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Alternative Antriebe-Fragenkatalog SS2013

2.1Erläutern Sie die Entwicklung des globalen Energiebedarfs und erläutern Sie die Gründe für dessen Entwicklung. Wie sieht die erwartete Aufteilung der Primärenergieträger aus?

Zunahme des Energiebedarfs von 20 % zwischen 2010 und 2025 prognostiziert, aber nur von 10 % zwischen 2025 und 2040. Indikatoren sind Bevölkerungsanzahl aber auch Demographie eines Landes niedrigere Geburtenrate heißt Anstieg des Anteils der älteren Bevölkerung (China), heißt Abnahme der arbeitenden Bevölkerung. In Indien und Afrika gerade Gegenteil sichtbar (starkes Bevölkerungswachstum Erhöhung der arbeitenden Bevölkerung. Aufteilung:

 Erhöhung der arbeitenden Bevölkerung. Aufteilung : 2.2 Erläutern Sie die Begriffe „Primäre und Sekundäre

2.2Erläutern Sie die Begriffe „Primäre und Sekundäre Energieträger“ und nennen Sie einige Beispiele dafür. Führen Sie eine Unterscheidung zwischen fossilen und regenerativen Primärenergieträgern durch.

Sind Stoffe, die Energie enthalten.

Primäre Energieträger: in der Natur verfügbar Fossile PEnergieT:

o Erdöl, Erdgas, Uran, Kohle

Regenerative PEnergieT:

o Wind, Wasser, Sonne, Erdwärme, Biomasse

Sekundäre Energieträger: Basieren auf Primären und werden durch entsprechende Umwandlung erzeugt, um letztendlich als Nutz- bzw. Endenergie für beispielsweise den Antrieb zur Verfügung zu stehen.

2.4Welche Arten von Energiewandlern gibt es? Beschreiben Sie jeweils das Prinzip kurz. Führen Sie Ausführungsbeispiele an.

Energiewandler tauschen Energie zwischen einem System und der Umgebung in mindestens 2 Energieformen aus: zB wird chemische Energie so zu kinetischer Energie (Motor). Bsp.:

Elektromotor hebt Gewichtstück elektrische Energie in mechanische Energie

Dampfturbine treibt E-Generator an thermische Energie in elektrische Energie

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3.1Führen Sie eine Einteilung der Kraftstoffe des Verkehrssektors durch und nennen Sie jeweils einige Vertreter. Führen Sie dabei eine Unterteilung in flüssige und gasförmige Kraftstoffe durch.

Unterteilung in flüssige und gasförmige Kraftstoffe durch. ^ 3.2Beschreiben Sie kurz das Herstellverfahren Erdöl

^

3.2Beschreiben Sie kurz das Herstellverfahren Erdöl basierender Kraftstoffe und nennen Sie die Hauptvertreter.

Anfangs werden die verschiedenen Fraktionen unterschiedlicher Siedepunkte des Rohöls durch einen Destillationsprozess (stufenweise Verdampfen und kondensieren) voneinander getrennt. Darauf folgend werden die abgeschiedenen Fraktionen Gas, Primärbenzin, Petroleum und Gasöl unter Druck und Beigabe von Wasserstoff erhitzt und dadurch entschwefelt. Unter Einwirkung von Druck und Temperatur (Isomerisierung, Cracken) wird anschließend die Oktanzahl des Rohkraftstoffes (Benzin) eingestellt. Unter dem Prozess der Raffination wird die in Schritt zwei und drei beschriebene Reinigung und Veredelung verstanden. Abschließend erfolgt die Mischung zu den gewünschten Endprodukten. Aus Rohöl werden rund 400 unterschiedliche Produkte erzeugt, die bekanntesten sind Benzin, Diesel, Kerosin, Schweröl und Liquefied Petroleum Gas (LPG).

3.3Wofür steht die Abkürzung LPG und aus welchen Bestandteilen (Molekülstruktur) setzt sich dieser Kraftstoff zusammen. Gehen sie dabei auch auf das Mischungsverhältnis dieser Bestandteile ein.

LPG, auch Autogas oder Flüssiggas genannt, besteht hauptsächlich aus Propan (C3H8) und Butan (C4H10) und ist im Normalzustand ein gasförmiges Brenngas, das unter Druck verflüssigt werden kann. Die Molekularstruktur der beiden gesättigten Kohlenwasserstoffverbindungen ist im Vergleich relativ einfach, da nur überschaubare Anzahl von Atomen vorhanden. Mischungsverhältnis in Europa relative unterschiedlich (je nach Ort und Jahreszeit verschieden) Siedepunkt Butan: 0°C (in warmen Regionen verwendet), Vorteil aber billiger als Propan und höherer Heizwert.

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3.4Gehen Sie auf die physikalisch-chemischen Eigenschaften Erdöl basierender Kraftstoffe ein. Nach welchen Gruppen können die Kohlenwasserstoffe in diesen Kraftstoffen klassifiziert werden?

Hierbei ist zu beachten, dass es keine wesentlichen Unterschiede im C/H-Verhältnis gibt. Aus diesem Grund ist auch die bei der Verbrennung entstehende CO2-Masse pro kg verbrannten Kraftstoff bei den jeweiligen Kraftstoffen sehr ähnlich. Lediglich LPG weist ein niedrigeres C/H-Verhältnis auf, wobei darauf hinzuweisen ist, dass dieses vom entsprechenden Mischungsverhältnis aus Propan und Butan abhängig ist. Klassifizierung:

Alkane oder Paraffine (kettenförmig - Einfachbindung)

Alkene oder Olefine (kettenförmig - Doppelbindung)

Cycloalkane oder Naphthene (ringförmig - Einfachbindung)

Aromaten (ringförmig - Doppelbindung)

3.5Gehen Sie auf den Rohstoff Erdgas als Basis für Kraftstoffe ein. Welche Förderbedingungen bei der Gewinnung gibt es? Woraus besteht Erdgas? Was gibt es für Qualitäten? Wie unterscheiden sich diese? Wie wird Erdgas verarbeitet?

Erdgas ist genau wie Rohöl ein endlicher, fossiler Primärenergieträger, wobei er jedoch als nicht ganz so wertvoll angesehen wird. Das so genannte „schwarze Gold“ gilt als hochwertiger Energieträger, weil es für eine Vielzahl von Anwendungen geeignet ist. Erdgas besteht hauptsächlich aus Methan (CH4, das einfachste Alkan). Der Methananteil von hochqualitativem Gas liegt bei 99%. Bei Gas von geringer Qualität liegt der Methananteil bei 84%. Je nach Qualität findet man auch größere Mengen weiterer Alkane (Ethan, Propan, Butan, Pentan). Die Erdgasgewinnung unterscheidet sich nach den Förderbedingungen:

Beiprodukt bei Erdölförderung (z.B. Fackelgas)

Förderung aus großen Erdgasfeldern

Entlegenen kleineren Feldern (z.B. sog. Stranded Gas und Remote Gas) jeweils noch differenziert nach off-shore und on-shore Qualitäten (in Abhängigkeit des unteren Heizwertes (Hu)

L (low = niedrig; Hu bis etwa 35 MJ/m³) und

H (high = hoch; Hu über 35 MJ/m³) eingeteilt.

Je nach Schwefelgehalt spricht man von Süß- oder Sauergas. Zur Verarbeitung werden die Verfahren Trocknung und Entschwefelung eingesetzt um einen

konstanten Heizwert zu gewährleisten

3.6Wofür steht CNG und LNG? Bei welchen Temperaturen bzw. Drücken werden diese Kraftstoffe gespeichert? Was sind die Vorteile dieser Kraftstoffe?

Compressed Natural Gas und Liquid Natural Gas. Werden in entsprechenden Druckbehältern gespeichert (bei 200-350bar). Vorteile:

Niedrigere Kraftstoffkosten (zu Diesel und Benzin) und reduzierter Schadstoffausstoß

Ermäßigter Mineralölsteuersatz und unterliegt nicht den jährlichen Ökosteuererhöhungen

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3.7Wofür steht GTL? Zu welcher Gruppe von Kraftstoffen zählt GTL? Beschreiben Sie den Herstellungsprozess.

Gas To Liquid und zählt zur Gruppe der synthetischen KS und wird aus Erdgas gewonnen. Zunächst werden Rohstoffe in ein Synthesegas umgewandelt (besteht aus größtenteils CO und H2) dieses mittels Fischer Tropsch Verfahren verflüssigt. Hierbei entstehen unterschiedliche Fraktionen (Diesel-, Benzinkraftstoff, sowie Kerosin).

3.8Welche Arten der Synthesegasherstellung bei der Produktion von GTL kennen Sie? Beschreiben Sie diese kurz.

Bei der Synthesegasherstellung für GTL kann zwischen der partiellen Oxidation, der Dampfreformierung und der Tandem-Reformierung unterschieden werden.

Bei der partiellen Oxidation wird ein Synthesegas aus Methan (CH4) mit Hilfe von Sauerstoff in einer exothermen Reaktion erzeugt (weder Wasserdampf, Energie von Nöten)

Die Dampfreformierung benötigt zur Erzeugung von Synthesegas Wasserdampf (H2O). Dieser Wasserdampf wird bei der Reformierung entsprechend dem notwendigen Verhältnis aufgrund des Kohlenwasserstoffeinsatzes zugegeben

Die Tandemreformierung ist eine Kombination aus partieller Oxidation und Dampfreformierung. Hierin wird die bei der partiellen Oxidation abfallende Energie für den Prozess der Dampfreformierung genützt. Nachdem ein Kohlenwasserstoff- Dampfgemisch reformiert wurde, wird dieses anschließend mit Sauerstoff partiell oxidiert.

3.9Beschreiben Sie den Prozess der Verflüssigung des Synthesegases durch das Fischer-Tropsch Verfahren bei der Herstellung von synthetischen Kraftstoffen.

Das bei der FT-Synthese verwendete Katalysatormaterial, Synthesegastemperatur, sowie der Gasdruck sind essentiell für die Eigenschaften des erzeugten Endproduktes. Kat-Material: Kobald oder Eisen, Temperaturniveau: zw. 200C° und 250°C, Druckniveau: zw. 10 und 60 bar, es muss ein stöchiometrisches Molverhältnis von 2:1 zwischen H und C bestehen. Die Reaktion findet stark exotherm statt, was eine Konstruktion des Reaktors mit guter Energieabfuhr bedingt. Als Primärprodukte treten bei der FT-Synthese vor allem Diesel und Ottokraftstoff sowie Wachs auf. Das Wachs kann mithilfe von Wasserstoff durch Hydrocracking ebenfalls zu Diesel weiterverarbeitet werden.

3.10 Welche Möglichkeiten zur Wasserstoffherstellung kennen Sie? Gehen

Sie in diesem Zusammenhang ebenfalls auf die Wassergas-Shift Reaktion

ein.

Wasserstoff (H) tritt hauptsächlich als Molekül auf, da sich meist zwei positiv geladene Wasserstoffatome mit zwei negativ geladenen Elektronen zu H2 zusammentun. Herstellung:

Sowohl durch die Verwendung von fossilen Rohstoffen als Ausgangsprodukt, als auch die Elektrolyse, die lediglich Wasser und Strom benötigt. Das gängigste Herstellungsverfahren auf Basis von Erdgas ist die Dampfreformierung (siehe GTL). Zur Steigerung der Wasserstoffausbeute kann das entstehende Kohlenmonoxid in einer weiteren Reaktion mit H20 zu Kohlendioxid und weiterem Wasserstoff umgesetzt werden. Diese Reaktion:

Wassergas-Shift-Reaktion

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3.11 Gehen Sie auf die physikalisch-chemischen Eigenschaften Erdgas basierender Kraftstoffe ein

Niedriger C-Gehalt von CNG bzw. LNG bei Verbrennung niedrigerer CO2 Ausstoß. Reiner Wasserstoff enthält naturgemäß gar keinen Kohlenstoff und dementsprechend wird auch bei der Verbrennung kein CO2 ausgestoßen. Hinzuweisen sei außerdem auf die stark unterschiedliche Dichte von flüssigen und gasförmigen Kraftstoffen. Schließlich sei noch vermerkt, dass Wasserstoff zwar einen sehr hohen gravimetrischen Heizwert besitzt. Aufgrund der sehr niedrigen Dichte von Wasserstoff ist allerdings der volumetrische Energieinhalt sehr niedrig.

3.12 Gehen Sie auf den Rohstoff Kohle als Basis für Kraftstoffe ein. Wovon

ist die Qualität der Kohle abhängig? Wo liegen die größten Reserven und wie lange reichen diese noch bei aktuellen Produktionsraten?

Kohle ist ein fossiler Rohstoff und besteht aus veränderten Überresten prehistorischer Vegetation. Die Qualität der Kohle ist von folgenden Faktoren abhängig:

Typ der Ursprungsvegetation

Lagerungstiefe

Temperaturen und Drücke in diesen Tiefen

Zeitdauer der Kohlebildung

Nahezu in allen Ländern weltweit vorhanden. Die größten Reserven liegen in den USA, Russland, China und Indien. Bei aktuellen Produktionsraten reichen die weltweiten Kohlereserven noch für ungefähr 118 Jahre laut

3.13 Wofür steht die Abkürzung CTL und wie wird dieser Kraftstoff

hergestellt. Nennen Sie in diesem Zusammenhang die Wassergasreaktion.

Coal-To-Liquid. Kohle zunächst in ein Synthesegas (bestehend aus Kohlenmonoxid (CO) und Wasserstoff (H2)) umgewandelt und mittels Fischer-Tropsch Verfahren zu Dieselkraftstoff verflüssigt. Bei der Umwandlung von Kohle zu Synthesegas findet die heterogene Wassergasreaktion statt, hierin wird die Kohle mithilfe von Wasserdampf vergast. C + H2O ↔ CO + H2

3.14 Gehen Sie auf die physikalisch-chemischen Eigenschaften von CTL

ein.

Eigenschaften sehr ähnlich zu denen von GTL (bei beiden Fischer Tropsch Synthese).

3.15 Was sind Biokraftstoffe und auf welchen Rohstoffen basieren diese. Welche Generationen von Biokraftstoffen kennen Sie und wie unterscheiden sich diese?

Biokraftstoffe sind flüssige oder gasförmige Kraftstoffe, die aus Biomasse gewonnen werden. Sie kommen als Reinkraftstoffe und als Beimischungen zu fossilen Kraftstoffen zum Einsatz. Nachwachsende Rohstoffe wie Getreide, zucker- und stärkehaltige Pflanzen sowie Ölpflanzen dienen als Biomassequelle. 3 Generationen:

1. nutzt nur einen Teil der Pflanze zur Energiegewinnung und steht in direkter Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion: Pflanzenöle, Pflanzenölmethylester und Ethanol auf Basis von Zucker und Stärke. Ölhaltige Pflanzen werden durch Auspressen und Verestern zu Diesel verarbeitet.

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2. Ganze Pflanze inklusive Zellulose wird verwendet. Grundstoffe sind organische Abfälle wie Stroh, Holzreste, Abfallprodukte aus der Agrarwirtschaft und minderwertiges Waldholz. Dazu kommen schnell wachsende Pflanzen und Holzsorten, die auch auf landwirtschaftlich unbrauchbaren und nicht genutzten Feldern angebaut werden können (keine Konkurrenz). Hiermit kann man CO2 Bilanz verbessern

3. CO2 neutral! Als Rohstoff dienen Algen. Das Algenwachstum erfolgt durch Photosynthese wie bei allen Pflanzen. CO2 und als Energie Sonnenlicht sind dazu erforderlich. Algentrockensubstanz kann dann zu Biokraftstoffen durch Extraktion des Pflanzenöls und unter anderem auch zu Nahrungsmittel verarbeitet werden.

3.16 Beschreiben Sie den Herstellungsprozess von Biogas und von Biomethan bzw. Bio-SNG.

Aus organischer Masse entsteht durch Vergärung in einem biologischen Prozess unter Abschluss von Sauerstoff (anaerobe Fermentation) ein Gasgemisch, das sogenannte Biogas. Am wichtigsten ist in erster Linie Methangehalt, da hieraus die zu gewinnende Energie resultiert.

3.17 Auf welchen Rohstoffen basiert

Biowasserstoff und wie wird dieser hergestellt?

Auf fossilen Energieträgern, wie zum Beispiel aus Erdgas und Wasser, mittels der so genannten Methan-Dampf-Reformierung. Weitere gängige Herstellungsprozesse sind die partielle Oxidation von Schwerölen sowie die Elektrolyse von Wasser.

Oxidation von Schwerölen sowie die Elektrolyse von Wasser. 3.18 Gehen Sie auf die physikalisch-chemischen Eigenschaften

3.18 Gehen Sie auf die physikalisch-chemischen Eigenschaften gasförmiger Biokraftstoffe ein.

Wesentlicher Unterschied zwischen Bio-Gas und Bio-Methan bzw. Bio-SNG ist der CO2 Anteil beim Bio-Gas, der in diesem Fall 20%M beträgt keine Dichteänderung, jedoch Abnahme des Heizwertes. Oktanzahl mit einer ROZ von über 130 bei allen sehr hoch. Die chemischen Eigenschaften von Wasserstoff sind naturgemäß ident unabhängig davon ob dieser Wasserstoff auf fossilen oder biogenen Rohstoffen basiert.

3.19 Beschreiben Sie die beiden Herstellungsverfahren von Bio-Methanol

Methanolproduktion Biomethan (oder Erdgas)

Gasentschwefelung (Methan mit Wasserdampf zu CO umgesetzt) parallel dazu:

exotherme Wasser-Gas-Shift-Reaktion (entstehen von H2 und CO2) dann Stöchiometriefaktoranpassung des Synthesegases Dieses wird aufgereinigt, komprimiert und unter Einsatz von Katalysatoren zu Methanol zuletzt noch gereinigt und destilliert

Methanolproduktion aus Bio-Synthesegas

Aus biogenen, im Regelfall festen holzartigen Rohstoffen. erfolgt nach thermo-chemischer Konversion der Biomasse über Vergasung, mehrstufige Gasreinigung und Konditionierung im Wesentlichen nach dem gleichen Prozessschema.

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3.20 Beschreiben Sie die drei Herstellungsverfahren von Bio-Ethanol.

Zuckerhaltige Rohstoffe (z.B. Zuckerrüben) werden direkt fermentiert.

Stärkehaltige Rohstoffe (z.B. Getreide) werden in einem ersten Schritt vermahlen. Im Weiteren wird durch enzymatische Zerlegung in der Verflüssigung/Verzuckerung die Stärke in Zucker umgewandelt.

Cellulosehaltige Rohstoffe (z.B. Stroh) werden mit Säuren und Enzyme aufgespalten.

(z.B. Stroh ) werden mit Säuren und Enzyme aufgespalten. 3.21 Welche sind die Unterschiede von Bio-Butanol

3.21 Welche sind die Unterschiede von Bio-Butanol zur Bio-Ethanol.

Gehen Sie ebenfalls auf das Herstellungsverfahren von Bio-Butanol ein.

Bio-Butanol ist wie Bio-Ethanol ein Alkohol, besitzt allerdings zwei Kohlenstoffatome mehr als Bio- Ethanol. Bio-Butanol hat eine höhere Energiedichte, es hat einen niedrigeren Dampfdruck und einen höheren Flammpunkt. Butanol ist schlechter mischbar mit Wasser und viel weniger korrosiv; deshalb kann es über die existierende Infrastuktur vertrieben werden (Pipelines und Tankstellen). Es kann problemlos als 100%iger Kraftstoff für Ottomotoren eingesetzt werden ohne den Motor zu ändern, kann aber auch mit Diesel vermischt und in Dieselmotoren eingesetzt werden. Herstellung: Wird durch Fermentation von Zuckern mit anaeroben Bakterien produziert. Diese Herstellung ist jedoch zurzeit noch nicht rentabel.

3.22 Gehen Sie auf die physikalisch-chemischen Eigenschaften flüssiger Benzin-Biokraftstoffe ein.

Es ist deutlich zu sehen, wie der höhere Masseanteil an Kohlenstoff zu einem höheren gravimetrischen Heizwert und einer höheren Siedetemperatur führt. Außerdem ist zu bemerken, dass die ROZ mit zunehmender Länge des Alkoholmoleküls entsprechend abnimmt.

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3.23 Welche Herstellungsverfahren von Pflanzenöl kennen Sie. Beschreiben Sie diese kurz.

dezentrale Kaltpressung:

vor Ort im landwirtschaftlichen Betrieb. Die Ölsaat wird hier durch ein rein mechanisches Verfahren bei geringen Temperaturen von unter 40 °C ausgepresst. Noch enthaltene Schwebstoffe werden ausgefiltert. Als Restprodukt fällt ein eiweißreicher Presskuchen mit einem Ölanteil von 10 % an, welcher für die Tierfütterung oder die Bioenergieerzeugung verwendet werden kann

die industrielle Gewinnung

Um eine bessere Ölausbeute zu erhalten, wird der im Presskuchen verbleibende Ölanteil mit Lösungsmittel bei Temperaturen bis zu 80 °C herausgelöst. Zuletzt wird das für diesen Prozessschritt verwendete Lösungsmittel ausgedampft. Das so erhaltene Produkt enthält noch einen hohen Anteil an unerwünschten Begleitstoffen, welche in einem weiteren Prozessschritt, der Raffination, entfernt

werden. Das so erhaltene Pflanzenöl wird als Vollraffinat bezeichnet. Als Reststoff fällt en eiweißreicher Extraktionsschrot mit geringem Ölanteil an, welcher wieder zur Tierfütterung verwendet werden kann.

3.24 Für was steht die Abkürzung FAME und wie wird FAME hergestellt?

Fatty Acid Methyl Ether (Biodiesel). Zum einen aus Pflanzenöl, zum anderen aus Altfetten über den Schritt der Umesterung gewonnen. Bei der Umesterung wird zunächst ein Methanolanteil von etwa 10 % zugemischt und anschließend noch ein Katalysator (Naoder K-Ydroxid bzw. Na- oder K- Methylat) zugegeben. Dies führt zu einer chemischen Aufspaltung des aus Glycerin und drei Fettsäureketten bestehenden Pflanzenmoleküls. Die Fettsäure verbindet sich daraufhin mit dem Methanol und bildet Fettsäuremethylester. Als Nebenprodukt fällt Glycerin an, welches in der Pharmaindustrie oder der Oleochemie Verwendung findet.

3.25 Wofür steht die Abkürzung HVO und wie wird HVO hergestellt?

Hydriertes Pflanzenöl (Hydrogenated Vegetable Oil, kurz HVO). Bei der Herstellung von HVO wird das Pflanzenöl zunächst mit Phosphorsäure (H3PO4) und Natronlauge (NaOH) behandelt. Der darauffolgende Verfahrensschritt ist die Hydrierung, welche jener bei konventionellem Diesel entspricht. Für die Hydrierung werden dem Grundstoff 2-3% Wasserstoff beigemischt und anschließend dem Ofen zugeführt.

3.26 Wofür steht BTL und auf welchen Rohstoffen basiert BTL. Gehen Sie ebenfalls auf das Herstellungsverfahren ein.

Biomass-to-Liquid. Synthetischer Kraftstoff (Designerkraftstoff). ist als hochwertiges Kohlenwasserstoffgemisch ein vollwertiger Ersatz für Dieselkraftstoff und kann auf die Ansprüche zukünftiger Motortechnologien optimal abgestimmt werden. Im Gegensatz zu den Kraftstoffen RME (Raps-Methyl-Ester) und HVO (Hydriertes Pflanzenöl) wird bei BTL feste Biomasse anstelle von Ölfrüchten eingesetzt. Verwertet wird dabei die gesamte Biomasse (inkl. Cellulose, Hemicellulose und Lignin) und nicht nur die Frucht (wie bei der Pflanzenölgewinnung für RME und HVO, Biokraftstoffen der 1. Generation). Allgemein kann die Herstellung von BTL in zwei Prozessschritte gegliedert werden:

Synthesegaserzeugung aus kohlenstoffhaltigem Rohstoff

Verflüssigung des Synthesegases

- Dreistufige Vergasung der festen Biomasse mittels Carbo-V Verfahren

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- Niedertemperaturvergasung (Trocknung der Biomasse mit anschließender Verschwefelung. Dabei entsteht Biokoks und teerhaltiges Schwelgas)

- Hochtemperaturvergasung (Nachoxidierung des Schwelgases. Bildung eines Gases aus Stickstoff, Kohlenmonoxid, Wasserstoff, Kohlendioxid und Wasserdampf)

- Endotherme Flugstromvergasung (Entstehung eines Synthese-Rohgases)

o

Gaswäsche und CO2 Konditionierung

o

Verflüssigung mittels Fischer-Tropsch-Synthese

o

Veredelung des Rohproduktes

3.27 Gehen Sie auf die physikalisch-chemischen Eigenschaften flüssiger Diesel-Biokraftstoffe ein.

Eigenschaften flüssiger Diesel-Biokraftstoffe ein. 3.28 Was versteht man unter E-Gas? Wie sieht der

3.28 Was versteht man unter E-Gas? Wie sieht der Herstellungsprozess

aus?

Erneuerbare Kraftstoffe. Bei Audi: synthetisches Erdgas (Methan) wird E-Gas genannt. Regenerative Stromerzeugung (z.B. Windkraft) Erzeugung Wasserstoff (Elektrolyse) Erzeugung von synthetischem Erdgas (aus H2 und CO2) Zapfsäule

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3.29 Nennen Sie die Vorteile von Lignocellulose Bioethanol? Gehen Sie ebenfalls auf den Herstellungsprozess ein.

Ausweg: Nutzung von pflanzlichen Reststoffen, wie Stroh, Holzresten oder Landschaftspflegegut, die zudem noch äußerst billig zu haben sind, oder aus dem Anbau von Energiepflanzen wie Switchgras oder Miscanthus, die keiner intensiven landwirtschaftlichen Bewirtschaftung bedürfen und auch auf minderwertigen Böden wachsen (enthalten Zucker in Form von Lignocellulosen). Herstellung: Cellulose und die Hemicellulosen in die einzelnen Zucker gespalten. Danach müssen Mikroorganismen dieses Gemisch aus Glucose, Xylose und Arabinose zu Ethanol fermentieren. Die Fermentation, Destillation und Trocknung geschieht analog zum klassischen Bioethanol-Prozess der 1. Generation. Insgesamt besteht der Gesamtprozess im Wesentlichen aus vier technologischen Teilprozessen: Vorbehandlung des lignocellulosischen Rohmaterials, Hydrolyse der Kohlenhydratpolymere zu Zuckern, Fermentation (Vergärung) aller Zuckerarten (Arabinose, Xylose, Glucose) zu Ethanol mit Hilfe von Mikroorganismen sowie Destillation/Separation des Ethanols

3.30 Nennen Sie die Vorteile von Algen als Rohstoffbasis für alternative

Kraftstoffe. Beschreiben Sie die beiden bekanntesten Produktionsprozesse.

Beschreiben Sie schließlich kurz die verschiedenen Herstellungsprozesse von Kraftstoffen auf Basis von Algen.

Stehen nicht in Konkurrenz mit benötigter Nahrungsmittelerzeugung.

Algen haben eine photosynthetische Effizienz von bis zu 9 % während landbasierte Pflanzen nur ungefähr 4 % erreichen.

Wachstumsrate von Algen 5 bis 10 Mal höher als jene von landbasierter Biomasse Zwei Produktionsprozesse:

1 High Rate Open Pond Reactors: Bassins wie Rennstrecke geformt (300m lang und 15m breit). Schaufelrad für kontinuierlichen Fluss eingesetzt 10 bis 25 g Algenbiomasse pro Tag und m²

2 Closed Photo Bioreactor: Algenmedium durch ein geschlossenes System gepumpt.

Abgesehen von der Sonnenstrahlung sind die Algen von jeglichem Umwelteinfluss isoliert und auf diese Weise ist eine bessere Kontrolle der Produktion möglich. Die Produktionsrate in PBR beträgt zwischen 20 und 100 g Algen Biomasse pro Tag und m². Allerdings sind die Investitionskosten auch 10mal höher als bei den HROP Reaktoren.

Beim physiochemischen Prozess erfolgt die Herstellung von Biodiesel über den Verfahrensschritt der Umesterung.

biochemische Produktion beruht hingegen auf dem Prozess der Biophotosynthese. Einige Algen-Spezies produzieren nämlich unter speziellen Rahmenbedingungen Ethanol und Wasserstoff in kleinen Mengen.

Eine dritte Prozessart ist die thermochemische Produktion zu der die hydrothermische Verflüssigung oder Vergasung von Biomasse zählen. In diesem Fall wird Wasser als Reaktionsmedium eingesetzt.

3.31 Weshalb wurden Zertifizierungen von Biokraftstoffen eingeführt? Welche Richtlinie und Nachhaltigkeitsverordnungen kennen Sie? Gehen Sie jeweils kurz auf die wichtigsten Punkte ein.

Biomasse soll im Interesse der Umwelt, des Klima- und Naturschutzes so hergestellt werden, dass ihr Einsatz zur Energieerzeugung in Deutschland ab sofort mindestens 35 Prozent (ab 2017 50 %; ab 2018 60 %) weniger Treibhausgase verursacht als die Verwendung fossiler Energieträger. Weiterhin

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soll durch die Erzeugung der Biomasse die Zerstörung schützenswerter Flächen verhindert werden. Dies gilt insbesondere für Urwälder, Feuchtgebiete und Savannen mit hoher biologischer Vielfalt. Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen (vom 23. April 2009): 20 % des gesamten Energieverbrauchs bis 2020 durch erneuerbare Energien gedeckt werden (EU weites nationales verbindliches Ziel). Darüber hinaus müssen im Verkehrssektor alle Mitgliedstaaten das gleiche Ziel erreichen, d. h. einen Erneuerbare-Energien-Anteil von 10 %. 2010 Maßnahmenpaket, dass Unternehmen und Mitgliedstaaten Hilfestellungen leisten sollen, vor allem im Punkt Nachhaltigkeit.

3.32 Was versteht man unter einer LCA-Analyse? Welche wesentlichen

Grundelemente beinhaltet diese? Nennen Sie die verschiedenen Stufen des Produktsystems Kraftstoff.

Life Cycle Assessment (LCA) wird zu Deutsch Ökobilanz genannt. Die Ökobilanz ist eine in der ÖNORM EN ISO 14040ff geregelte Umweltmanagementmethode. Unter dem Begriff Ökobilanz wird die „Zusammenstellung und Beurteilung der Input und Outputflüsse und der potentiellen Umweltwirkungen eines Produktsystems im Verlauf seines Lebensweges“ verstanden. Der Lebensweg entspricht dabei den „aufeinander folgenden und miteinander verbundene Stufen eines Produktsystems von der Rohstoffgewinnung oder Rohstofferzeugung bis zur endgültigen Beseitigung“. Vier wesentliche Grundelemente:

Ziel und Untersuchungsrahmen

o

Am Beginn einer Ökobilanz steht die Festlegung des Zieles der zu beantwortenden Fragestellung. Darauf aufbauend werden

o

die Systemgrenzen und der Detaillierungsgrad festgelegt. Neben der zu beantwortenden Fragestellung ist der Untersuchungsgegenstand dafür ein bestimmendes Kriterium.

Sachbilanz

o In der Sachbilanz werden die Input- und Outputdaten des definierten Systems erhoben.

Wirkungsabschätzung

o Eine zu erstellende Wirkungsabschätzung liefert zusätzliche Informationen für die Beurteilung und Interpretation der Sachbilanzergebnisse.

Auswertung

o In diesem abschließenden Teil der Ökobilanz werden zur Beantwortung der Fragestellung die Ergebnisse der Sachbilanz unter Berücksichtigung der Informationen der Wirkungsabschätzung analysiert.

Das hier betrachtete Produktsystem „Kraftstoff“ beginnt bei der Rohstoffgewinnung, bzw. Erzeugung und endet bei der Verwertung im Kraftfahrzeug. Betrachtet werden:

Rohstoffgewinnung bzw. Erzeugung

Rohstoffaufbereitung

Transport des Rohstoffes zur Raffinerie

Herstellungsprozess des Kraftstoffes

Transport des Kraftstoffes zur Tankstelle

Verwertung des Kraftstoffes in Fahrzeugen

Well to Tank Tank to Wheels
Well to Tank
Tank to Wheels

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3.33 Stellen Sie grob die Lebenswegmodelle von fossilem Diesel, BTL, RME und GTL dar und gehen Sie auf die Unterschiede ein?

BTL, RME und GTL dar und gehen Sie auf die Unterschiede ein? gesamten Lebensweg der betrachteten

gesamten Lebensweg der betrachteten Kraftstoffe, differenziert nach den beiden Phasen „Well to Tank“ und „Tank to Wheels“. Zweite Zeile dieser Tabelle gibt die „Tank to Wheels“ Emissionen der Kraftstoffe wieder. Im Falle von RME, HVO und BTL sind diese deshalb nahezu null, weil davon ausgegangen wird, dass das bei der motorischen Verbrennung entstehende CO2 zuvor im Zuge des Pflanzenwachstums der Atmosphäre entnommen wurde. Die dritte Zeile gibt als Summenwert die CO2e Emissionen des gesamten Lebensweges („Well to Wheels“) der Kraftstoffe wieder.

3.34 Wie entwickelt sich laut Prognosen der Mix des globalen KFZ-Bestandes und wie wirkt sich dies auf den globalen Kraftstoffbedarf aus?

Es wird erwartet, dass die Energienachfrage im Transportsektor zwischen 2010 und 2040 um mehr als 70 % ansteigen wird. Der größte Anteil dieses Anstiegs ist auf den LKW-Verkehr zurückzuführen. Die Nachfrage nach Diesel der beliebteste Kraftstoff für LKWs soll bis zum Jahr 2040 um 85 % steigen, im Vergleich zu 10 % bei Benzin. Die Nachfrage nach Flugzeug- und Schiffstreibstoffen soll sich in den nächsten 30 Jahren fast verdoppeln. Anteil der konventionellen Fahrzeuge an der globalen Flotte von heutigen 98 % auf ca. 50 % im Jahr 2040 abfallen wird. Allerdings soll der Anteil von hybriden Fahrzeugen und anderen alternativen Antriebsformen von heutigen 1% auf fast 50% im PKW Sektor steigen Hybrid-, LPG-, CNG-Fahrzeuge. 2 Letzteren jedoch nur 5% im Jahr 2040

3.35 Nennen Sie die Schwerpunkte der Europäischen Energiepolitik?

2009: „Richtlinie zur Förderung von Energie aus erneuerbaren Quellen“: Realisierung dieses Anteils von mind. 20% des Bruttoenergieverbrauchs der europäischen Gemeinschaft bis 2020. Verkehrssektor: Teil-Ziel, dass 2020 der Endenergieverbrauch von diesem zumindest 10% mit Energie aus erneuerbaren Quellen gedeckt! Durchschnittliche CO2 Emission der Neuwagenflotte ab 2012: 120g/km und ab 2020: 95g/km

Quellen gedeckt! Durchschnittliche CO2 Emission der Neuwagenflotte ab 2012: 120g/km und ab 2020: 95g/km 10.04.2013

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3.36 Wie entwickelt sich die Aufteilung der Rohstoffe zur Erzeugung elektrischer Energie? Wie unterscheidet sich diese zwischen USA, Europa und China?

Wandel hin zu kohlenstoffärmeren Quellen!

Europa: Bis 2040: 65% der generierten Elektrizität aus nuklearer und erneuerbaren Ressourcen, jedoch vor allem durch Windenergie (20% statt heute 5%).

USA: Ähnlich, jedoch stärkere Zunahme bei Erdgas

China: Starker Anstieg bei nuklearer Energieerzeugung (1,5 Mal so viel, als USA derzeit damit generiert)

3.37 Wie sehen die Substitutionspotentiale von Biokraftstoffen in Deutschland aus und jene von erneuerbaren Energiequellen auf globaler Ebene?

Produktion von Biokraftstoffen für den Verkehr, auch in anderen Sektoren zur Deckung des Wärme- und Strombedarfs. Zielszenario: etwa die Hälfte der aus Biomasse erzeugten Endenergie zur Substituierung von fossilen Kraftstoffen im Verkehr, jedoch von BMU Leitstudie von 2010 aufgrund der Nachhaltigkeitsansprüche: 25% Global: Die theoretische Möglichkeit einer globalen Vollversorgung ist mit erneuerbaren Energien gegeben (Windenergie, Solarenergie, geothermale Energie, Wasserkraft, Biomasse

1.1Was ist ein Energiespeicher? Führen Sie eine Einteilung in unterschiedliche Gruppen von Energiespeichern durch und nennen Sie einige Beispiele. Welche Anforderungen werden an Energiespeicher gestellt?

Dienen zur Speicherung von Energie zum Zweck der späteren Nutzung bei Bedarf. Einteilung:

Elektrisch:

o Elektrochemisch (Säure), Induktiv (Supraleiter), Kapazitiv (Supercaps)

Chemisch: Diesel, Benzin, Methanol, Methan

Pneumatisch: Druckspeicher

Mechanisch:

o Rotatorisch (Schwundgrad), Translatorisch (Federnspeicher)

Hydraulisch: Druckspeicher

Thermisch: Latentwärmespeicher

Anforderungen: Leistung, Energiegehalt, Wirkungsgrad, Lebensdauer, Kosten, Recycling, Masse, Volumen

1.2Gehen Sie auf die Entwicklung flüssiger chemischer Energiespeicher ein. Welche Materialien werden eingesetzt? Welche Anforderungen werden an solche Systeme gestellt?

Behälter für Benzin, Diesel oder alternative Flüssigkraftstoffe werden aus Kunststoff oder Stahlblech gefertigt. Fertigungsverfahren: Blasformen (heute rund 90% aus Kunststoff im PKW). Anforderungen:

Immer geringere Permeabilität (Durchlässigkeit der Materie). Wenig Benzindampfaustritt.

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1.3Welche Maßnahme wird zur Vermeidung von Verdunstungsemissionen unternommen?

Belüftung des Tanksystems nicht mehr direkt in Atmosphäre, sondern über Aktivkohlefilter (Bindet Benzindämpfe). Zur Regenerierung: eingelagerten Benzindämpfe vom Motor angesaugt und verbrannt.

1.4Was verstehen Sie unter dem SHED-Test? Beschreiben Sie kurz das Messverfahren und die verschiedenen Prüfabläufe.

Sealed House for Evaporation Determination. Dient zur Bestimmung der Verdunstungsemissonen (HC durch Verdunsten von Kraftstoff aus Behälter oder Kreislauf) in einer gasdichten Klimakammer. Hierzu wird HC-Konzentration zu Beginn und am Ende einer Prüfung erfasst Differenz:

Verdunstungsverluste. Ablauf: Nach einer Vorkonditionierung des Fahrzeuges einschließlich Vorbereitung des Aktivkohlefilters und definierter Befüllung des Kraftstoffbehälters (40 %) erfolgt die Prüfung.

1.5Wie sieht der grundsätzliche Aufbau der Kraftstoffanlage von Gasfahrzeugen aus? Welche Anforderungen sind vorhanden?

Aufbau ähnlich eines Ottomotors, jedoch anstatt Benzin-Luft Gemisch wird ein aufbereitetes Gas- Luftgemisch in den Zylindern verbrannt. Erdgas wird etwas auf 200bar im Tank verdichtet. Oft mehrere Tanks (bis zu 4 oder mehr) vorhanden. Aus Gewichtsgründen ist eine Tendenz hin zu Behältern mit Composite-Umwicklung, einem Werkstoffverbund aus Kohlefasern und Duroplast, erkennbar. Hohen Anforderungen an die Bauteile bezüglich Werkstoffwahl, Verarbeitungsqualität und Fertigungstoleranzen.

1.6Welche Arten der Wasserstoffspeicherung kennen Sie? Gehen Sie auf die unterschiedlichen Anforderungen und die Vor- und Nachteile der einzelnen Technologien ein. Welche Arten von Behältern werden jeweils eingesetzt?

Speicherung und Transport große Herausforderung.

Speicherung und Transport von verdichtet gasförmigem Wasserstoff,

Speicherung und Transport von tiefkalt, flüssigem Wasserstoff,

Speicherung und Transport von Wasserstoff in chemischen oder physikalischen Verbindungen.

Behälter: Bevorzugt wegen Spannungsverteilung: Kugel-, Zylindertanks. Aus Platzgründen sind Freiformtanks erwünscht. Aufgrund des Gewichts: Stahlfalschen durch Composite Behälter ergänzt. Dabei werden für die Dichtigkeit Innenbehälter aus Metall eingesetzt. Der Liner ist teilweise oder vollständig von einem Netz aus Kohlenstofffasern umgeben für Festigkeit.

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Alternative Antriebe_JO

1.7Geben Sie die theoretische Energiedichte verschiedener Batterien im Vergleich zu Benzin an. Wie verhalten sich die praktischen Reichweiten ausgewählter Batteriesysteme im Vergleich zu einem benzinbetriebenen Fahrzeug. Wie sind die Energie und Leistungsanforderungen an Batterien für verschiedene HEV- und EV-Anwendungen? Welchen Betriebsbereich (SOC bzw. DoD) nützen Batterien bei verschiedenen HEV- und

EVAnwendungen?

Welchen Betriebsbereich (SOC bzw. DoD) nützen Batterien bei verschiedenen HEV- und EVAnwendungen? 10.04.2013
Welchen Betriebsbereich (SOC bzw. DoD) nützen Batterien bei verschiedenen HEV- und EVAnwendungen? 10.04.2013
Welchen Betriebsbereich (SOC bzw. DoD) nützen Batterien bei verschiedenen HEV- und EVAnwendungen? 10.04.2013

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Alternative Antriebe_JO

1.8Erläutern Sie die Begriffe: Nennspannung, Klemmenspannung, Ruhespannung, Nennkapazität, Ladezustand der Batterie SOC (State of charge), Innenwiderstand und Speicherwirkungsgrad.

Nennspannung: Die Nennspannung elektrochemischer Zellen hängt von den eingesetzten Elektroden ab, z.B. Blei-Akku: 2 Volt; Stahl-Akku: 1.2Volt. Die Nennspannung der Batterie ergibt sich aus der Multiplikation der Nennspannung der Zellen mit der Anzahl der Zellen.

Klemmenspannung: Diese weicht von der Nennspannung in Abhängigkeit des Betriebszustandes mehr oder weniger ab.

Ruhespannung: Diese wird im Ruhezustand, wenn alle inneren Ausgleichsvorgänge abgeschlossen sind, an den Batterieklemmen gemessen. (Die Ruhespannung entspricht abgesehen von Nebenreaktionen der Gleichgewichtsspannung diese Unterschiede sind im Allgemeinen vernachlässigbar). Meistens hängt die Ruhespannung vom Ladegrad der Batterie ab

Nennkapazität einer Batterie wird oft mit definierten Entladebedingungen angegeben, z.B. mit Zeitdauer: K5, I5. Beispiel: Batterie K5 = 100 Ah d.h. 5 Stunden mit 20A und nicht 1h mit 100A. Oft wird die sog. C-Rate angewendet. Die jeweils fließenden Ströme werden in Teilen oder in dem Vielfachen der C Rate angegeben

Ladezustand SOC: Gibt in Prozent den Ladezustand der Batterie bezogen auf die Nennkapazität an.

Innenwiderstand: Wird als Quotient aus der Differenz von Ruhespannung und Klemmspannung und dem Klemmenstrom definiert.

Speicherwirkungsgrad:

und dem Klemmenstrom definiert.  Speicherwirkungsgrad: 1.9Geben Sie die generellen Eigenschaften von

1.9Geben Sie die generellen Eigenschaften von Nickel-Metallhydrid- und Lithium-Ionen-Batterien an.

Nickel Metallhydrid Batterie:

Spezifische Entlade- und Ladeleistung bis 1300W/kg

Kein generelles Lebensdauerproblem

Hoher Energiedurchsatz möglich (abhängig von Entladetiefe)

Robust gegen kurzzeitige Überladung und Tiefenladung

Gute Ladungsaufnahme auch bei niedrigen Temperaturen

Hohe passive Sicherheit

Relativ hohes Systemgewicht

Lithium Ionen Batterie:

Hohe spezifische Entlade- und Ladeleistung bis zu 3000 W/kg (auf Zellebene)

Hohe Leistungsdichte bis zu 6000 W/l (auf Zellebene)

Hoher Energiedurchsatz möglich (abhängig von Entladetiefe)

Hohe Zellspannung und damit verringerte Zahl im Batterieverband zu verschaltender Zellen.

Keine Spannungshysterese, damit theoretisch: 100% Energie-Effizienz

Sehr gutes Langzeitverhalten (kalendarisch und Zyklen)

Sensibel gegen Überladung und Tiefentladung

Einzelzellüberwachung notwendig

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Alternative Antriebe_JO

1.10 Welche Aufgabe hat das Batteriemanagementsystem bei

Hochvoltbatterien? Aus welchen Teilsystemen besteht es und was sind ihre Funktionen? Wie kann die Kühlung der Batterie erfolgen zeichnen Sie die verschiedenen Schemen.

Steuergerät die Aufgabe die Funktionssicherheit der Batterie bei maximaler Verfügbarkeit zu gewährleisten. Weiterhin gibt es eine Isolationsüberwachung für die Hochvoltkreise innerhalb und außerhalb der Batterie. Das BMS kontrolliert die Hauptschütze im Plus- und Minuszweig der Batterie Funktionen:

Zellzustandserfassung: Das BMS misst den Batteriestrom und die Spannung einzelner Zellen, einzelner Module oder der gesamten Batterie sowie deren Temperatur und ermittelt daraus die relevanten Größen: State of charge, State of health (Alterung), State of Function

Leistungsprognose/Zellüberwachung: Strom und Spannungsgrenzen für eine definierte Pulsdauer aus Kennfeldwerten berechnet

Kommunikation mit anderen Steuergeräten: Datenaustausch mit dem übergeordnete Hybridsteuergerät

Zell Balancing (SOC Ausgleich): Aufgrund von Nebenreaktionen, die von den Zellparametern und der Zelltemperatur abhängen, haben die einzelnen Zellen mit der Zeit einen unterschiedlichen Ladezustand. Dies ist problematisch, da die Zelle mit dem niedrigsten Ladezustand die Entladegrenze vorgibt und die Zelle mit dem höchsten Ladezustand die Ladegrenze

Sicherheitsüberwachung: Im Betrieb wird ständig die Isolation, bzw. Unterbrechungen des HV-Systems überwacht

Thermomanagement: Dieses wird oft über das Batteriemanagement angesteuert Kühlung:

überwacht  Thermomanagement : Dieses wird oft über das Batteriemanagement angesteuert Kühlung : 10.04.2013

10.04.2013

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1.11 Beschreiben Sie den Aufbau von Doppelschicht-Kondensatoren

(Supercap, Ultracap) und stellen Sie einen Vergleich zu normalen Elektrolytkondensator an. Wie gestaltet sich der Spannungsverlauf beim Be- und Entladen von Batterien und Supercaps was sind die Folgen für die nutzbare Energie?

– was sind die Folgen für die nutzbare Energie? Die Ladung des Doppelschichtkondensators resultiert aus der

Die Ladung des Doppelschichtkondensators resultiert aus der Verschiebung der Elektrodenpotentiale jeweils um den absoluten Betrag U1 gegenüber den Ausgangswerten U0

um den absoluten Betrag U1 gegenüber den Ausgangswerten U0 Ein Nachteil von Superkondensatoren ist ihre kleine

Ein Nachteil von Superkondensatoren ist ihre kleine zulässige Maximalspannung von 2,3 bis 2,5 V. Bei Überschreitung der zulässigen Spannung wird die Alterung stark beschleunigt. Ist die minimale Spannung beispielsweise 50% der Maximalspannung, kann der theoretische Energieinhalt des Kondensators nur zu 75% genutzt werden. Im Gegensatz zu Batterien geht die Energieentnahme bzw. das Aufladen des Kondensators mit einer Veränderung der Spannung einher.

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Alternative Antriebe_JO

1.12 Nennen Sie die gebräuchlichsten elektrischen Energiespeicher und

vergleichen Sie diese miteinander. Zeichnen Sie zusätzlich ein Ragone- Diagramm. Welche Bedeutung darin hat die Entladezeit?

Aus der spezifischen Energiedichte Espez. und der spezifischen Leistung Pspez. lässt sich eine für den Speicher jeweils typische Entladezeit Τ= Espez. / Pspez. bestimmen. Li-lonen- und die NiMH-Batterien höchsten Energiedichten! Wenn hohe Leistungsdichte gefordert:

Doppelschichtkondensatoren (Ultracaps). Superkond. Bei kurzen Leistungsbedarf. Bei Hybridsystemen am ehesten: Nickel-Metallhydrid-Batterie! In Zukunft auch Li-Ion-Systeme.

! In Zukunft auch Li-Ion-Systeme. 4.13 Welche Möglichkeiten zur Nachladung von

4.13 Welche Möglichkeiten zur Nachladung von Traktionsbatterien von E-

Fahrzeugen gibt es? Geben Sie die wichtigsten technischen Daten sowie die ungefähren Ladedauern an.

Wird fast ausschließlich über das 230V Stromnetz geladen. Die Angaben von Autokonzernen bezüglich Ladeleistungen liegen im Bereich bis zu 60 kW für Schnellladen, bzw. Quick Charger, und bezüglich Ladedauern von wenigen Minuten bis höchstens 30 min.

AC Laden: bis zu 44kW/400V in 20min. Sonst bei 230V in 230min

DC Laden: bis zu 50kW/450V DC in 20min. Sonst 40min

Induktives Laden: bis zu 11kW/400V in 80min. Sonst bei 230V in 230 min

Schnellladung (siehe oben)

4.14 Beschreiben Sie Aufbau und Funktion der Redox-Flow-Batterie.

Skizzieren Sie zusätzlich den schematischen Aufbau einer Redox-Flow- Batterie.

Wird normal geladen und entladen, aber bietet zudem die Möglichkeit, den flüssigen geladenen Elektrolyten an einer dafür geeigneten Tankstelle auszutauschen. Das wieder Aufladen des flüssigen Elektrolyten erfolgt direkt an der Redox-Flow-Tankstelle. Es kommen 2 Metall-Ionen Elektrolyten zum Einsatz. Werden mit der Hilfe einer protonendurchlässigen Membran, voneinander getrennt und fließen durch poröse Graphitflies Elektroden. Beim Ladungsaustausch wird der Strom erzeugt.

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getrennt und fließen durch poröse Graphitflies Elektroden. Beim Ladungsaustausch wird der Strom erzeugt. 10.04.2013

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Alternative Antriebe_JO

4.15 Geben Sie die Formel für die gespeicherte Energie von

Schwungradspeichern an. Welche Möglichkeiten für die Zu- und Abfuhr der Energie gibt es? Skizzieren Sie je ein Beispiel. Wie hoch sind Energie- und Leistungsdichte von Schwungradspeichern?

Die Zu- und Abfuhr kann mechanisch über Getriebe oder in den meisten Fällen über ein Elektromotor-/Generatorsystem erfolgen.

Die speicherbare Energie ergibt sich zu:

KERS: Hierbei wird die Bremsenergie für den nächsten Beschleunigungsvorgang zwischengespeichert

Flybrid Systems: Soll Energie von 400kJ pro Runde zwischenspeichern und max. 60kW für 6,67 Sekunden pro Runde wieder abgeben

und max. 60kW für 6,67 Sekunden pro Runde wieder abgeben 4.16 Skizzieren Sie einen mechanischen Fahrantrieb

4.16 Skizzieren Sie einen mechanischen Fahrantrieb mit einem

hydropneumatischen Speichersystem. Welche Arten von Druckspeichern werden für Fahrzeuganwendungen eingesetzt? Wie hoch sind Energie- und Leistungsdichte von hydropneumatischen Speichersystemen? In welcher Größenordnung liegt der Speicherwirkungsgrad eines

hydropneumatischen Speichersystems was ist der Haupteinflussfaktor?

Man unterscheidet:

Blasen-

Membran-

Kolbenspeicher

Leistungsdichte von 10 - 2000W/kg

/

Energiedichte von 10 200 Wh/kg

 Membran-  Kolbenspeicher Leistungsdichte von 10 - 2000W/kg / Energiedichte von 10 – 200 Wh/kg

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4.17 Zeichnen Sie in ein Ragone-Diagramm die verschiedenen

elektrischen und mechanischen Energiespeichersysteme ein. Zeichnen Sie zusätzlich zum Vergleich die Energiedichte von Benzin, CNG und Wasserstoff ein.

ein. Zeichnen Sie zusätzlich zum Vergleich die Energiedichte von Benzin, CNG und Wasserstoff ein. 10.04.2013
ein. Zeichnen Sie zusätzlich zum Vergleich die Energiedichte von Benzin, CNG und Wasserstoff ein. 10.04.2013

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Alternative Antriebe_JO

5.1 Beschreiben Sie den Aufbau und die Funktion eines Wankelmotors.

Wozu dient die Innenverzahnung am Kolben? Skizzieren und beschreiben Sie das Gasdichtungssystem am Kolben. Skizzieren Sie Seiten- und Umfangssteuerung des Ladungswechsels und geben Sie die spezifischen Vor- und Nachteile an.

und geben Sie die spezifischen Vor- und Nachteile an. Der Wankelmotor ist ein Kreiskolbenmotor mit Exzentertrieb

Der Wankelmotor ist ein Kreiskolbenmotor mit Exzentertrieb und einem sich in Trochoidenform bewegenden Läufer. Die drei Ecken des Kolbens folgen bei der Drehung stets der Wand des Gehäuses, so dass drei gegeneinander abgeschlossene und um 120° versetzte Arbeitsräume entstehen. In jedem dieser Räume läuft während einer Umdrehung des Kolbens ein ViertaktOttoprozess ab. Nach einer Umdrehung des Kolbens um sich selbst, hat der Motor dreimal den vollständigen Ablauf des Viertaktprozesses und drei Exzenterwellenumdrehungen ausgeführt. Zentrisch im Kolben befinden sich eine Innenverzahnung und die Lagerung auf der Exzenterwelle. Das innenverzahnte Rad läuft auf einem zur Exzenterwelle konzentrischen Zahnrad ab. Die Verzahnung dient nicht zur Kraftübertragung, sondern lediglich zur Bewegungssteuerung des Kolbens. In die Ecken und in die Seitenflächen des Kolbens sind Dichtelemente eingelassen:

Seitenflächen des Kolbens sind Dichtelemente eingelassen: Beim Wankelmotor übernimmt der Kolben die Aufgabe der

Beim Wankelmotor übernimmt der Kolben die Aufgabe der Gassteuerung (bei Rotierung: Freigabe der einzelnen Ein- und Auslassöffnungen)keine Ventile, kleinere Bauraumnedarf, niedrigere Geräuschpegel, höhere realisierbare Drehzahlen gegenüber konventionellen Hubkolbenmotoren

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Alternative Antriebe_JO

Einlass und Auslassöffnungen können sowohl umfangsseitig in der Trochoidenfläche als auch in den Seitenteilen angebracht sein. Bei alten Mazdamodellen auch eine Kombination beider im Einsatz gewesen.

auch eine Kombination beider im Einsatz gewesen.  Umfangsein/auslass (links) Vorteile : konstruktiv

Umfangsein/auslass (links) Vorteile: konstruktiv einfacher, hoher Liefergrad, Hohe Leistung, geringe Strömungswiderstände

Umfangsein/auslass Nachteile: Große Überschneidung (HC Emissionen , NOx Emissionen ), Schiebruckeln, Hohe Geräuschemissionen, Zündprobleme im Leerlauf und Schubbetrieb

Seitenein/auslass (rechts) Vorteile: geringere Abgasrückführung (HC Emissionen , NOx Emissionen ), niedrigere Geräuschemissionen, Ausschieben unverbrannten Verbrennungsgases in den Auslasskanal wird vermieden, keine oder geringe Überschneidung bessere Gemischaufbereitung

Seitenein/auslass (rechts) Nachteile: höhere Strömungswiderstände (Umlenken) höherer thermische Belastung der Auslassöffnung, geringerer Liefergrad, konstruktiv aufwendiger

5.2 Skizzieren Sie den prinzipiellen Aufbau des IAV-Dampfmotors.

Zeichnen Sie in einem T-SDiagramm den Arbeitsprozess des Dampfmotors sowie zum Vergleich den Carnot- und Rankine-Prozess ein. Wie wird erreicht,

dass das Arbeitsvermögen beim IAV-Dampfmotor bei gleicher Maximaltemperatur größer ist, als beim Rankine-Prozess?

Funktionsweise: Kraftstoff-Luft Gemisch versorgt Porenbrenner (unsichtbare Flamme), der Speisewasser erhitzt und über Rohrsysteme in den Dampferzeuger gelangt. Kurz vor OT im Arbeitstakt strömt Dampf über Injektor in den Expansionsraum und treibt Kolben nach unten. Dieser ist im oberen Teil als Rohrwärmetauscher gestaltet, der von einem eigenen Brenner auf konstant hoher Temperatur gehalten wird. Höheres Arbeitsvermögen wird durch die isotherme Prozessführung (3-4) erwirkt

Temperatur gehalten wird. Höheres Arbeitsvermögen wird durch die isotherme Prozessführung (3-4) erwirkt 10.04.2013

10.04.2013

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Alternative Antriebe_JO

24 Alternative – Antriebe_JO 5.3 Beschreiben Sie den Arbeitsablauf des Stirlingmotors – erstellen Sie dafür

5.3 Beschreiben Sie den Arbeitsablauf des Stirlingmotors erstellen Sie

dafür zusätzlich Skizzen. Nennen Sie die wichtigsten Vor- und Nachteile des

Stirlingmotors.

Aufbau: Arbeitsgas nicht durch innere Verbrennung erhitzt. Wärme von außen her durch äußere Verbrennung an das Gas im Motor geleitet! Die Kompression erfolgt bei niedriger und die Expansion bei hoher Temperatur. Dabei wird die Wärmeenergie mittels Wärmetauscher auf das Arbeitsmedium von außen eingebracht. Funktion:

1. Arbeitsgaswird durch Wärmezufuhr erhitzt und dehnt sich aus Arbeit. Verdrängerkolben: 90° phasenverschoben!

2. Verdrängerkolben schieb Gas vom heißen in den kalten Bereich Abkühlung. Beim Durchströmen gibt es Wärme ab Druck sinkt. Kaum Bewegung beim Arbeitskolben

3. Arbeitskolben bewegt sich wieder in OT

4. Der Verdrängerkolben bewegt sich nach unten, wodurch das Gas aus dem kühlen in den heißen Bereich verschoben wird und aus dem Regenerator Wärme aufnimmt.

Vorteile:

Extreme Vielstofffähigkeit durch beliebig nutzbare Wärmequellen

Generell niedrige Schadstoffemissionen durch Optimierung auf kontinuierliche Verbrennung

Guter Wirkungsgrad auch in der Teillast

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Alternative Antriebe_JO

Günstige Drehmomentcharakteristik

Nachteile:

Ansprechverhalten ist stark durch die notwendige Wärmeleitung verzögert

Lastregelung ist schwierig

Großer Bauraum wegen geringer Leistungsdichte

 Großer Bauraum wegen geringer Leistungsdichte 5.4 Zeichnen Sie schematisch einen offenen

5.4 Zeichnen Sie schematisch einen offenen Gasturbinenprozess mit

Wärmetauscher. Erstellen Sie dafür ein T-S-Diagramm. Wovon ist der thermische Wirkungsgrad des idealisierten offenen Gasturbinenkreisprozesses abhängig? Nennen Sie die wichtigsten Verluste von Gasturbinen.

Nennen Sie die wichtigsten Verluste von Gasturbinen. Der thermische Wirkungsgrad, sowie auch die Nutzarbeit oder

Der thermische Wirkungsgrad, sowie auch die Nutzarbeit oder auch Arbeitsvermögen genannt, hängen, wie auch schon aus dem T-s-Diagramm ersichtlich, von der Turbineneintrittstemperatur T3

aber auch vom Druckverhältnis

Verdichtung und Expansion verlaufen mit Reibungs- und Strömungsverlusten und daher mit Entropiezunahme und -verlusten

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Alternative Antriebe_JO

Die Wärmeaufnahme in der Brennkammer ist nicht rein isobar, sondern mit geringen Druckverlusten

mechanische Verluste - besonders in den Lagern - und benötigte Energien für Hilfsantriebe

Druckverluste im Zulauf und in der Abgasleitung durch Luftfilter, Schalldämpfer und Ansaugleitungen

Leckagen an den Dichtungen sowie bei höheren Temperaturen für Kühlzwecke abgezweigte Luftströme

Verluste durch unvollständige Verbrennung des Kraftstoffs

5.5 Welche Bauarten von Elektromotoren kommen für Hybridfahrzeuge

in Frage? Nennen Sie die Vor- und Nachteile der einzelnen Bauarten. Zeichnen Sie ein M/n-Betriebsdiagramm und beschreiben Sie die einzelnen Bereiche.

Gleichstrommotoren:

o Vorteile: gutes Anlaufverhalten und Regelbarkeit, bürstenlose Ausführung im Idealfall wartungsfrei

o Nachteile: hohe Kosten, geringer Wirkungsgrad, hoher Wartungsaufwand bei Standartausführung Drehstrommotoren:

Asynchronmaschine:

Drehstrommotoren :  Asynchronmaschine: o Vorteile: Kein Kommutator und keine Bürsten o

o

Vorteile: Kein Kommutator und keine Bürsten

o

Nachteile: erzeugen an einem Frequenzumformer Oberschwingungen, die auf das Netz zurückwirken

Synchronmaschine:

o

Vorteile:

Kopplung der

Drehzahl und

der Winkellage

an die

o Vorteile: Kopplung der Drehzahl und der Winkellage an die o Betriebsfrequenz, Stabile Drehzahl. Kleiner, kompakter

o

Betriebsfrequenz, Stabile Drehzahl. Kleiner, kompakter und effizienter als AsM,

Nachteile: unerwünschte Drehschwingungen des Läufers, Schwieriger Selbstanlauf am Drehstromnetz

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Alternative Antriebe_JO

5.6 Zeichnen Sie beispielhaft das Bordnetz eines EV- oder HEV-

Fahrzeuges mit den wichtigsten Hauptbestandteilen auf. (Hochvolt- und Niedervolt-Bordnetz) Skizzieren Sie zusätzlich die Umrichter- Brückentopologie für einen 3-phasigen Wechselstrommotor. (Prinzipdarstellung der Leistungselektronik) Welche Halbleiter werden in der Regel eingesetzt?

Welche Halbleiter werden in der Regel eingesetzt? Eingesetzte Halbleiter:  bipolare Transistoren 

Eingesetzte Halbleiter:

bipolare Transistoren

Feldeffekt-Transistoren

IGBTs (Insulated Gate Bipolar Transistoren)

5.7 Skizzieren Sie den Aufbau und Beschreiben Sie die Funktion einer

Brennstoffzelle. Nennen Sie die verschiedenen Arten von Brennstoffzellen Welche wird in erster Linie für Fahrzeuganwendungen eingesetzt? Zeichnen

Sie ein vereinfachtes Schema eines Brennstoffzellensystems mit den wesentlichen Komponenten.

In einer Brennstoffzelle wird ein Brennstoff wie Wasserstoff mit Luftsauerstoff unter direkter Erzeugung von elektrischer Energie oxidiert. Die Anode (-) steht dabei mit dem Brennstoff in Kontakt (Wasserstoff), während der Kathode (+) ein Oxidationsmittel zugeführt wird (Luftsauerstoff). Verbindet man nun die Elektroden über einen externen Verbraucher, wie einen E-Motor, so geben die Wasserstoffmoleküle Elektronen ab, die unter Arbeitsleistung durch den Verbraucher zur Kathode fließen. Arten:

durch den Verbraucher zur Kathode fließen. Arten :  PEM Brennstoffzelle (Polymer- Elektrolytmembran) 

PEM Brennstoffzelle (Polymer- Elektrolytmembran) Aussichtsreichste!

AFC: Alkaline Fuell Cell (wässrige Kalilauge)

PAFC: Phosphoric Acid Fuel Cell (Phosphorsäure)

MCFC: Molten Carbonite (geschmolzene Karbonate)

SOFC: Solid Oxide Fuell Cell (Festes Zirkonoxyd)

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Alternative Antriebe_JO

28 Alternative – Antriebe_JO 5.8 Skizzieren und beschreiben Sie einen hydrostatischen Fahrantrieb. Welche Pumpen

5.8 Skizzieren und beschreiben Sie einen hydrostatischen Fahrantrieb. Welche Pumpen bzw. Hydromotoren kommen dabei zum Einsatz? Beschreiben Sie die Funktion. Wie kann ein hydrostatischer Fahrantrieb zu einem Hybridantriebssystem erweitert werden?

Fahrantrieb zu einem Hybridantriebssystem erweitert werden? Besitzen einen geschlossenen Ölkreislauf zwischen der von

Besitzen einen geschlossenen Ölkreislauf zwischen der von der Verbrennungskraftmaschine angetriebenen Pumpe und dem achsantreibenden Hydromotor. Im Vergleich zu einem mechanischen Getriebe liegen die Vorteile eines hydrostatischen Antriebs (hydrostatisches Getriebe)

aufgelöste Bauweise

der stufenlosen Drehmoment-/Drehzahlwandlung bzw. Fahrgeschwindigkeitsänderung

großer Wandlungsbereich Verwendete Pumpen- bzw. Hydromotoren:

Axialkolbenmaschinen in Schrägscheiben-

oder Schrägachsenbauart

Funktion:

Durch oszillierende Bewegung der Kolben werden Zylinder gefüllt, bzw. entleert. Die Hubbewegung der Kolben wird bei der Schrägscheibenmaschine durch die nicht umlaufende Schrägscheibe bei Drehung des Zylinderblocks (Kolbentrommel) erzeugt. An- und Abtrieb erfolgt über eine Triebwelle (mit Zylinderblock verbunden) Durch stufenloses Ändern des Ölflusses zwischen Pumpe und

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Alternative Antriebe_JO

Hydromotor lässt sich die Übersetzung stufenlos einstellen. Durch Druck bzw. Sogwirkung auf die einzelnen Kolben beginnt sich das Drehteil und damit die Welle des Motors zu drehen.

Drehzahl abhängig vom zugeführten Volumenstrom

Maximales Moment wird durch den Druck der Hydraulikflüssigkeit bestimmt

Wirkweise der Schrägachsenmaschine ist ähnlich, nur das Drehmoment über die Triebscheibe übertragen wird, die mit Zylinderblock mit gleichen Winkelgeschwindigkeit drehen. Erweiterungsmöglichkeit:

Hydraulik-Hybridantriebssystem, welches die gleiche Grundstruktur wie ein serieller elektrischer Hybridantriebsstrang besitzt. (4 Radmotoren mit verstellbarem Antriebsverhältnis ermöglichen Allrad mit Energierückgewinnung)

5.9 Nennen Sie die verschiedenen Klassifizierungen von Hybridsystemen und geben Sie die jeweils spezifischen Charakterisierungen an. (Aufbau Antriebsstrang, Funktionen, Spannungs- und elektr. Leistungsniveau sowie Verbrauchseinsparungspotential) Nennen Sie jeweils ein ausgeführtes Fahrzeugbeispiel.

Micro-Hybrid: Sobald man vom Gas geht oder bremst wird

 Micro-Hybrid : Sobald man vom Gas geht oder bremst wird Bewegungsenergie zurückgewonnen und in die

Bewegungsenergie zurückgewonnen und in die Batterie eingespeist. Konventioneller Anlasser wird lediglich von Riemenstarter-/ Generator ersetzt.

o

Start Stopp Automatik

o

es kann zusätzlich Verzögerungsenergie rekuperiert werden

o

Verbrauchseinsparung von 3% (Brake Energy Regeneration von BMW)

o

Saturn Vue Greenline Hybrid (Skizze rechts)

o

Leistungsniveau: 2 3 kW

o

Spannungsniveau: 12 42V

o

Verbrauchseinsparung: 5 10%

Mild-Hybrid: E-Maschine sitzt i.A. auf der Kurbelwelle zwischen Motor und Getriebe (meist KSG Anordnung: KW- Starter-Generator).

o

Start Stopp-Automatik und Rekuperation

o

Boost Funktion

o

Mercedes S400 Hybrid / Citroen C4 HDi Hybrid

o

Leistungsniveau: 10 15kw

o

Spannungsniveau: 42 150V + 12V Bordnetz

o

Verbrauchseinsparung: 10 20%

Full-Hybrid: Wahlweise rein elektrisch oder per Verbrennungsmotor oder kombiniert betreibbar.

o

Modifikationen zum Mild Hybrid (zusätzliche Kupplung, E-Maschinen,…)

o

Toyota Prius

o

Leistungsniveau: >> 15kW

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(zusätzliche Kupplung, E- Maschinen,…) o Toyota Prius o Leistungsniveau : >> 15kW 10.04.2013
(zusätzliche Kupplung, E- Maschinen,…) o Toyota Prius o Leistungsniveau : >> 15kW 10.04.2013

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Alternative Antriebe_JO

o

Spannungsniveau: >> 100V + 12V Bordnetz

o

Verbrauchseinsparung: > 20%

Plug-In-Hybrid: „Steckdosenhybrid“ genannt ist ein KFZ mit Hybridantrieb, dass zusätzlich extern über das Stromnetz geladen werden kann größere Batterie als reiner Hybrid und stellt somit eine Mischform zwischen diesem und einem reinen E-Auto dar.

o

Mischform zwischen diesem und einem reinen E-Auto dar. o Beispiel : Range-Extender (zweiter Antrieb:

Beispiel: Range-Extender (zweiter Antrieb: Reichweitenvergrößerer oder wenn Batterie leer)- Modul mit Wankelmotor, Generator, Tank, Kraftstoff- und Abgassystem von AVL oder Renault Kangoo Cleanova II 60kW E-Motor und 40kW Verbrennungsmotor.

Leistungsniveau: >> 15kW

Spannungsniveau: >> 100V + 12V Bordnetz Verbrauchseinsparung: CO2 Bilanz kann gut ausfallen, in Abhängigkeit der Stromerzeugung (regenerativ, atomar,…) sehr unterschiedlich!

o

o

5.10 Wodurch sind serielle, parallele und Split-Hybride gekennzeichnet?

Zeichnen Sie schematisch jeweils ein Beispiel. Was bedeutet Drehzahl-,

Momenten- und Zugkraftaddition?

Serieller Hybrid: besteht aus einem Verbrennungsmotor, der mit einem Generator gekoppelt ist sowie einer Elektromaschine zum Antrieb der Räder. Es besteht keine mechanische Verbindung zwischen Verbrennungsmotor und der Antriebsachse

Paralleler Hybrid: direkter, mechanischer Durchtrieb vom Verbrennungsmotor bis zum Rad möglich ist. Der elektrische Zweig ist sozusagen „parallel“ und kann nach Belieben zu oder abgeschaltet werden (idealerweise sind beide abkuppelbar).

abgeschaltet werden (idealerweise sind beide abkuppelbar).  Split Hybrid : Es wird hierbei die zu übertragende

Split Hybrid: Es wird hierbei die zu übertragende mechanische Leistung in einen mechanischen und einen elektrischen Pfad aufgeteilt. Leistungsverzweigte Getriebe bieten die Möglichkeit, den Aufwand an mechanischen Getriebekomponenten bei gleichen Fahrleistungen des Fahrzeugs im Vergleich zu Automatik- und automatisierten Schaltgetrieben zu verringern

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Fahrleistungen des Fahrzeugs im Vergleich zu Automatik- und automatisierten Schaltgetrieben zu verringern 10.04.2013
Fahrleistungen des Fahrzeugs im Vergleich zu Automatik- und automatisierten Schaltgetrieben zu verringern 10.04.2013

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Alternative Antriebe_JO

Drehzahladdition: Bei der Drehzahladdition werden die Leistungen der Energiewandler mittels eines Planetengetriebes zusammengeführt, wobei Momentenverhältnis starr durch die Übersetzung des Getriebes vorgegeben ist. Die Drehzahlen der Antriebssysteme können frei gewählt werden.

Momentenaddition: Bei der Momentenaddition lässt sich das Verhältnis der Drehmomente der beiden Energiewandler frei variieren, während die Drehzahlen in starrem Verhältnis zueinander stehen.

Zugkraftaddition: Bei einem Hybrid mit Zugkraftaddition handelt es sich im physikalischen Sinne ebenfalls um eine Momentenaddition, wobei die beiden Energiewandler auf unterschiedliche Achsen des Fahrzeugs wirken (z.B. elektrischer Antrieb auf Vorderachse, Verbrennungsmotor auf Hinterachse).

5.11 Beschreiben Sie den Aufbau und die möglichen Funktionen eines

Micro Hybrid Systems. Wie wird die Batterieladung überwacht? Welche Möglichkeiten von Bordnetz- Stützkonzepten gibt es? Skizzieren Sie ein Beispiel.

Eine Laderegelung sorgt stets dafür, dass die Batterie immer aufnahmefähig ist, wenn Strom umsonst erzeugt werden kann. Intelligenter Batteriesensor wacht darüber, dass auch für sicherheitsrelevante Funktionen immer genügend Energie bereit steht, verhindert auch eine Überbeanspruchung der Stromversorgung und ein komplettes Entladen der Batterie. Bordnetz - Stützkonzepte:

DC/DC-Wandler

Superkondensatoren

Stützbatterie

DC/DC-Wandler  Superkondensatoren  Stützbatterie Hierbei wird während des Starvorganges der Stromkreis mit
DC/DC-Wandler  Superkondensatoren  Stützbatterie Hierbei wird während des Starvorganges der Stromkreis mit

Hierbei wird während des Starvorganges der Stromkreis mit Starter/Generator und Startbatterie über ein Entkoppelungsrelais vom restlichen Bordnetz abgetrennt und dieses von der Stützbatterie versorgt.

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Alternative Antriebe_JO

5.12 Beschreiben Sie den Aufbau und die möglichen Funktionen eines

Plug-in-Hybrid Fahrzeuges. Zeichnen Sie beispielhaft den elektrischen Aufbau (Schema) eines Plug-In Hybridfahrzeuges. Welchen Einfluss hat die Stromerzeugung auf die Gesamt-CO2-Bilanz von elektrisch betriebenen Fahrzeugen? Zeichnen Sie beispielhaft die länderspezifische gesamt Gesamt-CO2-Bilanz (Well to Wheel Betrachtung) von Elektrofahrzeugen in Abhängigkeit vom Strommix.

Batterie kann zusätzlich über das Stromnetz extern geladen werden (meist größere Batterie). Benötigt bei höheren Geschwindigkeiten oder beim Beschleunigen den Range Extender (beliebige VKM). Leistungsfähigkeit durch die Speicherkapazität der Batterie begrenzt. PHEV verbinden die Vorteile von Batteriefahrzeugen und Benzinfahrzeugen.

die Vorteile von Batteriefahrzeugen und Benzinfahrzeugen. 6.1 Was sind Flexible Fuel Vehicles (FFVs)? Welche
die Vorteile von Batteriefahrzeugen und Benzinfahrzeugen. 6.1 Was sind Flexible Fuel Vehicles (FFVs)? Welche

6.1 Was sind Flexible Fuel Vehicles (FFVs)? Welche Fahrzeuganpassungen sind im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen notwendig? Beschreiben Sie die Möglichkeiten zur Bestimmung der Kraftstoffzusammensetzung im Tank. In welchen Kennfeldbereichen muss der Zündwinkel geändert werden und warum? Durch welche Effekte wird in dem Zusammenhang Leistung und Drehmoment des Motors gesteigert?

FFV: Sind Fahrzeuge, die mit dem Kraftstoff SuperEthanol E85, einem Treibstoffgemisch aus bis zu 85% Bioethanol und Superbenzin, betrieben werden können.

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Benötigt Sensorik, mit der das jeweilige Mischungsverhältnis Bioethanol-Superbenzin im Fahrzeug bestimmt werden kann. Die Fahrzeugelektronik stellt die Motorsteuerung danach auf die optimalen Werte ein. Es kann beispielsweise ein sogenannter FlexFuel-Sensor im Kraftstoffsystem (zwischen Kraftstofftank und Einspritzleiste) eingebaut werden. Dieser verwendet zur Detektion die unterschiedlichen Dielektrizitätskonstanten und elektrische Leitfähigkeit von Alkoholen gegenüber Benzin. (auch andere Möglichkeiten verwendet) Fahrzeuganpassungen:

Essentiell ist die richtige Materialwahl bzw. Beschichtung bei kraftstoffführenden Komponenten wie Tank, Pumpe, Filter, Injektoren und den Leitungen, da Ethanol Wasser, Salze und Säuren bindet und zu Korrosion führt.

Wasser, Salze und Säuren bindet und zu Korrosion führt. Spezifisch: z.B. anderes Motoröl, Batterie mit höherer

Spezifisch: z.B. anderes Motoröl, Batterie mit höherer Kapazität notwendig, KAT muss näher am Krümmer platziert sein,… Effekt:

Durch die Beimischung von Ethanol in Benzinkraftstoffe lassen sich Leistung und Drehmoment des Motors steigern. Zündwinkel:

Bei hohen Lasten wird die Zündung Richtung früh gestellt, wobei dadurch nicht das ganze Potenzial erschlossen werden kann, denn maximal zulässige Spitzendrücke verhindern dies. Bei hohen Drehzahlen setzt die thermische Belastung der Zündkerze ein Limit.

6.2 Welche Vor- und Nachteile ergeben sich bei CNG betriebenen Fahrzeugen im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen mit Benzinmotoren? Welche Besonderheiten ergeben sich in Bezug auf das Abgasnachbehandlungssystem und die Ventilsitzringe? Wie hoch liegen typischer Weise der Gastankdruck sowie der Systemdruck (Einblasedruck) und welche Gasmengen werden mitgeführt?

Vorteile:

 
 

o

Reduzierung der CO2 Emissionen

o

Optimale Gemischbildung bei allen Temperaturen

o

Geringere NOx Emissionen durch langsamere Verbrennung (Geräusch)

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o Weite Zündgrenzen von Erdgas-Luft-Gemisch

Nachteile:

o

Verringerte Spitzenleistung/Drehmoment (bei Saugern -15%)

o

Geringere Speicherdichte, aufwendiger Speichertank

o

HC-Emission von Erdgasfahrzeugen ist CH4

o

Keine ausreichende Normung als Kraftstoff (Zusammensetzung kann örtlich und zeitlich stark schwanken)

Ventilsitzringe: aus einem deutlich verschleißfesteren Sitzringwerkstoff, da bei gasförmigen Kraftstoffen die kühlende Kraftstoffverdampfung fehlt! Auslassseitig fehlen durch die saubere Verbrennung die im Benzinbetrieb auftretenden schützenden Ablagerungen auf den Ventilen und Sitzringen! Höhere Brennraumtemperaturen, hohe Tribooxidation

Abgase: CO2 Belastung niedriger und Emissionsstandards leichter zu erfüllen, aber speziell ausgelegtes Nachbehandlungssystem, auch den Methanemissionen gerecht zu werden

Gastankdruck: 200bar

Systemdruck (Einblasdruck): 8,3bar

Mitgeführte Gasmenge: Mercedes Benz B170 NGT: 3 Flaschen mit gesamt 12 kg + 2 Flaschen mit gesamt 4 kg im Sandwitchboden = 16 kg (101l) / Passat: 21 kg (130l

6.3 Beschreiben Sie das Antriebskonzept des Audi A1 e-tron. Beschreiben sie die verbauten Komponenten: Verbrennungsmotor, E- Maschinen, Batterie. Welche Besonderheit weist das Bremssystem sowie das Fahrzeugheiz/Klimasystem auf?

Ist ein „Elektrofahrzeug mit Range Extender“! Fährt ausschließlich mit E-Motor. Zuhause aufladbar (Reicht 50km), Wankel Verbrennung dient lediglich dazu, Batterien in Einzelfällen nachzuladen (Reichweite auf 250km) Kraftstoffverbrauch von 1,9 l/100 km, das entspricht einer CO2-Emission von 45 g/km.

Verbaute Komponenten:

o

Synchronmotor

o

Einstufiges am E-Motor angeflanschtes Getriebe

o

Lithium Ionen Akku

o

Wankel Range Extender

Bremssystem:

Am Lenkrad von 0-5 Stufen die Rekuperation beim Bremsvorgang einsetellbar E-Maschine kann die Verzögerungsenergie in Strom umwandeln (deckt im Stadtbetrieb ein Drittel der benötigten Energie ab): Generatorprinzip. Beginnt, sobald Fahrer vom Gas geht.

Heiz-, Klimasystem:

Kältemittelverdichter der KA wird durch einen Hochvolt E-Motor und abhängig vom aktuellen leistungsbedarf angetrieben erhöht Systemeffizienz. Dank einer speziellen Schaltung fungiert der Klimakreislauf zugleich als Wärmepumpe, die den Innenraum und die Batterie temperiert.

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6.4 Skizzieren Sie das Schema aller wesentlichen Antriebskomponenten (elektrisch und mechanisch) des Mitsubishi i-MiEV. Beschreiben Sie die Batterie und den elektrischen Fahrmotor. Welche Lademöglichkeiten besitzt das Fahrzeug und welche ungefähren Ladedauern ergeben sich damit? Erläutern Sie die Wirkungsgrade der verschiedenen Komponenten. Wie wirken sich die Umgebungstemperatureinflüsse auf die Reichweite des Fahrzeuges aus?

Fahrmotor: Anlaufverhalten des permanentmagnetischen Synchronmotors: sehr hohes Anfahrmoment (180Nm), das ab 2000U/min abnimmt. Ab 4000U/min vergleichbar mit 1,1l Benziner. Batterie: Lithium Ionen Pack mit 88 Zellen (330V & 16kWh)

: Lithium Ionen Pack mit 88 Zellen (330V & 16kWh)  Lademöglichkeit: o Heimladesystem (6 Stunden

Lademöglichkeit:

o

Heimladesystem (6 Stunden bei 16Ampere/230Volt)

o

Schnellladen: 50kW Gleichstromladestation (80% in 30min)

Wirkungsgrade:

Gleichstromladestation (80% in 30min)  Wirkungsgrade:  Reichweite: o Energiebedarf der Klimaanlage ist

Reichweite:

o

Energiebedarf der Klimaanlage ist deutlich geringer als jener der Heizung

o

Bei 20°C und (Innen 22C°) & 30km/h, Reichweite über 180 km

o

Mit zunehmender Geschwindigkeit sinkt Einfluss der Heizung/Klima

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6.5 Beschreiben Sie das Antriebskonzept und die Antriebsstrangkomponenten mit Hauptdaten des Audi Q5 hybrid quattro. Beschreiben Sie das Kühlkonzept der Hybridkomponenten. Welche Nebenaggregate wurden elektrifiziert?

Ist ein Parallelvollhybrid, mit

modernen Li-Ionen-Akku,

2.0 TFSI (doppelt aufgeladener Benziner) mit 155kW und ein

E-Motor mit 40kW (210Nm) Systemleistung: 180kW und Systemdrehmoment: 480Nm.

In 7,1sec von 0-100 km/h und 225 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Bei konstant 60km/h: bis zu 3 km rein elektrisch (100km/h Spitze rein elektrisch).

Verbrauch: 6,9l /100 km

Kann rekuperieren und boosten Antriebsstrangkomponenten:

E-Klimakompressor

Leistungselektronik

Hochvolt Leitungen

Hochvolt Batteriemodul

Batterie Kühlmodul

Kühlmittelleitungen

Kühlung der Hybridkomponenten:

Wasserkühlung für E-Motor, Hochvolt Batteriemodul und für die Leistungselektronik (eigener Niedertemperatur Kreislauf)

Akku mit 2-Wege Luftkühlung im geeigneten Temperaturfenster gehalten

o Erster Kreislauf nutzt temperierte Luft aus Innenraum

o Zweiter Kreislauf ist an die Klimaanalage gekoppelt (für höhere Temperaturen) Elektrifizierte Nebenaggregate:

Kompressor der Klimaanlage

Servolenkung

Bremskraftverstärker nutzt zusätzlich eine elektrische Vakuumpumpe

6.6 Beschrieben Sie in groben Zügen die Entwicklungsschritte in Bezug auf Brennstoffzellen, Tanksystem und Reichweite der Daimler NeCar Fahrzeuge. Aus welchen Hauptkomponenten besteht der Antriebsstrang eines modernen BZ-Fahrzeuges wie beispielsweise der F-Cell A-Klasse (inkl. Hauptdaten)?

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