Ballett-Festwoche in Gera: Der Körper - das

Instrument
05.01.2015 - 07:33 Uhr
Auf der Zehenspitze: Theater und Philharmonie Gera lädt ab dem 24. Januar zur Ballett-
Festwoche.
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Predrag Jovicic, Tänzer, Thüringer Staatsballett.
Gera. Wenn Predrag Jovicic über das Tanzen spricht, dann redet er auch immer wieder über das
Instrument. Das ist der Körper, den es richtig einzusetzen gilt. Der Körper ist das Instrument des
Tänzers. Er muss ihn pflegen, wissen, wie er richtig einzusetzen ist, um auf der Bühne
Höchstleistung zu vollbringen. Predrag Jovicic weiß wie das funktioniert - schon seit vielen
Jahren.
Der Serbe gehört zum Ensemble des Thüringer Staatsballetts. Vor drei Jahren kam er zu Theater
und Philharmonie nach Gera, nachdem er unter anderem an der Hochschule für Musik und
Darstellende Kunst Mannheim studierte. Der 32-jährige Predrag Jovicic kam spät zum Tanz. Mit
20 Jahren begann er mit dem Ballett, nachdem er als Jugendlicher Folklore tanzte. Mit der
Volkstanzgruppe reist er viel, tritt in Finnland, Griechenland, Portugal und Polen auf.
Aufgewachsen in Serbien, begann er das Studium russischer Literatur und Sprache. Nach einem
Jahr schmeißt er hin, beschließt, fortan Tanz auch zum beruflichen Mittelpunkt seines Lebens zu
machen. Predrag Jovicic verlässt sein Heimatland, geht nach Monte-Carlo und nimmt weiter
Tanzunterricht. Er wechselt an die Universität von Mannheim und beginnt nach dem Abschluss
im Theater Coburg zu arbeiten. Bevor er nach Gera wechselt, tanzte er am Theater in Eisenach.
Ausschließlich Beifall bekommt der junge Mann für seine Berufswahl nicht. Gerade der Vater
war skeptisch, erinnert sich der Tänzer. Denn dem Ballett haftet ein unmännlicher Ruf an. Das ist
in Serbien nicht anders als in Deutschland.
Unterschiede gibt es aber dagegen in der Zahl der Ballett-Gruppen in beiden Ländern. Gerade
einmal zwei Truppen gibt es in Serbien. In Deutschland sind es viele mehr. Das sei auch der
Grund dafür, aus dem Predrag in die Bundesrepublik kam. Für die Karriere verließ er seine
Heimat. Das ist der Preis, denn man zahlen muss, sagt er. Und fügt hinzu: das ist in vielen Jobs
so. Besonders ist die Branche aber allemal. Denn die Kunst ist abhängig vom Reichtum des
Landes. Fehlt das Geld, bekommt das auch die Kultur zu spüren. Und der Ballett-Markt ist hart
umkämpft, es gibt deutlich mehr Tänzer als freie Stellen. Der Tänzer allerdings muss seinen
Beruf auch außerhalb von Probestunden und Aufführungen leben. Denn das Instrument Körper
will gesund gehalten werden. Disziplin braucht es, Kreativität und jede Menge Training. Sechs
Tage in der Woche wird täglich eineinhalb Stunden trainiert. Hinzu kommen die Proben für die
jeweiligen Aufführungen. Zwischen zwei und sechs Wochen lang werden die Choreografien für
die Stücke einstudiert - keine ist wie die andere. Genau das mache auch den Reiz des besonderen
Jobs aus, auch wenn der dem eigenen Körper viel abverlangt und die Arbeit hart ist.
Wie lang er noch tanzen will und wohin es ihn einmal verschlagen wird, weiß Predrag Jovicic
nicht zu sagen. Manche meinen, so der junge Serbe, mit Mitte 30 sei die Tanzkarriere vorüber.
Andere dagegen haben bewiesen, dass sie durchaus noch viel länger dauern kann.
[#PREMIUM#)
Martin Gerlach / 05.01.15 / OTZ

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