Sie sind auf Seite 1von 40

Ausblicke – Einblicke

Ausblicke – Einblicke

Vorarlberg – Ausblicke – Einblicke

Ausgewählte Panoramawanderungen

www.vorarlberg.travel
Ausblicke – Einblicke
Panoramawandern in Vorarlberg
6

10

8
13
12
11
9

2 5
1 14 3
4

15

Alpenregion Bludenz
T +43/(0)5552/30227
www.alpenregion.at 16
Arlberg
T +43/(0)5583/2161-0
www.lech-zuers.at
Bodensee-Vorarlberg
T +43/(0)5574/43443-0
www.bodensee-vorarlberg.com
Bregenzerwald
T +43/(0)5512/2365
www.bregenzerwald.at
Kleinwalsertal
T +43/(0)5517/5114-0
www.kleinwalsertal.com
Montafon
T +43/(0)5556/722530
www.montafon.at
Ausblicke – Einblicke
Panoramawandern in Vorarlberg

Vorarlbergs große landschaftliche Vielfalt lässt viele Wander-


Themen zu. Eines ist „Wandern auf Panoramawegen“. Nicht
umsonst leitet sich das Wort vom griechisch-lateinischen „Aus-
blick, Rundblick“ ab: Ein Panorama bringt Ausblicke und Ein-
blicke, Sichten und Aussichten.

Unterwegs bieten sich grandiose Berg-Blicke, Gipfel-Blicke und Tal-


Blicke. Auf solitären Aussichtsbergen drehen 360-Grad-Blicke .
Panoramen haben Strukturen: die Buntheit von Wiesen, übergrünte
Eiszeitmoränenwälle, Felsformen. Streifen, Kreise und Ovale von
Baumgruppen und Wäldern, amorphe Siedlungskonturen und einsa-
me Alphütten. Güterwege und Straßen kratzen wie Börsenkurse im
Relief. Phantasiegebilde aus Wolken oder endloses Himmelsblau sind
das Oben-Panorama.

Vorarlbergs hervorragendes Wanderwegesystem mit seinen einheitli-


chen Übersichtstafeln, Wegweisern und Markierungen macht Wan-
dern sicherer, die einfache Orientierung lässt mehr Zeit für Entdec-
kungen. Entdeckungen in der Natur mit ihren Pflanzen und kleinen
und großen Wundern.

Panoramawandern in Vorarlberg bedeutet darum auch: Düfte rie-


chen, Farben sehen, Licht trinken, Geräusche hören – Wasserläufe,
Kuhglocken, fröhliches Rufen der Wanderer, das Pfeifen von Murmel-
tieren, Vogelrufe. Auch ferne, ferne Verkehrsgeräusche. Wandern
wird zum sinnlichen Erlebnis. Gesund für Körper, Geist und Seele.

Dieser kleine Prospekt kann nur Anrisse geben vom Reichtum neben
den Wanderwegen. Lokale Tourismusbüros und Buchhandlungen ha-
ben noch viel mehr an Informationen.

Gute Ausrüstung auch für die vorliegenden, zum Teil anspruchsvollen


Panoramawanderungen sollte selbstverständlich sein: Berg- oder
Trekkingschuhe mit gutem Profil, Sonnen- und Regenschutz, Geträn-
ke und Verpflegung, Wanderkarte. Bitte, geben Sie Ihrem Gastgeber
oder daheim Ihre Wanderroute und die ungefähre Zeit der Rückkehr
bekannt.

Viel Freude wünschen wir beim Panoramawandern mit glücklichen


Urlaubs-Augenblicken.

1
Wanderwegekonzept Vorarlberg

Alle vorgestellten Wanderungen sind nach den Leitlinien des Vorarl-


berger Wanderwegekonzepts einheitlich markiert. Die Wegweiser
sind in Gehrichtung montiert, beinhalten die wichtigsten Haupt- und
Zwischenziele und erleichtern so die Orientierung. Ist zwischen den
Zielen ein „Routen-Trennungsstrich“ angebracht, wird auf ein Ab-
zweigungsziel aufmerksam gemacht. Weiters sind die Gehzeiten so-
wie die Standortbezeichnung mit der Meereshöhe ersichtlich. Als
Markierungsfarben werden auf den Tafeln und an Bäumen, Pfosten
oder Steinen drei Schwierigkeitsgrade unterschieden.

Schwierigkeitsgrade

Spazier- oder Wanderweg – leicht begehbar

Bergwanderweg – bergtaugliche Schuhe mit griffiger


Sohle empfohlen

Alpiner Steig – Bergerfahrung, Trittsicherheit, Schwindel-


freiheit erforderlich

Finden Sie sich auf Ihren Wanderungen nicht zurecht oder stellen Sie
eine mangelnde Instandhaltung der Wanderwege fest, so richten Sie
ihre Anregungen am Besten mit einem kurzen Begehungsbericht an
die zuständige Gemeinde.
Unter www.vorarlberg.at/wanderwege können so wohl die Begehungs-
berichte verfasst als auch die digitale Wanderkarte für ganz Vorarlberg
mit einer Vielzahl von Wandertipps abgerufen werden.

Alpines Notsignal
Sechs Zeichen pro Minute
Notruf: 112 (international)
144 (zentrale Notrufnummer in Vorarlberg)

Alphütten/Schutzhütten
Viele Vorarlberger Alpen, auch jene auf den Panoramawegen, bieten
Wanderern Verpflegung an. Ihre Öffnungszeiten richten sich nach der
Alpzeit. Bitte, erkundigen Sie sich im örtlichen Tourismusbüro. Dies
gilt auch für die Schutzhütten des ÖAV, DAV und der Naturfreunde.
Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre „Wanderlust“ des
Landesverbandes Vorarlberg Tourismus.

2
Inhalt Seite

Alpenregion Bludenz

1 Dem Schiller auf der Nase tanzen: Schillerkopf ..........................4


2 Der Atem der Täler und 360 Grad Rundblick:
Hoher Fraßen ................................................................................................6

3 Hinüberblicke überm Maisäß: Küngsmaisäß ..................................8

Arlberg

4 Abseits der Klassiker: Kaltenberghütte ..........................................10


5 Aufstieg zur Vogelperspektive: Rüfikopf ........................................12

Bodensee-Vorarlberg

6 Horizonte hinter dem Schwabenmeer: Pfänder ........................14


7 Wallfahrt zur schönen Aussicht: Maria Bildstein ......................16
8 Gratwanderung: Hoher Freschen ......................................................18
9 Ein Berg – Drei Schwestern ..................................................................20

Bregenzerwald

10 Angelika Kauffmann und Eduard Mörike: Hochälpele ............22


11 Finger die zum Himmel zeigen: Annalper Joch ..........................24
12 Auf den Spuren der Walser:
Widderstein und Mindelheimer Hütte ..............................................26

Kleinwalsertal

13 Rund um den Widderstein ....................................................................28

Montafon

14 Silber unter den Sohlen, Sonne über den Gipfeln:


Bartholomäberg..........................................................................................30
15 Im Herzen des Verwall: Sennigrat ....................................................32
16 Schneegekrönte Majestäten: Am Fuß des Piz Buin ..................34

Inclusive Cards Vorarlberg ............................................................................36

3
Dem Schiller auf der Nase tanzen 1
Auf Mondspitze und Schillerkopf über den Walgau

„Eines der schönsten Vorarlberger Lieder, Uf da Berga isch mi Lea-



ba’, ist nach dem Text des Blumenegger Mundartdichters und Medi-
ziners Dr. Seeger an der Lutz (*1831) geschrieben (Musik: Wunibald
Briem). Dr. Seeger an der Lutz war mit seiner Naturheilmethode der
erste Wellness-Doktor’ Österreichs.“

Harald Hronek, Musikpädagoge und Journalist

Was treibt Friedrich Schiller im Rätikon? Hier fließen nicht seine dra-
matischen Verse, nein, sondern er leiht den Felszacken sein edles
Dichterprofil. Alpen begleiten den Anstieg zur Mondspitze – der Name
ist Hinweis auf den sichelförmigen Grat hoch über der Alpenstadt
Bludenz, von der sich die fünf Täler Klostertal, Montafon, Brandner-
tal, Walgau und Großes Walsertal öffnen. Unterwegs Naturwunder:
Gipsdolinen, Nadelberge der Roten Ameise, überraschend viele Vo-
gelarten. Die größte Gipsdoline Vorarlbergs hat einen Durchmesser
von 200 m und eine Tiefe von 100 m. Früher hieß der Schillerkopf
„Kessikopf“ von „Schöpfkelle“ nach der Form ebendieser Doline. Vom
Gipfelkreuz des Schillerkopfs, das just auf seiner Nasenspitze steht,
ist nicht nur die Aussicht auf die vielfältigen Berg- und Tallandschaf-
ten überwältigend. Vor uns liegt auch die unsichtbare geologische
Grenze zwischen Afrika und Europa, denn in der Blumeneggregion
treffen sich die beiden Kontinentalplatten. Vor der Hebung der Alpen
(ist schon ein Weilchen her) ruhten die Felsen unter unseren Wander-
schuhen als Sedimente etwa in der Gegend von Florenz.
4
Ausgangspunkt/Endpunkt: Parkmöglichkeit: Gasthof Dunza
Bürserberg-Tschengla, Schwierigkeitsgrad: mittel
Wanderparkplatz Tschengla Gehzeit: 7 Stunden
Busverbindung: Höhenmeter: ➚ 1110 m, ➘ 1110 m
Nr. 81 (Bludenz-Brand), Hst. Ein- Einkehrmöglichkeiten: Gasthöfe
hornbahn oder Gemeindeamt in Bürserberg, Alpe Rona

Wegverlauf
Gasthof Dunza (1.250 m) – Ronaalpe – Furklaalpe – Forststraße aufwärts
Richtung Nenzing – Klampersättele – links steil aufwärts zur Mond-
spitze (1.976 m, Trittsicherheit erforderlich!) – Schillersattel – Umgehung
der großen Doline – Gipfel Schillerkopf (2.006 m, Trittsicherheit/Schwin-
delfreiheit erforderlich!). Rückweg wie Anstieg bis Schillersattel – nach
rechts in die Schillermulde – Schillerweg – Querung Alpweg – Dunza.

ALPENREGION BLUDENZ

Klamperschrofen
Furklaalpe


Ronaalpe
Mondspitze
➔ Dunza
Schillersattel ➔ ➔
BÜRSER-

BERG

Schillerkopf

5
Der Atem der Täler und 2
360 Grad Rundblick
Auf den Hausberg von Bludenz: Muttersberg-Hoher Fraßen

„Wir sehen in der wachsenden Aufmerksamkeit unserer wandernden


Gäste eine Wertschätzung für unsere alpenreiche Bergnatur. Wie viel
unberührte Natur doch das Große Walsertal noch hat!“

Andrea Schwarzmann (Alpe Steris), Landesbäuerin

Mit den Kabinen der Muttersbergbahn schwebt auch der Blick immer
höher in die Wände und Schrofen der Rätikonkette mit ihrer glet-
scherbedeckten Königin Scesaplana (2.965 m) über dem Brandnertal.
Gut 400 Höhenmeter über der Bergstation lädt die Fraßenhütte des
Österreichischen Alpenvereins zu beschaulichem Rundblick über die
Gipfelwelt des Rätikons, den Walgau, auf Bludenz und weit hinaus zu
den Schweizer Bergen mit Hohem Kasten, Alpsteinstock und Säntis.
Noch 30 Minuten weiter ist der Lohn für den Aufstieg auf den
Fraßengipfel ein Blick in die grünen Täler hinein, weit in den Osten bis
zur Silvretta, nach Norden ins Große Walsertal und auf die Höhenzüge
des Bregenzerwaldes.
Vorarlberg ist reich an solch freistehenden Rundblick-Solitären gleich
dem Hohen Fraßen, zu welchen die Täler aufatmen.

6
Ausgangspunkt/Endpunkt: Schwierigkeitsgrad: mittel
Bergstation der Muttersbergbahn Gehzeit: 4 1⁄2 Stunden
Busverbindung: Stadtbus Bludenz Höhenmeter: ➚ 480 m, ➘ 480 m
Nr. 1 (Bahnhof-Talstation) Einkehrmöglichkeiten:
Parkmöglichkeit: Muttersberg, Fraßenhütte,
Talstation Muttersbergbahn Bludenz

Wegverlauf
Bergstation Muttersbergbahn (1310 m) auf leicht ansteigendem Weg zur
Fraßenhütte (1.725 m, ÖAV, Aussichtsterrasse) – 30 Minuten Anstieg auf
den Fraßengipfel (1.979 m).
Rückweg „Panoramaweg“ durch Latschenfelder – Tiefenseesattel – Forst-
straße – Bergstation.

ALPENREGION BLUDENZ
Hoher Fraßen
Fraßenhütte
➔ Tiefensee-
sattel

Bergstation
Muttersbergbahn

Muttersberg

BLUDENZ

7
Hinüberblicke überm Maisäß 3
Vom Klostertal ins Montafon ins Klostertal

„80.000 Kilometer pro Jahr, Hunderttausende Fans und immer Musik –


da finde ich genau auf dieser Klostertaler Parade-Wanderung die
nötige Erdung und Kraft.“

Markus Wolfahrt, Leader der „Klostertaler“

Steiler Anstieg – Alpleben – Gratwanderung zwischen den Tälern:


Diese Tour bietet Blicke hinüber und hinunter, zurück und rundum.
Zurück in die Geschichte: Der erste Papst Johannes XXIII. zog 1414
über den Kristbergsattel zum Konstanzer Konzil. Die restaurierte
Alphüttengruppe Küngsmaisäß wirkt wie ein versunkenes Kleinod
und spricht von der Tradition des bäuerlichen Jahresablaufs, der sich
nach der alpinen Vegetation und dem Appetit des Rindviehs richtet.
Im Juni ist die Wiese übersät von Vergissmeinnicht. Der Fallbach ist
Naturdenkmal, er stürzt von 1.430 auf 820 Meter nach Norden ins
Klostertal. Und beim Rückweg wird an der Kapelle „Bruderhüsle“ die
schaurige Legende von toten Kindern erzählt, die zwischen Klostertal
und Montafon hin und hergetragen wurden.
Allgegenwärtig der Blick Richtung Norden in die rötliche, mächtige
Südflanke der Roten Wand, Königin des Lechquellengebirges.

8
Ausgangspunkt/Endpunkt: Schwierigkeitsgrad: mittel
Dalaas/Gasthof Krone Gehzeit: 5 Stunden
Busverbindung: Höhenmeter: ➚ 700 m, ➘ 700 m
Nr. 90 Bludenz-Langen-Lech Einkehrmöglichkeiten:
Parkmöglichkeit: Gasthöfe am Kristberg, Alpe
Beim Gasthof Krone Küngsmaisäß, Dalaas

Wegverlauf
Dalaas/Gasthof Krone (830 m) – Schützenhaus – gesicherter Steg durch
eine Felswand – Brazer Stein (1.200 m) – über Serpentinen durch den
Hochwald – Küngsmaisäß (Aussichtspunkt) – entlang des Bachs aufwärts
bis zum Querweg Alpe Latons (1.727 m) – Falle – Ganzaleita – Kristberg
(1.449 m, bemerkenswerte gotische Knappenkirche) – talwärts zum Bru-
derhüsle – Dalaas.

ALPENREGION BLUDENZ


Küngsmaisäß ➔ DALAAS

Falle

Ganzaleita

Kristberg

9
Abseits der Klassiker 4
Von Stuben auf die Kaltenberghütte und zum
romantischen Stubiger See

„Auf der schönsten Wanderung in der Arlbergregion belohnt das Natur-


kleinod Stubiger See’ für den steilen Anstieg. Baden, Nachdenken,

Aufschauen, Umschauen an einem wahrlich mystischen Platz.“

Martin Purtscher, Vorarlberger Landeshauptmann a. D.

Lauter Berggipfel mit über 2.500 Metern Höhe umrunden die Wander-
wege abseits des geschäftigen Arlbergs. „Des Kaisers größte Stuben“,
wie das kleine Dorf an der westlichen Flanke des Arlbergpasses einst
genannt wurde, ist der praktische Ausgangspunkt zu einer stillen,
aber anspruchsvollen Wanderung. Vor und neben uns liegen die Para-
diese des Wintersports und berühmte Gipfel: Erzberg, Hasenfluh,
Trittkopf, Valluga, Albona, die markanten Maroiköpfe und der Burtscha-
kopf.
Gegenüber die waghalsig vor über 100 Jahren in den Fels gehauenen
Galerien, Tunnels und Kurven der Flexenstraße. Die Wiege des öster-
reichischen Skilaufs breitet sich vor uns, ein paar Generationen ist es
her, dass die Pioniere hier den Rausch des Abwärtsgleitens im Pul-
verschnee entdeckten und populär machten.

10
Ausgangspunkt/Endpunkt: Schwierigkeitsgrad: mittel
Stuben Gehzeit: 4 1⁄2 Stunden
Busverbindung: Höhenmeter: ➚ 680 m, ➘ 680 m
Nr. 90 (Bludenz-Langen-Lech) Einkehrmöglichkeiten:
Parkmöglichkeit: Kaltenberghütte, Stuben
Vor dem Dorf

Wegverlauf
Stuben/Hotel Post (1.407 m) – beschilderter Wanderweg „Kaltenberg-
hütte“ bei Verzweigung Fischteich links hinauf – Stubiger See – Kaltenberg-
hütte (2.089 m).
Rückweg: Richtung St. Christoph bis zum Fahrweg und auf diesem zum
Restaurant Albona – Wegweiser Stuben.

ARLBERG STUBEN

Tunnel Stubiger See

Tunnel ➔

Kaltenberghütte

11
Aufstieg zur Vogelperspektive 5
„Gegen den Strom“ von Zürs auf den Rüfikopf

„Ein Lecher Wunder ist die Vielfalt an Bergblumen, die nach dem Win-
terschlaf unter Komfortpisten bunte Teppiche bilden. Und vom Rüfikopf
aus grüßen auch im Sommer Schneefelder.“

Stefan Schneider, Leiter der Skischule Lech am Arlberg

Der Vorarlberger Fitness-Experte Toni Mathis empfiehlt, aufwärts zu


gehen und abwärts zu fahren. Das stärkt Muskeln und schont Gelen-
ke. Tun wir es doch! Auf dem Weg über die sommergrünen Winter-
pisten zwischen Zürs und dem Rüfikopf begegnen uns die Menschen,
die ihre Gelenke abwärts quälen – wie oft man grüßt! Oben, auf dem
Rüfikopf, liegt die ganze Pracht der Arlberger Berge rings um uns,
ihre markanten Formen brennen sich ins visuelle Gedächtnis ein
Leben lang: Rüfispitze, Hasenfluh, Omeshorn, Braunarlspitze, Moh-
nenfluh, Karhorn, Kaltenberg, Valluga.
Mit uns verschwitzten Aufwärts-Gehern freuen sich die im Sommer-
wind leicht fröstelnden Bergbahn-Gipfelstürmer an der Aussicht und
an bodenschmiegenden Vergissmeinnicht-Blauäuglein auf der run-
den Kuppe des Rüfikopfs. Kaum eine Gondel-Talfahrt ist so spannend
wie jene mit der Rüfikopfbahn: erst über die breite, karge Schafalpe
und dann über die Kante von Flühen und Schwarzwand, das „Aaah“
kommt direkt vom Zwerchfell. Die Vogelperspektive zoomt das som-
merliche Lech herbei, ein Walser Dorf von Weltrenommée.

12
Ausgangspunkt/Endpunkt: Schwierigkeitsgrad: mittel
Zürs/Zürs (Lech) Gehzeit: 2 1⁄2 Stunden
Busverbindung: Ortsbus Lech/ Höhenmeter: ➚ 640 m
Linie 4, Landbus Nr. 90 Einkehrmöglichkeiten:
Parkmöglichkeit: Monzabonalpe, Rüfikopf-Berg-
am Ortsrand von Zürs restaurant, Lech

Wegverlauf
Bushaltestelle Post Zürs (1.720 m) – Kirche – auf dem leicht ansteigenden
Güterweg zur Talstation – Trittalpbahn – Trittalpe – Monzabonalpe (1.979 m) –
Monzabonsee – Rüfikopf (2.362 m).
Talfahrt mit der Bergbahn, Rückfahrt nach Zürs mit dem Landbus 90 oder
Ortsbus Linie 4.

ARLBERG
LECH
Rüfikopf

Monzabonsee

Monzabonalpe

Trittalpe

ZÜRS

13
Horizonte hinter dem Schwabenmeer 6
Der Pfänder: Wander- & Aussichtsberg im Vier-Länder-Eck

„Die Redewendung Da geht einem das Herz auf’ ist ein Hinweis des

Volksmundes auf die Einheit von Körper, Geist und Seele. Die Freude
über ein außergewöhnliches Panorama vervollständigt die Gesund-
heitseffekte des Wanderns.”

Prof. Dr. Egon Humpeler, Internist, Bregenz, Wissenschaftlicher Leiter


der AMAS-Höhenstudie über den gesundheitlichen Nutzen des Bergurlaubs

600 Höhenmeter und immer über dem Bodensee: Der Anstieg von
Lochau auf den Hausberg der Bregenzer und Lindauer ist ein perma-
nentes Fernseh-Programm über den drittgrößten Binnensee Euro-
pas, über seine 64 km weite Wasserfläche. Je nach Jahreszeit und
Wetter erstreckt sie sich in Grau- und Blauschattierungen, spiegel-
glatt oder gewellt, gestreift, glitzernd oder schäumend, zwischen
Deutschland, der Schweiz und Österreich. „Fast wie geschmolzenes
Blei durch einen Goldschleier betrachtet“ sah Horst Wolfram
Geissler, der Autor des „Lieben Augustin“, den See mit seinen vielen
Namen: Bodensee, Schwäbisches Meer, Lacus Brigantinus – also
Bregenzer See, Lake of Constance. Die Erdkrümmung zwischen Bre-
genz und Konstanz beträgt übrigens 40 Meter, so dass man die Spitze
des Konstanzer Münsters mit dem Feldstecher erst im Anstieg sehen
kann. Die Weite ist schier unendlich, der Westen liegt hinter dem
Horizont. Endlich, ganz oben, breiten sich 200 Gipfel in der Rundsicht.
Greifvögel ziehen Kreise, Kinder tummeln sich im Wildpark.

14
Ausgangspunkt/Endpunkt: Schwierigkeitsgrad: leicht
Lochau-Wellenhof Gehzeit: 3 Stunden
Busverbindung: Nr. 10, 14a und Höhenmeter: ➚ 670 m, ➘ 670 m
19a von/nach Bregenz Einkehrmöglichkeiten:
Parkmöglichkeit: beim Wellenhof Pfänder, Lochau, Bregenz
(gebührenpflichtig)

Wegverlauf
Lochau-Wellenhof (412 m) – Parzelle Stein – historischer Rhombergstein,
Haggen – Kapelle Altreute/Abzweigung – Lohorn – Riese – Wildgehege
und Bergstation – Pfänderspitze (1.062 m). Abstieg: auf demselben Weg
nach Lochau. Alternativen: über Gschlief (steil) oder Fluh (Fluher Bus
nach Bregenz) und Gebhardsberg (gemütlich) nach Bregenz oder Talfahrt
mit der Pfänderbahn (Bregenz).

LOCHAU BODENSEE-VORARLBERG
Wellenhof
Am Stein

Bodensee Haggen
➔ Lohorn

Altreute Riese

Pfänder

Bergstation
BREGENZ

15
Wallfahrt zur schönen Aussicht 7
Auf Wander- und Pilgerwegen nach Maria Bildstein

„Wallfahrten lassen uns spürbar erleben, dass wir als Menschen stets
auf dem Wege sind zu einem Ziel, das alle voraus gegangenen Mühen
des Aufstiegs erfreulich bestätigt und als sinnvoll erweist. Die Ver-
ehrung Mariens weist uns auf die Treue Gottes hin, der seine Verspre-
chen verlässlich erfüllt.”

August Hinteregger, Pfarrer von Maria Bildstein

Viele Wege führen nach Maria Bildstein, kurze und weite, steile und
angenehm ansteigende, sonnige und schattige, Wanderwege und Pil-
gerwege mit Bildstöcken und Kreuzwegkapellen, Erscheinungs-
kapelle, Quelle und Gedenkstätte. Nicht einmal 300 Höhenmeter liegt
das Plateau über dem Rheintal. Es wird dominiert von der Wall-
fahrtskirche aus dem 17. Jahrhundert. Der Bregenzer Baumeister
Michael Kuen schuf hier eine eher bescheidene Ausprägung des
Frühbarock, die schlichte Fassade strahlt ruhige Harmonie aus. Die
Kirche geht auf eine Gelübdestiftung nach der Pest und eine Marien-
erscheinung zurück. Rundum schmucke Rheintalhäuser mit Schin-
delmänteln und Gasthäuser. Von den Bänken an der Terrassenkante
zwischen Gemeinde- und Pfarrhaus gleitet der Blick buchstäblich
grenzenlos über Bodensee und Allgäu, das St. Galler und Appenzeller
Hügelland, zu Säntis und Alpstein, in die Weite des Rheintals mit sei-
nen Siedlungen am Rand, der grünen Mitte und dem inselhaften
Kummenberg. Welch ein gesegneter Landstrich!

16
Ausgangspunkt/Endpunkt: Schwierigkeitsgrad: leicht
Schwarzach Gehzeit: 2 1⁄2 Stunden
Busverbindung: Landbus 13, 20, Höhenmeter: ➚ 400 m, ➘ 400 m
35; Bildsteinbus 45 und 46 Einkehrmöglichkeiten:
Parkmöglichkeit: Hinter dem Bildstein, Schwarzach, Wolfurt
Gemeindeamt, Tiefgarage Zentrum

Wegverlauf
Schwarzach (434 m) – Rebsteigstraße/Linzenberg – Museum Heimathaus –
Abzweigung Sonderwaldweg Ingrüne – Richtung Geisbirn bis zur Fahr-
straße – links, auf schmalem Waldweg rechts bis Geisbirn (750 m) – auf
der schmalen Straße nach Bildstein (656 m). Rückweg: Fahrstraße ab-
wärts, in Unterdorf Abzweigung nach links durch den Wald – Obertellen-
moos nach Schwarzach. Oder Bildsteinbus 45 und 46.

BODENSEE-VORARLBERG


BILDSTEIN

Geisbirn
Oberstellenmoos

Ingüne

Richtung
Bregenz
➘ ➔
Linzenberg
SCHWARZACH

Richtung

Dornbirn

17
Gratwanderung 8
Vom Furkajoch auf den Hohen Freschen, und das
Rheintal zu Füßen

„Es sind die Nähe, die Vielfalt und eine gewisse Lieblichkeit der Rhein-
taler Berge, was diese Region einzigartig macht. Mitunter kann ich
auch nachmittags noch eine Tour unternehmen, um das Panorama zu
genießen.”

Peter Mathis, Hohenems, weltweit tätiger Alpinfotograf

„Matonagrat“ – das klingt hochalpin und nach Steilabbrüchen links


und rechts. In Wirklichkeit ist der Anstieg viel einfacher. Der 2000 m
hohe Gipfel, Rundblicke ins Rheintal, hinüber in die Schweiz und zum
Bodensee, bis zur Silvretta und, 180 Grad weiter, über die Hügel von
Bregenzerwald und Allgäu, das ist schon etwas in unmittelbarer Nähe
zu den Vorarlberger Ballungsräumen!
Zu Füßen die Kämme und Wildbachschluchten der Vorarlberger
Helvetikumzone: harte Kalke und senkrechte Felsabbrüche schaffen
eine archaische Landschaft. Links und rechts die Hausberge der
Rheintaler Bergfreaks: Hohe Kugel, Schöner Mann, Strahlkopf, Stau-
fen, Bocksberg, First.

18
Ausgangspunkt/Endpunkt: Schwierigkeitsgrad: mittel
Furkajoch Gehzeit: 6 1⁄2 Stunden
Busverbindung: Höhenmeter: ➚ 245 m, ➘ 245 m
Keine Linienbusverbindung Einkehrmöglichkeiten:
Parkmöglichkeit: Freschenhaus, Alpen
am Furkajoch

Wegverlauf
Furkajoch (1.760 m) – Portlajoch (1.813 m) – Stechweidweg – Gäviser
Höhe – Matonagrat – Freschenhaus – Hoher Freschen (2.004 m).
Rückweg über dieselbe Route.

BODENSEE-VORARLBERG
Hoher Freschen


Freschen-
haus

Matonagrat

Gäviser Höhe

Portlajoch

Richtung
Damüls

Richtung
Laterns Furkajoch

19
Ausgangspunkt/Endpunkt: Schwierigkeitsgrad: mittel
Furkajoch Gehzeit: 6 1⁄2 Stunden
Busverbindung: Höhenmeter: ➚ 245 m, ➘ 245 m
Keine Linienbusverbindung Einkehrmöglichkeiten:
Parkmöglichkeit: Freschenhaus, Alpen
am Furkajoch

Wegverlauf
Furkajoch (1.760 m) – Portlajoch (1.813 m) – Stechweidweg – Gäviser
Höhe – Matonagrat – Freschenhaus – Hoher Freschen (2.004 m).
Rückweg über dieselbe Route.

BODENSEE-VORARLBERG
Hoher Freschen


Freschen-
haus

Matonagrat

Gäviser Höhe

Portlajoch

Richtung
Damüls

Richtung
Laterns Furkajoch

19
Ein Berg – Drei Schwestern 9
Zum unübertroffenen Rundblick über vier Länder

„Im Bodenseeraum trennen Grenzen nicht, sie verbinden. Der Blick von
unserem gemeinsamen Berg Drei Schwestern macht es deutlich:
Grenzen können unsichtbar sein.”

Roland Büchel, Geschäftsführer Liechtenstein Tourismus

Vier Länder – ein Berg – und reichlich Schweiß, bis die Drei Schwes-
tern erklommen sind. Wie eine gespaltene Faust ist die Majestät an
der Grenze von Liechtenstein zu Vorarlberg schon vom Bodensee aus
sichtbar. Die Sage ist greifbar: von den drei Schwestern, die frevelten
und Beeren sammelten, anstatt sonntags zur Kirche zu gehen, wofür
sie von einem Venedigermännchen mit Versteinerung bestraft wur-
den. In ihrem Schoße soll der Venediger sein Gold für immer ver-
steckt haben. Aber die drei steinernen Damen herrschen über einen
der schönsten 360-Grad-Rundblicke dieses Raumes: Häufchen von
Dörfern und Städtchen sind in das weite Grün des Rheintals getupft,
weit draußen die graublaue Wasserfläche des Bodensees, rechts und
geradeaus Vorarlbergs Topografie wie ein kunstvolles Relief, hinten
die Schweizer Bergriesen.
Unterwegs und oben empfehlen sich Schwindelfreiheit, Bergerfah-
rung und gute Kondition. Und es braucht auch Kraft, sich von diesem
Panorama loszureißen.

20
Ausgangspunkt/Endpunkt: Parkmöglichkeit: Talstation
Frastanz-Amerlügen Materialseilbahn Amerlügen
Busverbindung: Nr. 73a ab Fras- Schwierigkeitsgrad:
tanz (Landbus Nr. 73 Feldkirch- mittel bis schwer
Thüringen); Wochenende nur bei Gehzeit: 7 Stunden
Bedarf, Vorbestellung bis 20 Uhr Höhenmeter: ➚ 1250 m, ➘ 1250 m
des Vortags, T +43/(0)664/1621144 Einkehrmöglichkeiten:
Hinterälpele, Feldkircher Hütte
Wegverlauf
Frastanz-Amerlügen (520 m), Parkplatz kurz vor der Talstation der Mate-
rialseilbahn. Beschilderter Wanderweg Richtung Feldkircher Hütte – Drei-
schwesternweg – Vorderälpele (1.298 m, Aussichtspunkt Bodensee, Großes
Walsertal, Walgau, Klostertal) – Hinterälpele – Sarojasattel – Gipfelweg –
Drei Schwestern (2.053 m). Rückweg auf derselben Route.

BODENSEE-VORARLBERG
Feldkircher FRASTANZ
Hütte
Amerlügen

Sarojasattel


Drei
Schwestern

21
Angelika Kauffmann und 10
Eduard Mörike
Kunst, Literatur, Schwarzenberg und Hochälpele

„Mein Schulweg von einst vermittelt mir heute noch die Düfte der
Natur, den weiten Blick, Ruhe und Anziehungskraft.“

Franz Fetz, Hotelier, Romantikhotel Hirschen, Schwarzenberg

Kein Vorarlberger Dorfensemble ist so harmonisch, einheitlich und


geschlossen wie das von Schwarzenberg. Es ist die Heimat der Ma-
lerin Angelika Kauffmann (1741 bis 1814, Museum) und Urlaubsort
von Eduard Mörike, dem ein eigener Themenwanderweg auf unserer
Route gewidmet ist. Die dominante Kirche und die stolzen, nach
einem Brand vor 250 Jahren wiedererrichteten Gast- und anderen
Häuser mit ihren graubraunen Schindelpanzern sind einer der schön-
sten Ausgangs- und Endpunkte für Wanderungen. Dazwischen liegen
Wege, die schon der Dichter Eduard Mörike gegangen ist. Über den
Hochälpele-Blick schrieb er: „Welch eine unbeschreibliche Pracht!
Wie auf einem Turm stehend sahen wir ringsum überall weit ins Land
hinein, im Rücken wo wir herkamen den ganzen Bregenzerwald mit
seinen vielen Dörfern und Hütten zwischen Waldstreifen und Wiesen,
links die Schweizerberge, rechts Bayern und Österreich, vor uns
Württemberg und unten das liebliche Bregenz, Lindau, bis nach Frie-
drichshafen hinüber …“
150 Jahre später sehen wir gegenüber an schönen Tagen die bunten
Tupfen der Paragleiter über der Thermik der Niedere.

22
Ausgangspunkt/Endpunkt: Schwierigkeitsgrad:
Schwarzenberg leicht bis mittel
Busverbindung: Gehzeit: 4 1⁄2 Stunden
Nr. 38, 40 Höhenmeter: ➚ 770 m, ➘ 770 m
Parkmöglichkeit: Einkehrmöglichkeiten:
Zentrum oder Sennerei Schwarzenberg, Hochälpelehütte,
Schwarzenberg Lustenauer Hütte

Wegverlauf
Schwarzenberg-Dorfplatz (700 m) – Parzelle Gmeind – Richtung Hochäl-
pele – Hüttevorsäß – Hochälpelealpe – Hochälpelegipfel (1.464 m).
Rückweg über Gschwendsattel zur Lustenauer Hütte (1.243 m) – Klaus-
bergvorsäß – Schwarzenberg. Verkürzte Route: von der Hochälpelealpe
direkt zur Lustenauer Hütte (ca. 1 1⁄4 Std. kürzere Gehzeit).

BREGENZERWALD

Gmeind

SCHWARZENBERG

Hüttevorsäß
➔ ➔
Hochälpele

Hochälpelealpe


➔ Klausbergvorsäß
Lustenauer
Hütte

23
Finger die zum Himmel zeigen 11
Zwischen Au und Damüls über Sennalpen zur Aussicht

„Wer Berg-Geschichten hören will, trifft Einheimische in der Berg-


kristallhütte. Wer Einsamkeit und Ausblicke mag, geht vom Lug zum
Annalper Joch. Ich auch.”

Monika Albrecht, Tourismusbüroleiterin Au-Schoppernau

Eine Wanderroute, wenig begangen und mit vielfältigen Ausblicken


über die Bergwelt des Bregenzerwaldes und seiner angrenzenden
Regionen. Besonders lohnend sind die Berg-Blicke von der Kante des
Lug und auf dem anschließenden Gratweg zum Annalper Joch. Im
Westen die grüne Südflanke der ausladenden Kanisfluh mit ihrem
Holenke-Gipfel; wer Glück hat, sieht Steinböcke und Gemsen. Am
Annalper Joch begrenzt in weiter südlicher Ferne die Rätikonkette
den Ausblick. Der Abstieg schenkt Einblicke in Gegensätze: nah ragen
die spitzen, fast abweisenden Nadeln und Gipfel des Annalper
Stecken und der anspruchsvollen Kletterberge Hochkünzel, Tobler-
mannskopf und Zitterklapfen auf. Wir aber durchschreiten Alpweiden
und lassen uns im Hochsommer von Kuhglockengeläute begleiten.
Vormittags ist Kiebitzen beim Sennen angesagt.
Als Belohnung gibt es eine Rast in der Bergkristallhütte mit Blick ins
wilde Dürrenbachtal, hinüber in das Ski- und Wandergebiet Die-
damskopf und zur Tal beherrschenden Pyramide der Üntschenspitze.
Zu Füßen Au und Schoppernau, Heimat von Barockbaumeister-
Familien und des Dichters und Sozialreformers Franz-Michael Felder
(Museum).

24
Ausgangspunkt/Endpunkt: Schwierigkeitsgrad: mittel
Au-Argenau Gehzeit: 7 Stunden
Busverbindung: Nr. 40 Höhenmeter: ➚ 1200 m, ➘ 1200 m
Parkmöglichkeit: Einkehrmöglichkeiten:
Postamt Au Alpen, Bergkristallhütte, Au

Wegverlauf
Postamt Au (800 m) – Güterweg Alpe Godlachen und Brendleralpe –
Säckelalpe – Lug (1.762 m) – Annalper Joch (1.997 m) – Annalpe – Annalpe-
raualpe – Dürrenbachtal – Bergkristallhütte – Au.

BREGENZERWALD

AU

Wieden

Godlachenalpe
ach

renb
Dür

Lug Höhe Brendler-


➔ alpe
Bergkristall-
Hütte

Annalper Joch

Annalpe Annalperau
Alpe

25
Auf den Spuren der Walser 12
Am Fuß des Widdersteins vom Hochtannberg
zur Mindelheimer Hütte

„Wandern gibt den Menschen Luft, Sonne, Licht und Fitness bis ins
Alter. An den Südflanken des Widdersteins lässt sich das Licht zu jeder
Jahreszeit buchstäblich trinken – nichts stört den Fluss der Sonne über
den Gipfeln des Lechquellengebirges.”

Wolfgang Allgeuer, Seilbahningenieur

Sie kamen aus dem heutigen Kanton Wallis, genauer, aus dem Ober-
goms, warum, das beschäftigt die Forscher noch. Überbevölkerung?
Clanzwiste? Hungersnot? Auf jeden Fall siedelten sich die Walser im
14. und 15. Jahrhundert in Regionen an, die ihnen die Grafen von
Montfort zugewiesen hatten. Dazu gehörten auch der Arlberg, der
Tannberg und das Große und Kleinwalsertal. Auf diesen uralten Mi-
grantenpfaden wandern wir: vom einst dörflich besiedelten Hoch-
krumbach am Hochtannbergpass am Fuß des Widdersteins und dann
dorthin, wo die Welle der Bergeroberungen in den letzten eineinhalb
Jahrhunderten Hütten und Wanderwege entstehen ließ.
Und immer vor, hinter und neben uns die weitläufigen, kalkigen
Lechtaler Alpen und der Allgäuer Hauptkamm, eine ursprüngliche,
schroffe und wohl einst nur von den Walsern bewohnbare Landschaft.

26
Ausgangspunkt/Endpunkt: Schwierigkeitsgrad: mittel
Hochkrumbach/Gasthof Adler Gehzeit: 6 1⁄2 Stunden
Busverbindung: Landbus Nr. 40, Höhenmeter: ➚ 700 m, ➘ 700 m
Ortsbus Lech/Linie 3 Einkehrmöglichkeiten:
Parkmöglichkeit: Widdersteinhütte, Mindelheimer
beim Gasthof Adler Hütte, Hochkrumbach

Wegverlauf
Hochkrumbach/Gasthof Adler (1.670 m) – Wanderweg Richtung Widder-
steinhüte (2.010 m) – Gemstelpass – Obere Gemstelalpe (1.694 m) –
Sterzer Hütte – Geißhornsattel – Mindelheimer Hütte (2.058 m).
Rückweg: auf derselben Route bis Geißhornsattel – Richtung Haldenwan-
ger Kopf – Hirschgehrenalpe – Straße Warth-Hochkrumbach – auf der
anderen Straßenseite zum Gasthof Adler.

BREGENZERWALD

Mindelheimer
Hütte

Obere
Gemstelalpe

Widderstein ➔
Hütte Geißhornsattel
Gemstelpass
Haldenwanger Kopf

GH Adler

Hochkrumbach

WARTH

27
Rund um den Widderstein 13
Täler, Jöcher, Alpen an der Wurzel des Kleinwalsertals

„Diese Sonntagsrunde’ wählte ich in meiner aktiven Rennläuferzeit,



weil ich mich beim Konditions- und Krafttraining auch an der Natur er-
freute. Dazu trug ich zwecks höherer Trainingsintensität alte Ski-
schuhe. Die neuen holten sich Traudl Hecher und ich beim Strolz in
Lech, zu Fuß wohlgemerkt, und genau auf dieser Wanderroute.“

Edda Matt-Kainz, Ex-Skirennläuferin und


Obfrau der Lebenshilfe Kleinwalsertal

Das war und ist das Nomadenleben der Bergbauern: Mit Familie,
Vieh, Sack und Pack ziehen Bauern und Sennen im Frühjahr auf die
Voralpen, auch Vor- oder Maisäße genannt. Wenn der Bergschnee
geschmolzen ist, geht’s der Vegetation nach hinauf auf die Hochalpen
und ab Mitte September wieder zurück. Einheimische und Gäste fol-
gen ihnen auf sicher angelegten Wanderwegen nach, zu Alpen und
Hütten, über grüne Matten, durch spärliche, hochalpine Gehölze hin-
auf zu den schönsten Aussichtsgipfeln. Eine Alpe nach der anderen
passiert man auf dem Weg zum Widderstein, von wo aus an schönen
Tagen sogar der Bodensee zu sehen ist.
Wir bleiben an seinem Fuß und erfreuen uns an einer durch Berg-
bauern kultivierten Landschaft an der Wurzel des Kleinwalsertals,
das zu Österreich gehört und von Vorarlberg aus nur auf unseren
Wanderrouten erreichbar ist.

28
Ausgangspunkt/Endpunkt: Höhenmeter: ➚ 890 m, ➘ 890 m
Mittelberg-Bödmen Einkehrmöglichkeiten:
Busverbindung: Alpen Bernhardsgemstel und
Walserbus Linie 1 Schönesboden, Hintere und Obere
Parkmöglichkeit: Bödmen Gemstelalpe, Widdersteinhütte,
Schwierigkeitsgrad: mittel Bärguntalpe; Restaurants in Baad,
Gehzeit: 6 Stunden Bödmen

Wegverlauf
Mittelberg-Bödmen (1.150 m) – Gemsteltal am Fuß der wilden Widderstein-
wände – Bernhardsgemstelalpe – Alpe Schönesboden – Hintere Gemstel-
alpe – Obere Gemstelalpe – Widdersteinhütte (2.010 m) – Höhenweg zur
Bärgunt-Hochalpe – Hochalppass – Bärgunthütte – Innere und Äußere
Widdersteinalpe – Baad – Bödmen. Bus ab Baad.

KLEINWALSERTAL
MITTELBERG

Bödmen
Baad


al
untt

Widderstein-
alpe Bernhards-
Bärg

gemstelalpe

Obere
Widdersteinhütte Gemstelalpe

Bärgunt-Hochalpe
Hochalp-
pass

29
Silber unter den Sohlen, 14
Sonne über den Gipfeln
Panoramaweg Montafon

„Eine Wanderung über den Sonnenbalkon Bartholomäberg im An-


blick der weißen Kalkgipfel des Rätikon ist jedes Mal ein herrliches
Naturerlebnis. Dazu geben die Spuren des Bergbaues ein lebhaftes
Bild über die harten Lebensbedingungen der Bevölkerung in früheren
Jahrhunderten.“
Karl Perathoner, Wanderführer und Touristiker i. R.

Als Sonnenbalkon ist Bartholomäberg im Montafon ein Begriff. Es


schöpft aber auch, wie das Silbertal, aus einer buchstäblich tiefen
Vergangenheit. Denn hier wurden erst vor wenigen Jahren 7000 Jahre
alte Siedlungsspuren entdeckt. Einige Jahrhunderte wurden in der
schmalen Grauwackenzone wertvolle Erze abgebaut, z. B. Silber, Eisen
und Kupfer. In der Parzelle Worms gab es zeitweise 150 Stollen! Ver-
gangenheit zum Anfassen findet sich im Museum Silbertal. Ein Stück
des Weges führt in die Entstehung des Gebirges mit interessanten
Versteinerungen.
Zum Geschichts-Panorama kommen die schönsten Ausblicke, stets
nach Süden, auf die Kette des mächtigen Rätikon mit seinen markan-
ten Gipfeln: Sulzfluh, Drusenfluh, Drei Türme, Zimba, davor die Kraft-
werkslandschaft unterm Golm, daneben der senkrechte Abbruch der
Vandanser Steinwände. Der Walgau mit dem Unterlauf der Ill saugt den
Blick vom Rellseck in den Westen, Richtung Rhein, in sanftere Land-
schaften. Es ist eine Wanderung pausenloser Fotomotive.
30
Ausgangspunkt/Endpunkt: Schwierigkeitsgrad:
Bartholomäberg, Kirche leicht bis mittel
Busverbindung: Nr. 84 (Bahnhof Gehzeit: 4 1⁄2 Stunden
Schruns-Innerberg) Höhenmeter: ➚ 600 m, ➘ 600 m
Parkmöglichkeit: Einkehrmöglichkeiten:
Parkplatz neben der Kirche Rellseck, Bartholomäberg

Wegverlauf
Bartholomäberg, Kirche (1.087 m) – vorbei am Schulhaus auf der asphal-
tierten Straße – links durch den Wald bis Rellseck (1.487 m, Blick in den
Walgau) – oberhalb des Gasthauses Weg Richtung Monteneu (1.680 m) –
ein kurzes Stück Richtung Itonskopf – nach rechts Richtung Raschebella –
Fritzensee – Abkürzung nach Bartholomäberg.

MONTAFON

x
Itonskopf
GH Monteneu
Rellseck

Fritzensee

BARTHOLOMÄBERG

31
Im Herzen des Verwall 15
Über dem Sennigrat öffnet sich ein Fenster in den Skiwinter

„Schauen ist weiter, ist tiefer als sehen. Im Schauen öffnet sich das
Letzte, das Eigentliche – im Gehen und Wandern.“

Elmar Fischer, Diözesanbischof von Vorarlberg

Eine der beeindruckendsten Wanderungen im Montafon, deren Pano-


ramablicke trotz Anfahrt mit der Schrunser Hochjoch-Bergbahn ver-
dient sein wollen. Schon die stolze Höhe des Sennigrats von 2.400 m
lässt Tief- und Fernblicke erwarten. Sie sind überwältigend: Nicht
weniger als fünf Gebirgsgruppen – Silvretta, Rätikon, Verwall, Lech-
quellengebirge und, weit draußen im Westen, die grünen Flysch-
kämme der Diagonale Vorarlbergs – bilden den Gebirgskreis.
Es öffnet sich aber auch ein Blick in den Wintersport: Dort, wo grüne
Alpmatten und Felshänge weite Mulden bilden, wo Herz-, Schwarz-
und Seebligasee blinzeln, gleiten in der kalten Jahreshälfte die
bunten Punkte der Skifahrer und Snowboarder zwischen Grasjoch,
Kreuzjoch und Seebliga. Rundum Flurnamen, die in die rätoromani-
sche Vergangenheit des Montafons weisen: Zamang, Kapell, Lifinar,
Furkla …

32
Ausgangspunkt/Endpunkt: Schwierigkeitsgrad: mittel
Bergstation Hochjochbahn-Kapell Gehzeit: 3 1⁄2 Stunden
Busverbindung: Höhenmeter: ➚ 434 m, ➘ 434 m
Nr. 85 und Ortsbus Nr. 3 Einkehrmöglichkeiten:
Parkmöglichkeit: Bergrestaurant Kapell, Wormser
Talstation Hochjochbahn Hütte, Schruns

Wegverlauf
Bergstation Kapell (1.873 m) – am Alpkreuz vorbei auf gepflegtem Weg
zum Sennigrat (2.395 m) – Wormser Hütte (2.307 m) – Abstecher zum Kreuz-
joch (2.398 m) ca. 1⁄2 Stunde.
Rückweg über Herzsee, Schwarzsee und Seebliga zur Bergstation Kapell.

MONTAFON

SCHRUNS

Seebliga

Bergstation

Kapell
Schwarzsee
Sennigrat

Wormser Hütte Herzsee


Kreuzjoch

33
Schneegekrönte Majestäten 16
Auf den Spuren Hemingways am Fuß des Piz Buin

„… als es dem Frühling zuging, gab es die große Gletscherabfahrt, glatt


und gerade, endlos gerade … Es war schöner als jedes Fliegen oder
sonst irgend etwas …“

Ernest Hemingway, Literatur-Nobelpreisträger


(Aus „Paris – ein Fest fürs Leben“, Rowohlt Verlag, Reinbek)

Ein Hochgebirgspanorama erstreckt sich von modernster Energie-


technik über Geröll leckende Gletscher bis zu den stolzen, schneege-
krönten Majestäten der höchsten Vorarlberger Gipfel. Da könnte man
schon sinnieren über den Zeitraffer der Menschheitsgeschichte in
einer kleinen Alpen-Ewigkeit. Und als ginge die Welt sie nichts an,
sprudelt und murmelt und gischtet ein Wasserlauf am anderen neben
den Wegen und durch Blumenvielfalt. Der Blick ist gefangen im
Ochsental, das nur offen ist nach oben und zum Silvretta-Stausee, mit
38 Millionen Kubikmetern Speicherraum der größte der Silvretta. Wo
der höchste Berg Vorarlbergs, der 3.312 m hohe Piz Buin, den Glet-
scher wie einen Mantel angelegt hat, werden Ausblicke endlich. Die
Riesen tragen Namen: Silvrettahorn, Seehörner, Hohes Rad, Lob-
spitze, Dreiländerspitze …
Daran erfreute sich Mitte der zwanziger Jahre schon Ernest He-
mingway, übernachtet hat er im Madlenerhaus am Fuß der Silvretta-
see-Staumauer, die es freilich damals noch nicht gab.

34
Ausgangspunkt/Endpunkt: Schwierigkeitsgrad: mittel
Partenen-Bielerhöhe, Anfahrt Gehzeit: 4 1⁄2 Stunden
über Silvretta-Hochalpenstraße Höhenmeter: ➚ 410 m, ➘ 410 m
(Maut) Einkehrmöglichkeiten:
Busverbindung: Nr. 85 Wiesbadener Hütte, Bielerhöhe
Parkmöglichkeit: Bielerhöhe

Wegverlauf
Parkplatz beim Silvretta-Stausee (2.036 m) links des Sees ins Ochsental –
Wiesbadener Hütte (2.443 m).
Rückweg auf derselben Route bis zum See – beim Zollhaus nach links
über den Klostertaler Bach – hoch über dem Stausee und über seinen
Damm zum Parkplatz.


MONTAFON
Richtung Bielerhöhe
Partenen
see

Stau
etta

Silvr

Wiesbadener Hütte
Vermuntkopf

35
Inclusive Cards Vorarlberg

Damit unsere Urlaubsgäste zu günstigen Preisen oder gar zum Null-


tarif in den Genuss der Vorarlberger Freizeiteinrichtungen oder der
öffentlichen Verkehrsmittel kommen, gibt es sechs regionale Inclu-
sive Cards.

Am Arlberg, im Bregenzerwald und Kleinwalsertal ist die Card im


Übernachtungspreis inbegriffen. In den Destinationen Alpenregion
Bludenz, Bodensee-Vorarlberg und Montafon kann die Card gekauft
werden. Auf Ausflügen außerhalb der Region gibt es mit der Inclusive
Card Ermäßigungen. Für die einheimische Bevölkerung gibt es Sai-
sonkarten.

Wandern mit Bus und Bahn


Der öffentliche Verkehr in Vorarlberg mit Bahn, Bus und Schiff ist sehr
gut ausgebaut und bietet preisgünstige Tarife. Bahnen und Busse fah-
ren im Taktverkehr, die regionalen Fahrpläne sind miteinander ver-
knüpft. An Wochenenden und Feiertagen fahren die öffentlichen Ver-
kehrsmittel in größeren Zeitabständen als wochentags.
Regionale Fahrpläne gibt es in den Tourismusbüros, Landbus-Service-
stellen und im Internet: www.vmobil.at

Impressum
Herausgeber: Vorarlberg Tourismus, A-6901 Bregenz, Postfach 302,
T +43/(0)5574/42525-0, F 42525-5, info@vorarlberg.travel,
www.vorarlberg.travel
Fotos: Cover: Lünersee/Rätikon – Kevin Artho, Seite 4/5: Schillerkopf – Kevin
Artho, Seite 6/7: Hoher Fraßen – Alex Kaiser, Seite 8/9: Blick auf die Rote
Wand – Kevin Artho, Seite 10/11: Kaltenberghütte – Georg Gantner, Seite
12/13: Blick vom Rüfikopf – Alex Kaiser, Seite: 14/15: Bodensee-Panorama –
Walter Vonbank, Seite 16/17: Bildstein – Ländle Verlag GmbH, Seite 18/19:
Hoher Freschen – Kevin Artho, Seite 20/21: Blick von den Drei Schwestern –
Kevin Artho, Seite 22/23: Schwarzenberg – Peter Mathis, Seite 24/25: Ann-
alpe – Kevin Artho, Seite 26/27: Blick vom Geißhorn auf Widderstein – Klein-
walsertal Tourismus, Seite 28/29: Blick ins Gemsteltal – Kleinwalsertal Tou-
rismus, Seite 30/31: Bartholomäberg/Rellseck – Andreas Gaßner, Seite 32/
33: Drei Türme und Drusenfluh – Kevin Artho, Seite 34/35: Piz Buin – Helmut
Häusle.
Texte: Doris Rinke
Druck: Druckerei Hecht, 6971 Hard. Printed in Austria. 2. Auflage 2007
Dank: Vorarlberg Tourismus bedankt sich beim regionalen Wanderwege-
koordinator Hugo Habicher für die Mitarbeit bei der Auswahl und Zusam-
menstellung der Wanderungen. Die Routenkärtchen wurden von der Abtei-
lung Raumplanung des Landes Vorarlberg zur Verfügung gestellt.
36