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E-; Beyers Handarbeitsbücher Ek-.
der PDFUtscheU Moden-Leitung« - Band 33 ;
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s Maschinennahen s
Z: Einführung in alle Näharbeiten ZE-
ZJ Und Handbuch für Schul- und Hausgebrauch ?

: Bearbeiter von :

; Thusnelda Däsing ;

: Mit 216 Abbildungen :

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Z: Verlag Otto «Beyer - Leipzig TEE
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Alle Rechte vorbehaltenz

Die Umichläge unserer Handarbeits-Bücher zeigen in Hochptägung


» die in denselben gelehrte Technik.
Diese Art. der Umschläge ist durch D. R«.-M.-S. 402459 geschützt.

Der Schutz vor Nachdruck in Amerika ist bedingt durch: Copyright by Verlag Otto Meyer-, Leipzig, 1921111
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ZVorbereitungsarbeiten fur das Nahm

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(Darunter versteht man Zuschneiden, Kniffen, Stecken und Heften.)

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Das zuschneiden. Bilden eines Stoffbruches oder


Man unterscheidet den geraden und -knikfes in festen leinenen,
den Formenschnitt Der gerade Schnitt Baumwollenen und seidenen
kann sein: a) fadengerade, b) schräg zu den Stoffen.
Webefäden.
Bei dem fadengeraden Schnitt schneidet Ein Bruch entsteht durch Aufeinander-
oder reißt man in Richtung der einen Fa- legen eines zusammenhängenden Stoffteils.
denlage die zweite quer durch. Bei gemusterten Stoffen wird in der
Bei dem schrägen Schnitt schneidet man Regel nach dem Muster geknisft.
beide Fadenlagen durch, Bei ungemuster-
entweder auf einer vor- ten Stoffen kann man
gezeichneten Linie oder den Bruch durch Ein-
nach einem Schnittmuster. streichen vorbereiten.
Der Formenschnitt. Einstreichem a) Fa-
Bei demselben folgt die dengerade. Wie Abb.
Schere entweder einer auf 2 zeigt, legt man hier-
dem Stoff vorgezeichneten zu den Stoff flach auf
Linie oder der Form einen Tisch, besser noch
eines darauf befestigten auf ein auf demselben
Papiermusters. ausgebreitetes Pappstückp
da die weichere Unterlage
Das Faden- die einzuftreichende Rille
I. Das Fadengerademachen des Stoffes. sichtbarer hervortreten
getademachen des läßt. Während der Stoff
Stoffes. mit der linken Hand fest-
Manche Gegenstände verlangen faden- l gehalten wird, führt die rechte auf demselben
gerade Kanten. mit einer schräg zu haltenden, fest einzudrük-
1. Weist die Kante nur geringe Uneben- kenden Nadel einen fadengeraden Strich
heiten auf, so zieht man die kurzen Fäden aus, der sich im Zeug als eingedrückte Rille
so lange vom Stoff ab, bis ein Faden von markiert, auf der anderen Stossseite aber
einer Kante zur andern reicht (s. Abb. 1 als erhabene Linie sichtbar und fühlbar ist.
oben). Man kann auch die Nadel festhalten und
2. Bei großer Unebenheit der Schnitt- den Stoff unter derselben hervorziehen; letztere
kante sucht man sich den ersten von einer Art wird von vielen für besser gehalten. Je
Kante zur anderen durchgehenden Faden, feiner der Stoff ist, desto vorsichtiger muß
zieht ihn heraus (s. Abb. 1 unten) und gestrichen werden, damit diese Linie nicht
schneidet in der entstandenen Fadenlücke den schief gebildet wird. Mit Leichtigkeit ver-
Stoff ab. mag man auf der entgegengesetzten Stoff-
3. Baumwollene Stoffe lassen sich fad en- seite in dieser Linie einen Bruch zu kniffen,
gerade reißen, man schneidet an der Kante woraus sich ergibt, sdaß auf der Rückseite
ein und reißt den Stoff ab. gestrichen werden muß, wenn die Brüche
4. Bei festen leinenen und baumwollenen auf der Borderseite geknifft werden sollen,
Stoffen schneidet man den Stoff am Rande ein und umgekehrt. Bei sehr feinen und wei-
wenig ein und hält den Schnittfaden hoch; chen Stoffen, wie z. B. Mull, Batist,
indem man nun fortgesetzt an dem Faden empfiehlt es sich, die Bruchlinie mit dem
zieht, vermag eine geübte Hand an dem- Kartonmaß abzumessen, dabei steckt man
selben entlang den Stoss fadengerade durch- die Entfernung mit Stechnadeln ab und
zuschneiden. Für weiche und sehr feine knifft in den Stichstellen den Bruch ein
Stoffe nicht anwendbar. oder zieht mit Kreide oder Blsistift
2. Das Einstreichen.

auf der Rückseite des Stoffes eine Linie l deutlich das Muster oder die Linie erkennen
(s· auch b); lassen. Diese Art ist bei der Schneiderei
b) schräg zur Fadenrichtung. Man gebräuchlich.
legt ein Lineal sehr fest auf den Stoff und
streicht mit der Nadel dicht an demselben
entlang. Jm übrigen verfährt man. wie Das Zenit-few
bei a. Durch Unter-legen eines farbigen Der Stoff wird in der Hand geknifft,
Olpapiers tritt die Linie auch auf anders- wobei man sich hüten muß, ihn zu dehnen.
fatbigen Stoffen hervor; Man knifft am besten in Falten, d. h.« man
c) in weichen baumwollenen, leinenen legt die Bruchkante in kleinen Fältchen
und seidenen Stoffen. Mit abstechender übereinander und preßt dieselben zwischen
Kreide oder Bleistift zieht man auf der den Fingern zusammen.
Rückseite des Stoffes eine Linie, heftet sie,
wendet den Stoff und bricht ihn in der
Heftlinie zusammen. Øas zusammenstecken der
Stoffteile.
llbertragen einer Linie auf Man steckt entweder im rechten Win-
mehrere darunterliegende kel zur Kante oder parallel zu ihr.
Im rechten Winkel steckt man, wenn
Stoffteile. bestimmte Punkte, Kanten oder Linien ge-
Alle gleichgroßen und aufldieselbe Art nau aufeinandertreffen sollen (s. Abb. 3);
und Weise zu nähenden Stoffteile werden parallel zur Kante wird beim Maschinen-
aufeinander gesteckt. Man heftet nun auf nähen gesteckt, damit das Nähfüßchen oder
einer vorbezeichneten Linie entlang, sjedoch die Maschinennadel nicht an die Stecknadel
so lose, daß der Heftfaden lange Schlingen stößt und der Stoff dadurch verhindert
bildet. Sodann entfernt man die Steck- wird, weitergeschoben zu werden, und die
nadeln und zieht«die Stoffteile in der ge- Nadel nicht bricht. Man steckt deshalb die
nähten Linie straff auseinander. Die Fäden Nadel ungefähr 2 cm vom Rande ab. Beim
schneidet man mitten durch, so daß an jedem Handnähen können sie dichter zur Kante
Stoffteil kleine Fädchen hängen-s- bleiben, die gesteckt werden.
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Das Sekten. men der linken Hand
Man heftet: 1. wenn straff und führt an dem
die Stoffteile sich leicht gehaltenen Faden ent-
verschieben, Z. wenn un- lang die Hefmaht aus
gleichartig geschnittene (s. Abb. 4, woselbst
Teile verbunden werden der linke Daumen durch
sollen, 3.wenn die Stoffe eine Stecknadel ersetzt
sehr weich und dünnsind, 4. Das Heften. ist). Nach dem Heraus-
4. wenn zwei Muster- ziehen der Nadel läßt
linien aufeinandertreffen sollen. — Das Heften der linke Daumen los, und der Faden wird fest
wird mit der Hand ausgeführt und besteht angezogen. Beim Maschinennähen wird
in einer Borderstichnaht (s. Abbild, 4). hauptsächlich gesteckt, selten Jgeheftet «
Man heftet mit kleinen Stichen, wenn die
Stoffe sehr weich und dünn sind oder Muster, Herstellung Von Schråclstreifen .
Linien oder Kanten sorgfältig miteinander Schrägstreifens bestehen aus schulg-
verbunden werden sollen, sonst sind größere geschnittenem Stoff. Man bedient sich
Stiche zulässig. Um eine gerade Heftlinie bei ihrer? Herstellung des .«:Karton-
zu erlangen, hält man in der Richtung maßses und stellt es her, indem cman
der Heftlinie den Heftfaden mit dem Dau- vom oberen Rande eines tStückes

A. Das Zusammennähen einzelner Schrägstreifen.

K. Tas Ausstreichen
7. Das Zusammennäben mehrerer
der Naht.
Schiägstreifen

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9. Zeichnen schräger Linien znr Herstellnng von Schrägstreifen.

steifen Papiers die gewünschte Stoffbreite sicherer ’als


abmißt, hier einen Einschnitt in das Papier ein weiches
macht, sowie einen zweiten schräg von Zentimeter-
unten gegen die Tiefe desselben, so maß. (Siehe « »
daß ein dreieckiges Stüch herausfällt. Ahh»5») 10. Der Stoff wird zu einem
Schlauch verbunden und die Strei -
Ein solches Maß ist handlicher und sen fortlaufend abgeschnittea .
Ausführung «l.
. Nach Abb. 5 bildet man sich zunächst einen schrägen Kniff in der Weise, daß man
eine Stoffeeke auf das Gewebe so legt, daß Längefäden auf Breitefäden liegen. »Von
diesem Bruch aus mißt man mit dem Kartonmaß die Breite der Streifen ab, bezeichnet
die gefundenen Punkte durch Stecknadelstiche oder Kreidestriche und knifft von Punkt zu
Punkt oder zieht statt dessen Linien. Nach dem Schneiden der Streifen werden sie mit
den Borderseiten nach Abb. 6 aufeinandergelegt und nahtbreit zusammengesteppt. Hat
man mehrere Streifen zusammenzunähen, so näht man je zwei Streifen nach Abb. 7
hintereinander zusammen und schneidet sie später voneinander. Die Naht wird ausgestrichen
und die überstehenden Stoffdreiecke abgeschnitten. (S. Abb. 8)

Ausführung ll. ,
Nachdem man die Linien nach Abb.9 aufgezeichnet hat, verbindet man deren End-
punkte so miteinander, daß, wie Abb. 10 zeigt, ein Schlauch entsteht, und zwar muß A
auf A und B auf B treffen; erst dann werden die Streifen abgeschnitten.

Das Råßem
Man unterscheidet drei Hauptgruppen:
1. Berbindungsnähte, 2. Befestigungsnähte, 3. Berzierungen.
Man näht dabei entweder a) auf einer vorgezeichneten Linie, oder b) parallel
neben derselben. s
a) Die Borzeichnung kann bestehen:
1. in einem Bleistift- oder Kreidestrich, 2. in einer Heftlinie, Z, in einer eingestrichenen
Linie, 4. in einer Bruchlinie, oder 5. in einer geradelten (kopierten) Linie-
b) Näht man parallel zu einer Linie, so kann diese außer den vorgezeichneten
Arten auch aus einer Stoffkante oder aus einer Naht bestehen. :
Handarbeit Jst der Abstand zwischen Naht und Richtungslinie nur ein geringer, so
kann die richtige Maßbreite meist noch durch das Auge festgehalten werden. Bei größerer
Abstandsbreite bleibt bei der Handarbeit mangels anderer Hilfsmittel nur übrig, die
neue Nählinie nochmals vorzuzeichnen.
Beim Nähcn auf der Maschine dienen» die verschiedenen Lineale als Hilfsmittel für
alle gewünschten Breiten des Nahtabstandes. Bei sehr kleinen Abständen dient der
innere oder äußere Rand des Steppfußes als Lineal. Man führt die Richtungslinie des
Stoffes so,»daß sie an dem Rande des Fußes entlanggleitet. Meist hat der Steppfuß eine
schmale und eine breite Zunge, nach denen die Abstände als schmale und gewöhnliche
Drückerbreite bezeichnet werden.
Für größere Abstände nimmt man:
1. Das Nähplattenlineal, welches an die Fundament- oder Nähplatte angeschraubt
wird. Man benutzt es, wenn die Richtungslinie eine
Schnitt-. Webe- oder Bruchkante ist.
2. Das Drücker- oder Wattierlineal,
das an einen besonders dazu eingerichteten Fuß
angeschraubt wird (s. Abb. 11), wird benutzt, wenn
die Richtungslinie in mehr oder weniger größe-
rem Abstande von der Kante liegt. Man heftet
in der Mitte der Arbeit eine erste Linie oder
zeichnet sie mit Kreide vor und steppt sie. Das
Lineal wird angeschraubt und soweit vom Fuß
abgeschoben, wie die Entfernung zwischen den
einzelnen Steppreihen betragen soll. Bei jeder
nächsten Steppreihe führt'man die Arbeit so,
daß das Lineal auf der zuletztgenähten Stichlinie
entlanggleitet. Diese Muster bestehen größten-
teils aus gleichseitig rechtwinkligen Bierecken,
Rechtecken oder ungleichwinkligen Biereeken =
Rhomben. Bei letzteren näht man zuerst alle
n Tag Näben eines wammen Linien, die «mit den Webefäden gleichlausen, und
Gegenstandes mit Wattierlineal. dann erst dlagonal zu den crstckens
Die Verbindungsnåhte.
Die Berbindungsnähte halten mittels Fäden und Stichen zwei .oder mehr Stoffteile zu-
sammen und werden sowohl mit der Hand, als auch mit der Maschine hergestellt. Man
unterscheidet einfache und zusammengesetzte Berbindungsnähte. Während beiden ersteren
die Kanten des Stoffes durch Futter verborgen oder besonders befestigt werden müssen,
z. B. bei Taillen, Röcken usw. (Webekanten machen davon eine Ausnahme), werden bei
letzteren die Schnittkanten durch eine zweite dazu gehörige Naht befestigt, z.-B. hoch-
stehende Doppelnaht, Kappnaht.

Einfache Veröindungsnåhte.
Die Vorderstichnabt.
Abb. 12 u. 18.
Handarbeit. Man bedient sich hierzu des lBorderstiches, bei dem man ebenfoviele
Fäden auf, als unter die Nadel nimmt. Border- und Rückseite gleichen sich also. Die
Arbeit wird erleich-
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—-— barer zuh machen,
· » , einen ver ältnismä- is. Befestigen am Ende der Naht.
12. Die VckiädZrlfäifethtngaläterdåiesahüzefestigen —
ßeg starken. Faden.
Zum Befestigen des
Arbeitsfadens nimmt man beim Anfange einige Webefäden auf die Nadel und zieht den
Faden so weit hindurch, daß noch ein kleines Fadenende hängen bleibt, hält es fest und
übernäht diese Stelle zwei- bis dreimal. Das letzte Ende des Fadens wird entweder ebenso be-
festigt, oder man näht nach Abb. 21 einige Stiche in umgekehrter Richtung zurück, den
letzten Stich überspringend. Beim Kräuseln und Heften macht man zu Anfang des Fadens
einen Knoten in denselben.

Nutzanwendung. Als Berbindungs naht zweier oder mehrerer Stoffteile; beim Flicken
älterer Stoffe; als erste Nählinie bei hochstehenden Doppelnähten; -als Heftnaht; als
Kräusel- oder Reihennaht; beim Wattieren.

Die Steppnaöt.
Abb. 14 u. 94.
Handarbeit Zur Herstellung der zwei oder mehrere Stoffteile miteinander verbin-
denden Steppnaht nimmt man, nach vorhergegangener Befestigung des Arbeitsfadens,
wie bei der Borderstichnaht, einige Stoffäden
zusammen auf die Nadel und zieht den Näh-
Er:E:ZEEZ"««-;«·:::ZZ::W«;Z::EEEE-":s3 faden hindurch. Jeder nächste Stich wird wie
·E-.::E’:::.-.:::::T:-:E::Ei:- folgt gearbeitet (iiehe Abb. 94 beimsSteppsaunvt
-k-;' ZZ;J;Z;Z;Z;ZZZ.I-s: pIZZZZsz Man führt die Nadel über die ersten Fäden zurück,
« « , ’ nimmt außer diesen noch einige neue auf und zieht
« den Nähfaden hindurch. Die Stiche liegen dicht an-
einander und werden so gleichmäßig festgezogen, daß
sie wie eine Perlenreihe aussehen und keine Lücken
entstehen. Der Steppstich wird sowohl bei Berbin-
14» Anlegen eines neuen Fadens dungs-, Befestigungs-, gls auch Ziernähten ange-
auf der Steppuaht. wendet. Am Ende fuhrt man den Faden auf
die andere Seite hindurch und übernäht die
Rückseite der Steppstiche eine Strecke weit (s. Abb.14).
Beim Anlegen eines neuen Fadens werden die Stiche ebenfalls, jedoch in umgekehrter
Richtung, übernäht; danach sticht man nach einigen Fäden wiederum auf die Borderseite
zurück (siehe Abb. 14) und arbeitet wie vorher.
Maschinenarbeit Die Doppelsteppstich- oder Zweifadenmaschine bringt beim Nähen
einen Steppstich hervor, der auf der Border- und Rückseite das gleiche Aussehen hat.
Die damit erzeugte Naht dient gleicherweise Berbindungs-, Befestigungs- und Berzierungs-
zwecken. Die zusammengesteckten oder gehefteten Stoffteile legt man derart unter den Stepp-
fuß, daß die Kanten mit einem der Ränder desselben abschließen. Bei gerissenen Kanten
schließt der erste durchgehende Faden mit dem Steppfußrande ab; darauf sticht man mit
der Nadel beim Anfang der Naht in den Stoff ein und senkt den Hebel. Bis die Zähn-
chen des Stoffschiebers den Stoff selbsttätig weiterbefördern, unterstützt man die Bewegung
durch mäßiges Anziehen der nach hinten geordneten Fäden in dieser Richtung.

Die Hinterstichnabtz Abb. 15,


: ; : T »z: « ,,·: wird wie die Steppnaht gearbeitet, nur setzt man den
ek« s- · -:"« Stich nicht beim vorherigen unmittelbar an, sondern
;; LT: ; ,z läßt jedesmal einen Zwischenraum von ein paar Fäden
Z; I f- ; dazwischen frei. (Siehe Abb. 15.) Man arbeitet ihn
J J ik ;- ; —s » meist in Verbindung mit dem Borderstich, um die Naht
«.-,;s.s;:-i » Jk ; ; ; haltbarer zu machen, indem sich an mehrere Border-
;:;.,;T;.; « s ·:« f stiche ein Hinterstich anschließt

zsi ssjk Die llserwendliche oder llberstichnaht.


Abb. 16 u. 17.
15s Der Hintekstichs Sie vereinigt zwei Webe- oder Bruchkanten ledig-
lich durch Handarbeit. Hierbei steckt man die
beiden Sto teile mit den Borderseiten so aufeinander, daß die festen Kanten genau mit-
einander ab chließen, und steckt und heftet sie dicht an der Kante mit nicht zu großen Stichen
zusammen. Der überwendliche Stich kann nach zwei Richtungen (nach links und rechts
hin) ausgeführt werden Man sticht zuerst in den hinteren, dann in den vorderen Stoff
einen zFaden tief von hinten nach vorn ein und zieht den Nähfaden an. Die Stichesetzt
man so dicht nebeneinander, daß- sie
sich den Gewebefäden aus der Border-
feite möglichst unsichtbar einfügen
Der Nähfaden muß daher die gleiche
Stärke wie die Stoffäden besitzen Die
Naht wird auf der Rückseite genäht
und nach Fertigstellung scharf ausge-
strichen; hierbei müssen sich die Webe-
kanten flach gegenüberstehen; würden
sie jedoch hoch gegeneinanderstehen,
so ist der Faden beim Nähen zu fest
- « angezogen oder er ist zu tief einge-
stochen worden Der Anfang des Ar-
«-..».. « beitgfadeng Wird auf der gkaht ent-
16. Die Uberwendliclic 17. Das Anlegrn eines nciscii langgelegt Und durch die ersten über-
vdet Uberstlchsnahti IFODEUss
wendlichen Stiche übernäht. (Siehe
— Abb. 17.) Beim Befestigen am Ende
der Naht arbeitetkman etwa zehn Stiche weit’die«Naht zurück. Soll in der Mitte angelegt
werden, so legt man den alten und neuen Arbeitsfaden auf die Webekanten und verfährt
wie beim Anfang und nach Abb. 17, beide Fäden übernähend. Nutzanw er.dung: nur bei
festen Kanten, z. B. an Hemden und deren Rumpfteilen, Bettüchern usw.

Die Kreuz- oder Gegenstichnaht. Abb. 18


Handarbeit. Sie soll zwei feste zKanten miteinander flach spvekhjndeW Man führL die
Naht zweckmäßig von rechts nach links auf der Borderseite aug, steckt die Stoffteile mit
den Rückseiten aufeinander und legt sie beim Anfang so ubkk den Bemessan der linken
Hand, daß sich die Kanten auf demselben .- »W«—
Wen- SODOM Nimmt man VOU der hm-
teren Webekante den Stoff von unten nach
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oben einen Faden tief auf die Nadel, zieht
den Faden fest an und arbeitet ebenso den
Stich an der vorderen Webekante (siehe Ab-
bild. 18), Stich dicht neben Stich. legend.
Der Anfangsfaden wird zum Befestigen auf
der Rückseite festgehalten und eingenäht; den
Endfaden zieht man durch die Stiche auf » - -
derselben Seite hindurch. Der neue Faden is. Kreuz- oder .19. Webexanieniwhinaht
wird wie der Anfangsfaden angelegt. Gegensttdmaht oder Hotlandische Naht.
Øie Webekantenhoölnaht oder Holländische Rast. Ahh.19.
Handarbeit. Den Hohlnähten sehr ähnlich ist die »Holländische Naht«. Zu dieser
werden Fäden nicht ausgezogen. vielmehr zwei Webe- oder Bruchkanten durch einen
Zierstich verbunden. Man steckt die Stoffteile wie bei der Kreuz- oder Gegenstichnaht
auseinander, legt sie auch wie bei dieser über den Finger und sticht dann in den Rand
von unten nach oben fadentief ein. Die weitere Stichbildung ist nun folgende: Man
nimmt den Arbeitsfaden des vorigen Stiches auf die Nadel und sticht in die gegenüber-
liegende Kante von unten nach oben, in einem kleinen Abstand vom vorhergehenden
Stich, ein. (Siehe Abb.19) Der Arbeitsfaden wird dabei jedoch gleichmäßig lose ange-
zogen, damit Zwischenraum und Verschlingung besser hervortreten. Anfangs- und End-
faden werden durch wenige kleine und unsichtbar bleibende Stiche auf der Rückseite am
Rande vernäht -
Nutzanwendung: Für Blusen, Zwischensätze, oder auch als Füllstich, z. B. bei Blenden-
und Bändchenarbeiten.

Øie Webekantenlteppnaht. Abb. 20.


Maschinenarbeit. Man steckt die Stoffteile mit den Borderseiten aufeinander, so daß
beide Webekanten genau miteinander abschließen, und heftet die Stoffteile ziemlich nahe
der Kante mit kleinen Stichen zu-
sammen. Darauf werden beide
Webekanten mit dem gewöhnlichen
»-
c

Nähfuß knappkantig zusammen-


««—·«3-««’IIM’»He-I ;«s « «

gesteppt. Den Stich stellt man


--..-...»»»

hierzu klein,

- . Diewebekantenflachnaht
Es « Z Abb.21.
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Diese Naht kann nur gearbeitet


werden, wenn beide Stosfkanten » Ei
zugleich Webekanten sind. Man""
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knifft eine der letzteren nahtbreit «


,is . um, oder streicht eine Rille naht-
F k-— .33«s. Q- « »sp- ;»«;;.«T-.ek;-.v-J·E»«-,7»»

I--—-...s.:..·« « ,««« «
breit ecihn f(3instreichenö s. AbSb. 2).
20· — · : . iernav te t man eide toff- 21. «
Die Aehekamenstepumät Eile nach Abb. 21 mit den Kanten Die Webekamenssachnoht«
so übereinander fest, daß die eine
Webekante bis an den Kniff reicht, und heftet alsdann. Darauf stevpt man eine Webe-
kante mit dem Stevpfuß knappkantig auf, wendet den Stoff und steppi auch die zweite
Kante wie es die Abb. 21 zeigt.
Nutzanwcndung: Bei Bettwäsche

Øie stanellnabt. Ahh.22—23.


Handarbeit Sie verbindet zwei Stoffteile flach aufeinanderliegend und wird bei
Stoffen wie Flanell, Barchent, Trikot angewendet. Man steckt und heftet nach Abb. 22
den Stoff mit den Rändern 1-"2——1 cm weit übereinander und befestigt beide Kanten nach-
einander durch Hexenstich, wie er auf S. 37 als Zierstich beschrieben ist. Dabei sticht man
unten in den unterliegenden, oben aber nur in den obenliegenden Stoff ein und näht so-
dann auf der anderen Seite die Kante ebenso wie vorher aus. Material: feines Nähgarn
in passender Farbe.
Maschinenarbeit Bei der Ausführung mit der Maschine legt man die Stoffteile in
gleicher Weise wie bei der Handarbeit aufeinander, steppt zuerst die offene Schnittkante
auf der Rückseite des Stoffes fest, wendet die Arbeit, legt die Schnittkllllte auf der Border-
seite nahtbreit nach innen um und steppt diese knappkantig auf den Stoff fest (s. Abb. 23).
Natzanwcndung: Beim —- .. -
Flicken von Trikot-, Flanell- f s"·-«««
oder Barchentunterzeug und
überall da, wo eine flache,
weitübergreifende Naht er-
forderlich ist.
Auch wendet man die HEFT j«s"«s’-«s7s«
Naht Abb. 23 bei Herren-
und schweren Damenstoffen
an. Es werden alsdann beide
" « I His-
Stichreihen auf der Border- l
23. k ane llnaht
22. Flanellnaht mit der Hand fette gestePPt Und die Naht - -
zu nähen. auf der Rückseite beschnitten.- mltzsesgeskhme
Rast für Tuchltofse, Abb.24.
» ssxx Yxxx « »d:
« RAE E :

Maschinenarbeit. Der nahtbreit bedeckt. Die


Stoffteil, der aufgesteppt Bruchkante wird alsdann
werden soll, wird nahtbereit knappkantig aufgesteppt.
nach der Rückseite umge- Nutzanwendung: bei
knisft und auf die Vorder- Herrenstosfen sowie bei Da-
seite der andern Stoffkante menjacketts und -mänteln
so geheftet, daß er die Kante und Röcken.

24. Die Naht für Tuchstoffe.

Die zusammengesetzten Verbindunqsnåhte.


Øie Hochstehende Doppelnaht lsranzdsische Rabtl.
Abb. 25—27 u. 35.
Hand- und Maschinenarbeit. Man legt die Stoffteile mit den Rückseiten aufeinander,
so daß die Schnittkanten genau miteinander abschließen, steckt, heftet und verbindet beide
Stoffteile nach Abb. 25 durch eine Steppnaht, bzw. Vorderstichnaht, die knapp nahtbreit,
d. i. 1X-——1J2 cm, von der Schnittkasnte entfernt ist. Die Stoffkanten beschneidet man gleich- -
mäßig schmal, streicht die Naht Ächarf aus (s. Abb. 26), wendet den Stoff und knifft ihn
um, so daß die Naht genau die ante bildet und die Einschläge nach innen fallen. Nun
steckt, heftet und näht man eine Steppnaht unterhalb der Einschläge, die sich so weit von
der Bruchkante entfernt halten
muß, daß die Schnittkanten
auf der Borderseite der Naht
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nicht heraussehen. (S. Abb. 27.) ges-s Esset-s
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ie erste Nyciehth der französischen 26. Das Ausstreichen der Naht. 2 . Dieztveite Naht der französischen
a t. Naht.

Ersatznåöte
für die Hochstehende Ovppelnaöt.
Abb. 28 und 29.

Maschinenarbeit. Ausführung l: durch Saum. Man


richtet bei einem von zwei zu verbindenden Stoffteilen einen
Saum mit Ein- und Umschlag ein, der in ungefährer Breite
von Il2 cm aus die Vorderseite des Stoffes fällt. Jst davon
eine Stoffkante gekräuselt oder bogenförmig, so wird stets
der andere Stoff mit glatter und gerader Kante zum Saum
geknisft. Man legt nun beide Stoffteile mit den Borderseiten . .t·«...
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aufeinander und schiebt dabei die Kante des zweiten, nicht ig. Im »Beste-T- OM « «
geknisften Stoffes unter den gebildeten Saum bis dicht an
den Bruch heran, steckt ihn unterhalb des Saumes fest und 28. Verbindung von Stickerei
und Stoff mittels hochstehender
heftet auf ihm die Stofflagen aneinander. Die erste Bruch- Doppelnaht durch Saum.
kante wird sodann knappkantig ausgesteppt (siehe Abb. 28). Rückseite.
Ausführung ll: durch Bor- und Saumnaht.
Man legt die-Borderseiten der Stoffteile aufein-
ander, darauf achtend, daß der unten oder hinten
liegende Stoff gut 1 cm breit vorsieht, und steppt -
nahtbreit von der vorderen Kante entfernt die
Teile auseinander. Die vorstehende Kante wird
zum Saum eingeschlagen, reicht aber nur bis an
die 1. Naht Die 1. Bruchkante wird einen Faden
höher knappkantig aufgesteppt (siehe Abb. 29) oder
mit der Hand gegengesäumt.
Nutzanwendung: Bei Stichereieinsätzen, bei
weidchkn Stoffen, bei zwei bogenförmigen Kanten
u. g .

29. Herstellung einer hochstehenden Doppel-


naht durch Vor- und Saumnaht.

Øie Kappnaht. Ahh.30—31 u. 32—34.


Handarbeit. Die Kappnaht wird auf der Rückseite des Stoffes gearbeitet. Man
steckt die Stoffteile mit den Borderseiten so auseinander, daß die eine Kante etwas
vorsieht, heftet und arbeitet nahtbreit vom Rande entfernt eine Steppnaht. Darauf
streicht man die Naht auseinander und, wie Abb. 30 es zeigt, auf die Borderseite der
Steppnaht herauf, schneidet von der Kante, auf welcher sich die Rückseite der Steppnaht
befindet, so viel Stoff ab, daß dieselbe noch strohhalmbreit stehen bleibt. Bei einer flachen
Kappnaht bildet man mit dem breiten Einschlag einen Saum, der flach rechts Von der
Steppnaht mit Saumstichen angenäht wird und
sich um den Åchmalen Einschlag herumlegt. Bei
-
I

«
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einer runden appnaht aber dreht zuerst die rechte


Hand, dann jedoch weiter der linke Daumen die
beiden Schnittkanten röllchenartig zufammen, und
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man näht sie mit schrägem Saumstich an. Ab-
wechselnd wird nun das Röllchen weitergedreht
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»Hm-proviso-
pubdsivissptfs
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und gleich darauf angenäht. Beim Rollen der


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Naht ist zu beachten: 1. Die rechte und die linke


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Hand muß die Naht der Länge nach sehr straff


ziehen. 2. Das weitere Rollen geschieht stets an
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der unteren Spitze des Röllchens. 3. Man rollt


nur mit dem Gelenk des Daumens und nicht mit
dessen Spitze. 4. Etwa vorstehende Fädchen der
Einfchläge werden beim Nähen von unten nach
Zo. Die Kappnaht- oben untergestrichen. 31. DieBefeftiaiings.
Die Verbindungsnaht, naht bei der Kapp·
das Ausstreichen und Maschinenarbeit. Man steckt die Stoffteile naht.
Beschnetden der Stoff- mit den Borderseiten aufeinander fest, so daß die
ränder. unten oder hinten liegende Kante knapp 1,-2 cm
oorsteht. Den Stoff legt man alsdann so vor sich
hin, daß die zu verbindenden Kanten rechts liegen. Oben am Anfang der Naht wird
die vorstehende Kante singerlang über die kürzere scharf herübergebogen und der hier-
durch entstandene Kniff nach Abb. 32 am Anfang durch einen besonders eingezogenen
Faden auf den beiden Stoffteilen festgehalten. Man benutzt den Kappfuß. Die
Vornaht. Der Stoff wird in den Kappfuß genau
so eingeschoben, wie in den Säumerfuß (Abb. 95). Man
erfaßt dazu die eingezogenen Fäden am Anfang der
Js. « «e"-«.4(e«circs"(t

Naht mit den Fingern der linken Hand, hält den Umschlaq
mit der rechten Hand, wie die Abb. 95 es zeigt, straff,
schiebt den Umschlag in den gehobenen Kappfuß bis über
den abgeschrägten Vorsprung, zieht dann den Stoff so
weit zurück, daß die Nadel am Anfang der Naht
einstechen kann. Hierauf senkt man den Hebel und
zieht beim Treten den Stoff anfangs mit dem einge-
zogenen Faden nach hinten, bis der Stosfschieber gefaßt hat.
Beim weiteren Arbeiten wird der Stoff vorn mit der rechten
Hand hochgehalten, während die linke Hand vor dem Ap-
parat auf der Platte liegt und den- Stoff in den Kappfuß
hineinschiebt. Die Haltung der Hände ist ganz wie beim
Säumen, Abb. 97. Das Auge hat darauf zu achten, daß
immer gleichmäßig viel Stoff in den Kappfuß einläuft und 32. Maschinenkavvnaht,
die Nadel am Rande der Schnittkante (s. Abb. 82) entlang Nähen der 1. Naht.

—11—
einsticht. Diese wird dadurch
aus dem unteren Stoff fest-
gesteppt. — Die zweite
Naht. Bor Beginn der-
selben breitet man die Stoff-
teile nach Abb.33 ausein-
ander und streicht die Bor-
naht scharf aus, um die-
Schnittkante zu decken.
Dann zieht man wieder am
Anfang der Naht einen Fa-
den zum Festhalten ein
(fiehe Abb.34) legt den Stoff
ausgebreitet unter den Ap-
parat und schiebt die hoch-
stehende Kante wie bei der
ersten Naht in Idenselben
ein, senkt darauf den Hebel
und steppt« die Bruchkante
gkkigåägxlzlgegtagdaggsg 33. Führen der Arbeit an der Maschine-, Näl)en»der zweiten Naht.

Nähen zieht man·den Stoff


nach beiden Seiten straff und achtet darauf, daß die erste
Naht an dem linealartigen Vorsprung entlanggleitet.
Fertige Kappnaht Abb. 34. Das Anlegen. Jst durch
irgendeinen Umstand der Nähfaden zu Ende, so schneidet
man die Fäden kurz ab und zieht die Stoffkanten so
weit in den Apparat hinein, daß die neueingefädelte
Nadel ea. 1cm die Naht doppelt näht. Alsdann arbeitet
man wie vorher.
Oie Hochsteöende Kappnaht.
Abb. 35.
ZMafchincUlltbciL « Sie hat das Aussehen der hoch-
stehendell Doppelnllhts «"Man« wendet diese Ausführung nur
h « « an,wenneine der zuver-
g i bindenden Kanten eine
««—«—««« · « « " Webekante ist, und steckt
dabei die Stoffteile mit
34. Fertige Kappnaht.
den Kanten so ausein-
ander fest, dan die We- »v»
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bekante hinten liegt, auch? ungefähr 1X2 em: vorsieht, und IV


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näht genau so, wie es bei dersBornaht der Kappnaht »Is-


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beschrieben ist. (S. Abb. 32.) Die Nadelmuß an der Webe- vg-
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kante entlang diese aufnähen (s. Abb. 35). Jst die letztere VI
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dazu zu ungleichmäßig, so knifft man sie über den vor-


deren Stoffteil in ihrer ganzen Länge, heftet und stepp
sie darauf mit dem gewöhnlichen Steppfuß auf.
Øie Breite Kappnaht. Arius-se u37. ,
Waschinetkskbeits Bei breiten Kappnähtenk unosxdicken 35s DIE bochstebende Kur-Weltt-
Stofsen laßt sich der Kappfuß nicht anwenden. Jn diesen
Fällen arbeitet man die Kappnaht
mit- dem gewöhnlichen Steppfuß.
Bornaht. Man steckt die Stoffteile
mit den Borderseiten aufeinander und
läßt dabei den hinteren Stoff 3,-4 bis
1cm breit vorstehen. «Diesen vor-
stehenden Teil schlägt man um die
Schnittkante des vorderen Stoffes
herum und heftet die drei Stofflagen
nach Abb. 36 auseinander. Die Stepp-
naht bleibt zwei Webefäden von der
Schnittkante entfernt. ZweiteNaht »
Die Bornaht streicht man aus, so daß z-» » «
die Schnittkante bedeckt wird, heftet kkss «
36. T« b e·t l Und stcPPt· alsdann die Bruchkcmte 37. Verbindung
. - von Stickerei
Kaitplifahrt.11?9;ckhckt’.e knappkanng auf G Abb- 37). und Stoff durch IlacheKappnaht.

—12,-
Øie Weöekantenkappnaht.
Abb. 33 u. 38.
Maschinenarbeit. Sind beide der zu verbindenden Kanten
Webekanten, so steckt man die Stoffteile mit den Borderseiten so
aufeinander fest, daß die unten liegende Webekante nahtbreit vor-
steht, und steppt sodann mit dem Steppfuß die obenliegende Webe-
kante knappkantig aus, bedeckt dieselbe durch Ausstreichen der
Naht und steppt die zweite Webekante entweder knappkantig mit
dem Steppfuß auf oder arbeitet mit dem Kappfuß, wie bei Abb. 33
diexzweite Naht der Kappnaht beschrieben ist.-
538. Die Webeiantenknvvnnht
Erste nnd zweite Naht.

Verbindung zweier Stoffteile und Schnittkantenbefestigunq durch


Rufnåhen eines kleinen Stoffteile auf einen groBen.
Siehe Blenden und Abb. 39.
Man knifft den aufzunähenden Stoff an den Kanten nach der Rückseite einmal naht-
breit um und bezeichnet sich auf dem größeren Stück die Berbindungslinien Man steckt
und heftet alsdann den kleineren Stoffteil mit den
Einfchlägen auf dieBorderseite des größeren Stückes
: » » » . III-« nach den vorgezeichneten Merklinien auf und steppt
sh; « """" """ WMMW - ; E die Bruchkanten ringsherum knappkantig fest; siehe
jsps - "- äußere Naht bei Abb. BA.
i i - Nutzanivendung: Bei Besatzteilen (siehe auch
. « Blenden, Seite 42).
H ’ · « - f s Bei aufgesetzten Taschen auf Schürzen
if j k. · usw« die nur an drei Seiten mit dem großen Stoff-
if teil verbunden werden, muß man vor dem Auf-
hefteii die offenbleibende Seite nach innen um-
säumen. Nach dem knappkantigen Nähen an drei
Seiten verdeckt man die innen noch sreiliegenden
Schnittkanten durch eine zweite Steppnaht. (Siehe
Acon

Abb. 39.)
39. Aufnähen einer Tasche.

zusammennåhen von gleichgrofzen Stoffteilen.


(Schnittkantenbefestigung fälltifort.) Abb. 40. «
Maschinenarbeit. Man steckt und heftet die Stoffteile mit den Borderseiten au·ein-
ander, so daß die Kanten miteinander abschließen, und verbindet sie durch eine flache aht.
An einer Seite läßt man ein Endchen zum Wenden ungenäht, dies kann in der Mitte,
aber auch an einer Ecke geschehen. An den Ecken werden die Kanten außerhalb der
Naht schräg abgeschnitten, um das Berdichen durch die übereinanderliegenden Stoffe da-
selbst zusvermeiden. Je nach Festigkeit dersel-
ben wird man näher oder entfernter vom J
Eckstich abschneiden können; sehr lose gewebte Cl
Stoffe besticht man an der schrägen Kante, um W»»,. » «
das Ausspringen der Fäden zu verhüten. Hier- »»»—«x;—z:xch
auf folgt das Wenden des Stoffes — wie es beim « - I -
Anfertigen eines Kissens geschehen muß — nach
der Außenseite, und man knifft ihn dabei so ein,
daß die Naht zugleich die Kante bildet. Die für ;
das Kissen bestimmte Einlage wird hineingescho- »—»»»I«»«EZ
ben und das freigebliebene Ende überwendlich «- JEAN-»F
zugenäht (Siehe Abb« 40«) . 27: r- :—.:..»" , - . 1- »Es
Nutzanwendung: Bei Kissen. " « « , - THE-r · HEXE M: -, HMTL«. «
X·-««·-««»-"«"«T-"·72::!-:-----"7-L::—-irs!-s
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Diese Ausführung eignet sich auch für Wäsche- · i
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kragen, Stulpen usw., dabei wird aber die offen- —- — I-· "- —- « ,
gelassene Schmalseite nicht überwendlich zugenäht, » EITHER-M
sondern eingeschlagen und mit den übrigen Seiten z -—-;:..i; ,·»-cL--’. » « — . .-».. - --... .’.. . . » - s
zugleich knappkantig gesteppt. MO- s-« Ass- —»... »Ob«-« me

40. Nähen eines Kissens-


Verbindung nannt)werden die Stoffteile,
mit den Borderseiten auf-
zweier Stoffteile einander, in der Nahtlinie
durch zusammengeheftet. Die Ein-
schläge biegt man ausein-
einen dritten. ander, heftet einen Streifen
Øie Kellernaöt unter, der die Breite beider
lWienernaHtl. Einschläge hat, und steppt
jeden Stoffteil in ge-
Abb. 41.
wünschter Breite auf. Zu-
Bei der Kellernaht (nach letzt wird der Heftfaden
dem Erfinder Keller so ge- entfernt.
4t. Die Kellernaht.

Verbindung von einem gefütterten Stoffteil mit einem solchen


zweiten oder mit einem einfachen Stoff.
Ausführung t. Verbindung durch eine einfache Rast.
Abb. 42 u. 43.

Oberstoff und der ungefütterte Kleiderstoff (einzelner Stoff) werden mit den Borderseiten
aufeinandergelegt, dagegen das Futter mit der Borderseite aus die Rückseite des einzelnen
Stoffes. Alle drei Kanten müssen gleichmäßig miteinander abschließen. Sodann steckt
und verbindet man
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L sie nach Abb. 42
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durch eine Stepp- to NOT-:- »He-:-


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naht. Futter und
so- Oberstoff werden
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hochgeklappt, so daß 's-
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die Rückseiten auf-
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einandertresfen ; hier-
aus steckt, heftet und
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plättet man die

Naht aus (siehe


f ; ; « cinzstofb j Abb.43).
Will man zwei
ASSM-
42. Verbindung der drei Stoffteile gefütterte Stoffteile 43. Oberstosf und Futter
durch einfache Steppnaht. zusammennähen, so werden hochgeklappt.
behandelt man den
einen derselben wie
einen einfachen. Beim gefütterten Stoff unterscheidet man Oberstoff und Futterstofs;
für letzteren wählt man, wenn er nicht durch Umbiegen des Oberstofses mit diesem zu-
gleich zugeschnitten wird, meistens eine leichtere oder geringere Stoffart.

Ausführung ll. .-eiktzi5kofks aufeinander, schlägt beide


Teile nach innen ein, so
Øie Stoffteile werden daß das Futter ein bis
durch knappkantiges zweiWebefäden weit vor-
Nähen Verbanden. steht. Nun schiebt man
den einzelnen Stoff un-
Abb. 44. gefähr 1 cm tief zwischen
die Einschläge, steckt und
heftet alle drei Teile zu-
Man heftet Oberstoss sammen und steptot schließ-
und Futter mit den Rück- lich den Oberstoff knapp-
seiten einige Zentimeter kantig auf die Unterstosfe
von den Kanten entfernt au .t
44. Verbindung der drei Stoffteile durch
knavpkantiges Nähen. 1. Art.
Ausführung lll. Verbinden aller Stoffteile durch
knappkantiges Nähen.
Abb. 45.
Man heftet die Rückseite des einzelnen Stoffes auf
die Borderseite des Futters, so daß beide Kanten mitein-
ander abschließen Den Oberstoff knifft man nahtbreit
nach der Rückseite um und he tet ihn 1 cm weit über
die Kanten der beiden anderen tosffteile, wie es Abb. 45
zeigt. Die Bruchkanten des Oberstoffes näht man knapp-
kantig auf, klappt den Futterstosf zum Oberstoff her-
unter, streicht die Naht aus und plättet sie.
45. Verbindung der drei Stoffteile
durch knappkantiges Nähen. 2. Art.

Ausführung W. Verbindung von Futter


und einzelnem Stoff , knappkantiges
Aufnåhen des Oberstoffes.
Abb. 46.
Man steckt die Rückseite des einzelnen
Sioffteiles und die Borderseite des Futters
aufeinander-, verbindet sie durch einfache Naht
und streicht diese so aus, daß die Einschläge
auf das Futter fallen. Man knifft alsdann
den Oberstoff nahtbreit nach der Rückseite um
und heftet ihn auf den Futterstosf derart fest,
daß die Bruchkante die Naht bedeckt. Die
erstere wird einen Faden höher knappkantig
aufgesteppt.

46. Verbindung von Futter und einzelnem Stoff;


knappkantiges Aufnähen des Oberstoffes.

Ausführung V. Verbinden von Oberstoff und einzel-


nem Stokfz Rnfåumen des Futters mit der Sand.
Abb. 47.
Man steckt den Oberstoff sowie den einzelnen Stoff
mit den Borderseiten aufeinander und steppt sie zusam-
men. Die Naht wird nach dem Oberstoff zu ausgestrichen,
das Futter nahtbreit nach der Rückseite umgelegt und
über die beiden Schnittkanten o geheftet, daß die Bruch- —- s
kaute die Steppnaht nicht bede t. Man säumt das Futter 47« Verbindung Von Ozekswss Und
einzelnem Stoff, Ansäumen des
mit der Hand an« Futters mit der Hand.

Ausführung Vl. Verbinden von Oberstoff und einzelnem Stoff durch knapp-
kantiges Räljenz Rnsåumen des Futters mit der Band.
Abb. 48 u. 49.
Oberstoss und Futter werden mit den Rückseiten, so daß die Schnittkanten miteinander
abschließen, aufeinander gelegt und einige cm von der Kante entfernt zusammengeheftet.
Der Oberstoff wird nahtbreit
nach innen eingeschlagen
und auf den einzelnen Stoff-
teil so geheftet, daß er die
Schnittkante desselben ver-
deckt. Der Oberstoff wird
nacherfolgtemHeftenknapp-
» . » - kantig aufgesteppt(sieheAb-
HAVka « - « bild. 48) sodann der Gegen-
. « I « -- stand gewendet und das
Futter so weit eingeschlagen,
daß die Bruchkante die Naht
nicht berührt, darauf wird eine-straff
ts. Knapvkuntiges Aufnähen des exstere UIU der Hand ange- 49. Ansäumen des Futters mit der
einzelnen Stoffes auf den L-bekstoff. saumt (siehe Abb. 49). Hand.

-15—
l

Lösbare Verbindungen.
Hierzu rechnet man Haken und Essen, Knopf und Knopflöcher, auch Bänder zum
Zusammenbindem Druckknöpfe.

Haken und Ofen lngen], geschützte Ofen.


Sebständige Stoffteile können durch Haken und Ofen vorübergehend miteinander
verbunden werden. Die gekausten Haken und Ofen kommen in der Regel schwarz oder
weiß in den Handel und bestehen aus starkem gebogenem Draht; die schwarzen sind lackiert,
die weißen verzinnt oder verniert, um dem Rost zu wider-
stehen. Man näht beide möglichst auf die Unterseite der
Stoffe, damit wenig oder nichts von ihnen zu sehen ist,
, und befestigt deshalb den
Haken einige Fäden vom
Stoffrande zurück (siehe

I)th.- Einfache Art, Haken und Ler öl. Angenähte 52. Wie einfach nngenäbte Haken
anzunähen Drahtöse. mit Futterstosf verdeckt werden.

Abb. 50). Die Ose tritt dagegen ein wenig über dem Stoffrand hervor (s. Abb 50), damit·
der Haken leicht eingreifen kann und die Stoffränder gut aneinanderschließen. Es gibt-
auch gerade Drahtösen (s. Abb. 51). Ferner sind Stossstreifen käuflich, in denen die Haken
und Ofen fest eingestanzt sind, die Streifen werden mit starkem Faden an den Stoff gesäumt.
Das Annähen. Ausführung l. Abb. 50 zeigt das einfachste Annähen auf der Stoff.
rütkseite An den vorbezeichneten Stellen werden sie, mit starkem Faden »und übergreifen-
dcn Stichen am Stoff befestigt. Man verdeckt den unteren Haken- und Osenteil entweder

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-«·)5. »Annäben von Ofen an


53. Veschürzte « Stoffen, die fich zufummetp
Drabtöe «.·- ---;·;ichieben.

54. Genähte und lsefchürzte Ofen.

durch Futterstosf, z. B. am Kragen, oder durch einen besonderen Streifen, z. B. am vorderen


Rand der Taille (s. Abb. ZA Um den vorstehenden Teil der Ose auf der Stoffvorderseite
möglichst unsichtbar zu ma en, beschürzt man denselben mit einem Seidensaden von der
Farbe des Oberstoffes (s. Abb. 53). Muß die Metallöse an einer Stelle angebracht werden,
wo sie völlig sichtbar wäre, so ersekt man sie durch eine geschützte (s. Abb. 54), zu welcher
man gleichfalls einen dem Oberstoff gleichfarbigen Seidensaden nimmt.
Ausführung li. Um das Zusammenschieben eines weichen Stoffes an einem Haken zu
verhüten, biegt man dessen beide kleine Ringe
voneinander und näht den Haken nach der
Abbildung 55 an.

Druckknöpfe.
Sie bestehen aus zwei Teilen, dem Ober-
teil Abb. 56, mit dem hervortretenden Knöpf-
chen, und dem Unterteil Abb 57, kenntlich H r
. . - -- » an der Vertiefung in der Mitte. Beide Teile - - -
ze« Amähen des werden aufgenaht, wie die Abbildungen es « Anmäben des
Kndpfchcns. veranschaultchen. lltiterteils.
Øas Knopfoch.
Knopflöcher dienen dazu, zwei selb-
ständige Stoffteile mittels Knöpsens
vorübergehend zu verbinden.
Die Länge des Knopfloches hängt
von der Größe des betreffenden Knopfes
ab; man hält dazu den Knopf auf der
Stelle fest, auf der das Knopfloch ein-
geschnitten werden soll, und steikt in der
g Z lUcl. sch.le d eile A tien Richtung desselben vor und nach dem ssgkisddeans gänz
5k . Ver - · i
Knopflöcher einzurichten Knopf Ie eme Stecknadel m den Stoff« Knopfloches.
Der Raum zwischen beiden Nadeln
gibt die Länge des Knopfloches an.
Matt nimmt öUM Schützen einen kräftigen Faden. — Das Einrichten kann auf ver-
schiedene Weise geschehen.

Ausführung l. Einschneiden und Bestechen. Abb. 58 oben-


Man schneidet das Knopfloch nach der durch Stecknadeln begrenzten Länge ein (siehe
Abb. 59), besticht die eine Schnittseite, näht, am Ende angekommen, senkrecht zu derselben
einige übergreifende Stiche — Riegel genannt — und arbeitet dann die andere Schnitt-
kante und das andere Ende entsprechend (s. Abb. 58 oben);

Ausführung ll. Rbsteppen und Einschneiden. Abb. 58 unten.


Man umsteppt die Knopflochstelle und befestigt die Endpunkte auch hier durch
Riegelstiche.
Das Einschneiden. Man knifft nach Abb. 59 den Stoff in halber Länge der Stepp-
linien zusammen und schneidet das Knopfloch ein. Es gibt verstellbare Knopflochscheren,
die sich zum Einschneiden für jede Knopflochgröße eignen. Knopflochränder bei Woll-
stofsen, die leicht ausspringen, bestreicht man nach dem Einschneiden sofort mit ver-
dünntem Klebstoff.
Das Schürzen der Knopflöcher. Bei demselben unterscheidet man solche für Wäsche-
und für Kleideranfertigung. Bei Wäsche arbeitet man an jedem Ende einen Riegel
(siehe Abb. 62), bei Knop löchern an Kleidern dagegen wird nur ein solcher, und zwar
an dem Ende, das dem toffrande abgekehrt ist, geschützt; das andere Ende wird nach
Ab . 60 rund ge-
arbeitet.
Um das Knopfloch
vor dem Ausreißen
oder Dehnen zu be-
wahren, schürzt man
es über einen starken
Seidensaden oder ein
feines Schnürchen,
das nachher auf die
Rückseite gezogen und
vernäht wird (siehe
60. Kmtpfloch für kalnetdeket Abb. 61). Bei Knopf- 61. Einlegen eines starken Seidensadens
Und HetleMMnges löchern in schräger beim Schürzen des Knopfloches.
Stofflage heftet man .
vor dem Einrichten ein Stückchen Band oder faden-
;:z;z:z::«z::::::::s::::.-:k"::::::::::::
D I.
III i»e«sso-II-III-oossq
Hemden Stoff Unter Und schützt dies Mit fest—
sit-I OIO Hob-Is- I

Øas Schürzen.
Ausführung l, s. Abb. 62.
Nach Befestigung des Arbeitsfadens durch einige
Borstiche führt man ihn im Einschnitt von unten ntch
oben heraus und legt von links nach rechts eine Schlinge
über den linken Daumen. Nun sticht man mit der
Nadel in den Schlitz ein und kommt einige Fäden tiefer
.
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I I
:,-0I,-Issssidssvssefestssjtssscststpscs
unterhalb der Steppnaht und innerhalb der Schlinge
mit der Nadel wieder heraus und zieht den Faden nach
62. Schükzstich, Ausführung t. oben fest an. Das Schürzen erfolgt vvn links nach rechts.

—17-.
Ausführung ll, s. Abb. 63.
Das Befestigen des Arbeitsfadens geschieht wie bei« l.
Darauf sticht man in den Ginschnitt hinein und kommt
einen Faden unterhalb der Steppnaht mit der Nadel wieder
heraus. Der Faden wird so weit angezogen, daß eine
kleine Schlinge über dem Schlitz stehen bleibt, durch welche
Nadel und Faden von hinten nach vorn hindurchgezogen
werden. Den Faden zieht man nach oben fest an.

Ausführung lll, s. Abb. 64.


Befestigen des Arbeitsfadens wie l. Man sticht in
den Einschnitt ein und kommt einen Faden unterhalb der
Steppnaht mit der Nadel heraus, legt mit der rechten
Hand den langen Faden, der im Nadelöhr hängt, von
rechts nach links unter die Nadelspitze und zieht Nadel
mit Faden nach oben fest an.
Die Riegel. Nachdem eine Seite des Knopfloches
geschützt ist, sticht man mit der Nadel in den Einschnitt
und kommt unter dem vorgearbeiteten Riegel am linken
Ende im Stoff heraus, damit das letzte Knötchen sich nicht
gebunfterzifegt lDez; Rung scäüäzäbmazi entweder hohl,
» ·- » . . ür i ,gei einer e . .54 oder man nimmt
64. Schukzstich,Ausfuhrung lll- den Stoff beim Schürzen mit auf die Nadel (s. Abb. 63).

Øas Knopfannåhem
Es gibt Knopfe mit zwei oder mehr Löchern, Leinenknöpfe ohne Loch, besponnene
und bezogene Knopfe, auch solche mit Ofen.
Man befestigt den Arbeitsfaden vor dem Annähen der Knöpfe durch einige Stiche an
der Stelle, auf welcher der Knopf festgehalten werden soll.
l. Rndpfe mit zwei oder meijr Löchern. S. Abb. 65.
Nachdem der Arbeitsfaden befestigt ist, sticht man mit der Nadel von unten durch ein
Loch auf die Oberseite des Knopfes und durch das andere Loch von oben hindurch bis
auf die Ruckfeite des Stoffes, zieht aber den Faden nur so weit an, daß der mit dem·
KUVPfIOch Ver ehene Stoff bequem zwischen Knopf und dem ersteren Stoff Platz finden
kann. Wem as lose Annahen unbequem ist, lege oben auf den Knopf eine Stecknadel,
Streichholz oder dergleichen und nähe dies mit fest. Bor Umwicklung des Halses wird

Hk’c·"’ IIIMZIIiOssIIIOIOZIIZ·-I-s-evs
OUIIIIIUIUOIsIsesdII s--Is)---I ssssssssssss
......... «·«O-II'OI-UI IOIPIIIODOICIUOF"
IIIIIIIIII Its-«-ssssskfsxvsvsqssrsssisv
-«.:: IIIIIIIIIIIII
. list-ps- ’ soc-III-

65. Annähen eines Knopfes niit zwei 66- Wtcketn eines 67« Seitenansicht eines Knopfes
Löchern und eines befponnenen Halses- Mit Senähtem Und Umwtckeltem
Knopfes. hals.

der fremde Gegenstand entfernt. Man wiederholt beide Stiche noch einige
Male, bis man dem Knopf genügend Halt gegeben hat, und sticht darauf
zwischen Knopf und Stoff heraus. Dann werden die den Knopf lose
haltenden Fäden fest umwickelt (s. Abb.66 u. 67) wodurch ein Hals
oder Stiel gebildet wird. Der Arbeitsfaden wird auf der Rüchseite des
Stoffes befestigt. Hat der Knopf vier Löcher, so können die Stiche auf
der Oberseite des Knopfes entweder im Viereck, Kreuz und in zwei
Linien parallel liegen, oder es vereinigen sich drei Stichlinien in einem 68» Annähen eines —
Loch.h Knöpfe, die nur zur Verzierung dienen, werden ohne Hals an- Leineninopfes.
genä t. -
ll. Leinenknöpfe ohne Löcher.
Man sticht durch die Knopfoberseite derartig, daß ein Stern (s. Abb. 68) entsteht, und
verfährt sonst wie bei l.
lll. Belponnene Knopfe.
Man näht sie nach Abb. 65 mit einer Stepplinie rund um die kreuzweise liegenden
Fäden in der Mitte fest, sonst wie l.
fri« S-»
70. Knopf mit Bandbals.

IV. Bezogene Knöpfe. Abb.69.


Es gibt für Knöpfe im Handel auch runde Holzformen.
Zum Beziehen derselben schneidet man Stoffkreise von
doppeltem Durchmesser der Holzplatten zu. Das Stoff-
M-«-s-M
« ««.-««.,.. » » -.. »Es-:

rund —wird ringsherum am Rande mit starkem Faden


eingereiht, die Holzform wird mitten darauf
«»W -; gelegt und der Stoff über ihr zusammengenäht.
« « , - ""«" - Diese Knöpfe dienen selten zum Verschluß,
meist nur zum Verzieren.

V. Knöpfe mit Bandijals befestigt.


Man zieht kleine Enden Leinenband durch
Knöpfe mit zwei großen, gut geglätteten Lö-
chern. Die Bandenden werden durch aufge-
71. Aufreihen mehrerer Knöpfe steppte Stoffleisten festgehalten (s. Abb. 70). Nutz-
UU fortlaufendem Bands anwendung: bei Leibchen u. dgl.

Vl. Rnöpfe an auszulösendem Bande.


Man gebraucht Knöpfe wie bei V, bezeichnet sich die Knopfstellen durch Stecknadeln
und schürzt dort Bindlöcher, welche so groß sein müssen, daß das Leinenband zweimal
hindurchgeht. Durch jedes Bindloch zieht man das Band herein und heraus, jedesmal
dabei einen Knopf auf der Borderseite aufreihend (s. Abb. 71).

72. Doppelknopf. 73. Knopfleifte.

Vil. Ruszuldsende Doppelmopr Abb. 72.


Um das Beschädigen der Knöpfe durch das Rollen oder Mangeln bei der Wäsche zu
vermeiden, stellt man einen Doppelknopf her. Es werden dazu zwei Knöpfe durch lose
Stiche zusammengehalten und ein Hals oder Stiel gewickelt. Dieser Doppelknopf wird
durch zwei Knopflöcher geknöpft; auch gibt es im Handel Knöpfe mit Messinghals.

Vu. Knopfleiste.
Man näht auf ein Gurtband oder starken Drellstreifen Knöpfe in Zahl und Abstand
der Knopflöcher und knöpft zwei gegenüberstehende Knopflöcher aus einen Knopf (s. Abb. 73).
Nutzanwendung: Verschluß für Bettiväsche.

Øas Annähen von Bändern zum zulammenbinden.


Die Verbindung zweier Stoffteile mit derartigen Bändern ist jederzeit lösbar. Man
verwendet Leinen-, Baumwollband und Stoffstreifen

—19—
Handarbeit. Das eine Ende des Bandes wird
. « einmal nahtbreit umgeknifft und mit dem Einschlag
Juki-ZEIT IEEZEEEEEZEE aus die Rückseite des Gegenstandes festgesteckt, so daß
s das lange Ende über den Rand forthängt. An drei
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Seiten näht man das Band mit Saumstichen an, an
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III

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.....

der vierten befestigt man es querüber durch Kreuz-


.
I
I

IIIIIIIII

IIIIIIIII oder Steppstiche. Das andere, lange Ende des Bandes


IIIIIIIIIII
wird nach der Rückseite des Stoffes schmal gesäumt.
z;;;;;;;z;« und die offenen Seiten werden überwendlich zugenäht.
ERNST-T TI::::::":::: S. Abb. 74.
ZEISS-ZEISS Maschinenarbeit Hierbei steppt man zuerst quer
":::::;::::: FZEZEETTZII herüber und dann die drei übrigen Seiten knapp-
« kantig auf.
74. Annähen eines Bandes
zum Binden.

Band, das durch ein Bindloch geführt wird.


Häufig ist es nicht möglich, das Band zum Binden durch ein
freigelassenes Stückchen der Naht nach außen zu führen. Jn
diesem Falle hilft man sich durch einen Schnitt in den Stoff.
Die Schnittränder werden ringsum geschützt und das Band
hindurchgeführt (s. Abb. 75). Nutzanwendung: an Rockbünden,
Beuteln usw.

Bänder aus Stoffstreifen.


Für Bänder an Schürzen -wird häufig ein Stoffstreifen dem -«’-...."t
Längssaden nach abgeschnitten, gesäumt, in den Bund geschoben
und nach Abb. 76 festgesteppt. 75. Band, das durch ein
Bindloch geführt wird.

Verschlub durch Schnürbånder. z


Dies sind schmale oderrundgewebteWoll- . » «-
bänder, deren eines Ende mit einem Bäll- , « )
chen, und deren anderes mit einer Blechhülse
versehen ist. Die dazugehörende Schnürlitze »
) Os..
oder mitSchnürösen gewebten Börtchen näht k»»--«--»»». »»»»»»»» « .
man an die beiden Verbindungskanten ent- · « «««««««« NR « ·"
weder überwendlich oder mit Steppnaht an. ««««««:-
76. Schürzenband aus Stoffstreifen.

Das Annähen von Anhängern.


» Anhänger werden je nach dem Gebrauch der Gegenstände an verschiedener Stelle
angebracht. Man näht den Anhänger in die Mitte der Schmalseite. Für kurze Wäsche-
stücke genügt ein Anhänger, für lange sind dagegen deren zwei erforderlich. Der ge-
bräuchlichste Anhänger ist folgender:

Øer gerade, wagerechte Anhänger.


Handarbeit. Man steckt Mitte des Bandes
auf Mitte des Saumes und schlägt das Band
nahtbreit an beiden Enden nach innen um.
Nach Abb.77 werden beide Bandenden an
drei Seiten ungesäumt, die vierte wird festge-
steppt, ohne auf die Borderseite durchzugreifen.
Maschinenarbeit. Beim Aufnähen der An-
hänger mit der Maschine werden sie zuerst quer-
herüber und dann an den drei freihängenden
sie. Der gerade, wage-rechte Anhänger. Seiten knappkantig aufgesteppt.

—20—
78. Zusammenlegen und Nähen eines Anhängers aus Stoffftreifen

Anhänger aus 6toffstreifen.


Hat man keine gewebten Bänder vorrätig, so kann man sie durch Stoff ersetzen. Man
knifft denselben ringsherum ein, legt die Längsseiten aufeinander und steppt oder
säumt sie zusammen nach Abb. 78. Nutzanwendung: an Kleiderröcken, auch Jacken und
Mänteln.

Das zufammenziehen von Stoff durch zugfaum


lSchnurre].
zugfaum für ein Band.
Bevor man den Bund an den Gegenstand annäht, steppt man ihn oben, an der
Bruchkante, schmal ab, legt das eine Ende des Bandes zwischen die Bundteile und
steppt es am Ende zweimal fest. Unterhalb des Bandes
näht man eine Stepplinie zum offenen Bundrande
zurück, so daß sich der Stoff auf dem Bund zu-
sammenschieben läßt (s. Abb. 79). Nutzanwendung:
bei Beinkleidern und Unterröcken.

zugfaum, durch zwei Bänder gebildet.


Abt-. 80.
79. Schnurre oder Linte
am Rockbund. Man steppt auf der Rückseite des Gegenstandes
einen Stoffstreifen an seinen Längsseiten auf, welcher
etwas breiter sein muß als das darin
sich bewegende Band, zieht von beiden
Seiten mit der Schnürnadel oder mit
einer Sicherheitsnadel je ein Band ein
und näht es je am entgegengesetzten
Ende des Streifens an denselben an.
Zieht man an beiden Bändern, so schiebt
sich der Stoff wie bei Abb.80 zusammen.
Nutzanwendung: beim Gürtelband an
Blusen.

zugfaum, durch Gummibaiid


'- Sz-- J-'
f Z-3:;-- «-«-f«.«
gebildet. -- , 4 sz·- « -«-33'e'
· « i, - «-----;-
...-- «

Man zieht in den breiten Saum am 80. Schnurre im Gürtelfchluß von Blusen.
Unteren Rande einer offenen Bluse weiches
Gummiband, das ungefähr um den vierten Teil
kürzer als der Saum ist, ein, und befestigt beide
Gummibandenden an den Saumenden. Nutzan-
wendung: bei Kinderblusen, Reformhosen usw. Y

Øas zusammenziehen von Stoff


durch Bindlochfchnurre.
Man zeichnet auf den einzuschränkenden Gegen-
stand Kreise von solcher Größe, daß doppeltgelegtes
Band bequem hindurchgleiten kann. Nach Abb.81
umzieht man jeden Kreis mit Vorstichen, schneidet
kleine Kreise kreuzweise fadengerade, größere nach
Vorschrift der Abb. 81 ein, bzw. aus, streicht die
Schnittkanten unter nnd bexchürzt die Vorstichnaht
durch Knopflochstich oder enäht sie mit dichtem
8·1. Vorzieyeii, Ubernähen und Schürzen
überwendlichen
.
Stich (s.Abb. 81). Nutzanwendung:
von Bindtöchern bei Beuteln.
Ilf
goals-staunstIsts-Illin-IIsItsIIIIIsssIIIIItsittlslssatssstsIII-n sssss ists III-s ssssss III-s IIII III-I sIIIII IIIIIsssIIIsII slIIIIi III-II IIIIIIsIIIIls IIIIIIsssssIIIiIIIIIItI«
:-.»«ssssmsssssmalum-sIssmalum-ists»gut«-m-sandten-InstitJana-Mutssannst-IstIII-MulsantIIIs-stillst-Itslllsssssslsssssslllssäumt-IstsIII-ItsIIIIHIIUIIMIUIUIIIMit-:
- ———-—————-—

Schnittkantenbefestigungen.
Darunter versteht man die Herstellung solcher Nähte, durch die lose, -d.h. gerissene
oder geschnittene Kanten entweder durch Bestechen, Beschürzen, Säumen, Gegensetzen
oder Einfassen zu festen Kanten gemacht werden sollen.
»-

. ——— --
! IsIIIIsts-II«IIIIIIIIII-IIIIIIIIIIsIIIImIIllluns-Ism-IIIIuIIItlIIIIIIIIIsts-Illust-IIIIsseltsam-IIIinultum-IIIsmall-mass»arm«-sitts-sue-stimmttIssssssssssssslsIssIIsIIIIIII«IsslII
s:asIsI-stilsllussssssssisllslIst-IIIlsssIIIIIIsittlsnssslsllsmssssinstit-numerisc-lsssnasses-»m-quillt-mitIImass-sus-IIIs»als-Isme-IIums-musslsssit-Illust-llssusssllssssIsts-s:-

Das Bestechen.
Abb. 82.
Schnittkanten werden auf die einfachste Art durch
Bestechen befestigt; dies ist jedoch nur bei solchen Kanten
anwendbar, die auf der Rückseite des Stoffes liegen.
Wie Abb. 82 zeigt, sticht man stets einige Fäden tief
von hinten nach vorn durch die Stoffkanten. Durch den
dabei über die Schnittkanten sich legenden Nähfaden
. » werden die Stoffäden gehalten. Jeder folgende Stich ist
ErZsE vom vorhergehenden um einige Stoffäden getrennt. Nutz-
anwendung: z. B. bei Ärmelnähten
82. Das Bestechen von Schnittkanten.

Das Befchürzem
Man wendet es vorwiegend bei Trikot-, Barchent-
und Flanellftoffen an, um zu vermeiden, daß dieselben
ausspringen oder durch Umlegen doppelte Stofflagen
bilden. Die Arbeit wird, mit der zu befestigenden Kante
nach unten, in die Hand genommen und das Nähen der
Stiche von links nach rechts ausgeführt. Nachdem der
Arbeitsfaden möglichst unsichtbar auf der Rückseite durch
den Stoff gezogen und dadurch befestigt worden ist,
sticht man, wie Abb. 83 zeigt, von oben nach unten in
den Stoff und kommt mit der Nadel unter deni Stoff-
rande über dem fich nach rechts seitwärts legenden Faden ,
heraus. Letzterer wird nur so weit fest angezogen. daß »-
die Schnittkante sich nicht biegt. Bei Anwendung von PZs Ylas Jsschskköetn
farbigem Garn wird diese Naht zugleich zur Ziernaht. em« U alle sp« an e«
Nutzanwendung: bei Erstlingswäsche, Tintenwischern usw.

Der einfache Saum.


Durch Säumen wird eine Schnittkante befestigt."« Ein Saum besteht aus Ein- und
Umschlag. Der Einschlag ist gewöhnlich nahtbreit und hat den Zweck, die lose Schnitt-
kante durch eine feste Bruchkante zu ersetzen, die durch Umkniffen gewonnen wird. Der
gewöhnlich breiter umgekniffte Umschlag verdeckt den Einschlag.
andarbeit. Das Einrichten bei fadengeraden Kanten. In Waschstoffen
kni man den Stoff nach Augenmaß oder Muster nahtbreit von der Kante nach der
Rückseite um und bezeichnet diesen Stoffstreifen als Einschlag; darauf knifft man die
Breite des beabsichtigten Umschlages gleichfalls um und heftet den hierdurch gebildeten
Saum an der ersten Bruchkante entlang fest (s. Abb. 87).
Bei schrägen Kanten knifft man den Saum, damit der Stoff nicht ausgedehnt
wird, in Falten und drückt dieselben fest zusammen ; ein Streichen der Brüche mit dem
Fingernagel muß unter allen Umständen vermieden werden. Jst der Saum so breit, daß
das Augenmaß eine unregelmäßige Saumbreite ergeben würde, so benutzt man zum Ab-
messen ein Kartonmaß (s. Abb. 5) und bezeichnet die Bruchlinien vor dem Kniffen durch
Stecknadeln. Man kann auch mit dem Lineal einstreichen. Läßt sich ein starrer Stoff,
wie z. B. Alpakka, nicht einkniffen, so muß der Bruch vor dem Nähen geplättet werden.
Das Befestigen
des Arbeitsfadens . »«.
am Anfang. Man be- jsz .
festigt ihn, indem man . s
das Fadenende unter TIZZTLITTZTIFZYY
den Saum streicht und -"ZZEZZ:ZZZZ:: II
· sssswuuxssktssrsvss« -
84. Das Befestigen des Arbeitsfadens äwxgåknkklenntägglsääg FZZFEZZZZZZZTZEY «- III-i
am Anfang eines Saumes« .
des Saumes auf die .kreiDtmipsrrondsns « segn-
des-M

« XI
ist's U I-
Nadel nimmt (s.
- -. Abh.84) und so- rski
·- ; dann den Arbeits- «« » FZZ
isprT faden bis auf ein "· ««« ·
kleines Endchen 86. Das Befestigen des Arbeits-
k; hindurchzieht Dieb« fadens am Ende der Naht.

E fes Fadenende
-: streicht man nach Abb. 84 unter den Saumein-
; schlag und beginnt mit dem Säumen. i
Am Ende vernäht man den Faden mehrere
85. Das Anlegen eines neuen Fadens.
Male auf derselben Stelle nach Abb. 86. Soll ein
neuer Faden angelegt werden, so sticht man
mit demselben drei Stiche zurück (s. Abb. 85) und näht« die drei letzten Stiche doppelt,
dabei werden die Fadenenden untergestrichen.

Der schräge Saumstich.


Er ist der gebräuchlichste Saumstich. Man nimmt ein Fadenkreuz (d.i. ein Länge-
und ein Breitefaden) auf die Nadel und sticht schräg einen Faden tief in den Rand des
- , . . k. . Saumes (s. Abb.
H » « s Xs» J» : 87). Danach über- , «- - f .
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;- n s i- « sp . « « , Suche (siehe Ab- .
E-- TM " · « · · · ·"· « « bildung 88). 88. Schräger Saumstich (Vorders.)
87. Der schräge Saumstich (Rückfeite).

Der gerade Saumstich.


Ausführung ·l.
T Man snimmt einen Webefaden, der mit der Bruchkante des Saumes gleichläuft, auf
die Nadel und sticht dicht darüber einen Faden tief in den Rand des Saumes, läßt einen
oder mehrere Fäden aus und wiederholt den Stich. Er ist, wenn er dicht gearbeitet wird,
nicht sehr haltbar, weil
« » » » « I- - derselbe Webefaden — » »-
-s

685"»V « est-keins Itabsssdcyk soc-ds« ·' ««««««« «·««’"··»’··""«DI«

:-;:::jåz3:;::zåz::::3::z;;z unterhalb des Satan- -NzxzzzzzziåziäärUMMHMF


.3Mr-.,-R-·r»s» » Her-IX bruches durch beständi- »s-. sit-« wir-s Mka
-""T;IJITIIIJDZITIYI«Y»s-
;-7:.::.r»».»«r»....·r::k-:::: -
ges Ausnehmen zu sehr ’"ks«’-r«
E»m2k-Wr»pIH ·-UFIOHQUZ
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TUTTI-I »I««.;k;1:;kr;:::;:::
PIWEA·-» ; gross-O· »Das-Ists-
gerade Stiche (s. Abb. Breite-r.-HALBHEXE-TUTTIkurz-est
ve ist«-wr-« .- · w «« .-«X,» · ..
ji ::cfv-IJ s r :es:i::QZ-:-kts::;::t 8«9). Man « wendet 90. Gerader Saumsttch (Vordersi)

J:.:-J:::::s:::::-:;::::x::-:k:::
Hzekssrr so suspksssiksaexsncnbzt
diesen Saumstich haupt-
Laecilzillxadkjeklkkechmäägxnund solchen Gcwcbcn an, dlc
89. erader Saumstich iVord i.)

Ausführung ll.
Man nimmt zwei Webefäden, die winkelrecht zum Bruch liegen, auf die Nadel, sticht
schräg einen Faden tief in den unteren Rand des Saumes ein und zieht den Arbeits-
faden hindurch. Nach einem stets gleichmäßig großen Zwischenraum wird der Stich
wiederholt. Dieser Stich ist haltbarer als der vorherige zu l. Auf der Borderseite liegen
gerade Stiche. (S. Abb. 90.)
Das Hoblnåöem
Man nimmt nach Abb. 108 auf Seite 27 wenige Fäden vom untenliegenden Stoff
sowie mit einem langen Stich den Umschlag vom obenliegenden Stoff auf die Nadel.
Nutzanwendung: Beim Ansäumen des Stoffutters an Kleiderröche.

Das Bilden Von Ecken beim Säumen.


1. Man kann eine Ecke kniffen nnd darauf ansäumen. 2. Man kann die Ecke
abnähen.

».,», , k-«».« Nu « L»»»;Y;;« j» Its-ZU


Abb. 91. Abkniffen d. Einschlags und Ecke. Abb. 92. Abschneiden des Stoffzipfels.

Ausführung l.
Abb.91. Es wird an den Kanten der Stoff so breit abgeknisft, wie es für einen
Saum-Ein- und -Umschlag nötig ist, und die Stoffecke so auf das Zeug gelegt, daß durch
den Kreuzungspunkt der Kniffe eine diagonale Bruchlinie geht.
Abb. 92. Den Stoffzip el schneidet man nahtbreit vom schrägen Bruch ab und stellt
die ersten Brüche an den anten wieder her.
Der Einschlag zum Saum wird von der Kante abgeknifft, die diagonalen, zusammen-
stoßenden Brüche werden überwendlich zusammengenäht.
Ausführung ll. (S. Abb. 93.)
Abb. 93. A: Es wird ein Saum, Ein- und Umschlag,
Bildung der Ecke. an den Kanten des Stoffes geknisft und wieder
Ausführung ll. ·
A. Bilden der Sioff- auseinandergebreitet.
brüche. B: Der Stoff wird von der Spitze aus dia-
B. Umlegen der Ecke. gonal zusammengeknisft und diese auf die eben
hergestellte Bruchkante so gelegt, daß ein zweiter
. diagonaler Bruch — im zweiten Kreuzungspunkt
- von der Spitze aus — entsteht.
c: Jm zweiten diagonalen Bruch wird bis
zum Einschlag eine Steppnaht genäht iundibis
auf Nahtbreite beschnitten.
Die Ecke wird gewendet und der Saum an
der Bruchkante des Einschlages angesäumt.
»so-s-

—. -.-»-:U» - · w- - - ·
- WITH-ska t» HAVE-ists sit
c. Abnähen der »Ist-trei: Jssssnniusckst
Ecke und Fort- »Y-JHFHFHYJHHZFFLEZGTOQIIKsksed
schneiden des IzzkkxzijiwtsxsyggssfäLxgkyxsjs

überflüssigen Igtsstkisssetsxtoiijsasawes-giesse-
i-«....·--»-iIssstsssssksstxscjktskssit
Stoffes-.

Abb. 94 Steppsaum.

Der Steppsaum.
Anstatt mit Saumstichen kann man den Saum auch durch Steppstiche befestigen und
nennt ihn alsdann einen Steppsaum. Dieser wird wie derjenige aus Seite 23 eingerichtet.
Die erste Bruchkante wird seltener mit der Hand (s. Abb. 94), grö tenteils mit der Ma-
schine (s. Abb. 97) knappkantig aufgesteppt, indem die Nadel durch drei Stoffteile sticht.
Die Maschine arbeitet lediglich Steppsäume, dabei kommt der gewöhnl iche Stepp-
fuß zur Anwendung.
95. Einführung des Stoffes in den Saumapparat der Maschine vor Beginn des Säumens.
Gleiche Handhaltung für die Benutzung des Kappers.

Nutzanwendung für den Steppsußz Bei dichen Stoffen, bei Kanten; die durch Nähte
unterbrochen find und bei Säumen, die breiter genäht werden sollen, als man mit Ap-
paraten herzustellen vermag.
Steppsaum mit Saumapparaten Hergestelit.
Man benutzt dazu Apparate, die den Stoff vorweg selsttätig umschlagen
und ihn sofort knappkantig feststeppen. Diese Apparate nennt man
Säumerfüße oder -apparate. Es gibt deren schmale aus Stahl, 2—4 mm
breite Säumer, und solche aus Blech für 4—8 mm breite Säume. Mit ver-
stellbaren Säumerapparaten kann man einen Saum bis zu 3 cm Breite
herstellen.
Vorbereitung: Man knifft den Stoff am linken Ende der zu be-
festigenden Kante zweimal in Saumbreite singerlang um und zieht am
Anfang der Naht einen Faden durch die drei Stofflagen, wie bei der
Kappnaht Abb. 32. » ’
Das Nähen. Nachdem man das Füßchen durch den Hebel gehoben
hat, faßt man die eingezogenen Fäden am Anfang der Naht mit den
. Fingern der linken Hand, den Stosfumschlag mit denen der rechten,
-
· ;
-- I USE-« « - «- schiebt letzteren in die Schnecke des Säumers hinein (s. Abb. 95) und
Abb.96. zieht alsdann den Stoff wieder so weit zurück, daß die Nadel am Anfang
Ein mitbetMaschiUe der Naht, dicht an der ersten Bruchkante einstechen kann.
Narbe-steter Saum Bei den ersten Stichen zieht man den Stoff mittels der eingezogenen
Fäden mit der linken Hand nach hinten, bis der Transporteur (Stoff-
schieber) gefaßt hat. Jn der Folge wird der Stoff vor dem Apparat mit der rechten
Hand hoch gehalten, während ihn die linke Hand in den Apparat hineinschiebt (Hand-

97. Führen der Arbeit während des Säumens mit der Maschine.

gelenke lose halten!). (S. Haltung der Hände Abb. 97.) Man achte darauf, daß der
Stoff stets gleichmäßig breit in den Apparat einläuft und die Nadel knappkantig in die
Bruchkante einsticht.
Gegensetzen Von 6tosfstreisen, Band oder Vorte.
Durch Gegensetzen wird eine einmal umgekniffte Schnittkante mittels Stoffstreifen,
Band oder Borte verdeckt. Das Gegensetzen kann auf der Border- oder Rückseite ge-
schehen; ersterenfalls kann es zugleich als Verzierung gelten. Auf der Rückseite wendet
man es an, wenn der Stoff zu einem breiteren Saum nicht mehr ausreicht (falscher Saum).
Gerade Kanten befestigt man durch Band, Borte oder fadengerade geschnittene Streifen;
gebogene Kanten können nur durch sehr schmales Band, durch Schrag- oder durch
Formenstreifen befestigt werden.
Gegensetzen von Stoffstreifen.
Breite der Streifen: Man gibt zu der Breite des fertigen Streifens Stoff» für
zwei Nähte zu. Länge der Streifen; Man schneidet den Streifen« nach der »Lange
der zu befestigenden Kante zu; kürzere Streifen näht man aneinander, bis die gewunschte
Länge erreicht ist. · .
Wenn das Gegensetzen auf der Rückseite geschehen soll, legt man die Borderseiten von
Streifen und Stoff aufeinander; wird dagegen beabsichtigt, das Gegenfetzen auf der Bor-
derseite vorzunehmen, so legt man die Borderseite des Streifens auf die Ruckfeite des
Stoffes. Bei konkav und konvex geschnittenen Kanten wird die in Abb. 98 und Abb. 99
mit XX bezeichnete Schnittkante gedehnt.

AMI- :. 7 « «T
98. Gegense en von Stoffstreifen an eine PO. Gegensetzen von Stoffstreifen an eine
konkav ge chnittene Kante. 1. Naht· konvex geschnittene Kante. 1. Naht.

Streifen und Stoff werden, nahtbreit von der Schnitt-


kante entfernt, durch eine Steppnaht wie bei Abb. 98
····· T verbunden. Die Naht wird scharf ausgestrichen und der
j Streiken auf die andere Seite des Grundstoffes gelegt,
so da die Nahtnach innen «

-
fällt. Beim Gegenäetzen auf-

es« cs
- »F der Rückseite lät man
(cccxccccccccccc ccc
,· - den Grundstoff, beim Ge- Ei - icccccccccccc»
Heere-ro- cceeeccss
- ccs ««c«cc«s

s- z gensetzen auf der Border-


- seite dagegen den Streifen
am Rande einige Fäden
übersteben (vgl. Abb. 100
u. 101). Letzterer wird fest- b -:-«—:-»-
gesteckt und geheftet. Nun -· :««-’" · ·
100. Gegensetzen von Stoffstreifen mißt man die Breite des 191. Gegensetzen von Staffstreifen auf
auf der Rückseite des Grundstoffes Streifens ah, knifft den der Borderseite des-G·rundftoffes.
(Der Grundstoff muß uberftehen.) Unteren Rand demgemäß (Der Streifen muß uberftehen.)
nach innen um, heftet und steppt die Kante knappkantig auf (s. Abb. 100) oder säumt sie
nach Abb. 102 mit der Hand an.
Gegensetzen von Band oder Vorte. Ausführung l—
Handarbeit: durch Saumen.
Man legt die zu befestigende
Kante nahtbreit um, heftet das
Band so auf den Einschlag,
daß die Schnittkante bedeckt
ist (s. Abb. 102) und der Grund-
stoff ein paar Fäden übersieht-
Beide Kanten des Bandes
werden mit Saumstichen an-
genäht.
Maschinenarbeit: durch
knappkantiges Steppen. Man »
richtet wie vorher die Kante L—.-— — —- s
102. Gegenietzen von Botte durch ein und steppt beide Ränder 103. Gegensetzen von Borte
Aniäumen mit der Hand- des Bandes knappkantig — (Ausfuhrung 1) durch knappkanti-
nach Abb. 103 auf. geS Aussteppen mit der Maschlne.

—26—
—-.—.-
Ausführung ll. .
«-«O «- «-«»-.-..-.- -·..-..- s-» .. »O
«

Maschinenarbeit Der
Stoff wird nahtbreit nach F
«
. '
-·«s
der Seite umgelegt, auf -..
«-

der man das Band ge-


gensetzen will. Darauf
.;-«-··«-—-—-
,-
—-——————- ——-"«-
- sit-.- MWAMpJUMW

klappt man den Ein- ;


k schlag wieder hoch und
legt das Band nach Ab- i
i
?
l
1
W bild.104so auf den Rand, I
D« s

daß der Einschlag von i


dem Band bedeckt wird. · s
i
i Alsdann heftet man letz-
teres auf und steppt die 105. Gegensetzen von Borte.
104. Gegensetzen von Borte. (Ausführung lI.) 2. Naht.
iAusführung ll.) 1. Naht. Kante desselben, die auf-
dem Soff liegt, knapp-
kantig auf. Jm alten Kniff wird der Stoff wieder umgebogen, das Band ausgeheftet
und die zweite Bandwebekante nach Abb. 105 ebenfalls knappkantig aufgesteppt.

Gegensetzen von Band, Borte oder Schnur zum Schutz


von Rändern an Kleidunqsstückem

Kleidungsstücke, deren Ränder vor dem Durchstoßen bewahrt werden sollen, schützt man
an den betreffenden Stellen durch Band, Borte oder Schnur.

Band - »W.-.-«—- - --- --s·---- « --- — .-. -...--.


»s-
z, .- —
». «.,«;
·T" «« » -
,«4»»,«--.- -
oder Borte. -. . — » c, . . . .

Handarbeit.Nach-
demFutterundOber-
stosf durch eine ein-
fache Naht auf der
Rüikseite verbunden
sind, streicht man die
Naht aus und wen-
det den Gegenstand.
- Darauf legt man
-——«—- Borte oder Band
nach Abb. 106 auf
106. Annähen der Borte mit die Borderseite der
Hinter-stich- und Saumnaht.
Naht, so daß der
eine Bortenrand 107. Zufammenlegen der Stoffteile nach
Fertigstellung der Nähte, Abb. 106.
1X4 cm übersieht. Bei
Plüsch- und Besen-
borte muß, wie bei Abb. 108, der Plüsch oder Besen vor-
stehen. Man näht die Borte dicht an der Naht des Grund-
stoffes mit Border- und 'Hinterstichen (s. Abb. 106) auf das
Futter fest. »Solche Borte, die beim Tragen einläuft, ist
locker anzunahen, d. h. einzuhalten oder vor dem Gebrauch
mit heißem Wasser zu überbrühen Die zweite Kante der
Borte wird angesäumt (s.Abb.106), sodann Futter und
Oberstoff mitdeii Rückseiten zusammengelegt. (S. Abb. 107.)
Maschinenarbeit An Stelle der Hinterstich- u. Saum-
naht treten Steppnähte (s. Abb. 108). Den Stich stellt man
weiter als gewöhnlich. Das Einhalten der Borte kann
aber auf der Maschine nicht so willkürlich geschehen wie
mit der 7Hand; es wird deshalb die Borte am unteren
Kleiderrand besser mit der Hand angenäht. Jst bei einem
gefütterten Stoff Band oder Borte zu erneuern, so trennt
108. Aufftepven von Borte. man Futter und Oberstosf nicht auseinander, sondern hält
mit der Maschine und-Hohl-
ansäumen des Futterstoffes. die Arbeit wie bei Abb. 108 in der Hand, achtet aber dar-
auf, daß die Stiche nicht aus dem Oberstoff sichbar werden.

—27—
Nutzanwenduna: Bei Borstosz aii Kragen und Ärmeln, Borte am unteren Kleiderrand
und Herrenbeinkleidern, Einheften von Rüsche oder Spitze.
Anfang und Ende verbindet man, indem man das umgeschlagene Ende auf den glatt-
gelegten Anfang näht oder indem man Anfang und Ende so weit umschlägt, daß das
Gewebe zusammenstößt, dasselbe alsdann festnäht und durch übergreifende Stiche verbindet.
s. .

. ««,.-
— VTQ . . ·
Handarbeit Beide Stoffteile i
werden, mit den Rückseiten auf- .-

i
i
einander, an der Naht zusammen- i
i
gelegt, und sodann wird die Schnur s
l
auf der Naht an beide Stoffteile I
l
mitüberwendlichem Stich angenäht
-s « (s.Abb. 109). Auch läßtfichschräger -
i
. .

i
109. Das Annähen von Saumstich verwenden. ' - i »
i
Schnur mit der Hand- Maschinenarbeit. Aufnähen . i
mit dein Schnuraufnähapparat. p) Zy-
- ,- .-« «
Rock- und Stoßfutter werden durch einfache Naht auf den
Rückseiten verbunden und derart ausgestrichen, daß die Ein- « Pf
schläge auf den Stoß fallen; beide Teile werden darauf HARTNACK
auseinandergebreitet und mit deich czszorderfeiten der Stoffe « «
nach oben unter den Nähfuß ges o en. no. D s A . v
Der Schnuraufnähsuß, kenntlich an der auf der Unter- Schnur Hut dtxfrnKsthiiäk
seite befindlichen Rille, in welche sich die Schnur beim Nähen
hineinlegen soll, wird an die Presserstange geschraubt
und die Naht so auf die Nähplatte gelegt, daß der Rockstoß rechts und der Oberstoff
links liegt. Auf den letzteren legt man die Schnur neben die Naht und achtet
beim Senken des Füßchens daraus, daß sich die Schnur in die Rille des Apparates
einfügt. Der Anfang der Schnur bleibt hinten beim Apparat etwas vorstehen, damit
dieser es fassen kann. Beim Leiten der Arbeit hebt man die Schnur vorn ein wenig an,
um die Nählinie besser übersehen zu können, und wacht darüber, daß erstere immer gleich-
mäßig dicht neben der Berbindungsnaht bleibt. Borteilhaft fürs Tragen ist auch hier,
daß der Stoff straff, die Schnur aber zum Berhüten des Einlaufens lose gehalten wird.
Man verwendet gewebte und umsponnene Baumwoll- und Wollenschnur.
Um Anfang und Ende der Schnur — sowohl bei Hand- als auch bei Maschinenarbeit —
miteinander zu verbinden, unterbricht man etwa spannenlang vor dem Ende der Schnur
das Nähen, trennt, ohne den Stoff von der Nähplatte zu entfernen, die Berbindungsnaht
auf, schiebt Anfang und Ende der
Un ». II FIHPJ 03
, i

x » , Schnur kreuzartig durch den Schlitz


, ri-
lssqust " W

· und stellt die Berbindungsnaht



UND-
«’ N ’ » El
. , Arm-M

· mit der Hand wieder her. um die-


» W »Pf«

sp Schnur bis zsi Ende festzunähen.


II
Nn

Das Einfassen.
Unter Einfassen versteht man J
·- -- - ...-Jf:
das Befestigen einer nicht umge- «
bogenen Schnittkante auf beiden 113« »
111.Das Einfassen: Vornäheu Seiten durch Stoffstreifen, Band Unten M Kleiderwcke"«
Mit det Maschine- Aniöumen oder Borte. Man faßt eine Kante
Um d« Hund« ein, a) um sie zu verzieren, b) wenn eine Vergrößerung des
« Gegenstandes (z.B. Decken) dadurch bezweckt wird (s. Abb. 112),
c) wenn der Stoff zum Umlegen eines Saumes nicht ausreicht (Abb. 113).
kkisg —Die Breite des Einsatzstreifens mißt die doppelte Breite des ferti-
- «-gen Streifens mit Zugabe von zwei Nahtbreiten. Für Borte oder
Ins-) .s)p)103;):2). «- Band ist nur die doppelte Breite des fertigen Streifens zu be-
Iskzxsvdxdsz T
rechnen. Gebogene Kanten werden mit Schrägstreisen oder ganz
schmalem Band eingefaßt, die in der Mitte liegende Bruchkante
wird dabei gedehnt. (3uschneiden der Schrägstreifen s. Seite 5.)

Einfassen mit Stoffs-crucem


Vszdxiäkxvsdzzjdzs - »
Ausführung l. (Abb. 111—114.)
sdzdvzzxsstxpdz »in-ist ————«
ss pure-( -«».·.,."—.:" as Man legt Streifen und Grundstoff so aufeinander, daß die Kanten
112 D 3 E. f .- · B .d miteinander abschließen,und verbindetsie durch eine einfacheNaht. Diese
NzhtsweHFeMFkt bät e wird so ausgestrichen, daß die Einschläge aus den Streifen fallen. iet-
Maschiue genäht. nach mißt man die beabsichtigte Breite des fertigen Streifens ab und nisft

—28.-
sie so um, daß die Schnittkanten der ersten Naht bedeckt werden. Abb. 112. An der zweiten
Kante des Stoffstreifens macht man einen Einschlag, und zwar wird, wenn der zweite
Einschlag auf der Rückseite des Grundstoffes liegt, die Bruchkante einen Faden über der
ersten Naht mit der Hand, wie bei Abb. 111. gegengesäumt. —- Liegt der zweite Einschlag
aber aus der Borderseite, so muß, wie bei Abb.112, die Bruchkante etwas unter der
ersten Naht knappkantig aufgesteppt werden. Nutzanwendung: z. B. Kniebund, Kaffee-
decken, Nocknähte usw.
Ausführung ll.
Man knifft an beiden Längskanten des Streifens je
einen Ginschlag ab (siehe Abb. 114), die beide nach der-
selben Seite fallen müssen, und biegt den Streifen in der
Mitte so um, daß der hintere Einschlag ein paar Webe-
fäden vorsteht. Der mittelste Kniff wird demnächst wieder
glattgestrichen und die breitere Häl te des Streifens nach
Abb. 114 aus die Borderseite der toffkante gelegt, ge-
heftet und knappkantig aufgesteppt. Jetzt knifft man im
mittelsten Bruch den Streifen wieder zusammen und
säumt den Einfchlag einen Faden höher auf der Rück-
114. Das Einfassen: Man steppt seite an (S. Abb. 111).
den Streifen knappkantig auf s
die Borderseite.
Einfassen mit Band oder Borte.
Bei spröder Borte oder Band wird der Kniff vor
dem Nähen geplättet.
Ausführung l. (S. Abb. 115.)
Handarbeit Das Band wird genau inmitten der
Breite geknisst und die Stoffkante zwischen das Band
geschoben. Beide Webekanten werden alsdann mitSaum-
stichen nach Abb. 115 angesäumt. Die zweite Naht muß
die erste decken.
.

Ausführung ll.
es,-Aw- ;.».«
T-

Maschinenarbeit. Das Band wird der Länge nach


.

in der Mitte derart geknifft, daß die eine Kante ein paar
KHUL

Webefäden vorsieht (Abb. 115). Die Stoffkante wird darauf


gleichmäßig nahtbreit zwischen das eingekniffte Band
J;g-F,ffk

geschoben, so daß die schmälere Bandhälste aus der Bor-


derseite des Stoffes liegt (Abb. 114). Man heftet nun
« Lon., Anstä-
c- ?-

die Einfassung mit kleinen Stichen fest und steppt die


.

Bruchkante auf der Borderseite knappkantig auf. Da


H-

die unterliegende Hälfte des Bandes breiter ist, wird sie


116. Einfassen, Borte mit Sanmnähten. gleichzeitig mitgefaßt.

Einfassen mit dem Bandeinfaszapparat.


Dieser Hilfsapparat wird an einen Fuß geschraubt, welcher den Stoff auf die Stich-
platte preßt. Das in der Mitte gekniffte Band wird von vorn in den Apparat, der Stoff
in den Einschnitt desselben geschoben und sodann das Füßchen gesenkt. Die linke Hand
schiebt den Stoff gleichmäßig in den Apparat ein, während die rechte den Rand des
Sto es nebst dem darumgelegten Band hält. Das Einfassen mit diesem Apparat bedarf
der «bung.
Bilden der Ecken beim Einfassen.
Die Ecken können sowohl vorher besonders
abgenäht, als auch erst beim Nähen der Stellen,
wo folche entstehen sollen, gebildet werden.
Ausführung l. Rönåhen einer Ecke.
Nachdem der Eckpunkt bezeichnet worden ist.
legt man den Streifen mit den Borderseiten nach
Abb. 117 zusammen und näht vom Ginschlag bis
« « y. -·; Hi . N. zum mittelsten Kniff und von hier aus zum an-
deren Einschlag eine Steppnaht in Form eines
117. Abnähen einer Ecke.
rechten Winkels (s. Abb 117). Die Nähte werden
knapp nahtbreit beschnitten und derStreifen darauf
umgewendet. Die Einschläge knifft man nach innen um, legt den Streifen um die Ecke
des Stoffes und verfährt im übrigen nach Vorschrift des Einfassens.
Ausführung ll. Bilden der Ecke beim Einfassen.
» «—-,—«s-"·"—««s NachBezeichnung des Eck-
- punktes wird der halbierte fsg
- . Streifen gemäß Abb.119 in « H ,
- . - « demselben rechtwinklig zu- xf , »Es
ME————-———————»—s sammengelegt, so daß eine
, · schräge Bruch-
s« — · · « , kaute entsteht.
- - Nach Abb.120 - ;
wird nun Bruch-
kante a auf a
und Bruchkante b unter oder hin-
; . ter a gelegt. Die hierdurch diagonal sp-
l zur Bruchkante stehenden Kniffe wer- z« f -
l......—.........«- : den nach dem Einfassen hohl ange- WELT- »
näht. (Fertige Ecke s. Abb. 118).
q-. ....«-·......... «- »

118— Fettige, geläumte Ecke.


119 u 120
Kniffe-X des
Bruchlinien ;
zur Ecke. « ,

6chlitzöefestiqungen.
Ausführung l. Befestigen durch schmalen Saum und Riegel.
Nachdem der Schlitz durch Einreißen oder Schneiden des Stoffes gebildet ift, legt man beide
- Kanten des Einschnittes nach der Rückseite zu einem schma-
len Saum um, der am
Ende des Schlitzes spitz
ausläuft. Man heftet und
steppt die Säume darauf
knappkantig auf, befe-
ftigt nach Abb. 121 das
untere Ende des Schlitzes
durch Knopflochstich und
hält ihn 1 cm oberhalb
desselben durch geschütz-
ten Riegel zusammen.
Nutzanwendung: bei
Unterröcken ausleichtem
Stoff. Ärmelschlitzen an —
121. Schlitzbefestigung durch Hemdblufen. 123. Feststeppen des Ober- und Untersaumes.
Saum, Schürzen und Riegel.

Ausführung ll. Brustschlitzöefestiqung bei Herren- und Knabenljemden mit


schmaler Rumpföreite durch Steppsaum.
Die bei diesen nicht ausgenutzte Stoffbreite wird in der Mitte zum Schlitzsaum umgeknifft.
Der Schlitz wird in gewünschter Lange eingeschnitten. Bom Ende desselben schneidet
man winkelrecht für den Obersaum nach der linken Körperhälfte in doppelter, für den

122. Einfchneiden und Umkniffen des Ober· 124. Aufeinanderlegen des Ober- und Unter-
und Unterfaumes. A wird auf A gelegt. faumes, Legen der Quetschfalte.
Untersaum nach der rechten Körperhälfte in einfacher Saumbreite den Stoff ein (s. Abb. 122,
Saumbreite 21-2—3 cm).
Der Einschlag für den Untersaum wird nahtbreit, für den Oberfaum etwas breiter
nach der Borderseite umgelegt (s. Abb.123). Der Untersaum. Man legt denselben
21J2—31l2 cm breit auf die Borderseite des Stoffes, steckt, heftet und steppt die Bruchkante
des Einschlages knappkantig auf (s. Abb. 123). Der Oberfaum. Man legt ihn nckch der
Borderseite so breit um, daß derselbe beim Zusammenlegen mit dem Untersaum an beiden
Seiten in Drückerbreite übersieht. Beide Bruchkanten werden nach Abb. 123 in Drücker-
breite aufgesteppt. Das Faltenlegen. Zu diesem Zweck steckt man den Obersaum auf
den Untersaum mit Nadeln fest, legt darauf den lose hängenden Stoff unterhalb der Säume
zu einer uetschsalte, wie auf Abb. 124 zu sehen ist, so auseinander. daß X auf - (siehe
Abb.123) trifft, und heftet nun mit übergreifenden Stichen die Falte an die Säume an.
Auf der Rückseite ist die Schlitzbefestigung von selbst sauber, auf der Borderseite dagegen
muß die Schnittkante erst durch ein Stoffrktückchen wie bei Abb. 130 sauber gemacht wer-
den. Zuletzt entferne man die Stecknadeln, um Knopflöcher und Knöpfe an deren Stelle
zu setzen.

Ausführung lll. Befestigen durch Gegensetzen von einem Schlitzstreifen.


Behufs Befestigung derTSchlitzkanten schneidet man einen fadengeraden Streifen in
Breite von 4—7 em zu, der 3 cm länger ist als der Schlitz. Der Streifen wird in der
Mitte seiner Breite in der Schlitzlänge ebenfalls eingeschnitten. Nachdem der Streifen
nunmehr auf die Borderseite des Gegenstandes so geheftet worden ist, daß beide Schlitze
genau aufeinander passen, werden beide Stoffteile, nach Abb. 125 nahtbreit vom Schlitz ent-
fernt, durch eine Stepp-
naht verbunden (am
Schlitzende wird mit klei-
ner Stichstellung und
knapper gefteppt). Der
Einfaßstreisen wird da-
nach auf die Rückseite
des Gegenstandes gelegt,
so daß die Steppnaht
die Kante bildet, der
twosssssII

Außenrand des Strei-


Y

fens nahtbreit nach innen


umgeknifft und nach
Abb. 125 knappkantig
— - - aufgesteppt. « Nutzan- - -.
125. Eingeschnittener Schlitz, aufs wendung: bel Bgrchent- 125. Fertiae Schlitzbefeftigung
gelegter und aufgesteppter Streifen. Und Wollunterrocko. (Rückfeite).

Ausführung IV. Brustschlitzöefestigung durch Gegensetzen von zwei Schlitzstreifen.


Für Hemden geeIgUetp deren Oberweite nach Ausführung lll für starke Herren nicht
CUSkeicheU Wütdei Auch für Damenhemden eignet sich die Schlitzbefestigung. Länge der
beiden Streier = Schlitzlänge. Breite für den Oberschlitzstreifen = Breite des fertigen
Streifens Und 11,«2 cm Mehki Breite für den Unterschlitzstreifen = 1 cm weniger als der
Obekschlitzstkeifeni Man schneidet den Stoff in Schlitzlänge ein und legt beide Streifen
auf die Rückseite an die Schlitzkante des Stoffes,
und zwar so,
daß bei Her-
renhemdendie
Oberfalte von
links, bei
Frauenhem-
den von rechts
die Unterfalte
deckt. Jeden
Streifen ver-
, bindet man
mit einer
Schlitzkante
durch eine ein-
fache Naht
und streicht
diese wie anf
Abb. 127 und
126. Legen der Schlitzstreifen auf die Rück- 128 aus. 127. Ansteppen und Knifer des Oberfchlitzs
seite der Schlitzränder. streifens.
Der Ober-
streifen. Man
knifft an der
freien langen
Schnittkante
nach der Bor-
derseite einen
Einschlag von
1 cm Um.Die-
sen Streifen
legtman so aus
. die Border-
seite des Stof-
fes, daß nach -
Abb.127Aauf
A trifft, und
steppt den
r28. Der festgesteppte Oberschlitzstrcifen, Streifen nach 129. Die fertig einaenähten Streifen. Be-
Llniteppen und Knifer des llnterschlitzstreifens. Abb. 129 an zeichnen der Punkte für die Quetschfalte.
beidenLängs-
seiteninDrüks
»p-..-.».·«

kerbreite auf.
Der Unter-
— streifen. An
demselben
wird wie beim
Oberstreifen
ein Einschlag,
F--------·.--«
aber nur von
1943 cm,nach der
Borderseite -
umgeknifft
. (s.Abb.128).
l
; Dann wird
!
i
I
nach Abb. 128
A aqu gelegt
unddieBruch-
130. Das Aufeinandeistecken der Streifen, kaute A 131. Das Saubermachen der Heftlinie auf
das Legen und Feftbeften der Quetschfalte.
knappkantig der Rückseite durch ein angesäumtes Stoffstück.
Saubcrmacnen der Heftlinie auf der Vor-
derfeite durch ein Stoffstück. aufgesteppt.
Das Legen der Falten. Man steckt die Streifen nach Abb.130 aufeinander und
legt den Stoff unterhalb der Schlitzstreifen nach Abb. 129 zu einer Quetschfalte zu-
sammen. Die Falte wird nach Abb. 124 bei Ausführung ll an den Schlitzstreifen
festgeheftet.
Befestigen der Schnittlinien. B order- und Rückseite müssen durch Stoffstreifen ver-
deckt werden. Man schneidet für die Borderseite einen schmalen Stoffstreifen so groß zu,
daß er, nachdem ringsherum der Einschlag abgeknisft wurde, die Schnittlinie deckt, heftet
ihn sodann auf diese an der Borderseite nach Abb.130 auf und steppt ihn knappkantig
ringsherum fest. Ein entsprechend kleinerer Strei-
fen (s. Abb. 131) wird nahtbreit nach innen einge-
schlagen und mit der Hand auf der Rückseite ge-
72 gengesäumt.
Ausführung V.
Schlitzöesestigung durch Einfassen
mit Schlitzstreisen.
Nutzanwendung bei Beinkleidern, Damenhemden usw.
Einfameidcii des Schlitzes (s. Ausf. lV Abb.126).
« Zuschneiden der Streifen. Der Oberschlitz-
str eifen wird2 1J2 cm länger als derSchlitz geschnitten
und doppelt so breit wie der fertige Streifen nebst
zwei Nahtzugaben. Der Unterschlitzstreisen ist
1 cm kürzer und 1 cm schmäler als derOberschlitzstreifen.
Das Nahru. Der Oberåchlitzstreifem Man
legt ihn mit der einen langen chnittkante an die da-
zugehörige Schlitzkante auf die Jnnenseite des Gegen-
standes, verbindet beide Teile durch eine einfache
132. Verbinden des Oberschlitzstreisens
mit der Schlitzkante, Einstreichen der Naht, streicht diese so aus, daß die Einschläge auf
Linien zum Umkniffen. den Streifen fallen und holt dann denselben durch

32
den Schlitz aufdie Bor-
derseite des Gegenstan-
des (s.Abb. 132). Hier-
zu muß man am unte-
ren Ende des Schlitzes
denEinschlag vom Ge-
genstand knapp bis
vor die Naht einschnei-
den, damit das untere
Ende· des Schlitzstrei-
fens aufdieBorderseite
geholt werden kann
und -.glatt- «—«
liegt- Nun« F ········
mißt man die «
halbe Breite «
’ des fertigen
133. Aussteppen des umgeknifften Streifens
Oberscl)litzitreiiens. von der Naht

Streifen ab (s. Linie W bei Abb. 132), steckt eine Steck-


aus dem Fee-ring-
streifen ist her-
nadel und mißt von diesem Punkte aus weiter die porgenappt.
ganze Breite ab (s. Linie Ih bei Abb. 132). Bei beiden Agllksfsktsndegmd
.Maßen der Länge nach, sowie 1,l2 cm über dem unterschrie-
« Schlitzende quer ivird fadengerade eingestrichen. Jn streifens·
beiden eingestrichenen Läiigslinien knifft man den
Streifen nach der Borderseite um, heftet und steppt
aufdemOber-
schlitzstreifen
nach Abb. 133
in Drücker-
breite auf
beiden Seiten
und quer lfzcm
über dem
Schlitzende
denOberstrei-
fen fest. (Den
Stoff vomj
andergnb
f » · Schlitz a ei
nicht ·mit fest-
nähenl)

. Der Unter-
1355 Täuielinandslegeålsdek thhlitzgkegfgnnm fchlitzstkcich- 136. Aniäiimen des unteren Endes am
11«·Lbeaklllchiirxft2cii3ke Läsdeereannficiine Man verbin- Unterschlltzstrmspm Ruckanhcht'
det wiederum
die Längsseite des Streifens mit der zweiten Schlitzkante, dem Oberschlitzstreifen ent-
sprechend, durch eine einfache Naht und streicht sie so aus. daß die Einschläge auf den
Streifen fallen (s. Abb. 134) Darauf legt man den Oberschlitzstrei en glatt und parallel
mit den Gewebefäden des Grundstoffes sorgfältig auf den Unters litzstreifen, sticht oben
am Rande innerhalb und dicht neben den beiden Längsnähten durch den Oberfchlitzstreifen
hindurch, schlägt ihn zurück und streicht an den durchstochenen Stellen auf Grundstoff und
Unterschlitzstresfen nach Abb. 134 parallel zur Naht ein. Der Streifen wird zunächst in
der eingestrichenen Linie nach der Borderseite umgeknifft, um alsdann zum zweitenmal
genau über der eingestrichenen Linie aus den Grundstoff s. Abb. 134). (Jst der Einschlag,
wie der auf Abb. 134, zu breit, so wird der überflüssige toff bis auf Nahtbreite abge-
schnitten.) ' Der überliegende Teil vom unteren Ende des Unterschlitzstreifens wird so
weit ausgeschnitten, daß der Streifen glatt liegt (s. Abb 134). Daraufwird die zweite Bruch-
kante aus den Grundstoff bis zum Schlitzende knappkantig aufgesteppt (s. Abb. 135 oben).
Befestigen der Streifenenden. Man steckt den Oberschlitzstreifen wie vorher sorg-
fältig auf dem genähten Unterschlitzstreifen fest, schlägt die untere Schnittkante des letzteren
nahtbreit ein und säumt auf der Rückseite den hängenden Teil des Unterschlitzstreifens
nach Abb. 136 fadengerade an. Auf der Borderxite des Oberstreifens streicht man über
der vorhandenen Querftepplinie noch einmal in rückerbreite eine zweite Querlinie ein,
-knifft die untere Schnittkante nahtbreit nach innen um und steppt auf der eingestrichenen
Linie und unten ringsherum den Streifen-in Drückerbreite nach Abb. 135 auf den Stoff auf.

-33...
Ausführung Vl. Befestigung öeider Ränder durch einen langen Streifen und
einen Øeckstreisen als Oberschlag.
Einschneiden des Schlitzesz wie bei Ausführung lV.
Zuschneiden der Streifen: Langer Streifen: Länge = doppelte Länge des Schlitzes.
Breite: Breite des fertigen Streifens und zweimal Nahtzugabe.
Deckstreifen: Länge = einfache Länge des Schlitzes und 3 em. Breite =Breite des
fertigen Streifens und zweimal Nahtzugabe. »
Verbinden des langen Streifens mit den Schlitzkanten. Man biegt den Schlitz so
auseinander, daß die Schlitzkanten eine gerade Linie bilden, und verbindet eine lange Schnitt-
kante des langen Streifens mit der auseinandergebogenenSchlitzkante durch eine einfache
Naht. (Der Streifen liegt dabei auf der Rückseite des Stoffes. (S. Abb. 138.) Der Schlitz
wird wieder zu seiner alten Form zusammengelegt und der Streifen nach Abb. 137 auf
die Borderseite des Stoffes geholt.
Der Untertritt. Man mißt die Breite der Einschläge von der Naht aus auf dem
Streifen ab und streicht hier eine Rille A (s. Abb. 137) in den Streifen parallel zur Naht
ein. Die Einschläge, die beim Einstreichen zurüchgeklapptwurden, werden aufdem Streifen wie-
der ausge-
strichen, der
Streifen
wird in der
Rille A ge-
knifft und
dabeium die
Einschläge
gelegt. Die
andere
Schnitt-
kante wird
der ganzen
Länge näch
nahtbreit,
wieAbb.137
zeigt, um-
geknifft, der
137. Der mit den Sclilitzrändern verbundene Untertritt 188. Die Berbindungsnaht auf der Rückseite.
Streifen, die eingestrichene Linie A; der vors auf chStoff
bereitete Deckltreifen· , gelegt und sowohl am äußeren Rande, als auch quer-
herüber am Schlitzende festgesteppt (s. Abb. 140 oben
u. Rückseite Y-
· . »..----» -- s «

Abb. 139).
Der Deck-
streifen. Er
wird an
zwei Längs-
und einer
kurzenSeite
nach. Ab-
bild. 137 so
breit umge-
knifft,daß er
den Ober-
schlag nicht
nur deckt,
fondernauch
an den Sei-
1«t—39 . Die f er t ige cchltzb
s- i efestigung ten» einige
" - 140 . Di e f er t·ige)
S d1·tzbfst·
11 e e igung
O ans der Rückseite. Fäan Märn auf der Borderseite.

steckt und heftet ihn mit kleinen Stichen auf denselben, läßt unten den längeren Teil auf
dem Stoff aufliegen und steppt in Drückerbreite den Streifen an der einen Längsseite bis
zum Schlitzende, dann querherüber und weiter an der anderen Längskante entlang mit
dem Oberftreifen zusammen (siehe Abb. 140). .
Befestigen des Schlitzendes und des sieihängenden Teiles vom Deckstreifkn.
Man streicht nahtbreit über der Querstepplinie desselben in Drückerbreite ein, steppt in der
hierdurch entstandenen Rille, sowie an den drei freihäxigenden Seiten den unteren
Teil vom Oberschlag aus dem Stoff fest. (Borderansicht Abb. 140, Rückansicht
Abb. 139.)
Ausführung Vll. Schlitzöesestigung an Kleiderrdcken zwischen zwei Bahnen.
Der Untertritt kann hierbei entweder ang es chnitten oder besonders zugeschnitten
und angenäht werden. Jm ersten Fall werden bei einfachem Stoff die Ränder des
Untertritts nach
IS . der. . Rückseite 142.Un-
sz;«,«- k« miteinemSaum ter- WITH
-’ If befestigt. Jm OTHER
zweiten Fall »H-
. s bestehterentwe- . lszss«3- »s-
EZ derausOberstoff Sespum
«- allein oder aus
szz . Futter u. Ober-
« stoff zusammen.
Die Stelle
desOberschlags
« vertritt hier die
zweite Bahn,
141.
die von selbst " «
ter- und den Untertritt verdeckt. Sie wird
Obetitltt aber an der betreffenden Stelle
vorgenäht.
Obertritt heruntergeklappt
durch ein Stück Oberstosf abge-
« füttert. Länge des Ober-
und Unterschlitzstreifens 1 cm länger als der Schlitz. Breite derselben: 2 cm
mehr, als die fertige Breite der Streifen beträgt.
Der Oberschlitzstreifen Man verbindet Streifen und Kleiderbahn durch eine einfache Naht,
,die aber, um den unteren Einschlag bilden zu können, 1 cm vor dem Ende des Streifens auf-
hören muß (s. Abb. 141). Alsdann macht man an der freien Längsseite und unten einen Ein-
schlag von 1 cm Breite, legt den Streifen auf die Rück eite der Bahn Punkt A auf A
und säumt mit der and die Bruchkanten gegen die Rück eite des Oberstoffes ( . Abb. 142).
Der Unterschlitz treifen. Fzztter- und Oberftoffstreifen legt man mit den orderfeiten
aufeinander, verbindet sie an einer Längsseite durch eine einfache cNaht und streicht dieselbe
auseinander. Jetzt legt man die Borderseite vom Futterstreixen auf die Rückseite der·
Bahn und verbindet beide Teile durch eine einfache Naht, wo ei unten wiederum 1 cm
vor dem Ende der Naht aufgehört wird. Die Einschläge werden auf das Futter hingestri-
chen. Die untere und äußere Schnittkante des Unterschlags wird nahtbreit eingeschlagen,
Man steppt Futter und Oberstoff nach Abb. 142 an drei Seiten auseinander. Legt man
nun die abgefütterte Bahn auf den Unterschlag, so muß letzterer vollständig verdeckt werden.
Die Bahnen werden noch ein Endchen in der Rocknaht doppelt genäht und durch einen
geschützten Riegel gehalten.
Ausführung Vlll. Befestigung eines Weöekantenschlitzes an Herrenljemden
durch einen Stoffteil.
Man durchschneidet ein Biereck in schräger Richtung, so daß zwei Dreiecke entstehen, deren
man eines an drei Seiten nahtbreit einschlägt. Die fadengeraden Seiten werden nach Abb. 143
, » zur Hälfte mit
überwendlichen
Stichen einge-
näht. Jetzt biegt
man das Dreieck
so zusammen, daß «
die Mitte vom
schrägen Kniff die « ·
« eingenähte Spitze «
deckt. Hierauf « «
werden diefaden-
143. Knifer und Einnähen des Stoffkeiles. geraden Seiten 144. Saubermachen durch Ansäumen.
fadengerade und ·
die schrägen Bruchkanten schräg, über die Spitze hinweg, an den Stoff gesäumt. Auf die
spitzwinkligen Ecken muß besondere Sorgfalt verwendet werden (siehe Abb. 144).

Verzierungem
Um dem Schönheitssinn Rechnung zu tragen und um die Eintönigkeit glatter Flächen zu
unterbrechen, verziert man sie. Berzierungen lassen sich sowohl mit der Hand, als auch»mit
der Maschine herstellen. Während mit der Hand jegliche Art von Stichen ausgeführt
werden kann, bleibt auf der Maschine, wenn sie nicht zur Stickmaschine umgewandelt wird,
für die Zwecke der Verzierung nur der Steppstich verwendbar. Er ist im Laufe der Jahre
zu einem vielfach benutzten Hilfsmittel beim Berzieren von»Stoffen geworden, so z.B. bei
Blenden, Borden, Sutasch, Schnur, Paspel, Einsätzen, Ansatzen usw.

35
Das Aufzeichnen. Einige Berzierungsarten erfordern eine Borzeichnung,· welche
sowohl aus geraden, als auch aus gebogenen Linien bestehen kann. Bei Handverzierungen
zeichnet man in jedem Fall alle Linien vorher auf den Stoff· auf. Bei geradlimen
Mustern dient für das Maschinennähen die erste ausgezeichnete Linie allen gleichlaufend
folgenden als Richtungslinie, wobei man schmale Zwischenraume am Steppfuß, breitete
dagegen nach dem angeschraubten Maschinenlineal abmißt. Besteht die Zeichnung aber
aus ggbogenen Linien, o zeichnet oder paust man sie auf die Borderseite des Stoffes.
Das Ubertragen der uster auf Stoff geschieht auf vielerlei Art; es mögen davon nur
einige erprobte und bekannte folgen.
Ausführung l: durch Pausen.
Man zeichnet das Muster auf Papier, pikiert, d. h. durchsticht es mit einer Nadel
auf weicher Unterlage in gleichmäßig kleinen Zwischenräumen, so daß das Muster bei
Durchsicht gegen hellen Schein klar zutage tritt. Das Durchstechen der Muster »laßt sich
auch auf der Nähmaschine ausführen; man stellt dazu den Stich etwas großer und
sticht ohne Faden langsam alle Linien nach. Auf diese Weise lassen sich auch Muster von
Stoffen abnehmen; man heftet zu diesem Zwecke das Papier unter den gemusterten Gegen-
stand und näht alle Figurlinien ohne Faden vorsichtig nach. Bei all diesen Ausführungen
ist als Regel zu beachten: Starke Krümmungen pikiert man mit enger liegenden, flache
dagegen mit weiter auseinander stehenden Löchern. Das durchstochene Papiermuster legt
man mit der glatten Seite des Durchstichs auf den Stoff, heftet beide Teile mit Reißbrett-
stiften auf eine glatte Fläche, damit sich nichts verschiebt, und reibt ganz vorsichtig und ohne
die kleinen Löcher zuzudrüchen, mit einem Wattebausch ein in der Farbe abstechendes
Pulver durch die Löcher. Borsichtig, ohne Papier oder Stoff zu verschieben, wird das Papier-
muster senkrecht hochgenommen und das verstreute Pulver leicht fortgeblasen. - Mit einer
abstechendeii Ol-, Wasserfarbe oder Honigtusche, denen zum besseren Haften auf dem Stoff
ein wenig Zuiker, ein Tröpfchen Milch oder flüssiger Leim zugesetzt wird, wird das INuster «
nachgeze-ichnet. Beim Zeichnen ist darauf zu achten, daß das Pulver nirgend vermischt
wird, damit die Zeichnung nicht verloren geht. Bei glattem Stoff verwendet man eine
Feder, bei Sammet, Plüsch usw. bedarf es eines feinen Tuschpinsels. x
Ausführung ll. clbertragen des Musters durch Aufnähen.
Man zeichnet das Muster so oft auf Seidenpapier, als man seiner bedarf, heftet es
auf den Stoff und steppt das Seidenpapier in allen Linien des Musters nach und ent-
fernt hierauf das Papier durch Herauszupfen.
Ausführung lll. Aufplättmuster.
Solche Aufplättmuster werden mit der Farbseite auf den Stoff gelegt und darauf mit
einem warmen Bügeleifen die Farbe auf den Stoff geplättet.

Øie zierstiche.
Das Material für Zierstiche kann Baumwolle, Perlgarn, Twist, Seide, Wolle, Sou-
tache usw. sein. « « . «
Das Werkzeug- Nähnadeln, Tapisserienadeln mit scharfer oder stumpfer Spitze.
Außer dem Borderstich und dem Steppstich, die sich d rch Bersetzen oder Nebenein-
anderstellen als Figurenfüllftiche oder als Begrenzu gsstiche vielseitig gestalten lassen,
gibt es noch eine Reihe anderer Stiche, von denen die einfachsten hier folgen mögen.

Øer zlachstich.
Handarbeit. Bei dem Flachstich liegen die einzelnen Stiche dicht nebeneinander und be-
decken dadurch eine Stofffläche. Liegen die Stiche, wie bei Abb. 145a, in Richtung einer Fa-
denlage des Gewebes nebeneinander, so entsteht der gerade Flachstich. Dementsprechend sticht
;;;;;;;;;;;z::.»..i..;;;;;;;;;;;;;;;;;z;;s man dann Haarstriche mit dem geraden Stiel- oder
;;;;;;;;;;;:..:::::""«-:«»sp« «:«::; Kordonnettstich (s. Abb. 145c). Liegen die Stiche
W« jedoch diagonal zum Gewebe, wie bei Abb. 145b,
. so entsteht der schräge Flachstich. Einzeln stehende
, ::.:.:. »..—» stHZ Linien werden demselben entsprechend auch mit dem
W. J - - s, is schrägen Stielstich (Abb. 146) gestickt. Wird der
» « 4; » - T I« « ’ Flachstich unterlegt, so entsteht, der sogenannte Re-
lief-, Dick- oder Plattstich, durch den die Figuren
auf dem Grunde erhaben liegen. Zum Unterlegen
gebraucht man sowohl den Borderstich, als auch
Stiel-, Ketten- und Hexenstich. Beim Unterlegen
achte man darauf, daß diese Stiche stets inner-
halb der gegebenen Begrenzungslinien liegen, und
daß man nur wenig Stoffäden aufnimmt, aber
deren mehr liegen läßt. Dadurch bleibt die Un-
« ,,::z;:;:::zkgzkzzizxzzzz terseite flach, während dieOberseite erhaben ausfällt.
a b c Nutzanwendung: Bei Namenstickerei und Aus-
145 a«Flachstich.
Gerader Flachstichs 145 b· Schkäeek
145 c. Kordonettstich.
ticken von ier ormen ! z . B. bei der bul g ari ich en
fSticherei, WZLL nfl

—36—
Øer Stielstich.
Handarbeit. Der Stielstich sieht auf der Rückseite wie
ein Steppstich aus und wird in der Richtung vom Körper
fort, also von unten nach oben gearbeitet. Man befestigt den
; ’ Arbeitsfaden entweder durch ein paar Borderstiche nach der
' Stelle hin, an welcher der Stielstich beginnen soll, oder
man sticht von unten nach oben durch den Stoff und hält
den Anfang des Fadens durch die ersten Stielstiche auf der
Rückseite des Stoffes fest. Man kann den Stielstich nach
rechts und nach links liegend arbeiten. Doch ist es not-
wendig, daß alle Stiche derselben Arbeit die gleiche Richtung
haben. Rechtsliegender Stielstich (s. Abb.146). Man legt
den Faden der Abb. rechts seitwärts, nimmt etwas Stoff
von oben nach unten auf die Nadel, indem man mit der
Nadelspitze am Einstichspunkt des vorherigen Stiches aussticht.
146. Ausführung des Stielstiches.
Eis-8- -««-s"-«'-«’ El
Øer Kettenstich. - ng; .
Handarbeit. Kettenstiche gleichen auf der Borderseite ineinanderge- HEXE : Ezzsz
schlungenen Kettengliedern, auf der Rückseite bilden sich Steppsttche. Sie izjsz - :::::-j
werden in der Richtung von oben nach unten (zum Körper hin) gear- Ezzz ZZZZZZH
beitet. Der Arbeitsfaden wird wie beim Stielstich befestigt, darauf legt ;::: ::-:::;z
man nach Abb. 147 eine Fadenschlinge von links nach rechts, sticht in TIE- HEXE-
den letzten Ausstichspunkt ein und unter einigen Stoffäden innerhalb der TI-; · FaziZ

Fikti-
Schlinge wieder heraus. Bei den folgenden Stichen liegt der neue Ein- « -::«·
stichspunkt innerhalb der letzten Schlinge. Der Endsaden wird auf
der Rückseite der Stiche öernäht. Auch bei der Weißstickerei wird er » III
als Zierstich angewendet. Es gibt Einfaden- oder Kettenstichmaschinen. sks Yzzäs

« H ists
Øet Gråtenltich. IT « -".J

s
s
HI-

Eh!
spi«
Abb. 148.
Handarbeit. Derselbe wird ähnlich wie der Kettenstich gearbeitet. 7 t t.
Man legt dazu abwechselnd eine Fadenschlinge nach links und eine für 14 · Der Ke te"s«ch«
den nächsten Stich nach rechts. Jedoch sticht man nicht — wie beim
Kettenstich — in die letzte Fadenschlinge, sondern einige
Fäden seitwärts davon in den Stoff ein. Dagegen sticht
man wie beim Kettenstich einige Fäden tiefer innerhalb
der Schlinge mit der Nadel wieder heraus. Das Be-
festigen der Anfangs- und Endfäden ist wie beim Ketten-
stich. Er wird sowohl als Füllstich wie auch, zum Sticken
von Linien verwendet.

Der Hexenstich
Handarbeit Er wird unter Festhaltung des Faden-
endes durch die ersten Stiche auf der Rückseite des
Stoffes, von links nach rechts gearbeitet. Man nimmt
ein wenig über dem Ausstichspunkt von rechts nach
links einige Webefäden auf die Nadel (s. Abb. 149) und
zieht den Faden hindurch. Darauf wird der Arbeits-
faden über dem letzten Stich schräg nach rechts unten
geführt, so daß die Arbeitsfäden sich kreuzen. Dann
148. Der Grätenstich. nimmt man auch hier in Richtung der unteren Stich-
linie von rechts nach links die gleiche Anzahl Fäden
auf und achtet darauf, daß die Zwischenräume zwischen
den in gleicher Stichlinie liegenden Stichen immer gleich
groß sind, usf.
Man kann diesen Stich auch in senkrechter Richtung,
und zwar von unten nach oben arbeiten. Dazu dreht
man die Abb. 149 so herum, daß die fertigen Stiche
unten liegen. Die Gewebefäden werden hierbei, gemäß
der herumgedrehten Abb., von oben nach unten auf die
Nadel genommen.
149. Der Hexenstich
MS ;;T.-·».z-kl.;i
un -«-W«7M
Øer Kreuz-ruch. -

« ·
IIIIIIIIIIIIIIII
Handarbeit. Der einfache Kreuzstich wird je nach Lage der ein-
.....
zelnen Stiche zueinander verschieden ausgeführt. Er besteht aus einem
unterliegenden, dem Unterstich, und einem überliegendem dem Ober- oder
Deckstich. Liegen die Kreuze wie bei Abb. 151 nebeneinander, so
stickt man zuevt alle Unterstiche von gleicher Farbe in dieser Reihe; sie
liegen in der Richtung von links unten nach rechts oben. Man führt
die ·Nadel auf der Borderseite gemäß der Abb. von dem Ausstichspunkt
schräg gegenüber in den Stoff ein und sticht senkrecht in gleicher Faden-
II höhe des ersten Ausftichspunktes wieder aus. Nachdem so viele Unter-
III-sti- p
kzzzzszwzzz stiche gearbeitet find, wie Kreuzstiche in einer Reihe nebeneinanderliegen,
ZZZZZZZZZZZZZZZ» überstickt man sie in umgekehrter Richtung nach Abb. 151 mit dem Deck-
-««·«««««·« stich. Diese liegen alle in der Richtung von rechts unten nach links
150»Umereinander zu oben. Der Anfangsfaden wird wie beim Stielstich befestigt. Sind die
akkeikende Kreuzskiche· Kreuze untereinander angeordnet, so arbeitet man nach je einem
Unterstich gleich den dazugehörigen O-berftich. Der Ubergang von einem
Stich zum andern vollzieht sich nach Abb. 150. Eine sauber ge-
-c-·Ic-i·ustissssf«· IF«
arbeitete Kreuzstichverzierung wird auf der Rückseite nur kurze Z net-III
O
«

Berbindungsftiche von einer Reihe zur anderen zeigen. Bei län- i ·


geren Stichen führt man den Faden durch die Rüchfeite der Stiche
zum neuen Anfang hin. Um der Arbeit ein gleichmäßiges Aus-
sehen zu geben, achte man darauf, daß alle Oberstiche die gleiche
Richtung haben; welchen der beiden beschriebenen Stiche man da-
bei als Deckstich wählt, ist glelchgültig. Jn der Regel wird Kreuz-
stich auf zählbarem Gewebe gearbeitet.

Steppstichverzierung.
Maschinenarbeit Sieht es schon hübsch aus, wenn mehrere
Steppstichreihen nebeneinanderliegen, so kann die Arbeit noch«
wirkungsvoller gestaltet werden, wenn man dazu Waschseide, Perl-
garn, Twift- oder Kordonnettfeide auf die Spule wickelt. Die
Unterfadenspannung muß der Stärke des Fadens entsprechend
loser und die Stichstellung groß gestellt werden. Als Oberfaden 151. Nebeneinandek zu arbei-
verwendet man Nähseide in passender oder abstechender Farbe. Da Ende KreuzstschO
diese Verzierung auf der Rückseite des Stoffes gearbeitet
wird, so muß auch die Zeichnung auf diese übertragen
werden. Sowohl Spannung als auch Stichgröße find
auf einer besonderen Stofsprobe ausziiprobieren. Abb. 152
zeigt Nähte in Kordonnett-, Waschfeide und Perlgarn.
Nutzanwendung: Bei Blusen und Mänteln.
EDie meisten Nähmafchinenfabriken haben für ihre
Maschinen besonders konstruierte Zierstichapparates man
wende sich benötigtenfalls an die betreffenden Firmen,
lasse sich Proben vorlegen und die Anwendung des Ap-
parates erklären.

Øer Sohlsauw
Handarbeit. Der Hohlsaum ist eine beliebte Berzierung
· « « und wird an Stelle des einfachen Saumes gearbeitet. Man
M« StepZIZchZJZLIUFFDZZU feinen zieht unterhalb des Saumes 3 bis 4 oder mehr Fäden aus
« und befestigt den Saum mit der B ornähnaht (Abb.158).
Aiii linken Ende des Saumes schiebt man den Anfangs-
faden unter den Einfchlag, nimmt darauf von rechts « « ; ;
nach links drei Fäden auf die Nadel, zieht den Ar- »,»«« "
beitsfaden hindurch und befestigt ihn zwei Faden tief IT»«4 s « s
im Rande des Saumes. » «
Die Hohlnaht. Befindet fich die durch Ausziehen - " »
von Fäden entstandene Fadenlücke inmitten ·des »
Stoffes, fo ergibt sich die Hohlnaht. »Bei dieser »
werden für gewöhnlich beide Ränder mit der Bor-
nähnaht befestigt. Man zählt beim Arbeiten des z-
zweiten Randes die Fäden nicht wie beim ersten ab. H . »
Ländern es wird immer das Fadenbündel des.ersten ? -. — k»
andes aufgenommen. Dadurch entstehen Stäbchen, -
der sogenannte Stäbchenhohlfaum.
153. Die Bornähnaht.
Die einfachsten Berzierungen bei Hohlfäumen und -nähten sind das Berschränken oder
Verkreuzen und das Berknoten. Das Berschränken. Wie Abb. 154 zeigt. wird das
zweite Stäbchen von rechts nach links auf die
Nadel genommen und das erste durch Drehung
der Nadel darunter hervorgeholt. Das Berkno-
ten. Es wird nach- Abb. 155 eine Schlinge gelegt.
in die man von außen nach innen einsticht, dabei
die Gewebefäden aufgreifend.
Nutzanwendung: An Wäsche, Kleidungsstücken
und Handarbeiten.

Die falsche Boblnaht


Maschinenarbeit Diese stellt man mittels
154. Die-Verschlingung zweier Fadenbündel- eines besonderen Hohlnahtapparates her und ver-
bindet dadurch zwei Stoffteile hohlnahtähnlich mit-
einander. Der Apparat besteht aus zwei über-
einander hohlgelagerten Platten. Der eine
Stoffteil wird, mit der Borderseite nach oben,
unter die untere Platte gelegt, der andere
Stoffteil, mit der Borderseite nach unten, über
die obere Platte eingeklemmt. Der Hebel wird
gesenkt und eine gewöhnliche Steppnaht ge-
fertigt. Der Stich ist groß und die Obersaden-
·pannung lose zu stellen. (Borher ausprobieren!)
Durch den Abstand
der Platten vonein-
ander entstehen3 mm
lange Berbindungs-
fäden. Man knisst
jeden Stoffteil für
sich in der Nählinie
Um Und steppt in 155. Das Verknoten von vier Fadenbündeln.
Drückerbreite von der
Bruchkante entfernt die Hohlnaht ab. Es arbeitet sich mit
diesem Apparat leicht, die Hohlnähte sehen hübsch aus und sind
eine billige Verzierung. (Probe siehe Abb. 156.) Jeder be-
liebige Nähfaden ist verwendbar. Fat man solchen Apparat
nicht, so nimmt man eine starke age Löschpapier, legt sie
zwischen die Stoffteile, steppt und reißt das Papier darauf fort.

156. Die falsche Hohlnaht


mit abgestepptem Rand.

Randverzierung
durch zackennåhem
Ausführung l.
Gegensetzen von Streifen. · . s , ·
Maschinenarbeit. Der Streifen J- 32 k - is« ji « Hi k-
kann von dem zu verzierenden « ’ « « " · « - » « «
Stoss oder einem anderen ge- 157- Der ausgezeichnete, aufgesteppte und veschnittene Streifen.
nommen werden. Er muß zwei Naht-
zugaben breiter zugeschnitten werden,
als der fertige Streifen erscheinen foll.
Die Borderseiten von Stoff und Strei-
fen werden aufeinandergeheftet und
die Zackenverzierung aus den Streifen
gezeichnet. Mit kleiner Stichstellung
steppt man nach der Borzeichnung die
Stoffteile zusammen (s. Abb. 157). Die
Naht wird darauf knapp beschnitten
und gut ausgeftrichen. Die Stoffteile
werden nun so gewendet, daß die Naht
ncch innen fällt und zugleich die Kante
bildet; dicht an der Naht wird geheftet.
läs. Der umgekniffte und abgesteppte Streifen. (Riickfeite.) Auf dem Oberstoff Wikdp den: Bogen-

—39.-
linien folgend, knappkantig oder in Drückerbreite an der Bruchkante entlang gesteppt.
Die entgegengesetzte Kante des Streifens wird umgeheftet und aufgesteppt (s. Abb. 158).
Bei Tuch kann man auch an Stelle der unteren Naht an der äußeren ein zweites Mal
entlangsteppen und hierauf den erübrigten Streifen, den Bogen folgend, nahtbreit ab-
schneiden.
Nutzamvcndungt Hübsche Verzierung für Kragen, Kleider, Mäntel.

Ausführung ll.
Rngeschnittene zackenverzierung.
Beim Zuschneiden des Gegenstandes gibt fman noch so viel Stoff zu, wie die Breite
des Zackenteiles betragen soll, und arbeitet imjübrigen nach Ausführung l. Nun mißt
man die zugegebene Breite des Zackenteiles ab, heftet und steppt hier die Stoffteile
schließlich noch einmal geradlinig auseinander. -«

, «O. zåltchen und Bäumchen.


.O. .
Jst
Man legt den Stoff doppelt und näht in
k-
is
I
s-
vorher zu bestimmendem Abstande von der
v
h
D
V
Bruchkante eine Steppnaht.
:
J
T
L
k.
1-
!
Berechnen des Stoffvetbrauchs für
s ,
Q.
X
i
ein zactenteil an einem Beispiel.
K
X
X Aufgabe: 2m Stoff sollen auf 80cm
S I
Weite in 10 Falten verteilt werden.
Lösung: 2 m Stoff werden durch 10 ge-
teilt = 20 cni und je auf dem Stoff ab-
159. Reihen Von Falten- gemessen.
Darauf teilt man die 80cm für die
Zwischenräume ebenfalls durch 10 =8 em.
Steckt oder kreidet man nun diese 8 cm
von je 20 cm ab, so bleibt det Stoff
übrig, derfür eine Falte verwendetwerden
darf = 12 em.
Da für Falten der Stoff doppelt liegt,
so sind aber nur 6cm Stoff von jeder
Falte sichtbar.

Bilden des 8alten6ruches.


Entweder streicht man die Brüche aller
Falten oder jede Falte einzeln vor dem Nähen
«
160. Durchziehen · » , , » . ein. (Einstreichen und Kniffen s. S. 4.)
eindeesr Yalklsfxidens auf die Ruckfeite In letzterem Falle wendet Man nach scharfem
U « Ausstreichen der genähten Falte den Stoff
auf die Rüchfeite»und· mißt von der Naht
aus mit einem Kartonmaß (s. Abb. 15) den Bruch fiir die nachfte Falte ab.
Kann auch bei manchen Stoffen das Heften der Falten erspart werden, so ist doch
dass Feststecken derselben unerläßlich. Man näht auf derjenigen Seite der Falte,
die als die obere gelten·soll. Bei breiten Falten wird das Maschinenlineal
auf die Hauptplatte geschraubt und die Bruchkante der Falte
an demselben entlanggeführt. Je näher das Lineal an den
Steppfuß gerückt wird, desto schmäler werden die Falten.
Das Befestigen der Nähfäden geschieht nach Abb.160,· wonach
sie auf die Rückseite der Naht bzw. des Stoffes gezogen und
vernäht werden. Liegt die Nählinie dicht an der Bruchkante,
so nennt man sie Biesensxalte Es lassen sich nur Muster mit
schwach ge chwungenen inien herstellen; zieht sich der Stoff
nach dem ähen solcher Muster zusammen, so reckt man ihn
nach Fertigstellung durch Aufspannen wieder aus. (Biesen- « -
fäumchen mit Schnureinlage Abb.181). Beim Steppen der M» Vzespnspst,n»
Falten kommt sowohl der Kantenstepper, der schmale ·
Faltenfuß, der gewöhnliche Steppfuß, als auch der Faltenmarker in An-
wendung. Das Lineal dient als Hilfsmittel.

—40—
Quetschfaltem
Wie in Abb. 162 gezeigt wird. steppt man die Falten der Länge nach in der be-
stimmten Breite ab und breitet sie so auseinander, daß die Mitte derselben aus der
Naht liegt (siehe ..
, Abb. 162). Dar-
auf heftet und
plättet man die
Quetschfalte.Ab-
bild.163 gibt an,
Z wie man die
« Quetsch alte an
beiden eiten für
sich absteppt5
auch skann sie

162. Absteppen und Legen der Quetschfalten. werden. 163. Abgesteppte Quetschfalten.

« Rufnåöaröett lupplikations
Bei dieser Arbeit werden Gewebe jeder Art, entweder von gleicher Beschaffenheit oder
abweichend in Farve und Stoff, miteinander verarbeitet und Muster dadurch hervor-
gebracht. Die Schnittkanten müssen, wenn nicht Tuch als Auflage verwendet wird. durch
Zierstiche verdeckt werden.

Aufnähen von Stoffen, deren Formen na ch dem


Raben ausgeschnitten werden. «
Maschinenarbeit. Alle Arten von Stoffen können auf diese Weise verarbeitet werden.
Während· festgeivebter Stoff, wie Tuch, Filz, keiner besonderen Randbesestigung bedarf,
müssen die Schnittkanten von loser gewebten Stoffen durch Ziernähte mit der Maschine
oder mit der Hand verdeckt werden. Man überträgt das Muster auf den aufzulegenden
Stoff und heftet ihn mit kleinen Borderstichen außerhalb der« Figuren, dicht an den
Linien des Musters entlang, auf den Grundstoff, steppt danach mit der Maschine beide
Stoffteile Aste-is einer oder zweier Reihen kleiner Steppstiche gemäß der Abb. 164 auf-
einander, zieht die Heftfäden heraus und schneidet zuletzt den Oberstoff außerhalb der
Formen an der Naht entlang ab.
Es gibt Zierstichapparate für Maschinen, die den Stoff aufnähen und dabei die
Schnittkcmten durch Bieriuche befestigen. Nutzanwendung: für Wand-, Fenster- und
Türbehänge, auch Kleidstiikereien

Rufnåöarbeit, als Durchbruch verwendbar.


. Schräge,»sich kreuzende Linien werden auf Papier gezeichnet. Die Entfernung der
Linien voneinander richtet sich nach der Breite des Bandes. Da sich dasselbe aber beim
. Aufsteppen leicht verschiebt, so empfiehlt es sich,
statt einfacher Linien Doppellinien in der
Breite des Bandes zu ziehen. Das Band wird,
den Linien folgend, kreuzweise auf das Papier
geheftet und an beiden Seiten aufgesteppt. Zum
Schluß reißt man das Papier vorsichtig ab
(siehe Abb. 165).
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? 4-

i
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Ess.
s .
f

F-«

164. Aufgezeichnetes, aufgeheftetes, auf. 165. Aufgezeichiiete Linien, aufgebeftetes u.»auf-


gesteppies und ausgeschnittenee Muster. geftepptes Band- aveeriiseness Muttetpapiev
Blenden.
Unter Blenden versteht man Schrägftreifen, die bei der Schneiderei gern als Ver-
zierung verwendet werden. Man näht sie entweder als Besatz auf andere Stoffe oder
verbindet sie durch Zierstiche zu einem selbständigen Ganzen, z. B. bei Koller und Kragen
für Kleidergarnituren. Je nach ihrer Ver-
wendung werden die Blenden verschieden
hergestellt, jedoch größtenteils aus chräg-,
weniger aus fadengeraden Streifen.
Schrägstreifen s. Seite 5.

l. Herstellung und Aufnähen


offener Blenden.
s z-
.»— s « Osfene Blenden sind Stoffstreifen, die
166. Knifer von Blenden mit Hyfe einer Stecknadel.
an einer Schnittkante nahtbreit umgelegt
und ausgenäht werden, während die an-
ll. Herstellung Von Blenden, die fest . der zwar gesäumt wird,
ausgenäht werden-(s. Abb. 169). aber lose hängen bleibt.
Tuchblenden werden in
Beide Schnittkanten werden nach der Rück- der Regel nicht gesäumt.
seite nahtbreit umgelegt; man bedient fich. zur
Anfertigung folgender Hilfsmittel:
1. Einer Stecknadel.
Diese wird. wie aus Ab-
bild. 166 ersichtlich, auf ein-
Plättbrett gesteckt und der
am Anfang umgelegte Strei- «
fen unter der Stecknadel »,-;’
durchgeschoben. Während die ·"
linke Hand den Streifen führt, -
zieht ihn die rechte umge-
knifft darunter hervoLEBill
.-,
man Blenden, z. B. wollene, — " — « ’ , "
gleich geplättet haben. sp stellt 167. Platten von Blenden.
man rechts neben der Steck- ·
nadel auf den Streifen ein warmes Bügeleifen, das durch Unterlegen e ner Schere etwas
hohl gestellt wird (s. Abb. 167).
2. Eines Kartonftreifens Um einen Streifen steifen Papiers legt man den Blenden-
streifen und heftet ihn über dein Papierstreifen mit übergreifenden Stichen nach Abb. 168
zusammen. Der Kartonftreifen wird während des
Nähens weitergefchoben.
3. Eines Streifens steifen Papiers. (Abb. 170.)
Zu einen Streifen starken Papiers werden zwei
inschnitte gemacht, die eine Länge von der Breite
der Blende haben. Jn den einen Einschnitt wird
der Streifen an beiden Seiten nahtbreit eingeknifft,
« eingeführt und aus dem andern herausgezogen.
Dieses Verfahren eignet sich besonders für leicht
168. Besten vonBlenden iiber einen kmssende Stoffe«
Streifen Papier.
» Das Aufnähen.
Man bezeichnet auf dem Stoff die Verbindungslinie
durch Kreide oder Heftfaden, heftet die Mitte der Blende
darauf und steppt beide Seiten nach Abb. 169 fest. Weist
das Muster Bogenlinien auf, so wird die äußere Bruch-
kante vor dem Steppen gedehnt und geheftet.

lll. Anfer-
tigung ge-
schlossener
Blenden. v
Für selbstän-
dige Besätze, wie
i69. Zeichnen der Verbindungslinie, Kragen, Bünd- 170. Kniffen pon Blenden mit hilse
Aiifheften iind Aufsteppen der Blende. chen»Kollek, Laß von Kartonvavier.
usw., eigenen sich nur geschlossene Blenden. Man sschneidet den Schrägstreifen doppelt
so breit, wie die fertige Blende sein soll, und gibt Stoff issür zwei Nähte zu. Abb. 171

—42—
zeigt, wie ein Blendenstreifen mit den Borderseiten aufeinander zusammengeheftet. gesteppt
und knapp beschnitten wird. Die Blende wird gewendet; man bedient sich dazu nach
Abb.172 einer Schnürnadel, befestigt sie mit Stichen an einem Ende der Blende und
schiebt die Nadel in die Röhre ein. Die Blenden
plattet manz indem man sie über ein Bügeleifen
zieht oder sie unter ein feuchtes Tuch legt.
Das Zusammensetzen der Blenden. Das auf
Gaze .aufgezeichnete Muster muß solche Linien
aufweisen, daß die ausgehefteten Blenden an ihren
Längsseiten sich nicht berühren, damit sie durch
Zierstiche verbunden werden können. Die Blenden
werden» mit ihrer Mitte auf die Linien geheftet.
Bogenlinien heftet man mit kleinen Stichen, da-
» mit die Blende sich vollständig der Figur anpaßt,
Ecken werden scharf ubergeschlagen. Die Blenden werden mit Zierstichen wie auf Ab-
bild. 149 und 155 zusammengehalten. Hübsche Muster bietet das Buch ,,Sutasch- und
Blendenarbeiten«, Zierstiche das Buch »Hohlsaum und Leinendurchbruch«. Beide Hefte
sind im Verlag Otto Beyer, Leipzig, erschienen.

Borten und Bandchen.


Borten und Band sind schmale gewebte Streifen, an beiden Rändern mit Webekanten
versehen, und bedurfen deshalb der Befestigung durch Umlegen nicht. Sie werden zu
Mustern verwendet, wie oben bei den geschlossenen Blenden angegeben wurde. Die zur
Point-lace-Arbeit gebrauchten Zierbändchen und Börtchen haben an ihren Rändern in
der Regel einen Einlegefaden, deren einer bei Krümmungen im Muster soweit angezogen
wird, daß die dadurch entstandene Bogenlinie der
Bogenform des Musters entspricht. Jst kein Ein-
legefaden vorhanden, so wird die Borte ausgeheftet
und die innere Rundung mit kleinen Vorder tichen
eingehalten. Muster mit sehr gebogenen inien 172. Befestigen der Schnürnadel
verlangen schmale Borten. zum Wende-( ver Blend-.

Paspel lVorstol31.
Paspel sind schmale, über eine Bruchkante oder
Na t vorstehende an- oder eingenähte Stoffstreifen, die
grö tenteils von abstechender Farbe gewählt werden.
Zuschneiden von Paspelftreisen. Man verwendet
dazu gerade und schräggeschnittene, seltener nach Formen
zugeschnittene Streifen. Der Stoffstreifen wird doppelt
so breit zugeschnitten, als der Paspel vorsteheii soll,
und zweimal Naht zugegeben.

Paspel eines festen Besatzes oder


sestzusteppender Falten.
1 74. Gepaspelter Besatz.
Wie Abb. 174 lehrt, wird
der Paspel in er Mit e
der Breite zusammengelegt
.....L-.«.....,-...—-«-J

und so hinter den aufzu-


setzenden Stoffteil geheftet,
daß die Bruchkante gleich-
mäßig breit vorsteht. Der-
gepaspelte Stoffteil wird
knappkantig aufgesteppt.

Gegengesetzter
175. Paspeln eines Stoffrandes (1.Naht)·
Paspel. « 176. Paspeln eines Stoffrandes
(2. Naht).
Man knifft die eine Schnitt-
kante des Paspels so breit ,
nach der Rückseite um, daß der Umschlag eine Vorstoßbreite und einmal Nahtzugabe be-
trägt. Die zu paspelnde Stoffkante wird gleichfalls und ebenso breit nach der Rückseite
umgeknifft, aber wieder aufgeschlagen. Wie Abb.175 zeigt, wird der Paspel auf die

—43—
Borderseite der Stoffkante so geheftet, daß er diese bedeckt und die Bruchkante an den
aufgeschlagenen Kniff trifft. Jii Vorstoßbreite wird der Paspel daraufgesteppt und die
entgegengesetzte Schnittkante nahtbreit nach der Rückseite umgeschlagen. Man streicht
die Naht scharf aus und legt in diesem Kniff den Paspel
auf die Rückseite des Stoffes, wo nach Abb. 176 die
zweite Bruchkante aufgesteppt oder mit der Hand an-
gesäumt wird.
Paspeln loser Falten und Bruchkantem
(Abb. 177.)
Man knifft beide Schnittkanten des Paspelstreifens
nach der Rückseite um und so weit übereinander, daß
177. Gepaspelte lose hängenderuchkante. nach Abb. 177 eine Schnittkante die andere deckt, heftet
den Paspel unter die Bruchkante der abgenähten Falte
und steppt knappkantig auf dieser. Mit einer in Drückerbreite voii der ersten entfernt
gesteppten Naht wird die untere Bruchkaiite gefaßt.

Raben eines selbständigen Paspels.


Es gibt Paspel mit zWHi und mit einem eingelegten i
Schnürchen, sowie solche ohne jegliche Einlage. Alle E
werden auf gleiche Weise hergestellt. Man knifft beide l
Schnittkanten gut nahtbreit nach der Rückseite um und Ei.
legt nach Abb. 178 das Material an Sehniir zwischen
beide Bruchkanten. Die untere Bruchkante wird mit
dem Schnürchen dicht unter die obere gelegt ( . Abb. 179)
und alle Stoffteile unterhalb des zweiten chnürchens
zusammengesteppt. Wird aber nur ein Schnürchen ver-
wendet, so legt man es in die obere Bruchkante
hinein und steppt die untere knappkantig dicht darunter »z»
aus. Ohne Einlageschnürchen wird der Paspel flach. EinikglxlxisTgkdEchJitiTngund
Man verwendet zum selbständigen Paspel in der Regel
Atlas, Satin oder loses Baumwollgewebe und als Einlage Baumwollschnur. Nutzun-
-uiendung: Zum Einheften in Kragen. Man näht mit dem Kantensteppfuß.

6utasch.
Sutasch ist eine wenige mm breite, schnurartig gewebte Litze oder Vorte und dient
dazu, Muster auf Stoff aufzunähen.
Das Muster. Fortlaufende Muster, d. h. solche, deren
Figuren miteinander verbunden sind, eignen sich a besten
' J , . «..—.- » -kg- s .- - - «-
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1 79. Abgeftepvter Paspel.


·-«.i«—- -s-:.-.- »so-»- Es : , ) s - gab-» . i

180. Sutasch (vorgezeichneies Muster. aufgesteppte Sutafcl),


sortgerifsenes Musterpapier) .

hierzu, damit das unangenehm auffallende Anlegen der Sutasch nach Möglichkeit ver-
mieden wird. Musterübertragung. 1. Man zeichnet das Muster in feiner ganzen
Ausdehnung, also auch dessen Wiederholung, entweder auf Seidenpapier und heftet dies
auf den Stoff, oder das Muster wird direkt auf den Stoff übertragen. Die Sutasch
wird der Verschlingung folgend ausgenäht, wobei man durch Papier und Stoff sticht, und
zuletzt jenes abreißt. (S. Abb. 180.)
Øas Raben.
Handarbeit. Die Sutasch kanns sowohl flach, als auch hochstehend ausgenäht werden.
Soll sie flach aufliegen, so näht man mit Vorder- oder Hinterstichen in der Mitte der
Sutasche. Soll sie aber hoch stehen, so wird sie, auf der Kante stehend, mit Saumstichen
an den Stoff angesäumt.
Maschinenarbeit Hierzu verwendet man den Sutaschaufnähfuß. Dieser hat
vor dem Stichloch eine etwas größere viereckige Offnung, durch welche dies Sutasch von
oben nach unten gezogen und nach hinten gelegt wird. Man wickelt sie glatt, d. h. ohne
Drehung, auf eine Rolle und steckt diese auf den vorderen Garnrollenstift des Maschinenarmes.
Als Oberfaden wird ein in der Farbe passender Nähfaden gewählt. Die Sutasch wird durch

— 44«—
die Maschine stetsiflach mit Steppstichen (s. Abb. 180) ausgenäht. Die Hände führen da-
bei den Stofs nebst aufgeheftetem Muster in der Weise, daß die Nadel den Zeichenlinien
desselben folgt und sie durchsticht. Muster mit kurzen und vielen Krümmungen erfordern
große Übung im Führen des Stoffes, weshalb kleinere Arbeiten einfacher mit der Hand
mit Vorder- und Hinterstichen auszuführen sind. Beim Anfang lasse man die Sutasch
hinten über den Fuß hinausstehen und ziehe sie später mit einer Nadel durch den Stoff.
um sie auf der Rückseite zu vernähen. Beim Anlegen während der Arbeit zieht man das
alte und neue Ende sofort auf die Rückseite-des Stoffes.
Nutzanwendungi für Zimmerdekorationen, Decken, Kleiderverzierungen usw. Hübsche
Muster weist das Buch »Sutasch und Blendenarbeiten« auf, das im Verlag Otto Beyer,
Leipzig, erschienen ist.
Schnur.
Schnur wird entweder eingenäht oder ausgenäht.
I. Schnur einnaijem
Ausführung l. Jn einen Stoffteil.
Maschinenarbeit Man knifft den Stoff scharf um und legt die Schnur dicht an die
Bruchkante zwischen den Stoff. Mit dem Kantenstepper, d. i. ein Steppfuß mit einer
Zunge, steppt man dicht an der Schnur entlang. Die Arbeit wird während des Nähens
nach links gezogen, wobei der Zeigefinger die Schnur fest in den Bruch hineinschiebt.
Beim Nähen von krummen Linien. oder wenn vder Stoff zu weich bzw. zu starr ist, muß
zuvor geheftet werden. Die Schnur kann verschieden stark sein.
Nutzanwendung: Als Verzierung für Blusen in geradeiioder schwach gebogenen Linien.
Ausführung ll.-. zwischen zwei Stoffteile. (Abb. 181.)
——.,-«- -.-..-..- - »F www-IF

i :

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Man verwendet den Schnureinnähfuß oder den Kanten- . ,

wosssh OLI
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if-

)
stepper ersteren für feine, letzteren für starke Schnur. »st-
Man gebraucht zwei Stoffteile; auf den unteren wird «

soc . 0-—qV-pw-ss des-Io-


die Schnur mit dem Oberstoff zusammen ausgenäht. W
Da letzterer sich hierbei um die Schnur herumlegt, so muß ;
er wegen des hierdurch entstandenen Mehrverbrauches an z
Stoff entsprechend größer zugeschnitten werden. Zuerst steppt
man beide Stoffteile einmal aufeinander, legt das erste
Schnürchen dicht an die Naht zwischen die Stoffteile, streicht ?
es mit dem Fingernagel fest an die Naht heran und läßt »;:;;;;·-·:zzzzzzzzzfzzzzz;:
am Anfang ein wenig von demselben vorstehen. Die Arbeit skss -------------------------------- —-
r rd nun nnter den Schnureinnähfuß geschoben, so daß die «
- linke der beiden Rillen sich um das stoffumfaßte Schnürchen g-;
T legt. Nach Fertigstellung der Naht wird abermals Schnur « « «-
zwischen die Stofflagen geschoben, dicht an die letzte Naht 181. Schnur einnähen
angestrichen und der Fuß so ausgesetzt, daß die rechte Rille
das vorher genähte Schnürchen deckt, während die linke sich um das neue Schnürchen
legt, usw. Die Eckbildung (s.Abb.181). Nachdem die Schnur fest und scharf in die
Ecke geschoben worden ist, steppt man bis zur Ecke und läßt die Nadel im Stoff stecken,
hebt den Fuß, dreht den Stoff in die neue Richtung und läßt den Fuß herunter. Beim
Arbeiten wird bas Futter nach links gezogen und der Oberstoff lose gehalten. Der Ober-
stoff darf sich durch die Eikbildung nicht schräg schieben, weshalb man hierbei das Nähen
zu vieler Schnürchen nebeneinander vermeidet.
Nutzanwendung: Bei Damenkragem Herrenvorhemden, Damenblusen usw.

» ll. Schnur aufnähen.


(Siehe Sutasch, Seite 44, und Aufnäharbeit, Seite 41.)

Einsatze.
Mit Einsatz bezeichnet man einen vom Grundstoff abweichend gewebten oder gefärbten
Stoff, der durch Nähen in den Grundstoff eingefügt wird. Größtenteils bestehen die Ein-
sätze aus Stiikerei oder Spitze.
Einsatz und Grundstoff werden an den Schnittkanten
miteinander verbunden. Ausführung i. Durch Saumnaht.
Wie bei Abb. 28 legt man Stoff und Einsatz mit den Borderseiten aufeinander, heftet
die Teile so zusammen, daß der untenliegende zwei Nahtbreiten übersieht. Der hierdurch
vorstehende Stoff wird zum Saum so umgebogen, daß die obere Schnittkante davon be-
deckt wird und innen liegt. Der Saum wird knappkantig nach Abb.28 auf die Stoffteile
gesteppt. wodurch sie gleichzeitig verbunden werden (s. auch Beschreibung bei Abb.28).
Nach Abb. 28 knifft man zuerst am Grundstoff einen Saum nach der Rückseite um,
schiebt den Stickereieinsatz darunter uiid heftet den Umschlag des Saumes auf. Das
knappkantige Steppen geschieht wie vorher.

—45—
Ausführung Il. Durch Vor- und Saumnaht.
Abb. 182 wird wie Ausführung l, jedoch mit dem Unter-
schied gearbeitet. daß die Stoffteile nach dein Heften zu-
erst besonders zusammen-
gesteppt und darauf die
Schnittkanten durch
einen Saum befestigt
werden. Schließt der
Stickereieinsatz an den
Seiten mit einem
- gerafden b Durchbäuche ,
182. erbindun von Stickerei und trei en a y o Wir die » -
Stosinusch VOT und Saumnaht. Triste dfgfäkkght gsliåik --1?anV3r2iidiferchvåinFriisffe«
Die Saumnaht darf aber nie über die erste Naht hinübergreifen.k·

Ausführung lll. Durch flache Rast.


Man verbindet Einsatz und Grundstoff durch eine Vornaht wie bei Abb. 182 (Ausf. lis,
aber mit dem Unterschied, daß die Stickereikante die überstehende Kante bildet. Die
schmale Kante des glatten Stoffes wird bis aus Strohhalmbreite beschnitten und die Naht
so ausgestrichen, daß die schmale Schnittkante verdeckt bleibt. Von der breiten Kante
knifft man einen Einschlag nach der Stoffseite um und steppt die Bruchkante knappkantig auf.

Ausführung lV. Durch Einfassen.


Die Art wird angewendet, wenn der Stoff zum Befestigen der Kanten nicht ausreicht.
Beschreibung Seite 28 und 29 unter »Einfassen« (Ausführungl und Ausführung II).

Ausführung V. Durch Blende oder zierbåndchen.


J« Durch diese sollen die
Schnittkanten verdeckt
werden. Das Verdecken
erfolgt entweder auf der
Rück- oder Borderseite,
so daß die Blende gleich-
zeitig zur Verzierung
dienen kann. Je nach
. , Artss der chArti,wenSduififg
sz ». tiewi mü en au .ie to-
185. Einschieben der ·Stickerei
1IndVStrEisdrkTrävåinschsEn. teile so aufeinanderge- zwischen Stoff urd Blende·
legt werden, daß die
Schnittkanten nach der betreffenden einen oder anderen Seite fallen. Anstatt der Blenden
werden vielfach Wäschebörtchen zum Verdecken der Schnittkanten gebraucht. Dies sind
gewebte Bändchen mit Verzierungen auf der Oberseite.
a) Wie auf Abb. 185 gezeigt ists
werden zuerst Stoff und Einsatz an den
Schnittkanten durch Steppnaht ver-
bunden, die Stoffblende wird darauf
an beiden langen Schnittkanten
nahtbreit umgeknifft und mit ihrer
Mitte auf die Naht gelegt. «Beide
Bruchkanten werden alsdann aufge-
steppt.
NOT-» p-
o

Aufnähen eines Einsatzes


HI-- ·
«

und Fortschneiden
tx-
Los-
. «,."..ä:«; ist«-IF
-
.

des Stoffes.
Den Einsatz knifft man in der Mitte - « z. —.
-« :«7i

derBreitezusammen.AufderRückseite — å; .
» - des Gegenstandes bezeichnet man die sp AHHÅ i-
Stelle auf welche die Mittellinie des « « . ..
86. A ·t d St . ’ 187. ortfchnerden des Stones
des Eitlilsfctijxxsejiliixilfn die gtgefir Etnsatzes treffen soll« Nachdem letzterer und SFauberniachen der Schnitt-
riickseite. an allen Seiten nahtbreit nach der ranten durch Wäscheiändchen.

—46—
Vorderseite umgeknifft worden ist, steckt man ihn mit seinen Einschlägen auf die
Rückseite des Stoffes, so daß beide vorgemerkten Linien aufeinandertreffen.
Der Einsatz wird ringsherum festgeheftet und die Bruchkante — unter sorgfältiger
Herstellung der Spitze — knappkantig aufgesteppt (s. Abb. 186). Der Stoff wird bis auf
Nahtbreite darunter fortgeschnittem ein Wäschebörtchen (oder eine Blende) über die
Schnittkanten geheftet und an beiden Webekanten knappkantig aufgesteppt (s.Abb. 185).
Wäschebörtchen heftet man mit kleinen Heftstichen
» «- «
zweimal an, weil es durch den Stosfdrücker sehr leicht
- « »
asz« Ist-Wi- . AK k verschoben wird.

Annähen von Stickerei mit


« Eckbildung.
Anwendung z. B. bei der Achsel eines Hemdes.
Vorbereitung Die Achsel wird durch Anheften
eines Stückchen Stoffes verstärkt. Der Stoff an der
Stickerei wird bis auf 11X2 cm fortgeschnitten und
darauf 1f2 cm breit nach der Borderseite umgeknifft.
Maschinenarbeit. Die Borderseite der Stickerei
legt man so auf die Borderseite des Hemdes, daß die
TOM 2-

Bruchkante der ersteren über die Hemdkante hin-


HO-
tim

aussteht und die Schnittkanten von Hemd und


k-

umgelegter Stickerei zusammenstoßen. Nun wird


188 Annähen von Stickerei mit Stoff und Stickerei in der Nahtlinie miteinander ver-
« Eckbildung (Rüciseite). bunden und die Naht bis Ijg cm vor der Ecke fort-
gesührt. Beim Eckstich läßt man die Nadel
im Stoff stecken und hebt den Hebel. Die Ent-
fernung von der Nadel bis zum Rande der Stik- .. -· »Mir-, use s
kerei wird abgemessen und das Resultat in der « »Ist t-sei-·- s « s »s.
Länge der Stickerei durch einen Stecknadelstich x L « Er 7

bezeichnet. Den Maschinenoberfaden zieht man,


dem Maß entsprechend, zu einer Schleife heraus
und sticht nun genau in den Stecknadelstich und
den Eckstich vom Hemd. Nachdem die Arbeit um « -— «
die Nadel gedreht ist, näht man in der neuen . —-———— —
Richtung weiter. Der Stoffzipfel an der Ecke J
wird schräg abgeschnitten und die fertige Naht
so ausgestrichen, daß die Einschläge auf den Stoff
fallen. Die Stickereiecke wird schräg abgesteppt,
der überstehende Stoff abgeschnitten und beschützt.
Zuletzt steppt man den Stoff der Stickerei auf
das Hemd.

SpitzeneinsåtzeO 189. Annähen von Stickerei mit


Maschinenarbeit Hierzu werden auf der Vor- Ewqu CVokderime)·
derseite des Grundstoffes die Linien der Breite des
Einsatzes entsprechend aufgezeichnet und in den-
; . » selben beide Seiten des Einsatzes sorgfältig aus-
"·- » » geheftet. Bei Bogenlinien wird die innere Kante ·
« s« des Einsatzes durch Vorderstiche bzw. durch den
, . «.,;«»«;s.::,- eingewebten Faden eingezogen (s.Abb. 192). Die
EJFYJYF « Eckbildung ist scharf aufzunähen. Die schräge
. ,- J Bruchkante der Ecke wird darauf für sich an-
« M»», « - k: gesäumt, nach dem Fortfchneiden des Grundstoffes
Eos-«««’kåE.T-ps.·"":«’CIZF-:3f3 « « be nitten und mit einem Garn be ür t.
sch f sch z
MERMIS-EITH-ITJIkåisg«
HEFT-LI-
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Te -. Hv« TIERE so III-OF «’.«««—'.. s s
Ausführung 1—
TIERE-sit Izu-Jesus Ik..«.:;·:-Essg.ss:s.i Befestigen der Stoffränder durch Zeststeppen
l "-' OJIZEZF YPEJFIDJETIPZJIHY » v s« « Åkzsp
(s. Abb. 190 und 191).
--«-—

Nachdem die Arbeit wie oben vorbereitet ist,


steppt man den Einsatz in der äußersten Löcher-
reihe auf den Stoff und schneidet diesen auf der
190 Aufheften nd Aufsteppen des
Rückseite migenssunterd demd Eigatz auf· Dehr auf-
· «
- . - ge nittene to wir in er andsteppna tum-
Spttzenemspßcs (Borderi"te)· geschlagen und auf den Stoff so gelegt und geheftet.
; daß die Spitze freiliegt. Der Umschlag wird alsdann in Drückerbreite oder knappkantig
aufgesteppt und der überfliissige Stoff fortgeschnitten.

—47-.
Ausführung ll. Befestigen der Kanten durch
Beschützem
Nach Aufsteppen des Einsatzes und Aufschnei-
den des Stoffes unter demselben legt man den auf-
geschnittenen Stoffteil nach außen und beschürzt die
Kanten auf der Rückseite durch Schlingstiche mit der
Hand. Die hierdurch auf der Borderseite entstehen-
den kleinen Stiche erscheinen als hübsche Randver-
zierung auf der Borderseite (s. Abb. 192 und 193).
Ausführung III. Befestigen der Stoffränder
durch Saumnaht.
Nach Vorbereitung wie oben wird der aus-
geschnittene Stoff unter dem Einsatz zu einem Saum
umgelegt und dieser durch eine besondere Naht
festgesteppt (s.Abb.194 und 195).
191.· Ausschneiden des Stoffes- anf der Stofitirctseite.
Feststeppen der Einfchiäge u. Beichneidendeiselben.
Øie Kräuselfaltem
Handarbeit. Abb. 196 bis 198 lehren, wie der
Stoff mit der
Hand gekräu-
seltwird.Man
bedient sich
dazu des Bor-
derstiches, wie
er auf S. 7
beschriebenist,
nur befestigt
man den Fa-
den am An-
fang nicht
durch Stiche,
sondern durch
einen Knoten.
Bei stark ap-
pretierten(stei-
192. Aufhebcn und Aufsteppen des Spitzen- fen) Stoffen 193. Ausschneiden des Stoffes, Beschneiden
einsatzes (Vorderseite). kann man sich und Besclsürzen der Stoffränder (Riickieite).
das Aufreihen
erleichtern,in-
»te-
»E
.- 3092
Jst-Fitt-

demman ohne
Faden die
Reihungs-
Zi-

linie mit der


Maschinevor-
näht.Soll,wie I
in der Regel
bei Wäsche,
der Stoff un-
ter der ersten
Naht noch ein
zweitesMalin
Kräuselfält-
chen gezogen
werden, wie
194. Aufheiten und Aufsteppen des Spitzen-
bei Abb. 196,
einsatzes (Vocderieite). so nimmt man 195.
der
Ausschneiden des Stoffes, Beschneiden
Ränder und Befestigen dieser durch
gern dieselben Saumnaht.
Fäden wie vorher auf, weil dadurch in hohem Grade das
,-«,,-.-

Ausstreichen der Fältchen erleichtert wird. Beider Schnei-


derei bedarf es nicht eines derartig sorgfältigen Verfah-
.--.-- TI«

M-W
-
«- , »Hi-

Z-XX-Æ

rens, wie aus Abb. 197 zu ersehen ist ; die Unregelmäßig-


Mk
, i
.M

XX If
keit der Kräusellagen erhöht unter Umständen bei Woll-
J-
M
« M-M-AM-
s

stossen sogar die hübsche Wirkung der Kräuselung Auch


«-
-

"- --
ff s- XX--

kleine Köpfchen wirken hier zierlich, man legt dazu -


über der Kräusellinie den Stoff doppelt und zieht ihn . : X
-
--
:- -

N » X Vx
nahtbreit von jener entfernt auf- (s.-Abb. 198)».
-
-

Maschinenarbeit Als Hilfsmittel stehen hierbei » s

zu Gebote : 196 . Ausziehen von Kiäuselialten durch


die Reihennaht (Gleichmäßig),
1. Der Steppfuß. Der Stich wird größer gestellt, die Oberfadenspannung so lose ge-
schraubt, daß der Unterfaden geradeäo wie auf Abb. 199 liegt und sich leicht in den
Oberfadenschlingen entlangschieben lä t. Es wird eine Steppnaht gearbeitet und darauf
der Stoff auf dem Unterfaden zusammengeschoben. «
» s - -- »F 2. Der Kräuselfuß Abbildung 200 zeigt, wie der
T , « »F - Kräuselfuß einen einfachen Stoff gekräuselt hat,
· T während Abb. 201 ver- »
anschaulicht, wie auf
i den gekräuselten Stoff
ein überliegender glat-
ter zugleich ausgenäht
wird. Der Kräuselfuß
besteht aus zwei über-
einander gelagerten
Platten, von denen die
untere kürzer als die
» obere Tizst Dieser kür-
197« le- m - zeren latte wegen ver-
WKLYUseciåiiåkmezogene mag der Stoffschiebek
- den Stoff zusammenzu-
schieben. Wird der Stich klein gestellt, so geschieht nur eine ge-
ringe Kräuselung, gemäß der Abb. 200; bei größer gestelltem
Stich schiebt sich selbstverständlich entsprechend mehr Stoff auf
einmal zusammen. Soll einfacher Stoff mit dem Apparat
gekräuselt werden, so legt man ihn unter beide Platten,
soll aber zugleich ein zweiter Stoff mit dem gekräuselten glatt ·
verbunden werden, so schiebt man den letzteren zwischen beide
Platten. Der aufzunähende Stoff wird aber nur knapp naht- ".«.««--«
breit gefaßt (s. Abb. 201), weil die seitliche Verbindung der beiden
Platten das tiefere Einschieben
des obenliegenden glatten Stoffes «
verhindert. Besonders für Woll-
stosfe ist der Kräuselsuß vorzüglich
verwkendsgan st llb K » s -
. er ver e are rau- · —«,
ler. Dieser Apparat eignet sich ägsogkkile Fälntlchkkkäiunspgitiå
besonders für Wäschestosfe. Auf suche-u Stoff.
einer an ihm angebrachten Skala «
» « vermag nåan ge ckGrößechdeå an-
. zuwenden en ti e na enti-
M·ZäthfsksikskteåiiilåieHTJFAW uxetem zu stellen bzw. abzuleer.
eine besondere Stichstellung auf
der Maschine ist deshalb nicht nötig. Eine Reihe Zähnchen
schiebt den Stoff unter den Presserteil, welcher den Stoff so zu-
sammenpreßt, daß er, in Fältchen gelegt, direkt unter die Nadel
gelangt. Diese näht jede Falte gleichmäßig mit einem Stich
fest (s. Abb.202). Durch das Pressen der Fältchen wird deren
Ausstreichen sehr erleichert.

Das Annähen det Kräuselfaltem Hofg. Mit dem Kräusel.


Das Annähen geschieht in der Praxis beim Wäschenä en U gesogene Imde
vorwiegend mit der Hand, bei der Schneiderei mit der MaschPne glålititgeitelnäicftteofsfkciituctszxfiikch
Mit der Hand näht man sie, wie auf Abb. 203 ersichtlich,
· mit Saumstichen ein- .
zeln an. Soll aber
die Maschine die
Arbeit verrichten, so
verdeckt der mit Stepp-
naht aufzunähende
Stoff die Kräusellinie.

,..,’5 —.» - «-««


»V· ssrx -«- «
Z

202. Mit einem Kräuiler aufge-M ssssz ; » .


zogene Fälthiem wflcher jede Falte , ' H ’ « «
zugleich festnahtu.einEndchenknifft. 203. Das Annähen der Kräu-selfalten.
8risuren. —
Unter Frisur versteht man krausgezogene breite oder schmale Streifen aus Stoff.
Stickerei oder Spitze, die entweder an die Kante eines Sioffteiles an- oder aufgenäht
werden. Setzt man die Frisur an. so verlängert sie zugleich den Gegenstand, z. B. bei
Röcken, Beinkleidern. Eine Frisur ist stets weiter als der Stoff, mit dem sie verbunden
wird, man rechnet für eine gerade Frisur 11X2 mal die Länge der Verbindungslinie, für
Frisuren in schräger Stofflage 11f31nal die Länge derselben. Für nach außen gekrümmte
Linien und um die Ecken braucht man etwas mehr Frisur; man setzt sie so kraus an,
daß ihr Außenrand in gefälligen Falten liegt.

Annähen einer zrisur.


Maschinenarbeit. Man teilt Frisur und Stoffrand in gleiche Teile und kräuselt die
anzunähende Schnittkante der Frisur, steckt Bruchteil auf Bruchteil und verteilt die Kräu-
elung auf die Verbindungslinie. Nachdem gesteckt und geheftet worden ist, kann das
nnähen auf verschiedene Arten geschehen. 1. Durch Saumnaht. Man verfährt wie
bei Ausführungl unter »Einsätze«, Seite 45. 2. Durch Vor- und Saumnaht. Die
Herstellung geschieht, wie unter »Einsätze«, Ausführung ll, Seite 45, beschrieben ist.
3. Mittels Blende. Hierzu wird die Kräuselnaht, wie Abb. 20l zeigt, auf die Berbin-
dungslinie verteilt und mit einem Blendenstreifen festgeheftet. Die drei Stoffteile werden
mit Steppnaht miteinander verbunden, die zweite Schnittkante nahtbreit na innen
umgeknifft und deren Bruchkante wie bei der Blende.Abb. 205 auf den Stoff ausgeheftet.

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204. Annähen einer Friiur an den 205. Aufnähen» einfl- initlt auf einen
Stoffrand mittels Blende. Stoffteil mittels Blende.

Aufnähen einer 8rilur.


-T«Maschinenarbeit. Bor der Vereinigung von Frisur und Gegenstand bezeichnet man
sich die Verbindungslinie durch einen Heftfaden, Strich oder Kniff. Das Aufnähen kann
auf verschiedene Arten geschehen. 1. Mit Blende. a) Die Kräuselnaht wird auf die
Verbindungslinie verteilt und mit einer Blende festgeheftet. Die beiden Stoffteile steppt
man in Nahtbreite auf den Stoff. kni t- die zweite Schnittkante der Blende nahtbreit
, nach innen um und steppt beide Bruch anten knappkantig auf den Grundstoff. b) Die
nach Abb. 205 vorbereitete Blende heftet man so auf, daß die untere Bruchkante die
Kräusellinie verdeckt. Die Blende wird knappkantig an beiden Bruchkanten aufgesteppt.
2. Frisur mit Köpfchen. Bei derartigen Frisuren (s. Abb. 206) wird entweder das
Köpfchen vorher gesäumt oder beim Zuschneiden soviel Stoff zugegeben, daß er zum Um-
legen für das Köpfchen doppelt liegt und bei der Ausführung der Kräuselnaht mitgefaßt
werden kann. 3. Rundgeschnittene Frisur (Abb. 207). Man schneidet die Frisur in
Bogenform zu, je kürzer der Bogen ist, desto krauser fällt die untere Linie aus. Der
Bolant wird an der oberen Kante umgelegt und knappkantig in Nahtbreite oder mit
Köpfchen ausgenäht. Die Unterkante wird vorher gesäumt.

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206. Aufnähen einer Frisur mit Köpfchen.
Die Werkzeuge.
Das zentimetermas3.
Es dient dazu, den Stoff in seiner verschiedenen Ausdehnung auszumessen, ist zumeist
aus Wachstuch gefertigt und hat in der Regel eine Länge von 11X2m oder 150 em. Die
ersten 10 cm sind in Millimeter eingeteilt, Anfang und Ende des Wachstuchstreifens durch
Blechkappen geschützt Da diese Maße nicht geeicht, deshalb oft ungenau sind, so hute
man sich, zum Ausmessen gleicher Stoffteile verschiedene Maße zu benutzen, weil dadurch
ein Teil leicht verschnitten werden kann.

Øre Schere.
Die aus Stahl gefertigte Schere besteht aus zwei, in der Mitte durch eine Schraube
oder einen Stift beweglich zusammengehaltenen Klingen, von denen jede eine scharf ge-
schliffene Schneide und ein Griffloch besitzt. Die beiden Schneiden enden entweder spktz.
.oder die eine, oft aber auch beide sind abgerundet. Die abgerundete Klinge wird beim
Schneiden nach unten gehalten, um den etwa noch darunterliegenden Stoff nicht mitzu-
greifen. Eine Schere darf weder zu schwer noch dürfen die Klingen zu fest aneinander-
geschraubt sein. Dem schweren Gang kann oftmals durch einen Tropfen Ol abgeholfen
werden. Gelöste Stifte kann man durch einen leichten Hammerschlag fester schlagen.
ssdc
« Øie Stecknadel.
Sie besteht aus Stahl oder Messingdraht, hat an einem Ende einen Kopf und ist am
anderen Ende zugespitzt. Bei den Stahlstecknadeln besteht der Kopf aus Stahl oder
Glas. Sie sind dünner als die Messingstecknadelm rosten aber-« auch leicht-
Øer Nähfaden.
Derselbe besteht aus mehreren eindrähtigen, gesponnenen ,Flachs-, Baumwoll- oder
Seidenfäden, die mit dem Zwirnrade zwei bzw. mehrfach zusammengedreht sind. Während
in der Handnäherei jegliche Art Fäden Verwendung findet, eignen sich für Maschinen-
zwecke nur die auf der Spinnmaschine hergestellten Baumwoll- und Seidenzwirne wegen
ihrer gleichmäßigen Stärke ohne Knoten. Sie kommen meist auf Holz- oder Papier-
rollen in den Handel, auf denen der Fabrikname, die Nummer und die Länge nach
Yard (Ellenzahl) vermerkt stehen. Je höher die Nummer, desto feiner der Zwirn
A. Handarbeit. Man verwendet im allgemeinen feineres Garn als die Stärke des
Stofffadens beträgt. Die Länge des Arbeitsfadens wird in der Regel auf 40—50 cm
bemessen; ein längerer Faden nutzt sich leicht ab und wird- unsauber, auch geht die
Arbeit langsamer vonstatten. Beim Heften ist dagegen ein längerer Faden gestattet.
Glatte Seidenfäden fädelt man zweimal in das Nadelöhr ein.
B. Maschinenarbeit. Für die Stärke gilt dasselbe wie beim Handnähen. Zum ge-
nauen Vergleich zieht man probeweise einen Kettenfaden aus- dem Sto heraus. Ober-
und Unterfaden sollen die gleiche Stärke haben. (Ausnahme: Wheeler Fc ilsons Maschine,
bei welcher der Unterfaden 1—2 Nummern feiner als der Oberfaden gewählt wird.)
Øie Råönadei.
Sie sbesteht aus gehärtetem polierten Stahldraht, hat ein stärkeresstumpfes und ein
feineres spitzes Ende. Jm stumper Ende befindet sich das Ohr für den Faden; dasselbe
ist entweder länglich oder rund und muß gut ausgeschliffen sein, damit der Faden nicij
rauh wird und reißt. Gute Nadeln verbiegen sich nicht, sondern springen entzwei und
zeigen alsdann einen scharfen Bruch. Man unterscheidet lange, halblange und kurze Nadeln.
Øie Malchinennadei.
An dieser unterscheidet man den dünnen Teil, Schaft genannt, und den starken Teil,
den Kolben. Der Schaft ist zugespitzt und hat dicht über seiner Spitze das Ohr; von
letzterem geht an der einen Seite aufwärts eine lange Rille, auf der anderen eine kurze.
Jn die lange Rille legt sich beim Durchstechen des Stoffes das von der Garnrolle sich
abwickelnde, in die kurze Rille das kurze, vom letzten Stich kommende Fadenende.
Dadurch wird das Stichloch im Stoff wenig oder gar nicht aufgeweitet und der , aden
vor dem Zerreißen bewahrt. Der Kolben ist bei den mannigfachen Maschinensytemen
verschiedenartig geformt. Es gibt Nadeln mit dünnem und solche mit starkem runden
Kolben. Man merke sich im allgemeinen, für Flügelschrauben = Flachkolben, für
Schlitzschrauben = runde Kolben. Es gibt ferner Nadeln mit starkem runden Kolben,
die an einer Seite flach geschliffen sind; solche Nadeln haben immer die richtige Lage.
Das Einsetzen geschieht nach der jeder Maschine beigegebenen Gebrauchsanweisung; nach
dieser muß die lange Rille entweder nach vorn oder nach der Seite stehen. Die Stärke-
nummer ist bei guten Nadeln auf dem Kolben eingraviert. Jede Fabrik hat ihre eigenen
Nummerstärken, man unterscheidet z. B. Nummern von 00—4, 1—6, 6—14, 9—15. Die
Stärke der Nadel muß dem Arbeitsfaden entsprechen. Beim Einkauf von Maschinen-
nadeln ist es erforderlich, das Nähmaschinensystem anzugeben.

—51—
Øie Werkzeuge.
Øas zentimetermaf3.
Es dient dazu, den Stoff in seiner verschiedenen Ausdehnung auszumessen, ist zumeist
aus Wachstuch gefertigt und hat in der Regel eine Länge von 11X2m oder 150 em. Die
ersten 10 cm sind in Millimeter eingeteilt, Anfang und Ende des Wachstuchstreifens durch
Blechkappen geschützt Da diese Maße nicht geeicht, deshalb oft ungenau sind, so hute
man fich, zum Ausmessen gleicher Stoffteile verschiedene Maße zu benutzen, weil dadurch
ein Teil leicht verschnitten werden kann.

Øie Schere.
Die aus Stahl gefertigte Schere besteht aus zwei, in der Mitte durch eine Schraube
oder einen Stift beweglich zusammengehaltenen Klingen, von denen jede eine scharf ge-
schliffene Schneide und ein Grisfloch besitzt. Die beiden Schneiden enden entweder spkg.
.oder die eine, oft aber auch beide sind abgerundet. Die abgerundete Klinge wird beim
Schneiden nach unten gehalten, um den etwa noch darunterliegenden Stoff nicht mitzu-
gkeiims Eine Schere darf weder zu schwer noch dürfen die Klingen zu fest aneinander-
geschraubt sein. Dem schweren Gang kann oftmals durch einen Tropfen Ol abgeholfen
werden. Gelüste Stifte kann man durch einen leichten Hammerfchlag fester schlagen.
« Øie Stecknadel.
Sie besteht aus Stahl oder Messingbraht, hat an einem Ende einen Kopf und ist am
anderen Ende zugespitzt. Bei den Stahlstecknadeln besteht der Kopf aus Stahl oder
Glas. Sie sind dünner als die Messingstecknadeln, rosten aber-auch leicht.
Øer Nähfaden.
Derselbe besteht aus mehreren eindrähtigen, gesponnenen ,Flachs-, Baumwokl- oder
Seidenfäden, die mit dem Zwirnrade zwei bzw. mehrfach zusammengedreht sind. Während
in der Handnäherei jegliche Art Fäden Verwendung findet, eignen sich für Maschinen-
zwecke nur die auf der Spinnmaschine hergestellten Baumwoll- und Seidenzwirne wegen
ihrer gleichmäßigen Stärke ohne Knoten. Sie kommen meist auf Holz- oder Papier-
rollen in den Handel, auf denen der Fabrikname, die Nummer und die Länge nach
Yard (Ellenzahl) vermerkt stehen. Je höher die Nummer, desto feiner der Zwirn.
A. Handarbeit. Man verwendet im allgemeinen feineres Garn als die Stärke des
Stofffadens beträgt. Die Länge des Arbeitsfadens wird in der Regel auf 40—50 cm
bemessen; ein längerer Faden nutzt sich leicht ab und wird- unsauber, auch geht die
Arbeit langsamer vonstatten. Beim Heften ist dagegen ein längerer Faden gestattet.
Glatte Seidenfäden fädelt man zweimal in das Nadelöhr ein.
B. Maschinenarbeit. Für die Stärke gilt dasselbe wie beim Handnähen. Zum ge-
nauen Vergleich zieht man probeweise einen Kettenfaden aus— dem Sto heraus. Ober-
und Unterfaden sollen die gleiche Stärke haben. (Ausnahme: Wheeler 8- ilsons Maschine,
bei welcher der Unterfaden 1—2 Nummern feiner als der Oberfaden gewählt wird.)
Øie Råbnadei.
Sie sbesteht aus gehärtetem polierten Stahldraht, hat ein stärkeresstumpfes und ein
feineres spitzes Ende. Jm stumper Ende befindet sich das Ohr für den Faden; dasselbe
ist entweder länglich oder rund und muß gut ausgeschliffen sein, damit der Faden nickt
rauh wird und reißt. Gute Nadeln verbiegen sich nicht, sondern springen entzwei und
zeigen alsdann einen scharfen Bruch. Man unterscheidet lange, halblange und kurze Nadeln.
Øie Malchinennadei.
An dieser unterscheidet man den dünnen Teil, Schaft genannt, und den starken Teil,
den Kolben. Der Schaft ist zugespitzt und hat dicht über seiner Spitze das Ohr-; von
letzterem geht an der einen Seite aufwärts eine lange Rille, auf der anderen eine kurze.
Jn die lange Rille legt sich beim Durchstechen des Stoffes das von der Garnrolle sich
abwickelnde, in die kurze Rille das kurze, vom letzten Stich kommende Fadenende.
Dadurch wird das Stichloch im Stoff wenig oder gar nicht aufgeweitet und der , aden
vor dem Zerreißen bewahrt. Der Kolben ist bei den mannigfachen Maschinensytemen
verschiedenartig geformt. Es gibt Nadeln mit dünnem und solche mit starkem runden
Kolben. Man merke sich im allgemeinen, für Flügelschrauben = Flachkolben, für
Schlitzschrauben = runde Kolben. Es gibt ferner Nadeln mit starkem runden Kolben.
die an einer Seite flach geschliffen sind; solche Nadeln haben immer die richtige Lage.
Das Einsetzen geschieht nach der jeder Maschine beigegebenen Gebrauchsanweisung; nach
dieser muß die lange Rille entweder nach vorn oder nach der Seite stehen. Die Stärke-
nummer ist bei guten Nadeln auf dem Kolben eingraviert. Jede Fabrik hat ihre eigenen
Nummerstärken, man unterscheidet z. B. Nummern von 00—4, 1—6, 6—14, 9—15. Die
Stärke der Nadel muß dem Arbeitsfaden entsprechen. Beim Einkauf von Maschinen-
nadeln ist es erforderlich, das Nähmaschinensystem anzugeben.

....51.-
Øie Råhmafchine

Allgemeines.
Der Ankunf. Beim Ankan einer Nähmaschine empfiehlt es sich, ein bekanntes, gut
empfohlenes Fabrikat zu wählen, wenn man nicht Gefahr laufen will, bald und oft
Reparaturen vornehmen zu müssen, die sowohl die Freude am Besitz schmälern, als auch
den Geldbeutel in uzzäehsamer Weise angreisen. Zu empfehlende deutsche Nähmaschinen-
fabriken sind u. a.:
Baer 8- Rempel, Bieleseld (Phönix und Teutoniamaschinen); Biesolt Fc Locke-
Meißen; Dürkopp Fc Co., Bieleseld; Gritzner, Durlach (Baden); H. Koch Fe Eo«
Bielefeld (Adler); Hermann Köhler, Altenburg; Mundlos Fe Eo., Magdeburg
iViktoriamaschinenV Pfaff, Kaiserslautern; Seydel Fc Naumann, Dresden.
Der Aufstellungsort. Derselbe darf nicht uneben sein, weil dadurch ein beständiges
Erschüttern der Maschine hervorgeruer wird, infolgedessen die Schrauben im Laufe der
Zeit sich verziehen und lose werden. Feuchtigkeit und Staub müssen von der Maschine
ferngehalten werden, sie schaden den Stahlteilen, und der Rost hält seinen Einzug. Am
besten wird sofort ein der Maschine angepaßter liberng angefertigt. der unterhalb des
Olbleches mit Knöpfen geschlossen werden kann. Für die Dauer der Außergebrauch-
stellung der Maschine wird die kleine Auslösungsscheibe am Handrad gelockert, der
Riemen abgeworfen und ein Stoffstückchen unter den gesenkten Nähfuß gelegt. Den
Hebel hochgestellt zu lassen ist nicht ratsam, weil die Feder der Presserstange dadurch
anbepatänkraft verliert. Die Apparate und Spulen werden gesondert in kleinen Kästen
au ewa rt. «
Der Bau der Nähmaschine.
Die Nähmaschine besteht aus Oberteil und Unterteil Der Oberteil besteht aus dem
Arm mit den daran befestigten oberen Organen und der Fundamentplatte mit den damit
in Verbindung stehenden unteren Organen. Unterteil nennt man das Gesiell (den
Stand) mit seinen Teilen, auf dem der Oberteil ruht.

l. Der OberteiL
Der Arm. Er enthält in seinem Jnnern die Welle, Kurbeln und andere Teile, durch
welche das Handrad mit den Bewegungsteilen an der Stirnseite in Verbindung steht.
Er besteht aus Gußeisen und hat an seiner hinteren Seite größere und kleinere Offnungem
der en größte durch einen angeschraubten Scheibendeckel geschlossen wird. Die linke offene
Seite wird durch die Stirn- oder Frontplatte geschlossen. Durchdie Offnungen hindurch
werden die inneren Teile in den Arm hineinmontiert, sie ermöglichen aber auch zugleich
«das Olen der Reibungsteile im Jnnern. "
Die oberen Organe.
1«. Das Hand-, Schnur- oder Schwungrad. Es liegt rechts am Arm, ist kleiner und
schwingt schneller als das am Fußgestell befindliche Treibrad. Es führt die Mechanismen
der Maschine über ihre toten Punkte hinweg. Beide Räder sind durch den Treibrieznem
der durch zwei Tischlöcher geht, miteinander verbunden. Das Handrad steht durch eine
Welle mit den an der Stirnseite angebrachten Bewegungsteilen — mit Ausnahme der
Presserstange und deren Hebel — in Verbindung. Zur Vornahme des Spulens läßt
sich-diese entweder durch Reibung oder durch Kupplung oder durch einen Bolzen hervor-
gerufene Verbindung ausschalten. Jm ersten Falle löst man die Verbindung und stellt
sie auch wieder her durch Drehen einer in der Mitte des Rades angebrachten Scheibe.
Im zweiten Falle greift ein federnder Schnepper in einen Einschnitt des Stellringes.
Jm dritten Falle wird durch einen Bolzen, welcher in ein Bohrloch des Rades und
Stellringes paßt, die Verbindung hergestellt bzw. durch Herausziehen derselben ausgelöst.
Durch diese Vorrichtung wird einmal der Nähmechanismus geschont, zweitens braucht
man die Näharbeit unter dem Fuß beim Spulen nicht fortzunehmen.
2. Die Spulvorrichtung liegt meistens in der Nähe des Handrades Die Spule wird
entweder zwischen zwei Scheiben geklemmt oder auf eine Welle geschoben, an welcher sich
ein kleiner Mitnehmerstift für das Spulenwandloch befindet. Da fast jede Fabrik ihre
besonderen Einrichtungen hat, so verweise ich hierbei auf die jeder Maschine eigegebene
Gebrauchsanweisung. Die meisten Maschinen führen den Faden beim Spulen hin und
·her und schalten die Spulvorrichtung selbsttätig wieder aus, sobald die Spule gefüllt ist«
A
3. Die Stichftellung. Sie befindet sich in der Nähe der Spulvorrichtung, entweder
am Arm oder auf der Fundamentplatte Durch einen Hebel oder eine Schraube, die sich
beide schieben lassen. wird der Stich, dessen Stellweite bei manchen Maschinen auf einer
Platte angegeben ist, größer oder kleiner gestellt. Die Stichstellungsschraube steht mit
dem Stoffschieber (Transporteur) in Verbindung. Die Richtung der Stellungsschraube
ist ganz verschieden, man hat sich deshalb nach der betreffenden Vorschrift zu richten.
Es gibt Maschinen, bei denen die Stellweite des Stiches durch Schrauben der Stellungs-
schraube bewirkt wird, während durch ein Auf- oder Abwärtsbewegen derselben die
Maschine vorwärts bzw. rückwärts näht.
4. Zwei Garnrollenstifte sind nebeneinander oben auf dem Näharm angebracht.
5. Die Front- oder Stirnplatte. Sie verdeckt das linke offene Ende des Armes
und ist d-urch eine oder mehrere Schrauben an demselben befestigt.
6. Die Nadelstange, 7. Die Presserstange. Beide Stangen sind an der Stirnseite
angebracht, stehen senkrecht zur Nähplatte und ragen in der Regel unten und oben je
aus einer Durchbohrung des Armes hervor. Die vordere Stange heißt:
Nadelstange, besteht aus Stahl, ist bei einigen Maschinen hohl und bewegt sich beim
Nähen in senkrechter Richtung. Uber ihr unteres Ende ist die Nadelklammer geschoben,
durch welche der Kolben der Nadel in eine am unteren Ende der Nadelstange befindliche
Nute gedrängt und daselbst durch eine Schraube festgehalten wird. Die
Presserstange oder der Stoffdrücker liegt hinter der Nadelstange und ist, dieser ent-
sprechend, vierkantig oder rund geformt. An ihr unteres Ende werden die verschieden-
artigen Nähfüße geschraubt; häufig ist ein Fadenabschneider über der Schraube angebracht
oder die Stange ist statt dessen an einer Stelle geschärft. Die Presserstange drückt den Stoff
mittels einerinnerhalb des Näharmes auf sie übergestreiften Spiralfeder und des angeschraubten
Fußes auf den Stoffschieber im Unterbau. Durch eine oben auf die Stange aufgefchraubte
Mutterschraube wird der Druck derselben geregelt.
8. Oberfadeiifiihrungd und -spannung. Die Fadenführung setzt sich zusammen aus
Haken, Stiften, Federn, sen und Scheiben, über die und durch die der Faden zur Nadel
geführt wird. Die betreffenden Scheiben nennt man Spannungsscheiben; sie klemmen
bei gesenktem Presserhebel den Faden so fest ein, daß er beim Nähen eine Reibung zu
überwinden hat, wodurch die Spannung hervorgerufen wird. Die Scheiben sind in der
Regel in der Mitte durchlocht und auf einen Stift geschoben, auf dem sie mittels einer
vorgelagerten Spiralfeder zusammengepreßt werden. Letztere wird mittels einer Schrauben-
mutter in ihrer Lage gehalten, und die Spannung durch festeres oder loseres Schrauben
reguliert. Durch Anheben des Presferhebels kann bei einigen Maschinen die Spannung
gänzlich aufgehoben werden. Ein wichtiger Bestandteil ist noch der Fadengeber oder
Fadenanzugshebel. Er ragt aus einem Schlitz der Front- oder Stirnplatte heraus; an
seinem langen Ende befindet sich ein Loch oder ein Einschniit zur Aufnahme des Fadens.
Durch Abwärtsbewegen des Fadengebers wird die Oberfadenfchlinge zunächst gelockert
und der Faden bei der Stichbildung durch Emporschnellen wieder angezogen.
9. Der Presferhebel befindet sich dicht an der Stirnplatte, er ragt hinten aus einem
Schlitz des Armes hervor und hebt die Presserstange. Will man den Stoff unter dem
Fuß entfernen, so wird durch Heben der Stange die Spannungsvorrichtung außer Tätig-
keit gesetzt und damit gleichzeitig die Spannung des Oberfadens aufgehoben,
ec-
---«iDie Fundamentplatte. Sie ist in eine polierte Holzplatte, den sog. Tisch, eingelassen
und wird hinten durch Scharniere, vorn durch eine Feder oder einen Riegel darin fest-
gehalten. Durch Spannen der Feder oder Drehen des Riegels nach Loslösung des Treib-
riemens vermag man die Fundamentplatte zu heben und kann alsdann an die unteren
Organe gelangen. Die Fundamentplatte ist. aus Gußeisen, bietet den unteren Organen
den nötigen Halt und hat an ihrem linken Ende Ausschnitte sowohl für 1 oder 2 Schieber
als auch für die Stichplatte. Durch die Schieberöffnung nimmt man bei manchen Ma-
schinen die Schiffchen und Spulenhülsen heraus. Die Stichplatte ist angeschraubt; in ihr
befindet sich der Ausschnitt für« den Stoffschieber und für ein Stichloch, durch das die
Nadel mit dem Faden unter die Fundamentplatte zur Fadenverschlingung gelangt. Durch
das Stichloch hat die Nadel stets mitten hindurch zu gehen.
Unter der Fundament- oder Nähplatte liegen:
a) Die unteren Organe zur Fadenverschlingung
b) der Stoffschieber (Transporteur); und es vollzieht sich dort
c) die Fadenverschlingung
Die unteren Organe. «
Bei denselben kommen die Einfaden- oder Kettenstich- sowie die Zweifadenmaschinen -
in Betracht. (3weifadenmaschinen: Doppelfteppstich- und Schnurstichmaschine.)

—53-
A. Øie Eins-idem oder Kettenstichmafchinem z«
Bei denselben entsteht der Kettenstich dadurch, daß die gebildete Schleife sich mit der
vorhergehenden verschlingt und sie dadurch gegen Auflösen sichert.
1. Der Kettenstich wird worauf der Greifer die hier
mittels eines rotierenden — - . sich bildende neue Schlinge
Greifers unterhalb des » erfaßt und damit zugleich die
’Stoffes gebildet. Der Grei- - « alte bindet. Auf der Ober-
fer hält dabei die Faden- k» seite bilden sich Steppstiche;
schlinge so lange fest, bis die « wie z. BE bei den Kindernäh-
Nadel beim neuen Stich in 208. Kettenstichbilduug bei den Kinder- maschinen mit Handbetrieb.
die alte Schlinge einsticht, nabmoichinen mit Handbetrieb— (S. Abb. 208.)
2. Der Kettenstich wird mittels einer als Häkelnadel fungierenden Nadel mit vertikaler
Bewegung auf der Stof fo berseite gebildet. Dabei wird der Faden zur neuen Schlinge
schon in die Häkelnadel gelegt, wenn die Nadel sich noch in der alten Schlinge befindet.
Die äkelnadel zieht die alte Schlinge durch die neue und bindet diese hierdurch. Dies
sind pezialmaschinen.

B. Sie Ooppelsteppstichmafchinen lzweifadenmaschinen1.


Unterscheidungsmerkmga le.
Das hauptsächlichste Unterscheidungsmerkmal bei den Systemen der Zweifaden- oder
Doppelsteppstichmaschinen liegt in den unteren Organen der Fadenverschlingung Nach
den bisher im Handel erschienenen Familiennähmaschinen teilt man sie ein in: -
A. Maschinen mit langer Spule, und
B. solcher mit runder Spule.
. Zu A gehör-en die Schiffchenmaschfinem Bei diesen wird der Unterfaden —- auf
eine Spule gewickelt »und in einem Schiffchen gelagert — durch die Schlinge des Ober-
fadens geführt. Man unter cheidet:
a) Die Grads oder Lang chisfchenmaschinen,
b) die Bogenlang-, Zylinder- oder Schwingschisschenmafchinen.
Zu B gehören:
1. Die rotierenden (rundlausenden) Greifermnschinen,
2. Die oszillierenden (hin- und zurück schwingenden) GreiferschiffchenEmafchinesm
1. Bei den Greifermaschinen wird die Oberfadenschlinge um eine im Zentrum mit
dem Unterfaden ruhente Spule mittels rundlausenden Greifers herumgezogen. Man
unterscheidet:
o) solche, bei denen die Spulenkapsel durch einen vorgeschobenen Ring — Brille ge-
nannt —- gehalten wird.
b) solche, bei denen das Schiffchen in den Greifer eingebaut ist.
2. Bei den Greiferschiffchenmaschinen unterscheidet man:
a) Die Ringschisschenmaschinen. Bei dieser wird die Oberfadenschlinge mittels des
greiferähnlichen, oszillierend sich bewegenden Schifschens um die in ihm gelagerte,
mit dem Unterfaden bewiekelte Spule gezogen.
b) Die Zentralspulenmaschinen Bei diesen zieht das oszillierende Greiferfchiffchen die
Oberfadenschlinge um die zentrisch gelagerte stillftehende Spulenkapsel herum. Jn
der Kapsel ruht die Spule mit dem Unterfaden.
-
Zu den Greifermaschinen a) gehört die Wheeler O Wilson-Maschine. Bei dieser liegt
aber die Spule nicht in einer Spulenkapsel.

209. Langschiffchen mit eingelegter Spule


= Fadenführungssteg DF = Außere Schifschenfeber
E = Einschnitt H = Innere Schiffchenfeder.

1. Øie Grad- oder Langfchiffchenmaschinem


Die Spule wird bei denselben in das Schiffchen und dieses in den Schiffchenkorb ge-
legt. Der letztere ist an den Schisfchentreiber angeschraubt und wird von diesem in der
Schifschenbahn bewegt. Diese ist unter der Fundamentplatte angegossen oder angeschraubt.
Die Spule ist ein runder langer Stift, auf dessen beiden Enden je eine kleine Scheibe
befestigt ist. (S. Abb. 209.) Spule im Schiffchen liegend.

—54—--
Das Schiffch en Abb. 209 ist der Form eines Kahnes nachgebildet, an einem Ende
stumpf, am andern zugespitzt, eine Langseite ist offen. Die Spitze vertritt den Greifer.
Von der offenen Seite wird die Spule in das Schiffchen hineingelegt und durch eine
Feder gehalten. Das Schiffchen gleitet in horizontaler Lage an einer geraden, ge-
schliffenen Fläche, der Schiffchenbahn, entlang.
D er Schiffchenkorb ist ein Gehäuse, in welches das Schiffchen gelegt wird.- Um
das Anschlagen desselben zu vermindern, ist es mit Federn ausgefüttert.
Der Schiffchentreiber ist derjenige Teil, an dem der Schiffchenkorb befestigt ist;
er wird mittels der Zugstange bewegt.

2. Sie Bogen-Lang- oder Schwingfchiffchenmaschinem


Das Ineinandergreifen der Organe zur Fadenverschlingung vollzieht sich nach Angabe -
unter 1.
Die Spule. Siehe Beschreibung unter 1.
D as Schiffch en Abb. 210 hat die Form eines an einem Ende zugespitztem am andern
Ende offenen Zylinders oder einer Patrone, weshalb auch der Name Zylinder- oder
Patronenschiffchen gebräuchlich ist. Jn das offene Ende wird die Spule eingeschoben
und liegt lose darin. Das Schiffchen gleitet in horizontaler Lage an einer bogenförmigen
Fläche entlang.

.-

IN
Spule

« «
210. NAUMCUUS .
X

?
l
,--:- l'».-««:W:f: —«»k-·.- . =
Schwung.
»
Schlitz, in den der Faden ein-
. . » . , . — .. führt wird
Spule
ichsffchen mit , —»— - - «» : l l sl ils sl l slsl'"»l l ls z -= essengszzgggsfdåd DISWWN
OR feder.

Der «Schiffchenkorb. Siehe Beschreibung unter 1.


Der Schikffch entreiber. Siehe Beschreibung unter 1.

3. Die rotierenden Greifermafchinen mit Brille.

211. A Das Einsetzen der Spulenkapsel (Phönix). a Feder, b Spule, c Brille,


d Bügel. B Spule. c Spulenkapsel mit eingelegter Spule. D Greifer.

Die Spule wird in die Kapsel und mit dieser in die Vertiefung des Greifers gelegt;
dort wird sie durch einen Ring — Brille genannt — festgehalten. Der Greifer ist auf
der Greiferwelle befestigt und wird durch diese rotierend bewegt.
Die Spule ist eine kurze runde, hohle Rolle mit breiten runden Scheiben an jedem
Ende (Siehe Abb. 21113.)
Die Spulenkapsel oder Hülfe Abb. 211c ist rund und an einer Seite offen. Sie
hat an ihrem Außenrand die Spannungsfeder zur Regulierung für den Unterfaden. Die
Hülfe macht die Bewegung des Greifers nicht mit.
Der rotierende Greifer (Schlingenfänger) ist ein in der Mitte vertiefter runder Körper,
aus dessen Rand durch einen Ausschnitt ein Haken — der Greiferhaken — heraus-
gearbeitet ist. (Siehe Abb. 21lD.)
4. Die rotierenden Greifermafchinen mit eingebauter Spulenkapsel.
Die Spule liegt in einer Kapsel und diese im Schiffchen. Letzteres ist in den Greifer
eingebaut. Der Greifer wird durch die Greiferwelle rotierend getrieben.
Die Spule (Abb. 212B, s. Beschreibung unter 3). Sie
wird in der Kapsel mittels einer zungenförmigen Feder
gehalten.
Die Kapsel (Abb. 212 A) ist rund und an einer Seite
offen. An ihrem Außenrand befindet sich die Spannungs-
feder für den Unterfaden. Sie ist in den Greifer einge-
baut und läuft innerhalb desselben in einer Bahn um
die Spule herum.
Der rotierende Greifer
(s. Beschreibung 3). Jn diesem
Greifer befindet sich die kreisför-
mige Schiffchenbahn (s. Greifer
mit eingebautem Schiffchen,
Abb. 212-A).
212-A (Pbönix). Greifer mit eins - - , , «
gebauter Spulenkapselund Spule. 5« 919 Rlnqschisschen" 2128. Spule mit aufgewickeltem
ab Kapielfpannungsfeder. mzschinen. Faden.

Die Spule liegt im Schiffchen,


das in eine Spitze, die Greiferspitze oder den Schlingenfänger ausläuft und sich in der
Schiffchenbahn bewegt. Der Schiffchentreiber teilt dem Schiffchen eine oszillierende, d. h.
hin- und herschwingende Bewegung mit.
Die Spule (s. Beschreibung unter 8).
Das Rings chiffchen. Jm Schiffchen ist ein Hohlraum zur Aufnahme der Spule,
welche mittels eines Deckels darin festgehalten wird. Auf dem Deckel befindet sich die
Spannfeder zur Regulierung des
Unterfadens. Das Ringschiffchen
bildet mit der Greiferspitze zusammen
einen Halbring (s. Abb. 213A und B).
Die Schiffchenbahn ist ring-
förmig und an das Fundament «"an-
geschraubt.
Der Schiffchentreiber ist ein
gabelförmiger Körper, welcher auf
einer Welle befestigt ist.

6. L Øie zenttalfpulen-
mafchinem
. Die Spule liegt in einer Kapsel, »
213A,(Piaff).GeöffnetesRings die ihrerseits in einem Schiffchen
schifichen skit ringelegter ruht» das in einer kurzen Greifer- Lieg. Dasselbe geschlossen.
cpme· spitze endet. Ersteres bewegt sich um
. die im Bewegungszentrumstilliegende » «
Kapsel mit der Spule innerhalb der Schiffchenbahn und wird vom Schiffchentreiber ofzil-
lierend (hin- und zurückschwingend) in Bewegung erhalten.
Die Slpule (s. Beschreibung unter 3).
Die Spulenkapsel oder -hülfe ist ein Gehäuse, sie hat an ihrer Außenrandfläche
die Spannungsfeder zur Regulierung des Unterfadens und wird auf dem Stift des
Schiffchens mittels eines federnden Schiebers festgehalten. Durch ein hervorstehendes
Hörnchen greift die Kapsel in eine Nute der Schiffchenbahn und wird dadurch ge-
hindert, an der Bewegung des Schiffchens teilzunehmen (s. Abb. 214 ll und lll). .
Das Zentralschiffch en (Abb. 214 lV) ist ein halbringförmiger Körper, der an einem
Ende in eine kurze Greiferspitze ausläuft. Aus der Mitte ragt ein Stift hervor, auf
den die Spulenkapsel mit Spule geschoben wird. Das Schiffchen bewegt sich oszillierend
in der Schiffchenbahn.
Die ringförmige Schisffchenbahn wird am Fundament befestigt.
Der Schiffchentreib er (s. Beschreibung unter 5)..
Um einen leichten Gang zu erzielen, werden die neueren Maschinen mit Kugel-
lagern geliefert.
214.(Vfaff) l Spule mit aufnewickeltem Faden. IlmSpuleiTiEZTseel (offen»e Seite). —lll-SZTii;FiZZfe7mit e Use-
fädeltem Faden; F Spannunaelfedey darunter die Schraube» D»Einschnitt zum Einfuhren des Fadens.
E Ausführungsftelle des Fadens. lV. Zentralfchifkchem a Greiferspitze.

c. Øer Stofffcöieöer lTransporteut].


Dieser ist ein länglicher Körper, der mit mehreren Reihen scharfer, »etwas.schräg»ge-
richteter Zähne besetzt und auf eine Schiene, die »Brücke«, aufgefchraubt ist. Diese Brucke
ist mit zwei Wellen verbunden und wird durch sie sowohl gehoben und gesenkt, als auch
vor- und rückwärts gefchoben. (Wilsons Viereckbewegung.) Die Welle für die Vor-
und Rückwärtsbewegung steht mit der Stichstellungsschraube in Verbindung. » Die Stich-
länge wird durch sie insofern geregelt, als durch Veränderung der Lage der Stichstellungs-
schraube der Weg des Stoffschiebers verkürzt oder verlängert wird. Die Bewegung des
Stoffschiebers ist folgende: -
1. er hebt fich von unten nach oben und ergreift den Stoff,
2. er bewegt fich von vorn nach hinten und schiebt den Stoff weiter,
3. er senkt sich und verläßt den Stoff. ·
4. er bewegt sich von hinten nach vorn, um mit der ersten Bewegung wieder einzusetzen, usw.
D. Øie Fadenverschlingung und Stichöildunq bei
· 90ppelsteppstich—
Die Nadel durchsticht den Stoff von oben und bringt hierdurch den in die Nadel ein-
gefädelten Oberfaden auf die Unterseite des Stoffes bzw. der Stichplatte. Hier bildet er

215. siliichtige Fadenspannung u. Stichbilduna. d Zu feste Ober-


ladenspannung. e Zu feste Unterfadenfpannung.

mit Hilfe des gesenkten Fadengebers und durch ein


geringes Anheben der Nadel mittels Reibung eine kleine
Schlinge, diese wird von der Schisfchen- bzw. Greifer-
spitze erfaßt und erweitert, und es gleitet nun ent-
weder das Schiffchen mit dem darin gelagerten und
aufgespulten Unterfaden hindurch (Langschiffchen- und
, Schwingschiffchenmaschinen), oder die Greifer- bzw.
« Greiferschiffchenspitze führt die Oberfadenschlinge um
den in einer Kapsel gelagerten, auf einer Spule aufgewickelten Unterfaden herum. (Greifer-
und GreiferschifkchenmaschinenJ Das Festziehen der Schlinge besorgt der Fadenanzugs-
hebel derart, da , wie Abb. 2150 zeigt, bei richtiger Spannung die Verschlingung beider
. Fäden in der Mitte des Stoffes liegt. Jetzt ist ein Stich beendet.
st die Ober adenspannung zu fest, so vollzieht sich die Verschlingung der Fäden oberhalb
des toffes(s. bb.215c).Abänderung: Man schraube die Feder der Oberfadenspannung
loser. —- Abb.215d zeigt dagegen eine zu lose Oberfadenspannung. Abänderung:
Man schraubt die Feder der Oberfadenspannung fester.
Bei dünnen Stoffen kann einerichtig liegende Verschlingung nicht erzielt werden. Man
hat in diesem Falle darauf zu sehen, daß die Spannung so gestellt wird, daß die Ver-
schlingung wie bei Abb. 215c an der Unterseite sich befindet; liegt die Arbeit mit der Rück-
seite oben. so schraubt man dazu die Oberspannung fester, liegt dagegen die Borderseite
oben, so schraubt man die Oberfadenspannung loser.
Die richtige Fadenspannung suche man m ö g lich st durch Schrauben an derOberfadenspan-
nung zu erzielen, da die Feder der Unterfadenspannung durch vieles Schrauben an Kraftverliert
Eine lose Oberfadenspannung wird sowohl beim Kräuseln eines Stoffes, als auch beim
Sticken mit der Maschine gebraucht.
T-

E. Øie Unterfadenfpannung.
Die Schraube zur Regulierung der Unterfadenspannung befindet sich bei:
1. Langschiffchenmaschinen an der Jnnenkeite des Schiffchens,
2. Schwingschiffchenmafchinen an der Au enseite des Schiffchens,
Z. Greifermaschinen an der Außenseite der Spulenkapsel,
4. Ringschiffchenmaschinen am Deckel des Schiffchens,
5. Zentralspulmaschinen an der Außenseite der Spulenkapsel.

ll. Das suggestell lllnterteil].


Am gußeisernen Gestell unterscheidet man zwei Seitenteile, die durch das Berbin-
dungsstück (Kreuz, Spreize), verbunden sind. Auf einer Welle oder zwischen zwei Stahl-
spitzen unten am Fußgestell ist das Trittbrett beweglich angebracht, auf das zum Antrieb
der Maschine die Füße gestellt werden. Die Schubstange verbindet das Trittbrett mit
dem Treibrad, in dessen Felge sich eine Rille für den Treibriemen befindet. Dieser kann
bei neueren Maschinen durch den Riemenabwerfer aus der Rille herausgehoben und durch
einen . Fortsatz an der Treibradfelge bei erneutem Treten selbsttätig wieder ergriffen werden.
Um die Kleidung vor dem Hineinziehen in das Rad zu schützen, ist das Gestell mit
einer Verkleidung, dem Kleiderschutz, versehen.
Außer den Maschinen mit Fußbetrieb gibt es für den Familiengebrauch noch solche
mit Handbetrieb. Der Unterbau wird hierbei in einem Sockel untergebracht und die
Maschine durch eine Kurbel am Handrad in Bewegung gesetzt.

Øie qeötåucöiichlten Nähfüfze.


Alle derartigen Füße haben einen aufstrebenden Teil, welcher im Gebrauchssalle an
die Presserstange geschraubt wird; im wagerecht liegenden Teil jedes Fußes befindet sich
das Stichlvch.
Der Steppfuß ist der am meisten gebrauchte Nähfuß und wird jeder Maschine beige-
geben. Er ist aus Stahl hergestellt und besitzt zwei Zungen, eine breite lange und eine
schmale kurze, welche beide am vorderen Ende aufwärtsgebogen sind und mit ihren
inneren und äußeren Seiten beim Nähen als Lineal dienen, an dem entweder eine Stoff-
kante, eine vorgezeichnete Linie oder eine Naht entlanggleitet.
Der Faltenfuß mit der Form des Steppfußes ist in seinen Teilen zierlicher gebaut
als dieser und unterscheidet sich von ihm durch eine fchmälere Breite der langen Zunge.
Der Kanteiistepper(Abb.216b) mit nur einer Zunge ist für solche Nähte geeignet, bei
deren Anfertigung die zweite Zunge stören würde, z. B. beim Schnureinnähen (Abb. 181).

»a V d L F 9 b
216. a Lineal für Stepplinien, die in geringem Abstand von der Kante laufen, d Kantenstepper,
c Bandeinfasier, d Kräuselfuß, e Schnuraufnäher, f Schnureinnähfiiß. g Kappfuß, h Säumerfuß.

Die Lineale. Für alle obigen Füße verwendet man häufig als Hilfsmittel Lineale,
um breitete Nähte oder Falten anzufertigen. (S. Lineal Abb. 216ki und das Lineal für das
Wattieren. Abb. 11.)
Man schraubt das erstere auf der Hauptplatte mittels einer besonderen Schraube in
dafür vorgerichtete Schraubenlöcher an, welche seitlich von der Stichplatte liegen. Die« in
der Abb. 216ii kenntliche Rille erlaubt ein Näher- oder Weiterabschieben des Lineals an
den bzw. von dem Nähfuß. Dasselbe wird gebraucht, wenn die Falte oder die Breite
der Naht den Raum bis zu dem hochstehenden Teil des Lineals nicht überschreitet.
Das zweite Lineal (s. Abb. 11) gewöhnlich auch Wattierlineal genannt, wird mit seiner
Gabel an einen dafür besonders eingerichteten Fuß angeschraubt und für solche Nähte
verwendet, bei denen die Breite des Stoffes die Schraubenlöcher in der Platte beim
Nähen —- wie z. B. beim Wattieren — verdeckt.
Der Bandeinfaster. Dieser Apparat (s. Abb. 216c) wird mit seiner Gabel an einen
Fuß geschraubt und besteht aus zwei für das Band bestimmten, übereinandergelagerten
Schnecken, welche durch einen Hohlraum zur Aufnahme der Stoffkante getrennt sind.

—58—
Der KräuselfußiAbb.216d) besteht aus zwei hohl übereinandergelagerten Platten, von
denen die untere kürzer ist als die obere. Dadurch, daß der Stoffschieber nicht in seiner
ganzen Länge auf die kurze Platte wirken kann, schiebt sich der Stoff zusammen.
Der Schnuraufnäher(Abb.216e)hat an einer breiten flachen Zunge in der Mitte seiner
Unterseite eine breite Rille zur Aufnahme der Schnur.
Der Schnureinniihfuß (Abb.216i) besitzt an. der Unterseite einer breiten Zunge zwei
schmale Rillen zur Aufnahme von zwei Schnüren.

Das Olen der» Rätsmaschine.


Wo beweglich verbundene Eisenteile sich gegenseitig berühren, wird in ihren Berüh-
ruiigsflächen eine Reibung erzeugt, die notwendig ein baldiges Abschleifen derselben her-
vorruft und einen unregelmäßigen Gang der Maschine zur Folge hat. Um diese Reibung
tunlichst zu verringern, ergibt sich die Notwendigkeit, die Maschinenteile oft und gründlich
zu ölen.
Wo soll man ölen? An sämtlichen Reibungsstellen des Ober- und Unterbaues sowie
am Tretgestell wird das Olen entweder durch die vorhandenen Schmierlöcher hindurch
bewirkt oder an den Reibungsstellen unmittelbar vorgenommen.
Das Material. Dazu eignet sich in erster Linie bestes, gereinigtes Knochen- oder
Maschinenöl, das in Nähmaschinen- und auch in Drogenhandlungen käuflich ist. Zu
verwerfen ist jedenfalls Pflanzenöl (Salat-, Rüb-, Brennöl), da demselben Sto fe bei-
gemengt sind. welche das Ol sehr bald verdicken und verhärten und somit die Maschine
zum Stillstand bringen würden.
Wie ölt man? Das Schmieröl wird in das zu jeder Maschine gelieferte Olkännchen
gefüllt. Letzteres besteht aus Blech oder Nickel mit einem dünnen federnden Boden und
einer aufschraubbaren Röhre. -Mittels leichten Druckes des Daumens auf den Boden —
bei abwärts gehaltenem Abflußrohr — spritzt man einen Tropfen Ol aus der Kanne auf
die Reibungsflächen und setzt die Maschine sofort in Bewegung, damit das Ol denselben
sich mitteilen kann. An den Stichbildungsteilen soll das Olen vorsichtigt bewirkt werden,
damit die Näharbeit nicht unsauber wird. Nach dem Olen wischt man die Maschine,
besonders die Stichbildungsteile, mit einem reinen Tuche sorgfältig ab.
Wann soll man ölen. Wird die Maschine täglich gebraucht, so soll auch täglich, bei
andauerndem Gebrauch nach Verlauf von je zwei Stunden geölt werden. Die der Nei-
bung besonders unterworfenen Stellen, nämlich
1. die Welle des Handrades, 3. die Schiffchenbahn,
2. die Nadelstange, 4. die Welle des Treibrades
bedürfen des Olens unbedingt an jedem Nähtage. Bemerkt man nach längerem Still-
stand der Maschine ein Schwergehen derselben, so träufle man durch die Schmierlöcher
Petroleum auf die Reibungsteile und trete darauf die Maschine tüchtig durch. Wenn
möglich, läßt man sie alsdann bis zum nächsten Tage stehen, worauf sie geölt wird.

Øie Hauptreinigung der Nähmaschine.


Wird eine Maschine selten gebraucht, so genügt ein ein- oder zweimaliges Reinigen
im Jahr, bei öfterem Gebrauch muß dies· jedoch mehrere Male vorgenommen werden.
Hilfsmittel beim Reinigensind:1.EinOlkännchenmitOl, 2. ein solches mit Petroleum,
Z. eine kleine Schale mit Petroleum, 4. eine weiche Zahnbürste, 5. weiche Lappen, 6. feines
Schmirgelliinen (kein Glas- oder Sandpapier). Man entfernt denOber- und Unter-
faden und schraubt die Nadel, den Fuß, die Stichplatte, die Frontplatte sowie den Seiten-
deckel ab und legt die kleinen Teile sowie die Schrauben in die Schale mit Petroleum
Nun träufelt man in alle Schmierlöcher und zwischen alle Reibungsteile ausgiebig Pe-
troleum und setzt die Maschine eine Zeitlang in schnellere Gangart; das heraustretende
Ol und Petroleum wird mit den Wischtüchern entfernt. Darauf wird der Transporteur
(Stoffschieber) abgeschraubt und alle Ecken und Ritzen mit der Bürste und mit Petroleum
gereinigt. Die Schiffchenbahn wird abgeschraubt, gereinigt, geölt und wieder angeschraubt.
Wo etwa ein brauner Tiberng von verdicktem Ol sich zeigt, wird derselbe mit in Pe-
troleum getauchtes Schmirgelleinen so lange bearbeitet, bis der Teil wieder blank ist.
Auch der Spulapparat wird einer sorgfältigen Reinigung unterzogen. Nach erfolgter
Reinigung des Oberteiles setzt man alle Teile wieder zusammen und reinigt das Gestell.
Auch hier tut ein ausgiebiger Gebrauch von Petroleum und Bürste gute Dienste. (Die
schmalen Bürsten für Fahrräder sind dabei gut verwendbar.) Sämtliche Schrauben werden
auf ihre Haltbarkeit untersucht bzw. nachgezogen, die Apparate nachgezählt, abgewischt,
ergänzt oder nach Erfordern der Reparatur unterworfen, auch Maschinendeckel und Schub-
kasten gesäubert. Wird die Maschine nach der Reinigung nicht gleich in Gebrauch ge-
nommen, so ist es gut, sie erst am Tage darauf zu ölen; andernfalls wird sie sogleich
geölt, einige Zeit in Gang gesetzt und abgewischt.
Betriebsstörungen.
Störungen im Betriebe der Nähmaschine sollen selbständig nur dann beseitigt werden,
wenn man mit deren Ursache und Abhilfe genau bekannt ist. Jm andern Fall ist es
besser, einen Sachverständigen zu Rate zu ziehen. Stets aber soll man eifrig bestrebt sein,
seine Kenntnisse auf diesem Gebiete zu erweitern. damit man immer seltener auf fremde
Hilfe angewiesen ist. Die Gebrauchsanweisung der Maschinenfabriken sind durchweg sehr
verständlich geschrieben; auf Grund derselben ist es sehr leicht möglich, seine Kenntnisse
bis zu einem gewissen Grade zu bereichern. Wer sich in den Bau der Maschine weiter
vertiefen will, möge sich durch einen Praktiker unterweisen lassen. Bei Betriebsstörungen
mögen noch folgende Anhaltspunkte und Winke zur Beachtung mitgeteilt werden.

l. Ober- und Unterfaden verwirren sich bei Beginn des Nähens.


1. Die Fadenenden sind nicht nach Vorschrift geordnet worden.
2. Die Maschine ist mit eingefädelter Nadel in Bewegung gesetzt, ohne
daß Stoff unter das Füßchen gelegt wurde. (Die Fäden müssen entfernt werden.)
Bei Schiffchenmaschinen öffnet man dazu die Schieber, bei Greifermaschinen
entfernt man das Schiffchen, bei Greiferschiffchenmaschinen wird die Kapsel her-
ausgenommen, im Notfall sogar die Schiffchenbahn abgeschraubi und gereinigt.
Z. Der Fadenanzugshebel stand nicht auf seinem höchsten Punkt.
ll. Schwerer Gang oder Stillstand der Maschine kann in folgendem seine Ursache haben:
1. Eine Stelle ist verschmutzt oder nicht geölt;
2. am Gestell haben sich um die Welle des Treibrades oder des Tritt-
brettes Fäden gewickelt. Man erfaßt die Fäden und dreht das Rad in entgegen-
gesetzter Richtung. Sind die Fäden nicht zu fassen, so schneidet man sie mit einem Messer
durch und bürstet sie fort;
3. in der Schiffchenbahn befindet sich ein Faden. Man schraubt die Bahn
ab und reinigt sie; «
4. der Treibriemen ist zu straff. Man lockert ihn durch starkes·Ziehen, bzw.
man erneuert ihn;
5. der Treibriemen ist zu locker. Man schneidet 1 cm vom Riemen ab. Ge-
drehte Riemen lassen sich nur durch festerdrehen verkürzen;
6. um die Welle des Handrades haben sich Fäden geschlungen. S. unter
l12 oder man wende sich an einen Sachverständigen.
lll. Das Brechen der Nadeln kann folgende Ursachen haben:
1. Die Nadel ist verbogen;
2. die Nadel steht zu tief; « · ·
3. die Nadel sticht nicht mitten durch das Stichloch, geschieht dies bei jeder Nadel, so
muß man sich eine passende Stichplatte besorgen;
OOOJOIONIP

. die Hand zieht an dem Stoff vorwärts oder rückwärts;


. beim Herausholen des Unterfadens wurde am Oberfaden zu sehr gezogen;
. bei Schiffchenmaschinen ist häufig die Frontplatte nicht fest angeschraubt;
. die Stichplatte ist bei Schiffchenmaschinen verschoben;
. die Greiferspitze oder das Schiffchen stößt gegen die Nadel;
. der Oberfaden hat Knoten:
10. der Stoff ist zu dick oder zu hart.
. Führen diese Abänderungen eine Besserung im Betriebl nicht herbei, so wende man
sich an einen Sachverständigen.
lis. Die Ursache mangelhaften Transportierens kann sein:
1. Daß der Stoffschieber zu hoch oder zu tief steht, die Einrichtungen sind
verschieden, daher hat man sich darüber zu unterrichten;
2. daß die Presserstange zu hoch steht; durch entsprechende Drehung der Mutter-
schraube auf dem Näharm wird die Presserstange richtig gestellt ;
3. dag die Stichstellung zu klein ist;
4. da der Stoffschieber abgenutzt ist; man kann ihn schärfen lassen.
V..'«:Unsicherheit in der Stofführung kann entstehen:
1. Wenn der Stofsschieber zu hoch oder zu tief steht (.tv 1.);
2. wenn der Fuß schief steht. Bei manchen Maschinen ann der Befestigungs-
kolben unten an der Presserstange gedreht werden.
Vl. Demsteißen des Oberfadens können folgende Ursachen zugrunde liegen:
1. Das Stichplattenloch ist rauh geworden. Man tauche einen Bindfaden in
Ol, darauf in feinen Schmirgel und versuche die rauhe Stelle glatt zu feilen;
2. es ist eine falsche Stichplatte in Gebrauch genommen worden. Einige
Fabriken geben für starken Faden und für starke Nadeln eine besondere Stichplatte ab;

-60-.
- 3. an der Spule, an der Kapsel, am Greifer, Fadengeber oder Schiffchen
ist eine rauhe Stelle vorhanden. Siehe unter 1;
4. die Oberfadenspannung ist zu stark. Man reguliert die Spannung an der
Schraubenmutter vor den Spannungsscheiben; '
5. die Nadel ist krumm, falsch eingesetzt oder man benutzt eine unrichtige
Nadel oder eine solche von minderwertiger Qualität;
6. der Faden ist zu dick für die Nadel oder ungleich, bzw. die Nadel ist
zu fein für Stoff und Garn;
7. der Schlingenfänqer oder andere Organe sind falsch eingesetzt. Wenn
man nicht genau mit der Sache vertraut ist, wende man sich an einen Sachverständigen;
8. der Oberfaden ist falsch eingefädelt.
Vli. Das Reißen des Unterfadens kann erfolgen, wenn
1. die Unterfaden-Spannungsfeder zu fest geschraubt ist;
2. der Faden zu stark oder von minderwertiger Qualität ist. Beachte
außerdem unter Vl, 1, 3 u. 7.
Vill. Fehlerhafte Stichbildung (darunter versteht man die nicht richtig in den Stoff ge-
zogene Verschlingung) und Schleifenbildung kann folgende Ursachen haben:
RIEMANN-—-

. Die,Unter- und Ob erspannung sind nicht richtig reguliert(·s.auchS.58);


. Faden und Nadel sind zu dick oder zu dünn;
. die Spule ist nicht gleichmäßig aufgespult;
. die Spule ist verkehrt eingelegt, d. h. der Faden wickelt sich verkehrt ab;
. der Oberfaden oder Unterfaden ist falsch eingefädelt;
. die Nadel ist nicht richtig eingesetzt, verbogen oder stumpf;
. die Schiffchen- bzw. die Greiferspitze ist stumpf geworden oder abge-
brochen. Man nehme die Reparatur nicht selbständig vor.
IX. Fehlstiche können folgende Ursachen haben:
1. die Nadel steht zu tief oder ist verbogen;
2. die Nadel ist zu fein;
Z. die Maschine ist schmutzig, nicht ge ölt;
4. die lange Rinne der Nadel steht nicht richtig;
5. die Maschine ist durch unsachgeniäße Behandlung falsch zusammen-
gestellt. Man wende sich an einen Sachverständigen.
x. Störungen beim Aufspulen haben häufig folgende Ursachen:
1. Das Spulrad wird nicht vom Riemen oder Handrad erfaßt. Man
schraube die Spulvorrichtung tiefer oder hole sich bei einem Sachverständigen Rat;
2. die Spulvorrichtung hat sich festgelaufen. Wenn sich kein Faden zwischen
die Bewegungsteile gedrängt hat und auch Olen nicht hilft, so kann nur ein Sachver-
ständiger Abhilfe schaffen;
3. die Spulen kappe greift nicht zwischen die beiden Sscheiben der Spule.
Die Spulenränder können lose sein. oder die Spulenwelle ist nicht so lange gedreht
worden, daß der kleine Mitnehmerstift in das dazu bestimmte Loch der Spulenwand ein-
greift;
4. die Handradauslösung funktioniert nicht. Nur ein Sachverständiger kann
Abhilfe schaffen.

Rützlicöe Winke für das Maschinennåljem


Bei Außergebrauchstellung der Nähmaschine versäume man nie, unter den ge-
senkten Presserfuß etwas Stoff zu legen. Ohne diesen darf die Maschine auch nicht in
Bewegung gesetzt werden, da einmal das Füßchen dadurch beschädigt und zweitens der
Stoffschieber stumpf werden würde.
Das Treten der Maschine. Vor Beginn des Stoffenähens muß eine ungeübte Ar-
beiterin das Treten an der Maschine üben. Man setzt sich hierzu vor die Maschine und
stellt beide Füße nebeneinander mit den Sohlen auf das Trittbrett, schaltet den Näh-
mechanismus am Handrade aus und bringt das Rad nach der Richtung in Schwung,
die in den Gebrauchsanweifungen angegeben ist. Dabei tritt man abwechselnd einmal
mit den Fersen und darauf mit den Fußspitzen auf das Trittbrett. Ein gewaltsames
Treten ist zu vermeiden, vielmehr muß man fühlen, mit welchem Teil des Fußes der
Gang der Maschine unterstützt werden muß, damit das Rad keine Gegenbewegung mach. ·
Hat man ein gleichmäßiges, sicheres Treten sich angeeignet und vermag man die Maschine
in Gang zu bringen bzw. anzuhalten-, ohne die Hände gebrauchen zu müssen, so schaltet
man den Nähmechanismus wieder ein, legt nun zuerst Papier, später Stoff unter den
Nähfuß, senkt den Hebel und versucht, die Nadel und später die Seiten des Steppfußes
auf vorgezeichneten Linien oder Kniffen des Stoffes entlangzuführen. Geht dies sicher
vonstatten, so kann man mit dem Nähen von Gegenständen beginnen.

-61-
Das Aufspulen des Unterfadens. Der Antrieb geschieht entweder durch das Hand-
rad oder durch den Treibriemen. Behufs Vornahme des Spulens wird entweder das
Fadenende anfangs einige Male um die Spule gewickelt oder der Faden von innen nach
außen durch das Loch in der Spulenwand gezogen und beim Spulen auf der Welle fest-
geklemmt. Nach beendetem Spulen wird das kleine Fadenendchen abgerissen. Man
wickelt die Spule nicht zu voll, damit sie nicht in der jSpulenkapsel oder im Schiffchen
festsitzt.
Das Einfädeln des Qberfadens geschieht bei der Mannigfaltigkeit der Fabrikate
nach den jeder Maschine beigegebenen Gebrauchsanweisungen.
Das Einfädeln des Unterfadens. Die zuvor mit dein Unterfaden umwickelte Spule
wird entweder in die Spulenkapsel oder in das Schiffchen gelegt, aus deren Schlitz bzw.
Löchern und Schlitzen das abgewickelteFadenende unter der Spannungsfeder hervor Xnach
außen geführt wird. «
Das Ordnen der Fäden vor dem Nähen. Bei gehobenem Presserhebel erfaßt man
mit der linken Hand das lose zu haltende Oberfadenende und dreht das Handrad lang-
sam so lange herum. bis die Nadel einmal in den Unterbau gestochen und darauf ihren
höchsten Punkt wieder erreicht hat. Den hierbei gefangenen Unterfaden holt man mit
dem nun straff zu ziehenden Oberfaden — um den sich jener als Schlinge gelegt hat —
nach oben, worauf er mit einem spitzen Gegenstand völlig aus dem Stichloch herausge-
zogen wird. Nun ordnet man beide Fäden so, daß sie unter dem Fuß nach hinten liegen.
wobei darauf zu achten ist. daß der Fadengeber auf seinem höchsten Punkte steht. weil
sonst der Oberfaden beim Antrieb leicht aus der Nadel gleiten kann.
Das Ordnen der Stoffteile. Bei kleinen Arbeiten ist es gleichgültig, welche Hälfte
des Stoffteils unter dem Maschinenarm liegt. Größere Arbeiten ordnet man am besten
so, daß die kleinere Hälfte unter dem Arm liegt; ist dies für das Nähen nicht angängig,
so muß der größere Stoffteil glatt zusammengelegt werden, um ihn in dem beschränkten
Raum des Armes unterbringen zu können.
»Das Führen des Stoffes. A. Während des Nähens. Hierzu ist Bewegungs-
freiheit»der Hande erforderlich; man vermeide es daher, die Handgelenke fest anzulegen,
stütze vielmehr nur die Ellbogen leicht auf, um hierdurch den Händen die erforderliche
Sicherheit und deni Körper den benötigten Halt zum Ausruhen zu gewähren. Man führt
den Stoff nur· mit den Fingern und von vorn unter die Nadel und überläßt es dem
Stoffschieber, ihn nach hinten zu befördern. Ein Ziehen des Stoffes nach hinten kann
ungleiche Stichgröße und ein Brechen der Nadel zur Folge haben.
· B. Nach Schluß der Naht. Der Pressehebel wird gehoben und die Arbeitsnach
hinten unter dem Fuß fortgezogen. Mit dem Maschinen-Fadenabschneider oder mit
einer Schere schneidet man die Faden so weit ab, daß sie noch zur Befestigung ausreichen.
Das Befestigen der Fadenenden. Die nachfolgenden drei Befestigungsarten sind
zwar haltbar, aber nur die erste kann,.- überall angewendet werden; die zweite und dritte
werden nur dann gebraucht, wenn eine zweite Naht die befestigte Strecke bedeckt.
1. Vernähen mit der Hand. IMan zieht die Fadenenden nach der Stoffrückseite
und vernäht entweder beide oder legt den einen Faden auf der Naht entlang und über-
näht ihn mit dem zweiten Fadenende. Bei doppelten Stoffen vernäht man die Fäden
mit einigen unsichtbaren Stichen zwischen den Stoffen.
2. Vernähen smit der Maschine. Jst an der betreffenden Maschine keine Ein-
richtung zum Rückwärtsnähen vorhanden, so näht man die Stichreihe zu Ende, läßt die
Nadel im Stoff stecken, hebt den Fuß, dreht die Arbeit und näht in derselben Nählinie
ungefähr 11-, cm zurück.
Z. Durch Verknoten. Beide Fadenenden werden nach der Rückseite der Naht bzw.
der Stoffe gezogen und hier dreimal miteinander verknotet, indem man abwechselnd mit
dem einen und mit dem anderen Faden schlingt.
Das Anlegen innerhalb einer Stichreihe.
1. Auf der Stoffrückseite. Man schneidet die beiden alten Fäden kurz ab und sticht
mit dem neuen Faden etwa 2cm zurück ein und näht diese Strecke doppelt. Auch die
neuen Fadenenden werden kurz abgeschnitten.
«2. Auf Ider Stoffoberseite trennt man die Naht so weit auf, daß beide Fäden
mit der Hand vernaht werden können. Darauf sticht man mit der Maschinennadel beim
Letztes Stdich ein, um die Naht zu vollenden. Auch diese Fadenenden vernäht man mit
er an .
Das Bilden einer Ecke während des Nähens. Die Maschine wird angehalten,
wenn die Nadel sich an der betreffenden Eckstelle im Stoff befindet, darauf hebt man den
Fuß, dreht die Arbeit um die Nadel, senkt den Fuß und näht in der neuen Richtung weiter ,
Wenn feine Seidenfäden bei den Spannungsscheiben eine zu geringe Reibung
finden, so empfiehlt es sich den Seidenfaden öfters als einmal zwischen die Spannungs
scheiden zu wickeln.

-62-.
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