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über

die

Debatten

in

den

alten

Upanisad's.

 
 

Von

Walter

Ruben.

 
 

I.

Der

Typus

der

alten

Debatte.

 

Der

Typ

der

Debatten

in

der

Brhadaranyaka-

(B)

und

Chändogya-Upanisad

(C),

der

derselbe

ist

wie

der

der

Bräh¬

manas*),

weicht

vom

späteren

Typ

der

Debatten

völlig

ab.

Es

ist

später

so,

daß

einer

der

Unterredner

eine

These

auf¬

stellt,

der

Gegner

eine

Gegenthese

aufstellt

und

dann

beide

Gegner

mit

Einwänden

die

fremde

Lehre

abweisen

und

die

eigene

Ansicht

durchfechten,

bis

sich

eine

der

Thesen

als

die

richtige

erweist

(NS

lbl.).

Es

ist

aber

in

den

alten

Upp.

und

Br.

so,

daß

einer

fragt,

der

andere

antwortet,

bis

der

eine

nichts

mehr

zu

fragen

hat

oder

der

andere

nicht

mehr

zu

antworten

weiß

:

wer

das

letzte

Wort

behält,

ist

der

Sieger.

Um

es

auf

eine

Formel

zu

bringen:

es

kommt

in

den

alten

Upp.

auf

das

Mehrwissen

an,

in

späteren

Zeiten

auf

das

Besserwissen.

Es

handelt

sich

in

den

alten

Upp.

nicht

um

den

Kampf

für

den

Sieg

einer

Lehre

und

die

Bekämpfung

einer

Irrlehre

wie

später

in

Indien");

es

gilt

vielmehr

festzustellen

soweit

1)

In

den

Brähmanas

siud

wohl

keine

vor

Sat.

br.

X—XIII

literarisch

verwendet.

In

der

folgenden

Schilderung

sind

nicht

berücksichtigt

das

irritierende

Fragen

(C

1,10;

Sat.

XII,

9,

3;,

die

sachliche

Einzelfrage

(Sat.

X,

.5, 5),

der

Fragetausch

 

(Sat.

 

XII,

6,

1,

39),

die

Frage

als

bloße

Darstellungsform

 

(Sat.

X,

3,

2).

Z

im

Thema

vgl.

Oldenbehg,

Lehre

der

Upanishaden

 

160

ff.

 

2)

Auch

später

selzt

 

sich

gelegentlich

 

die

Eitelkeit

der

Menscheu

auch

auf

dem

Gebiet

der

Debatten

 

durch

und

wir

sehen

z.

B.

bei

Caraka

III.

8,

15

ff.

die

Arzte

so

gut

wie

nur

für

ihren

Rubm

und

damit

ein

Au¬

wachsen

der

Zahl

ihrer

Patienten

 

debattieren.

 

Trotzdem

ist

die

Norm

der

Debatten

eine

undere,

vgl.

z.

B.

1,

25;

I,

26;

aber

vgl.

S.

243,

Anm.

3.

 

W.

Rüben,

Über

die

Debatten

in

den

alten

Upanisad's

 

es

nicht

Redestreit

nm

seiner

selbst

willen

ist

(B

IV,

1)

—,

wer

der

größte

Brahmane,

der

vielwissendste

ist;

der

Sieger

möchte

die

leitende

Stellung

als

Opferpriester

und

den

größten

Lohn

haben:

dahin

geht

das

Interesse

selbst

des

großen,

später

der

Welt

entsagenden

Yäjnavalkya

(C

I,

10;

B

III,

1,

1;

IV,

1,1;

Öat.

XI,

6,

3,

2).

Ist

aber

einer

der

Gegner

ein

König

(C

V,

3),

so

will

er

den

unwissenden

Brahmanen

 

nicht

etwa

belehren,

sondern

er

will

triumphieren;

mit

seinem

höheren

Wissen

rückt

er

erst

nach

ausdrücklicher,

bei

aller

Höflichkeit

verletzender

Betonung

seiner

Überlegenheit

als

Ksatriya

her¬

aus

;

oder

er

hält

sein

Wissen,

nachdem

er

es

kaum

angedeutet

 

hat,

geheim

(Öat.

XI,

6,

2,

4).

Es

ist

für

die

sozialen

Kämpfe

dieser

Zeit

charakteristisch,

 

daß

nur

in

dem

Falle,

wenn

Ksatriyas

untereinander

 

debat¬

tieren

(C

V,

11),

der

Wissendste

keinen

Triumph

 

oder

Gewinn

sucht,

sondern

seinen

Standesgenossen

mit

seinem

Wissen

 

hilft

und

es

ihnen

sogar

erspart,

sich

demütig

als

 

sein

Schüler

 

zu

bekennen,

wie

es

sonst

Brauch

war

und

wie

ein

Ksatriya

 

es

einem

Brahmanen

wohl

nur

selten

erspart').

Brahmanen

 

unter

sich

sind

wohl

kaum

so

kollegial

gewesen

;

gelegentlich

 

halten

sie

zusammen,

wenn

sie

einen

Ksatriya

 

als

gemeinsamen

Gegner

haben

(6at.

XI,

6,

2),

oder

ausnahmsweise

 

erspart

einer

 

dem

anderen

das

Bekenntnis

der

Schüleischaft,

nachdem

er

nämlich

durch

Geld

bestochen

ist

(äat.

XI,

4,

1,

9

=

Gop.

ßr.

I,

3,

6).

Der

Hergang

einer

solchen

Debatte

war

der,

daß

zwei

oder

mehr

Unterredner,

meist

wandernde

 

Brahmanen,

 

zusammen¬

 

kamen.

Der

Ort

der

Zusammenkunft

 

war

wenigstens,

 

wenn

ein

König

beteiligt

war

die

sabhä

(C

V,

3,

6);

sonst

 

wohl

ein

Opferplatz").

 

Waren

es

nur

zwei

Unterredner,

so

beginnt

 

1)

Sat.

XI,

5,

.3,

13;

B

II,

1,

14:

nicht

er.spart;

wohl

C

V,

11,7:

 

aber

in

der

älteren

Fassung

Saf.

X,

6,

1,

3

nicht!

Sat.

XI,

4,

2,

20:

ein

Ksi

als

Grhapati

erspart

es

einem

Adhvaryu.

 
 

2)

Die

Zusammenkunft

hieß

samiti

(B

VI,

4,

18;

C

V,

3,

1;

vgl.

Zimmer,

Altiud.

Leben,

S.

172ff.);

man

sprach

von

swnupa-vis

(C

1,8),

kathä

(C

I,

8),

samväda

(B

IV,

3,

1;

II,

1,

2

=

Kaus.

up.

IV,

.3)

oder

hrah-

modi/a

(B

III,

8,

1;

12;

Sat.

XI,

0,

2,

5;

Säyana

zu

Sat.

XI,

5,

6,

8

zitiert

als

Beispiel

für

väkoväki/a

die

Debatte

Sat.

XI,

4,

1,4,

die

als

brahmodya

bezeichnet

wird

;

Weber,

Lit.

Gesch.,

S.

135

verweist

auf

den

väkoväkya.

240

W.

Rüben,

Über

die

Debatten

 

in

den

alten

Upanisad's

 

etwa

der

eine

zu

fragen

(C

V,

3),

oder

der

eine

vermißt

sich,

eine

besondere

Lehre

zu

verkünden,

und

wird

von

dem

anderen

übertrumpft

 

(B

II,

1),

oder

einer

bringt

vor,

was

er

von

anderen

gehört

hat

(B

IV,

1),

und

sein

Gegner

setzt

sich

so

mit

den

Ansichten

mehrerer,

von

dem

 

einen

Gegner

referierten

 

Lehrer

auseinander').

Kamen

etwa

drei:

zwei

Brahmanen

und

ein

Ksatriya

zusammen

(C

1,

8^,

so

fragt

zunächst

der

erste

Brahmane

den

zweiten,

bis

der

nicht

mehr

antworten

kann;

der

zweite

nimmt

die

unbeantwortete

Frage

auf

und

riclitet

sie

gegen

den

ersten;

wenn

auch

der

erste

nicht

mehr

antworten

kann,

fragt

dieser

den

Ksatriya.

 

In

dem

großen

Rede¬

streit

des

 

Yäjnavalkya

 

gegen

neun

 

Gegner

(B

III)

ist

die

Methode

 

wieder

eine

andere:

Yägn

,

der

sich

von

vornherein

als

Sieger

fühlt,

stellt

sich

den

Fragen

seiner

Gegner,

einem

nach

dem

 

anderen

;

und

als

ihn

keiner

mehr

zu

fragen

weiß,

stellt

er

selber

seine

Frage,

die

ihm

keiner

beantworten

 

kann,

und

beantwortet

sie

selber.

Sonst

wurde

in

ähnlichen

Fällen

dem

einen

 

Gegner

nur

ein

aus

der

Schar

als

Kämpfer

 

{virä)

ausgewählter

 

Unterredner

 

gegenübergestellt

(Sat.

XI,

4,1,

2)").

 

Man

fragte

zunächst

etwas,

was

man

selber

wußte

 

und

was

auch

 

der

Gegner

 

wissen

sollte,

Fragen,

die

man

mit

dem

theologischen

Wissen

der

Zeit

beantworten

 

konnte.

Der

Gipfel

derartiger

 

Frageprüfungen

ist

es,

wenn

einer

dem

Yajn.

sieben¬

mal

dieselbe

Frage

vorlegt:

„Wieviele

Götter

gibt

es?",

 

und

wenn

Yäjii.

 

dann

siebenmal

verschieden

 

zu

antworten

versteht

(B

III,

9,

1)').

Beide

Gegner

sind

dann

ebenbürtige

Schrift-

der

die

Bezeichnung

des

vielumstrittenen

irahmodi/a

in

Sat.

IV,

6,

9

ist);

der

Sieger

 

hieß

athädin

(B

111,9,19;

C

VII,

15,

4;

vgl.

Mund.

up.

111,1,4).

 
 

1)

Man

könnte

hierin

eine

verkürzende,

nur

literarische

Darstellungs¬

form

sehen,

 

besonders,

weil

diese

Form

aueh

im

buddhistischen

 

Kanon

vorkommt

 

(Oldenberg,

 

Allind.

Prosa,

S.

40,

Anm.

1).

Aber

gerade,

 

daß

die

Debatten

 

nieht

nach

einein

Schema

gebaut

sind,

spricht

für

ibre

Echtheit.

 
 

2)

So

war

es

auch

in

der

älteren

Fassung

der

großen

Debatte

iu

Sat.

XI,

6,

3

und

Jaim.

br.

II,

76

(Örtel,

IAOS.,

XV,

238;

als

Rest

blieb

davon

B

III,

9,

18,

s.

u.

S.

245,

Anm.

4.

3)

Dasselbe

Prinzip

in

Sat.

XII,

2,

2,

14

=

Gop.

Br.

I,

4,

24.

 

W.

Rüben,

Über

die

Debatten

in

den

alten

Upanisad's

241

gelehrte,

und

es

wird

noch

besonders

 

angegeben,

 

daß

Yäjn.

die

erste

Antwort

nach

eben

derselben

nivid

des

Vaisvadeva

gibt,

auf

Grund

der

der

Gegner

gefragt

 

hatte').

 

Man

fragte

dann

aber

auch

Dinge,

die

der

Gegner

nicht

wissen

konnte

und

sollte;

etwa

solche

Sachen,

die

einem

ein

Gandharva

einmal

gesagt

hatte

(B

III,

3;

7).

Und

wenn

ein

Yäjfi.

auch

auf

solche

Fragen

antworten

 

kann

nnd

damit

eine

Art

Allwissen

an

den

Tag

legt,

so

ist

an

dieser

Stelle

freilich

die

Verherrlichung

des

großen

Denkers

für

unser

Empfinden

über

die

historische

Wirklichkeit

hinausgetrielen.

 

Solche

Fragen

sollten

eben

den

Gegner

unfehlbar

 

schlagen

 

und

waren

unbe¬

antwortbar.

Sie

konnten

nur

deshalb

zugelassen

werden,

weil

man

nicht

die

Richtigkeit,

sondern

den

Umfang

 

des

Wissens

messen

wollte.

Ebenso

war

es

unmöglich,

 

die

Richtigkeit

der

Antwort

zu

beurteilen,

wenn

einer

etwas

 

fragte,

auf

das

er

selber

die

Antwort

nicht

wußte,

und

das

pflegte

zum

Ende

der

Debatten

regelmäßig

einzutreten

(C

I,

8).

Es

ist

in

den

alten

Upp.

nun

einmal

so,

daß

man

die

apodiktisch

behauptete

Antwort

des

Gegners

widerspruchslos

 

und

ohne

Bedenken

an¬

nimmt.

Man

bekennt

sich

in

solchem

 

Falle

als

Schüler

des

Mehrwissenden.

 

Dies

 

ist

das

fast

stereotype

 

Ende

der

Debatten,

 

denn

die

Belehrung

 

ist

für

den

Unterliegenden

eine

Notwendigkeit.

 

Der

Sieger

 

droht

bei

seiner

letzten

Frage

oft

genug

 

damit,

 

daß

dem

Nichtwissenden

 

der

Kopf

zum

Abfallen")

gebracht

 

werden

könnte;

 

denn

wie

das

Wissen

 

eine

magische

 

Macht

ist

(vgl.

C

1,

1,

10),

ist

das

Nichtwissen

ein

magischer

Mangel.

Wenn

einer

nicht

genügend

weiß,

kann

jemand

mit

den

Worten

„der

Kopf

 

soll

dir

abfliegen!"

 

den

Unwissenden

 

magisch

 

strafen

(C

I,

8,

G).

Dies

ist

also

als

Kriterium

aufgefaßt,

aber

nicht

der

Richtigkeit,

sondern

des

Umfanges

 

des

Wissens.

 

So

flog

dem

letzten

 

der

Unterredner

 

des

Yäjn.

der

Kopf

 

ab;

die

1)

Der

Satz

fehlt

in

Sat.

XI,

G,

.3;

in

Jaim.

Br.

11,

76

steht

er

kürzer.

Sicher

sollte

 

damit

nicht

die

Richtigkeit

der

Antwort

gewährleistet

 

werden.

2;

vi-]>at

: vinpastain

put,

Sai'ikura

zu

B

III,

7,

1

;

C,

1;

I,

3,

24;

weil

Del'ssen

usw.

diese

mechanische

 

Wortauflösung

wörtlich

 

nahmen,

über¬

setzten

sie

:

zerspringen.

 

242

W.

Ruben,

Uber

die

Debatten

in

den

alten

Upanisad's

anderen

wußten

 

es

wohl

zu

schätzen,

daß

sie

ohne

magischen

Schaden

 

bloß

mit

der

Anerkennung

 

Yäjn.'s

als

Sieger

davon¬

kamen

(B

III,

8,

12),

denn

eigentlich

mußte

jeden

Unwissenden

sein

magisch

verdientes

Übel

treffen,

so

wie

jeder

der

sechs

Unterredner

 

des

Asvapati

(C

V,

12

ff.)

mit

einem

Übel

ge¬

schlagen

 

worden

wäre,

hätten

sie

nicht

die

Belehrung

durch

den

Sieger

demütig

und

wissensbegierig

angenommen

(ebenso

äat.

XI,

5,

3,

13).

Bei

dieser

 

letzten

Debatte

droht

den

Unwissenden

 

nicht

allgemein

 

das

Kopfabfliegen,

 

sondern

ein

Schaden,

 

der

in

Kor¬

respondenz

zu

dem

jeweiligen

 

Nichtwissen

 

steht;

und

das

Übel

hätte

sie

auch

getroffen,

 

wenn

niemand

 

die

Fluchworte

ge¬

sprochen

hätte:

also

die

magische

Macht

wirkt

automatisch.

Aus

der

Furcht

vor

dieser

Unerbittlichkeit

 

erklärt

 

sich

auch

die

demütige

 

Ehrlichkeit,

 

mit

der

der

Unterliegende

sein

Un¬

wissen

eingesteht

 

(Öat.

X,

3,

3,

5;

4,

3;

XI,

5,

3,

12)

und

der

Wille

zur

Belehrung

(Sat.

X,

6,

1).

Aber

es

mutet

uns

wesent¬

lich

humaner

an,

wenn

es

bei

den

drei

besiegten

 

Gegnern

in

C

I,

11

als

eine

Bedingung

des

Kopfabfallens

 

gilt,

daß

sie

sich

ihres

Nichtwissens

bewußt

werden,

 

wenn

es

auch

eine

Inkonsequenz

gegen

die

Unabwendbarkeit

 

der

Schicksalsmacht

sein

mag.

Aus

solcher

Inkonsequenz

wird

weiter

die

Furcht

verständlich,

mit

der

sich

die

Gegner

in

die

Debatten

ein¬

lassen

(äat.

XI,

4,

1,

1),

und

die

Scheu,

daß

man

nämlich

den

Anspruch,

Sieger

zu

werden,

nicht

gerne

äußert

(?

C

VII,

15,4).

Eigentlich

sollte

doch

jeder

suchen,

in

Debatten

die

Grenzen

seines

Wassens

kennen

zu

lernen,

um

magischen

Schaden

zu

vermeiden;

wie

z.

B.

üddälaka

Äruni

(C

V,

11;

fehlt

Sat.

X,

6,1)

von

fünf

Gelehrten

aufgesucht

wird,

sagt

er

zu

sich:

„Sie

werden

mich

fragen,

und

ich

werde

wohl

nicht

alles

wissen".

Und

er

verweist

sie

auf

Asvapati

als

den

Meistwissenden

und

geht

selber

mit

zu

ihm,

um

iich

belehren

zu

lassen

über

das,

was

jener

für

sich

allein

erforscht

hat.

 

Dieses

Forschen

nannte

man

adhi-i

(ib.

2):

studieren.

Man

studiert

ein

Wissensgebiet,

liest

es

gleichsam

mit

dem

geistigen

Auge,

wie

man

später

Bücher

liest;

man

flndet

(vid),

entdeckt

objektiv

bestehende

Wahrheiten

;

es

ist

kein

Erfinden

 

W.

Ruben,

Über

die

Debatten

in

den

alten

Upanisad's

 

243

neuer

subjektiver

 

Lehren.

Es

ist

ein

prälogisches

Kombinieren,

eine

Intuition

ohne

logisches

Argumentieren,

 

wie

es

in

Br.

und

Upp.

allgemein

in

Funktion

ist.

Was

man

so

erforscht

 

hat,

lehrt

man

die

anderen.

Die

Belehrung

ist

in

den

Upp.

die

geradezu

untrügliche

Wissens¬

quelle').

Es

kann

sein,

daß

der

Lehrer

dem

Schüler

Wesent¬

liches

verschweigt

(C

IV,

10

ff.),

ja,

daß

er

bewußt

Falsches

sagt,

wie

Prajäpati,

um

Virocana

zu

täuschen

(C

VIII,

7

ff.);

aber

es

ist

nie

einem

Upp.-Denker

eingefallen,

daß

ein

Lehrer

etwas

irrtümlich

Falsches

lehren

könnte.

Der

Lehrer

braucht

daher

kein

Argument

für

seine

Lehren

anzuführen,

 

wie

im

späteren

Unterricht

in

Indien

erst

der

pürvapahsa,

dann

der

uttarapaksa

mit

dem

siddhänta

 

voi-getragen

 

wird.

Das

Wort

des

Lehrers

wird

in

den

Upp.

nicht

bezweifelt").

 

Die

dritte

Wissensquelle

 

ist

das

gemeinsame

 

Forschen

Mehrerer

(miwamsa/«

kurvanti,

 

C

V,

11,

1).

Dies

können

wir

uns

wohl

als

ein

friedliches

 

Debattieren

denken:

 

jeder

Mit¬

forscher

bringt

sein

erlerntes

und

 

erdachtes

Wissen

vor,

und

in

der

Kombination

des

Ganzen,

 

die

all

die

verschiedenen

An¬

sichten

einander

über-

und

unterordnet,

aber

keine

verwirft,

sieht

man

das

Ergebnis,

 

das