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24/12/2017 Atomkraft: Grundlagen - Atomkraft - Technik - Planet Wissen

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Atomenergie: So funktioniert sie | Planet Wissen | 25.04.2016 | 02:41 Min. | WDR

Atomkraft

Grundlagen der Atomkraft

Seit den 1960er Jahren spielen Atomkraftwerke (AKW) weltweit eine bedeutende Rolle in
der Energiegewinnung. Zunächst hatte die Atomkraft das Image einer sicheren, sauberen
und unerschöpflichen Energiequelle. Doch dieses positive Bild ist schon seit langem
angekratzt. Besonders das ungelöste Problem des Atommülls und die Katastrophe von
Tschernobyl und Fukushima haben aus der Atomkraft einen umweltpolitischen Zankapfel
gemacht.

Atomkraftgewinnung basiert auf Kernspaltung.


Pro: Atomkraft ist leistungsstark und kostengünstig
Kernenergie ist klimafreundlicher als fossile Brennstoffe
Contra: hohes Gefahrenpotential, gesundheitsschädigend, Atommüll

Energie durch Atomspaltung

Die Grundlagen der Atomkraftgewinnung liegen in der Kernspaltung. Entdeckt wurde sie 1938
in Experimenten von den deutschen Chemikern Otto Hahn und Friedrich Wilhelm Strassmann.
Sie merkten schnell, dass dabei immense Energien freigesetzt werden, konnten sich dieses
aber theoretisch noch nicht erklären. Erst Lise Meitner, eine nach Schweden emigrierte
ehemalige Mitarbeiterin Hahns, lieferte 1939 die theoretische Erklärung für die Kernspaltung.

In Atomkraftwerken wird die Energie der


Kernspaltung benutzt, um Wasserdampf,
also Wärmeenergie zu erzeugen. Die
Turbinen eines Generators wandeln die
Wärmeenergie schließlich in die nutzbare
elektrische Energie um, die an die
Haushalte weitergeleitet wird. Das
Atomkraftwerk ist also im Grunde ein
Dampfkraftwerk, das mithilfe der
Atomspaltung betrieben wird.

Das spaltbare Material, welches in den


Atomkraftwerk im niedersächsischen Grohnde Kraftwerken benutzt wird, ist in der Regel
Uran – ein radioaktives Schwermetall. Es
befindet sich in Brennstäben, die zu
Brennelementen zusammengebündelt werden. Durch den Beschuss mit Neutronen wird das
Uran in kontrollierten Kettenreaktionen gespalten. Dies geschieht im Kernreaktor. Dieser ist von
einer dicken Betonkammer umhüllt, die verhindern soll, dass radioaktive Strahlung nach außen
dringt.

Atomkraftwerke - theoretisch vorteilhaft

Sauber, leistungsstark und kostengünstig – dies sind die wichtigsten Argumente der
Atomkraftbefürworter. Mit einem Kilogramm Uran lassen sich etwa 350.000 Kilowattstunden

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(kWh) Strom erzeugen. Zum Vergleich: Ein Kilogramm Öl reicht für etwa zwölf kWh.

Besonders Brutreaktoren erreichen eine


sehr hohe Brennstoffausnutzung. Bei der
Kernspaltung des Urans entstehen
unspaltbare Materialien. Im Brutreaktor
werden diese unspaltbaren Bestandteile in
wieder neues spaltbares Material
umgewandelt. Auf diese Weise entsteht
unter anderem Plutonium, das zur
weiteren Energiegewinnung eingesetzt
werden kann.

Umweltfreundliche Kernenergie
Brennstäbe im Atomkraftwerk Philippsburg
Nach Angaben des Deutschen
Atomforums e.V. (DAtF) setzten im Jahr
2015 weltweit 31 Länder Atomkraftwerke zur Stromproduktion ein. Von insgesamt 441 Werken
wurden allein 99 in den USA, 58 in Frankreich und 43 in Japan betrieben. Nach Angaben des
statistischen Jahrbuchs 2014 der OECD lag der Anteil der Atomenergie weltweit jedoch bei
etwa zwölf Prozent. 68 Prozent der Energie werden mit Hilfe fossiler Brennstoffe wie Gas, Öl
oder Kohle erzeugt. Immerhin 20 Prozent stammen derzeit aus erneuerbaren Energien, wie
Wind-, Solar- oder Wasserkraft.

Im Vergleich zu der Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen erscheint die Atomkraft


klimafreundlich. Während ein Braunkohlekraftwerk pro erzeugter Kilowattstunde Strom 1,040
Kilogramm des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid (CO2) ausstößt, ist der Wert bei
Atomkraftwerken mit 25 bis 50 Gramm vergleichsweise gering. Klimafreundlicher ist hingegen
die Energiegewinnung aus erneurbaren Energien wie Wind- oder Wasserkraft.

Das Risiko der praktischen Anwendung

Den Vorteilen der Atomenergie steht ein


hohes Risiko gegenüber. Durch die
Spaltung des atomaren Materials wird
neben der gewünschten Energie

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radioaktive Strahlung erzeugt. Welche
verheerenden Auswirkungen diese auf
Mensch und Umwelt haben kann, ist seit
dem Abwurf der ersten US-Atombomben
auf die japanischen Städte Hiroshima und
Klimaschutz durch Atomenergie? | 04:00 Min. Nagasaki ins öffentliche Bewusstsein
gelangt. Atomkraftwerke aber, so wurde
jahrelang beteuert, seien absolut sicher.

Dieses Vertrauen wurde am 26. April 1986


zum ersten Mal erschüttert. Rund 600.000
Menschen wurden in Folge eines
Reaktorunfalls in Tschernobyl in der
heutigen Ukraine starken radioaktiven
Strahlungen ausgesetzt. Die Umwelt war
verseucht, Menschen erkrankten in Folge
der Bestrahlung und starben.

Die Reaktorkatastrophe im japanischen


Fukushima am 11. März 2011 hat die
Gefahren der Atomkraft erneut ins
Geisterstadt Tschernobyl Bewusstsein der Menschen gerufen. Die
Folge war ein weltweites Umdenken in der
Energiepolitik. Immer mehr Länder
stimmten einem Ende der Atomenergie zu – darunter auch Deutschland. 2022 soll hierzulande
das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen.

Auch im Normalbetrieb sind Atomkraftwerke gesundheitlich nicht vollkommen unbedenklich. Im


Jahr 2001 sorgte eine Studie vom "Umweltinstitut München" für Aufsehen, die erhöhte
Kinderkrebsraten in der Umgebung von Atomkraftwerken nachwies. Das Bundesamt für
Strahlenschutz bestätigte nach anfänglichen Zweifeln die Richtigkeit der Untersuchung.

Ein weiteres Problem und Gefahrenpotenzial stellt der anfallende atomare Müll dar, für den bis
heute weltweit kein geeignetes Endlager gefunden wurde. Hinzu kommt die Angst vor
terroristischen Anschlägen auf Atomanlagen. Außerdem befürchten Atomgegner die
Verbreitung von atomwaffentauglichem Material, das zum Beispiel Terroristen in die Hände
fallen könnte.

Autorinnen: Silke Rehren/Johanna


Rüschoff

Fässer im Endlager Morsleben

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30 Jahre nach Tschernobyl – Kein Ende der Atomkraft | mehr

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Das schwere Erbe des Atomausstiegs | mehr

[http://www1.wdr.de/sendungen/sendung-atomausstieg-100.html]

Krebs | mehr

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Erneuerbare Energien | mehr

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Stand: 28.07.2017, 12:50

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