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Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Privatrecht ! Leistungsstörungen ! !1. nachträgliche Unmöglichkeit  wenn ein

Privatrecht

! Leistungsstörungen !

!1. nachträgliche Unmöglichkeit wenn ein endgültiges Leistungshindernis vorliegt !2. Verzug vorübergehendes Leistungshindernis !3. Gewährleistung Annahme als Erfüllung

4. sonstige „positive“ Vertragsverletzung

Verhaltensordnung

Recht ist eine Verhaltensordnung.

1. Recht im objektiven Sinn: Für die Rechtsgemeinschaft verbindliche Ordnung des

menschlichen Zusammenlebens mit staatlicher Zwangsgewalt durchsetzbar. Das Positives Recht (das vom Menschen gesetzte Recht) statt Naturrecht: Das positive Recht muss sich an der Rechtsidee an sich orientieren und den Postulaten:

Gerechtigkeit

Zweckmäßigkeit

Rechtssicherheit

2. Sitte: Hierbei handelt es sich um eine äußere Übung

3. Moral: Hierbei handelt es sich um eine innere Einstellung

Die Vollziehung im Privatrecht geht über Ordentliche Gerichte. Die Vollziehung im öffentlichen Recht geht über die Verwaltungsbehörde

Rechtsquellen

1. Rechtsentstehungsquelle: kommt von staatlicher Autorität sind zum Beispiel Gesetze, Verordnungen, Urteil, Bescheid, Verträge

2. Rechtserkenntnisquellen: sind äußere Zeichen und man muss den Inhalt des Rechts in

Erfahrung bringen (Wo finde ich das Recht?) sind zum Beispiel Bundesgesetzblätter, Landesgesetzblätter, Vertragsurkunden, usw.

Gewohnheitsrecht

Gewohnheitsrecht: ist keine Übung des redlichen Verkehrs (Verkehrssitte) Voraussetzungen für das Gewohnheitsrecht:

1. lang andauernde, allgemeine, gleichmäßige Übung 2. opinio iuris / Rechtsüberzeugung (Überzeugung das es Recht ist) statt opinio usus

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Gerichtsbrauch / Gerichtsurteile 1. haben keine generelle Wirkung 2. ständige Rechtsprechung ist

Gerichtsbrauch / Gerichtsurteile

1. haben keine generelle Wirkung

2. ständige Rechtsprechung ist relevant (ist nicht zwingend, aber von hoher Bedeutung) OGH

wiederholt seinen äußeren Rechtssatz, wie ein bestimmter Fall zu Lösen ist

3. generelle Rechtsquelle: anglo-amerikanische Rechtsprechung Case-Law-System

Öffentliches Recht / Privatrecht

Abrenzungsmethoden

Interessentheorie: Öffentliches Recht vertritt Interessen der Allgemeinheit, wohingegen das Privatrecht die Interessen des Einzelnen vertritt.

Subjektionstheorie (Über- und Unterordnungstheorie, Mehrwertigkeitstheorie, Gewaltentheorie):

Öffentliches Recht: Über- und Unterordnungen (Ausnahme Gleichordnung beim Öffentlichen Recht: Verträge zwischen Gliedstaaten)

Privatrecht: Gleichordnung (Ausnahme Über- und Unterordnung im Privatrecht: Arbeitsgeber-Arbeitnehmer- Verhältnis) Subjektstheorie: Öffentliches Recht handelt mit Imperium (Hoheitsgewalt)

Funktionen

Behördenzuständigkeit Kompetenzverteilung (Kompetenz zur Gesetzgebung):

Privatrecht: Bundessache (Ausnahme: Anhangmaterien)

Öffentliches Recht: Sowohl Bundes-, als auch Landessache

Amtshaftungsrecht:

Öffentliches Recht: Der Staat haftet bei schädigendem Verhalten

Privatrecht: Verwaltungsbehörde kann Verträge schließen z.B. vergabe öffentlicher Aufträge oder wenn Förderungen vergeben werden

Aufgaben des Privatrechts

Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen für privatautonome Rechtsgestaltung. Abschließen von Verträgen Privatautonomie

Voraussetzung Freiheit zur Selbstbestimmung: Eigentums,- Vertrags-, Erwerbs-, Wettbewerbs-, Niederlassungs- und Testierfreiheit, Freiheit zur Familiengründung

Rechtskurs

Einfuehrung I

1. Codes Theresianus 1766

Rechtskurs Einfuehrung I 1. Codes Theresianus 1766 Entwicklung ABGB 2. Entwurf Horten – Josephinisches Gesetzbuch 1786

Entwicklung ABGB

2. Entwurf Horten – Josephinisches Gesetzbuch 1786

3. Entwurf Martini – Westgalizisches Gesetzbuch 1797

4. ABGB: Franz von Zeiller wurde wiederholt novelliert (Gesetz wurde angepasst, geändert) ABGB ist am 1.1.1812 in Kraft getreten

Pandektensystem – Institutionensystem

Pandektensystems: Gliederung der Lehrbücher

1. Allgemeiner Teil des Bürgerlichen Rechts

2. Schuldrecht

3. Sachenrecht

4. Familienrecht

5. Erbrecht

Institutionensystem: Gliederung des ABGBs

1. Personenrecht (Personen und Familienrecht)

2. Sachenrecht (dingliches und persönliches Recht)

3. gemeinschaftliche Bestimmungen der Personen- und Sachenrecht

Allgemeines Privatrecht: ABGB Sonderprivatrecht: UBGB, Arbeitsvertragsrecht, Konsumentenschutzgesetz, …

IPR / IZPR

IPR: Internationales Privatrecht: besteht aus Verweisungsnormen entscheidet nicht in der Sache selbst, sondern nur über die anzuwendende Rechtsordnung

1. Welche Rechtsordnung (materielles Recht) ist bei Sachverhalten mit Auslandsbezug anzuwenden? Kommt Österreichisches oder Ausländisches Recht zur Anwendung?

2. Diese Normen werden Verweisungsnormen/Kollisionsnormen genannt (Verweisen auf

Ausländisches Recht)

IZPR: Internationale Zivilprozessrecht ist Völkerrecht (supranationales Recht)

1. Ist ein österreichisches Gericht zuständig?

2. Zuständigkeit ist vorgelagert zu klären

Einteilung der Rechte

Zweck

Materielles Recht: sind jene Rechtsnormen, die inhaltliche Ordnung für das menschliche Zusammenleben treffen

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Formelles Recht: beschäftigt sich mit dem Verfahren der Rechtsdurchsetzung von staatlichen

Formelles Recht: beschäftigt sich mit dem Verfahren der Rechtsdurchsetzung von staatlichen Behörden und ist stets öffentliches Recht.

Wirkung

Absolut zwingend „zweiseitig zwingend“: keinerlei Abweichungen durch privatautonome Rechtsgestaltung

Relativ zwingend „einseitig zwingend“: lässt günstigere Regelungen zu (für die Schwächere/geschützte Partei zu) Dispositiv: lässt abweichende privatautonome Rechtsgestaltung zu Funktion:

Ergänzung von Verträgen

Hilft bei der Auslegung von Verträgen

Richtigkeitsgewähr: Sittenwidrigkeit wird vom Richter überprüft

Ein Rechtssatz ist eine Sollensanordnung und besteht aus Tatbestand und Rechtsfolge. Subsumtion: Feststellung, dass der Sachverhalt die Merkmale eines Tatbestandes erfüllt Obersatz (Tatbestand), Untersatz (Sachverhalt), Schlusssatz (Rechtsfolgeanordnung)

Verbot des „non liquet“

Dieses Verbot gilt für den Richter. Der Richter muss eine Entscheidung treffen und darf nicht sagen er kennt sich nicht aus und kann sich nicht entscheiden. Um eine Entscheidung treffen zu können gibt es Auslegung und Lückenfüllung

Interpretationsmethoden

Unter Interpretation versteht man den Sinn einer rechtlichen Regelung zu ermitteln.

Authentische Interpretation

Ist ein Akt der Rechtserzeugung Gesetzgeber erklärt ein früheres Gesetz Es ist keine Auslegung, sondern eine Rechtserzeugung. Ist auch keine Novelle, denn diese ändert ein Gesetz (Derogation). Die Authentische Interpretation wirkt häufig Rückwirkend.

Methoden der Auslegung

1. Wortinterpretation (grammatikalische Auslegung):

Erforschung des Wortsinn (allgemeiner, fachlicher, rechtlich spezifischer Sprachgebrauch)

Ein Ausdruck kann restriktiv (einschränkend) oder extensiv (ausdehnend) verstanden werden.

2. Systematische (sys. = logische) Interpretation:

Bedeutungs- und Gesetzeszusammenhang wird erfragt

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I • im weiteren Sinne gehört dazu auch die Verfassungs- und Unionskonforme Auslegung 3.

im weiteren Sinne gehört dazu auch die Verfassungs- und Unionskonforme Auslegung

3. Historische Interpretation (subjektive Interpretation):

Absicht/Wille des historischen Gesetzgebers wird erfragt

siehe Gesetzesmaterialien (Erläuterungen zur Regierungsvorlage, Berichte der Ausschusssitzungen, stenografische Protokolle)

4. Teleologische (objektive) Interpretation:

Sinn und Zweck der Regelung wird ermittelt

im öffentlichen Recht unter anderem wegen Streben nach Rechtssicherheit geringere Bedeutung – beachte in dem Zusammenhang auch Analogieverbot im Strafrecht

Verhältnis der Auslegungsmethoden

Die Auslegungsmethoden verfolgen dasselbe Ziel. Es gibt keine bestimmte Reihenfolge. Eine besondere Rollte spielt die Wortinterpretation: Grenze der Auslegung äußerst möglicher Wortsinn Man kann nicht historisch Interpretieren wenn:

1. nichts in Gesetzesmaterialien zu finden ist

2. Gesetzesmaterialien widersprüchlich sind

3. die Rechtslage hat sich geändert

4. das Gesetz den Materialien widerspricht

Auslegung

4. das Gesetz den Materialien widerspricht Auslegung Analogie Auslegung: wenn auslegungsbedürftiger Text

Analogie

Auslegung: wenn auslegungsbedürftiger Text vorhanden Analogie Norm wird auf einen nicht geregelten Sachverhalt angewendet: wenn kein Text vorhanden Voraussetzung für eine Analogie: planwidrige Lücke ergibt sich aus dem Gleichbehandlungsprinzip (sofern kein sachlicher Differenzierungsgrund vorliegt)

Lückenfüllung

Voraussetzung der Rechtslücke ist die planwidrige Unvollständigkeit wenn nicht planwidrig:

Umkehrschluss (argumentum e contrario) Gesetzeslücke kann geschlossen werden entweder mit der Gesetzesanalogie (orientiert sich nach einer Rechtsnorm) / Rechtsanalogie (orientiert sich nach verschiedenen Rechtsnormen) und zwar mittels dem Ähnlichkeitsschluss oder Gesetzeslücke kann subsidiär geschlossen werden „natürliche Rechtsgrundsätze“. Unterfälle der Größenschlüsse:

1. argumentum a maiori ad minus: vom größeren aufs kleine schließen 2 argumentum a minori ad maius: vom kleineren aufs größere schließen

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Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Teleologische Reduktion Tatbestand ist nach dem erkennbaren Plan des Gesetzgebers zu weit gefasst

Teleologische Reduktion

Tatbestand ist nach dem erkennbaren Plan des Gesetzgebers zu weit gefasst wird nach Sinn und Zweck reduziert. Bsp.: kein Übergang des Schadenersatzanspruchs vom Geschädigtem auf Sozialversicherung, wenn Schädiger im gleichen Haushalt lebt Sozialversicherung bringt Leistung an Geschädigten, Sozialversicherung holt sich Schadensersatz vom Schädiger, außer wenn Schädiger im selben Haushalt wohnt

Aufbau einer Norm

Norm besteht aus einem Tatbestand und einer Rechtsfolge. Sachverhalt (Untersatz), Tatbestand (Obersatz) wird benötigt. Diese Beiden müssen subsumiert werden Schlusssatz

Konkurrenz von Rechtsnormen

Es gibt mehrere Rechtsfolgen, sie stehen aber nicht miteinander im Widerspruch:

kumulativ Anspruchshäufung alternativ Anspruchskonkurrenz

Es gibt mehrere Rechtsfolgen und sie stehen im Widerspruch:

1. nicht auflösbar (Antinomie) heben sich gegenseitig auf

2. auflösbar, weil unterschiedliche Geltungsbereiche aufweisen:

lex specialis derogat legi generali (speziellere Norm derogiert generelle Norm)

lex posterior derogat legi priori (jüngere Norm geht der älteren Norm vor)

3. unterscheide: formelle- (es gibt Derogationsklausel) und materielle Derogation (es gibt keine

Derogationsklausel)

Absolute und Relative Rechte

Absolute Rechte

Absolute Rechte wirken gegenüber jedermann

1. Herrschaftsrecht:

dingliche Rechte = Sachenrecht Eigentum, Pfandrecht, Dienstbarkeiten, Reallast, Baurecht

undingliche Rechte/Immaterialgüterrecht Urheberrecht, Marken-Muster-Patentrecht

2. Persönlichkeitsrecht Leben, Freiheit, Ehre, Namen, Bild, …

3. Familienrecht Ehe hat absoluten Charakter

4. Erbrecht

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Relative Rechte relative Rechte wirken gegenüber bestimmten Personen: Forderungen /

Relative Rechte

relative Rechte wirken gegenüber bestimmten Personen: Forderungen / Schuldverhältnis

Rechtsfähigkeit - Beginn

Vollendete Lebendgeburt Rechtsfähigkeit der natürlichen Person beginnt mit der Vollendung der Lebendgeburt. Davor: Bedingt Rechtsfähig mit der Lebendgeburt und Beschränkt Rechtsfähig des nasciturus (das werdende Leben) er kann keine Pflichten begründen, hat nur Rechte Unterscheide:

1. Rechtsfähigkeit Rechte und Pflichten

2. Handlungsfähigkeit durch eigenes Handeln können Rechte und Pflichten begründet

werden

3. Geschäftsfähigkeit Fähigkeit durch Rechtsgeschäftliches handeln sich zu verpflichten

4. Deliktsfähigkeit Schadensersatzpflichtig

Rechtsfähigkeit - Ende

Rechtsfähigkeit endet mit dem Tod.

1. Man benötigt Leiche Totenschein (stellt Arzt fest Totenbeschauer)

2. fehlt die Leiche Todesbeweis (durch Zeugen)

3. Verschollenheit Todeserklärung (durch Gerichtsbeschloss kann es zur Todeserklärung

kommen)

Geschäftsfähigkeit nach Altersstufen

0-7 Jahre (unter 7 Jahre) Kind:

Ist geschäftsunfähig Ausnahme: Taschengeldparagraph (§ 151 (3) ABGB) geringfügige Angelegenheiten des täglichen Lebens Mit der Willenseinigung (der Erziehungsberechtigten) kommt das Rechtsgeschäft zu Stande Konsens Schenkung funktioniert Größenschluss (Wenn das Kind etwas kaufen darf, darf es auch etwas annehmen, wobei die Folgen der Schenkung nur zum Vorteil des Kindes sein dürfen)

7-14 Jahre unmündiger Minderjähriger:

Beschränkt geschäftsfähig

Alterstypische Geschäfte abschließen

Bereits bestehende Schulden selbst bezahlen Schulden begleichen

darf Geschäfte zu bloßem Vorteil abschließen (nur Rechte, keine Pflichten)

Alle andere Rechtsgeschäfte sind schwebend unwirksame Rechtsgeschäfte (bis die Eltern zustimmen)

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Bei Geisteskrankheit und beim Stellvertreter kommt es auch zum schwebend unwirksamen

Bei Geisteskrankheit und beim Stellvertreter kommt es auch zum schwebend unwirksamen Rechtsgeschäft

14-18 Jahre mündiger Minderjähriger:

Darf selbständig Dienstverträge abschließen (Ausnahme:

Lehr- und Ausbildungsverträge)

Darf über eigenes Einkommen verfügen

Darf über zur freien Verfügung überlassenes verfügen (bestimmt Gesetzlicher Vertreter Befriedigung der Lebensbedürfnisse dürfen nicht gefährdet werden)

>18 Jahre voll Geschäftsfähig

Geschäftsfähigkeit – Geisteszustand

Geisteskranke/Schwache geschäftsunfähig Im lichten Augenblick (licidum intervallum) beschränkt Geschäftsfähig Gesetzlicher Vertreter: Sachwalter/Vertretung naher Angehöriger/Institut der Vorsorgevollmacht Im Wirkungskreis des Sachwalters:

1. Wird wie ein unmündiger Minderjähriger behandelt

2. Lucidum interfvallum (im hellen Moment einsichtsfähig) unbeachtlich

Sachwalter ist subsidiär (Reserver) zu

1. Vertretungsbefugnis naher Angehöriger (Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Deckung des

Pflegebedarfs, medizinische Behandlung)

2. Vorsorgebevollmächtigtem

Deliktsfähigkeit

Fähigkeit aus eigenem rechtswidrigen Verhalten schadenersatzpflichtig zu werden ab 14. Lebensjahr Wenn die Aufsichtsperson ihre Aufsichtspflicht verletzt, haftet die Aufsichtsperson. Haftung unter Umständen auch vor dem 14. Lebensjahr, wenn:

1. Keine Haftung einer Aufsichtsperson

2. Trotz mangelndem Alter fürs Unrecht einsichtig ist (d.h. Verschulden)

3. Schonung des Schädigers

4. Vermögensvergleich

Durch Geisteszustand kann Deliktsfähigkeit auch eingeschränkt werden. Deliktsfähig im Lucidum interfvallum. Bei Alkohol ist man auch Deliktsfähig.

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Die Juristische Person / Moralische Person Eine Juristische Person ist ein vom Menschen

Die Juristische Person / Moralische Person

Eine Juristische Person ist ein vom Menschen verschiedenes Gebilde, dem die Rechtsordnung Rechtsfähigkeit verleiht. Rechtsfähig Träger von Rechten und Pflichten

Arten von Juristischen Personen:

1. Personenverbände:

Körperschaften des öffentlichen Rechts: Bund, Länder, Gemeinden, Kammern, Sozialversicherungsträger

Körperschaften des Privatrechts: Vereine, Kapitalgesellschaften=KG (AG, GmbH), Genossenschaften, politische Parteien Eine Körperschaft ist eine freiwillige Personenvereinigung. Der Bestand ist vom Mitgliederwechsel unabhängig. Vertreten werden die Körperschaften durch Organe, die in einem Satzungsmäßigen Verfahren bestellt werden (Drittorganschaft).

Personengesellschaften (KG, OG, EWIV) sind voll rechtsfähig, aber sie sind keine juristischen Personen. Sie sind moralische Personen, aber keine Köperschaften (Selbstorganschaft).

2. Vermögensgesamtheiten mit Widmungszweck

Stiftungen

Fonds

Anstalten (ORF)

Unterschied: Bei Stiftungen und Fonds werden Vermögen zu einem bestimmten Zweck gestiftet. Bei Stiftung: Die Erträge werden an Begünstige (Destinäre) verteilt, die Substanz bleibt erhalten.

Willensbildung – Organe der juristischen Personen:

Juristische Person AG GmbH

Personenverband Mitgliederversammlung

Vorstand Geschäftsführung

Hauptversammlung

Kontrollorgan Aufsichtsrat

Generalversammlung (Willensbildungsorgan)

Wie entsteht eine Juristische Person?

Es gibt 3 Systeme, davon 2 in Österreich:

1. Normativsystem: einen Privatrechtlichen Akt + einen Staatlichen Gründungsakt (Gericht setzt Staatlichen Akt Registereintrag ins Firmenbuch)

2. Konzessionssystem: einen Privatrechtlichen Akt + einen Staatlichen Gründungsakt

(Verwaltungsbehörde setzt Staatlichen Akt)

3. System der freien Körperschaftsbildung (gibt es in Österreich nicht): hierbei benötigt

man nur einen Privatrechtlichen Gründungsakt

Gründung des Vereins: Der Verein wird bei der Behörde angemeldet. Die Behörde hat 6 Wochen Zeit zu entscheiden, dies nennt man Anmeldesystem (dies fällt ins Konzessionssystem, weil Verwaltungsbehörde den staatlichen Akt setzt). Vereinsgründung erfolgt also nach dem Anmeldesystem

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Deliktsfähigkeit der juristischen Person Für Organe wird von juristischen Personen gehafftet

Deliktsfähigkeit der juristischen Person

Für Organe wird von juristischen Personen gehafftet Organhaftung Für Gehilfen haftet die juristische Person Gehildenhaftung Für jede Person die Einfluss hat haftet die juristische Person Machthaberhaftung

Rechtsobjekte

Unmittelbare Strafbarkeit (Geldstrafe) moralischer Personen bei Haftung

Verbandsverantwortlichkeits-

-gesetz

Rechtssubjekte sind Sachen, auf die sich subjektive Rechte beziehen. Tiere sind keine Sachen: es gelten aber dieselben Rechte wie für Sachen, nur bei der Haftung muss der Schädiger Heilungskosten bezahlen, auch wenn diese den Anschaffungswert überschreiten.

Rechtsgeschäfte

Basis ist die Willenserklärung: Sie muss Inhaltswillen und Geltungswillen haben. Inhaltswille: Jede Willenserklärung bedarf eines bestimmten Inhalts Geltungswille (Rechtsfolgenwille): Parteien müssen Wollen, dass im Streitfall ein Gericht entscheidet gemäßigte Rechtsfolgentheorie: alle rechtlichen Konsequenzen müssen nicht bewusst sein.

Einseitige und zwei- oder mehrseitige Rechtsgeschäfte

Einseitige Rechtsgeschäfte Willenserklärung eines Einzelnen:

Testament

Auslotung (entlaufene Katze wird gesucht und es gibt Belonung) Mehrseitige Rechtsgeschäfte Willenerklärung zwei oder Mehrerer:

Verträge

Einseitig verpflichtende Rechtsgeschäfte Schenkung:

einseitig Verpflichtend, aber zweiseitiges Rechtsgeschäft

Zweiseitig Verpflichtende Rechtsgeschäfte: Alle Parteien sind zur Leistung verpflichtet

Entgeltliche- oder unentgeltliche Rechtsgeschäfte

Verpflichtungsgeschäft (Titel):

Verpflichtungsgeschäft legt Pflichten fest, z.B. bei einem Kauf- oder Werkvertrag. Abstrakt gesehen gibt es keine Causa bzw. keinen Grund. Das Rechtsgeschäft ist nicht ersichtlich und könnte aufgrund von Sittenwidrigkeit nicht gültig sein.

Verfügungsgeschäft (Modus):

Wirkt auf ein bestehendes Recht. Ein Beispiel für ein Verfügungsgeschäft ist die Eigentumsübertragung. Dies gibt es in Österreich nicht, da immer ein Titel und ein Modus notwendig sind.

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Willenserklärungen Empfangsbedürftige Willenserklärung: Zugang des Rechtsgeschäfts ist

Willenserklärungen

Empfangsbedürftige Willenserklärung: Zugang des Rechtsgeschäfts ist notwendig und eine annahmebedürftige Zustimmung ist notwendig, z.B. Kündigung oder Rücktritt Machtsphäre/Dispositionsphäre Annahmebedürftige Willenserklärung: Zustimmung ist notwendig, z.B. Vertrag

Auslegung von Willenserklärungen

Wie wird eine Willenserklärung gedeutet?

Wille des Erklärenden (Willenstheorie

Wie der Erklärungsempfänger es verstanden hat (Erklärungstheorie) Maßgeblich ist der objektive Erklärungswert: jener Erklärungswert, wie ihn die ideal Figur (redlicher, verständiger Erklärungsempfänger) verstanden hätte Vertrauenstheorie Fehlendeserklärungsbewusstsein: keine Zurechnung Ausnahme: Es wird nur dann zugerechnet wenn eine Erklärungsfahrlässigkeit vorhanden ist.

Ausdrückliche Willenserklärungen: Wort, Schrift, allgemein anerkannte und ausgemachte Zeichen. Stillschweigende Willenserklärungen: Handlung, welche mit Überlegung aller Umstände keinen vernünftigen Grund, daran zu zweifeln, übrig lassen, dass eine rechtsgeschäftliche Willenserklärung gemeint ist Ausschluss aller anderen Möglichkeiten (zweifelsfrei)

Auslegungsregeln/Interpretation

Auslegung von Verträgen: Übereinstimmender gemeinsamer Wille der Parteien steht auf dem Prüfstand keine Übereinstimmung: Dissens (Vertrag kommt nicht zustande)

1. subjektiven Parteiwillen suchen den wahren Willen (Vertragstext ist nicht so wichtig)

2. Ergänzung durch Gesetz und Verkehrssitte

3. hypothetischer Parteiwille: Was hätten redliche, vernünftige Parteien vereinbart

4. Unklarheiten Regel § 915 ABGB:

Zweiseitig verbindliche Geschäfte (Kauf): Zum Nachteil des unklar Erklärenden Zur Lasten dessen der sich unklar ausgedrückt hat

Einseitig verbindliche Geschäfte (Schenkung): zu Gunsten des Schenkers im Zweifel die geringere Last

Vertrag

Es muss immer ein Angebot und eine Annahme geben Vertrag kommt durch übereinstimmende Willenserklärung zustande Angebote: Es muss alle erforderlichen Angaben (Ware & Preis) beinhalten, der Annähmer muss zum Angebot nur noch ja sagen. Es muss ein Bindungswille vorhanden sein, da das Angebot eine Willenserklärung ist.

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Gefälligkeitszusage/Gentelman Agreement: Hierbei gibt es keine Rechtsdurchsetzungsmöglichkeit

Gefälligkeitszusage/Gentelman Agreement: Hierbei gibt es keine Rechtsdurchsetzungsmöglichkeit Bindungswirkung: Verpflichtung das Angebot gegenüber dem Anerklärten aufrecht zu erhalten. Dauer der Bindungswirkung (Bindungsdauer):

Ist entweder vom Offerenten bestimmt oder es gilt:

Unter Anwesenden muss sofort angenommen werden (auch via Telefon ist dies so)

Ansonsten muss es eine angemessene Überlegungsfrist (Postweg hin und zurück + Überlegungsfrist) geben.

Annahme:

Die Annahme erfolgt durch Willenserklärung/Einverständniserklärung. Das Angebot muss zugehen, dann kann angenommen werden Die Annahme ist empfangsbedürftig oder sie wird durch Erfüllung angenommen Annahme durch Erfüllung:

Behalten

Verwenden

Verbrauchen

Bei Postsendungen z.B. kommt kein Vertrag

zustande. Dem Absender zurückleiten oder ihm

mitteilen. Dann darf man das zugesendete auch

Wegschmeißen oder benutzen Bereicherungsklage muss beachtet werden

Bei einem Vertrag kann es zu einem Konsens kommen, aber auch zu einem Dissens. Man unterscheidet zwischen einem

Offenen Dissens: Den Parteien wird der Dissens bewusst

Versteckter Dissens: Dissens wird erst später entdeckt gibt es nicht beim objektiven Erklärungswert

Konsens und Dissens

Konsens: Angebot und Annahme stimmen überein. Dissens: Übereinstimmung fehlt

AGBs

Allgemeine Geschäftsbedingungen sind einheitliche Vertragstexte (Vertragsschablonen). AGBs werden Vertraglich vereinbart und gelten nur bei Hinweis und Kenntnisnahme Kunde muss Möglichkeit haben Einsicht zu nehmen Die Verwendungszwecke sind:

Rationalisierung

Spezialisierung

Wirtschaftliche Übermacht des Unternehmers wird ausgespielt

Schutz:

1. Überraschend, nachträgliche Klauseln gelten nicht.

2. Mehrdeutige Regelungen fallen immer zu Lasten des Unternehmers

3. Es gilt ein Transparentsgebot: unklare/unverständliche AGBs sind unwirksam

4. Gröblich Benachteiligende AGBs sind nichtig

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I 5. es gibt Nichtigkeitsklauseln/Speziell verbotene Vertragsklauseln Punkt 1-3 sind

5. es gibt Nichtigkeitsklauseln/Speziell verbotene Vertragsklauseln

Punkt 1-3 sind Geltungskontrollen, Punkt 4-5 sind Inhaltskontrollen.

Verbandsklage:

Konsumentenschutz

Arbeiterkammer

Verbandsklage: • Konsumentenschutz • Arbeiterkammer Interessensverbände Wirksamkeitsvoraussetzungen

Interessensverbände

Wirksamkeitsvoraussetzungen

Voraussetzungen eines wirksamen Vertragsabschlusses:

1. Geschäftsfähigkeit der Partner

2. Fehler von Willensmängeln (Irrtum, List, Drohung, usw.)

3. Möglichkeit des Vertragsinhaltes

4. Erlaubtheit des Vertragsinhaltes

5. Leistungsäquivalenz

6. Beachtung etwaiger Formvorschriften

Solche Fehler beim Vertragsabschluss führen zur Nichtigkeit (absolute Nichtigkeit/Rechtsunwirksamkeit) oder Anfechtbarkeit des Vertrags

Willensmängel

(Fehlerhafte Willenserklärungen)

1. mentale Reservation (geheimer Vorbehalt): Erklärende, erklärt absichtlich etwas anderes Rechtsgeschäftlich gebunden

2. Scherzerklärung: kein Rechtsfolgewillen

3. Scheingeschäfte: ist kein Rechtsgeschäft, soll nur so aussehen Scheinbares Geschäft

Wenn es ein verdecktes Geschäft gibt, ist dies gültig

4. Umgehungsgeschäft: Parteien wollen einen bestimmten wirtschaftlichen Zweck erreichen

Die Rechtsfolgen wollen sie umgehen. Rechtsgeschäft ist nicht nichtig, sondern die Rechtsfolgen treffen trotzdem zu

5. Drohung – List – Irrtum

Drohung – List – Irrtum

Hierbei handelt es sich um Willensmängel.

Drohung:

Der rechtsgeschäftliche Wille muss frei gebildet sein, bei der Drohung wird er gebeugt.

Prüfung der Kausalität: Währe die Willenserklärung auch ohne Drohung abgegeben worden, darf sich der Erklärende später nicht auf die Drohung berufen

Gegründete Furcht: Furcht muss gegeben sein

Drohung muss Widerrechtlich sein inadäquates- oder verbotenes Mittel

Die Anfechtung muss rechtzeitig geschehen (3 Jahre ab Wegfall der Drohung)

Die Drohung durch Dritten ist unbeachtlich führt zu keiner Anfechtbarkeit des Rechtsgeschäftes

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I List: Willenserklärungen durch bewusste Vorspielung falscher Tatsachen erschleichen. List

List:

Willenserklärungen durch bewusste Vorspielung falscher Tatsachen erschleichen. List rechtfertigt eine Vertragsanfechtung Klage verjährt in 30 Jahren ab Vertragsabschluss List muss sich nicht auf Geschäftsinhalt beziehen Motivation muss beachtet werden

Irrtum:

Unzutreffende Vorstellung von der Wirklichkeit/Unkenntnis eines relevanten Umstandes.

1. Ist ein Vertrag vorhanden?

2. Beachtlichkeit prüfen:

Erklärungsirrtum: Erklärende erklärt etwas anders, als er will. Man irrt bei der Willenserklärung

Geschäftsirrtum: Erklärende irrt sich über

die Natur des Geschäftes

den Gegenstand des Geschäftes

die Eigenschaft/Identität des Vertragspartners

Motivirrtum: bei einem Entgeltlichen Vertrag unbeachtlich keine Vertragsanfechtung

3. Anfechtungsvorrausetzungen:

Irrtum vom anderen Veranlasst

Irrtum hätte dem anderen auffallen müssen

Irrtum rechtzeitig aufgeklärt, bevor eine Partei Aufwendungen hat

4. Rechtsfolgen:

Wesentlicher Irrtum: wenn Irrender ohne Irrtum den Vertrag nicht geschlossen hätte Anfechtung und Aufhebung des gesamten Vertrages (ex tunc = von Anfang an)

Unwesentlicher Irrtum: wenn beide trotz des Irrtums den Vertrag geschlossen hätten, aber mit anderem Inhalt Vertragsanpassung

Gerichtliche Geltendmachung durch Klage Anfechtungsanspruch verjährt in 3 Jahren ab Vertragsabschluss.

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Möglichkeit des Vertragsabschlusses Schlichte Unmöglichkeit: bewirkt nicht die Nichtigkeit des

Möglichkeit des Vertragsabschlusses

Schlichte Unmöglichkeit: bewirkt nicht die Nichtigkeit des Vertrags jedoch Schadensersatzanspruch kann geltend gemacht werden Rechtlich Unmöglich oder faktisch Absurd (vernünftige Parteien hätten das niemals zum Gegenstand eines Vertrags gemacht): bewirkt, dass Vertrag Nichtig ist. Bei einem Schaden: bei Mitschuld entfällt gesamter Schadensersatz, es kommt zu einer Schadensteilung Kulpakompensation

Vertrauensinteresse: jener Nachteil, der dem anderen dadurch zugefügt wurde, dass er auf das gültige Zustandekommen des Vertrages vertraut hat.

Formvorschriften

Im bürgerlichen Recht herrscht grundsätzlich Formfreiheit. Formvorschriften für bestimmte Arten von Verträgen diesen verschiedenen Zwecken:

1. Schutz vor Übereilung z.B. Bürgschaft

2. Beweissicherungszweck z.B. letztwillige Verfügung

3. Publizitätszweck: Bestimmter Rechtsakt der der Allgemeinheit zukommt z.B. Eheabschluss

Stellvertretung

Begründung der Stellvertretung - Vertretungsmacht

1. Rechtsgeschäftliche Stellvertretung z.B. Vollmacht

2. Gesetzliche Stellvertretung z.B. Eltern-Kind, Richterliche Bestellung Sachwalterschaft für

behinderte Personen

3. Organschaftliche Stellvertretung z.B. Vorstand-AG, Geschäftsführer GmbH

Mittelbare/unmittelbare Stellvertretung

Mittelbare Stellvertretung: Stellvertreter handelt im eigenen Namen, nicht im Namen des Geschäftsherren. Es wird auf Rechnung des Geschäftsherren gekauft Unmittelbare Stellvertretung: Stellvertreter handelt im Namen des Geschäftsherren, dieser wird direkt (unmittelbar) verpflichtet

Vertretungsfeindliche Rechtsgeschäfte: Eheschließung, Adoption usw.

Auftrag

Müssen

Innenverhältnis

Zweiseitig

Ermächtigung

Dürfen

Innenverhältnis

Einseitig

Vollmacht

Können

Außenverhältnis

einseitig

Stellvertretung – Voraussetzungen

1. Offenlegungsgrundsatz: Stellvertreter muss im Namen des Vertretenen handeln, Vertragspartner muss dies wissen

2. Stellvertreter muss beschränkt Geschäftsfähigkeit sein (über 7 Jahre)

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I 3. Vertretungsmacht: Stellvertreter muss berechtigt sein (Erziehungsberechtige, Sachwalter, Organ

3. Vertretungsmacht: Stellvertreter muss berechtigt sein (Erziehungsberechtige, Sachwalter,

Organ juristischer Personen)

Vollmacht

Vollmacht bedeutet ein rechtliches Können im Außenverhältnis. Aufrag bedeutet ein rechtliches Müssen im Innenverhältnis. Ermächtigung bedeutet ein rechtliches dürfen im Innenverhältnis.

Anscheinsvollmacht

Erlöschung der Vollmacht:

Bei Befristung durch Zeitablauf

Bei Bedingung durch Eintritt der Bedingung

Durch Widerruf/Kündigung

Mit dem Tod

Dem Vertreter wurde keine Vollmacht erteilt er verhält sich aber so und Dritter vertraut darauf. Bei der Anscheinsvollmacht kommt ein Vertrag zustande. Voraussetzungen einer Anscheinsvollmacht:

1. hat äußeren Anschein des Bestehens einer Vollmacht

2. Muss vom Vertretenen verursacht worden sein

3. Gutgläubigkeit des Dritten

Falsus Procurator

Vertreter ohne Vertretungsmacht Vertreter hat keine Vollmacht oder Vertreter macht eine Vollmachtsüberschreitung Wenn der Geschäftsherr mit dem Dritten dennoch ein Geschäft machen möchte, ist dies ein Schwebend Unwirksames Rechtsgeschäft Haftung:

Ersatz des Vertrauensinteresses

begrenzt mit dem hypothetischen Erfüllungsinteresse:

Übersteigt das Vertrauensinteresse jenen Betrag, den der Dritte gewonnen hätte, wäre der Vertrag gültig zustande gekommen, dann erhält er das Vertrauensinteresse nur bis zur Höhe dieses Betrages ersetzt.

Bei fahrlässiger Unkenntnis kommt es zu Schadensteilung.

Unterscheidungen:

Stellvertreter: bildet Willen selbst Repräsentationstheorie

Bote: übermittelt nur den Willen des Geschäftsherren Geschäftsherrentheorie

Treuhänder: Handelt im eigener Name, fremdes Interesse

Vermittler: Handelt im eigener Name, Zusammenbringen potentieller Vertragspartner

Zeit

Verjährung: bedeutet, Verlust des Rechts auf Geltendmachung eines Anspruches durch Zeitablauf.

1. Beginn 1. Möglichkeit zur Rechtsausübung

2. allgemeine Verjährungsfrist: 30 Jahre bzw. 3 Jahre

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I 3. unterscheide: • Hemmung: Frist läuft weiter • Unterbrechung: Frist beginnt neu zu

3. unterscheide:

Hemmung: Frist läuft weiter

Unterbrechung: Frist beginnt neu zu laufen

4. Nach Verjährung bleibt es Naturalobligation: keine Durchsetzbarkeit des Rechts

Ersitzung (Eigentumserwerb durch Zeitablauf):

1. eigentliche Ersitzung: qualifizierter Besitz 3 Jahre / 30 Jahre

2. uneigentliche Ersitzung: kein Titel 30 Jahre / 40 Jahre

Schulden – Haftung

Schulden: Schuldner hätte leisten sollen Schuldner ist der Verpflichtete Haftung: Mit seinem Vermögen einstehen müssen Gläubiger ist der Berechtige Haftung cum viribus: mit bestimmten Sachen haften Pro viribus Haftung: Haftung bis zum Wert der übernommenen Sache Naturalobligation: Nur Schuld, keine Haftung

Begründung von Schuldverhältnissen

Schuldverhältnisse können auf verschiedene Arten und Wege begründet werden und zwar durch:

Rechtsgeschäfte

Vorvertragliche Kontakte (Culpa in contrahendo)

Erfüllung gesetzlicher Tatbestände

Schuldverhältnisse

Zielschuldverhältnisse: einmalige Leistung Dauerschuldverhältnisse: andauerndes oder laufend wiederkehrendes Verhalten z.B. Pacht, Miete, usw.

Gattungsschuld:

generelle Merkmale (1 kg mehlige Kartoffeln)

Es gilt der Grundsatz: genus non perit kann zu keiner nachträglichen Unmöglichkeit kommen

Stückschulden:

individualisierende Merkmale (Fahrrad von Max)

ab der Konkretisierung wird die Gattungsschuld als Stückschuld behandelt

Gefahrtragung

Der Unterschied zwischen Gattungs- und Stückschuld ist wegen dem Gefahrtragungsproblem bei der nachträglichen, zufälligen Unmöglichkeit von Bedeutung.

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Leistungsgefahr: Muss der Schuldner leisten obwohl die geschuldete Sache untergegangen ist?

Leistungsgefahr: Muss der Schuldner leisten obwohl die geschuldete Sache untergegangen ist? Preisgefahr: Muss Gläubiger „zahlen“ obwohl er nichts erhält?

Geldschulden

Geldschulden sind grundsätzlich Nominalschulden (auf den Wert, nicht auf die Kaufkraft kommt es an). Wertsicherungsklauseln sind möglich.

Bei Zahlungsunmöglichkeit Insolvenzrecht Zug um Zug Prinzip:

Solange ein Partner seine Leistung nicht anbietet, kann ah der andere Partner seine Leistung zurückhalten

Einrede des nicht erfüllten Vertrages

Einrede des nicht gehörig erfüllten Vertrages

Leistungsstörungen

Leistungsstörungen sind:

Die nachträgliche Unmöglichkeit der Leistung

Der Verzug

Die Gewährleistung

Sonstige Vertragsverletzungen

Nachträgliche Unmöglichkeit

Greift nur für Stückschulden und konkretisierte Gattungsschulden.

Unmöglichkeit – vom Schuldner zu vertreten

Schuldner haftet Ersatz des Erfüllungsinteresses Wahlrecht des Gläubigers:

1. Festhalten am Vertrag und Austauschanspruch, oder

2. Rücktritt und Differenzanspruch: Wert der eigenen nicht erbrachten Leistung minus Wert der

vereitelten Schuldnerleistung

Unmöglichkeit – vom Gläubiger zu vertreten

1. Gläubiger trägt Preisgefahr

2. Schuldner muss sich Ersparnis anrechnen lassen (z.B. Wert einer Fehlenden Verpackung)

Nachträgliche zufällige Unmöglichkeit

1. Schuldverhältnis erlischt

Nicht in jedem Fall möglich, wenn nicht möglich Gefahrtragungsregeln greifen

2. Leistungen müssen nicht geleistet werden

3. bereits Geleistetes zurück

4. stellvertretendes commodum (statt der Untergegangenen Sache, eine andere): Gläubiger

kann am Vertrag festhalten und Herausgabe verlangen (z.B. Versicherungssumme in Folge eines Brandes)

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Schuldnerzverzug Verzug: bedeutet, dass der Vertrag nicht zur gehörigen Zeit, am gehörigen

Schuldnerzverzug

Verzug: bedeutet, dass der Vertrag nicht zur gehörigen Zeit, am gehörigen Ort, auf die bedungene Weise erfüllt wurde.

Objektiver Schuldnerverzug (Schuldner hat kein Verschulden):

Gläubiger hat ein Wahlrecht:

1.

Gläubiger besteht auf Erfüllung oder

2.

angemessene Nachfrist und nach Verstreichens der Frist Rücktritt

4.

Die Preisgefahr trägt der Schuldner

5.

Bei Geldschulden fallen Verzugszinsen an

Subjektiver Schuldnerverzug (Schuldner hat Verschulden):

Zusätzlich zu den Rechtsfolgen des objektiven Verzugs kommen hinzu:

1. Verspätungsschaden Gläubiger hält am Vertrag fest und besteht auf Erfüllung

2. Erfüllungsinteresse (bei Rücktritt)

Der Schuldner muss seine Leistung zur vereinbarten Zeit, am vereinbarten Ort, auf die vereinbarte Art und Weise ordnungsgemäß anbieten, um nicht in Schuldnerverzug zu kommen. Wenn er dies tut und Gläubiger nimmt trotzdem nicht an Gläubigerverzug

Gläubigerverzug

Gläubiger hat grundsätzlich keine Annahmepflicht.

1. Käufer trägt eine Preisgefahr

2. Schuldner haftet nur mehr für grobes Verschulden/Fahrlässigkeit (bei Beschädigung oder

Zerstörung)

3. gerichtliche Hinterlegung vom Schuldner

Gewährleistung – Mängel

Bei der Übergabe liegt ein Mangel vor Gewährleistungspflicht: Dies liegt dann vor, wenn die vereinbarten oder gewöhnlich Vorausgesetzen Eigenschaften fehlen

1. Sach- / Rechtsmängel: Bei Sachmängeln läuft die Gewährleistungsfrist ab Übergabe. Bei Rechtsmängeln läuft die Gewährleistungsfrist ab Erkennbarkeit

2.

unbehebbar: Der Anspruch auf Austausch besteht nur bei der Gattungsschuld

3.

nicht / geringfügiger Mangel: Bei nicht geringfügigen Mängeln kommt es auch zur

Wandlung. Bei geringfügigen Mängeln kommt es nur zur Preisminderung. 4. Qualitäts- / Quantitätsmangel: Qualitätsmängel betreffen Art und Eigenschaft der

geschuldeten Leistung. Quantitätsmängel betrifft die Menge der geschuldeten Leistung.

5. un- / beachtlicher Mangel: Bei unbeachtlichen Mängeln gibt es keine

Gewährleistungspflich. Bei beachtlichen Mängeln schon.

Mangelschaden Mangel an der Wahre selbst: kann mit Gewährleistung geltend gemacht werden oder mit Schadensersatz

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Mangelfolgeschaden  Schäden, die infolge des Mangels zusätzlich eingetreten sind: kann nur

Mangelfolgeschaden Schäden, die infolge des Mangels zusätzlich eingetreten sind: kann nur mit Gewährleistung geltend gemacht werden Begleitschaden: Schäden, die bei Erfüllung an sonstigen Rechtsgütern des Gläubigers eintreten, obwohl die Hauptleistung ordnungsgemäß erbracht wird.

Gewährleistung – Rechtsbehelfe

1. Stufe (primäre Gewährleistungsbehelfe):

primäre Gewährleistungsbehelfe Verbesserung und Austausch

Wahlrecht steht dem Übernehmer zu Einrede der Unverhältnismäßigkeit Bei folgenden Eigenschaften kommt es zu den sekundären Gewährleistungsbehelfen:

Unmöglichkeit, Unverhältnismäßigkeit für Übergeber

Verbesserungsverweigerung

Verbesserungsverzug

Erheblichen Unannehmlichkeiten für den Übernehmer

Unzumutbarkeit begründet bei der Übergabe.

2. Stufe (sekundäre Gewährleistungsbehelfe):

Preisminderung oder Wandlung

Wahlrecht steht dem Übernehmer zu bei nicht geringfügigem Mangel. Bei geringfügigem Mangel kann nur Preisminderung verlangt werden

Keine Gewährleistung

1. bei offenkundigen Mängeln

2. beim Kauf in Pausch und Bogen

3. beim vertraglicher Ausschluss, darf aber nicht Sittenwidrig sein

Laesio enormis

1. Eine Leistung ist weniger als die Hälfte der Gegenleistung Wert (Verkürzender/Verkürzter)

2. Aufhebung des Vertrages, außer Verkürzender (Verkäufer) zahlt auf Gemeiner Wert muss

ersetzt werden: Differenz zwischen wahren Wert und bezahlten Wert

Nicht bei:

1. Kenntnis des wahren Wertes

2. Wert der besonderen Vorliebe

3. teilweiser Schenkung (z.B. Caritative Versteigerung)

4. Uneruierbarkeit des Wertes

5. gerichtliche Versteigerung

6. Glücksverträgen

7. Vergleiche

Rechtskurs

Einfuehrung II

Rechtskurs Einfuehrung II Vertragstypen Im Schuldrecht, anders als im Sachenrecht, gibt es keinen Typenzwang. Verträge

Vertragstypen

Im Schuldrecht, anders als im Sachenrecht, gibt es keinen Typenzwang. Verträge können gemischt werden (z.B. Kauf und Schenkung mischen), es können aber auch neue Verträge geschaffen werden (z.B. bei Franchising). Man unterscheidet zwischen Konsensualverträgen (der Vertrag entsteht alleine durch die Willensübereinstimmung) und Realvertrag (man benötigt eine faktische Leistung, zusätzlich zur Willenseinigung z.B. Übergabe)

Veräußerungsverträge: Dienen dem Zweck, Sachen ins Eigentum anderer zu übertragen Kauf-, Tausch-, Schenkungsvertrag Gebrauchsüberlassungsverträge sind:

Bestandsverträge (Miete und Pacht) Miete und Pacht sind Dauerschuldverhältnisse (Fruchtziehung gibt es nur bei der Pacht, nicht bei der Miete). Die Pacht hat einen wirtschaftlichen Nutzen und eine entgeltliche Überlassung

Leiverträge Der Leivertrag ist ein Realvertrag

Darlehensvertrag vertretbare Sache wird dem Darlehensnehmer übergeben

Dienstverträge:

Arbeitsvertrag (Dauerschuldverhältnis): persönliche Abhängigkeit / Weisungen, es wird kein Erfolg geschuldet sondern nur ein Bemühen

Freier Dienstvertrag: keine persönliche, aber wirtschaftliche Abhängigkeit wenn nur ein Vertragspartner gegeben ist

Werkvertrag (Zielschuldverhältnis): Tätigkeit des selbstständigen Unternehmers (arbeitet in eigener Verantwortung). Es wird Erfolg geschuldet.

Auftrag: Vornahme/Durchführung einer Rechtshandlung

Verwahrungsvertrag (Realvertrag): Jemandem wird eine Sache zur Obsorge überlassen Bankwesen Gesellschaftsverträge (z.B. GmbH, AG, Personengesellschaften[OG, KG], Gesellschaft bürgerlichen Recht): Mehrere Personen schließen sich zusammen zur Erreichung eines gemeinsamen wirtschaftlichen Zwecks. Sicherungsverträge

Bürgschaft, hierbei steht ein Bürge für die Schuld eines anderen ein Personalsicherung

Pfandbestellvertrag: Ist ein schuldrechtliches Geschäft, damit gibt es eine Verpflichtung des Schuldners dem Gläubiger ein Pfand zu geben hierbei geht es um ein sachenrechtliches Geschäft Glücksverträge: Hängt vom Zufall ab, wie viel der Vertragspartner erhält z.B. Wetter, Spiel, Hoffnungskauf, Erbschaftskauf, Leibrentenvertrag, Versicherungsvertrag Frei gestaltete Verträge: Parteien können Verträge frei gestalten

Gemischte Verträge (Kauf-Tausch)

atypische Verträge (Franchise Verträge z.B. McDonalds)

Rechtskurs

Einfuehrung II

Rechtskurs Einfuehrung II Gesetzliche/frei gestaltete Verträge Man unterscheidet je nach ihrer „Entfernung“ von den

Gesetzliche/frei gestaltete Verträge

Man unterscheidet je nach ihrer „Entfernung“ von den gesetzlichen Vertragstypen:

1. gemischte Verträge

von den gesetzlichen Vertragstypen : 1. gemischte Verträge Frei gestaltete Verträge 2. atypische Verträge 

Frei gestaltete Verträge

2. atypische Verträge

gesetzliche Regelungen gibt es nur bei gemischten aber nicht bei atypischen Verträgen.

Schenkung

1. Form: Übergabe (oder Notariatsakt)

2. Motivirrtum ist beachtlich

3. Widerruf der Schenkung ist möglich wegen groben Undanks

System – Schadenersatz

Schadenersatz: Geschädigter erhält Ausgleich für den erlittenen Nachteil bzw. Schaden dem seiner Person oder seinem Vermögen zugefügt wurde wenn von einem anderen verursacht Ausgleichsfunktion

1. Verschuldenshaftung

2. Gefährdungshaftung: für Gefährlichkeit erlaubter Tätigkeit. Man muss dafür haften wenn bei

der Gefährlichkeit ein Schaden entsteht. Hierbei ist kein Verschulden notwendig.

z.B. EKHG (Eisenbahn- und Kraftfahrzeughaftpflichtgesetz) oder PHG (Produkthaftungsgesetz)

3. Eingriffshaftung: Haftung wegen rechtmäßiger Inanspruchnahme fremden Gutes

z.B. Immissionen

Verschuldenshaftung

Man prüft ob ein Schaden vorliegt:

Realer Schaden (eine tatsächlich nachteilige Veränderung im Vermögens- oder Persönlichkeitsbereich)

Bloßer Vermögensschaden (Schaden übt sich im Vermögen aus)

Ideeller Schaden (Gefühlsschaden): z.B.

Verursachung muss geprüft werden:

Schmerzensgeld, auch bei leichter Fahrlässigkeit

besonders schweres Verschulden

Mutwilligkeit

Äquivalente Kausalität (Verursachung): Diese wird geprüft nach der Formel conditio sine qua non (man denkt sich das Verhalten weg wenn Schaden weg fällt war der Schaden kausal)

Adäquanz: liegt der eingetretene Schaden außerhalb der Lebenserfahrung (nicht nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge), so ist der Schaden nicht adäquat

Rechtskurs

Einfuehrung II

Rechtswidrigkeit:

Rechtskurs Einfuehrung II Rechtswidrigkeit: • Vertragshaftung (Ex contracto)  gleichgesetzt wird culpa in

Vertragshaftung (Ex contracto) gleichgesetzt wird culpa in contrahendo (verstoß gegen vor-, nach- oder nebenvertragliche Schutz oder Sorgfaltspflicht):

Beweislastumkehr bezüglich Schuld

Deliktshaftung (Ex delicto) bei Verstoß gegen:

Ein Absolutes Recht: z.B. absolutes Recht auf Eigentum, absolutes Recht auf Leben

Das Schutzgesetz: beachte Schutzzweck der Norm Rechtswidrigkeitszusammenhang: Der Eingetretene Schaden soll verhindert werden

Die gute Sitten

Die Verkehrssicherungspflichten

Rechtfertigungsgründe:

Notwehr (gegen Leib, Leben oder Vermögen)

Notstand

Verschulden:

Vorsatz bewusstes rechtswidriges Verhalten

Grobe/leichte Fahrlässigkeit

Vertragshaftung

Gegenüber Deliktshaftung

es besteht Beweislastumkehr Erfüllungsgehilfe: Geschäftsherr bedient ihn zur Besorgung seiner sonstigen Angelegenheiten Tatbestandsvoraussetzungen:

Der Gehilfe schädigt in Erfüllung des Vertragsverhältnisses zwischen Geschäftsherren und Geschädigten

Gehilfe besorgt die Angelegenheiten des Geschäftsherren. Geschäftsherr bedient sich eines habituell untüchtigen oder wissentlich Gefährlichen Gehilfen Geschäftsherr muss für das Verschulden des Besorgungsgehilfen einstehen

Sonstige gesetzliche Schuldverhältnisse

Bereicherungsrecht (rechtsgrundlose Vermögensverschiebung):

Leistungskondiktionen: bewusste Zuwendung zu Erreichung eines bestimmten Zweckes Erfolgt eine Leistung ohne Rechtsgrund Rückforderung

Verwendungsansprüche: Eingriff in fremde Rechte Wertersatz/Benutzungsgeld Geschäftsführung ohne Auftrag: ohne Ermächtigung und ohne Auftrag werden Angelegenheiten eines anderen Wahrgenommen um die Interessen des Anderen zu fördern Ersatz für Aufwendungen Gläubigeranfechtung: Gläubiger fechten bestimmte Rechtsgeschäfte des Schuldners an z.B. Schuldner verschenkt Vermögen

Rechtskurs

Einfuehrung II

Rechtskurs Einfuehrung II Sachenrecht – Grundsätze Sachenrechte sind absolute Rechte und wirken gegen Jedermann.

Sachenrecht – Grundsätze

Sachenrechte sind absolute Rechte und wirken gegen Jedermann. Müssen daher erkennbar sein für jedermann und daher gilt:

Publizität: Sachenrechte müssen allgemein erkennbar sein

Typenzwang: nur jede Sachenrechte gelten, welche im Gesetz genannt werden geschlossene Zahl von Sachenrechten

Spezialität: immer nur auf Einzelsachen

Titel und Modus wird benötigt

Besitz

1. Mittelbare Innehabung (Innehabung durch andere Vermittelt z.B. Mieter) oder unmittelbare Innehabung (hält eine Sache selbst im Machtbereich) Gewahrsame

2. Besitzwille muss vorhanden sein

3. qualifizierter Besitz (rechtlicher Besitz) zählt zu den Dinglichen Rechten:

Rechtmäßig: aufgrund eines gültigen Titels z.B. Kaufvertrag

Redlich: man glaubt die Sache ist die eigene

echt: Man hat die Sache nicht heimlich, nicht durch Gewalt und nicht durch Unterschlagung an sich gebracht

4. Funktionen des Besitzes:

Besitzschutz (Besitzstörungsklage Besitzer hat nur bisherigen Besitz und Störung nachzuweisen und es wird nicht zusätzlich auf Rechtsfragen eingegangen)

Publizität: bei beweglichen Sachen Übergabe, bei Liegenschaften Eintragung ins Grundbuch

Klage aus dem rechtlich vermuteten Eigentum

Ersitzung (eigentliche/uneigentliche): Eigentumserwerb durch Zeitablauf. Eigentliche Ersitzung Qualifizierter Besitz (rechtmäßig, redlich, echt) Uneigentliche Ersitzung nur redlich und echt

Eigentum

Eigentum ist die unbeschränkte Befugnis, über die Sache rechtlich wie tatsächlich zu verfügen und jeden anderen davon auszuschließen Dies ist ein Vollrecht. Alle anderen Dinglichen Rechte nennt man beschränkte Dingliche Rechte. Beschränkungen:

Nachbarrechte

Bauordnung

Raumordnung

Umwelt- und Naturschutz etc.

Entzug durch Enteignung

Rechtskurs

Einfuehrung II

Arten des Eigentums:

Rechtskurs Einfuehrung II Arten des Eigentums: • Alleineigentum (Einer Sache ist nur einem Rechtssubjekt zugeordnet)

Alleineigentum (Einer Sache ist nur einem Rechtssubjekt zugeordnet)

Miteigentum (nach individuellen Quoten man hat einen Prozentsatz von einer Sache)

Wohnungseigentum (Miteigentum am Grundstück und Haus + ausschließliches Nutzungsrecht an der Wohnung)

Gesamthandeigentum (Alle Eigentümer gemeinsam können über eine Sache bestimmen) gibt es im österreichischen Recht nicht

Eigentumserwerb

1. Derivativer (man benötigt Titel und Modus): Übergabe bei beweglichen Sachen und Eintragung ins Grundbuch bei unbeweglichen. Übergabe durch Erklärung:

Übergabe kurzer Hand: Sache befindet sich bereits beim Erwerber

Besitzkonstitut (Sache bleibt beim Eigentümer, aber unter einem anderen Titel)

Besitzanweisung (Eigentum wird übertragen, aber der Mieter bleibt der gleiche)

2. Originärer: entweder beim gutgläubiger Eigentumserwerb oder bei unbeweglichen Sachen

wegen Vertrauensgrundsatz des Grundbuchs kann originär das Eigentum erlangt werden. Außerdem kommt es zum originären Eigentumserwerb bei: Ersitzung, Vermengung (1. Fall

Unentscheidbarkeit, 2. Fall Gutgläubigkeit), Zuwachs, Okkupation, Fund etc.

Gutgläubiger Eigentumserwerb beweglicher Sachen

1. Es muss ein entgeltliches Rechtsgeschäft (rechtmäßig) sein

2. Es muss redlich/gutgläubig (leichte Fahrlässigkeit schadet) ablaufen

3. Sache muss übergeben worden sein vom Nichteigentümer

4. Vormann muss einer der folgenden Eigenschaften erfüllen:

Unternehmer im Rahmen seines Unternehmens

Erwerb vom Vertrauensmann Vertrauensmann des Eigentümers

Erwerbung öffentliche Versteigerung

Beschränkte dingliche Rechte

1. Pfandrecht: Pfandgläubiger hat das Recht auf vorzugsweise Befriedigung

2. Dienstbarkeit: Sind Nutzungsrechte an fremden Sachen. Der Eigentümer wird dabei

verpflichtet etwas zu dulden oder etwas zu unterlassen. Titel und Modus sind erforderlich.

Grunddienstbarkeiten Realservituten: Sie dienen der besseren Nutzung des begünstigten Grundstückes (z.B. Wegerecht)

Rechtskurs

Einfuehrung II

Rechtskurs Einfuehrung II • Persönliche Dienstbarkeiten  Personalservituten: Gewährt das Recht eine fremde Sache

Persönliche Dienstbarkeiten Personalservituten: Gewährt das Recht eine fremde Sache unbeschränkt zu nutzen (z.B. Fruchtgenuss)

3. Reallast: Eigentümer muss etwas aktiv tun Dingliche Belastung eines Grundstückes mit

bestimmten, meist wiederhohlender Leistungspflichten des Grundeigentümers

4. Baurecht: dingliches Recht, auf fremden Grundstück ein Bauwerk zu haben (10-100 Jahre

Begründbar, ist vererblich)

Pfandrecht – Prinzipien

1. Akzessorietät: Pfandrecht ist von einer Forderung abhängig

2. Spezialität: Es muss sich auf eine bestimmte Sache beziehen

3. Recht an fremder Sache: Pfandgläubiger wird nicht Eigentümer der Sache

4. Publizität: Die Erkennbarkeit nach Außen

Faustpfandprinzip (Übergabe, bei beweglichen Sachen) Nachteil: Schuldner kann die verpfändete Sache nicht verwenden

Intabulation (Eintragung ins Grundbuch, bei unbeweglichen Sachen Hypothek)

5. Priorität: Der höherer Pfandrang geht dem niedrigerem Pfandrang vor

Begründung:

1.Pfandbestellungsvertrag & Übergabe: Es ist ein gültiger Titel erforderlich Pfandbestellungsvertrag & Modus ist das Faustpfandprinzip (körperliche Übergabe bei beweglichen Sachen oder Eintragung ins Grundbuch bei unbeweglichen Sachen)

2. gutgläubiger Pfandrechtserwerb

Verwertung:

1. gerichtliche Verwertung der Pfandsache

2. außergerichtlicher Verkauf (1 Monat nach Androhung bzw. Fälligkeit, öffentliche

Versteigerung, bei Börsen- oder Markpreis auch freihändiger Verkauf)

Eherecht

Die Ehe ist eine rechtlich anerkannte Lebensgemeinschaft zwischen zwei Personen verschiedenen Geschlechts.

Eherecht – Voraussetzungen

1. Ehefähigkeit (Ehemündigkeit) wird vorausgesetzt ist gegeben wenn man Geschäftsfähig ist

2. es darf kein Eheverbot bestehen

Im engeren Sinn verboten (z.B. Blutsverwandtschaft) Nichtigkeit ex tunc

Im weiteren Sinn verboten (z.B. mangelnde Ehemündigkeit) Aufhebbarkeit ex nunc Obligatorische Zivilehe (Standesamt): Mitwirkung eines Standesbeamten ist erforderlich Einhaltung besonderer Form (Typenzwang)

Rechtskurs

Einfuehrung II

Eherecht – Rechtswirkungen

Rechtskurs Einfuehrung II Eherecht – Rechtswirkungen 1. Ehename: gemeinsamen Namen - mit oder ohne eigenen Namen

1. Ehename: gemeinsamen Namen - mit oder ohne eigenen Namen - führen oder bisherigen

Namen behalten. Bei Nichteinigung wird der Name des Mannes genommen (auch beim Kino, außer es ist ein uneheliches Kind dann Name der Mutter)

2. umfassende Lebensgemeinschaft: gegenseitige Fürsorge/Treue, gemeinsame

Wohngemeinschaft/Haushalt usw.

3. Unterhaltspflicht: tritt ein für den Haushaltsführenden, den Beitragsunfähig, den viel

schlechter Verdienenden

4. Schlüsselgewalt: gesetzliche Stellvertretung haftet für tägliche Haushaltsgeschäfte z.B.

Berufstätiger wird verpflichtet Reparaturarbeiten zu zahlen

5. Mitwirkungspflicht beim Erwerb: wenn zumutbar und üblich

Ehescheidung –Arten

1. einvernehmliche Scheidung:

½ Jahr getrennt, unheilbare Zerrüttung, Scheidungsvergleich, gemeinsamer Scheidungsantrag

2. wegen Verschuldens:

Unheilbare Zerrüttung, schwere Eheverfehlung, Verschulden

3. aus anderen Gründen:

Geistiger Störung, Geisteskrankheit, ansteckenden oder ekelhaften Krankheiten, Zerrüttung wenn die Häusliche Gemeinschaft seit 3 Jahren aufgehoben ist aber zumindest auf jeden Fall wird nach 6 Jahre das Scheidungsbegehren statt gegeben

Ehescheidung – Folgen

1. Der Name vor der Ehe wird grundsätzlich wieder angenommen. Der frühere Ehename einer vorigen Geschiedenen Ehe kann wieder angenommen werden wenn Nachkommen vorhanden sind.

2. Unterhalt (erlischt bei Wiederverheiratung):

Verschuldensscheidung:

Der Schuldige hat nach den Lebensverhältnissen angemessenen Unterhalt zu leisten.

Billigkeitsunterhalt: wenn der Lebensunterhalt des Unterhaltspflichten gefährdet ist, wird die Unterhaltspflicht nach Billigkeit gekürzt

Billigkeitsunterhalt als Familienopferprämie auch durch Unschuldigen

Zerrüttungsscheidung: Mit Verschuldensausspruch wirken die Unterhaltsregeln wie bei einer aufrechten Ehe

3. Gütertrennung (beschränkte Gütergemeinschaft): Ehepartner bleibt Eigentümer des von

ihm in die Ehe Eingebrachten. Aufgeteilt wird: Ehewohnung, Eheliche Gebrauchsvermögen, Vermögenszuwachs

Rechtskurs

Einfuehrung II

Rechtskurs Einfuehrung II Eingetragene Partnerschaft Die Begründung der Eingetragenen Partnerschaft erfolgt vor der

Eingetragene Partnerschaft

Die Begründung der Eingetragenen Partnerschaft erfolgt vor der Bundesverwaltungsbehörde. Voraussetzungen:

Gleichgeschlechtlichkeit, Volljährigkeit, übereinstimmende Begründungserklärungen, persönliche und gleichzeitige Anwesenheit vor der Bezirksverwaltungsbehörde

Unterschiede zur Ehewirkung:

keine Namenswirkung, keine Adoption, keine medizinisch unterstützte Fortpflanzung

alle anderen Wirkungen sind der Ehe gleichgestellt.

Auflösung:

Wegen Willensmängel (entspricht Aufhebung der Ehe), wegen Verschuldens/Zerrüttung (entspricht der Ehescheidung)

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Kindschaftsrecht Abstammung:   • Mutter ist die Frau die das Kind geboren hat

Kindschaftsrecht

Abstammung:

 

Mutter ist die Frau die das Kind geboren hat

Vater ist bei aufrechter Ehe der Ehemann und wenn er 300 Tage vor der Geburt stirbt

Anerkenntnis: kann vermutete Vaterschaft auch beseitigen Vaterschaftsdurchbrechende Anerkenntnis

Gerichtliche Feststellung

Adoption:

Benötigt Vertrag und gerichtliche Bewilligung

Benötigt die Zustimmung des Wahlkindes wenn es über 14 Jahre alt ist

Altersgrenzen: Mann 30 Jahre, Frau 28 Jahre

Altersunterschied zwischen Eltern und Adoptivkind mindestens 18 Jahre

Pflegekindschaft:

Vertrag zwischen Eltern und Pflegeeltern und eine gerichtliche Bestätigung wird benötigt. Wenn das Pflegekind unter 16 Jahre alt ist, benötigt man zudem eine Bewilligung einer Bezirksverwaltungsbehörde Elterliche Obsorge umfasst: Pflege, Erziehung, Gesetzliche Vertretung Vermögensverwaltung

Unterhalt:

Kind hat Anspruch auf Unterhalt. Unterhaltsanspruch richtet sich gegen die Eltern (es gibt keine Altersgrenze bis zur Selbsterhaltungsfähigkeit)

Erbrecht

- Ein Erbe ist ein Gesamtrechtsnachfolger.

- Legatare/Vermächtnisnehmer (Personen, die einzelne bestimmte Gegenstände

bekommen sollen) sind Einzelrechtsnachfolger.

- Familienerbfolge: Nachlass wird auf die Familie aufgeteilt

- Testierfreiheit (ab Mündigkeit, Mündlich vor Gericht oder Notar): Erblasser bestimmt

frei/selbst wer den Nachlass erhält.

- Pflichtteilsrecht stellt Ausgleich zwischen Familienerbfolge und Testierfreiheit her:

Pflichtteilsberechtigte (Nachkommen oder Eltern und Ehegatte) müssen immer berücksichtigt werden Gesetzliche Erbfolge

Erbantrittserklärung/Einantwortung

1. unbedingte Erbantrittserklärung: Erbe haftet für alle Schulden des Erblassers unbegrenzt

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I 2. bedingte Erbantrittserklärung: Schuldenhaftung begrenzt, nur bis zur Höhe des Ererbten

2. bedingte Erbantrittserklärung: Schuldenhaftung begrenzt, nur bis zur Höhe des

Ererbten Teils

3. negative Erbantrittserklärung: Es wird aufs Erbe verzichtet Ausschlagung

4. Einantwortung: Der Erbschaftserwerb endet mit der Einantwortung

Gesetzliche Erbfolge – Parentelsystem:

Das Parentelsystem umfasst 4 Parentelen: bis zur Großeltern des Erblassers (dessen Nachkommen erben nicht mehr absolute Erbrechtsgrenze) Die Erbfolge beginnt mit der niedrigsten Parentel, also den nächsten Verwandten

1. Parentel: Nachkommen Fällt ein Nachkomme aus, so erhalten dessen Nachkommen Repräsentationsrecht Die Nachkommen erben nach Köpfen Nachkommen der Urgroßeltern des Erblassers haben keinen Erbanspruch

2. Parentel: Eltern des Erblassers, deren Kinder (Geschwister des Erblassers) und

Kindeskinder (Nichten und Neffen des Erblassers)

3. Parentel: Großeltern des Erblassers und deren Nachkommen

4. Parentel: Urgroßeltern des Erblassers (Nachkommen Erben aber nicht Erbrechtsgrenze)

Ehegatte erbt: neben 1. Parentel 1/3 neben 2. + 3. Parentel 2/3 Wenn Nichten und Neffen erben würden, erhält dies auch der Ehegatte neben 4. Parentel alles

Noterbrecht

1. Nachkommen und Ehegatte ½ des gesetzlichen Erbes

2. Eltern 1/3 des gesetzlichen Erbes

3. Es liegt ein Enterbungsgrund vor wenn es z.B. keinen Kontakt gibt Minderung auf Hälfte

möglich (nicht bei Verzicht)

Gesetzliches Vorausvermächtnis

Ehegatte erhält jedenfalls:

1. Wohnrecht

2. Bewegliches Haushaltsgut

3. Unterhalt

Testament

öffentlich (Gericht/Notar) oder privat:

1. eigenhändig: geschrieben und unterschrieben

2. fremdhändig: eigenhändig unterschrieben, 3 Zeugen, von 2 bekräftigt diese müssen > 18

Jahre sein, Zeugen dürfen nicht im Testament bedacht sein

3. außergerichtlich mündlich: nur noch bei Gefahr, gültig bis 3 Monate nach Wegfall, 2

Zeugen gegenwärtig

Erbvertrag, stärker als Testament:

Nur zwischen den Ehegatten, Notariatsakt ist notwendig, darf nur über ¾ des Nachlasses geschlossen werden

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Probediplomarbeit 1. Bsp. (2 Punkte): A betreibt eine Zementfabrik. Die Anlage ist behördlich

Probediplomarbeit

1. Bsp. (2 Punkte): A betreibt eine Zementfabrik. Die Anlage ist behördlich genehmigt. Der

Betrieb der Zementfabrik führt zum Ausstoß von feinem Zementstaub. Dies beeinträchtigt auf eine das ortübliche Maß übersteigende Art und Weise vor allem die umliegenden Nachbargründe. B, der auf einem dieser Gründe Obstbäume zieht, erleidet dadurch erhebliche Schäden. Er klagt A auf Unterlassung des Zementstaubausstoßes und auf Ersatz des bereits

entstandenen Schadens. Wird A mit seiner Klage durchdringen? War ein Fall der Eingriffshaftung. Haftung wegen rechtmäßiger Inanspruchnahme fremden Gutes. Die Unterlassung kein Erfolg, da behördlich genehmigt, jedoch besteht ein (verschuldensunabhängiger) Schadenersatz/Ausgleichsanspruch.

2. Bsp. (2 Punkte): A ist vertraglich verpflichtet, dem B am 1. Juli 2011 einen speziell für die

Wohnung des B angefertigten Einbaukasten zu liefern. A versäumt den Termin, weil er schuldhaft mit der Arbeit nicht rechtzeitig fertig geworden ist. Selbst wenn A rechtzeitig fertig geworden wäre, hätte er sin Werk nicht abliefern können, weil B zum vereinbarten Termin auf Urlaub war und für eine Abnahme der Lieferung nicht vorgesorgt hat. A wendet dem B, der Verspätungsschaden forder, ein, er habe für sein Säumnis nicht einzustehen, weil B zum vereinbarten Zeitpunkt gar nicht in der Lage war, die Lieferung entgegenzunehmen. Wer hat Recht? Begründung! B hat Recht. Es handelt sich hier um einen subjektiven Schuldnerverzug, weil A den Kasten schuldhaft nicht zum vereinbarten Ort auf die gehörige Art und Weise angeboten hat. Diesen Verzug hat A verschuldet. Solange der Schuldner seine Leistung nicht ordnungsgemäß anbietet und selbst im Verzug ist, kann kein Annahmeverzug des Gläubigers eintreten.

3. Bsp. (2 Punkte): Was sind Dienstbarkeiten? Eine Unterteilung erfolgt in welche Arten von

Dienstbarkeiten? Dienstbarkeiten sind beschränkte dingliche Rechte an fremden Sachen. Eigentümer schuldet Dulden oder Unterlassen. Er wird dabei verpflichtet etwas zu dulden oder zu unterlassen. Die Unterteilung erfolgt in Grunddienstbarkeiten (=Realservituten, z.B. Wegerecht) und Persönliche Dienstbarkeiten (=Personalservituten, z.B. Fruchtgenuss)

4. Bsp. (2 Punkte): Es wird ein Kaufvertrag geschlossen. Dem Käufer unterläuft dabei ein

wesentlicher Geschäftsirrtum. Welche weiteren Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit der Käufer den Kaufvertrag irrtumshalber anfechten darf? Alternativ (=oder) muss eine der folgenden drei Voraussetzungen gegeben sein: Der Irrtum muss entweder vom anderen Teil veranlasst worden sein, dem anderen Teil aus den Umständen offenbar auffallen müssen oder noch rechtzeitig aufgeklärt worden sein.

5. Bsp. (2 Punkte): Wann ist ein Irrtum „wesentlich“, wann „unwesentlich“? Welche Bedeutung

hat dieser Unterschied für die Rechtsfolgen eines Irrtums? Ein Irrtum ist wesentlich, wenn ein Vertragspartner bei Kenntnis der wahren Umstände den Vertrag nicht abgeschlossen hätte; unwesentlich, wenn beide Vertragsteile den Vertrag anders abgeschlossen hätten. Bei wesentlichem Irrtum kann der Irrende anfechten Aufhebung ex tune, bei unwesentlichen können beide Vertragspartner den Vertrag anpassen.

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I 6.Bsp. (2 Punkte): Hans Huber heiratet Anna Berger. Zur Frage der Wahl des

6.Bsp. (2 Punkte): Hans Huber heiratet Anna Berger. Zur Frage der Wahl des Familiennamens sagt Hand Huber:“Ich wähle den Namen der Frau und möchte fortan Berger heißen.“ Anna Berger sagt:“Ich wähle den Namen des Mannes und möchte fortan Huber heißen.“ Wie lautet der Familienname der Eheleute? Der Familienname der Eheleute lautet Huber. Wenn keine Entscheidung fällt, wird der Name des Mannes genommen.

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I 1.) [5 P] Wie ist der Stoff nach dem Pandektensystem zu gliedern? Allgemeiner

1.) [5 P] Wie ist der Stoff nach dem Pandektensystem zu gliedern? Allgemeiner Teil, Schuldrecht, Sachenrecht, Familienrecht, Erbrecht

2.) [3 P] Wie nach dem Institutionensystem? Personenrecht, Sachenrecht, Gemeinschaftliche Bestimmungen der Personen und Sachen

3.) [3 P] Welche Funktionen hat das dispositive Recht? Ergänzungsfunktion, Auslegungsfunktion, Richtigkeitsgewähr (Gegenteil: relativ zwingendes Recht, Abweichung nur in einer Richtung möglich)

4.) [4 P] Welche Arten der Auslegung gibt es? Wortinterpretation, Systematische Interpretation, Historische Interpretation, Teleologische Interpretation

5.) [2 P] Wer ist rechtsfähig? Rechtssubjekte: natürliche oder juristische Personen

6.) [4 P] Welche Altersklassen gibt es hinsichtlich der Geschäftsfähigkeit? Kinder (0-7 Jahre): Vollkommen Geschäftsunfähig Geschäfte sind absolute nichtig, Ausnahme: Geschäfte geringfügiger Angelegenheiten, des täglichen Lebens und alterstypische Geschäfte Unmündige Minderjährige (7-14 Jahre): beschränkt Geschäftsfähig Rechtsgeschäfte sind schwebend unwirksam, bis die Eltern zustimmen, Ausnahmen: ein bloß zu ihrem Vorteil gemachtes Versprechen annehmen und bestehende Schulden bezahlen Mündige Minderjährige (14-18 Jahre): erweitert Geschäftsfähig Ausnahme: Dienstverträge, Einkommen aus eigenem Erwerb, Sachen die zur freien Verfügung stehen

7.) [3 P] Was können unmündige Minderjähige? Unmündige Minderjährige bis 14 Jahre, sind beschränkt geschäftsfähig sie können alles machen was Kinder dürfen: geringfügige Tätigkeiten können sie abschließen, Vertrag kommt zustande wenn sie zahlen, können ein bloß zu ihrem Vorteil gemachtes Angebot (Schenkung) annehmen, bestehende Schulden bezahlen

8.) [3 P] Was können münige Minderjährige? Dienstverträge abschließen, Einkommen aus eigenem Erwerb und Sachen die ihnen zur freien Verfügung überlassen wurden verwenden

9.) [4 P] Welche Arten der Willenserklärung unterscheidet man? Ausdrückliche Willenserklärung: Durch Wort, Schrift, allgemeine Zeichen Schlüssige Willenserklärungen: aus Handlung wird abgeleitet Empfangsbedürftige Willenserklärungen: ein Zugang ist notwendig Dispositionssphäre Annahmebedürftige Willenserklärungen

10.) [3 P] Was umspannt die Dauer der Bindungswirkung Unter Abwesenden? Wirksamkeit: Beförderung hin, angemessene Überlegungsfrist, Beförderung zurück

11.) [3 P] Wozu dienen AGBs?

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I AGBs müssen vereinbart werden und sind Vertragsschablonen, dienen 1. Zur Rationalisierung 2. Zur

AGBs müssen vereinbart werden und sind Vertragsschablonen, dienen 1. Zur Rationalisierung

2. Zur Spezialisierung und 3. Wirtschaftliche Übermacht wird ausgespielt

12.) [5 P] Was sind die Voraussetzungen eines wirksamen Vertragsschlusses?

1. Geschäftsfähigkeit der Partner

2. Fehler von Willensmängeln (Irrtum, List, Drohung, usw.)

3. Möglichkeit des Vertragsinhaltes

4. Erlaubtheit des Vertragsinhaltes

5. Leistungsäquivalenz

6. Beachtung etwaiger Formvorschriften

Solche Fehler beim Vertragsabschluss führen zur Nichtigkeit (absolute Nichtigkeit/Rechtsunwirksamkeit) oder Anfechtbarkeit des Vertrags.

13.) [3 P] Wann liegt ein Geschäftsirrtum ieS vor? Wenn man über die Natur des Geschäfts, über den Gegenstand des Geschäfts und die Eigenschaft des Vertragspartner irrt.

14.) [3 P] Wann kommen Motivirrtümern Bedeutung zu? Das Motiv sagt etwas über den Beweggrund aus. Dem Motivirrtum kommt eine Bedeutung zu bei unentgeltlichen Geschäften, bei letztwilligen Verfügungen, abstrakt im Familienrecht (Schenkung: 1. Notwendig für die Wirksamkeit ist die Form, Notariatsakt, 2. Motivirrtum, 3. Grober Undank)

15.) [3 P] Was sind die Anfechtungsvoraussetzungen für einen Irrtum? Wenn er vom anderen veranlasst wurde oder wenn er dem anderen auffallen hätte müssen, wenn er rechtzeitig aufgeklärt wurde

16.) [5 P] Nennen Sie die Tatbestände gesetzwidriger Vereinbarungen des § 879 Abs. 2 ABGB! Entgelt für den Ehevertrag, Entgelt für die Vermittlung der medizinischen Fortpflanzung, man muss erstrittenen Betrag geben, wenn Wucher erfolgt, Verkauf einer Erbschaft

17.) [3 P] Welchen Zweck haben Formvorschriften? Schutz von Übereilung bzw. Schenkung, Beweissicherung (Testament), Publizität

18.) [2 P] Welche Arten von Formvorschriften unterscheidet man? Einfache Schriftform, Gegenteil: öffentliche Form (Gericht oder Notar)

19.) [3 P] Was sind die Voraussetzungen für wirksame Stellvertretung? Handeln im fremden Namen, er muss geschäftsfähig sein, es muss eine Vertretungsmacht vorliegen, keine Vollmacht bei Heilung, wenn Vorteilszuwendung vorliegt

20.) [3 P] Auf welche Arten kann Stellvertretung begründet werden? Rechtsgeschäftliche (Vollmacht), gesetzliche (Eltern & Kind), organschaftliche (AG, GmbH usw.)

21.) [3 P] Unterscheiden Sie: Vollmacht – Auftrag – Ermächtigung Vollmacht: Ein rechtliches Können im Außenverhältnis Auftrag: Ein rechtliches Müssen im Innenverhältnis

Rechtskurs

Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Ermächtigung: Ein rechtliches Dürfen im Innenverhältnis 22.) [3 P] Was sind die

Ermächtigung: Ein rechtliches Dürfen im Innenverhältnis

22.) [3 P] Was sind die Voraussetzungen der Anscheinsvollmacht? Es liegt keine vollmacht vor, es kommt trotzdem zum äußeren Anschein Gutgläubigkeit des Dritten muss vorliegen, der Anschein muss auch vom Geschäftsherren (Vertretenen) verursacht sein

23.) [2 P] Unterscheiden Sie: Hemmung – Unterbrechung! Hemmung schiebt den Fortlauf hinaus (die Frist läuft weiter) Unterbrechung: Die Frist beginnt neu zu laufen

24.) [3 P] Wie können Schuldverhältnisse begründet werden?

1. Rechtsgeschäft (Vertrag usw.)

2. Vorvertraglich

3. automatisch (gesetzlich)

! 25.) [5 P] Nennen Sie die Leistungsstörungen!

1. Nachträgliche Unmöglichkeit

2. Verzug, wenn verübergehend nicht geleistet wird

3. Gewährleistung, Annahme liegt vor

4. positive Vertragsverletzung: Hauptleistung wird mangelfrei erbracht, aber Nebenleistung

nicht

5. laesio enormis: Verkürzung über die hälfte

26.) [4 P] Was sind die Folgen des objektiven Schuldnerverzugs? objektiven Schuldnerverzugs Schuldner hat kein Verschulden Folgen:

1. Erfüllung

2. Rücktritt

3. Preisgefahr geht über auf den Käufer. Preisgefahr trägt weiter der Schuldner.

4. Geldschulden Verzugszinsen

27.) [2 P] Was sind die zusätzlichen Folgen des subjektiven Schuldnerverzugs? subjektiver Schuldnerverzug Verschulden des Schuldners liegt vor Folgen:

1. bei Erfüllung Verspätungsschaden

2. bei Rücktritt Erfüllungsinteresse

28.) [3 P] Was sind die Folgen des Gläubigerverzugs? Gläubigerverzugs ist, wenn der Käufer nicht annimmt Folgen:

1. Preisegefahr geht auf den Käufer über. Käufer muss Kaufpreis zahlen

2. Schuldner haftet nur für grobes Verschulden, nicht für leichte Fahrlässigkeit

3. Verkäufer kann gerichtliche Hinterlegung machen

! 29.) [4 P] Nennen Sie die 4 Gewährleistungsbehelfe!

2-Stufen-System:

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Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I 1. primäre Gewährleistungsbehelfe: Verbesserung oder Austausch (hängt von Gattungsschuld oder

1. primäre Gewährleistungsbehelfe: Verbesserung oder Austausch (hängt von Gattungsschuld oder Speziesschuld ab)

2. Wenn Unmöglichkeit, Unverhältnismäßigkeit für Übergeber, Verbesserungsverweigerung,

Verbesserungsverzug, Erheblichen Unannehmlichkeiten für den Übernehmer, Unzumutbarkeit begründet bei der Übergabe zutrifft, dann kommt es zu den sekundären Gewährleistungsbehelfen: Wandlung oder Preismildunger (hängt ab ob geringfügiger Mangel vorliegt oder nicht)

30.) [3 P] Unterscheiden Sie: Mangelschaden – Mangelfolgeschaden – Begleitschaden! Mangelschaden liegt vor wenn ein Schaden entsteht an der Sache selbst Mangelfolgeschaden liegt vor wenn ein Schaden entsteht, durch den Mangel an einer anderen Sache Begleitschaden liegt dann vor, wenn die Hauptleistung mangelfrei erbracht wird, aber sonst ein Schaden entsteht an Vermögen oder Gesundheit

31.) [5 P] Wann findet laesio enormis keine Anwendung?

1. Wenn man den wahren Wert gekannt hat

2. bei besondere Vorliebe

3. bei einer teilweisen Schenkung

4. bei einer gerichtlichen Versteigerung

5. bei einem Vergleich

32.) [3 P] Nennen Sie Veräußerungsverträge!

1. Beim Kauf

2. Beim Tausch

3. Bei der Schenkung wird veräußert

33.) [3 P] Nennen Sie Gebrauchsüberlassungsverträge!

1. Miete bzw. Pacht

2. Leihe

3. Darlehn

34.) [5 P] Nennen Sie Dienstleistungsverträge!

1. Arbeitsvertrag

2. freier Dienstvertrag

3. Werkvertrag

4. Auftrag

5. Verwahrung

35.) [2 P] Nennen Sie Sicherungsverträge!

1. Bürgschaft

2. Pfand

! 36.) [4 P] Nennen Sie gesetzliche Schuldverhältnisse!

1. Schadenersatz

2. Bereicherungsrecht

3. Geschäftsführung ohne Auftrag

4. Gläubigeranfechtung

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Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I 37.) [3 P] Welche Systeme des Schadenersatzrechts gibt es? 1. Verschuldenshaftung 2.

37.) [3 P] Welche Systeme des Schadenersatzrechts gibt es?

1. Verschuldenshaftung

2. Gefährdungshaftung

3. Eingriffshaftung

38.) [2 P] Unterscheiden Sie: positiver Schaden – entgangener Gewinn! positiver Schaden liegt dann vor:

1. wenn ein bestehendes Rechtsgut verletzt wird Entgangener Gewinn ist bei:

2. künftige Erwerbschance

39.) [3 P] Was sind die Unterschiede zwischen Vertrags- Deliktshaftung? Bessergestellt ist man bei Vertragshaftung, weil:

Erfüllungsgehilfe / Besorgungsgehilfe Wissentlich gefährlich Beweislastumkehr fürs verschulden Bloßer Vermögensschaden wird Ersetzt

Schadenersatz Prüfung von Schaden, Kausalität, Rechtswidrigkeit, verschulden

40.) [4 P] Wann liegt Rechtswidrigkeit vor?

1. wenn ein gesetzt verletzt wird

2. wenn die guten Sitten verletzt werden

3. wenn ein absolut geschütztes Gut (Eigentum oder Gesundheit) verletzt wird

4. wenn ein Vertag verletzt wird

41.) [2 P] Welche Verschuldensarten gibt es?

1. Vorsatz, liegt vor wenn man den Erfolg will

2. Gegenteil dazu ist Fahrlässig, liegt dann vor wenn man Achtlos handelt

~ 42.) [5 P] Welche Gesetze sehen eine Gefährdungshaftung vor?

1. EKAG (Eisenbahnkraftfahrzeughaftpflichgesetzt)

2. Luftfahrtgesetz

3. Atomhaftpflichtgesetz

4. Rohrleitungsgesetz

43.) [3 P] Nennen Sie Fälle der Übergabe durch Erklärung! Übergabe ist normalerweise körperliche Übergabe. Ohne körperliche Übergabe:

1. Übergabe kurzer hand ist dann der fall wenn die Sache schon beim Erwerber ist, weil der Erwerber die Sache z.B. gemietet hat und der Mieter kauft sie dann

2. Besitzkonstitut Sache bleibt beim Veräußerer, z.B. Sache wird verkauft, gleichzeitig aber

auch gemietet

3. Besitzanweisung Sache bleibt bei einem 3. (Verfahrt die Sache)

! 44.) [6 P] Was sind die Voraussetzungen des gutgläubigen Eigentumserwerbs? Eigentumserwerb derivativ (scheitert häufig am Recht des Vormannes):

1. Recht des Vormannes (Vormann muss Eigentümer sein)

2. Titel muss vorliegen (Kaufvertrag)

Rechtskurs

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Rechtskurs Einfuehrung I 3. Modus muss vorhanden sein (Übergabe) Wenn er scheitert muss man prüfen ob

3. Modus muss vorhanden sein (Übergabe)

Wenn er scheitert muss man prüfen ob gutgläubiger Erwerb vorliegt:

1. endgeldlich

2. Vertrag (Titel)

3. Übergabe (Modus)

4. Sache muss beweglich sein

5. Erwerber muss gutgläubig sein (muss glauben, dass er vom gläubiger erwirbt)

6. bei einer der drei Varianten: a.) öffentliche Versteigerung b.) erwerb von einem Unternehmer

c.) erwerb vom Vertrauensmann des Eigentümers (Vertrauensmann ist derjenige dem der

Eigentümer die Sache freiwillig übergeben hat)

45.) [4 P] Nennen Sie beschränkte dingliche Rechte!

1. Pfandrecht, man wird kein Eigentümer

2. Dienstbarkeit, Dulden wird geschuldet

3. Reallast

4. Baurecht (auf fremden Grundstück Bauwerk errichten)

! 46.) [5 P] Nennen Sie die Prinzipien des Pfandrechts!

1. Publizität, bei

beweglicher Sache: Faustpfandprinzip Übergabe

unbewegliche Sachen: Eintragung ins Grundbuch

2. Akzessorietät: Pfandrecht ist von einer Forderung abhängig

3. Spezialität: es kann nur eine bestimmte Sache verpfändet werden

4. keine fremde Sachen zur Verpfändung

5. Priorität wer als erster Pfandgläubiger wurde

47.) [2 P] Was sind die Teile des Familienrechts?

1. Eherecht

2. Kindschaftsrecht

48.) [5 P] Wann ist eine Ehe nichtig?

1. Formmangel

2. keine Geschäftsfähigkeit

3. Namens- oder Staatsbürgerschaftsehe

4. Wiederverheiratung bei Todeserklärung

5. Eheverbot

49.) [3 P] Nennen Sie Aufhebungsgründe für eine Ehe!

1. keine Zustimmung des gesetzlichen Vertreters

2. bei Irrtum

3. bei Täuschung

! 50.) [4 P] Was sind die Voraussetzungen der einvernehmlichen Scheidung?

1. halbjährige Aufhebung der Lebensgemeinschaft

2. Zugeständnis der unheilbaren Zerrüttung

3. Einigung über Scheidungsfolgen

4. gemeinsamer Antrag

51.) [3 P] Was sind die Voraussetzungen der Scheidung aus Verschulden?

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Einfuehrung I

1. schwere Eheverfehlung

2. unheilbare Zerrüttung

3. Verschulden muss vorliegen

2. unheilbare Zerrüttung 3. Verschulden muss vorliegen ~ 52.) [4 P] Was sind „andere Gründe“ für

~ 52.) [4 P] Was sind „andere Gründe“ für die Scheidung einer Ehe?

1. Geisteskrankheit

2. auf geistiger Störung beruhendes Verhalten (z.B. Frau ist Nymphomanin)

3. ansteckende oder ekelhafte Krankheit

4. Auflösung der häuslichen Gemeinschaft (3 Jahre) + unheilbare Zerrüttung

! 53.) [4 P] Was sind die Voraussetzungen für eine Eingetragene Partnerschaft (EP)?

1. Gleichgeschlechtlich

2. volljährig

3. übereinstimmende Erklärungen

4. persönliche, gleichzeitige Anwesenheit bei der Bezirksverwaltungsbehörde

! 54.) [3 P] Was sind die Unterschiede zwischen einer Ehe und einer EP?

1. eingetragene Partnerschaft: keinen gemeinsamen Namen

2. keine Adoption der Kinder möglich

3. keine medizinisch unterstütze Fortpflanzung

~ 55.) [2 P] Wie kann eine EP aufgelöst werden?

1. Willensmangel

2. Verschulden oder Zerrüttung

56.) [3 P] Wer ist der (rechtliche) Vater?

1. Ehemann der Mutter

2. Beim einem Anerkenntnis

3. gerichtliche Feststellung

57.) [5 P] Welche Testamentsformen gibt es?

1. private: a.) eigenhändig geschrieben + Unterschrift b.) fremdhändig (mit PC) + Unterschrift + 3 Zeugen c.) mündliches Nottestament (Notlage muss vorliegen) + 2 Zeugen

2. öffentlich: a.) vor Gericht b.) vorm Notar

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Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Fälle (Zettel) 1.) [4 P] A (Linz) will ein Angebot an B (Graz)

Fälle (Zettel)

1.) [4 P] A (Linz) will ein Angebot an B (Graz) über die Lieferung von 10 Kisten Äpfel zum Preis von 2€ pro Kilo senden. Die Sekretärin des A verschreibt sich und faxt an B: Biete 10 Kisten Äpfel zum Preis von 1€ pro Kilo. Das Fax wird von der Sekretärin des B entgegengenommen. Sie verlegt es jedoch und teilt B den Inhalt des Angebots aus dem Gedächtnis mit. A will 10 Kisten Birnen zum Preis von 1€ liefern. B lässt an A faxen:“Nehme Ihr Angebot an“. A erhält diese Erklärung. Wie lautet das bindende Angebot des A? Ist ein gültiger Vertrag zustande gekommen? Wenn ja, welchen Inhalt hat der Vertrag? Bei eine Vertrag ist wird ein Angebot und eine Annahme benötigt. Beim Angebot Vertrauenstheorie anwenden. Wie hätte es ein redlicher, verständiger Empfänger verstanden. Der Subjektiver Erklärungswert ist nicht entscheidend, sondern der objektive Erfahrungswert (1 €). Der Zugang an die Sekretärin ist erfolgt, sie teilt es aber falsch mit (sagt statt Äpfel, Birnen). Annahme muss geprüft werden, wie die zu verstehen ist. B will das Angebot annehmen mit Birnen. Bei der Annahme Vertrauenstheorie, wie es ein redlicher, verständiger Empfänger verstehen durfte. Objektiver erklärungswert der Annahme ist 1 € für die Kiste Äpfel. Lösung: Angebot und Annahme stimmen überein und es kommt ein gültiger Vertrag zu Stande über 1€ für eine Kiste Äpfel

~ 2.) [2 P] A hat einen komplizierten Rechtsstreit mit B. A beauftragt den Rechtsanwalt C im Rechtsstreit die Interessen des A wahrzunehmen. Der Rechtsanwalt vereinbart mit A, dass ihm dieser im Fall des Obsiegens im Prozess 30% des erstrittenen Betrages als Honorar zu zahlen hat. Beurteilen Sie diese Vereinbarung. Vereinbarung ist gesetzwidrig nach § 879 ABGB, da es genaue Tarife gibt. Die Folge ist, dass der Vertrag Nichtig ist.

! 3.) [4 P] A ist bei B angestellt und damit beauftragt, im Geschäft des B die Kundschaft zu betreuen. B hat dem A jedoch verboten, Geschäfte abzuschließen und hat ihm daher auch keine diesbezügliche Vollmacht erteilt. Dennoch verkauft A den Kunden laufend die im Geschäft befindlichen waren, ohne dass B etwas dagegen unternimmt. Sind die Kaufverträge gültig zustande gekommen? Wenn ja, zwischen den Kunden und A oder zwischen den Kunden und B. Begründen Sie Ihre Lösung. Man muss prüfen, ob ein Vertrag mit dem A (Eigentümer) zustande kommt oder mit B (Stellvertreter) zustande kommt. A handel im Namen des B daher im fremden Namen weil er dies im Geschäft macht und für B Geschäfte machen soll. Problematik der Stellvertretung Stellvertretung liegt dann vor, wenn man im fremden Namen handelt. Es muss eine Vollmacht vorliegen, die liegt hier nicht vor. Fehlende Vollmacht heilt durch Anscheinsvollmacht:

es muss einen Anschein, dass Vollmacht erteilt wurde geben

Anschein muss vom Vertretenen (Chef) verursacht worden sein

Kunde muss gutgläubig sein, weiß also nicht, dass Stellvertreter keine vollmacht hat

Es kommt zur Heilung der fehlenden Vollmacht und ein Vertrag kommt zu Stande zwischen Kunde und B (Geschäftsherren)

Wenn keine Anscheinsvollmacht: falsus procurator kommt kein Vertrag zustande.

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Einfuehrung I

Rechtskurs Einfuehrung I Kunde kann Schadenersatz gegen falsus procurator verlangen und zwar: Vertrauensinteresse (kein

Kunde kann Schadenersatz gegen falsus procurator verlangen und zwar: Vertrauensinteresse (kein Erfüllungsinteresse) soll so gestellt werden, wie wenn er nicht darauf vertraut hätte

! 4.) [4 P] A kauft von B dessen alten Eiskasten, den B infolge einer Übersiedlung nicht mehr benötigt. Der Eiskasten wird übergeben. In der Folge zeigt sich, dass er nicht mehr kühlt. Eine Reparatur würde mehr kosten, als der ganze Eiskasten wert ist. Welche Rechte hat A gegen B? Hier liegt Gewährleistung vor. Es muss ein Mangel (abweichen vom Vertrag, da Eiskasten heizt statt kühlt) vorliegen. Eiskasten kühlt objektiver Erklärungswert (ein redlicher, verständiger Empfänger würde voraussetzen, dass ein Eiskasten kühlen muss)

1. Verbesserung oder Austausch, hängt von Spezies- oder Gattungsschuld ab hier liegt Speziesschuld vor (Austausch ist nicht möglich)

2. Käufer verweigert, oder wenn Verbesserung unwirtschaftlich oder unzumutbar ist hier liegt

Unwirtschaftlichkeit vor (Verbesserung ist unwirtschaftlich, da sie mehr kosten würde als der

Eiskasten wert ist)

3. Wandlung oder Preismildunger (geringfügig oder nicht) hier liegt kein geringfügiger Mangel

vor, da er den Vertrag nicht geschlossen hätte daher Wandlung möglich (Kaufpreis muss nicht gezahlt werden) wenn Kaufpreis schon gezahlt wurde: Käufer kann Wandlung geltend machen Käufer kann Kaufpreis bereicherungsrechtlich oder durch Leistungskondiktion zurück verlangen.

5.) [3 P] Alfons und Berta sind verheiratet. Beide sind berufstätig und führen den Haushalt gemeinsam. Berta kauft ohne Wissen von Alfons einen DVD-Player und bezahlt ihn nicht. Nach wiederholter Mahnung tritt der Verkäufer an Alfons heran und fordert von ihm den Kaufpreis mit der Begründung, es liege ein Fall der „Schlüsselgewalt“ vor. Alfons verneint dies. Wer hat Recht? Schlüsselgewalt: ein Ehegatte ist Vertreter vom anderen, liegt nur vor wenn

ein tägliches Geschäft vorliegt (dies ist nicht der Fall)

einer den Haushalt alleine führt (dies ist nicht der Fall, führen gemeinsam den Haushalt)

Frau dürfte kein Einkommen haben (dies ist hier nicht der Fall)

Daher keine Schlüsselgewalt, daher Vertrag kommt zwischen der Berta und dem Verkäufer zustande.

6.) [2 P] Der 35-jährige A ist geisteskrank und steht deshalb unter Sachwalterschaft. In einem lucidum intervallum kauft er sich im Kaufhaus B einen Anzug. Als der Sachwalter A’s unter Berufung darauf, dass A keine gültigen Verträge schließen könne, die Rückzahlung der Kaufsumme fordert, wendet B ein, dass A nicht den Eindruck eines Geisteskranken gemacht habe, sodass darauf vertraut werden durfte, dass A geschäftsfähig sei; überdies sei A im Zeitpunkt des Kaufes gerade nicht geisteskrank gewesen. Ist der Kaufvertrag gültig zustande gekommen? Beurteilen Sie die vorgebrachten Argumente!

1. Bei Lucidum Intervallum ist man Geschäftsfähig

2. Jedoch hier gibt es Sachwalterschaft und die wirkt konstitutiv und daher bleibt er auch bei

einem lucidum intervallum geschäftsunfähig daher ist der Vertrag unwirksam (zu seinem Schutz).

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Rechtskurs Einfuehrung I 7.) [6 P] Bei A wird eingebrochen. Dabei werden Geschäftspapiere und Firmenstempel gestohlen.

7.) [6 P] Bei A wird eingebrochen. Dabei werden Geschäftspapiere und Firmenstempel gestohlen. Unter Verwendung dieses Materials wird an B ein Angebot geschickt, das objektiv gesehen als eines des A erscheint. B nimmt das Angebot an. Kommt der Vertrag zustande? Hier geht es um Stellvertretung Problem: keine Vollmacht Anscheinsvollmacht prüfen Für eine Anscheinsvollmacht benötigt man

Einen äußeren Anschein (in unserem Fall die Geschäftspapiere)

Dritte muss gutgläubig sein

Anschein muss vom Vertretenen (A) verursacht worden sein, ist hier nicht verursacht da gestohlen wurde

Daher keine Anscheinsvollmacht und deshalb kein Vertrag

Wenn B den Kaufpreis schon gezahlt hat Leistungskondiction oder Bereicherungsrechtlich

 

Willensmängel:

Leistungsstörungen:

Irrtum, List, Drohung

Verzug,

Gewährleistung,

nachträgliche

Unmöglichkeit

Schuldrechtlich

Wirken ex tunc (Vertrag fällt Rückwirkend weg) Leistungskondiction / Bereicherungsrechtlich

Wirken ex tunc Leistungskondiction

(Vertrag)

Sachenrechtlich

Ex tunc Eigentumsklage

Ex nunc keine Eigentumsklage

(Eigentum)

8.) [2 P] K und V schließen einen Kaufvertrag über eine dem V gehörende Sache ab. V übergibt die Sache dem K mit dem Willen, ihm Eigentum zu übertragen. Später wird der Kaufvertrag von K erfolgreich wegen Irrtums angefochten. Wer ist Eigentümer der Sache? Irrtumsanfechtung ist ein Problem des Willensmangel wirkt schuldrechtlich ex tunc Vertrag wird beseitigt und kann rückabgewickelt werden durch Leistungskondiction Willensmangel wirkt aufs Eigentum, sachenrechtlich ex tunc Eigentum fällt zurück, Verkäufer wird Eigentümer und kann mit Eigentumsklage zurück verlangen

9.) [2 P] A und B schließen einen schriftlichen Vertrag über den Ankauf von Kunstgegenständen. In Wahrheit sollen um den vereinbarten Preis Waffen geliefert werden, zu deren Besitz weder A noch B die gesetzliche Befugnis haben. Ist ein gültiger Vertrag zustande gekommen? Hier ist das Problem des Scheingeschäft gegeben, weil beide das Geschäft gar nicht wollen. (Gegenteil ist Umgehungsgeschäft) Folge ist Scheingeschäft ist von beiden nicht gewollt und gilt daher nicht Es ist das verdeckte Geschäft zu Prüfen und zwar in diesem Fall über Waffen Dies ist aber gesetzwidrig und daher Nichtig Lösung: Es kommt hier kein Gültiger Vertrag zu Stande.

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Rechtskurs Einfuehrung I 10.) [2 P] Der Händler A erkundigt sich per E-Mail beim Baustoffgroßhändler B

10.) [2 P] Der Händler A erkundigt sich per E-Mail beim Baustoffgroßhändler B nach den Preisen für bestimmte Gartenbegrenzungssteine. B weist seinen Lehrling L an, dem A

mitzuteilen, dass er ihm die Ziegel für 70€ pro 50-Stück-Packung anbiete. L verschreibt sich in seiner Antwort an A und nennt als Preis 50€ pro 70 Stück. A bestellt daraufhin 700 Stück. Ist ein Kaufvertrag gültig zustande gekommen?

B macht über Lehrling das Angebot, mit dem Inhalt 70/50Stück Lehrling irrt sich und schreibt

50/70Stück Objektiver Erklärungswert Vertrauenstheorie: wie sie ein redlicher Empfänger verstehen dürfte das ist in diesem Fall 50/70 Stück

A macht Annahme. Objektiver Erklärungswert Vertrauenstheorie ist anzuwenden. Angebot

wird zur Annahme gemacht, weil ein redlicher Empfänger sich auf das Angebot bezieht. Hier kommt also ein gültiger Vertrag zu Stande mit 50€/70 Stück … daher muss er 500€ zahlen.

11.) [3 P] Der Tischlermeister Anton schickt seinen Gesellen Bernhard zur Wohnung der Kundin Claudia. Bernhard soll dort das von Claudia bestellte Möbelstück zusammenbauen. Beim ungeschickten Hantieren mit dem Werkzeug fällt Bernhard ein Hammer aus der Hand und beschädigt den schönen Parkettboden der Claudia schwer. Bernhard ist nicht gut bei Kasse und sein Meister Anton lehnt jede Verantwortung ab, da er – wie er meint – nichts für die Ungeschicklichkeit des Bernhard kann. Was kann Claudia tun? Vertrag zwischen Anton und Claudia. Claudia kann vom Gehilfen Schadenersatz verlangen, es besteht aber kein Vertrag zwischen denen, daher nur ex delicto. Kausalität ist gegeben. Rechtswidrigkeit Eingriff ins Eigentum. Verschulden fahrlässig Schadenersatz an C, daher ex contracto. Rechtswidrigkeit Vertragsverletzung. Verschulden hat A keins, aber Gehilfe ist Erfüllungsgehilfe und daher kann das Verschulden A zugerechnet werden, da A der Geschäftsherr ist. Daher haftet A Diese Leistungsstörung nennt man Begleitschaden Hauptleistung mangelfrei, Eigentum wird verletzt positive Vertragsverletzung

Erbrechtsfall kommt sicher Erbrechts-Fälle Lösungsschema Liegt Testament vor? Wenn nicht gesetzliche Erbrecht Wenn ja gewillkürte Erbfolge und man muss prüfen ob wirksam (eigenhändig/fremdhändig). Wenn wirksam Pflichtteil Wenn nicht wirksam (Form ist nicht erfüllt) gesetzliche Erbrecht

! 12.) [4 P] A ist gestorben. Er hinterlässt seine Mutter, einen Bruder und eine Ehefrau. Man findet eine von A eigenhändig verfasstes und unterschriebenes Schriftstück, in welchem zu lesen ist:“Mein Freund Franz soll im Falle meines Todes meine Jagdausrüstung erhalten.“ Wer beerbt den A und wie ist der Nachlass aufzuteilen? Skizze aufzeichnen. [(x)] Erblasser hinterlässt Mutter, Bruder, und Ehefrau [oo] Vater ist vorverstorben [t] Kein Testament, aber Legat. Form wurde eingehalten weil eigenhändig und unterschrieben, daher bekommt Franz das Legat, kein gewillkürter Erbe gesetzliche Erbfolge richtet sich nach Parentelsystem (Zeugungsakte) Ehefrau erhält 2/3 wegen zweite Parentele Den Rest 1/3 enthalten die Eltern (Mutter und Vater), da zweite Parentele, jeweils 1/6. Vater ist Vorverstorben und daher Repräsentation durch den Bruder (bekommt 1/6)

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Rechtskurs Einfuehrung I Lösung: Franzi bekommen Jagdausrüstung aus Legat. Ehefrau erhält 2/3 aus gesetzlichem erbe

Lösung: Franzi bekommen Jagdausrüstung aus Legat. Ehefrau erhält 2/3 aus gesetzlichem erbe Mutter erhält 1/6 Bruder erhält 1/6 durch Repräsentation

13.) [4 P] Hans entwirft auf seinem Computer folgendes Testament:“… Zur Alleinerbin bestimme ich meine Tochter Luisa.“ a.) Wann ist ein solches Testament formgültig? b.) Hans hat auch noch einen Sohn und eine Ehefrau. Wer erbt wie viel?

a) Testament ist ein schriftliches, aber fremdhändiges Testament nur wirksam wenn

Eigenhändige Unterschrift + 3 Zeugen Skizze: Hans stirbt (x) hat S Sohn und oo Ehefrau

b) man geht davon aus, dass es Formgültig ist.

Pflichtteil: ½ vom gesetzlichen Erbteil Gesetzlicher Erbteil wird berechnet nach dem Parentelsystem. Ehefrau würde als gesetzlicher Erbe neben der ersten Parentele (Kinder) 1/3 erhalten, d.h. der Pflichtteil ist die Hälfte 1/6 Gesetzlicher Erbteil der Kinder 2/3, Sohn muss mit Schwester Teilen daher bekommt Sohn 1/3, weil erste Parentele d.h. der Pflichtteil die Hälfte, also 1/6

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Rechtskurs Einfuehrung I Diplomprüfungen – Privatrecht 1.) [6 P] Susi soll von ihrer Oma zu ihrem

Diplomprüfungen – Privatrecht

1.) [6 P] Susi soll von ihrer Oma zu ihrem 6. Geburtstag ein Fahrrad geschenkt bekommen. Kann Susi die Schenkung selbst annehmen oder bedarf es hierzu das Einverständnis ihrer Eltern. Susi ist unter 7 Jahre alt und ist daher ein Kind. Ein Kind ist vollkommen Geschäftsunfähig, jedoch dürfen alterstypische Geschäfte, geringfügige Angelegenheiten und Geschäfte des täglichen Lebens gemacht werden, laut „Taschengeldparagraph“. Bei einer Schenkung eines Fahrrads handelt es sich nicht um ein Geschäft des täglichen Lebens und daher ist das Geschäft nicht wirksam, außer beim Einverständnis der Eltern.

2.) [5 P] Hans verkauft Peter sein Auto und sichert die Unfallfreiheit zu. Tatsächlich hat das Auto aber einen Vorschaden. Peter hat – noch bevor er davon Kenntnis erlangt – für das Auto Winterreifen gekauft, die er nun nicht verwenden kann. Es kann Schadenersatz verlangt werden wenn:

Ein Schaden vorliegt

Rechtswidrigkeit gegeben ist: Vertragsverletzung, da er den Vorschaden hätte aufklären müssen. Bei Aufklärung des Schadens hätte er den Wagen nicht gekauft und daher auch keine Winterreifen Erfüllungsinteresse Vertrauensinteresse: Vermögensrechtlich so gestellt, wie wenn man auf die Gültigkeit des Vertrages nicht vertraut hätte. Man hätte die Winterreifen nicht gekauft (unbegehbar)

3.)

um € 5.000,-. Klaus liefert schuldhaft nicht. [2 P] Variante: Hans kauft sich daher beim Gebrauchtwagenhändler Max ein vergleichbares Auto um € 7.500,-. Klaus ist der Verkäufer, Hans ist der Käufer. Subjektiver Verzug könnte Vorliegen. Subjektiverschuldnerverzug: auf Erfüllung klagen oder Rücktritt Beim Rücktritt kann Schadenersatz verlangt werden und zwar auf Erfüllungsinteresse. Erfüllungsinteresse: Man muss so gestellt werden, wie wenn erfüllt worden wäre. Erfüllungsinteresse in diesem Fall € 2.000,- wird berechnet mit der Differenzmethode

Wenn wo anders gekauft Deckungsgeschäft Mehrkosten können verlangt werden = 2500

[4 P] Hans kauft bei Klaus ein gebrauchtes Auto, das einen Listenpreis von € 7.000,- hat,