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Die süsse Verführung - Schweizer Schokolade

Die Schweiz beheimatet seit Langem viele Schokoladepioniere. Mit ihrem


unermüdlichen Tüftlergeist und ihren speziellen Rezepturen schrieben viele dieser
Namen Geschichte. Sie tragen bis heute stetig dazu bei, dass das positive Bild
der Schweizer Schokolade erfolgreich in die weite Welt getragen wird. Kein
Wunder, dass die Schweiz dank ihrem grossen Erfahrungsschatz als
Schokolade-Weltmacht schlechthin gilt.

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Die süsse Verführung - Schweizer Schokolade

Vorwort

Als wir im Fach Gesellschaft die Aufgabe für eine selbständige Arbeit bekamen, freuten
wir uns auf die Herausforderung eine gute Arbeit zu schreiben. Zuerst hatten wir
verschiedene Ideen, welche Themen für uns in Frage kamen. Durch Mindmaps sahen
wir ziemlich schnell, welche Themen geeignet waren, um eine gute Arbeit zu verfassen.
Schlussendlich entschieden wir uns für das Thema Schweizer Schokolade.
Vivian mag Schokolade überhaupt nicht, dafür Silvia umso mehr. Dies war für uns einer
der Gründe, die zur Themenwahl führte. Denn Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich
an, und so hatten wir eine interessante Ausgangslage für unsere selbständige Arbeit.

- Warum ist Schweizer


chweizer Schokolade so bekannt?
- Woher kommt die Schokolade überhaupt?
- Wie wird sie hergestellt?
rgestellt?
- Wie wirkt sich Schokolade auf unseren Körper
Kör aus?

All diese Fragen möchten wir mit dieser Arbeit beantworten. Wir erhoffen uns dadurch,
dass wir selbstt und die Personen, welche diese Broschüre lesen, mehr über
Schokolade erfahren und so ihr Wissen erweitern und daraus lernen können.
Nun wir
ir wünschen allen viel
vie Spass beim Lesen.

Vivian Dipke & Silvia Zurbrügg

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Die süsse Verführung - Schweizer Schokolade

Inhaltsverzeichnis

1. Definition von Schokolade 5


2. Geschichte der Schweizer Schokolade 6
2.1 Die Entstehung der Schokolade 6
2.2 Die Schokolade kommt in die Schweiz 6
2.3 Die Schweiz wird zur Schokolade-Weltmacht 7
2.4.Das Qualitätslabel 8
3. Herkunft der Kakaobohne 9
3.1 Der Kakaobaum 9
3.2 Die Ernte 9
3.3 Die Behandlung der Früchte und Bohne 10
4. Herstellung 11
4.1 Die Grundstoffe 11
4.2 Die Grundsorten 11
4.3 Die Herstellung der Schokolademasse 12
4.4 Die Weiterverarbeitung zum Schokoladeprodukt 15
5. Gesundheit 16
5.1 Das Gespräch bei der Ernährungsberatung 16
5.2 Der Selbstversuch 17
5.3 Die Vorurteile 19
6. Umfrage 21
7. Zahlen und Fakten 23
7.1 Das Jahr 2009 23
7.2 Die Zielsetzung für 2010 25
8. Schlusswort 26
9. Verzeichnisse 27
9.1 Quellen 27
9.2 Bilder 27
10. Anhang 29
10.1 Deklaration 29

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1. Definition von Schokolade

Schokolade ist ein kakaohaltiges Lebens- und Genussmittel. Es wird als Grundstoff in
reiner Form genossen oder als Halbfertigprodukt weiterverarbeitet. Das Wort leitet sich
vom Namen des ersten kakaohaltigen Getränks ab, dem Xocóatl oder Xocólatl der
Azteken. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Wasser, Kakao, Vanille und
Cayennepfeffer. (Quelle Nr. 1)

Azteken bei der Herstellung von Xocólatl

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2. Geschichte der Schweizer Schokolade

2.1 Die Entstehung der Schokolade


Die Geschichte der Schokolade beginnt um das Jahr 600 n. Chr. in Mexiko. Die
Azteken und Mayas kultivierten den Anbau der Kakaofrucht und stellten aus gerösteten
und gemahlenen Kakaobohnen, Wasser und Gewürzen ein bitteres Getränk her,
welches sie Xocólatl nannten.
Im 16. Jahrhundert kam der Kakao mit den spanischen Erobern nach Europa und schon
bald gehörte das Trinken des exotischen Getränks als geschätztes Ritual zu den
höfischen Zeremonien in den Königshäusern von Spanien, Frankreich, England,
Holland und Italien.
Mit der Industrialisierung Anfangs des 19. Jahrhunderts, verlor das Getränk an
Bedeutung man machte es der bürgerlichen Bevölkerungsschicht zugänglich
zugänglich. Dafür
wuchs die Beliebtheit der festen Schokolade, welche zuerst in Italien und dann in
Frankreich
ankreich bekannt wurde.

2.2 Die Schokolade kommt in die Schweiz


Die Kunst der Cioccolatieri wurde dann von auch vom Schweizer
François - Louis Cailler entdeckt. Und so eröffnete er in Corsier bei
Vevey eine mechanisierte Schokolade-Manufaktur.
Schokolade Cailler ist die
älteste Schokolademarke,
marke, welche noch immer existiert.
F.-L. Cailler (1796-1852
Ihm folgten weitere Chocolatiers.
Chocolatiers Einige davon waren folgende:

Philippe Suchard eröffnete 1825 in Neuchâtel eine Konditorei und


gründete 1826 in Serrières eine Schokoladefabrik.

Ph. Suchard (1797-1884)

Im Jahr 1845 gründete Rudolf Sprüngli - Ammann die erste


Schokoladenfabrik in der Deutschschweiz.

R. Sprüngli-Ammann
(1816-1897)
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Aquilino Maestrani eröffnete in Luzern 1852 seine Fabrik, welche


er bald nach St.Gallen umsiedelte.

A. Maestrani
(1814-1880)

Daniel Peter gründete 1867 mit Lebensgefährtin Fanny Cailler,


die Fabrik „Peter - Cailler et Compagnie“.
Compagnie 1875 mischte er
Schokolade mit Milch und somit war die Milchschokolade
erfunden.

D. Peter (1836-1919)

In Bern eröffnete Rodolphe Lindt 1879 eine Schok


Schokolade-
Manufaktur. Ihm gelang es, die erste Schmelz
Schmelz- oder Fondant-
Schokolade zu produzieren. Diese unvergleichliche Qu
Qualität
machte ihn rasch berühmt.

R. Lindt (1855-1909)

2.3 Die Schweiz wird zur Schokolade-Weltmacht


Schokolade
Zwischen 1888 und 1910 stieg die Zahl der Schokolade produzierenden Betriebe von
13 auf 23. Die grössten Produzenten waren F.-L.
F. L. Cailler, Chocolats Peter & Kohler und
Suchard.
In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts wurden drei Viertel der produzierten
Schokolade ins Ausland exportiert. So wurde die kleine Schweiz zu einer Schokolade
Schokolade-
Weltmacht.
Damit war die Schokolade endgültig im Land angekommen und fand viel
viele Förderer und
Pioniere. Erstaunlich war,, dass ausgerechnet die Schweiz mit diesem Produkt so
erfolgreich
rfolgreich war, denn die Rohstoffe Kakao und Zucker mussten im Ausland teuer
eingekauft werden. Dank dem Streben nach Qualität, erarbeitete sich die Schweiz, als
kleines und rohstoffarmes Land, den Ruf nach qualitativ hochwertiger Schokolade.
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2.4 Das Qualitätslabel


„Als ‚Schweizer Schokolade‘ dürfen nur jene Schokoladeerzeugnisse bezeichnet
werden, die ausschliesslich in Produktionsstätten in der Schweiz hergestellt wurden.
Die schweizerische Schokoladeindustrie setzt sich seit Jahrzehnten mit grossem Erfolg
für den Schutz der Herkunftsbezeichnung „Schweizer Schokolade“ ein und wehrt sich
gegen deren missbräuchliche Verwendung. „Schweizer Schokolade“ ist dadurch als
Qualitätslabel im ursprünglichen Sinn erhalten geblieben und erfreut sich weltweit eines
hervorragenden Rufes.“ (Quelle Nr.2)

Eine der wohl berühmtesten Schweizer Schokolade ist die dreieckige „Toblerone“.
Entwickelt wurde die Milchschokolade mit Honig und Mandel-Nougat,
Mandel Nougat, 1908 von
Theodor Tobler.

Toblerone Werbeplakat von 1920

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3. Herkunft der Kakaobohne

3.1 Der Kakaobaum


Die ältesten Anbaugebiete des Kakaobaumes befinden sich in Süd- und Mittelamerika.
Mexiko, Venezuela und Ecuador gelten als Urheimat des Kakaos.
Kakaos. Im 19. Jahrhundert
gelangte die Kakaokultur auch nach Westafrika.
West In derr Nähe des Äquators fand man in
Afrika die besten Wachstumsbedingungen vor. Anfangs waren es in Westafrika
hauptsächlich bäuerliche Betriebe, die Kakaobohnen anbauten. Mitte des 20.
Jahrhunderts unternahm man in Indonesien und Malaysia grosse Anstreng
Anstrengungen zum
Aufbau von Kakaoplantagen.
Kakaoplantagen

Kakaobaum

3.2 Die Ernte


Der Kakaobaum gehört zur Familie der Sterkuliengewächse. Am besten wächst er im
Schatten von anderen Gewächsen, wie Kokospalmen oder Bananenstauden. Pro Jahr
reifen an einem Baum 20 bis 50 Früchte.
Frü e. Diese sind rund 500 g schwer und werden mit
Macheten und scharfen Messern, welche an lange Bambusstangen befestigt werden.
Die Erntezeit beschränkt sich hauptsächlich auf zwei Perioden. Die Haupternte beginnt
im Oktober. Die zweite Ernte wird im März eingebracht.
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3.3 Die Behandlung der Früchte und Bohnen


Die Früchte werden zu Sammelplätzen
Sammelplätze gebracht und geöffnet. Im Innern befinden sich
25 bis 50 einförmige Samen, die Kakaobohnen. Die Gärung ist ein entscheidender
Prozess zur Gewinnung von hochwertigem
hochwertigem Kakao. Durch Bananenblätter abgeschirmt,
lässt man die Bohnen 2 bis 6 Tage liegen. Während dieser Zeit verliert der bittere
Geschmack der Samen an Intensität und es bilden sich neue Aromastoffe.
Da die Bohnen viel Wasser enthalten, werden sie getrocknet.
getrocknet. So wird zudem
Schimmelbildung und Fäulnis verhindert. Nach einer Woche Trocknungszeit sind die
Bohnen brauner und das Aroma ist ausgeprägter.
Nun wird die Ernte in Jutesäcke abgefüllt, gewogen und klassifiziert.. Dann werden sie in
die landesweiten Sammelstellen
elstellen gebracht und von dort aus in zahlreiche Länder
exportiert.

Kakaofrüchte und Kakaobohnen

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4. Herstellung

4.1 Die Grundstoffe


Zur Herstellung von Schokolade werden
vier Grundstoffe benötigt:
- Kakaomasse
- Kakaobutter
- Zucker
- Milchpulver

Zusätzlich wird noch Vanille oder Vanilin Kakaomasse, Kakaobutter, Zucker, Milchpulver,
Vanille
beigemischt.

4.2 Die Grundsorten


Aus den verschiedenen Grundstoffen werden die
die drei Grundsorten hergestellt
hergestellt:
Dunkle Schokolade: Kakaomasse + Kakaobutter + Zucker + Vanille oder Vanilin
Milchschokolade: Kakaomasse + Kakaobutter + Zucker + Milchpulver + Vanille
oder Vanilin
Weisse Schokolade: Kakaobutter + Zucker + Milchpulver + Vanille oder Vanilin

Milchschokolade, weisse Schokolade, dunkle Schokolade

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4.3 Die Herstellung der Schokolademasse


In den folgenden 11 Schritten werden die Grundstoffe zur Schokolademasse
verarbeitet:

1. Lagerung
Sobald der importierte Rohkakao geliefert wird, macht die Firma eine sehr
genaue Qualitätskontrolle. Um wirklich sicher zu gehen, wird der Rohkakao in
einem Laboratorium untersucht, ob er gesund, und einwandfrei fermentiert ist.
Dazu benutzen sie eine Checkliste. Wenn der Kakao gut ist, wird er zunächst in
klimatisierten Silos gelagert.

2. Reinigung
Bevor die Fabrik den Kakao verarbeiten kann, wird der Kakao gereinigt. Dazu
wird er auf ein Sieb gelegt und mit Bürsten gründlich gereinigt. Dadurch
hinterlässt der Kakao viele Schmutzpartikel. Diese bestehen aus Holz, Sand und
feinstem Staub, welche durch starke Luftströme entfernt werden. Es kann auch
sein, dass kleine Metallteilchen in der Ernte vorkommen. Diese werden mit
Magneten zurückgehalten und so ausgefiltert.

3. Rösten
Ein wichtiger Arbeitsschritt für das Aroma ist das Rösten. Schon lange bekannt
ist, dass man dadurch viele Nahrungsmittel geschmacksvoller machen kann. Ein
gutes Beispiel dafür ist Kaffee. Manche Kakaobohnen werden sehr stark geröstet
und andere weniger. Dies ist abhängig vom Verwendungszweck. Um
Kakaopulver herzustellen, werden die Kakaobohnen stärker geröstet als bei
Schokolade.

4. Brechen
In einer Zerkleinerungsmaschine werden die Kakaobohnen in mittelgrosse
Stücke gebrochen. Die Fabrik trennt den sogenannten Kakaokernbruch, durch
Siebe und Absaugvorrichtungen von ihren Schale. Diese werden von anderen
Industrien weiter verwendet.

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5. Mischen
Die Kakaobohnen werden abgewogen und gemischt. Je nach Rezept sind die
Mischverhältnisse, der verschiedenen Sorten, unterschiedlich. In den
Schokoladefabriken werden die Rezepte streng gehütet und gelten als
Geheimnis. Der Geschmack der jeweiligen Schokolade wird durch das Mischen
bestimmt, so wird das Aroma fein oder kräftig.

6. Mahlen
In diesem Schritt wird die Mischung des groben Kernbruchs in speziellen Mühlen
zerkleinert. Danach werden sie auf Walzen weitergeleitet, wobei sie zu einer
feinen Kakaomasse vermahlen werden. Durch den Druck und das Reiben wird
die Kakaobutter, welche 50% Anteil hat, warm und verflüssigt sich. Dadurch
entsteht eine dickflüssige Masse. Sie sieht dunkelbraun aus und hat einen
starken Geruch und Geschmack. Ist die Masse ausgekühlt, erstarrt sie nach und
nach.

7. Pressen
Ein Teil der Kakaomasse wird grossen hydraulischen Pressen zugeführt, welche
ihr die Kakaobutter weitgehend entziehen. Sie ist ein edles und wertvolles Fett
mit einem ausgeprägten Aroma. Beim Abpressen entsteht ein Nebenprodukt, der
sogenannte „Kakaokuchen“. Er enthält je nach Pressung noch 10 bis 20% Fett.
Durch vermahlen und sieben entsteht daraus Kakaopulver.

8. Mischen, Kneten
Kakaomasse, Kakaobutter, Zucker und Vanille, sowie Milchpulver für
Milchschokolade gelangen nun zusammen in einen Mischer. Dort wird alles
vermischt und geknetet. Es entsteht eine homogene, pastenförmige Mischung,
die bereits wie Schokolade schmeckt. Jedoch wirkt sie noch sandig und hat noch
nicht den vollendeten Geschmack.

9. Walzen
In grossen Walzwerken wird die Masse mit Druck- und Scherkräften zerkleinert
und verfeinert. Die Teilchen sind danach nur noch 20 Mikron gross.

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Die süsse Verführung - Schweizer Schokolade

10. Conchieren
Um den bekannten Geschmack zu bekommen wird die Masse in den
sogenannten Conchen auf ca. 80°C erwärmt und stundenlang bewegt. Nach und
nach verflüchtigen sich so die unerwünschten herben Duftkomponenten und die
Aromen können sich wie gewünscht entfalten. Die Schokolade ist nun
geschmacklich so wie wir sie kennen.

11. Vorkristallisieren
Nach kurzer Lagerung der Schokolademasse wird sie vorkristallisiert. Dieser
Prozess gibt der Schokolade später einen zarten Schmelz und seidigen Glanz.
Zudem wird so die Haltbarkeit erhöht. Unter sanften Bewegungen wird die Masse
auf 50°C erwärmt, dann auf 28°C abgekühlt und wieder auf etwa 33°C erwärmt.
Nun hat sie die richtige Konsistenz, damit sie in die Formen gefüllt werden kann,
und nach Erstarren problemlos aus den Formen herausgenommen werden kann.

Herstellung der Schokolademasse

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Die süsse Verführung - Schweizer Schokolade

4.4 Die Weiterverarbeitung zum Schokoladeprodukt


Die Schokolademasse ist nun fertig, und bereit zur Weiterverarbeitung. Je nach
Endprodukt werden noch weitere Zutaten hinzugefügt. Beispielsweise diverse Nüsse,
getrocknete Beeren, verschiedene Früchte, Honig, Liköre oder gepuffte Getreidearten.
Sie werden zerkleinert und mit der Schokolademasse vermischt.
Die Masse ist nun zum Abfüllen in Formen bereit. Ab diesem Zeitpunkt unterscheiden
sich die Arbeitsschritte je nach Schokoladeprodukt, wie Sie der nachfolgenden
Darstellung entnehmen können:

Die Systematik der Herstellung von Schokoladeprodukten

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5. Gesundheit

5.1 Das Gespräch bei der Ernährungsberatung


Um die gesundheitlichen Aspekte der Schokolade auch zu beachten, entschlossen wir
uns mit einer Ernährungsberaterin einen Termin für ein Gespräch zu vereinbaren.
Wir entschieden uns für das Gesundheits-Institut ParaMediForm in Thun.
ParaMediForm wurde 1992 in Brugg gegründet. Mittlerweile gibt es insgesamt 54
Institute in der Schweiz. ParaMediForm funktioniert nach dem Franchising-System.
Geschäftsleiterin in Thun ist Frau Heidi Bucher. Sie ist seit 2002 als
Ernährungsberaterin tätig.

Wir stellten Frau Heidi Bucher unsere Fragen zum Thema Schokolade,
welche Sie gerne beantwortete.

Heidi Bucher
1. Warum ist Schokolade ungesund?
Schokolade enthält viel schlechtes Fett, welches auch in Fertigprodukten und
Fast Food enthalten ist. Zudem hat Schokolade viel weissen Zucker. Dieser hat
keine Nährwerte sondern nur Kalorien.

2. Gibt es auch Positives über Schokolade?


Ja. Schokolade gibt einem Energie, wenn man müde ist. Sie treibt den
Blutzucker in die Höhe. Die Energie hält jedoch nur für kurze Zeit an.

3. Was muss man sonst noch wissen über Schokolade?


Schokolade sollte nur in geringem Mass gegessen werden. Zuviel Schokolade
kann schädigend sein. Sie führt zu Verstopfungen und verschiedenen
Krankheitssymptomen, welche längerfristig gesehen zu Diabetes, Rheuma oder
Arthrose führen können. Mit Schokolade lässt sich jedoch lange überleben, da
das Gehirn und die Muskeln Zucker brauchen.

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5.2 Der Selbstversuch


7 Tage nur Schokolade essen. Pro Tag 300 bis 400 Gramm. Dazu täglich mindestens 2
bis 3 Liter Wasser. Die Schokolade darf keine Nüsse, Marzipan, Nougat Waffeln,
Rosinen und Kekse o.ä. enthalten.
Dies waren die Regeln für den Selbstversuch. Silvia wollte testen wie sich übermässiger
Schokoladenkonsum auf den Körper auswirkt. Was im Internet als Schokolade-Diät
angepriesen wird, stellte sich für Silvia als ideales Experiment dar.
In Absprache mit Frau Heidi Bucher wagte sich Silvia, diesen Versuch zu starten.

In den folgenden Zeilen erzählt Silvia über ihre Erlebnisse während dieser Zeit.

„Mit einer Mischung aus Vorfreude und Skepsis startete ich an einem Montagmorgen
meinen Selbstversuch. Ich ging morgens in die Bäckerei und kaufte mir für den ersten
Tag 400 g Schokolade, also 4 Tafeln. Dazu deckte ich mich mit reichlich Wasser ein.
Mit dem Gedanken, dass ich diese Tage locker überstehen würde, ging ich wie gewohnt
zur Arbeit. Vor Arbeitsbeginn begann ich schon mit den ersten Stücken Schokolade.
Zum „Znüni“ ass ich etwa eine halbe Tafel. Das war für mich kein Problem, denn ich
mag Schokolade sehr. Bald war es Mittag und ich nahm mir vor, zwei Tafeln zu essen.
Bereits merkte ich, dass dieses Experiment gar nicht so einfach war. Denn rund herum
am Mittagstisch assen sie leckere Spaghetti oder ein grosses Sandwich. Doch ich
widerstand der Versuchung von den Mitarbeitern zu naschen. Am Abend war es schon
wesentlich einfacher. Ich konnte mich einfach im mein Zimmer zurückziehen und meine
Tafel essen. Mit viel Schokolade und viel Wasser im Magen, ging der erste Tag meines
Versuchs zu Ende. Bis zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich noch gut.
Dienstag war ein neuer Tag und der zweite Tag meines Experiments. Es war wirklich
nicht einfach, denn ich hatte frei und aus der Küche kam ein leckerer Duft. Meine Mutter
kochte ein Menu, welches ich eigentlich auch gerne gegessen hätte, aber ich durfte ja
nicht. So sass ich mit der Familie am Tisch und nagte unmotiviert an meinen
Schokoladenstücken. Am Nachmittag hatte ich noch Einiges zu erledigen, was mich
etwas vom Ganzen ablenkte. Den Abend verbrachte ich vor dem Fernseher, wobei ich
nicht sonderlich Lust auf Schokolade naschen hatte, was sonst so üblich ist, wenn ich
vor dem Fernseher sitze. Somit war auch der zweite Tag Geschichte. Mein Befinden,
war nicht mehr so gut, ich hatte keine Lust mehr auf Schokolade.

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Die süsse Verführung - Schweizer Schokolade

Mit dem Gedanken, dass ich vielleicht wieder mehr Lust habe, startete ich den dritten
Tag. Doch mein Gefühl war das selbe, wie am Dienstagabend. Zudem fühlte ich mich
schlapp und bei der Arbeit hatte ich den Eindruck, ich sei ein wenig unkonzentriert.
Gegen Abend kamen dann auch noch Kopfschmerzen hinzu. Das erste Mal konnte ich
mich nicht ganz an die Spielregeln halten. Ich ass nur 200 g an diesem Tag. Am Abend
zuhause angekommen, ging ich bald ins Bett. Ich fühlte mich als hätte ich eine ganze
Nacht nicht geschlafen. Zudem hatte ich immer noch Kopfschmerzen und mein Magen
fühlte sich auch nicht mehr gut an. Mit einem kleinen Hoffnungsschimmer, dass ich das
Experiment am Donnerstag fortsetzen könne, schlief ich ein.
Am Donnerstag stand ich wie gewohnt auf um zur Arbeit zu gehen. Mir wurde aber
schnell bewusst, dass heute der letzte Tag meines Experimentes war. Ich ging ins
Geschäft, ass noch meine letzten Stücke Schokolade und beendete am Mittag mit
einem normalen Menu meine „Leidenszeit“. Um meine Gesundheit nicht zu gefährden
entschied ich mich den Versuch abzubrechen.“

Fazit dieses Selbstversuchs: Silvia hat knapp die Hälfte der 7 Tage geschafft, obwohl
sie Schokolade sehr mag. Aber den ganzen Tag nur Schokolade zu essen war auch für
Silvia zu viel. Nun kann sie es wieder richtig geniessen, Schokolade zu essen, wann
und wo sie will.
Und was im Internet als Schokolade-Diät dargestellt wird, kann kaum funktionieren. Die
Möglichkeit besteht zwar, dass man in diesen 7 Tagen an Gewicht verliert. Jedoch
gelingt das nur, weil dem Körper in dieser Zeit viel Flüssigkeit entzogen wird. Nach
dieser Woche würde man also automatisch wieder zunehmen. Wer wirklich abnehmen
will, sollte seine Essgewohnheiten umstellen.

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Die süsse Verführung - Schweizer Schokolade

6.3 Die Vorurteile


Schokolade muss mit vielen Vorurteilen kämpfen. Wie Sie nun feststellen werden,
stimmen diese meist gar nicht.

Schokolade macht dick, sagt man.


Falsch. Milchschokolade liefert pro 100 Gramm rund 550 kcal und enthält 54 %
Kohlenhydrate, 31,5 % Fett und 9 % Proteine. Kalorienmässig entspricht eine Reihe
von ca. 15 Gramm einem Apfel oder einer Scheibe Vollkornbrot. Wenn die Waage in
den roten Bereich geht, kann es also eben sowenig an dieser einen Reihe Schokolade
liegen wie an einem Apfel oder einem Stück Brot. Nur: eine ganze Tafel entspricht dann
eben einer Mahlzeit von 7 Scheiben Brot …

Schokolade begünstigt Karies.


Nicht ganz falsch. Karies entsteht durch Mundbakterien, die einen Belag (Plaque) an
der Zahnoberfläche bilden. Für diese Mikroorganismen sind alle abbaubaren
Kohlehydrate wie Zucker und Stärke ein idealer Nährboden. Sie werden von den
Bakterien in Säure umgewandelt, die wiederum den Zahnschmelz angreift und entkalkt.
Aber bei einer guten Mundhygiene mit fluoridierter Zahnpasta hat Karies kaum eine
Chance. Und Schokolade besitzt sogar anti-kariogene Faktoren, die wissenschaftlich
bewiesen sind. Das im Kakao enthaltene Tannin verzögert die Aktivität der Bakterien.
Spuren von Oxalsäure verhindern die Aktivität von Enzymen und damit die
Säurebildung. Milchproteine wie Kasein in der Milchschokolade wirken der Bildung von
Plaque entgegen. Kalzium und Phosphor begünstigen die Mineralisation der Zähne.

Schokolade macht Kopfweh.


Falsch. Menschen, die an Migräne leiden, geben gern der Schokolade die Schuld. Doch
bei Reihenuntersuchungen war lediglich bei rund 15 % der Migräne-Patienten
Schokolade mit im Spiel, aber nicht ausschliesslich.

Schokolade fördert Akne.


Falsch. Akne ist die Folge verstopfter Talgdrüsen. Verschiedene Studien haben einen
Zusammenhang zwischen Akne und dem Konsum von Schokolade klar widerlegt.

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Die süsse Verführung - Schweizer Schokolade

Schokolade macht abhängig.


Falsch. Schokolade enthält zwar Theobromin und Spuren von Coffein, Substanzen, die
zwar zur Gruppe der Methylxanthine gehören und leicht stimulierend wirken. Sie wirken
jedoch nicht toxisch. Und eine Reihe Schokolade enthält weit weniger Coffein als eine
Tasse Kaffee, Tee oder ein Becher Cola.

Schokolade fördert Verstopfung.


Falsch. Verdauungsstörungen wie Verstopfung sind meist auf unvorteilhafte
Essgewohnheiten zurückzuführen und nicht auf einzelne Lebensmittel, auch nicht auf
Schokolade. (Quelle Nr.3)

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Die süsse Verführung - Schweizer Schokolade

6. Umfrage

Wir haben eine regionale Umfrage gemacht. 50 Personen haben uns Fragen zum
Thema Schokolade beantwortet. Die Befragten waren zwischen 16 und 64 Jahre alt.

Mögen Sie Schokolade?

4% 6%

Ja
Nein
Manchmal
90%

40 der befragten Personen mögen Schokolade.


Schokolade

Wie viel Schokolade essen Sie pro Woche?


25

20

15

10

0
2 Tafeln 1 Tafel 1/2 Tafel 1 Reihe gar keine

Fast die Hälfte der Befragten isst


is ca. eine
ne halbe Tafel Schokolade pro Woche.

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Die süsse Verführung - Schweizer Schokolade

Welches ist Ihre Lieblingsschokolade?


Ragusa allg. Nussschokolade Ovomaltine
allg. dunkle Schokolade Kinderschokolade Lindt-Kugeln
allg. Milchschokolade andere

12% 16%
16% 12%
10% 12%
8% 14%

8 der befragten Personen geben Ragusa als Lieblingsschokolade an.

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Die süsse Verführung - Schweizer Schokolade

7. Zahlen und Fakten

7.1 Das Jahr 2009


Die Schweizer Schokoladeindustrie blickt auf ein insgesamt schwieriges Jahr 2009
zurück. Erstmals seit sechs Jahren vermochten die Schweizer Schokoladehersteller das
Vorjahresergebnis nicht zu übertreffen und mussten sowohl mengen- wie auch
wertmässig Einbussen in Kauf nehmen. Die Verschlechterung gegenüber den Vorjahr
ist in etwa zu gleichen Teilen auf das Inland- und auf das Exportgeschäft
zurückzuführen. (Quelle Nr. 5)

Verkäufe der schweizerischen Schokoladenindustrie (Inland und Export)

39 % dieser Produkte werden in der Schweiz verkauft und 61 % in über 140 Länder der Welt exportiert. Dieser
Export aus der Schweiz ist nicht mit der wesentlich grösseren Produktion von Schokolade mit Schweizer
Marken durch Filialen, Tochtergesellschaften und Lizenznehmer im Ausland zu verwechseln.

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Die süsse Verführung - Schweizer Schokolade

Wichtigste Exportmärkte im Jahr 2009

Wichtigster Exportmarkt war Deutschland.

Verhältnis zwischen Inlandverkauf und Export

Die Menge der Schokolade im Export und Inlandverkauf sank im Vergleich zum Vorjahr.

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Die süsse Verführung - Schweizer Schokolade

Pro-Kopf-Verbrauch

Schweizer mögen Schokolade.2009, wie auch in den vorangegangenen Jahren, hatten sie mit 11,7 Kg den
höchsten Pro-Kopf-Verbrauch. Allerding sind dabei die Einkäufe der Feriengäste inbegriffen

7.2 Die Zielsetzung für 2010


Im Jahr 2010 wollen die Schweizer Schokoladehersteller auf den Exportmärkten wieder
ihr Vorjahresergebnis erreichen und das auf dem Inlandmarkt verlorene Terrain
zurückgewinnen. Mit Liebe zum Metier entwickelte Produkte von hoher und konstanter
Qualität sind weiterhin die entscheidenden Voraussetzungen dafür. (Quelle Nr. 5)

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Die süsse Verführung - Schweizer Schokolade

8. Schlusswort

Die „Schweizer Schokolade“ hat eine lange Entwicklungsgeschichte. Über viele


Jahrzehnte entwickelte sich die Schweiz dank dem Streben nach Qualität, zu einem der
erfolgreichsten Länder, was die Produktion von Schokolade betrifft.
Wir hoffen, dass dies auch noch lange der Fall sein wird.

Diese Arbeit hat unser Wissen im Bezug auf Schokolade sicherlich erweitert. Wir
wissen nun, dass Schokolade nicht an Bäumen wächst und kennen nun den Ursprung
der Schokolade. Gesundheitlich gesehen, haben wir erfahren, dass diese süsse
Verführung nicht so negativ ist wie immer gesagt wird. Schliesslich sind die meisten
Aussagen nur Vorurteile, welche nicht immer stimmen.

Dass Vivian nun mehr Schokolade isst, wird wohl nicht der Fall sein. Trotzdem war
diese Arbeit eine Sache, welche uns Spass gemacht hat. Silvia wird nun Schokolade
noch mehr geniessen, im Wissen, welche riesige Arbeit dahinter steckt, bis sie im
Verkaufsregal steht.

Zum Schluss möchten wir uns noch herzlich bei den Personen bedanken, welche uns
auf diesem Weg unterstützt haben. Ganz besonderen Dank geht an unsere Lehrer
Andreas Steiner und Eva Handschin, an Ernährungsberaterin Heidi Bucher, und die
Personen, welche an unserer Umfrage teilnahmen. Aber auch an alle Anderen, die uns
in irgendwelcher Art behilflich waren.

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Die süsse Verführung - Schweizer Schokolade

9. Verzeichnisse

9.1 Quellen
Nr. 1: Internet:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schokolade
Nr. 2: Broschüre:
Chocologie, Seite 19, CHOCOSUISSE, Bern, 2008 (2. Auflage)
Nr. 3: Broschüre:
Chocologie, Seite 47-48, CHOCOSUISSE, Bern, 2008 (2. Auflage)
Nr. 4: Internet:
http://www.chocosuisse.ch/web/chocosuisse/de/documentation/press_release.ht
ml, Schweizer Schokoladeindustrie im Jahr 2009 (pdf, 68 KB)

9.2. Bilder

Titelbild Seite 1: Internet


http://www.vol.at/news/tp:vol:special_wirtschaft_aktuell/artikel/schweizer-
schokolade-industrie-mit-rekordjahr/cn/apa-113727294
Bild 1 Seite 3: Eigene Fotografie
Silvia Zurbrügg
Bild 2 - 8 Seite 5 - 7: Internet
http://www.chocosuisse.ch/web/chocosuisse/de/chocolate/history.html
Bild 9 Seite 8: Internet
http://www.toblerone.ch/toblerone1/page?siteid=toblerone1-
prd&locale=chde1&PagecRef=644
Bild 10 Seite 9: Internet
http://www.chocosuisse.ch/web/chocosuisse/de/instruction_material/pictur
e_serie s.html
Bild 11 Seite 10: Internet
http://www.lindt.com/ch/swf/ger/welt-der-schokolade/welt-der-
chocolade/lindt-qualitaet/von-der-kakaobohne-zur-schokolade/
Bild 12 Seite 11: Internet
http://www.chocosuisse.ch/web/chocosuisse/de/instruction_material/pictur
e_series.html

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Die süsse Verführung - Schweizer Schokolade

Bild 13 Seite 11: Internet


http://www.kuechengoetter.de/rezepte/warenkunde/12565/Schokolade.htm
l
Bild 14 + 15 Seite 14 + 15: Broschüre
Chocologie, Seite 36 - 37, CHOCOSUISSE, Bern, 2008 (2. Auflage)
Bild 16 Seite 16: Internet
http://www.paramediform.ch/d/franchising/franchisebeirat/
Bild 17 - 19 Seite 21 + 22: Eigene Grafik
Vivian Dipke & Silvia Zurbrügg
Bild 20 - 23 Seite 23 – 25: Internet
http://www.chocosuisse.ch/web/chocosuisse/de/documentation/facts_figur
es.html

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Die süsse Verführung - Schweizer Schokolade

10. Anhang

10.1 Deklaration
Wir versichern, dass wir die vorliegende „Selbständige Arbeit“ selbständig und ohne
Benutzung anderer als der im Literaturverzeichnis angegebenen Quellen und Hilfsmittel
angefertigt haben. Die wörtlich oder inhaltlich den im Literaturverzeichnis verzeichneten
Quellen und Hilfsmitten entnommenen Stellen sind in der vorliegenden Arbeit als Zitate
kenntlich gemacht. Die vorliegende Arbeit ist noch nicht veröffentlicht worden. Sie ist
noch keiner anderen Prüfungsbehörde vorgelegt worden.

Wir bestätigen, dass die durch Interviews und Fragebögen ermittelten Daten und
Informationen authentisch sind.

Thun, 10. November 2010

Vivian Dipke ____________________ Silvia Zurbrügg ____________________

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