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FLOREA

BOBU

FLORESCU

DIE TRAJANSSAULE

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FLOREA

BOBU

FLORESCU

DIE TRAJANSSĂULE

GRUNDFRAGEN

UND

TAFELN

*

1 9 6 9

AKADEMIE-VERLAG

BUKAREST

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RUDOLF

HABELT

VERLAG

BONN

GmbH

Aus dem rumănischen Manuskript iibertragen

von

Dr.

ARNOLD

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PANCRATZ

INHALT

 

Seite

Vorwort

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7

J.

Die

Forschungsgeschichte

cler Săule

 

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9

 

Die Literatur 9 <? Freilegung und Restaurierung im Mittelalter 12 <? Die Wie- dergabe cler Săule auf Stichen 12 <? Die Wiedergabe cler Săule auf Abgiissen 16 <?

II.

Das

Forum Traiani

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19

III.

Die Bcdeutung des Denkmals

 

25

lV.

Die

lnschrift

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28

V.

Die

Gliederung

des

Denkmals

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38

 

Baustoffe und Ausfiihrung 38 <? Bauform, MaBe und Verhăltnisse 39 <? Bau- teile, Anordnung und Aufgaben 40 <? Die Register 40 <? Das Piedestal oder

die Basis

40

<? Der Săulenschaft 4 7 <? Das

 

Akroterium 51 <? Die Tra-

jansstatue 51 <? Die in Stein gemeil3elce Chronik „utriusque belii dacici" 52 <?

VI.

Dic Saule auf

den

Miinzcn

Trajans

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5 7

 

Die Săule zur Zeit des fiinften Konsulats 5 7 Konwlats 58 <?

 

<? Die

 

Săule in cler Zeit

 

des

 

sechsten

Vll.

Die

Sachkultur

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61

 

Die Waffen

. I. Die Angriffswaffen 62 <? Dic

A.

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Die Waffen cler Rf.mcr

 

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Keule

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62

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<? Die

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Schleuder

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. . 62 <? Der

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Bogen

61

62

62 <? Der Gladius 62 <? Der Dolch 66 <? Die Lanzen und Katapult 66 <?

 

66

 

<? Rammbock

II.

Die Verteidigungswaffen 66 <? Die Schilde 66 <? Der

 

Rundschild

 

69 <? Der

Ovalschild 69 <? Die

Verzierung

 

69

 

<? Der

 

halbzylindrische

 

Schild

 

81

 

<? Der

sechseckige Schild 84 <? Der Riickenschild 85 <?

 

B.

Die Waffen cler Daker

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85

I. Die

Angriffswaffen

85

<? Der

 

Bogen

 

85

 

<? Die

Sica

85

 

<?

 

Der

 

Gladius

86 <? Der

Rammbock

86

   

<? Die

 

Balliste

 

86

 

li. Die Verteidigungswaffen 86 <? Die Schilde 86 <? Der Rundschild 88 <? Der

Ovalschild 88 <? Die Ver1ierung 88 <?

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Die Klcidung

 

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100

A.

Die Klcidung der Romer 100 ~ Die Militartracht 100 ~ Die Darstellung Trajans

100

 

Das Bild Trajans auf dem Relief des Tropaeum Traiani in Adamklissi 100

 

Das Bild Trajans auf dem Săulcnrelief 103 ~

 
 

Die

Darstellung

des Romischen Heeres 107 ~

 

Kopfbedeckung 107 ~

 

Die Hel-

 

me 107 ~

 

Der

 

Rundhelm 107~ Der

 

Spitzhelm 108 ~

 

Die

 

Leibstiicke 108 ~

 

Die Kleidung

vom Giirtel abwans 110 ~

 

Die

 

romische

 

Zivilkleidung 110 ~

U.

Die Klcidung dcr Daker 112 ~ Die dakische Mănnenracht 112 ~

 

Haartracht und

 

Kopfbedeckung 114 ~ Die Helme 114 ~ Die Leibstiicke 115 ~ Die Kleidung

 

vom

Giirtel abwarts 115 ~

 

Die Klcidung der dakischen Kataphraktareiter 116 ~

 

Die

dakische Frauentracht 117 ~ Haartracht und Kopftiicher 11 7 ~ Die Leibstiicke 117 ~

 

Die Kleidung vom Giirtel abwărts 118 ~

 

Der Schmuck 120 ~

 

VIU.

Nachklănge der Dakischen

Kriege

 

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121

 

A. Denkmăler 121 ~ Das

 

Siegcsdenkmal

 

von

Adamklissi

 

„Tropaeum

Traiani"

121

~ Das Trajansbogen in Benevent 125 ~

 

B.

Miinzcn und Gedcnkplatten 130 ~ Miinzprăgungen 130 ~ Gedenkplatten 136 ~

 

IX.

Nachahmungen

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137

 

Die Markussăule 137 ~

 

Die

 

Săule des

 

Theodosius

I.

148

 

Die Săulc

 

des Arkadius 15O ~

 

Tafeln

 

161

Literatur.

 

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VORWOR T

Das Kunstwerk in seinem Zusammenhang zu studieren und a/le Ergebnisse der Forschung iiber das beriihmte Denkmal auJ dem Trqjansforum von Anbeginn bis heute Jiir eine moglichst genaue Kenntnis der

Sciule auszuwerten, waren die Leitgedanken der vorliegenden Arbeit; ich war bemiiht, ihnen getreulich zu Jo/gen. Dabei stellte ich zu meiner nicht geringen Freude Jest, dajl vor 286 Jahren, Raphael Fabretti, F. Gaspari Urbinati in ihrem Buch die wissenschaJtliche Grundlage zu dieser Forschung gelegt hatten. Die Trajanssăule erschien in einem Augenblick, als das GeJiihl der Fii/le und Sattheit als Folge der militărischen Siege Trajans in der romischen GesellschaJt seinen Hohepunkt erreichte. Sie war die in Stein gemeijelte Chronik der Ereignisse, denen man den Wohlstand verdankte, indem sie den wahren VerlauJ der beiden Dakischen Kriege, die zur Umwandlung Dakiens in eine romische Provinz geJiihrt hatten, getreulich

copiarum curam adiuvit secunda

expeditione qua universa Dacia devicta est (Annee epigraphique, 1934, 2).

Der Wahrheitsgehalt des RelieJs wird durch den vollen ErJolg der romischen WaJJen gestiitzt. Diese Tatsache /iest man von dem etwa 250 m langen BasrelieJ der S ăule ab. Handelt es sich um Ramer, ihre Verbiindeten oder ihre geJiirchteten Gegner, die Daker, immer werden die Szenen sorgJăltig und klar ausgeJiihrt, und die Sprache des RelieJs ist der Handlung angemessen. Die Obertragung des geschichtlichen

Dokuments auJ die Săulenspirale,geschah wie auJ ein riesiges Papyrus. AusJiihrlichkeit oder Knappheit der Darstellung eines Details hăngen vom Gewicht ab, das ihm im grojlen Zusammenhang zusteht. Die Ereignisse Jo/gen chronologisch ab, und wo es wichtig scheint, wird man eingehender. Anders wird auch in ZukunJt keine Kriegsgeschichte geschrieben.

1viederholte. Dies besagt auch Jolgende Inschrift: C. Caelius Martialis

Die Genauigkeit der SzenenJolge, die Wiederkehr derselben Formeln - in wechselndem

Zusammenhang -

hestătigen, daJl die Săulenchronik auJ einer sicheren Grundlage ruht, auJ dem Kriegstagebuch Trajans. Der

Schriftsteller Priscianus zitiert einen einzigen Satz (VI, 6, 5.205) : Trajan im 1. Buch der

lJakischen Kriege Von dori riickten wir auJ Berzobis vor, darauJ auJ Aizis." Die Erorterung der GrundJragen deutet den AuJbau des vorliegenden Bandes an. Die S ăule wird in einen grii.fleren Zusammenhang gestellt und tritt sowohl mit den anderen Forumsbauten als auch mit anderen Săulen in engere Beziehung, der Markussiiule, den Săulen des Theodosius I. und des Arkadius, denen sie als Vorlage diente.

Was Jriiher noch

summarisch

oder gar

nicht

behandelt

wurde,

erscheint jetzt

in

selbstăndigen

Kapiteln: die Inschrift, die Săule auJ Miinzen, die Elemente der Sachkultur, die Nachahmungen. Ein geschichtlicher Abrij der SăulenJorschung wird vorausgeschickt, die wichtigsten Beitrăge zur Kenntnis der Săule gewertet. Einigen kurzgefaf3ten Angaben iiber das TrqjansJorum Jolgt ein Kapitel iiber die Bedeutung der Săule, iiber die Inschrift mit einer ana(ytischen, auJ Berechnungen beruhenden Darstellung der Lesart des verstiimmelten Wortes in der letzten Inschriftenzeile, tantis operibus,

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1vie es der Anotrymus von Einsiedeln im 10. Jahrhundert auf der rmversehrten Inschrift noch sah und abschrieb. Das Kapitel uber die Gliederung des Denkmals enthălt cine Beschreibung a/Ier Register s01vie Majfangabe11. Man kann die verschiedenen Etappen des S ăulenbaues auf den Munzen ihrer Zeit verfolgen. Das Kapitel uber Elemente der Sachkultur umfajft die Waffen der beiden kriegfuhrenden Parteien und zum ersten Mal eine Beschreibung 1111d Klassiftkation der S childe ," es folgt eine systematische Darstellung der Trachten der Reliefftguren. Dieses Buch ersetzt wohl den ersten angekundigten, aber nie erschienenen Band des Werkes von Cichoritts, der fast dieselben Grrmdfragen umfassen sol/te. Die eigentliche Beschreibung der Szenen bildet den Inhall eincs anderen Bandes vorliegender Band ist

selbstăndig.

Fur vergleichende Studie11 hielt ich die Einteilung der Reliefszenen nach C. Cichorius fur nutzbrin- gend,- in der Wiedergabe diestr Szenen liegt der Grundbestand dieses Bandes. Die photographischen Aufnahmen der S iiulenabgusse besorgte ich im ]ahre 1967 in Rom, vor ihrem Abtransport nach Bukarest, z. T. auch in Bukarest selbst ,- andere wurden von der S ăule direkt gemacht. Bine Reihe von Reproduktionen (Abb. 11, 19, 20, 38, 44, 52c, 58a) verdanke ich dem Wohlwollen des Deut- schen Archăologischen Institutes in Rom, (Herr Dr. H. Sichtermann) das sie mir fur eine spiitere Verwendung schon vor Jahren giitigst zur Verfugung stellte. Ebenso gebUhrt Dank Herrn Octavian Iliescu fur die anregenden Fachgesprăche. Ein Wort des verbindlichsten Dankes richte ich an den deutschen Verleger Dr. Rudolf Habelt, der durch diese gemeinschaftliche Ausgabe nun schon zum zweiten Male einen Band uber die Dakischen Kriege, die unauftoslich mit dem Ursprung des rumănischen Volkes verbunden sind, der Fachliteratur der Welt darreicht. Dank gebuhrt desgleichen Herrn Dr. Arnold Pancratz fur die sinngerechte Obersetzung der rumănischen Handschrift und Prau lise Călinescufur das sorgfăltige Lektorat. Ebenso danke ich dnn Akademie- Verlag Bukarest fur seine Muhe um eine besonders gute Ausstattung.

Bukarest, am 22. April 1969

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Dr. FI.

B. Floresctt

I. DIE FORSCHUNGSGESCHICHTE

DER SĂULE

Als man begann sich mit cler Saule zu beschaftigen, handelte es sich um MaBnahmen, die zu ihrem Schutz und zu ihrer Freilegung getroffen wurden. Dann schritt man an clas eigentliche Studium und betrachtete sie als Bau- und Kunstwerk und als historisches Denkmal. Das Bild cler Saule wurde gestochen ader in natilrlicher GroBe auf Kunststein abgedruckt.

DIE

LITERATUR

Hieronymus Mutianus (1530-1590) ist es, cler zum ersten Male eine Schrift iiber die Saule verăffentlichte. 1 Der zweite in cler Reihe ist F. Alfonso Giaccono Hispano (1540-1599), cler ein Biichlein im Jahre 1576 2 schrieb, clas in den Jahren 1585 und 1716 wiedergedruckt wurde. Dann folgt im Jahre 1667 clas umfangreiche Buch mit Stich von Pietro Santi Bartoli, mit lateinischer Einfiihrung von A. Giacconius und Erklarungen von Gio. Pietro Bellori. 3 Trotz Fehler und zahl- reichen Unstimmigkeiten bringt dieses Buch doch viei wertvolles, u.a. Schnitte, die ich wiedergebe (s. Abb. 1-6). Die sechste Zeile cler Inschrift erscheint in diesem Buch zum ersten Male, doch unrichtig, in einer durch die Wortgruppe tantis ruderib11s wiederhergestellten Form.

Erst im J ahre 1683, alsa noch im 17. J ahrhundert und nur 16 J ahre spater,

erscheint ein anderes,

clas erste eingehende Werk von Raphael Fabretti, F. Gaspari Urbinati. 4 Das Buch wird im Verhaltnis zum Wert den es besitzt m.E. nach zu wenig beniitzt. Und clas zu unrecht. Zum Beweis sei hier clas Inhaltsverzeichnis angegeben, in dem sich die Vielfalt und Bedeutung cler behandelten

Probleme spiegeln: I. De ijs q11ae ad historiam pertinentomissis; II. De min11tiorib11S q11ib11sdam, ac per- peram appositis ," III. De ijs quae correctione non indigebant emendatis ,- IV. De coniectaneis, et in utramque pariem disputabilibus; V. De remorum ordinibus in veterum Triremib11s, et alijs multiremibus Nat1igijs;

VI. Obseruanda circa veterum ritt1s, et stperstitionem ,- VII. Excerpta de

re militari,- VIII. Inscriptiones

l Vgl. W. Froehner, La co!onne Trajane, Paris, 1865, S. 8; Ders., La co!onne Trajane. D'apres le surmoulage execute a Rome en 1861-1862. Reproduite en photographie par Gustave Arosa, Paris, 1872. 2 Hisloria utriusque bel!i dacici a Troiano Caerare gesti ex simu!acris quae in columna ejusdem Romae visuntur col!ecta, auctore F. Alfonso Giaccono Hispano, Romae, 1576. 8 La co!onna Troiana. Eretta dai senato e popolo romano all'imperatore Traiano Augusto nel suo foro in Roma. Scol- pita con l'historie delia guerra dacica la prima e la seconda

espedittione, e vittoria contro ii re Decebalo. Nuovamente designata, et intagliata da Pietro Santi Bartoli. Con l'espo- sittione latina d'Alfonso Giaccone, compendita sulla vulgare lingua sotto ciascuna imagine, accresciuta di medaglie, iscritt- ioni, e trofei, da Gio. Pietro Bellori. Con diligente cura, e spesa a perfettione, e data in luce da Gio. De Rossi dalie sue stampe in Roma, Rom, 1667. ' Raphaelis Fabretti, F. Gasparis Urbinatis, de columna Traiani qntagma. Romae 1683. Ex officina Nicolai Angeli Tinaffij.

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10

DIE TRAJANSSAULE

ad hanc Belii Dacici historiam facientes IX. Numismata occasione utriusque expeditionis În Da cos percussa, el ad eorum intellectum, feries chronologica totius Belii Dacici exposita.

Besonders die Kapitel VIII und IX behandeln Inschriften und Munzen, die sich auf die Dakischen Kriege beziehen, und verdienen voile Beachtung. Fabretti untersucht in chronologischer Reihenfolge die M unzprăgungen, die sich auf die Dakischen Kriege beziehen und veroffentlicht als Studienbehelf ein Verzeichnis der Amter, die Trajan nacheinander bekleidet hat. Ich veroffentliche es auf S. 136 und verweile bei der Frage, welchen Beitrag der Verfasser zur Klărung der einschlăgigen Probleme geleistet hat. Marliano liest als erster den Text der Inschrift an der Săule aufmerksam; er ubernimmt in die letzte Zeile die Lesart des Anonymus von Einsiedeln (10. Jh.), nicht die seines Vorgăngers

Pietro Bellori, und liest den letzten Slltz:

„Ad declarandum quantae altitudinis mons el locus tant[is

oper]ibus sit egestus." Damit lehnt er die Wiederherstellung durch die Worte „tant[is ruder]ibus" Pietro Belloris ah. Die Lesart von Marliano ist trotz aller Einwănde tatsăchlich die ursprungliche, wie im IV. Kapitel gezeigt werden wird. 5 In der zweiten Hălfte des 19. und am Anfang des 20. Jh. nehmen die Forschungen uber die Trajanssăule an Umfang zu; in dieser zweiten Forschungsetappe erscheinen die gelehrten Monographien von W. Froehner und Conrad Cichorius, die bis heute gultig und vorbildlich sind. W. Froehner schrieb zwei Bucher uber die Săule ; das eine, mit Zeichnungen, erschien im Jahre 1865, das andere, mit photographischen Aufnahmen von Săulenabdrucken, in den Jahren 1872-1875. Beide Bucher zeichnen sich durch Sorgfalt in der Forderung der historischen Wahrheit aus. Eine geschichtliche Einleitung fohrt in das erste Buch ein. Der Verfasser erzăhlt die wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der Daker; dann untersucht er das Trajansforum und seine Bauten im Lichte der klassischen Quellen. Als erster verfolgt er den Verlauf der beiden Dakischen Kriege; er bestimmt den Weg, den beide Kriegszuge nahmen, und erklărt die Bedeutung der strategischen StraBe, die schon Tiberius im Jahre 28.u.Z. begann und Trajan vollendete, der StraBe, die beim Eisernen Tor den Zugang zum sudlichen Teii der Gebirgskette offnete, die sich bis an das Ufer der Donau erstreckt. Die Untersuchungen uber die Trajanssăule gipfeln im Werke von Conrad Cichorius. 6 Die sachliche Gruppierung der Szenen und ein klarer, verhaltener Kommentar zeichnen es gleicher- maBen aus. Cichorius legte die Szenen mit Hilfe einer ziemlich komplizierten Methode fest. Um aus den Szenen eine zusammenhăngende Erzăhlung zu erhalten, stellte er durch die Prufung von 3-4 aufeinanderfolgenden Abschnitten an die 115 Tafeln zusammen. Er nummerierte sowohl die Tafeln bis 115 als auch die Abschnitte fortlaufend. Da der Hersteller der Abgusse nicht fortlaufend numme- riert hatte, so hielt sich Cichorius nicht an diese Nummerierung, sondern nummerierte selbst von 1 bis 414 und schrieb die entsprechende Zahl vor jeden Abschnitt. Die Darstellung besteht aus einer Reihe einheitlicher Szenen. Cichorius teilte diese zusammenhăngenden Szenen in Einheiten, die . schon vom Hersteller der Abgusse in einer Art bezeichnet worden waren, die man aber nicht uberall leicht ausnehmen konnte. Cichorius hat seine Methode, mit der er die verschiedenen Einheiten im Rahmen der Szenen identifizierte, in einem ersten Band, Systematik, dargestellt; er ist aber nie erschienen, sondern wird vom Verfasser bloB erwăhnt. Durch Teilung des Reliefbandes erhielt man 155 Szenen; davon gehoren 77 (I-LXXVII) zum ersten und 77 (LXXIX-CLV) zum zweiten Krieg. Das Bild LXXVIII blieb an der Numme- rierung unbeteiligt und stellt somit die Verbindung zwischen dem ersten und zweiten Dakischen

Krieg dar.

6 B. Marliano, L'Antichita di Roma,

1548,

S,

83

6

Conrad Cichorius, Die Reliefs der Trajanssiiule. Textband

I-III (eigentlich

Berlin-Leipzig, 1896-1900.

nur

Bde 11-111)

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und Tafelband

1-11,

b!E FORSCHUNGSGESCHICHTE DER SAUl.fi

11

Cichorius versieht die Szenen mit einer ausfi.ihrlichen Beschreibung und schlieGt immer eine Erklărung an. Die Beschreibung ist ăuGerst sachlich; sie beruht auf dem unmittelbaren Studium der Abgiisse, und der Verfasser vermeidet es, den Lauf der Beschreibung durch eine Erklărung

zu unterbrechen. Er arbeitet:

geringste Detail ausgedehnten Betrachtung und Nachprilfung des Abgusses. Sie soll alles am Relief zu erkennende ganz objektiv aufzăhlen, und es ist iiberall sorgfăltig vermieden worden, în diese " 7

Beschreibung und Schilderung bereits irgendwelche Erklărung hineinzulegen

Der Verfasser stellt fest, daG jede Szene fi.ir sich betrachtet wurde, und nur wenn ihr Inhalt ermittelt war, ging man daran, sie mit anderen zu vergleichen, oder man versuchte, ihren Ort zu bestimmen. Das Werk von Conrad Cichorius ist bis heute der Ausgangspunkt fi.ir jede Art von Arbeiten geblieben, die sich mit der Trajanssăule befassen. Das clritte gruncllegencle Werk, wenigstens fi.ir clie Darstellung einiger Seiten der Dakischen Kriege, z.B. cler Expeclition Trajans nach Adamklissi in cler Dobruclscha, verfaGte Teohari Antonescu. 8 Als postumes Werk ist es nicht nachgeprilft worclen, und geracle deshalb kann man sagen, daG es nicht das letzte Wort des Jassyer Professors bedeutet. So wie C. Cichorius und zum Teii W. Froehner, ist auch Teohari Antonescu eifrig darum bestrebt gewesen, eine Wechselbeziehung zwischen den Darstellungen auf cler Săule und cler Bestimmung cler Orte herzustellen, wo Kriegshandlungen stattgefunclen haben. Es ist klar, daG dieser berechtigte Wunsch ein verwegenes Unternehmen bedeutet hat. Aber nicht weniger wahr ist es, daG cler Verfasser feststellt, es habe wirklich eine Schlacht în cler Dobrudscha bei Adamklissi stattgefunden. Damit wird die Nachricht iiber die Errichtung des Monumentes von Adamklissi zur Zeit Trajans, die die Denkmalsinschrift beglaubigt, auch auf diesem Wege gesichert. Die Einzelheiten, welcher Art immer, stimmen oft nicht mit den letzten Forschungsergebnissen iiberein; dieser Umstand belastet den positiven Sinn einer Darstellung im allgemeinen nicht. Zu clen gruncllegenclen Werken iiber clie Trajanssăule in cler zweiten Forschungsetappe zăhlt clas durch wissenschaftliche Tiefe ausgezeichnete Werk Karl Lehmann-Hartlebens. 9 Dieser Autor bleibt bei einigen Einwănclen, clie er gegen clie Restitution cler Inschrift cler Trajanssăule clurch Charles Brustan im Jahre 1920 uncl 1922 10 gemacht hatte. Auch er steht auf clem Stanclpunkt Ch. Brustons, clie Wortgruppe tantis operibus - die Fabretti im allgemeinen billigt -fâncle im zerstărten Teii cler Inschrift keinen Platz und milsse folglich mit tantis opibus ersetzt werclen. Im weiteren behandelt cler Verfasser eine Reihe von Problemen, clie die Trajanssăule aufwirft, die Ansprachen, Opferszenen, Bauprobleme, Gesandte und Gefangene, Mărsche, Kămpfe und Fragen allgemeiner Art, wie das Verhăltnis zwischen Komposition und Architektur, Raum und Stil und schlieGlich clas Verhăltnis zwischen Kiinstler und Werk. Zweifellos gehărt das Buch Karl Lehmann-Hartlebens în die Reihe der klassischen Werke, trotz einiger Behauptungen, die sich im Laufe der Zeit als nicht stichhaltig erwiesen haben, wie z.B. iiber den Zeitpunkt des Beschlusses, daG die Trajanssăule zugleich auch Grabstătte Trajans sein solie, usw. Die dritte Etappe der Verăffentlichungen wird gekennzeichnet durch eine weite Sicht der fi.ihrenden wissenschaftlichen Forscher. Einen Markstein bedeutet das Werk Giovanni Becattis, 11 dessen Titel die neue Richtung erklărt, die die Forschung eingeschlagen hat. Nachdem G. Becatti clas schwierige Problem der Herkunft der Săule behandelt hat und damit schlieGt, die Săule mit fortlaufendem Spiralrelief wurzele in der rămischen Tradition, geht er zur Frage der Bedeutung iiber, die sowohl der Text des Dio Cassius als auch die Inschrift und die Miinzbilder mit der Eule

auf Grund einer dreimaligen eingehenden und bis auf clas

7 Ebda„ II.

Textband, S. 6.

8 Teohari Antonescu, Columna Troiană. Studiată din punct de vedere arheologic şi artistic, Iaşi, 1910.

9 Karl Lehmann-Hartleben, Die Trajanssiiule. Ein romi- ~ches Kunstwerk zu Beginn der Spătantike, Berlin-Leipzig,

1926, I. Bd. Text, II. Bd. Tafeln. die weitlăufige Diskussion iiber diese Frage Kap. IV.

11 Giovanni Becatti, La colonna coc/ide istoriata. Problemi

storici, iconografici, stilistici, Rom, 1960.

10

s.

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12

DIE TRAJANSSAULE

stellen. Die Eule, meint cler Verfasser, bedeute nicht, daB die Bestimmung des Denkmals wahrend des Baues gewechselt wurde, sondern die Eule zelebriere in jener Bauetappe iiber dem ganzen Forumkomplex und den beiden Bibliotheken, da sie zum Kultus cler Minerva gehore. Der Verfasser wertet die Dokumente iiber die Markussiiule, die Saule des Theodosius I. und die Arkadiussaule erschopfend aus - die beiden letzten in Konstantinopel, im Ostromischen Reich; alle ahmen die Trajanssaule nach, manchmal auch die Einzelheiten, obwohl sie stilistisch und ikonographisch selbstandig sind. Der Verfasser liefert ein ungeheures Quantum an Daten beson- ders ilber die letzten beiden Saulen und hat damit ein bisher schwer zugangliches Studienmaterial zur Verfilgung gestellt. Die Restitution cler Saulenbilder in Konstantinopel sowie des lnhalts cler Erzahlung bilden den wertvollsten Beitrag dieses ausgezeichneten Werkes und dieser unversiegbaren Quelle von Auskilnften.

FREILEGUNG UND

RESTAURIERUNG

IM

MITTELALTER

Seit dem Jahre 1540 hat man begonnen, sich mit cler Erhaltung und Restaurierung cler Saule und cler anderen Bauten auf dem Trajansforum systematisch zu beschaftigen. Im selben Jahr verfilgte Papst Paul III. die Freilegung des Denkmals. Zu diesem Zweck hob man um die Săule ein Quadrat aus, 50 FuB lang und 18 FuB tief. 12 So traten die Săulenbasis mit cler Zugangstilr zum Vestibul cler Basis, die Treppe und die Inschrift zutage. Ein zweiter, wichtiger Moment in cler Geschichte dieses Denkmals bedeuten die baulichen MaBnahmen, die Papst Sixtus V. ergriff. Er beauftragte den Architekten Fontana mit Wiederher- stellungs- und Erhaltungsarbeiten wie: die Rander der Grabungen auf dem Forum zu festigen, die Zerstorungen an der Săulenbasis auszubessern und das Standbild des Apostels Petrus auf die Săule zu stellen. Ober diese Arbeiten findet man einige Angaben in dem Buch von F. A. Ciaccono. 1 3 In den Nachrichten ilber die erwahnten Arbeiten liest man, daB von der Trajansstatue auf der Săule nichts anderes als ein Teii cler FilBe iibriggeblieben war. Unten, zwischen den Trilmmern, fand man den Kopf. Das nun den Platz cler Trajansstatue einnehmende 11 FuB hohe Standbild des hl. Petrus ist ein Werk Thoma Portas und wurde von Bastiano Torrigiano gegosscn.

DIE

WIEDERGABE

DER

SÂULE

AUF

STICHEN

AuBer seinem Buch veroffentlichte Mutianus auch einen Stich cler Săule in 130 Tafeln. Neben seiner „opuscula" publizierte F. A. Giaccono Hispano auch einen Stich derTrajanssăule. 14 Ebenfalls einen Stich von Tafeln besorgte Pietro Santi Bartoli in -0.em Buch, clas er mit A. Giaccone und Gio. Pietro Bellori herausgab (Abb. 1-3). ls Ein berilhmter Stich stammt von cler Hand Piranesis (1700) (s. Titelbild). Statt cler Trajans- statue steht auf cler Saule die Statue des hl. Petrus. Dieser Druck ist besonders wichtig, weil in cler letzten Zeile cler Inschrift die restaurierte Form tantis ruderibus zu lesen ist. Gio. Pietro Bellori hat sie in dem Buch vorgeschlagen, das er mit Pietro Santi Bartoli und A. Giacconius verfaBt hatte. is In cler Inschrift fehlen einige W orter, andere sind abgekilrzt. Doch Piranesi zweifelte.

1• Charles

Percier,

Restaurations

des

La colonne Trajane. Paris, 1787, S.5. 13 F. A. Giaccono Hispano, a.a.O.

14 Ebda.

monuments

antiques.

1 5 Pietro

Santi

Bellori, a.a.O.

18 Ebda.

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Hartoii,

Alfonso

Giaccone,

Gio.

Pietro

13

t. Q1teruhniJJ d1trch die Sa1tle; 1tn/eres Prii/el (n1ub Bar/oii, 1667)

13 t. Q1teruhniJJ d1trch die Sa1tle; 1tn/eres Prii/el (n1ub Bar/oii, 1667) www.cimec.ro

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14

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2. Mi/le/teii ( na&h Bar/oii, 1667)

16

J.

Oberes

Drittel

( na&h

Bartoli,

1667)

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16

DIE TRAJANSSAULE

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4. Grundrijl du Piedesta/s oder der Basis (na&b Bartoli, 1661)

Deshalb

Wortgruppe tantis operibus. Die lnschrift auf Piranesis Druck sieht folgenclermafien aus:

hat

er

auf cler Inschrifttafel clie Lesung von Lipsius

ilbernommen,

u.

zw. mit

Senatus populusque Romanus

Imp. Caesari. divi. Nervae f. Nerva Traiano Aug. Germ. Dacico pont Maximo. trib pot XVII Imp VI Ad declarandum quante alti

mons et

tantis ruderi

der

DIE WIEDERGABE DER SĂULE AUF ABG0SSEN 17

Im Jahre 1541 liefi Franz I. von Frankreich von berilhmten Kunstwerken in Rom Abgilsse machen, clarunter auch von cler Trajanssăule. Aus cliesem Anlaf3 fertigte Jaques Vignole einige Abgi.isse an, clie man nach Fontainebleau schaffte. ln clen Jahren 1665-1670 wurcle auf Wunsch Luclwigs XIV. ein Abgufi cler ganzen Săule hergestellt. Die Abgilsse aber hatten ein wiclriges Geschick; sie wurclen in verschieclene Lăncler

l7 W. Froehner hat dieses Problem in beiden Auflagen ausfi.ihrlich behandelt.

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DIE FORSCHUNGSGESCHICHTE DER SAULE

17

verstreut: ltalien, Frankreich, Holland und gelangten in die Villa Medici, in den Louvre, nach Leiden usw. Der dritte Abgufi datiert aus cler Zeit Napoleons III.; er wurde in den Jahren 1861-1862 vorgenommen.

DIE A USSTELLUNGEN MIT ABGOSSEN DER TRAJANSSĂULE. Das

Werk Apollodoros aus Damaskus wird als Kopie in mehreren Ausstellungen aufbewahrt: in Rom, Saint Germain, Albert and Victoria Museum und

in

Bukarest.

Alle

wesentlichen

Verăffentli­

chungen bis zur vorliegenden Ausgabe gehen auf diese Kopien cler Săule zuriick. Die rumănische Kopie wurde

.:::S--- vor dem Ausbruch des Zweiten Welt-

~ krieges in cler Spezialwerkstătte „Mer- . catale" in Rom unter cler wissen- C) schaftlichen Aufsicht von Professor

:,--

Emil Panaitescu hergestellt. Sie ist

, eine Wiedergabe cler Săule nach Regi- stern, wie folgt:

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cler Săule nach Regi- stern, wie folgt: ('., Pian ta de/( i119rtJJl1 , '"" la .leala

Pian ta de/( i119rtJJl1 , '"" la .leala /umaca delia Col1mlt4 - ,.

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DiamtH di tuttc ltt Colonni1

pÎtdÎ ia.·

5. Grundrijl des Eingangs mii Wende/treppe

( nach Bartoli, 1667)

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6. Grundrijl

des

Piedestals

am

S iiu/enende

( nach

Barto/i,

1661)

a)

Basis

und

Inschrift;

getrennt:

Sockel ohne Verzierung,

die vier Flăchen

mit Trophăenverzierung und clas Gesims,

Adler an

den vier

b) Die eigentliche Săule mit Plinthe

und Torus, Săulenschaft mit Relief und dori-

schem Kapitell, jeder genannte Teii separat

gegossen; cler Săulenschaft mit Relief zerfăllt

in 125 Einzelteile.

Einzel-

teilen.

Die rumănische Kopie ist aus Kunst-

stein angefertigt; die Oberflăche ist mit

einer Schichte von weifiem Marmorstaub

imprăgniert, die den Abgiissen eine cler

natiirlichen Marmorfarbe des Originals

angenăherte Fărbung gibt.

mit Girlanden

verziert,

in

die

die

Ecken

ihren

Făngen halten.

c)

Akroterium, m

mehreren

Die Abgiisse wurden zu Lehrzwecken hergestellt, um in Abschnitten linear aus- gestellt zu werden. Deshalb versah man

.

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18

DIB TRAJANSSAULE

jedes Teilsti.ick mit einem waagerechten Sockel, der mit dem Relief als ganzes gegossen wurde; auf diese Weise erleichterte man die Ausstellung der Saule. Die Wiedergaben auf der rumănischen Kopie werden als gut bezeichnet, so daB sie eine ausreichende wissenschaftliche Gewăhr bietet, um Studienzwecken dienen zu kănnen. Die Ausstellung der Săule in Bukarest wurde am 28. September 1968 erăffnet. Zum Unter- schied von der Art, wie andere Museen die Săulenkopie ausstellen (inzwischen ist das Lateranmuseum abgetragen worden), ist die Bukarester eine Ausstellung fi.ir sich. Eine Einfi.ihrung wird in drei Sălen zur Schau gestellt, Photographien der Săule, Schnitte, Bildnisse Trajans und Dezebals, Wie- dergaben von Mi.inzen, von Stichen aus dem Mittelalter mit dem Bild der Săule, Photographien der dakischen Burgen, der dakischen Kunstgegenstănde und ein Modell dakischer Ansiedlungen. In einem Saal steht das Gipsmodell des Trajansforums; es wurde im MaBstab von 1: 40 von Archi- tekt !talo Gismondi auf Bestellung des rumănischen Staates hergestellt. Das Modell ist unvollstăndig, da es nur den Platz des Forums mit Portikus, den Halbrundbauten sowie die Săulen der Basilika Ulpia Traiana darstellt. In zwei Aufrissen desselben Architekten, sieht man die Fassaden der Basilika Ulpia und der Bibliothek. Die Bukarester Ausstellung ist ohne Zweifel in ihrer Art einzig in der Welt. Die Abgi.isse wurden unter der Obhut einer Gruppe von Fachleuten im Jahre 1967 aus Rom gebracht, der Anastase Anastasiu, Hadrian Daicoviciu, Virgil Vătăşianu und ich selbst angehărten.

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II.

DAS

FORUM

TRAIANI

Seit dem Altertum zăhlte man clas Forum zu den grofien Werken Trajans; die Alten hielten es fiir eines cler sieben Wunder Roms. 1 Das Forum Trajans war clas letzte in cler Reihe kaiserlicher Foren und ergănzte „wunderbar jene Reihe von prăchtigen Palăsten, die unter den Kaisern des ersten Jahrhunderts allmăhlich die Ebene bedeckten, die den Palatin vom Quirinal trennte", schreibt

W. Froehner. 2

Das Forum wurde im Januar d. J. 112 eingeweiht, was aus cler Inschrift hervorgeht, die i.J.1932 m Ostia aufgefunden wurde (k. la) NVAR IMP TRAIANVS FORVM SVVM ET (bas) ILICAM VLPIAM DEDICAVIT 3 Trotzdem hat es den Anschein, als oh clas Forum von Domitian geplant gewesen sei. Es gibt Zeugnisse, 4 die dieses bestătigen 5 :

Adhuc Romae a Domitiano coepta forum atque alia multa plusquam magnifice co/uit ornavitque. Man bestreitet nicht, dafi Domitian solche Arbeiten hătte ausfiihren kănnen; aber jene bezăgen

sich auf clas Forum Caesars. Auf Miinzen wird clas Forum durch den Triumphbogen dargestellt.

Sie stammen aus cler

Zeit des ersten Konsulats Trajans, dessen letzter Abschnitt gerade auf den Monat Januar des Jahres 112 făllt, alsa genau auf den Monat cler Einweihung des Forums. Auch eine M iinzausgabe mit cler Prăgung cler Basilika Ulpia ist bekannt. Abb. 9 und 11 stellen eine Miinze mit cler Bibliothek des Forums, bzw. eine mit cler Basilika Ulpia dar, die beide im Miinzkabinett cler Rumănischen Akademie aufbewahrt sind. 6

Drn LAGE DES FoRUMS. Das Forum wird auf einer Karte des Alten Roms 7 angegeben sowie cler Name der Basilika Ulpia; in einem Teil cler Kirche steht clas Wort Libertatis. Das Forum hatte eine rechteckige Form. Aufbeiden gegeniiberliegenden Breitseiten stand je ein halbrunder Bau mit Apsis. Am siidăstlichen Schmalende erhob sich cler Triumphbogen, am nord- westlichen ein Gebăudeverband: die Basilika Ulpia, die griechische und rămische Abteilung der Bibliothek, die den Rahmen fiir die Trajanssăule abgaben. Nach dem Tode Trajans wurde vor die

1 Giuseppe

Lugli, in

Roma antica

e paleocrisliana.

1%5, S. SB. 2 W. Froehner, a.a.O., 1865

S.

46.

Rom,

3 I nscriptiones llaliae, XIII, I, Fasli Ostiensis. Rom, S. 200. s. Luigi Canina, Esposizione storica e topografica de/ /oro

'

romano e sue adiacenze. II. Aufl„ Rom, 1845, S. 182.

1 Sestus Aurelius Victor, De Caesaribus in Ulpium Traianum;

und Cassiodor erwăhnt in seiner Chronologia das Forum Tra-

jans

hatte.

begonnen

unter

den

Werken

Trajans,

die

Domitian

8

s.

auch

P.

L.

Strack,

Untersuchungen

zur

riimischen

Reichsprăgungdes z1velten ]ahrhunderts. I, Stuttgart, 1931, S. 202, Tafel III, 216. 7 Luigi Canina, a.a.O., Tafel 4.

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. 7. Fo rum Traiani, Grundrijf

( narh Lugli)

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DAS FORUM TRAIANI

21

8. Forum Traiani. Gipsmode/I im Museum der Trajanssiiu/e in Bukarest ( Arch. Ita/o Gismondi, Rom)

Trajanssăule cler Basilika Ulpia gegeniiber, in einer gewissen Entfernung, cler Trajanstempel hinein- gebaut; Hadrian liefi ihn im Jahre 119 auffohren. Den Mittelpunkt des Forums bildete ein Atrium; mitten im Atrium stand die Reiterstatue Trajans. Die Weite des Forums follte ein grofies Gebiet zwischen dem Quirinal und dem Kapitol und erstreckte sich bis an clas Forum Caesars. Mit dem Forum des Augustus verbunden, reichte es fast bis an clas Marsfeld (Abb. 7). 8 Die Forumsbauten beeindruckten die Zeitgenossen sowie die spăţeren Besucher tief. Das Forum war mit Kunstwerken geschmiickt, mit Pferden, Statuen und vergoldeten militărischen Zeichen, woriiber Aulus Gellius berichtet. 9 Nach Pausanias ist clas Forum wiirdig eines Kaisers wie Trajan und verdient wegen seiner Architektur betrachtet zu werden, besonders sein Dach aus Bronze. 1 1 Im Jahre 356 stattete Constantius II. dem Forum einen Besuch ab. Ammianus Marcellinus berichtet iiber den tiefen Eindruck, den die Erhabenheit cler Denkmăler auf den Kaiser machte. 11 Eine Nachricht besagt, dafi es im 6. Jh. zur Gewohnheit geworden war, dichterische Werke in den Bibliotheken des Forums zu lesen. Paulus Diakonus erwăhnt, dafi cler hl. Gregorius Magnus iiber

clas Forum schritt „quo opere mirifico constat esse extructum". 12

Ebenfalls soll vermerkt werden, dafi cler Anonyme Mănch von Einsiedeln im 10. Jh. clas Forum besuchte und die ganze Inschrift von cler Trajanssăule abschrieb. Dieser Umstand beweist, dafi die Inschrift in jenem Jahrhundert noch nicht verstiimmelt war.

Drn HALBRUNDBAUTEN MIT PoRTIKUS. Die măchtigen, mit Apsiden versehenen Bauten,

- man hielt sie for eine architektonische Neuheit - schauten in clas Innere des Forums. Eine Reihe vorhandener Bruchstiicke ermăglichten es dem Architekten Italo Gismondi, die Bauwerke wieder- herzustellen. Dorische Săulen verliehen ihnen ein angenehmes Ăufieres, wie cler Portikus des westlichen Forums (s.Abb. 8).

8 W. Froehner, a.a.O., S. 46.

9 Aulus Gellius, XIII, 25 (24): In fastigiis /ori Traiani simulacra sunt sita circumundique inaurata equorum atque signorum

militarium,

subscriptumque est: ex

10 Pausanias, V. c. 12 und X, c.

n

Siehe S. 27, Anm.

5.

5.

1 2 s. Maria Elena Bertoldi, Ricerche su/la decorazione archit- tetonica def Foro Traiano, Rom, 1962, S. 4.

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22

DIE TRAJANSSAULE

9. Aureus mit Legende FORUM TRAIANI (Miinzkabinett-RA, Nr. A. 110)

DER TruuMPHBOGEN. Im Si.idosten, am Rande des Forums, erhob sich cler Triumphbogen Trajans; sein oberer Teil war mit Statuen geschmi.ickt. Die Mi.inzen mit seiner Prăgung wurden in cler Zeit des ersten Konsulats Trajans emittiert; sein erstes Konsulat dauerte bis zum ]anuar des Jahres 112, dem Jahre cler Einweihung des Forums. Bis zu diesem Termin muBte cler triumphale Eintrittsbogen des Forums erbaut sein, da er organisch <lazu gehorte. DaB es sich aber um den Bogen des Forums handelt, !iest man auf cler Kehrseite cler Mi.inze: Forum Traiani 13 (Abb. 9). Der Triumphbogen soll von Konstantin dem GroBen zerstort worden sein; man habe die Statuen von cler Attika in seinen Triumphbogen

eingearbeitet, 14 eine Annahme, cler wir im Punkte Einarbei- tung nicht zustimmen.

ATRIUM UND REITERSTATUE. In cler Mitte des Forums stand ein Atrium mit Săulen von Marmor; darin erhob sich die

Reiterstatue Trajans 15 (Abb.

bezeugen sie, und Mi.inzen tragen ihre Prăgung. Luigi Canina bringt die Wiedergabe einer M i.inze mit Reiterstatue, mutmaB-

schriftliche Aussagen

10). Viele

lich des Trajans, wie er auf dem Forum dargestellt war. 16

Drn BASILIKA ULPIA. Am Nordende des Forums steht

10. Vergo/dete Reiterstatue Trajans aufdem Atrium medium (Denar Miinzkabinett- RA, Nr. 9515)

11. Aureus mit Legende BASIL/CA ULPIA

(Miinzkabinett-RA,

Nr. A.

109)

die Basilika Ulpia; den Namen erhielt sie nach dem ersten Kaiser. Ihre Einweihung und die des Forums fallen in dasselbe Jahr, 112, was aus cler erwăhnten Inschrift von Ostia zu

entnehmen ist (Abb. 11). Die

Im GrundriB ist sie ein Rechteck mit Apsiden an den Enden. Mit diesen zusammen erreichte sie eine Lănge von 130 m, clas Schiff allein 25 m. Die Aula lag zentral; zur Basilika fohrte ein doppelter Portikus. Auf dem Plan des Forums von !talo Gismondi ist dieser weitlăufige Bau zu sehen; mit seiner Fassade von 10-20 Doppelsăulen von Marmor beherrschte er alle Gebăude des Forums. Die oberen Săulen trugen clas Gebălk und die Attika; diese war mit Quadriga und Viktorien- statuen geschmi.ickt. Siegesgottinnen lenkten die Quadriga in cler Mitte. Noch im Jahre 1845 fand Luigi Canina i.iber die Basilika Ulpia Worte, in denen sich eine Offenbarung ausdri.ickt; sie bedeutete ihm clas wichtigste Gebăude auf dem ganzen Forum. Ihr mittlerer Plan und die wenigen Reste zeugen von ihrer einstigen Erhabenheit und GroBe. Die Mi.inzprăgungen zeigen den gegen clas Forum gerichteten Teil mit dem Schmuck cler Săulen und Statuen.

Basilika wird ofters genannt. 1 7

13 s. P. L. Strack, a.a.O.; Atilio Degrassi, I Fasti consolari dell'impero romano. Rom, 1952, S. 33; Maria Elena Bertoldi,

a.a.O.,

S.

3.

14 W. Froehner, a.a.O., S. 46.

16 Ebda,

s.

48.

16 L. Canina, a.a.O., Tafel XV.

17 Hist. Aug. Corn. VII, 2, I.: „in basilica Traiani"; Geogra- phi_latini minores, Ausg. Riese, S. 120; „Sicut el quae dicitur forum Traianum quae habet basilicam praecipuam el nomina/am."

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DAS FORUM TRAIANI

23

Die Basilika war mit vergoldeten Bronzeplatten gedeckt, 18 die mit der leuchtenden Farbe des Marmors verschiedener Spielarten dem Forum ein wahrhaft eindrucksvolles Aussehen verliehen. 19 Man lese die Arbeiten M. Leuseners iiber die Basilika. 20 Die erwăhnte lnschrift Libertatis in der nordlichen Apsis ist sehr interessant. 21 Sie stellt eine wichtige Frage: Handelt es sich um ein Atrium Libertatis oder um die Gewohnheit der Sklaven, sich hier zu versammeln? Giuseppe Lugli hat das Problem in einer Studie endgiiltig gelost. 22 Der Verfasser beantwortet auch andere wichtige Fragen: Wann und wofor wurde das Atrium Libertatis geschaffen? Wo befand sich dieses in der Zeit der Republik? Hat es den Ort gewechselt? Die erste Frage lăBt sich nicht mit Sicherheit beantworten, aber wahrscheinlich wurde das Atrium im Jahre 112 v.u.Z. gegriindet, in Verbindung mit dem Amt der Zensoren, 23 die sich mit den frei- gelassenen Sklaven abgaben. In der Zeit der Republik befand sich der groBere Teii des Atriums auf dem Platz des spăteren Forum Traiani und zum Teii auf dem Forum Iulium neben dem Clivus Argentarius. Das Atrium und noch andere Gebăude wurden durch Trajan geschleift. Das Atrium Libertatis wurde nicht mehr hergestellt, weil es schon seit Domitian an Bedeutung stark verloren hatte. Den Zweck des Atriums iibernahm die nahe gelegene Apsis der Basilika Ulpia Traiana, 2 ' obwohl sie nicht mit Bibliotheksălen usw. ausgestattet war, bemerkt derselbe Verfasser in dem Kommentar zum Fragment (Nr. 29), das die Wiedergabe des Trajansforums enthălt 25 ; dort erscheint auch eine Apsis mit Portikus der Basilika Ulpia und der lnschrift: Libertat(i) oder Libertat(is). 26

Drn BIBLIOTHEKEN. Im Nordosten der Basilika Ulpia und unmittelbar neben ihr wurde die Ulpia genannte Bibliothek erbaut. Die Săule teilt &ie ip zwei Hălften, die eine fiir griechische, die andere for romische Texte. Der Dichter Sidonius Apollinaris preist diese Tatsache in Versen 27 :

cum meis poni statuam perennem Nerva Traianus titulis videret. Inter auctores utriusq11e fixam Bibliotecae.

In den Bibliotheken befanden sich kostbare Bucher. 28 Prachtvolle Sij.ulen von Mll:rmor standen auf zwei Stufen an der Vorderseite und Medaillons mit ~ildern der beriihmten Schriftsteller schmiickten sie; die Bibliotheken waren mit Platten gedeckt wie die Basilika Ulpia. Als Diokletian die Thermen baute, entnahm er den Bibliotheken die beriihmten Werke; was sie aqer an Ausstattung hatten, riihrte er nicht an. 29 Die Rekonstruktion der Fassade der Bibliothek von Architekt Italo Gismondi stiitzte sich auf eine Dokumentation, die ihm die Teilnahme an den von Professor C. Ricci geleiteten Ausgra- bungen an die Hand gab; sie weist auf eine Pracht und Harmonie der dekorativen Baukunst hin, die dem Genie des Apollodoros wiirdig sind. Die Nordwestseite der Basilika Ulpia, die sich einander gegeniiber liegenden Seiten der Biblio- theken und eine gedachte Linie, die die Nordwestseiten der beiden Bibliotheken verbindet, schlieBen eine viereckige Flăche von 16/24 m ein, auf der die beriihmte Colonna coclidis des Trajan ihren Platz einnehmen sollte.

DER TEMPEL DES TRAJAN. Es ist ein spăterer Bau, den Hadrian for seinen Vorgănger Trajan

errichtete: Cum opera ubiq11e infinita fecisset,

1 8

Pausanias, V, 12, 6; X.

5,

11.

numquam ipse nisi in Traiani patris

templo

Roma de/ Jardo impero, in „Synteleia" Vincenzo

nomen suum

Arangio Ruiz,

19 Vgl. G. Lugli, a.a.O., S. 58.

0 M. Leusener, La Bosilica Ulpienne,

restaura/ion,

1823.

Paris, 1878 und D. Espendreu Fr. 1, 78.

XV und Sidonius Apoll.,

Carm. II, 544, 545: nom modo nos iam festa vocanl el ad Ulpia

2l

s.

L.

Canina,

a.a.O., Tafel

p~scunt.

Te fora donobis quos libertate quirites. 22 Giuseppe Lugli, Atrium Libertatis e „Liber/as" ne/la

Editare Iovene, Neapel, 1964, S. 807-815.

23 Ebda,

H

811.

Ebda, s. 813.

S.

2i Frg. 29, Forma Urbis Iordan, Anm. 39 a.

28 G. Lugli, Atrium Liber/alis, S. 809-810,

27 Lib. IX,

28 G. Lugli, in Roma antica, S. 58.

29 Ebda, S. 59

XVI, 25,

S. 235.

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24

DIE TRAJANSSAULE

scripsit. 30 LagemaBig stand der Tempel der Saule und zur Halfte der Basilika Ulpia gegeniiber. Beglaubigungen iiber die Existenz dieses Tempels waren bereits Luigi Canina bekannt. 31 L. Canina spricht noch im Jahre 1845 uber die Granitreste einer Saule, die sich in cler Richtung auf einem Punkt befinden, den die Quellen angeben; neben cler Saule fohrte eine dem Tempel zugehorige Treppe zu dieser Stelle. 32 Der Tempel Trajans wird auf Miinzen gezeigt. Langs der Vorhalle erkennt man einen Portikus in der Form eines Atriums.

NEBENBAUTEN AM FORUM TRAJANS: MERCATI TRAIANE!. Im Jahre 1845 behauptete Luigi Canina auch, 33 „dafi Trajan, um die leeren Abgrabungsstatten am FuHe der beiden Hiigel, die dem Forum eine grofiere Breite sicherten, zu fi.illen und zu schmiicken, zwei Gebaude in Form eines Halbkreises auffi.ihrte, die sich nach innen und nach aufien offneten, sowie andere Gebaude", die sich gegen den Quirinal erstrecken; dort stehen die sogenannten Bagni Paolo Emilio. Aber dieses Gebaude - bemerkt Canina uberrascht -, das in den letzten Jahren entdeckt wurde, bestand im Erdgeschofi aus recht- winkligen Nischen „che servirono probabilmente per uso de piccole botteghe e nel piano superiore di un portico arcuata con intorno diverse stanze e scale che salivano nei piani superiori". 34 Neue Grabungen, die C. Ricci in den ]ahren 1923-1929 vornahm, haben erwiesen, dafi dieser Halbrundbau, der dem Trajansforum zugeschrieben wurde, einem anderen Gebaudeverband zuge- horte; er fi.ihrte auf den Quirinal hinauf und gehorte trotzdem zum Forum. Zwei Innenstrafien sowie Treppen gewahren Fahrzeugen und Menschen einen leichten Verkehr, ohne den Ausblick auf den Markt zu beeintrachtigen: eine aufierordentliche Leistung stadtischer Bauplanung. Die Aufiendekoration des Gebaudeverbandes, zu dem die Mercati Traianei gehorten, mit Saulen von Marmor und Rahmenelementen, sowie des Forums bildeten zusammen ein Bauganzes von bewunderungswiirdiger architektonischer Konzeption und kiinstlerischer Pracht.

ao Aelius

Spartianus,

Vita Hadriani, c. 19.

3 2 Ebda,

S.

188.

81 Luigi

Canina, a. a. O., S. 187: Templum D. Traiani el

33 Ebda.

columnam coc/idem etc. E.dicta veterum praetorum, sedentibus forte nobilis in Bibliotheca templi Traiani etc. (Gel!. XI, 17).

34 Ebda.

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III. DIE BEDEUTUNG DES DENKMALS

Den Sinn eines jeden Denkmals sucht man aus der Inschrift zu deuten, wie im Falle der Trajans- săule - im Text der Inschrift findet man die ersten Nachrichten; man erschlieBt ihn aber auch aus anderen Dokumenten, die die Umstănde angeben, unter denen das betreffende Denkmal errichtet wurcle. In nicht seltenen Făllen wircl clie Becleutung aus clem Zusammenhang selbst erklărt, wofiir zum Teii die Trajanssăule ein Beispiel gibt.

DAs BAUDATUM. Ausgrabungen, clie in Ostia im Jahre 1932 durchgefiihrt wurden, forclerten ein wertvolles Inschriftenfragment zutage, worin Tag uncl Jahr cler Einweihung der Săule verzeichnet werden. Sie fancl am 12. Mai des Jahres 113 u.Z. statt 1 :

(columna) M IN FORO suo DEDICAVIT

errichtet worden sei. 2 Aus dem Datum

der Einweihung kann man entnehmen, daB der Bau cler Săule ein Jahr nach dem Forum beenclet wurcle. Wie lange indessen der Bau gedauert hat und welche Kenntnisse wir aus dieser Zeit clariiber haben, gehărt zu den interessantesten Fragen, clie sich mit dem wesentlichen Problem der

Entstehung dieser Baugattung verbinclen.

Dio Cassius schreibt, daB diese Săule auf dem „Forum"

DER GRUND, DER zuR ERRICHTUNG DER SAULE FOHRTE UND IHRE BEDEUTUNG. Um clen klaren Sinn der Mitteilung des Dio Cassius iiber den Grund uncl zugleich iiber clie Bedeutung cler Trajans- săule zu erkennen, selbst wenn seine Nachricht unvollstănclig ist, sei hier das ganze Zitat angefiihrt 3 :

Kne:axe:UIXcre: ~e: xa t ~L~Atcuv cX7t06~xlXc;. xa

t

ea't'"f)Q"EV EV "TI

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xett x(ovet µeyLQ"'t'OV, &µet µE:v

E:c; 'TO:(ţl~V Eo:u't'~, &µoc 8E: E:c; €7t(8e:r.~r.v 'TOU XO('TOC ~V &yopOC\I tpyou 7tllV't'0c; yclp 't'OU xwp(ou kxe:(vou

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7tE~LV~V

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Der doppelte Sinn der Săule, Grabstătte zu sein und zugleich als Beweis fiir clie GrăBe der Arbeiten auf dem Forum zu dienen, gab AnlaB zu endlosen Diskussionen. Zwei Dinge sind jedoch sicher, und zwar, daB die Inschrift des Denkmals iiber jene Leistungen selbst spricht, die Grabkammer hingegen, die in die Săulenbasis gebaut wurde, auch die zweite Aussage des Cassius bestătigt.

1 s. Atilio Degrassi, Inscriptiones Italiae, XIII, Fasti et Elogia. Rom, 1947, S. 203, 232, Jahr 113. 2 Dio Cassius, LXVIII, 3. 3 Ders., LXVIII, 16, 3. Zu deutsch (freie Obersetzung):

„Er griindete Bibliotheken und errichtete auf dem Forum eine

sehr hohe Saule, sowohl [um ihm] als Grab [zu dienen] als auch zum Beweis der Grol3e der Arbeiten auf dem Forum. Denn jener ganze Platz war bergig; aber er trug ihn so weit ah, als sich die Saule erhob, und auf diese Weise schuf er einen ebenen Platz."

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26

· • •2 1 5 ~: §3 ·.o z 1 · l'.I'. l'OLONIC ·
· •
•2
1
5
~: §3
·.o
z
1
·
l'.I'. l'OLONIC ·

12.

Ansiedlungen

und

Befestigung

der

Daker

in

ihrem

1, Dakische Sied!ungen; 2, Dakische Feslungen; J,

gebirgigen

Hauptwohngebiel.

Hauptsladt

Sarmiz.egelhusa.

Wehrliirme; 4, gegenwărlige Ortschaflen; 5, Gebirge

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DIE BEDEUTUNG DES DENKMALS

27

AuBer diesen Angaben findet man auch andere, die weder von Cassius, noch vom Text cler Inschrift erwăhnt werden: Săulenschaft und Săulenbasis stellen eine Episode aus dem Kriegsleben Roms dar, die beiden Dakischen Kriege, die Trajan in den Jahren 101-102 und 105-106 fiihrte. Aus den bisherigen Ausfiihrungen ergibt sich eine merkwi.irdige Tatsache, und zwar lăBt sich eine vollkommene Obereinstimung zwischen dem Text des Dio Cassius und dem Text der Inschrift feststellen; aber auch der Mangel an Obereinstimmung dieser beiden Texte mit cler Erzăhlung des Spiralreliefs fallt auf. Wir behandeln nicht alle Rechtfertigungsversuche, weshalb jede Bezugnahme zum Triumph i.iber die Daker ausbleibt, dessen clas Spiralrelief gedenkt. Erwăhnt sei bloB die Tatsache, daB diese Săule als integrierender Bestandteil zu dem Forumsganzen gehi:irte und folglich eine bestimmte Rolle in diesem Zusammenhang spielte, was Giuseppe Lugli vertritt. 4 Noch im 4.Jh. wurde Constan- tius II. (8.IX.323-3.IX.361) beim Besuch des Forums von dessen Gri:iBe i.iberrascht, ohne die Săule besonders zu erwăhnen. Das berichtet Ammianus Marcellinus (X.15, S. 82-83): Verum cum ad

Traiani Forum venisset singularem sub omni coelo structuram, ul opinamur, etiam numinum adsentione mira-

bilem, haerebat adtonitus, per giganteos contextus adpetendos." 5

Der Kaiser war auch von cler Stadt selbst so beeindruckt, daB er begeistert ausrief: „Sieh Rom und stirb !" o Die Hypothese Giuseppe Luglis ist nicht von cler Hand zu weisen; sie ki:innte sehr gut eine Wirklichkeit ausdri.icken. Das erzăhlende „Volumen" (Buchrolle) gelangte erst im Laufe cler Zeit soweit, ein Sonderinteresse zu erwecken, als die „glănzenden" Werke auf dem Forum, die von cler Basilika Ulpia beherrscht wurden, nicht mehr bestanden. Dafiir setzen die Darstellungen cler Trajanssăule auf Mi.inzen immer neue Fragezeichen. Sie lassen nicht nur die Arbeitsetappen im Laufe der Zeit, sondern auch verschiedene Li:isungen in cler Architektur cler Săule und ihres erzăhlenden Reliefs unterscheiden. Indessen liegt cler Grund, weshalb die Săule errichtet wurde, oder ihr Sinn, jenseits cler Meinungen cler Gelehrten; am deutlichsten enthiillt ihn cler Text cler Inschrift und die Struktur cler Săule. Denn diese ist ein architektonisches Werk mit umfassenden Aufgaben, die sich deutlich auf die einzelnen Register verteilen, in oder ohne Verbindung zueinander. Die vier Register - clas Piedestal oder die Basis, die eigentliche Săule, bestehend aus Plinthe, Torus, dorischem Kapitell, clas Akroterium und schlieBlich die Trajansstatue - erfiillen der Reihe nach bestimmte Aufgaben:

clas Piedestal ist mit seiner Grabkammer zur Grabstătte des Kaisers bestimmt gewesen, die vier AuB- enflăchen mit cler von zwei Viktorien gehaltenen Inschrift und die Menge Trophăen, die diese Platte ganz bedecken, symbolisieren Niederlage und Unterwerfung cler Daker; cler Săulenschaft mit seinem Spiralrelief schildert schrittweise den Ablauf cler Kămpfe, die zum ri:imischen Endsieg fiihrten; clas Akroterium gehi:irt einerseits zum Konstruktionssystem cler inneren Treppe, andererseits bildet es den Sockel cler Trajansstatue; schlieBlich stellt die Statue mit dem Bild des Kaisers die Verherr- lichung seiner militărischen Siege dar. Eine ganz eigentiimliche Auffassung i.iber den Sinn cler Săule ăuBerte Gilbert Charles Picard vor nicht allzu langer Zeit. 7

circumferens,

nec relatu effabiles,

nec

rursus mortalibus

' Giuseppe Lugli, II triptice significato topografico, slorico e funerario delia colonna Traiana. Bukarest, 1936. 5 Ammiani Marcellini, Quae supersunt accedunt auctoris ignoti de imperibus excerpta. Lipsiae, Sumptibus et typis

Caroli

Tauchnitii,

1835.

8 Ebda,

S.

83.

7 Gilbert Charles Picard, Les trophies romains. Contribution a l'histoire de la religion et de !'art triomphal de Rome E. de Boccard, Paris, 1957.

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Auf cler siidwestlichen Seite cler Basis, iiber dem Eingang zur Vorhalle sieht man die von zwei gefliigelten Viktorien gehaltene Săuleninschrift (Abb. 13). Sie miBt mit dem profilierten Rahmen zusammen 2,91 m in cler Lănge und 1,24 m in cler Breite. Die glatte Tafel, auf die die Inschrift eingegraben wurde, ist 2,81 m lang und 1,04 m breit. Die Buchstaben sind regelmăBig und nicht tief eingeschnitten. Form und GroBe variieren leicht, besonders in cler Horizontalen, letztere sogar beim selben Buchstaben. Die Anordnung cler Buchstaben auf cler Platte lăBt verschiedene Abstănde zwischen ihnen zu; sogar in derselben Zeile drăngen sie sich mehr oder weniger. Einen Unterschied in cler Hohe cler Buchstaben gibt es in cler ganzen Inschrift nicht. Die Beglaubigung des Textes der Inschrift im 10.Jh. Der Text cler Inschrift wurde im 10.Jh. von Anonymus Einsiedlensis abgeschrieben; er lieB die Worter Nervae, Traiano, Aug. Germ. aus. Die Inschrift lautet t:

13 (960) In columna Traiani Senatus populusq. romanus. imp. Caesari divi Nervae f dacico. pontif. maximo trib. pot XVII imp. VI p. p. ad declarandum quante altitudinis mons et focus tantis operibus sit egestus

Der Lesung aus dem 10.Jh. kommt eine groBe Bedeutung zu, weil die Inschrift mittlerweile in cler sechsten Zeile teilweise verstiimmelt wurde; ihre Wiederherstellung wăre ohne die Abschrift des Anonymus sehr erschwert, wenn nicht gar unmoglich. Der Textder Inschrift, wieer heute bewahrt wird. Im Vergleich zur Lesung des Anonymus im 10.Jh., weist cler Text nur in cler sechsten Zeile Liicken auf, weil in den Marmor eine Vertiefung geschlagen wurde, die aller Wahrscheinlichkeit nach einem bescheidenen, doppelgiebligen Hause als Stiitze cliente (s. Tafel B); auf cler anderen Seite des Sockels befand sich eine ăhnliche Behausung (s. Tafel E). Der ganze Text cler Inschrift lautet heute:

1

s.

Senatus populusque Romanus Imp. Caesari divi Nervae f Nervae Traiano Aug. Germ. Dacico Pontif.

Maximo trib. pot. XVII imp. VI. cos. VI. p.p. ad declarandum quantae altitudinis

mons et locus fan! [

]

ribus sit ege rtur

CIL VI, pars prima S.X.

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DIE INSOIRIFT

2D

13. S ăuleninscbrift, von gefliige/ten

Viktorien getragen

Die Wiederherstellung der Inschrift. Um den Inhalt cler Inschrift zu kennen, muB die versti.immelte Stelle wiederhergestellt werden. Wenn man dazu die Inschrift auf dem Original in Rom oder auf cler Kopie in Bukarest selbst pri.ift, !iest man folgende Buchstaben, die von den beiden W ărtern erhalten geblieben sind:

- „tant" von tantis (man erkennt auch den Buchstaben t nach dem n deutlich; zum Unter- schied von cler Meinung Ch. Brustons: er schrieb tan[tis] 2 ). Auch die Schreibung tanti[s] von Karl Lehmann-Hartleben ist nicht berechtigt. 3

- „ribus" von operibus. Vom Buchstaben R ist nur cler obere Bogen erhalten geblieben; er miBt 5 cm und gleicht in Form und GrăBe dem Bogen des R im Worte declarandum in cler fi.inften Zeile. Er ist 3,8 cm v0m I in cler Endung -ibus entfernt. Es sei darauf hingewiesen, daB in cler Inschrift sowohl beim R als auch beim P cler Bogen gleich ist. Damit schreiben wir die beiden versti.immelten Wărter als tant[is ope]ribtts, und so mi.iBten sie in Zukunft auch von allen Fachleuten geschrieben werden. Wir halten uns an die Schreibung cler Inschrift aus dem 10.Jh. die cler Nachwelt die genaue Lesung cler sechsten Zeile i.iberliefert. Nun haben aber die Fachleute entweder aus Unkenntnis dieser Schreibung oder aus MiBtrauen zu ihr mehrere Formen als Ergănzung cler Inschrift vorgeschlagen. Somit stelle ich dieses Problem wieder zur Diskussion und betrachte die Lesungen und Restitutionsvorschlăge in zeitlicher Reihenfolge; zum SchluB werde ich zeigen, daB die Lesung aus dem 10.Jh. zweifelsohne die allein annehmbare darstellt. Es wurden cler Reihe nach folgende Gruppen von zwei W ărtern vorgeschlagen:

1. tantis operib11s. Diese Wortgruppe erscheint in cler Kopie cler Inschrift, die cler Anonymus von Einsiedeln im 10. Jh. angefertigt hat, als die Inschrift sicherlich noch unversehrt war.

2 Ch. Bruston, L'inscriplion de la co/onne Trajane, in „Revue

3

Karl

Lehmann-Hartleben,

archeologique", XII, Nov.-Dez„ Paris, 1920, S. 246.

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a.a.O.,

S.

4.

30

DIE TRAJANSSAULE

Lipsius und Raphael Fabretti sind die ersten Verfasser die sie verwendeten. " Sie kannten die Kopie des Anonymus von Einsiedeln nicht. Ch. Brustons kannte sie jedoch. 5 Die Lesung tantis operibus taucht in der Fachliteratur immer wieder auf; doch wurden im Laufe der Zeit auch andere Ergănzungen vorgeschlagen, einige davon mit groBer Eindring- lichkeit.

2. tantis viribus. Es ist der erste Restitutionsversuch, den Signorelli im 17. Jh. machte; er fand

jedoch keinen Widerhall in der Fachwelt. o

3.

tantis ruderibus. Diese Lesung schlug Gio. Pietro Bellori im Jahre 1667 vor. 7

4.

tantis ex collibus.

Alessandro Donati

empfahl diese W ortgruppe. 8

5.

tantis opibus. Ch. Bruston hielt in seinem Vorschlag diese Wortgruppe for die passende;

er untersuchte auf einer Photographie die verstiimmelte Stelle der Inschrift, also nicht auf der Inschrift in Rom selbst, und fand, daB das Wort operibus zu viele Buchstaben habe. Wărtlich

behauptete er, daB aus: