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22. DG Haftungsprivileg § 333 ASVG DG haftet für den Schaden, der dem DN durch eine Verletzung am Körper infolge eines Arbeitsunfalles oder einer Berufskrankheit entstanden ist nur dann , wenn er den Unfall vorsätzlich ver ursacht hat. Zudem sind gem. § 333 Abs 4 ASVG auch gesetzliche oder bevollmächtigte Vertreter des DG sowie Aufseher im Betrieb vom Haftungsausschluss erfasst. In der Praxis führt diese Regelung dazu, dass Ersatzansprüche gegen den DG kaum vorkommen, weil v orsätzliche Schädigung höchstens selten ist. Die geschädigte Person ist also alleine auf die Leistung der UV angewiesen. Ausnahme : Kein Dienstgeberhaftungsprivileg, wenn der Unfall durch ein

Verkehrsmittel herbeigeführt wurde, für dessen Betrieb eine erhöhte Haftpflicht

besteht. Die Haftung ist allerdings mit der Haftpflichtsumme begrenzt. Der Unfallversicherungsträger hat gem. § 334 ASVG einen originären Rückgriffsanspruch gegen den DG, wenn dieser vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat (ausg enommen davon ist die Integritätsabgeltung).Für leicht fahrlässige Schädigungen muss der DG jedenfalls an niemanden leisten. Der DG soll angehalten werden, trotz Haftungsprivileg, „ein sorgfältiger Arbeitgeber“ zu sein und die Arbeitnehmerschutzvorschrift en einzuhalten. DG kann beim Rückgriffsrecht auch kein Mitverschulden des DN einwenden (§ 334 Abs 3 ASVG) . Nicht auf den Träger der UV beschränkt, sondern auch die Träger der KV oder PV können Regress nehmen.

23. Aufseher Person die betriebliche Arbeitsvo rgänge überwacht und anleitet . Dieser genießt sie dieselben Privilegien wie der DG (DG - Haftungsprivileg § 333 Abs 4 ASVG ).

Ein Aufseher im Betrieb ist eine Person, die

für das Zusammenspiel persönlicher und technischer Kräfte verantwortlich ist.

andere DN oder Betriebsteile überwacht und die Arbeitspartie leitet und somit eine Ste llung innehat, die mit einem bestimmten Pflichtenkreis und einer gewissen Selbstständigkeit einhergeht. Es kommt auf die besondere Aufsichtsposition und Überwachungskompetenz an, nicht so sehr auf die innerbetrieblich - hierarchische Stellung. So sind z.B. DN Aufseher, die auf Anweisung des DG andere Kollegen zur Arbeitsstätte fahren müssen und dabei zwangsläufig im Zusammenhang stehende Anordnungsbefugnisse besitzen. Schäden der Arbeitskollegen

Schädigt ein Arbeitskollege einen anderen und verursacht d adurch

einen Personenschaden (nicht Sachschaden!), so ist danach zu unterscheiden ob der Schädiger Aufseher im Betrieb war oder nicht.

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Für Aufseher im Betrieb gilt das oben beschriebene Dienstgeberhaftungsprivileg. Für andere Kollegen ist das allgeme ine Schadenersatzrecht maßgeblich. Nur in

jenem Umfang, in dem der Sozialversicherungsträger Leistungen an den Geschädigten erbringt, geht der Anspruch auf diesen über. Darüber hinausgehende Schäden, insbesondere Schmerzensgeld , kann der Geschädigte vom schädigenden Kollegen geltend machen.

Der Versicherungsträger kann allerdings nur dann gegen den Arbeitskollegen Rückgriff nehmen, wenn dieser grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat oder der Versicherungsfall durch ein Verkehrsmittel verursacht wurde, für dessen Betrieb eine erhöhte Haftpflicht besteht – allerdings nur bis zur Haftpflichtsumme (§ 332 Abs 5 ASVG) .

Gegen Dritte kann der Versicherungsträger uneingeschränkt Rückgriff nehmen.

Die genannten Regelungen gelten nach der Rsp auc h dann, wenn es

sich nicht um einen Arbeitsunfall, aber immerhin eine enge Verbindung zur betrieblichen Tätigkeit des Verletzten besteht.

24. Legalzession § 332 ASVG § 332 Abs 1 ASVG normiert, dass Ansprüche, die dem Geschädigten durch den Versicherungs fall erwachsen sind, soweit auf den Versicherungsträger übergehen, als dieser Leistungen zu erbringen hat. Ausdrücklich ausgenommen sind aber Leistungen auf Schmerzensgeld. Der Anspruch des Verletzten auf Schadenersatz geht in allen Zweigen der Sozialversi cherung von Gesetzes wegen (ex lege) auf die Sozialversicherung über, soweit diese Leistung zu erbringen hat. (Kongruenzprinzip) Nicht kongruente Ansprüche gehen auch nicht auf den Versicherungsträger über, sondern können weiterhin vom Geschädigten selbst gegen den Schädiger durchgesetzt werden. Somit sind von der Legalzession nur kongruente Schäden erfasst.

25. Ausgleichstaxe Pro 25 AN muss ein AG einen begünstigt Behinderten (Personen, deren Erwerbsfähigkeit um mindestens 50% gemindert ist) seiner Wahl e instellen. Dies wird nicht mittels Strafe durchgesetzt, sondern durch ökonomische Reize. Stellt der AG die Pflichtzahl ein, so erhält er eine finanzielle Prämie . Stellt er sie hingegen nicht ein, so muss er eine Ausgleichstaxe bezahlen. Diesen Betrag, der jährlich angepasst wird und von der Höhe der im Betrieb beschäftigten Zahl der AN abhängt , muss er an das Bundesamt für Behindertenwesen überweisen. Es fließt direkt in Ausgleichstaxenfonds, die Mittel werden für berufliche Eingliederung der begünstigt Beh inderten, für die Gewährung von Zuschüssen oder für die Prämien an DG verwendet. Es soll die Ersparnis ausgleichen, welche AG hat, wenn er keinen begünstigt Behinderten einstellt. Man muss sie auch zahlen, wenn man trotz Suchens keinen begünstigt Behindert en gefunden hat. Geregelt ist das Ganze in § 9 BEinstG .