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Kandel und kein Wandel – Kulturrelativismus auf dem

Vormarsch
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December 28, 2017

Es wäre zynisch und unangemessen, einen direkten Bezug zwischen dem Mord an einem
15-jährigen Mädchen in Kandel mit einigen politisch-kulturellen Aktivitäten im selben
Landkreis herzustellen. Oder etwa doch nicht? Die positive Stimmung, die von den
verantwortlichen Politikern dort gegenüber „Asylbegehrenden und Flüchtlingen“ gefördert
und herbeigeschrieben wurde, basiert jedenfalls nachweislich auf dem Grundübel der
Selbstverleugnung, das wie ein Hefeteig dick und dämpfend über dem ganzen Land liegt:
dem mittlerweile institutionalisierten Kulturrelativismus.

In Kandel jedenfalls ist er längst institutionalisiert, denn es werden Seminare angeboten, die
ungeniert mit Aussagen wie diesen werben:

„Ferner ist es uns ein Anliegen, eine kulturrelativistische Perspektive zu stärken.


Das heißt, keine Kultur ist besser als eine andere und Grenzüberschreitungen gibt es
überall“.

Kulturrelativismus tötet!

Was Johannes Dümler, dem Seminarleiter mit dem fehlendem „m“, im Sommer 2017 (siehe
Bild) als dringend zu erlernendes Wertesystem vermittelt, bereitet in Wirklichkeit den Boden
für künftige Bürgerkriege! Das Zusammenleben in Europa und Deutschland kann
unmöglich von Kulturrelativismus geregelt werden. Dies würde bedeuten, dass jede
Gruppe, die sich „kulturell“ definiert, ihre eigenen gültigen Regeln haben darf. Scharia für
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die einen, Grundgesetz für die anderen – so what! Wenn eine arabische Großfamilie also
beschlösse, dass ihre unverschleierte Tochter die Ehre der Familie beschmutzt, darf sie
getötet werden – der Kulturrelativist hat dafür vollstes Verständnis! Und während ein
Deutscher für eine solche Tat zurecht 20 Jahre hinter Gitter muss, käme ein Araber für
diese Tat mit einer freundlichen Ermahnung davon. Auf solchen Pfaden sind
bekanntermaßen bereits einige Richter in diesem Lande unterwegs.

Kulturrelativisten blenden die negativen Aspekte einer „Kultur“ einfach aus, weil sie selbst
damit noch nie in Berührung kamen. Doch wir essen zwar Currys, finden Saris irgendwie
schick und lauschen den Klängen der Sitar – aber wir essen dennoch Rindfleisch und
verbrennen unsere Witwen nicht. Wir benutzen arabische Zahlen, würzen unsere Speisen
mit Muskat und Kardamom und sind fasziniert von arabischer Ornamentik und Kalligraphie
– aber den Ehrbegriff arabischer Stammesgesellschaften oder deren
Bekleidungsvorschriften lehnen wir dennoch kategorisch ab! Wir dürfen keine
Kulturrelativisten sein, wenn wir überleben wollen! Es ist grenzenlos naiv, sich häufende
Verbrechen in einem bestimmten Milieu dadurch zu relativieren, dass so etwas anderswo
auch vorkäme. Der Hinweis auf das Oktoberfest war eben keine ausreichende Erklärung
für die Vorfälle in Köln an Sylvester 2015.

Problematisch wird die Sache mit dem Kulturrelativismus nämlich immer dann, wenn
Wegsehen nicht mehr hilft, wie im Fall der erstochenen jungen Frau aus Kandel. Hier
kommt es nämlich zu Überschreitungen der „Kreise“ und der Kulturrelativismus kommt an
seine ignorante, hässliche Grenze, an der er sich für die Aufgabe der Werte eines der
Kultursysteme entscheiden muss. Und hier trifft sich die Agenda der Kulturrelativisten mit
der linken Gewissheit, so etwas wie „deutsche Kultur“ gäbe es abseits der deutschen
Sprache eigentlich gar nicht.

So dürfen wir denn auf die „Lichterketten für Toleranz und gegen Rechts“ gespannt sein,
über die aus Kandel sicher bald zu berichten sein wird. Vielleicht wird das die Frage
überdecken, ob der Täter wirklich erst 15 Jahre alt ist (und somit nur eingeschränkt
strafmündig), und nicht vielleicht doch eher 25. Das zu prüfen gilt in Deutschland nämlich
auch als Zeichen mangelhafter kultureller Toleranz.

Kulturrelativisten wie Johannes Dümler gehört das Handwerk gelegt. Denn wenn wir nicht
bereit sind, einige unserer grundlegenden Werte wie Aufklärung, Bildung, Säkularität,
Rechtsstaatlichkeit, Gleichstellung der Frau und Gewaltlosigkeit im Umgang miteinander
gegen andere, konträre “Werte und Kulturen”, die eigentlich unwerte Barbarei darstellen,
als unverhandelbar zu verteidigen, können wir den Laden hier nämlich gleich zumachen
und uns kulturrelativistisch bedingungslos ergeben!

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