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Der E-Government-Zug rollt

in zwei Geschwindigkeiten

SCHLUSSBERICHT ZUR STUDIE


VERWALTUNG UND E-GOVERNMENT 2009
IM AUFTRAG DES BUNDES UND DER KANTONE

Projektteam:
Lukas Golder, Politikwissenschafter
Laura Kopp, Politikwissenschafterin
Stephan Tschöpe, Datenanalytiker/Programmierer
Jonas Kocher, Projektassistent
Andreas Stettler, Datenanalytiker/Programmierer
Silvia Ratelband-Pally, Administratorin

Bern, 20. Oktober 2009


Publikation geplant
© gfs.bern

1
Management Summary Studie Verwaltung und E-Government
Das Mandat und die Datenbasis

Der Bund (Informatikstrategieorgan Bund) und die Kantone (Staatsschreiberkonferenz) be-


auftragten das Forschungsinstitut gfs.bern, eine Studie zum Thema Verwaltung und E-Go-
vernment zu erstellen. Sie soll dazu dienen, den Stand des Angebots auf Gemeinde- und
Kantonsebene sowie bei der Bundesverwaltung für das Jahr 2009 und die Entwicklung seit
2008 zu beschreiben. Damit sind in dieser Studienreihe erstmals Datenreihen verfügbar.

Die Erstellung des Fragebogens erfolgte in einem gemeinsamen Workshop 2008 und
wurde 2009 überarbeitet. Die Befragung fand in der Regel online statt, wobei bei spezifi-
schen Zielgruppen telefonisch nachgehakt wurde und auch die Möglichkeit bestand, direkt
über computergestützte Telefonate an der Befragung teilzunehmen. Die Befragung fand
zwischen dem 17. Juni und dem 24. August 2009 statt.

Grundlage der Erhebung bildete ein gemischtes Design mit Stichproben und Vollerhebun-
gen: Von den 69 angefragten Bundesämtern nahmen 38 teil (Ausschöpfung 55%). Für die
Kantone wurde die Befragungszeit aufgrund mangelhafter Ausschöpfung um eine Woche
verlängert. Von den 26 eingeladenen Kantonen beantworteten schliesslich 23 die Fragen
(Ausschöpfung 88%).

Bei den grösseren Gemeinden wurde analog zu den Bundesämtern und Kantonen eine
Vollerhebung realisiert. Bei den kleineren Gemeinden wurde lediglich eine Stichprobe ge-
zogen. Insgesamt nahmen 929 Gemeinden an der Befragung teil und die angestrebte Aus-
schöpfung wurde überall übertroffen. Allerdings erreichten wir die sehr guten Ausschöp-
fungen des Vorjahres trotz entsprechender Zusatzanstrengungen knapp nicht. Die Ge-
meindedaten wurden so gewichtet, dass die jeweilige Grössenklasse mit dem effektiven
Bevölkerungsanteil übereinstimmt.

Zunehmend strategische Entwicklung von E-Government in politisch ruhiger Situation

E-Government entwickelt sich auf allen staatlichen Ebenen thematisch und politisch un-
aufgeregt. Kein Thema bewegt die Gemüter über Massen und die Zufriedenheit mit den
vorgesetzten politischen Instanzen und den gesetzlichen Grundlagen ist gegeben.

2
Grafik 1:
Unterstützung
"Fühlen Sie sich in der Verwaltung von den politischen Vorgesetzten bei der Umsetzung von E-Government
stark unterstützt, eher unterstützt, eher gebremst oder stark gebremst?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern

14 13
18
weiss nicht/ keine Angabe

14
22
18
stark gebremst

30 eher gebremst
59
53
eher unterstützt

35
stark unterstützt
13 11

Gemeinden/Städte Kantone Bundesämter


© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden N = 929/Kantone N = 23/Bund N = 38)

Weiterhin beklagt man teilweise mangelnde Personalressourcen oder im Vergleich zum


Vorjahr leicht häufiger Budgetrestriktionen. Der Wissensstand der Mitarbeitenden er-
scheint als eher abnehmendes Problem. Nach wie vor wird der fehlende Durchbruch bei
der elektronischen Unterschrift und insbesondere auf Kantonsebene beklagt. Sowieso ma-
chen sich Kantonsvertreter am ehesten Sorgen um Inhalte und weniger um gesetzliche
Grundlagen und um die Haltung der politischen Instanzen. Die Verbesserung der Prozesse
dominiert heute als Treiber auf Kantonsebene gemeinsam mit der Verbesserung der
Dienstleistungsqualität.
Grafik 2:
Trend Vergleich: Existenz E-Government-Strategie
"Besteht in Ihrer Gemeinde/Stadt, Ihrem Kanton, Ihrem Amt eine Internetstrategie/E-Government-Strategie?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern

17 Nein
26
34
18 47
64
71
21 weiss nicht/keine
Angabe
20
74
9 65
10 45 Ja
33
27
19
Kantone/2008

Kantone/2009

Bundesämter/2008

Bundesämter/2009
Gemeinden/Städte/

Gemeinden/Städte/
2008

2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni - August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/Bund N = ca. 40)

Der Bezug auf vorhandene E-Government-Strategien hat sich in der gesamten Schweiz po-
sitiv entwickelt. Standards und übergeordnete Richtlinien werden verstärkt eingehalten, ei-
gene Strategien erstellt und die Controlling-Aktivitäten werden umfassender und damit
auch ernster genommen.

3
Grafik 3:
Sicherheit bezüglich Persönlichkeits-/Datenschutz – Nach Gemeindetypen
"Wie sicher fühlen Sie sich, dass die offiziellen Internetseiten der Verwaltung den Persönlichkeitsschutz und
den Datenschutz einhalten?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen
6 4 2 2
8 1 3 6
2 6 5
8 6 weiss nicht/ keine Angabe

60 sehr unsicher
61
67
66 63
eher unsicher

eher sicher

35 31
19 23
16 sehr sicher

Gemeinde bis Gemeinde mit Gemeinde mit Gemeinde mit Gemeinde ab


499 500 bis 999 1'000 bis 4'999 5'000 bis 9'999 10'000
EinwohnerInnen EinwohnerInnen EinwohnerInnen EinwohnerInnen EinwohnerInnen
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (bis 499 Ew. n = 97/
500-999 Ew. n = 108/1’000-4’999 Ew. n = 550/5’000-9’999 Ew. n = 112/ab 10’000 Ew. n = 66)

Der zweite Blick offenbart aber weiterhin eine unsystematische Situation in den kleineren
Gemeinden. Hier fehlt es auch oft an Personalressourcen, um bei der Entwicklung des E-
Government mitziehen zu können. Nur zwei Prozent der Gemeinden mit unter 500 Ein-
wohnerInnen verfügen beispielsweise über eine E-Government-Strategie. Der Anteil steigt
mehr oder weniger linear bis auf 41 Prozent in den Städten. Während grössere Gebiets-
körperschaften im Mittel über eine Vollzeitstelle im Bereich E-Government verfügen, sind
in Gemeinden unter 1'000 EinwohnerInnen im Mittel gerade einmal fünf Stellenprozente
für diese Aufgabe freigestellt. Es bleibt bei einer unsystematischen Situation in der Ge-
meindelandschaft der Schweiz. Ein Risiko dieser Situation ist die fehlende Einhaltung von
Datenschutzvorgaben.

Qualitativer Angebotsausbau in den Kantonen – Stillstand in kleinen Gemeinden

Fast alle Gemeinden betreiben inzwischen eine eigene Website. Die Lücke der kleinen
Gemeinden gegenüber den grösseren wird immer geringer. Die Angebote sind allgemein
auf einem technisch recht aktuellen Stand. Den Inhalt erneuern Kantone mehrmals täglich,
Bundesämter und grosse Gemeinden täglich, mittlere wöchentlich und kleine eher selte-
ner.

Das Angebot auf Gemeindeebene ist innert Jahresfrist allerdings kaum nennenswert ver-
bessert worden. Das Informationsangebot von Gemeinden stagniert auf hohem Niveau.
Die Online-Dienstleistungen der Gemeinden stagnieren und sind mit Ausnahme der GA-
Flexicard weiterhin unsystematisch vorhanden. Am meisten Transaktionsangebote findet
man in grossen, städtischen Gemeinden. Der klare Wunsch nach mehr Online-Angeboten
besteht auch in diesem Jahr.

Kantone dagegen haben im vergangenen Jahr ihr Online-Angebot deutlich ausgebaut. Sie
sind die aktuellen Motoren im Bereich E-Government.

4
Grafik 4:
Trend Übersicht potenzielle Transaktions-Angebote der Kantone:
Privatpersonen-Bereiche – starke Zunahme
"Bitte geben Sie uns für die folgenden Bereiche an, ob Sie in diesem Bereich kein Online-Angebot, nur Online-
Informationen anbieten, mindestens ein Formular zum Download oder mindestens ein Transaktionsangebot
haben." – Download und Transaktionen
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Kantonsverwaltungen

Stipendien für Studium und berufliche


92 Grundausbildung beantragen

87 Arbeitslosenunterstützung bei der


Arbeitslosenkasse beantragen
78
74 Krankenkassenprämienverbilligung
74 beantragen
63 69
Familien-/Kinderzulagen beantragen

52 69
Fahrzeugausweis/ Führerausweis
50 bestellen
48 48
Eingriffe an Baudenkmälern Bewilligung
41 beantragen
41 41 Betreibungsregister Auszug bestellen
30
26
Fahrzeug an- oder abmelden

Ausbildungsdarlehen beantragen
7

2008 2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juni bis August 2009 (N = je 23)

Grafik 5:
Trend Übersicht potenzielle Transaktions-Angebote der Kantone:
Privatpersonen-Bereiche – mittlere bis starke Zunahme
"Bitte geben Sie uns für die folgenden Bereiche an, ob Sie in diesem Bereich kein Online-Angebot, nur Online-
Informationen anbieten, mindestens ein Formular zum Download oder mindestens ein Transaktionsangebot
haben." – Download und Transaktionen
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Kantonsverwaltungen Kontrollschilder bestellen, hinterlegen und Verlust
melden
95
Kulturförderung beantragen
87
83
Immatrikulation an einer Hochschule
74
67 Suchthilfe ambulant und stationär Angebot einsehen

66 57
57 Steuern entrichten (Einkommenssteuern, Erbschafts-
und Schenkungssteuern, Grundstückssteuern)
52
43 Betreibungsbegehen beantragen
41
39
39 Lebensmittelkontrollen durchführen lassen
35
34
28 30 Steuererklärung ausfüllen/einreichen
26
24
22
Aufenthalts- und Arbeitsbewilligungen beantragen
17

Betreibung Rückzug beantragen


7

Altlasten Informationen einholen


2008 2009
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juni bis August 2009 (N = je 23)

Am wichtigsten ist die Steuererklärung. Weitere häufige Angebote finden sich im Bereich
Fahrzeuge (An- oder Abmelden, Kontrollschilder, Fahrzeug- und Führerausweis) und dem
Stipendienwesen. Viele Transaktionen auf Kantons- oder Gemeindeebene findet man eher
bei grossen, finanzkräftigen und urbanen Kantonen. Sämtliche Kantone planen einen Aus-
bau im Bereich E-Government. Darunter wird auch das E-Voting als mögliche Schlüssel-
dienstleistung immer systematischer vorwärts getrieben. Das kantonale Informationsange-
bot ist praktisch flächendeckend vorhanden. Der Vergleich des Informationsangebots legt
nahe, dass heute eher die kleineren und weniger urbanen Kantone ein unterdurchschnittli-
ches Angebot haben.

Eine Mehrheit der Bundesämter verfügt unterdessen über Transaktionsangebote. Diese sind
stark von den verschiedenen Themen- und Aufgabenbereichen abhängig. Das
Informationsangebot auf Stufe Bund wurde teilweise ausgebaut. Es bestehen auch hier
Pläne, das Angebot zu erweitern.

Die Schätzungen zur allgemeinen Nutzung der Websites sind gegenüber dem Vorjahr zu-
rückgegangen, was eher von einer realistischeren Einschätzung und einer verbreiteten
Unwissenheit als von real gesunkenem Gebrauch herrührt. Behördendienstleistungen

5
werden (vor allem bei Bundesämtern) häufiger online genutzt. Auf Gemeindeebene neh-
men die Bestellung der GA Flexicard, die Miete von Sportanlagen und die Einsicht in Re-
gierungsprotokolle eine führende Rolle ein, bei den Kantonen werden vor allem die On-
line-Steuererklärung und öffentliche Ausschreibung häufig online genutzt.

Trotz Ausweitung der internen elektronischen Zusammenarbeit ist Kooperation zwischen


Behörden eine zunehmende Schwäche

Die mangelnde Kooperation zwischen Behörden wird zunehmend als Schwäche betrach-
tet. Dies ist ein Hinweis dafür, dass das Verständnis für die Kooperationsproblematik ge-
wachsen ist. Die Orientierung an den Entwicklungen anderer ist ausser unter Kantonen
nicht genügend gewährleistet. Ein Potenzial von E-Government wird hier noch zu wenig
eingelöst.
Grafik 6:
Trend Vergleich: Einschätzung der Koordination/Zusammenarbeit
"Ist der Stand der Koordination/Zusammenarbeit im Bereich der E-Government-/Internet-Aktivitäten zwischen
Gemeinden/Städten und Kanton resp. zwischen Bund und Kanton resp. zwischen Bund, Kanton und
Gemeinden/Städten genügend oder muss die Koordination/Zusammenarbeit ausgebaut werden?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern

Koordination/
30 Zusammenarbeit muss
43 48 ausgebaut werden
54 52 53

weiss nicht/keine Angabe


23 9 5 51
13

44 Koordination/
43 43
34 33 Zusammenarbeit genügt
19
3
Kantone/2008

Kantone/2009

Bundesämter/2008

Bundesämter/2009
Gemeinden/Städte/

Gemeinden/Städte/
2008

2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni - August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/Bund N = ca. 40)

Die elektronische Zusammenarbeit weitet sich rasant, vor allem auf Basis von Online-
Tools, aus. Die vollständige Geschäftsabwicklung nimmt ebenfalls zu. Es bleibt aber auch
hier bei regional unterschiedlichen Insellösungen. Die behördenübergreifende Geschäfts-
abwicklung entwickelt sich klar nicht in die gleiche Richtung.

In kleineren Gemeinden scheint Status quo heute zu genügen

Die Bedürfnisse der Kantonsverwaltungen in Bezug auf den Angebotsausbau werden diffe-
renzierter und grösser. Diese staatliche Ebene kritisiert am ehesten das existierende Ange-
bot, vor allem auf Kantons- und Bundesebene. Diese Dynamik gleicht auch derjenigen in
den Städten. In den kleineren Gemeinden ist die Zufriedenheit mit dem Status quo am
ehesten gegeben. Weitere ausdifferenzierte Angebote werden kaum gewünscht und man
glaubt, die heutigen Bedürfnisse genügend zu befriedigen und sieht auch weniger als an-
dere Vertreter eine Notwendigkeit, das Angebot in Zukunft aufzurüsten. Auf allen staatli-
chen Ebenen herrscht weiterhin die Ansicht vor, dass eine Angebotserweiterung bis in fünf
Jahren eher notwendig ist.

Sicherheitsbedürfnisse sind nicht ausreichend befriedigt in der heutigen Zeit. Die Einfüh-
rung von Labels resp. Marken als Gütesiegel scheint aber vor allem für viele Vertreter der

6
Kantone nicht der richtige Weg, um die Sicherheit der User dahin gehend zu steigern, dass
sie sich tatsächlich auf einer offiziellen Verwaltungsseite bewegen. Eine eindeutige Identi-
fikation der User stösst vor allem auf Ebene der Kantone auf sehr hohe Zustimmung. Das
scheint ein echtes Bedürfnis der E-Government-Verantwortlichen der Verwaltung zu sein.

Die Thesen

Wir formulieren die folgenden fünf Thesen:

These 1:

Das Management von E-Government wird stärker. Strategieorientierung und Standards


nehmen zu. Die Orientierung an anderen Verwaltungseinheiten und die Kooperation sind
aber noch entwicklungsfähig. Werden nur Insellösungen angestrebt, so droht statt einer
elektronischen Verwaltung eine insulare Verwaltung – ein "Insel"- oder "I"-Government
statt E-Government.

These 2:

Das E-Government-Angebot wird besser. In grösseren Verwaltungseinheiten wird das An-


gebot systematisch, aber nicht dramatisch ausgebaut. Zunehmend können in grösseren
Gemeinden und Kantonen Prozesse gänzlich online abgewickelt werden.

These 3:

In kleineren Verwaltungseinheiten fehlen Wissen und Ressourcen zur Entwicklung von E-


Government. Der Wildwuchs und die Heterogenität des Angebots sind problematisch. E-
Government in der Schweiz hat zwei Geschwindigkeiten. Kleinere Verwaltungen drohen
abgehängt zu werden. Aus eigener Kraft aufzuholen wird schwierig und Unterstützung ist
jetzt wichtiger denn je.

These 4:

Die Unsicherheit der NutzerInnen bezüglich des Umgangs mit den Daten und des Absen-
ders der Webseite ist das grösste Risiko für die weitere Entwicklung von E-Government.

7
These 5:

"E-Government 2.0" würde bedeuten, dass neben vollständig verfügbaren Informationsleis-


tungen Transaktionsprozesse koordiniert erfolgen und verschiedene staatliche Ebenen inte-
griert werden. Zwar ist die Schweiz 2009 noch weit von E-Government 2.0 entfernt, aber
mindestens im Bereich der Transaktionsprozesse in grösseren Verwaltungseinheiten
scheint ein erster Aufbruch gelungen. Die grosse Herausforderung ist weiterhin die Integra-
tion der verschiedenen staatlichen Ebenen.

8
Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG ....................................................................................................................................... 10
1.1. DAS MANDAT UND DIE FRAGESTELLUNG................................................................................................... 10
1.2. DIE GRAFISCHE AUFARBEITUNG ................................................................................................................. 12
1.3. DIE BERICHTERSTATTUNG UND DIE GLIEDERUNG ...................................................................................... 14
1.4. DIE BEFUNDE AUS DER WELLE 2008 ......................................................................................................... 15
2. DIE BEFUNDE ..................................................................................................................................... 17
2.1. DIE THEMEN, DIE POLITIK, DIE TREIBER- UND BREMSFAKTOREN IM E-GOVERNMENT.................................. 17
2.1.1. Die aktuellen Themen................................................................................................................ 17
2.1.2. Die gesetzlichen Grundlagen und die Unterstützung durch die Politik ............................... 18
2.1.3. Die gesetzlichen und die allgemeinen Hürden bei der Entwicklung von E-
Government ................................................................................................................................ 20
2.1.4. Die Treiberfaktoren des E-Government.................................................................................... 21
2.1.5. Die Zwischenbilanz ................................................................................................................... 23
2.2. GRUNDLAGEN, VERANTWORTLICHKEITEN, STRATEGIE UND CONTROLLING ............................................... 24
2.2.1. Die personelle Basis und die Regelung der Verantwortlichkeiten......................................... 24
2.2.2. Der Bezug zur E-Government-Strategie und zu eCH-Standards ............................................ 26
2.2.3. Der Persönlichkeitsschutz und das Controlling....................................................................... 28
2.2.4. Zwischenbilanz .......................................................................................................................... 30
2.3. DIE KOOPERATION UND DAS E-GOVERNMENT INNERHALB DER VERWALTUNG .......................................... 30
2.3.1. Die Einschätzung der Zusammenarbeit und der Profit von anderen Behörden ................... 30
2.3.2. E-Government innerhalb der Verwaltung ................................................................................ 32
2.3.3. Zwischenbilanz .......................................................................................................................... 34
2.4. DAS ANGEBOT UND DESSEN NUTZUNG .................................................................................................... 34
2.4.1. Das Angebot auf Ebene der Gemeinden.................................................................................. 38
2.4.2. Das Angebot auf Ebene der Kantone ........................................................................................ 45
2.4.3. Das Angebot auf Ebene des Bundes ......................................................................................... 52
2.4.4. Die Nutzung des Online-Angebotes......................................................................................... 55
2.4.5. Zwischenbilanz .......................................................................................................................... 60
2.5. DIE BEDÜRFNISSE UND DIE KÜNFTIGE ENTWICKLUNG ................................................................................ 61
2.5.1. Zwischenbilanz .......................................................................................................................... 67
3. DIE SYNTHESE .................................................................................................................................... 69
3.1. EINBETTUNG DER RESULTATE IN EIN ANGEBOTS-NACHFRAGE-MODELL ...................................................... 69
3.2. DIE THESEN ............................................................................................................................................... 72
ANHANG 1:................................................................................................................................................ 73
A. DAS ANALYSEMODELL ............................................................................................................................... 73
B. AUSWERTUNG UND GRAFIKEN .................................................................................................................. 75
ANHANG 2:................................................................................................................................................ 76
DETAILRESULTATE ANGEBOTE KANTONE PRO KANTON ........................................................................................ 76
ANHANG 3:................................................................................................................................................ 79
DAS GFS.BERN TEAM ............................................................................................................................................ 79

9
1. Einleitung
1.1. Das Mandat und die Fragestellung

Der Bund (Informatikstrategieorgan Bund) und die Kantone (Staatsschreiberkonferenz) be-


auftragten das Forschungsinstitut gfs.bern, eine Studie zum Thema Verwaltung und E-Go-
vernment zu erstellen. Sie soll dazu dienen, den Stand des Angebots auf Gemeinde- und
Kantonsebene sowie bei der Bundesverwaltung für das Jahr 2009 und die Entwicklung seit
2008 zu beschreiben. Damit sind in dieser Studienreihe erstmals Datenreihen verfügbar.

Diese Fragen sollen diskutiert werden:

• Wie ist der Stand des Online-Angebotes?


• Wie sind die einzelnen Amtsstellen miteinander vernetzt?
• Werden Angebot und Nachfrage überprüft? Wenn ja, wie?
• Wo gibt es aus Sicht der Verwaltung Handlungsbedarf?
• Wie ist der Stand des Online-Angebotes?

Die Erstellung des Fragebogens erfolgte 2008 in einem gemeinsamen Workshop und
wurde 2009 überarbeitet.

Die Befragung fand in der Regel online statt, wobei bei spezifischen Zielgruppen telefo-
nisch nachgehakt wurde und auch die Möglichkeit bestand, direkt über computergestützte
Telefonate an der Befragung teilzunehmen. Die Erhebung fand zwischen dem 17. Juni und
dem 24. August 2009 statt. Nach Möglichkeit wurden E-Government-Verantwortliche zur
Befragung aufgefordert. Aufgrund unterschiedlicher Strukturen und Organisationsformen
gaben schliesslich Personen in unterschiedlichen und teilweise auch parallelen Funktionen
Auskunft. Rund die Hälfte der Befragten waren Stadt- oder GemeindeschreiberInnen oder
deren Stellvertretungen, ein Viertel war verantwortlich für die Informatik. Bei Kantonen
und Bundesämtern beantworteten vielfach die Kommunikationsverantwortlichen die Fra-
gen.
Grafik 7:
Stellung/Funktion der befragten Personen
"Sind Sie persönlich …?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern; Mehrfachantworten möglich

GemeindeschreiberIn/StadtschreiberIn
39

8
E-Government-Verantwortliche/r 48
30
Bundesämter
5 Kantone
Informatikverantwortliche/r 35
Gemeinden/Städte
24

stellvertretendeR
4
GemeindeschreiberIn/StadtschreiberIn 21

39
Kommunikationsverantwortliche/r 30
16

24
hierarchische Differenzierung 26
8

Finanzverwalter/in
8

Web-Administrator/in, Webmaster/in, 24
13
Verantwortliche/r Internetauftritt 5

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden N = 929/Kantone N = 23/Bund N = 38)

10
Grundlage der Erhebung bildete ein gemischtes Design mit Stichproben und Vollerhebun-
gen: Von den 69 angefragten Bundesämtern nahmen 38 teil (Ausschöpfung 55%). Für die
Kantone wurde die Befragungszeit aufgrund mangelhafter Ausschöpfung um eine Woche
verlängert. Von den 26 eingeladenen Kantonen beantworteten schliesslich 23 die Fragen
(Ausschöpfung 88%).

Grafik 8:
Teilnahme der Kantone am Projekt „Verwaltung und E-Governement“

Kanton

ZH BE LU UR SZ OW NW GL ZG

Teilnahme Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja

Kanton

FR SO BS BL SH AR AI SG GR

Teilnahme Ja Ja Ja Nein Ja Ja Ja Ja Ja

Kanton

AG TG TI VD VS NE GE JU

Teilnahme Ja Ja Ja Ja Nein Ja Nein Ja

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juli 2009 (N = 23)

Bei den grösseren Gemeinden wurde analog zu den Bundesämtern und Kantonen eine
Vollerhebung realisiert. Bei den kleineren Gemeinden wurde lediglich eine Stichprobe ge-
zogen. Insgesamt nahmen 929 Gemeinden an der Befragung teil und die angestrebte Aus-
schöpfung von mindestens einem Drittel wurde überall übertroffen. Die Gemeindedaten
wurden so gewichtet, dass die jeweilige Grössenklasse mit dem effektiven Bevölkerungs-
anteil übereinstimmt. Auswertungen nach den Grössenklassen erfolgten ungewichtet.

Nachfolgende Grafik gibt eine Übersicht über das Design und die Gewichtung bei Ge-
meinden.

11
Grafik 9:

Gemeinden: Ausschöpfung und Gewichtung


Total Anzahl
Einwohnerzahl Gemeindezahl Angeschrieben Rücklauf Rücklaufquote Gewichtung*
0 bis 499 803 250 (Stichprobe) 93 37% 3%
500 bis 999 549 250 (Stichprobe) 108 43% 5%
1'000 bis 4999 1‘054 1'000 (Stichprobe) 550 55% 32%
5'000 bis 9'999 188 188 (Vollerhebung) 112 60% 17%
10'000 bis 99'999 122 122 (Vollerhebung) 63 52% 30%
ab 100'000 5 5 (Vollerhebung) 3 60% 12%

* Gewichtung nach realem Bevölkerungsanteil der jeweiligen Grössenklasse

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (N = 929)

Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Ausschöpfungen vor allem in den kleineren Ge-
meinden dieses Jahr nicht mehr ganz erreicht (2008: 42%/2009: 37%). Dies obwohl zu-
sätzliche Reminding-Aktionen in den kleineren Gemeinden gemacht wurden. Die Rück-
laufquote ist zwar über dem Zielwert, aber der sinkende Rücklauf in kleineren Gemeinden
ist ein Zeichen für eine mangelhafte Akzeptanz der E-Government-Aktivitäten oder der Be-
fragung selbst in diesen Kreisen. Eine Ursache könnten die allgemein geringen Ressourcen
sein, die in kleinen Gemeinden für E-Government freigestellt sind. Dies führte bereits im
Vorjahr zu geringeren Ausschöpfungen. Bei einer Neuauflage der Studie sollte dem Aspekt
der Ausschöpfung in kleineren Gemeinden grosse Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Die neu generierten Daten wurden wie folgt analysiert: Zuerst erfolgt eine Beschreibung
der gewonnenen Erkenntnisse. Dabei werden vor allem Häufigkeiten in Form von Pro-
zentwerten beschrieben. Jede dieser Aussagen ist mit einem Unsicherheitsbereich behaftet.
Dieser richtet sich bei Stichproben vor allem nach der Stichprobengrösse, teilweise auch
nach der Höhe der Prozentzahl, die interessiert.

Da es sich bei der vorliegenden Studie bei den Gemeinden um eine Mischung zwischen
Vollerhebung und Stichproben handelt, ist ein angenommener Stichprobenfehler bei den
Gemeinden von +/- 2.6 Prozentpunkten (929 antwortende Gemeinden, endliche Gesamt-
population) sinnvoll.

Bei den Kantonen und bei der Bundesverwaltung kann man den theoretischen Stichpro-
benfehler ebenfalls aufgrund des Stichprobenfehlers bei endlichen Gesamtpopulationen
schätzen. Hier entscheiden die Ausschöpfung und die Stichprobengrösse mit. Der so er-
rechnete Stichprobenfehler bei endlichen Stichproben beträgt +/- 7.1 Prozentpunkte bei
den Kantonen und +/- 9.3 Prozentpunkte bei den Bundesämtern.

1.2. Die grafische Aufarbeitung

Alle Grafiken im Schlussbericht liegen dem gleichen Schema zugrunde, das im Folgenden
kurz erläutert wird:

12
Grafik 10:
Existenz E-Government-Strategie
1
"Besteht in Ihrer Gemeinde/Stadt, Ihrem Kanton, Ihrem Amt eine Internetstrategie/E-Government-Strategie?"
2 in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern

26
34 Nein

64

3 21
weiss nicht/keine
Angabe

74
9

45 Ja
27

Gemeinden/Städte Kantone Bundesämter 4


© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden N = 929/Kantone N = 23/Bund N = 38)

Im Titel (1) lässt sich sowohl eine schlagwortartige Zusammenfassung der Frage wie in An-
führungszeichen auch der genaue Fragetext ablesen.

Die Referenzgrösse (2) gibt darüber Aufschluss, auf welche Gruppe sich die Auswertung in
der Grafik bezieht. In vielen Grafiken sind dies links die antwortenden E-Government-Ver-
antwortlichen in den Gemeinden/Städten, in der Mitte die E-Government-Verantwortlichen
der Kantone und rechts die entsprechenden Zuständigen der Bundesämter.

Die Resultate (3) zeigen in grafisch visualisierter Form die Ergebnisse. Je nach angestrebter
Aussage visualisieren wir Resultate mittels Kuchen, Balken oder wie in der Regel bei dieser
Studie in Säulen, die entweder die verschiedenen Gemeindegrössen oder die drei staatli-
chen Ebenen wie im abgebildeten Beispiel darstellen. Zwar sind alle Grafiken für die Ebe-
nen einzeln aufbereitet worden, sie werden im Bericht aber nicht einzeln aufgeführt.

Der Fusszeile (4) entnimmt man sowohl den Zeitraum der Befragung wie auch die Anzahl
der Auskunft gebenden Personen, die für die Aussage in der Grafik relevant sind. Für die
drei untersuchten Gruppen sind dies gesamthaft 929 Gemeinden, 23 Kantone und 38
Bundesämter. Wenn alle Auskunft gaben, ist dies am gross geschriebenen N erkennbar.
Wenn nur ein Teil der Gruppe Auskunft gab, wird dies mittels einem kleinen n und einer
reduzierten Zahl signalisiert.

Für die Darstellung von zeitlichen Veränderungen werden ebenfalls meist Säulengrafiken
eingesetzt. Neben den Resultaten für 2009 enthalten diese auch die Erkenntnisse aus dem
Jahr 2008 für die drei Ebenen Gemeinden, Kantone und Bund. Auf die grafische Darstel-
lung der Resultate im Trend wird verzichtet, wenn keine grösseren Veränderungen er-
kennbar sind oder die Darstellung zu komplex wird. Bei der Beschreibung der Resultate
wird jedoch auf interessante Veränderungen hingewiesen.

Spezielle Lesehilfen für sehr komplexe Grafiken sollen deren Verständnis erleichtern.
Diese sind unter der jeweiligen Grafik zu finden.

13
1.3. Die Berichterstattung und die Gliederung

Das Projektteam bestand aus den SpezialistInnen von gfs.bern zu E-Government-Fragen:

Leitung: Lukas Golder, Politikwissenschafter, Senior-Projektleiter gfs.bern

Stellvertretung: Laura Kopp, Politikwissenschafterin, Projektleiterin gfs.bern

Programmierung: Stephan Tschöpe, Datenanalytiker/Programmierer gfs.bern


Andreas Stettler, Datenanalytiker/Programmierer gfs.bern

Datenanalyse/Grafik: Jonas Kocher, Projektassistent gfs.bern

Grafik/Desktop: Silvia Ratelband-Pally, Projektadministratorin gfs.bern.

Die Studie wurde nach den Grundsätzen der Branchenvereinigungen, denen gfs.bern an-
gehört (SMS-SWISS INTERVIEW, ESOMAR), durchgeführt.

Das folgende zweite Kapitel beinhaltet die Befunde. Die Kapitel referieren jeweils auf alle
drei staatlichen Ebenen. Jedes Unterkapitel wird mit einer Zwischenbilanz abgeschlossen.
Die Gliederung des Befundekapitels ist wie folgt:
• Das erste Befundekapitel (2.1.) beschreibt die aktuelle Grosswetterlage von E-Govern-
ment. Die aktuellen Themen, die Einschätzungen zur Politik sowie die Treiber- und
Bremsfaktoren im E-Government.
• Danach werden die Pfeiler beschrieben, auf denen E-Government heute steht: die
Grundlagen, Verantwortlichkeiten, die Strategie und das Controlling (2.2.).
• Das dritte Kapitel (2.3.) beschreibt die Kooperation und das E-Government innerhalb
der Verwaltung – ein wichtiger Befund aus dem letzten Jahr.
• Das vierte Befundekapitel (2.4.) ist das Herzstück und beschreibt das heutige Angebot
auf den drei staatlichen Ebenen Bund, Kantone und Gemeinden sowie die Nutzung des
Angebots.
• Im fünften Kapitel (2.5.) wird ein Blick in die Zukunft anhand der Bedürfnisse und den
Einschätzungen zur künftigen Entwicklung gewagt.

Das dritte Kapitel macht den Bezug zum im Anhang dargestellten Modell und formuliert
Thesen zur Leseweise der Studie.

14
1.4. Die Befunde aus der Welle 2008

Aufgrund der Resultate von 2008 formulierten wir sieben Thesen. Diese können im Sinne
eines Monitorings ab diesem Jahr im Zeitverlauf analysiert werden.

These 1 2008:

Die Amtsstellen in der Schweiz sind im E-Zeitalter angekommen. Kleinere Gemeinden


sind noch nicht ganz flächendeckend vernetzt und zu einem guten Teil erst seit jüngerer
Zeit online, aber die meisten EinwohnerInnen können zwischenzeitlich über das Internet
mit den zuständigen Behörden in Kontakt treten. Anstösse für die Vernetzung sind Ansprü-
che an die Dienstleistungsqualität und die steigenden Bedürfnisse der Bevölkerung, online
Behördengeschäfte zu erledigen. Kosteneinsparungen oder der Standortwettbewerb waren
weniger die Auslöser der Online-Aktivitäten.

These 2 2008:

Das Angebot auf Kantons- und Gemeindeebene ist äusserst heterogen. Bedeutende Infor-
mationen sind aber praktisch überall greifbar. Bezogen auf Transaktionsdienstleistungen
und direkter Abwicklung von Behördengeschäften ist der Stand aber völlig unterschiedlich
und in der Regel schwach.

These 3 2008:

Mit der Steuererklärung verfügt die Kantonsebene über eine relevante Leit-Dienstleistung,
welche den Kantonsseiten ein klares Profil verleiht. Eine solche Dienstleistung ist auf den
ersten Blick bei Gemeinden nicht erkennbar. Gerade Gemeinden möchten aber künftig
mehr konkrete Online-Dienstleistungen anbieten.

These 4 2008:

Zwar ist ein sanfter Ausbau des Online-Angebots in der Regel weiterhin erwünscht, die
kleinsten Gemeinden planen dies aber kaum, weil sie weder die Ressourcen haben noch
ein solches Bedürfnis erkennen. Die kleinen Gemeinden richten sich weder nach einer
Strategie noch systematisch nach Benchmarks. Das Online-Angebot in kleineren Gemein-
den ist ein Wildwuchs, wobei bürgerlich-wohlhabende, urban ausgerichtete Gemeinden
bessere Angebote haben. Letztlich kommt es aber auf einzelne Personen an. Unterstützung
für solche Gemeinden ist nötig.

15
These 5 2008:

Informationen und Austausch über E-Mail ist der Stand heute. Das ist "E-Government 1.0".

Die Zeit ist reif für koordinierte Transaktionsprozesse, welche die verschiedenen staatli-
chen Ebenen integriert. Dies bedeutet "E-Government 2.0".

These 6 2008:

Für "E-Government 2.0" braucht es verstärkte Koordination, Standardisierung, klarere Re-


geln und den Durchbruch bei der elektronischen Unterschrift. Dies kann einen zusätzli-
chen Schub auslösen, wenn Bund und Kantone überzeugend die Führung übernehmen.

Nach der Verbesserung der Dienstleistungsqualität und der Bedürfnisabdeckung für "E-
Government 1.0" sollten die Schlagworte für "E-Government 2.0" Einheitlichkeit, systema-
tische Prozessabwicklung und Kosteneinsparungen sein.

These 7 2008:

Der Stand der E-Democracy in der Schweiz ist für das weltweit führende direktdemokrati-
sche Land ungenügend. Auf Gemeindeebene gibt es kaum Initiativen, die E-Partizipation
zu fördern und auch auf Ebene der Kantone läuft wenig. Gerade E-Voting könnte eine wei-
tere Schlüsseldienstleistung sein, um mehr Menschen vom Online-Kanal zu überzeugen.
Nach E-Voting gibt es eine Nachfrage, aber es gibt kein Angebot. Ohne richtungweisende
Entscheidungen wird das Angebot ungenügend bleiben.

16
2. Die Befunde
2.1. Die Themen, die Politik, die Treiber- und Bremsfaktoren im
E-Government

2.1.1. Die aktuellen Themen

Um einen Eindruck darüber zu gewinnen, welche Themen rund um E-Government seitens


der staatlichen Ebenen von Interesse sind, wurden 2009 neu Fragen zur Themenwahr-
nehmung in die Umfrage aufgenommen.

Erwartungsgemäss sind die Antwortenden auf allen drei staatlichen Ebenen aufmerksam,
was Neuigkeiten rund um das Internet-Angebot der Verwaltung betrifft. In den Gemeinden
bis 499 EinwohnerInnen sind es allerdings weniger als zwei Drittel. Am stärksten invol-
viert sind die Antwortenden auf Kantonsebene, während bei den Bundesämtern die Auf-
merksamkeit (61%) sogar geringer ist als in den kleinsten Gemeinden.
Grafik 11:
Neuigkeiten
"Sprechen wir nun vom Internet-Angebot der Verwaltung insgesamt. Haben Sie im letzten Jahr Neuigkeiten
über das Internet-Angebot der Verwaltung, also über das Angebot aller Verwaltungsstufen (Gemeinden,
Kantone oder Bund) gehört, gelesen oder gesehen?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern

15 13
26 Nein
4
7

13
weiss nicht/ keine
Antwort

83 Ja
78

61

Gemeinden/Städte Kantone Bundesämter


© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden N = 929/Kantone N = 23/Bund N = 38)

Die Themenwelt auf Kantonsebene ist differenzierter als diejenige auf den beiden anderen
staatlichen Ebenen. Trotzdem zeigen sich Parallelen, was die zentralen Themen betrifft:
Die Navigation und die Technik in vielerlei Zusammenhang (wie beispielsweise dem bar-
rierefreien Zugang der Struktur und der Anwenderfreundlichkeit) sind die am häufigsten
wahrgenommenen Themen. Praktisch gleich bedeutend ist der Themenbereich der On-
line-Schalter und des E-Government als solches. Vor allem auf Kantonsebene interessiert
zudem der generelle (und permanente) thematische Ausbau. E-Voting ist als Einzelthema
das viertwichtigste überhaupt auf allen staatlichen Ebenen. Politik und Verwaltung ist ge-
nerell ein häufig genanntes Thema. Meist wird hier der Bezug zu anderen zuständigen
Stellen oder Angeboten gemacht: Auf Gemeindeebene betrifft dies insbesondere die Kan-
tonssite und auf Ebene der Kantone das Bundesangebot. Die Datenverwaltung (elektroni-
sche Unterschrift, Verschlüsselung, Persönlichkeitsschutz) interessiert vor allem auf Ebene
der Kantone. www.ch.ch ist auf Ebene der Gemeinden ein zentrales Thema.

17
Grafik 12:
Filter: Rezeption Neuigkeit
"Erinnern Sie sich? Was genau haben Sie gehört, gesehen oder gelesen?"
"Gibt es ein weiteres Thema, welches Sie gehört haben?"

Nasvigation und Technik

Online-Schalter / E-
Government

genereller thematischer Bundesämter


Ausbau
Kantone

Gemeinden/Städte
E-Voting

Politik und Verwaltung

Datenverwaltung Basis: inhaltliche Nennungen derjenigen, die


eine Neuigkeit bemerkt haben
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden n = 679/Kantone n = 19/Bundesämter n = 23)

Die Themenlage wird auf allen drei Ebenen mehrheitlich positiv bewertet. Eher kritische
Themen werden nur vereinzelt genannt und haben keine Systematik. Niemand empfindet
eines der Themen als sehr negativ.
Grafik 13:
Beurteilung genanntes Thema
"Wie beurteilen Sie dieses von Ihnen genannte Thema? Ist dieses Thema für Ihr Urteil über das Internet-
Angebot der staatlichen Verwaltung sehr positiv, eher positiv, eher negativ oder sehr negativ?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern, die ein Thema genannt haben

8
21 22 8 weiss nicht/ keine Angabe

6 17 sehr negativ
11

10 17
eher negativ
25

unterschiedlich
36 28

eher positiv

42
sehr positiv
28
22

Gemeinden/Städte Kantone Bundesämter


© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinde N = 929/Kanton N = 23/Bund N = 38)

2.1.2. Die gesetzlichen Grundlagen und die Unterstützung durch die Politik

Die erstmals gestellte Frage nach der Unterstützung durch die Politik zeigt Folgendes:
Mehrheiten aller drei Ebenen fühlen sich von den politischen Vorgesetzten mindestens
eher unterstützt und nur zu einem kleinen Teil eher gebremst. Ein gutes Drittel der Kan-
tonsvertreterInnen fühlt sich von den politischen Vorgesetzten sogar sehr stark unterstützt.
Auf den beiden anderen Ebenen sind das deutlich weniger.

18
Grafik 14:
Unterstützung
"Fühlen Sie sich in der Verwaltung von den politischen Vorgesetzten bei der Umsetzung von E-Government
stark unterstützt, eher unterstützt, eher gebremst oder stark gebremst?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern

14 13
18
weiss nicht/ keine Angabe

14
22
18
stark gebremst

30 eher gebremst
59
53
eher unterstützt

35
stark unterstützt
13 11

Gemeinden/Städte Kantone Bundesämter


© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden N = 929/Kantone N = 23/Bund N = 38)

Zur verhalten positiven Bewertung der Themenlage und der politischen Unterstützung
passt auch die Beurteilung der gesetzlichen Grundlagen. Allerdings sahen sich viele Ant-
wortende vor allem für die staatlichen Ebenen, die nicht sie selbst betrafen, nicht in der
Lage, diese Grundlagen zu bewerten.

In der Regel beurteilen die Antwortenden die gesetzlichen Grundlagen auf den drei staat-
lichen Ebenen dennoch als eher ausreichend. Für die eigene Ebene sind sogar Mehrheiten
mit dem Gesetzgeber zufrieden. Die Gemeindevertreter sind zu 63 Prozent (vollständig
oder teilweise) mit den Grundlagen auf Stufe Gemeinde, die Kantone zu 69 Prozent mit
den Grundlagen auf Stufe der Kantone und die Bundesvertreter zu 53 Prozent mit denjeni-
gen auf Stufe des Bundes zufrieden. Mehr als ein Viertel der Kantonsvertreter beurteilt die
gesetzlichen Grundlagen aller drei staatlichen Ebenen allerdings kritisch.
Grafik 15:
Einschätzung gesetzliche Grundlagen
"Sind die gesetzlichen Grundlagen aus Ihrer Sicht für Ihre E-Government-/Internetaktivitäten ausreichend auf
Stufe Gemeinde/Stadt, Kanton und Bund?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern

Aussagen der Gemeinden/Städte Aussagen der Kantone Aussagen der Bundesämter


2 2
3 4 4 5 5 5 Nein, überhaupt
9
9 12 nicht
17
22 22
17
Nein, teilweise nicht
26 42
5
38
41
76 76 weiss nicht/keine
39
44 Angabe
25 39

21 32 Ja, teilweise
14
13
13
37
27 30 11 11 Ja, vollständig
26 22
17 21
8 8
Ihr Kanton

Ihr Kanton
Bund

Bund

Kantone

Bund
Ihre Gemeinde/

Gemeinden/

Gemeinden/
Städte

Städte
Ihre
Stadt

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden N = 929/Kantone N = 23/Bund N = 38)
Erläuterung: In der Grafik dargestellt sind die Aussagen der Befragten der Gemeinde, der Kantone und der Bundesämter für alle drei
staatlichen Ebenen. So enthält bspw. der linke Block die Aussagen der GemeindevertreterInnen zu den gesetzlichen Grundlagen auf der
Ebene ihrer Gemeinde, ihres Kantons und des Bundes. 37 Prozent der GemeindevertreterInnen sind der Ansicht, dass die gesetzlichen
Grundlagen ihrer Gemeinde vollständig genügen. 27 Prozent derselben Befragten sind bezüglich der kantonalen Gesetzesgrundlagen
gleicher Meinung.

19
Vorerst lassen sich keine klaren zeitlichen Entwicklungen in diesem Bereich feststellen.
Tendenziell zeigt sich aber, dass Kantonsvertreter bei der Beurteilung der gesetzlichen
Grundlagen auf allen Ebenen etwas kritischer waren als im Vorjahr.
Grafik 16:
Trend Vergleich: Einschätzung gesetzliche Grundlagen – Ebene Kanton
"Sind die gesetzlichen Grundlagen aus Ihrer Sicht für Ihre E-Government-/Internetaktivitäten ausreichend auf
Stufe Gemeinde/Stadt, Kanton und Bund?" – Ebene Kanton
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern
2 9 4 2 4
7
7
14
13 22 Nein, überhaupt
17 22
4 nicht
5

45 Nein, teilweise nicht


70 39
44 46
39
weiss nicht/keine
Angabe
20 13
13 Ja, teilweise
30 30 14
19 22
17
7 Ja, vollständig
Gemeinden/Städte/

Bundesämter/

Bundesämter/
Kantone/2008

Kantone/2009
Gemeinden/
Städte/2008

2008

2009
2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni - August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/Bund N = ca. 40)
Erläuterung: In der Grafik sind die Resultate der Befragung 2008 und 2009 für die Ebenen Gemeinde, Kantone und Bundesämter für die
Einschätzungen der gesetzlichen Grundlagen auf Kantonsebene dargestellt. So waren beispielsweise 2008 30 Prozent der Kantonsvertre-
terInnen der Meinung, dass die Gesetzesgrundlagen auf Ebene Kanton reichen. 2009 beträgt der Anteil ebenfalls 30 Prozent. Bei den
GemeindevertreterInnen waren 2008 19 Prozent der Ansicht, dass die kantonalen Gesetzesgrundlagen vollständig ausreichen; 2009 be-
trägt dieser Anteil 17 Prozent.

2.1.3. Die gesetzlichen und die allgemeinen Hürden bei der Entwicklung von
E-Government

In erster Linie werden vor allem von Gemeindeseite her weitere Grundlagen für Dienstleis-
tungen gefordert. Das E-Voting sticht unter den geforderten einzelnen Dienstleistungen
eindeutig hervor. Der Durchbruch bei der elektronischen Unterschrift ist weiterhin das
grösste Bedürfnis auf Ebene der Kantone und des Bundes. Die Zusammenarbeit wird aber
auch als wichtig erachtet, wobei auf Gemeindeebene konkrete und einfache Bedürfnisse
vorhanden sind. Auf Ebene der Bundesämter werden dagegen verstärkt Bedürfnisse im Be-
reich der Datenverwaltung geäussert und eine Vereinheitlichung der Gesetze gewünscht.
Grafik 17:
Gewünschte gesetzliche Verbesserungen
"Wo wünschen Sie sich bessere gesetzliche Vorgaben/was sollte auf Gesetzesebene besser geregelt sein?"

Dienstleistungen/E-
Voting

elektronische Unterschrift

Zusammenarbeit

Vereinfachung und
Konkretisierung

Datenverwaltung
Bundesämter
Kantone
Datenschutz Gemeinden/Städte

Allgemeines

Anderes

Vereinheitlichung der Basis: inhaltliche Nennungen


Gesetze jene, welche gesetzliche Grundlage nicht
als vollständig ausreichend empfinden
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden n = 383/Kantone n = 23/Bundesämter n = 38)

20
Bundesämter klagen verstärkt über die IKT-Infrastruktur, wenn es um Hürden bei der Um-
setzung von E-Government geht. Dies wird auf Ebene von Kantonen und Gemeinden nur
stark minderheitlich genannt. 2008 war die Infrastruktur auf Ebene der Kantone eine grös-
sere Hürde. Im zeitlichen Vergleich praktisch stabil wird die Haltung der politischen
Instanzen nur von Minderheiten als Hürde betrachtet. Dies korrespondiert auch mit den
Resultaten zur positiv beurteilten Unterstützung von dieser Seite her.
Grafik 18:
Hürden bei der Umsetzung von E-Government
"Gibt es Hürden, die Sie an der Umsetzung von E-Government hindern?"
16
Nein 4
20
63
Personalressourcen 46
57

47
Budgetrestriktionen 44
74

21
Wissensstand der Mitarbeitenden 22
30

13
Rechtsgrundlage 21
39

11
Haltung der politischen Instanzen 15
30

(fehlende/falsche) Strategien 4
32 Bundesämter
15
42 Kantone
IKT-Infrastruktur 9
13

3 Gemeinden/Städte
Gesetz und Sicherheit 5
11
zu starre interne Abläufe 4
26

5
Anbindung ans Internet 3
5
Verwaltung (z.B. Zeitaufwand) 2
13 in % verantwortlicher Personen für E-Government bei
Gemeinde-/Stadtverwaltung, Kantonsverwaltung und
Allgemeines 1 Bundesämtern; Mehrfachantworten möglich

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden N = 929/Kantone N = 23/Bund N = 38)

Die Personalressourcen bilden auf Ebene Bund und Gemeinden die grösste Hürde bei der
Umsetzung von E-Government. Budgetrestriktionen werden vor allem auf Ebene der Kan-
tone stark beklagt und sind für jeweils knapp die Hälfte der Bundesämter und Gemeinden
ebenfalls eine wichtige Hürde. Im Zeitvergleich haben sich Budgetsorgen eher noch leicht
verstärkt. Der Wissenstand der Mitarbeitenden ist für relevante Minderheiten aller Ebenen
ebenfalls eine Hürde. Der Wissenstand wird aber etwas weniger oft als im Vorjahr als
Hürde genannt.

2.1.4. Die Treiberfaktoren des E-Government

Die Kantonsvertreter machen sich im Vergleich zum Vorjahr ein viel deutlicheres Bild ver-
schiedener Treiberfaktoren des E-Government. Alle Faktoren ausser Wettbewerb zwischen
den Kantonen wurden im Mittel als zum Teil deutlich wichtiger erachtet. Die Optimierung
der Prozesse (erstmals 2009 als Faktor erfragt) und die Verbesserung der Dienstleistungs-
qualität stehen gemeinsam zuoberst bei den Treiberfaktoren. Kosteneinsparungen haben
ebenfalls ein deutlich höheres Gewicht als im Vorjahr, stehen aber weiterhin nicht zuvor-
derst.

21
Grafik 19:
Trend: Wichtigkeit Auslöser für E-Government-Aktivitäten in Ihrem
Kanton (1)
"Bitte geben Sie uns an, wie wichtig welche Auslöser für die E-Government-/Internet-Aktivitäten Ihres Kantons
sind. 0 ist „überhaupt nicht wichtig“, 10 „absolut wichtig“. Mit den Werten dazwischen können Sie Ihre
Meinung abstufen."
in Mittelwerten
Optimierung der Prozesse
8.9 8.9
8.7
Dienstleistungsqualität verbessern
8.2 8.6

7.5 8.1
Zeitlich unabhängiger Behördenschalter
7.4 einrichten
7.8

7.1
Steigende Bedürfnisse der Unternehmen
nach Online-Abwicklung erfüllen
6.7

Steigende Bedürfnisse der BürgerInnen


nach Online-Abwicklung erfüllen

Image des Kantons verbessern

2008 2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juli 2009 (N = 23)

Grafik 20:
Trend: Wichtigkeit Auslöser für E-Government-Aktivitäten in Ihrem
Kanton (2)
"Bitte geben Sie uns an, wie wichtig welche Auslöser für die E-Government-/Internet-Aktivitäten Ihres Kantons
sind. 0 ist „überhaupt nicht wichtig“, 10 „absolut wichtig“. Mit den Werten dazwischen können Sie Ihre
Meinung abstufen."
in Mittelwerten
Zusammenarbeit mit anderen Behörden
vereinfachen

Abläufe für Kundschaft transparenter


machen
8.1 8.0
7.4 7.8
Leistungspalette vergrössern
7.1 7.4
6.9
6.9
Zeitersparnis

6.1

5.8 Kosteneinsparungen
5.2
5.0

Wettbewerb zwischen den Kantonen

2008 2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juli 2009 (N = 23)

Im Vergleich dazu haben sich aus Sicht der Gemeinden die Treiberfaktoren kaum verän-
dert. Als einziger Auslöser hat die Imageverbesserung deutlich an Gewicht gewonnen. Die
Reihenfolge ist vergleichbar mit den Kantonen, wobei die Optimierung der Prozesse aber
nicht ganz an der Spitze steht.

22
Grafik 21:
Trend: Wichtigkeit Auslöser für E-Government-Aktivitäten (1)
"Bitte geben Sie uns an, wie wichtig welche Auslöser für die E-Government-/Internet-Aktivitäten Ihrer
Gemeinde/Stadt sind. 0 ist „überhaupt nicht wichtig“, 10 „absolut wichtig“. Mit den Werten dazwischen können
Sie Ihre Meinung abstufen.
in Mittelwerten
8.4 Dienstleistungsqualität verbessern
8.3
8.1
7.9 Steigende Bedürfnisse der BürgerInnen
7.8 nach Online-Abwicklung erfüllen
7.6
7.6 7.6 7.6
Optimierung der Prozesse
7.4

Zeitlich unabhängiger Behördenschalter


einrichten

6.2 Image der Gemeinde/Stadt verbessern

Abläufe für Kundschaft transparenter


machen

2008 2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (N = jeweils ca. 950)

Grafik 22:
Trend: Wichtigkeit Auslöser für E-Government-Aktivitäten (2)
"Bitte geben Sie uns an, wie wichtig welche Auslöser für die E-Government-/Internet-Aktivitäten Ihrer
Gemeinde/Stadt sind. 0 ist „überhaupt nicht wichtig“, 10 „absolut wichtig“. Mit den Werten dazwischen können
Sie Ihre Meinung abstufen."
in Mittelwerten

Steigende Bedürfnisse der Unternehmen


nach Online-Abwicklung erfüllen
7.2
7.1 7.4 7.4
Zeitersparnis
7.0 7.3

6.8 6.9
Zusammenarbeit mit anderen Behörden
6.2 vereinfachen
6.2
Leistungspalette vergrössern

Kosteneinsparungen
4.3
4.1
Wettbewerb zwischen den
Gemeinden/Städten

2008 2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (N = jeweils ca. 950)

2.1.5. Die Zwischenbilanz

• E-Government entwickelt sich auf allen staatlichen Ebenen thematisch und poli-
tisch unaufgeregt. Kein Thema bewegt die Gemüter über Massen und die Zufrie-
denheit mit den vorgesetzten politischen Instanzen und den gesetzlichen Grund-
lagen ist gegeben.

• Die Verantwortlichen interessieren sich für den Fortschritt von E-Government, On-
line-Schalter und E-Voting. Man beklagt weiterhin teilweise mangelnde Personal-
ressourcen oder im Vergleich zum Vorjahr häufiger auch Budgetrestriktionen. Der
Wissensstand der Mitarbeitenden erscheint als abnehmendes Problem.

• Der fehlende Durchbruch bei der elektronischen Unterschrift wird weiterhin und
insbesondere auf Kantonsebene beklagt.

23
• Kantonsvertreter machen sich am ehesten Sorgen um Inhalte, gesetzliche Grundla-
gen und die Haltung der politischen Instanzen. Zwar kommt auch von dieser Seite
nur eine minderheitliche Kritik, diese ist aber profilierter. Die Kantone scheinen
sich zudem am genauesten Gedanken über die Entwicklung von E-Government
und deren Treiberfaktoren zu machen.

• Die Verbesserung der Prozesse dominiert heute als Treiber auf Kantonsebene ge-
meinsam mit der Verbesserung der Dienstleistungsqualität.

2.2. Grundlagen, Verantwortlichkeiten, Strategie und Controlling

2.2.1. Die personelle Basis und die Regelung der Verantwortlichkeiten

Im Mittel stehen auf Gemeindebene eine halbe Stelle, bei den Kantonen und den Bundes-
ämtern je eine Stelle für E-Government-Belange zur Verfügung.
Grafik 23:
Stellenprozente
"Wie viele Stellenprozente stehen in Ihrer Verwaltung für E-Government-Belange zur Verfügung?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen mit
Website/Online-Kontaktmöglichkeit, Kantonsverwaltungen und Bundesämtern
Mittelwert: Mittelwert: Mittelwert:
52 Prozente 105 Prozente 109 Prozente
weiss nicht/keine Antwort

24
34 100 bis 999 Prozente

55
14
50 bis 99 Prozente
4

29
10 bis 49 Prozente
28
17
16 1 bis 9 Prozente

24 17
11
5 0 Prozent
11
6 5

Gemeinden/Städte Kantone Bundesämter


© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden n = 898/Kantone N = 23/Bund N = 38)

Trotzdem ist die organisatorische Basis je nach Behörde komplett unterschiedlich. Vor al-
lem in kleineren Gemeinden ist das Personalbudget teilweise enorm gering. Im Mittel
schätzen die befragten Vertreter der kleinsten Gemeinden diesen Wert auf gerade einmal
vier Stellenprozente. Erst in Städten ist verbreitet mindestens eine halbe Stelle für E-
Government-Belange freigestellt.

24
Grafik 24:
Stellenprozente – Nach Gemeindetypen
"Wie viele Stellenprozente stehen in Ihrer Verwaltung für E-Government-Belange zur Verfügung?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Gemeinde-/Stadtverwaltungen mit
Website/Online-Kontaktmöglichkeit
Mittelwert: Mittelwert: Mittelwert: Mittelwert: Mittelwert:
4 Prozente 6 Prozente 11 Prozente 15 Prozente 97 Prozente
weiss nicht/keine Antwort

18 18
33 1 4 100 bis 999 Prozente
45 40

30
2 2
1 5 2
1 19 45 50 bis 99 Prozente
6

38 36
33 10 bis 49 Prozente
36
27
16 16 11
8 5 2 1 bis 9 Prozente
EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen
1'000 bis 4'999

5'000 bis 9'999


Gemeinde mit

Gemeinde mit

Gemeinde mit
Gemeinde bis

Gemeinde ab
500 bis 999

10'000
0 Prozent
499

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (bis 499 Ew. n = 73/
500-999 Ew. n = 104/1'000-4'999 Ew. n = 543/5'000-9'999 Ew. n = 112/ab 10'000 Ew. n = 66)

Weniger deutliche Unterschiede ergeben sich bei der Betrachtung der Kantone nach Ein-
wohnerInnenzahl. Mehrheitlich über mindestens eine Stelle verfügen Kantone mit
100'000 bis 199'999 EinwohnerInnen sowie jene mit 900'000 und mehr EinwohnerInnen.
Die grösste Vielfalt bezüglich Stellenprozente ist bei den kleinsten Kantonen bis 99'999
EinwohnerInnen zu finden: Jeweils ein Viertel sagen, dass sie bis zu einer halben Stelle,
bis zu einer Stelle oder mindestens eine Stelle zur Verfügung haben.
Grafik 25:
Stellenprozente
"Wie viele Stellenprozente stehen in Ihrer Verwaltung für E-Government-Belange zur Verfügung?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Kantonsverwaltungen

Mittelwert: Mittelwert: Mittelwert: Mittelwert: Mittelwert:


96 Prozente 113 Prozente 91 Prozente 148 Prozente 100 Prozente
weiss nicht/keine Antwort
13
20 20
34
100 bis 999 Prozente
25 50

40 50 bis 99 Prozente
25 33
80
10 bis 49 Prozente
20
25 50
33 1 bis 9 Prozente
20
13

Kantone bis Kantone mit Kantone mit Kantone mit Kantone ab 0 Prozent
99'999 100'000 bis 200'000 bis 400'000 bis 900'000
EinwohnerInnen 199'999 399'999 899'999 EinwohnerInnen
EinwohnerInnen EinwohnerInnen EinwohnerInnen
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juni bis August 2009 (bis 99'999 Ew. N = 8/
100'000-199'999 Ew. N = 5/200'000-399'999 Ew. N = 5/400'000-899'999 Ew. N = 3/ab 900'000 Ew. N = 2), n. sig.

Die Verantwortlichkeiten auf Ebene der Gemeinden und der Kantone sind heute etwas
besser geregelt als vor einem Jahr. Erneut ist bei den Bundesämtern kein solcher Prozess
zu erkennen. Sie fallen zwischenzeitlich hinter die beiden anderen staatlichen Ebenen zu-
rück.

25
Grafik 26:
Trend Vergleich: Verantwortlichkeiten E-Government
"Sind in Ihrer Gemeinde/Stadt, Ihrem Kanton, Ihrem Amt die Verantwortlichkeiten im Bereich E-Government
klar geregelt?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern

19 Nein
34 31 30 34
39

5 21
7
8
17 4
weiss nicht/keine
Angabe

62 65 60
57 58
49
Ja

Kantone/2008

Kantone/2009

Bundesämter/2008

Bundesämter/2009
Gemeinden/Städte/

Gemeinden/Städte/
2008

2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni - August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/Bund N = ca. 40)

2.2.2. Der Bezug zur E-Government-Strategie und zu eCH-Standards

Während sich mittlerweile statt nur zwei Drittel annähernd drei Viertel der Kantone auf
eine eigene E-Government-Strategie abstützten, ist diese erst in Minderheiten der Bundes-
ämter oder Gemeinden vorhanden. Aber auch auf diesen Ebenen steigt der Anteil merk-
lich, der sich auf eine Strategie abstützen kann.
Grafik 27:
Trend Vergleich: Existenz E-Government-Strategie
"Besteht in Ihrer Gemeinde/Stadt, Ihrem Kanton, Ihrem Amt eine Internetstrategie/E-Government-Strategie?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern

17 Nein
26
34
18 47
64
71
21 weiss nicht/keine
Angabe
20
74
9 65
10 45 Ja
33
27
19
Kantone/2008

Kantone/2009

Bundesämter/2008

Bundesämter/2009
Gemeinden/Städte/

Gemeinden/Städte/
2008

2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni - August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/Bund N = ca. 40)

Allerdings zeigt die detaillierte Auswertung nach Gemeindegrösse, dass vor allem in den
Städten und in den grössten Gemeinden der Anteil zunimmt, der sich auf eine E-Govern-
ment-Strategie abstützt. In kleineren Gemeinden ist diese Abstützung weiterhin die klare
Ausnahme. Man muss auf dieser Ebene wegen der fehlenden Strategie und der kaum vor-
handenen personellen Ressourcen weiterhin einen "Wildwuchs" von Angeboten erwarten.

26
Grafik 28:
Existenz E-Government-Strategie – Nach Gemeindetypen
"Besteht in Ihrer Gemeinde/Stadt eine Internetstrategie/E-Government-Strategie?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Gemeinde-/Stadtverwaltungen

Nein
51
68
75
84 80

8 weiss nicht/keine
Angabe

12 41
Ja
13 28
14
13
2 7
EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen
1'000 bis 4'999

5'000 bis 9'999


Gemeinde mit

Gemeinde mit

Gemeinde mit
Gemeinde bis

Gemeinde ab
500 bis 999

10'000
499

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (bis 499 Ew. n = 93/
500-999 Ew. n = 108/1'000-4'999 Ew. n = 550/5'000-9'999 Ew. n = 112/ab 10'000 Ew. n = 66)

Die Abstützung auf eine übergeordnete Strategie nimmt auf Gemeinde- und Kantonsebene
zu. Die Stärke der Abstützung sinkt aber in den Bundesämtern. Dies ist als kritischer Indi-
kator zu werten.
Grafik 29:
Trend Vergleich: Abstützung auf übergeordnete Strategie
"Wie stark stützt sich diese auf die E-Government-Strategie/Internetstrategie des Kantons, Schweiz ab?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern, welche eine E-Government-Strategie haben
2 5 1 5
6 6 weiss nicht/keine Angabe
6 7 6 14 6
24 4 7 6 12
14 überhaupt nicht
2
36 35 sehr schwach
40 35
39
50 eher schwach
6
31 29 eher stark
19 33 24
sehr stark
7 14 18 21
7 7 12
4
vollständig
Kantone/2008

Kantone/2009

Bundesämter/2008

Bundesämter/2009
Gemeinden/Städte/

Gemeinden/Städte/
2008

2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni - August 2009 (Gemeinden n = ca. 380/Kantone n = ca. 23/Bund n = 20)

Die Einhaltung von eCH-Standards verbessert sich auf allen drei staatlichen Ebenen, wobei
die Gemeinden gegenüber Kantonen und der Bundesverwaltung im Hintertreffen sind.
Hier halten erst 39 Prozent die Standards ganz oder teilweise ein.

27
Grafik 30:
Trend Vergleich: Existenz von Vorgaben zur Einhaltung von
eCH-Standards
"Gibt es in Ihrer Gemeinde/Stadt, Ihrem Kanton, Ihrem Amt Vorgaben zur Einhaltung von eCH-Standards bei
E-Government-/Internet-Vorhaben?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern

9 13
21 17 23 weiss nicht/keine
9 Angabe
37
16
44 48 Nein
51 54
23
37
Ja, teilweise
31 28
22 39
28 24
12 Ja, vollständig
6 8
eingehalten

Kantone/2008

Kantone/2009
Gemeinden/Städte/

Gemeinden/Städte/

Bundesämter/2008

Bundesämter/2009
2008

2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni - August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/Bund N = ca. 40)

Der Trend in den Gemeinden ist nach Grösse ebenfalls klar unterschiedlich. Während in
den grösseren Gemeinden mindestens 40 Prozent die eCH-Standards ganz oder teilweise
einhalten und der Trend steigend ist, steigt dieser Anteil in den kleineren Gemeinden
kaum und erreicht bestenfalls 21 Prozent.
Grafik 31:
Existenz von Vorgaben zur Einhaltung von eCH-Standards –
Nach Gemeindetypen
"Gibt es in Ihrer Gemeinde/Stadt Vorgaben zur Einhaltung von eCH-Standards bei E-Government-/Internet-
vorhaben?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen

14 9
27 weiss nicht/keine
36 38 Angabe
36
46 Nein

52
56 47
46 Ja, teilweise
30

8 16
5 10 Ja, vollständig
3 7 5 9
eingehalten
EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen
1'000 bis 4'999

5'000 bis 9'999


Gemeinde mit

Gemeinde mit

Gemeinde mit
Gemeinde bis

Gemeinde ab
500 bis 999

10'000
499

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (bis 499 Ew. n = 93/
500-999 Ew. n = 108/1'000-4'999 Ew. n = 550/5'000-9'999 Ew. n = 112/ab 10'000 Ew. n = 66)

2.2.3. Der Persönlichkeitsschutz und das Controlling

Eine grosse Mehrheit aller Ebenen ist mindestens eher sicher, dass die offiziellen Internet-
seiten der Verwaltung den Persönlichkeitsschutz und den Datenschutz einhalten. Diese Si-
cherheit besteht aber keinesfalls absolut: Die meisten Befragten sind nur "eher" sicher. Auf
Bundesebene sind sich bis zu zehn Prozent sogar sehr unsicher.

Erneut besteht auf Ebene der kleinsten Gemeinden ein überdurchschnittliches Mass an
Unsicherheit in den Fragen des Persönlichkeitsschutzes.

28
Grafik 32:
Sicherheit bezüglich Persönlichkeits-/Datenschutz – Nach Gemeindetypen
"Wie sicher fühlen Sie sich, dass die offiziellen Internetseiten der Verwaltung den Persönlichkeitsschutz und
den Datenschutz einhalten?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen
6 4 2 2
8 1 3 6
2 6 5
8 6 weiss nicht/ keine Angabe

60 sehr unsicher
61
67
66 63
eher unsicher

eher sicher

35 31
19 23
16 sehr sicher

Gemeinde bis Gemeinde mit Gemeinde mit Gemeinde mit Gemeinde ab


499 500 bis 999 1'000 bis 4'999 5'000 bis 9'999 10'000
EinwohnerInnen EinwohnerInnen EinwohnerInnen EinwohnerInnen EinwohnerInnen
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (bis 499 Ew. n = 97/
500-999 Ew. n = 108/1’000-4’999 Ew. n = 550/5’000-9’999 Ew. n = 112/ab 10’000 Ew. n = 66)

Das subjektive Gefühl der Einhaltung des Persönlichkeitsschutzes korrespondiert auch mit
den Anteilen Befragter, die angeben, dass sie selbst im Controlling die Vorschriften im Be-
reich des Datenschutzes einhalten. Auf Ebene der Gemeinden sind das nur 80 Prozent und
auch auf den beiden anderen Ebenen höchstens 89 Prozent. Einige weitere Controlling-Ak-
tivitäten sind bei den Gemeinden bisher nur selten erfolgt. Im Trend haben sich Control-
ling-Aktivitäten bei den Kantonen eher etwas ausgeweitet, während auf den anderen staat-
lichen Ebenen kaum systematische Fortschritte erkennbar sind.
Grafik 33:
Controlling-Aktivitäten/Qualitätssicherungsaktivitäten
"Führen Sie die folgenden Controlling-Aktivitäten und Qualitätssicherungsaktivitäten aus?"
Ja-Anteile, in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltung mit
Website/Online-Kontaktmöglichkeit, Kantonsverwaltung und Bundesämtern
91 89 87
85 83 83
83 79
80 78 78
Gemeinden/Städte
76 74

62
Kantone
53 54
47
Bundesämter
43
37 39 39 39

25 26 24
18 18
Gemeinden/Städten/Kantonen/Ämtern

Abgleich mit der E-Government-


Nutzens/Kosteneinsprarungen von E-

Vergleich mit der E-Government-


Barrierefreier Zugang

Sicherung der Einhaltung von

Bürger- und Kundenbefragungen


Nutzungsstatistiken
Sicherung gegen Hackerangriffe,

Abgleich des Angebots

Government-/Internetaktivitäten
Datenschutzvorgaben

der Website

auf Nachfrage

Strategie des Kantons


Strategie Schweiz
Vergleich mit anderen
Viren und Spam

Evaluationen des
(Benchmarking)

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juli 2009 (Gemeinden n = 898/Kantone N = 23/Bund N = 38)

Während sich in den grössten Gemeinden ein relativ ausgebautes Qualitätssicherungswe-


sen etabliert hat, haben sich in den kleineren Gemeinden nur gerade Sicherung von Viren
sowie Datenschutzvorgaben mehrheitlich durchgesetzt.

29
Grafik 34:
Controlling-Aktivitäten
"Führen Sie die folgenden Controlling-Aktivitäten und Qualitätssicherungsaktivitäten aus?"
Ja-Anteile, in % verantwortlicher Personen für E-Government in Gemeinde-/Stadtverwaltungen
Sicherung gegen Hackerangriffe, Viren
Gemeinde bis 499
und Spam
100
EinwohnerInnen
Vergleich mit der E-Government- Sicherung der Einhaltung von
Strategie des Kantons 75 Datenschutzvorgaben Gemeinde mit 500-
999
Evaluationen des Nutzens/ 50
EinwohnerInnen
Vergleich mit anderen Gemeinde mit
Kosteneinsparungen von
E-Government-/Internet- 25
Gemeinden/Städten 1000-4999
(Benchmarking) EinwohnerInnen
Aktivitäten
0
Gemeinde mit
5000-9999
Nutzungsstatistiken EinwohnerInnen
Vergleich mit der E-Government-
der Website Gemeinde ab
Strategie Schweiz
auswerten 10'000
Einwohnerinnen
Bürger- und Kundenbefragungen zu Barrierefreier Zugang (zugunsten
Kommunikations-instrumenten/ von Menschen mit körperlichen
Website/E-Government Behinderungen)
Abgleich des Angebots im Bereich E-
Government auf die Nachfrage
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (bis 499 Ew.
n = 93/500-999 Ew. n = 108/1’000-4’999 Ew. n = 550/5’000-9’999 Ew. n = 112/ab 10'000 Ew. n = 66)

2.2.4. Zwischenbilanz

• Auf den ersten oberflächlichen Blick auf das gesamte Schweizer E-Government hat
sich der Strategiebezug nicht dramatisch, aber erfreulich positiv entwickelt. Stan-
dards und übergeordnete Richtlinien werden verstärkt eingehalten, eigene Strate-
gien erstellt, die Controlling-Aktivitäten werden breiter und damit auch ernster ge-
nommen.

• Der zweite Blick offenbart aber weiterhin eine sehr unsystematische Situation in
den kleineren Gemeinden. Hier fehlt es oft eindeutig an Personalressourcen, um
bei der Entwicklung des E-Government mitziehen zu können. Während grössere
Gebietskörperschaften im Mittel über eine Vollzeitstelle im Bereich E-Government
verfügen, sind in Gemeinden unter 1'000 EinwohnerInnen im Mittel gerade ein-
mal fünf Stellenprozente für diese Aufgabe freigestellt. Es bleibt bei einer unsyste-
matischen Situation in der Gemeindelandschaft der Schweiz. Falls der E-Govern-
ment-Zug in der Schweiz stärker ins Rollen kommt, droht hier eindeutig ein Aus-
schluss der kleinsten Gemeinden. Ein weiteres Risiko dieser Situation ist die feh-
lende Einhaltung von Datenschutzvorgaben. Ein Datenschutzskandal in einer klei-
nen Gemeinde würde die zunehmend systematische Entwicklung im Schweizer E-
Government gefährden.

2.3. Die Kooperation und das E-Government innerhalb der Verwaltung

2.3.1. Die Einschätzung der Zusammenarbeit und der Profit von anderen Behörden

Im Rahmen der Strategie sollte die Kooperation ein wesentlicher Pfeiler der Weiterent-
wicklung darstellen, wie die Resultate der vorliegenden Studie aus dem Jahr 2008 zeigten.
Ein wichtiger Indikator für diese Entwicklung bildet die Einschätzung der Zusammenarbeit
durch die Verantwortlichen selbst. Im Gegensatz zur Strategieorientierung, die vor allem
auf Ebene der Kantone im Steigen begriffen ist, stärkt sich leider die subjektive Einschät-
zung einer mangelhaften Koordination und dies sogar auf allen drei staatlichen Ebenen.

30
Knappe Mehrheiten denken, dass die Koordination und Zusammenarbeit auf ihrer jeweili-
gen Stufe ausgebaut werden müsse.
Grafik 35:
Trend Vergleich: Einschätzung der Koordination/Zusammenarbeit
"Ist der Stand der Koordination/Zusammenarbeit im Bereich der E-Government-/Internet-Aktivitäten zwischen
Gemeinden/Städten und Kanton resp. zwischen Bund und Kanton resp. zwischen Bund, Kanton und
Gemeinden/Städten genügend oder muss die Koordination/Zusammenarbeit ausgebaut werden?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern

Koordination/
30 Zusammenarbeit muss
43 48 ausgebaut werden
54 52 53

weiss nicht/keine Angabe


23 9 5 51
13

44 Koordination/
43 43
34 33 Zusammenarbeit genügt
19
Kantone/2008 3

Kantone/2009

Bundesämter/2008

Bundesämter/2009
Gemeinden/Städte/

Gemeinden/Städte/
2008

2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni - August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/Bund N = ca. 40)

Die mangelhafte Koordination zeigt sich auch beim gegenseitigen Profit von Entwicklun-
gen ausser bei Kantonen, die verstärkt von Entwicklungen in anderen Kantonen zu profitie-
ren scheinen. Auch bei den Bundesämtern hat sich der gegenseitige Profit gegenüber dem
Vorjahr etwas verstärkt und über die Hälfte der Kantone kann von solchen Entwicklungen
profitieren.
Gegen die Hälfte der Kantone konnte bereits von www.ch.ch profitieren. Auf Ebene der
Gemeinden und der Bundesämter ist der Profit von www.ch.ch allerdings marginal.

Die konkrete Kooperation auf Ebene der Projekte ist auf Gemeindeebene wenig ausgebaut.
Je kleiner die Gemeinde, desto weniger greift sie auf Entwicklungen anderer Gemeinden
zu. Weitere mögliche Quellen von Entwicklungen werden nur selten genutzt.
Grafik 36:
Einfluss Entwicklungen auf eigenen E-Government-Bereich
"Konnte Ihre Gemeinde/Stadt, Ihr Kanton, Ihr Amt bereits von Entwicklungen von anderen profitieren?"

18
Nein
16

Ja, von (anderen)


13
Gemeinden/Städten 56

5
Ja, vom Kanton/von
83
(anderen) Kantonen 29

58
Ja, vom Bund/von anderen Bundesämter
61
Bundesämtern 12
Kantone
5
Ja, von www.ch.ch 43 Gemeinden/Städte
11

5
Ja, durch Kooperationen
17
ermöglichte Finanzierung 2

5 in % verantwortlicher Personen für E-Government bei


Ja, von internationalen
9 Gemeinde-/Stadtverwaltung, Kantonsverwaltung und
Entwicklungen 1 Bundesämtern; Mehrfachantworten möglich

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden N = 929/Kantone N = 23/Bund N = 38)

www.ch.ch wird auf Gemeindebene nicht mehrheitlich als nützlich erachtet. Es bleibt bei
ungefähr 40 Prozent, die den Nutzen mindestens teilweise anerkennen, während etwas
mehr diesen Nutzen nicht oder kaum erkennen.

31
Die Kritik an www.ch.ch nimmt im zeitlichen Vergleich auch auf Kantonsebene leicht zu.
Die Einschätzungen bleiben aber auf Kantonsebene eher gut.
Grafik 37:
Trend Vergleich: Beurteilung www.ch.ch
"Wie beurteilen Sie www.ch.ch? Ist www.ch.ch für Sie als Gemeinde, Kanton sehr nützlich, eher nützlich,
weniger nützlich oder gar nicht nützlich?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen und
Kantonsverwaltungen
8 6 4
gar nicht nützlich
22
30
35 42 weniger nützlich

52 weiss nicht/keine
16 Angabe
13
57
eher nützlich
35 33
26 sehr nützlich
6 6 9

Kantone/2008

Kantone/2009
Gemeinden/Städte/

Gemeinden/Städte/
2008

2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni - August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/Bund N = ca. 40)

2.3.2. E-Government innerhalb der Verwaltung

E-Mail bleibt auf allen drei staatlichen Ebenen ein sehr zentrales Hilfsmittel für die Behör-
dengeschäfte mit anderen Behörden. Auch Online-Plattformen werden klar zunehmend
und mittlerweile auf allen drei Stufen mehrheitlich genutzt. Die Qualität der benutzten
Online-Tools scheint hier in hohem Tempo zuzunehmen. Aber auch die vollständige
elektronische Geschäftsabwicklung nimmt zu.
Grafik 38:
Trend Vergleich: Nutzung Online-Hilfsmittel für Behördengeschäfte:
Online-Plattformen
"Wickeln Sie persönlich mit folgenden Hilfsmitteln Behördengeschäfte mit anderen Behörden ab?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern

4 1 3
13 13
21 weiss nicht/
keine Angabe
39
28 44
52 Nein
52

61
34 33 Ja, vereinzelt
30
32

35 Ja, mehrheitlich
26 26 23 18
12
Bundesämter/

Bundesämter/
Städte/2008

Städte/2009

Kantone/2008

Kantone/2009
Gemeinden/

Gemeinden/

2008

2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni - August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/Bund N = ca. 40)

32
Grafik 39:
Trend Vergleich: Nutzung Online-Hilfsmittel für Behördengeschäfte:
vollständige elektronische Geschäftsabwicklung
"Wickeln Sie persönlich mit folgenden Hilfsmitteln Behördengeschäfte mit anderen Behörden ab?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern

5 3 6
13 10
weiss nicht/
35 keine Angabe
44 26
46 50 Nein
53

43 Ja, vereinzelt
36 48
34 26
21
Ja, mehrheitlich
17 22 18
15 13 16

Kantone/2008

Kantone/2009
Städte/2008

Städte/2009

Bundesämter/

Bundesämter/
Gemeinden/

Gemeinden/

2008

2009
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juli 2009 (Gemeinden N = 929/Kantone N = 23/ Bund N = 38)

Die Dynamik ist nicht feststellbar, wenn es um die vollständige elektronische Geschäfts-
abwicklung geht, die behördenübergreifend funktioniert. Weiterhin besteht die Tendenz,
dass innerhalb einer gewissen Einheit das E-Government einen immer prominenteren Platz
einnimmt, ohne dass die Möglichkeit des Instruments genutzt wird, um auch behörden-
übergreifend die Prozesse zu vereinheitlichen und zu vereinfachen.
Grafik 40:
Trend Vergleich: Nutzung Online-Hilfsmittel für Behördengeschäfte:
vollständige behördenübergreifende elektronische Geschäftsabwicklung
"Wickeln Sie persönlich mit folgenden Hilfsmitteln Behördengeschäfte mit anderen Behörden ab?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern

6 3 7 2
13
weiss nicht/
keine Angabe

53
50 43 61 Nein
70

77

Ja, vereinzelt
24
32 36
17 26
Ja, mehrheitlich
20 9
12 8 13 11
7
Kantone/2008

Kantone/2009
Städte/2008

Städte/2009

Bundesämter/

Bundesämter/
Gemeinden/

Gemeinden/

2008

2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juli 2009 (Gemeinden N = 929/Kantone N = 23/ Bund N = 38)

Ein Bild der regionalen Heterogenität zeigt schliesslich die Auswertung nach Kantonen.
Während Nidwalden, Appenzell Ausserrhoden, Waadt, Neuenburg und Jura angeben,
mehrheitlich vollständige elektronische Geschäftsabwicklung zu nutzen, geschieht dies in
den Kantonen mit Grossstädten und urbanen Räumen eher vereinzelt und in einigen Kan-
tonen gar nicht.

33
Grafik 41:
Nutzung Online-Hilfsmittel für Behördengeschäfte in Kantonen
"Wickeln Sie persönlich mit folgenden Hilfsmitteln Behördengeschäfte mit anderen Behörden ab?"
„mit vollständiger elektronischer Geschäftsabwicklung innerhalb des Kantons“ oder „mit vollständiger
behördenübergreifender elektronischer Geschäftsabwicklung (zwischen Gemeinden und Kanton)“

Kanton

ZH BE LU UR SZ OW NW GL ZG

vereinzelt vereinzelt vereinzelt vereinzelt Anderes Anderes mehrheitlich Anderes vereinzelt

Kanton

FR SO BS BL SH AR AI SG GR

Anderes Anderes vereinzelt n.t. vereinzelt mehrheitlich Anderes Anderes vereinzelt

Kanton

AG TG TI VD VS NE GE JU

vereinzelt Anderes vereinzelt mehrheitlich n.t. mehrheitlich n.t. mehrheitlich

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juni bis August 2009 (N = 23)

2.3.3. Zwischenbilanz

• Die Kooperation zwischen Behörden wird zunehmend als Schwäche betrachtet


und die Orientierung an den Entwicklungen anderer ist ausser unter Kantonen
nicht genügend gewährleistet. Ein Potenzial von E-Government wird hier noch zu
wenig eingelöst.

• Die elektronische Zusammenarbeit weitet sich rasant vor allem auf Basis von On-
line-Tools aus. Die vollständige Geschäftsabwicklung nimmt ebenfalls zu. Es
bleibt aber auch hier bei regional unterschiedlichen Insellösungen und die behör-
denübergreifende Geschäftsabwicklung entwickelt sich klar nicht in die gleiche
Richtung.

2.4. Das Angebot und dessen Nutzung

Fast alle Gemeinden besitzen eine eigene Website. In den wenigen restlichen Fällen kön-
nen BürgerInnen auf das Mini-Hosting zum Beispiel bei www.ch.ch (Kontaktinformationen
von sämtlichen Gemeinden der Schweiz) zurückgreifen. Dieses Angebot scheint noch
nicht in allen Gemeindeverwaltungen bekannt zu sein, da einige wenige Antwortenden
die Frage mit einem Nein beantworteten.

34
Grafik 42:
Website
"Verfügt Ihre Gemeinde/Stadt über eine Website?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen

Ja, aber nur Mini- Nein


Hosting 1%
1%

Ja
98%

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (N = 929)

Die Verteilung der Websites verläuft klar entlang der Gemeindegrössen. Gemeinden ohne
eigene Website haben in der Regel unter 500 EinwohnerInnen. Von diesen verfügen rund
drei Viertel (74%) über eine eigene Website. Jedoch zeigt der Trend nach oben: Im letzten
Jahr waren es in dieser Kategorie nur zwei Drittel (67%). Die Lücke zu den grösseren Ge-
meinden wird kleiner und wird sich in den nächsten Jahren wohl weiter schliessen. Für die
Möglichkeit, mit den Gemeinden online in Kontakt zu treten, kann dasselbe festgehalten
werden. Fast alle offerieren dieses Angebot – die kleinsten Gemeinden wiederum am sel-
tensten. Bei Kantonen und Bundesämtern ist der Fall klar. Alle haben E-Mail oder ein For-
mular, um der Bevölkerung den Online-Kontakt zu ermöglichen.
Grafik 43:
Website – Nach Gemeindetypen
"Verfügt Ihre Gemeinde/Stadt über eine Website?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Gemeinde-/Stadtverwaltungen mit weniger
als 5'000 EinwohnerInnen
4 1 1 1
5 weiss nicht/
22 keine Antwort

4
Nein

97
91
74 Ja, aber nur
Mini-Hosting

Ja
EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen
1'000 bis 4'999
Gemeinde mit

Gemeinde mit
Gemeinde bis

500 bis 999


499

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (bis 499 Ew. n = 93/
500-999 Ew. n = 108/1'000-4'999 Ew. n = 550)

35
Grafik 44:
Online-Kontaktmöglichkeit – Nach Gemeindetypen
"Bietet Ihre Gemeinde/Stadt die Möglichkeit, online mit ihr, ihm per E-Mail oder Online-Kontakt-Formular in
Kontakt zu treten?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen

3 3 1
10
17
Nein
1

weiss nicht/ keine


Antwort
97 96 100
90
82
Ja

Gemeinde bis 499 Gemeinde mit 500 Gemeinde mit Gemeinde mit Gemeinde ab
EinwohnerInnen bis 999 1'000 bis 4'999 5'000 bis 9'999 10'000
EinwohnerInnen EinwohnerInnen EinwohnerInnen EinwohnerInnen
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (bis 499 Ew. n = 93/
500-999 Ew. n = 108/1'000-4'999 Ew. n = 550/5'000-9'999 Ew. n = 112/ab 10'000 Ew. n = 66)

Die Einrichtung von Kantonswebsites begann 1994 und war 2001 abgeschlossen (Mittel-
wert 1998); bei den Bundesämtern verlief die Periode von 1995 bis 2003 (Mittelwert
1999). Die Entwicklung auf Gemeindeebene begann in den frühen Neunzigerjahren bei
einigen Gemeinden mittlerer Grösse; die meisten Websites wurden um das Jahr 2000 ein-
gerichtet. Die kleineren Gemeinden waren etwas langsamer. Ein Drittel der Websites von
Gemeinden mit weniger als 500 EinwohnerInnen schaltete erst während den letzten fünf
Jahren eine Seite online.

Die Websites werden betreffend Technik und Layout auf einem einigermassen aktuellen
Stand gehalten. Das Durchschnittsjahr, in dem die letzte generelle Neugestaltung stattfand,
ist innert Jahresfrist um rund ein Jahr gestiegen – folglich ist das Durchschnittsalter der
Websites dasselbe wie letztes Jahr. In den untersuchten Untergruppen (Staatsebenen und
Gemeindegrössen) ist die letzte Überarbeitung bei einer Mehrheit 2006 oder später ge-
schehen. Der Anteil mit Kompletterneuerungen früher als 2006 ist bei Kantonen und mit-
telgrossen Gemeinden (5'000 bis 9'999 EinwohnerInnen) am grössten, wenn auch nicht
mehrheitlich.
Grafik 45:
Trend Vergleich: Zeitpunkt Überarbeitung Website
"Wann wurde die Website zuletzt komplett überarbeitet?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen mit
Website/Online-Kontaktmöglichkeit, Kantonsverwaltungen und Bundesämtern weiss nicht/keine
Antwort
6 6 5 4 7
9 13 2009
15 17 13
23
22 2008
16
17 39
28
20 2007
13
22 29
14 14 13
2006
10 11 17 33
24 2005
8 8 24
9
13 7 4 6 2004
7 7 3 5
13 3
6 4 4 6 3
2002/2003
Bundesämter/2008

Bundesämter/2009
Kantone/2008

Kantone/2009
Gemeinden/Städte/

Gemeinden/Städte/

vor 2002
2008

2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/
Bund N = ca. 40)

36
Wenn man von einer totalen Erneuerung der Websites den Fokus auf die inhaltlichen Up-
dates legt, ergibt sich ein differenzierteres Bild. Das Grundgerüst von Kantonswebsites
wird zwar über einen längeren Zeitraum verwendet, dafür viel häufiger mit neuem Inhalt
gefüllt. 87 Prozent aller Kantone updaten zumindest einen Teil der Inhalte ein- oder mehr-
mals täglich. Dafür sind in den Kantonen im Schnitt auch 103 Personen zu Updates
berechtigt. Im Vergleich zum letzten Jahr zeigt der Trend nach oben; damals waren es in
einem durchschnittlichen Kanton noch 80 Personen. Der Mittelwert von updateberechtig-
ten Leuten liegt in Bundesämtern bei 32 gegenüber 17 im Vorjahr. Die Updates erfolgen
hier nicht im selben hohen Rhythmus wie bei den Kantonen aber auch mehrheitlich täg-
lich (insgesamt 55%). Den Unterschied kann man auf die unterschiedlichen Tätigkeits- und
Themenfelder der Ämter zurückführen. Als ein Beispiel kann hier das Bundesamt für Me-
teorologie und Klimatologie MeteoSchweiz angeführt werden, das sich mit dem ständig
wechselnden Wetter beschäftigt und deshalb mehrmals täglich die Prognosen aktualisiert.
Die Materie anderer Amtstellen ist zum Teil beständiger: Etwas weniger oft werden Websi-
tes von Bundesämtern im Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement EJPD mit Aktua-
litäten ergänzt, statistisch ist der Zusammenhang jedoch nicht signifikant.
Grafik 46:
Regelmässigkeit der inhaltlichen Updates
"Wie oft wird der Inhalt der Websites in der Regel erneuert?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen mit
Website/Online-Kontaktmöglichkeit, Kantonsverwaltungen und Bundesämtern

1 3 9 6 weiss nicht/keine Angabe


7 8
4 gar nie
6 3
5 seltener
17
16 5
einmal pro Jahr
18
einmal alle sechs Monate

31 einmal pro Monat

einmal alle zwei Wochen


34
70 einmal pro Woche

20 mehrmals pro Woche

täglich
21
16 mehrmals täglich

Gemeinden/Städte Kantone Bundesämter


© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden n = 898/Kantone N = 23/Bund N = 38)

Grafik 47:
Trend Vergleich: Anzahl verantwortlicher Personen für Updates
"Wie viele Personen können die Websites updaten?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen mit
Website/Online-Kontaktmöglichkeit, Kantonsverwaltungen und Bundesämtern
weiss nicht/keine Antwort
2
3 4 4
13 9 3
6 10
12 13 8 über 100 Personen
22
20
18 20 39 24
11-100 Personen
17 18
39 44 18
4-10 Personen
35
29 28 18
3 Personen
20 11
11
9 8
17 15 4 4 6 11 2 Personen
4 4
Kantone/2008

Bundesämter/2008

Bundesämter/2009
Gemeinden/Städte/

Gemeinden/Städte/

Kantone/2009

1 Person
2008

2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni - August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/Bund N = ca. 40)

Die Lage bei Gemeinden hingegen stagniert. Der Inhalt der Websites wird nicht häufiger
erneuert als vor einem Jahr. Nur bei 36 Prozent der Gemeinden geschieht dies täglich,

37
immerhin bei zusätzlichen 47 Prozent ein- oder mehrmals pro Woche. Es erstaunt nicht,
dass die Häufigkeit mit zunehmender Gemeindegrösse wächst. Mit 66 Prozent hat eine
Mehrheit der Gemeinden ab Stadtgrösse (10'000 EinwohnerInnen) tägliche Updates; in
mittelgrossen Gemeinden finden diese eher wöchentlich, in kleineren in der Regel noch
seltener statt. Neben der Tatsache, dass es in kleineren Gemeinden häufig gar nicht täglich
politisch-administrative Neuigkeiten zu berichten gibt, sind die personellen Ressourcen
auch nicht im Überfluss vorhanden: In den meisten Fällen kleinerer Gemeinden sind je-
weils nur ein bis zwei, in mittleren Gemeinden mehrheitlich zwei bis drei Personen up-
dateberechtigt. Städte verfügen über stärker professionalisierte Verwaltungen. Hier küm-
mern sich im Durchschnitt 33 Personen um den Inhalt der Websites.
Grafik 48:
Regelmässigkeit der inhaltlichen Updates – Nach Gemeindetypen
"Wie oft wird der Inhalt der Websites in der Regel erneuert?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Gemeinde-/Stadtverwaltungen mit
Website/Online-Kontaktmöglichkeit
5 4 1 2 1 3 1 3 1 weiss nicht/keine Angabe
3 1 2 1 4
4 10 4
3
13 gar nie
15 13 26
23
seltener

einmal pro Jahr


30 32
23
53 34 einmal alle sechs Monate

15 einmal pro Monat


26
32 einmal alle zwei Wochen
20 15 32
12 einmal pro Woche
8 8 10
4 2 mehrmals pro Woche
1
EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen
1'000 bis 4'999

5'000 bis 9'999


Gemeinde mit

Gemeinde mit

Gemeinde mit
Gemeinde bis

täglich
Gemeinde ab
500 bis 999

10'000
499

mehrmals täglich

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (bis 499 Ew. n = 73/
500-999 Ew. n = 104/1'000-4'999 Ew. n = 543/5'000-9'999 Ew. n = 112/ab 10'000 Ew. n = 66)

Grafik 49:
Anzahl verantwortlicher Personen für Updates – Nach Gemeindetypen
"Wie viele Personen können die Websites updaten?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Gemeinde-/Stadtverwaltungen mit
Website/Online-Kontaktmöglichkeit
Mittelwert: Mittelwert: Mittelwert: Mittelwert: Mittelwert:
1.6 Personen 1.7 Personen 2.4 Personen 3.2 Personen 32.6 Personen
weiss nicht/keine Antwort

11 6 3 1 4
1 4 10 10
9 24 über 100 Personen
7
21
29
32 35 11-100 Personen
29

42 28 4-10 Personen

37
49 46 13 3 Personen
24 12
9 4
2 Personen
EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen
1'000 bis 4'999

5'000 bis 9'999


Gemeinde mit

Gemeinde mit

Gemeinde mit
Gemeinde bis

Gemeinde ab
500 bis 999

10'000

1 Person
499

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (bis 499 Ew. n = 73/
500-999 Ew. n = 104/1'000-4'999 Ew. n = 543/5'000-9'999 Ew. n = 112/ab 10'000 Ew. n = 66)

2.4.1. Das Angebot auf Ebene der Gemeinden

Betrachtet man das konkrete Angebot auf Gemeindeebene, kann man eine Stagnation fest-
stellen. In mehreren Bereichen deuten die Zahlen auf einen Rückgang an Transaktions-
und Downloadangeboten hin, jedoch muss hier eine wichtige Einschränkung gemacht
werden: Neu wurde in diesem Jahr eine zusätzliche Antwortkategorie eingefügt ("Kantona-
les Angebot: Online-Angebot wird vom Kanton zentral zur Verfügung gestellt"). Diese Ka-

38
tegorie wurde vor allem bei Angeboten mit dem grössten Rückgang – Steuererklärung (mi-
nus 14 Prozentpunkte), Zivilstand, AHV/Altersrente (je minus neun Prozentpunkte), Todes-
fall (minus sechs Prozentpunkte) – sehr häufig genannt. Ausserdem wurde diesmal bei der
Befragung ausgeführt, was unter einer Transaktion zu verstehen sei1. Diese Konkretisierung
könnte dazu geführt haben, dass die Kategorie Transaktion seltener gewählt wurde. Dieses
Phänomen könnte für den Rückgang bei den Angeboten Wohnsitz abmelden (minus neun
Prozentpunkte) und Protokolle der Regierung einsehen (minus acht Prozentpunkte) ver-
antwortlich sein. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass in vielen Fällen weder ein
Aus- noch Abbau von Dienstleistungen stattgefunden hat, sondern dass die Genauigkeit
der Angaben in diesem Jahr zugenommen hat.
Grafik 50:
Trend Übersicht potenzielle Transaktions-Angebote Gemeinden/Städte
Rückgang
"Bitte geben Sie uns für die folgenden Bereiche an, ob Sie in diesem Bereich kein Online-Angebot, nur Online-
Informationen anbieten, mindestens ein Formular zum Download oder mindestens ein Transaktionsangebot
haben." – Download und Transaktionen
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Gemeinde-/Stadtverwaltungen mit Website/Online-Kontaktmöglichkeit

41 Steuererklärung ausfüllen/einreichen

38 Wohnsitz abmelden/anmelden
36
32 Zivilstand (z.B. Eheschein bestellen)

29 29
AHV/Altersrente anmelden
28

26 23 Protokolle der Regierung/Gemeindesrats/


Exekutive einsehen
24
20 20
Todesfall (z.B. Todesschein bestellen)
16
15 15
Sportanlagen mieten
13
11
8 Identitätskarte/neuer Pass beantragen

Sozialhilfe beantragen

2008 2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (n = je ca. 900)
Erläuterung: Die möglichen Antwortkategorien waren jeweils "Transaktion", "Download von Formularen", "nur Informationen ohne
Formulare und Abwicklung", "Online-Angebot besteht nicht, wird aber diskutiert", "Online-Angebot wird vom Kanton zentral zur Verfü-
gung gestellt" (2009 leicht verändert), "Online-Angebot ist in der Zuständigkeit des Kantons" (2009 neu), "kein Online-Angebot", "weiss
nicht" und "keine Antwort". In der Grafik werden die gruppierten Werte der ersten beiden Kategorien dargestellt.

Die meisten Angebote bleiben relativ stabil (Veränderungen zwischen minus fünf Prozent-
punkten und keiner Veränderung). Einen leichten Ausbau verzeichnen gerade mal drei
Angebote: Fundgegenstände, Geburt (je plus vier Prozentpunkte) und GA Flexicard (plus
drei Prozentpunkte). In diesem Jahr wurden zwei neue Angebote erstmals befragt. Mit vier
(Gesuche im Zusammenhang mit Militär-/Zivildienst) resp. drei Prozent (Arbeitslosigkeit
anmelden) der antwortenden Gemeinden scheinen sie jedoch fast nirgends als Transaktion
oder Download zur Verfügung zu stehen.

1
"Online-Nutzer kann den gesamten Geschäftsprozess vollständig online abwickeln – bspw. Formulare
direkt online einreichen"
39
Grafik 51:
Trend Übersicht potenzielle Transaktions-Angebote Gemeinden/Städte
leichter Rückgang bis stabil
"Bitte geben Sie uns für die folgenden Bereiche an, ob Sie in diesem Bereich kein Online-Angebot, nur Online-
Informationen anbieten, mindestens ein Formular zum Download oder mindestens ein Transaktionsangebot
haben." – Download und Transaktionen
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Gemeinde-/Stadtverwaltungen mit Website/Online-Kontaktmöglichkeit

Bewilligung für Festwirtschaft/Lotterie/


Tombola/ Benutzung öffentlichen Grundes
52 für Veranstaltungen
49 Heimatausweis bestellen/verlängern
47
44
Bestand Gemeinde/Stadtbibliothek
einsehen/ Ausleihfrist verlängern

E-Petition/E-Referendum/ E-Initiative
einreichen
25
23 Parkkarten beantragen
22
19
19
Kinderbetreuungsangebote (z.B. Mittagstisch
17 anmelden)

4
2 Entlastung bei Behinderung organisieren
4
1

2008 2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (n = je ca. 900)

Grafik 52:
Trend Übersicht potenzielle Transaktions-Angebote Gemeinden/Städte
stabil bis leichter Ausbau
"Bitte geben Sie uns für die folgenden Bereiche an, ob Sie in diesem Bereich kein Online-Angebot, nur Online-
Informationen anbieten, mindestens ein Formular zum Download oder mindestens ein Transaktionsangebot
haben." – Download und Transaktionen
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Gemeinde-/Stadtverwaltungen mit Website/Online-Kontaktmöglichkeit

Baugesuch einreichen

48 Hundesteuer/Hundemarke bestellen/
47 bezahlen

41 Kindergarten/Primarschule/ Sekundarschule
38 anmelden

Direktes Bezahlen online von einfachen


Dienstleistungen

23 22
GA Flexicard bestellen
17 19
16
15 16 16 Geburt (z.B. Geburtsanzeige einreichen,
Geburtsschein bestellen)
11
7
Fundgegenstände suchen und melden

2008 2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (n = je ca. 900)

Berücksichtigt man nur reine Transaktionsangebote (ohne die Kategorie Download) bleibt
wie letztes Jahr die GA Flexicard mit 36 Prozent des häufigste Angebot der Gemeinden –
sowohl total als auch für sämtliche Gemeindegrössen. Es ist das einzige Angebot, das bei
einer Untergruppe mehrheitlich als Transaktion angeboten wird: 55 Prozent der Gemein-
den mit 5'000 bis 9'999 EinwohnerInnen bieten die GA Flexicard per Transaktion an. Bei
praktisch allen Angeboten gilt, dass mit zunehmender Gemeindegrösse auch der Anteil
von Transaktionen zunimmt. Der Zusammenhang ist jedoch nicht bei jedem Angebot li-
near; teilweise wird es in der grössten (über 10'000) oder zweitgrössten (zwischen 5'000
und 9'999 EinwohnerInnen) Gemeindekategorie am häufigsten als Transaktion angeboten.

Auch der zweite Platz geht unverändert an das Bestellen und Verlängern der Heimataus-
weises (28% Transaktionen). Ab dem dritten Platz sind die Transaktionsanteile deutlich un-
ter 20 Prozent und die Abstände untereinander relativ klein: Bestand Gemeinde-/Stadtbib-
liothek (16%), Zivilstand, direktes Bezahlen von Dienstleistungen (je 15%), Wohnsitz ab-
melden (14%), Todesfall und Geburt (je 13%). Die weiteren Angebote spielen als Transak-
tion höchstens in den grösseren Gemeinden eine gewisse Rolle.

40
Als Formular-Download oder reines Informationsangebot existieren die Bewilligung für
Festwirtschaft etc. (56%), das Einreichen von Baugesuchen (55%) und die Miete von
Sportanlagen (50%) bei einer Mehrheit der Gemeinden, häufig auch der Antrag auf ein
neues Ausweisdokument (47%). Die übrigen Angebote werden von den Gemeinden nicht
systematisch angeboten. Am seltensten existiert das direktdemokratische Angebot: Zu E-Pe-
titionen, E-Referenden und E-Initiativen bieten drei Viertel (73%) aller Gemeinden über-
haupt kein Online-Angebot an.
Grafik 53:
Übersicht potenzielle Transaktions-Angebote der Gemeinden/Städte
"Bitte geben Sie uns für die folgenden Bereiche an, ob Sie in diesem Bereich kein Online-Angebot, nur Online-Informationen
anbieten, mindestens ein Formular zum Download oder mindestens ein Transaktionsangebot haben."
Alle Gemein- bis 499 Einw. 500 bis 999 1’000 bis 5’000 bis ab 10'000
den (gew.) Einw. 4’999 Einw. 9’999 Einw. Einw.

Download &
Information

Download &
Information

Download &
Information

Download &
Information

Download &
Information

Download &
Information
Transaktion

Transaktion

Transaktion

Transaktion

Transaktion

Transaktion
GA Flexicard bestellen 14 36 5 7 10 12 19 34 17 55 12 35
Heimatausweis bestellen/verlängern 30 28 20 1 20 8 34 18 27 39 29 34
Bestand Gemeinde/Stadtbibliothek einsehen/Ausleihfrist
verlängern 11 16 7 0 2 0 9 3 16 13 10 31
Zivilstand (z.B. Eheschein bestellen) 18 15 8 0 13 3 19 4 23 13 16 25
Direktes Bezahlen online von einfachen Dienstleistungen 4 15 4 1 2 0 5 4 6 9 2 28
Wohnsitz abmelden/anmelden 44 14 26 4 30 5 45 11 42 26 48 13
Todesfall (z.B. Todesschein bestellen) 25 13 9 0 13 2 23 4 24 13 31 23
Geburt (z.B. Geburtsanzeige einreichen, Geburtsschein
bestellen) 17 13 8 1 15 2 19 4 21 13 16 22
Hundesteuer/Hundemarke bestellen/bezahlen 38 11 19 1 17 0 34 6 37 12 47 17
Parkkarten beantragen 23 10 7 0 2 0 11 1 22 7 34 19
Protokolle der Regierung/ Gemeinderats/Exekutive
einsehen 32 9 17 1 29 5 29 6 29 4 36 15
Sportanlagen mieten 50 8 23 3 36 4 47 7 48 13 57 8
Fundgegenstände suchen und melden 22 7 11 0 11 4 19 3 20 4 25 13
Bewilligung für Festwirtschaft/Lotterie/Tombola/
Benutzung öffentlichen Grundes für Veranstaltungen 56 4 28 4 33 0 47 3 64 4 62 4
Identitätskarte/neuer Pass beantragen 47 4 27 0 24 0 44 1 51 2 51 7
Steuererklärung ausfüllen/ einreichen 21 4 17 0 15 1 23 2 26 5 18 4
Baugesuch einreichen 55 2 28 0 47 2 57 2 56 1 56 2
Kindergarten/Primarschule/ Sekundarschule anmelden 43 2 26 3 17 0 33 1 42 3 54 2
Kinderbetreuungsangebote (z.B. Mittagstisch anmelden) 42 2 21 0 16 0 33 1 49 2 51 2
Sozialhilfe beantragen 39 1 20 0 15 0 26 0 43 0 51 1
Gesuche im Zusammenhang mit Militär-/Zivildienst 13 1 15 3 7 0 14 0 17 0 12 1
AHV/Altersrente anmelden 30 0 24 0 15 0 33 1 36 0 27 0
Arbeitslosigkeit – anmelden 24 0 21 3 15 0 29 0 31 0 19 0
Entlastung bei Behinderung organisieren 18 0 10 0 4 0 10 0 16 0 25 0
E-Petition/E-Referendum/E-Initiative einreichen 6 0 7 0 5 0 6 0 6 1 7 0
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (Total n = 898/
bis 499 Ew. n = 73/500-999 Ew. n = 104/1'000-4'999 Ew. n = 543/5'000-9'999 Ew. n = 112/ab 10'000 Ew. n = 66)

Eine Eigenschaft des schweizerischen Föderalismus ist, dass die Kantone selber festlegen
können, welche Aufgaben in kantonale und welche in kommunale Zuständigkeiten fallen.
Am häufigsten nannten Gemeinden die Steuererklärung als zentrales Angebot oder zu-
mindest Kompetenz des Kantons (37%); Zivilstand (31%), AHV/Altersrente (30%) und Ge-
burt (29%) reihen sich dahinter ein. Etwas seltener kantonal geregelt werden Gesuche im
Zusammenhang mit Militär- und Zivildienst (26%), Todesfall (22%) und Arbeitslosigkeit
anmelden (21%). Die übrigen Angebote sind mit 80 Prozent und mehr der antwortenden
Gemeinden deutlich im Aufgabenbereich der Gemeinden.

Wenn wir mittels einer Regressionsanalyse untersuchen, was Gemeinden mit vielen und
solche mit wenigen oder gar keinen Transaktionsangeboten unterscheidet, überrascht es
keineswegs, dass die Grösse der Wohnbevölkerung der wichtigste Einfluss ist. Je grösser
die Nachfrage nach Online-Behördendienstleistungen ist, desto eher werden sie bereitge-
stellt. Dieses Ergebnis ist konsistent mit demjenigen des letzten Jahres. Neu als zweitwich-
tigste Variable ist der Anteil von Personen, welche keiner Religion angehören. Der Anteil
ist besonders in urbanen Gebieten hoch (Basel, Neuenburg, Zürich). Im letzten Jahr stell-
ten wir fest, dass Regionen mit einem ausgedehnten Agrarsektor (also ländliche Gebiete)

41
weniger Angebote haben. Die Variable der Personen ohne Religionszugehörigkeit folgt ei-
ner ähnlichen Logik, wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen – der städtische Charakter
(Urbanität) befördert die Chance eines ausgebauten Online-Transaktions-Angebots. Eben-
falls seit letztem Jahr bekannt ist, dass Deutschschweizer Gemeinden, solche mit starken
bürgerlichen Parteien oder vielen Wegpendlern häufiger Transaktionen anbieten als das
jeweilige Gegenteil. Negativ fällt zudem die durchschnittliche Stimmbeteiligung zu Buche.
Das bedeutet, dass dort, wo noch verstärkt eine Stimmpflicht vorhanden ist oder ein grös-
serer Anteil überhaupt stimmberechtigt ist, weniger Angebote bestehen. Hier könnte der
direkte Austausch noch eine grössere Bedeutung haben. In Orten mit vielen Fremdspra-
chigen ist dagegen entsprechend das Online-Angebot eher grösser.
Grafik 54:

Regressionsanalyse Transaktionsangebote der


Gemeinden/Städte

viele wenige

Wohnbevölkerung (log.)
Personen ohne Religionszugehörigkeit
bürgerliche Parteien (NRW03)
Wegpendler (Pendlersaldo neg.)
Deutschschweiz
Fremdsprachenindex
durchschnittliche Stimmbeteiligung seit 2000

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (n = 898), R2 = .402

Erläuterung: Die eingesetzte Methode der linearen Regression beschreibt die Grösse des Einflusses von unabhängigen Variablen auf eine
abhängige Variable (vgl. dazu Erläuterung im Anhang 1). In unserem Beispiel beschreiben wir die Grösse des Einflusses von Struktur-
merkmalen der Gemeinden auf die Anzahl umgesetzter Transaktionsleistungen. In der Grafik erscheinen die erklärenden Elemente da-
bei in verschiedenen Grössen: Je grösser ein Element dargestellt ist, desto wichtiger ist sein Einfluss auf die Anzahl Transaktionsleistun-
gen. Anhand der Farbe lässt sich unterscheiden, ob ein Element eher zu mehr Transaktionsleistungen (blau) oder zu weniger Transakti-
onsleistungen (rot) führt.

Die Frage nach weiteren, bisher nicht genannten, komplexen Online-Dienstleistungen


wird von rund zwei Drittel der Befragten verneint. Das zeigt, dass die abgefragte Liste die
wichtigsten Angebote von Gemeinden abdeckt. Am häufigsten genannt wurden diverse
Behördengänge und Dienstleistungen. Die zwei wichtigsten Einzelangebote, die darin zu-
sammengefasst werden, sind die Fristerstreckung für die Steuererklärung und die Bestel-
lung des Häckseldienstes.

42
Grafik 55:
Weitere komplexe Online-Dienstleistungen der Gemeinden/Städte
"Bieten Sie weitere erwähnenswerte komplexe Online-Dienstleistungen (nicht Informationsangebote) an, von
denen bisher nicht die Rede war?"

Nein

Behördengänge und
Dienstleistungen

Anderes

Informationen

Bestellungen

Kundenkontakt

Gesuche

Allgemeines

weiss nicht/keine Antwort


Basis: inhaltliche Nennungen

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (n = 898)

Wir konnten letztes Jahr festhalten, dass ein breites Informationsangebot auf Gemeinde-
bene existiert. Dasselbe können wir auch bei der diesjährigen Befragung sagen. Bis auf die
Informationen im Krisenfall (total 44%) werden alle Informationsangebote von einer
Mehrheit der Gemeinden auf die eine oder andere Weise angeboten. Am häufigsten zur
vollständigen Online-Abwicklung stehen Ortspläne (17%) und Veranstaltungskalender
(15%) zu Verfügung. Die "Online-Abwicklung" besteht im ersten Fall wahrscheinlich in in-
teraktiven Karten, wie sie von google.maps.ch oder maps.search.ch angeboten werden, im
zweiten aus Kalendern, die von Vereinen selber mit Terminen gefüllt werden können. Das
insgesamt grösste Informationsangebot besteht wie im letzten Jahr im Bereich Abfall und
Entsorgung (total 91%, davon 48% mit Download, Online-Formularen oder Online-Ab-
wicklung).

Wie die komplexen Dienstleistungen ist das Informationsangebot von der Gemeindegrösse
abhängig, wobei die häufigsten Nennungen wiederum bei der grössten oder zweitgrössten
Gemeindekategorie vorkommen. Im Zeitvergleich stellt man fest, dass das Angebot nicht
ausgebaut wurde; die Zahlen sind teils sogar etwas tiefer als im Vorjahr. Mit anderen Wor-
ten: Das Informationsangebot der Gemeinden stagniert auf hohem Niveau.

43
Grafik 56:
Existierendes Informations-Angebot der Gemeinden/Städte
"Bitte geben Sie mir für die nachfolgenden Angebote an, ob Sie von Ihrer Gemeinde/Stadt
heute schon angeboten werden."
Alle Gemein- bis 499 Einw. 500 bis 999 1'000 bis 5'000 bis ab 10'000
den (gew.) Einw. 4'999 Einw. 9'999 Einw. Einw.

einfache

einfache

einfache

einfache

einfache

einfache
Information &

Information &

Information &

Information &

Information &

Information &
Information

Information

Information

Information

Information

Information
Download

Download

Download

Download

Download

Download
Abfall und Entsorgung inklusive Entsorgungskalender und
Entsorgungsorten 43 48 57 9 63 19 56 38 48 50 27 59
Ortsplan 42 41 39 15 40 26 46 37 51 39 36 49
Veranstaltungskalender (Kultur und Sport) 52 36 55 12 59 22 58 35 47 46 48 37
Informationen über Schule und Bildung: Ferienplanung 58 28 47 11 58 16 62 24 56 36 55 29
Vereine und Kontaktpersonen (Liste) 62 27 70 6 74 9 68 26 59 39 58 28
Gemeindeversammlungen, Gemeindeabstimmungen:
Informationen zu Vorlagen/Themen 60 25 50 3 63 13 66 23 59 37 57 24
Informationen zu Wahlen, Abstimmungen,
Abstimmungskalender 62 19 35 0 59 1 68 12 66 26 58 24
Informationen zu Regierung und Gemeindeparlament 63 18 42 0 63 3 70 9 70 17 56 25
Spezifische Online-Angebote/Informationen für
Unternehmen 37 18 14 3 28 2 35 9 33 16 42 26
Online-Informationen über Parteien und deren
Kontaktperson 65 12 18 1 37 2 62 10 73 17 70 13
Informationen im Krisenfall, Krisenstaborganisation 39 5 14 0 22 1 34 4 44 3 44 6
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (Total n = 898/
bis 499 Ew. n = 73/500-999 Ew. n = 104/1'000-4'999 Ew. n = 543/5'000-9'999 Ew. n = 112/ab 10'000 Ew. n = 66)
Erläuterung: Die möglichen Antwortkategorien waren jeweils "vollständige Online-Abwicklung", "Information inklusive Formulare zum
Online-Ausfüllen", "Informationen inklusive Formulare zum Download", "reine Information online", "Online-Angebot besteht nicht,
wird aber diskutiert", "Online-Angebot wird vom Kanton zentral zur Verfügung gestellt" (2009 leicht verändert), "Online-Angebot ist in
der Zuständigkeit des Kantons" (2009 neu), "kein Online-Angebot", "weiss nicht" und "keine Antwort". In der Tabelle werden die grup-
pierten Werte der ersten drei Kategorien (Information & Download) resp. die vierte Kategorie (einfache Information) dargestellt.

Über die Hälfte der antwortenden Gemeinden verneint die Frage nach weiteren Online-
Angeboten. Von den übrigen bieten viele allgemeine und aktuelle Informationen über die
Gemeinde (z.B. News, Botschaften des Gemeinderates) oder weitere einfache Dienstleis-
tungen (z.B. Reservation von Gemeindeliegenschaften) an. Andere Gemeinden offerieren
Informationen aus den einzelnen Amtsstellen, Reglemente und weitere rechtliche Informa-
tionen, Informationen über Dritte (z.B. Kirche, Vereine, soziale Einrichtungen) oder Zo-
nenpläne und Katasterauszüge.
Grafik 57:
Spezifische Angebote der Gemeinden/Städte
"Welche weiteren, wichtigen Online-Angebote werden von Ihrer Gemeinde/Stadt angeboten?"
nichts, keine

aktuelle/allgemeine (Gemeinde-)Informationen

Dienstleistungen (z.B. Online-Reservationen)

Allgemeines

Informationen aus der und über die Verwaltung

rechtliche Informationen, Akten

Informationen über Dritte

Baugesuche, Bauland, Zonenplan, Katasterauszüge

Kundenkontakt (z.B. Kontaktinformationen)

Wohnungsmarkt/-inserate

Anderes

weiss nicht/keine Antwort Basis: inhaltliche Nennungen

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (n = 898)

Rund zwei Drittel (65%) der Gemeinden planen einen weiteren Ausbau des Internetange-
bots – ähnlich viele wie 2008 (67%). An erster Stelle steht der Wunsch nach mehr Online-
Dienstleistungen; als Einzelnennung ist hier die Möglichkeit von Online-Zahlungen (so
genanntes E-Payment) zu erwähnen. Mehr Online-Dienstleistungen waren bereits im letz-
44
ten Jahr das Top-Anliegen, zu dessen Umsetzung führte das jedoch nicht. Das Transakti-
onsangebot wurde im vergangenen Jahr auf Gemeindebene nicht ausgebaut. Am zweit-
wichtigsten sind allgemeine Projekte, zum Beispiel die komplette Überarbeitung. Auch
wenn die Websites im Durchschnitt im Jahr 2007 letztmals überarbeitet wurden, besitzt
doch ein Viertel der Gemeinden eine Website aus dem Jahr 2005 oder früher. Bei der ra-
santen Entwicklung im Internet ist das ein grosser Zeitraum. Aus dieser Optik müssen auch
die Wünsche nach neuer Navigation und Technik, übersichtlicher Menuführung oder
neuen Formen des Kundenkontaktes betrachtet werden. Der generelle Ausbau des Infor-
mationsangebotes und die Ausrichtung auf E-Government sind weitere wichtige Projekte.
Grafik 58:
Konkret geplante Angebote der Gemeinden/Städte
"Was ist in wenigen Stichworten das wichtigste Projekt dieses Ausbaus?"

diverse Dienstleistungen (z.B. E-Payment)

Allgemeines (z.B. komplette Überarbeitung)

Informationen

Navigation und Technik

E-Government, Online-Schalter

Übersichtlichkeit, Menuführung

Kundenkontakt

Online-Formulare

Anderes

Online-Reservationen

spezifische Website

Datenverwaltung Basis: inhaltliche Nennungen


jene, welche einen Ausbau planen
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (n = 472)

2.4.2. Das Angebot auf Ebene der Kantone

Während bei den meisten Gemeinden Stillstand herrscht, können wir auf Kantonsebene
einen Ausbau der E-Government-Angebote erkennen. Fast jedes Angebot wird in deutlich
mehr Kantonen angeboten als noch vor einem Jahr. Bei sieben Angeboten im Privatperso-
nenbereich ist der Anstieg grösser als 20, bei weiteren neun immer noch grösser als zehn
Prozentpunkte. Insgesamt 20 der 27 befragten Angebote für Privatpersonen haben einen
Anstieg von mindestens sieben Prozentpunkten zu verzeichnen; das entspricht ungefähr
zwei Kantonen, welche die Dienstleistung zusätzlich anbieten. Am meisten zugelegt ha-
ben Stipendien (plus 44 Prozentpunkte), Arbeitslosenunterstützung (78%, plus 37 Prozent-
punkte), Krankenkassenprämienverbilligung sowie Familien- und Kinderzulagen (je 74%,
plus 33 Prozentpunkte). Am häufigsten angeboten wird das Ausfüllen und Einreichen der
Steuererklärung (95%), gefolgt vom Beantragen von Stipendien (92%), der Bestellung von
Fahrzeug- und Führerausweis (87%) und der Bestellung, Hinterlegung oder Verlustmel-
dung von Kontrollschildern (83%). Betrachtet man die reinen Transaktionen (ohne Down-
loadangebot), führt auch hier die Steuererklärung deutlich (30% entspricht zehn Kanto-
nen). Bei je vier Kantonen (17%) im Angebot sind E-Voting und das Fahrzeuge An- und
Abmelden, drei Kantone (13%) haben die Fahrzeug- und Führerausweise, die Kontroll-
schilder und die Bestellung eines Betreibungsregisterauszuges als Transaktion. Die Detail-
resultate für jeden Kanton sind im Anhang zu finden.

45
Grafik 59:
Trend Übersicht potenzielle Transaktions-Angebote der Kantone:
Privatpersonen-Bereiche – starke Zunahme
"Bitte geben Sie uns für die folgenden Bereiche an, ob Sie in diesem Bereich kein Online-Angebot, nur Online-
Informationen anbieten, mindestens ein Formular zum Download oder mindestens ein Transaktionsangebot
haben." – Download und Transaktionen
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Kantonsverwaltungen

Stipendien für Studium und berufliche


92 Grundausbildung beantragen

87 Arbeitslosenunterstützung bei der


Arbeitslosenkasse beantragen
78
74 Krankenkassenprämienverbilligung
74 beantragen
63 69 Familien-/Kinderzulagen beantragen

52 69
Fahrzeugausweis/ Führerausweis
50 bestellen
48 48
Eingriffe an Baudenkmälern Bewilligung
41 beantragen
41 41 Betreibungsregister Auszug bestellen
30
26
Fahrzeug an- oder abmelden

Ausbildungsdarlehen beantragen
7

2008 2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juni bis August 2009 (N = je 23)

Grafik 60:
Trend Übersicht potenzielle Transaktions-Angebote der Kantone:
Privatpersonen-Bereiche – mittlere bis starke Zunahme
"Bitte geben Sie uns für die folgenden Bereiche an, ob Sie in diesem Bereich kein Online-Angebot, nur Online-
Informationen anbieten, mindestens ein Formular zum Download oder mindestens ein Transaktionsangebot
haben." – Download und Transaktionen
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Kantonsverwaltungen Kontrollschilder bestellen, hinterlegen und Verlust
melden
95
Kulturförderung beantragen
87
83
Immatrikulation an einer Hochschule
74
67 Suchthilfe ambulant und stationär Angebot einsehen

66 57
57 Steuern entrichten (Einkommenssteuern, Erbschafts-
und Schenkungssteuern, Grundstückssteuern)
52
43 Betreibungsbegehen beantragen
41
39
39 Lebensmittelkontrollen durchführen lassen
35
34
28 30 Steuererklärung ausfüllen/einreichen
26
24
22
Aufenthalts- und Arbeitsbewilligungen beantragen
17

Betreibung Rückzug beantragen


7

Altlasten Informationen einholen


2008 2009
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juni bis August 2009 (N = je 23)

Erläuterung: Die möglichen Antwortkategorien waren jeweils "Transaktion", "Download von Formularen", "nur Informationen ohne
Formulare und Abwicklung", "Online-Angebot besteht nicht, wird aber diskutiert", "Online-Angebot wird vom Kanton zentral für die
Gemeinden zur Verfügung gestellt" (2009 leicht verändert), "Online-Angebot ist in der Zuständigkeit der Gemeinden" (2009 neu), "kein
Online-Angebot", "weiss nicht" und "keine Antwort". In der Grafik werden die gruppierten Werte der ersten beiden Kategorien darge-
stellt.

Bei sieben Angeboten für Privatpersonen bewegt sich die Veränderung von plus vier bis
minus vier Prozentpunkten im Bereich des Stichprobenfehlers. Sie sind somit im Zeitver-
gleich stabil geblieben. Die Dienstleistungen für Unternehmen haben ähnlich stark zuge-
legt wie jene für Privatpersonen. Der grösste Sprung nach vorn vollführte die Anmeldung
von Arbeitnehmenden bei den Sozialversicherungen (60%, plus 32 Prozentpunkte), ge-
folgt von der Antragseinreichung bei Konkurseröffnung (52%, plus 22 Prozentpunkte).
Weitere fünf Angebote sind um mindestens zwölf Prozentpunkte gewachsen (das ent-
spricht ungefähr drei Kantonen), die restlichen haben einen kleineren Anstieg oder sind
praktisch stabil. Am häufigsten ist – wie im Bereich der Privatpersonen – die Steuererklä-
rung (82%). Auf dem geteilten zweiten Platz sind der Antrag auf Arbeitsbewilligung und
das Einreichen eines Baugesuchs (je 69%). Wenn man nur die Transaktionsangebote be-
trachtet, dann sind das Einreichen (26%) und die Informationsbeschaffung (22%) bei öf-
fentlichen Ausschreibungen am häufigsten.

46
Grafik 61:
Trend Übersicht potenzielle Transaktions-Angebote der Kantone:
Privatpersonen-Bereiche – stabil
"Bitte geben Sie uns für die folgenden Bereiche an, ob Sie in diesem Bereich kein Online-Angebot, nur Online-
Informationen anbieten, mindestens ein Formular zum Download oder mindestens ein Transaktionsangebot
haben." – Download und Transaktionen
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Kantonsverwaltungen

Arbeitsplatzvermittlung/
Arbeitsplatzsuche Datenbanken einsehen
52
48 E-Voting

Polizei Anzeige erstatten (z.B. Diebstahl)

E-Petition/E-Referendum/ E-Initiative
30 30 einreichen

Wehrpflichtersatz Gesuch beantragen


22
21
13 17
13 Protokolle der Regierung/regierungsrats/
Exekutive einsehen
11 9

9 Arbeitskonflikte Arbeitsgericht
9 9 kontaktieren

2008 2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juni bis August 2009 (N = je 23)

Grafik 62:
Trend Übersicht potenzielle Transaktions-Angebote der Kantone:
Unternehmens-Bereiche
"Bitte geben Sie uns für die folgenden Bereiche an, ob Sie in diesem Bereich kein Online-Angebot, nur Online-
Informationen anbieten, mindestens ein Formular zum Download oder mindestens ein Transaktionsangebot
haben." – Download und Transaktionen
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Kantonsverwaltungen
Sozialversicherungen - ArbeitnehmerInnen
anmelden
82
Konkurseröffnung - Antrag einreichen
69
67 Eigenständiges Portal für Unternehmen
69
65 Steuererklärung für Unternehmen -
60 60 ausfüllen/einreichen
61
57 Handelsregister - Anmeldung und Löschung
48 52 Unternehmen
43 Öffentliche Ausschreibungen - einreichen
43
39
32 Öffentliche Ausschreibungen - Informationen
39 holen
30 39
28 Umweltkonzession/ umweltbezogenes Gesuch
28 - einreichen/erhalten
27 Arbeitsbewilligungen beantragen
21
Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz -
zuständige Stelle kontaktieren
Baugesuch - einreichen

2008 2009
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juni bis August 2009 (N = je 23)

Wie im letzten Jahr lassen sich die Ergebnisse aus den Befragungen der Kantone und der
Gemeinden zu einem Kantonsvergleich zusammenfassen. Durchschnittlich wurden auf
Kantonsebene 3.2 Transaktionen angeboten, auf Gemeindebene waren es gewichtet 2.72.

Am meisten Angebote auf Kantonsebene bietet der Kanton Thurgau mit elf Angeboten, ge-
folgt von Bern (acht) und Zürich (sieben). Bern hat im Vergleich zum Vorjahr am meisten
zugelegt (plus sechs Angebote), gefolgt von Thurgau und Basel-Stadt (je plus fünf). Am
meisten Gemeindeangebote findet man in Basel-Stadt (durchschnittlich 9.9 Angebote) –
diese werden im Stadtkanton jedoch praktisch ausschliesslich vom Kanton angeboten. Auf
Gemeindebene ebenfalls stark sind Appenzell Ausserrhoden (6.0) und Zug (5.4 Angebote).

2
Da die Gemeindebefragung nach Wohnbevölkerung gewichtet wurde und die Anzahl Transaktions-
angebote mit der Gemeindegrösse zunimmt, ist der Durchschnitt vergleichsweise hoch. Ungewichtet läge er
ungefähr bei 1.3.
47
Grafik 63:
Transaktionsangebote der Kantone und Gemeinden
Kanton

ZH BE LU UR SZ OW NW GL ZG

Anzahl Transaktions-
7 8 1 0 0 0 2 3 5
angebote des Kantons
Durchschnittliche Anzahl
Transaktionsangebote 4.8 1.3 3.1 1.8 0.1 2.0 1.8 0.0 5.4
der Gemeinden

Kanton

FR SO BS BL SH AR AI SG GR

Anzahl Transaktions-
2 0 6 n.t. 3 1 2 5 3
angebote des Kantons
Durchschnittliche Anzahl
Transaktionsangebote 0.7 1.4 9.9 1.9 0.4 6.0 1.0 4.9 1.0
der Gemeinden

Kanton

AG TG TI VD VS NE GE JU CH

Anzahl Transaktions-
0 11 3 5 n.t. 5 n.t. 2 ø 3.2
angebote des Kantons
Durchschnittliche Anzahl
Transaktionsangebote 3.0 1.4 0.4 1.8 0.4 0.0 0.6 0.1 2.7
der Gemeinden

n.t. = nicht teilgenommen

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden n = 898/Kantone N = 23)

Aufgrund dieser Ergebnisse lassen sich die Kantone, die an der Umfrage teilgenommen
haben, in vier Gruppen einteilen: Die erste Gruppe besitzt sowohl auf Kantons- als auch
auf Gemeindeebene ein überdurchschnittliches Transaktionsangebot. Sie besteht aus Zü-
rich, St. Gallen (beide schon 2008), Zug und Basel-Stadt (beide neu in dieser Gruppe).
Ebenfalls kantonal über dem Schweizer Durchschnitt, kommunal aber darunter ist eine
zweite Gruppe bestehend aus Thurgau, Neuenburg (beide bisher), Bern und Waadt (beide
neu). Das Umgekehrte (überdurchschnittliche Gemeinde- und unterdurchschnittliche Kan-
tonsangebote) ist bei der dritten Gruppe der Fall. Mitglieder sind Appenzell Ausserrhoden,
Aargau (beide bisher) und Luzern (neu). Die letzte Gruppe umfasst diejenigen zwölf Kan-
tone, welche sowohl auf Kantons- als auch auf Gemeindebene unter dem schweizerischen
Durchschnitt liegen. Die Kantone Basel-Landschaft, Wallis und Genf haben an der Kan-
tonsbefragung nicht teilgenommen, verfügen aber auf Gemeindeebene nur über eine un-
terdurchschnittliche Ausstattung an Transaktionsdienstleistungen.

48
Grafik 64:
Benchmarking: Transaktionsangebote der Kantone und Gemeinden

überdurchschnittliches nicht teilgenommen unterdurchschnittliches


kantonales kantonales
Transaktionsangebot Transaktionsangebot

überdurchschnittliches
ZH ZG
kommunales
LU AR AG
Transaktionsangebot
BS SG

UR SZ

unterdurchschnittliches
BE TG OW NW GL FR
kommunales
BL VS GE
Transaktionsangebot
VD NE SO SH AI GR

TI JU

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden n = 898/Kantone N = 23)

Die Interpretation des Benchmarkings scheint sich in diesem Jahr zu verdeutlichen. Zu den
ersten drei Gruppen zählen vorwiegend grosse (Zürich, Bern, Waadt, Aargau, St. Gallen,
Luzern), finanzkräftige (Zug, Basel-Stadt, Zürich, Aargau, Waadt) oder urbane (Basel-Stadt,
Zürich, Zug, Waadt) Kantone. Mit St. Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden sind
auch drei Kantone der Nordostschweiz darin enthalten. In Gruppe vier befinden sich hin-
gegen mehrheitlich kleine, finanzschwache oder ländlich geprägte Kantone. Die relevan-
ten Faktoren ähneln damit denjenigen, die wir schon bei den einzelnen Gemeinden fest-
gestellt haben (Wohnbevölkerung, Urbanität). Ein Unterschied zeigt sich entlang der
Sprachregionen. Die eher zentralistischen Kantone der Romandie verfügen auf Gemeinde-
ebene kaum über Transaktionsangebote, einige dafür über ein starkes kantonales Angebot
(Waadt und Neuenburg).
Grafik 65:
Benchmarking: Transaktionsangebote der Kantone und Gemeinden
kantonales und kommunales Angebot

SH

BS TG
BL
AG ZH
JU
SO AR
AI

SG
ZG
LU
NE SZ
GL
NW
OW
BE
UR
FR
VD GR

TI
GE
VS

kommunal und kantonal überdurchschnittlich


nur kommunal überdurchschnittlich
gfs.bern, Verwaltung und E-Government, nur kantonal überdurchschnittlich
Juni bis August 2009 kommunal und kantonal unterdurchschnittlich
kommunal unterdurchschnittlich, kantonal nicht teilgenommen

49
Weitere komplexe Dienstleistungen werden von 14 Kantonen angeboten. Die Bereiche
sind vielfältig. Mehrmals genannt wurden Zivilstandsdienste (Ehe-, Geburts-, Heimat-
scheine) und die Festlegung oder Verschiebung von Fahrzeugvorführterminen.
Grafik 66:
Angebot weiterer Online-Dienstleistungen
"Bieten Sie weitere erwähnenswerte komplexe Online-Dienstleistungen (nicht Informationsangebote) an, von
denen bisher nicht die Rede war?"

Nein

Behördengänge und
Dienstleistungen

Bestellungen

Datenmutation

Anderes

Gesuche

Kundenkontakt

weiss nicht/keine Antwort


Basis: inhaltliche Nennungen

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juni bis August 2009 (N = 23)

Die befragten Informationsangebote der Kantone sind fast flächendeckend vorhanden. Elf
Angebote werden in über 90 Prozent, weitere vier in über 80 Prozent der Kantone auf die
eine oder andere Weise dargeboten. Informationen über Parteien (60%) und Veranstal-
tungskalender (65%) sind auf Kantonsebene seltener, aber dennoch mehrheitlich vorhan-
den; letztere Dienstleistung wird dafür in vier Kantonen auf Gemeindeebene erbracht.
Über das reine Informationsangebot hinaus (also als Transaktion oder Download) werden
Hilfe bei Verwaltungsvorgängen (61%), spezifische Angebote und Informationen für Un-
ternehmen (57%) und Unternehmensvorschriften für Unternehmen im Bereich Umwelt
(56%) angeboten.
Grafik 67:
Existierendes Informations-Angebot der Kantone
"Bitte geben Sie für die nachfolgenden Angebote an, ob Sie von Ihrem Kanton heute schon angeboten
werden."

Total Transaktion Download Information


Hilfe bei Verwaltungsvorgängen (erforderliche Dokumente 96 26 35 35
Spezifische Online-Angebote/Informationen für Unternehmen 96 18 39 39
Wahlen, Abstimmungen, Abstimmungskalender 95 13 4 78
Vorschriften für Unternehmen im Bereich Umwelt 95 8 48 39
Informationen zu Parlamentsversammlungen 95 8 26 61
Informationen zu Regierung und Parlament 95 8 22 65
Raumplanung Informationen einholen 94 8 43 43
Naturgefahren/Luft/Energie/Lärm Informationen einholen 94 8 43 43
Boden/Gewässerschutz/Hochwasserschutz Infos einholen 94 8 43 43
Situationsplan/Ortsplan zu den Verwaltungsstandorten 91 22 17 52
Wahlen/Abstimmungen Informationen einholen 90 8 17 65
Informationen über AnsprechpartnerInnen 87 13 22 52
Liste der offiziellen Feiertage des Kantons 87 8 22 57
Informationen im Krisenfall, Krisenstab-Organisation 83 13 13 57
Spezielle Informationen und Rubriken für Unternehmen 81 21 30 30
Veranstaltungskalender 65 26 0 39
Online-Informationen über Parteien und deren Kontaktperson 60 4 4 52

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (N = 23)


Erläuterung: Die möglichen Antwortkategorien waren jeweils "vollständige Online-Abwicklung", "Information inklusive Formulare zum
Online-Ausfüllen", "Informationen inklusive Formulare zum Download", "reine Information online", "Online-Angebot besteht nicht,
wird aber diskutiert", "Online-Angebot wird vom Kanton zentral für die Gemeinden zur Verfügung gestellt" (2009 leicht verändert),
"Online-Angebot ist in der Zuständigkeit der Gemeinden" (2009 neu), "kein Online-Angebot", "weiss nicht" und "keine Antwort". In der
Tabelle werden die gruppierten Werte der ersten zwei Kategorien (Transaktion), die dritte (Download) resp. die vierte Kategorie (Infor-
mation) dargestellt.

50
Die meisten Kantone bieten Dienstleistungen über den abgefragten Katalog hinaus an. Ne-
ben den üblichen Informationen über die Verwaltung finden sich mehrere Angebote im
Bereich Arbeit: Dazu zählen sowohl Stellenangebote der Verwaltung selber als auch die
Eingabe von Lehrstellen oder spezifische Arbeitsbewilligungen (Nacht-, Schichtarbeit,
Weihnachtsverkäufe). Zum Thema Steuern existieren unter anderem Steuerrechner.
Ausserdem werden Jagd- und Fischereipässe auch online angeboten.
Grafik 68:
Spezifische Angebote der Kantone
"Welche weiteren, wichtigen Online-Angebote werden von Ihrem Kanton angeboten?"

keine weitere Angebote

Informationen aus der und


über die Verwaltung

Dienstleistungen (z.B. Online-


Reservationen)

allgemeine Informationen
über die Verwaltung

rechtliche Informationen,
Akten

Allgemeines

Wohnungsmarkt

Anderes

Informationen über Dritte Basis: inhaltliche Nennungen

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juni bis August 2009 (N = 23)

Das Angebot der Kantone ist gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Nach Wunsch der Kan-
tone soll es sogar noch weiter wachsen. Alle antwortenden Kantone planen einen Ausbau;
im vergangenen Jahr war dies nur bei 78 Prozent der Fall. Rund zwei Drittel der Gemein-
den und Bundesämter haben derartige Pläne. Wohin die Reise bei den Kantonen geht, ist
auch klar: Nach und nach sollen immer mehr Dienstleistungen für die Bevölkerung und
Unternehmen komplett online vorhanden sein. Diese umfassen die ganze Palette von E-
Payment über alle möglichen Bewilligungen bis zu E-Voting. In mehreren Kantonen sind
damit verbunden auch technische Neuerungen respektive eine Totalerneuerung in struktu-
reller und grafischer Hinsicht geplant. Die Zusammenführung von Kanton und Gemeinden
(z.B. Einbindung in ein gemeinsames Kantonsportal) ist ein weiteres wichtiges Anliegen.
Grafik 69:
Trend Vergleich: Geplanter Ausbau Internet-Angebot
"Planen Sie einen weiteren Ausbau Ihres Internet-Angebots?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern
9
24 25 21
13 29
Nein
9 12
10 5

100 weiss nicht/


keine Antwort
78
67 65 67 66

Ja
Kantone/2008

Kantone/2009

Bundesämter/2008

Bundesämter/2009
Gemeinden/Städte/

Gemeinden/Städte/
2008

2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni - August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/Bund N = ca. 40)

51
Grafik 70:
Konkret geplante Angebote der Kantonsverwaltung
"Was ist in wenigen Stichworten das wichtigste Projekt dieses Ausbaus?"

diverse Dienstleistungen (z.B E-Payment, Bewilligungen)

E-Government, Online-Schalter

Navigation und Technik

Allgemeines

Datenverwaltung (z.B. Standardisierungen und


Datenaustausch)

Informationen (z.B. Statistiken)

Übersichtlichkeit, Menuführung

Online-Formulare

Anderes

Kundenkontakt Basis: inhaltliche Nennungen


jene, welche einen Ausbau planen
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juni bis August 2009 (n = 23)

2.4.3. Das Angebot auf Ebene des Bundes

Laut Antworten der E-Government-Verantwortlichen existieren heutzutage in 61 Prozent


der Bundesämter Transaktionsangebote; vor einem Jahr war es erst ein Drittel. Am häufigs-
ten gibt es Transaktionen im EDA (bei zwei von zwei Bundesämtern) und im EVD (sechs
von sieben), am wenigsten im EFD (zwei von sechs). Da die Unterschiede zwischen den
Departementen jedoch auf einer derart kleinen Fallzahl beruhen, sind sie statistisch nicht
signifikant und höchsten qualitativ zu interpretieren.
Grafik 71:
Trend: Transaktionsangebote Ihres Amtes
"Verfügt Ihr Amt über Transaktionsangebote, bei denen Geschäftsvorgänge mit Ihrem Amt von BürgerInnen
oder von Unternehmen komplett online durchführbar sind oder Online-Formulare direkt übermittelt werden
können?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei der Bundesverwaltung

39
Nein
61

weiss nicht/
keine Antwort

6
Ja
61

33

2008 2009
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Bundesverwaltung, Junis bis August 2009 (N = ca. 40)

Die jeweiligen Angebote sind so verschieden wie die Bundesämter. Am häufigsten geht es
um Bewilligungen und Gesuche (z.B. Abfallimport-/-exportgesuch), An-, Ab- und sonstige
Meldungen (z.B. meldepflichtige Infektionskrankheiten) oder andere komplexe Dienstleis-
tungen (z.B. komplette Abwicklung der LSVA-Veranlagung oder die Vergabe von Funk-
konzessionen). Mehrere Bundesämter verfügen auch über einen Onlineshop, wo beispiels-
weise Broschüren bestellt werden können; einige erwähnten darüber hinaus Kontaktformu-
lare für allgemeine Anfragen der BürgerInnen.

52
Grafik 72:
Übersicht Angebote der Bundesverwaltung
"Bitte beschreiben Sie Ihr(e) Transaktionsangebot(e) in Stichworten."

Online-Formulare, Anmeldung/Meldung/
Bewilligungen/Gesuche

Anderes

Dokumente hochladen/eingeben, elektronische


Datenübermittlung

Shop, Bestellen von Publikationen

Auskunft, Informationen, Einsicht in Dokumente

Allgemeines
Basis: inhaltliche Nennungen
jene, welche mind. eine Transaktion anbieten
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (n = 23)

Grafik 73:
Angebot weiterer Online-Dienstleistungen
"Bieten Sie weitere erwähnenswerte komplexe Online-Dienstleistungen (nicht Informationsangebote) an, von
denen bisher nicht die Rede war?"

Nein

Behördengänge und
Dienstleistungen

Bestellungen

Informationen (z.B.
Reglemente)

Anderes
Basis: inhaltliche Nennungen

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Bundesverwaltung, Juni bis August 2009 (N = 38)

Spezielle Rubriken für Unternehmen (plus 16 Prozentpunkte) und Hinweise zum Öffent-
lichkeitsprinzip (plus 15 Prozentpunkte) werden vermehrt angeboten. Die restlichen In-
formationsangebote auf Bundesebene sind zum Vorjahr recht stabil (innerhalb des Stich-
probenfehlers). Im Zeitvergleich gibt es aber zwei kleine Unterschiede: Erstens bestehen
teilweise zentrale Lösungen für die ganze Bundesverwaltung (neue Kategorie). Zweitens
existieren nun auch Online-Formulare – bei den speziellen Unternehmensrubriken in 16
Prozent der Fälle –, wo letztes Jahr höchstens Formulare zum Download bereit standen.

53
Grafik 74:
Existierendes Angebot der Bundesämter
"Bitte geben Sie mir für die nachfolgenden Angebote an, ob Sie von Ihrem Amt heute schon angeboten
werden."
in % verantwortlicher Personen für E-Government in der Bundesverwaltung weiss nicht/keine Antwort

8 8 6 10 5
3
11 5 11 kein Online-Angebot
16 13 3
3
3 8
8 8
8 Angebot nicht relevant
5
5
3
24 34 Online-Angebot besteht nicht, in
45 63
26 Diskussion

Online-Angebot ist in Zuständigkeit des


Bundes
29
18 24
21 bundesweites Angebot: Online-Angebot
wird zentral zur Verfügung gestellt
16 18
13 11 8
reine Informationen online
spezielle Informationen

Dokumente/Ausfüllhilfen)

AnsprechpartnerInnen

Situationsplan/Ortsplan
Öffentlichkeitsprinzip
vorgängen (erforderliche

zu den Verwaltungs-
Informationen über
Hilfe bei Verwaltungs-
und Rubriken für

Hinweise zum
Unternehmen

Infomationen inkl. Formular zum

standorten
Download

Informationen inkl. Formular zum


Online-Ausfüllen

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Bundesverwaltung, Juni bis August 2009 (N = 38)

Die Hälfte der antwortenden E-Government-Verantwortlichen in den Bundesämtern gibt


an, keine weiteren wichtigen Online-Angebote zu führen. Die restlichen sind stark vom
jeweiligen Arbeitsbereich abhängig (z.B. Flugzeugregister, Reise- oder Wetterinformatio-
nen).
Grafik 75:
Spezifische Angebote der Bundesverwaltung
"Welche weiteren, wichtigen Online-Angebote werden von Ihrem Amt angeboten?"

keine weiteren Angebote

Dienstleistungen (z.B. Online-Reservationen)

Informationen aus der und über die Verwaltung

allgemeine Informationen über die Bundesverwaltung/das


Bundesamt

Anderes

Informationen über Dritte

weiss nicht/keine Antwort Basis: inhaltliche Nennungen

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Bundesverwaltung, Juni bis August 2009 (N = 38)

Ein Drittel der Bundesämter plant einen Angebotsausbau. Ähnlich wie die Kantone möch-
ten sie primär die angebotenen Transaktionen und Informationen quantitativ ausweiten.
Des Weiteren soll die Technik im Sinne der Kundenfreundlichkeit stetig erneuert werden
(Stichwort: Web 2.0).

54
Grafik 76:
Konkret geplante Angebote der Bundesverwaltung
"Was ist in wenigen Stichworten das wichtigste Projekt dieses Ausbaus?"

diverse Dienstleistungen (z.B E-Payment, Bewilligungen)

Informationen (z.B. Statistiken)

Kundenkontakt (z.B. Chat, Blog)

Allgemeines

Übersichtlichkeit, Menüführung, Aufbau, Struktur

Anderes

Datenverwaltung (z.B. Standardisierungen und


Datenaustausch)

Online-Formulare

E-Government, Online-Schalter Basis: inhaltliche Nennungen


jene, welche einen Ausbau planen
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Bundesverwaltung, Juni bis August 2009 (n = 25)

2.4.4. Die Nutzung des Online-Angebotes

Im Durchschnitt werden Gemeindewebsites täglich von rund 2'500, Kantonsseiten von


5'500 und jene der Bundesämter von 24'400 Personen besucht. In diesem Jahr stand in
der Fragestellung explizit der Hinweis, dass Anzahl der Unique Users (eindeutige Nutze-
rInnen) interessiert. Dies hat dazu geführt, dass eher tiefere Nutzungszahlen angegeben
wurden als letztes Jahr. Besonders bei den Kantonen gibt es mehr Unwissenheit (44%,
plus 22 Prozentpunkte) und die durchschnittliche Nutzungszahl ist gesunken (minus 8'150
Besuchende). Dasselbe gilt bezogen auf die durchschnittliche Zahl an BesucherInnen von
Seiten der Bundesverwaltung (minus 11'100 Nutzende).
Grafik 77:
Trend Vergleich: Anzahl täglicher Besucher/Visitors auf Website
"Bitte tragen Sie die ungefähre Anzahl täglicher Besucher/Visitors (unique Users ohne Suchroboter) auf Ihrer
offiziellen Einstiegsseite (alle Sprachen) ein. Wenn Sie die Zahl nicht kennen, können Sie ohne weiteres auf
eine Antwort verzichten."
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen mit
Website/Online-Kontaktmöglichkeit, Kantonsverwaltungen und Bundesämtern
weiss nicht/keine
Antwort
22
über 50'000 Besucher
41 39
44
54 7
57
10'001-50'000 Besucher
15
6 8
4 5'001-10'000 Besucher
13 9
4 13
4 25
1 4 8 1'001-5'000 Besucher
12 9
5 6 3
43 43 21
501-1'000 Besucher
15 15 19
3
3 2
5 3 8 101-500 Besucher
4 3
Kantone/2008

Kantone/2009

Bundesämter
Gemeinden/Städte

Bundesämter/2008
Gemeinden/Städte/

51-100 Besucher
2008

0-50 Besucher

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/
Bund N = ca. 40)

Über alle Gemeinden hinweg ist die (gewichtete) Nutzung um rund 900 Personen gestie-
gen. Augenfällig vor allem bei kleineren und mittleren Gemeinden ist jedoch die verbrei-
tete Unwissenheit bezüglich Nutzung; diese Daten werden entweder nicht systematisch
erhoben oder sind den E-Government-Verantwortlichen einfach unbekannt. Im Zeitver-
gleich sind die durchschnittlichen Nutzungszahlen der kleinsten (rund 50, minus 50 Per-
sonen) und kleineren Gemeinden (90, minus 15) gemäss Antworten gesunken. Von einem
55
realen Nutzungsschwund kann man aber eher nicht ausgehen. Die Zahlen des letzten Jah-
res waren bei den beiden Kategorien, wie bereits 2008 diskutiert, unrealistisch hoch: Pro
100 Einwohnende besuchten 39 (Kategorie bis 499 EinwohnerInnen) respektive 22 (500
bis 999) Visitors täglich die Website. Das diesjährige Ergebnis ist möglicherweise immer
noch zu hoch, aber im Bereich des Möglichen. Die Zahlen bei den mittleren Gemeinden
sind relativ stabil geblieben, jene von grossen Gemeinden (ab einer Wohnbevölkerung
von 10'000) sind im Durchschnitt gestiegen (rund 4'000, plus 1'500 Nutzende).
Grafik 78:
Anzahl täglicher Besucher/Visitors auf Website – Nach Gemeindetypen
"Bitte tragen Sie die ungefähre Anzahl täglicher Besucher/Visitors (unique Users ohne Suchroboter) auf Ihrer
offiziellen Einstiegsseite (alle Sprachen) ein. Wenn Sie die Zahl nicht kennen, können Sie ohne weiteres auf
eine Antwort verzichten."
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Gemeinde-/Stadtverwaltungen mit
Website/Online-Kontaktmöglichkeit weiss nicht/keine
Mittelwert: Mittelwert: Mittelwert: Mittelwert: Mittelwert: Antwort
51.2 Besucher 88.7 Besucher 337.2 Besucher 1115.1 Besucher 3996.7 Besucher über 50'000 Besucher

10'001-50'000 Besucher
34
5'001-10'000 Besucher
53

78
71
10
1'001-5'000 Besucher
85
10 501-1'000 Besucher
1 1 1
4
6 18 101-500 Besucher
1
1 1
1 10 28 11 51-100 Besucher
3
1 3 4
3 0-50 Besucher
11 15 12 16
4
3
EinwohnerInnen
EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen
1'000 bis 4'999

5'000 bis 9'999


Gemeinde mit

Gemeinde mit
Gemeinde mit
Gemeinde bis

Gemeinde ab
500 bis 999

10'000
499

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (bis 499 Ew. n = 73/
500-999 Ew. n = 104/1'000-4'999 Ew. n = 543/5'000-9'999 Ew. n = 112/ab 10'000 Ew. n = 66)

Grafik 79:
Anzahl täglicher Besucher/Visitors auf Website pro 100 Einwohner –
Nach Gemeindetypen
"Bitte tragen Sie die ungefähre Anzahl täglicher Besucher/Visitors (unique Users ohne Suchroboter) auf Ihrer
offiziellen Einstiegsseite (alle Sprachen) ein. Wenn Sie die Zahl nicht kennen, können Sie ohne weiteres auf
eine Antwort verzichten."
Anteil der täglichen Besucher/Visitors auf Website an der Wohnbevölkerung der Gemeinde/Stadt
nur positive Nennungen
15.6
14.6 15.0

10.8

7.3

2.7

Gemeinde bis 499 Gemeinde mit 500 bis Gemeinde mit 1'000 Gemeinde mit 5'000 Gemeinde ab 10'000 Gemeinde ab 100'000
EinwohnerInnen 999 EinwohnerInnen bis 4'999 bis 9'999 EinwohnerInnen Einwohnerinnen
EinwohnerInnen EinwohnerInnen

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (bis 499 Ew. n = 73/
500-999 Ew. n = 104/1'000-4'999 Ew. n = 543/5'000-9'999 Ew. n = 112/10'000-100'000 Ew. n = 63/ab 100'000 Ew. n = 3)

Die Nutzung der Kanäle für sämtliche externen Kommunikationsvorgänge – also mit der
Bevölkerung, mit Unternehmen und mit anderen Behörden – ist bei den Gemeinden stabil
geblieben: Briefe (Mittelwert 46%) und E-Mail (43%) sind ähnlich wichtig, während Ge-
schäftsverwaltungssysteme nur rund einen Neuntel (11%) der Kommunikation ausmachen.
Diese Ergebnisse decken sich mit jenen aus dem Vorjahr. Eine marginale Zunahme ver-
zeichnen die Geschäftsverwaltungssysteme auf Ebene der Kantone, wenn auch auf tiefen
Niveau (13%, plus vier Prozentpunkte); die beiden anderen Kanäle sind relativ stabil. E-
Mail ist bei den Kantonen klar der am meisten genutzte Kanal (71%). Die Verschiebung
zugunsten der Geschäftsverwaltungssysteme auf neu 18 Prozent fällt bei den Bundesäm-
tern mit acht Prozentpunkten grösser aus; leicht zugelegt hat auch E-Mail (60%, plus drei

56
Prozentpunkte). Klar gesunken ist im Gegenzug der Anteil der Briefe an der gesamten ex-
ternen Kommunikation (24%, minus zehn Prozentpunkte).
Grafik 80:
Trend Vergleich: Geschätzte Nutzung der Kommunikationskanäle
"Bitte schätzen Sie für Ihren eigenen Zuständigkeitsbereich ungefähr, wie hoch der Anteil der jeweiligen
Kanäle ist, und zwar für alle externen Kommunikationsvorgänge, die entweder per Brief, per E-Mail oder mit
Unterstützung von Geschäftsverwaltungssystemen/Fachapplikationen, erledigt werden. Die externe
Kommunikation umfasst die Kommunikation mit anderen Behördenstellen, mit Unternehmen und mit
Bürgerinnen und Bürgern."
in Mittelwerten (nur positive Nennungen)
Geschäfts-
11 11 9 10 verwaltungssystem
13 18

46 43 E-Mail
57
71
72 60

Briefe
44 46
34
19 24
16

Bundesämter/

Bundesämter/
Kantone/2008

Kantone/2009
Gemeinden/

Gemeinden/
Städte/2008

Städte/2009

2008

2009
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/
Bund N = ca. 40)

Grafik 81:
Geschätzte Nutzung der Kommunikationskanäle – Nach Gemeindetypen
"Bitte schätzen Sie für Ihren eigenen Zuständigkeitsbereich ungefähr, wie hoch der Anteil der jeweiligen
Kanäle ist, und zwar für alle externen Kommunikationsvorgänge, die entweder per Brief, per E-Mail oder mit
Unterstützung von Geschäftsverwaltungssystemen/Fachapplikationen, erledigt werden. Die externe
Kommunikation umfasst die Kommunikation mit anderen Behördenstellen, mit Unternehmen und mit
Bürgerinnen und Bürgern."
in Mittelwerten (nur positive Nennungen)
7 10 10 12 12
Geschäfts-
verwaltungssystem
36 32
38
44 48

E-Mail

55 57
52
43 41 Briefe

Gemeinde bis 499 Gemeinde mit 500 Gemeinde mit Gemeinde mit Gemeinde ab
EinwohnerInnen bis 999 1'000 bis 4'999 5'000 bis 9'999 10'000
EinwohnerInnen EinwohnerInnen EinwohnerInnen EinwohnerInnen
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (bis 499 Ew. n = 93/
500-999 Ew. n = 108/1'000-4'999 Ew. n = 550/5'000-9'999 Ew. n = 112/ab 10'000 Ew. n = 66)

Weiterhin holen bei einer Mehrheit der Gemeinden nur unter 40 Prozent der Bevölkerung
ihre gemeindespezifischen Informationen aus dem Internet, bei den Kantonen liegt dieser
Wert zwischen 41 und 60 Prozent. Mehrheitlich werden Informationen bei Bundesämtern
von unter 60 Prozent der Bevölkerung online genutzt; hier ist der Anteil mit Nutzungsgra-
den von 61 bis 80 Prozent (32%) aber vergleichsweise hoch. Die Einschätzung der Nut-
zung des Online-Informationsangebotes hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum geändert.
Zugenommen hat aber der Anteil des Online-Kanals bei den komplexeren Dienstleistun-
gen, vor allem in der Bundesverwaltung. Hier schätzen die meisten Verantwortlichen den
Anteil auf 41 bis 60 Prozent, im Vorjahr lag er noch deutlich tiefer bei 21 bis 40 Prozent.
Zugenommen hat die Online-Nutzung auch bei Gemeinden und Kantonen, jedoch etwas
weniger stark als bei den Bundesämtern.

57
Grafik 82:
Trend Vergleich: Online-Nutzung des Informationsangebots
"Bitte geben Sie eine Schätzung an von Kontakten mit der Bevölkerung Ihrer Gemeinde/Stadt, Ihres Kantons,
Ihres Amts, die eine einfache, spezifische Information (nicht einen Behördengang) wünschen: Wie viele
Prozent entfallen gemäss Ihrer ungefähren Schätzung auf den Online-Kanal?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen mit
Website/Online-Kontaktmöglichkeit, Kantonsverwaltungen und Bundesämtern
weiss nicht/ keine
9 5 4
10 10 Angabe
3 17 6 8
3 4
15 9 81-100%
20 28
32
43
61-80%
37 37
39
33
32 41-60%

39
33 21-40%
36 22
28 21

4 4 6 3 bis 20%
Städte/2008

Städte/2009

Kantone/2008

Kantone/2009

Bundesämter/

Bundesämter/
Gemeinden/

Gemeinden/

2008

2009
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/
Bund N = ca. 40)

Grafik 83:
Trend Vergleich: Online-Nutzung der Behördendienstleistungen
"Bitte geben Sie eine Schätzung an von Kontakten mit der Bevölkerung, die eine Behördendienstleistung in
Anspruch nehmen oder einen Prozess abwickeln wollen: Wie viele Prozent entfallen gemäss Ihrer ungefähren
Schätzung auf den Online-Kanal?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen mit
Website/Online-Kontaktmöglichkeit, Kantonsverwaltungen und Bundesämtern
weiss nicht/ keine
5 6 5
9 10 10 Angabe
6 1 3 3
4 4 11
9 18 81-100%
15
32 26 22
35 61-80%
30 39
30
41-60%
50
56
44 41 24 21-40%
30
11 11
bis 20%
Städte/2008

Städte/2009

Kantone/2008

Kantone/2009

Bundesämter/

Bundesämter/
Gemeinden/

Gemeinden/

2008

2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/
Bund N = ca. 40)

Aufgeschlüsselt auf die verschiedenen Gemeindegrössen erkennt man auch hier, dass die
Online-Nutzung in grösseren Gemeinden bedeutender ist als in kleineren. Das gilt sowohl
für das Informationsangebot als auch die Behördendienstleistungen. Im Vergleich zu 2008
ist am ehesten bei den Städten eine Zunahme der Online-Nutzung festzustellen, in den
kleineren und mittleren Gemeinden sind die Anteile relativ stabil.

58
Grafik 84:
Online-Nutzung des Informationsangebots – Nach Gemeindetypen
"Bitte geben Sie eine Schätzung an von Kontakten mit der Bevölkerung Ihrer Gemeinde/Stadt, die eine
einfache, spezifische Information (nicht einen Behördengang) wünschten: Wie viele Prozent entfallen gemäss
Ihrer ungefähren Schätzung auf den Online-Kanal?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Gemeinde-/Stadtverwaltungen mit
Website/Online-Kontaktmöglichkeit
3 6 1 3 weiss nicht/
11 2 3 6 15 keine Angabe
4 11
8 16 16 2 81-100%

30 27
61-80%
31
36
47 41-60%

39
21-40%
54
46
39 bis 20%
27
17
EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen
1'000 bis 4'999

5'000 bis 9'999


Gemeinde mit

Gemeinde mit

Gemeinde mit
Gemeinde bis

Gemeinde ab
500 bis 999

10'000
499

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (bis 499 Ew. n = 73/
500-999 Ew. n = 104/1'000-4'999 Ew. n = 543/5'000-9'999 Ew. n = 112/ab 10'000 Ew. n = 66)

Grafik 85:
Online-Nutzung der Behördendienstleistungen – Nach Gemeindetypen
"Bitte geben Sie eine Schätzung an von Kontakten mit der Bevölkerung, die eine Behördendienstleistung in
Anspruch nehmen oder einen Prozess abwickeln wollen: Wie viele Prozent entfallen gemäss Ihrer ungefähren
Schätzung auf den Online-Kanal?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Gemeinde-/Stadtverwaltungen mit
Website/Online-Kontaktmöglichkeit
3 6 2 weiss nicht/
12 3 1 6 16 keine Angabe
10 10 10
7 2 81-100%
17 9
20 29
35 61-80%

42 41-60%

67 21-40%
61
54
47
31 bis 20%
EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen
1'000 bis 4'999

5'000 bis 9'999


Gemeinde mit

Gemeinde mit

Gemeinde mit
Gemeinde bis

Gemeinde ab
500 bis 999

10'000
499

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (bis 499 Ew. n = 73/
500-999 Ew. n = 104/1'000-4'999 Ew. n = 543/5'000-9'999 Ew. n = 112/ab 10'000 Ew. n = 66)

Das häufigste Transaktionsangebot der Gemeinden – die Online-Bestellung der GA-Flexi-


card – wird auch sehr häufig genutzt: Die meisten Verantwortlichen schätzen den Anteil
der Online-Nutzung zwischen 41 und 80 Prozent (insgesamt 62% der Antwortenden),
mehrere sogar auf über 80 Prozent (16%). Mehrheitlich über 60 Prozent liegt der Anteil
bei den bereitgestellten Protokollen der Gemeindeexekutive. Dieses Angebot wird aber
seltener (48 Gemeinden) als Transaktion angeboten als die GA Flexicard (296 Gemein-
den). Von 68 Gemeinden angeboten und mit ansehnlichen Online-Anteilen über 40 Pro-
zent (summiert 38%) sticht auch die Vermietung von Sportanlagen heraus. Die restlichen
Transaktionen, die von mindestens 30 Gemeinden angeboten werden, werden deutlich
weniger genutzt. Von den seltener genannten Dienstleistungen kann das Ausfüllen und
Einreichen der Steuererklärung (bei 24 Gemeinden im Angebot) erwähnt werden, wo die
Online-Nutzungsanteile relativ hoch sind3.

3
Die geringe Fallzahl erlaubt nur eine qualitative Interpretation.
59
Grafik 86:
Nutzungshäufigkeit Transaktionsangebote der Gemeinden/Städte (1)
"Bitte schätzen sie, wie hoch der Online-Nutzungsanteil bei den Angeboten mit Transaktion ist im Vergleich
zum traditionellen Weg."
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Gemeinde-/Stadtverwaltungen, welche die
Transaktion anbieten
8 4 6 weiss nicht/
7 keine Angabe
9 16
18 40 43 81-100%

31 13 61-80%
48 4 1
4 2
9
18 41-60%
22

6 31 23
21-40%
9
38
30 bis 20%
20 12 22
6
GA-Flexicard bestellen
Regierung/Gemeindesrats/

Gemeinde/Stadtbibliothek
Sportanlagen mieten

Direktes Bezahlen online

einsehen/ Ausleihfrist
Exekutive einsehen

Dienstleistungen
von einfachen
Protokolle der

verlängern
Bestand
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (n= zwischen 31 und 296)

Grafik 87:
Nutzungshäufigkeit Transaktionsangebote der Gemeinden/Städte (2)
"Bitte schätzen sie, wie hoch der Online-Nutzungsanteil bei den Angeboten mit Transaktion ist im Vergleich
zum traditionellen Weg."
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Gemeinde-/Stadtverwaltungen, welche die
Transaktion anbieten
6
4 3 6 5 weiss nicht/
3 12 8 keine Angabe
4 12 13
2 18
3 81-100%
24 26
20
37 61-80%

41-60%
82
76
63 63 63 21-40%
47

bis 20%
bestellen/verlängern

Geburtsanzeige einreichen,

Todesschein bestellen)
Zivilstand (z.B. Eheschein
Hundesteuer/Hundermarke

abmelden/anmelden

Geburtsschein bestellen)
Heimatausweis

bestellen/ bezahlen

Todesfall (z.B.
Wohnsitz

Geburt (z.B.
bestellen)

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (n= zwischen 31 und 296)

Die Steuererklärung als häufigstes Transaktionsangebot der Kantone wird bei drei Kanto-
nen zwischen 61 und 80 Prozent, bei je zwei Kantonen zwischen 41 und 60 respektive 21
und 40 Prozent genutzt. Bei den nächst häufigen Angeboten (Einreichen von sowie Infor-
mationen Einholen zu öffentlichen Ausschreibungen) ist die Nutzung weniger eindeutig:
Hier gibt es Kantone mit sehr hoher und solche mit sehr tiefer Nutzung. Eher häufiger ge-
nutzt werden von Unternehmen die Einreichung von Baugesuchen und Steuererklärungen.

2.4.5. Zwischenbilanz

• Fast alle Gemeinden unterhalten unterdessen eine eigene Website. Immer weniger
kleine Gemeinden haben keine Website.

• Vom technischen Standpunkt her existieren mehrheitlich aktuelle Websites (vor-


wiegend bei Bundesämtern und Gemeinden). Den Inhalt erneuern Kantone mehr-
mals täglich, Bundesämter und grosse Gemeinden täglich, mittlere wöchentlich
und kleine eher seltener. Dies geht einher mit der Anzahl updateberechtigter Per-
sonen, die in Kantonen und Bundesämtern gestiegen ist.

60
• Die Online-Dienstleistungen der Gemeinden stagnieren und sind mit Ausnahme
der GA-Flexicard weiterhin unsystematisch vorhanden. Am meisten Transaktions-
angebote findet man in grossen, städtischen Gemeinden. Der klare Wunsch nach
mehr Online-Angeboten besteht auch in diesem Jahr.

• Das Informationsangebot von Gemeinden stagniert auf hohem Niveau.

• Kantone haben im vergangenen Jahr ihr Online-Angebot deutlich ausgebaut. Sie


sind die aktuellen Motoren im Bereich E-Government. Am wichtigsten ist die
Steuererklärung. Weitere häufige Angebote finden sich im Bereich Fahrzeuge (An-
oder Abmelden, Kontrollschilder, Fahrzeug- und Führerausweis) und dem Stipen-
dienwesen. Viele Transaktionen auf Kantons- oder Gemeindeebene findet man
eher bei grossen, finanzkräftigen und urbanen Kantonen. Sämtliche Kantone pla-
nen einen Ausbau im Bereich E-Government.
• Das kantonale Informationsangebot ist praktisch flächendeckend vorhanden.

• Eine Mehrheit der Bundesämter verfügt unterdessen über Transaktionsangebote.


Diese sind stark von den verschiedenen Themen- und Aufgabenbereichen abhän-
gig. Das Informationsangebot auf Stufe Bund wurde teilweise ausgebaut. Es beste-
hen auch hier Pläne, das Angebot zu erweitern.

• Die absoluten Nutzungszahlen sind gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen, was


eher von einer realistischeren Einschätzung und einer verbreiteten Unwissenheit
als von real gesunkenem Gebrauch herrührt.

• Die Bedeutung von Geschäftsverwaltungssystemen hat bei Bundesämtern auf tie-


fem Niveau zugenommen. Der wichtigste Kommunikationskanal für Kantone und
die Bundesverwaltung bleiben E-Mails, für Gemeinden sind herkömmliche Briefe
gleich wichtig.

• Behördendienstleistungen werden (vor allem bei Bundesämtern) häufiger online


genutzt. Auf Gemeindeebene nehmen die Bestellung der GA Flexicard, die Miete
von Sportanlagen und die Einsicht in Regierungsprotokolle eine führende Rolle
ein; bei den Kantonen werden vor allem die Online-Steuererklärung und öffentli-
che Ausschreibungen online genutzt.

2.5. Die Bedürfnisse und die künftige Entwicklung

Der allgemeine Stand von E-Government heute entspricht aus Sicht einer klaren Mehrheit
der Befragten eher den Bedürfnissen der Zielgruppen Unternehmen und Bevölkerung. Die
befragten Gemeinde- und Kantonsvertreter sehen zu 13 Prozent keine ausreichende
Bedürfnisorientierung; bei den Bundesvertretern ist der Anteil etwas höher. Auf allen drei
Ebenen orten weniger als zehn Prozent eine starke Bedürfnisorientierung.

61
Grafik 88:
Bedürfnisse E-Government
"Entspricht das E-Government-/Internetangebot der Behörden aus Ihrer sicht ganz allgemein den Bedürfnissen
der Zielgruppen Bevölkerung und Unternehmen? Entspricht das Angebot …?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern
6 8
1 13
weiss nicht/ keine Angabe
12
21

überhaupt nicht den


Bedürfnissen

eher nicht den Bedürfnissen

72 83
63 eher den Bedürfnissen

stark den Bedürfnissen

9 8
4

Gemeinden/Städte Kantone Bundesämter


© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinde N = 929/Kanton N = 23/Bund N = 929)

Auch auf Ebene der Gemeinden sind gegen ein Fünftel kritisch mit der Bedürfnisorientie-
rung des E-Government. Trotz geringerer Strategieorientierung und einem deutlich weni-
ger ausgebauten Angebot im Bereich der Transaktionen sehen die Befragten in den kleine-
ren und kleinsten Gemeinden am wenigsten eine schwache Bedürfnisorientierung.
Grafik 89:
Bedürfnisse E-Government – Nach Gemeindetypen
"Entspricht das E-Government-/Internetangebot der Behörden aus Ihrer sicht ganz allgemein den Bedürfnissen
der Zielgruppen Bevölkerung und Unternehmen? Entspricht das Angebot …?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen
5 3
11 12 1 8 1
7 2
4 1 16 weiss nicht/ keine Angabe
5 15

überhaupt nicht den


Bedürfnissen

eher nicht den Bedürfnissen


77 80 67
75
70

eher den Bedürfnissen

stark den Bedürfnissen


13
8 7 7 5

Gemeinde bis Gemeinde mit Gemeinde mit Gemeinde mit Gemeinde ab


499 500 bis 999 1'000 bis 4'999 5'000 bis 9'999 10'000
EinwohnerInnen EinwohnerInnen EinwohnerInnen EinwohnerInnen EinwohnerInnen
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (bis 499 Ew. n = 93/
500-999 Ew. n = 108/1'000-4'999 Ew. n = 550/5'000-9'999 Ew. n = 112/ab 10'000 Ew. n = 66)

Die Befragten konnten den heutigen Ausbaustand auf allen drei staatlichen Ebenen bewer-
ten. Dieser aktuelle Stand wird in der Regel als genügend betrachtet; teilweise wird eher
ein Ausbau gewünscht. Von den Gemeindevertretern äussern jeweils die grössten Anteile
eine Zufriedenheit mit dem heutigen Angebot. Vor allem Vertreter von kleineren Gemein-
den orten in klarer Mehrheit eine ausreichende Bedürfnisorientierung des Angebots.
Grosse Anteile der Kantonsvertreter hingegen wünschen einen Ausbau auf allen staatli-
chen Ebenen. Auch die Bundesvertreter wünschen sich zu grösseren Anteilen eher einen
Ausbau.

62
Grafik 90:
Vergleich Online-Angebot der Gemeinde-/Stadtverwaltungen/Kantone/
Bundesverwaltung: Heutige Bedürfnisse
"Bezogen auf die heutigen Bedürfnisse: Müsste das Online-Angebot der Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Verwaltung der Kantone, der Bundesverwaltung ganz allgemein aus Ihrer Sicht stark ausgebaut werden, eher
ausgebaut werden, genügt es den heutigen Bedürfnissen, müsste es eher verkleinert werden oder stark
verkleinert werden?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern weiss nicht/ keine
Angabe
Aussagen der Gemeinden/Städte Aussagen der Kantone Aussagen der Bundesämter
starke Verkleinerung
1 3 4 4 5
10 9 18
13 25 23 8
4 eher Verkleinerung
50 49 3 3
51 26 37
24 24
61
77 genügt den
heutigen
39 37 42 Bedürfnissen
42 43 45
35 eher Ausbau
22
7 5 9 13 11 5 8
4
starker Ausbau
Kantone

Kantone

Kantone
Gemeinden/Städte

Gemeinden/Städte

Gemeinden/Städte
Bundesämter

Bundesämter

Bundesämter
© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinde N = 929/Kanton N = 23/Bund N = 38)

Vor allem die Kantonsvertreter sind mit dem heutigen Angebot des Bundes zunehmend
unzufrieden. Die Kantonsvertreter sind aber auch mit dem eigenen Ausbaustand heute un-
zufriedener als vor einem Jahr. Gemeinde- und Bundesvertreter sind mit der Kantonsebene
deutlich weniger kritisch.
Grafik 91:
Trend Vergleich: Online-Angebot der Bundesverwaltung:
Heutige Bedürfnisse
"Bezogen auf die heutigen Bedürfnisse: Müsste das Online-Angebot der Bundesverwaltung ganz allgemein aus
Ihrer Sicht stark ausgebaut werden, eher ausgebaut werden, genügt es den heutigen Bedürfnissen, müsste es
eher verkleinert werden oder stark verkleinert werden?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern weiss nicht/ keine Angabe
2 5
12 10 5
18 8
1
4 starke Verkleinerung
54 40
37
51 26
58 eher Verkleinerung

genügt den heutigen


39 44 Bedürfnissen
42
19 35 46
eher starker Ausbau

10 13 9 8
4
starker Ausbau
Gemeinden/Städte/

Kantone/2008

Kantone/2009

Bundesämter/2008

Bundesämter/2009
Gemeinde/Städte/
2008

2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni - August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/Bund N = ca. 40)

63
Grafik 92:
Trend Vergleich: Online-Angebot der Kantonsverwaltungen:
Heutige Bedürfnisse
"Bezogen auf die heutigen Bedürfnisse: Müsste das Online-Angebot der Verwaltung Ihres Kantons, der
Verwaltung der Kantone ganz allgemein aus Ihrer Sicht stark ausgebaut werden, eher ausgebaut werden,
genügt es den heutigen Bedürfnissen, müsste es eher verkleinert werden oder stark verkleinert werden?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern weiss nicht/ keine Angabe
1 3 0 9 4 14
13 2 23
22 starke Verkleinerung
49 3
54 28
24 eher Verkleinerung
61

65 37 genügt den heutigen


45 Bedürfnissen
34 43
eher starker Ausbau
22 19
8 5 4 5
starker Ausbau

Kantone/2008

Kantone/2009

Bundesämter/2008

Bundesämter/2009
Gemeinde/Städte/

Gemeinden/Städte/
2008

2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni - August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/Bund N = ca. 40)

Bezogen auf die zukünftigen Bedürfnisse in fünf Jahren wird mehrheitlich eher ein Ausbau
gewünscht. Auch hier sind sich alle Befragtengruppen über alle staatlichen Ebenen hinweg
mehr oder weniger einig. Kantonsvertreter orten am stärksten einen Ausbaubedarf.
Grafik 93:
Vergleich Online-Angebot der Gemeinde-/Stadtverwaltungen/Kantone/
Bundesverwaltung: Zukünftige Bedürfnisse
"Ein Blick in die Zukunft: Was denken Sie, wie sehen die Bedürfnisse auf den Ebenen Bund, Kanton und
Gemeinde/Stadt in fünf Jahren aus?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen, weiss nicht/ keine
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern Angabe

Aussagen der Gemeinden/Städte Aussagen der Kantone Aussagen der Bundesämter starke Verkleinerung
2 5 9 7
5 12 10
19 13 24 23 3
21 17 11 eher Verkleinerung
21
11 11
61 genügt den
52 heutigen
43 61
64 57 39 Bedürfnissen
52 53 eher Ausbau

30 30 30 26 starker Ausbau
15 17 15 13 18
Gemeinden/Städte

Kantone

Gemeinden/Städte

Kantone

Gemeinden/Städte

Kantone
Bundesämter

Bundesämter

Bundesämter

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinde N = 929/Kanton N = 13/Bund N = 38)

Erwartungsgemäss sind die Ausbauwünsche bei den Vertretern der kleineren Gemeinden
klar weniger ausgeprägt als in den grösseren.

64
Grafik 94:
Online-Angebot der Gemeinde-/Stadtverwaltungen:
Zukünftige Bedürfnisse nach Gemeindetypen
"Ein Blick in die Zukunft: Was denken Sie, wie sehen die Bedürfnisse auf den Ebenen Bund, Kanton und
Gemeinde/Stadt in fünf Jahren aus?" – Ebene Gemeinde/Stadt
in % verantwortlicher Personen für E-Government in Gemeinde-/Stadtverwaltungen

2 1 weiss nicht/ keine


5 5 8
1 Angabe
26 27 starke Verkleinerung
31
40
eher Verkleinerung
75
genügt den heutigen
59 54
Bedürfnissen
49
41 eher starker Ausbau

starker Ausbau
14 14 13 18 17
EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen

EinwohnerInnen
1'000 bis 4'999

5'000 bis 9'999


Gemeinde mit

Gemeinde mit

Gemeinde mit
Gemeinde bis

Gemeinde ab
500 bis 999

10'000
499

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Gemeinde-/Stadtverwaltung, Juni bis August 2009 (bis 499 Ew. n = 93/
500-999 Ew. n = 108/1'000-4'999 Ew. n = 550/5'000-9'999 Ew. n = 112/ab 10'000 Ew. n = 66)

Trotzdem steigt im Schnitt das Bedürfnis nach einem Ausbau auf Gemeindebene auch aus
Sicht der Gemeindevertreter.
Grafik 95:
Trend Vergleich: Online-Angebot der Gemeinden/Städte:
Zukünftige Bedürfnisse
"Ein Blick in die Zukunft: Was denken Sie, wie sehen die Bedürfnisse auf den Ebenen Bund, Kanton und
Gemeinde/Stadt in fünf Jahren aus?" – Ebene Gemeinde/Stadt
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern
6 2 4 5
0 12 weiss nicht/ keine Angabe
19 13 20
20
25
21 starke Verkleinerung
12

52 eher Verkleinerung
64 42
53 65 52 genügt den heutigen
Bedürfnissen
eher starker Ausbau
30 26
16 15 11 15
starker Ausbau
Kantone/2008

Kantone/2009
Gemeinde/Städte/

Gemeinden/Städte/

Bundesämter/2008

Bundesämter/2009
2008

2009

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni - August 2009 (Gemeinden n = ca. 900/Kantone N = ca. 23/Bund N = ca. 40)

Eines der gewünschten Handlungsfelder für die Zukunft ist weiterhin die eindeutige Identi-
fikation von Unternehmen und Privatpersonen. Vor allem auf Kantonsebene würde dies
grossmehrheitlich unterstützt. Auch für die beiden anderen Ebenen ist die Idee mehrheits-
fähig, aber mit klar weniger Begeisterung.

65
Grafik 96:
Identifikation
"Wären Sie einverstanden, wenn der Staat Privatpersonen und Unternehmen eine eindeutige Identifikation
zuteilen würde, damit sie sich auf allen Internetseiten der Verwaltung auf die gleiche Art identifizieren können?
Wären Sie …?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern
4
10 4
18 weiss nicht/ keine Angabe
6
22
12
16 überhaupt nicht
einverstanden

16 eher nicht einverstanden


43

24 eher einverstanden
70

sehr einverstanden
29 26

Gemeinden/Städte Kantone Bundesämter


© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinde N = 929/Kanton N = 23/Bund N = 38)

Die Kantonsvertreter sehen auch am ehesten einen Sinn in finanziellen Anreizen zur Ver-
wendung des Internets für die Abwicklung staatlicher Dienstleistungen. Ein Drittel ist hier
nur skeptisch, während 39 Prozent der Gemeindevertreter und sogar 47 Prozent der Bun-
desvertreter gegen geringere Gebühren beim Bezug von Dienstleistungen über Internet
sind.
Grafik 97:
Geringere Gebühren
"Wären Sie einverstanden, wenn der Staat Privatpersonen und Unternehmen geringere Gebühren verlangen
würde, wenn Sie eine Dienstleistung – statt über Telefon oder über Brief – über Internet abwickeln würden?
Wären Sie …?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern
5
10
17 weiss nicht/ keine Angabe
15

17 29 überhaupt nicht
24 einverstanden

eher nicht einverstanden


18

36 57 eher einverstanden

32
sehr einverstanden

20
9 11

Gemeinden/Städte Kantone Bundesämter


© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinde N = 929/Kanton N = 23/Bund N = 38)

Anhand der bereits diskutierten Unsicherheiten, ob es sich bei einer Internetseite auch um
eine offizielle Verwaltungsseite handelt, besteht ein gewisses Vertrauen in die Einführung
eines Labels oder einer Marke im Sinne eines Gütesiegels/Kennzeichens vor allem von Sei-
ten der befragten Gemeinde- und Bundesvertreter. Kantonsvertreter sind mehrheitlich der
Ansicht, dies würde das Vertrauen nicht stärken.

66
Grafik 98:
Vertrauen in Label
"Wenn eine Marke oder ein Label eingeführt würden, an welchem genau zu erkennen ist, dass es sich um eine
offizielle Verwaltungsseite handelt: Würde dies Ihr Vertrauen in die Internetseite der Verwaltung stärken?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern

24 26 Nein

52
12
19 weiss nicht/ keine
Antwort

13 Ja

64
55

35

Gemeinden/Städte Kantone Bundesämter


© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinden N = 929/Kantone N = 23/Bund N = 38)

Entsprechend ist die Einführung eines Labels auf Kantonsebene umstritten. Gemeindever-
treter können dieser Idee demgegenüber viel abgewinnen.
Grafik 99:
Unterstützung Label
"Würden Sie die Einführung einer solchen Marke oder eines solchen Labels …?"
in % verantwortlicher Personen für E-Government bei Gemeinde-/Stadtverwaltungen,
Kantonsverwaltungen und Bundesämtern

11 10
14
4 weiss nicht/ keine Angabe
13 5
13

21 überhaupt nicht
unterstützen
30
eher nicht unterstützen

57
42 eher unterstützen

30

sehr unterstützen

15 17 18

Gemeinden/Städte Kantone Bundesämter


© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Juni bis August 2009 (Gemeinde N = 929/Kanton N = 13/Bund N = 38)

2.5.1. Zwischenbilanz

• Die Bedürfnisse auf Kantonsebene werden von Seiten der Verwaltung differenzier-
ter und grösser. Von dieser staatlichen Ebene kommt am ehesten Kritik an der heu-
tigen Bedürfnisorientierung des Angebots vor allem auf Kantons- und Bundes-
ebene und es kommen spezifische eigene Bedürfnisse hinzu. Diese Dynamik
gleicht auch derjenigen in den Städten.

• In den kleineren Gemeinden ist die Zufriedenheit mit dem Status quo am ehesten
gegeben. Weitere ausdifferenzierte Angebote werden kaum gewünscht und man
glaubt, die heutigen Bedürfnisse genügend zu befriedigen. Zudem sieht man we-
niger als andere Vertreter eine Notwendigkeit, das Angebot in Zukunft aufzurüs-
ten.

67
• Auf allen staatlichen Ebenen herrscht weiterhin die Ansicht vor, dass eine
Angebotserweiterung bis in fünf Jahren eher notwendig ist.

• Sicherheitsbedürfnisse sind für die heutige Zeit nicht ausreichend befriedigt. Die
Einführung von Labels zur Kennzeichnung scheint aber vor allem für viele Vertre-
ter der Kantone nicht der richtige Weg zu sein, um die Sicherheitsgefühl der Nut-
zenden zu steigern, dass sie sich tatsächlich auf einer offiziellen Verwaltungsseite
bewegen (Fishing-Problematik). Dagegen stösst eine eindeutige Identifikation der
User vor allem auf Ebene der Kantone auf sehr hohe Zustimmung. Das scheint ein
echtes Bedürfnis von Seiten der E-Government-Verantwortlichen zu sein.

68
3. Die Synthese
3.1. Einbettung der Resultate in ein Angebots-Nachfrage-Modell

Zum ersten Mal verfügen wir über eine Datenreihe. Innerhalb eines Jahres zwischen 2008
und 2009 hat sich im E-Government-Bereich nichts Dramatisches, dafür aber gewissermas-
sen Systematisches ereignet. Die Grundtendenz ist positiv: E-Government in der Schweiz
wird in vielen Verwaltungen als systematischer Prozess begriffen und weiterentwickelt.
Die Strategieorientierung nimmt zu und die Standards werden zunehmend eingehalten. Im
Controlling wird auch eher auf die Nachfrage-Entwicklung Rücksicht genommen. Vor al-
lem in grösseren Gemeinden und in Kantonen wird das Angebot ausgebaut und man ori-
entiert sich teilweise sogar an anderen Verwaltungen. Der Profit von Entwicklungen Ande-
rer könnte aber noch grösser sein. Auch die interne elektronische Zusammenarbeit entwi-
ckelt sich positiv, wenn auch weiterhin das E-Mail eher als Instrument genutzt wird als die
elektronische Geschäftsverwaltung. Auch was die institutionelle Nachfrage betrifft, muss
relativierend angefügt werden, dass die elektronische Zusammenarbeit zwischen unter-
schiedlichen Verwaltungseinheiten noch stark entwickelt werden könnte.
Grafik 100:
Angebot und Nachfrage im E-Government
Angebot
Öffentliche
Verwaltung
Verwaltungseinheiten

Bevölkerung Firmen
andere
Verwaltungseinheiten

private Nachfrage institutionelle Nachfrage


© gfs.bern, E-Government-Analysen

Wir haben 2008 für die Zusammenarbeit innerhalb einer Verwaltungseinheit bezogen auf
die Technik, Prozesse wie auch die Kultur und Mentalität noch einige Lücken erkannt.
2009 kann relativierend angefügt werden, dass die Prozesse innerhalb einer einzelnen
Verwaltungseinheit eher gestärkt wurden, sobald die Verwaltung eine gewisse Grösse
überschritten hat. Das gilt auch für die Ebene des Bundes, wo zwar der Angebotsausbau
nicht dramatisch ist, die Orientierung an Standards und Strategien aber ebenfalls zuneh-
mend ist. Die elektronische Zusammenarbeit könnte dank leichten Fortschritten bei der
Technik und den Prozessen sowie durch die erlebbare Nützlichkeit im Alltag zunehmend
die Kultur mitprägen, so dass Vorbehalte dank einer gewissen Einheitlichkeit langsam ab-
gebaut werden können.

69
Grafik 101:
Angebot
Öffentliche
Verwaltung
Verwaltungseinheiten

Elektronische interne Zusammenarbeit

Kultur &
Technik Prozesse
Mentalität

© gfs.bern, E-Government-Analysen

Im Zusammenspiel des öffentlichen Angebots mit der institutionellen Nachfrage von ande-
ren Verwaltungseinheiten entscheidet die Koordination mit Hilfe von Gesetzen, Standards
und gemeinsamen Plattformen mit. Weiterhin bestehen auf dieser Ebene gewisse Defizite,
diese haben sich aber dank des grösseren Strategiebezugs in grösseren Verwaltungseinhei-
ten etwas abgebaut. Die Kooperation hat aber nicht im gleichen Mass zugenommen, wie
elektronische Systeme innerhalb einer einzelnen Verwaltung an Bedeutung gewonnen ha-
ben. Die Koordination zwischen Verwaltungen ist unverändert ein Problem der E-Govern-
ment-Entwicklung in der Schweiz. In der koordinierten Umsetzung der Vorgaben besteht
unverändert ein Entwicklungs- und Sparpotenzial. Dies gilt auch für den Bereich des
Datenschutzes und der Sicherheit, dass man sich tatsächlich auf einer offiziellen Behör-
denseite bewegt. Die Einführung eines Qualitätslabels stösst allerdings vor allem auf Kan-
tonsebene nicht auf grosses Interesse.
Grafik 102:
Angebot institutionelle Nachfrage
Öffentliche
Verwaltung

andere Verwaltungseinheiten

Koordination

Gemeinsame
Gesetze Standards
Plattformen

© gfs.bern, E-Government-Analysen

Im Zusammenspiel zwischen dem E-Government-Angebot und der privaten Nachfrage ist


in erster Linie der Angebotsausbau bei den Kantonen erfreulich. Hier ist es zunehmend
möglich, ganze Prozesse online zu erledigen. Der 2008 gewünschte Aufbruch in das Zeit-
alter von "E-Government 2.0" scheint hier durchaus passiert zu sein. Es sind also nicht
mehr nur einfache Informationsangebote, sondern man kann zunehmend auch komplexe
70
Prozesse vollständig online erledigen. Ein öffentlich stark beachtetes Beispiel ist das E-Vo-
ting, das mittlerweile in mehreren Kantonen und zugunsten von AuslandschweizerInnen
umgesetzt werden soll. Es ist – wie an diesem Beispiel zu erkennen ist – kein dramatischer
Durchbruch festzustellen, aber ein systematischer Aufbruch.

Trotzdem wird unverändert der Durchbruch bei der elektronischen Unterschrift gewünscht
und eine eindeutige Identifikation für Unternehmen und BürgerInnen würde klar mehrheit-
lich von den E-Government-Verantwortlichen begrüsst.
Grafik 103:
private Nachfrage Angebot

Öffentliche
Verwaltung
Bevölkerung Firmen

Kommunikation

Schlüssel- Wissen &


Identifikation
Dienstleistungen Nutzung

© gfs.bern, E-Government-Analysen

Wir haben 2008 auf drei Kommunikationsebenen Defizite bemängelt: Bei Schlüsseldienst-
leistungen, bei der Identifikation sowie beim Wissen und der Nutzung. Zunehmende An-
teile der Bevölkerung können theoretisch nun Schlüsseldienstleistungen beziehen. Bei der
Identifikation fehlt nach wie vor ein eigentlicher Durchbruch, der von den Verantwortli-
chen auch gewünscht wird. Gewisse vielleicht auch steigende Herausforderungen dürften
Wissen und Nutzung selbst sein. Die Entwicklung des E-Government in der Schweiz hat
jetzt eine gewisse Systematik erreicht in grösseren Verwaltungseinheiten. Die Lösungen
sind aber immer noch unterschiedlich und nicht flächendeckend. Die Bekanntmachung
eines Angebots wäre aber vielleicht einfacher, wenn es gesamtschweizerische und ver-
netzte Lösungen gäbe. Gerade auf Gemeindebene ist diese Vernetzung über www.ch.ch
noch zu wenig bekannt oder zu wenig akzeptiert.

Die ersten Daten zum Fortschritt von E-Government legen aber ein deutliches Defizit of-
fen: Kleinere Verwaltungseinheiten werden zunehmend abgehängt, während sie selbst
stillstehen. Bereits 2008 haben wir hier einen Wildwuchs in kleineren Gemeinden vermu-
tet. Neu kann man auch anhand der Grösse eines Kantons vielfach gut voraussehen, wie
weit das E-Government entwickelt ist. Auch mehrere kleinere Kantone drohen beim E-Go-
vernment ins Hintertreffen zu geraten. Sobald eine gewisse Institutionalisierung von E-Go-
vernment möglich ist, scheint sich dies auch in der Entwicklungsrichtung zu zeigen. Ge-
rade in kleinen und kleinsten Gemeinden bestehen kaum Zeit und auch wenig Lust, E-Go-
vernment weiter zu entwickeln. Man geht gerade in diesen Gemeinden auch klar mehr-
heitlich davon aus, dass das heutige Angebot den Bedürfnissen entspreche und genüge.
Zwar sieht man auch hier künftig wachsende Bedürfnisse voraus, man fürchtet sich aber
vor den Kosten und dem Personalaufwand.

71
3.2. Die Thesen

Auf Basis der Resultate und der Einbettung in unser Modell formulieren wir fünf Thesen.
Sie reflektieren erstmals auch die zeitliche Entwicklung seit dem Jahr 2008.

These 1:

Das Management von E-Government wird stärker. Strategieorientierung und Standards


nehmen zu. Die Orientierung an anderen Verwaltungseinheiten und die Kooperation sind
aber noch entwicklungsfähig. Werden nur Insellösungen angestrebt, so droht statt einer
elektronischen Verwaltung eine insulare Verwaltung – ein "Insel"- oder "I"-Government
statt E-Government.

These 2:

Das E-Government-Angebot wird besser. In grösseren Verwaltungseinheiten wird das An-


gebot systematisch, aber nicht dramatisch ausgebaut. Zunehmend können in grösseren
Gemeinden und Kantonen Prozesse gänzlich online abgewickelt werden.

These 3:

In kleineren Verwaltungseinheiten fehlen Wissen und Ressourcen zur Entwicklung von E-


Government. Der Wildwuchs und die Heterogenität des Angebots sind problematisch. E-
Government in der Schweiz hat zwei Geschwindigkeiten. Kleinere Verwaltungen drohen
abgehängt zu werden. Aus eigener Kraft aufzuholen wird schwierig und Unterstützung ist
jetzt wichtiger denn je.

These 4:

Die Unsicherheit der NutzerInnen bezüglich des Umgangs mit den Daten und des Absen-
ders der Webseite ist das grösste Risiko für die weitere Entwicklung von E-Government.

These 5:

"E-Government 2.0" würde bedeuten, dass neben vollständig verfügbaren Informationsleis-


tungen Transaktionsprozesse koordiniert erfolgen und verschiedene staatliche Ebenen inte-
griert werden. Zwar ist die Schweiz 2009 noch weit von E-Government 2.0 entfernt, aber
mindestens im Bereich der Transaktionsprozesse in grösseren Verwaltungseinheiten
scheint ein erster Aufbruch gelungen. Die grosse Herausforderung ist weiterhin die Integra-
tion der verschiedenen staatlichen Ebenen.

72
Anhang 1:
A. Das Analysemodell

Bei der Verortung der Studien von gfs.bern im Bereich der Nachfrage der Bevölkerung und
der Unternehmen in der Schweiz haben wir ein Analysemodell zur Untersuchung der
Nachfrage entwickelt. Das Analysemodell benutzten wir im Kern bereits für die Befragung
zum Guichet virtuel im Jahr 2003. Es basiert auf den Annahmen zur Nutzung von neuen
Medien und beschreibt theoretisch die Frage, wann neue Medien überhaupt genutzt wer-
den. Für das Analysemodell sind vier Begriffe zentral: die Einstellung, das Wissen, das
Verhalten und das Bedürfnis:
• Unter "Einstellungen" verstehen wir ganz generell typische Reaktionen von Individuen
oder Gruppen, die sich zu bestimmten Objekten ergeben. Diese können emotionaler
Natur sein, eine kognitive Struktur haben oder Bewertungen beinhalten. Sie sind von
unterschiedlicher Dauerhaftigkeit. Kurz ist die angenommene Konstanz, wenn es sich
um Meinungen handelt, länger ist sie bei Haltungen und insbesondere bei Grundhal-
tungen geht man von einer weitgehenden Zeitunabhängigkeit aus.
• Je nach Einstellungen wird auch der Wissensgewinn durch neue Informationen beein-
flusst. Bei der Frage, ob es zur Nutzung neuer Medien kommt, ist das "Wissen" um ei-
nen relativen Vorteil der Nutzung des neuen Mediums entscheidend. Das Wissen um
den relativen Vorteil ist damit bestimmend für die allfällige Nutzung. Sowohl bei Wis-
sen generell (Bekanntheit) als auch beim relativen Vorteil können Kommunikationsin-
puts wesentlich sein, um das Verhalten gegenüber neuen Medien zu ändern.
• "Verhalten" ist eine reale und damit auch beobachtbare Äusserung von Individuen
und Gruppen. Sie kann rein reflexartig sein; sie kann aber auch bewusst erfolgen, etwa
wenn sie vor allem als Handlung geschieht, die auf andere Gruppen, Individuen oder
Objekte (wie Medien) gerichtet ist. Je nachdem, ob es sich um bewusstes oder reflex-
artiges Verhalten handelt, sind Einstellungen mehr oder minder relevant. Ihre Bedeu-
tung kommt vor allem bei Entscheidungen zum Zug, die ganz bewusst gefällt werden
und dann zu einem Verhalten führen.
• "Bedürfnisse" schliesslich umfassen unbefriedigte Wünsche. Sie steuern Verhalten,
allenfalls verändern sie oder das Verhalten Einstellungen. Die Steuerung erfolgt dabei
so, dass es zu einer Befriedigung der Wünsche kommen kann. Ist dies nicht der Fall,
wird das Verhalten geändert, während es beibehalten wird, wenn Wünsche befriedigt
werden.

73
Grafik 104:

Die Entwicklung der Nachfrage

Einstellungen

Wissen Kommunikation

relativer Vorteil Kommunikation

Nutzungsverhalten

Heutige Bedürfnisse Künftige Bedürfnisse

© gfs.bern, E-Government-Analysen

Basierend auf den Grundlagen, die wir zur Analyse der Nachfrage-Dynamik entwickelt
haben, war es nahe liegend, als Ausgangspunkt für die Beschreibung und Einbettung des
Angebots ein Modell zu entwickeln, welches Angebot und Nachfrage verbindet. Damit
wird auch offensichtlich, dass wir uns in der Analyse nicht am E-Government-Modell der
Universität St. Gallen orientieren, welches den gesellschaftlichen Kontext sowie das Ma-
nagement des E-Governments stärker als Angebot und Nachfrage in den Mittelpunkt rückt.
Der Modellbezug soll in der Synthese zur Analyse des Ist-Zustandes nochmals aufgewor-
fen werden. Hier soll induktiv – d.h. auf Basis der gesammelten Daten – das Modell erst-
mals diskutiert werden und zu Thesen führen.

Das Modell ist vor allem dann sinnvoll, wenn die verschiedenen Studien in diesem Be-
reich vergleichend und dynamisch analysiert werden und schliesslich im besten Fall Prog-
nosewert erhält. Die vorliegende Studie fokussiert aber auf die Beschreibung des Angebots
als Nullmessung. Erst in der dynamischen Analyse und mit Hilfe von Hypothesen zwi-
schen Angebot und Nachfrage erhoffen wir uns dank des Modells weitere Erkenntnisse.
Dies soll im Monitorcharakter künftig auch geleistet werden.

Grafik 105:
Angebot und Nachfrage im E-Government
Angebot
Öffentliche
Verwaltung
Verwaltungseinheiten

Bevölkerung Firmen
andere
Verwaltungseinheiten

private Nachfrage institutionelle Nachfrage


© gfs.bern, E-Government-Analysen

74
B. Auswertung und Grafiken

Zusammenhänge zwischen zwei Variablen, also zwischen der Gemeindegrösse und dem
Strategiebezug des E-Government-Angebots in den einzelnen Gemeinden beispielsweise,
werden mittels Korrelationen gemessen. Das normalerweise verwendete Mass ist der Koef-
fizient Cramers V. Der Vorteil dieser Masszahl ist, dass sie unabhängig vom Skalenniveau
bei den Indikatoren verwendet werden kann. Damit bestimmen wir die Stärke des Zu-
sammenhangs. Dieser ist umso mehr gegeben, als Cramers V von Null differiert. Davon
unterscheiden wir die Frage, ob der in der Befragung gefundene und gemessene Zusam-
menhang auch auf die Grundgesamtheit verallgemeinert werden darf. Hierfür verwenden
wir den üblichen Signifikanztest Chi2. Dieser sagt, mit welcher Sicherheit eine Verallge-
meinerung auch auf Personen gemacht werden kann, die nicht an der Erhebung teilge-
nommen haben. In der Regel verwenden wir ein Sicherheitsmass von 95 Prozent.

Gilt es, die Zusammenhänge zwischen mehr als zwei Variablen zu bestimmen, kommen
multivariate Analysemethoden zum Einsatz. Die Erklärung von Zusammenhängen zwi-
schen mehreren unabhängigen Variablen und einer abhängigen Variable leistet die multi-
variate Regressionsanalyse. Diese basiert analog zu Korrelationen auf Koeffizienten, wel-
che die Stärke des Zusammenhangs bestimmen. Der Unterschied zur Korrelationsrech-
nung besteht allerdings darin, dass die Regressionsanalyse nicht nur eine unabhängige Va-
riable ausmisst, sondern eine beliebige Zahl von Variablen mit einbeziehen kann. Dies
kommt komplexen Realitäten deutlich näher. Die Regressionsanalyse bestimmt auf diese
Weise, welche der unabhängigen Variablen wie stark auf die abhängige Variable wirken,
wenn man die Effekte der anderen unabhängigen Variablen mitberücksichtigt. Dabei stellt
man auf den Beta-Koeffizienten ab. Wie bei der Korrelationsrechnung gibt es auch hier Si-
cherheitsmasse, die angeben, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein in der Stichprobe gefun-
dener Zusammenhang auch in der Grundgesamtheit gilt. Konkret handelt es sich auch hier
um den Signifikanztest, der analog zur obigen Beschreibung funktioniert.
Eingesetzt wird dieses Verfahren vor allem dort, wo es gilt, die Zusammenhänge zwischen
der Beurteilung verschiedener Botschaften einerseits und einer Einstellung oder Hand-
lungsbereitschaft anderseits zu bestimmen. Dies kann an sich auch mit der Korrelations-
rechnung geleistet werden, doch hat diese Form der Analyse den Nachteil, dass man die
gleiche Beziehung mit verschiedenen Argumenten immer wieder nachweist. Dies schliesst
die Regressionsrechnung aus, denn sie sagt, welches Argument am besten die untersuchte
Einstellung erklärt, welches an zweiter Stelle steht und so weiter.

75
Anhang 2:

Detailresultate Angebote Kantone pro Kanton

Grafik 106:
Übersicht Angebote der Kantone: Privatpersonen-Bereiche (1)

Kanton
ZH BE LU UR SZ OW NW GL ZG

Steuererklärung Formular Transaktion Formular Formular Formular Formular Formular Transaktion Transaktion
Arbeitsplatzvermittlung Formular Formular Anderes Formular Anderes Formular Anderes Anderes Formular
Arbeitslosenunterstützung Formular Formular Formular Formular Formular Formular Formular Formular Formular
Familien-/Kinderzulagen Formular Formular Formular Formular Formular Formular Anderes Formular Formular
Stipendien Formular Formular Formular Formular Formular Formular Formular Formular Formular
Prämienverbilligung Formular Formular Formular Formular Anderes Formular Formular Transaktion Formular
Fahrzeug-/Führerausweis Transaktion Transaktion Formular Formular Formular Formular Anderes Anderes Formular
Polizei – Anzeige erstatten Formular Anderes Anderes Anderes Anderes Formular Anderes Anderes Formular
Immatrikulation an HS Formular Transaktion Formular Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes
Suchthilfe Anderes Formular Anderes Anderes Anderes Anderes Formular Anderes Formular
Lebensmittelkontrollen Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes Formular Anderes
Ausbildungsdarlehen Formular Formular Formular Formular Formular Formular Anderes Anderes Formular
Eingriffe an Baudenkmälern Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes Formular
Kulturförderung Formular Formular Formular Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes Formular
Altlasten – Informationen Formular Formular Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes Formular Formular
Fahrzeug an-/abmelden Transaktion Formular Anderes Anderes Anderes Formular Anderes Formular Transaktion
Kontrollschilder Formular Formular Formular Formular Formular Formular Anderes Formular Transaktion
Arbeitskonflikte Formular Anderes Anderes Anderes Anderes Formular Anderes Anderes Anderes
Aufenthalts-/Arbeitsbewilligung Transaktion Formular Formular Formular Formular Formular Formular Formular Formular
Wehrpflichtersatz – Gesuch Formular Formular Anderes Formular Formular Anderes Anderes Anderes Formular
Steuern entrichten Formular Formular Anderes Formular Anderes Formular Anderes Formular Transaktion
Betreibung – Rückzug Anderes Transaktion Anderes Anderes Anderes Formular Anderes Anderes Formular
Betreibung – Antrag Anderes Transaktion Anderes Anderes Anderes Formular Anderes Formular Formular
Betreibungsregisterauszug Formular Transaktion Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes Formular Formular
E-Voting Transaktion Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes
E-Petition/E-Ref./E-Init. Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes Formular Anderes Anderes Anderes
Protokolle der Regierung Formular Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juni bis August 2009 (N = 23)
Anderes = „Kein Online-Angebot“, „Kommunale Zuständigkeit: Online-Angebot liegt in der Zuständigkeit der
Gemeinden“, „Online-Angebot besteht noch nicht, wird aber diskutiert“, „Nur Informationen ohne Formulare oder
Abwicklung“, „weiss nicht“ oder „keine Antwort“

76
Grafik 107:
Übersicht Angebote der Kantone: Privatpersonen-Bereiche (2)

Kanton
FR SO BS BL SH AR AI SG GR

Steuererklärung Formular Formular Formular n.t. Anderes Formular Formular Transaktion Formular
Arbeitsplatzvermittlung Formular Anderes Anderes n.t. Formular Transaktion Transaktion Anderes Formular
Arbeitslosenunterstützung Formular Formular Formular n.t. Formular Anderes Anderes Anderes Formular
Familien-/Kinderzulagen Formular Formular Anderes n.t. Formular Anderes Anderes Anderes Formular
Stipendien Formular Formular Anderes n.t. Formular Formular Transaktion Formular Formular
Prämienverbilligung Formular Formular Formular n.t. Formular Formular Anderes Formular Formular
Fahrzeug-/Führerausweis Formular Formular Formular n.t. Formular Formular Formular Anderes Formular
Polizei – Anzeige erstatten Anderes Anderes Anderes n.t. Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes
Immatrikulation an HS Formular Formular Anderes n.t. Formular Anderes Anderes Anderes Anderes
Suchthilfe Anderes Formular Formular n.t. Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes
Lebensmittelkontrollen Formular Formular Formular n.t. Formular Anderes Anderes Anderes Formular
Ausbildungsdarlehen Formular Formular Formular n.t. Anderes Formular Anderes Transaktion Anderes
Eingriffe an Baudenkmälern Anderes Formular Formular n.t. Transaktion Formular Anderes Formular Anderes
Kulturförderung Formular Formular Anderes n.t. Anderes Formular Anderes Formular Anderes
Altlasten – Informationen Anderes Formular Formular n.t. Formular Anderes Formular Anderes Anderes
Fahrzeug an-/abmelden Formular Formular Anderes n.t. Formular Anderes Formular Anderes Transaktion
Kontrollschilder Formular Formular Anderes n.t. Formular Anderes Formular Anderes Transaktion
Arbeitskonflikte Anderes Anderes Anderes n.t. Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes
Aufenthalts-/Arbeitsbewilligung Formular Formular Transaktion n.t. Formular Anderes Formular Anderes Formular
Wehrpflichtersatz – Gesuch Anderes Formular Anderes n.t. Anderes Anderes Anderes Anderes Formular
Steuern entrichten Anderes Formular Formular n.t. Anderes Anderes Anderes Transaktion Formular
Betreibung – Rückzug Anderes Formular Formular n.t. Formular Anderes Anderes Anderes Anderes
Betreibung – Antrag Anderes Formular Formular n.t. Formular Anderes Formular Anderes Anderes
Betreibungsregisterauszug Anderes Formular Anderes n.t. Formular Anderes Formular Anderes Anderes
E-Voting Anderes Anderes Transaktion n.t. Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes
E-Petition/E-Ref./E-Init. Anderes Anderes Anderes n.t. Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes
Protokolle der Regierung Anderes Anderes Anderes n.t. Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juni bis August 2009 (N = 23)
Anderes = „Kein Online-Angebot“, „Kommunale Zuständigkeit: Online-Angebot liegt in der Zuständigkeit der
Gemeinden“, „Online-Angebot besteht noch nicht, wird aber diskutiert“, „Nur Informationen ohne Formulare oder
Abwicklung“, „weiss nicht“ oder „keine Antwort“

Grafik 108:
Übersicht Angebote der Kantone: Privatpersonen-Bereiche (3)

Kanton
AG TG TI VD VS NE GE JU

Steuererklärung Formular Transaktion Formular Transaktion n.t. Formular n.t. Transaktion


Arbeitsplatzvermittlung Anderes Anderes Formular Anderes n.t. Anderes n.t. Formular
Arbeitslosenunterstützung Formular Formular Formular Formular n.t. Formular n.t. Formular
Familien-/Kinderzulagen Formular Formular Transaktion Anderes n.t. Formular n.t. Formular
Stipendien Formular Formular Transaktion Anderes n.t. Formular n.t. Formular
Prämienverbilligung Anderes Anderes Anderes Anderes n.t. Formular n.t. Formular
Fahrzeug-/Führerausweis Formular Transaktion Formular Formular n.t. Formular n.t. Formular
Polizei – Anzeige erstatten Formular Anderes Formular Anderes n.t. Anderes n.t. Anderes
Immatrikulation an HS Formular Transaktion Anderes Formular n.t. Anderes n.t. Anderes
Suchthilfe Anderes Anderes Anderes Anderes n.t. Anderes n.t. Anderes
Lebensmittelkontrollen Anderes Anderes Formular Anderes n.t. Anderes n.t. Anderes
Ausbildungsdarlehen Formular Anderes Formular Anderes n.t. Formular n.t. Formular
Eingriffe an Baudenkmälern Anderes Formular Anderes Anderes n.t. Anderes n.t. Anderes
Kulturförderung Formular Formular Anderes Formular n.t. Formular n.t. Formular
Altlasten – Informationen Anderes Anderes Anderes Anderes n.t. Anderes n.t. Anderes
Fahrzeug an-/abmelden Formular Transaktion Formular Formular n.t. Formular n.t. Formular
Kontrollschilder Formular Transaktion Formular Formular n.t. Formular n.t. Formular
Arbeitskonflikte Anderes Anderes Anderes Anderes n.t. Anderes n.t. Anderes
Aufenthalts-/Arbeitsbewilligung Anderes Anderes Anderes Formular n.t. Anderes n.t. Formular
Wehrpflichtersatz – Gesuch Anderes Anderes Anderes Anderes n.t. Anderes n.t. Anderes
Steuern entrichten Formular Anderes Anderes Anderes n.t. Formular n.t. Formular
Betreibung – Rückzug Anderes Formular Anderes Formular n.t. Anderes n.t. Anderes
Betreibung – Antrag Formular Formular Anderes Formular n.t. Transaktion n.t. Anderes
Betreibungsregisterauszug Anderes Formular Transaktion Anderes n.t. Transaktion n.t. Formular
E-Voting Anderes Transaktion Anderes Anderes n.t. Transaktion n.t. Anderes
E-Petition/E-Ref./E-Init. Formular Anderes Anderes Anderes n.t. Anderes n.t. Anderes
Protokolle der Regierung Formular Anderes Anderes Anderes n.t. Anderes n.t. Anderes

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juni bis August 2009 (N = 23)
Anderes = „Kein Online-Angebot“, „Kommunale Zuständigkeit: Online-Angebot liegt in der Zuständigkeit der
Gemeinden“, „Online-Angebot besteht noch nicht, wird aber diskutiert“, „Nur Informationen ohne Formulare oder
Abwicklung“, „weiss nicht“ oder „keine Antwort“

77
Grafik 109:
Übersicht Angebote der Kantone: Unternehmens-Bereiche (1)

Kanton
ZH BE LU UR SZ OW NW GL ZG

Sozialvers. – Arbeitn. anmeld. Formular Anderes Formular Formular Formular Formular Anderes Formular Anderes
Steuererklärung Unternehmen Formular Transaktion Formular Formular Formular Formular Formular Formular Transaktion
Portal für Unternehmen Anderes Formular Formular Anderes Formular Anderes Anderes Formular Anderes
Arbeitsbewilligung beantragen Transaktion Formular Formular Anderes Formular Formular Formular Formular Formular
Handelsregister Formular Formular Formular Anderes Formular Formular Formular Transaktion Formular
Konkurseröffnung – Antrag Formular Transaktion Formular Anderes Anderes Formular Anderes Formular Formular
Öffent. Ausschreib. – Infos Transaktion Formular Anderes Anderes Anderes Anderes Transaktion Anderes Formular
Öffent. Ausschreib. – einreich. Transaktion Formular Anderes Formular Anderes Formular Transaktion Anderes Anderes
Gesundheit/ Arbeitssicherheit Anderes Formular Anderes Anderes Anderes Anderes Formular Formular Formular
Baugesuch – einreichen Formular Anderes Transaktion Anderes Anderes Formular Formular Formular Formular
Umweltkonzession Formular Formular Formular Anderes Anderes Formular Formular Formular Formular

Kanton
FR SO BS BL SH AR AI SG GR

Sozialvers. – Arbeitn. anmeld. Anderes Formular Transaktion n.t. Formular Anderes Anderes Anderes Formular
Steuererklärung Unternehmen Formular Anderes Formular n.t. Anderes Anderes Formular Anderes Formular
Portal für Unternehmen Anderes Anderes Transaktion n.t. Formular Anderes Anderes Anderes Formular
Arbeitsbewilligung beantragen Anderes Formular Transaktion n.t. Formular Anderes Anderes Transaktion Formular
Handelsregister Anderes Anderes Transaktion n.t. Transaktion Anderes Formular Transaktion Anderes
Konkurseröffnung – Antrag Anderes Formular Formular n.t. Formular Anderes Formular Anderes Anderes
Öffent. Ausschreib. – Infos Transaktion Anderes Anderes n.t. Anderes Anderes Anderes Anderes Anderes
Öffent. Ausschreib. – einreich. Transaktion Anderes Anderes n.t. Anderes Anderes Anderes Anderes Transaktion
Gesundheit/ Arbeitssicherheit Formular Formular Anderes n.t. Anderes Anderes Formular Anderes Anderes
Baugesuch – einreichen Anderes Anderes Formular n.t. Transaktion Anderes Formular Formular Anderes
Umweltkonzession Anderes Anderes Formular n.t. Anderes Anderes Anderes Formular Anderes

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juni bis August 2009 (N = 23)
Anderes = „Kein Online-Angebot“, „Kommunale Zuständigkeit: Online-Angebot liegt in der Zuständigkeit der
Gemeinden“, „Online-Angebot besteht noch nicht, wird aber diskutiert“, „Nur Informationen ohne Formulare oder
Abwicklung“, „weiss nicht“ oder „keine Antwort“

Grafik 110:
Übersicht Angebote der Kantone: Unternehmens-Bereiche (2)

Kanton
AG TG TI VD VS NE GE JU

Sozialvers. – Arbeitn. anmeld. Anderes Transaktion Anderes Anderes n.t. Anderes n.t. Formular
Steuererklärung Unternehmen Formular Transaktion Formular Transaktion n.t. Formular n.t. Formular
Portal für Unternehmen Formular Anderes Anderes Anderes n.t. Anderes n.t. Transaktion
Arbeitsbewilligung beantragen Formular Transaktion Anderes Anderes n.t. Anderes n.t. Formular
Handelsregister Formular Anderes Anderes Anderes n.t. Formular n.t. Anderes
Konkurseröffnung – Antrag Formular Anderes Anderes Anderes n.t. Formular n.t. Anderes
Öffent. Ausschreib. – Infos Anderes Transaktion Formular Transaktion n.t. Anderes n.t. Formular
Öffent. Ausschreib. – einreich. Anderes Transaktion Anderes Transaktion n.t. Anderes n.t. Formular
Gesundheit/ Arbeitssicherheit Anderes Anderes Anderes Anderes n.t. Transaktion n.t. Formular
Baugesuch – einreichen Formular Formular Formular Anderes n.t. Transaktion n.t. Formular
Umweltkonzession Formular Formular Formular Anderes n.t. Anderes n.t. Formular

© gfs.bern, Verwaltung und E-Government, Kantonsverwaltung, Juni bis August 2009 (N = 23)
Anderes = „Kein Online-Angebot“, „Kommunale Zuständigkeit: Online-Angebot liegt in der Zuständigkeit der
Gemeinden“, „Online-Angebot besteht noch nicht, wird aber diskutiert“, „Nur Informationen ohne Formulare oder
Abwicklung“, „weiss nicht“ oder „keine Antwort“

78
Anhang 3:
Das gfs.bern Team
[Identität]

LUKAS GOLDER

Politikwissenschafter, Mitglied der


Geschäftsleitung, Senior-Projektleiter.
Schwerpunkte: Integrierte Kommunikations-
und Kampagnenanalysen, Medienwirkungsana-
lysen, Abstimmungen, Wahlen, E-Government.

[Identität]

LAURA KOPP

Politikwissenschafterin, Projektleiterin.
Schwerpunkte: Analyse politischer Themen und
Issues, Evaluationen, Gesellschaftsthemen,
Feldaufträge, international vergleichende Stu-
dien, Qualitativmethoden, Text- und Inhaltsana-
lyse, Abstimmungen und Wahlen, Publikationen
im Rahmen der VOX-Analyse und auf Internet.

[Identität]

STEPHAN TSCHÖPE

Datenanalytiker/Programmierer.
Schwerpunkte: Komplexe Datenanalytik, EDV-
und Befragungsprogrammierungen, Hochrech-
nungen, Parteienbarometer, Visualisierung.

[Identität]

ANDREAS STETTLER

Datenanalytiker/Programmierer.
Schwerpunkte: Web-Services, Web-Applikatio-
nen, Datenbanken, Datenanalyse, Visualisie-
rung.

[Identität]

JONAS KOCHER

Projektassistent.
Schwerpunkte: Statistische Datenanalyse,
Medienanalysen, Visualisierung.

[Identität]

SILVIA-MARIA RATELBAND-PALLY

Administratorin.
Schwerpunkte: Desktop-Publishing, Visualisie-
rungen, Projektadministration, Vortragsadmini-
stration.

79