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Faust 1

Besprechung der einzelnen Szenen:

Der Tragödie erster Teil

Zueignung
INHALT:
Die Szene ist eine Widmung an die Leser, bzw. den Leuten, die der Aufführung beiwohnen.
In der 1. Strophe überlegt Goethe, ob er den Fauststoff wieder aufnehmen soll:
Zeile 1: Schwankende Gestalten drängen sich zu, die Gedanken sind noch nicht gefestigt. Goethe
will den Fauststoff wieder aufnehmen.
Zeile 2: Schon früher hat sich Goethe mit dem Fauststoff beschäftigt, er verfasste in der Sturm -und
Drang - Zeit (1771 - 1775) das Werk "Urfaust", doch ist Goethes "Blick" in seiner Jugendzeit noch
trübe gewesen.
Bemerkung: in den ersten zwei Versen stellt Goethe etwas fest, in den nächsten zwei stellt er
Fragen.
In der 2. Strophe erinnert sich der Dichter an Bilder seiner Jugendzeit, die einerseits froh, aber
andererseits auch schmerzlich war. Goethe denkt an schöne Erlebnisse und an gute Menschen, die
schon gestorben sind
Zeile 10: Mit "liebe Schatten" sind die Toten, ist die Unterwelt gemeint.
Zeile 12: An dieser Stelle denkt Goethe vielleicht auch an Frederike Brion und das Straßburger Jahr.

3. Strophe: Viele Menschen, die den Urfaust gelesen haben, können den "neuen Faust" nicht mehr
kennenlernen, weil sie entweder tot oder in alle Winde zerstreut sind. Er spürt aber die Anteilnahme
seiner Freunde (Zeile 19, 20). Goethe schreibt sein Werk für Unbekannte - und fürchtet sich davor
(Zeile 21, 22).
4. Strophe: Der Dichter sehnt sich danach, das Stück zu schreiben.
Zeile 26: Mit "Geisterreich" sind die Geister, die in dem Drama vorkommen, gemeint (Feuergeist,
Erdgeist, Erzengel, Geist des Mikro -und Makrokosmos, Mephisto, Hexe).
Zeile 27: Der Text ist noch nicht festgelegt ("unbestimmte Töne"), Goethe fühlt sich aber
aufnahmebereit.
Zeile 31: Die Wirklichkeit geht für Gothe unter, er besinnt sich mehr auf die Faustwelt.
Vorspiel auf dem Theater
INHALT:
Der Direktor, der Dichter und der Schauspieler (die lustige Person) sprechen in dramatischer
Wechselrede über das Stück, das aufgeführt werden soll, wobei jeder Verschiedenes von der
Aufführung erwartet. Der Schauspieler (Komiker) will vor allem ein unterhaltsames, lustiges Stück.
Es sollen Szenen vorkommen, in denen er mit Mimik, Gestik, Körpersprache und Gesang wirken
kann. Der Direktor hat vor allem das Geld im Auge, das die Aufführung einbringen soll. Der
Dichter fühlt sich unverstanden. Ihm sind die Gedanken und Ideen des Dramas wichtig. Das Stück
soll immer gültig sein und den Menschen helfen, ihr Leben besser zu meistern.

Goethe gibt allen drei Personen Recht. Erfolg kann das Stück nur haben, wenn es gut gespielt ist
und dem Volk etwas für das Leben mitgibt.
Zeile 39: Goethe denkt an die Wanderbühnen.
Zeile 131/32: Es ist schwer, es allen Menschen recht zu machen.
Zeile 167: Ein Dichter soll seinen Stoff aus dem wahren Leben greifen, damit er den Menschen
zeigen kann, wie sie ihr Leben meistern sollen.
Zeile 174 - 179: Wir gelangen durch die Dichtung zur Selbsterkenntnis.
Zeile 212/13: Der Schauspieler schätzt an den Kindern, dass sie für Neues offen sind, die Wahrheit
sagen und sich an vielem erfreuen können. Wir sollten im Alter das Kindliche (einfaches Gemüt,
das sich an Kleinigkeiten freut) wiederfinden.
Zeile 232 - 238: Am Einsatz von bühnenwirksamen Elementen soll nicht gespart werden. Alles, was
im Requisitenlager vorhanden ist, soll verwendet werden.
Zeile 242: Übergang zur Fausthandlung.
Prolog im Himmel
INHALT:
Gott der Herr, dem Fausts Streben gefällt, gestattet Mephistopheles Faust zu versuchen, wobei er
aber weiß, dass der Teufel sein Ziel nicht erreichen wird. (Vorbereitung auf den versöhnenden
Ausgang)
Zeile 244: Raphael weist auf die Harmonie, den Einklang in der Schöpfung und den Kosmos hin.
280 - 282: Mephisto sieht nur das Leid der Menschen, die aus ihren Fehlern, die sie immer wieder
machen, nicht lernen.
Zeile 281: Mit dem "kleinen Gott" ist der Mensch gemeint, weil dieser alles wissen will.
Zeile 285/86: Mephisto meint, dass der Mensch besser ohne Vernunft leben würde, weil er sie
sowieso nicht einsetzt.
Zeile 300 u.f.: Mephisto charakterisiert Faust, indem er sagt, dass dieser die gesamte Schöpfung
erkennen will, aber andererseits auf Lust, Freude, Liebe und Glück auf der Erde finden möchte.
Eins wird durch das andere unmöglich (- zwei Seelen wohnen in Faust Brust).
Das Titanische in Fausts Charakter trifft Mephisto hier richtig, er zieht jedoch falsche Forderungen
daraus.
313 u.f.: Mephisto braucht die Erlaubnis des Herrn, Faust auf der Erde zu verführen. Daraus erkennt
der Leser, dass der Teufel auch nur ein Knecht des Herrn ist, in seine Schöpfung integriert ist und
eine Aufgabe im Leben hat (Zeile 342): der Mensch soll sich zum Guten oder zum Bösen
entscheiden.
Zeile 324: Mephisto soll versuchen, Faust vom Glauben (Urquell = Gott, Schöpfung) abzubringen.
DER TRAGÖDIE ERSTER TEIL

Nacht
INHALT:
Faust hat alle Wissenschaften durchforscht, doch keine hat ihm die wahre Erkenntnis vermittelt,
was die Welt in seinem Innersten zusammenhält oder ihm Aufschluss über den Sinn des Seins
gegeben. Deshalb beschwört er den Erdgeist, der ihn verspottet und in seine Grenzen zurückweist.
Lerneifrig tritt Fausts Famulus Wagner dazwischen, der vorgibt, in der Nacht etwas lernen zu
wollen und zufällig Stimmen in Fausts Zimmer gehört habe.
Nachdem Faust erkannt hat, dass er mit Hilfe seiner Bücher nie Allwissenheit erlangen wird, will er
sich aus Verzweiflung und um eine letzte Erfahrung zu machen mit einer Phiole Gift töten. Durch
die Osterglocken, die Faust an glückliche Kindheitstage erinnern, wird er jedoch von einem
Selbstmord abgehalten.
Zeile 398: Faust sitzt Tag und Nacht über seinen Büchern im Studierzimmer. Er fühlt sich wie in
einem Kerker, weil er keine Verbindung zur Natur und auch zu fast keinem Menschen hat.
Zeile 481: Für den Gewinn an Erkenntnis, wäre das Leben für Faust kein zu hoher Preis .
Zeile 485: Faust kann den Geist beschwören, ist aber sehr erschrocken darüber und der
überirdischen Gestalt nicht ebenbürtig.
Zeile 499 u.f.: Faust fühlt sich dem Erdgeist nahe, er kann aber die Grunderkenntnis nicht begreifen
- dies geht über sein menschliches Vermögen hinaus.
Wagner, Fausts Assistent und Nachfolger, macht ihm deutlich, in welcher menschl. Welt Faust zu
leben hat.
Zeile 531 u.f.: Wagner geht nicht auf Faust ein. Er hört dem Reden des Lehrers nicht zu, weicht aus.

Zeile 539 u. f.: Wagner richtet sich nach den Meinungen anderer, um großartige Reden schwingen
zu können und die Aussagen anderer als seine eigenen auszugeben, ohne selbst nachdenken zu
müssen. Hauptsache für ihn ist die Weise, wie man einen Vortrag vorbringt, nicht der Inhalt einer
Rede, den Faust für wichtig hält.
Zeile 558: Wagner lässt den Gedanken Fausts links liegen und bedauert, dass ein Mensch nicht alles
schaffen kann.
Zeile 575 u.f.: Faust weißt darauf hin, dass wir in der Vergangenheit vielfach nur von unserem
heutigem Standpunkt sehen. Wir sollten uns öfters in die Lage der Leute früher hineinversetzen.
Zeile 590 - 593: Die Menschen, die anderen wichtige Erkenntnisse mitteilen wollten, sind oftmals
umgebracht worden.
Zeile 600/61: Ein weiterer Unterschied Wagners zu Faust ist der, dass Faust nie sagen würde, dass
er sehr viel weiß. Obwohl Wagner im Gegensatz zu seinem Lehrer nur wenig Wissen besitzt, rühmt
er sich dessen. Sogar der altgriechische Philosoph Sokrates sagte: "Ich weiß, dass ich nichts weiß".
Als Schüler sollte Wagner viel mehr Fragen stellen; denn derjenige, der fragt, kommt immer wieder
zu neuen Erkenntnissen.
Zeile 704/05: Der Tod bedeutet für Faust das Erlangen von weiterem Wissen. Ein neuer Abschnitt,
ein neues Leben soll ihm dazu verhelfen, sein Streben auf eine andere Weise fortzusetzen.
Zeile 762 - 768: Faust weiß, was sich in der Kirche zuträgt - er ist ein Christ und hat Theologie
studiert.
Zeile 781: Die Erinnerung an seine Jugendzeit hält ihn vor dem letzten Schritt zum Selbstmord
zurück.

Vor dem Tor

INHALT:
Aus der Isolierung des Studierzimmers kommt Faust in die frühlingshafte Natur, das Volk ist bester
Laune, weil das Winterende gekommen ist. Faust erzählt Wagner über seinen Vater und auch über
die zwei Seelen, die in seiner Brust wohnen und sich nicht miteinander verbinden lassen. Auf der
einen Seite wünscht sich Faust nämlich, Liebe und Lust zu erfahren, aber auf der anderen ist ihm
das Streben nach Allwissenheit wichtig.
Ein seltsamer schwarzer Pudel schließt sich Faust und Wagner an und folgt ihnen.
Zeile 860 u.f.: Bild des Spießbürgers - rührt für andere Menschen keinen Finger.
Zeile 1113: Selbstcharakteristik Fausts:
er möchte einerseits genauso ein Mensch des einfachen Volkes sein, andererseits aber auch Wissen
erlangen. Beides kann er aber nicht haben.
Zeile 1170: Faust findet in der Natur Zufriedenheit.

Studierzimmer

INHALT:
Ein zufriedener, ausgeglichener Faust kehrt in seine Stube zurück. Durch die Natur zur
Menschenliebe und durch die Menschen zu Gott gefunden, beginnt er den Anfang des
Johannesevangeliums zu übersetzten, wobei ihn das Heulen und Bellen des Pudels stört. Von Faust
mit Zaubersprüchen magisch bedrängt, wird der Pudel in einer Gestaltenverwandlung zu
Mephistopheles in der Verkleidung eines fahrenden Schülers, der sich Faust als "ein Teil von jener
Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft" und als "Geist, der stets verneint". Faust
schlägt dem Teufel einen Pakt vor, doch dieser will noch nicht darauf eingehen. Durch ein
Pentagramma an Fausts Türschwelle daran gehindert, ohne die Erlaubnis Fausts aus dem Zimmer
zu gehen, schläfert Mephisto Faust ein, befreit sich von seinem magischen Bann und verschwindet.
Vor Zeile 1259: Geister = Diener des Mephistopheles, die ihm helfen wollen, aber fürchten, dass sie
in gleiche Gefangenschaft geraten, wenn sie sich in Fausts Zimmer wagen.

Studierzimmer
INHALT:
Mephisto stattet Faust erneut einen Besuch ab. Faust verflucht sein irdisches Leben und zeigt somit,
wie verzweifelt er ist, weil er viele Wünsche hat, die nicht erfüllt werden können. Faust ist nun in
der richtigen Stimmung, um mit dem Teufel eine Wette einzugehen und so nimmt Mephisto diese
an. Wenn der Teufel es je schaffen sollte, Faust dazu zu bewegen, selbstzufrieden zu sein und den
Augenblick festhalten zu wollen, gehört die Seele des Doktors Mephistopheles.
Nach altem Brauch wird mit Blut unterschrieben und nun sind die beiden Vertragspartner ( - Ende
der Gelehrtentragödie!)
Zeile 1607 u.f.: Der Geisterchor (unsichtbar) macht Faust darauf aufmerksam, was er mit seinen
Flüchen zerstört hat. Er erreicht aber Faust nicht.
Zeile 1635: Mephisto zeigt Faust, dass dieser kein Halbgott, sonder ein Mensch mit Grenzen ist.
Zeile 1656 u.f.: "hier" = auf er Erde, "drüben" = im Jenseits (Hölle)
Zeile 1860: Mephisto will Faust die seichten Vergnügungen des Lebens bieten, er zeigt ihm damit
nur Oberflächliches.
Ein Schüler tritt auf
Ein Schüler kommt zu Faust, um sich von ihm beraten zu lassen, weil er nicht so recht weiß, was er
studieren will. Mephisto tritt dem Schüler verkleidet als Faust entgegen, macht jede Wissenschaft
lächerlich und führt dadurch den Schüler in die Irre.
Zeile 2037: Dem Schüler gefällt die Vorstellung, dass er der Schwarm der Frauen wird, wenn er
Medizin studiert.
Zeile 2050: Mephisto freut sich auf die nächste Seele, die ihm mit dem Schüler verfällt.
Faust tritt auf
Faust will wissen was nun anzufangen sei. Mephisto antwortet, er werde ihm zuerst die kleine Welt
(=Welt der Bürger - Faust I) und dann die große Welt (=Welt der Regierenden - Faust II) zeigen.
Zeile 2065: fliegender Mantel = Märchenmotiv.

Auerbachs Keller in Leipzig

INHALT:
Mephisto will Faust zum Alkohol verführen, deshalb bringt er ihn in eine Weinschenke in Leipzig.
Während Faust eher im Hintergrund bleibt, macht sich Mephisto eine Spaß mit den Saufbrüdern
dort und fühlt sich in der Umgebung "pudelwohl".

Hexenküche

INHALT:
Mephisto kann Faust durch Alkohol nicht gewinnen, deshalb bringt er ihn die eine Hexenküche, um
ihn durch einen Zaubertrank zu verjüngen, damit er die Welt in sinnlicher Weise genießen kann. Im
Spiegel der Hexe sieht Faust eine begehrenswerte Frau, nämlich das durch Mephisto hingezauberte
Bild der schönen Helena. Eine tiefe Leidenschaft fasst ihn und macht ihn liebestoll.
Zeile 2337: Im Gegensatz zu Mephisto fühlt sich Faust in der Hexenküche unwohl.
Zeile 2535: Faust ist angewidert von der Kälte Mephistos, die hier in der Hexenküche zu Tage
kommt.

Straße

INHALT:
(Beginn der Gretchentragödie!) Faust spricht Gretchen auf der Straße ziemlich unverfroren an, ob
er sie begleiten dürfe und diese verneint. Faust will die schöne Frau näher kennenlernen und so trägt
er Mephisto auf, Gretchen für ihn zu gewinnen.

Abend

INHALT:
Faust und Mephisto gelangen in das Zimmer Gretchens um ein Schmuckkästchen in den Schrank
der jungen Frau zu stellen.
Faust sieht die Ordentlichkeit in Gretchens Zimmer, spürt die Reinheit und Stille an diesem Ort und
stellt sich die Mütterlichkeit Gretchens vor. In dieser Atmosphäre findet Faust zu sich selbst,
erkennt sich selbst und schämt sich für seine anfängliche pure Leidenschaft und Begierde, Gretchen
besitzen zu wollen. Weil er Gretchen kein Unheil bringen will, möchte Faust nie wieder in dieses
Zimmer kommen. Nachdem Mephisto das Kästchen im Schrank versteckt hat, verschwinden beide.
Als Gretchen das Schmuckkästchen bemerkt, wundert sie sich, woher es kommen könnte. Sie
gelangt dann zur Erkenntnis, dass es ein Pfand sein müsse, das jemand der Mutter gebracht hat.
Nachdem sie den Schmuck probiert hat, bedauert sie, dass er nicht ihr gehört, doch erkennt sei, dass
Gold im Leben nicht so wichtig ist.
Zeile 2678: Gretchen denkt in ihrem Zimmer über die Begegnung mit Faust nach.
Zeile 2796: Gretchen weiß zwar, worauf es im Leben ankommt, trotzdem würde sie am liebsten die
Besitzerin des Geschmeides um ihren Hals sein. Dies ist eine verwundbare Stelle an Gretchen, die
Mephisto entdeckt hat.

Spaziergang

INHALT:
In einem Gespräch mit Faust berichtet Mephisto über seinen Ärger, dass Gretchen den Schmuck
ihrer Mutter übergeben hat, die diesen zum Pfarrer gebracht hat. Faust trägt dem Teufel auf, einen
neuen zu besorgen.

Der Nachbarin Haus

INHALT:
Gretchen zeigt verunsichert Frau Marthe Schwerdtlein, ihrer Nachbarin, den neuen Schmuck, und
diese rät, ihn bei ihr heimlich zu tragen.
Mephisto bringt Frau Marthe die erlogene Nachricht, ihr verschollener Mann sei gestorben. Unter
dem Vorwand, einen zweiten Zeugen bringen zu können, vereinbart er mit Marthe ein Treffen im
Garten, bei dem auch Gretchen anwesend sein soll.
Zeile 2008: Charakteristik Gretchens durch Mephisto, der selbst eingesteht, dass Gretchen zwar
naiv, doch gut ist.

Straße

INHALT:
Mephisto erzählt Faust von dem Zusammentreffen mit den beiden Frauen am gleichen Abend im
Garten von Marthe. Faust ist sofort bereit, als zweiter Zeuge für die erlogene Nachricht vom Tode
Marthes Mann aufzutreten, wenn er Gretchen, die er liebt, wiedersehen kann.

Garten

INHALT:
Bei dem Treffen hofiert Mephistopheles ironisch Marthe und hat alle Mühe, ihre unverhüllten
Anträge abzuweisen. Gretchen gesteht Faust ihre Liebe, sie spürt aber instinktiv, dass sein Begleiter
schlecht ist.
Zeile 3185: Faust bestätigt, dass es wahr ist, dass er sie liebt.

Ein Gartenhäuschen

INHALT:
Faust küsst Gretchen, diese erwidert den Kuß. Mephisto drängt zum Aufbruch und so verabschiedet
sich Gretchen. Auf dem Nachhauseweg denkt sie darüber nach, was Faust wohl an ihr finden
könnte.

Wald und Höhle

INHALT:
Faust ist allein in der Natur und führt einen Monolog über diese. Faust denkt auch über sich selbst
und seine Situation nach. Er versteht, dass jeder Mensch Herrscher über die Natur sein kann, wenn
er sie erkennt. Faust ist in der Natur glücklich. Sie gibt ihm Kraft, lässt ihn den Schöpfer erkennen
und sich als einen Teil der Schöpfung. Er erkennt auch, dass er durch Mephisto unter sein eigenes
Niveau kommt und dass dieser ihn schlechter macht. Mephisto entfacht Leidenschaft in ihm und
nicht Liebe.
Faust wird in seinen Gedanken jäh von Mephisto unterbrochen, der ihn verspottet, weil er
beunruhigt darüber ist, dass ihn Gretchen zum Guten führen könnte. Der Teufel zerstört mit seiner
Ironie alles Gute, Wundervolle und Schöne und zieht alles ins Lächerliche.
Zeile 3345: Faust gibt zu, dass er einen Fehler gemacht hat und die kleine heile Welt Gretchens
zerstört hat. Faust zeigt seine Schlechtigkeit und nennt sich Unmensch, Unbehauster, Flüchtling und
Gottverhaßter.
Zeile 3361: Faust spürt, dass er dem Teufel nicht auskommt.
Zeile 3372: "Teufel, der verzweifelt" = Bezeichnung für Faust, Faust hat schon viel Böses
angenommen.

Gretchens Stube

INHALT:
Gretchen findet keine Ruhe mehr, sie glaubt, ohne Faust nicht mehr leben zu können. Weiters
schildert sie Eindrücke und Erlebnisse vom Zusammentreffen mit Faust im Garten.

Marthens Garten

INHALT:
Gretchen fragt Faust, wie er es mit dem Glauben halte. Faust antwortet mit dem berühmten
Goetheschen Bekenntnis zur Gottnatur. Gretchen hat schon früher bemerkt, dass Faust in böser
Gesellschaft ist und gibt ihrer Abneigung gegen Fausts Gefährten Ausdruck. Schließlich verspricht
sie ihm, ihn abends in ihrer Stube zu erwarten. Faust gibt ihr einen Schlaftrunk für die Mutter.
Zeile 1510 u.f.: Mephisto redet schlecht über Gretchen und macht sich über sie lustig. Als Faust sie
verteidigt, macht sich Mephisto auch über ihn lustig.
Am Brunnen
INHALT:
Lieschen erzählt Gretchen von einem Fehltritt Bärbelchens. Im Gegensatz zu Lieschen, die nur
Spott und Schande für Bärbelchen übrig hat, bedauert Gretchen das Mädchen; denn sie selbst fühlt
sich schuldbeladen, weil ihre Mutter an dem Schlaftrunk gestorben ist und sie ein uneheliches Kind
erwartet. Gretchen versucht, ihr eigenes Tun mit ihrer übergroßen Liebe zu Faust zu entschuldigen.
Zeile 3558: Gretchen ist betreten; denn auch sie hat Schmuck von Faust angenommen.
Zeile 3566: Soziale Ächtung wird auch Gretchen erfahren.
Zeile 3581/82: Hinweis auf das Böse.
Zeile 3585: Gretchen bereut es nicht, Faust zu kennen.

Zwinger

INHALT:
Vor dem Bild der Gottesmutter kniet Gretchen in tiefer Verzweiflung und bittet um Errettung vor
Schmach und Tod.

Nacht

INHALT:
Valentin, ein Soldat und Gretchens Bruder, schämt sich für seine Schwester, die, wie er meint,
Schande auf sich geladen hat, weil sie von Faust ein Kind erwartet. Er macht gerade seinen Unmut
vor Gretchens Haus kund, als Valentin auf Faust und Mephisto trifft, die des Weges kommen.
Valentin fordert Faust zu einem Duell auf. Mit Mephistos Hilfe ersticht Faust seinen Gegner und
flüchtet mit dem Teufel.
Als Gretchen und Marthe einen auf der Straße liegenden Mann bemerken, eilen sie herbei. Der
sterbende Valentin beschimpft seine Schwester als Hure und prophezeit ihr ein jammervolles und
einsames Leben. Verachtet von jedermann wird sie Zuflucht bei Bettlern und Krüppel suchen
müssen. Nachdem er auch Marthe verwünscht hat, stirbt er.
Zeile 3775: Im letzten Satz Valentins bezeichnet er sich als braven Soldaten und ist sich völlig
sicher, dass er zu Gott kommt, obwohl er die Lage seiner verzweifelten Schwester eher
verschlimmert als verbessert hat.

Dom

INHALT:
Gretchen wird von bitteren Vorwürfen gepeinigt. Der böse Geist wirft Gretchen vor, Schuld am Tod
der Mutter zu tragen. Gretchen leidet unter der Last der Schuld. Die Gedanken lassen sie nicht mehr
los. Wie die Posaunen des Jüngsten Gerichts tönt der Gesang "Dies irae" an ihr Ohr. Ohnmächtig
sinkt sie nieder.

Walpurgisnacht

INHALT:
Auf dem Harz sucht Mephistopheles in der Nacht der Hexen und Geister Faust aufzuheitern. Ein
tolles Treiben hebt an, Irrlichter tauchen auf, Hexen kommen herbeigeritten. Mephisto führt Faust
durch die Menge und sucht ihn vergeblich zu zerstreuen. Als Faust ein Zauberbild sieht, das das
Aussehen Gretchens hat und ein rotes Band um den Hals trägt, verlangt er stürmisch die Heimkehr.
Zeile 4128 u.f.: Faust wird durch die vielen Leute mitgerissen zu tanzen
Zeile 4150 u.f.: Faust gerät in die Gefahr, sich zu verlieren, indem er mit der Hexe tanzt. Durch die
Erscheinung des Bildes des Gretchens wird er herausgerissen.
Trüber Tag. Feld
INHALT:
Faust ist in verzweifelter Stimmung; denn von Mephisto hat er erfahren, dass Gretchen ist im
Kerker ist. In der Verzweiflung hat sie ihr Kind getötet und harrt nun des Urteils. Faust macht
Mephistopheles heftige Vorwürfe und verlangt, zu Gretchen gebracht zu werden, um sie zu
befreien.

Mephisto "Sie ist die Erste nicht" ->Mephisto ist das Schicksal für viele Menschen, es geht ihm
darum, möglichst viele zu verderben.
"Augen des ewig Verzeihenden" ->In seiner Verzweiflung weiß Faust doch, dass einen gibt, der
rettet.

Nacht. Offen Feld

INHALT:
Faust und Mephisto brausen auf schwarzen Pferden dahin. Im Vorbeireiten sehen sie Hexen.

Kerker

INHALT:
Nachdem ihm Mephistopheles die Schlüssel verschafft und den Wächter eingeschläfert hat, dringt
Faust in den Kerker ein. Dort singt Gretchen in geistiger Verwirrung und als Faust eintritt, hält sie
ihn zunächst für den Henker. In Todesangst wirft sie sich vor ihm nieder und fleht um ihr Leben.
Faust ruft sie mit ihrem Namen, sie erkennt ihn und umfaßt ihn jubelnd. Doch Faust drängt zum
Aufbruch. Gretchen aber durchlebt noch einmal ihr Glück und die darauffolgende Schmach. Dann
erwacht in ihrem wirren Geist der Wille zur Buße ihrer Verbrechen. Jetzt verweigert sie ihre Flucht.
Als Mephistopheles erscheint, um zum Aufbruch zu drängen, ruft Gretchen bei seinem Anblick die
himmlischen Mächte um Schutz und Hilfe an. Als Mephistopheles höhnisch erklärt: "Sie ist
gerichtet!", ertönt eine Stimme von oben: "Ist gerettet!"
Zeile 4603: Weil Gretchen vor dem Bösen hier im Kerker sicher ist, verzeichnet sie diesen Platz als
"heiligen Ort".
Zeile 4469 u.f.: Gretchen macht Faust keine Vorwürfe und scheut keine Verantwortung, sie liebt
Faust innig.
Zeile 4493 u.f.: Durch den vielen Einfluss Mephistos hat sich Faust von Gretchen entfernt.
Zeile 4507 u.f.: Trotz aller Verwirrtheit weiß Gretchen, was sie getan hat.
Zeile 4521: Aus der Vergangenheit kehrt Gretchen wieder zurück in die Gegenwart. Sie bittet Faust,
für ihr eigenes Grab und die Gräber ihrer Familie zu sorgen.
Zeile 4524 u.f.: Ihre Mutter und ihr Bruder sind durch die Liebesbeziehung zu Faust umgekommen.
Gretchen hat Schuld daran, dass beide sterben mussten.
Zeile 4533: Gretchen spürt das Teuflische, Kalte im Hintergrund.