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Was kostet Kunst?

Honorarstandards in Baden-Württemberg

Was schmeckt Ihnen besser? Das Brötchen aus dem
Backautomaten eines Discounters mit undefinierbaren Ingredienzien für 15 Cent oder das aus qualitativ
hochwertigen Zutaten und von Meisterhand geformte des Bäckers an der Ecke für 60 Cent? Stellen Sie diese
Frage doch einmal Eltern, die Ihren Preisvorstellungen für den Musikunterricht entrüstet begegnen, in der Straße
nebenan gäbe es eine Musikschule, die den gleichen Unterricht für die Hälfte anbietet oder es gäbe sogar
jemanden, der für bedeutend weniger Geld ins Haus käme. Bieten Sie eine Probestunde an und wuchern Sie mit
Ihren Pfunden als staatlich examinierte, erfahrene Musiklehrkraft, die flexibel, innovativ und erfolgreich
unterrichtet. Überzeugen Sie durch Qualität! Honorarstandards herunterladen
v.l. Rainer Bürck, Julia Döbele, Reinhard Köbler, Django Hödl
(Nicht auf dem Bild: Anja Schlenker-Rapke, Astrid Moll und Sigrid Uhle-Wettler)
Foto: Anja Schlenker-Rapke

Der Tonkünstlerverband Baden-Württemberg und seine aus Mitgliedern unterschiedlicher musikalischer
Richtungen bestehende Arbeitsgruppe Honorarstandards hat sich zum Ziel gesetzt, der pekuniären
Abwärtsspirale im Musikbetrieb den Kampf anzusagen. Dabei ist es bereits fünf nach zwölf, denn viele
Kolleginnen und Kollegen resignieren bereits und haben sich wohl oder übel mit den schlechten finanziellen
Bedingungen abgefunden, weil sie es müssen und wenig besser ist als gar nichts. Doch bedenken wir, dass
Musikerinnen und Musiker jahrelang studiert, teure Meisterkurse absolviert und für horrende Summen
Instrumente angeschafft haben. Klar macht das Musizieren Spaß und niemand studiert Musik mit dem Ziel, später
Reichtümer anzuhäufen. Aber leben können sollen wir von unserer Arbeit und später eine Rente erhalten, die
ebenfalls ein menschenwürdiges Leben im Alter ermöglicht.
Daher fangen wir JETZT an! Mit dem vom Tonkünstlerverband Baden-Württemberg vorgelegten
Vollkostenrechnungsmodell für freie Musikschaffende und Musiklehrende kann ein individuelles Kostenprofil
erstellt und der Bedarf ermittelt werden, was an Geld verdient werden muss, um diese Kosten zu
decken. Vergessen Sie dabei den wichtigen Posten „Rücklagen“ und „Altersvorsorge“ nicht. Desweiteren liegen
schriftlich fixierte Argumentationshilfen für freiberufliche Musiklehrende vor, die helfen sollen, eigene Stärken und
Alleinstellungsmerkmale zu formulieren, die das eigene Musikinstitut von der Konkurrenz abheben. Drittens gibt
es ein Zahlenwerk, das durch umfangreiche Recherchen unter Zusammenarbeit mit ver.di, artbutfair, der
Deutschen Orchestervereinigung, Chor- und Kirchenmusikverbänden, sowie Eventagenturen und
Eigenerfahrungen der Arbeitsgruppen- und Vorstandsmitglieder zustande kam.
Der Wunsch des Vorstandes und der Arbeitsgruppe Honorarstandards im TKV Baden-Württemberg ist, dass Sie
sich mit diesen Empfehlungen befassen und als Orientierungsmarke für eigene Honorarverhandlungen im Auge
haben. Ich musste mir einige Male anhören: „Das geht doch total an der Realität vorbei!“ – Nun vielleicht ist das in
manchen Punkten noch der Fall. Aber wir wollen ja nicht noch weniger verdienen, indem wir uns der Realität
anpassen, sondern wir wollen mehr verdienen und die Realität dahingehend verändern, dass langfristig höhere
Honorare auf allen Gebieten bezahlt werden. Welche Gewerkschaft legt denn freiwillig Null- oder sogar
Minusrunden ein? Minusrunden sind längst der Fall, wenn man die Verdienstentwicklung von Aushilfen in
Rundfunkchören, Honorarlehrkräften an Musikschulen und Lehrbeauftragten an Musikhochschulen denkt. Wir
kratzen gerade an der Spitze eines riesigen Eisberges.
Daher gilt der Appell des Tonkünstlerverbandes Baden-Württemberg vor allem den gut abgesicherten
Kolleginnen und Kollegen, die nicht auf jeden Nebenjob angewiesen sind und es sich leisten können, auch einmal
nein zu sagen. Sagen Sie nein zu Gagen weit unter unseren Empfehlungen. Spielen Sie nicht umsonst oder für
Almosen. Stellen gerade Sie den Wert qualifizierter musikalischer Arbeit nach außen dar. Sie helfen so, die
Existenz des ganzen Berufsstandes zu sichern. So wie der Bäckermeister an der Ecke darauf angewiesen ist,
dass wir bei ihm die Brötchen kaufen und nicht beim Discounter.

€ pro Einzelstunde à 45 Min 70 .-€ monatlich bei 60 Min wöchentlichem Unterricht. Unterrichtshonorare Diese Empfehlungen basieren auf der ver.-€ 3 Std.€ pro Einzelstunde à 30 Min 50.-€ pro Einzelstunde à 60 Min 1..€ (30 Min).-€ bis 1000. Da die Gegebenheiten naturgemäß in den Bundesländern unterschiedlich sind. 60. anfallende Zusatzproben (Klavierproben mit dem Dirigenten etc.di Honorartabelle für freiberufliche Musiklehrkräfte an Musikschulen (Stand 1.70 € für 45 Min Der TKV Baden-Württemberg empfiehlt auf dieser Grundlage: 1. sind gesondert zu vergüten 2. Chorleitung/Instrumentalensembleleitung Unter Berücksichtigung des Faktors Zeit ergeben sich bei Zugrundelegung von 60.di nennt als Mindeststandard für einen Musiklehrer mit Abschluss und 6 jähriger Berufserfahrung einen Mindeststandard von 43.. evtl.€ monatlich bei 60 Min Probe (Fahrtkosten und Fahrtzeit exklusive) Aufführungen und Sonderaktivitäten. Einzel vereinbarte und bezahlte Unterrichtsstunden 35. Einzelstundenvergütung: 90. 180. etc. das Monatshonorar empfohlen.-€ je nach Aufwand und Größe der Partie zu berücksichtigen sind bei der Kalkulation auch evtl...-€ für 60 Minuten Arbeit folgende Empfehlungen: 2. plus Probe (Tagessatz) (Empfehlung der DOV: 241.3. umgerechnet auf 12 Monate Zahlen basierend auf Umrechnung des ver. 20 Min Pause mit mindestens 1 Std Pause dazwischen 1 Probe + Aufführung mit mindestens 1 Std Pause dazwischen Aufführung + Anspielprobe (Empfehlung der DOV: 160.2..€ monatlich bei 30 Min wöchentlichem Unterricht. Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen haben fundiert den Ist-Zustand recherchiert und sind so unter Berücksichtigung einer von ihnen entwickelten Vollkostenrechnung zu den nachfolgenden Empfehlungen gelangt.€ Fahrtkosten. Solist (Sänger und Instrumentalist als Einzel-Solist mit Orchester.-€ pro jeweils 3 Std Spielzeit inkl.1.€ pro 60 Minuten gehaltener Probe (inkl.Anja Schlenker-Rapke Mitglied im Vorstand des TKV Baden-Württemberg Referate: Weiterbildung. Organisation von Fahrdiensten. Honorarstandards Bevor sich der Bundesverband DTKV mit dem Thema beschäftigt.und Jugendchöre und Instrumentalensembles Im Kinder. Kinder.-€ entweder 2 Proben inkl. bzw. 1.2017) ver. Solo-Recital) 2000.-€ (60 Min) x 36 : 12 90.und Jugendbereich wird – soweit der erhöhte organisatorische und zeitliche Mehraufwand für Betreuung. Jahresvertrag mit 36 Unterrichsstunden. 45.47 €) Aufführung (Tagessatz) mehrtägiges Projekt: 180. ggf. wie Probenwochenenden etc.) 3. Übernachtungen sind in diesen Empfehlungen nicht enthalten .2.-€ (45 Min).2. 20 Min Pause (Empfehlung der DOV 80.3. 135.49 €) Aufführung (Tagessatz) eintägiges Projekt: 240. Solist (Sänger und Instrumentalist im Ensemble) 600.98 €) Fahrtkosten und Unterbringung bei auswärtigen Projekten sind nicht in diesen Sätzen erhalten 3. nicht von Eltern abgedeckt wird – ein Zuschlag von 25% auf die Einzelstundenvergütung.. Orchester/Chor in Anlehnung an die Empfehlungen der Deutschen Orchestervereinigung Probensatz: 90. 3. Konzerttätigkeit 3.1. können die Empfehlungen zunächst begrenzt für Baden-Württemberg gegeben werden. 2. bzw.2. Musikergesundheit. Vorbereitung!!!) 2. hat sich in Baden-Wüttemberg die Arbeitsgruppe Honorarstandards formiert.1.di Betrages: 30. Monatsvergütung mit 44 Arbeitswochen umgerechnet auf 12 Monate 500.-€ monatlich bei 45 Min wöchentlichem Unterricht..

Gottesdienste.-€ jede weitere Stunde zzgl. sonstige Veranstaltungen Angaben pro Person 4. Hochzeiten/Events 500. Der TKV Baden-Württemberg appelliert an seine Mitglieder. Übernachtung 4. einfach weil es Spaß macht? Möchte man aus Gründen der menschlichen oder kollegialen Verbundenheit zum Auftraggeber . Trauerfeiern/Hochzeiten (Zeremonie) Sänger und Instrumentalisten 200. den Wert unserer Arbeit darzustellen! . Pausen) + 100. Muggen. Als professionelle/r Musiker/in unentgeltlich zu singen oder zu spielen. 300.-€ + Fahrtkosten 5.1. Fahrtkosten + evtl. Gottesdienste 200.4.4. auch wenn das Geld nicht unmittelbar benötigt wird.Vernissagen/musikalische Umrahmungen mit Anwesenheit von ca. Zahlenwerk handelt es sich um Empfehlungen des Tonkünstlerverbandes Baden-Württemberg als Berufsverband für Musikerinnen und Musiker. Festanstellung im Orchester oder an einer Hochschule. Diese bereits jetzt schon verbreitete Praxis stellt Preisdumping dar und bringt weniger abgesicherte Kolleginnen und Kollegen.kein Honorar annehmen.-€ zuzüglich Fahrtkosten 4. in existentielle Notlagen. ggf. das Honorar in entsprechender Höhe zu fordern und es gegebenenfalls teilweise oder ganz an den Auftraggeber (wenn dieser eine gemeinnützige Vereinigung darstellt) gegen Quittung zu spenden.2.die Empfehlungen nicht zu unterbieten. . die auf diese Verdienstquellen angewiesen sind.-€ (3 Stunden inkl. Aufbau. diese Honorare bei Veranstaltern und Auftraggebern zu verlangen. Der Verband appelliert insbesondere an Kolleginnen und Kollegen in wirtschaftlich gesicherter Position – wie z. Nachwort – Ehrenkodex Bei o. so lautet der dringende Appell des TKV Baden-Württemberg. einen Berufsstand existentiell zu gefährden. Welcher Handwerker repariert etwas kostenlos.5 Std.g.3.oder auch bei Benefizveranstaltungen . bedeutet.B. 1-1. Es geht auf jeden Fall darum.-€ zuzüglich Fahrtkosten 4.