Sie sind auf Seite 1von 2

W(r)ong

In den großen Kellerräumen war es feucht und kalt. Mr Wong, ein kleiner Chinese mit dicken
Backen saß auf einem alten Holzstuhl. Die Räume wurden nur durch eine kleine Stehlambe
beleuchtet die von einem Dieselgenerator gespeist wurde. Mr Wong starrte vor sich auf eine
Wand. An ihr hingen kleine Wassertropfen. Sein Blick wanderte langsam nach oben. Die
Wände waren sehr hoch. Der größte Teil des Kellers lag im Dunkeln. Man konnte nur noch
erahnen wie sich die Mauern weiter erstrecken. Wong sah auf seine Armbanduhr. Es war
viertel vor zwölf. In einer viertel Stunde müsste es losgehen. Er hörte das leise Ticken seiner
Uhr. Er wartete. Bald würde es losgehen…

„Bald geht es los, wir müssen uns fertig machen!“, sagte eine kleine, unerkennbare Gestalt.
Sie stand im Schatten, man konnte nur ihre Umrisse erkennen.
„Ja!“, antwortete eine andere Gestalt die in einem roten Sessel saß.

Mr Wong sah wieder auf seine Uhr. Es waren nur noch wenige Sekunden. Bald würde es
losgehen. Er war gespannt.

„Komm jetzt, auch wenn du noch nicht fertig bist!“, befiehl die kleine Gestalt. Die andere
nickte nur. Die kleine Gestalt kam ins Licht. Sie sah bescheuert aus.

Mr Wong wurde ungeduldig, es war schon fast eine Minute nach Zwölf. Sie müssten schon
lange da sein. Plötzlich ging eine Tür auf, ma hörte das laute Quietschen der Garniere und
Licht fiel in den Raum. Zwei Gestalten kamen herein. Eine war klein und sah einfach nur
bescheuert aus. Die andere hatte die Durchschnittsgröße eines normalen Mannes und sah auch
ziemlich daneben aus. Sie näherten sich Mister Wong. Dieser würdigte ihnen keinen Blick.
Die kleine Gestalt, ein zu kurz geratener dicker mitt dreißiger mit Kiss-Schmike und Frisur
stellte sich breitbeinig vor Mr Wong hin.
„Na Schlitzauge, gefällt es dir hier unten?“
Schlitzauge blieb still. „Wir werden dich jetzt schön foltern, so wie wir es dir versprochen
haben!“
Die andere Gestalt, ein etwas jüngerer Typ mit Glatze und einer Hackfresse kam jetzt auch
näher. In den Händen hielt er eine Motorsäge. Er schaltete sie ein und wedelte damit in der
Luft.
Kissmen trat mit einem schweren Stiefel auf Mister Wongs Eier.
„Gefällt dir das?“, wollte er wissen.
Mr Wong antwortete nicht! „Antworte du Missgeburt!“
Missgeburt blieb weiter wortlos. „Hey Ernie, darf ich ihm die Arme abschneiden?“, fragte der
Volltrottel. „Ja Volltrottel, du darfst!“, genehmigte es ihm Ernie.
Der Idiot ließ die Säge rattern und durchschnitt Mr Wongs rechten Arm. Blut spritzte Érnie ins
Gesicht. Mr Wong gibt keinen Laut von sich.
„Hey Ernie, warum schreit er nicht, das tut doch weh oder nicht?“
Ernie wusste auch nicht was mit Mr Wong nicht stimmte.
„Der ist bestimmt Zenmeister oder so und kann Schmerzen abstellen!“, schlussfolgerte Ernie.
„Oh ja!“, stimmte ihm der Trottel begeistert zu.
Er schnitt ihm nun den linken Arm ab. Mr Wong blieb noch immer still. Dem Trottel gefiel
das nicht. Die Säge im vollen Einsatz schnitt er Ernie damit die Hand ab und erwischte dabei
noch einen Teil des Beckens.
„Aaaaaaaah!“, schrie Ernie vor unerträglichen Schmerzen
„Bei dir klappt es!“, bemerkte der Trottel.
Ernie lag schreiend auf dem Boden. Mr Wong betrachtete ihn ein weilchen bis er folgendes
von sich gab: „Darauf habe ich gewartet, nun kann auch ich schreien!“