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Gaumensegel

Das Gaumensegel (lateinisch velum palatinum) ist eine Fortsetzung des harten
Gaumens bei den Säugetieren in Form einer Doppelfalte. Es wird auch als weicher
Gaumen (Palatum molle) bezeichnet. Das Gaumensegel hängt schräg oder
senkrecht in Richtung Zungenwurzel herab und wird aus Ausläufern des Musculus
palatopharyngeus und anderer Muskeleinstrahlungen gebildet. Es grenzt die
Mundhöhle teilweise gegen den Rachen ab und dient somit der Abgrenzung
zwischen Luft- und Speiseweg.

Weicher Gaumen
Inhaltsverzeichnis
1 Anatomie
2 Funktion
3 Klinische Bedeutung
4 Literatur
5 Weblinks

Anatomie
Das Gaumensegel ist an der zur Mundhöhle gewandten Seite mit einem
unverhornten Plattenepithel und an der zum Nasenrachen (Nasopharynx) gewandten
Seite von einem respiratorischen (Flimmer-)Epithel überzogen. Bei vielen
Säugetieren ist an der Unterseite lymphatisches Gewebe in Form der Tonsilla veli
palatini (Gaumensegelmandel) in die Schleimhaut eingelagert. Diese Mandel ist
beim Menschen und bei Raubtieren nicht ausgebildet. An der Unterseite des 1 - Mundhöhle (Cavum oris), 2 -
Nasenhöhle (Cavum nasi), 3 - harter
Gaumensegels sind in die Schleimhaut Drüsenpakete, die Gaumendrüsen,
Gaumen (Palatum durum),4 -
eingelagert, die Speicheldrüsen darstellen.
weicher Gaumen (Palatum molle),
5 - Gaumenzäpfchen (Uvula), 6 -
Bewegt wird das Gaumensegel hauptsächlich durch den Musculus constrictor
Zungenwurzel (Radix linguae), 7 -
pharyngis, den Musculus tensor veli palatini und den Musculus levator veli palatini.
Rachenhinterwand, 8 -
Beiderseits gehen vom Rand des Gaumensegels zwei Doppelfalten aus, die so Schlundrachen (Laryngopharynx or
genannten Gaumenbogen. Am freien Rande des Gaumensegels springt bei Affen Pars laryngea pharyngis), 9 -
und Menschen in der Mitte das sogenannte Zäpfchen (Uvula) kegelförmig vor. Bei Mundrachen (Oropharynx or Pars
den meisten anderen Säugetieren ist es nicht ausgebildet. oralis pharyngis), 10 - Nasenrachen
(Nasopharynx or Pars nasalis
Die Innervation des Gaumensegels erfolgt durch den Nervus glossopharyngeus pharyngis)
(Hirnnerv IX) und den Nervus vagus (Hirnnerv X), die einen Plexus pharyngeus
bilden. Die Blutversorgung erfolgt über die Arteria palatina descendens und Arteria
palatina ascendens.

Die Ansatzlinie des Gaumensegels wird „Ah-Linie“ genannt. Ihren Namen verdankt sie der Tatsache, dass sie beim Sprechen eines
langen „Ahhhs“ sichtbar wird. Sie wird vonZahntechnikern als hintere Begrenzung beiTotalprothese verwendet.
Funktion
Das Gaumensegel grenzt die Mundhöhle teilweise gegen den Rachen ab und dient somit der Abgrenzung zwischen Luft- und
Speiseweg. Beim Schluckakt wird das Gaumensegel durch den Musculus constrictor pharyngis an den Ringwulst der
Rachenhinterwand gepresst. Die Musculi tensor und levator veli palatini entspringen am Tubenknorpel und sorgen auch für den
Druckausgleich zwischen Außenwelt undMittelohr beim Schluckakt oderGähnen.

Bei der Artikulation hebt sich das Gaumensegel und legt sich an die Rachenrückwand, wodurch die Nasenhöhle vom Mund-Rachen-
Raum getrennt wird und der aus der Lunge kommende Phonationsstrom nur durch Rachen und Mund fließen kann, so dass orale
Laute entstehen (velopharyngealer Verschluss). Bei nasalen Konsonanten wird die Mundhöhle verschlossen und der Phonationsstrom
fließt durch die Nase ab. Bei nasalierten Vokalen senkt sich das Gaumensegel und lässt den Phonationsstrom sowohl durch den
Mundraum als auch durch den Nasenraum abfließen.

Das Gaumensegel spielt auch für das Schnarchen eine Rolle. Eine operative Verkürzung kann in seltenen Fällen das Schnarchen
verbessern. Jedoch können nach einer Operation Schwierigkeiten bei der Lautbildung (z. B. beim Gaumen-R [ʁ]) auftreten oder Teile
des Essens beim Schlucken in den Nasenrachen gelangen. Ein solcher Eingrif
f wird von den meisten Krankenkassen nicht bezahlt.

Klinische Bedeutung
Größere praktische Bedeutung hat das Gaumensegel bei der chirurgischen Rekonstruktion von Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten oder
bei Tumoroperationen.

Literatur
Franz-Viktor Salomon: Gaumensegel. In: Ders. u. a. (Hrsg.):Anatomie für die Tiermedizin. 2. erw. Aufl. Enke-Verlag,
Stuttgart 2008, S. 268–269,ISBN 978-3-8304-1075-1.

Weblinks
Wiktionary: Gaumensegel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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Diese Seite wurde zuletzt am 17. Juli 2017 um 13:21 Uhr bearbeitet.

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