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Zahlen und Fakten

Globalisierung
Finanzmärkte - Einführung

Die Entwicklung der Finanzmärkte ist im Wesentlichen von zwei etwa 55 Billionen US-Dollar. Dabei wird der Markt für institutionelle
Merkmalen gekennzeichnet: Beschleunigung und Konzentration. Anlagen nach wie vor von US-amerikanischen Unternehmen be-
Die Beschleunigung des Handels auf den Finanzmärkten hat sowohl herrscht. Sie verwalteten im Jahre 2005 knapp die Hälfte des welt-
politische als auch technische Ursachen. Parallel zur Deregulierung weit institutionalisierten Vermögens. Die Position der EU ist allerdings
der Märkte haben moderne Kommunikationstechniken und der tech- kontinuierlich stärker geworden; ihr Marktanteil lag bei 28 Prozent.
nikgestützte Handel dazu geführt, dass global in Echtzeit agiert wird
und das 24 Stunden am Tag. Mit dem Wachstum, der Globalisierung und der zunehmenden
Liberalisierung der Finanzmärkte seit Ende der 1970er Jahre ist
Dementsprechend sind die Umsätze an den Finanzmärkten in vielen auch eine zunehmende Anfälligkeit für Turbulenzen und Finanzkrisen
Bereichen gestiegen. So nahm beispielsweise der Aktienhandel verbunden. Sie manifestieren sich als Bankkrisen, Börsenkrisen und
zwischen 1980 und 2005 um den Faktor 170 auf über 51 Billionen als Währungskrisen. Die weitaus meisten Finanzkrisen haben in den
US-Dollar pro Jahr zu. Der Anleihenhandel stieg von gut drei Billionen ökonomisch sich entwickelnden Staaten und insbesondere in den
US-Dollar im Jahr 1991 auf 13 Billionen US-Dollar 2005. Und der Schwellenländern stattgefunden. Aber auch in den ökonomisch
Devisenhandel hat mit einem Umsatz von 1.880 Milliarden US-Dollar entwickelten Staaten gab es in den 1990er Jahren Finanzkrisen mit
pro Tag sein bisher höchstes Niveau erreicht. erheblichen schädlichen Folgen. Eine Übersicht der Weltbankgruppe
zählt seit Beginn der 1980er Jahre 166 Finanzkrisen.
Ebenso auffällig wie die Beschleunigung sind die Konzentrationspro-
zesse an den Finanzmärkten: 74 Prozent der weltweiten Aktienum-
sätze entfallen auf nur fünf Börsen. Allein die beiden US-Börsen
NYSE und NASDAQ kommen gemeinsam auf einen Marktanteil
von gut 47 Prozent. Weiter generierten im Jahr 2005 bei 35 der 50
Börsen fünf Prozent der Unternehmen mit der größten Marktkapi-
talisierung mehr als die Hälfte des Umsatzes. In London und an der
NASDAQ lagen die entsprechenden Anteile bei über drei Vierteln.
Und über 50 Prozent des Devisenhandels konzentrieren sich auf
Handelsplätze in nur zwei Staaten (Großbritannien und die USA).
Auch bei der Vermögensverwaltung ist eine zunehmende Konzentra-
tion festzustellen. Institutionelle Investoren verwalteten im Jahr 2005
Zahlen und Fakten

Globalisierung
Finanzmärkte - Inhalt

Finanzierungsstruktur des Unternehmenssektors 01 Institutionelle Investoren 29


der G-7-Staaten Gesamtvermögen in abs. Zahlen, Vermögensstruktur nach
Finanzierungsarten in Prozent der Gesamtfinanzierung, Regionen /Staaten, 1980, 1990 und 2001
1970 bis 2000
Bankenkonzentration in den führenden Finanzzentren 35
Aktienbestand und Aktienhandel 05 Anteil der jeweils fünf größten Banken an der gesamten
In absoluten Zahlen, Umschlaghäufigkeit pro Jahr, Bilanzsumme (CR5), 1990, 1997 und 2003
weltweit 1980 bis 2005
Kapitalflüsse in ökonomisch sich entwickelnde Staaten I 38
Die größten Aktienbörsen 08 In absoluten Zahlen, nach Regionen, 1984 bis 2006
Umsatzanteile in absoluten Zahlen und in Prozent,
1990 und 2005 Kapitalflüsse in ökonomisch sich entwickelnde Staaten II 41
In absoluten Zahlen, nach Arten, 1984 bis 2006
Konzentration des Aktienhandels 12
Marktkapitalisierungs- und Umsatzanteile der größten Größere Finanzkrisen seit 1970 44
Unternehmen, 1990, 2000 und 2005 Nach Kreditausfallraten, in Prozent aller Kredite

Anleihenbestand und Anleihenhandel 16 Reale effektive Wechselkurse 52


In absoluten Zahlen, weltweit 1991 bis 2005 Wechselkurse gegenüber 52 Staaten, Index (2000 = 100),
Monatsdurchschnitte, 1994 bis 2006
Währungsreserven und Devisenumsatz 21
Reserven am Jahresende und Devisenumsatz pro Handelstag
in absoluten Zahlen, 1980 bis 2004

Börsengehandelte Finanzderivate – 25
Nominalbeträge und Handel
In absoluten Zahlen, 1990 bis 2004
Finanzierungsstruktur des
Finanzierungsstruktur des Unternehmenssektors
Unternehmenssektors der G-7-Staaten
der G-7-Staaten
Finanzierungsarten in Prozent der Gesamtfinanzierung,
Gesamtfinanzierung, 1970 bis 2000

Prozent

100
19 22 18 13 sonstige

90

8 Anleihen
80 7
7
5 24 Kredite
70 36 32
37

60

55 Aktien
50

40 43
38
36
30

20

10

0
1970 1980 1990 2000 Jahr

Quelle: Davis, E. Philip: EIB-Papers, Vol. 8, no 1, 2003 © 2006 Bundeszentrale


Stand: 11.2006 für politische Bildung

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Finanzierungsstruktur des Unternehmenssektors der G-7-Staaten
Finanzierungsarten in Prozent der Gesamtfinanzierung, 1970 bis 2000

Fakten Datenquelle
Die Finanzierungsstruktur des Unternehmenssektors in den G-7- Davis, E. Philip: Institutional investors, financial market efficiency,
Staaten hat sich im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte weg von der and financial stability, in: European Investment Bank (EIB):
Kredit- und hin zur Wertpapierfinanzierung verschoben. Bestand EIB-Papers, Vol. 8, no 1, 2003
1970 und 1980 noch jeweils mehr als ein Drittel der Finanzierung aus
Bankkrediten, sank dieser Anteil im Jahr 2000 auf ein knappes Viertel. Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Gleichzeitig stieg der Anteil der Aktien von einem guten Drittel auf Eine Unternehmensfinanzierung setzt sich aus Eigenkapital (bei Akti-
über die Hälfte. Insofern hat es, insbesondere in Europa, eine Struk- engesellschaften überwiegend Aktien und einbehaltene Gewinne)
turveränderung von einem (haus)bankbasierten zu einem marktba- und Fremdkapital (vor allem Bankkredite oder Anleihen) zusammen.
sierten Finanzsystem gegeben, das in den USA schon länger vorherr- Zu den sonstigen Posten gehören vor allem Verbindlichkeiten aus
schte. Handelsgeschäften und Rückstellungen. Die Unternehmensbilanzen
werden zu nationalen Finanzierungsrechnungen für den Unterneh-
Die als Alternative zur herkömmlichen Kreditaufnahme genutzten menssektor addiert. Da sich die Bilanzierungsvorschriften jedoch in
Unternehmensanleihen spielen in Europa mit unter zehn Prozent – den einzelnen Staaten teilweise unterscheiden, ist die Zusammen-
in Kontinentaleuropa mit unter fünf Prozent – eine nach wie vor unter- fassung mehrerer Staaten in einer Kennziffer mit Ungenauigkeiten
geordnete Rolle für den Sektor insgesamt. Das liegt vor allem daran, und Unsicherheiten verbunden.
dass diese Finanzierungsform nur sehr wenigen großen Unterneh-
men offen steht.

Trotz des allgemein zu beobachtenden neuen Trends unterscheidet


sich die Finanzierungsstruktur des Unternehmenssektors der einzel-
nen Staaten nach wie vor erheblich. Bei den G-7-Staaten lag der
Aktienanteil im Jahr 2000 in drei Staaten (Frankreich, Großbritannien
und USA) bei über 60 Prozent, in Japan waren es dagegen weniger
als 30 Prozent. Auf der anderen Seite lag der Kreditanteil in vier Staaten
unter 25 Prozent, in Japan wiederum bei 40 Prozent.

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Finanzierungsstruktur des Unternehmenssektors der G-7-Staaten
Finanzierungsarten in Prozent der Gesamtfinanzierung, 1970 bis 2000

G-7-Staaten Japan
1970 1980 1990 2000 1970 1980 1990 2000
Aktien 38 36 43 55 Aktien 16 22 29 29
Kredite 36 37 32 24 Kredite 48 45 45 40
Anleihen 7 5 7 8 Anleihen 2 3 6 10
sonstige 19 22 18 13 sonstige 33 30 20 21

Großbritannien USA
1970 1980 1990 2000 1970 1980 1990 2000
Aktien 49 37 53 67 Aktien 55 49 39 63
Kredite 15 22 21 21 Kredite 15 13 18 10
Anleihen 7 2 0 7 Anleihen 14 17 18 14
sonstige 29 39 29 15 sonstige 16 21 25 13

Seite 3
Finanzierungsstruktur des Unternehmenssektors der G-7-Staaten
Finanzierungsarten in Prozent der Gesamtfinanzierung, 1970 bis 2000

Kanada Frankreich
1970 1980 1990 2000 1970 1980 1990 2000
Aktien 46 41 41 54 Aktien 41 34 56 70
Kredite 15 22 22 12 Kredite 54 60 38 14
Anleihen 12 8 13 18 Anleihen 3 4 4 4
sonstige 27 29 24 16 sonstige 2 2 98 12

Deutschland Italien
1970 1980 1990 2000 1970 1980 1990 2000
Aktien 27 20 31 49 Aktien 32 52 48 52
Kredite 47 52 42 37 Kredite 60 43 41 30
Anleihen 3 2 2 1 Anleihen 8 4 3 1
sonstige 23 26 25 13 sonstige 0 1 8 17

Seite 4
Aktienbestand undAktienhandel
Aktienbestand und Aktienhandel
In absoluten Zahlen, Umschlaghäufigkeit
Umschlaghäufigkeit pro Jahr, weltweit 1980 bis 2005

in Bill. Häufigkeit
US-Dollar pro Jahr
55 2,1

50 51,1 1,9
49,8
Aktienhandel
45 1,7
1,6 44,5
1,5 42,3
40 1,5
39,5
35 1,3
Umschlaghäufigkeit 1,1 1,1
33,1
30 31,0 1,1

0,9
25 0,9
0,7 0,7 25,4 23,5 22,8
20 0,6 0,6 0,7
19,5
15 0,5
Aktienbestand 14,0
10 14,5 0,3
10,1 9,5
0,1 8,9
5 0,1
5,7 5,6
2,9 0,3
0 0
1980 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2005 Jahr

Quelle: World Federation of Exchanges (WFE): Annual Report, verschiedene Jahrgänge © 2006 Bundeszentrale
Stand: 11.2006 für politische Bildung

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Aktienbestand und Aktienhandel
In absoluten Zahlen, Umschlaghäufigkeit pro Jahr, weltweit 1980 bis 2005

Fakten Datenquelle
Seit Beginn der 1980er Jahre sind der Bestand und der Handel mit World Federation of Exchanges (WFE): Annual Report,
Aktien sehr stark gestiegen. Es lassen sich zwei Schübe beobachten: verschiedene Jahrgänge
Der erste in den 1980er Jahren, der zweite Ende der 1990er Jahre.
Dabei entwickelten sich Handel und Bestand jedoch in unterschied- Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
licher Geschwindigkeit: Der Aktienhandel nahm zwischen 1980 und Dargestellt werden die an den Börsen gehandelten Aktien. Der direkte
2005 um den Faktor 170 zu; der Aktienbestand stieg lediglich um Verkauf von Aktienpaketen ohne Zwischenschaltung einer Börse ist
das 15-fache. Die unterschiedliche Entwicklung beider Größen deutet nicht erfasst. Der Aktienbestand wird durch die Marktkapitalisierung
darauf hin, dass Aktien zunehmend nicht nur der Investitionsfinanzie- ausgedrückt. Sie gibt hier die mit den jeweiligen Kursen bewertete
rung und der langfristigen privaten Vermögensanlage dienen, sondern Zahl der Aktien am Jahresende an. Im Unterschied zu dieser Be-
vielmehr auch zur Finanzspekulation genutzt werden. standsgröße ist der Aktienhandel eine Stromgröße, die den gesamten
Aktienumsatz während des jeweiligen Jahres misst.
Entsprechend kürzer ist auch die Haltedauer der Aktien, die Wert-
papiere werden immer schneller ge- und verkauft. Im Jahre 1980 lag Die Umschlaghäufigkeit ist der Quotient aus Handel und Bestand
die Umschlaghäufigkeit bei 0,1, das heißt im Durchschnitt hielten die und gibt an, wie oft der Aktienbestand im Durchschnitt des Jahres
Käufer von Aktien diese zehn Jahre in ihrem Besitz. Im Jahre 2000 die Besitzer gewechselt hat.
dagegen war die Umschlaghäufigkeit auf das 16-fache gestiegen,
Aktien wurden im Durchschnitt nach gut sieben Monaten Haltedauer
wieder verkauft.

Im Jahr 2000 zeigte sich das Platzen der Spekulationsblase deutlich:


Während die Marktkapitalisierung als Folge des Kurseinbruchs schon
deutlich abgenommen hatte, war der Handel weiter gestiegen – die
Anleger hatten während der ersten Monate noch kräftig zugekauft,
dann aber ebenso massiv verkauft. Im Jahre 2005 wurde der Umsatz
während des letzten Booms erstmals wieder übertroffen.

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Aktienbestand und Aktienhandel
In absoluten Zahlen, Umschlaghäufigkeit pro Jahr, Haltedauer in Jahren, weltweit 1980 bis 2005

Aktienbestand*, Aktienhandel, Umschlaghäufigkeit, Haltedauer,


in Bill. US-Dollar in Bill. US-Dollar pro Jahr** in Jahren***

1980 2,9 0,3 0,1 9,7


1990 8,9 5,7 0,6 1,6
1991 10,6 5,7 0,5 1,9
1992 10,1 5,6 0,6 1,8
1993 12,9 8,1 0,6 1,6
1994 14,5 9,5 0,7 1,5
1995 17,1 10,8 0,6 1,6
1996 19,5 14,0 0,7 1,4
1997 21,7 19,6 0,9 1,1
1998 25,4 23,5 0,9 1,1
1999 35,0 33,1 0,9 1,1
2000 31,0 49,8 1,6 0,6
2001 26,6 38,1 1,4 0,7
2002 22,8 33,1 1,5 0,7
2003 31,3 33,3 1,1 0,9
2004 39,5 42,3 1,1 0,9
2005 44,5 51,1 1,1 0,9

* Marktkapitalisierung am Jahresende
** Quotient aus Aktienhandel/Aktienbestand
*** Quotient aus Aktienbestand/Aktienhandel

Seite 7
Die größtenAktienbörsen
Die größten Aktienbörsen
Umsatzanteile in absoluten Zahlen und in Prozent, 1990 und 2005
New York Stock Exchange
14,1 Bill. (27,6%)

sonstige
13,4 Bill. (26,2%)

NASDAQ
10,1 Bill. (19,8%)

Welt Welt
5,7 Bill. US-Dollar 51,1 Bill. US-Dollar

New York Stock Exchange


1,3 Bill. (23,3%)

Tokio
sonstige 1,3 Bill. (22,7%)
1,3 Bill. (22,9%)

Deutsche Börse Taiwan London Stock Exchange


0,5 Bill. (9,0%) 0,7 Bill. (12,5%) Euronext 5,7 Bill. (11,2 %)
2,9 Bill. (5,7%)
London Stock Exchange Tokio
0,5 Bill. (9,6%) 4,9 Bill. (9,6%)

1990 2005
Quelle: World Federation of Exchanges (WFE) © 2006 Bundeszentrale
Stand: 11.2006 für politische Bildung

Seite 8
Die größten Aktienbörsen
Umsatzanteile in absoluten Zahlen und in Prozent, 1990 und 2005

Fakten
Zwischen 1990 und 2005 ist der weltweite Aktienhandel von 5,7 auf In Europa hat die London Stock Exchange (LSE) etwas zugelegt, die
51,1 Billionen US-Dollar gestiegen. Gleichzeitig hat sich die regionale Deutsche Börse, die 1990 noch einen bescheidenen fünften Platz in
Verteilung erheblich verändert. Die New York Stock Exchange (NYSE) der Führungsgruppe einnahm, ist dagegen auf einen Weltmarktanteil
baute ihre führende Position weiter aus: auf sie entfiel 2005 mehr als von 3,8 Prozent zurück gefallen und aus der Führungsgruppe ausge-
ein Viertel (27,6 Prozent) des weltweiten Börsenhandels mit Aktien. schieden. Den fünften Platz nimmt jetzt die im Jahr 2000 gegründete
Die Börse Tokio, die 1990 mit einem Weltmarktanteil von 22,7 Pro- französisch-niederländisch-belgisch-portugiesische Gemeinschafts-
zent noch knapp an die NYSE (1990: 23,3 Prozent) heranreichte, fiel börse Euronext ein. Ihr Anteil an den weltweiten Umsätzen ist mit
dagegen drastisch auf einen Weltmarktanteil von unter 10 Prozent knapp sechs Prozent allerdings so gering, dass weitere Zusammen-
zurück. Taiwan ist aus der Führungsgruppe der größten Fünf ver- schlüsse, vorprogrammiert sind.
schwunden.
Datenquelle
Die zunehmende Bedeutung des elektronischen Handels lässt sich World Federation of Exchanges (WFE)
besonders gut am Beispiel der US-Technologiebörse NASDAQ
(National Association of Securities Dealers Automated Quotations) Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
sehen. Die erste elektronische Börse der Welt ging 1971 an den Zu sehen ist der Anteil der jeweils fünf umsatzstärksten Börsen der
Start. Während sie noch 1990 eine untergeordnete Rolle spielte, Welt am weltweiten Aktienhandelsumsatz.
nimmt sie mittlerweile weltweit Platz zwei im Aktienhandel ein. Die
beiden US-Börsen NYSE und NASDAQ kommen gemeinsam auf
einen Marktanteil von gut 47 Prozent.

Seite 9
Die größten Aktienbörsen
Umsatzanteile in absoluten Zahlen und in Prozent, 1990 und 2005

Aktienhandel 2005
in Billionen US-Dollar in Prozent
New York Stock Exchange 14,1 27,6
NASDAQ 10,1 19,8
London Stock Exchange 5,7 11,2
Tokio 4,9 9,6
Euronext 2,9 5,7
sonstige 13,4 26,2
Welt 51,1 100,0

Aktienhandel 1990
in Billionen US-Dollar in Prozent
New York Stock Exchange 1,33 23,3
Tokio 1,29 22,7
Taiwan 0,71 12,5
London Stock Exchange 0,54 9,6
Deutsche Börse 0,51 9,0
sonstige 1,30 22,9
Welt 5,68 100,0

Seite 10
Die größten Aktienbörsen
Umsatzanteile der fünf größten Börsen, 1990 bis 2005

Anzahl der Aktienhandel, Anteil der fünf größten Börsen


Börsen weltweit in Billionen US-Dollar am Aktienhandel, in Prozent

2005 51 51,1 73,8


2000 48 49,8 80,0
1995 44 10,8 75,2
1990 38 5,7 77,1

Seite 11
Konzentration desAktienhandels
Konzentration des Aktienhandels
Marktkapitalisierungs- und Umsatzanteile der größten Unternehmen*, 1990, 2000 und 2005
Umsatzanteil Anteil an der Marktkapitalisierung

2005 85,9 London 85,7 2005


2000 78,3 Stock 81,5 2000
1990 72,0 Exchange 71,0 1990

59,5 68,0
Euronext

78,9 59,2
75,9 NASDAQ 72,3

53,9 56,5
70,5 Tokio 63,9
42,3 46,7

38,3 New York 54,8


57,1 Stock 61,1
Exchange 52,8
* Unternehmen mit der höchsten
Marktkapitalisierung (jeweils fünf
Prozent aller Unternehmen) Taiwan
9,4 24,8

2000 48,6 Deutsche 68,4 2000


1990 70,5 Börse 52,7 1990

Prozent 80 70 60 50 40 30 20 10 0 0 10 20 30 40 50 60 70 80 Prozent

Quelle: World Federation of Exchanges (WFE): F.I.B.V. Statistiques 1991, Annual Report 2001, 2005 © 2006 Bundeszentrale
Stand: 11.2006 für politische Bildung

Seite 12
Konzentration des Aktienhandels
Marktkapitalisierungs- und Umsatzanteile der größten Unternehmen, 1990, 2000 und 2005

Fakten Datenquelle
Der weltweite Aktienhandel ist in doppelter Hinsicht sehr stark kon- World Federation of Exchanges (WFE): F.I.B.V. Statistics 1991,
zentriert: So entfallen seit Beginn der 1990er Jahre drei Viertel des Annual Report 2001, 2005
Gesamtumsatzes der 50 Aktienbörsen auf die fünf führenden Börsen.
Zudem konzentrieren sich Marktkapitalisierung und Handel auf die Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Aktien relativ weniger großer Unternehmen. Gezeigt werden die Anteile an der gesamten Marktkapitalisierung und
am jeweiligen Aktienumsatz der 5 Prozent am Marktwert gemessen
Im Jahr 2005 generierten bei 35 der 50 Börsen fünf Prozent der Un- größten Unternehmen an den größten Börsen der Welt. Die Markt-
ternehmen mit der größten Marktkapitalisierung mehr als die Hälfte kapitalisierung entspricht der mit den jeweiligen Kursen bewerteten
des Umsatzes. In London und an der US-Technologiebörse NASDAQ Zahl der Aktien am Jahresende.
lagen die entsprechenden Anteile bei über drei Vierteln. Im Vergleich
zu 1990 hat sich dabei die Konzentration deutlich erhöht. An der Lesehilfe: Im Jahre 2005 betrug die Anzahl der an der New York
Börse mit dem höchsten Konzentrationsgrad, der London Stock Stock Exchange (NYSE) notierten Unternehmen 1820. Fünf Prozent
Exchange, stieg der Umsatzanteil der Unternehmen mit dem höch- dieser Anzahl sind 91. Auf die 91 Unternehmen mit dem höchsten
sten Marktwert von 72 Prozent im Jahr 1990 auf knapp 86 Prozent Marktwert entfielen im Jahre 2005 mehr als die Hälfte (54,8 Prozent)
2005. des gesamten Marktwertes und mehr als ein Drittel (38,3 Prozent)
des gesamten Aktienumsatzes der NYSE.
Eine der Ursachen liegt darin, dass die großen Unternehmen jeweils
Bestandteil der nationalen Börsenindizes (DAX, Nikkei, Dow Jones
etc.) sind und professionelle (institutionelle) Anleger ihre Entscheidun-
gen vielfach an den Bewegungen der jeweiligen Index-Unternehmen
ausrichten und ihr Portfolio gegebenenfalls schnell an Veränderungen
der Kurse dieser Unternehmen anpassen.

Seite 13
Konzentration des Aktienhandels
Marktkapitalisierungs- und Umsatzanteile der Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung,
1990, 2000 und 2005

Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung


(jeweils fünf Prozent aller Unternehmen)

Anzahl der Umsatzanteil, Anteil an der Markt-


Unternehmen in Prozent kapitalisierung, in Prozent

2005
London Stock Exchange 138 85,9 85,7
Euronext 48 59,5 68,0
NASDAQ 143 78,9 59,2
Tokio 116 53,9 56,5
New York Stock Exchange 91 38,3 54,8

2000
London Stock Exchange 96 78,3 81,5
NASDAQ 209 75,9 72,3
Deutsche Börse 37 48,6 68,4
Tokio 103 70,5 63,9
New York Stock Exchange 102 57,1 61,1

Seite 14
Konzentration des Aktienhandels
Marktkapitalisierungs- und Umsatzanteile der Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung,
1990, 2000 und 2005

Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung


(jeweils fünf Prozent aller Unternehmen)

Anzahl der Umsatzanteil, Anteil an der Markt-


Unternehmen in Prozent kapitalisierung, in Prozent

1990
London Stock Exchange 128 72,0 71,0
New York Stock Exchange 88 – 52,8
Deutsche Börse 32 70,5 52,7
Tokio 81 42,3 46,7
Taiwan 11 9,4 24,8

Seite 15
Anleihenbestand und
Anleihenbestand und Anleihenhandel
Anleihenhandel
In absoluten Zahlen, weltweit 1991 bis 2005

in Bill.
US-Dollar 58,0

14,1
55
50,2 internationale Anleihen
50
11,2
45
43,9
40 38,0
35,1 39,0 nationale Anleihen
7,1
35
5,0
29,2
30 27,4
30,2 30,9
3,2
Bestand börsengehandelter 2,4
25 und nicht-börsengehandelter 26,0 25,8
Anleihen 25,0
20
19,6
15 13,0
11,0 10,6 15,7
14,3
9,4
10
10,6 13,0 13,0 6,4
8,8 Bestand
4,2
5 börsengehandelter
6,6 Handel mit börsengehandelten Anleihen Anleihen
3,3
0
1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 Jahr

Quelle: WFE; BIS: Quarterly Review, verschiedene Jahrgänge © 2006 Bundeszentrale


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Seite 16
Anleihenbestand und Anleihenhandel
In absoluten Zahlen, weltweit 1991 bis 2005

Fakten
Der Handel mit und der Bestand an börsengehandelten Anleihen Die Internationalisierung der Kapitalmärkte schreitet dabei voran:
sind zwischen 1990 und 2005 um rund das Vierfache gestiegen. 1994 waren noch mehr als neun Zehntel aller Anleihen nationale
Die Entwicklung des Bestandes verlief deutlich weniger zyklisch als Anleihen, die im Land und in der Währung der jeweiligen Schuldner
die des Handels. In letzterer spiegelt sich deutlich der Aufbau und ausgegeben werden. 2005 ist dieser Anteil auf 76 Prozent gesunken.
das Platzen der Spekulationsblase an den Finanzmärkten wieder: Fast ein Viertel aller Anleihen sind internationale Anleihen, die entwe-
Der Rückgang ab Mitte der 1990er Jahre signalisiert keine Abnahme der außerhalb des Landes oder in einer anderen Währung als der
von Finanzinvestitionen insgesamt, sondern eine Umschichtung von des Schuldners (oder beides) ausgegeben werden.
festverzinslichen Wertpapieren zu Aktien. Im Jahr 2000 sank der
weltweite Anleihenhandel auf ein Allzeittief, während im gleichen Jahr Datenquelle
der Aktienhandel ein Rekordhoch erreichte. Im Jahr 2005 ging der World Federation of Exchanges (WFE); Bank for International
weltweite Bestand an Anleihen erstmals seit der Erholung ab 2002 Settlements: Quarterly Review, verschiedene Jahrgänge
wieder zurück. Da der Aktienhandel im gleichen Jahr neue Rekord-
werte erreichte, könnte dies als Hinweis für eine neue Überhitzung Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
gedeutet werden. Der Anleihenbestand wird zu Kursen am Jahresende wiedergegeben.

Der Umfang der insgesamt vorhandenen Anleihen sowie sonstiger


festverzinslicher Wertpapiere lag im Jahr 2005 mit etwa 58 Billionen
US-Dollar mehr als doppelt so hoch wie der Bestand der an Börsen
ausgegebenen und gehandelten Papiere (25,8 Billionen US-Dollar).
Zum größten Teil (49 Prozent) handelt es sich dabei um kurz- und
mittelfristige Wertpapiere, mit denen Finanzinstitutionen sich unter-
einander re-finanzieren. Der zweitgrößte Teil (40 Prozent) entfällt auf
Regierungsanleihen, also die Staatsverschuldung. Die Verschuldung
von Unternehmen über Anleihen oder sonstige festverzinsliche Wert-
papiere nimmt demgegenüber einen vergleichsweise geringen Platz
ein (11 Prozent).

Seite 17
Anleihenbestand und Anleihenhandel
In absoluten Zahlen, weltweit 1990 bis 2005

Börsengehandelte Anleihen, Bestand börsengehandelter und nicht-börsengehandelter


in Bill. US-Dollar Anleihen**, in Bill. US-Dollar

Handel Bestand* internat. Anleihen nationale Anleihen insgesamt


1990 3,1 6,6 1994 2,2 22,8 25,0
1991 3,3 8,8 1995 2,4 25,0 27,4
1992 4,2 9,2 1996 2,8 26,1 28,9
1993 6,6 10,6 1997 3,2 26,0 29,2
1994 8,5 11,4 1998 3,9 28,2 32,1
1995 11,0 13,0 1999 5,0 30,2 35,1
1996 13,3 14,0 2000 6,0 30,2 36,1
1997 10,6 13,0 2001 7,1 30,9 38,0
1998 11,5 13,8 2002 8,8 33,8 42,6
1999 6,4 15,7 2003 11,2 39,0 50,2
2000 3,9 15,7 2004 13,4 43,8 57,2
2001 4,2 14,3 2005 14,1 43,9 58,0
2002 4,9 15,3
* am Jahresende
2003 9,4 19,6 ** sowie sonstige festverzinsliche Wertpapiere / am Jahresende
2004 11,6 26,9
2005 13,0 25,8

Seite 18
Anleihenbestand und Anleihenhandel
In absoluten Zahlen, weltweit 1990 bis 2005

Bestand aller internationalen Anleihen**,


in Mrd. US-Dollar

Finanzinstitutionen öffentliche Anleihen Unternehmen insgesamt


1994 840 599 720 2.159
1995 1.010 663 746 2.419
1996 1.326 729 785 2.840
1997 1.582 743 865 3.190
1998 2.005 886 1.024 3.915
1999 3.176 1.022 781 4.979
2000 4.401 646 941 5.988
2001 5.305 691 1.123 7.119
2002 6.618 868 1.264 8.750
2003 8.521 1.203 1.475 11.199
2004 10.357 1.424 1.610 13.391
2005 11.106 1.437 1.547 14.090

** sowie sonstige festverzinsliche Wertpapiere / am Jahresende

Seite 19
Anleihenbestand und Anleihenhandel
In absoluten Zahlen, weltweit 1990 bis 2005

Bestand aller nationalen Anleihen**,


in Mrd. US-Dollar

Finanzinstitutionen öffentliche Anleihen Unternehmen insgesamt


1994 14.489 8.335 22.824
1995 15.762 9.234 24.996
1996 16.310 9.775 26.085
1997 6.900 15.974 3.131 26.005
1998 7.487 17.299 3.387 28.173
1999 7.832 18.532 3.791 30.155
2000 12.749 13.356 4.055 30.160
2001 13.212 13.487 4.184 30.883
2002 14.012 15.569 4.227 33.808
2003 15.269 19.009 4.765 39.034
2004 16.880 21.800 5.108 43.788
2005 17.150 21.619 5.114 43.883

** sowie sonstige festverzinsliche Wertpapiere / am Jahresende

Seite 20
Währungsreserven und
Währungsreserven und Devisenumsatz
Devisenumsatz
Reserven am Jahresende und Devisenumsatz pro Handelstag in absoluten Zahlen, 1980 bis 2004

Währungsreserven Devisenumsatz
in Mrd. US-Dollar in Mrd. US-Dollar
1.880
3.800 1.900
3.600 1.800
3.400 1.700
3.200 3.812 1.600
1.490
3.000 1.500
2.800 Devisenumsatz pro Handelstag 1.400
2.600 1.300
1.190
2.400 1.200
1.200
2.200 1.100
2.000 1.000
2.022
1.800 820 900
1.600 800
1.636
1.400 700
590
1.200 1.358 600
1.000 500
800 983 400
600 768 300
400 120 Währungsreserven 200
200 100
413
0 0
1979/1980 1989 1992 1995 1998 2001 2004 Jahr
Quelle: BIS: Annual Report, versch. Jahrgänge, Triennial Central Bank Survey, 2002, 2005 © 2006 Bundeszentrale
Stand: 11.2006 für politische Bildung

Seite 21
Währungsreserven und Devisenumsatz
Reserven am Jahresende und Devisenumsatz pro Handelstag in absoluten Zahlen, 1980 bis 2004

Fakten
Seit dem Zerfall der Weltwährungsordnung von Bretton Woods in der dass einige Zentralbanken (vor allem die japanische und die chine-
ersten Hälfte der 1970er Jahre und der anschließenden Liberalisierung sische) große Devisenbestände anhäuften, um sich gegen Finanz-
des grenzüberschreitenden Kapitalverkehrs sind der Bestand an und krisen und spekulative Attacken auf ihre Währungen abzusichern.
der Handel mit Devisen stark gestiegen, ersterer auf das neunfache,
letzterer auf das 16-fache seit Beginn der 1980er Jahre. Der Umfang Die internationalen Währungsreserven werden überwiegend in Dollar
des Devisenhandels – der überwiegend nicht als Kassa- sondern als gehalten. So betrug der Dollar-Anteil Mitte der 1990er Jahre fast zwei
Terminhandel stattfindet – betrug von Beginn an ein Vielfaches des Drittel aller Währungsreserven. Er erhöhte sich im Jahre 2000 auf
Devisenbestandes und ein Vielfaches des Betrages, der für die Ab- über drei Viertel (76 Prozent) und lag Ende 2005 wieder bei fast zwei
wicklung von grenzüberschreitenden Handels- und Direktinvestitions- Drittel.
strömen (einschließlich der Sicherung dieser Ströme gegen Wechsel-
kursschwankungen) erforderlich wäre. Die führende Position im Devisenhandel hält relativ unangefochten
die Londoner City, auf die fast ein Drittel (31,3 Prozent) des gesamten
In den Jahren 1989 bis 1998 wechselten an jedem Handelstag Devi- weltweiten Devisenhandels entfällt. In großem Abstand folgen die
sen im Wert von fast dem gesamten Währungsbestand den Besitzer. USA (19,2 Prozent), und danach mit noch größerem Abstand Japan
Dies deutet darauf hin, dass Devisenhandel zu erheblichen Teilen (8,3 Prozent), Deutschland (4,9 Prozent), Hongkong (4,2 Prozent)
aus der Spekulation mit Aktien, Anleihen, Derivaten, Währungen und und Frankreich (2,6 Prozent). Die verbleibenden 29,5 Prozent ent-
anderen Vermögensgegenständen resultiert, für die eine Preis- oder fallen auf 46 weitere Staaten.
Kursänderung erwartet wird.

Der Einbruch im Handel zwischen 1999 und 2001 ist vor allem auf die
Einführung der Europäischen Währungsunion und den damit verbun-
denen Ersatz von elf (später zwölf) Währungen durch den Euro zu-
rückzuführen. Zwischen 2001 und 2004 nahmen beide Größen stär-
ker zu, als in allen Dreijahresperioden davor. Erstmals stiegen jedoch
die Währungsreserven mit plus 88 Prozent stärker, als der Devisen-
handel (plus 57 Prozent). Das ist vor allem darauf zurück zu führen,

Seite 22
Währungsreserven und Devisenumsatz
Reserven am Jahresende und Devisenumsatz pro Handelstag in absoluten Zahlen, 1980 bis 2004

Datenquelle
Bank for International Settlements: Annual Report, verschiedene
Jahrgänge, Triennial Central Bank Survey 2002, 2005

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen


Bei den Währungsreserven handelt es sich um Jahresendbestände
verschiedener weltweit gehandelter Währungen (US-Dollar, Yen,
britisches Pfund, Schweizer Franken, bis 1999 DM und französischer
Franc, nach 1999 Euro).
Beim Devisenhandel erhebt die Bank für internationalen Zahlungs-
ausgleich alle drei Jahre die Umsätze pro Handelstag jeweils im April.
Um diese in Jahresumsätze umzurechnen, müssen sie mit der Zahl
der Handelstage pro Jahr (ca. 250) multipliziert werden.

Seite 23
Währungsreserven und Devisenumsatz
In absoluten Zahlen, 1980 bis 2004

Währungsreserven am Jahresende, Devisenumsatz pro Handelstag,


in Mrd. US-Dollar in Mrd. US-Dollar

1979/1980 413 120


1989 768 590
1992 983 820
1995 1.358 1.190
1998 1.636 1.490
2001 2.022 1.200
2004 3.812 1.880

Geografische Konzentration des Devisenhandels, in Prozent, 1992, 1998 und 2004

Geografische Konzentration des Devisenhandels,


in Prozent des weltweiten Devisenhandels

1992 1998 2004


Großbritannien 27,0 32,5 31,3
USA 15,5 17,9 19,2
Japan 11,2 6,9 8,3
Deutschland 5,1 4,8 4,9
Hongkong, China 5,6 4,0 4,2
Frankreich 3,1 3,7 2,6
46 sonstige Staaten – – 29,5

Seite 24
Börsengehandelte Finanzderivate
Börsengehandelte Finanzderivate – Nominalbeträge
– Nominalbeträge und Handel
und Handel
In absoluten Zahlen, 1990 bis 2004

in Bill.
US-Dollar
Handel
1.400
1.408,4
1.300

1.200

1.100 1.152,3

1.000

900

800

700
693,5
600 Nominalbeträge
2,3 4,6 8,9 9,9 13,9 14,2 23,8 46,6 57,8 in Bill. US-Dollar
500

400
387,7 384,6
300 343,9 321,5
200
181,9
100 123,4

0
1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2005 Jahr

Quelle: Bank for International Settlements (BIS): Quarterly Review, versch. Jahrgänge © 2006 Bundeszentrale
Stand: 11.2006 für politische Bildung

Seite 25
Börsengehandelte Finanzderivate – Nominalbeträge und Handel
In absoluten Zahlen, 1990 bis 2004

Fakten
Derivate haben sich seit Beginn dieses Jahrzehnts schneller entwi- Wenn die Preise erwartungsgemäß gestiegen wären, hätte er zum
ckelt als alle anderen Finanzinstrumente. Ende 2005 war der Wert Termin das Gas zum vereinbarten Preis kaufen und sofort wieder
der Wertpapiere, die vom börsenbetriebenen Derivathandel betroffen teurer verkaufen können und einen Gewinn in Höhe der Differenz zwi-
sind (underlyings), 25mal größer als Anfang der 1990er Jahre. Er lag schen vereinbarten Einkaufspreis und höherem Marktpreis gemacht.
mit 58 Billionen US-Dollar über dem Bestandswert aller Aktien der Da die Gaspreise stattdessen fielen, musste Amaranth Gas zu über-
Welt (45 Billionen US-Dollar). Der entsprechende Wert der außer- höhten Preisen kaufen und machte innerhalb einer einzigen Woche
börslich gehandelten OTC-Derivate („over the counter“) war mit einen Verlust in Höhe von über fünf Milliarden US-Dollar.
285 Billionen US-Dollar allerdings noch fünfmal größer. Ein kleiner
Teil der Derivate (ca. 1 Billion US-Dollar) wird von den rund 1.200 Datenquelle
Hedgefonds verwaltet. Hedgefonds gelten als besonders riskant, weil Bank for International Settlements (BIS): Quarterly Review,
sie wenig reguliert und noch weniger transparent sind. verschiedene Jahrgänge

Der Börsenhandel mit Derivaten, gemessen an den Werten der jewei-


ligen Wertpapiere (underlyings), hatte 2005 einen Umfang von 1.400
Billionen US-Dollar. Das macht pro Handelstag 5,6 Billionen US-Dollar,
dreimal mehr als in 2004. Überwiegend (2005: zu 90 Prozent) handelt
es sich dabei um Zinsinstrumente, mit denen sich Finanzanleger ge-
gen die Risiken von Zinsänderungen absichern wollen. Der besonders
steile Anstieg des Bestands an und des Handels mit Derivaten nach
der Finanzkrise 2000 kann als Versuch der Finanzanleger interpretiert
werden, sich gegen künftige Finanzmarktrisiken abzusichern.

Auf der anderen Seite dürften auch die Spekulationen im Zuge des
neuen Aufschwungs eine größere Rolle spielen. Ein aktuelles Beispiel
ist das des Hedgefonds Amaranth, der mit Hilfe von Derivaten auf
steigende Gaspreise spekuliert hatte und Kontrakte in Milliardenhöhe
zum Kauf von Gas auf Termin zu einem festen Preis eingegangen war.

Seite 26
Börsengehandelte Finanzderivate – Nominalbeträge und Handel
In absoluten Zahlen, 1990 bis 2004

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen


Bei Derivaten handelt es sich um Termingeschäfte, die entweder
standardisiert über Börsen oder in nicht-standardisierter Form (= over
the counter, OTC) gehandelt werden. Sie dienen der Absicherung
anderer Geschäfte gegen Preisänderungen oder der Spekulation. Die
hier angeführten Nominalbeträge und Umsätze beziehen sich auf die
Werte (underlyings) dieser anderen Geschäfte. Da OTC-Derivate auf
die Bedürfnisse individueller Kunden zugeschnitten sind, werden sie
in der Regel nicht gehandelt und tauchen – obgleich ihr Bestand ein
Mehrfaches der Börseninstrumente ist – in der Statistik nicht auf.

Obwohl eine präzise Abgrenzung der Derivate voneinander nicht


(mehr) möglich ist, weil es zu viele Mischformen gibt, können drei
große Gruppen unterschieden werden: Bei den so genannten Swap-
geschäften tauschen Handelspartner Schuldpapiere mit unterschied-
lichen Zinsen, Währungen und Laufzeiten. Der Sinn von Swapge-
schäften liegt in der Senkung von Finanzierungskosten. Als Futures
werden Finanztermingeschäfte bezeichnet, die einen Handel zu
einem festgelegten Zeitpunkt und Preis zwingend festlegen und
ursprünglich zur Preissicherung dienten. Die dritte Gruppe umfasst
die so genannten Optionen, die sich von den Futures nur insoweit
unterscheiden, als dass der vereinbarte Handel stattfinden kann,
aber nicht muss. Futures und Optionsgeschäfte beziehen sich in der
Regel auf Zinsen und Währungen, in ihrer Weiterentwicklung aber
auch auf Aktienindizes und viele andere Vermögenswerte.

Seite 27
Börsengehandelte Finanzderivate – Nominalbeträge,
Handel und Kontrakte
In absoluten Zahlen, 1990 bis 2004

Nominalbeträge* Handel** Kontrakte


in Billionen US-Dollar in Mrd.
1990 2,3 123,4 0,5
1992 4,6 181,9 0,6
1994 8,9 343,9 1,1
1996 9,9 321,5 1,1
1998 13,9 387,7 1,3
2000 14,2 384,6 1,6
2002 23,8 693,5 4,2
2004 46,6 1.152,3 6,1
2005 57,8 1.408,4 –

* am Jahresende
** pro Jahr / bezogen auf die Nominalbeträge der Derivate

Seite 28
Institutionelle Investoren
Institutionelle Investoren
Gesamtvermögen in abs. Zahlen, Vermögensstruktur nach Regionen/Staaten, 1980, 1990 und 2001

USA
54,8

sonstige
6,7

USA
47,9

sonstige
6,9 35.160
Mrd. US-Dollar
Japan
USA 10,4
73,9
sonstige 13.718
3,6 Mrd. US-Dollar

2.964
Japan
20,0 EU
EU 25,2 EU
22,5 28,2
2001
1990
1980

Basierend auf: Table S1, Statistics on Institutional Investors – Data from 1980 onwards, Table S1-S5, © 2006 Bundeszentrale
Institutional Investors – Statistical Yearbook, 1992-2001, © OECD 2003 / Stand: 11.2006 für politische Bildung

Seite 29
Institutionelle Investoren
Gesamtvermögen in abs. Zahlen, Vermögensstruktur nach Regionen/Staaten, 1980, 1990 und 2001

Fakten
Das von institutionellen Investoren verwaltete Vermögen ist in den Der Markt für institutionelle Anlagen wird nach wie vor von US-ame-
beiden letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts rasant von rikanischen Unternehmen beherrscht. Sie verwalteten im Jahre 2005
knapp drei Billionen US-Dollar (1980) auf gut 36 Billionen US-Dollar knapp die Hälfte des weltweit institutionalisierten Vermögens. 1980
(2000) gewachsen. Bis zum Jahr 2005 stieg das Vermögen noch waren es allerdings noch fast drei Viertel. Die Vormacht der USA
einmal sprunghaft auf 55 Billionen US-Dollar. Hierin kommt die Ver- nahm zwischen 1980 und 1990 deutlich ab, stieg jedoch bis zum
schiebung von einem vorwiegend bankgestützten zu einem mehr Beginn dieses Jahrhunderts wieder etwas an. Die Position der EU ist
marktgestützten Finanzsystem zum Ausdruck. Denn anders als Ban- dagegen kontinuierlich stärker geworden; ihr Marktanteil stieg von 23
ken geben institutionelle Investoren keine Kredite, sondern kaufen Prozent auf 28 Prozent. Der Marktanteil Japans ging von 20 Prozent
Wertpapiere (vor allem Aktien und Anleihen), die sie bei Bedarf auch im Jahr 1990 auf 10 Prozent im folgenden Jahrzehnt zurück.
wieder verkaufen können. Dadurch ist das Verhältnis zwischen Kapi-
talgebern und Kapitalnehmern weniger fest als bei der traditionellen Datenquelle
Form der Finanzierung über Bankkredite. Je größer (liquider) die Basierend auf: Table S1, OECD Statistics on Institutional Investors
Kapitalmärkte sind, desto günstiger ist das Umfeld für institutionelle – Data from 1980 onwards, Table S1-S5, Institutional Investors –
Investoren. Statistical Yearbook, 1992-2001, © Organisation for Economic Co-
operation and Development (OECD) 2003
Die absolute und relative Zunahme der institutionellen Investoren hat
in allen großen Staaten stattgefunden, allerdings in unterschiedlichem
Umfang und Tempo. Im Vergleich zum BIP der jeweiligen Staaten ist
das institutionell verwaltete Vermögen in der Schweiz am größten und
am schnellsten gewachsen: von 3,9 Prozent des BIP im Jahr 1980
auf 232,7 Prozent 2001. Dies ist sicher auch auf die für Kapitalanle-
ger günstigen steuerlichen und sonstigen Rahmenbedingungen
(Bankgeheimnis) zurückzuführen. Vergleichweise weniger weit voran-
geschritten ist die Institutionalisierung des Finanzvermögens in ande-
ren Staaten wie Deutschland (2005: 63 Prozent des BIP), Japan oder
Italien.

Seite 30
Institutionelle Investoren
Gesamtvermögen in abs. Zahlen, Vermögensstruktur nach Regionen/Staaten, 1980, 1990 und 2001

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen


Institutionelle Investoren (II) sind Unternehmen, die Kapital von Haus-
halten oder anderen Unternehmen sammeln und auf den Kapital-
märkten gebündelt anlegen. Es handelt sich überwiegend um große
Versicherungen, Investment- und Pensionsfonds. Zuletzt kamen
auch Spezialformen wie Private Equity Firmen und Hedgefonds
dazu, die meist nur wenigen sehr vermögenden Geldbesitzern offen
stehen.

Daten über institutionellen Investoren werden von der OECD für die
28 Mitgliedsstaaten dieser Organisation veröffentlicht – allerdings mit
großer zeitlicher Verzögerung.

Seite 31
Institutionelle Investoren
Gesamtvermögen in absoluten Zahlen, Vermögensstruktur nach Regionen bzw.Staaten
im absoluten Zahlen und in Prozent, 1980, 1990 und 2001

Gesamtvermögen der institutionellen Investoren, in Mrd. US-Dollar


1980 1985 1990 1995 2000 2001 2005
USA 2.189,8 3.925,0 6.572,0 11.237,0 19.522,5 19.257,7 26.489
Japan – – 2.749,6 4.297,2 4.367,5 3.644,8 –
Großbritannien 271,6 470,8 1.116,8 1.814,9 3.017,9 2.743,3 –
Frankreich 72,0 171,8 655,7 1.230,0 1.737,1 1.701,3 –
Deutschland 151,5 217,5 599,0 1.113,2 1.506,9 1.478,4 –
Italien – 713,0 146,6 360,7 1.060,3 1.007,5 –
Luxemburg – 12,6 94,1 366,7 836,0 840,9 –
Kanada 92,2 154,0 337,9 499,8 807,5 794,3 –
Niederlande 116,4 162,6 378,3 641,2 772,3 722,3 –
Schweiz 4,2 7,1 271,7 237,8 551,8 575,5 –
Australien – – 143,9 311,2 467,9 458,1 –
Spanien – – – 211,6 361,8 355,2 –
Schweden 37,1 34,7 196,8 264,9 386,9 325,4 –
Südkorea – 34,4 122,4 266,2 297,8 319,9 –
Belgien 3,8 25,4 87,3 160,7 244,4 244,3 –
Dänemark – – 77,8 126,3 167,4 162,6 –
Österreich 6,3 10,0 38,8 82,2 139,7 141,3 –
Finnland 7,9 12,2 44,7 66,3 106,0 98,0 –
Norwegen 10,6 15,8 41,5 62,3 76,9 75,7 –

Seite 32
Institutionelle Investoren
Gesamtvermögen in absoluten Zahlen, Vermögensstruktur nach Regionen bzw.Staaten
im absoluten Zahlen und in Prozent, 1980, 1990 und 2001

Gesamtvermögen der institutionellen Investoren, in Mrd. US-Dollar


1980 1985 1990 1995 2000 2001 2005
Mexiko – – 23,1 10,8 46,9 73,9 –
Portugal – 0,1 6,2 37,3 56,7 58,2 –
Griechenland – – 9,0 14,7 37,5 31,7 –
Polen – – – 1,9 11,5 17,5 –
Tschechische Rep. – – – 9,0 8,1 9,0 –
Island 0,4 0,8 2,8 5,0 8,7 8,2 –
Ungarn – – 0,9 1,8 5,9 7,6 –
Türkei 0,1 0,1 0,9 1,3 5,8 5,5 –
Slowakei – – – – 1,2 1,5 –
insgesamt 2.963,9 5.967,8 13.717,8 23.432,0 36.610,9 35.159,6 55.000
davon:
EU 666,6 1.189,0 3.452,1 6.490,6 10.431,0 9.908,6 15.625

in Prozent
davon:
USA 73,9 65,8 47,9 48,0 53,3 54,8 48,2
EU 22,5 19,9 25,2 27,7 28,5 28,2 28,4
Japan – – 20,0 18,3 11,9 10,4 –
sonstige 3,6 – 6,9 6,0 6,3 6,7 –

Seite 33
Institutionelle Investoren
Gesamtvermögen in absoluten Zahlen, Vermögensstruktur nach Regionen bzw.Staaten
im absoluten Zahlen und in Prozent, 1980, 1990 und 2001

Gesamtvermögen der institutionellen Investoren,


in Prozent des jeweiligen BIP

1980 1990 2001 2005


Schweiz* 3,9 110,9 232,7 –
USA* 69,9 113,2 191,0 213
Großbritannien 49,4 103,9 190,9 178
Niederlande* 77,5 119,3 190,9 –
Frankreich 11,3 50,8 131,8 144
Kanada 34,9 57,7 115,8 –
Japan – 82,3 94,7 126
Italien – 12,5 94,0 –
Deutschland 17,5 32,8 81,0 63

* 1981 statt 1980

Seite 34
Bankenkonzentration
Bankenkonzentration in in den
den führenden
führenden Finanzzentren
Finanzzentren
Anteil der jeweils fünf größten Banken an der gesamten Bilanzsumme (CR5)*, 1990, 1997 und 2003

80 2003
Schweiz
54 1990

55
Spanien
38

45
Frankreich
52

42
Japan
42

41
Großbritannien
49

27
Italien
24

24 * Konzentrationsgrad: Anteil der Bilanz-


USA summe der jeweils fünf größten Banken
13 an der Bilanzsumme aller Banken des
jeweiligen Staates, in Prozent
22
Deutschland
17

0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70 75 80 90 100 CR5*
Quelle: Bank for International Settlements (BIS): 74th Annual Report, 2004 © 2006 Bundeszentrale
Stand: 11.2006 für politische Bildung

Seite 35
Bankenkonzentration in den führenden Finanzzentren
Anteil der jeweils fünf größten Banken an der gesamten Bilanzsumme (CR5), 1990, 1997 und 2003

Fakten Datenquelle
Die Konzentration im Bankensektor ist in den größten Finanzzentren Bank for International Settlements (BIS): 74th Annual Report, 2004
sehr unterschiedlich. An der Spitze steht die Schweiz, in der die fünf
größten Banken vier Fünftel der gesamten Bilanzsumme auf sich ver- Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
einigten. In den USA sind die Werte vergleichsweise niedrig. Grund Der Konzentrationsgrad CR5 bezeichnet den Anteil der Bilanzsumme
dafür ist die Tatsache, dass dort bis zum Jahr 2000 Banken nur regi- der fünf größten Banken an der gesamten Bilanzsumme aller Banken
onal begrenzt tätig sein durften. Seitdem diese Beschränkung ge- des jeweiligen Staates. Die Bilanzsumme von Banken enthält als
fallen ist, hat eine Welle von Zusammenschlüssen zu einem Anstieg Hauptposten auf der Aktivseite die ausgereichten Kredite, daneben
der Konzentration geführt, die weiter anhalten wird. In Deutschland den Besitz an Wertpapieren und sonstige Finanz- und andere Vermö-
erklärt sich der niedrige Konzentrationsgrad mit der Existenz eines gensbestände.
großen Sparkassen- und eines (gemessen an der Zahl der Institute)
noch größeren Genossenschaftssektors, die beide nur regional aktiv
sind.

Die Liberalisierung der Kapitalmärkte hat in den meisten Ländern zu


Fusionen geführt, die aber überwiegend nicht international waren,
sondern nationale Führungskonzerne geschaffen haben. In fünf der
angeführten Länder ist der Konzentrationsgrad seit 1990, und in
sieben der acht Länder ab 1997 gestiegen. In den letzten beiden
Jahren kam es auch zu großen grenzüberschreitenden Übernahmen
in der EU. (z.B. Santander – Abbeys National, Unicredito – Hypover-
einsbank), in deren Folge der Konkurrenzdruck zunimmt. Um diesem
zu begegnen, versuchen die Banken ihre Positionen durch weitere
Übernahmen zu stärken.

Seite 36
Bankenkonzentration in den führenden Finanzzentren
Anteil der jeweils fünf größten Banken an der gesamten Bilanzsumme (CR5), 1990, 1997 und 2003

Konzentrationsgrad CR5*
1990 1997 2003
Schweiz 54 73 80
Spanien 38 47 55
Frankreich 52 38 45
Japan 42 39 42
Großbritannien 49 47 41
Italien 24 25 27
USA 13 21 24
Deutschland 17 17 22

* Anteil der Bilanzsumme der jeweils fünf größten Banken an der Bilanzsumme aller Banken des jeweiligen Staates

Seite 37
Kapitalflüsse
Kapitalflüsse ininökonomisch
ökonomisch sich
sich entwickelnde
entwickelnde Staaten
Staaten I I
In absoluten Zahlen, nach Regionen, 1984 bis 2006

in Mrd.
US-Dollar
118,5
120 109,1
101,7
100
86,4
Süd-Osteuropa und GUS
80 74,3
69,6 64,9 67,8 65,6 74,6
59,4 58,8
60 54,0 Asien
40,7 43,8 44,7 64,5
43,1 40,4
35,7 55,0
40 28,6
26,9 23,8 25,4
17,0 19,2 18,6 21,6
20 29,9 19,0 14,8 Afrika
9,4 26,1
15,2 18,0 0,0 19,8
4,9
0
5,4 6,5 5,3 4,1 Lateinamerika
-0,8 -1,1
-5,7
-20
-21,9
-40 -31,8
-34,2
-60

-80 -76,5
Naher Osten
-100

-120

-140
-157,5
-160
1984-1989 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 Jahr

Quelle: IMF: World Economic Outlook 10/1998: Table 2.9., 10/1999: Table 2.2., 04/2006: Table 1.2. © 2006 Bundeszentrale
Stand: 11.2006 für politische Bildung

Seite 38
Kapitalflüsse in ökonomisch sich entwickelnde Staaten I
In absoluten Zahlen, nach Regionen, 1984 bis 2006

Fakten Datenquelle
Erst zu Beginn der 1990er Jahre setzen die Nettokapitalflüsse in die International Monetary Fund (IMF): World Economic Outlook
ökonomisch sich entwickelnden Staaten in relevanten Größenord- 10/1998: Table 2.9., 10/1999: Table 2.2., 04/2006: Table 1.2.
nungen ein. Sie entwickeln sich für die einzelnen Regionen sehr
unterschiedlich. Mit Abstand am wenigsten Kapital fließt nach Afrika, Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
insgesamt 222 Milliarden US-Dollar in 23 Jahren (oder knapp 10 Es handelt sich hier um die Summe aus privaten Kapitalflüssen
Milliarden US-Dollar pro Jahr). Mehr als dreimal soviel, nämlich über (Direktinvestitionen, Portfolioinvestitionen, Bankkredite und sonstige
700 Milliarden US-Dollar, fließen jeweils nach Asien und nach Latein- private Zuflüsse) und Nettotransfers von Staaten oder internationalen
amerika. Organisationen.
Durch Aufspaltung und Umgruppierung von Staatengruppen (Trans-
Am unregelmäßigsten verläuft die Entwicklung in Asien, wo im Zuge formationsstaaten / Süd-Osteuropa und GUS) entstehen kleinere
des Booms der Zufluss im Jahre 1996 auf über 100 Milliarden US- Ungenauigkeiten bei den längeren Zeitreihen.
Dollar steigt. Im Jahr 1998 ist jedoch als Folge der Asienkrise ein Die Angaben der letzten Jahre werden in späteren Veröffentlichungen
Nettokapitalabfluss von 34 Milliarden US-Dollar zu beobachten. Der regelmäßig und teilweise erheblich korrigiert.
Kapitalfluss nach Süd-Osteuropa und in die GUS gerät im Zuge der
Russlandkrise Ende der 1990er Jahre ins Stocken, nimmt aber Mitte
dieses Jahrzehnts deutlich an Umfang zu. Dabei handelt es sich
überwiegend um Kapitalströme in die mittel- und osteuropäischen
Länder (2005: 99,7 Milliarden US-Dollar) und nur zum geringen Teil in
die Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion (2005: 9,4 Milliarden
US-Dollar).

Bemerkenswert ist der massive Kapitalabfluss aus dem Nahen Osten,


der überwiegend aus Geldern von Staaten oder internationalen
Organisationen (2005: -148,8 Milliarden US-Dollar) besteht. Allein in
den vier Jahren von 2003 bis 2006 sind aus dem Nahen Osten –
vermutlich aufgrund der politischen Spannungen in der Region – fast
320 Milliarden US-Dollar abgezogen worden.

Seite 39
Kapitalflüsse in ökonomisch sich entwickelnde Staaten I
In absoluten Zahlen, nach Regionen, 1984 bis 2006

Afrika Asien Lateinamerika Süd-Osteuropa Naher Osten**


und GUS*

in Mrd. US-Dollar
1984-1989 9,0 20,9 8,0 -0,8 7,1
1991 15,2 43,1 26,8 -0,6 69,6
1992 15,5 29,9 54,0 6,7 37,6
1993 18,0 64,9 62,1 19,0 26,9
1994 17,0 74,3 40,7 5,4 14,6
1995 14,3 97,5 67,8 35,7 6,5
1996 9,4 101,7 65,6 28,6 5,3
1997 14,7 33,3 77,7 43,8 16,2
1998 12,9 -34,2 86,4 28,4 26,1
1999 12,8 4,9 51,1 19,2 19,2
2000 2,7 -5,2 44,7 7,9 -21,9
2001 5,2 8,9 59,4 18,6 -5,7
2002 9,2 25,4 16,4 40,4 4,1
2003 8,3 45,9 21,6 38,9 -31,8
2004 14,8 118,5 -1,1 64,5 -51,4
2005 23,8 58,8 0,0 109,1 -76,5
2006 19,8 55,0 25,4 74,6 -157,5
Summe 1984-2006 222,6 743,6 706,6 539,4 -111,6

* ab 1996: Mittel- und osteuropäische Staaten plus Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS)
** bis 1995 Naher Osten und Europa
Seite 40
Kapitalflüsse
Kapitalflüsse ininökonomisch
ökonomisch sich
sich entwickelnde
entwickelnde Staaten
Staaten II II
In absoluten Zahlen, nach Arten, 1984 bis 2006

in Mrd. 222 221


US-Dollar 212
196 196
200 Direktinvestitionen
178 180 184
180 174 168
159
160 155 150 158 149
152 143
140
144 118
120 114 115
105 107 107
99 99
100 93
39 85
80 74 73 75 insgesamt
62 62 67
56 58 52
60
36 29 Portfolioinvestitionen
40 35
26 30 38 26 43 27
20 35 39 18
20 9 26 18 7
25 23 29 24 9
19 0 12
0
-4 -4 3 -5
-20
-18 -37
-34
-40
-47 Bankkredite und andere
-60 -60 -46 -62

-80 -71 -82


-79
-100 Staatliche Kapitalflüsse
-111
-120
-136 -139
-140
-161
-160
-170
-180
1984-1989 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 Jahr

Quelle: IMF: World Economic Outlook 10/1998: Table 2.9., 10/1999: Table 2.2., 04/2006: Table 1.2. © 2006 Bundeszentrale
Stand: 11.2006 für politische Bildung

Seite 41
Kapitalflüsse in ökonomisch sich entwickelnde Staaten II
In absoluten Zahlen, nach Arten, 1984 bis 2006

Fakten Datenquelle
Vor 1990 waren die Kapitalzuflüsse in ökonomisch sich entwickelnde International Monetary Fund (IMF): World Economic Outlook
Staaten sehr gering. Ihre Entwicklung danach zeichnet sich durch 10/1998: Table 2.9., 10/1999: Table 2.2., 04/2006: Table 1.2.
große Schwankungen aus. Sie stiegen bis 1995 steil bis auf 222
Milliarden US-Dollar an, fielen dann noch steiler bis auf 29 Milliarden Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
US-Dollar und nahmen dann bis 2004 allmählich wieder zu und ab Es handelt sich um Zahlen für Nettoflüsse, die nichts über die Größe
2005 wieder ab. Nach vorläufigen Zahlen ist der Nettozufluss im Jahr der Bruttobewegungen aussagen. Ein kleiner Nettozufluss kann das
2006 niedriger als in jedem anderen Jahr seit 1990. Ergebnis sehr geringer Bruttobewegungen oder sehr großer Brutto-
bewegungen sein, die sich gegenseitig neutralisieren. Die Zahlen
Die verschiedenen Arten der Nettokapitalflüsse unterscheiden sich beziehen sich auf die ökonomisch sich entwickelnden Staaten (ein-
allerdings sehr in ihrer Stetigkeit. Am stetigsten entwickelten sich schließlich der so genannten Schwellenländer) insgesamt.
die privaten Direktinvestitionen, die in der gesamten Zeit in nur zwei Das heißt, dass ein positiver Gesamtwert mit Nettokapitalabflüssen
Jahren nicht zunahmen und 2006 sieben Mal so hoch waren wie für bestimmte Regionen oder Staaten vereinbar sein kann.
1991. Die größte Schwankungsintensität wiesen demgegenüber Direktinvestitionen werden mit der Absicht unternehmerischer Tätig-
die sonstigen Kapitalflüsse auf, hinter denen im Wesentlichen (zum keit im Gastland getätigt, während Portfolioinvestitionen (Aktien- und
Teil kurzfristige) private Bankkredite stecken. In ihrer Entwicklung andere Wertpapierkäufe) reine Finanzinvestitionen sind.
spiegeln sich am deutlichsten der Aufbau und das Platzen von
Spekulationsblasen in den ökonomisch sich entwickelnde Staaten
wider: In der Boomphase werden sie mit Krediten und auch mit
Portfolioinvestitionen überschwemmt, die beim Zeichen einer Krise
massenhaft abgezogen werden und so die Krise massiv verstärken.

Bemerkenswert ist auch, dass die staatlichen Nettoflüsse seit Beginn


dieses Jahrzehnts im Unterschied zu den 1990er Jahren mit einer
Ausnahme negativ gewesen sind: Staaten und internationale Organi-
sationen ziehen sich zunehmend aus der so genannten Entwicklungs-
finanzierung zurück, und der Betrag der Rückzahlungen übersteigt
den der Neugewährung von Darlehen.

Seite 42
Kapitalflüsse in ökonomisch sich entwickelnde Staaten II
In absoluten Zahlen, nach Arten, 1984 bis 2006

Direkt- Portfolio- Bankkredite Staatliche insgesamt


investitionen investitionen und andere Kapitalflüsse

in Mrd. US-Dollar
1984-1989 13 4 -4 26 39
1991 32 25 62 36 155
1992 35 56 30 23 144
1993 58 99 20 19 196
1994 85 105 -47 9 152
1995 93 38 62 29 222
1996 114 74 26 -18 196
1997 143 67 -60 24 174
1998 159 43 -136 52 118
1999 178 73 -170 26 107
2000 168 18 -111 -46 29
2001 180 -71 -34 0 75
2002 150 -79 27 9 107
2003 158 -4 7 -62 99
2004 184 35 12 -82 149
2005 212 39 3 -139 115
2006 221 -5 -37 -161 18
Summe 1984-2006 2.183 517 -350 -255 2.095

Seite 43
Größere Finanzkrisen
Größere Finanzkrisen seit
seit 1970
1970
Nach Kreditausfallraten, in Prozent aller Kredite

21 bis 40

> 80

41 bis 60
61 bis 80

0 bis 20

Quelle: Caprio, Klingebiel, Laeven, Noguera: Banking Crises Database, 2005; The World Bank Group © 2006 Bundeszentrale
Stand: 11.2006 für politische Bildung

Seite 44
Größere Finanzkrisen seit 1970
Nach Kreditausfallraten, in Prozent aller Kredite

Fakten
Mit dem Wachstum, der Globalisierung und der zunehmenden Libe- Seit Ende der 1990er Jahre steht das Verhindern von Finanzkrisen
ralisierung der Finanzmärkte seit Ende der 1970er Jahre ist auch auf der Tagesordnung internationaler Institutionen. Ein Versuch hier-
eine zunehmende Anfälligkeit für Turbulenzen und Finanzkrisen ver- zu ist das ab 2007 in Kraft tretende Regelwerk Basel II, das eine
bunden. Sie manifestieren sich als Bankkrisen, Börsenkrisen und als bessere Risikokontrolle von Bankkrediten vorsieht. Weitere Vorschlä-
Währungskrisen. Die weitaus meisten Finanzkrisen haben in den ge beziehen sich auf die Eindämmung kurzfristiger internationaler
ökonomisch sich entwickelnden Staaten und insbesondere in den Kapitalflüsse durch eine Devisentransaktionssteuer (Tobinsteuer) und
Schwellenländern stattgefunden, oft als Währungskrisen, in deren die vorsichtigere Liberalisierung des Kapitalverkehrs der ökonomisch
Verlauf feste Wechselkurse zusammenbrechen und massiver Kapital- sich entwickelnden Staaten (sog. Sequencing). Auch die (relative)
abfluss stattfindet. Stabilisierung von Wechselkursen durch die Einführung von Zielzonen
die in internationaler Kooperation gemanaged werden, werden immer
Aber auch in den ökonomisch entwickelten Staaten wie Dänemark, wieder in die Diskussion gebracht.
Schweden, Italien und Japan gab es in den 1990er Jahren Finanz-
krisen mit erheblichen schädlichen Folgen. Eine jüngere von Mitar- Datenquelle
beiterinnen und Mitarbeitern der Weltbankgruppe zusammengestellte Gerard Caprio, Daniela Klingebiel, Luc Laeven and Guillermo
Übersicht zählt seit Beginn der 1980er Jahre 166 Finanzkrisen, von Noguera: Banking Crises Database, in: Patrick Honohan, Luc Laeven
denen 119 einen „systemischen“ Charakter haben, das heißt in ihren (Hrsg.): Systemic Financial Crises. Containment and Resolution,
Wirkungen über den engen Bankenbereich hinausgehen. Cambridge N.Y. (CUP), 2005

Es scheint sich auch nicht um ein Übergangsphänomen zu handeln,


denn die Häufigkeit der Krisen hat in den 1990er Jahren nicht ab-,
sondern zugenommen: Von den 84 „größeren“ Krisen haben 30 in
den 1980er und 50 in den 1990er Jahren begonnen. (Jüngere Aus-
wertungen liegen nicht vor).

Seite 45
Größere Finanzkrisen seit 1970
Nach Kreditausfallraten, in Prozent aller Kredite

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen


Finanzkrisen sind Störungen des Finanzsektors, die mit schweren
Problemen bei der Versorgung mit Geld und Kredit verbunden sind.
Sie können durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden:
Schocks an den Wertpapiermärkten, politische Verknappung von
Krediten, Druck auf Wechselkurse und Währungen, technologische
Entwicklungen (New Economy), politische Ereignisse und anderes
mehr. In den meisten Fällen geht den Krisen ein Boom voraus, in dem
die Geld- und Kreditmenge stark steigt und die Risiken auch durch
spekulative Finanzanlagen zunehmen. Wenn die Spekulationsblase
platzt, kommt es zu massiven Zusammenbrüchen und/oder zu plötz-
lichen Kapitalabflüssen. Von deren Folgen sind auch nicht-spekula-
tive Investoren, das Wachstum, die Beschäftigung und der Wohlstand
ganzer Wirtschaften betroffen.

Die Schwere von Finanzkrisen wird üblicherweise an drei Kriterien


gemessen:
- dem Anteil der Kredite, die in der Krise notleidend werden (Kredit-
ausfallrate),
- den fiskalischen Kosten, die dadurch entstehen, dass dem Staat
Steuereinnahmen entgehen und er zusätzliche Ausgaben tätigen
muss, um die Lage der von der Krise betroffenen Menschen zu
bessern und den Finanzsektor zu sanieren,
- den Wachstumsverlusten durch die Krise. Sie werden von der Welt-
bank berechnet als der Unterschied zwischen dem tatsächlichen
Wachstum der Ökonomie während der Krise und dem Wachstum,
das stattgefunden hätte, wenn die Ökonomie sich so weiter
entwickelt hätte wie im Durchschnitt der drei Jahre vor der Krise.

Seite 46
Größere Finanzkrisen seit 1970*
Nach Staaten

Staat Zeitraum Kreditausfallrate, Niedrigstes BIP-Wachstum


in Prozent aller Kredite
Rate Jahr
Angola 1991- – -24,7 1993
Argentinien 1980-1982 9 -5,7 1981
1989-1990 27 -7,5 1989
1995 – -4,2 1995
2001- 20 -10,9 2002
Benin 1988-1990 80 -2,9 1989
Brasilien 1990 – -4,3 1990
1994-1999 15,4 0,1 1998
Bulgarien 1996-1997 75 -9,4 1996
Burkina Faso 1988-1994 34 -1,4 1987
Burundi 1994- 25 -8,4 1996
1995-1998 30 -2,5 1994
Cap Verde 1993- 30 3,3 1992
Chile 1981-1983 19 -10,3 1982
China 1990er Jahre 50 3,8 1990
Costa Rica 1994-1996 32 0,9 1996
Dänemark 1987-1992 – 0,0 1987
Djibouti 1991-1993 – -1,9 1992
Ecuador 1998-2001 – -6,3 1989
Elfenbeinküste 1988-1991 – -0,3 1987

Teil 1 von 5
Seite 47
Größere Finanzkrisen seit 1970*
Nach Staaten

Staat Zeitraum Kreditausfallrate, Niedrigstes BIP-Wachstum


in Prozent aller Kredite
Rate Jahr
El Salvador 1989 37 1,0 1989
Finnland 1991-1994 13 -6,3 1991
Gambia 1985-1992 – -0,8 1985
Georgien 1991-1996 33 -44,9 1992
Ghana 1997 27 4,6 1996
Guinea 1993-1994 45 2,.9 1992
Guinea-Bissau 1995-1996 45 3,2 1994
Hongkong, China 1982-1983 – 2,7 1982
1998 – -5,0 1998
Indien 1993 20 4,9 1993
Indonesien 1997-2002 70 -13,1 1998
Israel 1977-1983 – 0,0 1977
Italien 1990-1995 – -0,9 1993
Jamaica 1994 – 0,9 1994
1996-2000 – -1,1 1996
Japan 1992- 35 0,9 1992
Jordanien 1989-1990 – -13,5 1989
Kamerun 1987-1993 65 -7,8 1988
Kirgisische Rep. 1990er Jahre 85 -20,1 1994

Teil 2 von 5

Seite 48
Größere Finanzkrisen seit 1970*
Nach Staaten

Staat Zeitraum Kreditausfallrate, Niedrigstes BIP-Wachstum


in Prozent aller Kredite
Rate Jahr
Kongo 1991-1992 – -6,6 1990
1994- 75 -13,9 1993
1992- – -5,5 1994
Korea 1997-2002 35 -6,7 1998
Kuweit 1980er Jahre 40 -20,6 1980
Libanon 1988-1990 – -42,5 1989
Madagaskar 1988 25 1,2 1987
Malaysia 1985-1988 – -1,1 1985
1997-2001 30 -7,4 1998
Mali 1987-1989 75 -0,5 1987
Mauretanien 1983-1993 70 -3,2 1984
Mazedonien 1993-1994 70 -7,5 1993
Mexico 1994-2000 19 -6,2 1995
Nepal 1988 29 1,7 1987
Nicaragua späte 1980er 50 -12,4 1988
Niger 1983-1996 50 -16,8 1984
Nigeria 1991-1995 77 0,1 1994
Panama 1988-1989 – -13,4 1988
Papua-Neuguinea 1989- – -3,0 1990
Peru 1983-1990 – -11,8 1983

Teil 3 von 5
Seite 49
Größere Finanzkrisen seit 1970*
Nach Staaten

Staat Zeitraum Kreditausfallrate, Niedrigstes BIP-Wachstum


in Prozent aller Kredite
Rate Jahr
Philippinen 1983-1987 19 -7,3 1984
1998- 20 -0,6 1998
Polen 1992-1995 24 -7,0 1991
Rumänien 1990-1996 30 -12,9 1991
Russland 1998-1999 40 -4,9 1998
Schweden 1991-1994 13 -1,1 1991
Senegal 1988-1991 50 -1,4 1989
Sierra Leone 1990-1996 45 -19,0 1992
Slowakische Rep. 1991-1995 – -14,6 1991
Slowenien 1992-1994 – -8,9 1991
Sri Lanka 1989-1993 35 2,3 1989
Taiwan 1997-1998 26 6,1 1996
Tansania 1980er / 1990er 70 – –
Thailand 1997-2002 33 -10,5 1998
Togo 1993-1995 – -15,1 1993
Tschad 1992 35 -15,7 1993
Tschechische Rep. 1989-1991 38 – –
Türkei 2000- – -4,7 1999
Ukraine 1997-1998 65 -10,0 1996
Ungarn 1991-1995 23 -11,9 1991

Teil 4 von 5
Seite 50
Größere Finanzkrisen seit 1970*
Nach Staaten

Staat Zeitraum Kreditausfallrate, Niedrigstes BIP-Wachstum


in Prozent aller Kredite
Rate Jahr
Uruguay 1981-1984 – -10,3 1983
2002- 25 -10,8 2002
Venezuela 1994-1995 – -2,3 1994
Vietnam 1997- 18 8,1 1997
Yemen 1996-1997 – 10,9 1995
Zentralafikanische 1995-1999 40 -4,0 1996
Republik

Teil 5 von 5

* größere Finanzkrisen werden hier definiert als Krisen im Finanzsektor, die mindestens
eines der drei folgenden Kriterien erfüllen: Kreditausfallrate mind. 20 Prozent / Ausfall
an Staatseinnahmen mind. 20 Prozent / Wachstumsverluste des BIP mind. 10 Prozent

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Reale effektiveWechselkurse
Reale effektive Wechselkurse
Wechselkurse gegenüber 52 Staaten, Index (2000 = 100), Monatsdurchschnitte, 1994 bis 2006

Index

130 127,98
125,01
125 123,43 122,69
120,79
119,23
120
119,70
115 Eurozone
115,06 115,70
113,02
110 107,73
105,99
104,46 102,88
105
102,35
100,69
100 98,87
101,46 102,57 101,55
95,31
93,19
95 93,26 93,27
95,76 92,12 91,17 USA
94,02
90 87,32
86,63 86,61
88,13 84,07
85 87,86 84,74
85,60
80 82,76
81,57
75 Japan
74,25
70

65

0
1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 Jahr

Quelle: Bank for International Settlements (BIS): effective exchange rate indices © 2006 Bundeszentrale
Stand: 11.2006 für politische Bildung

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Reale effektive Wechselkurse
Wechselkurse gegenüber 52 Staaten, Index (2000 = 100), Monatsdurchschnitte, 1994 bis 2006

Fakten Datenquelle
Seit Einführung der europäischen Währungsunion am 01. Januar Bank for International Settlements (BIS):
1999 zwischen zunächst elf und ab 2001 zwölf Staaten der EU unter- effective exchange rate indices
liegt der Wechselkurs des Euro zum Dollar erheblichen Schwankun-
gen: Er sank von seinem Anfangswert von 1,18 $/€ innerhalb von Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
weniger als zwei Jahren um mehr als ein Viertel auf 0,85 $/€ und Wechselkurse sind die Preise für eine Währung (z.B. Euro) ausge-
stieg dann bis Ende 2004 um fast zwei Drittel auf 1,36 $/€. Diese drückt in einer anderen Währung (z.B. US-Dollar). Ein Wechselkurs
starke Aufwertung verteuert auf der einen Seite die Exporte aus der eines Euro zum US-Dollar von 1,28 bedeutet also, dass für einen
Eurozone in Drittländer, auf der anderen Seite erleichtert sie den Er- Euro 1,28 US-Dollar bezahlt werden müssen. Statt dieser bilateralen
werb ausländischen Kapitals. Wechselkurse können auch multilaterale oder effektive Wechselkurse
ermittelt werden: Dabei wird die Währung eines Staates nicht zu
In einer längerfristigen Betrachtung wird deutlich, dass seit dem einer einzelnen Währung, sondern zu einem Währungskorb in Be-
Ende des währungspolitischen Kooperationsregimes von Bretton ziehung gesetzt, in dem die bilateralen Wechselkurse mit der Bedeu-
Woods große und anhaltende Schwankungen der Wechselkurse die tung der jeweiligen Staaten als Handelspartner (gemessen am Import-
internationalen Währungsbeziehungen kennzeichnen, während die oder/und am Exportanteil, der auf sie entfällt) gewichtet werden.
Jahre davor von bemerkenswerter Stabilität waren. Multilaterale oder effektive Wechselkurse werden in der Regel als auf
einen Zeitpunkt (z.B. das Jahr 2000) bezogene Indizes dargestellt.
Wechselkursschwankungen können verschiedene Ursachen haben: Schließlich wird zwischen nominalem und realem Wechselkurs unter-
Dazu gehören die unterschiedlichen Entwicklungen von Produktivität schieden. Letzterer bezieht sich auf den Preis eines Warenkorbes in
und Preisniveau in den verschiedenen Staaten. Diese schlagen sich fremder Währung, der für eine bestimmte Menge eigener Währung
auf die Waren- und Dienstleistungsströme und damit auf Handels- gekauft werden kann; hier sind also unterschiedliche Preisentwick-
und Leistungsbilanzen nieder. Daneben spielen autonome internatio- lungen berücksichtigt.
nale Finanzinvestitionen, die etwa durch unterschiedliche Zinssätze Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich berechnet nominale
und/oder Renditeaussichten von Wertpapieren ausgelöst werden, und reale effektive Wechselkurse von 27 Ländern seit 1964 („enge
eine zunehmend wichtige Rolle. Die kurzfristigen Ausschläge der Indizes“/„Narrow Indices“) und von 52 Ländern seit 1994 („breite
Wechselkurse werden vielfach durch Währungsspekulation ausgelöst. Indizes“/„Broad Indices“).
Schließlich können auch die Zentralbanken – insbesondere durch
koordiniertes Handeln – die Wechselkursentwicklung beeinflussen.

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Reale effektive Wechselkurse
Wechselkurse gegenüber 52 Staaten, Index (2000 = 100), Monatsdurchschnitte, 1994 bis 2006

Eurozone USA Japan


01.01.1994 119,70 87,86 101,46
01.01.1995 125,01 86,63 104,46
01.01.1996 127,98 85,60 93,26
01.01.1997 120,79 87,32 82,76
01.01.1998 115,06 98,87 88,13
01.01.1999 119,23 95,31 94,02
01.01.2000 105,99 95,76 100,69
01.01.2001 102,57 102,88 92,12
01.01.2002 101,55 107,73 81,57
01.01.2003 113,02 102,35 84,07
01.01.2004 123,43 93,27 86,61
01.01.2005 122,69 91,17 84,74
01.01.2006 115,70 93,19 74,25

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Nominale effektive Wechselkurse
Wechselkurse gegenüber 52 Staaten, Index (2000 = 100), Monatsdurchschnitte, 1994 bis 2006

Eurozone USA Japan Großbritannien


01.01.1994 88,13 74,99 78,62 77,83
01.01.1995 101,39 78,26 87,55 78,12
01.01.1996 108,48 80,36 82,67 74,78
01.01.1997 106,69 83,81 75,89 86,63
01.01.1998 106,75 97,15 81,85 97,70
01.01.1999 115,50 95,70 90,03 94,94
01.01.2000 105,14 96,29 99,20 101,86
01.01.2001 103,96 102,83 93,90 98,10
01.01.2002 103,43 108,22 85,41 100,77
01.01.2003 116,54 103,12 90,61 101,34
01.01.2004 128,31 94,15 95,84 101,72
01.01.2005 128,65 91,46 96,34 101,21
01.01.2006 122,05 92,36 86,75 99,81

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