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sulufo,mp t:ischenbuclt wis:scnsch :ifr 2098

sulufo,mp t:ischenbuclt

wis:scnsch:ifr 2098

J<>hann Cotditb ficb1c gilt 21.~ d« lkgriiod1 -r d<-$ Dc:imcheu fd~f i$m us. Seine" Philoso

J<>hann Cotditb ficb1c gilt 21.~ d« lkgriiod1

-r d<-$ Dc:imcheu

fd~f i$m us. Seine" Philoso ph.k-

<'CÖt1crr, w: 1:s \Visscn u nd Bc-

W'usco$chaftsf.tf1.re - l .d1rc

vom \'Vi$$Cn an sicll. Wilhelm G. Jacot» fuhn jn diese Wis·

~ ch:1ftslehrc sowie :tllgcm<:in in die phifosophi$chcn Pr<>-

blt:IU( dct %rit um 18ooei1:1 Er orient.icft sich d:lbei.sowohJ.n den phi.J<>-sopbisch('n wie auch an den $0gen:1:nmeo popubü-en

Sduifrcn F",du C$ u n d zu dem

und mißbr:tucbtcn Rrden ,m die d1:ustdn- Mui()r

'lll!ßtsc-in s.in d : daher

n-cnm « s.ie

m den ~ o fi mi.ßvcrsundC'flcn

Seine EiJ,.

fühn.in.g h im ;t-au.( d.icsau Weg citt'(n gru nd lcg<:odcn f iri $d(S für Studierende d.er Phifosophie und überhaupt für jcdell an

J1C$« rn-oluri'ln;i.rc,n Zeit int<.:mricrce.o L:st:i:.

Wi!hdm G. Jacobs ist Profes.~r für PhilosoJ>hie an der Lud·

wig-M2~imi.lian~Uoh'<'rsitfh Münd1c-.n. 41km cr,;:,cb.ieo v()n

ihm itn lrucl Ve.rbg: j()bam1 Go::lk/, Pid?:r. Eir.r ßü,gmphk

(2012.).

Wilhelm G. Jacobs Johann Gottlieb Fichte

Eine Einführung

Ve.rbg: j()bam1 Go::lk/, Pid?:r. Eir.r ßü,gmphk (2012.). Wilhelm G. Jacobs Johann Gottlieb Fichte Eine Einführung

Bib&t;rMudtc lnfüt,-,r~ffl'ln der Oeub'chcn N:itio~lld:

Dir. Onu)<he ~-.uiolWl>JbfiOffl;k Y\'.n:cid)0t, d~

Publik.uion

i1> der O('um:'1

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Nalion:.tll>lbliotpfie:

dcitllillim c Wbliogr;t.ti~ OJ:cn, ~ind rmln1ern«

Ub1a lmp://dnb;d.nb.dc- Jbf\lJbv.

aib.i.:bmp t:\Scl1cn.':ivcll wiucl1$di

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~ Auilisc .:.or.;

Q Suh&cunp\~

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Bcdin 10.1-4

-:.<198

AJ!,: Rcd11c vorbd uftoo, insbcsoudm·das der Obcocixong,

d~ Mmdi.:ba1\~g,s )(!Wie ck, Übc'rt.-.S.u.n(.

d11t1:h Ru:.,dfi.uik und Fc111J<"bcA, :u.tffl ci.wJd.w:r1cllc,

Kein 'l~i! Jc

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Welke~ durit, «gffide1ot": Form

(durdi l'oc:t,gr-JM. Miho6!ti\ oder .:ind«cVcrf.th,en}

,>lu,c K.h.ti(i.fi :IK

<.:cod1m.ig1.1nj;do-V~~ ttproduxim

o&.r W'ltcr Vcrwmdung dd:m)n ik'hcr Sy,;ll:llic

vu.lrlx-.i1ce,\ 1 cr,cidl'lltigl udcr Y('Jb«im wc«kn.

U111i.5dib s, tiach F-.1)1'wü.rkn '-'W• Wi:lly f kd:havs

und RoJfSm1dt

Drndc Onu:.liuui Nomo.,,, SinUldnt Printl'Jd ji, Gum.wr

ISBN '))78·}-,.IS•i969ll•I

lohalr

Vorwort

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7

L Fichrcs \Vtg zur Phil0$0phic

 

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u

2. Ucber <lc.o Begriffder Wisstuschaft.steh.re oder

der sogc:n:i.nncen Philo.sopbit

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r9

3-. Grundlage d er gesammtc:n Wissensch::iftslchre- 3 t 4. Gn1udlagc: des Nal1.1.C«:ch~ nach Prindpico

dc.r \X 1 issensclufu.lduc

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St

5. D ie: Einlei,ungsschrifrcn

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6. Das System der Sittenlehre nach den Principien

der Wisscnschai\sldm:

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7. Der Atheismussttcil

. 9. Sonnenlda.re'r Bc:richr ;w das größere PubHku m übc:r das cigemtichc: \\7csen der neuc-s,eo

8. Die lkstimmung des Menschen

77

84

91

Ph.ilosophic. Eio Vrnuch. die Leser zum

Ver:.lehcm zu zwingc1)

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10. Die Grundzüge: des gcgeüwänigen Zeilalcers .

. 1i. Die: An wcism1g zum ~ecligeo Lc:ben, oder 3uch die Rdigionslchre 1 ; . Zur Re'lepcion$- ulld \Virkungsg~ichte

t r . R«len a n di t deutse.he Nation

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103

111

tZ-4

r38

I 46

Zur Zitic:rwci.se

ALL~bibliogt2.phie

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t 50

15 1

Ze;u,fel

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Nameon~i.stc:r

 

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157

Vorworr

Die vorllcgcode Eiofuhr.ung gthl auf eine:- Vorlesung %.U.rück; d ie, ich zu Fichres.150. Gebur l:ltag im Sommer-

semeste.r 1ot2 un d nochm:ils

?J J

fichces 1.00 . Todc:.srag

im Wime.rsemc:ster 10[3/i.014 :m der Lu~·ig~Max.imili- aM--Universität in München gchalrcn habe. Neben den

Vodesuogstexu.:n ist in das- vorli egen de Buch da- Fcst- vomag ci.ogegaügeu, den idi bc.i der Feier \'On Fichccs

1.50. Cd>unsc:ag i n R.l.lRmcoau halten durfi:e Die1C':ctc:

sollten das VersWldnis der Philosophje. Ficbr~ erleich- lecn und w m Studium derselben crmunrcro. Zugleich

w.u-es audi das lj el der Vorlcrung. Mißvtts&i.oduiss( dtr Philosophie Ficlm:s, wie sie bis heure in deren Reicpdon

begegnen. :lOS'tl•riioooen. Oi('SC: Incentionen bldbcn dem vorliegenden Buch crh:l.lrcn. Eine EinRihnmg mirAusein,:i.ndersct7.Ungen beiüg!jd,

der Auslegung u nd des Wahrhc:itsgehalces des Den.kc os

eines PhUosophcn w \'e.tbiJ1den, dürfte die Aufgabe: de:r

Einflihrung ebet behinde rn, wenn Wd n gar verhindern.

kh habe sie d;ilicr uo(ed~,. Grobe Mißvc:rstin.dnissc

und n".rf'ehlre 0 :irstd lun gen s ind c;ms pl'CChe nd d em Vo r„

haben. <lide aw.-z.uräumen, zurückg,:wiescn.

Oc;m Zweck d er E.ü1fuhru.ug gemäß habe: ich aus

Fichccs Werk solch e Tex-rc i uf Gru.odlage dieses S uche::.:

ausgew.ihh. di e ihrerseits cinfü h,-cndc;n Charakter ha„

ben, oder solche. die Fichrc scll,sr-:ils popuJä.1; beieid inet

har. Zusän.lich gehe ich --:iufden cn.re.n Teil der Grund-

lt1g~ du grnm:111tr11 Wiumsdtafolrhre ein. da d ieses ß uch

.sowohl gnindtcgc1,d fiir d.:is f idue,Verständni.s als auch unter den Fichccschen das: - abscsc.hen voo deu Rrdn:

an dir detits<he N11titm -- wohl bi.,; heute bekanmcne isr. Außerdem gdlc ich auf die ersten TeiJe- der Grundlage da N11turr«.ht11u,,:h Prlnr.ipien t.k,· WisstmSchcji,ld,rc und lies Sysum; d,·r Sitrenkf,,y 1t11thden Prindpim dn- Wi's:ren• sdtaftJleh" dn, da diese zum. Yerstäodni$ der populären

CCS(;bjchß.- und .Rdigfonsphiloooph.i.eltilfrcic::b sind.

1?ne- Ein führung erser.tr nidH die

Lektüre Fiducs. sie

JUltt <les:n:n Te.,:te w vc.rm·hcn und soH :mm Lesen t>r·

ruumero. Lenc:endlich muß d n jeder Mensch sdbsr sie

zu dcnkco, zu crfa.,:;sen_und gc!,~henenfulls w kritisie~,l

sU<;b.tn, das bac Fiebre ofr genug beconr. Wi.r llabco uns

ti n Wort Ficlnes t u dgco. zu machen_; 1,Al.lc:s·, wa,; f

gedacht werden soll~sd gedachr f

•)

.). nur in wiefern Sie.

. J haben ,0' 1 Folgüch habe icb. Sie-,_ver„

ehrte Leserin. "\'trchrcer ~e r, zu biuen und zu er.$uchen

selbst mif Fichre -zu d ellken.

FicluesTexte si11d gepciigr vo11 dem WiJJco,, sein Den- ken i:nittu tcilen. Denken ist BcwCh,'1.lng, man .kann sieh

dabei nicht fcsthal rco. E.in e Gefahr für jede ph jJosophi·

sehe Lcktü« bcstch1 darin, sich :in Worte tu haJreo und

die Dynai:nik des Denkens i u ,•cmachHissigcn. f ichre kennt dle$c Gc-f.1hr un d bcgcg.oet ihr dadurch. daß et die

sdher es ge<fachc (

'

\X 1 one w~se:k Er: v.-ejJ~ sdbs1 und hält es rur richtig,

<laß er eme fesce Tenninologie meidet. Man muß also

hc;.i der lckrürc .scinc-r Tc:xce stets <lm Gedankengang,

:iuf den d ie. Wone nu r hinwei.s<;J'L können~,:o erfussen .su-

cl1cn. Das mag bei der Lektüre a.uf.mgs Sch wierigkeiten

bc<rc-iteu, erweist sich aber bald :ds hilFrci-ch. f iclucs PhUosophie ist von seinem Leben nichr ;:;u rrcnnen; das c-ntschcidtnde- Ereignis war ·1)icli~ a.nder<S

1

CA US, 4 f. ;SW X:91.

8

::il.s cine phil()Sc)phisdie Einsicht> die ihm bei der kk·

türc \'()n Kints Kritil: du pmhischm Ventt11,fi aufging.

Daher muß auch di e5c Einföhn.11)g i.n weuig.:.n Stri chen

das .Ldxn f jchtes zddmen. Wer sich übcc fichtes Leben

gc::.n.lucr inforl'l1ieren wilJ, .sei auf mein i.on. Z'llll\ fichtt."-

JubiL1um crsdJ.icucnes Buch]oht111n Gott/ich Flch:t. /Jitu:

BifJgraphie h.ingt.'vies.e.i1.

Meine Hörerinnen und Hön::::r h.l.beJ) mich mit ihrer W.l·

chco Aufmt:rksamkdt und ih ren klugen f l'.lgeo itn1ner

wiedet <::.mlm\tert, die Gegc-n.stände meiner Vodesung

und jeo:t meiner Texte erneut zu durchdenken. D:illir

danke ich

ih nen g:m 7. hcrz licll.

r. fichces Weg zur Philosophie tlchte jst 3.01 1·9. Mai 1761 in Rruruncn::ui, einem Dörf„

r. fichces Weg zur Philosophie

tlchte jst 3.01 1·9. Mai 1761 in Rruruncn::ui, einem Dörf„

cllcn in S:i.di.seu, ::i.ls Kind kleincc Le l1Cc gebor<.n. St.hr

früh 1.dgt sich bei ihm ein ungewöhnliches Streben

Sdbscändigkeit.

nach

Fichces Begab\lng wird im Schloß Ramn'le11au ent-

deckt, als ein F reund des H:wshcrm, ei.n Frtihc,·r von

1'•(i)tiu-, dic.~n besucht t1Jld bei der Gdegtn.hcit den Pfu.r-

rct des Ortes predigen hören möchte. Die Predigt aber in

schon gehalten. wenn der freiJ,erc :i.nkom mt. Der Haus- herr läßt J\W\ den crwa adujährigen Fichte:' komJUeo, der die Predigtvollsr.indig mit Verständnis und Eng.agemcm vorträgt, Dar:i uf entsd1lid'k sich Milcir.t, dem Jungen eint $0lidc Bildung zu vcm1.ittdn, die: deo Kleinen 177.1

1t:1.ch Schulpfuna fü hren wird. Hier kommt der Juuge

mit der Aufkl.ä(ung in Berührung, insbesondere rolc<lern

Sncit l.essing.5 und Goetts. Er lernt dabei, sdbst~ndig zu

prüfou u.nd 1.u denken.

Mit .achtzehn Jalueo \'erläßt f jchte die Schule und

lxgil\Ot lhcolo_gie sowie Jur!l zu, studieccn. Daraus wird

nichcs Rechtes. U nxcr.stümmg bttieh r er nicht mehr, \l.nd

so muß er sich mi t H:u

1.s.lehtcrs1;el!en

und Stundcogcben

durcbschbgen . Bei;abl und g_ebildet wie er ist, nimmt er

d.i<: Dinge nkht ci.l\f:tch hin, sondern. fras.c, warum sie so si nd , wie ,sie denn sind. Die An1worr -:iuf solche fragen bene-nnr Unachen und Gründe ftir die Notwendjg.keit der \'<'irkungel) und Folge!\. Noi.wc.ndigkcit alx:1 dc(cr·

miniert <l.:1$ ~vußtseirt Ulld legt fest. Glaubt man nun,

daß auch m e-n.schlicbe& Handeln VQIIScii.1ldi g dur ch Ur„

$:tebcn bestinum isr, so blcibl kein Raum für Freiheit.

"

Fkhtt' s ieht sich d e.terminiert, kann aber sei11 Sm:heo

nach Sdbsr:indigkcit, das ihn schon sehr früh ausge-

u:ichoet hat. nicht mtte-rdrücken. Bcid~ k.m n er nichr

verC'inbareu. Er gtriit in einen KonB.ikt. aus dem Cl' kci-

n<,:n Auswi

"g

weiß.

In. djescr Siluatio.o ersuche ein Sn.id~ot den in iwi.schcn achturuhw.1migjährigen Fichte um Nachhilfe in K.an-

t tsehcr ['hjfosop hje. In seiner Geldnot n inunt Fichte :m

Wld scudie.n IG nt. ln dessen Kririlcderrdr.e,, Vermmfi Jin. d o: er den Beg:riffeiJlervo lhtändig d eterminiercen N:iuu. Ka nts Wongcbr3uch ist sehr eng. Er versteht unter N:uur nur das, was wir nach Naturgesttzcn ·wissen. N:atuq:,~set-

ze bcmht.n aufsolcheo Gesct?.cil unseres Denkens, zum

Beispiel d em d er Kau.-.:11.icät. o hne die wir übcrh:iupc nichr

:ui denken vermögen. rhJ».it beschi:änkt K:uu den 6egriJJ

"t

tNarur« ~uf dasjenige. w;i,s uns

im \Vissen, t.md zw:ir ge-

sccimäBig, el'$Cheint. Von de.lll, W:!$ <htüber hiJlaus liegt,

b n n folglich ke-jn e-Gtseumä ßigkeit und keine Oeterm i-

oario n behaupret werden. Damit hält Kaot die: Mö~ltch-

kcit \"Q I\ Fteihcir:i.u&rh:alb der N:atut offen .

d,1rch Gcsct't,e

<hi rchg:i ngig dcrenninicrr ist, isr :dies, w.u in der Natul'

gcs,c.hieht, bedingt unddamh unfu:i. Umgc:kehl'.'t ist Frei-

heit dann ~s Vuhedingtheit zu begreifen. \Vcnn $ich also

Da Kam Narur so bcg;e.i(t,

sie

da-. uftbcdingr fat, zeigt sich

Frcihdt, und zw.it als wirJdich. Unbedingtheit e rweis{

im Oev,ußtS(in von V<-rpfl iduung. Dkses Bc- ni mmt kci1)erlei Rü cl<sichr :luf die ßodürfn:isse

wu(~rsein

sic h :ilx:r

im Bcwufü:sd n etwas ?

Cigl,

der N :i.tur, wie w ir sie alle c-mpfiudcn, nicht c-inmal auf

IJ Q,krc

läßt sich d.a.her aus <lt>r Nitur mir ibn:r d urcl1gängigeu

Sc,d_jngthdr nicftt erl<lärc:n, also nur :ms deren G<:gentdl.

eltmc-ma.rsren ,,ariirlichen .Bcdiirfni:;se. P6.icht

11

der Vemunfr. PAicht isrdamit nicht der Befehl ci,,es Ge-

walthabers. 'o'iclmclu Gebot, das die Vern un ft selbst gibt;

d.-i.1.tüt

ist Vernunft

auton om, .sich sdbsr gc:seagcben.d.

N icht

d ct Mt.nsch

gebietet, die Verounfl gebietet au.$

s id1 selbsr. Freihci1 ist zualle.rem Au ronomie der Ver-

ilunft. Wer sich -aber sclbst das Ge:;en: gibt, isr frei. Die

Yernunfi ist gegcnüb<:.r det- Natur frei in ihrem Gebot,

und dadurch i.n auch d er~ao d e-n sich da.-. Gebot richtel,

dct es befolgen kann oder :iuclt r:Li.cln,

fn:L

Wcn1:i.

.Fichte diese Ei.nsichren du rdt sein Srudium,

j c:ttt der- Kriük dn- praktisclm: 1/i!rmmfi, gewin.ot, erlebt

! An anderer S tdle

heißt e.s im Späts0mmer t790: »lcli lebe in c:inct: neuen

Welt, seitdem ich die Krisik de.r praktischen Vtrmmfi gde--

scn habe~t' Der-imd ligcme? n:ac;b Begründung futgende junge Mann fii-bl:. sich nicht nu r frei. er b~gmft sich als

Ud. Der Konflikt jn gelöst; 11Kopf und Hcn.«" haben, \Vie f id ne schte.ibr. gcwoo.o.ell, Seine Briefe klingeo plött.fich uocz bleibender matericllcr Nol &oh und hei -

ter. K:ants Kr:'ti/: hat ihn :mfdie eigenen [ki11cgestdlL In

dies.cm c:ngeo Zu.Ammenhan g stehe n bei f j chte Philoso-

phie u nd .l.c:bco.; du.ocb Philosophie ersr wird sich dieses

er, wie er schreibt. ein e i,,Revo)u rion~

Leben sei ne.-. Si n.n es

gewiß. Hier, in der Auto n o mi e der

Verouuft, liegt der Quellpunkt Fichcc:;chcn Denkens, der ihm 0;icllt mehr vc:-rsiegen wird. Fic.hte gehr. bald darauf nach Königsberg. Er bc:;uchr Kam. wird , wie üb li ch , von ihm t'ingdade n . D:tn l'J. gehr f iditcdas Gdd ::ms. Er wendel sich an Kant mit der 8it• tc wn ein Darlehen u nd legt ~in Manusk ript, :i.n dem

:. CA m1,19).

.)

4

CA lll 1. 16'7,

GA HI 1. 166.

' l

c.r :.ubeitcc, bei. Nach ei nigen T3tcn eröffnet ihm Kam, <bß er jJun keio Gdd lei he. Da 3hcr sein MJ.nu.skdpt guc sei, wolle er es sci 1) cm Verl cgcr empfohlen und s ich dafür einsetzen, daß Hclwe dnen Votsclluß erhalte. Das nit er-

auch und lcistel .sodne weit bcssei:<:- Hilfe. :.lls fic-htc je zu

tr.iumeo auch nur gew:agc '1ätte. Fichte kann k.1 ~1r'O fus.

sen, w.is ihm wid erfuhr: d crjeoige. <l~sen Sch ri ften ihn

frei gcm:);cbt harr.eo, F.tnd scü1en1 t°.'<t gut. Und nic.ht nur

d:u:: H.!lrrcn Kanu Scluifren Fichte aufdie; eigenen Beine

8C'Sli:Ur. gibt ihm nun Kant auch jX'.rsönlich den Ansroß,

sclbsl die Beine tu bewege:1l und '7

U

gthen.

Fic.htc:s- Buch ttägc den Ticd Vers11ch cinn· Crü ik nll<r

O/fmb,trung und war. wie bci Fidm:s Kam~Begeisrenmg gar nicht anders zu erwanen, in Kancisc;her J\tanier ge

- schricben ; scl1on eh~ \Vort Cririk Un'Drd deutel ja dar:tuf

bi.n. M:rn c.rwanete i udem a.lJgc,:n~in einen Text

Kants

zw· Rd.igionspb.i.losophie, der mcsächlich .!lud, erwa.~ spöicr er.schienen ist. Der Verfq;er llifü daher r.wci Va- rianten de::; Ticdbl:tn~ druckeo, mit und ohne Verfu.5sc(,, oamcn. Diejenigen mit dem Namen läßt er in König.1- berg und Umgebung vertrejbcn, die anderen im ganzen

Heili!,~n Römischen

K.'lln ischcs gchaJlcn.

Reich. D:tS

Buch wird <ion .für ei n

lll)d z,\!ar von durchaus kuodigcn

eusionszcitu.og.

die Allgernein, LiY-1m11r•Zrisung, nen nr K.a:Jlt als Auro('. Das Buch c~c::h.eint im Frühjahr, Kam crführr vott d em Mißverständn.is' io, Augus1, und sea.t eine fhr Pichte eh-

ren\tolle .ErkJäruog bezügliclt der w.ihtco Verfu.~sersdlaft

in die li.J.ert CA.durch in- Fichtt mit einem

Person en, Sog:ir dje l:)C'(fouttndsre

RK,

:ur-Zeit',mg.

S<:hfag d<:r Jung.,.c.:ir der PhiJosoplüc. Diesel.' sclb.sr erkJ:itt Kant sch leu nigst , d-aß <:r rnir dem VQrgchen des Verlegers

ni c.hcs t u tun h.lbe.

Fich<e mache sich nwi auf den Weg n3ch Zi.iri~

Hctbs.t 1793 h eiratet. Z uvor hat e r noch zwei

wo e r im

l<ldne $<1>,;fien h<raosgcbra<ht, <in l'ampblct gegen

die .Einschränkung der PrcsscfTeih cir u nd cU\eJJ 1o8c:itrag Z.\tt Berichtigung der Unheile des Publikums über die

ff:);nzösjscht RevoluciOJ~ «.

worin c-r gleich am Anf.mg die

K:indschc Rcvolutio.o der Denka.rl über die fr:m1.&isc.hc

des St:.larcs stclh.

Die lireratur-Zrittmg h:l((e

sich.

rogleicl1 des Jung-

Stars ab Micrc:z.cnsenrcn vc~icherr 1.i.nd ib m eUt brisantes

Bucb zur Besprechung angeboten. Da.s ßuc::h war an,.

o nym C.1'.Schicnro tUld 11acl, dem antik en Skeptike r Acne ·

sidemus bctfrc,lc.s Es richtet sich gegeo die Wc-.iterbifdung

der ·Kam ischcn Lehre durch Bxinhokl. Diese r hacre Kanu

t'>Jtilosophie bejaht, ~er :weh gesebeo .

d.l.ß diese o.iclu allgen1eiug"l.tn,d wurde. Dafür wollte er

eintreten und \Whhc ,.um l\usgangsptwkt. seines De

kens eine TatsSche. die ni emand leugne n k:.tnn„ oänilid1,

daß wir Vome.Uungcn haben. Wer leugne~ h:u j:a die

Vorstellung d essen, was er leugnet. Zu ei ner Vomcllu ng

.imfülich diese .sdbsr, ein Subj ekc, das Yors-rcllr,

und der Gc:gcosta.o.d, welcher ,•orgest:elkwird. Diese drei

.Elcmenre sind im Bcwußcsc.in sowoM wuenchie.de.n wie aufeinander bezogen. Das leuchtet ohneweiteres ein und ist :1uch oicht t u besu:titen. ~inhold hatte aber den Zu.

gchötell

giihigkei1 seiner

den J e.oaischen Professor

Anspmch auf AJJgtmcia.

s 4(11('1i/kp1U$ Mer ;;bt,,die Anlk1mmtf drr 1:rm drm

Ha-rn PfQf

Rriw'J()/J in.Jrna. grlirfirm, EJmm1Mr-J>hi!os~phii. Ndnr (ir.rr

l1<rt/x.tdig1mgdes Skt>ptidtmu.s g<gm die .-Jnr,utdßrmgm lfr-

mmfilui!ik. olmc: Ori 179:

Verf~r <kr Schrift ,,;ar Coulob

Ernst Sdtultc~$cic"17SS P:ofQ'.SOr der Phi!C)<\Qphic ln der Uni·

Y1e1$i1.ä.t Admstcdt.

sanuni!nh:i,og der genannten dn:! Elemente im ßev,ußt·

sciu als Grundiaszaufgesrellc. Er lautet: iolm ßewußrsc:yn

winl We Vomclh1.11g durch das Subjt-kt vom Subjekt und

Objekt untl!"rschicdeo lutd auf bcyde bezogen 6 Daß

die unbcs:rreitban" T.1.rsacl\e miu aber ein Gcundsan sein .sollte, das bestritt der Vcrfu.sser des Aeut>4idert::,s-, denn

dider Grundsa~ .ktte Unrcrscheiden und Beziehen der

gea:1.a1um:n Elcooeme \·ora.us, sei also kein Grw1ds.att.

D:assiehrFichte ein.

Einm,;i;l .lbge.sehen divon, daß hier nw die thcoreti·

.sehe: Ph ilosophie: them:i.tisiert ist. so i$r doch mh dem Such Aniesuk1ftUJ die: .Spitie der seiner1.dtigcn Pb.iloso· phi.e er.reicht. Kants und Reinholds Den ken drohen der Kl'itikzu verfu.Hco. Wenn Fichte hjenu etv.-:i~ s~gt, dann mu.ß er s.eJbst di e. Ph.ilosophic sein.er Tage: wcicerfuha-en. Ein Vol'bild. einen Vordenker h!'tf er nun nicht mclv. Jcnr muß et in Neul;ll)d vorstoßc:n und skh selbst den

'W'cg bahnen.

& ist kb r: W;u: man umcr~cider, bc:-1.iehr m:tJ\ eb<n

dm.iL -aud-i ~mfci l)ander. U nrerscbeiden und Beziehen sind Ak.te- des Bewußtseins, die ?.USauunenhängc.n. Die-

~ i.stes. wdchcs uotel"S(hcidec:und lx-4ieht. fich tes neo-

er wcicerführtuder Gcd:mke .bnn so formuliert we«fen:

Wenn das Bewußtsein es is<, das umeNcheidc t un d be.

1.iehe, so muß es d()(:.b in diesen Aklell J a.seine- und sel-

be Bewußtsein sc:i:n. O:ts aber bedeutet, das: ßcwußcscin muß vor :illcn andc:rc.n Akten sich al$ d:.t$ efoe Btwußt- sdn. das :d ie di~ Akrc volhidir, kennen. Es muß Be- wußtsdn seiner sdbn.- Selbstbewußtsein sein. Da dieses

6 luri Leonhard Rcinhold, Brylnige ~ur /krid11ipng bdxrip

l•fim,'mtiixdniskdn Ph:b,sqphnt, Bd. l. J c:m11790, S. l67.

16

S.idMdbst-Kcnncn des Bewußtseins jeden, Umcr$Chc:i-

den und Be1Jchen vorausliegr-, in es deren Hcdingung. und zw3.r deren h&bste.

Das hört sich vicUcicht kompliziert :m, benennt .abec

~. jn, und h~bcn es nie gdernt;. denu all(:$' lcL'I\Cll scr:u ja schon Bewußtsein voraus. \Vi.r köJ)ntu es ~udl n.icht be- weisen, denn auch_ Beweisen oder das Ve~1eh.c.n von. Be.

Und em. weil wi r wis--

etwaS uns V(Vcnrautc

Wir alle wissen, was Sewußcsein

weii:cn sem Bewußtscill vor-

tus.

stn, was Bcwußl.SciJl isr, können wir das, wa.s wir wisstll,

voro Wisseo

selbst umc.rscheidC"n und J a1auf be--l.iche.o.

Das ;lJ}cs ist uns so sdbsl,•erstindlieb, daß wir nie dar-

über n:ichdenkc.n - es sei denn, ,,.;·ir pl\tl0$0phicre.n.

Zu dieser Grwl<lstrukcuc d es 6cwußrscin.,; gibt es du

.Analo gon un·Alltag. Wu alle wissen Qhn c weite res , we n wir mei.1.1tJl, wt:llO wir „ich« sagen. Das müszen wir uns n.i<:bt beweisen . da.,; ist uus sc:lbst---et1täudlich. Wer itich« sagt. wciß unmim:lbar, wel\ er meim, s ich sclbst _und sonst niemanden, Diese U n mircclbar keit hat d ie: R«le

von mtinem Ich gemei nsam mir der Un rniuel barke,il des

Sdbstbewußtscins 0:ahcr nennt Fiebre letzteres kh und dueibl dieses 'Won groß. Er un terscheidel d.asg,oß gc- sch.ricl,cnc lch -also .sehr wohl v<uJl klein gcschrieben e.n. das jev.·eiJs ein ludividoum bc:tcic h net . w~ihrcnd das er- ,ste gerade das AHgemcinstc ist, das wir in jedem iadh'i-

duelleD ßcwußtScin voraussetzen als dk Se<.Ungung von

Ko1nrou.oi.k:ation. \X 1 enn unser Bewußtsein nicht dieselbe Stn.iktur hätte, könnten wir w1s nicht verscindigc:n. Diese Be-ncnnung Ich hat bis beurc: ?•.u \ic:lc.n r-.,fiß- vemäudniSSC'n gcfühn. E.s gchr weder um individudlt.-s noch um d.ls sich in einer bestimmten Epoche der Ge- schichtc.cmwickdndc St-wu.ßl'sein, sondc:tn u m Bewußt·

17

sein übctbaupt für jedes ,-emi'm.fügc Wesen. gleichgültig

an wd chc.:m Ort und l'U wdchcr2.eir. ln sci1ler R~.e11Sion dez Amesidrmus - sie e~cheint im febrw r l794 in der Allgt:md11en Literatw-Zdnmg -

sprichc .fich re zum en.ttn M::il von seinem gct:!dc gc:fun-

dcnen Gedanken. Was hat Fichte denn nur\ erreicht? Er h~t de-n Anfang,

laceinisch: das ptiucipium, gefunden, von dem her e-r

Bcwuß!S<.'.in vcnrch tJl kano . Von hfor au.~ veanag a

es

kJ:arzum·.ichc.,n und wi«l ~ i11 t>iner Reibe vo n ¼:röffcn t• Jichungeu und Vorlcsung,en entfalten und immer wieder neu durcb.d~nkco. VOn j ct'.u- an ist Fichte. der .fichte, d en

die PhilOS<,p)ijc:g<;:Sch.ichrc wucr ihre ganz G1-oßen z:ibJt.

2 . Ueber den Begriff der Wissenschaftslehre oder der sogenannten Philosophie

Al$ Fichrc noch .ao. scioet Rc.ze.nsion des Aenr.1idemtd sch ri eb, beschl oß mAA ~ufGoelhes Betreiben hin in 'Wei-

mar, dnc 311 der Univcr:sirär Jeo:\ freig~-o«lene Stelle

- .Rtinhold war wegbcrufcn worden - Fichre :Urmbiercn,

Dies<:( nimruc an, m.adn .sich aufden \'Veg und b.llgt M1

Vor:tbend $Ci n<;:S p. Gcburmages. )m J\•ta.i 1794, is:i Jc.n :1

an. Do rr wird er:. da mi i;- er ülxthäupt lesen kann. noch $Chndl zum Dokror pr-0movien.

s ieb dessen

bewußt• .Oamic man in Jc~a wisse. was er i.ibeth:mpr zu lehren b-c.tbsichrjge. brachte er noch eilig in Zürich d:t~ Programm seiner l.chrc Z\I E\lpiet und Jjeß e.s in \'<'d mar drucken, so daß dieses schon vor seiner 1\JlkWJfc iu Jena

auf sein \Virkcn "orbc:-.rdten koome.

Kaue hattt gefragt: "Wie ift Metaphpi.k als WiJ ~#hnfi

1nöglith?,, 1 Da die Mcr.aphy.s-ik st-it alters her als d:is Kern-

stück der Philosophie gilt, stchl diest h.itr für Philoso-

pJue überh:iupt. W~enschaft ist fiir Kant systematisch i:usa.1'1.'J.Menhängcndcs \'(li.s:scn. Diese Sy:neni.1.rjk., so h:u er hcr:i.usgetrbeit~. liegt iu, BewußtS('in, nicht erwa in de.n Di ngen. Die Fr.i.gc, die Fichte nun Ste.lJr, fr:lgt ni cht nur nach d em \Vissco <lcr Philosophie oder anderer \'<'is- scnschaficn. sondern nach dem Wisseil sclbsr. Die Frage

la me e jeo:t: \X' ie ist die Wissenschaft: ha.i e h1.11lgs:wt-:isc das

F ichte hme Neuland betreten ~1 nd w :\r

1 KrV 8 2-1

~sse:11selbst möglich? \\tenn ;-il'l(:(das Wissen s-ich,seJbst w isse~ soU, .so b n_n es nic.hc. 3U$ sjch, he.rausgeheo. Es

soll cme \VlSSensch:tfT von sich selbst gewinnen, es tu{,

was es erkundet. Diese

WI$SC.1.lSChaft von -si<;b sdbst dem

\'(/jsseo, nennt Fichce "\\i'i.sscnsc::haftslehre".

t-

Dahcl.' bat Fichtes l¼gr11m.1mchriji den ·1·icd Ut:bu,1-m &TiJfder Wisso:schi,ji1khre. oderder JQgmamum Phi!01Q-

plne. D:as aus dem Grfochi.schcn stammende. Wort NPhi„ lo~phie<( bedeutet h$qebeo nach Wisse11oc. Da mir der

K:)ntischen PhjJosophk d:is 'Wissen sd!)'S.'( zum Gegen·

st::tnd der l,hilosoph.ie gc-wordcn ist, strebt s ie ni d n ,nc::hr

nach :"jsseu, so~dctn ihr stdlr sich jea:c die Aufgabe::, das WLSSCn zu W1$SCn und es in scinern ZusammenhAA•• bezieh un gsweise:: als Systcni danus (dJc n. Daher e:rsecz~ fjcluc die Bc-aichnung »Philosophie" durd1 die \\i'ort-

scböpfong '\Xfissensch~khreot, wobei d~ Wort "\Vis-

sen$dl.tft«, wie seiner.tele üblich, llt einem weirereo S iun

1.~nommeo wird als heule; es umfuß.i :\.lies Wissen. nicht

uur das wjssertsch3frJichc.

. \~.as geJlaU fi~hte i.n s-ciner Prngr.m1mschrift vonr:igt,

1~t nicht schon die Wisscnscl1afr:dehrc i;elbs1, sondt'm de-

ten Begriff: & gt"ht Fichre darum, zu bcsrimmen, w 3 $

.c:r und seine Srudenxc:n »eigentl ich machen wolle1lot.a Er c::mwim also tiu Arbeitsprogramm. Au.$drtid<licb crklitt er bezüglich des Zwcclt5, den er verfolge. cl1Jt 11aus der

Oel\kbarkdt dieses Zwecks noch nicht :mf die. Ausfllhr-

blr k dt dt'SSelbe.1) 11> gesdilosscn wcr<leu k:um .

Fic:hccs Abb ndlung hat clrci Absc.b.nine, von denen t'r in der drei Jahre $pätet trschienenen 7,',','tilen Au.fl~c <ltu letzten wegläßt, d:i dieser ihm nkht mehr genügt.

:t GI\ 1: . 119: $\X!J ,16.

.u9; s·-x, 1 -t6,

J

<,:;."' 1,

Entsprechend w~xden wir hier nur die b6dcn crsrcn Ab. schnitte eröntn'L. Siebcs,:ehen aus sieben durchgezählten

Paragraphen und sind überschrieben: 111. Ueber den Be-

» 2 . Erönc,ung

griff dtt Wi$$ensc.hafuilc::hrc überb3upr

;

des Oegriffs der Wjssensch:afcsJehri:,i. Der tl'Ste Abschnitt

hit somit die Aufgabe, da.~, was fichte er.forschen und lehren will, den .&griff'der,'visscnschaftslehrc, aufzustel-

len, der ,:weite dui

n.

.zu erläutern, w,;)$ mit diesem Be-

griff. mjt diesem Vochabc::11 ge:rocim i.sr.

Fichte IC'btt hi er

uiclH die \Vissenschafislehrc seihst dar, soudero <:ioiig deren Begriff'. \Xiir folgen der Eimdlung Fiducs.

Der e.me

Oe.r e.nm: Absc:ho.in h3t zwei P

uag.caphen.

b.utC:t: »Hypothetisch aufgescd.lcer Begriff der \'(/isseo--

sch:i.fu}c::h,c-. F,.in e Hypothesit ist

e ine: Vor-.tussc::tzw\g;

das encsprec:hCndc Urteil hat die Form: wenn p, daun q.

Dei hypothetisch aufgcstcUrc Begriff ist also einer, der

unter dncr Bed.ingu n.g ;-iufges«:Ut wird. Ein Begriff .Sc

ein Gegenstand des \'(fisscns. This- \Vis.~n soUabr:r doch

i1t der ,Vissenschafulehrt erst .c:rönert wer<ltJl, Daher

isl der aufzusrdlende Begriff nur unter der Bedingung

gültig. daß er in der \Vi.ssen$ch:tfulebrc trWiese,1 wcrden-

k;:utn und wird. Diese h:ar das System des \Vissens sdbst

zu erforschen. In d ie;cm hätte <le1· Begriff der Wlssen-

schaftslehi:e sei nen Om Hier~,cigrsich d n Zirkel, der ga r

(t.i.cht zu ·,ermcjdeu ist. Oer Begriff der Wi.sseosch3fi:s-

lclln:: muß au.fgesrcllt werden, falls planmäßig gedacht

werden soll. Aber ,cm , wenn gemäß d iesem Begriff die

\'<'isscnschafrsleh(c dur-chgeführt ist, kann der ruvor

aufgestdhe &gri ff gerechtfertigt

ist also oichr :r.u beweisen. Fichte muß mit einem Fak- tu m. d:1.$ möglichst jcdcr?.ugcstehl, l,eginoen. O:u ist für Fichte und scioe Zeil - und nicht ou r fiir diese - die

werden. Der A.nfaog

Oberlt'.ugung,. Phitosophic $Ci \'<'issen

Überzeugung fangt Fiebre an und scnt.sie voraus.

scha.fr.

Mit dieset

Ojc Wis.sc.nochaftsfehrc ist

wdem ein Wetk der hei 4

heit; ni<:m;md mu ß philruophicrcn. So ist ~uch det Se- gruf der Wissensch::ifufohrt ein frei konzfpicrrer 8cg;riff. der sich crsr noch bcwlhrea muß.

Der Gegeo.stand

d er

Wissensch~ftslehre soll

das

\'(Tj,sscn sdn. \'(7ir wfasc.n ei:wa.s, beispielsweise-, daß im

Sommer die ß:iume belaubr si.od und im Wlmer nichr.

DiCSC$ Wi)$.en h::'!t ~i.nen Geh::ifr~ oämlich B:iu.me und Laub; es h::i( ebenso eine form. nii.mli.ch einerscir.s Ikja-

hu11g -beJ:ihr ~

ird

Laub

im. Sommer- und anderel"$CitS

Verneinung - veroeim wirt.i Laub im \'<7i.t\ltr. Wisscn 4

die es durch d ie

Vorm v<:sbindec. Oadu1ch entscebcn im Wisscn Zusam- menh:inge, lnzdich ciu Sys.rcm. Wenn wir uns oun ein S}'stem vo1.1 .Luftgcistem ausdenken., so mag ein .solches log.isch scringent sei n. \'<1:1.hdJe.it können wir aber d:tfi:il' n.ic:bt bcansprucheo. Wenn :i.ber jem:ind Ca~a.r.s ·fod

schaftliclu~s W'I.SS('Jl enthälr vjefe Um:jJe,

einem Uneil dar, gram m:nisch gesehen in eiuctn Sat"l.,. Ein solcher w:i.l.:>eiw:cifclbarer San wäre einer, der a.llcn wderen zug;runde läge, ein Grundsan. Von diesenl CC4

ha.lr wütde :al$d."lnn die Gewißheü dutch_die 'Formen auf

, .lies weitere Wissen üben:r

tgeo.

Der :r.wdr~ Par.1g1:aph iS-t übcrschricbc:n: »E.ntwick·

lung des ßeiuiJTu dcl' \Vi~cnsch-afu.lehtco1. Nachdem

die Bedingung. umc, welcher der BegrüF der \'Q'issen 4 .schaftsJehre; aufgestellt wcrdc:-n k:tnn, im ecsten 1>.:ir:igr:l·

_p1 1 eo eröftctt is r, enrwickdr fichte Jluo, vr.i.s

ßc:griff impliziert iSL Die W'isse.n.sdlifn.lchre tragt. was \'(Fi~en und Wi.sseiudlaft i.~c. Sie erh ebt sich übe:i: alle Wissenschafieil, f.uls es ihr gelingt, deren Ort im WLS- sen begründetzo ?,.Cigen4 Aber sie muß aud) ihre cige,le Wisseuscbifdichkcir beweisen. Di-e Fordetung, <lie Wis 4 se.oschaftsleh.re h:tbc sich.sdbSt to beg.rii ndcn. klingt sehr

i_n di esem

nach der GcschjdJte von d~

ß:uon \'On Münchhause.u.

der sich am cigtl\en Sc;hopfaus dem Sumpf1,tr.luS't

Nun muf~aber di ejenige \X'issenSChafi, dic:.:.Jlc: ;indercn

ieht.

auF das JaJir 44 vor Chr. d;nierc, kann Fichce vom

ihm

Wisscosch;1ften und überhaupt alles Wissen begründet,

4 aus sich scibn heraus einsichtig sein, .dso einen aus sid,

sige n , 11dcrsdbc habe ·Wissenschaft von dem gesagt1:n o1

Er weiß ei:wa.s. auch wenn er C'$ nfoht lx:g rUnde n ka.1111.

f jdue zieh r daraus den Schluß: \X 1 2.s wir wissen woll(;;.n, sil~d GchJ.irc, und Formen di enen zu deren Vtxmfrtlung. UJHcr dt'.r Vorausser,ung. daß es im Wt.~(C.I) a uf deQ

Geh::i1r, d:is, was wir w.i.s:st:n. ankoi\\ffit. l.ann Fichre sa„

tusgedrückr in dut m Grund-

san. ihr eigen uenuc.o. Die Meinung, man könne ci.o.eo

solchen Gru.ods:il.7. ;ius einer andcr-eu. höhere.o Wisscn 4

sdl.aÜ gewinnen. übersieht, daß d.i.on die ::tngenommcne höhere \'v'is.sc:nschaft die "Wis$en.sch,fu-Jehre wäre-~ \'0(

selbst einsieheigen Gru1)d, :

gen, es müsse. wenn übcthaupt \V:1ha;hcü .sei, w·enigs·ceo.s

-all em aber,

<laß das Probkm nur eine Stufe nach oben

ein Gehalt :ils wahr. gewi.ß und unbc~"'Cifdbar gewußt

\'er.schoben

wärt~ Was Gro n<l von -alJem sein $-OlJ,

kai.\n

werden; die Gewißheit habe diot"r unbc~:wciJelbare Sa{"I,

nicht begrüudtl sei1.\, sonst wäre es ja selbst folge

c i.ncs

:u.1S skh .sdbst. Ei.o. Gehalt sccllt s ich logisch g~lten ln

skh .sdbst. Ei.o. Gehalt sccllt s ich logisch g~lten ln höhereJ) schafislchrc keinen böhettll Gnind h:u.

höhereJ)

schafislchrc keinen böhettll Gnind h:u. er -also selbst

ohne irgendeine.J) Grund :iußc:rhalb .seiner :.chltdHh.in

Grundes.

\\i'cnn aber der Gn.md der Wwcn 4

2 }

selbst ohne irgendeine.J) Grund :iußc:rhalb .seiner :.chltdHh.in Grundes. \\i'cnn aber der Gn.md der Wwcn 4 2

aus sieb. sclbst ist, dann ist d ie W'lSSe.osch3ti:slelm:· nur jm

\'Q'isscn selbst bcgiüudc:r. und :tw.lfinsofern diC$tS seinen Grw:i.d in sieb. sdb:;r hat:

Muß .sich :also Fkhce doch wie Münch.l.1ausc:n am d·

gc:nc:n Schopf aus dem Sumpf i.idic:n? Müuchh::tusen

.sceckr im SumpC aus dem er sich hec-.lusziehcn muß, W(il er keinen u-.igc-nd cil Grund in ihm fü1de.r. Wenn fichr<.:S

Weg zum Etfolg führt. Jic:gt dagegen der Grund im Be--

wußtsein sdbst,.nicht.-:'l.ußcrh::tlb, Daher mußc-r sic;h auch uichr wie der &ton irgendwo herausziehen, .sonden1 ia das Bewußtsei n kLiehungswdse das Wi.~,;c1\ hineinsc-- hen, das heißt sein \'7issc:n rclJektfo.rcn. N un ista immer

sch ou im Wissen,

die Fr.ige uach dem Grund .iw \X1'i$ -

sen SCl"Lt ja Wissen vosau.s. Dei· Grund ist nur im Wc.sc(I sdl,sc zu 6nden, wenn er denn gefunden werden b nn .

D ieser G ru nd muß gefimdm werd en; dcon Jaur Vor~

~u$$eo:ung hat er sdbst kcinenGn.Uld, att~ dem er abge-

leitet wc rd c:o kön nte. Dam i t hat sic h sc h on eine Oenkbe.

wcglwg hetausgesceUc. D.1 c.io.e Ableh un.g nicht möglich

is t, bleibe nur ejn Rii ckgang ium Gr:und . Oicc.en führt

Fichte .aber h ier nkh1 aus. da dies übe, d.'IS Ziel scfr1er

Programmsd,r:ji h.in-ausgcln.

Einen solchen Rü~>:!ng kenm die Philosophje schon seit ib.n-n Anf.ingcn iJl Griechenland, nfüttlich unter dem

Nam~o nn11J1mai.s. Dk:se njmmt etwas. wie Pforon itu

1\,/rn nn lehrt, ::tus s id l sclbs r. Wenn .Mc-.n o ns Skla

·e nach

O:)d1rmaHg_t'm R.acen ei ne Aufgabe uicbc zu lö.scn weiß

und bc:kcnm, er wüßte n icht. cbn n hat er, wie Sokr.ucs

hctvor;hebr, <len

Unta-schiod vo n Wissen und Meinen

J.LL\ sich .sdhsr gtnomm.en, da:; beißt sich ctinnen .

Oic W-&.SSc-nschaftslchrc s,oJJ ein System sei.o, also ein„ sichtigen Zusammeohang haben. Oi<;Str soU <luxcl1 den

fetzten Grund , ausgedrückt jm C rl1JldsarL. garanderr

scin. Die in diesem liegende Gewißhcit jn der Garant

allcc Gewißheit, muß ~lso von ih1.u .auf~dlcs weitere \Vj s,.

.sc.n :-tusgodehnc sein. ~s Mind dieser Ausd ehnung ist

d ie Form der Unci1e. also Kaurs K

Die Fo rm.

-ic-egoric:n.

übcrtr:igc, wie Fkhtesehon angefuhrt-hac, die Gcwißhdr

auf den jeweiligen Gcl)alt, den i u wl.~n <las \\'li.$$(n er-

fiHli.

D ie

Untersch eidung V(m For.m und

Gcl1alt

nutzt

Fichte nw1, um Jen Grun dsatz n-:ihe-1· :ru chmktedsie-

ren. fm Grundsao: isl &

Jhsdx:g.ründung

gcdad1c. Form

und Gehalt bcg:ründco sich so,nit seg~nscldg, sk sind .selbig. ln s plcercu Rd'i exionen v.ifd sich -1.cigen. daß die· ser Un l·ersc hi OO c ig c:n di ch. g:i. r nicht .srarih :u~ Es de utet sich hier an, d::iß der obets{e Gru.odsau. ldcocität aus· spn-chen wird

.Da unser \'(/.isscn ni dH nur ein.~, sonder.u sehr vicltt,

cs, weiß oder wcnigfüms w i$SCO

kann, ist es durch ldcn rh:ic alJeju nichrru crkUiren. Fich·

rc de uiet h.i c-r :m , daß es noch zwei weicere r Gnmds:io:c bed-arf; da dies in der Gnmd!Jl.g< der ge1ammten W,'t1en-

sch11fokhr~, die im n:ichsten Kapitd bcha.ndd t wird , aus.-

gefuhn i.sr. übergehen wir t>s hiet. Ocr zweite Abschnitt c:rö.rrert d e,, zu"or e ntf .1.keten

Begriff, das hdßt, er bestimmr '(,den Ott de.~lbeo im-

Syt tc-m der(

seoschaftslch.re wäre d:a.1u1 d er R.-itu:u. in dem jede: cimel-

ne \VmensclWc ihren Ort har. Dieses Konzept nö6gr,

wie der Paragr:1.pb dn-i ausfi:Uw„ zu :\b~nru ngen. dje in

d en n:ichste.n Paragl":lphcm durchgefü hn werden .

im Ptinzip un C,J)tfü dt-

icl

]

Wisseu.sch::tften übc:rhaupl«.s Oic Wis-.

5 GA l 2. 1!.7: SW J 55-

hn werden . im Ptinzip un C,J)tfü dt- icl ] Wisseu.sch::tften übc:rhaupl«.s Oic Wis-. 5 GA

Nun tmgt der vierrc Paragraph: ,.Jn wie fem kann d ie 'Xfjssensch;ift'flehre sichct ~. das menschliche Wis-

sen übe.rhat.lpt erschöpft :,.1.1 haben?

Anspruch sche int grotesk übcr-.oogen. Sou d ie Wisse:n- sch::iftsleh«: auch noch.gar nicht crfu.o.dtue \);tissc:n.scl:iaf~ ten erschöpfo11~ Nein, i.o der Z u.kul).lt gcfWldenes Wi$SCn

:

Der hier' erhobene

kann die W1.SScuschafrslch.re nicht wissen, d.u bdiaup- tet fichrc auch gar nicht. Die Über.schrift diese,; l\,.ra- gcapheu sagt <:tndeucig, daß es h.icr um das r:n.e.i)sd1Jiche WLSSeu überhaupt gehe. Um ioha.Jdich bestimmte \X'is- scnsch.a.&eu gdnes hier nicht. Deren sind unendlich v(e- le mög.lkh.

Diese :l~ uaccrscheideu sich \'On der Wisseruch::t.fu- td11·t dadurch, daß sie priw.t.ipidJ nicht:ibs<:hließbar sind,

während die Wissen.schafuleh.teabzuschl ie.ßcn scJn muß. Wcno sit nämJich d:t.$ \'or:i usgesewe Syscem des Wissens

d:uicgc,, kann, muß sie den ~ls gewiß angenomm enen CrundsaC4, be$$C!: die Grundsäae er:scllöpfen, das heißt alles. W3.~ in ihnen liegt, ausführen. D::i.-s Resulc.'lt ""fue- ein geschlossenes Syscem, d:is aufse.iue-n Anfu.ng 7.1,.1cückfubr-

f<: • .DamiL hi:itcc die WiS(cnschaf-u:lc:h.rc 1.irkuläre.o. C ha-

l.Wt-r, ,, und man dmr recht wohJ daran , diesen Zirkel

hcscfromt ruzugcscehen«.<i

Ocr

Rinfü• ·P:itagr.lph erforscht: "Welches

isr d ie

Grenze. die die allgemeine \V.l.$$('nscbafulchf<; von der besondcrn dur<:h $it- begründeten Wt$$enschafr schei- dC'rJ„ Es .stelle sich die frage nach d em Verhälmis der Wi.s.senschaftslehrc :c,1deLl Einzc:fwisseoscbaft,n. Gemäf) dem vorigeo Paragr:iphcn. e-rschöpfr WlSSenschaftslch- .rt die \'(ffascnsc.haft vom \V~en überhaupt. $je scdlt

6

GAJ:z

,~

1;J;S\V l 61,

aJle noti.vendigen Bedingungen des Wissens und damit <lct \'Vissenschafo:n auf. 0:tS W~n hat aber viele ße. si:immungen1 nämlich Ge.hake. Diese werden j11 den l;.i,nelwisscnsch:i.6:c:n gem.dk lnsofom die füm.clwis- scnschaftC'n \"vis.~en sind, i.~t ihre \Vissensd:i::1ftlichkcit in dC'r Wissensc hafuleh.re erforscht:. Sie sind aber von dieser durch ihren Gehalt unterschieden. DiCSc.'n Cehalr e-sbalttn sie durch eine fo:j gesetzte ßc.srimmung. deren freieSeuw-i.g hier üur allgenommen werden kann; nach-

iowcisen wäre deren MögJjchkeir i11 der W1SScuSdlafts„

lehre. So :ibcr li& ~ich furs en;tc ve.rm:hc.n, d:iß dieselbe Sache umer verschiedenen H i nsichten umcrsudn wer- den kann, zum l:kispid die Pff;mzc- als Gege-nst:md der Physik. der Ote.rnie und de[ ßi()logie.

Der stch.sre.Paragraph will wissen: it.Wie

-.erhält

sith

die allgemeine Wissel).scheftslchre: i.o.sbes(H\dre iur lo~

gik?°' lJnrcr allen "~:tisscnsch:ifrcn h:ir. d ie lof;ik ci ne.n b<sondcren Rang; denn sie gilt als Kanon <lcs Wissens.

Was n:ichc logisch gtdach.c .ist, lSr hichc gedacht. Logik

ist d.as formale Ktitcrium allco W issens, aber c;bco auch

nur da.s fotO).\lc. Die W i.ssc1)schafi:slch.rc h:u sccts .Form und Gc:h;1,lr zugleich. Wenn d::i.~ im \'Orig.cn Parngraphcn

Gesagte srim mc. e ntstdn d ie Logik durch einen A

Freiheit. Die$Ct soll nur die form des Wissens hcrawar-

bciteo, näo:tljch aus dem W1SSa) beüchungswcise dt1)\

Wi~~n des Wissens, also der \'(!'fascn.~h:irr:sJchre. Logik ist -somit Absmi.ktion vom Wissen beziehungsweise der 'i»"issenschaftslehre-. Sie absm1hiett vom Gehalt und 'be- hält di• Form zurück. Oi<.':'e Abstraktion gesclueht nicht

kc der

YOu &ir.ren ode,r Gege11stli.i1deo, soodtrn von den Haod-

lungen i.-lcS ßcwußtscios. D.:am.it ist die Fo-nn des Wis- $Cns der Gehalt der Logik. Dieser Gehalt, die Form des

Wissens, bekommt d2du rch di e Form. dC'r Wissenschaft.

Die. form. des W'isseus wird in dieser ?.wcicen Handlung

auf die fonn ~dbst be-

solche fc:stgch.alten. Dei' s i ebte ~ra~ph fr.1g:l: • Wie verhält si eb <Ue \'<1is - sensch:ifuleh rc: ;<1ls 'W'issen.schaft zu ihrem Gegc:nst.i.nde?s>·

Die Wisscn.schafuiehre srdh n.icht nur wie <l.iC' Logik die

Formen des D-cnkcns auf. sondern Form w,d Gelu.h.

:Oh.-en.

sie wird reflektiert und :i.ls

<x.fo:r besser deren Einheit in den Handlu ngen

wußrseins, die wir immcc schon vollziehen, ohne weiter darüber nachzusimten. WCo.n wir zum Bdspiel 5.lgen:

11Die Wiese ist grün•, so serzrcu wir zur Substanz Wle.se.

des

das AlcrJdcn2:. grün hinzu. Unciltn ist, wie Kant schon

gclebrth:n, eine H:-.ndluogd~rSynchesis. DieseT:icigkcit der Srnd-icsi.s hat eine Fonn. hier die ldemi6kation von

DieseT3rigkeicen suchrdie \Vis-

.se.nsch2ftslthre :ils ganze aufiuscdJen. also nichc nur w:ie

die Logik deren Form.en. Nun ist die Wis.~enschafuleh.re wie jede Wisscnsch:tfl: eine frei gewählte RcAe:tion. W.1$ sie cm. i.n njch1 norwendig, sondc.ro eine frde H.tudlung

die das. wa.,; llOtwc:ndig .im ßc:v,11ßtsein l.icgc, darstdlen

wi ll. D.ts ßc:wußwein ist :dso vorausg~eczc. D ie Hand-

lungen, wddte die Wissc:mchaftslehre '1

hat, muß sie iu ihrem Rcllekricrcn selbst volh.i<:bcn. Dict

i.,;t wicdc:r ein Zirkel. in deo:i die Mögliclikeic dcslmums

licgL Die Rückkehr in den Aofang des Zit:ktJs ist nut ein

neg:-.rivcs .Kriterium, sie c.rgil>r\'( 1 ahrschcinlith.kc:it, oichc

Subsl

ur,-

und Akt

idc:nz.

l!Jll

GcgensF.md

\'(f.lh.rh cit. Auch Wissemchafr:slehre ist Mcnschcnwe.rk fichtc: hat in seiner &grijfochrifteinen Begriffdcs.~cn,

'mS er machoo wiU. cncwjckdt. Er wilt zeigen, wie das

menschliche \Vi.ssen ZU$:l.lUOlenhängt. Dieser Zusam- menhang ist, wenn es ihn denn gibc, im 6ewußtsc:in vi„

18

rulenr, unabh:ingig davon, ob er bewußt gem:idn wird oder nk hL Ohne ru rcllektiercn ume.r.;rdlen wir dic.,;en Zusammenhang. Scltließlid1 be2.iehen wir die Ceh.:iJte:

unseres 'W.i.sseus aufeinander und wnerstx:Ueu keiuei)

Riß im Bew\lßtsein. Qje M.öglicb.kcit dieser Eio.b.eit ll.U· seccs 8ewußcscins e.i:for$dlr Fichte. D:t.rin ist er bis 2uf die Gegenw:m ofi- mißversu.nden

worden. So isr

bcispidwci.sc: zu lesen: •Rc:tl istischecwcise

kann man fich les Umerfangen. eine ~'isse.nsch2fi- der \X"'i:,::.enscliaft iu liefern, uur als eine l \rl' -von ph.ilosophi„

sclicm Größenw.1hn b(:1.c;ichnen.11 7 Das im gegcben.en

Z.it:tt 2u$g<;

5prQChcne

„man11 2ppdlic:n an den V~~f

l.nd

\'On jedermann. also d:tr;'l.fl, daß jodc:.rm:-.nn dem~clbc.n

Vemand. den auch der Schreiber hat. folgt und diesem gemäß une U~. ficbte hätte i ur üc:kfrage.n kC>nnen, ob

denn der, wtlch-tt ihm„ weil er den, &.-wuftt$cin c:btn·

diese- Einheit de.(; Versra.ndc.s ;i:ucrkenne. Größenw.ihn

ancsticn, sich gar ein BewußtSein, das keinen Zusam-

weder in sich selbst, noch mit anderem habe.

menh3Jl«

0

d

-zuma'lc. ob e.r sich folglich ni cln aus em •man«, nut dem er doch Einheit des ßewußcsei.os be.u:i.spL'u<::bl, h<:t-

aussreUe. ob er wfrldich boden.ke, W:tS er schreibe.

l::s gilt wohl immer noch. W:lS Hehre in der Vorrc·

de zur Grundlage sch~ibl,

.

es

Jasse s id, n.ichl einsehtu.

•W02.u es dieneo sollte, das ",.~s j d) bcl.1,n,ptct, gcradcz·u

ohne alle Prüfung zn vctwc-rfo.n, höchs tens sich

zu nehmen, es zu verdrehen, jede Cclcge.nhcir hetbei?.u-

1.ichen, um cs-:-. u f di e lc:id cm.:h2frlichsr.c \'<fdse 1.u ~chm:i-

hen . und zu \·ersch

11 lronischerwdsc zitien 2uch

di e Mühe

7

!vbnfttd Kühn,JrJ,,mr, C(iu/M Fid,t<. 1.:,,, ,~Uti<"IKrPhibn~pn. MÜJ)chcn :ou, S,Jl)6.

8

CA 11., 1.1l;SW 186.

K(ihn 3.us dem hier gcgd>cnen 2.jtat, allerdings l1cißt c.'S

bei ihm . Fic:htc h~be geschrieben

(nicht das, was c:r bcluuprer~! auf di<:' ,leidenscb:uüidiste Weise• verschmäht u11d vcrschri.co•.~ \'(/enjgsccns djese ß ~n:iedmng Fichces isr :iniuerkenn c,n, auch Wc.'nn mar,

S()I\$( von f ichrc ,,ichrs häfc.

.] i.hn

m3.n

habe(

!) Kübn. r::th!e. $. t97.

30

, . Grundlage der gesammcen \l(/issenschafulchre

Rcl\ce:; Grund.lagt ist die erst<:' sysceni.·uische Darstdlung der "\Xl'jssciuch~.füfohre. Et gebt-aucht d ieses Won i.Wis-

:senschafu.lchre. in doppelter Bedeutung

tin.nial füt sei-

ne ganze PhilQSOphic, $()dann abcc aud\ für dctCll Keru, die Wissenschaft.,;lehrc: in specie: im Titd d<::$ hier tu bc~

spr«henden ßuches ist die lea.te Bcde.umng gemeint.

Fichte Ließ die Gnmdlagr, wie das 'Jitdblatt de r er -

sten Au6agc :.1uswcisc, »:US Handscltcift füf scit1e Zuhö- rer~ drucken: sie sollte den Srndemen d:is: 1'-•(itsdvc;ibcn

et,1paren. Erst später entsehloß sich Fichte, den Text als

·such zu

veröffemli-chen . Nach seinem eigen en Uncil

ist die Dantdlung <ler Gruntll11ge unvolJkommen. Es

in ;u,1d, n.icln tu l!'f\\'attetl, daß die Durchdringung und

Darstellung cincs. neuen Gcd:inkens auf Anhieb meister„ llafi gdlngt. Die Unvollkommenheit de:- Wcrk,s hat d.:ai-1,1 beigetragen, daß <liesies Buch bis.heut.: wc:njg ver.mu,den

WIJC'de. Gemäß demTiccl soll die Grundlage be-dehut1.g~weise

d.1$ Prinzip aUcn \Vis.scos, -allen ßcwußtsciru. dargcstdit

werden. und nichr nur die Gru ndk1gc-, sondern in ci n.s

<lrunic die- Grundstrukturen dc:ssdbc:n. In der Prog;ramm-

sdJYifi hant Fichte scl,01) dugdegt, daß da.s W°&SS<n sei-

nen Z u.s.l mmcnhang<lurch $Cinc Form h:i(. O ie form::i.le.n

EJemcme des Wis.,;cns.sind somir in ihrer Systemitik dar-

zulegen. 0 :t."S Wort :+System

hat H c.id er,ger dcs;cn. g.ric·

eh.ischc:m Ursprung entsprechend treffend mit ,.(;esrdf.,.

üb(-xset,t, Hier aber wäre es

e in grobes Mißvc:r:ständnis,

:in ein Ges(ell„ ecwa.s festes, soius.1.geo. GeWrunenes zu

Jl

Hier aber wäre es e in grobes Mißvc:r:ständnis, :in ein Ges(ell„ ecwa.s festes, soius.1.geo. GeWrunenes zu

dcnk<!fl; denn das Wissen mu(~als Akt venta.nde.n wer-

den . Wisseo j·,uja nur, wenn es $ich vol.l,zjeht, Das Srsrcm als lebend iger Vollzug entspricht :iuch du.ochaus dem zeitgcu üssisch cn. besood t rs: de m K:mcischcn Vcrstii.nd,1is VOil Syscun. wdchcs i m Org,:H1ismus dessen Urbild sieht-.

D:is UJHt'rnchmen Fichtcs führt weit vom alltägli-

~hcn. ja sog.u- vom einzdwisse,1u.c.:haf1Jichen Wissen weg.

Zwar kmn m;\n aufweisen, d:iß ein Wisscr:i. vom \'(l~n in jnlem Bewu(;tStio präsent. wenn auch n_idHakut ins ßcwußtsdn gehobeo ist. So hat j.1 Sokr:m:s in Pl~xons Mf:m) n Dill dessen Skl:wco vo,gdUhrr. wie laremc.s Wis-

sen pr:isaH ge-m~cht, in Pfatons .Spi'a<:bt "t'tin nem, we r-

den kann. DiC$:it's aUtägliche Wissen :abet nuu in dner

wis-.ensch~fl_ljcheo Form aumlstdlcn, ;also es i u reßektie- ren, da.~ ist eine ga,y.i;. aoden: Aufg:lbc. die weit voo dem, was wir aJlräglic.h i.n.t Bewußwein haben. emfcmr iSt. \'<'ir rcJi:o i.ilxr das, was wir $()1Je~1, l'un und la.sscn sowie über unsere: Wd{ und deren G egens ,ändc. Diese: Rede 6.xien. stdlt fcu- ond prägt w1stre Spr::iche. \'(f~ o null Fi.d1te und wir mit ihm dfo.~t Sp.rache aufden Grund gehen, so haben wir d:aw kcioe: .uidcre als gcn.::m dieje nigc Sl'>ta.clle, der wir auf den Gn1 od gehen woll en. Dic.-.e.r Gn,1nd, so

~us, ist nicht festgene Ur, sonde rn 13 dg kei r. Da

sid 1l es

-.y_i.r keine :\.tldt:re als die 6xicrendc: Spr:i.che: haben, m~

.se.n wir wie ~uclt fi<

uole-ns "olens wrc.;httA.1koaunm. fichte isr .sich d ic$er

Sdiwicrigktit durdtms lx:wufk Er kann sie nicht anders

hc.-hcbco als mit Hilfe sc-ioer Hört:r lx~it hung:.v.-d.se Le-

serin nen un d Le:;er. Diese, wir :l.lso, mü:;se.n deu G«b.n-

k~n selbst volbieh eo. Was

Deokauf,;.t.bc formulierco; das Denken sdbst muß, wie im.mcr, jeder für sich .sdbi;t voll:.ci<"heo. Das kli.ngt nichr.

·.hle

"i:rtuchcn. mit cf.icser Sprache

fi-c hte nur run k:an n, j5t, dit>

;z

Sprache fi-c hte nur run k:an n, j5t, dit> ;z nur an$pruchs\·Oll, es isc :auch so.

nur an$pruchs\·Oll, es isc :auch so. Der Verfasser dC'S: vor-

liegenden Bud ltS l\.'l.t sich didcm

kann versid1ero.• daß er sich dabej

hat, sondern d2ß diese Ans.trcngu.og ihm eine große in-

tclJel<oocUc Freude bereirec h:u. Ebendiese wünsclll er

auch Ih nen. die- S ie gerade d iese\ Buch in <ltr Hand ha~

b c:n. ln der &griffisdtriji l\.1tte Fichte sch.ou darauf hjogc-

wieseu, daß ejn. Grnnd.s:itz nicht ab<-6deitet wc;rdcn kön-

ne, wem). cr-<lcnn dn Grund.s:at'.i:. set. Ei.- muß gefu nden

werden. Oas bleibt auch so: ȧewr-Uen. oder bestimmm

l-:ißt er sich nichl. wenn er :ibsolutetstcr Gruudsa.t seyn soll.« 1 Fc-mer b.anc Fichte erklärt, Wisstn mi·,sse 1.uaJ- lc-rc-.m auf Ei.t1heit zurückgeführc werden. d::\on :tbcr sd

Jje DHfen::oz.Jcs vid e o im Wl.«11 Etschcinc:ndcn und

Anspruch gestclJt. Er

niehl .i:nu· ~ngcs1.rcngt

d~uu\ d ie ßc:1

iehung

r,o;i.schen Einheit 1.1nd D iffere n7, 7.U

So ergeben sich. dtci G1und$ätu:, dn Drti.scbritc, d en Fichte in <le,, d.tci cr~,;ren Paragraph en J el' Gnmdla- g~ vollii.ehl. Den A u.sei.ru ck :.oG runds.'l. t i-i h~t F ichte bald 1\

falleo.lasseo., denn er luhn ~u Jv{ißvctstä ndnissen. Es gebt

nicht darum. $.1tu: als gewußte Objckrc auf

SOltdero H:i n d lu ngt' n d es Geis t es bcr.ie hu n&'wt.i.st des ßewufü.sdns zu erf-assco. Diese.~ ui:t~I\ wei:deQ11ls

es kommt a~r .o.id)t auf v~rg~

Säo:e a~ tse

siäodtichcc.-Saru:, sondern auf<lie d::irin ::msgesprocht)!tn

I-Tiri31unge'.n 311. -

:ustdlea,

r~en;

§ 1.

Enur, "srhkd,rhi,t

tmbr.dingur Gnmd$JIJZ. \Vir

$:lgten schon, den Anfaog muß m30 suclte!l und, w-CJlll

mögHch. 6nde n. Di ei1t-c Abldtung aussd)cidec, wird.

was mau fi.odet. durch ein Zeigen m.i\gctcil r. Fiebre muß

1 (;,\l '!, !.jS:SVl/191.

33

:11.ro aufci .n Wisse n hi_nweiscn . ~s. wora u f hingew iesen is (, ruuß j edermann selbst sehen, wci:tu m.a.n denJ\ sehen will. Dam it o.idlt genug der Schwlcrigkcir. Eiu Prinzip isl ,'oo dem, ms C"S bcgrü.odet, unccrschicdc:n. Wenn :ilso d.1s gesuchcc Ptinzip d:as de.s Sewußtst'in.s sein soH, so kommt ~ im Bewußtsein .alssolches gar nicht ,•or. Was darin voric:ommr, isttw:ir immer schon durch di~ an. genom mel)e Prin1,.ip besci mmr, a.ber eben nicht dieses

.$clbst. Nach der Vomu.ssttz.ungmu.ß das J>ri.ntip aJs Pri n·

1.ip i.n allem lk.wußrscio, gcg'"-nwtinig sci.n.

Die 0 ,.nkauf-

gabe stelh sich demnach so dar: Zu suchen ist das Prinzip

des Bewl~ßtsdn$, das in :i

B<wußrsciu gegenwärtig

ist, aber nicht-a ls et'i•as, cb$ i.o ih.m aufrauch,, aJso njcht ahsdn Gegenstand. \Vir habcnesbier miteiuer- salopp

gesagt - kn.iCHigen Oetlksporraufgalx zu rui:1.

Wenn das Prinzip d:as ß.ewugr.scio bestimm<;n .solJ, lci.nn <!S nicht dort gesudu werden. wo lmum mögf.ich

~'t. soll c;s doch dem BewußuciJ'.l G rund geben. also b<:

gründete:$ Denken a:möglicbcn. f iebre scm daher wie

z:uvor scho11 RdnhoJd bd dncc lulbestreirbare

lfom

1.Tats:tcl:ie

gilt, daß ma.n .m sinnlich \Vahrnehm·

lxtrem prim ipie:U zweifeln kann. Ei ne Tatsache, die man

nichr lx-twdtc:l n kann, mu ß folglich c.,i,~t: des ßewi.1ßt •

:K"ins sdbst sein, eine .soz~geo höhere T:mache. Eine $-Olchc wäre <:iu Gcse~. tuittds dessen wir denken und vomeUen. un d Fichte lxgiu m mic einem solchen logi- schen Gest'rL, dem S:in:\ =A. Dieser g:Ul 1,schl«Juhi11<1, er

:i., t , Scit aJtc1>t her

isi. M;lm<ollm W(i:t:m

Grund.

_gev.·iß.,.~

Enu:chcid<:ud in, daß wir uns-ldarmachen, was dieses

!. (;,\I .:., 2J6:SWJ 93.

l·I

Gesetz bewirkt. Es sagl zunächst t lw :l.S g.tnz Sdbst\·c.t ·

st.1.IJ,dlichcs, daß .nämlich

A ebeo A

uod rlich(s ande ,es-

is;. A isr ein fo rm d h.1fter Ausd ru ck, ec erl aube alles Wld

jedes-an die Stell e-von A ru scru:n, also d n &u m ist ein

Sawn etc.

Das leuduet sofort ein. Man kann aber :iuch

sagen. ciu hölzer,nes EistJl sei ein hölzernes Eisc-n. Na.

tütlich gibt es kci1l hö.lum1es f.isen, die Rede \'On einem

solchen ist \IJ)Sio.nig. Aber um sie als uJ1SiJ1nig 'l,u quali-

Jizieren. muß m:rn sie al.5. gerade die'.::S(; und kcinc: Mdcte:

feststellen. Gc-na u dies ldstet das Gesetz A=A. \\1.'is- ins &wußts.cin tritt, wlcJ als sokht'$ fc.stgdu.lten; und wenn sich envas ände(t, kann d ie Ände.n.ulg ll ut auf Grund der

festgehaltenen ldcmi~( bemcrkf weiden.

\'v:as i n A = A :iusgcdrüc kr ,,;r d

ist so sdbscvemäu d ·

lieh, daß sich die Fr.1ge n:idi ei nem Gru nd erü brige; wir nehmen diesc-s Gesetz schlechthin an. Damit kann man

sich begnügen, wtJlll man„Logik, 1>.idu allecdi.u~ wenn

m:a.n \X'iS$Cn$ch:eJislchre rreihr~ l):1.5 ~u voi: ~gte k:mJ\ nun so fussen: \'<1c.nn etw-as, ein A, im Bewußtsei n gcscru

sei. so.sei es •?CSC't.7.'t. Der ,e rminolo< -

d.schc Ausdruck „set·

.

Z(.".Jl <t melm, cm·as ins .Bewußtsein fassen . ü aß dieses ()e·

~

sett nicht gdtC', kaun gar nicht gedachr wc.rden. Wenn es

l)jcl) cgcltc11 wür'd<:, könnte man <;S scllm ja Akht als ec-

was. das keine G ültigkeit hat. fe$-thalcen . Es g ih .sdilecht·

hin: ""'enn A.gescczt in, so ist es

_Dieser ZLIS3m·

g.escnr.

menh.,;.ng. wtftü -

w~ w if iJ\S Bewt,ßcsein fassen beziebuogtiwcise setZCJl,

Ojeser ZIJS:l.mmenbaog &-l~olien u.os die ldMtität

alles Gc;ewen. insofern ~ gcscp:r isr. Es wiJd nkht g.'l· .ramiett, d:iß es ein hölzernes Eisen gebe. sondern daß dj~ Rede \'On diesem ideutis.ch ~it sdbst ist. Wlt reden

.l.lso bochstiibUdl über all <.'$" Mögliche "1s ein identisdi

so. gilt sd1Jechdüu, Er gilt fiir alle:$,

l5

fucgeha.ltencs. \\ 1 -eoJl wir aber ecw.u :i.ls ein Identisch~

seczen, ~ muß ~:lS .Seczcn sdhst aJs idCn.tisch gedacht

werden. Der Schmt, den f idue hier macfu, isl demnach

dc-r, \'Om Gescruen zum Setzen des Ce.sen;ren. Wenn das

Cesetae idemiSch. jst, so 1nuß <bs Sencn dieses identisch

G~-sct".,m:n selbst identisch sei n. Oam

sind wir weit über

das Denken des All~ oderauch <ic-r Einze1wisscnsd 13 fi- hinausgegangeu z u r phjJosophischcn Re fl c::x.ion. welche

iosbesondere ni.r di e W-1$Scn scl,afufcb.rt

ist.

ir

ch:icak.teri$tisch

ist 1:irigkeir. so ieigrc es sich. Tacigkcit beißl

sondern gcistige Tätigkdr, ße-

wußL

dk N:uur schlicbt vollzieht, das BewußL~ein sich seiner

h ier nicln Naturkr.Ut,

. ~n

ci1lStätigkeit.

Der Uncc.rschicd Uegt cLvin. cb ft $ich

üg~

yot~t jedoch. Stets bewußt ist. Die geistige Turigkeit

lSt SJi:.il ihrer hcwußt. Hier sroßt!n wir auf die oben et·

vf.ih nle Spr:ich.sd.1wierig:keic. \X 1 ir können nw tn einer

Subjckc.Objt:kt·Rcb.rion :iusspr«hen, d:iß sich d-:i.s Bc-

wußtscio sdncr sd bu l.x:wuß1 ist. In dieser Rede ist die T,üigke~ von ihttm Resufcit, die H::mdJung von der Tat

untersch1<::den. Ander$ können wir n icht sprod1en uod

treffen <Um .it das Gemeime nur ungenau~ denn d iese Rode trenni Suhjekc un d Objekt, widerspricht also der

~och bebaupteteJ1 fdentitiit de.s Bewußt$el0s. Zugleich

•Sr, wie der Ausdruck •Gtgen$tattd<> $.lgc, das Objda eiu Entgegenstd1endes, Fcsrgesce-Ure:s. Es soU sich aber ni cht um das ßcwußt:ieio vo n feststdtendem, sond ern ·•on 'l~rigkcit h:inddn, und zwar nicht ,,·on einer T:irigkeic, die man beoh:J.c.hcec wie etwa Jas cigtnt' Armen, sondern von einet'f:icigkcic,. d ie man, ittdcm n)an von ihr spricht, sdbsl isr. 'X 1 as gesagt hciich ung.sweisc eingesche.u wird, ist die T.irigkdt selbst. D:.is .Bewußtsein isl .sich stiner

)6

unmittdbar bewußt. es ist Selbstbewußtsein. D iesen.

cigkdt wird gesetzt als .Etwu. ,.Jas sich $CC-t:S gleich, sccrs E.iu und eben dasselbe SC)•,) D:is Re.sulc:.u, die 13tt ist mit der H:i.odlung tdemi.sch. Fichte .spricht deshalb von

Tarh:tndlung.

Man kann sieb diesen Gedanken auch per fl.cg

ltionem

so klarmachen: Wenu das \X 1 issen sjcb our in der Weise eines Objekt.s, also als Gcwtißccs, nicht :aber :lls Wi$sc.ns- voll:tuu selbn bewußr wäre . so ließe sich stets fragen . ob ~ sich.denn in \V:thrhc.it wüßte.