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PZ Pforzheim vom 11.11.2017

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SAMSTAG, 1 1. NOVEMBER 2017

G E S C H I C H T E N A U S D E
G E S C H I C H T E N A U S D E R R E G I O N
U N D V O N D A H E I M

PFORZHEIMER Z EIT UNG

NUMMER 260

Internationale Be ziehungen

TEXT: SVEN BERNHAGEN | GRAFIK : MICHEL PUPILLO

Von den 28 Enzkreisgemeinden leb en 16 off izie ll in einer Par tnerschaft – vier davon sind sogar p olygam veranlagt . Zwölf Kommunen sind entwe der Single o der führen eine offene Beziehung . Bei der Par tnersuche hab en sich die G emeinden vor allem in Europa umge schaut – äußerst p op ulär sind Italiener und Franzosen . „Heimatstark“ hat sich die internationalen Beziehungen der Enzkreisgemeinden genauer ange schaut , bie te t auf die ser S eite einen Ü b erblick und nimmt die L e ser im Interne t mit auf eine vir tuelle Reise zu den insge samt 22 off iziellen Par tnergemeinden und weiteren Freunden in aller Welt .

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PZ Pforzheim vom 11.11.2017 4 0 SAMSTAG, 1 1. NOVEMBER 2017 G E S C H
! Virtuelle Reise zu den Partnergemeinden Star ten Sie mit der PZ zum vir tuellen Rundflug
!
Virtuelle Reise zu den Partnergemeinden
Star ten Sie mit der PZ zum vir tuellen Rundflug in die drei
Partnerregionen des Enzkreises, zu den 22 offiziellen
Städtepar tnern, aber auch zu befreundeten Or ten. Auf „Sto-
r ymaps“ sind sämtliche Orte auf einer Karte verzeichnet.
Sie können sich von einer Station zur nächsten durchklicken.
Zu jeder Par tnerschaft gibt es Wissenswertes, Hintergründe
zur Entstehung, einen Überblick über Aktivitäten sowie
kuriose und spannende Begebenheiten oder Fotos.
Die interaktive Karte startet unter http://pzlink .de/map

S T R A U B E N H A R D T – P O N T - D E - V E Y L E

Alte Feindschaft b egrab en

Wie eine Städtepartnerschaft hel- fen kann, pauschale Vorurteile zu überwinden und alte Feinds chaf- ten zu begraben, z eigt eindrucks- voll die Straubenhardter G e- s chichte. Bürgermeister Helge Viehweg erzählt: „Monsieur Ro- zier, ein Bürger aus uns erer Par t- nergemeinde Pont- de -Veyle, war im Zweiten Weltkrieg Mitglied der Résistance. Auf einem öffent- lichen Platz wurden damals meh-

rere Franzos en von der S S er- s choss en. Ein Denkmal zur Erin-

nerung trug die Ins chrift:

,...

getö-

tet von den Deuts chen‘. Die Aus-

söhnung war dem inzwis chen verstorbenen Rozier so wichtig ,

dass er sie auf eigene Kosten än-

dern ließ in s choss en‘.“

,...von

den Nazis er-

Z I E L E , U R S P R Ü N G E U N D A K T I V I T Ä T E N D E R G E M E I N D E P A R T N E R S C H A F T E N

Historische Wurzeln und kulinarische Begegnungen

Ziele: So vielf ältig die Entste- hungsgeschichten und Ursprünge der 22 offiziellen Städtepartner- schaften sind, die 16 der Enzkreis- gemeinden zwischen 1978 und

  • 2016 geschlossen haben – das Ziel

ist doch immer das selbe: „Tragen- der Gedanke unserer Partnerschaft ist der Wille zur Völkerverständi- gung und zum Frieden in diesem überschaubaren Rahmen beizutra- gen“, sagt Straubenhardts Bürger- meister Helge Viehweg und spricht damit für alle Gemeinden. Ursprünge: Um zu ihren Freun-

den zu kommen, könnten einige

Gemeinden eine Fahrgemeinschaft bilden. So gibt es eine Häufung von Partnergemeinden im Altenburger Land in Thüringen und in der nord- italienischen Reggio Emilia. Der Grund: Die Reggio Emilia ist seit

  • 1993 Partnerregion des Enzkreises

und etliche Gemeinden von dort haben übers hiesige Landratsamt direkte Partnerschaft gesucht. Bei- spiele dafür sind Neulingen – Ru-

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Mit Schildern weist Mühlacker stolz auf seine Par terstädte hin. FOTO: HEPFER

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„Die leb en ja genauso wie wir.“

Erstaunte Eisinger Jugendliche

Ende der 1980er-Jahre, nach dem ersten

Besuch bei Gastfamilien in

San Polo d’Enza.

biera oder Eisingen – San Polo d’Enza. Die Geschichte der Walden-

ser, die einst aus den französisch- italienischen Seealpen ausgewan- dert sind und sich im Enzkreis an- gesiedelt haben, verbindet Wurm- berg und Queyras, Ötisheim und

Mérindol sowie Wiernsheim und Pi- nasca. Über Gastarbeiter, die in den 1960er-Jahren in den Enzkreis ka- men, entstanden zahlreiche Kon- takte zu deren Heimatgemeinden. Zum Beispiel von Ispringen nach Castelnuovo Cilento bei Neapel oder von Remchingen nach San Biagio Platani auf Sizilien. Aber auch andersherum funkti- oniert es: Um 1800 gründete ein Ip-

tinger Auswanderer in den USA New Harmony – die heutige Part- nergemeinde von Wiernsheim. Freundschaftliche Beziehungen zu Namensvettern pflegen der Kel- terner Ortsteil Dietenhausen zu ei- nem hessischen Dietenhausen, Il- lingen zu Elchesheim-Illingen so- wie der Wurmberger Ortsteil Neu- bärental zu den Euro-Bärentalern mit Vertretern aus ganz Europa. Königsbach-Stein hält die Freundschaft zu Batsch-Brestowatz in Serbien, von wo Donauschwa- ben in den Enzkreis kamen. Aktivitäten: Um die Partner-

schaften mit Leben zu füllen, s te- hen mehr o der wenig er re g elmä-

ßig e, g e g ens eitig e B e suche auf dem Programm. Häufig kümmer t sich die G emeindever waltung um die Ko ordination der Aktivi- t äten. E s hab en sich ab er auch

s chon

etliche Par tner s chaft sver -

eine g e gründet, die die s e Aufga-

b e üb ernehmen. Untergebracht sind die Aus-

tauschteilnehmer meist in Gastfa- milien. Es gibt offizielle Empf änge auf Gemeindeebene und kulturel- le Programme, gemeinsame Sport- turniere oder Gemeinschaftskon- zerte, es gibt spezielle Vereins-, Schüler- und Jugendaustausche. Beliebt ist auch die Teilnahme mit regionalen Spezialitäten an Märkten in der Partnergemeinde. So kommen Kämpfelbachs italie- nischen Freunde aus Civitella ger- ne zum Weihnachtsmarkt nach Bilfingen, um Wein, Olivenöl, Ge- bäck, Schinken und Käse aus ihrer Heimat anzubieten.

Z A H L E N Z U M T H E M A

1978

wurde die erste Städte-

par tnerschaft aus dem Enzkreis geschlossen – und z war z wischen Mühlacker und Bassano del Grappa.

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offizielle Partnergemeinden

haben Neulingen und Wierns- heim. Mühlacker und Neuenbürg bringen es immerhin auf jeweils zwei Partnerstädte.