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Erd-Alchimisten-Club Freiberg

Kleiner Wegweiser für


TUBAF–LATEX

Eine kurze Einführung in LATEX

Johannes Böttcher

29. November 2012

Institut für Werkstoffwissenschaft


Gustav-Zeuner-Straße 5
09596 Freiberg
Johannes Böttcher: TUBAF–LATEX 2/27

Zusammenfassung
LATEX ist ein Makropaket für das Textsatzprogramm TEX, welches in Wissenschaft
und Forschung weit verbreitet ist. Im Unterschied zu Textverarbeitungsprogram-
men werden Layout und Auszeichnungen durch Befehle im Text vorgenommen.
Dadurch ist es möglich Tabellen, Inhaltsverzeichnisse, Bibliographien, chemische
und mathematische Formeln und vieles mehr mit kurzen Befehlen zu erzeugen.
Im Vortrag werden grundlegende Kenntnisse zum Verstehen und Nutzen von
LATEX übermittelt. An einigen Beispielen werden Arbeitsweise und Möglichkeiten
der Anwendung im wissenschaftlichen Bereich gezeigt.

Inhaltsverzeichnis

1 Grundsätzliches 3
1.1 Gründe für LATEX? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
1.2 Was brauche ich? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
1.3 Aufbau eines Projektes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
1.4 Arbeitsweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

2 Beispiele 8
2.1 Querverweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
2.2 mathematische Gleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
2.3 Gleitumgebungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
2.4 Tabellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
2.5 Abbildungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
2.6 Listen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
2.7 Werte und Einheiten mit siunitx . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
2.8 chemische Formeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
2.9 Diagramme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
2.10 Zitate . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

3 Erzeugen einer pdf-Datei 19

4 Wenn man nicht mehr weiter weiß 19


4.1 Hilfe, hier und da . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

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1 Grundsätzliches
1.1 Gründe für LATEX?

Was bringt mir das? 2


• Textsatzprogramm zum Erstellen professionell aussehender Arbeiten

für den Inhalt der entsprechenden Arbeiten ist der Autor selbst verantwortlich.

• Protokolle, Berichte, Bachelor- und Diplomarbeiten etc.

• mathematische Formeln, chemische Formeln, Diagramme

Vorteile
• Inhalt und Layout sind getrennt

• Mathe und Chemie leicht darstellbar

• Vorlagen der TUBAF → noch weniger Layout–Sorgen

• Ausgabe im portable document format (pdf)

Nachteile
• Inhalt und Layout sind getrennt

• Ausgabe im portable document format (pdf)

• selbstständiges Denken nötig

Textsatz früher und heute 3


früher?
• Manuskript

• Absprache mit Buchgestalter

• der entwirft Layout (Seitengröße, Schriftgröße, Seitenränder)

• Layout zum Schriftsetzer (Wortabstand, Silbentrennung)

• Protokoll und Hilfszettel

heute mit LATEX?


• „Manuskript“ mit Texteditor

• Grundklasse bestimmt Layout

• LATEX kümmert sich um Satz

• Protokolldatei und Hilfsdateien

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Editoren
TeXworks
und Ent-
Texmaker
wicklungs-
TeXstudio
umgebungen

LATEX Distribution

Acrobat Reader
Viewer Sumatra
Evince
TeX Live
MiKTeX

1.2 Was brauche ich?

Was brauche ich für LATEX? 5


Latex-Distribution – Setzer

• stellt Grundprogramm pdfLATEX und weitere zur Verfügung

• TEX Live 2012 für Win, Mac, und UNIX

• beinhaltet Editor TeXworks

• LINK zur Installationsanleitung

Editor – persönlicher Assistent

• Installation nach Latex-Installation

• Syntaxhervorhebung

• erleichterte Fehlersuche

• Projektverwaltung

• TeXworks, TeXstudio, Texmaker

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1.3 Aufbau eines Projektes

Was ist in meiner Projektmappe? 6


Anweisungsseite

• Auf der Anweisungsseite bzw. in der LATEX-Hauptdatei werden grundlegende


Informationen mitgeteilt, welche im ganzen Dokument Gültigkeit besitzen. Dies
sind zum Beispiel:

• Art des Dokumentes

• Schriftgröße, Seitengröße und -ränder

• Sprache (auch wichtig für Silbentrennung)

• Name des Autors

• Titel der Arbeit

• Bei den Klassen der TU Bergakademie Freiberg werden zum Beispiel Dinge wie
Autor und Titel der Arbeit in der Fußzeile verarbeitet.

Teildokumente

• einzelne Abschnitte

• Der Vorteil besteht darin, dass Dokument nur teilsweise kompilieren zu können
und somit die Zeit teilweise erheblich zu verkürzen

„Datasektion“

• Bibliographie

• alle Literaturdaten werden in einer einzigen Datei gespeichert.

• Meßwerte

• alle Bilder

• Voraussetzung: ordentliche Beschriftung

• Ordentliche Beschriftung? Um sich Probleme zu ersparen sollten Dateinamen nur


alphanumerische Zeichen der englischen Tastatur enthalten (Groß- und Kleinschrei-
bung beachten). Leerzeichen sollten in Dateinamen und Pfaden nicht verwendet
werden. Selbiges gilt für die Verwendung von Sonderzeichen. Die Verwendung von
mehreren Punkten in Dateinamen kann schon zu Problemen führen, die man sich
durch bewusstes Arbeiten ersparen kann. Dateinamen sollten so gewählt werden,
dass der Inhalt der Datei eindeutig und ohne Verwechslungsgefahr beschrieben
wird.

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1.4 Arbeitsweise

Wie sage ich das alles LATEX? 8


Hallo Welt
\documentclass[a4paper]{article}

\begin{document}
Hello World of \LaTeX

\end{document}
Befehle

• \Befehl[optionale Parameter]{notwendige Parameter}

\documentclass[a4paper]{article}

• → geschweifte Klammern müssen da sein

• \Befehl

\LaTeX

• Befehle, intern als control sequence bezeichnet, bestehen nur aus Alphabetzeichen.
Ein Leerzeichen zum Besispiel schließt einen Befehl ab, damit ist aber noch kein
Leerzeichen im Text verfügbar. Nähere Informationen dazu in Nicola Talbots
Einführung [6]

Umgebungen

• Umgebungen beginnen und enden

• \begin{Umgebung} \end{Umgebung}

• gesamte Umgebung wird einheitlich formatiert

• Schachtelung möglich, aber kein Kreuzen

• Beispiel: Abbildung mit Beschriftung

• Gleitumgebungen sind nicht schachtelbar, aber dazu später (Seite 12) mehr

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Abb. 1: Das Kreuzen von Umgebungen ist nicht möglich

Woher kommen die Befehle? 11

• ein Teil der Befehle und Umgebungen ist von Anfang an dabei

• es gibt viele Erweiterungen, welche zusaätzliche Funktionalitäten zur Verfügung


stellen

• in der Welt von LATEXwerden diese Erweiterungen als Pakete bezeichnet, man
könnte sie aber genauso Modul, Add-on, Toolbox oder ähnlich nennen.

• Die Pakete enthalten zusätzlich zum Quellcode die Dokumentation, welche die
Funktion der vorhandenen Befehle erklärt.

• Bei der Standardinstallation von TeX Live werden alle Pakete installiert und
stehen zur Nutzung bereit. Um ein Paket für ein Projekt zu laden, wird in der
Präambel (Anweisungsseite) der Befehl \usepackage genutzt.

Kommentare 12
Kommentare

• werden von LATEX ignoriert

• erscheinen NICHT im fertigen Dokument

• verbessern die Verständlichkeit des Quelltextes

• % leitet Kommentar ein, gültig bis zum Ende der Zeile

• Das schon besprochene Auskommentieren von Teildokumenten kann die Laufzeit


erheblich verkürzen

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2 Beispiele

Hey Ho – Lets Go 13
Anweisungsseite – Präambel

%Datei: haupt.tex
\documentclass[doktyp=studarbeit, sprache=ngerman,
fontsize=10pt]{TUBAFarbeiten}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage{biblatex}
\addbibresource{tubafarbeiten-beispiel.bib}
\TUBAFFakultaet{Fakultät für Biotechnologie und Ökologie}
\TUBAFInstitut{Institut für Agrarindustrie}
\TUBAFTitel[BokuIntAkt]{Bodenkulturelle Interaktion}
\TUBAFBetreuer{Prof. Dr. Dr. h. c. Thekla S. Wolfrath-Hildemann}
\TUBAFKorrektor{Dr.-Ing. Helene Apfel-Schmidt}
\TUBAFAutor[F. Stahl]{Ferris Stahl}
\TUBAFStudiengang{Angewandte Naturwissenschaft}
\TUBAFDatum[2011-11-09]{9. November 2011}

14

%Datei: haupt.tex
%Präambel
\documentclass[doktyp=semarbeit]{TUBAFarbeiten}
\usepackage{...}

%Dokument
\begin{document}
\maketitle
\include{einleitung}
\include{technikstand}
\include{ergebnisse}
\include{auswertung}

\end{document}

Das Einfügen von anderen Dokumentteilen kann mit Hilfe verschiedener Befehle
erfolgen. Der inlcude-Befehl ist dabei eine Erweiterung des input-Befehls, beinhaltet
jedoch zusätzlich den Befehl clearpage, ist somit also besonders geeignet, um einzelne
Kapitel einzufügen. Um Laufzeiten zu verkürzen, jedoch alle Referenzen beizubehalten
empfiehlt sich die Arbeit mit dem includeonly-Befehl. Die Befehle haben verschiedene
Gültigkeitsbereiche. Der Befehl includeonly darf nur in der Präambel genutzt werden,

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der input-Befehl stattdessen im gesamten Dokument. Da sich der include-Befehl aus


clearpage und input zusammensetzt, darf dieser nicht in der Präambel benutzt werden.
Was könnte so alles in einer wissenschaftlichen Arbeit enthalten sein?
• Überschriften

• Bilder

• Diagramme

• Tabellen

• mathematische Gleichungen

• C6H12O6 + 6 O2 6 CO2 + 6 H2O – viel Energie

• Wie in Abbildung [12] zu sehen, . . .

• Meier [7] schlug vor, . . .

• Verzeichnisse

Allgemeines 15
geschützte Zeichen
• manche Zeichen haben für LATEX eine Sonderbedeutung

• z. B. % für Kommentare

• Zeichendarstellung im Text über Befehle

\% % \# #
\{ { \} }
\$ $ \& &
\_ _ \textbackslash \
\textasciitilde ~ \textasciicircum ^

Weißraum
\ → feste Breite des Leerzeichens
~ → feste Breite ohne Zeilenwechsel
\, → halbes Leerzeichen z.\,B. bei Abkürzungen

Horizontale Striche
- Trenn-, Mitte-, Bindestrich Viertelgeviertstrich
-- Gedannken-, Strecken-, Spiegel- und Bis-Strich Halbgeviertstrich
--- Gedankenstrich im englischsprachigen Raum Geviertstrich
Minuszeichen später mehr
Die Anwendung der horizontalen Striche wird hier nicht geklärt. Informationen dazu
können der amtlichen deutschen Rechtschreibung entnommen werden.

Absatzkontrolle und Textauszeichnungen 17


Absatzkontrolle

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• einfacher Zeilenumbruch oder Tabs im Editor wird als Leerzeichen interpretiert

• Leerzeile im Editor erzeugt Absatz im Text

• weitere Informationen zum Thema Absatzkontrolle können der Dokumentation zu


KOMA-Script entnommen werden. Stichwort ist Abzatzauszeichnung.

Textauszeichnungen

• \emph{} ist Standardauszeichnung zum Hervorheben von Text (Kursivsetzung)

• Die von KOMA-Script gegebenen Standardklassen setzen zum Beispiel das Kurz-
referat (abstract) in kursiver Schrift. Wird nun der Befehl emph{} zur Textaus-
zeichnung genutzt, so wird die Schrift aufrecht gesetzt. Hier ist die Stärke der
logischen Auszeichnung gut erkennbar.

• emph steht als Abkürzung für das englische emphasize, betonen. Sollen weitere ab-
weichende Auszeichnungen vorgenommen werden, so sollten neue Befehle definiert
werden, um die logische Auszeichnung des Textes beizubehalten.

• man achte auf typografische Regeln (keine Unterstreichungen)

Beispiele 18

%datei ergebisse.tex
\section[Ergebnisse]{Ergebnisse}
\subsection[Einfluss auf das Paarungsverhalten]{Einfluss von
blauen Bänken auf das Paarungsverhalten von Feuerlöschern und
anderen Brandbekämpfungsmitteln}

Der notwendige Parameter (vgl. Seite 6) muss angegeben werden und wird als Ab-
schnittsüberschrift gebraucht. Bei Verwendung des optionalen Parameters wird dieser in
das Inhaltsverzeichnis übertragen. Dies ist bei sehr langen Überschriften zu empfehlen,
wie hier für den Unterabschnitt gezeigt.
Achtung: Soll kein optionaler Parameter übergeben werden, so sind die eckigen
Klammern vollständig zu entfernen, da sonst ein leerer Eintrag im Verzeichnis entstehen
würde.

2.1 Querverweise

Querverweise im Dokument 19

• Referenzen auf Bilder, Tabellen, Abschnitte, Unterabschnitte, Gleichungen, Reak-


tionsschemata

• man kann alles referenzieren, was einen Zähler (counter) hat

• mit Hilfe von Querverweisen können Objekte wie Grafiken und Tabellen vom Text
gelöst werden und sind unabhängig

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• „Setzer“ schreibt laufende Nummern und Seitenzahlen auf „Hilfsblatt“


• LATEX schreibt das alles in Hilfsdateien
• eineindeutige Marke/Label setzen: \label{marke}
• Label werden immer hinter die Überschrift bzw. hinter den Zähler gesetzt
• \ref{marke} ruft laufende Nummer ab
• \pageref{marke} ruft Seitennummer des Objektes ab

2.2 mathematische Gleichungen

mathematische Formeln und Gleichungen 20


Mathemodus
\usepackage{mathtools}
mathtools lädt amsmath und noch einige weitere Mathe-Pakete. Für die meisten
„Nicht-Mathematiker“ sollte das Laden von amsmath ausreichend sein.
einfach abgesetzt Umgebung zwischen \[ und \]
nummeriert Umgebung equation
im Text innerhalb von $ . . . $ oder besser \( . . . \)
Mehr Informationen zu Mathe in LATEX: [4]

Hoch- und Tiefstellung


Hochstellung x^{a} xa
Tiefstellung x_{b} xb

x_{\text{Test}}^{Test} xTTest est

Man beachte im letzten Beispiel die Worte Test. Text muss im Mathemodus kenntlich
gemacht werden. Dies betrifft zum Beispiel auch: Fmax .

Breaking the Roots 21


Brüche
• \frac{a}{b} → a
b

Wurzeln

• \sqrt{xyz} → xyz

• \sqrt[a]{xyz} → a xyz

The Greeks don’t want no freak


• griechische Buchstaben im Mathemodus
• \alpha \beta \Gamma \Delta αβΓ∆

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2.3 Gleitumgebungen

Gleitumgebungen 22
Warum Gleiten?

• Bild über Seitenumbruch ist eher „suboptimal“

• Verschieben an günstigen Platz

• 2 Arten
– figure
– table

Mit Hilfe optionaler Argumente für die Gleitumgebung kann die Position beeinflusst
werden. Diese sind im Normalfall htbp (für here, top, bottom, page). Ein günstiger
Platz für eine Gleitumgebung kann auch einige Seiten von der Textstelle entfernt
sein, nach der das Objekt im Quelltext eingefügt wurde. Durch das konsequente
Benutzen von Referenzen stellt dies allerdings kein Problem dar.

• Befehl caption{} zur Objektbeschriftung ist verfügbar

2.4 Tabellen

Tabellen 23

• für schöne Tabellen: booktabs

• Tabellenüberschrift → caption über Tabelle

• Ausrichtung der Spalten mit c(enter), l(inks) oder r(echts)

• Spaltentrennung mit &

• Zeilenende mit \\

• Tabellen können keine Seitenumbrüche → Paket longtable nötig

• mehr dazu → [3]

Für die Erstellung von Tabellen empfiehlt sich das Paket booktabs. Tabellen haben
eine Überschrift, weshalb die Beschriftung (caption) oberhalb der eigentlichen Tabelle,
nämlich der tabular-Umgebung platziert wird. Der tabular-Umgebung werden not-
wendige Parameter übergeben, die Spaltendefinition. Für jede Spalte wird ein Kürzel
der Form l(eft), c(enter), oder r(ight) übergeben. Um für LATEX die Inhalte der einzelnen
Spalten voneinander abzugrenzen wird das ampersand & als Spaltentrenner benutzt.
Das Ende einer Zeile wird mit Hilfe des -Befehls mitgeteilt. Das folgende Beispiel soll
dies verdeutlichen.

Tabellen 24

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Syntax für Tabellen als Gleitumgebung


\begin{table}[htbp]
\centering
\caption[Kurzform]{Langform}
\label{tab:Tabellenlabel}
\begin{tabular}{Spaltendefinition}
\toprule
Tabellenkopf
\midrule
Tabellenkörper
\bottomrule
\end{tabular}
\end{table}
Beispiel 25
\begin{table}
\centering
\caption{Trinkgewohnheiten
in der Caféteria.}
\label{tab:Kaffee}
\begin{tabular}{cl}
\toprule
Name & Getränk \\
\midrule
Peter & Kaffee \\
Paul & Kakao \\
Mary & Tee \\
John & Kaffee \\
\bottomrule
\end{tabular}
\end{table}

Tab. 1: Trinkgewohnheiten in der Caféteria.

Name Getränk
Peter Kaffee
Paul Kakao
Mary Tee
John Kaffee

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2.5 Abbildungen

Abbildungen 26
Bilder
• benötigtes Paket zum Einbinden externer Bilder: graphicx
• zusätzlich Skalierung und Rotation möglich
• gültige Bildformate: pdf, png und jpg
• Bildunterschrift → caption unter Bild
• mehrere Bilder z. B. a) und b) mit Paketen subfig oder subcaption

Beispiel 27
Beispiel
\begin{figure}[tbph]
\centering
\includegraphics[Optionen]{Dateiname}
\caption[Kurzbeschriftung]{Langbeschriftung}
\label{fig:marker}
\end{figure}

Beispiel:
\includegraphics[width=0.9\linewidth]{bilder/testbild}

Mit Hilfe des Schrägstriches können Unterordner angesteuert werden. Dies gilt für al-
le Betriebssysteme.
In diesem Beispiel wäre die Datei testbild(.pdf) also im Ordner bilder.

2.6 Listen

Listen 28
Umgebungen
• itemize für einfache Liste
• enumerate für nummerierte Aufzählung
• description für längere Beschreibungen
• Alle Listen sind Umgbungen, z. B.:

\begin{itemize}
\item ein Listenpunkt
\item ein anderer Listenpunkt
\end{itemize}

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2.7 Werte und Einheiten mit siunitx

Werte und Einheiten 29

• Werte und Einheiten werden bevorzugt mit dem Paket siunitx dargestellt

• Vorteil: einheitliche Formatierung aller Größen

Syntax
• \num[options]{number}

• \si[options]{unit}

• \SI[options]{number}[preunit]{unit}

Beispiele
• \num{1+-2i} 1 ± 2i
g
• \si{\gram\per\cubic\centi\metre} cm3

• \SI{1,87}{\newton\per\square\metre} 1.87 mN2

• hier emphielt sich die Definition eigener Makros, z B. \newcommand{\dichte}{\si{\gram\per\cubic\cen

Warum das ganze?


Absorptionskoeffizient a
Aktivität a
spez. Oberfläche a
Atom a
atto a
Jahr a
[2]

2.8 chemische Formeln

Chemische Formeln 31

• benötigtes Paket: chemmacros

• schnelles und einfaches Erstellen von chemischen Formeln und Reaktionsgleichun-


gen

Beispiele
\ch{H2O} → H2O
\ch{AgCl2-} → AgCl2–
\ch{C6H5-CHO} → C6H5 CHO
\ch{CO2 + C -> 2 CO} → CO2 + C 2 CO
\Enthalpy{176} → −
◦ kJ
∆H = 176 mol

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„Zeichnen mit LATEX" 32


TikZ/pgf

• portable graphics format

• pretty, good, functional

• Graphiken innerhalb des Dokumentes „programmieren"

Vorteile

• Kontinuität und Einheitlichkeit

• Schriftart, -größe und Linienstärken gleich

2.9 Diagramme

Diagramme mit pgfplots 33


kleines Beispiel
\begin{tikzpicture}[scale=0.5]
\begin{axis}[
xlabel=\si{\mole},
ylabel=\ch{H2O}
]
\addplot[mark=x] coordinates
{
8
(2,2)
(3,5)
6
(4,1)
H2O

4
(5,2)
2
(6,9)
0 (7,0)
2 3 4 5 6 7 8
mol (8,1)
};
\end{axis}
\end{tikzpicture}

Die Verwendung von Befehlen zum Beispiel der


Pakete chemmacros und siunix sind auch in
tikz möglich

Bohr’sches Atommodell 34
Paket Bohr

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Fe

\bohr{26}{}

Strukturformeln mit chemfig 35


siehe dazu [5]
\chemfig{∗6(−=−(−O−[::−60](=[::−60]O)−[::+60])=(−(=[::+60])−[::−60]OH)−=)}

ASS
OH

Orbitale 36

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2.10 Zitate

Zitate und Literaturverzeichnis 37


Bibliographie
• . . . in externer (Text–)Datei mit Endung .bib
• enthält Informationen zu Autor, Zeitschrift etc.
• zur Verwaltung empfiehlt sich JabRef
• Jeder Eintrag hat eindeutige Zuordnung (Key)
• Zitation für Zeitschriftenartikel meist als Download verfügbar

Zitierung
• mit Befehl ~\cite{Key}
• Die Tilde ~ schützt vor Umbruch auf nächste Zeile
• Ausgabe im Dokument veränderbar (z. B. in [ ] oder als Fußnote)

Einbinden der Bibliographie


• Packet biblatex mit Optionen zum Erscheinungsbild
• Programmierbares Bibliographieren und Zitieren, biblatex und biber erstellen
nötige Labels und übernehmen die Sortierung
• \addbibresource{<Dateiname>} in Präambel
• \printbibliography gibt Literaturverzeichnis im Dokument aus

andere Verzeichnisse 38

• LATEX speichert Seitenzahlen und laufende Nummern von Objekten in externen


Dateien
• beim nächsten Durchlauf wird ausgelesen
• d. h. mehrmaliges Kompilieren nötig um Referenzen richtig zu nummerieren
• auch Abkürzungsverzeichnis, Glossar und Index (vgl. Buch) möglich, siehe dazu
[1]

• \tableofcontents → Inhaltsverzeichnis
• \listoffigures → Abbildungsverzeichnis
• \listoftables → Tabbellenverzeichnis
• \listofreactions → Reaktionsverzeichnis (chemmacros)

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3 Erzeugen einer pdf-Datei

Und nun zur pdf 39


Kommandozeile

• pdflatex [OPTION]... [TEXNAME[.tex]] [COMMANDS]

• pdflatex haupt.tex

• Ausgabe des Protokolls auf Bildschirm

• bei Fehler HALT

! For immediate help type H <return>.

? → LATEX: Wie soll ich weiter machen?

TexMaker

• Taste F6 → pdflatex -interaction=nonstopmode %.tex

• Programm liest log-Datei aus und stellt Fehler dar

• Fehler und Warnungen beheben bis keine mehr da!

Nachteil: Keine Interaktion möglich

4 Wenn man nicht mehr weiter weiß

Keine Angst vorm Fehlerteufel 40


Fehler, Warnung, Boxenstopp

• Während des Schreibens einer Arbeit kommt es ständig zu den „buntesten“


Fehlermeldungen

• das meiste sind dabei Schusselfehler

• Editoren helfen bei der Fehlersuche

Wichtigste Regel
Immer beim ersten Fehler anfangen.
Das gilt natürlich nur für die Verwendung der Option nonstopmode, welche häufig
von Editoren angewendet wird.

auch wichtig

• Der Fehler liegt meist oberhalb der angezeigten Zeilennummer, niemals darunter

• LATEX erwartet Dezimalpunkte (z. B. width=0.5\linewidth)

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Johannes Böttcher: TUBAF–LATEX 20/27

Auf der Suche nach dem Fehlerteufel 41


Im Folgenden ein paar Beispiele für Fehlermeldungen und deren Ursache
Undefined control sequence

\begn
{figure}

kleiner Typo: begn → begin

Missing \begin{document}
Ja, auch das kann passieren :-), jedoch liegt der Fehler wahrscheinlich in der Präambel

Environment x undefined

Environment figur undefined


\begin{figur}

kleiner Typo: figur → figure

Missing $ inserted
$-Zeichen der Matheumgebung fehlt oder ist zuviel
Verdeutlichung: Im Mathemodus sind Absätze nicht erlaubt. Vergisst man den Mathe-
modus mit einem $ zu schließsen, so läuft LATEX weiter bis an das Absatzende. Hier gerät
das Programm ins Schwanken und gibt eine Fehlermeldung aus. Die dabei angegebene
Zeilennummer bezieht sich auf die letzte Zeile des Absatzes im Quelltext.

%V e r d e u t l i c h u n g a l s Q u e l l t e x t
2 \ documentclass { a r t i c l e }

4 \ b e g i n { document }
n o r m a l e r Text und I n l i n e −Mathe $x^2
6 und noch mehr Text ,
a l l e r d i n g s im Mathemodus
8 da d i e s e r n i e m a l s
b e e n d e t wurde
10 An d e r f o l g e n d e n L e e r z e i l e
e r f o l g t d e r Absatzumbruch
12
D i e s e Z e i l e wird \LaTeX n i c h t
14 ohne Fehlermeldung e r r e i c h e n
\ end { document }

Dies führt zu folgender Fehlermeldung:

EAC Freiberg – 29. November 2012


Johannes Böttcher: TUBAF–LATEX 21/27

! Missing $ inserted.
<inserted text>
$
l.11

Boxen 42

• LATEX bietet hervorragenden Blocksatz

• hohe Ansprüche an Wortabstände

• bei Überschreiten der internen Grenzen gibt es Warnungen

• besagte Stellen immer überprüfen, notfalls Änderungen vornehmen

• mit der globalen Option (documentclass) auf draft=true werden „overfull bo-
xes“ mit einem schwarzen Balken markiert. Weiterhin werden die mit dem
includegraphics-Befehl eingefügten Bilder nicht dargestellt (verkürzen der Lauf-
zeit).

Änderungen

• Trennhilfen geben → \hyphenation{Die-sel-ruß-par-tikel-fil-ter} in Prä-


ambel

• trotz korrekter Trennung hilft manchmal nur ein Umschreiben des Satzes

• Wenn LATEX richtig getrennt hat (alle möglichen Trennstellen müssen bekannt
sein, vgl. Log-Datei) und trotzdem *full boxes auftreten, hilft manchmal ein
Umschreiben des Satzes

4.1 Hilfe, hier und da

Hilfe, hier und da 43

• keiner ist allein, jedem wird geholfen

• verschiedenste Abhandlungen über den Umgang mit LATEX im Internet oder auf
Papier
– umfangreiche Dokumentation für LATEX sowie die verschiedenen Pakete
– Aufruf der Dokus auch über Kommandozeile möglich texdoc koma
– hier besonders l2kurz (de) lshort (en) und l2tabu
– für Einsteiger: [6]

Das geht nicht so wie in der Dokumentation

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Johannes Böttcher: TUBAF–LATEX 22/27

• Egal um was es sich handelt, es sollte immer zuerst die Dokumentation zu Rate
gezogen werden. Google kann das lang ersehnte Stichwort, bzw. das Paket liefern,
aber danach sollte der Blick in die Doku erfolgen.

• Menschen sind einzigartig, Fehler nicht

• die Frage wurde bestimmt schon mal gestellt

• Schlüsselworte für Google o. ä.

• meist steht in einem Forum die lang ersehnte Antwort

44
Projektgruppe LATEX in Freiberg
latex.tu-freiberg.de

Mail: latex tu-freiberg.de

Helfen bei Fragestellungen

regelmäßiger Stammtisch mit Vorträgen

http://suedraum.de/latex/stammtisch

Hilfe im Internet
http://www.golatex.de/index.html

http://www.latex-community.org/forum/

http://www.golatex.de/wiki/Wichtige_Netzdokumente

http://www.latex-community.org/know-how

http://www.texample.net/tikz/examples/

Wenn man von einer Internetgemeinde Hilfe erwartet, sollte stets ein Minimal-
beispiel erstellt werden. So wird die Arbeit der Helfenden extrem erleichtert und
Probleme schneller gelöst (http://www.golatex.de/wiki/Minimalbeispiel).

Auf diesen Seiten finden sich auch wichtige Dokumente, von denen man einige
lesen sollte, wenn man vor hat, mit LATEX zu beginnen.

Was ihr nun wissen solltet 45

• Wie LATEX funktioniert

• Wie man ein Projekt erstellt und gliedert

• Wie man aus dem Projekt eine pdf erstellt

• Wo sucht man nach den Dokumentationen eines Paketes

EAC Freiberg – 29. November 2012


Johannes Böttcher: TUBAF–LATEX 23/27

• Welche Pakete nehme ich für


– Mathe
– Chemie
– Diagramme und Zeichnungen
– Fotos einbinden
– Werte und Einheiten
– Literatur

• Fehlerbehandlung

Was Ihr nicht gelernt habt 46

• Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit

• typografische Grundlagen

EAC Freiberg – 29. November 2012


Johannes Böttcher: TUBAF–LATEX 24/27

Literatur 47

Literatur
[1] Thomas Benkert. Index, Glossar und Abkürzungsverzeichnis. Nov. 2010. URL: http:
//suedraum.de/latex/stammtisch/index_glossar_und_abkuerzungsverzeichnis-
2praesentation.pdf.
[2] E.R. Cohen u. a. Quantities, Units and Symbols in Physical Chemistry. IUPAC &
RSC Publishing, 2008.
[3] Christian Degenkolb. Tabellen in LATEX. Jan. 2011. URL: http://suedraum.de/
latex/stammtisch/degenkolb_tabellen.pdf.
[4] Anja Freitag. Mathe in LATEX: Formelsatz für Nichtmathematiker. Apr. 2011.
URL : http://suedraum.de/latex/stammtisch/mathe_in_latex__formelsatz_
fuer_nichtmathematiker.pdf.
[5] Marcus Herbig. Chemische Strukturformeln mit LATEX. Jan. 2012. URL: http:
//suedraum.de/latex/stammtisch/strukturformeln.pdf.
[6] Nicola Talbot. LATEXfor complete Novices. 2012. URL: http://www.dickimaw-
books.com/latex/novices/.

nützliche Dokumentationen 48
texdoc für Anfänger

• l2kurz (aktualisierte Version 2012)

• lshort

• l2tabu

• koma

• pgfplots und tikz

• amsmath

• chemmacros

• booktabs

• biblatex

• tubaflatexfuehrer

texdoc für Fortgeschrittene

• chemfig

• hyperref (Lesezeichen und Hyperlinks in pdf)

• beamer

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Johannes Böttcher: TUBAF–LATEX 25/27

Abb. 2: Konfiguration TeXworks

• glossaries

• makeidx

TeXworks 50

TeXstudio 51

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Johannes Böttcher: TUBAF–LATEX 26/27

Abb. 3: Konfiguration TeXstudio

Texmaker 52

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Johannes Böttcher: TUBAF–LATEX 27/27

Abb. 4: Konfiguration Texmaker

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