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Die verzögerte Wiederkunft Christi

Möglicherweise die Erstausgabe des englischsprachigen Werks:

Christ’s comming delayed – Why? von Frederic T. Wright

Erstmals herausgegeben wohl von Wolfgang Meyer um 1970 unter Die Botschaft für unsere Zeit

Neuauflage überarbeitet und herausgegeben von:

unsere Zeit Neuauflage überarbeitet und herausgegeben von: http://de.scribd.com/lebensbrot Soweit nicht anders vermerkt

http://de.scribd.com/lebensbrot

Soweit nicht anders vermerkt wurden die Bibeltexte entweder der Schlach- terübersetzung 2000 oder der Lutherbibel von 1984 entnommen.

November 2017

DDiiee vveerrzzööggeerrttee WWiieeddeerrkkuunnfftt CChhrriissttii

Es sind nun * schon fast 120 Jahre her, daß die Herrliche Botschaft von der nahen Wiederkunft Jesu Christi durch adventgläubige Menschen mit großer Kraft in der Welt verkündet worden war. Man hatte 1844 gehofft, daß der Herr Jesus schon zu jener Zeit sein Reich aufrichten und sein Volk in die himmlische Herrlichkeit aufnehmen werde, hatte jedoch dabei übersehen, daß seit 1844 erst noch das himmlische Untersuchungsge- richt am Haus Gottes stattfinden sollte und auf Erden erst noch das Evangelium von Offenbarung 14,6-12 zu einem Zeugnis für alle Völker gepredigt werden müsse, bevor Jesus Christus in den Wolken des Him- mels wiederkommen werde.

Nachdem die Adventgläubigen diese Evangeliumswahrheiten erkannt und damit die Enttäuschung von 1844 im Lichte Gottes erklärt bekommen hat- ten, gingen sie mit neuem Eifer an die große Aufgabe, die letzte Evangeli- umsbotschaft aus Offenbarung 14 noch in ihrer Generation zu einem Zeugnis über alle Völker zu predigen. Aber bald ließ der Eifer und Opfersinn der Pioniere und Bahnbrecher des Adventglaubens bei den späteren Ge- nerationen nach. Wie in dem Gleichnis von den Zehn Jungfrauen darge- stellt, begann die Gemeinde, als der HERR mit seinem Kommen verzog, allmählich einzuschlafen. Man übersah dabei immer mehr die Tatsache, daß der Herr Jesus seine Wiederkunft und das Ende der Welt von dem Lauf der Evangeliumspredigt und damit letztlich von dem Eifer seiner Mis- sionsgemeinde auf Erden abhängig gemacht hatte. Um aber diese zur flei- ßigen Missionsarbeit verpflichtende Verantwortung von sich abzuwälzen, förderten etliche in der schlafenden Adventgemeinde den beruhigenden Gedanken, daß der Herr Jesus einen bestimmten, wenn auch für uns un- bekannten Tag für sein Kommen festgelegt habe und wir diesen schon zu- vor unabänderlich festgelegten Tag nur noch in aller Gemächlichkeit ab- zuwarten hätten. Diese Ansicht stimmt jedoch in keiner Weise mit dem Wort Gottes und mit den Zeugnissen des Geistes überein.

So lehrt z. B. die Heilige Schrift in 2.Petrus. 3,12, daß wir die Zeit bis zur Wiederkunft Jesu je nach unserem Verhalten in geistlichen Dingen entweder beschleunigen oder aber auch verzögern und weiter hi-

* „nun“ = um 1960, als die erste Version dieses Werkes entstanden ist. Der Her- ausgeber.

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nausschieben können: „Da dies alles so aufgelöst wird, was für Leute müßt ihr dann sein in heiligem Wandel und Gottseligkeit, indem ihr die Ankunft des Tages Gottes erwartet und beschleunigt …“

Im gleichen Sinne besagen auch die Zeugnisse, daß das Erlösungswerk auf Erden nach dem Plan Gottes schon längst beendet sein sollte, aber durch die mangelnde Selbstverleugnung, Opferbereitschaft und Hingabe der Ge- meinde, sowie durch eine erstaunliche Geringschätzung und Vernachlässi- gung der von Gott gegebenen Zeugnisse bis heute hinausgeschoben wor- den ist. Dies bestätigen viele, meist unbekannte, z.T. nicht veröffentlichte oder wieder aus dem Druck genommene Zeugnisse von E.G. White:

„Wir haben jetzt [seit 119 Jahren] jene große dreifache Botschaft verkün- det, wonach die Stunde des Gerichtes Gottes gekommen ist und der HERR noch in dieser Generation wiederkommen wird. Wir erwarteten Ihn schon seit vielen Jahren und ermahnten die Menschen, sich zur Begeg- nung mit Ihm unverzüglich vorzubereiten. Jetzt erhebt sich die feierliche Frage, die das Herz eines jeden Gläubigen bewegt: Warum ist der Spät- regen noch nicht ausgegossen und das Werk beendet worden?“

(Preparation for the Latter Rain, printed edition von Mc Guire, S.2)

Die hier gestellte wichtige Frage wird von der inspirierten Schreiberin selbst mit folgenden Zeugnissen beantwortet:

„Wenn diejenigen, die in göttlichen Dingen eine lebendige Erfahrung zu besitzen vorgeben, ihr vom HERRN verordnetes Werk ausgeführt hätten, dann wäre schon die ganze Welt gewarnt worden und der HERR Jesus wäre bereits in großer Kraft und Herrlichkeit wiedergekommen.“ Review

and Herald 6.10.1895

„Wäre das von Gott befohlene Werk getan worden, dann wären die Ver- hältnisse in unserer Wett jetzt ganz anders. Aber die bekenntlichen Nachfolger Jesu schlafen. Die Gemeinden haben den feierlichen Auftrag, der ihnen gegeben wurde nicht erfüllt. Leute, die zu Wächtern berufen sind, schlafen auf ihrem Posten und weigern sich, aufzuwachen. Sie er- füllen nicht den Evangeliumsauftrag. Loma Linda Messages-mimeographed

edition, S.48

„Wenn das Volk Gottes die Liebe Jesu im Herzen hätte, wenn jedes Ge- meindeglied ganz mit dem Geist der Selbstverleugnung erfüllt wäre und sich bei allen ein völliger Ernst bekundete, dann gäbe es keinen Mangel an Geldern für die Heimat- und Außenmission. Unsere Hilfsquellen hätten sich vervielfacht und tausend nützliche Türen hätten sich geöffnet und uns zum Eintritt eingeladen. Wäre die Absicht Gottes zur Verkündigung der Gna- denbotschaft an die Welt vom Volke Gottes erfüllt worden, dann wäre Chri-

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stus schon auf die Erde zurückgekehrt und man hätte die Heiligen längst

in der Stadt willkommen geheißen.“ Australian Union Record 15.10.1898

Wir erkennen aus diesen Zeugnissen, daß die Wiederkunft Christi verzö- gert wurde und sein Volk für diesen Aufschub verantwortlich ist. Diese unbestreitbare Tatsache wird von der inspirierten Feder immer wieder bestätigt und wie folgt begründet:

„Wir müssen uns hier in dieser Welt - ähnlich wie die Kinder Israel - we- gen unseres Ungehorsams noch viele weitere Jahre aufhalten, aber Got- tes Volk sollte um Christi willen nicht noch weiter Sünde auf Sünde häu- fen und dann Gott für die Folgen ihrer falschen Handlungsweise verant- wortlich machen. Haben Menschen, die dem Wort Gottes zu glauben vorgeben, jetzt endlich ihre Belehrung verstanden, wonach Gehorsam

besser als Opfer ist? Unpublished Manuscript Testimonies, mim. edit., reg. v. A.W. Spalding, S.202

„Die Lehre [aus Israels Wüstenwanderung] gilt für uns. Der HERR hat seinem Volk den Weg bereitet. Sie waren nahe am verheißenen Land

angekommen. Noch eine kurze Zeit und sie hätten Kanaan betreten. Sie

Hätten sie ihr Vertrauen auf

den Gott Israels gesetzt, dann hätten sie geradewegs einziehen können.

Gott wäre ihnen

Licht, das mir Gott gegeben hat, weiß ich, daß Gottes Volk heute schon

im himmlischen Kanaan sein könnte, wenn es eine lebendige Erfahrung

mit Ihm gehabt hätte. General Conference Bulletin 1903, S.9

Es steht also fest, daß die Wiederkunft Jesu durch das Verhalten der Gemeinde bis heute hinausgeschoben wurde. Diese Tatsache kann an Hand bedauerlicher Erfahrungen in der Geschichte der Adventbewegung im einzelnen bewiesen und mit dem nachstehenden Bericht aus der Ver- gangenheit bestätigt werden.

Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts gab Ellen White durch die Gabe der Weissagung verschiedene Zeugnisse, wonach schon zu jener Zeit die wichtige, von Gott wiederbelebte Botschaft von der „Gerechtigkeit Chri- sti“ durch den Lauten Ruf aus Offenbarung 18,1 zum feierlichen Ab- schluß des Werkes Gottes auf Erden führen sollte. Hierzu schrieb Ellen White im Jahr 1892:

„Der Laute Ruf des dritten Engels hat schon in der Offenbarung der Ge- rechtigkeit Christi, des sündenvergebenden Erlösers, begonnen. Das ist der Anfang jenes Lichtes, mit dem der Engel die ganze Erde erfüllen

wird.“ Review and Herald vom 22.Nov. 1892 (vgl. Ausgewählte Botschaften I, 360

selbst aber hatten den Einzug

Brüder und Schwestern, nach dem

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Nur wenige Adventisten wissen, daß diese Botschaft von der „Gerechtig- keit Christi“ bereits im Jahr 1888 durch zwei vom HERRN erwählte Boten zur Gemeinde gesandt worden war. Es waren dies die Prediger Waggoner und Jones, die durch das Zeugnis des Geistes als Botschafter des HERRN wie folgt bestätigt worden waren.

„Der HERR hat in seiner großen Gnade seinem Volk eine überaus kost- bare Botschaft durch die Prediger Waggoner und Jones gesandt. Diese Botschaft sollte vor der Welt noch mehr den erhöhten Heiland als das Opfer für die Sünden der ganzen Welt herausstellen. Sie zeigt die wahre Rechtfertigung durch den Glauben und fordert das Volk auf, die Gerech- tigkeit Christi, die im Gehorsam gegen alte Gebote Gottes zum Ausdruck

Es ist die dritte Engelsbotschaft, die mit einer

lauten Stimme verkündet und mit der Ausgießung des Heiligen Geistes in

reichem Maße begleitet werden soll. Testimonies to Ministers an Gospel Wor- kers 91 (vgl. Zeugnisse für Prediger 75)

Die von den Predigern Waggoner und Jones an die Gemeinde vermittelte Botschaft von der Gerechtigkeit Christi war keine neue Lehre, sondern nur eine machtvolle Wiederholung dessen, was die wahre Gemeinde Jesu schon immer gelehrt und auch unsere Gemeinschaft von Anfang an ge- glaubt hatte, aber doch allmählich ihrem Blick entschwunden war und nur noch wenig beachtet wurde. Obwohl diese Botschaft als entscheidender Bestandteil des Ewigen Evangeliums vom Himmel her durch die Gabe der Weissagung ihre ausdrückliche Bestätigung erfahren hatte, wurde sie doch, wie unveröffentlichte oder wieder aus dem Druck genommene Zeugnisse von E.G. White darlegen, von vielen unserer bekanntesten Leiter unserer Gemeinschaft in jener Zeit so schroff zurückgewiesen, daß in dem dadurch verursachten Widerstreit der Meinungen eine ernste Krise unsere damalige Gemeinschaft zu gefährden drohte. Hier der Beweis von E.G. White:

„Einige haben gegen die Menschen, welche Gott mit einer besonderen

kommt,

Botschaft an die Welt beauftragt hat, Haß genährt. Sie haben dieses sata- nische Werk in Minneapolis begonnen. Daß Menschen jenen Geist, der sich in Minneapolis bekundete, weiterhin lebendig erhalten, ist eine Belei- digung Gottes. Wie sorgfältig sollten wir im Urteil über das Werk eines an- deren sein, damit wir nicht schuldig werden, das Wirken des Heiligen Gei-

Wer das Licht und die von Gott

stes bösen Mächten

freimütig gewährten Beweise verwirft, verwirft damit Christus; für ihn gibt es keinen anderen Erlöser. Die Gefahren der letzten Tage bedrohen Satan übernimmt die Herrschaft über jeden Geist, der sich nicht entschie-

den unter die Herrschaft des Heiligen Geistes

genau so wie Pharisäer werden. In Ihren Ratsversammlungen wagen sie

Menschen können

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ein Urteil über Gottes Werk auszusprechen, denn sie haben sich in Dingen geübt, die der HERR niemals von ihnen zu tun gefordert hat. Es wäre bes- ser, sie würden ihre eigenen Herzen vor Gott demütigen und ihre Hände von der Lade Gottes wegnehmen, damit nicht der Zorn Gottes gegen sie entbrenne. Denn wenn Gott je durch mich gesprochen hat, dann bezeuge ich, daß sie mit ihrer Kritik und ungesunden Beurteilung etwas auf sich genommen haben, was nicht recht ist. Ich erinnere daran, daß Gott, der ewige Gott, niemals Menschen in solche Stellungen eingesetzt hat, wie sie von ihnen in Minneapolis eingenommen wurden und seit dieser Zeit be-

setzt gehalten werden.“ Special Testimonies to Ministers and Workers Series A, mim.ed. S.143.145.172.175

In Übereinstimmung mit diesen Feststellungen berichtete Bruder Jones im Jahr 1901 selbst von seiner Erfahrung bei der Verkündigung der ihm vom HERRN aufgetragenen Botschaft:

„Vor 13 Jahren sandte Gott in Minneapolis eine Botschaft an sein Was ist mit diesem Volk und mit diesem Werk seit jener Zeit geworden? Wieweit ist die Wahrheit angenommen, d.h. nicht nur gebilligt, sondern tat- sächlich aufgenommen worden? Bei weitem nicht viel, sage ich Euch! Denn in den letzten 13 Jahren haben viele das Licht zurückgewiesen und sich dagegen gewandt, und bis heute noch weisen sie dieses Licht ab und

lehnen sich dagegen auf! A.T. JONES: General Conference Bulletin 18.4.1901

Die Wiederkunft des Herrn Jesus wurde wegen des Ungehorsams in der Gemeinde und ihrer Lauheit in geistlichen Dingen nun schon viele Jahr- zehnte hinausgeschoben. Die wichtige Botschaft von der Gerechtigkeit Christi, die seit 1888 schon längst zum Empfang des Spätregens im Lau- ten Ruf und zum Abschluß des Werkes auf Erden geführt haben sollte, wurde vom bekenntlichen Volk des HERRN, besonders von den Leitern des Werkes beiseitegestellt und ihrer erweckenden Kraft beraubt. Der Herr Jesus wollte mit seiner Botschaft von der Gerechtigkeit durch den Glauben in die Herzen seiner Nachfolger einziehen und so in sein Eigen- tum kommen, aber wie so oft nahmen Ihn die Seinen auch jetzt wieder nicht auf. Das sündliche, selbstgerechte Ich im stolzen Menschenherzen wollte den Platz für die uneingeschränkte Herrschaft Jesu nicht frei ma- chen und die volle Herrlichkeit des Sohnes Gottes mit seiner himmli- schen Gerechtigkeit nicht einziehen lassen. Wie sehr dabei die Gemein- de und besonders die verantwortlichen Leiter der Gemeinschaft dem göttlichen Licht widerstanden hatten, zeigen viele Zeugnisse, mit denen Ellen White schon damals den heimlichen Widerstand gegen die Bot- schaft von 1888 in unseren eigenen Reihen zu beseitigen suchte und damit dem Licht Gottes zum vollen Durchbruch verhelfen wollte:

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„Seit fast zwei Jahren haben wir das Volk gedrängt, herzuzukommen und das Licht und die Wahrheit von der Gerechtigkeit Christi anzunehmen, aber sie wissen nicht, ob sie kommen und diese kostbare Wahrheit er- fassen sollen oder nicht. Sie werden von ihren eigenen Gedanken fest- gehalten und lassen den Erlöser nicht ein.“ Review and Herald 11.3.90

Um das Licht von der Gemeinde fernzuhalten, suchte Satan besonders in den Leitern des Werkes einen geheimen Widerstand gegen die Botschaft des Himmels zu erwecken. Daß gerade die führenden Leute des Werkes den Lauf der Botschaft gehindert hatten, bestätigen die nachfolgenden Zeugnisse aus jener Zeit:

„Gerade in dem großen Herzen des Werkes will Satan höllische Künste bis zum Äußersten einsetzen. Er sucht auf jede mögliche Weise, sich zwischen das Volk und Gott zu stellen und das Licht abzuhalten, das Gott auf seine Kinder scheinen lassen möchte.“ Review and Herald

24.12.1889

„Ich habe versucht, euch die Botschaft so darzustellen, wie ich sie ver- standen habe, aber wie lange wollen sich die an der Spitze des Werkes von der Botschaft Gottes fernhalten?“ Review and Herald 18.3.1890

Wenn alle Brüder Mitarbeiter Gottes wären, dann würden sie nicht daran zweifeln, daß die Botschaft, die Er uns in den letzten zwei Jahren gesandt hat, vom Himmel kommt. Unsere jungen Leute schauen auf unsere älte- ren Brüder; wenn sie aber sehen, daß jene die Botschaft nicht anneh- men, sondern so behandeln, als hätte sie keine Bedeutung, werden sie als die Schriftunkundigeren beeinflußt, das Licht zurückzuweisen. Jene Männer, die sich weigern, das Licht anzunehmen, stellen sich zwischen das Volk und das Licht. Aber niemand hat eine Entschuldigung dafür, daß er das Licht zurückweist, denn es ist deutlich offenbart worden.“ Re-

view and Herald 18.3.1890

„Eine fehlende Bereitschaft zur Aufgabe von Vorurteilen und Annahme der Wahrheit war der Grund für den weitgehenden Widerstand, der sich gegen die von den Brüdern Waggoner und Jones in Minneapolis verkün- dete Botschaft des HERRN richtete. Durch die Erweckung jenes Wider- standes gelang es Satan in einem großen Ausmaß, die besondere Kraft des Heiligen Geistes, welche Gott den Seinen mitzuteilen wünschte, von unseren Leuten fernzuhalten. Der Feind verhinderte es, daß sie mit jener Tüchtigkeit ausgerüstet wurden, die sie bei der Verkündigung der Wahr- heit in der Welt ebenso wie die Apostel nach Pfingsten hätten besitzen können. Man widerstand dem Licht, das die ganze Erde mit seiner Klar- heit erleuchten sollte, und durch die Handlungsweise unserer eigenen

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Brüder wurde in einem großen Maße jenes Licht von der Welt ferngehal-

ten.“ E.G.WHITE am 6.6.1896, abgedruckt im Review and Herald 13.3.1952

Nach diesen und vielen anderen Zeugnissen besteht kein Zweifel dar- über, daß die Botschaft von der Gerechtigkeit Christi in der Gemeinde, besonders von den Leitern des Werkes zurückgewiesen worden war. Dies bestätigt auch der langjährige Präsident der Generalkonferenz A.G. Daniells: „Wie traurig, wie tief bedauerlich ist es, daß diese Botschaft der Gerechtigkeit in Christo in ihrem Beginn mit der Opposition ernster, wohlmeinender Männer in der Sache Gottes zu tun hatte.“

Sehr bezeichnend und lehrreich in dieser Angelegenheit war auch die Art, mit der Satan die himmlische Botschaft geschickt zu entkräften verstand. So war es ihm gelungen, das Licht von der Gemeinde, wie oben erwähnt, dadurch fernzuhalten, daß er zunächst die Leiter des Werkes mit ihrem starken Einfluß gegen die Botschaft einnehmen konnte. Ein weiteres Mit- tel seiner teuflischen Verdunklungsarbeit bestand aber auch darin, daß er einen bösen Schatten auf die Werkzeuge des HERRN werfen ließ und damit den Ruf der Boten Gottes zu schädigen verstand. Da der Verführer dem klaren Licht Gottes selbst nichts anhaben konnte, suchte er von der göttlichen Wahrheit abzulenken und die Blicke der Gläubigen auf die menschlich-unvollkommenen Werkzeuge des HERRN zu richten, wobei er mit seiner boshaften Verunglimpfung der Boten Gottes allzu leicht auch die Botschaft selbst herabsetzen konnte. Um in Zukunft gegen dieses Verfahren Satans besser gewappnet zu sein, müssen wir auch in diesem Punkt wachsam sein und die entsprechenden Weisungen des Geistes beachten. In diesem Sinne warnt uns Ellen White, niemals eine Botschaft der Wahrheit nur deshalb zurückzuweisen, weil die von Gott beauftragten Boten mit menschlicher Schwachheit behaftet sind:

„Diejenigen, die Gott mit einer Botschaft gesandt hat, sind nur Men- Einige haben sich von der Botschaft von der Gerechtigkeit Christi abgewandt, um Menschen zu kritisieren.“ Review and Herald

27.12.1890

Auch hier waren es wieder die Leiter des Werkes, die sich offenbar in ih- rer Selbstgerechtigkeit und Selbstsicherheit nicht unter die Botschaft des HERRN beugen und sich von den untergebenen Predigern Waggoner und Jones etwas sagen lassen wollten:

„Gott hat seine Boten beauftragt, eine Botschaft für diese Zeit zu brin- gen. Aber die Botschaft stimmte nicht in jeder Besonderheit mit den Ge- danken all der Leiter überein, und einige kritisieren die Botschaft und die

Botschafter. Testimonies to Ministers 465 (vgl. Zeugnisse für Prediger 401)

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„Ich habe einen tiefen Herzenskummer, weil ich gesehen habe, wie schnell ein Wort oder eine Handlung der Prediger Waggoner und Jones kritisiert werden. Wie schnell übersehen viele Menschen all das Gute, das von diesen Männern in den vergangenen wenigen Jahren getan wur-

de. Sie sehen nicht die Tatsache, daß Gott durch diese Werkzeuge am Wirken ist. Sie suchen irgend etwas, um es verdammen zu können und ihr Verhalten gegenüber diesen Brüdern, die so eifrig mit einem guten Werk beschäftigt sind, offenbart, daß feindselige und bittere Gefühle in

ihrem Herzen wohnen.

Zitiert in 1888 Re-Examined von R.J. WIELAND und D.K.

SHORT S.116

Weil die Prediger Waggoner und Jones nichts anderes taten, als die ih- nen von Gott aufgetragene Botschaft getreu an die Gemeinde auszurich- ten, wurden sie von den Leitern des Adventwerks mit solch beispiellosem Rufmord und persönlichen Schmähungen angegriffen, daß sich Ellen White mit ernsten Ermahnungen schützend vor diese Boten des HERRN stellen mußte:

„Ich möchte warnend zu denen sprechen die sich seit Jahren gegen das Licht gestellt und den Geist des Widerstandes genährt haben: Wie lange wollt ihr die Boten der göttlichen Gerechtigkeit hassen und verachten? Gott hat ihnen seine Botschaft gegeben. Sie tragen das Wort des HERRN. Es gibt eine Rettung für euch, aber nur durch die Verdienste Christi. Die Gnade des Heilige Geistes ist euch immer und immer wieder angeboten worden. Licht und Kraft aus der Höhe ist in eurer Mitte reichlich ausge- gossen worden. Durch diese Klarheit konnten alle erkennen, wen der HERR als seine Boten anerkannte. Aber da sind solche, welche die Men- schen und die von ihnen getragene Botschaft verachten und diese Boten als Fanatiker, Extremisten und Enthusiasten verhöhnten. Testimonies to

Ministers 96f (vgl. Zeugnisse für Prediger 79)

Angesichts dieser ernsten Zeugnisse mögen vielleicht manche fragen, warum wir jene traurige Erfahrung in unserem Werk, die in der Zurück- weisung der göttlichen Botschaft von der Gerechtigkeit Christi bestand, heute nach so langer Zeit wieder aufzeigen und dabei besonders den Widerstand der Leitung gegen das Licht des Himmels aufdecken müs- sen. Die Antwort lautet:

Weil wir an demselben entscheidenden Punkt, an dem die damalige Ge- meinschaft mit ihren Verantwortungsträgern versagt hatte, heute immer noch stehen und darüber hinwegkommen müssen, wenn wir die so not- wendige Vorbereitung auf den Tag des HERRN erhalten und zum sieghaf- ten Durchbruch durch den satanischen Widerstand in unseren eigenen Reihen gelangen wollen.

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Wer die heutige Einstellung und die Verfassung der Gemeinde und ihrer Leitung sorgfältig erforscht hat, weiß, daß derselbe heimliche Widerstand gegen die Fülle und Herrlichkeit in der Botschaft von der Gerechtigkeit Christi, welche die eigene Gerechtigkeit völlig aufzugeben verlangt, ge- nau so wie damals auch heute noch vorhanden ist und endlich überwun- den werden muß, wenn wir, statt in unserer Halsstarrigkeit verloren zu gehen, durch die Herrliche Wahrheit von der Gerechtigkeit Christi durch den Glauben geheiligt und für den bevorstehenden Tag des HERRN voll- endet werden wollen.

Die zuvor angeführten Zeugnisse über die Zurückweisung der göttlichen Botschaft von 1888 zeigen uns, wie das Werk des HERRN besonders durch den Widerstand der Leiter im Adventwerk gehindert worden war, so daß dadurch die Wiederkunft Christi verzögert wurde und die Gemeinde, statt im himmlischen Kanaan zu sein, sich immer noch in dieser traurigen und sündenbeladenen Welt aufhalten muß. Nach dem Willen des HERRN sollte der Laute Ruf des Engels von Offenbarung 18,1 mit der von den Brüdern Waggoner und Jones gepredigten Botschaft von der Gerechtigkeit Christi schon im Jahr 1888 beginnen. Es wurde dazu gesagt, daß sich die- se Botschaft „wie ein Stoppelfeuer“ über die Erde ausbreiten sollte, so daß auf diese Weise die letzten Ereignisse schnell ablaufen würden. Aber es ist eine unleugbare, traurige Tatsache, daß der Herr Jesus, weil die Gemeinde besonders in ihrer Leitung den Geist und Ruf des HERRN nicht recht an- nehmen wollte, sein Kommen in den Wolken des Himmels bis heute ver- schoben hat. Und doch gibt es Adventisten, die allen Ernstes behaupten, daß die Zurückweisung der von den Predigern Waggoner und Jones ge- brachten Botschaft nur eine zeitweilige Erscheinung im Adventwerk gewe- sen sei und jene Botschaft heute in ihrer ganzen Fülle verkündet werde. Dagegen erheben sich aber die Fragen:

. Warum ist, wenn diese Behauptung wahr sein sollte, der Laute Ruf mit dem Spätregen nach mehr als 70 Jahren noch nicht gekommen?

. Warum ist, das Werk nicht schnell wie ein Stoppelfeuer abgeschlossen worden?

. Und warum ist der Herr Jesus noch nicht wiedergekommen, um sein Volk heimzu- holen?

Daß diese Ereignisse, welche der HERR schon längst herbeiführen wollte, wegen der fehlenden oder falschen Willensbetätigung der Gemeinde und

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ihrer Leitung bis heute noch nicht kommen konnten, ist ein deutlicher Beweis dafür, daß der Botschaft und dem Wirken des HERRN bis heute heimlich widerstanden wurde. Dies bestätigt übrigens auch die jüngere Geschichte der Adventbewegung: Als nämlich die göttliche Botschaft von der Gerechtigkeit Christi im Jahr 1950 durch zwei andere Boten des HERRN, nämlich durch die Prediger und Missionare Wieland und Short erneut der Gemeinde übermittelt wurde, da zeigte es sich, daß diese Botschaft des Himmels abermals durch die Leitung des Werkes zurück- gewiesen wurde.

Nachdem die Prediger Wieland und Short die entscheidende Bedeutung der Botschaft von 1888 erkannt und ihre mangelnde Verkündigung be- dauert hatten, brachten sie diese Angelegenheit im Jahr 1950 vor das Exekutivkomitee der Generalkonferenz. Sie wurden von dort angehalten, ihre Ansichten in Manuskriptform niederzuschreiben. In Befolgung des- sen erschien im gleichen Jahr eine Schrift mit dem Titel 1888 Re-Exam- ined (auf deutsch: 1888 erneut überprüft).

Nun zeigte sich bei dieser Eingabe der Brüder Wieland und Short, daß derselbe Geist des heimlichen Widerstandes gegen das göttliche Licht immer noch wie früher in der Werksleitung vorhanden war. Anstatt die im Jahr 1888 und danach begangenen Fehler im Geiste bußfertiger Demut zuzugeben und der Botschaft von der Gerechtigkeit Christi jetzt freien Lauf zu lassen, widerstand die Werksleitung in beharrlicher Selbstrecht- fertigung erneut dem Wirken Gottes und den von Ihm beauftragten Boten Wieland und Short. Dabei war die Sprache gegen diese Werkzeuge des HERRN die gleiche, mit der man schon 1888 die Prediger Waggoner und Jones verunglimpft und ihr Zeugnis abgewiesen hatte. In jenem Geist von Minneapolis wurde die Botschaft von der Gerechtigkeit Christi, welche Gott auch jetzt wieder auf den Leuchter stellen wollte, von den Leitern der Adventgemeinschaft erneut unter den Scheffel gestellt und auf ihrem Weg zur Gemeinde aufgehalten. Wie dabei die Eingabe der Brüder Wie- land und Short behandelt wurde, zeigt der kurze Bericht aus jenen Ta- gen:

„Sie [Wieland und Short] kehrten in ihr Missionsfeld nach Afrika zurück, und das Defense Literature Comitee (d.h. das Komitee zur Verteidigung der Literatur) wurde gebeten, einen offiziellen Bericht über die Darstel- lung Wieland’s und Short’s abzugeben. In diesem Bericht, der 1951 he- rausgegeben wurde, wiesen die Beamten der Generalkonferenz die von Wieland und Short in ihrem Manuskript durchgeführte Untersuchung der

Minneapoliskonferenz-Episode von 1888

Generalkonferenz wurde den Brüdern Wieland und Short von seiten der

In diesem Bericht der

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Beamten der Generalkonferenz Stillschweigen über diesen Gegenstand

anbefohlen.“ Preliminary Memorandum von A.L. HUDSON für das Exekutiv-Komitee des Nordpazifischen Verbandes der Siebenten-Tags-Adventisten, S.3f

Was bedeutet nun die Tatsache, daß die Botschaft von der Gerechtigkeit Christi, ähnlich wie im Jahr 1888, nun auch jetzt im Jahr 1951 wieder abgewiesen wurde und in drei folgenden Sitzungen des Generalkonfe- renz-Komitees vom Dezember 1951, September 1958 und Januar 1959 ihre wiederholte Ablehnung fand? Diese traurige Erfahrung zeigt mit aller Deutlichkeit, daß der Herr Jesus mit seiner wunderbaren Gerechtigkeit, die Er einem jeden mit dem Bekennen und Ablegen des eigenen selbst- gerechten Wesens schenken möchte, immer wieder an die Herzenstür der maßgeblichen Leute im Werk angeklopft und ihre Gewissen ange- sprochen hatte, aber trotz all dieser Mahnungen bis heute nicht einge- lassen wurde. Wir sehen hier den von Jesus im Sendschreiben an Laodi- zea angekündigten Widerstand, in dem besonders „der Engel der Ge- meinde“, nämlich die Leitung des Adventwerkes ihr Herz vor dem anklop- fenden Heiland verschließt und wegen ihrer unnachgiebigen Selbstge- rechtigkeit aus Jesu Mund ausgespieen werden wird, wenn sie entgegen dem Rat Jesu von Offenbarung 3,19 nicht fleißig Buße tut, demütig die durch Gottes Werkzeuge gesandte Botschaft aufnimmt und dieses Licht gemäß ihrer Pflicht und Verantwortung an die Gemeinde weitergibt.

Weil nun aber die Leitung des Adventwerkes die Botschaft von der Ge- rechtigkeit Christi in ihrer ganzen Fülle und Forderung bis heute nicht in den Mittelpunkt der Predigt und praktischen Heiligung gestellt hat, des- halb behalten auch all jene Zeugnisse, die schon seit 1888 diesen Wi- derstand der Leiterschaft aufgezeigt haben, bis heute ihre volle Gültigkeit und Anwendung für unsere heutige Zeit:

„Das Werk worauf der ganze Himmel wartete es zu tun, sobald die Men- schen den Weg dazu vorbereiten, wurde nicht ausgeführt, denn die Leiter verschlossen und verriegelten die Tür, damit der Geist nicht eintreten könne. Man verhinderte die völlige Übergabe an Gott, und Herzen, die von allem Irrtum hätten gereinigt werden können, wurden in ihrem fal- schen Tun bestärkt. Die Türen wurden gegenüber dem himmlischen Strom, der alles Übel hinweggeschwemmt hatte, versperrt. Die Men- schen bekannten nicht ihre Sünden sie erhoben sich in ihrer falschen Handlungsweise und sagten zu dem Geist Gottes: ‚Gehe hin für diesmal; wenn ich gelegenere Zeit habe, will ich dich wieder rufen lassen’.“ Letters

and Manuscripts Relating to Medical Missionary Work and Going to Battle Creek S.55

„Da soll in den Gemeinden eine wunderbare Kraft Gottes offenbart wer- den, aber sie wird die nicht bewegen, die sich nicht vor dem HERRN ge-

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demütigt und durch Reue und Bekenntnis ihrer Sünde die Tür ihres Her- zens geöffnet haben. In der Offenbarung dieser Kraft, welche die Erde mit der Klarheit Gottes erleuchtet, werden sie nur etwas sehen, was sie in ihrer Blindheit als gefährlich erachten und in ihnen Furcht erweckt und sie werden sich erheben, derselben zu widerstehen. Weil der HERR nicht nach ihrer Erwartung und Idee wirkt, werden sie sich dem Werk widerset-

zen. Bible Training School - in TIME AND WORK, Mai 1907, Ausgabe 1920, S.17

Angesichts dieses vorausgesagten Widerstands gegen die Botschaft von der Gerechtigkeit Christi fragt Ellen White schon in ihren Tagen mit gro- ßer Besorgnis:

„Sollen wir die Geschichte der Juden in unserem Werk wiederholen? Die Leiter des Volkes zur Zeit Christi verwandten alle ihre Kraft darauf, sich dem Werk Christi entgegenzustemmen, damit sein Weg versperrt wür-

de. Review and Herald vom 18.3.1890

Die hier gestellte Frage, ob das Adventvolk wegen des Widerstands ge- gen die Botschaft des Himmels besonders in der Leitung des Werkes die traurige Erfahrung der Juden wiederholt, muß leider, wie die Geschichte der Adventbewegung lehrt, bis heute mit einem Ja beantwortet werden. Denn wie es schon im alten Bundesvolk üblich war, die Boten des HERRN zu verachten und den göttlichen Auftraggeber zu verwerfen, ebenso will offenbar auch die Leitung im geistlichen Israel dieser Endzeit, wie wir an der Behandlung der Boten Waggoner und Jones 1888 und Wieland und Short 1950 gesehen haben, die Werkzeuge des HERRN mit ihrer Botschaft von der Gerechtigkeit Christi nicht anerkennen und damit den Herrn Jesus zur Vollendung des Werkes in der Gemeinde nicht wir- ken lassen. Daß dieser Widerstand gegen die Botschaft Jesu bis zuletzt andauern wird, ist durch die Voraussage des Geistes wie folgt angekün- digt worden:

„Wenn die Helfer in unseren Hauptquartieren

nicht zu einem Gefühl

der Pflicht erweckt werden, dann werden sie, wenn der Laute Ruf des dritten Engels gehört wird, dies nicht als das Werk Gottes anerkennen. Wenn das Licht zur Erleuchtung der Erde hervorleuchtet, dann werden sie, anstatt dem HERRN zu Hilfe au kommen, nur den Wunsch haben das Werk des HERRN zu knebeln, damit es ihren engen Gedanken ange-

paßt werde. Testimonies to Ministers 300 (vgl. Zeugnisse für Prediger 257)

Wie obige Zeugnisse besagen und die bisherigen Erfahrungen bestäti- gen, wird die Geschichte der Juden, was viele Siebenten-Tags- Adventisten nicht wahrhaben wollen, leider auch in der Endgemeinde zur traurigen Tatsache werden. So wie das jüdische Volk und besonders ihre

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so geachteten „rechtgläubigen“ Leiter mit dem Hohen Rat trotz aller Schriftauslegung und äußeren Frömmigkeit dennoch den HERRN der Herrlichkeit abgelehnt hatten, so will offenbar auch die Adventgemeinde, besonders ihre Leitung, in einem ähnlichen, wenn auch versteckten Wi- derstand die Gerechtigkeit Jesu nicht annehmen. So wie einst die Juden in ihrer falschen Messiaserwartung den wahren Heiland verworfen hat- ten, ebenso möchte wohl auch die heutige Leitung des Adventwerkes mit ihrem neuen, falschen Christus in einer angeblich sündlosen Erbnatur den wahren Heiland, der das gleiche sündliche Fleisch wie wir ererbt hat- te, mit der Zurückweisung seiner Boten selbst verwerfen und seine Herr- liche Wesensfülle nicht in den Herzen der Gläubigen regieren lassen. „Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche!“ scheint der verborgene Unterton aller frommen Selbstrechtfertigung und klugen Beschwichti- gung auch heute bei den Leitern im Adventwerk zu sein.

Wie soll nun aber die Botschaft von der Gerechtigkeit Christi, nachdem sie über 70 Jahre von der Werksleitung zurückgewiesen wurde und man- gels innerer Umkehr je länger je ärger unterdrückt werden wird, zum sieghaften Durchbruch gelangen? Dazu wird uns durch den Geist der Weissagung erklärt:

„Laßt euch gesagt sein, daß der HERR in diesem letzten Werk in einer Weise wirken wird, die sehr weit außerhalb der gewöhnlichen Ordnung der Dinge liegt und im Gegensatz zu allen menschlichen Plänen stehen wird. Es wird zwar unter uns solche geben, die das Werk Gottes zu be- herrschen wünschen und sogar jede Bewegung diktieren möchten, wenn das Werk unter der Leitung jenes Engels, der sich dem dritten Engel zur Verkündigung der Botschaft an die Welt anschließt, voranschreitet. Gott wird aber Wege und Mittel benützen, durch welche man erkennen wird daß Er die Zügel in seine eigenen Hände nimmt.“ Testimonies to Ministers

300 (vgl. Zeugnisse für Prediger 257)

Auf welch „fremde Weise“ (Jes 28,21) wird nun aber der HERR entspre- chend obiger Voraussage sein Werk auf Erden vollenden? Er wird, wie im Sendschreiben an Laodizea angekündigt, die Leitung des Adventwerk mit ihrem hartnäckigen Widerstand gegen die Botschaft des Himmels, ähn- lich wie die selbstgerechte Führerschicht des jüdischen Volkes, beiseite- stellen und für sein Werk nicht mehr benutzen, statt dessen aber demü- tige und treue Werkzeuge wie einst die Fischer berufen, um durch sie das Licht der letzten Rettungsbotschaft Jesu in der Welt aufleuchten zu lassen. Das sagen auch die folgenden Zeugnisse voraus:

„Ich möchte euch Brüdern, die ihr in eurer selbstzufriedenen Einstellung so redet und handelt, als ob es kein Bedürfnis nach noch mehr Licht gä-

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be, erklären, daß die Laodizeabotschaft für euch anzuwenden ist.“ Review

and Herald 1.4.1890

„Brüder, wenn ihr fortfahrt, so träge und so selbstsüchtig zu sein, wie ihr gewesen seid, dann wird Gott sicher an euch vorübergehen und solche nehmen, die weniger selbstsüchtig sind, weniger nach weltlicher Ehre geizen und sich nicht weigern, wie ihr Meister aus dem Lager zu gehen

und die Schmach zu tragen. Testimonies V, 461 (vgl. Zeugnisse V, 487)

„Christus wird demütige Menschen nehmen und ihnen die große und herrliche Wahrheit für diese letzten Tage offenbaren; diese wird Er ge- brauchen, um sein Werk auf dieser Erde zu vollenden.“ E.G.WHITE in Battle

Creek am 27.7.1907

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