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ROLF PETER SIEFERLE

DAS MIGRATIONS~

PROBLEM

Uber die Unvereinbarkeit von Sozialstaat

and Masseneinwandemng

DIE WERKREIHE "Ea/“131‘ If 1. U Err/£11,]

#01

Über das Buch

Über das Buch

Uber das Buch

In der Migrationskrise offenbaren sich nicht nur die Schwächen und das Scheitern

In der Migrationskrise offenbaren sich nicht nur die Schwächen und das Scheitern

In der Migrationskrise offenbaren sich nicht nur die Schwachen und das Scheitern

des

des

des permissiven Staates, sondern auch die grassierenden Verstandnis-

permissiven

permissiven

Staates,

Staates,

sondern

sondern

auch

auch

die

die

grassierenden

grassierenden

Verständnis-

Verständnis-

und

und

und

Erklärungsnöte der Öffentlichkeit. Während der deutsche Staat in seiner Führung

Erklärungsnöte der Öffentlichkeit. Während der deutsche Staat in seiner Führung

Erklarungsnéte der Offentlichkeit. Wéihrend der deutsche Staat in seiner Fiihrung

handlungsunfähig erscheint, fehlt es dem medialen Establishment an krisenfesten

handlungsunfähig erscheint, fehlt es dem medialen Establishment an krisenfesten

handlungsunfahig erscheint, fehlt es dem medialen Establishment an krisenfesten

Begriffen.

Begriffen.

Begriffen. Der Einbruch der Wirklichkeit wird mit bundesrepublikanischen

Der

Der

mit

mit

Einbruch

Einbruch

der

der

Wirklichkeit

Wirklichkeit

wird

wird

bundesrepublikanischen

bundesrepublikanischen

Wohlfahrtsideen und One-World-Phantasien quittiert: Wohlstand für alle, Grenzen für

Wohlfahrtsideen und One-World-Phantasien quittiert: Wohlstand für alle, Grenzen für

Wohlfahrtsideen und One-World-Phantasien quittiert: Wohlstand fiir alle, Grenzen fiir

niemand. Dabei übersieht man die Fragilität eines Gemeinwesens, das durch den

niemand. Dabei übersieht man die Fragilität eines Gemeinwesens, das durch den

niemand. Dabei iibersieht man die Fragilitat eines Gemeinwesens, das durch den

Sozialstaat getragen wird. Es fußt auf Solidarität und Vertrauen – Werte, die in einem

Sozialstaat getragen wird. Es fußt auf Solidarität und Vertrauen – Werte, die in einem

Sozialstaat getragen Wird. Es fufSt auf Solidaritat und Vertrauen — Werte, die in einem

Land

Land

Land mit ungeregelter Einwanderung gefahrdet sind. Der Sozialstaat und seine

im

Globalisierungsstrudel, in dem die Anspriiche universal werden und jeder Ort

mit

mit

ungeregelter

ungeregelter

Einwanderung

Einwanderung

gefährdet

gefährdet

sind. Der

sind. Der

Sozialstaat

Sozialstaat

und

und

seine

seine

lassen

lassen

Segnungen lassen

Segnungen

Segnungen

sich

sich

sich

in

in

nicht

nicht

nicht

die

die

ins Unendliche

ins

ins

Ansprüche

Ansprüche

Unendliche

Unendliche

expandieren.

expandieren.

expandieren.

werden

werden

Denn

Denn

Denn

jeder

jeder

im

im

Globalisierungsstrudel,

Globalisierungsstrudel,

dem

dem

universal

universal

und

und

Ort

Ort

erreichbar scheint, wird das Wohlfahrtsversprechen zu einem Anachronismus, dessen

erreichbar scheint, wird das Wohlfahrtsversprechen zu einem Anachronismus, dessen

erreichbar scheint, wird das Wohlfahrtsversprechen zu einem Anachronismus, dessen

Verheißungen für die meisten Migranten uneinlösbar sind.

Verheißungen für die meisten Migranten uneinlösbar sind.

Verheiungen fiir die meisten Migranten uneinlésbar sind.

Die Unvereinbarkeit von Masseneinwanderung und Sozialstaat verdeutlicht der im

Die Unvereinbarkeit von Masseneinwanderung und Sozialstaat verdeutlicht der im

Die Unvereinbarkeit von Masseneinwanderung und Sozialstaat verdeutlicht der im

September 2016 verstorbene Historiker Rolf Peter Sieferle in seiner letzten Studie. Sie

September 2016 verstorbene Historiker Rolf Peter Sieferle in seiner letzten Studie. Sie

September 2016 verstorbene Historiker Rolf Peter Sieferle in seiner letzten Studie. Sie

ist Aufklarung, weil sie die Irre'ihrungen einer >>emphatischen Politik<<(Sieferle)

ist

ist

Aufklärung, weil sie

Aufklärung, weil sie

die

die

Irreführungen einer

Irreführungen einer

»emphatischen Politik«(Sieferle)

»emphatischen Politik«(Sieferle)

entlarvt. Die Sentimentalisierung der »Flüchtlings«-Debatte kontert der Autor mit

entlarvt. Die Sentimentalisierung der »Flüchtlings«-Debatte kontert der Autor mit

entlarvt. Die Sentimentalisierung der >>Fliichtlings<<-Debatte kontert der Autor mit

ebenso

ebenso

ebenso niichternem Blick wie die Narrenfeuer der Medien. Rolf Peter Sieferle

wie

wie

Peter

Peter

nüchternem

nüchternem

Blick

Blick

die

die

Narrenfeuer

Narrenfeuer

der

der

Medien.

Medien.

Rolf

Rolf

Sieferle

Sieferle

widerspricht der Akklamation, die an die Stelle der Kritik getreten ist und überwindet

widerspricht der Akklamation, die an die Stelle der Kritik getreten ist und überwindet

Widerspricht der Akklamation, die an die Stelle der Kritik getreten ist und iiberwindet

die Sprachverbote der »offenen« Gesellschaft.

die Sprachverbote der »offenen« Gesellschaft.

die Sprachverbote der >>offenen<< Gesellschaft.

Über den Autor

Über den Autor

Uber den Autor

Über den Autor Über den Autor Uber den Autor Rolf Rolf Rolf Peter Sieferle (1949-2016) studierte

Rolf

Rolf

Rolf Peter Sieferle (1949-2016) studierte Geschichte, Politikwissenschaft und

Peter

Peter

Sieferle

Sieferle

(1949-2016)

(1949-2016)

studierte

studierte

Geschichte,

Geschichte,

Politikwissenschaft

Politikwissenschaft

und

und

Soziologie an den Universitäten Heidelberg und Konstanz und lehrte ab 1991 in

Soziologie an den Universitäten Heidelberg und Konstanz und lehrte ab 1991 in

Soziologie an den Universitéiten Heidelberg und Konstanz und lehrte ab 1991 in

Mannheim. Seit 2005 war er ordentlicher Professor für allgemeine Geschichte an der

Mannheim. Seit 2005 war er ordentlicher Professor für allgemeine Geschichte an der

Mannheim. Seit 2005 war er ordentlicher Professor fiir allgemeine Geschichte an der

Universität St. Gallen. Sein Fachgebiet war die Naturgeschichte der menschlichen

Universität St. Gallen. Sein Fachgebiet war die Naturgeschichte der menschlichen

Universitéit St. Gallen. Sein Fachgebiet war die Naturgeschichte der menschlichen

Gesellschaften, deren Eigenarten und Funktionsweisen Sieferle aus der jeweiligen

Gesellschaften, deren Eigenarten und Funktionsweisen Sieferle aus der jeweiligen

Gesellschaften, deren Eigenarten und Funktionsweisen Sieferle aus der jeweiligen

Energiewirtschaft ableitete. Zu seinen Hauptwerken zählen Epochenwechsel (1994) und

Energiewirtschaft ableitete. Zu seinen Hauptwerken zählen Epochenwechsel (1994) und

Energiewirtschaft ableitete. Zu seinen Hauptwerken zéihlen Epochenwechsel (1994) und

die universalhistorische Bilanz Rückblick auf die Natur (1997). Sein 1982 erschienenes

die universalhistorische Bilanz Rückblick auf die Natur (1997). Sein 1982 erschienenes

die universalhistorische Bilanz Rackblick auf die Natur (1997). Sein 1982 erschienenes

Werk Der unterirdische Wald gilt bis heute als Standardwerk zur Durchsetzung des

Werk Der unterirdische Wald gilt bis heute als Standardwerk zur Durchsetzung des

Werk Der unterirdische Wald gilt bis heute als Standardwerk zur Durchsetzung des

Energieträgers Steinkohle. 2010 verfaßte Sieferle für den »Wissenschaftlichen Beirat

Energieträgers Steinkohle. 2010 verfaßte Sieferle für den »Wissenschaftlichen Beirat

Energietréigers Steinkohle. 2010 verfate Sieferle fiir den >>Wissenschaftlichen Beirat

Globale Umweltveränderungen« der Bundesregierung die Abhandlung Lehren aus der

Globale Umweltveränderungen« der Bundesregierung die Abhandlung Lehren aus der

Globale Umweltverénderungen<< der Bundesregierung die Abhandlung Lehren aus der

Vergangenheit.

Vergangenheit.

Vergangenheit. Seine hier zum ersten Mal veréffentlichte Schrift Das

Seine

Seine

zum

zum

ersten

ersten

Das

Das

hier

hier

Mal

Mal

veröffentlichte

veröffentlichte

Schrift

Schrift

Migrationsproblem

Migrationsproblem

Migrationsproblem schloSieferle unter dem unmittelbaren Eindruck der 2015

unter

unter

2015

2015

schloß

schloß

Sieferle

Sieferle

dem

dem

unmittelbaren

unmittelbaren

Eindruck

Eindruck

der

der

begonnenen Massenzuwanderung kurz vor seinem Tod im September 2016 ab.

begonnenen Massenzuwanderung kurz vor seinem Tod im September 2016 ab.

begonnenen Massenzuwanderung kurz vor seinem Tod im September 2016 ab.

ROLF PETER SIEFERLE DAS MIGRATIONS- PROBLEM Uber die Unvereinbarkeit van Sozialstaat and Masseneinwanderung DIE
ROLF PETER SIEFERLE
DAS MIGRATIONS-
PROBLEM
Uber die Unvereinbarkeit van
Sozialstaat and Masseneinwanderung
DIE WERKREIHE :;_ 3"“
jI.
. I" #01
Heremsgegehun um Frank liiickelm fl nn
Halli}.

INHALT

INHALT

INHALT

VORWORT VON RAIMUND TH. KOLB

VORWORT VON RAIMUND TH. KOLB

VORWORT VON RAIMUND TH. KOLB

MIGRATIONSURSACHEN

MIGRATIONSURSACHEN

MIGRATIONSURSACHEN

SITUATION IN DEN ZIELLÄNDERN

SITUATION IN DEN ZIELLÄNDERN

SITUATION IN DEN ZIELLANDERN

1.

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3.

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Rückgang der Bürgerschaftsrente

Rückgang der Bürgerschaftsrente

Riickgang der Biirgerschaftsrente

Das Ende des Sozialstaats

Das Ende des Sozialstaats

Das Ende des Sozialstaats

Rationalität des Protests gegen Immigration

Rationalität des Protests gegen Immigration

Rationalitét des Protests gegen Immigration

NARRATIVE ZUR LEGITIMATION

NARRATIVE ZUR LEGITIMATION

NARRATIVE ZUR LEGITIMATION

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5.

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Das Flüchtlings-Narrativ

Das Flüchtlings-Narrativ

Das Fliichtlings-Narrativ

Das demographische Narrativ

Das demographische Narrativ

Das demographische Narrativ

Das Arbeitsmarkt- und Fachkräftemangel-Narrativ

Das Arbeitsmarkt- und Fachkräftemangel-Narrativ

Das Arbeitsmarkt- und Fachkréifteman el-Narrativ

Das Multi-Kulti-Narrativ: Innovation

Das Multi-Kulti-Narrativ: Innovation

Das Multi-Kulti-Narrativ: Innovation

Das Multi-Kulti-Narrativ: Buntheit und Abenteuer

Das Multi-Kulti-Narrativ: Buntheit und Abenteuer

Das Multi-Kulti-Narrativ: Buntheit und Abenteuer

MOTIVE DER AKTEURE

MOTIVE DER AKTEURE

MOTIVE DER AKTEURE

1.

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Gesinnungsethik und die Folgen

Gesinnungsethik und die Folgen

Gesinnungsethik und die Folgen

a)

a)

a)

Empirische Moral und normative Ethik

Empirische Moral und normative Ethik

Empirische Moral und normative Ethik

b)

b)

b)

Die Gleichheitsreligion

Die Gleichheitsreligion

Die Gleichheitsreligion

c)

c)

(2) Die Politik des Verschwindens

Die Politik des Verschwindens

Die Politik des Verschwindens

Demokratie oder Technokratie

Demokratie oder Technokratie

Demokratie oder Technokratie

Rechtsstaat oder multitribale Gesellschaft

Rechtsstaat oder multitribale Gesellschaft

Rechtsstaat oder multitribale Gesellschaft

DIE LÄNGERE HISTORISCHE PERSPEKTIVE

DIE LÄNGERE HISTORISCHE PERSPEKTIVE

DIE LANGERE HISTORISCHE PERSPEKHVE

VORWORT

VORWORT

VO RWO RT

Als Rolf Peter Sieferle seinen Freunden in den Sommermonaten 2016 im intensiven

Als Rolf Peter Sieferle seinen Freunden in den Sommermonaten 2016 im intensiven

Als Rolf Peter Sieferle seinen Freunden in den Sommermonaten 2016 im intensiven

Briefwechsel seine Ansichten zur gegenwärtigen Migrationskrise tranchenweise zur

Briefwechsel seine Ansichten zur gegenwärtigen Migrationskrise tranchenweise zur

Briefwechsel seine Ansichten zur gegenwartigen Migrationskrise tranchenweise zur

Kommentierung und Diskussion zusandte, konnte keiner von uns erahnen, daß daraus

Kommentierung und Diskussion zusandte, konnte keiner von uns erahnen, daß daraus

Kommentierung und Diskussion zusandte, konnte keiner von uns erahnen, dafS daraus

in Kürze seine letzte Studie zur Lage und Zukunft unserer Nation hervorgehen sollte.

in Kürze seine letzte Studie zur Lage und Zukunft unserer Nation hervorgehen sollte.

in Kurze seine letzte Studie zur Lage und Zukunft unserer Nation hervorgehen sollte.

Dann, im September 2015, als eine gesinnungsethisch hochfliegende Kanzlerin in

Dann, im September 2015, als eine gesinnungsethisch hochfliegende Kanzlerin in

Dann, im September 2015, als eine gesinnungsethisch hochfliegende Kanzlerin in

fraudem legis* eine entgrenzte Willkommenskultur für »Flüchtlinge« verkündete und

fraudem legis* eine entgrenzte Willkommenskultur für »Flüchtlinge« verkündete und

fraudem legisf eine entgrenzte Willkommenskultur fiir >>Fluchtlinge<< verkundete und

sich in einem ersten Ansturm weit über eine Million Zuwanderer, überwiegend

sich in einem ersten Ansturm weit über eine Million Zuwanderer, überwiegend

sich in einem ersten Ansturm weit iiber eine Million Zuwanderer, uberwiegend

unausgebildete und kaum des Lesens und Schreibens kundige junge Muslime, in unser

unausgebildete und kaum des Lesens und Schreibens kundige junge Muslime, in unser

unausgebildete und kaum des Lesens und Schreibens kundige junge Muslime, in unser

Land ergossen, mußte ihm dies wie ein bekanntes, wie im Zeitraffermodus ablaufendes

Land ergossen, mußte ihm dies wie ein bekanntes, wie im Zeitraffermodus ablaufendes

Land ergossen, mu te ihm dies Wie ein bekanntes, Wie im Zeitraffermodus ablaufendes

Migrationsszenarium vorkommen. Die zeitgleich massiv einsetzende politisch-mediale

Migrationsszenarium vorkommen. Die zeitgleich massiv einsetzende politisch-mediale

Migrationsszenarium vorkommen. Die zeitgleich massiV einsetzende politisch-mediale

Propaganda, komponiert aus Pseudo-Events, irreführenden Pars-pro-toto-Bildern von

Propaganda, komponiert aus Pseudo-Events, irreführenden Pars-pro-toto-Bildern von

Propaganda, komponiert aus Pseudo-Events, irreihrenden Pars-pro-toto-Bildern von

vereinzelt

vereinzelt

vereinzelt

auftretenden

auftretenden

auftretenden Miittern

Müttern

Müttern

und

und

und Kindern

Kindern

Kindern

mit

mit

mit

Anspruch

Anspruch

Anspruch auf Mitleid,

auf

auf

Mitleid,

Mitleid,

konfektionierten Statistiken und insgesamt lückenhafter Berichterstattung, sollte in der

konfektionierten Statistiken und insgesamt lückenhafter Berichterstattung, sollte in der

konfektionierten Statistiken und insgesamt liickenhafter Berichterstattung, sollte in der

Bevölkerung die Illusion hervorrufen, die Politik sei jederzeit Herr der Lage und diene

Bevölkerung die Illusion hervorrufen, die Politik sei jederzeit Herr der Lage und diene

Bevolkerung die Illusion hervorrufen, die Politik sei jederzeit Herr der Lage und diene

im Sinne Deutschlands einer groen humanitaren Aufgabe. Die dabei zu

im

im

Sinne

Sinne

einer

einer

Die

Die

zu

zu

Deutschlands

Deutschlands

großen

großen

humanitären

humanitären

Aufgabe.

Aufgabe.

dabei

dabei

beobachtenden Facetten obrigkeitlicher und medialer Dreistigkeit, vor allem

beobachtenden Facetten obrigkeitlicher und medialer Dreistigkeit, vor allem

beobachtenden Facetten obrigkeitlicher und medialer Dreistigkeit, vor allem die

die

die

demagogischen

demagogischen

demagogischen Verrenkungen, wurden zu einem unserer kommunikativen

zu

zu

einem

einem

unserer

unserer

Verrenkungen,

Verrenkungen,

wurden

wurden

kommunikativen

kommunikativen

Dauerthemen.

Dauerthemen.

Dauerthemen.

Bereits in seinem zeitkritischen opus magnum mit dem Titel Epochenwechsel – Die

Bereits in seinem zeitkritischen opus magnum mit dem Titel Epochenwechsel – Die

Bereits in seinem zeitkritischen opus magnum mit dem Titel Epochenwechsel — Die

Deutschen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert (Propyläen 1994), einem geradezu

Deutschen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert (Propyläen 1994), einem geradezu

Deutschen an der Schwelle zum 21. jahrhundert (Propylaen 1994), einem geradezu

prophetischen

prophetischen

prophetischen Werk, beschrieb Rolf Peter Sieferle den >>Nationalstaat in der

Peter

Peter

in

in

Werk,

Werk,

beschrieb

beschrieb

Rolf

Rolf

Sieferle

Sieferle

den

den

»Nationalstaat

»Nationalstaat

der

der

Verteidigung«, als in seiner Existenz akut bedroht von den Kräften der »ökonomischen

Verteidigung«, als in seiner Existenz akut bedroht von den Kräften der »ökonomischen

Verteidigung<<, als in seiner Existenz akut bedroht von den Kraften der >>okonomischen

Universalisierung« und des »humanitären Universalismus« als globalistischer Skylla und

Universalisierung« und des »humanitären Universalismus« als globalistischer Skylla und

Universalisierung<< und des >>humanitaren Universalismus<< als globalistischer Skylla und

Charybdis.

Charybdis.

Charybdis. Die aus der gegenw'artigen akuten Krise sich abzeichnenden

Die

Die

aus

aus

gegenwärtigen

gegenwärtigen

Krise

Krise

der

der

akuten

akuten

sich

sich

abzeichnenden

abzeichnenden

massenmigratorischen

massenmigratorischen

massenmigratorischen Folgen fur Europa und Deutschland, ihre autochthone

Europa

Europa

Folgen

Folgen

für

für

und

und

Deutschland,

Deutschland,

ihre

ihre

autochthone

autochthone

Gesellschaft und die Reste ihrer identitären Kultur, veranlaßten ihn erneut zu einer

Gesellschaft und die Reste ihrer identitären Kultur, veranlaßten ihn erneut zu einer

Gesellschaft und die Reste ihrer identitaren Kultur, veranlafSten ihn erneut zu einer

gründlichen Beschäftigung mit dem Thema.

gründlichen Beschäftigung mit dem Thema.

grundlichen Beschaftigung mit dem Thema.

Da rasch klar war, daß das eigentliche Motiv der meisten Zuwanderer wie eh und je

Da rasch klar war, daß das eigentliche Motiv der meisten Zuwanderer wie eh und je

Da rasch klar war, dadas eigentliche MotiV der meisten Zuwanderer Wie eh und je

zuallererst in der Suche nach besseren Lebenschancen und nicht etwa in bitterer Armut

zuallererst in der Suche nach besseren Lebenschancen und nicht etwa in bitterer Armut

zuallererst in der Suche nach besseren Lebenschancen und nicht etwa in bitterer Armut

oder gar der asylberechtigten Flucht vor einem Kriegstheater gesucht werden mußte,

oder gar der asylberechtigten Flucht vor einem Kriegstheater gesucht werden mußte,

oder gar der asylberechtigten Flucht vor einem Kriegstheater gesucht werden mute,

drängten sich ihm zwei weitere Themenkomplexe zur näheren Untersuchung auf,

drängten sich ihm zwei weitere Themenkomplexe zur näheren Untersuchung auf,

drangten sich ihm zwei weitere Themenkomplexe zur naheren Untersuchung auf,

nämlich zunächst die verschiedenen offiziellen und migrationsindustriell gespeisten

nämlich zunächst die verschiedenen offiziellen und migrationsindustriell gespeisten

namlich zunachst die verschiedenen ofziellen und migrationsindustriell gespeisten

Legitimationsnarrative, mit denen der deutschen Bevolkerung politischmedial die

Legitimationsnarrative, mit denen der deutschen Bevölkerung politischmedial die

Legitimationsnarrative, mit denen der deutschen Bevölkerung politischmedial die

Notwendigkeit

Notwendigkeit

Notwendigkeit der Massenzuwanderung von Scheinasylanten und die Vielfaltige

von

von

der

der

Massenzuwanderung

Massenzuwanderung

Scheinasylanten

Scheinasylanten

und

und

die

die

vielfältige

vielfältige

»Bereicherung« durch sie angepriesen wurde und wird. Erwartungsgemäß hielt keines

»Bereicherung« durch sie angepriesen wurde und wird. Erwartungsgemäß hielt keines

>>Bereicherung<< durch sie angepriesen wurde und Wird. Erwartungsgemahielt keines

der fünf »Meisternarrative« einer kritischen Betrachtung

der fünf »Meisternarrative« einer kritischen Betrachtung

der inf >>Meisternarrative<< einer kritischen Betrachtung stand. Ohne Ausnahme

stand. Ohne

stand. Ohne

Ausnahme

Ausnahme

handelt

handelt

handelt es sich bei ihnen um mehr Oder weniger entstellende Manipulationen

es

es

um

um

weniger

weniger

sich

sich

bei

bei

ihnen

ihnen

mehr

mehr

oder

oder

entstellende

entstellende

Manipulationen

Manipulationen

komplexer Realitätsbestände zur Beschwörung illusionärer Gewißheiten.

komplexer Realitätsbestände zur Beschwörung illusionärer Gewißheiten.

komplexer Realitatsbestande zur Beschwérung illusionarer Gewiheiten.

Auch die immer wieder behauptete Dichotomie zwischen Globalisierungsgewinnern

Auch die immer wieder behauptete Dichotomie zwischen Globalisierungsgewinnern

Auch die immer wieder behauptete Dichotomie zwischen Globalisierungsgewinnern

und Globalisierungsverlierern, die einen scheinbar aufgeklärt-modern, gebildet und pro

und Globalisierungsverlierern, die einen scheinbar aufgeklärt-modern, gebildet und pro

und Globalisierungsverlierern, die einen scheinbar aufgekl'art-modern, gebildet und pro

domo für eine Multikulti-Gesellschaft optierend, die anderen rückwärtsgewandt, den

domo für eine Multikulti-Gesellschaft optierend, die anderen rückwärtsgewandt, den

domo fiir eine Multikulti—Gesellschaft optierend, die anderen riickw'artsgewandt, den

Unterschichten entstammend und gegen die desaströsen Folgen des Masseninflux von

Unterschichten entstammend und gegen die desaströsen Folgen des Masseninflux von

Unterschichten entstammend und gegen die desastrésen Folgen des Masseninux von

Scheinasylanten protestierend, hielt keiner näheren Betrachtung stand.

Scheinasylanten protestierend, hielt keiner näheren Betrachtung stand.

Scheinasylanten protestierend, hielt keiner naheren Betrachtung stand.

Im zweiten Schwerpunkt, wo die Motivik der politisch Verantwortlichen sowie der

Im zweiten Schwerpunkt, wo die Motivik der politisch Verantwortlichen sowie der

Im zweiten Schwerpunkt, W0 die Motivik der politisch Verantwortlichen sowie der

sie stützenden Teile der Bevölkerung freigelegt und der metapolitische Hintergrund

sie stützenden Teile der Bevölkerung freigelegt und der metapolitische Hintergrund

sie stiitzenden Teile der Bevélkerung freigelegt und der metapolitische Hintergrund

ausgeleuchtet wird, betreten wir vermintes Diskursgelände. Wir geraten in direkten

ausgeleuchtet wird, betreten wir vermintes Diskursgelände. Wir geraten in direkten

ausgeleuchtet Wird, betreten Wir vermintes Diskursgelande. Wir geraten in direkten

Kontakt

Kontakt

Kontakt mit der >>Psychopath010gie deutscher politischer Befindlichkeit<< (Botho

mit

mit

der

der

»Psychopathologie

»Psychopathologie

deutscher

deutscher

politischer

politischer

Befindlichkeit«

Befindlichkeit«

(Botho

(Botho

Strauß). Rolf Peter Sieferle bringt sie in gewohnter Weise ebenso souverän wie

Strauß). Rolf Peter Sieferle bringt sie in gewohnter Weise ebenso souverän wie

Strau). Rolf Peter Sieferle bringt sie in gewohnter Weise ebenso souveran wie

prägnant auf den Punkt.

prägnant auf den Punkt.

pragnant auf den Punkt.

Er

Er

Er

stellt

stellt

stellt

fest,

fest,

fest,

daß

daß

da

sich

sich

sich

Europa

Europa

Europa und Deutschland in

und

und

Deutschland

Deutschland

in

in

einem

einem

einem

»Prozeß

»Prozeß

>>Prozef5

der

der

der

Selbstdestruktion« befinden. Was uns auf dem Weg dorthin und am Ende erwarten

Selbstdestruktion« befinden. Was uns auf dem Weg dorthin und am Ende erwarten

Selbstdestrukti0n<< befinden. Was uns auf dem Weg dorthin und am Ende erwarten

kann, wird von ihm eingehend erwogen und beschrieben. Gunnar Heinsohn folgend,

kann, wird von ihm eingehend erwogen und beschrieben. Gunnar Heinsohn folgend,

kann, Wird von ihm eingehend erwogen und beschrieben. Gunnar Heinsohn folgend,

den er sehr schätzte, schließt er nicht aus, daß Europa und Deutschland ihren letzten

den er sehr schätzte, schließt er nicht aus, daß Europa und Deutschland ihren letzten

den er sehr sch'atzte, schlie t er nicht aus, dafS Europa und Deutschland ihren letzten

Beitrag zur

Beitrag

Beitrag

zur

zur

Weltgeschichte

Weltgeschichte

Weltgeschichte

als

als

als mahnendes Beispiel

mahnendes

mahnendes

Beispiel

Beispiel

für

für

fiir

die

die

die

verbliebenen

verbliebenen

verbliebenen

»Kompetenzfestungen« leisten werden.

»Kompetenzfestungen« leisten werden.

>>Kompetenzfestungen<< leisten werden.

Die Bundeskanzlerin hat sich entschlossen – was Sieferle bereits zu befürchten

Die Bundeskanzlerin hat sich entschlossen – was Sieferle bereits zu befürchten

Die Bundeskanzlerin hat sich entschlossen — was Sieferle bereits zu befiirchten

schien –, eine vierte Amtszeit anzustreben. Sie begründete dies unter Hinweis auf ihre

schien –, eine vierte Amtszeit anzustreben. Sie begründete dies unter Hinweis auf ihre

schien —, eine Vierte Amtszeit anzustreben. Sie begriindete dies unter Hinweis auf ihre

Gaben und Talente und in prekärem Deutsch auch damit, sie spüre, »dass ich meinem

Gaben und Talente und in prekärem Deutsch auch damit, sie spüre, »dass ich meinem

Gaben und Talente und in prekarem Deutsch auch damit, sie spiire, >>dass ich meinem

Land und meiner Partei etwas zurückgeben kann, was mir gegeben wird«. Dabei kann

Land und meiner Partei etwas zurückgeben kann, was mir gegeben wird«. Dabei kann

Land und meiner Partei etwas zuriickgeben kann, was mir gegeben wird<<. Dabei kann

es sich wahrlich nicht um viel Gutes handeln bzw. gehandelt haben. Eine Politikerin

es sich wahrlich nicht um viel Gutes handeln bzw. gehandelt haben. Eine Politikerin

es sich wahrlich nicht urn Viel Gutes handeln bzw. gehandelt haben. Eine Politikerin

empfiehlt sich für das Management einer Krise, die sie selbst maßgeblich hervorgerufen

empfiehlt sich für das Management einer Krise, die sie selbst maßgeblich hervorgerufen

empehlt sich fiir das Management einer Krise, die sie selbst mageblich hervorgerufen

hat. Bertolt Brecht und sein Herr Keuner lassen grüßen. In einem Schreiben an Michael

hat. Bertolt Brecht und sein Herr Keuner lassen grüßen. In einem Schreiben an Michael

hat. Bertolt Brecht und sein Herr Keuner lassen griien. In einem Schreiben an Michael

Klonovsky vom 26. August 2016 wies Rolf Peter Sieferle darauf hin, daß bei einer

Klonovsky vom 26. August 2016 wies Rolf Peter Sieferle darauf hin, daß bei einer

Klonovsky vom 26. August 2016 Wies Rolf Peter Sieferle darauf hin, dabei einer

Wiederwahl des Merkel-Regimes die Deutschen den Tatbestand der Kollektivschuld für

Wiederwahl des Merkel-Regimes die Deutschen den Tatbestand der Kollektivschuld für

Wiederwahl des Merkel-Regimes die Deutschen den Tatbestand der Kollektivschuld ir

die Destabilisierung Europas erfüllen würden.

die Destabilisierung Europas erfüllen würden.

die Destabilisierung Europas erfiillen wiirden.

Was seine Studie aus der Vielzahl der bereits zum Thema erschienenen deutlich

Was seine Studie aus der Vielzahl der bereits zum Thema erschienenen deutlich

Was seine Studie aus der Vielzahl der bereits zum Thema erschienenen deutlich

hervorhebt,

hervorhebt,

hervorhebt,

ist

ist

ist

dem

dem

dem

Glücksfall

Glücksfall

Gliicksfall geschuldet, da

geschuldet,

geschuldet,

daß

daß

er

er

er

als

als

als Historiker

Historiker

Historiker

und

und

und

Sozialwissenschaftler auf zwei gleichlangen disziplinaren Beinen unterwegs war und

Sozialwissenschaftler auf zwei gleichlangen disziplinären Beinen unterwegs war und

Sozialwissenschaftler auf zwei gleichlangen disziplinären Beinen unterwegs war und

damit der Migrationskrise nicht nur Struktur verlieh, sondern zugleich ein profundes

damit der Migrationskrise nicht nur Struktur verlieh, sondern zugleich ein profundes

damit der Migrationskrise nicht nur Struktur verlieh, sondern zugleich ein profundes

historisches Fundament. Bei alledem blieb er ungeachtet seines leidenschaftlichen

historisches Fundament. Bei alledem blieb er ungeachtet seines leidenschaftlichen

historisches Fundament. Bei alledem blieb er ungeachtet seines leidenschaftlichen

Interesses, mit dem er das Geschehen verfolgte, stets seiner Rolle als »neutraler

Interesses, mit dem er das Geschehen verfolgte, stets seiner Rolle als »neutraler

Interesses, mit dem er das Geschehen verfolgte, stets seiner Rolle als >>neutraler

Beobachter« und dem selbstgewählten Motto aus Spinozas Tractatus Philosophicus

Beobachter« und dem selbstgewählten Motto aus Spinozas Tractatus Philosophicus

Beobachter<< und dem selbstgewéihlten Motto aus Spinozas Tractatus Philosophicus

treu, dem »non ridere, neque lugere neque destari, sed intellegere«**. All diese

treu, dem »non ridere, neque lugere neque destari, sed intellegere«**. All diese

treu, dem >>non ridere, neque lugere neque destari, sed intellegere<<j All diese

Eigenschaften sind es, die seiner Argumentation in ihrer Klarheit und Schlüssigkeit eine

Eigenschaften sind es, die seiner Argumentation in ihrer Klarheit und Schlüssigkeit eine

Eigenschaften sind es, die seiner Argumentation in ihrer Klarheit und Schliissigkeit eine

geradezu zwingende Überzeugungskraft verleihen.

geradezu zwingende Überzeugungskraft verleihen.

geradezu zwingende Uberzeugungskraft verleihen.

In Stellvertretung von Rolf Peter Sieferles engen Freunden Hans-Jürgen van de Laar,

In Stellvertretung von Rolf Peter Sieferles engen Freunden Hans-Jürgen van de Laar,

In Stellvertretung von Rolf Peter Sieferles engen Freunden Hans-j rgen van de Laar,

Kurt Möser und Thomas Muhs

Kurt Möser und Thomas Muhs

Kurt Méser and Thomas Muhs

Raimund Th. Kolb am 27. November 2016

Raimund Th. Kolb am 27. November 2016

Raimund Th. Kolb am 27. November 2016

MIGRATIONSURSACHEN

MIGRATIONSURSACHEN

MIGRATIONSURSACHEN

Zur Zeit überschwemmt eine Migrationswelle von präzedenzlosem Umfang Europa.

Zur Zeit überschwemmt eine Migrationswelle von präzedenzlosem Umfang Europa.

Zur Zeit iiberschwemmt eine Migrationswelle von prazedenzlosem Umfang Europa.

Millionen von Menschen machen sich von der Peripherie auf, um in das gelobte Land

Millionen von Menschen machen sich von der Peripherie auf, um in das gelobte Land

Millionen von Menschen machen sich von der Peripherie auf, urn in das gelobte Land

zu gelangen. Europa ist von kollabierenden Staaten und von Gebieten mit geringem

zu gelangen. Europa ist von kollabierenden Staaten und von Gebieten mit geringem

zu gelangen. Europa ist von kollabierenden Staaten und von Gebieten mit geringem

Hoffnungspotential umgeben. Die Bevölkerung Afrikas, die zur Zeit noch etwa eine

Hoffnungspotential umgeben. Die Bevölkerung Afrikas, die zur Zeit noch etwa eine

Hoffnungspotential umgeben. Die Bevélkerung Afrikas, die zur Zeit noch etwa eine

Milliarde beträgt, wächst jährlich um etwa 3 %, also um 30 Millionen, von denen sich

Milliarde beträgt, wächst jährlich um etwa 3 %, also um 30 Millionen, von denen sich

Milliarde betragt, wachst jahrlich um etwa 3 %, also um 30 Millionen, von denen sich

einige Millionen jährlich auf den Weg in ein erhofftes besseres Leben machen. Wenn es

einige Millionen jährlich auf den Weg in ein erhofftes besseres Leben machen. Wenn es

einige Millionen jahrlich auf den Weg in ein erhofftes besseres Leben machen. Wenn es

nur 10 % des Zuwachses sind, so sind dies bereits 3 Millionen im Jahr. Hinzu kommen

nur 10 % des Zuwachses sind, so sind dies bereits 3 Millionen im Jahr. Hinzu kommen

nur 10 % des Zuwachses sind, so sind dies bereits 3 Millionen im Jahr. Hinzu kommen

Migrationen aus den Bürgerkriegsgebieten des Nahen Ostens sowie aus weiteren Teilen

Migrationen aus den Bürgerkriegsgebieten des Nahen Ostens sowie aus weiteren Teilen

Migrationen aus den Biirgerkriegsgebieten des Nahen Ostens sowie aus weiteren Teilen

Süd-

Süd-

Siid- und Westasiens, bis Bangladesch. Teile

und

und

Westasiens,

Westasiens,

bis

bis

Bangladesch.

Bangladesch.

Teile

Teile

der

der

der Barrieren, die

Barrieren,

Barrieren,

die

die

früher

früher

friiher diese

diese

diese

Wanderungen aufgehalten haben, sind verschwunden. Allein in Libyen sollen etwa eine

Wanderungen aufgehalten haben, sind verschwunden. Allein in Libyen sollen etwa eine

Wanderungen aufgehalten haben, sind verschwunden. Allein in Libyen sollen etwa eine

Million Migranten darauf warten, einen Platz in einem der Boote zu finden, die sie auf

Million Migranten darauf warten, einen Platz in einem der Boote zu finden, die sie auf

Million Migranten darauf warten, einen Platz in einem der Boote zu finden, die sie auf

den gefährlichen Weg über das Mittelmeer bringen.

den gefährlichen Weg über das Mittelmeer bringen.

den gefahrlichen Weg iiber das Mittelmeer bringen.

Nach Angaben der UN ist in den nächsten Jahrzehnten mit der folgenden globalen

Nach Angaben der UN ist in den nächsten Jahrzehnten mit der folgenden globalen

Nach Angaben der UN ist in den nachsten Jahrzehnten mit der folgenden globalen

demographischen Entwicklung zu rechnen:

demographischen Entwicklung zu rechnen:

demographischen Entwicklung zu rechnen:

Mittlere Schlitzungen der Bev fi lkerungszahlen weltweit Und il'l einzelnen Grn fl r fi umen
Mittlere Schlitzungen der Bev fi lkerungszahlen weltweit
Und il'l einzelnen Grn fl r fi umen
Be-«olkemng [i n Millicme n]
Groflraum
2015
2030
2050
21130
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Die Bevölkerung Europas wird also (ceteris paribus) zwischen heute und 2050 um

Die Bevölkerung Europas wird also (ceteris paribus) zwischen heute und 2050 um

Die BeVolkerung Europas Wird also (ceteris paribus) zwischen heute und 2050 um

Millionen schrumpfen. Im Jahr 2100 wird der Anteil der europäischen Bevölkerung

Millionen schrumpfen. Im Jahr 2100 wird der Anteil der europäischen Bevölkerung

31 Millionen schrumpfen. Im Jahr 2100 wird der Anteil der europaischen BeVolkerung

31

31

an der Weltbevölkerung nur noch 5,7 % betragen. In Afrika dagegen wird sich die

an der Weltbevölkerung nur noch 5,7 % betragen. In Afrika dagegen wird sich die

an der Weltbevolkerung nur noch 5,7 % betragen. In Afrika dagegen Wird sich die

Bevölkerung bis 2050 verdoppeln, und dieses Wachstum wird sich bis Ende des

Bevölkerung bis 2050 verdoppeln, und dieses Wachstum wird sich bis Ende des

Bevolkerung bis 2050 verdoppeln, und dieses Wachstum Wird sich bis Ende des

Jahrhunderts wiederholen. Ihr Anteil an der Weltbevölkerung wird von 16 % auf rund

Jahrhunderts wiederholen. Ihr Anteil an der Weltbevölkerung wird von 16 % auf rund

Jahrhunderts wiederholen. Ihr Anteil an der Weltbevolkerung Wird von 16 % auf rund

% ansteigen.

% ansteigen.

40 % ansteigen.

40

40

Ein Viertel der BeVolkerung Europas ist heute alter als 60, Wahrend dies in Afrika nur

Ein Viertel der Bevölkerung Europas ist heute älter als 60, während dies in Afrika nur

Ein Viertel der Bevölkerung Europas ist heute älter als 60, während dies in Afrika nur

auf

auf

auf 5 % zutrifft. 41 % der Afrikaner sind junger als 15 Jahre. Die muslimische

5

5

%

%

zutrifft. 41 %

zutrifft. 41 %

der Afrikaner sind jünger als 15 Jahre. Die

der Afrikaner sind jünger als 15 Jahre. Die

muslimische

muslimische

Bevölkerung Nordafrikas wird in den nächsten 35 Jahren um 130 Millionen wachsen.

Bevölkerung Nordafrikas wird in den nächsten 35 Jahren um 130 Millionen wachsen.

Bevolkerung Nordafrikas Wird in den nachsten 35 Jahren urn 130 Millionen wachsen.

Allein

Allein

Allein

Ägypten

Ägypten

in Agypten

in

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wird

wird

wird

der

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Zuwachs

Zuwachs

60 Millionen betragen,

60

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Millionen

Millionen

betragen,

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bei

bei

bei

einer

einer

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Gesamtbevölkerung von 151 Millionen im Jahr 2050. Dennoch wird Ägypten dann erst

Gesamtbevölkerung von 151 Millionen im Jahr 2050. Dennoch wird Ägypten dann erst

Gesamtbevolkerung von 151 Millionen im Jahr 2050. Dennoch Wird Agypten dann erst

die fünftgrößte muslimische Bevölkerung in der Welt besitzen, nach Indonesien,

die fünftgrößte muslimische Bevölkerung in der Welt besitzen, nach Indonesien,

die fiinftgro te muslimische Bevolkerung in der Welt besitzen, nach Indonesian,

Pakistan, Bangladesch und Indien.

Pakistan, Bangladesch und Indien.

Pakistan, Bangladesch und Indien.

Der relative (oder gar absolute) Bevölkerungsrückgang betrifft nicht nur Europa,

Der relative (oder gar absolute) Bevölkerungsrückgang betrifft nicht nur Europa,

Der relative (oder gar absolute) BeVolkerungsriickgang betrifft nicht nur Europa,

sondern

sondern

sondern auch Japan. Bis 2050 Wird Japan 19 Millionen verlieren und seine

2050

2050

19

19

auch

auch

Japan.

Japan.

Bis

Bis

wird

wird

Japan

Japan

Millionen

Millionen

verlieren

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und

und

seine

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Gesamtbevölkerung wird auf 107 Millionen zurückgehen. Schon jetzt ist ein Drittel der

Gesamtbevölkerung wird auf 107 Millionen zurückgehen. Schon jetzt ist ein Drittel der

Gesamtbevolkerung wird auf 107 Millionen zuriickgehen. Schon jetzt ist ein Drittel der

Bevölkerung älter als 60 und nur ein Siebtel der Bevölkerung ist jünger als 16 Jahre.

Bevölkerung älter als 60 und nur ein Siebtel der Bevölkerung ist jünger als 16 Jahre.

Bevolkerung alter als 60 und nur ein Siebtel der Bevolkerung ist jiinger als 16 Jahre.

Wir haben hier offenbar eine Entwicklung von prinzipieller Bedeutung vor uns: Die

Wir haben hier offenbar eine Entwicklung von prinzipieller Bedeutung vor uns: Die

Wir haben hier offenbar eine Entwicklung von prinzipieller Bedeutung vor uns: Die

Bevölkerungen in den reifen Industrieländern werden älter und schrumpfen quantitativ,

Bevölkerungen in den reifen Industrieländern werden älter und schrumpfen quantitativ,

Bevolkerungen in den reifen Industrielandern werden alter und schrumpfen quantitativ,

während es in den Entwicklungsländern ein drastisches Bevölkerungswachstum gibt.

während es in den Entwicklungsländern ein drastisches Bevölkerungswachstum gibt.

Wahrend es in den Entwicklungslandern ein drastisches Bevolkerungswachstum gibt.

Zwischen diesen beiden Prozessen besteht allerdings kein kausaler Zusammenhang: Die

Zwischen diesen beiden Prozessen besteht allerdings kein kausaler Zusammenhang: Die

Zwischen diesen beiden Prozessen besteht allerdings kein kausaler Zusammenhang: Die

Bevölkerung in der Dritten Welt wächst nicht etwa, weil sie in den entwickelten

Bevölkerung in der Dritten Welt wächst nicht etwa, weil sie in den entwickelten

Bevolkerung in der Dritten Welt Wachst nicht etwa, weil sie in den entwickelten

Ländern

Ländern

Landern zuriickgeht, sondern es handelt sich hierbei urn Epiphanomene des

es

es

um

um

zurückgeht,

zurückgeht,

sondern

sondern

handelt

handelt

sich

sich

hierbei

hierbei

Epiphänomene

Epiphänomene

des

des

umfassenderen

umfassenderen

umfassenderen Komplexes der industriellen Transformation, die eben auch mit

Komplexes

Komplexes

der

der

industriellen

industriellen

Transformation,

Transformation,

die

die

eben

eben

auch

auch

mit

mit

demographischen Effekten verbunden ist.

demographischen Effekten verbunden ist.

demographischen Effekten verbunden ist.

Die Migration der wachsenden Bevölkerung in den Ländern der Dritten Welt nach

Die Migration der wachsenden Bevölkerung in den Ländern der Dritten Welt nach

Die Migration der wachsenden Bevolkerung in den Landern der Dritten Welt nach

Europa findet keineswegs aus dem Grunde statt, weil die Bevölkerung in den reichen

Europa findet keineswegs aus dem Grunde statt, weil die Bevölkerung in den reichen

Europa ndet keineswegs aus dem Grunde statt, weil die Bevolkerung in den reichen

Ländern stagniert oder zurückgeht. Die Migranten stoßen nicht in »leere Räume« vor,

Ländern stagniert oder zurückgeht. Die Migranten stoßen nicht in »leere Räume« vor,

Landern stagniert oder zuruckgeht. Die Migranten stoen nicht in >>leere Raume<< vor,

wie dies etwa bei der europäischen Migration nach Amerika der Fall war. Die globale

wie dies etwa bei der europäischen Migration nach Amerika der Fall war. Die globale

Wie dies etwa bei der europaischen Migration nach Amerika der Fall war. Die globale

Bevölkerungsdichte beträgt heute etwa 54 Personen pro km . In Japan beträgt sie 335,

Bevölkerungsdichte beträgt heute etwa 54 Personen pro km . In Japan beträgt sie 335,

Bevolkerungsdichte betragt heute etwa 54 Personen pro kmz. In Japan betragt sie 335,

2 2

in Deutschland 228, in Syrien 115, in Afghanistan 39, in Nigeria 193 und in Äthiopien

in Deutschland 228, in Syrien 115, in Afghanistan 39, in Nigeria 193 und in Äthiopien

in Deutschland 228, in Syrien 115, in Afghanistan 39, in Nigeria 193 und in Athiopien

83 Personen pro kmz. Insgesamt hat das subsaharische Afrika eine Bevolkerungsdichte

83

83

Personen pro km . Insgesamt hat das subsaharische Afrika eine Bevölkerungsdichte

Personen pro km . Insgesamt hat das subsaharische Afrika eine Bevölkerungsdichte

2 2

von 80 Personen pro km , im Vergleich zu Europa (EU) mit 117 Personen pro km

von 80 Personen pro km , im Vergleich zu Europa (EU) mit 117 Personen pro km

von 80 Personen pro kmz, im Vergleich zu Europa (EU) mit 117 Personen pro kmz.

2 2

2 2

Es wandern also Menschen aus dünnbesiedelten in dichter besiedelte Räume. Dies ist

Es wandern also Menschen aus dünnbesiedelten in dichter besiedelte Räume. Dies ist

Es wandern also Menschen aus diinnbesiedelten in dichter besiedelte Raurne. Dies ist

unter industriegesellschaftlichen Bedingungen auch nicht anders zu erwarten. Im

unter industriegesellschaftlichen Bedingungen auch nicht anders zu erwarten. Im

unter industriegesellschaftlichen Bedingungen auch nicht anders zu erwarten. Im

Gegensatz zu Bauern, die nach Land suchen und deshalb in »leere« Räume einströmen,

Gegensatz zu Bauern, die nach Land suchen und deshalb in »leere« Räume einströmen,

Gegensatz zu Bauern, die nach Land suchen und deshalb in >>leere<< Raume einstromen,

suchen die heutigen Migranten Chancen in komplexen, arbeitsteiligen Gesellschaften,

suchen die heutigen Migranten Chancen in komplexen, arbeitsteiligen Gesellschaften,

suchen die heutigen Migranten Chancen in komplexen, arbeitsteiligen Gesellschaften,

die sich von der Fläche emanzipiert haben.

die sich von der Fläche emanzipiert haben.

die sich von der Flache emanzipiert haben.

Woher kommt der aktuelle Migrationsdruck? Diese Frage kann mit einem Blick auf

Woher kommt der aktuelle Migrationsdruck? Diese Frage kann mit einem Blick auf

Woher kommt der aktuelle Migrationsdruck? Diese Frage kann mit einem Blick auf

die Entwicklung des relativen Wohlstands im globalen Rahmen beantwortet werden.

die Entwicklung des relativen Wohlstands im globalen Rahmen beantwortet werden.

die Entwicklung des relativen Wohlstands im globalen Rahmen beantwortet werden.

Nach einer Untersuchung von François Bourguignon

Nach einer Untersuchung von François Bourguignon

Nach einer Untersuchung von Frangois Bourguignonl ist der Einkommensunterschied

1 1

ist der Einkommensunterschied

ist der Einkommensunterschied

zwischen verschiedenen Landern seit dem friihen 19. Jahrhundert drastisch gestiegen.

zwischen verschiedenen Ländern seit dem frühen 19. Jahrhundert drastisch gestiegen.

zwischen verschiedenen Ländern seit dem frühen 19. Jahrhundert drastisch gestiegen.

Nach 1980 hat er seinen Höhepunkt erreicht, und seitdem geht er wieder zurück. Heute

Nach 1980 hat er seinen Höhepunkt erreicht, und seitdem geht er wieder zurück. Heute

Nach 1980 hat er seinen Hohepunkt erreicht, und seitdem geht er wieder zuriick. Heute

liegt er etwa wieder auf dem Niveau von 1900. Das 20. Jahrhundert war also eine Ära

liegt er etwa wieder auf dem Niveau von 1900. Das 20. Jahrhundert war also eine Ära

liegt er etwa wieder auf dem Niveau von 1900. Das 20. Jahrhundert war also eine Ara

der wachsenden Ungleichheit zwischen den Weltregionen, und diese Differenz wird

der wachsenden Ungleichheit zwischen den Weltregionen, und diese Differenz wird

der wachsenden Ungleichheit zwischen den Weltregionen, und diese Differenz wird

heute im Zeitalter der Globalisierung ziemlich rasch wieder abgebaut.

heute im Zeitalter der Globalisierung ziemlich rasch wieder abgebaut.

heute im Zeitalter der Globalisierung ziemlich rasch Wieder abgebaut.

Die Ungleichheit zwischen den Staaten wircl geringer Elnkumn'mnsurtL-rsmicdc In Cir*=-Pu-iktcn' Die Ungleicwheit
Die Ungleichheit zwischen den Staaten wircl geringer
Elnkumn'mnsurtL-rsmicdc In Cir*=-Pu-iktcn'
Die Ungleicwheit lat seiL 1990 so atrk‘ aurickgege-igen,
me sic seit 19313 Eugenm‘m'ncn hate.
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C—nr-Kc-‘eFF-ezrent: J9 ‘IO'IE‘F clier W's-rt. ales-.0 U139- :1er
di
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Der wirkliche

Der wirkliche

Der wirkliche Grund fiir die Migration ist also nicht etwa die Armut in den

Migration ist

Migration ist

etwa

etwa

Armut

Armut

Grund

Grund

für die

für die

also

also

nicht

nicht

die

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in den

in den

Herkunftsgebieten, sondern es verhält sich genau umgekehrt. Da die Differenz im

Herkunftsgebieten, sondern es verhält sich genau umgekehrt. Da die Differenz im

Herkunftsgebieten, sondern es verhalt sich genau umgekehrt. Da die Differenz im

Lebensstandard zwischen den Regionen der Welt seit 1990 abgenommen hat, bedeutet

Lebensstandard zwischen den Regionen der Welt seit 1990 abgenommen hat, bedeutet

Lebensstandard zwischen den Regionen der Welt seit 1990 abgenommen hat, bedeutet

dies, daß immer mehr Menschen in die Lage versetzt werden, sich zu informieren und

dies, daß immer mehr Menschen in die Lage versetzt werden, sich zu informieren und

dies, dafS immer mehr Menschen in die Lage versetzt werden, sich zu informieren und

eine Entscheidung für die Migration zu treffen, deren Kosten tragbar werden. Es ist also

eine Entscheidung für die Migration zu treffen, deren Kosten tragbar werden. Es ist also

eine Entscheidung fiir die Migration zu treffen, deren Kosten tragbar werden. Es ist also

die Zunahme des relativen Wohlstands, die in den letzten Jahren eine Massenmigration

die Zunahme des relativen Wohlstands, die in den letzten Jahren eine Massenmigration

die Zunahme des relativen Wohlstands, die in den letzten Jahren eine Massenmigration

eingeleitet hat. Zuvor waren es eher die Angehörigen der (gut ausgebildeten) Eliten,

eingeleitet hat. Zuvor waren es eher die Angehörigen der (gut ausgebildeten) Eliten,

eingeleitet hat. Zuvor waren es eher die Angehorigen der (gut ausgebildeten) Eliten,

die in die Industrieländer migriert sind, jetzt ist es tendenziell jeder, der sich ein

die in die Industrieländer migriert sind, jetzt ist es tendenziell jeder, der sich ein

die in die Industrielander migriert sind, jetzt ist es tendenziell jeder, der sich ein

Mobiltelefon leisten kann.

Mobiltelefon leisten kann.

Mobiltelefon leisten kann.

Die Kommunikations- und Reisekosten sind stark gefallen, so daß für immer mehr

Die Kommunikations- und Reisekosten sind stark gefallen, so daß für immer mehr

Die Kommunikations- und Reisekosten sind stark gefallen, so dafiir immer mehr

Menschen die Migration in Frage kommt. Ein weiterer Hintergrund ist die Differenz

Menschen die Migration in Frage kommt. Ein weiterer Hintergrund ist die Differenz

Menschen die Migration in Frage kommt. Ein weiterer Hintergrund ist die Differenz

des

des

des Reproduktionsverhaltens. In den reichen Landern nahert man sich einem

In

In

man

man

einem

einem

Reproduktionsverhaltens.

Reproduktionsverhaltens.

den

den

reichen

reichen

Ländern

Ländern

nähert

nähert

sich

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stationären Bevölkerungsaufbau, während in den Entwicklungsländern noch immer

stationären Bevölkerungsaufbau, während in den Entwicklungsländern noch immer

stationaren BeVolkerungsaufbau, Wahrend in den Entwicklungslandern noch immer

eine demographische Struktur vorherrschend ist, bei der eine verringerte Sterblichkeit

eine demographische Struktur vorherrschend ist, bei der eine verringerte Sterblichkeit

eine demographische Struktur vorherrschend ist, bei der eine verringerte Sterblichkeit

zu drastischem Bevölkerungswachstum führt. Zugleich findet in den Herkunftsländern

zu drastischem Bevölkerungswachstum führt. Zugleich findet in den Herkunftsländern

zu drastischem BeVolkerungswachstum fiihrt. Zugleich findet in den Herkunftslandern

eine ökonomische Entwicklung statt, die mit starken Erwartungen verbunden ist.

eine ökonomische Entwicklung statt, die mit starken Erwartungen verbunden ist.

eine 6konomische Entwicklung statt, die mit starken Erwartungen verbunden ist.

Solange die Menschen in den überkommenen agrargesellschaftlichen Umständen leben,

Solange die Menschen in den überkommenen agrargesellschaftlichen Umständen leben,

Solange die Menschen in den iiberkommenen agrargesellschaftlichen Umstanden leben,

sind sie zwar arm, doch benden sie sich in einem gewissen Gleichgewicht der

sind sie zwar arm, doch befinden sie sich in einem gewissen Gleichgewicht der

sind sie zwar arm, doch befinden sie sich in einem gewissen Gleichgewicht der

Erwartung. Die Armut gehört gewissermaßen zum Weltzustand, an ihr kann eigentlich

Erwartung. Die Armut gehört gewissermaßen zum Weltzustand, an ihr kann eigentlich

Erwartung. Die Armut gehort gewissermaen zum Weltzustand, an ihr kann eigentlich

nicht gerüttelt werden. Zwar gibt es enorme Unterschiede zwischen arm und reich,

nicht gerüttelt werden. Zwar gibt es enorme Unterschiede zwischen arm und reich,

nicht geriittelt werden. Zwar gibt es enorme Unterschiede zwischen arm und reich,

doch befinden sich diese in unterschiedlichen sozialen Kategorien. Der arme Bauer

doch befinden sich diese in unterschiedlichen sozialen Kategorien. Der arme Bauer

doch befinden sich diese in unterschiedlichen sozialen Kategorien. Der arme Bauer

vergleicht sich vielleicht mit seinem Nachbarn, nicht aber mit dem Fürsten.

vergleicht sich vielleicht mit seinem Nachbarn, nicht aber mit dem Fürsten.

vergleicht sich Vielleicht mit seinem Nachbarn, nicht aber mit dem Fursten.

Diese gleichgewichtige Situation ändert sich durch die Industrialisierung. Jetzt gibt es

Diese gleichgewichtige Situation ändert sich durch die Industrialisierung. Jetzt gibt es

Diese gleichgewichtige Situation andert sich durch die Industrialisierung. Jetzt gibt es

neuartige Gewinner und Verlierer, und es baut sich ein Erwartungsdruck auf, der umso

neuartige Gewinner und Verlierer, und es baut sich ein Erwartungsdruck auf, der umso

neuartige Gewinner und Verlierer, und es baut sich ein Erwartungsdruck auf, der umso

höher

höher

hoher gespannt ist, je rascher die Wohlstandssteigerung

gespannt

gespannt

ist,

ist,

je

je

rascher

rascher

die

die

Wohlstandssteigerung

Wohlstandssteigerung

stattfindet.

stattfindet.

stattndet. In der

In

In

der

der

Agrargesellschaft hatte der normale Mensch kein eigenes Verkehrsmittel. In der

Agrargesellschaft hatte der normale Mensch kein eigenes Verkehrsmittel. In der

Agrargesellschaft hatte der normale Mensch kein eigenes Verkehrsmittel. In der

Industrialisierung

Industrialisierung

Industrialisierung erwirbt der eine ein Fahrrad und der andere ein Auto. Der

eine

eine

ein

ein

ein

ein

Auto.

Auto.

Der

Der

erwirbt

erwirbt

der

der

Fahrrad

Fahrrad

und

und

der

der

andere

andere

Fahrradbesitzer freut sich dann nicht so sehr darüber, sich ein Fahrrad leisten zu

Fahrradbesitzer freut sich dann nicht so sehr darüber, sich ein Fahrrad leisten zu

Fahrradbesitzer freut sich dann nicht so sehr daruber, sich ein Fahrrad leisten zu

können, sondern er ist darüber verärgert, daß es kein Auto ist. Die Unzufriedenheit

können, sondern er ist darüber verärgert, daß es kein Auto ist. Die Unzufriedenheit

konnen, sondern er ist daruber ver'argert, da es kein Auto ist. Die Unzufriedenheit

steigt also in dem Maße, wie der Wohlstand zunimmt und Menschen oder Länder ins

steigt also in dem Maße, wie der Wohlstand zunimmt und Menschen oder Länder ins

steigt also in dem Ma e, wie der Wohlstand zunimmt und Menschen oder Lander ins

Visier geraten, deren Wohlstand höher ist als der eigene.

Visier geraten, deren Wohlstand höher ist als der eigene.

Visier geraten, deren Wohlstand hoher ist als der eigene.

Wir können hier eine Parallele zur Entwicklung in Europa im 19. Jahrhundert ziehen.

Wir können hier eine Parallele zur Entwicklung in Europa im 19. Jahrhundert ziehen.

Wir k6nnen hier eine Parallele zur Entwicklung in Europa im 19. Jahrhundert Ziehen.

Die Industrialisierung erhöhte den materiellen Lebenstandard für die

Die Industrialisierung erhöhte den materiellen Lebenstandard für die

Die Industrialisierung erhohte den materiellen Lebenstandard fur die Masse der

Masse

Masse

der

der

Menschen, doch stiegen die Erwartungen einer Verbesserung des Lebensstandards

Menschen, doch stiegen die Erwartungen einer Verbesserung des Lebensstandards

Menschen, doch stiegen die Erwartungen einer Verbesserung des Lebensstandards

schneller als der Lebensstandard. Diese Spannung zwischen Erwartung und Erfahrung

schneller als der Lebensstandard. Diese Spannung zwischen Erwartung und Erfahrung

schneller als der Lebensstandard. Diese Spannung zwischen Erwartung und Erfahrung

ist aber ein Grund für Unzufriedenheit, die sich in unterschiedlicher Weise äußern kann.

ist aber ein Grund für Unzufriedenheit, die sich in unterschiedlicher Weise äußern kann.

ist aber ein Grund fur Unzufriedenheit, die sich in unterschiedlicher Weise au ern kann.

Der Soziologe James C. Davies hat schon 1962 ein einfaches Modell vorgelegt, das

Der Soziologe James C. Davies hat schon 1962 ein einfaches Modell vorgelegt, das

Der Soziologe James C. Davies hat schon 1962 ein einfaches Modell vorgelegt, das

diesen Zusammenhang illustriert.

diesen Zusammenhang illustriert.

diesen Zusammenhang illustriert?

2 2

Bed fi aisbeFriedigur-ng und Revolution try Erwnrttztn BH-Til-lrf-"ll'il'JE‘ITFiE-T'Elifiur'fi
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Dieses Modell dient der Erklärung des sozialen Protests im 19. Jahrhundert, es kann

Dieses Modell dient der Erklärung des sozialen Protests im 19. Jahrhundert, es kann

Dieses Modell dient der Erklarung des sozialen Protests im 19. Jahrhundert, es kann

aber

aber

aber generell auf die wachsende Unzufriedenheit im Zuge der wirtschaftlichen

im

im

generell

generell

auf

auf

die

die

wachsende

wachsende

Unzufriedenheit

Unzufriedenheit

Zuge

Zuge

der

der

wirtschaftlichen

wirtschaftlichen

Entwicklung angewandt werden. Entscheidend daran ist, daß die »Revolution«, die

Entwicklung angewandt werden. Entscheidend daran ist, daß die »Revolution«, die

Entwicklung angewandt werden. Entscheidend daran ist, dafS die >>Revolution<<, die

»Rebellion« oder generell der soziale

»Rebellion« oder generell der soziale

>>Rebellion<< oder generell der soziale Protest nicht etwa Ergebnis einer absolut

Protest nicht etwa Ergebnis einer absolut

Protest nicht etwa Ergebnis einer absolut

schlechten

schlechten

schlechten Lage sind (>>Armut<< oder >>Unterdruckung<<), sondern Vielmehr einer

Lage

Lage

einer

einer

sind

sind

(»Armut«

(»Armut«

oder

oder

»Unterdrückung«),

»Unterdrückung«),

sondern

sondern

vielmehr

vielmehr

wachsenden Spannung zwischen Erwartungen und Befriedigung von Erwartungen.

wachsenden Spannung zwischen Erwartungen und Befriedigung von Erwartungen.

wachsenden Spannung zwischen Erwartungen und Befriedigung von Erwartungen.

Wenn die Erwartungen steigen, das reale Befriedigungsniveau aber nicht mithält,

Wenn die Erwartungen steigen, das reale Befriedigungsniveau aber nicht mithält,

Wenn die Erwartungen steigen, das reale Befriedigungsniveau aber nicht mithalt,

entsteht Unzufriedenheit, die sich unterschiedliche Ventile suchen kann. Wir können zur

entsteht Unzufriedenheit, die sich unterschiedliche Ventile suchen kann. Wir können zur

entsteht Unzufriedenheit, die sich unterschiedliche Ventile suchen kann. Wir konnen zur

Typisierung der unterschiedlichen Antworten auf Unzufriedenheit auf das schöne

Typisierung der unterschiedlichen Antworten auf Unzufriedenheit auf das schöne

Typisierung der unterschiedlichen Antworten auf Unzufriedenheit auf das schéne

Erklärungsmodell

Erklärungsmodell

Erklarungsmodell zuruckgreifen,

zurückgreifen,

zurückgreifen,

das

das

das Albert 0. Hirschman entwickelt hat.g Er

O.

O.

Er

Er

Albert

Albert

Hirschman

Hirschman

entwickelt

entwickelt

hat.

hat. 3

3

unterscheidet zwei Reaktionsweisen auf eine unbefriedigende Lage, nämlich exit und

unterscheidet zwei Reaktionsweisen auf eine unbefriedigende Lage, nämlich exit und

unterscheidet zwei Reaktionsweisen auf eine unbefriedigende Lage, n'amlich exit und

voice, d. h. wer mit seiner Lage unzufrieden ist, kann abwandern und sich eine bessere

voice, d. h. wer mit seiner Lage unzufrieden ist, kann abwandern und sich eine bessere

voice, d. h. wer mit seiner Lage unzufrieden ist, kann abwandern und sich eine bessere

Umgebung suchen, oder aber er erhebt seine Stimme, organisiert sich und protestiert,

Umgebung suchen, oder aber er erhebt seine Stimme, organisiert sich und protestiert,

Umgebung suchen, oder aber er erhebt seine Stimme, organisiert sich und protestiert,

wodurch die Unzufriedenheit in den (politischen) Konflikt transformiert wird.

wodurch die Unzufriedenheit in den (politischen) Konflikt transformiert wird.

wodurch die Unzufriedenheit in den (politischen) Konflikt transformiert wird.

Beziehen wir dies auf die Herkunftsländer der Migranten, erhalten wir die folgenden

Beziehen wir dies auf die Herkunftsländer der Migranten, erhalten wir die folgenden

Beziehen Wir dies auf die Herkunftslander der Migranten, erhalten wir die folgenden

beiden Reaktionsmöglichkeiten auf eine unzufrieden machende Dynamisierung ihrer

beiden Reaktionsmöglichkeiten auf eine unzufrieden machende Dynamisierung ihrer

beiden Reaktionsmoglichkeiten auf eine unzufrieden machende Dynamisierung ihrer

sozialen Situation:

sozialen Situation:

sozialen Situation:

Es gibt die Wahrnehmung, daß im eigenen Land nur geringe Chancen zur Erringung

Es gibt die Wahrnehmung, daß im eigenen Land nur geringe Chancen zur Erringung

. Es gibt die Wahrnehmung, daim eigenen Land nur geringe Chancen zur Erringung

• •

des erwarteten gehobenen Lebensstandards bestehen, also versuchen viele Menschen,

des erwarteten gehobenen Lebensstandards bestehen, also versuchen viele Menschen,

des erwarteten gehobenen Lebensstandards bestehen, also versuchen Viele Menschen,

in Länder mit besseren Chancen auszuwandern (»Wirtschaftsflüchtlinge«).

in Länder mit besseren Chancen auszuwandern (»Wirtschaftsflüchtlinge«).

in Lander mit besseren Chancen auszuwandern (>>Wirtschaftsfluchtlinge<<).

• Es gibt immer mehr Konflikte um Lebenschancen, die zunehmend gewaltsam

• Es gibt immer mehr Konflikte um Lebenschancen, die zunehmend gewaltsam

. Es gibt immer mehr Konflikte urn Lebenschancen, die zunehmend gewaltsam

zwischen

zwischen

zwischen tribalen Gruppen ausgetragen werden, wodurch einzelne politisch

Gruppen

Gruppen

ausgetragen

ausgetragen

tribalen

tribalen

werden,

werden,

wodurch

wodurch

einzelne

einzelne

politisch

politisch

unterdrückt werden können (»Asylanten«) oder generell die innere Sicherheit sinkt

unterdrückt werden können (»Asylanten«) oder generell die innere Sicherheit sinkt

unterdriickt werden konnen (>>Asylanten<<) oder generell die innere Sicherheit sinkt

(»Bürgerkriegsflüchtlinge«).

(»Bürgerkriegsflüchtlinge«).

(>>Burgerkriegsfluchtlinge<<).

Man sieht also, dafS zwischen >>Wirtschaftsuchtlingen<< und >>Burgerkriegsfliichtlingem

Man sieht also, daß zwischen »Wirtschaftsflüchtlingen« und »Bürgerkriegsflüchtlingen«

Man sieht also, daß zwischen »Wirtschaftsflüchtlingen« und »Bürgerkriegsflüchtlingen«

bzw.

bzw.

bzw. >>politisch Unterdriickten<< kein prinzipieller Unterschied besteht. Die

Die

Die

»politisch

»politisch

Unterdrückten«

Unterdrückten«

kein

kein

prinzipieller

prinzipieller

Unterschied

Unterschied

besteht.

besteht.

>>Wirtschaftsfluehtlinge<< wahlen angesichts ihrer unbefriedigenden Situation das exit,

»Wirtschaftsflüchtlinge« wählen angesichts ihrer unbefriedigenden Situation das exit,

»Wirtschaftsflüchtlinge« wählen angesichts ihrer unbefriedigenden Situation das exit,

sie wandern also in Länder aus, in denen sie sich bessere ökonomische Chancen

sie wandern also in Länder aus, in denen sie sich bessere ökonomische Chancen

sie wandern also in Lander aus, in denen sie sich bessere okonomische Chancen

erhoffen. Andere bleiben in ihrem Land und versuchen, dort ihre Position durch

erhoffen. Andere bleiben in ihrem Land und versuchen, dort ihre Position durch

erhoffen. Andere bleiben in ihrem Land und versuchen, dort ihre Position durch

Erheben der »Stimme«, also durch politischen Protest zu verbessern, was in einer

Erheben der »Stimme«, also durch politischen Protest zu verbessern, was in einer

Erheben der >>Stimme<<, also durch politischen Protest zu verbessern, was in einer

konfliktreichen Situation leicht zur politischen Unterdrückung führt, vor der sie als

konfliktreichen Situation leicht zur politischen Unterdrückung führt, vor der sie als

kon iktreichen Situation leicht zur politischen Unterdriickung fiihrt, vor der sie als

>>Asylsuchende<< in sichere Lander fliehen mochten. Oder die Kon ikte eskalieren zum

»Asylsuchende« in sichere Länder fliehen möchten. Oder die Konflikte eskalieren zum

»Asylsuchende« in sichere Länder fliehen möchten. Oder die Konflikte eskalieren zum

Bürgerkrieg, so daß sie eben als »Bürgerkriegsflüchtlinge« gelten.

Bürgerkrieg, so daß sie eben als »Bürgerkriegsflüchtlinge« gelten.

Burgerkrieg, so dafS sie eben als >>Burgerkriegsuchtlinge<< gelten.

Wenn man diesen Hintergrund ernst nimmt, wird auch deutlich, wie problematisch

Wenn man diesen Hintergrund ernst nimmt, wird auch deutlich, wie problematisch

Wenn man diesen Hintergrund ernst nimmt, Wird auch deutlich, Wie problematisch

die häufig beschworene Lösung ist, die »Fluchtursachen« in den Herkunftsländern zu

die häufig beschworene Lösung ist, die »Fluchtursachen« in den Herkunftsländern zu

die haug beschworene Lbsung ist, die >>Fluchtursachen<< in den Herkunftslandern zu

beheben. Wenn eine Methode dazu die Zahlung von Entwicklungshilfe ist, kann diese

beheben. Wenn eine Methode dazu die Zahlung von Entwicklungshilfe ist, kann diese

beheben. Wenn eine Methode dazu die Zahlung von Entwicklungshilfe ist, kann diese

die

die

die betroffenen Gesellschaften destabilisieren, neue Erwartungen schaffen und

neue

neue

betroffenen

betroffenen

Gesellschaften

Gesellschaften

destabilisieren,

destabilisieren,

Erwartungen

Erwartungen

schaffen

schaffen

und

und

enttäuschen, und schließlich Konfliktgründe erzeugen. Solange ein Wohlstandsgefälle

enttäuschen, und schließlich Konfliktgründe erzeugen. Solange ein Wohlstandsgefälle

entt'auschen, und schlielich Kon iktgrunde erzeugen. Solange ein Wohlstandsgefalle

zwischen

zwischen

zwischen den Industrielandern und den Entwicklungslandern besteht, wird eine

den

den

Industrieländern

Industrieländern

und

und

den

den

Entwicklungsländern

Entwicklungsländern

besteht,

besteht,

wird

wird

eine

eine

Steigerung des Lebensstandards in den Entwicklungsländern den Migrationsdruck nicht

Steigerung des Lebensstandards in den Entwicklungsländern den Migrationsdruck nicht

Steigerung des Lebensstandards in den Entwicklungslandern den Migrationsdruck nicht

etwa mindern, sondern vergrößern. Man kann das Migrationsverhalten im heutigen

etwa mindern, sondern vergrößern. Man kann das Migrationsverhalten im heutigen

etwa mindern, sondern vergroern. Man kann das Migrationsverhalten im heutigen

Westasien oder Afrika mit dem in Europa der letzten Jahrhunderte vergleichen. In

Westasien oder Afrika mit dem in Europa der letzten Jahrhunderte vergleichen. In

Westasien oder Afrika mit dem in Europa der letzten Jahrhunderte vergleichen. In

Zeiten, in denen die Lage in Europa materiell und politisch wirklich von Elend geprägt

Zeiten, in denen die Lage in Europa materiell und politisch wirklich von Elend geprägt

Zeiten, in denen die Lage in Europa materiell und politisch wirklich von Elend gepragt

war, etwa im 17. Jahrhundert, war die Auswanderung nach Amerika verschwindend

war, etwa im 17. Jahrhundert, war die Auswanderung nach Amerika verschwindend

war, etwa im 17. Jahrhundert, war die Auswanderung nach Amerika verschwindend

gering. Die meisten Menschen waren zu unwissend und zu arm, um einen solchen

gering. Die meisten Menschen waren zu unwissend und zu arm, um einen solchen

gering. Die meisten Menschen waren zu unwissend und zu arm, urn einen solchen

Schritt zu wagen. Die große Welle der Auswanderung nach Amerika fand erst in der

Schritt zu wagen. Die große Welle der Auswanderung nach Amerika fand erst in der

Schritt zu wagen. Die groe Welle der Auswanderung nach Amerika fand erst in der

zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts statt, also in einer Zeit, in der sich durch die

zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts statt, also in einer Zeit, in der sich durch die

zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts statt, also in einer Zeit, in der sich durch die

Industrialisierung der Lebensstandard in Europa deutlich verbesserte. Emigration war

Industrialisierung der Lebensstandard in Europa deutlich verbesserte. Emigration war

Industrialisierung der Lebensstandard in Europa deutlich verbesserte. Emigration war

daher nicht so sehr Ausdruck von absoluter Armut, sondern Ergebnis der Erwartung,

daher nicht so sehr Ausdruck von absoluter Armut, sondern Ergebnis der Erwartung,

daher nicht so sehr Ausdruck von absoluter Armut, sondern Ergebnis der Erwartung,

seine Lage durch Migration deutlich verbessern zu können.

seine Lage durch Migration deutlich verbessern zu können.

seine Lage durch Migration deutlich verbessern zu konnen.

Die Gründe für die Migration liegen also auf seiten der Migranten auf der Hand: Sie

Die Gründe für die Migration liegen also auf seiten der Migranten auf der Hand: Sie

Die Grunde fur die Migration liegen also auf seiten der Migranten auf der Hand: Sie

streben danach, in eine Weltregion zu wandern, die ihnen größere Chancen bietet als

streben danach, in eine Weltregion zu wandern, die ihnen größere Chancen bietet als

streben danach, in eine Weltregion zu wandern, die ihnen gro ere Chancen bietet als

ihre Heimat. Sie verhalten sich damit ökonomisch gesehen völlig rational, indem sie

ihre Heimat. Sie verhalten sich damit ökonomisch gesehen völlig rational, indem sie

ihre Heimat. Sie verhalten sich damit okonomisch gesehen V611ig rational, indem sie

versuchen, den größtmöglichen Preis für die von ihnen angebotene Ware, ihre Arbeit,

versuchen, den größtmöglichen Preis für die von ihnen angebotene Ware, ihre Arbeit,

versuchen, den grotmoglichen Preis fiir die von ihnen angebotene Ware, ihre Arbeit,

zu erzielen bzw., wenn dies nicht zufriedenstellend ausgeht, nach einer Rente zu suchen,

zu erzielen bzw., wenn dies nicht zufriedenstellend ausgeht, nach einer Rente zu suchen,

zu erzielen bzw., wenn dies nicht zufriedenstellend ausgeht, nach einer Rente zu suchen,

die ihnen in den Zielländern vom Sozialstaat angeboten wird.

die ihnen in den Zielländern vom Sozialstaat angeboten wird.

die ihnen in den Ziell'andern vom Sozialstaat angeboten wird.

Man kann auf dieser grundsätzlichen Ebene nun fragen, wie groß die Chancen für

Man kann auf dieser grundsätzlichen Ebene nun fragen, wie groß die Chancen für

Man kann auf dieser grundsatzlichen Ebene nun fragen, Wie grodie Chancen fiir

die Migranten stehen, tatsächlich eine Verbesserung ihrer Lage zu erreichen. Was

die Migranten stehen, tatsächlich eine Verbesserung ihrer Lage zu erreichen. Was

die Migranten stehen, tats'achlich eine Verbesserung ihrer Lage zu erreichen. Was

wollen sie eigentlich? Wollen sie ihre absolute, physische Lage verbessern, etwa

wollen sie eigentlich? Wollen sie ihre absolute, physische Lage verbessern, etwa

wollen sie eigentlich? Wollen sie ihre absolute, physische Lage verbessern, etwa

gemessen in Kalorien Nahrung? Wenn dies ihr Ziel ist, können sie es erreichen, doch ist

gemessen in Kalorien Nahrung? Wenn dies ihr Ziel ist, können sie es erreichen, doch ist

gemessen in Kalorien Nahrung? Wenn dies ihr Ziel ist, konnen sie es erreichen, doch ist

fraglich, ob sie dieses Ziel nicht bereits in ihrem Herkunftsland erreicht hatten. Wenn

fraglich, ob sie dieses Ziel nicht bereits in ihrem Herkunftsland erreicht hatten. Wenn

fraglich, ob sie dieses Ziel nicht bereits in ihrem Herkunftsland erreicht hatten. Wenn

dagegen ihr Ziel darin besteht, ihre soziale Lage zu verbessern, wird es problematisch.

dagegen ihr Ziel darin besteht, ihre soziale Lage zu verbessern, wird es problematisch.

dagegen ihr Ziel darin besteht, ihre soziale Lage zu verbessern, wird es problematisch.

Die Migranten sind ja in der Regel nicht die Ärmsten der Armen, entstammen also

Die Migranten sind ja in der Regel nicht die Ärmsten der Armen, entstammen also

Die Migranten sind ja in der Regel nicht die Armsten der Armen, entstammen also

nicht der Unterschicht in ihren Herkunftsländern, sondern sie gehören eher gehobenen

nicht der Unterschicht in ihren Herkunftsländern, sondern sie gehören eher gehobenen

nicht der Unterschicht in ihren Herkunftslandern, sondern sie gehoren eher gehobenen

Schichten an, die es sich leisten können, ein Mitglied ihres Clans nach Europa zu

Schichten an, die es sich leisten können, ein Mitglied ihres Clans nach Europa zu

Schichten an, die es sich leisten konnen, ein Mitglied ihres Clans nach Europa zu

schicken.

schicken.

schicken.

In Europa werden sie nun die Erfahrung machen, daß vielleicht ihre materielle

In Europa werden sie nun die Erfahrung machen, daß vielleicht ihre materielle

In Europa werden sie nun die Erfahrung machen, da Vielleicht ihre materielle

Situation besser wird, dies aber mit einem sozialen Abstieg zu bezahlen ist. Sie müssen

Situation besser wird, dies aber mit einem sozialen Abstieg zu bezahlen ist. Sie müssen

Situation besser Wird, dies aber mit einem sozialen Abstieg zu bezahlen ist. Sie mussen

sich ganz hinten anstellen, und in der Regel besitzen sie keine Qualifikation, die es

sich ganz hinten anstellen, und in der Regel besitzen sie keine Qualifikation, die es

sich ganz hinten anstellen, und in der Regel besitzen sie keine Qualifikation, die es

ihnen ermöglichte, sozial aufzusteigen. Der Erwerb einer solchen Qualifikation ist

ihnen ermöglichte, sozial aufzusteigen. Der Erwerb einer solchen Qualifikation ist

ihnen erméglichte, sozial aufzusteigen. Der Erwerb einer solchen Qualifikation ist

jedoch ein langer, beschwerlicher Weg, und es fragt sich, ob er innerhalb einer

jedoch ein langer, beschwerlicher Weg, und es fragt sich, ob er innerhalb einer

jedoch ein langer, beschwerlicher Weg, und es fragt sich, ob er innerhalb einer

Generation zurückgelegt werden kann. Die Immigranten befinden sich damit in einer

Generation zurückgelegt werden kann. Die Immigranten befinden sich damit in einer

Generation zuriickgelegt werden kann. Die Immigranten benden sich damit in einer

paradoxen Situation: Ihre materielle Lage hat sich verbessert, ihre soziale Position hat

paradoxen Situation: Ihre materielle Lage hat sich verbessert, ihre soziale Position hat

paradoxen Situation: Ihre materielle Lage hat sich verbessert, ihre soziale Position hat

sich dagegen verschlechtert.

sich dagegen verschlechtert.

sich dagegen verschlechtert.

Wie geht man mit einer solchen Situation um? Was macht ein Vitaler,

Wie

Wie

man

man

mit

mit

einer

einer

Situation

Situation

um?

um?

Was

Was

ein

ein

geht

geht

solchen

solchen

macht

macht

vitaler,

vitaler,

unternehmerischer junger Mann, der keine Qualifikation besitzt, in der Zielgesellschaft

unternehmerischer junger Mann, der keine Qualifikation besitzt, in der Zielgesellschaft

unternehmerischer junger Mann, der keine Quali kation besitzt, in der Zielgesellschaft

eine anerkannte soziale Position zu erringen? Er wird versuchen, dies auf anderen

eine anerkannte soziale Position zu erringen? Er wird versuchen, dies auf anderen

eine anerkannte soziale Position zu erringen? Er Wird versuchen, dies auf anderen

Wegen zu erreichen, etwa durch Integration in eine tribale Parallelgesellschaft,

Wegen

Wegen

zu

zu

etwa

etwa

Integration

Integration

in

in

eine

eine

erreichen,

erreichen,

durch

durch

tribale

tribale

Parallelgesellschaft,

Parallelgesellschaft,

vielleicht

vielleicht

Vielleicht durch illegale Aktivitaten Wie Drogenhandel, Vielleicht auch durch

durch

durch

illegale

illegale

Aktivitäten

Aktivitäten

wie

wie

Drogenhandel,

Drogenhandel,

vielleicht

vielleicht

auch

auch

durch

durch

ideologische Radikalisierung, die den Haß auf das Versagen bündelt und in politische

ideologische Radikalisierung, die den Haß auf das Versagen bündelt und in politische

ideologische Radikalisierung, die den Haauf das Versagen biindelt und in politische

Aktivitäten (bis hin zum Terrorismus) umsetzt. Es wundert daher wenig, wenn nach

Aktivitäten (bis hin zum Terrorismus) umsetzt. Es wundert daher wenig, wenn nach

Aktivitaten (bis hin zum Terrorismus) umsetzt. Es wundert daher wenig, wenn nach

einer gewissen Zeit der Erniichterung Haund Radikalisierung auftreten. Die

einer

einer

gewissen

gewissen

Zeit

Zeit

Die

Die

der

der

Ernüchterung

Ernüchterung

Haß

Haß

und

und

Radikalisierung

Radikalisierung

auftreten.

auftreten.

Erwartungen sind wiederholt enttäuscht worden, und die Reaktion darauf besteht im

Erwartungen sind wiederholt enttäuscht worden, und die Reaktion darauf besteht im

Erwartungen sind Wiederholt enttauscht worden, und die Reaktion darauf besteht im

Protest in verschiedenen Varianten.

Protest in verschiedenen Varianten.

Protest in verschiedenen Varianten.

SITUATION IN DEN ZIELLÄNDERN

SITUATION IN DEN ZIELLÄNDERN

SITUATION IN DEN ZIELLANDERN

1.

1.

1. RUCKGANG DER BURGERSCHAFTSRENTE

RÜCKGANG DER BÜRGERSCHAFTSRENTE

RÜCKGANG DER BÜRGERSCHAFTSRENTE

In den Zielländern sieht die Lage etwas schwieriger aus. Die Industrialisierung ging aus

In den Zielländern sieht die Lage etwas schwieriger aus. Die Industrialisierung ging aus

In den Ziell'andern sieht die Lage etwas schwieriger aus. Die Industrialisierung ging aus

komplexen und kontingenten, hier nicht weiter zu erörternden Gründen von Europa

komplexen und kontingenten, hier nicht weiter zu erörternden Gründen von Europa

komplexen und kontingenten, hier nicht weiter zu erorternden Griinden von Europa

und

und

und den neoeuropaischen Landern (USA, Kanada, Australien, Neuseeland) aus,

aus,

aus,

den

den

neoeuropäischen

neoeuropäischen

Ländern

Ländern

(USA,

(USA,

Kanada,

Kanada,

Australien,

Australien,

Neuseeland)

Neuseeland)

während die übrige Welt zunächst auf dem Niveau von Agrargesellschaften verharrte.

während die übrige Welt zunächst auf dem Niveau von Agrargesellschaften verharrte.

W'ahrend die iibrige Welt zunachst auf dem Niveau von Agrargesellschaften verharrte.

Seit dem 19. Jahrhundert gelang es dann sukzessive einer Reihe von außereuropäischen

Seit dem 19. Jahrhundert gelang es dann sukzessive einer Reihe von außereuropäischen

Seit dem 19. Jahrhundert gelang es dann sukzessive einer Reihe von aufSereuropaischen

Ländern, auf den Zug der Industrialisierung aufzuspringen und früher oder später das

Ländern, auf den Zug der Industrialisierung aufzuspringen und früher oder später das

Landern, auf den Zug der Industrialisierung aufzuspringen und friiher oder spater das

europäische Niveau zu erreichen, wenn nicht zu übertreffen. Dies gilt vor allem für

europäische Niveau zu erreichen, wenn nicht zu übertreffen. Dies gilt vor allem für

europaische Niveau zu erreichen, wenn nicht zu iibertreffen. Dies gilt vor allem fiir

agrarische Zivilisationen in Asien wie Japan, Korea oder China. Andere Weltzonen, vor

agrarische Zivilisationen in Asien wie Japan, Korea oder China. Andere Weltzonen, vor

agrarische Zivilisationen in Asien Wie Japan, Korea oder China. Andere Weltzonen, vor

allem solche, in denen wie in Afrika keine hochentwickelten agrarischen Zivilisationen

allem solche, in denen wie in Afrika keine hochentwickelten agrarischen Zivilisationen

allem solche, in denen Wie in Afrika keine hochentwickelten agrarischen ZiVilisationen

existierten,

existierten,

existierten, hatten erhebliche Schwierigkeiten, sich dem Industrialisierungsmuster

hatten

hatten

erhebliche

erhebliche

Schwierigkeiten,

Schwierigkeiten,

sich

sich

dem

dem

Industrialisierungsmuster

Industrialisierungsmuster

anzuschließen, zu dem auch institutionelle und kulturelle Elemente gehören.

anzuschließen, zu dem auch institutionelle und kulturelle Elemente gehören.

anzuschlieen, zu dem auch institutionelle und kulturelle Elemente gehéren.

Ein wesentliches Element der Industrialisierung war die Steigerung

Ein

Ein

war

war

Steigerung

Steigerung

wesentliches

wesentliches

Element

Element

der

der

Industrialisierung

Industrialisierung

die

die

der

der

der

Arbeitsproduktivität durch den Einsatz arbeitsparender Technologien, mit dem Effekt,

Arbeitsproduktivität durch den Einsatz arbeitsparender Technologien, mit dem Effekt,

Arbeitsproduktivitat durch den Einsatz arbeitsparender Technologien, mit dem Effekt,

daß zur Produktion einzelner Waren ein immer geringerer Arbeitsaufwand erforderlich

daß zur Produktion einzelner Waren ein immer geringerer Arbeitsaufwand erforderlich

dazur Produktion einzelner Waren ein immer geringerer Arbeitsaufwand erforderlich

war. Dies führte dazu, daß die Relation zwischen Löhnen und Preisen sich zugunsten

war. Dies führte dazu, daß die Relation zwischen Löhnen und Preisen sich zugunsten

war. Dies fiihrte dazu, da die Relation zwischen Lohnen und Preisen sich zugunsten

der

der

der Lohne verschieben konnte, und da das Lohnniveau von den produktiven

von

von

Löhne

Löhne

verschieben

verschieben

konnte,

konnte,

und

und

da

da

das

das

Lohnniveau

Lohnniveau

den

den

produktiven

produktiven

Wirtschaftssektoren bestimmt wurde, stiegen die Löhne auch in solchen Bereichen, in

Wirtschaftssektoren bestimmt wurde, stiegen die Löhne auch in solchen Bereichen, in

Wirtschaftssektoren bestimmt wurde, stiegen die Lohne auch in solchen Bereichen, in

denen kein technischer Fortschritt stattfand, da die Grenznachfrage nach Arbeit von

denen kein technischer Fortschritt stattfand, da die Grenznachfrage nach Arbeit von

denen kein technischer Fortschritt stattfand, da die Grenznachfrage nach Arbeit von

den produktiven Sektoren bestimmt wurde. Unter den Bedingungen einer geringen und

den produktiven Sektoren bestimmt wurde. Unter den Bedingungen einer geringen und

den produktiven Sektoren bestimmt wurde. Unter den Bedingungen einer geringen und

kostspieligen Mobilität auf den internationalen Arbeitsmärkten führte dies dazu, daß

kostspieligen Mobilität auf den internationalen Arbeitsmärkten führte dies dazu, daß

kostspieligen Mobilitat auf den internationalen Arbeitsmarkten ihrte dies dazu, daiS

gleiche

gleiche

gleiche Arbeit ungleich entlohnt wurde. Ein Handlanger, der in Chicago sacke

Arbeit ungleich entlohnt wurde. Ein Handlanger, der in Chicago

Arbeit ungleich entlohnt wurde. Ein Handlanger, der in Chicago

Säcke

Säcke

schleppte, erhielt das Vielfache des Lohns eines Handlangers, der die gleiche Arbeit in

schleppte, erhielt das Vielfache des Lohns eines Handlangers, der die gleiche Arbeit in

schleppte, erhielt das Vielfache des Lohns eines Handlangers, der die gleiche Arbeit in

Shanghai

Shanghai

Shanghai verrichtete. Diese Mobilitatsbeschrankung auf den internationalen

Diese

Diese

verrichtete.

verrichtete.

Mobilitätsbeschränkung

Mobilitätsbeschränkung

auf

auf

den

den

internationalen

internationalen

Arbeitsmärkten führte generell dazu, daß es für das Einkommen der meisten Menschen

Arbeitsmärkten führte generell dazu, daß es für das Einkommen der meisten Menschen

Arbeitsmarkten fiihrte generell dazu, daes fiir das Einkommen der meisten Menschen

im globalen Maßstab entscheidender wurde, in welchem Land sie lebten, als welche

im globalen Maßstab entscheidender wurde, in welchem Land sie lebten, als welche

im globalen Ma stab entscheidender wurde, in welchem Land sie lebten, als welche

soziale Stellung sie in ihrem jeweiligen Land einnahmen.

soziale Stellung sie in ihrem jeweiligen Land einnahmen.

soziale Stellung sie in ihrem jeweiligen Land einnahmené‘ Gleiche Tatigkeiten wurden

4 4

Gleiche Tätigkeiten wurden

Gleiche Tätigkeiten wurden

ungleich entlohnt, je nach dem Ort, an dem sie verrichtet wurden. Die »Armen« in den

ungleich entlohnt, je nach dem Ort, an dem sie verrichtet wurden. Die »Armen« in den

ungleich entlohnt, je nach dem Ort, an dem sie verrichtet wurden. Die >>Armen<< in den

»reichen

»reichen

>>reichen Landern<< gehorten global gesehen zu den >>Reichen<<. Dies war eine

zu

zu

Dies

Dies

war

war

eine

eine

Ländern«

Ländern«

gehörten

gehörten

global

global

gesehen

gesehen

den

den

»Reichen«.

»Reichen«.

sensationelle Anomalie, die sich der ungleichmäßigen industriellen Transformation

sensationelle Anomalie, die sich der ungleichmäßigen industriellen Transformation

sensationelle Anomalie, die sich der ungleichma igen industriellen Transformation

verdankte. Die Menschen in den Pionierländern empfingen auf diese Weise eine

verdankte. Die Menschen in den Pionierländern empfingen auf diese Weise eine

verdankte. Die Menschen in den Pionierlandern empfingen auf diese Weise eine

»Bürgerschaftsrente« (citizenship rent), die sie als selbstverständliches Element des

»Bürgerschaftsrente« (citizenship rent), die sie als selbstverständliches Element des

>>Biirgerschaftsrente<< (citizenship rent), die sie als selbstverstandliches Element des

Arbeitslohns empfanden.

Arbeitslohns empfanden.

Arbeitslohns empfanden.

Der Höhepunkt dieser Bürgerschaftsrente lag in der Mitte des 20. Jahrhunderts, einer

Der Höhepunkt dieser Bürgerschaftsrente lag in der Mitte des 20. Jahrhunderts, einer

Der Hohepunkt dieser Biirgerschaftsrente lag in der Mitte des 20. Jahrhunderts, einer

Zeit, die

Zeit, die

Zeit, die noch heute von Vielen Gewerkschaftern als das goldene Zeitalter der

noch heute

noch heute

von vielen Gewerkschaftern als das goldene

von vielen Gewerkschaftern als das goldene

Zeitalter der

Zeitalter der

Arbeiterschaft angesehen wird. Dies galt besonders für die USA, aber auch für die

Arbeiterschaft angesehen wird. Dies galt besonders für die USA, aber auch für die

Arbeiterschaft angesehen Wird. Dies galt besonders fi’ir die USA, aber auch fiir die

europäischen Länder, die vom »Wirtschaftswunder« nach dem Zweiten Weltkrieg

europäischen Länder, die vom »Wirtschaftswunder« nach dem Zweiten Weltkrieg

europaischen Lander, die vom >>Wirtschaftswunder<< nach dem Zweiten Weltkrieg

ergriffen wurden. In dieser Zeit gab es in den USA fast keine Immigration. Die wenigen

ergriffen wurden. In dieser Zeit gab es in den USA fast keine Immigration. Die wenigen

ergriffen wurden. In dieser Zeit gab es in den USA fast keine Immigration. Die wenigen

Arbeitskräfte, die zugelassen wurden, kamen aus Europa. Es gab hohe Zollschranken

Arbeitskräfte, die zugelassen wurden, kamen aus Europa. Es gab hohe Zollschranken

Arbeitskrafte, die zugelassen wurden, kamen aus Europa. Es gab hohe Zollschranken

für importierte Industrieprodukte, und die amerikanische Wirtschaft besaß auf vielen

für importierte Industrieprodukte, und die amerikanische Wirtschaft besaß auf vielen

fiir importierte Industrieprodukte, und die amerikanische Wirtschaft besaauf Vielen

Gebieten

Gebieten

Gebieten einen Produktivitatsvorsprung gegem’iber ihren Konkurrenten auf dem

einen

einen

Produktivitätsvorsprung

Produktivitätsvorsprung

gegenüber

gegenüber

ihren

ihren

Konkurrenten

Konkurrenten

auf

auf

dem

dem

Weltmarkt.

Weltmarkt.

Weltmarkt.

Unter diesen Bedingungen lebten die unqualifizierten Arbeiter in geradezu idealen

Unter diesen Bedingungen lebten die unqualifizierten Arbeiter in geradezu idealen

Unter diesen Bedingungen lebten die unqualifizierten Arbeiter in geradezu idealen

Zuständen. Ihr Beschäftigungsgrad erreichte fast 100 %, es gab kaum Arbeitslose, und

Zuständen. Ihr Beschäftigungsgrad erreichte fast 100 %, es gab kaum Arbeitslose, und

Zustanden. Ihr Beschaftigungsgrad erreichte fast 100 %, es gab kaum Arbeitslose, und

die Löhne waren so hoch, daß ein normaler Arbeiter damit seine Familie ernähren

die Löhne waren so hoch, daß ein normaler Arbeiter damit seine Familie ernähren

die Lohne waren so hoch, daf$ ein normaler Arbeiter damit seine Familie ernahren

konnte, einschließlich Eigenheim und PKW. Die Beschäftigung von Frauen war niedrig,

konnte, einschließlich Eigenheim und PKW. Die Beschäftigung von Frauen war niedrig,

konnte, einschhelich Eigenheim und PKVV. Die Beschaftigung von Frauen war niedrig,

da die Löhne der Männer ausreichten, die gesamte Familie zu unterhalten.

da die Löhne der Männer ausreichten, die gesamte Familie zu unterhalten.

da die Lohne der Manner ausreichten, die gesamte Familie zu unterhalten.

Diese Lage änderte sich seit den 1970er Jahren aufgrund der weltwirtschaftlichen

Diese Lage änderte sich seit den 1970er Jahren aufgrund der weltwirtschaftlichen

Diese Lage 'anderte sich seit den 1970er Jahren aufgrund der weltwirtschaftlichen

Entwicklung.

Entwicklung.

Entwicklung.

Es

Es

Es traten

traten

traten

zunehmend

zunehmend

zunehmend ernstzunehmende Konkurrenten auf,

ernstzunehmende

ernstzunehmende

Konkurrenten

Konkurrenten

auf,

auf,

die

die

die

zu

zu

zu

günstigeren Bedingungen produzierten, zunächst Japan, dann Korea und die asiatischen

günstigeren Bedingungen produzierten, zunächst Japan, dann Korea und die asiatischen

giinstigeren Bedingungen produzierten, zunachst Japan, dann Korea und die asiatischen

Tiger, schließlich China. Dies hatte eine Reihe von Effekten. An erster Stelle ist eine

Tiger, schließlich China. Dies hatte eine Reihe von Effekten. An erster Stelle ist eine

Tiger, schlielich China. Dies hatte eine Reihe von Effekten. An erster Stelle ist eine

wachsende Konkurrenz auf den Gütermärkten zu nennen, was bedeutete, daß ein

wachsende Konkurrenz auf den Gütermärkten zu nennen, was bedeutete, daß ein

wachsende Konkurrenz auf den Giitermarkten zu nennen, was bedeutete, da ein

Arbeiter in einem Industrieland de facto mit einem Arbeiter in einem Schwellenland

Arbeiter in einem Industrieland de facto mit einem Arbeiter in einem Schwellenland

Arbeiter in einem Industrieland de facto mit einem Arbeiter in einem Schwellenland

konkurrierte.

konkurrierte.

konkurrierte. Solange nicht ein gro er Unterschied in der Arbeitsproduktivitat

ein

ein

in

in

Solange

Solange

nicht

nicht

großer

großer

Unterschied

Unterschied

der

der

Arbeitsproduktivität

Arbeitsproduktivität

aufrechterhalten werden konnte, führte dies zur Angleichung der Arbeitslöhne bzw.

aufrechterhalten werden konnte, führte dies zur Angleichung der Arbeitslöhne bzw.

aufrechterhalten werden konnte, fiihrte dies zur Angleichung der Arbeitslohne bzw.