Sie sind auf Seite 1von 4

/

76 —

W interaceae L i n d l .
W in te ro x y lo n n. gen.
D ia g n o .se : Dicolyle Holzer ohne Gcfáfie (homxyl) und m it nur leicht ausgebildeten Zuwachszonen. -
Sekundáres Xyiem m it Stüfzgcwebe aus Tracheiden mit rechteckigen Q uerschnitten und mittlercn Durchm essem
von 25 bis 40 pin; Iloftüpfel rund, I- bis partiell 3reihig, nur sehr bcgrenzt auch vereinzelt leiteríormig.
H olzstrahien betont biforni, extrem heterogen und schr hoch; Breite i- und 3- bis 15reihig; Zellen im langentialen
Q uerschnitt unregelmáfiig rundlich und an den seitlidien Rándern oft zu Schcidenzeüen ausgebildct. Parenchym
(vcríikal) nur schwach entwickelt, apotracheal eingestreut oder in kurzcn einreihigen Bandstücken. -■ Im
sekundaren Xylem und im Mark sind idioblastischc Olzellen und stark sklerolische Zellen moglich.

Winteroxylon mundloú n. sp.


(Tafel 19-20, Fig. 201-08)

M a te ria l: 1 Fundstück “ * 1279/59, unhoriz., Stammh.® (60 m m X 2 5 m m ). 3 O bjekttráger m it 4 Schliffen.

T o p o g r a p h ie : Keine Gcfáfie (homoxyl), Slülzgcwebe deuflich radia] gerichtet. Holzstrahien gleichmáfiig


veríeilt; Breite sehr variabel. Parenchym (vcrtikal) sellen, apotracheal eingestreut und in wenigen kurzen,
einreihigen .Bandstücken. Zuwachszonen angedeutet. M ark zcntrisch und m it rundlichem, an den breiten
H olzstrahien leicht ausgcbuchtetem Querschnitt; 0 um 6 mm.
M ik r o s k o p ie - s e k u n d . X y le m : Stützgewebc aus Tracheiden mit überwiegend quadrafischen
Q uerschnitten, nur vereinzelt auch unregelmáfiig polygonal; 0 23-29-36 prn, W andstárke 5—7—9 pm; Ilo ftü p fel auf
radialen W anden rund, glcichmáfiig dicht gestelít, überwiegend cinreihig bis partiell 2reihig, 0 7-9-11 prn,
A perturen eng scblitzformig und oft fast senkrecht stehend. H olzstrahien biform und ausgeprágt heterogen;
rnehrreihige Slrahlen vom M ark aus sich keiíformig in das sckundáre Xylem verengend und dann ohne Aus- oder
Einbuchtungen verlaufend; Breite 1 und 3 bis 7 Zellen, überwiegend I- und Sreihig; H ohe oft über 2 mm,
einschichtige H olzstrahien und dic Spitzen der mehrreihigen Slrahlen nur aus aufrechten Zellen bestehend, Hohe
der aufrechten Zellen um 110 pm; tangentiale Q ucrschnltte der Zellen im mehrschichfigcn Bereich unregcimáfiig
rundlich bis oval, 0 .30 bis 50 pm, an den R ándern háufig zu Scheidenzellen erweitert; Wandstárke um 4 pin, ohne
auffálligc Skulpturierungen durch Tüpfel; einzelne Zellen sind bis auf ein punktformigcs Lumen (tangential) zu
Steinzellen sklerotisiert; ein Vorkommen von idioblastischen Olzellen konnte nicht mit Sicherheit erkannt werden.
• Parenchym (vertikal) im Q uerschliff nach Form, D urchm esser und W andstárke kaum von den Tracheiden
unterscheidbar, im Lángsschüff durch fast waagerechte und leicht „knotige“ Queiw ánde leicht erkennbar; Form
und Grófie de,r l'üpfel undeutlich.
P rim a re s X y le m : Tracheiden am Mark m it .ringformigen Verstárkungen und zum sekundaren Xylem háufig
m it leiteríorm igen Tiipfeln.
M a rk : Zellen im Q uersdm itl überwiegend rundlich, 0 60 bis .120 pm; in i.ángsposition tcilwcise auch oval
bis aufrecht langlich; W andstárke um 4 bis 5 pm; sklerotische Zclícn (Steinzellen) einzeln eingestreut oder in
kleinen, meist horizontal erweitcrtcn Nestern, be i W andstárken um 35 prn ist das Lumen oft punktform ig verengt
und die Kan ále sind noch gut erkennbar.
V c rg lc ic h m it r e z e n t e n 'la x a : Das Phosphorit-H olz 1 2 7 9 /5 9 ist durch den hom oxylen Aufhau, runde
Ilo ftü p fel sowic untersdiiedlich breite und an den Zuwachs-Grcnzen nicht verdickte Holzstrahien, einscliliefilich
der Tendenz zur Sklerose der parcnchym atischen Zellen in H olzstrahien und Mark, sehr auffállig charakterisicrt.
I3ei dieser K om bination von besonderen M erkmalen entfállt zunáchst jegliche Beziehung zu den Gym nospcrmen
aber auch zu den hom oxylen Dicotylen der G attungen Amborella Bati.l., Sarcandra G a h d n ., Tetracentron O uv. und
auch Trochodendron S ie b . Sc Zuce. (S w a m y & B a iley 1950). Diese jetzt holzanatom isch gut bekannten Taxa wcichen
durch einen anderen Typ der Holzstrahien, der Tracheiden-Tüpfelung und eine schr deutliche Ausbildung von
Zuwachszonen sowie das Fehlen sklerotischer Zellen von dem vorliegenden Fossil ab. Dagegen ergeben sich gute
Übereinstim m ungen bei der aus etwa 90 hom oxylen Taxa besfehenden Familie der Winteraceae L in .u i . So besitzen
31 von dem A utor untersuchfe W interacccn-Arten sowie die von B ailey (1 9 4 4 ); C arlojlust (1 9 8 3 ); E sa u &
C h e a ü l e (1 9 8 4 ); M c t a u g íil in (1 9 3 3 ); P a t el (1 9 7 4 , 19 7 5 ); S c h u l t z et al. (1 9 6 4 ); S m it h (1 9 4 3 ) und V an T ie g h e m
(1900) dargestellten H dlzcr verschiedener mittel- und síidamerikanischcr Arlen der Gatfung Drimys j. R. & G.
F o rst.und der australpazifischen G attung Bubbia V a n T i e g h . im prim aren und sekundaren Xylem enísprechende
qualitative sowie quantitative Merkmale; gleiches trifft, sowcil M ark vorhanden, für die skíerotischen Zellen zu.
V e rg le ic h m it f o s s ile n T ax a : Die bisher untersuchtcn fossilen Hom oxylen zeigen gnmdsátzliehe xylem
anatom ische Unterschiede, die cine Gleichheit nach den Unterscheidungs-M afistáben der gefáfilosen Holzer
ausschliefien. -So weichen Homoxylon awiasii B o u r e a u (1957), Homoxylon australe B o u r e a u (.1957), Homoxylon
neocaledonicum B o u r e a u (1957), Homoxylon rajmabalensc S a h n i (1932), Homoxylon ugamicum J a k m . (1939),
Homoxylon uralense J a r m . (1.939), Pataloxylon scaliforme S a h n i (1920), Sabnioxylon andrewsii B est & S a h n i (1954),
Sahnioxylon retjm'.abálense B o se & S a h n i (1954), Tetracent.ronit.es hartzii M a t h ie s e n (1932), Telracenlroniles
hungaricum G r e g Oss (1963) und Trochodendroxylon beckii H f.r g r r t & P h in e y (1954) durch überwiegend nur 1- bis
2reihige und oft nur hom ogene Holzstrahien, bis Sreihige oder leiterformigc Tüpfel und meist ausgeprágie
Spátholz-Strukturen so stark von dem Phosphorit-Holz ab, dafi eme xylem-anatomische Vcrbinduug
auszuschliefien ist. Diese Gruppe entspricht, vor allem dic m esozoischen Taxa, in Tüpfelung und im Bau der
H olzstrahien m ehr den gym nosperm en A ltform en ( G o t i i a n & W e y l a n d 1964), ais den so spezifisch gebauten
H olzern der W interaceen und dem vorliegenden PhosphoritTIolz.
B c s tim m u n g : Aufgrund der fehlenden Gefáíse und der extrem biformen, heterogenen Holzstrahien gehort
das H olz 1279/59 cindeutig dem xylem -anatomischen Formenkreis der hom oxylen Dicotylcn an. Innerhaíb diescr
besonderen Gruppe besteht durch dic runden und weit überwiegend einreihigen H oílüpfel, das Vorkommen von
skíerotischen Zellen und das Fehlen von dcutíichen Zuwachszonen zu ke.iner der schon beschriebenen Taxa eine
nahe strukturelle Verwandtschaft. - Eine enge anatom ische Verbindung besteht dagegen zu den hom oxylen
Holzern der rezenten G attungen Drimys j. R. & G. F o r s t . sowie Bubbia V a n T i e g h . Beztignehmend auf dic
Familien-Zugehorigkcit dieser beiden Gattungen, wird die ncuc Form gattung Winteroxylon aufgestelll und für dic
Art das E pitheton mundlosi gcwahll, um hierm it die besonderen Vcrdienste von Dr. h. c. R u g ó l e M u n d l o s , f 1988,
ais Paiáozoologe und ais Sammler der vorliegenden Phosphorit-H ólzcr herauszustellen. - Die nene Gattung
Winteroxylon solí alie Form en íossiler H olzer einbeziehen, die der rezenten Fainilic der Winteraceae entsprechen
und den G attungen Amborella sowie Sarcandra m ehr áhneín ais den hom oxylen Gal (ungen Tetracentron und
Trochodendrvn. - Dic bisher einzigen Hinweise auf eine tertiare Existcnz der W interaceen beruhen auf
Beobachtungen im baltischen Bernstein; so besitzt der gut erhaltene Rest cines Blattes der ais Drimysophyllum
succtneum bezcichneten Art „einc erhebliche Áhnliclikeit" mit der rezenten Verglcichsgattung Drimys ( K ir c iiíih t m e k
1973).
D ia g n o s e : Gefáfiloses (homoxyles) H olz der Dicotylen ohne oder m it nur schwach ausgebildeten
Zuwachszonen. - Stützgcwebe aus Tracheiden, radia! gerichlet m it überwiegend rechteckigen Querschnitten, 0 ,n 24
bis 35 pm und m ittleren W andstárken von 6 bis 8 pm; H oítüpfel rund und einreihig, 0 m 7 bis 9 pm, nur sehr
vereinzelt auch leiterfórmig. Holzstrahien extrem heterogen und oft hoher ais 2 mm; Breiten bíform, 1- und bis
8reihig, hauptsáchlich 1- und Srcihig; m ehrreíhige H olzstrahien von durchgehend gleichcr Breite und mit
einreihigen Spitzen bis zu 12 aufrechten Zellen, ITohc der einzelnen aufrechten Zellen 80 bis 120 pm; Tüpfel
rundlich und kleiner ais von Tracheiden; ínnenzeílen m it rundlichen Q uerschnitten, 0 20 bis 30 pm, oder
unregelmáfiig oval und an den Rándern der Slrahlen háufig zu Scheidenzellen erweitert; cinzcíne Steinzellen im
inneren Bereich moglich. - Parenchym (vertikal) in einzelnen Strángen und ais tangentiale, apotracheal-einreihige
Bandstücke; Q uerschnitte fast wie bei Tracheiden; idioblasl ische Olzellen moglich. - Mark aus überwiegend
rundlichen Zellen, 0 bis 120 pm, Wandstárken bis 6 pm; Steinzellen einzeln oder in nesterartigen Gruppen
moglich.
G e n e r o l y p u s / H o l o t y p u s : 1279/59.
F u n d o r t : Braunkohlen-Tagebau „Treue“, H elm stedt h. Braunschwcig/BRD.
A l t e r : Oberes Eozán.

Dicotyledoxyla in d e t.

Die folgeíiden 7 H olzer A bis G konnten wegen der N ichterkennbarkeit verschiedener taxonomisch wichtiger
M erkmale, wie zum Beispiel D urchbrcchungen und Tüpfel der Gefáfie oder Strukturen der Krcuzungsfeider, n¡cht
naher bestim m t werden; an den Strukturen ist n u r erkennbar, dafi es sich ohne jeden Zweife! um dicotyle Taxa mil
háufig n ur gering abgeleiteten Xylem-M erkmaíen handelt.
Palaecmtographica Abt. B. Bd. 225, Tafel 31 G ottwaij.), Tafel 19

xa#!,': ■-id

J %jé?-~Áiék-J!PÍk

ffp fi :

S
¿• i B
•a- W Ü
f írfir

k l ; . É t-ls k
197 198 2 0 0

I lc im u t G attw aid : H o l z e r aus m a r in e n S a n d e n des o b e r e n i;. o7;in.


r =

Palaeontographica Abi. B. Bd. 225, la íe l 32 G o t t w a i .d , lafc! 20

í
A0:2-r^?.
^>3<2á(-■s-S-üi'c- •_.1LÍ s| m | í
W¿É0 m%¿M8 Oól®?.Q)Jc.í.-dn
M p í
M i» !
m sk m ^ í

ÍQ^SÍOSj

k4á*
2 0 7 2 1 0

isw&ssmm

'-/ví.?
2 1 2

H eltnuL G oítw alcl: I l o iz o r aus m a r i n e n S a n d u n des obere.n liozün.