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In der buddhistischen Literatur werden Gier, Hass und

Verblendung oft als die drei geistigen Gifte bezeichnet


Was steckt hinter den Begriffen Gier, Hass und Verblendung?

Jeder Mensch trägt Aspekte dieser drei in sich – jedoch ist es abhängig vom
Persönlichkeitstyp und von der jeweiligen Lebenssituation, welches Thema im Vordergrund
steht. Jeder der drei Kategorien liegt ein Mangel an etwas zugrunde. Erkennen wir die
Dynamik zwischen Mangel und Kompensation, betrachten wir die entstehenden „Symptome”
also als Überlebensmechanismus, können wir Gier, Hass und Verblendung in unserem Alltag
besser verstehen und konstruktiver damit umgehen.

1. Gier (Unsicherheit)

Mit Hilfe der Gier versuchen wir einen inneren Mangel an Sicherheit durch das Greifen nach
Objekten im Außen zu kompensieren – wir halten uns an ihnen fest, sie geben uns Halt und
füllen die innere Leere. Der Schwerpunkt der Kompensation liegt häufig auf der materiellen
Ebene in Form der Anhäufung von Besitz oder übermäßigem Gebrauch von Genuss- und
Suchtmitteln. Er kann sich aber auch auf der geistigen Ebene, beispielsweise als Gier nach
Anerkennung oder Wissen, manifestieren.

Ganze Industriezweige profitieren von dem Spiel mit der Unsicherheit. In der Lebens- und
Genussmittelbranche ist es sehr offensichtlich, ebenso in der Pharmaindustrie, zum Beispiel
über das Schüren von Ängsten vor Infektionskrankheiten und gleichzeitigem Anpreisen von
teuren Impfstoffen.

Subtiler läuft das Geschäft mit der Unsicherheit in der Versicherungsbranche: Durch
gezieltes Erzeugen von Angst vor der Zukunft mit gleichzeitigem Apell an das
Verantwortungsgefühl. „Was soll aus Ihrer Frau werden, wenn Sie eines plötzlichen Todes
sterben?” Auf diese Weise werden viele Lebensversicherungen erfolgreich an den Mann
gebracht.

Abgesehen von objektiv lebensbedrohlichen Situationen, wie z.B. in Kriegszeiten oder bei
Naturkatastrophen, entwickelt sich das Gefühl der Unsicherheit meist aufgrund von Angst
vor Veränderungen. Sobald wir mit Veränderungen in für uns wichtigen Lebensbereichen
konfrontiert werden, stellen wir fest, dass Dinge, Menschen oder Umstände, auf die wir uns
zuvor verlassen haben, nicht mehr in gleicher Weise vorhanden sind. Da wir die Quelle für
unser Gefühl der Sicherheit in das Außen verlagert haben, sind wir davon abhängig. Bricht
dieses Fundament weg, schwimmen wir und verlieren die Kontrolle.
Oft ist das Gefühl der Unsicherheit so stark ausgeprägt, dass es von einer Generation zur
nächsten weitergegeben wird. Dies ist besonders bei so genannten Nachkriegsgenerationen
der Fall. Mit Hilfe von Generationsaufstellungen und Stammbaumanalysen kann man die
Weitergabe an die Nachkommen sichtbar machen. Es ist wichtig, dass wir diese Samen von
Ängsten und Unsicherheiten erkennen und uns immer wieder vergegenwärtigen: Es sind
nicht unsere Ängste, wir haben sie lediglich „adoptiert”. Wenn wir eigene Kinder haben,
sollten wir darauf achten, die Samen der Angst nicht an sie weiterzugeben. Es liegt in
unserer Verantwortung als Praktizierende, die Kette der Angst in unserer Generation zu
unterbrechen. Niemand sonst kann dies für uns tun.

2. Hass (Mangel an Liebe)

Destruktive Emotionen wie Unzufriedenheit, Hass und Wut entstehen, weil man etwas, was
man sich gewünscht hat, nicht bekommen hat. In den meisten Fällen ist die Ursache fehlende
Liebe. Wenn wir in unserer Kindheit keine Liebe erfahren konnten, wachsen in uns Hass und
andere negative Emotionen, wie Neid auf diejenigen, die bekommen, was uns vorenthalten
wurde. Wir entwickeln eine andauernde Unzufriedenheit und können unser Leben nicht mehr
unvoreingenommen genießen.

Es ist sehr schwierig, fehlende Liebe nachträglich zu ersetzen. Der Ratschlag, doch die
Selbstliebe zu entwickeln, um unabhängig von der Liebe anderer zu werden, ist für viele
Menschen so nicht umsetzbar. Daher ist es hilfreich, zunächst Verständnis und Mitgefühl für
unsere Eltern zu entwickeln. Warum konnten sie uns keine oder nicht genügend Liebe
geben? War ihr eigenes Leben vielleicht durch Krieg, familiäre Zerwürfnisse und Krankheit
geprägt, so dass es ihnen unmöglich war, selbst Liebe zu erfahren?

Wenn wir sie aus der Tiefe unseres Herzens verstehen können, vergehen der Hass und die
Wut auf unsere Eltern. Erst auf dieser Basis können wir nach und nach die Liebe für uns
selbst entwickeln.

3. Verblendung (Unwissenheit) /Deluzione (injorancë)

Die Unwissenheit wird als Grundlage für die Entstehung aller anderen „Übel” gesehen. Nur im
„verblendeten Geisteszustand” verbinden wir uns mit Gier und Hass und nähren sie. Ein
klarer Geist erkennt die destruktiven geistigen Faktoren, nimmt sie wahr, aber „lässt sie dann
sitzen”, d.h. man identifiziert sich nicht mit ihnen und springt nicht hinein.

Im geistigen Zustand der Unwissenheit blenden wir (meist unbewusst) Faktoren, die wir nicht
sehen wollen, aus. Das führt dazu, dass uns „Stücke der Realität” fehlen. Die Verblendung
entsteht, weil wir zu sehr um uns selbst rotieren. Wir nehmen uns selbst zu wichtig,
fokussieren zu sehr auf unsere eigenen Schwächen oder auch Stärken und gestehen anderen
nicht die gleiche Wertigkeit zu. Unsere eigene Realität ist mehr wert als die der anderen.
Deshalb ist es uns nicht möglich, das ganze Bild mit all seinen Facetten wahrzunehmen. Wir
sprechen daher in der buddhistischen Psychologie auch manchmal von „Ich-Wahn”, anstelle
von Verblendung. Wir erzeugen in der Konstellation von Befriedigung oder Nicht-
Befriedigung ein Gefühl von Ich-Identität, z.B. wertig oder nicht-wertig. Aber wir sind viel
mehr als dieses Gefühl – dennoch nehmen wir es als Wirklichkeit wahr und verbinden es mit
der Vorstellung eines Ichs.

Egal ob der Schwerpunkt in unserem subjektiven Erleben auf der Gier (Unsicherheit), den
destruktiven Emotionen wie Hass und Unzufriedenheit oder der Verblendung (Unwissenheit,
Ich-Wahn) basiert, wir erzeugen uns durch das Verstärken der Dualität eine Ich-Identität und
fühlen uns dadurch vermeintlich sicher. Wenn wir in uns häufig Gefühle von Frieden und
Harmonie verspüren, ist die Notwendigkeit zur Abgrenzung von anderen und damit die
Anhaftung an das Ich nicht so stark ausgeprägt. Wir leben im Einklang mit unseren
Mitmenschen und mit uns selbst, daher benötigen wir keine Schutz- und
Abwehrmechanismen. Wir müssen nicht mehr unterscheiden zwischen Du und Ich und
können die Gleich-Gültigkeit allen Seins in der Tiefe unseres Herzens erfahren.

Buddhismus
Der Buddhismus hat seinen Namen von dem Wanderprediger Buddha, der lange vor Christi
Geburt am Fuß des Himalayas lebte. Wer war dieser Buddha? Allzu viel wissen die Experten
heute nicht. Denn in mehr als 2000 Jahren haben sich Tatsachen über das Leben des
Religionsstifters mit blumigen Legenden vermischt.

Sicher scheint, dass er als Sohn eines Fürsten in der Stadt Lumbini zur Welt kam, etwa um
560 vor Christus, und Siddhartha Gautama hieß. Bis er 29 Jahre alt war, soll Siddhartha ein
Leben in unglaublichem Luxus geführt haben: Bei Tag halten Diener weiße Schirme über ihn,
um sein edles Haupt vor den Strahlen der Sonne zu schützen. Die Zeit vertreibt er sich in
einem Harem mit wunderschönen Tänzerinnen. „Ich hatte einen Palast für den Sommer,
einen für den Winter und einen für die Regenzeit“, erzählt der Fürstensohn später.
Unter einem Feigenbaum wird Siddartha erleuchtet
Ein Paradies – aber Siddharthas Leben nimmt eine überraschende Wendung: Auf Ausflügen
sieht er einen alten Mann, einen Kranken und einen Toten. Der Verwöhnte erkennt, wie
vergänglich sein Glück ist: Einige Jahre noch, dann wird auch er sterben! Und all sein Gold
wird ihm nicht helfen!
Siddhartha überlegt, wie er dem Unglück entkommen kann. Er verlässt seinen Palast und
wandert herum, wie es zu dieser Zeit viele heilige Männer im Norden Indiens tun. Sieben
Jahre ernährt er sich von Almosen. Fastet, bis er fast wie ein Skelett aussieht.
Dann erkennt Siddhartha unter einem Feigenbaum plötzlich den Weg zur Erlösung! In
Zukunft nennen ihn die Menschen ehrfürchtig Buddha – das heißt "der Erleuchtete".
Was Buddha seinen Zuhörern erzählt, klingt für viele Europäer bis heute komisch. Denn
einige Dinge, die im Christentum oder im Islam selbstverständlich sind, fehlen: Es gibt kein
Paradies. Ja, es gibt nicht einmal einen allmächtigen Gott! Dafür spielt in Buddhas Lehre das
Leiden eine große Rolle: Alles Leben ist Leiden, lehrt er – denn es besteht aus Krankheit,
Unglück und Schmerz.

Das Leben: kein Anfang und kein Ende


Schlimmer noch: Der Mensch ist auf ewig an sein Leiden gefesselt. Buddhisten glauben an
die Wiedergeburt. Für sie hat das Leben nicht Anfang und Ende. Es gleicht eher einem Rad,
das sich ständig dreht. Nach dem Tod kommt der Mensch wieder in neuer Gestalt zur Welt:
als Mensch, als Tier, als Geist – alles ist möglich. Er lebt und stirbt. Lebt und stirbt wieder...
Und so fort.

Ist eine Flucht aus dem qualvollen Gefängnis möglich? Buddha zeigt den Weg zur Erlösung:
den „Achtfachen Pfad“ (siehe Kasten). Um ihr Schicksal zu verbessern, sollen die Menschen
bestimmte Regeln befolgen – zum Beispiel friedlich handeln. Dann können sie im nächsten
Leben als etwas „Besseres“ zur Welt kommen.

Etwa als Kind reicher Eltern. Wer fromm genug ist, kann dem ewigen Kreislauf sogar
entkommen und in das Nirwana eingehen. Darunter verstehen Buddhisten einen Zustand, in
dem alles Leiden aufhört.

Der achtfache Pfad des Buddhismus


Christen haben von Gott zehn Gebote erhalten, Juden sogar 613. Auch Buddhisten
müssen acht Regeln beachten, wenn sie Schritt für Schritt erlöst werden wollen.
Buddha hat diese Schritte den Achtfachen Pfad genannt.

Der erste Schritt ist das richtige Denken: Die Gläubigen müssen erkennen, dass
sie ihr Schicksal durch gute Taten verbessern und durch böse Taten
verschlechtern.

Zweitens, die richtige Gesinnung wichtig: Menschen dürfen nicht gierig sein,
andere Lebewesen hassen oder täuschen.

dritte Schritt Stattdessen sollen sie gütig und milde sein – und recht reden, also
nicht lügen.
Der vierte Schritt ist das richtige Handeln. Dies ist für Buddhisten friedlich: Töten
und Stehlen sind schwere Sünden.
Fünftens muss der Gläubige richtig leben. Dazu gehört auch der Beruf: Verwerflich
sind alle Tätigkeiten, die Menschen schaden – etwa mit Waffen oder Alkohol zu
handeln.
Der sechste Schritt Durch rechtes Streben, sollen die Menschen ihre bösen
Gedanken bekämpfen und edle Gedanken in sich wecken.
Der siebte Schritt ist die rechte Achtsamkeit: Indem sie den Augenblick bewusst
wahrnehmen, zum Beispiel einen Atemzug, können Buddhisten erkennen, wie
vergänglich ihr Körper ist; das ist ein Weg, um Gier, Schmerz und Trübsal zu
überwinden.
Damit kann der achte Schritt gelingen, das rechte Sich versenken. Ganz wichtig
ist für Buddha auch die Meditation. Das ist eine Übung, bei der Menschen still
dasitzen und sich konzentrieren.

Buddhisten zwingen niemanden ihren Glauben auf


Im Gegensatz zu vielen Anhängern anderer Religionen gehen die Buddhisten
friedlich vor: Sie überreden „Ungläubige“ nicht mit dem Schwert zum „richtigen
Glauben“ – wie das zum Beispiel bei Christen oft geschah.

Stattdessen lassen sie die Kulte der einheimischen Bevölkerung gelten: Als sie nach
Japan kommen, beten die Menschen dort ihre alten Naturgötter an. Was tun die
buddhistischen Mönche? Sie erklären prompt, dass diese Shinto-Gottheiten in
Wirklichkeit Buddha seien – er habe nur eine andere Form angenommen. Und schon
können Japaner zu dem neuen Glauben übertreten, ohne sich umstellen zu müssen.

Weil sich der Buddhismus in jedem Land anpasst, sind bis heute unzählige Formen
seiner Lehre entstanden: In Thailand oder Myanmar hängen die Gläubigen dem
Theravada-Buddhismus an, der recht genau den Worten Buddhas folgt. Es gibt den
Tantra-Buddhismus, in dem die Gläubigen Zauberformeln sprechen.

Und es gibt Formen wie den Zen-Buddhismus, dessen Anhänger Erleuchtung


suchen, indem sie tagelang stillsitzen oder mit Tusche malen.

Sie haben viele tausend Kilometer auseinander gelebt – und zu ganz verschiedenen
Zeiten. Aber trotzdem ähnelt das Leben von Buddha ganz verblüffend dem eines
anderen Religionsstifters: Jesus von Nazareth. Der Überlieferung nach zogen beide
als Wanderprediger umher, hatten Schüler und verkündeten eine friedliche Lehre.

Buddha und Jesus

Und das Leben beider wird von zahlreichen Wundern begleitet, die schon bei der
Geburt beginnen: Maria und Maya, die Mütter, bringen ihre Söhne jungfräulich zur
Welt. Bei Jesus leuchtet ein Stern hell am Himmel und weist den Heiligen Drei
Königen den Weg zur Krippe, wo sie dem Kindlein Geschenke darbringen können.
Auch bei Buddha erstrahlt der Himmel im Glanz zahlreicher Lichter. Und weise
Männer sagen ihm eine große Zukunft voraus. Doch bei allen Ähnlichkeiten gibt es
auch Unterschiede zwischen den Männern.
Jesus wandte sich vor allem an arme Menschen. Unter seinen Zuhörern waren
Kranke und Huren und von ihren Mitbürgern gemiedene Verbrecher. Später breitete
sich seine Lehre in Rom zuerst unter den Sklaven aus. Buddha hingegen, selbst ein
Fürstensohn, lehrte meist bei den Reichen. So verwundert es nicht, dass der
wichtigste Förderer des Buddhismus Ashoka war – ein König, der rund 250 Jahre vor
Christus fast ganz Indien eroberte. Unter ihm entstanden Tausende heiliger Stätten,
und seine Boten trugen die Lehre in die anderen Länder Asiens.

Echtes Mitgefühl auf dem achtfachen Pfad entwickeln


In der Welt ist nichts von Dauer, alles ist Veränderungen unterworfen. Kein Moment wird je
wieder so sein, wie er war. Das Leben wandelt sich jeden Tag, manchmal kaum merklich,
manchmal mit einem Schlag. Es muss nicht immer die große Krankheit sein, der Jobwechsel,
oder der Umzug. Wir, unsere Zellen, unsere Umgebung und die Welt verändern sich jede
Sekunde. Buddha wollte, dass die Menschen das erkennen. Nicht nur erkennen, sondern
etwas daraus lernen. Sie sollten sich von ihrer Ichbezogenheit trennen und selbstlos
werden. Denn Buddha glaubte, dass in der Selbstlosigkeit der Schlüssel zum Mitgefühl und
Mitleid für alle Wesen dieser Erde liege und somit der Schlüssel für eine bessere Welt. Nicht
im Jenseits, oder im Nirvana, sondern im Hier und Jetzt. Der „Edle Achtfache Pfad“ ist eine
praktische Anleitung auf dem Weg dahin. Zusammen mit den „Vier Edlen Wahrheiten“ ist er
der Kern der Lehre Buddhas:

Rechte Erkenntnis
Rechtes Denken
Rechte Rede
Rechtes Handeln
Rechter Lebenserwerb
Rechte Anstrengung
Rechte Bewusstheit
Rechte Konzentration

Im Buddhismus stehen der Mensch und seine Erfahrungen im Mittelpunkt, keine starren
Rituale und Regeln. Es gibt viele Lehrer, Hilfen und Tipps, die man anwenden kann, um
seinen Weg des Erwachens zu gehen – doch gehen muss man selbst. Erfahren muss man
selbst.
Der Buddhismus ist frei von Dogmen.

„Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat.


Glaube nichts, weil alle es glauben.
Glaube nichts, weil es geschrieben steht.
Glaube nichts, weil es als heilig gilt.
Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt.
Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast. – Buddha“

1.Rechte Erkenntnis
Der Mensch sollte um die Vier Edlen Wahrheiten wissen, über das Leiden, die
Ursachen für das Leiden, das Überwinden der Leiden und den Weg dahin Bescheid
wissen. Das ist elementar, um zu einem glücklicheren und erfüllten Leben zu gelangen,
eben dadurch, dass man es sich nicht für sich selbst wünscht, sondern für jedes Lebewesen.
Und eben auch dementsprechend handelt, nicht nur denkt. Dies bedeutet, es gilt sich
bewusst zu machen und einzugestehen, dass das Leid, welches wir erfahren, Ergebnis
unserer eigenen Handlung und vor allem unserer Denkweise ist. Der Schlüssel zu wahrer
Erkenntnis ist das Wissen darum, dass aus Gedanken Worte werden, und erst aus Worten
auch Taten. Man muss also zu allererst seine Gedanken erkennen, kontrollieren und
verstehen, bevor man durch gute und wirklich selbstlose Taten voranschreiten kann Diese
Erkenntnis gewinnt man durch regelmäßige Meditation und Aufmerksamkeit im Alltag.

1. Was ist die zentrale Lehre des Buddhas?


Die meisten Menschen glauben an ein Selbst. Buddhas Erkenntnis aber ist die
Nichtexistenz dieses Selbst. Er hat gelehrt, dass alles unbeständig und damit nicht ewig ist.
Alles, was existiert, ist nur durch eine Vielzahl von Bedingungsfaktoren
zusammengekommen, die sich auch wieder auflösen werden. Das bedeutet aber, dass es
weder ein permanentes noch ein unabhängiges Selbst geben kann.

Alles kommt und geht. Was geboren wird, altert und stirbt eines Tages. Jede noch so
kleine Zelle unseres Körpers, unsere Gefühle, Gedanken und Vorstellungen, aber auch
unsere Umwelt, alles ist vergänglich und verändert sich in jeder Millisekunde. Das ist ein
Naturgesetz. Wer dieses Naturgesetz nicht akzeptieren will und an der Idee von
Beständigkeit festhält, wird darunter leiden: Sobald die Wirklichkeit diese Illusion zerstört,
entstehen Enttäuschung und Leid. Daher hat der Buddha gesagt, dass Leid von uns selbst
erzeugt wird.

2. Ist Buddhismus eine pessimistische Religion?


Nein. Buddhismus gibt den Menschen die Möglichkeit, das Leben und seine Erscheinungen
realistisch zu sehen. Die Wirklichkeit ist nun einmal von stetigem Wandel durchdrungen.
Alles, was entsteht, vergeht auch wieder. Viele Menschen aber wollen die Realität nicht so
sehen, wie sie ist. Daher verlieren sie sich gerne in Illusionen: Man spricht im Buddhismus
von einer gefärbten Wahrnehmung durch Gefühle, Emotionen, Ansichten und Konzepte.

Um sich wieder mit der Realität zu verbinden, schauen Buddhisten die unangenehmen und
Leid erzeugenden Situationen sehr genau an. Das sieht von außen dann so aus, als sei
Buddhismus eine pessimistische und auf das Leid konzentrierte Religion. Doch nur durch die
genaue Analyse des Leidens erkennt man die Ursachen und kann dann einen Weg aus dem
Leiden heraus finden.

3. Ist Buddhismus eine Religion, Ideologie oder Philosophie?

Im Buddhismus geht es nicht darum, ein Wesen anzubeten, weder einen Menschen noch
einen Gott. Es geht aber auch nicht darum, ein Konzept zu verherrlichen und zum Maß aller
Dinge zu machen. Buddhismus ist aber auch keine bloße Philosophie, in der analytisches
Denken und logische Schlussfolgerungen oder Gedankenexperimente im Vordergrund
stehen.

Natürlich soll man dem buddhistischen Weg nicht blind folgen. Buddha hat immer wieder
betont, dass die Menschen seine Lehre und seine Einsichten prüfen sollen. Seine Lehre ist
weder Geheimwissen, noch Dogma: So hat Buddha seine Schüler zu kritischer
Auseinandersetzung ermutigt und stets die Bedeutung der eigenen Praxis unterstrichen.

Ein tiefes Verständnis der materiellen und geistigen Erscheinungen zeichnet den Buddhismus
aus. Verständnis bedeutet eigenes Erfahren, nicht aber intellektuelles Nachvollziehen. Nur
durch die Erfahrung gelangt man zur Einsicht.

4. War oder ist Buddha ein Gott?

Buddha bezeichnete sich selbst niemals als Gott. Er nannte sich „der Erwachte” oder „der
Befreite”. Es ging ihm nur darum, die eigenen Illusionen aufzulösen, die doch nur Leid
erzeugen. Buddha war ein Mensch wie Sie und Ich, der sich durch ernsthafte und intensive
Praxis vollkommenen von Illusionen, Abhängigkeiten und Anhaftungen befreien konnte.

Buddha hat hervorgehoben, dass bereits vor ihm Buddhas existierten und auch nach ihm
weitere Buddhas existieren werden. Der Weg, den er gegangen ist, kann von jedem erneut
beschritten werden. Und jeder kann Vollendung erreichen.

5. Beten Buddhisten?

Buddhisten beten – jedoch nicht im Sinne christlichen Betens. Kein Gott, kein Buddha, kein
höheres Wesen wird angerufen, uns zu helfen, uns Verantwortung abzunehmen oder Rettung
zu bringen. Im Buddhismus spricht man Widmungen aus. D.h. man äußert Wünsche, die man
anderen Menschen und Wesen widmet:
Mögen alle Wesen von ihrem Leid befreit werden.
Mögen sie ihre destruktiven Emotionen loslassen und transformieren können.
Mögen sie aus ihrer Verblendung heraustreten und Klarheit bekommen.
Mögen sie die volle Erleuchtung zu erlangen.

Manche Buddhisten, die sich noch nicht lange mit Buddhismus beschäftigen, glauben,
Buddha sei ein Gott. Deswegen beten sie ihn tatsächlich an. Das wird durchaus geduldet,
denn Buddhismus neigt nicht zu Extremen und verbietet Ansichten nicht. Buddhismus ist
vielmehr flexibel und offen und ermöglicht dadurch allen Menschen einen persönlichen
Zugang zur Lehre Buddhas. Nach und nach kann so ein tieferes Verständnis entstehen, und
Ansichten, die nicht mit der Lehre Buddhas übereinstimmen, werden von den
Praktizierenden ganz natürlich aufgegeben.

6. Gibt es im Buddhismus nicht dennoch Götter?

Im Buddhismus gibt es Himmlische Wesen, die als Beschützer oder Befürworter angesehen
werden. Sie sind keine Götter, haben aber Fähigkeiten und Eigenschaften, die unserem
westlichen Götterbild durchaus nahe kommen. Was sie allerdings von Göttern unterscheidet
ist die Vergänglichkeit ihrer Existenz. Denn nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung wird
alles, was entstanden und somit durch Bedingungen zusammengekommen ist, auch wieder
vergehen und sich in die 4 Elemente auflösen. Wenn das Dasein/Leben Himmlischer Wesen
ein Ende gefunden hat/zu Ende gegangen ist, können diese auch als Menschen oder gar in
einer niedren Ebene wiedergeboren werden.

7. Wozu rezitieren Buddhisten buddhistische Texte?

Vor 2500 Jahren wurden Sutren nicht in geschriebener oder gedruckter Form weitergegeben.
Die Verse wurden vielmehr mündlich weitergegeben und auswendig gelernt. Die Tradition
der Rezitation behält der Buddhismus bei, auch wenn bereits seit langer Zeit die Lehre in
Schriftform existiert, denn durch die Rezitationspraxis können die Verse und deren
Bedeutung sehr gut verinnerlicht werden.

Buddhistische Texte vermitteln tief greifende Weisheiten und Belehrungen, die den
Menschen ein Verständnis von sich selbst und der Wirklichkeit ermöglichen. Neben der
täglichen Rezitation von Texten dürfen natürlich Selbstreflexion, Meditation und die
Kultivierung von Mitgefühl nicht verloren gehen.

8. Was ist Meditation und warum ist sie für Buddhisten so wichtig?

Meditation ist eine Methode. Sie soll jedem Menschen innere Ruhe ermöglichen. Meditation
ist geistiges Training. Üben wir regelmäßig, erhalten wir Schritt für Schritt mehr Klarheit und
Ruhe.

Unser Alltag besteht größten Teils aus Arbeit – in unserer Familie, in der Schule, während der
Ausbildungszeit und im Berufsleben werden wir ständig mit Aufgaben, Schwierigkeiten und
Krisen konfrontiert. Um dies alles bewältigen zu können, müssen wir fähig sein, unsere
Gedanken und unsere Konzentration auf eine Sache zu lenken – Dazu benötigen wir ein
hohes Maß an Aufmerksamkeit. Durch Aufmerksamkeit können wir unsere unseren
Geist fokussieren und machen uns bewusst, wann wir abschweifen. Solange unser Geist
schwach ist, lassen wir uns sehr oft von den wesentlichen Dingen ablenken. Stärken wir
durch Meditation unseren Geist, lassen wir uns nicht mehr so leicht aus der Ruhe
bringen und durch äußere Bedingungen beeinflussen. Dadurch erkennen wir Probleme und
Schwierigkeiten im Alltag auch mit größerer Leichtigkeit. Ruhe und Achtsamkeit, die wir in
der Meditation finden, überträgt sich in unser Alltagsleben.

9. Was macht mich zum Buddhisten?

Ein Buddhist ist jemand, der wirklich bereit ist, tief in sein Inneres zu schauen. Wenn er dies
tut, wird er erkennen, dass er Blockaden in seinem Leben selbst erzeugt hat. Er ist dann
bereit diese Hindernisse aufzulösen. Was motiviert zu diesem sicher nicht immer einfachen
Auflösungsprozess?

Der Buddhist möchte kein Leid erzeugen – weder für sich noch für andere. Er übt sich daher
in der Entwicklung von Mitgefühl für sich selbst und für andere.

10. Was sind die Grundgelübde eines Buddhisten?

Es gibt fünf Grundgelübde. Sie dienen dazu, unheilsame Handlungen zu vermindern und
heilsame Handlungen zu kultivieren. Man möchte sich selbst und niemand anderem Schaden
zufügen – sei es in Gedanken oder in Handlungen. Diese Grundgelübde heißen auf Sanskrit
silas, was man mit Disziplin übersetzen könnte.

Übt man sich in Disziplin, so arbeitet man gegen die negativen Gewohnheiten. Das kostet
sehr viel Energie – denn wir alle wissen, wie schwer es ist, aus einem eingefahren
Verhaltensmuster herauszutreten. Ein Buddhist bemüht sich dennoch darin – zum Wohle
seiner selbst und vor allem zum Wohle aller fühlenden Wesen. Die Grundgelübde des
Buddhismus sind daher keine aufgezwungenen Regeln, sondern Ausdruck der
Barmherzigkeit:

1. Möge ich es unterlassen, zu töten

2. Möge ich es unterlassen, zu stehlen.

3. Möge ich es unterlassen, sexuell unheilsame Handlungen auszuüben.

4. Möge ich es unterlassen, zu lügen, Zwietracht zu säen, grobe Worte zu benutzen und
sinnlose Gespräche zu führen.

5. Möge ich es unterlassen, meinen Geist oder Verstand mit Drogen, Alkohol, Gedanken
oder Emotionen zu benebeln und zu schaden.
Es bleibt jedem selbst überlassen, wo er die Grenze eines Gelübdes ansetzt,beispielsweise ist
es nahezu unmöglich nicht zu töten. Denn unser Körper tötet jeden Tag Bakterien, bei jedem
Schritt kommen viele Kleinstlebewesen unter dem Gewicht unserer Füße um und auch in
unserem Trinkwasser befinden sich viele Lebewesen, die man mit dem bloßen Auge nicht
erkennen kann.

Doch man kann klein anfangen und sich vornehmen, keine Insekten mehr
umzubringen. Dann kann man sich vornehmen kein Fleisch mehr zu essen, vielleicht
zunächst einmal im Monat und dann allmählich häufiger. So hört man auf, das Schlachten
von Tieren aus eigennützigen Zwecken zu unterstützen.

Nach und nach macht man sich bewusst, durch welche Handlungen wir Leid für uns und
andere schaffen. Das ist der erste Schritt, um sich zu verändern und aktiv am eigenen und
am Glück anderer zu arbeiten. Nur über Frieden zu reden reicht nicht aus, man muss
ihn jeden Tag leben.

Hier finden sie eine detaillierte Ausführung zu den 5 Grundgelübden

11. Muss jeder Buddhist Vegetarier sein? Warum essen Buddhisten kein
Fleisch?

Ein Buddhist muss nicht unbedingt auch Vegetarier sein. Man sollte auf keinen Fall
selbstTiere töten, darf aber Fleisch essen. Wenn unsere Barmherzigkeit größer wird und wir
stärkeres Mitgefühl für andere Lebewesen empfinden, werden wir uns entscheiden, kein
Fleisch mehr zu essen. Denn wir erkennen, dass für die Befriedigung unserer sinnlichen
Begierde, Lebewesen sterben müssen.

Ein Erleuchteter hat sich bereits von jeglichen negativen Handlungen befreit, wir sind jedoch
noch keine Buddhas oder Bodhisattvas. Inwieweit wir unsere Lebensweise an Buddhas
Ratschlägen ausrichten, liegt daher bei uns selbst.

Buddha baute den Weg zur Befreiung stufenweise auf. Es gibt daher im Buddhismus kein
muss für jeden, sondern die Handlung ist abhängig von der individuellen Entwicklung und
Einsichtsfähigkeit. Buddha zeigte zwar deutlich auf, welche unheilsamen Folgen die
unheilsamen Handlungen nach sich ziehen, er war sich aber auch bewusst, dass nicht jeder
Mensch sofort alle negativen Handlungen einstellen kann. Daher sollte man die eigene Praxis
langsam aber stetig vertiefen.

12. Wieso leben Mönche und Nonnen im Zölibat?

Sexualität ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Können wir unsere Grundbedürfnisse
befriedigen, befriedigen wir dadurch direkt unser Ego. Menschen denken selten darüber
nach, ob sie auch ohne die Befriedigung der Grundbedürfnisse weiter existieren würden. Die
Ursache dafür liegt darin begründet, dass wir Angst haben, unser Ego aufzulösen, das ist
aber ein zentrales Ziel unserer Praxis. Mönche und Nonnen verringern und stoppen alle
Einflüsse, die ihren Ego-Glauben stärken könnten.

Zölibat ist ein Begriff aus dem Christentum und für viele Menschen eher negativ behaftet –
man sieht keinen Grund, sich in dieser Hinsicht „einzuschränken”. Im Buddhismus ist jedoch
klar: Gehe deiner Begierde nicht nach, denn sobald man Begierde befriedigt, stärkt und
füttert man sein Ego. Sexuelle Aktivitäten befriedigen hierbei unsere 5 Sinne gleichzeitig,
stellen also einen großen Faktor der Egostärkung dar.

Menschen richten ihr Leben im Allgemeinen darauf aus, sinnliche Befriedigungen zu


erlangen. Oft vergeuden wir einen Großteil unserer Lebenszeit, um einen bestimmten Partner
zu finden, sich Hobbys und Verhaltensweisen anzueignen und einen bestimmten Job zu
bekommen, nur um für einen kurzen Moment in einer ganz bestimmten Art und Weise
unsere Sinne befriedigen zu können.

Wenn dann unsere Sinne befriedigt sind, sollte man dann nicht sagen können, an einem Ziel
angelangt zu sein? Sollte man nicht zufrieden sein mit dem, was man endlich erreichen
durfte? Dem ist in Realität niemals so, die Befriedigung unserer Sinne verstärkt nur noch
unsere Gier und unseren Durst nach mehr Befriedigung. Wir gehen wieder auf die Suche
nach noch intensiverer Befriedigung und noch stärkeren Impulsen. Es ist, als würden wir
unseren Durst mit Salzwasser stillen – je mehr Verlangen wir in uns entwickeln, desto stärker
leiden wir.

Weshalb leiden wir, mag man fragen? Zum einen leiden wir, sobald wir wieder und wieder
erkennen müssen, dass unsere Sinne niemals vollends befriedigt werden können. Wir suchen
immer wieder einen neuen Impuls und werden wieder enttäuscht. Die
Befriedigung aller Sinne zu unserer vollsten Zufriedenheit ist einfach nicht möglich. Zum
anderen leiden wir unter der enormen Abhängigkeit, in die wir uns begeben, um der
Befriedigung unserer Sinne nachzujagen. Wir opfern den Großteil unseres Lebens dafür,
unser Ego zu befriedigen, nur um dann erkennen zu müssen, dass es nicht so war, wie wir
uns vorgestellt haben. Oder wir erkennen, dass der kurze schöne Moment, für den wir so
lange arbeiten mussten, niemals ewig bleiben wird.

Unsere Sucht nach Befriedigung löst auch Angst aus. Je mehr wir uns sinnlich befriedigen
wollen, desto mehr Angst haben wir, das erlangte wieder zu verlieren. Wenn wir einen
Partner gefunden haben und meinen, das vollkommene Glück erlangt zu haben, möchten wir
es unbedingt bewahren. Das erzeugt Ängste, mit denen wir fortan leben müssen. Alles,
wofür wir so lange gekämpft haben, könnte wieder so schnell verloren gehen. Jegliche
Veränderung ruft Unruhe in uns hervor. Je mehr Unruhe wir in uns haben, desto größer wird
unsere Sehnsucht festzuhalten. Wir kreieren in uns die Illusion, die sinnliche Befriedigung
sei unentbehrlich, ein essenzieller Bestandteil unserer Existenz. Letztendlich aber verlieren
wir uns vollkommen in der Suche nach Befriedigung und vergessen etwas viel wirklicheres –
unser selbst erzeugtes Leiden aufzulösen, aus Abhängigkeit herauszutreten, uns zu
befreien.

7. Warum sollte man keine Drogen, Alkohol oder sonstige berauschenden Mittel zu
sich nehmen?

Nochmals sei darauf hingewiesen, dass Buddha nichts verboten hat, wohl aber Ratschläge
und Hinweise gegeben hat. Buddha hat immer die Eigenverantwortung betont:

Man muss für sich selbst entscheiden, ob man bereit ist, seinen Verstand zu benebeln.

Wenn man Alkohol in einem gesunden Maß konsumieren könnte, ohne seiner geistigen und
körperlichen Gesundheit zu schaden hätte Buddha sicherlich nichts dagegen. Doch wer kann
schon sicher sagen, wann Alkohol uns gut tut und wann er sich bereits unheilsam auf Körper
und Geist auswirkt? Wir wissen auch, wie unheilsam sich ein benebelter Geist für andere
auswirken kann: Menschen unter Alkohol – oder Drogeneinfluss sind sich nicht mehr über
ihre eigenen Handlungen und Gefühle im Klaren. Sie verletzen in diesen Zuständen nicht nur
sich selbst, sondern oft auch andere.Das ist mit dem buddhistischen Weg nicht vereinbar.
Buddha rät daher, Abstand von Rauschmitteln zu nehmen.

Unser Geist ist schwach und gibt auf den ersten Blick angenehmen Verführungen wie Alkohol
oder Drogen sehr schnell nach. Im Buddhismus geht es darum, Klarheit zu erlangen und die
vollkommene Wahrheit zu erkennen. Wer seinen Geist aber mit Rauschmitteln benebelt, ihn
unruhig und unklar hält, wird in dieser Richtung keinerlei Fortschritte machen.

Nicht nur Alkohol und Drogen sind Rauschmittel, auch Internet, Fernsehen und Videospiele
sowie unachtsam geführte Gespräche können dazu zählen.

Die 5 Achtsamkeitsübungen
Die erste Achtsamkeitsübung: Achtung vor dem Leben
Im Bewusstsein des Leidens, das durch die Zerstörung von Leben entsteht, bin ich
entschlossen, Mitgefühl zu kultivieren und Wege zu erlernen, das Leben von Menschen,
Tieren, Pflanzen und Mineralien zu schützen. Ich bin entschlossen, nicht zu töten, es nicht
zuzulassen, dass andere töten und keine Form des Tötens zu unterstützen, weder in der
Welt noch in meinem Denken oder in meiner Lebensweise.

Die zweite Achtsamkeitsübung: Großzügigkeit


Im Bewusstsein des Leidens, das durch Ausbeutung, soziale Ungerechtigkeit, Diebstahl und
Unterdrückung entsteht, bin ich entschlossen, liebende Güte zu kultivieren und Wege zu
erlernen, für das Wohlergehen von Menschen, Tieren, Pflanzen und Mineralien tätig zu sein.
Ich will Großzügigkeit praktizieren, indem ich meine Zeit, Energie und materiellen Mittel mit
denen teile, die sie wirklich brauchen. Ich bin entschlossen, nicht zu stehlen und nichts zu
besitzen, was anderen zusteht. Ich will das Eigentum anderer achten, aber auch andere
davon abhalten, sich an menschlichem Leiden oder dem Leiden anderer Lebensformen auf
der Erde zu bereichern.

Die dritte Achtsamkeitsübung: sexuelle Verantwortung


Im Bewusstsein des Leidens, das durch sexuelles Fehlverhalten entsteht, bin ich
entschlossen, Verantwortungsgefühl zu kultivieren und Wege zu erlernen, die Sicherheit und
Integrität von Individuen, Paaren, Familien und der Gesellschaft zu schützen. Ich bin
entschlossen, keine sexuelle Beziehung einzugehen ohne Liebe und die Bereitschaft zu einer
langfristigen und verpflichtenden Bindung. Um mein eigenes Glück und das der anderen zu
bewahren, bin ich entschlossen, meine Bindungen und die anderer zu respektieren. Ich will
alles tun, was in meiner Macht steht, um Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen und
um zu verhindern, dass Paare und Familien durch sexuelles Fehlverhalten auseinander
brechen.

Die vierte Achtsamkeitsübung: aufmerksames Zuhören und


liebevolles Sprechen
Im Bewusstsein des Leidens, das durch unachtsame Rede und aus der Unfähigkeit, anderen
zuzuhören, entsteht, bin ich entschlossen, liebevolles Sprechen und tiefes Zuhören zu
kultivieren, um anderen Freude und Glück zu bereiten und ihr Leiden lindern zu helfen. Im
Wissen, dass Worte sowohl Glück als auch Leiden hervorrufen können, bin ich entschlossen,
nichts Unwahres zu sagen und Worte zu gebrauchen, die Selbstvertrauen, Freude und
Hoffnung fördern. Ich werde keine Nachrichten verbreiten, ohne ganz sicher zu sein, das sie
der Wahrheit entsprechen und werde nichts kritisieren oder verurteilen, worüber ich nichts
Genaues weiß. Ich will Äußerungen unterlassen, die Uneinigkeit oder Zwietracht verursachen
können oder die dazu führen können, dass Familien oder Gemeinschaften zerbrechen. Ich
bin entschlossen, alle Anstrengungen zur Versöhnung und Lösung aller Konflikte, so klein
sie auch sein mögen, zu unternehmen.

Die fünfte Achtsamkeitsübung: achtsamer Umgang mit


Konsumgütern
Im Bewusstsein des Leidens, das durch unachtsamen Umgang mit Konsumgütern entsteht,
bin ich entschlossen, auf körperliche und geistige Gesundheit zu achten – sowohl meine
eigene, als auch die meiner Familie und meiner Gesellschaft – indem ich achtsames Essen,
Trinken und Konsumieren praktiziere. Ich will nur das zu mir nehmen, was den Frieden, das
Wohlbefinden und die Freude in meinem Körper, meinem Bewusstsein und im kollektiven
Körper und Bewusstsein meiner Familie und Gesellschaft erhält. Ich bin entschlossen, weder
Alkohol noch andere Rauschmittel zu mir zu nehmen und keine Nahrungsmittel oder andere
Dinge zu konsumieren, die Gifte enthalten, wie z.B. bestimmte Fernsehprogramme,
Zeitschriften, Bücher, Filme und Gespräche. Ich bin mir bewusst, dass ich das Vertrauen
meiner Vorfahren, meiner Eltern, meiner Gesellschaft und zukünftiger Generationen
missbrauche, wenn ich meinen Körper oder mein Bewusstsein derart schädigenden
Einflüssen aussetze. Ich werde daran arbeiten, Gewalt, Angst, Ärger und Verwirrung in mir
selbst und in der Gesellschaft zu transformieren, indem ich eine angemessene körperliche
und geistige Nahrung zu mir nehme. Ich weiß, dass eine bewusste Lebensweise
entscheidend ist für meine eigene Veränderung und für die Veränderung der Gesellschaft.
Dharma-Vorträge
Die Lehre Buddhas beinhaltet einen unermesslichen Fundus an Lehrreden, Methoden und
Hilfestellungen, die den Menschen einen Weg zur Befreiung aufzeigen. Buddha lehrte bis zu
seinem Tod mehr als 40 Jahre lang den Dharma und gab sein umfangreiches Wissen sowie
seine tiefen Einsichten in die Wahrheit der Dinge im Rahmen von Lehrreden an seine Schüler
und Schülerinnen weiter.

Auch in der heutigen Zeit können wir – trotz der mittlerweile unüberschaubaren Mengen an
Büchern über buddhistische Themen – nach wie vor von den mündlichen Belehrungen durch
die Dharma-Lehrer unserer Zeit profitieren.

Derzeit finden Sie auf unserer Seite folgende Dharma-Belehrungen – bitte einfach auf den
entsprechenden Link klicken:

Dharma-Rad
- das "Rad der Lehre" ist das Symbol der Buddhisten
Das bekannteste Symbol der Buddhisten ist das Dharma-Rad, das „Rad der Lehre“. Es
erinnert Buddhisten daran, dass ihr Geist die Welt nicht verlässt. Nach ihrem Glauben stirbt
nur der Körper. Der Geist verändert seine Form und lebt weiter. Er zieht sofort oder später in
den Körper eines neuen Wesens ein.

Das Dharma-Rad hat acht Speichen. Sie erinnern an die Wege zur Erkenntnis aller Dinge.
Buddhisten glauben, dass nur die Erkenntnis die Menschen davon befreien kann, alle Dinge
zu bewerten. Nur wer das schafft, kann das Nirwana erreichen. Das ist ein Zustand frei von
Leid, Gier, Hass, Wut und anderen schlimmen Gefühlen. Wer das Nirwana erreicht, ist nach
dem Glauben der Buddhisten von der ewigen Wiedergeburt erlöst. Daher ist das Nirwana das
höchste Ziel der Buddhisten. Nach ihrem Glauben befand sich bisher nur ein einziger Mensch
auf Dauer im Nirwana. Das war der Buddha Siddharta Gautama. Von ihm stammt auch das
„Rad der Lehre“. Laut Überlieferung hat Buddha es vor fast 2500 Jahren entwickelt. Das
Symbol schmückt jeden buddhistischen Tempel und sogar die indische Flagge. In Asien
findest du es außerdem auf Kleidungsstücken, Büchern und an vielen anderen Orten.
Die fünf Störgefühle und die fünf Elemente
Von Pit Weigelt
In vielen Belehrungen Buddhas wird ein Zusammenhang zwischen den fünf
Hauptstörgefühlen und fünf Elementen gemacht. Genauere Informationen lassen sich in den
Aussagen über die Buddha-Familien oder den Erklärungen zu den Stupas finden. Worum
geht es genau? Die Störgefühle haben, genau wie die Elemente, positive und negative
Energien. Wenn wir uns auf dem Weg zu Befreiung und Erleuchtung befinden, lernen wir im
Diamantweg immer mehr, die nützlichen Eigenschaften der Gefühle zum Besten aller zu
verwenden. Gleichzeitig geben auch unsere Haltung, unser Handeln, ja manchmal sogar auch
unser Karma Auskunft über unsere früheren Hauptstörungen, die im Äußeren und im Inneren
dem Wesen der Elemente entsprechen. Die Elemente zeigen sich aber auch in ihrer
Auftretensweise ähnlich den Störgefühlen, oder besser, beide können in einer beinahe
deckungsgleichen Kongruenz erfahren werden.

STÖRGEFÜHL ZORN - ELEMENT WASSER

Sehen wir uns einmal die Qualitäten und die zerstörerischen Energien des Wassers an. Es
dient zur Löschung des Durstes von Mensch und Tier, es reinigt uns und vieles andere. In
heißen Sommern erfrischt es uns, für viele Wesen stellt Wasser sogar den Lebensraum dar.
Für unsere Welt ist es sogar die Basis allen Lebens. Wasser lässt Pflanzen wachsen und hält
somit als Hauptbestandteil neben Erde und Wärme das äußere Leben in Gang. Wir sind
fasziniert von Wellen, auf denen wir surfen können, von Wasserfällen oder Ebbe und Flut.
Auch sind Nebelschleier, die aus den Tälern steigen, ein spannender Anblick oder Kumulus-
Wolken, wenn wir sie vom Flugzeug aus betrachten. Das winterliche Eis lädt zum
Schlittschuhlaufen ein, im Sommer kühlt es unsere Getränke etc. Betrachten wir das Wasser
auf diese Weise, so erscheint es nur nützlich, spaßvoll und vorteilhaft.

Aber das Wasser kann auch (zer-)stören. Eine Sturmflut an den Küsten bringt Tod und
Verderben, über die Ufer getretene Flüsse reißen alles mit sich.

STÖRGEFÜHL STOLZ - ELEMENT ERDE

STÖRGEFÜHL BEGIERDE - ELEMENT FEUER


STÖRGEFÜHL EIFERSUCHT - ELEMENT WIND
STÖRGEFÜHL UNWISSENHEIT - ELEMENT RAUM

Was ist eigentlich ein Chakra? Und was


bedeutet „Chakra“?
Wie die Kunst des Yoga stammt auch das Wissen um die Chakren aus Indien. Als
Chakra, Chakras bzw. Chakren bezeichnet man Energiezentren in der Aura. Der
Begriff selbst stammt aus dem Sanskrit und heißt übersetzt „Kreis“ oder „Rad“.

Es gibt sieben Hauptchakren und eine Vielzahl von Nebenchakren. Die Hauptchakren
liegen entlang der Wirbelsäule und strahlen nach oben und unten bzw. nach vorne und
hinten ab. Die Nebenchakren finden sich an unterschiedlichen Punkten des Körpers und in
der Aura, unter anderem an Schultern, Händen, Knien und Füßen. Weitere Chakren wirken
oberhalb des Kopfes und unterhalb der Füße in den äußeren Auraschichten.