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Thomas J. Moser Barack Obamas Einzug in das Weiße Haus Analyse der Exit-Polls der US-Präsidentscha
Thomas J. Moser Barack Obamas Einzug in das Weiße Haus Analyse der Exit-Polls der US-Präsidentscha
Thomas J. Moser Barack Obamas Einzug in das Weiße Haus Analyse der Exit-Polls der US-Präsidentscha
Thomas J. Moser Barack Obamas Einzug in das Weiße Haus Analyse der Exit-Polls der US-Präsidentscha

Thomas J. Moser Barack Obamas Einzug in das Weiße Haus

Analyse der Exit-Polls der US-Präsidentscha swahl 2008

Thomas J. Moser Barack Obamas Einzug in das Weiße Haus Analyse der Exit-Polls der US-Präsidentscha swahl
Thomas J. Moser Barack Obamas Einzug in das Weiße Haus Analyse der Exit-Polls der US-Präsidentscha swahl
Thomas J. Moser Barack Obamas Einzug in das Weiße Haus Analyse der Exit-Polls der US-Präsidentscha swahl

© Thomas J. Moser ThomasMoser@gmx.at März 2009

INHALT

!

 

TABELLEN

II!

ABBILDUNGEN

III!

1

Einleitung

1

2

Methodologie

1 !

3

Exit-Polls: Grundsätzliche Erläuterungen

2 !

3.1!

Wer, warum, wie und wofür?

2!

3.1.1

Reine Erkenntnis: Exit-Polls für die Wissenschaft

2 !

3.1.2

Kommerzielles Interesse: Exit-Polls für die mediale Berichterstattung

2

3.1.3

Emazipatorisches Interesse: Exit-Polls als Verifizierungsinstrument

3 !

3.1.4 ! Zusammenfassend

3 !

3.2!

Das Problem von Early-Voting für Exit-Polls

4!

4 !

Exit-Polls: Analyse

5

!

4.1!

Klassische Bruchlinien in den USA

5!

4.1.1 !

Geschlecht und Familienstand Frauen

4.1.1.1

5 !

6 !

4.1.1.2

Männer

7 !

4.1.1.3

Familienstand und Kinder

8 !

4.1.1.4

Zusammenfassung

8 !

4.1.2 !

Hautfarbe

8

4.1.2.1

Überblick

9 !

4.1.2.2

Schwarze

9 !

4.1.2.3

Weiße

10

4.1.2.4

Latinos

11

4.1.3 !

Klasse

 

12 !

4.1.3.1

Einkommen

13

4.1.3.2

Bildung

14

4.1.3.3

Gewerkschaften

14

4.1.4 !

Religion

15

4.1.4.1 !

Religionszugehörigkeit und Kirchgänger

16 !

4.2!

Weitere potentielle Bruchlinien und Auffälligkeiten

4.2.1 !

Alter

17!

!

17

4.2.1.1

Jungwähler

17

4.2.1.2

Erwachsene

18

4.2.1.3

Ältere Menschen

19

4.2.2 !

Themen

20 !

4.2.2.1 !

Ökonomie und Wahlverhalten

22

4.2.2.1.1

Sociotropic

22

4.2.2.1.2

Pocketbook

23

4.2.3

Regionale Unterschiede

24

4.2.4

Parteiidentifikation und Ideologie

25

4.2.5

Reichweite der Kampagnen

25 !

5 !

Fazit: Wer brachte Obama ins Weiße Haus?

QUELLENVERZEICHNIS

26

!

28!

TABELLEN

II

Tabelle 1: Wahlbeteiligung Frauen/Männer 2004 und 2008

6!

Tabelle 2: Wahlverhalten und Familienstand 2008

8!

Tabelle 3: Verheirate mit Kindern 2008

8!

Tabelle 4: Wahlverhalten und Hautfarbe 2008

9!

Tabelle 5: Latino-Stimmen in New Mexico 2004 und 2008

12!

Tabelle 6: Wahlverhalten und Gewerkschaftsmitgliedschaft 2008

15!

Tabelle 7: Wahlverhalten und Religionszugehörigkeit 2008

16!

Tabelle 8: Wahlverhalten der Born-Again-Christen/Evangelikalen 2008

16!

Tabelle 9: Wahlverhalten und Kirchgangsfrequenz 2008

16!

Tabelle 10: Altersverteilung 2008

17!

Tabelle 11: Wichtigstes Thema für das Land 2008

20!

Tabelle 12: Themen vs. persönliche Qualitäten 2008

21!

Tabelle 13: Zufriedenheit mit der Regulierungstätigkeit der Regierung 2008

21!

Tabelle 14: Einschätzung der derzeitigen wirtschaftlichen Lage 2008

22!

Tabelle 15: Beunruhigt wegen der ökonomischen Lage im nächsten Jahr 2008

23!

Tabelle 16: Zustand der Wirtschaft im nächsten Jahr 2008

23!

Tabelle 17: Beunruhigt, dass die Wirtschaftskrise der Familie schaden wird 2008

23!

Tabelle 18: Beunruhigt wegen Kosten für Gesundheitsversorgung 2008

23!

Tabelle 19: Erwartung bezüglich Steuererhöhung, -senkung 2008

24!

Tabelle 20: Wahlverhalten in den Regionen 2008

24!

Tabelle 21: Wahlverhalten und Wohnortgröße 2008

25!

Tabelle 22: Wahlverhalten und Parteiidentifikation 2008

25!

Tabelle 23: Wahlverhalten und Ideologie 2008

25!

Tabelle 24: Persönlicher Kontakt mit Kampagnen 2008

26!

ABBILDUNGEN

III

Abbildung 1: Wahlverhalten der Frauen 1972-2008

6!

Abbildung 2: Wahlverhalten der Männer 1972-2008

7!

Abbildung 3: Afroamerikanische Wähler 1972-2008

10!

Abbildung 4: Weiße Wähler 1972-2008

11!

Abbildung 5: Latino Wähler 1972-2008

11!

Abbildung 6: Wahlverhalten nach jährlichem Haushaltseinkommen 2008

13!

Abbildung 7: Wahlverhalten und Bildungsgrad 2008

14!

Abbildung 8: 18-29 Järhrige 1972-2008

17!

Abbildung 9: 30-44 Jährige 1972-2008

18!

Abbildung 10: 45-59 bzw. 45-64 Jährige 1972-2008

19!

Abbildung 11: 60+ bzw. 65+ Jährige (seit 2008) 1972-2008

19!

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

1

1 Einleitung

Präsidentschaftswahlen in den USA werden heutzutage überall mit Spannung verfolgt, zieht doch diese Entscheidung Folgen für die gesamte Welt nach sich. Doch nicht nur die weltpolitischen Auswirkungen sind hierbei von Interesse, sondern ebenso der Wahlkampf um den Einzug in das Weiße Haus an sich. Denn nirgendwo sonst dauert der Wahlkampf so lange, werden mehr Geldmittel dafür aufgebracht, und das Ganze medial so beleuchtet wie in den USA. Ebenso setzen die Neuerun- gen der Wahlkampagnen Standards, die nach und nach auch in anderen Ländern übernommen werden. Präsidentschaftswahlen in den USA sind daher gerade für Politologen ein nicht zu vernachläs- sigendes Feld der Betrachtung und Analyse.

In dieser Untersuchung soll eine Analyse der Exit-Polls der Präsidentschaftswahl vom 4. Novem- ber 2008 in den USA unternommen werden. Solche Wahltagsbefragungen liefern unverzichtbare Daten für die genauere Analyse der Zusammensetzung und Entscheidung der Wählerschaft. Hierzu werden wir wie folgt vorgehen: Zunächst müssen ein paar allgemeine Bemerkungen zu der Durch- führung von Exit-Polls und deren Verwendungszwecke gemacht werden. Dies ist in diesem Fall angebracht, da die Durchführung von Wahltagsbefragungen – nicht nur – in den USA nicht unum- stritten ist und auch einige peinliche Pannen den Ruf von solchen Umfragen beschädigt haben. Außerdem gibt dies Aufschluss darüber wie umfangreich und verlässlich die gewonnen Daten sind.

Danach wir die Analyse der Daten durchzuführen sein. Aus ihnen sollen markante Details der Zusammensetzung der Wählerschaft gefiltert werden. Ebenso sollen relevante Veränderungen zu vorherigen Wahlen aufgezeigt werden und wo möglich Begründungen für gewisse Trends angegeben werden.

2 Methodologie

Für diese Arbeit werden einerseits die Daten der vom NEP 1 (National Election Pool) durchgeführten Wahltagsbefragungen verwendet. Diese sind auf den Internetseiten von verschiedenen US- Nachrichtensendern abrufbar. 2 Die Daten umfassen 17.836 beantwortete Fragebögen, damit wird eine Analyse von vielen einzelnen Unterscheidungskriterien von Untergruppen möglich, ohne dass die statistische Schwankungsbreite ein Ausmaß erreicht, ab dem es keinen Sinn mehr machen würde, Aussagen über eine Subgruppe der Stichprobe zu treffen. Zudem werden – wo vorhanden und sinnvoll – Daten vorangegangener Präsidentschaftswahlen seit 1972 herangezogen 3 , um die Ergebnisse

1 Für mehr Informationen zum National Election Pool vgl. Abschnitt 3.1.2

2 Die Daten, auf die in dieser Arbeit Bezug genommen werden, können hier abgerufen werden: CNN: Election Center 2008. http://edition.cnn.com/ELECTION/2008/results/polls.main/ (abgerufen: 22. Jan. 2009).

3 The New York Times: National Exit Polls Table. http://elections.nytimes.com/2008/results/president/national-exit- polls.html (abgerufen: 22. Jan. 2009).

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

2

der Wahltagsbefragung dieser Wahl in einen historischen Kontext zu setzen, damit Entwicklungs- trends in der Wählerschaft aufgezeigt werden können.

3 Exit-Polls: Grundsätzliche Erläuterungen

3.1 Wer, warum, wie und wofür?

Exit-Polls sind ein Analyseinstrument der empirischen Sozialforschung. Die Zwecke, für die Exit- Polls durchgeführt werden, sind verschieden. Sie können einem Interesse für reine wissenschaftliche Erkenntnis, einem kommerziell ausgerichteten Interesse oder einem emanzipatorischen Interesse dienen. Im folgenden Abschnitt werden diese unterschiedlichen Zwecke kurz kursorisch umrissen. Es ist klar, dass diese Unterscheidung eine idealtypische ist und in der Realität sich die drei genannten Zwecke überschneiden.

3.1.1 Reine Erkenntnis: Exit-Polls für die Wissenschaft

Politikwissenschafter verwenden Exit-Polls klarerweise, um die demographische Zusammensetzung der Wählerschaft zu analysieren und gewisse politische Trends aufzuzeigen. Hierbei geht es vorrangig darum, wissenschaftliche Erkenntnisse zu Fragestellungen zu gewinnen, die zumeist nur einen akademischen Kreis von Fachleuten der wissenschaftlichen Gemeinschaft interessieren. Es wird versucht komplexe Theorien des gesellschaftlichen Wandels mit empirischen Daten zu vergleichen und unterschiedliche Modelle zur Prognostizierung von Wahlergebnissen zu überprüfen.

3.1.2 Kommerzielles Interesse: Exit-Polls für die mediale Berichterstattung

Bedenkt man den großen Aufwand für die Durchführung von Exit-Polls wird klar, dass eine groß angelegte Wahltagsbefragung natürlich einiges an Geld verschlingt und daher meist ein handfestes kommerzielles Interesse dahinter sein muss, um die Geldmittel für ein solches Unterfangen aufbrin- gen zu können. Dieses Interesse haben Nachrichtensender, die in ihrer redaktionellen Bericht- erstattung die Wahlen beleuchten und Exit-Polls dazu benutzen, so früh wie möglich den Ausgang der Wahlen vorhersagen zu können.

Dazu bildeten in den USA die führenden Fernsehnachrichtenanstalten der USA (CNN, FOX News, CBS, ABC, NBC, AP) im Jahr 2003 ein Konsortium – das NEP (National Election Pool) –, das den Auftrag Exit-Polls nationsweit durchzuführen, an zwei Meinungsforschungsinstitute (Edison Media Research und Mitofsky International) vergibt. 4

Die Vorgängerorganisation (Voter News Service, VNS) wurde wegen schwerwiegenden Pannen bei den Wahlen 2000 und 2002 aufgelöst. Bei den Präsidentschaftswahlen 2000 mussten Nachrichten- sender, die am Wahltag berichteten, ihre Vorhersagen, wer nun die Wahl gewonnen habe, einige Male

4 Vgl. die Internetseite von Edison / Mitofsky: http://www.exit-poll.net/exit_polling.html (abgerufen 22. Feb. 2009)

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

3

revidieren, was zu beträchtlichen Verwirrungen und im Nachhinein auch zu Kontroversen über die Sinnhaftigkeit von Exit-Polls an sich führte. 5 Bei den Midterm-Elections 2002 kam es dann zu einem Worst-Case-Szenario für die Nachrichtensender, als das ganze Computersystem, mit dem die Daten der Exit-Polls verwaltet und ausgewertet werden, einige Male abstürzte und es überhaupt nicht möglich war, irgendwelche Exit-Poll-Daten zu liefern.

Aber auch die neue Organisation – das National Election Pool - hatte ihre Probleme als bei den Wahlen 2004 erste Exit-Poll-Daten, die aus den Wahlkreisen hereinkamen, durchsickerten, die dann Blogger auf ihren Internetseiten veröffentlichten und als Folge davon, bis in den Abend hinein über einen Sieg von John Kerry spekuliert wurde. Daraufhin schuf man für die Kongresswahlen 2006 einen Quarantäneraum, in dem alle Daten der Erhebung zusammenlaufen. In diesem Raum sitzen eine handvoll Spezialisten und ausgewählte Vertreter der Nachrichtensender, die zuvor alle ihre elektroni- schen Kommunikationsgeräte, wie Mobiltelefone, Blueberrys, PDAs, Notebooks etc., abgeben müssen und nicht einmal unbegleitet auf die Toilette gehen dürfen; so will man jedes Informationsleck verhindern. 6

3.1.3 Emanzipatorisches Interesse: Exit-Polls als Verifizierungsinstrument

Außerdem gibt es aber noch einen weiteren Zweck dem Exit-Polls dienen können, nämlich zur Verifizierung von Wahlergebnissen. Dazu liegt bei den Befragungen der Fokus nicht auf einem möglichst repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung, sondern man konzentriert sich mit den Erhebungen auf Wahlkreise, von denen man meint, dort würde es zu Unregelmäßigkeiten – um nicht zu sagen Wahlbetrug – kommen. Solche Untersuchungen haben beunruhigende Diskrepanzen zwischen offiziell ausgezählten Stimmen und Ergebnissen von Wahltagsbefragungen aufgezeigt. In Wahlkreisen, in denen Stimmen maschinell bzw. computerisiert gezählt werden, ist diese Diskrepanz um einiges höher als in Wahlkreisen, die klassische Stimmzettel aus Papier verwenden. Die vorliegen- de Arbeit setzt sich jedoch nicht weiter mit diesen emanzipatorischen Einssatzmöglichkeiten von Exit- Polls und deren Ergebnissen und Folgen auseinander.

3.1.4 Zusammenfassend

Wie vorher bemerkt, überschneiden sich diese Sphären und es herrscht eine gegenseitige Abhängig- keit. Denn ist klar, dass einerseits die journalistische Berichterstattung angewiesen ist auf die Expertise von Wissenschaftern und diese wiederum auf die ökonomische Potenz der Nachrichtenmacher, solche großen Umfragen überhaupt in Auftrag geben zu können. Und auch Bürgerrechtsgruppen, die Exit-

5 Vgl. Mitofsky, Warren J.: Voter News Service after the fall, in: Public Opinion Quarterly, Vol 67. Spring 2003, S. 45-48. 6 Blumenthal, Mark: Looking for Presidential Exit Polls?, 4. Nov. 2008. http://www.pollster.com/blogs/looking_for_ presidential_exit.php (abgerufen: 24. Feb. 2009). Weiters: Schmidt, Tracy S.: The Exit Pollsters: An Election Night Quarantine, Time.com, 2. Nov. 2006. http://www.time.com/time/nation/article/0,8599,1553682,00.html (abgerufen: 22. Jan. 2009). Kurtz, Howard: On Election Night, Networks Plan to Proceed With Caution, The Washington Post, 2. Nov. 2006. http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2006/11/01/AR2006110103434.html (abgerufen: 22. Jan. 2009).

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

4

Polls zur Überprüfung der offiziellen Wahlergebnisse benutzen, sind in diese Beziehung zirkulär eingebunden, da auch sie oft nicht die Ressourcen für Umfragen aufbringen können und mit der Wissenschaft im Diskurs um Interpretationen von Unregelmäßigkeiten stehen.

3.2 Das Problem von Early-Voting für Exit-Polls

Geht es dann um die praktische Durchführung von Exit-Polls, gilt es noch einen Faktor zu bedenken:

Den steigenden Anteil an Early-Voters – also Personen, die ihre Stimme bereits vor dem eigentlichen Wahltermin abgeben –, der durch normale Wahltagsbefragungen nicht abgedeckt werden kann. Am Wahltag erhobene Exit-Poll-Daten müssen um diesen Faktor ausgeglichen werden, wenn in einer Region der Anteil an Early-Voters ein Maß erreicht, das für die Genauigkeit der Aussagen nicht ignoriert werden kann. Dafür werden in der letzten Woche vor der Wahl Telefonumfragen durchge- führt, um Early Voters zu identifizieren und von ihnen einen detaillierten Fragenkatalog beantworten zu lassen. Diese Ergebnisse verrechnet man dann mit den Ergebnissen der Exit-Polls, die am Wahltag selbst durchgeführt werden. In 18 Staaten fanden diesmal solche Umfragen statt, die nach ihrer Bedeutung für den Wahlausgang und dem Anteil an Early-Voters ausgewählt worden waren. 7

Eine Frage die sich dabei den Analysten stellt ist, ob Umfragen ausschließlich über Festnetztelefo- ne ausreichend sind oder auch Mobiltelefone mit einbezogen werden sollten. Allgemein wird davon ausgegangen, dass dies noch vernachlässigbar ist, da bei Vergleichen zwischen Umfragen per Festnetz und solchen über Mobiltelefone bisher keine allzu großen Unterschiede aufgefallen sind. Eine vom Pew Research Center durchgeführte Studie zeigt allerdings, dass bei Kopf-an-Kopf-Rennen die Umfragen doch schwanken, nicht zuletzt da bei Umfragen über Mobiltelefone junge Menschen überrepräsentiert sind. 8

Bei diesen Präsidentschaftswahlen gaben etwa 30% der Wähler ihre Stimme vor dem eigentlichen Wahltag am 4. November ab (ca. 38 Millionen). Das eineinhalbmal soviel gegenüber 2004 als 20% der Stimmen vor dem offiziellen Wahltermin abgegeben worden waren. In 34 Staaten gibt es derzeit zumindest eine Möglichkeit zur vorzeitigen Stimmabgabe ohne Entschuldigungsgrund. 9

7 Vgl. Blumenthal, Mark: How Do Polls and Exit Polls Handle Early Voting?, Pollster.com, 31. Okt. 2008. http://www.pollster.com/blogs/how_do_polls_and_exit_polls_ha.php (abgerufen: 22. Jan. 2009). Weiters: Phillips, Kate:

Early Voting and Exit Polls, The New York Times, 29. Okt. 2008. http://thecaucus.blogs.nytimes.com/ 2008/10/29/early-voting-and-exit-polls/ (abgerufen: 22. Jan. 2009). 8 Vgl. Keeter, Scott et al .: Cell Phones and the 2008 Vote: An Update, Pew Research Center for the People & the Press, 23. Sep. 2008. http://pewresearch.org/pubs/964/ (abgerufen: 22. Jan. 2009). 9 Vgl. The Pew Center of States (Hrsg.): Election 2008 in Review, Dezember 2008, S. 7. http://www.pew centeronthestates.org/uploadedFiles/ElectionInReviewPDF%20Final.pdf (abgerufen 22. Jänner 2009). Außerdem: Levey, Noam N. / Hook, Janet: Early voting hits record high, Los Angeles Times, 4. Nov. 2008. http://articles. latimes.com/2008/nov/04/nation/na-voting4 (abgerufen: 22. Jan. 2009).

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

5

4 Exit-Polls: Analyse

Die Daten der Exit-Poll-Befragungen sind sehr umfangreich und können in mannigfaltiger Weise für Interpretationen herangezogen werden. Um uns nicht in einem Analysedschungel zu verlieren, werden wir dem Grundriss dieser Arbeit mit Hilfe des „Cleavage“-Ansatzes versuchen eine vernünfti- ge Struktur zu geben.

Die „Cleavage“-Theorie (Bruchlinien) gehört zu den strukturalistischen und somit makrosoziolo- gischen Theorien der Wahlforschung. Diese makrosoziologischen Anschauungsweisen können bis auf Karl Marx und Max Weber zurückverfolgt werden. Der Ansatz neueren Datums – der auch spezifisch dazu gedacht ist, Parteilandschaften und Wahlverhalten zu erklären – fußt auf der handlungstheoreti- schen bzw. strukturfunktionalistischen Systemtheorie Talcott Parsons und wurde von Lipset und Rokkan – bei ihnen aber zur Erklärung der Beständigkeit des europäischen Parteiensystems – in die politische Soziologie eingeführt. 10

Als „Bruchlinien“ („cleavages“) werden lang anhaltende Konflikte in einer Gesellschaft verstanden, die sie in einzelne soziale Gruppen segmentieren bzw. eine Stratifikation der Gesellschaft erzeugen. Diese Konflikte setzten sich wiederum im Parteiensystem politisch-institutionell fest und prägen langfristige Parteibindungen. Dabei herrscht Uneinigkeit im theoretischen Diskurs darüber, was eine solche Bruchlinie konstituiert. Denn es ist zuweilen nicht klar bestimmbar, welche sozialen Konflikte in diese Kategorisierung passen und welche Konflikte in einer Gesellschaft man besser mit einem anderen Begriff beschreibt, wie z. B. „ideologisch geprägte Einstellungen“ oder „Themenpräferenzen“.

4.1 Klassische Bruchlinien in den USA

In den nächsten Kapiteln wollen wir die politischen Bruchlinien in den USA, wie sie sich bei dieser Präsidentschaftswahl gezeigt haben genauer beleuchten. Hierbei soll uns zunächst einen klassischer Bruchlinien-Begriff als Leitfaden dienen, der eindeutig zu erkennende, lang anhaltende sozial- strukturelle Konflikte in den USA umfasst. Zu diesen klassischen makrosoziologischen Bruchlinien der USA zählen: Geschlecht, Hautfarbe, Klasse und Religion. 11

4.1.1 Geschlecht und Familienstand

Gerade das Geschlecht bildet eine Bruchlinie, die ihre Begründung in den unterschiedlichen Funktio-

nen

unterschiedlichen Funktionen sind nicht starr und unveränderlich, und können nur zu einem geringen Teil aus der natürlichen Konstitution von Männern und Frauen abgeleiteten werden. Vielmehr sind

Diese

von

Männern

und

Frauen

in

der

sozialen

Organisation

der

Gesellschaft

hat.

10 Vgl. Lipset, Seymour M. / Rokkan, Stein: Cleavage Structures, Party Systems, and Voter Alignments: An Introduction, in:

Lipset, Seymour M. / Rokkan, Stein (Hrsg.): Party Systems and Voter Alignments: Cross-National Perspectives, New York: The Free Press 1967, S. 1-64.

11 Vgl. Manza, Jeff / Brooks, Clem: Social Cleavages and Political Change, Voter Alignments ans U.S. Party Coalitions, New York: Oxford University Press 1999, S. 31-48.

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

6

sie sozial bestimmt und daher größtenteils konstruiert und auch veränderbar. Trotzdem bestehen nach wie vor große Unterschiede in der Lebenswelt der beiden Geschlechter, welche auch in der sozialpsy- chologischen Perzeption der Menschen ihren Niederschlag finden. Daher nimmt es nicht Wunder, dass auch das Wahlverhalten von Männern und Frauen unterschiedlich ist.

4.1.1.1

Frauen

Bei den Präsidentschaftswahlen 2008 stimmten Frauen mit 56% zu einem größeren Anteil für Barack Obama gegenüber Männern mit 49%. In den USA sind Frauen bei Wahlen seit den 1980er Jahren überrepräsentiert 12 , das heißt relativ zur Zusammensetzung der Bevölkerung als Ganzes gehen mehr Frauen als Männer zur Wahl (vgl. Tabelle 1).

Tabelle 1: Wahlbeteiligung Frauen/Männer 2004 und 2008

Census

% voted in

% voted in

 

population

2004

2008

Women

51%

54%

53%

Men

49%

46%

47%

Quelle: Felchner, Morgan E. (Hrsg.): Voting in America, Vol. 1, Westport-London: Praeger, 2008, S. 155. Daten für 2008: CNN Exit Poll Data: http://edition.cnn.com/ELECTION/2008/results/polls/#val=USP00p1

Vergleicht man die Exit-Poll-Daten mit den vorangegangenen Präsidentschaftswahlen sieht man, dass Frauen die 1980er Jahre hindurch mehrheitlich für die Republikaner gestimmt haben, seit den 1990er Jahren aber konstant für die Demokraten. Mit 56% Stimmanteil unter Frauen errang Obama ein allzeit Hoch für die Demokraten; man muss bis 1972 zurückgehen, um einen höheren Stimmanteil unter Frauen für eine der beiden Parteien zu finden – damals kamen die Republikaner auf einen Anteil von 61% in dieser Wählergruppe. (vgl. Abbildung 1)

Abbildung 1: Wahlverhalten der Frauen 1972-2008

100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 1972 1976 1980 1984
100
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
1972
1976
1980
1984
1988
1992
1996
2000
2004
2008
Democrat
Republican

Quelle: The New York Times: National Exit Polls Table.

12 Vgl. Omero, Margie: Women as the Swing Vote, in: Felchner, Morgan E. (Hrsg.):Voting in America, Vol. 2, Westport- London: Praeger, 2008, S. 3-12.

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

7

Gründe dafür, dass Frauen seit mittlerweile fast zwei Jahrzehnten eher für ein demokratisches Ticket stimmen, können in der fortschreitenden Emanzipation und der Erodierung der klassischen, bürgerlichen Kleinfamilienstruktur liegen. Frauen befinden sich in einem Rollenkonflikt zwischen Hausarbeit und Kindererziehung einerseits und Beruf und finanzieller Selbstständigkeit andererseits. Man kann annehmen, dass diesem Rollenkonflikt von republikanischer Seite nicht Rechnung getragen wird, denn diese Partei steht in ihren Grundüberzeugungen immer noch für eine traditionelle Rollenverteilung zwischen den beiden Geschlechtern. Dies lässt sich z. B. daraus ablesen, dass bei den Kongresswahlen 2006 zum ersten Mal unter den Wählern mit hohem Bildungsgrad mehr Frauen als Männer waren. Außerdem haben Frauen als Kandidatinnen in der Demokratischen Partei bessere Chancen 13 ; so galt etwa Hillary Clinton über Jahre hinweg als die mögliche erste Präsidentin der USA.

4.1.1.2

Männer

Männer wählen seit geraumer Zeit meist republikanisch. Seit 1980 hat es nur Bill Clinton 1992 geschafft, eine Mehrheit der Männer für die Demokraten zu gewinnen. Doch diese ist mit 41% relativ gering gewesen, da Ross Perot bei den Präsidentschaftswahlen 1992 als unabhängiger Kandidat 18,9% Stimmenanteil und damit allemal einen bemerkenswerten Achtungserfolg erlangt hatte. Daher ist die – wenn auch äußerst dünne – Mehrheit (49%) der Männer, die Obama hinter sich bringen konnte, der größte Anteil in diesem Wählersegment für die Demokraten seit dem Jahre 1976 (50%). (vgl. Abbil- dung 2)

Abbildung 2: Wahlverhalten der Männer 1972-2008 14

100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 1972 1976 1980 1984
100
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
1972
1976
1980
1984
1988
1992
1996
2000
2004
2008
Democrat
Republican

Quelle: The New York Times: National Exit Polls Table.

13 Ebd.

14 Der Einbruch 1992 und 1996, der auch in anderen Abbildungen der vergangenen Präsidentschaftswahlen zu erkennen ist, resultiert aus der Tatsache, dass der damalige Präsidentschaftskandidat Ross Perot einen Achtungserfolg erreichte (1992 als Independent 18,9% und 1996 als Kandidat der Reform Party 8,4% der Popular Vote).

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

8

4.1.1.3 Familienstand und Kinder

Der „Gender Gap“ wird zusätzlich durch einen „Marriage Gap“ gekreuzt bzw. kontrastiert. Verheira- tete Leute, die 2/3 des Elektorats ausmachen, wählten mit einer Mehrheit von 52% McCain. Das Drittel der Nichtverheirateten zu 2/3 Obama. (Vgl. Tabelle 2)

Tabelle 2: Wahlverhalten und Familienstand 2008

Total

Obama

McCain

Married

(66%)

47%

52%

Not married

(34%)

65%

33%

Quelle: CNN Exit Polls

Nimmt man weiters hinzu, ob es Kinder in der Ehe gibt oder nicht so stellt man fest, dass Ehepaa- re mit Kindern (31%) zu 51% McCain wählten und die ohne Kinder (69%) mehrheitlich zu 56% Obama (Vgl. Tabelle 3).

Tabelle 3: Verheirate mit Kindern 2008

Total

Obama

McCain

Yes

(31%)

48%

51%

No

(69%)

56%

43%

Quelle: CNN Exit Polls

Differenziert man nochmals und vergleicht Verheiratete / Unverheiratete respektive mit / ohne Kindern auch noch nach Frau / Mann ergibt sich, dass sowohl unverheiratete Frauen wie Männer mit oder ohne Kindern mehrheitlich für die Demokraten stimmten, bei verheirateten Personen Männer mit Kindern eher McCain wählten (54%), während verheiratete Frauen mit Kindern eher für Obama stimmten (51%). 15

4.1.1.4 Zusammenfassung

Es war also auch bei dieser Präsidentschaftswahl 2008 sowohl ein „Gender Gap“ wie auch ein „Marriage Gap“ auszumachen, der sich dem zunehmendem Wandel der Lebenswelten beider Geschlechter verschuldet. Es bleibt offen, wie sich dieser Unterschied in Zukunft bei Wahlentscheidung ausprägen wird. Abhängen wird dies davon, ob es die Parteien schaffen Zukunftsperspektiven für die immer differenzierteren Lebensstile – Stichwort „Patch-Work-Biographie“ – zu entwerfen bzw. anzubieten. Gerade bei der Republikanischen Partei ist evident, dass sie nicht mehr an alten Rollenklischees und traditionellen Familienbildern wird festhalten können, ohne zunehmend Stimmverluste hinnehmen zu müssen.

4.1.2

Hautfarbe

Auch die Beziehungen der Menschen verschiedener Hautfarbe haben in den USA eine lange, konflikt- reiche und meist unrühmliche, zu oft durch Ignoranz und Gewalt geprägte Geschichte.

15 Vgl. CNN Exit Polls.

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

9

Vor allem für den afroamerikanischen Teil der Bevölkerung: Über die Abschaffung der Sklaverei (1865), die für die Schwarzen in den USA nicht die langersehnte Freiheit brachte, sondern in der „Segregation“ mündete, die wiederum erst 1954 für illegal befunden wurde und trotzdem erst mit den Bürgerrechtsbewegungen der 1960er Jahre halbwegs zu einem Ende fand, bis hin zu den „Inner-City- Ghettos“ der 1970er Jahren, die aus „selbst gewählter Segregation“ heraus entstanden und den Rassen- unruhen in den 1990er Jahren.

Doch auch der hispanischstämmige Anteil der US-amerikanischen Gesellschaft hat ihre Geschich- te voller Spannungen gegenüber der „Mehrheitsgesellschaft“. Im Süden der USA gibt es immer mehr Gebiete, in denen man fast nur mehr Spanisch spricht. Und auch die Zuwachsraten der Latino- Bevölkerung ist sehr hoch. Das erzeugt bei vielen Amerikanern ein Gefühl, dass ihre eigene Kultur verdrängt werde. Außerdem gibt es nach Schätzungen ca. 11 Millionen „Illegal-Aliens“ in den USA, wovon der Großteil hispanischstämmig ist. Diese illegal in den USA lebenden Menschen sind zwar für die US-amerikanische Wirtschaft nicht mehr wegzudenken, dennoch ist es hart umstritten, ob es eine großangelegte Einbürgerung dieser Menschen geben soll oder nicht.

4.1.2.1 Überblick

Was wir zunächst sehen, wenn wir uns die Exit-Poll-Daten von 2008 ansehen, ist, dass die Mehrzahl der Wähler weißer Hautfarbe für McCain gestimmt haben, der überwiegende Teil der nicht-weißen Wähler aber für Obama gestimmt hat (Vgl. Tabelle 4). Im folgenden Abschnitt werden wir uns genauer mit dem Wahlverhalten der einzelnen „ethnischen“ Gruppen auseinandersetzten.

Tabelle 4: Wahlverhalten und Hautfarbe 2008

Total

Obama

McCain

White

(74%)

43%

55%

Black

(13%)

95%

4%

Latino

(9%)

67%

31%

Asian

(2%)

62%

35%

Other

(3%)

66%

31%

Quelle: CNN Exit Poll Data.

4.1.2.2 Schwarze

Es zeigt sich, dass Schwarze mit 95% fast einhellig für Obama stimmten. Man braucht eigentlich nicht explizit zu erklären, dass gerade für Afroamerikaner diese Wahl im Hinblick auf die Geschichte der Beziehungen zwischen Weißen und Schwarzen eine historische Wahl war. Schlaglichtartig tritt dies hervor, wenn man sich zum Beispiel die Bilder von dem bekannten Bürgerrechtler und ehemaligen Bewerber um das demokratische Präsidentschaftsticket Jesse Jackson vergegenwärtigt, der am Wahlabend im Fernsehen zu sehen war, wie er mit Tränen in den Augen der Siegesansprache Obamas lauschte. Was nicht heißen soll, dass Schwarze nur deshalb mehrheitlich für Obama gestimmt haben, weil er die gleiche Hautfarbe hat. Das wäre zu verkürzt gedacht. Darüber hinaus gilt es noch weitere Faktoren zu benennen: Erstens, die traditionelle Nähe zur Demokratischen Partei (Vgl. Abbildung 3),

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

10

die bis auf die Ära Franklin D. Roosevelts zurückreicht, 16 und zweitens, dass Schwarze im Durch- schnitt rund 1/3 weniger verdienen als Weiße und es gibt mehr als doppelt so viele Schwarze, die unter der Armutsgrenze leben, wie Weiße 17 – was bedeutet, dass man annehmen darf, dass die wirtschafts- und sozialpolitischen Pläne Obamas besonders bei dieser Gruppe Anklang fanden.

Abbildung 3: Afroamerikanische Wähler 1972-2008

100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 1972 1976 1980 1984
100
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
1972
1976
1980
1984
1988
1992
1996
2000
2004
2008
Democrat
Republican

Quelle: The New York Times: National Exit Polls Table.

4.1.2.3

Weiße

Aus den soeben oben behandelten Daten alleine könnte man voreilig den Schluss ziehen, dass Weiße Ressentiments gegenüber einem Präsidentschaftskandidaten mit schwarzer Hautfarbe hätten und daher keine Mehrheit für Obama in diesem Wählersegment zustande kam. Dies wurde auch im Vorfeld der Wahl kontrovers unter dem Stichwort „Bradley Effect“ 18 diskutiert. Bei allen Exit-Poll- Daten, die „Weiß“ als Unterscheidungskriterium haben, liegt McCain vorne; mit Ausnahme von 18-29 Jährigen weißer Hautfarbe und Weißen die unter Religionszugehörigkeit „No Religion“ bzw. „Other

16 Vgl. dazu Walters, Ronald: Blacks and the Democratic Party, in: Felchner, Morgan E. (Hrsg.):Voting in America, Vol. 2, Westport-London: Praeger, 2008, S. 13-20.

17 DeNavas-Walt, Carmen et al.: Income, Poverty, and Health Insurance Coverage in the United States: 2007, U.S. Census Bureau, Washington DC, 2008, S. 12 f. http://www.census.gov/prod/2008pubs/p60-235.pdf (abgerufen: 22. Jan. 2009).

18 „Bradley Effect“ – benannt nach dem afroamerikanischen Bürgermeiser von Los Angeles Tom Bradley, der 1982 als Kandidat der Demokraten für das Gouverneursamt angetreten war – bezeichnet folgende These: Treten ein schwarzer und ein weißer Kandidat gegeneinander bei einer Wahl an, so zeigt sich, dass in den Umfragen vor der Wahl der weiße Kandidat eine niedrigere Zustimmungsrate verzeichnet, als er dann bei der Wahl tatsächlich an Stimmen bekommt, während sich das Wahlergebnis und die Umfragedaten für den schwarzenKandidatenkaumunterscheiden.UndsomiteineVerzerrungderUmfrageergebnisseinsofernnachsichzieht,dassderschwarze Kandidat in den Umfragen überbewertet wird. Die Forschungsergebnisse zeigen bisher kein klares und abschließendes Bild und neuere Studien deuten darauf hin, dass es wahrscheinlich einen solchen Effekt gibt, der aber je nach Zusammensetzung der Wählerschaft in den einzelnen Regionen unterschiedlich stark ausgeprägt vorkommt bzw. sich auch umdrehen kann. Doch genaue Voraussagen sind kaum zu treffen. Vgl. dazu: Dambeck, Holger: Psychologie bei Umfragen, Spiegel Online, 11. Okt. 2008. http://www.spiegel.de/wissenschaft/ mensch/0,1518,583572,00.html (abgerufen: 24. Jan. 2009). Varianten dieses Effekts firmieren auch noch unter: „Wilder Effect“, „Reverse Bradley Effect“, „Fishtown Effect“ etc. Vgl. weiters: Keeter, Scott / Samaranayake, Nilanthi: Can You Trust What Polls Say about Obama's Electoral Prospects?, Pew Research Center fort he People and the Press, 7. Feb. 2007. http://pewresearch.org/pubs/408/can-you-trust-what- polls-say-about-obamas-electoral-prospects (abgerufen 22. Jan. 2009). Weiters: Vgl. Hopkins, Daniel J.: No More Wilder Effect, Never a Whitman Effect: When and Why Polls Mislead about Black and Female Candidates, Department of Government, Harvard University, 18. Dez. 2008, S. 7. http://people.iq.harvard.edu/~dhopkins/wilder13.pdf (abgerufen 22. Jan. 2009).

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

11

Religion“ (eine andere Glaubensrichtung als Protestantisch, Katholisch, Jüdisch). Betrachten wir daher die Daten wieder im historischen Vergleich so ergibt sich folgendes Bild: Wir sehen, dass Weiße in den letzten 20 Jahren praktisch immer mehrheitlich republikanisch gewählt haben. Darüber hinaus stellen wir aber auch fest, dass Obama mehr Stimmen von Weißen bekam als Al Gore 2000 oder John Kerry 2004 zu verbuchen hatten. Damit erreichte Obama einen Stimmenanteil in diesem Wählerseg- ment, den in den letzten 20 Jahren neben ihm nur Bill Clinton 1996 verzeichnen konnte (vgl. Abbildung 4).

Abbildung 4: Weiße Wähler 1972-2008

100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 1972 1976 1980 1984
100
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
1972 1976
1980
1984
1988
1992
1996
2000
2004
2008
Democrat
Republican

Quelle: The New York Times: National Exit Polls Table.

4.1.2.4

Latinos

Betrachtet man wie Latinos die letzten Jahrzehnte gewählt haben bemerkt man, dass Obama einen Trend in Richtung Republikaner der seit 2oo0 vorherrschend war umdrehen konnte und wieder einen deutlichen Vorsprung für die Demokraten zustande brachte (vgl. Abbildung 5). 19

Abbildung 5: Latino Wähler 1972-2008 20

100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 1972 1976 1980 1984
100
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
1972 1976
1980
1984
1988
1992
1996
2000
2004
2008
Democrat
Republican

Quelle: The New York Times: National Exit Polls Table.

19 Allerdings muss angemerkt werden, dass Exilkubaner, die vor allem in Florida beheimatet sind und in die Gruppe der Latinos insgesamt mit eingerechnet werden, traditionell republikanisch wählen. 20 Fehlende Werte für 1976.

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

12

Hierbei ist zu beachten, dass das Thema Immigration für diese Wähler sehr wichtig ist und Mc- Cain während der Vorwahlen die moderateste Auffassung zu diesem Thema vertreten hatte. Allerdings schwenkte er im Zuge des Hauptwahlkampfes auf eine rechtskonservative, der republikani- schen Parteibasis genehmere Position um. Noch wichtigere Fragen als das Thema Immigration waren für Latinos indessen die Themen Arbeitsplätze, Lebenshaltungskosten und Gesundheitsversorgung. Auch in diesen Angelegenheiten waren Latinos klar davon überzeugt, dass ihnen die Politik der Demokraten eher zuträglich sei als die der Republikaner. 21 Umfragen haben zutage gefördert, dass sich kein anderes Wählersegment seit dem Jahr 2007 dermaßen stark in Richtung einer anderen Partei – in diesem Fall von den Republikanern zu den Demokraten – bewegt hat.

Außerdem verzeichnet keine andere Bevölkerungsgruppe einen so starken Zuwachs wie Hispa- nics. Sie sind jetzt schon die zahlenmäßig größte Minorität (46 Millionen, das entspricht 15% der

Gesamtbevölkerung) und haben damit Afroamerikaner als größte Minderheit in den USA abgelöst. Sie sind allerdings bei Wahlen (mit 9% 2008) stark unterrepräsentiert, da viele von ihnen nicht wahlbe- rechtigt sind, entweder weil sie keine US-Staatsbürgerschaft besitzen oder noch nicht 18 Jahre alt sind. Man kann leicht begreifen, dass hier ein großes Potential zukünftiger Wechselwähler enthalten ist. Interessant ist auch, dass von den sechs Staaten, in welchen Bush 2004 mit einem Vorsprung ≤5% gewann, in vier davon ein hoher Anteil an Latinos lebt (New Mexico 41%, Florida 14%, Nevada 12%, Colorado 12%) und Obama 2008 alle diese Staaten umdrehen und gewinnen konnte. 22 Als Anschau- ungsbeispiel soll und New Mexico dienen. Dort hat sich der hispanischstämmige Anteil der Wählerschaft vom Jahr 2004 gegenüber dem Jahr 2008 von 32% auf 41% erhöht und der Stimmenanteil für die Demokraten ist von 56% für John Kerry im Jahre 2004 auf 69% für Barack Obama im Jahre

2008 gestiegen (vgl. Tabelle 5).

Tabelle 5: Latino-Stimmen in New Mexico 2004 und 2008

Total

Democrat

Republican

Kerry vs. Bush 2004

(32%)

56%

44%

Obama vs. McCain 2008 (41%)

69%

30%

Quelle: CNN Exit Poll Data

Während also weiße Wähler in New Mexico mit 56% sowohl bei den Wahlen 2004 als auch 2008 mehrheitlich für die Republikaner stimmten, sank ihr Anteil an der Wählerschaft von 57% im Jahr

2004 auf 50% im Jahr 2008.

4.1.3

Klasse

Gerade die Klassenstruktur einer Gesellschaft, die auf sozio-ökonomischer Stratifizierung beruht, ist eine der Hauptkonfliktlinien schlechthin. Besonders für marxistisch-materialistisch geprägte Wissen-

21 Lopez, Mark Hugo / Minushkin, Susan: 2008 National Survey of Latinos: Hispanic Voter Attitudes, Pew Hispanic Center, Washington DC, Jul. 2008. http://pewhispanic.org/files/reports/90.pdf (abgerufen: 22. Jan. 2009).

22 Taylor, Paul / Fry, Richard: Hispanics and the 2008 Election: A Swing Vote?, Pew Hispanic Center, Washington DC, Dec. 2007. http://pewhispanic.org/files/reports/83.pdf (abgerufen: 22. Jan. 2009).

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

13

schafter, ist die ungleiche Verteilung der ökonomischen Ressourcen in einer Gesellschaft, die Determi- nante für Unterschiede in den politischen Ansichten.

Normalerweise verbindet man die USA nicht unbedingt mit Begriffen wie Klassenkampf o. Ä. Dieses Erbe würde man eher in den sozialdemokratischen- bzw. Arbeiterparteien westeuropäischer Länder erkennen. Gleichwohl haben die USA eine durchaus bewegte Geschichte auf diesem Feld. 23

Wir wollen hier diese Kategorie anhand von drei Kriterien untersuchen: Einkommen, Bildung und Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft. Die Kenngröße, die den sozialen Status am deutlichsten definiert, ist das Einkommen. Doch damit verknüpft ist in einer modernen Wissensgesellschaft auch der Bildungsgrad. Und die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft zeigt an, dass eine Person sich einer bestimmten Klassenlage bewusst ist.

4.1.3.1

Einkommen 24

Das Wahlverhalten abhängig vom jährlichen Familieneinkommen macht zunächst ersichtlich, dass eine deutliche Mehrheit für die Demokraten bei den unteren Einkommensschichten (bis 50.000 $/a) zu verzeichnen ist, die sich im Bereich der Mittelschicht bis hin zu den Bestverdienern wieder mit den Republikanern auf einem in etwa gleichen Niveau treffen. Alleine bei den Topverdienern (200.000 $/a und mehr) ist ein Unterschied von 6% in der Zustimmung zu beiden Parteien auszumachen. Zu 52% wählten diese Personen Obama und nur zu 46% stimmten sie für McCain. (Vgl. Abbildung 6)

Abbildung 6: Wahlverhalten nach jährlichem Haushaltseinkommen 2008

100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 Under $15,000 - $30,000
100
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
Under
$15,000 -
$30,000 -
$50,000 -
$75,000 -
$100,000 -
$150,000 -
$200,000
$15,000
$29,999
$49,999
$74,999
$99,999
$149,999
$199,999
or more
(6%)
(12%)
(19%)
(21%)
(15%)
(14%)
(6%)
(6%)
Obama
McCain

Quelle: CNN Exit Poll Data

Man muss sich dabei vergegenwärtigen, dass ein von Obama ständig wiederholtes Wahlverspre- chen lautete, die Haushalte mit einem Jahreseinkommen von mehr als 250.000 $ pro Jahr vermehrt zu besteuern und im Gegenzug die unteren Einkommensschichten steuerlich zu entlasten. Es wird also

23 Vgl. Manza, Jeff / Brooks, Clem: Social Cleavages and Political Change, Voter Alignments and U.S. Party Coalitions, New York: Oxford University Press 1999, S. 38.

24 Zur Analyse der ökonomischen Erwägungen betreffend der gesamtwirtschaftliche Lage bzw. der eigenen wirtschaftli- chen Aussichten vgl. Abschnitt 4.2.2.1.

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

14

deutlich, das Obamas steuerpolitische Vorschläge, die von republikanischer Seite im Wahlkampf stetes als „unamerikanische, sozialistische Umverteilungspolitik“ abqualifiziert worden waren, gerade von den davon Betroffenen besser angenommen wurden.

Noch augenfälliger wird dies, wenn man vorangegangene Wahlentscheidungen betrachtet. So stimmten 2004 noch fast zwei Drittel (63%) der Personen mit einem Jahreshaushaltseinkommen jenseits von 200.000 $ pro Jahr für die Republikanische Partei.

4.1.3.2 Bildung

Wie zu erwarten, da in Übereinstimmung mit Exit-Poll-Daten vergangener Präsidentschaftswahlen, gaben die Menschen mit keinem Schulabschluss und die mit einem Hochschulabschluss 25 in deutlicher Mehrzahl ihre Stimme den Demokraten. Ungewöhnlich ist dagegen, dass auch in allen anderen Bildungsstufen eine Mehrheit der Menschen Demokratisch wählten. (Vgl. Abbildung 7)

Abbildung 7: Wahlverhalten und Bildungsgrad 2008

100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 No High High School
100
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
No High
High School
Some College
College
Postgraduate
School (4%)
Graduate (20%)
(31%)
Graduate (28%)
(17%)
Obama
McCain

Quelle: CNN Exit Poll Data

Das war bei vorhergehenden Wahlen nicht der Fall. Bei den Wahlen 2000 und 2004 stimmten Personen, die zwischen einem Highschool-Abschluss und einem College-Abschluss lagen (High School Graduate, Some College, College Graduate) für die Republikaner.

4.1.3.3 Gewerkschaften

Gewerkschaftsmitglieder (12%) stimmten zu 60% für Obama (Vgl. Tabelle 6, S. 15). Das ergibt einen Unterschied von acht Prozentpunkten zum Rest der Bevölkerung. Dieses Bild ist auch in Überein- stimmung mit den vergangenen Wahlergebnissen. Die AFL-CIO (American Federation of Labor and Congress of Industrial Organizations) ist die größte Gewerkschaftsvertretung in den USA, gebildet aus dem Zusammenschluss von über 50 Einzelgewerkschaften. Sie steht traditionell der Demokrati- schen Partei näher. In den 1980er – schon beginnend mit Jimmy Carter, dann besonders unter Ronald

25 Die Vergleichbarkeit mit dem österreichischen bzw. europäischen Schulsystem ist nur bedingt möglich.

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

15

Reagan – brachten politische Entscheidungen eine Abkehr von der gewerkschaftsfreundlichen Politik der 1960er Jahre. Und auch die Wahl Bill Clintons zum Präsidenten brachte bei den Gewerkschaften nur ein kurzes Aufatmen, denn 1994 stand dieser wieder einem Republikanisch geführtem Kongress gegenüber. Dies gipfelte schließlich nach der Unterstützung einer zweiten erfolglosen Präsident- schaftskandidatur eines Demokraten 2004 in internen Spannungen der Führungsriege der AFL-CIO. Nach dieser Periode bedeuten die Rückgewinnung der Kongressmehrheit für die Demokraten 2006 und die Wahl des Demokraten Obama einen Erfolg für die Gewerkschaftsbewegung und lässt gute Hoffnungen auf zuträgliche Politik für Gewerkschaftsanliegen entstehen. 26

Tabelle 6: Wahlverhalten und Gewerkschaftsmitgliedschaft 2008

Total

Democrat

Republican

Yes

(12%)

60%

37%

No

(79%)

52%

46%

Quelle: CNN Exit Poll Data

4.1.4

Religion

Spätestens seit der Präsidentschaft von George W. Bush, ist es auch Laienbeobachtern der US- Innenpolitik klar, dass Religion nicht alleine ein wichtiger Bestandteil der ganzen Gesellschaft ist, sondern auch vor allem konservative Protestanten (speziell „Born-Again-Christians / Evangelicals“) ein nicht zu vernachlässigendes Wählerpotential für den politischen Wettbewerb darstellen. 27

Noch bis in die 1960er Jahre waren Christen in den USA eher der liberalen Seite der Politik zu- gewandt. Erst als sich unter „liberal“ nicht nur der Kampf für Bürgerrechte, sondern auch Begriffe wie „sexuelle Revolution“ subsumieren ließen, wendeten sich viele Christen hin zu einer konservativeren Position. Auch politisch-juristische Entscheidungen des Obersten Gerichtshofes, wie das Verbot von Gebeten in der Schule (1962) und das berühmte Urteil zu Roe vs. Wade (1973), trugen ihren Teil dazu bei, dass sich viele Christen vom politischen Mainstream der Zeit und damit von Politik insgesamt abgrenzten.

Diese Menschen wurden dann in den 1980er Jahren wieder für die Politik gewonnen. Vereini- gungen wie „Moral Majority“ gegründet von Jerry Falwell und „Christian Coalition“ gegründet von Pat Robertson – der 1988 am Vorwahlkampf der Republikaner teilgenommen hat –, zielten darauf ab, Christen verschiedener Couleur unter einem einheitlichen Dach zusammenzubringen, um innerhalb der Republikanischen Partei für ihre streng konservativen Moralvorstellungen Lobbying zu betreiben.

26 Dark, Taylor E. III: The Democratic Party and Unions, The Partnership Continues, in: Felchner, Morgan E. (Hrsg.):Voting in America, Vol. 2, Westport-London: Praeger, 2008, S. 21-31.

27 Vgl. Lewis, Matt: The Republican Party and the Religious, Courting Evangelicals as the Way to Victory, in: Felchner, Morgan E. (Hrsg.):Voting in America, Vol. 2, Westport-London: Praeger, 2008, S. 32-36.

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

16

4.1.4.1 Religionszugehörigkeit und Kirchgänger

Wie oben beschrieben so präsentieren sich auch die Daten der Exit-Poll-Erhebungen dieser Präsident- schaftswahl. Protestanten, die mit 57% Anteil am Elektorat den Großteil der Wählerschaft ausmachen, stehen mehrheitlich (54%) auf der Seite der Republikaner. Hingegen stimmte die Mehrzahl der Katholiken, Juden und Andersgläubigen für Obama. Auch drei Viertel der Nichtgläubigen, die immerhin 12% der Wählerschaft ausmachen, stimmten für die Demokraten. (Vgl. Tabelle 7)

Tabelle 7: Wahlverhalten und Religionszugehörigkeit 2008

Total

Democrat

Republican

Protestant

(54%)

45%

54%

Catholic

(27%)

54%

45%

Jewish

(2%)

78%

21%

Other

(6%)

73%

22%

None

(12%)

75%

23%

Quelle: CNN Exit Poll Data

Differenzieren wir die Gruppe der Protestanten weiter und betrachten diesmal die Untergruppe der weißen Born-Again-Christen / Evangelikalen, dann sehen wir, dass von den 26% der weißen Wähler, die angeben Born-Again-Christen / Evangelikale zu sein, 74% für McCain stimmten. Von den 74% der Protestanten, die angeben nicht Born-Again-Christen / Evengelikale zu sein, wählten wiederum 62% Obama. (Vgl. Tabelle 8)

Tabelle 8: Wahlverhalten der Born-Again-Christen/Evangelikalen 2008

Total

Democrat

Republican

Born-Again-Christians/Evangelicals Not Born-Again-Christians/Evangelicals

(26%)

24%

74%

(74%)

62%

36%

Quelle: CNN Exit Poll Data

Auch das Kriterium der Häufigkeit von Kirchenbesuchen liefert ein eindeutiges Gefälle von den Republikanern zu den Demokraten. Regelmäßige Kirchgänger (40%) , die mindestens einmal in der Woche an einem Gottesdienst teilnehmen, wählten mit einer deutlichen Mehrheit von 55% McCain. Unter gelegentlichen Kirchgängern (42%) dreht sich das Bild hingegen schon um und es wurde Obama mit 57% dem republikanischen Kandidaten McCain vorgezogen. Und schlussendlich wählte die überragende Mehrzahl (67%) der Menschen, die angeben, niemals eine Kirche zu besuchen (16%), das demokratische Ticket. (Vgl. Tabelle 9)

Tabelle 9: Wahlverhalten und Kirchgangsfrequenz 2008

Total

Democrat

Republican

Weekly

(40%)

43%

55%

Occasionally

(42%)

57%

42%

Never

(16%)

67%

30%

Quelle: CNN Exit Poll Data

Bush konnte 2004 noch 61% der eifrigen Kirchgänger (mindestens einmal pro Woche) für sich gewinnen. Und auch in der Gruppe der Born-Again-Christen / Evangelikalen schaffte Bush 2004 ein um vier Prozentpunkte besseres Ergebnis als John McCain – wobei der Anteil dieser Wählergruppe

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

17

von 23% 2004 auf 26% 2008 stieg. Auf der anderen Seite konnte Obama bei den Nicht-Born-Again-

Christen und den Menschen, die nie zur Kirche gehen, um einiges besser abschneiden als John Kerry

2004.

4.2

4.2.1

Weitere potentielle Bruchlinien und Auffälligkeiten

Alter

Betrachtet man die Zusammensetzung der Wählerschaft bezüglich der Altersverteilung, sticht sofort ins Auge, dass Obama besonders bei Jungwählern (18-29 Jährige) punkten konnte; zwei Drittel dieses Wählersegments stimmten für ihn. Dabei ist die Zustimmung unter den nicht-weißen Jungwählern durchaus höher als bei Jungwählern weißer Hautfarbe – trotzdem wählten auch diese mehrheitlich für Obama. Auch bei den 30-44 Jährigen und den 45-64 Jährigen konnte Obama, wenn auch nicht so deutlich, eine Mehrheit erlangen. McCain erreichte lediglich bei in der Gruppe 65+ einen Vorsprung (vgl. Tabelle 10).

Tabelle 10: Altersverteilung 2008

Total

Obama

McCain

18-29

(18%)

66%

32%

30-44

(29%)

52%

46%

45-64

(37%)

50%

49%

65+

(16%)

45%

53%

Quelle: CNN Exit Poll Data

4.2.1.1

Jungwähler

Interessant ist auch hier die historische Perspektive. Es zeigt sich, dass die Präferenz der jüngeren Wähler seit 2000, als der Anteil der Stimmen für die Republikaner und die Demokraten praktisch gleich groß war, einen Trend in Richtung der Demokraten aufweist. Obama erreicht dabei mit 66% ein ungemein hohes Niveau (Vgl. Abbildung 8).

Abbildung 8: 18-29 Järhrige 1972-2008

100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 1972 1976 1980 1984
100
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
1972
1976
1980
1984
1988
1992
1996
2000
2004
2008
Democrat
Republican

Quelle: The New York Times: National Exit Polls Table.

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

18

Dies hat sicherlich auch seine Gründe in der Unzufriedenheit mit den zwei Perioden der Bush- Präsidentschaft. Aber außerdem verdankt sich dieses Ergebnis auch der revolutionären Wahlkampf- strategie der Demokraten über das Internet. Die Mobilisierung mit Hilfe von Internet-Networking- Systemen wie Facebook, MySpace, Friendster, Xanga etc. und anderen Web 2.0 Kommunikationsmit- teln wie YouTube etc., scheinen erfolgreich gewesen zu sein. Diese neuen Kommunikationsmittel entfalten ihre Wirkung nicht auf dem Wege eines herkömmlichen Sender-Empfänger-Schemas, bei dem alleine von professionellen Wahlkampfstrategen psychologisch ausgefeilte, auf höchstmöglichen Spin erzeugende Zeitpunkte ausgerichtete Botschaften ausgesandt werden, sondern hierbei konnte praktisch jeder für die Kampagne tätig werden. 28 Doch auch die aus der Kampagnenzentrale verbreite- ten Grundbotschaften „Yes we can“, „Change“, „Hope“, „Progress“ etc. entfalteten ohne Zweifel gerade bei den Jungwählern die größte Wirkung. Und nicht zuletzt war die Identifikation mit der Persönlichkeit Obamas als junger dynamischer Mann in dieser Gruppe eher gegeben denn mit McCain, der der älteste jemals gewählte Präsident geworden wäre.

Die Stimmverteilung nach Alter und Hautfarbe lässt erkennen, dass es bei allen Altersstufen unter Nicht-weißen eine überdeutliche Mehrheit für Obama gab, jedoch unter Weißen nur in der Alters- klasse der 18-29 Jährigen; alle anderen Altersklassen der weißen Wähler votierten mehrheitlich für McCain. Es wird sich bei den nächsten Wahlentscheidungen zeigen, ob diese weißen Jungwähler auch in Zukunft – wenn sie in eine andere Altersklasse fallen – dieses Wahlverhalten beibehalten werden, oder im Sinne einer Lebenszyklusthese von einer postmaterialistischen Werthaltung zu einer eher konservativ-materialistisch ausgerichteten Haltung überschwenken.

4.2.1.2

Erwachsene

Auch wenn die Zahlen für 2008 einen zwar deutlichen aber nicht allzu großen Vorsprung bei der Gruppe der 30-44 Jährigen zeigen, sieht man auch hier im historischen Vergleich (Vgl. Abbildung 9),

Abbildung 9: 30-44 Jährige 1972-2008

100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 1972 1976 1980 1984
100
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
1972
1976
1980
1984
1988
1992
1996
2000
2004
2008
Democrat
Republican

Quelle: The New York Times: National Exit Polls Table.

28 Vgl. Germany, Julie B.: The Social Web, Social Networking and Online Activism in U.S. Politics, in: Felchner, Morgan E. (Hrsg.):Voting in America, Vol. 2, Westport-London: Praeger, 2008, S. 199-210.

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

19

dass Obama bei diesem Wählersegment erstmals seit der Wiederwahl Bill Clintons 1996 einen relativ klaren Vorsprung für die Demokraten herausholen konnte.

Die Altersklasse der 45-59 Jährigen (bzw. 45-64 Jährigen 2008) ist praktisch gleich verteilt zwi- schen Demokraten und Republikanern. Die historischen Daten zeigen, dass diese Pattstellung – mit leichtem Auf und Ab – in dieser Alterklasse seit den 1990er Jahren besteht. (Vgl. Abbildung 10)

Abbildung 10: 45-59 bzw. 45-64 Jährige 1972-2008

100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 1972 1976 1980 1984
100
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
1972 1976
1980
1984
1988
1992
1996
2000
2004
2008
Democrat
Republican

Quelle: The New York Times: National Exit Polls Table.

4.2.1.3 Ältere Menschen

Bei dem ältesten Teil der Wählerschaft, den 60 bzw. 65 Jährigen und älter, konnte McCain das Niveau von Bush 2004 beibehalten (Vgl. Abbildung 11). Als mögliche Erklärungen kann man erwähnen:

Vermutlich wirkte auf diese Wähler die Person McCains als älterer, integerer Mann, Vietnam Kriegsheld und mit langjähriger Erfahrung als Senator doch in einem höheren Grad positiv als auf jüngere Wählerschichten. Durchaus denkbare wäre auch, dass diese Altersklasse die Themen Sicherheit und Terrorismusgefahr, bei denen McCain mehr Kompetenz zugerechnet wurde, mehr als andere Altersgruppen beschäftigt. Außerdem konnten sich ältere Personen wahrscheinlich nicht so sehr für

Abbildung 11: 60+ bzw. 65+ Jährige (seit 2008) 1972-2008

100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 1972 1976 1980 1984
100
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
1972 1976
1980
1984
1988
1992
1996
2000
2004
2008
Democrat
Republican

Quelle: The New York Times: National Exit Polls Table.

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

20

Wahlslogans wie „Change“ von Obamas Kampagne begeistern wie jüngere. Des Weiteren könnte man die These wagen, dass ältere Personen – in der Gruppe 65+ bilden Menschen weißer Hautfarbe noch deutlicher die Mehrheit gegenüber den Nicht-weißen Minderheiten, als dies gesehen auf die Gesamtbevölkerung der Fall ist – mehr von rassistischen Ressentiments beeinflusst sind als jüngere Kohorten. 29

4.2.2

Themen

Man braucht den Wahlkampf in den USA nicht im Detail mitverfolgt zu haben, um sich leicht vorstellen zu können, dass das Thema Wirtschaft in den Exit-Polls ganz oben rangieren würde. Der Einbruch des Subprime-Marktes, die Zusammenbrüche und Insolvenzen von Banken, die ins wanken geratene Automobilindustrie und eine drohende Kreditkartenkrise; das waren die großen Schlagzei- len, die in der letzten Phase des Wahlkampfes wie Hiobsbotschaften auf die Bevölkerung niederkamen und die redaktionelle Berichterstattung dominierten. Mit 63% geben fast zwei Drittel aller Befragten an, dass das Thema Wirtschaft für sie das wichtigste war. Alle anderen Themen sind weit dahinter gereiht. Von diesen 63% stimmte eine deutliche Mehrheit (53%) für Obama. (vgl. Tabelle 11).

Tabelle 11: Wichtigstes Thema für das Land 2008

Total

Obama

McCain

Economy

(63%)

53%

44%

Iraq

(10%)

59%

39%

Health Care

(9%)

73%

26%

Terrorism

(9%)

13%

86%

Energy Policy

(7%)

50%

46%

Quelle: CNN Exit Poll Data

Wie es scheint konnte McCain die Amerikaner nicht davon überzeugen, dass seine Präsidentschaft im Bereich der Wirtschaft nicht einfach nur „more of the same“ geworden wäre, das heißt eine Fortsetzung der Bush-Politik im Besonderen und einer in der Tradition des Reaganismus 30 der 1980er Jahre bzw. der „Republican Revolution“ 31 der 1990er Jahre stehenden Wirtschaftspolitik im Allgemei- nen. Sondern im Gegenteil kamen Obamas Vorschläge wie auf die Wirtschaftskrise reagiert werden

29 Vgl. Hopkins, Daniel J.: No More Wilder Effect, Never a Whitman Effect: When and Why Polls Mislead about Black and Female Candidates, Department of Government, Harvard University, 18. Dez. 2008, S. 7. http://people.iq.harvard.edu/~dhopkins/wilder13.pdf (abgerufen 22. Jan. 2009).

30 Vgl. die berühmte Aussage von Ronald Reagan: „In this present crisis, government is not the solution to our problem; government is the problem.“, aus: Reagan, Ronald: Inaugural Speech, 20. Jan. 1981. http://www.reaganlibrary.com/reagan /speeches/first.asp (abgerufen: 24. Jan. 2009).

31 Vgl. „Contract with America“. http://www.house.gov/house/Contract/CONTRACT.html (abgerufen: 20. Feb. 2009). Angemerkt sei noch, dass Larry Hunter, einer der Hauptautoren des „Contract with America“, im Julie 2008 sich offen dazu bekannte, diesmal demokratisch zu wählen. Vgl. Hunter, Larry: I'm a lifelong conservative activist and I'm backing Barack Obama, NYDailyNews.com, 16. Jul. 2008. http://www.nydailynews.com/opinions/2008/07/16/2008-07-16_im_a_life

long_conservative_activist_and

html

(abgerufen: 20. Feb. 2009).

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

21

sollte – mit dem Fokus auf die Entlastung der unteren und mittleren Einkommen und der Enttabuisie- rung staatsinterventionistischer Wirtschaftspolitik – eindeutig besser an. 32

Das Bild komplettiert sich, indem man die Umfragedaten während des Wahlkampfes mit einbe- zieht. Während im Laufe des Jahres 2008 die Umfrageergebnisse teils für Barack Obama teils für John McCain besser aussahen, so kam laut Umfragen McCain seit Mitte September, nachdem die Finanz- marktkrise an der Wall Street zum Topthema der medialen Berichterstattung geworden war, niemals mehr an Barack Obama heran. 33

Auch zu erwähnen sind die Themen Irakkrieg und Terrorismus. Sie fallen in der Anzahl der Nennungen zurück, was sich aber durch die überragende Stellung des Themas Wirtschaft bei diesen Wahlen erklären lässt. Die Stimmverteilung hingegen blieb in etwa gleich. Wie 2004 lehnte eine deutliche Mehrheit derer, die den Irakkrieg als das wichtigste Thema angaben, die Fortsetzung der Republikanischen Agenda im Irak ab, was sich darin äußerte, dass diese Menschen zu 59% für die Demokraten stimmten. Diametral dazu blieb die Zustimmung derer, die sagten, die Gefahr des Terrorismus sei das vorrangige Thema, auf einem ähnlich hohen Niveau für McCain 2008 wie das von Bush 2004 erreichte.

Deutlicher herausstreichen lässt sich der Vorsprung Obamas, wenn wir unseren Blick auf die Antworten der Befragten auf die Frage richten, ob für ihre Wahlentscheidung die Vorschläge der Kandidaten bezüglich der Wahlkampfthemen oder die den Kandidaten zugerechnete persönliche Kompetenz bzw. Persönlichkeit ausschlaggebend waren. Darauf entgegneten 58% der Befragten, dass für sie die Themenpositionierung der Kandidaten entscheidend gewesen sei. Davon wählte wiederum mit 60% eine große Mehrheit Obama. (vgl. Tabelle 12)

Tabelle 12: Themen vs. persönliche Qualitäten 2008

Total

Obama

McCain

Issues

(58%)

60%

38%

Personal Qualities

(39%)

39%

59%

Quelle: CNN Exit Poll Data

Ebenso antworteten mit 51% eine Mehrzahl der Befragten auf die Frage, ob die Regierung mehr regulieren sollte oder zuviel reguliert, dass mehr Reguliert werden solle. Diese Gruppe wählte zu mehr als drei Viertel (76%) Obama. (Vgl. Tabelle 13)

Tabelle 13: Zufriedenheit mit der Regulierungstätigkeit der Regierung 2008

Total

Obama

McCain

Should do more Doing to much

(51%)

76%

23%

(43%)

27%

71%

Quelle: CNN Exit Polls

32 Zur Entwicklung des Themenrankings während des Wahlkampfes vgl. Saad, Lydia: Economy Reigns Supreme for Voters, Gallup.com, 29. Okt. 2008. http://www.gallup.com/poll/111586/Economy-Reigns-Supreme-Voters.aspx (abgerufen: 24. Jan. 2009). 33 Vgl. Saad, Lydia et al.: Obama’s Road to the White House: A Gallup Review, Gallup.com, 5. Nov. 2008. http://www.gallup.com/poll/111742/Obamas-Road-White-House-Gallup-Review.aspx (abgerufen 24. Jan. 2009).

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

22

Bei den Umfragen 2004 war das Ergebnis mit 66% der Regulierungsbefürworter für John Kerry um zehn Prozentpunkte unter dem Wert für Obama 2008. Was indessen noch erschwerend hinzu- kommt, ist der Unterschied, dass 2004 nur 46% der Befragten einer Mehrregulierung positiv gegenüberstanden, gegenüber einer Mehrheit von 49%, die das ablehnte.

4.2.2.1 Ökonomie und Wahlverhalten

In den vom Rational-Choice-Ansatz geprägten Theorien der empirischen Wahlforschung wird konstatiert, dass das Wahlverhalten auch davon abhängt, wie die Wähler die ökonomische Entwick- lung einschätzen. Dabei gibt es die Unterscheidung zwischen einer rückwärtsgewandten Beurteilung des Einflusses der Regierungstätigkeit auf die Wirtschaft und den nach vorne gerichteten Erwartun- gen der möglichen Auswirkungen der verschiedenen wirtschaftspolitischen Vorschläge im Wahlkampf. Eine weitere Distinktion wird vorgenommen zwischen Wählern, die alleine aufgrund ihrer eigenen ökonomischen Situation eine Wahlentscheidung treffen („pocketbook hypothesis“) und Wählern, die die allgemeine ökonomische Lage der Volkswirtschaft als Entscheidungsgrundlage heranziehen („sociotropic hypothesis“). Manche stellen die These auf, dass es abhängig sei von den politisch-kognitiven Fähigkeiten („political sophistication“) für welche Art der Einschätzung die einzelnen Personen anwenden. Es herrscht darüber in der Forschung keine übereinstimmende Meinung dazu, welcher Effekt wie genau wirksam ist oder nicht. 34

Leider kann man anhand der öffentlich zugänglichen Exit-Poll-Daten eine Analyse in diese Rich- tung nicht durchführen, da die Daten sozusagen „entindividualisiert“ sind und keine fragen- übergreifende Zuordnung möglich ist. Man kann also nicht die Einschätzung eines Befragten zu zwei oder mehreren Fragen behandeln. Dennoch wollen wir uns die Ergebnisse zu den Fragen bezüglich der Ökonomie genauer ansehen.

4.2.2.1.1

Sociotropic

Die Frage nach der derzeitigen wirtschaftlichen Lage beantworteten gerade einmal 7% positiv und davon wählten 72% McCain. Dagegen gaben 93% der Befragten an, sie würden den Zustand der Wirtschaft negativ einschätzen. Innerhalb dieser großen Mehrheit schnitt Obama mit 54% besser ab als McCain. (vgl. Tabelle 14)

Tabelle 14: Einschätzung der derzeitigen wirtschaftlichen Lage 2008

Total

Obama

McCain

Sehr gut/gut Nicht so gut/schlecht

(7%)

26%

72%

(93%)

54%

44%

Quelle: CNN Exit Poll Data

34 Zur Diskussion vgl. Godbout, Jean-François / Bélanger, Éric: Economic Voting and Political Sophistication in the United States, in: Political Research Quarterly, Vol. 60, No.3, Sep. 2007, S. 541-554. Weiters: Killian, Mitchell et al.: Keeping up with the Joneses: The Interplay of Personal and Collective Evaluations in Voter Turnout, in: Political Behavior, Vol. 30, No. 3, Sep. 2008, S.

323-340.

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

23

Ebenso äußerte sich ein Großteil der befragten Personen (85%) beunruhigt über die antizipierte Verfassung der Wirtschaft im nächsten Jahr. Auch hier ist eine Mehrheit von 54% für Obama zu verzeichnen (Vgl. Tabelle 15).

Tabelle 15: Beunruhigt wegen der ökonomischen Lage im nächsten Jahr 2008

Total

Obama

McCain

Yes

(85%)

54%

44%

No

(14%)

33%

65%

Quelle: CNN Exit Poll Data

Trotzdem glauben 47% dass der Zustand der Wirtschaft sich im Laufe des nächsten Jahres wieder bessern werde. Von dieser Gruppe stimmten 61% für Obama. Dass die Situation sich verschärfen werde, gaben 23% an, die mit 54% mehrheitlich McCain wählten. Die Majorität (52%) bei dem Viertel der Befragten, die davon ausgehen, dass die ökonomische Lage sich weder bessern noch verschlechtern werde, fiel Obama zu. (Vgl. Tabelle 16)

Tabelle 16: Zustand der Wirtschaft im nächsten Jahr 2008

Total

Obama

McCain

Besser

(47%)

61%

38%

Schlechter

(23%)

43%

54%

Gleich

(25%)

52%

46%

Quelle: CNN Exit Poll Data

Es wird also sehr deutlich, dass die Mehrzahl der Menschen Obamas Vorschläge eines gewissen Paradigmenwechsels in Sachen Wirtschaftspolitik goutierten und mit der Wahlentscheidung für Obama auch positiver in die Zukunft blicken.

4.2.2.1.2

Pocketbook

Ähnliche Zahlen sehen wir im Bezug auf die eigene wirtschaftliche Lage. Dass sie beunruhigt sind, dass die Wirtschaftskrise der eigenen Familie schaden könnte, beantworten 81% der Befragten Personen mit Ja. Hiervon votierten 58% für den demokratischen Kandidaten Obama. (Vgl. Tabelle 17)

Tabelle 17: Beunruhigt, dass die Wirtschaftskrise der Familie schaden wird 2008

Total

Obama

McCain

Yes

(81%)

58%

40%

No

(18%)

35%

61%

Quelle: CNN Exit Poll Data

Das gleiche Bild ergibt sich ebenfalls bei der Frage, ob man besorgt sei wegen den Kosten für die Gesundheitsversorgung. Mit Ja antworteten 66%, wovon 60% ihre Stimme Obama gaben. Die Restrukturierung des Gesundheits- bzw. Versicherungssystems war einer der zentralen Bausteine der Kampagne der Demokraten. (Vgl. Tabelle 18)

Tabelle 18: Beunruhigt wegen Kosten für Gesundheitsversorgung 2008

Total

Obama

McCain

Yes

(66%)

60%

38%

No

(33%)

42%

56%

Quelle: CNN Exit Poll Data

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

24

Ob sich die persönlich Steuerlast erhöhen werde, beantworteten fast die Hälfte (49%) der Befrag- ten nüchtern indem sie sagten, dass die Steuern ansteigen würden, egal wer die Präsidentschaft gewinnen wird. Von diesen Personen wählten aber auch eine Mehrheit von 55% Obama. Sogar die Menschen, die annehmen, dass die Steuern nicht erhöht bzw. sinken würden, stimmten zu mehr als drei Viertel (77%) für Obama. (Vgl. Tabelle 19)

Tabelle 19: Erwartung bezüglich Steuererhöhung, -senkung 2008

Total

Obama

McCain

Ansteigen nur wenn Obama gewinnt

(22%)

15%

84%

Ansteigen nur wenn McCain gewinnt

(12%)

88%

11%

Ansteigen egal wer gewinnt

(49%)

55%

42%

Bleiben gleich oder sinken

(15%)

77%

21%

Quelle: CNN Exit Poll Data

Obwohl die Beurteilung der eigenen ökonomischen Lage eher negativ ausfällt, scheint es als ob gerade diese Menschen in ihrer Besorgtheit einen Optimismus gegenüber der Zukunft mit der Stimmabgabe für Obama verbinden.

4.2.3 Regionale Unterschiede

Zwischen den Regionen in Amerika liegen nicht nur tausende von Kilometern, sondern auch zum Teil gewichtige Unterschiede in den politischen Anschauungen. Seit langem wählt etwa der Süden der USA mehrheitlich republikanisch und der Nordosten demokratisch. Sehen wir uns nunmehr die groben regionalen Unterschiede im Wahlverhalten an.

Außer in den Südstaaten konnte Obama überall eine Mehrheit gewinnen (Vgl. Tabelle 20). Im Vergleich zu 2004 fällt auf, dass Obama im Mittleren Westen (+6%) und im Westen (+8%) um einiges besser abgeschnitten hat als John Kerry; selbst im Demokratischen Nordosten war Obama besser (+3%). McCain hingegen konnte nicht das Ergebnis von George Bush 2004 im Süden erreichen und schnitt um vier Prozentpunkte schlechter ab.

Tabelle 20: Wahlverhalten in den Regionen 2008

Total

Obama

McCain

Northeast

(21%)

59%

40%

Midwest

(24%)

54%

44%

South

(32%)

45%

54%

West

(23%)

57%

40%

Quelle: CNN Exit Poll Data

Als nächstes sehen wir uns das Stadt-Land-Gefälle an. Wie zu erwarten war, gewann Obama in den Städten und McCain auf dem Land. Doch im Gegensatz zu 2004 als noch 25% der Wähler aus dem ländlichen Milieu stammten, waren es diesmal nur noch 21%; dafür nahm der Anteil der Wähler aus Vorstädten von 46% auf 49% zu. (Vgl. Tabelle 21, S. 25) Noch dazu liegt Obama in den Vorstädten mit 50% leicht vor McCain, was Kerry 2004 gegen Bush nicht gelungen war. Bush hatte mit 52% zu 47% die Mehrheit der vorstädtischen Wähler für sich gewonnen.

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

25

Tabelle 21: Wahlverhalten und Wohnortgröße 2008

Total

Obama

McCain

Urban

(30%)

63%

35%

Suburban (49%)

50%

48%

Rural

(21%)

45%

53%

Quelle: CNN Exit Poll Data

4.2.4 Parteiidentifikation und Ideologie

Bekanntermaßen ist die Parteiidentifikation eine langfristige psychologische Präferenz. Demgemäß wählen Anhänger der jeweiligen Parteien diese meist auch. Von den Parteianhängern, die zur Wahl gingen, konnten Republikaner wie Demokraten ihre Wählerschaften gut ausschöpfen. (Vgl. Tabelle 22) Aber stellt man diese Zahlen jenen von 2004 gegenüber so sticht ins Auge, dass es damals noch 37% waren, die angaben, Anhänger der Republikaner zu sein und diesmal nur noch 32% (-5%).

Tabelle 22: Wahlverhalten und Parteiidentifikation 2008

Total

Obama

McCain

Democrat

(39%)

89%

10%

Republican

(32%)

9%

90%

Independent (29%)

52%

44%

Quelle: CNN Exit Poll Data

Der Anteil der Unabhängigen stieg von 2004 auf 2008 von 26% auf 29%. Bewegten sich Kerry und Bush 2004 noch auf dem gleichen Niveau, so konnte Obama mit 52% zu 44% (4% gaben keine Antwort) diese Wählergruppe deutlich für sich entscheiden.

Ähnlich verhält es sich im Bereich der ideologischen Einordnung. Der Anteil der Leute, die sich selbst als liberal, moderat oder konservativ beschrieben, blieb gleich wie 2004. Doch konnte Obama sowohl bei den Liberalen (+4%) als auch bei Moderaten (+6%) ein noch besseres Ergebnis erzielen als John Kerry. Dabei musste McCain allerdings Verluste im Vergleich zu Bush 2004 in der Gruppe der Konservativen hinnehmen (-6%). (Vgl. Tabelle 23)

Tabelle 23: Wahlverhalten und Ideologie 2008

Total

Obama

McCain

Liberal

(22%)

89%

10%

Moderate

(44%)

60%

39%

Conservative

(34%)

20%

78%

Quelle: CNN Exit Poll Data

4.2.5 Reichweite der Kampagnen

Nachdem die Wahl 2008 entschieden ist, schein die Frage obsolet, welcher der Kandidaten die bessere Kampagne führte. Trotzdem lohnt es, diesen Faktor etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir wollen dies nun anhand der Frage tun, ob man von einer der beiden Kampagnen kontaktiert worden sei.

Im Jahr 2004 gaben bei den Exit-Polls noch 24% der Befragten an von der Bush-Kampagne kon- taktiert worden zu sein und 26% behaupteten das gleiche von der Kerry-Kampagne. Dementgegen

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

26

waren es 2008 nur mehr 18% der Befragten, die von der McCain-Kampagne kontaktiert wurden, während die Obama-Kampagne den gleichen Wert wie die Kerry-Kampagne 2004 erreichen konnte.

Der Kontrast wird noch stärker, wenn man sich die Werte in den Battleground-States zu Gemüte führt, in die fast das gesamte Wahlkampfbudget für politische Werbung investiert wurde. (Vgl. Tabelle 24)

Tabelle 24: Persönlicher Kontakt mit Kampagnen 2008

 

National

Florida

Indiana

Missouri

Montana

North

North

Ohio

 

Carolina

Dakota

Yes, Only Obama Yes, Only McCain Yes, Both No Contact

13%

15%

23%

17%

N/A

14%

N/A

15%

6%

7%

8%

9%

N/A

6%

N/A

8%

13%

14%

14%

27%

N/A

20%

N/A

26%

66%

63%

54%

44%

N/A

58%

N/A

46%

Quelle: CNN Exit Poll Data

Wir erkennen sehr gut, dass es in allen wichtigen Battleground-Staaten - von welchen auch Daten vorhanden sind – es der Obama-Kampagne gelungen ist, meist mehr als doppelt so viele Menschen exklusiv – dass heißt nur von der eigenen Kampagne –, zu kontaktieren wie es die McCain-Kampagne zustande brachte.

5 Fazit: Wer brachte Obama ins Weiße Haus?

Wir haben nun die wichtigsten Faktoren der Wahltagsbefragung angesprochen und zweifellos ließen sich aus den Daten noch einige interessante Punkte mehr für eine Analyse herauslesen. Nichtsdesto- trotz haben wir feststellen können, dass die klassischen Bruchlinien der US-amerikanischen Gesellschaft noch immer sehr tief und ausgeprägt sind und nicht durch einen erdrutschartig anmuten- den Sieg Obamas bei diesen Präsidentschaftswahlen 2008 überwunden worden sind.

Es gibt nach wie vor politisch höchst relevante Antagonismen, die die Bevölkerung durchziehen. Seien es die harsche sozioökonomische Stratifizierung, die noch immer unbewältigte Frage der Geschlechtergleichheit, die oft durch über lange Zeit tradierte Ressentiments verschlimmerten Konflikte zwischen den Menschen verschiedener Hautfarbe, oder die Frage nach dem moralischen Fundament der US-amerikanischen Gesellschaft, welche die einen aus einem konservativ ausgelegten Offenbarungsglauben und die anderen aus einer liberalen Tradition heraus beantwortet sehen wollen.

Im Übrigen haben wir erkannt, aus welcher Legierung verschiedener Bevölkerungsgruppen die Wählerschaft gegossen war, die Barack Obama die Präsidentschaft gesichert hat. Es waren zum einen die Jungwähler, die sich vom Charme der Slogans „Change“ und „Hope“ und der neuartigen Kampa- gnetechniken überzeugen ließen. Doch es waren nicht nur aus einer Schaltzentrale heraus gesteuerte Kampagnetechniken, die die Jungend hinter Obama brachten; die Obama-Kampagne wurde auch zum Selbstläufer, angetrieben durch die Möglichkeit selbst bei ihr mitzumachen. Daneben konnte Obama viele Frauen positiv von sich überzeugen. Afroamerikaner stimmten nahezu geschlossen für ihn. Für sie war es nicht nur ein guter Präsidentschaftskandidat, der ihre Interessen vertritt, sondern ebenso ein

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

27

weiterer Schritt der Emanzipation Menschen schwarzer Hautfarbe in den USA. Aber die wohl wichtigste Wählergruppe, die es in dieser Wahl zu gewinnen galt, um ins Weiße Haus einziehen zu können, war die Gruppe der Independents bzw. Moderates; und bei ihnen konnte Obama voll punkten.

Doch bei aller Liebe für das Detail der Exit-Poll-Analyse muss noch als letzte Anmerkung ange- schlossen werden, dass der ausschlaggebende Faktor bei dieser Wahl die in die Krise schlitternde Wirtschaft war. Es bringt in der Analyse nichts, sich die Frage zu stellen: was wäre gewesen wenn? Aber dass die Ökonomie bei dieser Wahl höchstwahrscheinlich das Zünglein an der Waage war, und dass sie – man musst fast etwas zynisch sagen – auch wahlkampfstrategisch zur „richtigen“ Zeit zum Thema wurde, das alles spielte Obama in die Hände.

Präsidentschaftswahl in den USA 2008: Analyse der Exit-Polls

28

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