arrivato al redde rationem. Anche se il quotidiano «Alto Adige» - che ha avuto alcuni direttori, i quali si sono
vantati pubblicamente che il loro giornale è sostenuto economicamente dai servizi segreti italiani - ora lancia
strali e si appella all'italianità, i fatti reali sono questi: gli abitanti del Sud del Tirolo sono in stragrande
maggioranza di lingua tedesca, hanno diritto ad usare i nomi che hanno una tradizione millenaria. Capisco ed
approvo il fatto che un abitante di Pflaurenz non voglia vedersi affibbiata la residenza a «Floronzo», e chi sta nel
Fischleintal si scandalizzi di essere stato relegato in una «Val Fiscalina». Fa bene Durnwalder, che ha sempre
misurato le parole, che non ha mai usato termini forti, che ha sempre cercato di assicurare ai cittadini di lingua
italiana di questa terra giustizia ed equo trattamento, a spazientirsi, vedendosi trattare da irresponsabile, e
strapazzato come se fosse un ragazzetto da strada. Mi meraviglio del Partito Democratico: si fa paladino di
ingiustizie storiche per tenersi stretto un elettorato che forse si sentirebbe meglio fra le file della Biancofiore. In
Aosta, regione con maggioranze francofone, non ha mai sventolato vessilli nazionalisti, anche se paesi e città
hanno i nomi locali, che non sono italiani. Forse invece che fare il pompiere, il Partito Democratico dovrebbe
farsi peso di un corretta interpretazione storica, spiegando ai suoi elettori il motivo per cui i sudtirolesi non
vogliono rinunciare alla loro lingua. Forse si ricorderanno allora che il benessere di cui godono anche loro, è
frutto dello spirito di questa terra di montanari lavoratori, onesti e leali. Il confronto con altre regioni italiane ci
fa pensare che non ci sarebbe da stare allegri, se fosse altrimenti. Forse sarebbe bene accettare perciò di buon
grado di abitare a Brixen o a Bozen. Per le persone oneste non cambia nulla.
Sandro Canestrini“

Italienische Leserbriefe zugunsten Südtirols


In italienischen Zeitungen Südtirols und des Trentino mehren sich Leserbriefe, in denen
Südtirols Anliegen mit Verständnis begegnet wird. Noch repräsentieren sie sicherlich nicht
die Mehrheit der italienischen Mitbürger, sie sind aber ein Signal dafür, dass man auch auf
Südtiroler Seite nicht von einer einheitlichen italienischen Hass-Front fanatischer Alt- und
Jungfaschisten ausgehen darf.
Es sind Stimmen der Vernunft, der Menschlichkeit und des guten Willens. Und sie werden
mehr!

Ein Beispiel für viele sei hier zitiert:

Guido Benucci findet eine auferlegte Doppelsprachigkeit in der Toponomastik „absurd“.


Es gebe bei der Betrachtung des aktuellen Namensstreites nur zwei Möglichkeiten:
„Entweder ist man der Ansicht, dass dieses Land italienisch ist, weil es regulär in einem
Krieg erobert wurde, oder man ist der Ansicht, dass dies ein deutsches und Tiroler Land
ist, welches von Italien besetzt und - gelinde gesagt - für lange Zeit mit
verdammenswerten Methoden verwaltet wurde.
Man kann freimütig nach der ersten These verfahren und diese aufrecht erhalten. Dann
kann man aber auch nicht mehr anders, als die besetzten palästinensischen Gebiete als
israelisches Land und Tibet als chinesisches Land anzuerkennen.“
(Leserbrief von Guido Benucci in „L’Adige“ vom 27. Juli 2010)

Einzelne italienische Politiker zeigen Verständnis für Südtirol


Bemerkenswert sind auch die Stellungnahmen einzelner italienischer Politiker zu
Südtirolfragen. Es zeigt sich, dass auch das mit Faschisten durchsetzte Berlusconi-
Regierungslager keine einheitlich geschlossene feindselige Front gegenüber Südtirol bildet.
Es gibt die Politiker der „Lega Nord“, aber auch einige andere Politiker des
Regierungsbündnisses „Popolo della Liberta“ (PdL), die eine positive Haltung gegenüber
Südtirol zeigen.

Unterstaatssekretär Carlo Giovanardi zur Orts- und Flurnamensfrage:


„Überraschung in Sachen Schilderstreit“
Am 7. August 2010 nahm der (von der früheren „Democrazia Cristiana (DC) her kommende)
italienische Unterstaatssekretär Carlo Giovanardi an dem traditionellen Sommerfest der SVP
Ladina auf dem Würzjoch teil.

Unterstaatssekretär Carlo Giovanardi

Die Zeitung „Z am Sonntag“ berichtete darüber am 8. August 2010 unter dem Titel

„Überraschung im Schilderstreit“:

„Auf die Bitte von Landeshauptmann Luis Durnwalder an den Unterstaatssekretär


Carlo Giovanardi, doch in Rom in Sachen Schilderstreit ein gutes Wort einzulegen,
überraschte dieser mit seinen Aussagen: Er sei zwar für eine Übersetzung von Begriffen
wie Hof in „maso“ oder Hütte in „rifugio“. Er habe sich aber beim Fest schnell seinen
Namen Giovanardi übersetzen lassen. Weil er mit „Jungmann“ oder so ähnlich, gar
nicht einverstanden sei, sei er auch dafür, dass die gewachsenen und angestammten
Namen, die im Volk im Gebrauch seien, nicht übersetzt werden.“
Minister a. D. La Loggia: Orts- und Flurnamen müssen nicht übersetzt
werden

Minister a. D. Enrico La Loggia

Der ehemalige Regionenminister und jetzige Präsident der parlamentarischen Kommission für
den Steuerföderalismus, Enrico La Loggia von dem Berlusconi-Regierungsbündnis „Popolo
della Liberta“ (PdL), erklärte anlässlich eines Besuchs bei Südtirols Landeshauptmann Luis
Durnwalder zur Frage der Wegebeschilderung und der Südtiroler Flurnamen:
„‘Die vernünftigste Lösung wäre, Bezeichnungen wie Straße, Steig, See oder Pass zu
übersetzen, auf dass sich auch die Italiener zurechtfinden. Die Orts- und Flurnamen
müssen nicht übersetzt werden. Die sind in Ruhe zu lassen, aber es ist unabdingbar,
Bezeichnungen wie Steig, Joch usw. auf Italienisch hinzuzufügen‘, sagt La Loggia in
einemInterview mit dem„Corriere dell' Alto Adige“. Für die deutschsprachige
Bevölkerung in Südtirol wäre das kein Schritt zurück, sondern es wäre ein Vorteil für
alle, so La Loggia weiter. Er wünsche sich nur, dass eine Lösung so bald als möglich
gefunden werde.“
(Zitiert nach „Dolomiten“, 17. August 2010)

Cossiga und Spagnolli: Südtiroler sollen über ihr Schicksal selbst


entscheiden.

Francesco Cossiga Luigi Spagnolli

Am 17. August 2010 war der aus Sassari in Sardinien stammende ehemalige italienische
christdemokratische Innenminister, Ministerpräsident, Senatspräsident und
Staatspräsident Francesco Cossiga in einer römischen Klinik im Alter von 82 Jahren
verstorben. Cossiga, der übrigens mütterlicherseits auch deutsche Vorfahren hatte, war
überzeugter sardischer Autonomist und ein Freund Südtirols gewesen. Er hatte sich stets für
das Selbstbestimmungsrecht Südtirolseingesetzt und auch einen entsprechenden
Gesetzesantrag im italienischen Parlament eingebracht.
Am 3. September 2009 hatte Cossiga dem Journalisten Günther Jeneweil von der „Tiroler
Woche“ ein Exklusiv-Interview gegeben, in welchem er erklärte, „dass das Recht der Völker
auf Selbstbestimmung, welches in den Erklärungen der Vereinten Nationen und des
Europarates für unantastbar erklärt wurde, dem Tiroler Volk nicht vorenthalten werden
kann.“
Der Bozner Bürgermeister Luigi Spagnolli äußerte anlässlich Cossigas Ableben: „‘Cossiga
war ein Großer der italienischen Politik. Er hatte nie Angst, zu sagen, was er denkt. Auch
in Südtirolfragen ist er gegen den Strom geschwommen‘. Als Sarde habe er sich in
Südtirol zu Hause gefühlt. ‚Ich teile seine Ansicht, dass die Südtiroler selbst über ihr
Schicksal entscheiden sollen.‘“
(Zitiert nach „Dolomiten“, 18. August 2010)