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DEUTUNGSVORSCHLAGE ZU MYKENISCHEN NAMEN Mykenische Personennamen (PN) zu deuten, — das heiBt, den Versuch unterneh- men, sie an Lexeme des Altgriechischen anzuschlieen, mdglichst_ an solche, die in alphabetischer Zeit als Bestandteile von Personennamen vorkommen. Bei vielen der in Linear B bezeugten PN ist. das noch nicht — oder nicht dberzeugend — gegliickt. Solche Deutungen missen weiterhin versucht werden; sie versprechen mehrere wichtige Erkenntnisse : a) Da die zweiteiligen Vollnamen meist Wunschnamen sind, erfahren wir etwas tiber die Ideologie der Namengeber, d.h. der Eltern. b) Die PN weisen gelegentlich Wortstimme auf, die in den mykenischen Texten sonst — infolge deren thematischer Begrenztheit — nicht vorkommen. Wenn wir sie identifizieren, erweitert sich unsere Kenntnis des mykenischen Lexikons. c) Je mehr mykenische PN wir deuten, desto sicherere Aussagen kénnen wir dariber machen, welche Kontinuitat in der Personenbenennung awischen dem 13. Jhdt., der Zeit Homers und den spateren Epochen bestanden hat, wo und in welehem Umfang das |. Jahrtausend Altes aufgegeben und selbstandig geneuert hat. Im folgenden sollen zuerst drei myken. Namen behandelt. werden, die alle das Silbenzeichen su enthalten und bei denen meines Erachtens mit dem Verbalstamm oaev-, sov- zu rechnen ist. Dieser Stamm ist aus dem Indogermanischen ererbt; innerhalb der literarischen Texte des Griechischen ist er schon in der Ilias gut bezeugt. Die folgenden Textbelege, die die Bedeutungsbreite dieses Verbs belegen sollen, sind fast ausschlieBlich der Ilias entnommen, Das aktive Verb ceo ist transitiv, 2.8. 5.208 aly’ Seeva «ich habe (ihr) Blut hervorgetrieben, d.h. sie verwundet»; 11,293 dc ére ... xivag ... aeiy awie wenn ein Jager die Hunde auf einen Eber oder einen Lowen loslaBt» (vielleicht mit der Konnotation des Hetzens); 15.6801. tanoug aeSac «Pferde antreibend »; 20.325 Alveley 8 Esaevev «(Poseidon) schleuderte den Aineias»; 11.147 Biyoy 8° &¢ Eocene xudivBeadar «(Agamemnon) stie8 (den Kérper des Peisandros), so dali er wie eine Walze rollte». 434 GUNTER NEUMANN [BCH Suppl XXV Haufiger noch ist das Verb in der medialen Diathese (intransitiv) belegt : 13.78f. végDe 82 xoaaly Esauun: dugorépoiatv «und unten treibt es mich vorwarts mit beiden FiBen» (Cbersetzung von W. Schadewaldt); 6.505 ceva’ ... dvk Hoty «(Paris) eilte durch die Stadt»; 11.419 dug’ ‘O8va%e ... Exastoveo Tpidec edie Troer drangten sich um Odysseus»; 17.463 dre cesaero Sudxetv ¢ wie er dahinjagte, um (sie) zu verfolgen» ; 24.404 toorpevous «die (zum Kampf) Drangenden». cei, seiouat bezeichnet also deutlich eine schnelle energische Bewegung, die entweder von einem anderen ausgelést wird oder aber durch eigene innere Impulse. Haufig richtet sie sich gegen einen Feind ; daher findet sich dieser Verbstamm auch in PN des I. Jtsds, die ja oft von kriegerischen Tugenden sprechen, so z.B. Bootn¢ (HPN, p. 413) «der einen guten Vorwartsdrang hat» oder Siyevos «der (cum Kampf) Kilende» ebd. (Letzterer ist identisch mit dem Partizip odevos, das bei Aischylos zweimal belegt ist (A. 747 und Eu. 1007). Aber ceboua kann auch die rasche, kraftvolle Bewegung des Wassers bezeichnen, 2.B. bei Apollonios Rhodios 4.849 cesar’... sare. 1. In diesen Zusammenhang habe ich schon in Res Mycenaeae, p. 331 den myken. PN a-re-su-li-jo (MY Au 609.3) gestellt; er Bt sich formal als ein (patronymisches) Adjektiv auffassen und weist dann auf einen PN *a-re-su-fo zuriick. Nun findet. sich in Ilias 17.398 die Junktur ‘Agrg Axécaong «Ares, der das Kriegsvolk antreibt». (Dabei mul offen bleiben, ob mit Ares hier schon eine gottliche Person gemeint ist oder ob «Kampfeswut» zu verstehen ist). Diese Verkmipfung des Nominalstammes ey- mit dem Verbalstamm liegt nun meines Erachtens genauso in diesen PN *a-re-su-to vor; er ist 2u transliterieren als /Arg-ssulos/ und 2u Gbersetzen als «von Ares bezw. von Kampfgeist getriebens!, Dasselbe Verbaladjektiv weist der spater in alphabetischen Inschriften bezeugte PN Bé-curoc (HPN, p. 413) auf 2, su-di-ni-ko In der knossischen Tafel De 1181.B ist diese Silbenfolge nach allgemeiner Ansicht als ménnlicher PN aufzufassen. Die meines Erachtens zutrefiende Deutung hat schon VI Grorciey, Supplément au lezique des inseriplions eréto-mycéniennes (1955), p. 3-33, also in den Abfangsjahren der Mykenologie, gefunden, Sein Vorschlag ist zwar in Personen- namen, p. 129 korrekt verbucht, sonst aber nirgends aufgenommen worden, Daher stelle ich ihn hier erneut zur Diskussion, wobei ich ihn ctwas ausbaue. Schon der Ausgang -o- weist darauf hin, da su-di-ni-ko zur haufigsten griech Deklinationsklasse gehort. Man wird ihn als einen 2weiteiligen Vollnamen ansehen, bei dem die morphologische Fuge hinter der zweiten Silbe liegt. Dann ergibt. sich als ‘weitglied -ni-ko- /-nikos!, das sich an die zablreichen alphabetisch aberlieferten PN auf - voos (HPN, p. 332ff) anschlieBt, die zur Gruppe der verbalen Rektionskomposita gehdren, (Bei Homer allerdings gibt es — aber das ist wohl zufallig — keine PN mit (1) Zustimmend G. J. Rutsen, Minos 19 (1985), p. 117 Anm. 43. 1992] DEUTUNGSVORS MLAGE ZU MYKENISCHEN NAMEN 435 diesem Stamm *). Dabei ist ohne weiteres denkbar, da8 vxe- hier in dieser frihen Zeit noch die urspringliche Bedeutung ¢nieder-werfen» hatte. Das Erstglied su-di- gehért, wie ebenfalls schon Georgiev gesehen hat, zu dem zuerst. bei Thukydides 8.1 belegten Adverb xavov8i «mit Angriffsschwung»; bei Xenophon erscheint es mehrfach in der Form xasav3, d.h. mit regressiver Assimilation. (Das verstirkende Adverb xav- ist hier wie ofter an Adjektiva und Adverbien angetreten), In unserem Zusammenhang ist an sich nur wichtig, daB sich /sudi/ im alphabetischen Griechisch wiederfindet. Dennoch soll hier dariber hinaus versucht. werden, den Bau dieses Wortes zu analysieren. su-di /sudi-/ bezw. -av8l- gehdrt zweifellos zu der Verbalwurzel *sseu-, *ssu-3. Anstelle von (rxy-)ou8{ findet sich bei Aischylos, Pers. 480 ob8ny ... alpovrat guyjy «ungestim (oder : eilig oder tiberstiirzt) ergreifen sie die Flucht», wobei 948zy als Bildung mit dem haufigen Adverbialsuffix -34y aufzufassen ist, vgl. die ebenfalls mit Schwundstufe in der Wurzel gebildeten y68qv (Platon, Kallimachos usw.), piy8qv (Nikander, Ther.) neben giySa (Aischylos) und viele andere, die Griech. Gramm. I, p. 626 sub b 1, P. CuantRatne, Grammaire homérique I (1958), p. 248 und Worlbildung, § 128b buchen. (Neben -3yy < -Bzv finden sich sonst. auch die Endungen 30 und -324), Der Ausgang auf Iota dagegen ist meist bei komponierten Adverbien belegt, vel. avi, uso (Archilochos), aber auch xasoax!, navorparl, nauyayl, raviovt ; als Simplex findet sich immerhin ipeut (neben %péua), vel. Griech. Gramm. I, p. 623 sub 9, Diese Formen mag man schon frah als erstarrte Kasusformen empfunden haben. So wie neben yeéux ein #peut steht, so konnte wohl im Mykenischen neben einem reguliren *suda ein sudi stehen. Kine Adverbialendung -&: findet sich allerdings sonst. nirgend 1 vielleicht nur bei diesem einen Wort — durch eine Kontamination — entstanden, Umso bemerkenswerter, daB schon das Mykenische die gleiche singulare Form aufweist. Der Dativ mavavdiq (xaaav8(q) ist dann wohl als eine Art Hypostase zum Adverb xavav8i oufzufassen, d.h. als eine genetisch spatere Bildung. Belegt aber ist er friher als mvou8i, schon in der Iias 2.1 11.709 und 725. Eine andere Erklérung far die Entstehung von ravovbin gibt M. Leumann, Homerische Warler (1950), p. 190f.; vgl. auch Wortbildung, § 43a. Wenn wir su-di-ni-ko als /Sudi-nikos/ transliterieren, dann muB kein Konsonant erganzt, kein Vokal als «stumm erklirt werden. Inhaltlich laBt sich dieser Name als Wanschname auffassen : «Er soll (die Gegner) mit Schwung niederwerfen . 3. *su-ie-ro-wo Der oben schon erwahnte, alphabetisch bezeugte PN Etoirg deutet, wie schon HPN, p. 412 ausgesprochen hat, auf ein sonst verschollenes Neutrum *aog (-es/-08- Stamm) zuriick. Bechtel dbersetzt es mit «Andrang» man kénnte auch an «Schwung, kraftvolles Laufen» denken. Dieser gleiche -es/-os-Stamm liegt nach einem wiederum jeder» und *ik- (2) Ihn hat W, Preuiwrrz, KZ 48 (1918), p. 154 als Komponiert aus dem Praverb *ni awerfens erklirt; so neuerdings auch P. Tiirwe, Kleine Schriften I (1984), p. 382 Anm. 10. (8) Ferner gehdrt zu dieser Wurzel wahrscheinlich das pamphyl. Subst. "Poua, vgl. G. NEUMANN, Gnomon 52 (1980), p. 227 (¢Vertreibung, Verbannungs); grundsitalich zustimmend, was den etymologischen Anschlu® betrifft, aber mit anderer semantischer Nuance (+section du tribunals, vielleicht «sortie, porte») Cl. Brixite, BSL 77 (1982), p. 216. (4) Zu diesen Adverbialendungen vgl. 0. Haas, Gedenkschrift... Krelschmer (1996), p. 1901f., doch vermag, seine etymologisch-phonetische Herleitung nicht 20 dberzeugen 436 GUNTER NEUMANN [BCH Suppl XXV zu Unrecht vergessenen Vorschlag VI, Groncievs (Second supplément au lerique des inscriplions erélo-mycéniennes (1956), p. 40-82) auch in der mykenischen Gruppe su-we-ro-wi-jo PY An 657.4 vor. Dieser Name ist formal ebenfalls ein Adj. aul -(i)jo-, setzt also vielleicht einen PN *su-we-ro-wo voraus, den man als cweistmmigen Vollnamen bestimmen und als /Suwe-rrowos/ transliterieren wird. Im Erstglied liegt schwundstufiges *suwes- vor, Dabei bleibt unklar, ob das zu postulierende auslautende “s des Vordergliedes nur nicht geschrieben ist (was nach den orthographischen Regeln von Linear B durchaus méglich ware) oder ob es schon an die folgende Doppelkonsonanz assimiliert worden is Zu dem Zweitglied *-rrowos kann man vorderhand nur feststellen, daB es dem alphabetischen Namenselement -ppoFoc in der Lautgestalt und in seiner Position als Zweitglied entspricht, fir das HPN, p. 395 die drei Beispiele KadAl-ppooc, Mvxat-e62, Ej poog buchen. Zu letzterem weist Bechtel darauf hin, daB er mit Zi8pouos synonym sein konne. Das heiGt, er nimmt wohl an, daB dieser Verbstamm gef-, pof-, der proprie das FlieBen des Wassers bezeichnet, metaphorisch auch fir eine starke oder schnelle Bewegung von Menschen gesagt werden konnte. (Man mu aber feststellen, daB sich fir diese Metapher bei Homer kein Anhalt findet). Wenn Bechtel recht hatte, dann wurde der myken. PN — als Wunschname — etwa bedeuten : «der mit Schwung laufen konnen soll». Die besten formalen Parallelen zu diesem Kompositum (im Vorderglied ein -es/os- Stamm mit e-Stufe in der zweiten Silbe, im Hinterglied ein nomen actoris mit o-Stufe im Stamm) liefern die Appellativa : tmea-Bérog (Ilias), byxes~p5pos (Pindar) und 400es-pbp0s (Euripides) usw. Als Alternative — vielleicht sogar als die bessere Méglichkeit — ist aber durehaus zu erwagen, daB dem PN su-we-ro-wi-jo nicht ein PN, sondern ein ON *su-we-ro-wo zugrundeliegt, ein Ortsname, der nach einem wasserstarken Flu8 genannt worden ware. In den awei PN /*are-ssulos/, (ssudi-nikos/ und dem vermutlichen ON /*ssuwe-rrowos/ sind also nach den hier vorgeschlagenen Interpretation drei verschiedene Nominalbildun- gen verbaut, denen simtlich der Verbalstamm *sseu-/ssu- zugrundeliegt und die sich in gleicher Form auch in alphabetisch bezeugten griech. PN bezw. Appellativa nachweisen lassen. Unter den alphabet. PN gibt es auBerdem solehe, die als Zweitglied -aovg < *sa0Fos aufweisen (HPN, p. 403). Da der griech, Verbalstamm sseu-, ssu-, mit Sicherheit. auf eine altere Lautform *kieu-, *kiu- (JEW, p. 539) zurdckgeht, lernen wir hier, da das Resultat von idg.-urgriech. kju- in Linear B mit dem Silbenzeichen su geschrieben wird. Das tberrascht, da wir im Falle von ko die Schreibung zo antreffen (Beispiel ka-zo-e, Keepers m1 xaxbs); im Falle von kja die Schreibung za (Beispiel za-we-le < *kja- eles). Bei den nachsten zwei PN rechne ich mit einem Erstglied wi- fem. «Kraft», Als Appellativum ist t= bei Homer und Hesiod noch erhalten, 2.B. xa t £o00% Ilias 12.320, xpareph ic ... OSveyoc ebd. 23.720 (in beiden Fallen ist wegen des Hiats alteres *Fic (©) Bei den Neutra auf -e4/-0s ist Normalstufe des Stammvokals die Regel (Typ febyoq, reiy0q), doch vel. immerhin 2 xginc und +) Bios «Brandopfers, das als Namenselement @sec- thumes) im PN @uterrc, myken. luewe-ta PY UN 267.2 Dativ thuwestai) vorliegt. as ist die Erweiterung einer Wurzel, die in griech, bao, uer-exlate, xbnae, aber auch attisch eves, lab. ciere usw. vorliegt. 1992) DEUTUNGSVORSCHLAGE ZU MYKENISCHEN NAMEN vorauszusetzen) ; einige PN der alphabetischen Zeit enthalten den Stamm t- als Erstglied, vgl. HPN, p. 215, der ‘l-8psyas und 'I-xégry¢ buchen, Dazu kommen in der Ilias 18.47 die beiden Nereidennamen ‘I-dvacox und "L-dveigx, die ebenfalls Hiat bilden. Sie weisen auf die Mask. "I-4va8 und *I-dvwp zuriick « Herrscher durch (seine) Kraft» und «der durch (seine) Kraft (viele) Gefolgsmanner haben soll». Diese alle haben das Vau im Anlaut verloren; erhalten ist es aber in einem neugefundenen kyprisch-syllabischen PN wi-ke-re-le-se |W krelés|, vel. G. Neumann bei 0. Masson, Kadmos 28 (1989), p. 159. In Linear B war die reine Stammform wi- bisher schon in den PN wi-ja-da-ra /Wij- andra[ und wi-ja-ma-ro |Wij-dmaros/ oder /Wij-dmros| erkannt?. A. Hevneck hat MSS 48 (1987), p. 159-166 eine Reihe alphabetischer und mykenischer PN-Bildungen mit diesem Erstglied (und der thematisierten Variante Fwc-) ausfahrlich behandelt; dazu tragen wir nun noch zwei weitere nach. 4. wi-ja-ni-jo PY Jn 431.2. Bei ihm hat A. Hevneck, a.0., p. 151 noch auf eine Deutung verzichtet, meint. aber vorsichtig, dieser PN sehe «nicht unbedingt vorgrie- chisch» aus. Hier versuche ich, einen Schritt weiterzugehen : wiederum konnte eine Bildung mit dem Ableitungssuffix -jo- vorliegen wie oben bei a-re-su-ti-jo und zahlreichen anderen PN in Linear B, also ein Patronymikon, Als Lautung des zugrundeliegenden PN ergabe sich dann ein *wi-ja-no. Das kann durchaus ein zweistimmiger Vollname mit dem Element wi- «Kraft» im Erstglied sein. Der Halbvokal j in wi-ja-no ist als blofer Gleiter anzusehen ; fur das Zweitglied kommt dann am ehesten eine Interpretation /-arno-/ infrage. Dieser selbe Stamm liegt aller Wahrscheinlichkeit nach in dem kretischen PN KS8awos vor (HPN, p. 76, aus dem zentralkretischen Ort Latos). Er ist dadurch eine Assimilation’ aus *K43-agv¢ entstanden; darauf weist die (schon von Bechtel herangezogene) Junktur Ilias 9.303 yéyx %58o¢ Seow «grofen Ruhm mogest du gewinnen!», (Weniger sicher ist, ob auch der in Hierapytna neugefundene PN Zuvawoc (LGPN, p. 416) hierhergehdrt; ihn als *Eiy-xpvoc zu deuten, bleibt zweifelhaft, weil es ein Verb *ovv-cgryuat nicht gibt. Diclionnaire, p. 112 betont sogar ausdracklich fir Zpvwwat die fast vollstindige «absence de formes a préverbes, die den archaischen Charakter dieses Verbs beweise) Von appellativischen Bildungen mit. Zweitglied -apve- sei vor allem uia0-apvoc «Lohnarbeiter» erwahnt. Bei dieser Gruppe von Determinativ-Komposita ist demnach das Zweitglied vom Prasensstamm mit Nasalsuffix (nicht von der Wurzel *ar-) gebildet. Daf die Konsonanz -rn- in Linear B nur als n geschrieben wird, entspricht den orthographischen Regeln dieser Schrift. Speziell fir -rn- haben wir da zwar bisher nur zwei Beispiele, die zudem nicht ganz sicher sind : o-ni-ti-ja-pi /ornithijaphi/ «mit Vogeln (dekoriert ?)» PY Ta 707.1 und ple-no plerna| Dual «zwei PuBbretter (?)» KN Sd 4402 usw. ; besser steht es mit der gleichartigen Konsonanz -rm- : a-mo-la /harmota/ «Wagen» (7) Ferner gehort hierher wi-su-ro KN Dd 1284, den schon Personennamen, p. 209, richtig als /Wi-sulos) transkribieren, mit. “Eni-n.aeg (HPN, p. 412) vergleichen und dessen Zweitglied er mit sade +Beute machen» verkniipten. Daneben gibt es in Linear B die Kasusform jwiphil in wicpi-no-0 /Wiphi-noos| und wi-p [Wiphios| (cinstammige Kurzform), sowie die thematisierte Variante /wi-jo-| in den PN wi-jo-qo-la [Wijo-g% Vas) und wi-jo-ka-de [Wijo-kadés), vgl. G. Neumann, Res Mycenaeae, p. 3291. und A. Heuneck, MSS 48 (1987), p. 149-166 bes. p. 1571f, Ihnen entsprechen von alphabet. PN 2.B. der homerische "Tobdrys. (8) Vel. kretisch Biac < Bev 438 GUNTER NEUMANN [BCH Suppl XXV (Plur.) KN So 4429 usw., pe-ma_ |spermal «Sameny KN Ga 674.a usw. Auch bei Verbindungen von «r+ Verschluflaut» bleibt das r ungeschrieben |Wij-arnos] bedeutet demnach «der (physische) Kraft erlangen moge», ist somit als Wunschname aufzufassen. 5. wi-da-ma-laz KN Ap 639.9 und L 1568.1, Diesen PN fem. hatten Bludes, § 239, als |Wi-dmata] «mit Gewalt bezwungen» gedeutet; in Res Mycenaeae, p. 329 Anm. 1, habe ich das zustimmend zitiert, Aber A. Heureck, MSS 48 (1987), p. 163 Anm. 18, wendet mit Recht dagegen ein, da ein solcher Name semantisch unwahrscheinlich sei. Ein Frauenname /Wi-dmdla) warde ja auf ein mask. /*Wi-dindlos| curiickweisen, und daB n einem Knaben den (Wunsch-)Namen emit Gewalt bezwungen» beigelegt hatte, ist in der Tat kaum denkbar. (Sinnvoll ist dagegen der im Mythos beheimatete PN “A-3un705 «der Unbezwingliche»). Doch laBt sich die Anknapfung des myken. PN an die beiden Stamme wi- «Kraft» und dama- «bezwingen» beibehalten, wenn wir seine Silbenfolge als /Wi-damanta/ iransliterieren. Dies ware als femine Movierung zu einem /*Wi-damas, -antos/ «mit (seiner) Kraft (die Gegner) bezwingend» aufzufassen, der sich formal und semantisch zu homerisch Xepa-B4uae (belegt Akk. XepoSiuxvex) «(den Gegner) mit den Handen bezwingend» und den spateren alphabetisch bezeugten PN mask. "Adx-déuxc, Kagtat- S4uac (Variante Kagri-Béuac), Xadxo-déuac stellt (HPN, p. 114f.). Mit dem selben ‘Zweitglied, aber im Erstglied statt des Stammes (-)- den Instrumental Plur. aufweisend, schlieBt sich hier der homerische ‘Igs-34uae, -vz0g an, dem dann ein spaterer ‘Igl-3xuos HPN, p. 116 (mit sekundarer Uberfahrung in die o-Deklination) entspricht. Von den appellativischen Adjektiva sei toZo-Biuac Aischylos Pers. 30, Nom. Plur. tofoBéuavrec ebd. 26 und 926 genannt, weil es auch im Vorderglied das Mitlel, das Instrument der Oberwindung nennt. Formal gehdrt zu dieser Gruppe auch das homerische Adj. &-84uxs, -avzog (auch PN mask.), doch hat es sicherlich passivische Bedeutung : «der nicht bezwungen werden kann»? Diese neue Deutung /Wi-damanta) setzt voraus, daB die feminine Movierung mit Hilfe von -@ gebildet worden ist. Nun bilden ja die Nomina auf -nt- sonst ihre Feminina auf -{a: div, fxotoa; Médov, MéBouoa, vgl. auch séAac, réawa usw., doch hat schon F.Sommen in seinem Werk Zur Geschichle der griech. Nominalkomposition (1948), p. L44ff., far die alphabetische Zeit ausfihrlich nachgewiesen, da8 die Endung -a als besonders deutliches Charakteristikum des weiblichen Sexus an alle konsonantischen Stmme antreten kann, speziell bei Personennamen. Als Beispiele nennt Sommer u.a. ‘Hyeysyy (zum n-Stamm ‘Hyeudy), Dagpsvy, 'Adxvévy, Kadruérn (zu on- «Stimme » oder dx- +Aussehen»; vgl. auch Pindar Bapusnay), Kavrayuhorpy, (zu ~ahovop). Vgl. noch ®donkzpx (2u @donéewe), das schon in myken. pi-ro-pa-ta-ra vorliegt, ferner von den auf Tektal endenden Stammen den PN fem. Kadsx (zu x#ix «Blumenkelch, Blitenknospes). Hierher gehért auch, wenn zu dem PN ‘Ayaufing (anstelle der ebenfalls bezeugten regelrechten Movierung auf -4j8eu) als Femininum die kirzere Form ‘Ayau4Sy gebildet (2) Zwei weitere mask. PN auf -ve-, deren Zweitglied ebentalls auf einen Verbalstamm. zurickgeht buchen HPN, D.SH4 : "BE-clBac, Mep-ol8ac. Aus Mewavelng (HPN, p. 368) laGt sich wohl ein *Ielgas, Ce 1992] DEUTUNGSVORSCHLAGE ZU MYKENISCHEN NAMEN 439 wird. (PN auf -undoc, -ov gibt es nicht). Diese fir die homerische Zeit nachgewiesene a- Movierung der konsonantischen PN-Stimme missen wir nun schon fur die mykenische Zeit annehmen . Wenn aber das Zeichen /ay den phonetischen Wert /ja/ hat — was noch umstritten ist —, dann ware /Widamantja/ als adjektivische Ableitung zu /*Wi-damant-| 2u fassen, 6. ka-wa-do-ro PY Eb 976. und Ep 217.7. Diesen PN hat man bisher meist als /Kalw- andros| transliteriert, vgl. DMic 1, p. 333. Das bleibt moglich, doch ist in alphabetischer Zcit in PN ein Vorderglied Koa(F)- undblich; stattdessen tritt Kaaat- auf. So ist. als Alternative zu erwagen, den myken. PN mit dem Verbalstamm zu verknapfen, der in der homerischen Formel xi8ei yaiwy (aus *y4F-jov) rudimentar erhalten ist. Sie ist in der Uias mehrmals bezeugt — aber nur in den ersten Geséingen : in 1.405 bezogen auf Briareos, in 5.906 auf Ares, und in 8.51 auf Zeus. J. Latacz, Zum Worlfeld « Freude» in der Sprache Homers (1966), p. 131, paraphrasiert diese Verbindung als «stolzgeschwellt. auf Grund seiner Erhobenheit und Uberlegenheit». yaF- bezeichnet also etwa das Fihlen (und Zeigen) von Stolz und Freude. (Diese griech. Wurzel hat Verwandte im Lateinischen und vielleicht im Keltischen). Das Partizip yaiwy bezeugt einen Verbalstamm *yaF-, zu dem ein lotprasens gebildet wird wie bei 8xlo, xale, vato, rato, vgl. Griech. Gramm. 1, p. 714 sub 6a. Die Hesychglosse yaleoxov- Eyaugov erweist dazu eine Iterativform, die jedoch leider ohne nahere Angaben uber Dialektzugehdrigkeit oder Autor uberliefert ist. In den alphabetisch bezeugten PN kommt dieser Verbalstamm ya#- nicht mehr vor, doch vgl. den PN Payo-w43ng (auf Kreta bezeugt, LGPN, p. 106) und Pavs-xro9, Name eines Konigs von Chalkis. /Gaw-andros| ware als verbales Rektionskompositum aufzufassen ; als paraphrasie- rende Inhaltsangabe liegt am nachsten «der auf seine Mannen stolz sein (konnen) soll» (Wunschname) ; semantisch nahe steht ihm das Possessivkompositum ’Av8po-yfne (HPN, p- 108). 7. Bei der Silbenfolge e-ri-ka-we-e PY Vn 1319.3 wird aus dem Kontext nicht ganz deutlich, ob ein PN oder ein ON vorliegt. Wie A. Monrunco, Cambridge Colloquium, p. 199, rechne ich cher mit einem ON, der hier im Instr.-Abl. stehen kénnte. Mehrere Forscher, zuletzt wieder P. ILirvskt, Sludia Mycenaea, p. 70 Anm. 8, haben angenom- men, da ein zweiteiliger Name vorliegt, dessen Erstglied das Prafix /eri-/ bildet. Das ist vollig plausibel. Fir das Zweitglied sei nun vorgeschlagen, mit derselben Wurzel zu rechnen, wie sie oben far das Vorderglied des PN /Gaw-andros/ erschlossen wurde, hier aber in der Form eines -es/-0s-Slammes */gawos/. Mit einem -es/-os-Stamm rechnet in diesem PN schon G. J. Rutsen, Res Mycenaeae, p. 397; doch méchte er im Hinterglied eine Form des Stammes /kalwo-/ eschdn» sehen. Kine Verbindung des Prafixes égt- mit einem -es/-os-Stamm findet sich auch in den homerischen Adjektiven ép-xud%¢ «sehr ruhmreich» (bei Herodot 7.220 in einer Orakelspruch von einer Stadt gesagt), épr-obevis «sehr machtvoll» usw. 8 di-ko-na-ro PY An 656.14 und di-ko-na-re-ja TI Ef 3. Bisher war fiir diese PN noch keine Interpretation gelungen ; ich méchte die folgende Deutung zur Diskussion stellen. (10) Vgl. auch H. vow Kastor2, Homeritche Personennamen (1982), § 37a 440 GONTER NEUMANN [BCH Suppl XXV Der PN di-ko-na-ro ist ein griechischer zweiteiliger Vollname, das Erstglied lautet [dik-| wie in den alphabetischen PN Ave-avéra und Avc-augéra, die HPN, p. 135 buchen. Vermutlieh liegt der a-Stamm dixé vor, dessen Stammvokal vor dem vokalischen Anlaut des Zweitgliedes getilgt worden ist wie das -d in ’Ager-Gvezos (HPN, p. 66), “Avieyx-tremos (HPN, p. 44), Nx-au6o; (HPN, p. 331) usw. "1, Firs Mykenische ist dieselbe Elision belegt in der Berufsbezeichnung a-ni-o-ko |hani-hokhos/, homerisch #v-oyoc « Wagenlenker, wo das Vorderglied zu jvla «Ziigel» gehort Ein Appellativum *dika ist in den Linear-B-Texten nicht belegt; von daher bekommen wir keine Hilfe, wenn wir die Bedeutung des Erstglieds /dik-/ im PN di-ko-n ro bestimmen wollen. Fir Homer gibt das LfgrE die Bedeutungen «Gewohnheit, Ordnung, Sitte; Rechtsspruch, Urteil; Recht, Rechtliehkeit; Ausgleich, Vergeltung ; Anspruch ; ProzeB». Die Verwandischaft mit 3ebouu, nhd. zeigen, lat. dicere usw. fuhrt etwa auf eine Grundbedeutung «Hinweis». Im Zweitglied von di-ko-na-ro liegt meines Erachtens ein Nomen vor, dessen Stamm zum Verbum évivnut eniitzen» gehért. Dessen ganze Sippe geht auf eine Wurzel *ona- aurick. Ohne die Prasensreduplikation ist sie 2.B. im PN 'Oviryg (HPN, p. 349) belegt ; das Mykenische kennt den PN o-na-se-u [Ondseus). Fur mogliche weitere Verwandte (0- na-lo, o-na-le-re, a-no-no, o-no) vgl. Vocabulary I, p. 226, 249; Il, p. 176; ferner liegt er vielleicht als Zweitglied im Kompositum e-to-ni-jo vor. Aber mehrere Einzelheiten bleiben offen. Das Zeichen ro kann ja sowohl als ro wie als lo gelesen werden. Ein Adjektiv /ondlos/ ware gebildet wie auyypée (zu ovyda), dxarrabs (zu dxatko) usw. ; 20 erwiigen ist aber, daft dies Adj. nicht von einem Verbalstamm, sondern von einem fem. nomen aclionis *ona abgeleitet ist. Was das Suffix angeht, so ist auch ein Ansatz /ondros| (mit suffixalem -r-) wie in dwapi¢ (zu dew), wohl auch Bpapb¢ (zu Beko) usw. nicht auseuschlieBen. (Dies Adj. ware spiter durch die nach-epische Bildung"? avfoqos verdringt worden). Nun ist allerdings sowohl bei den griech. Appellativa wie bei den PN der Bautyp selten, bei dem die Zweitglieder aus einem Adjektivum bestehen, doch finden sich in den historischen Personennamen immerhin solche mit den Zweitgliedern -xgyoc (HPN, p. 64, aus *apy-p00), -ernpos (HPN, p. 168), -tep0¢ (HPN, p. 217), -maroc (HPN, p- 371), -aogos (HPN, p. 403), ~tnpos (HPN, p. 426), ~pid0 (HPN, p. 4491.) usw. (Von den myken. PN kénnte da-i-la-ra-ro hierher gehdren, wenn er als /Dai-traros| «schnell im Kampf» zu transliterieren ist). Und schlieBlich sollte auch die Moglichkeit, daf in |-ondlos/ ein Substantiv «Nutzen» vorliegt — gleichartig gebildet. wie C70 « Kifer» — erwogen werden. Dann ware der PN cin Possessiv-Komp. «der durch seine xa. Nutzen hat, bringt». Bei der Gruppe di-ko-na-re-ja /Dik-ondlgja| wird aus dem Kontext allein nicht klar, ob ein PN fem. oder eine weibliche Berufsbezeichnung vorliegt. M. Leseune, RPhil 50 (1976), p. 194f,, halt far moglich, daB es ein Adjektiv «zu di-ko-na-ro gehorend o ist. Sollte d. cin PN fem. sein, dann laBt er sich als feminine Movierung zu einem PN mask. /*Dik- ondleus| auffassen; dies ware eine der nicht seltenen Erweilerungen eines (an sich (11) Mit einem Wurzelnomen *dik- im Erstglied wird man besser nicht rechnen ; Altindischen und Lateinischen bezeugt, nicht aber im Griechischen. ‘ (12) Zu diesem Typus vgl. C. Annenz, Die Adjeltiva auf -IMOS (1993): ivhou a shomerischen» Hermes-Hymnos bezeugt. i. " el es ist zwar im 1992] DEUTUNGSVORSCHLAGE ZU MYKE! ISCHEN NAMEN 441 kompletten) cweiteiligen Volinamens, Typ /Start-dgeus) neben orpar-xyé¢ usw, vgl zuletzt G. Neumann, Res Mycenaeae, p. 333. Bei einer Obersetzung des Namens /Dik-ondlos/ gibt es wohl mindestens zwei Moglichkeiten : entweder «dem die Sixa niitzlich sind» oder aber — und vielleicht plausibler — «der mit Hilfe (seiner) ézae niitzlich ists. Als Obersetzung von [dik(a)-/ scheint «Rechtsspruch» am nachsten zu liegen. In der Ilias sind es Angehorige der obersten Schicht, die Gaowdiec, die solche Rechtssprache fallen; hier in Pylos gehdrt [Dikonalos| zur Gruppe der [eq'elai/, die Rang und Ansehen besaB. Das halle ich nicht far zulillig. Zur Verkniipfung des Verbstammes évz- mit einem nomen abstraclum im Instrumentalis vgl. Ilias 1.503 : enore 34 ae buyex % Eres % Epy. Semantisch vergleichbar mit /Dik-onalos/ wire dann etwa der alphabetische PN Yooi-8u0; (HPN, p. 137) «der durch seinen Rechtsspruch (jemanden) errettet». Dies ware das erste Vorkommen des Elementes dik- in myken. PN, 9. Der PN mask. qi-rita-ko ist in Pylos belegt (PY Cn 655.11). Vorgeschlagen sei hiermit, als Zweitglied /-archos/ ¢Anfiihrer» anzusetzen™ und als Erstglied den Stamm |grrith-/, der in PN der alphabetischen Zeit. in der Form p10- vorkomml, vgl. HPN, p. 101. Bechtel rechnet da mit dem Adjektiv Se6éc', weil er den PN Be.0-ay6py als Antonym neben Koup-ayégag stellen mochte. Aber ebenso gut ist es méglich, mit dem Verbalstamm e0- zu rechnen; dann lage cin verbales Rektionskompositum des Typs ‘Tépr-avBpog vor. Boia heiBt konkret «sehwer, wuchtig sein», wird aber metaphorisch auch von der physischen Oberlegenheit gesagt, durch die es einem Kampfer gelingt, seinen Feind zu adracken», zu bedrangen, zum Riickzug cu noligen, vgl. Mias 12.346 ; («Uns droht. ein jahes Verderben») &8 yp tpraxy Auxtoy kyot ... Das iibersetzt W. Schadewaldt : «denn so drangten mit Wucht heran die Fabrer der Lykier ..». Der myken. PN konnte also besagen : «der die (feindlichen) Anfahrer bedriicken, zurickdrangen (konnen) soll». Der Name entsprache dann in Bau und Semantik den in HPN, p. 81ff., gebuchten alphabetischen PN ‘Aag-apy0c, Avo-apylc fem., Mév-agyoc, Ntx- apzog. Im Anfangsstadium der Mykenologie hatte man erwogen, der Verbalstamm Spt0- knne im PN pi-ri-la-wo PY En 467.5 und (erganzt) PY Eo 371 vorliegen. Doch ist es gewi8. besser, an der von J. WacKERNAGEL, KZ 61 (1934), p. 197f., stammenden Verknipfung von BotDe, Bol eheftig, stark», Bpaeéc usw. mit Bapic und seiner Sippe und auBergriechisch mit dem altind. grt im Kompositum grt-smdh « Hochsommer festzuhalten *, d.h, im Antaut mit einem Labiovelar zu rechnen, vgl. Vocabulary 1, p. 180; Dictionnaire, s.u. Bp usw. Nach A. Leuxanr, Aklen VI. Fachlagung der Indogerman. Gesellschaft (1980), p. 243 Anm. 22, liegt das Wurzelnomen *giri- im myken. PN pug-ke-gi-ri vor; er tibersetzt ihn als «der der Gewalt entweicht», das ware wiederum ein Wunschname. Ginter Neumann. (13) An sich konnte man -a-ko awar auch als /-agos/ transliterieren, doch scheint es — jedenfalls in der alphabetischen Zeit — mit. diesem Zweitglied keine Terpandros-Komposita gegeben 2u haben. (14) Das ausiautende -u- des Erstgliedes kann gotilgt werden, vgl. B&0-mzoc (HPN, p. 91 : au Batic), Prue-avbs (HPN, p. 109 : 20 yrseig), Opba-enmag (HPN, p. 211 : 2u Bpacs) usw. (15) Freilich bezeichnet M. MAYRHOFER, Kurzgefassies etymologisches Worterbuch des Allindischen 1 (1966), p. 354, diese Verknipfung als enicht ganz sicher