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engelchen07

IchwilleineKatze!

IchliebeKatzen

“DasKätzchen”-ErstveröffentlichunginderAnthologie“Pfötchen,Hufund

Ringelschwanz”VerlagPiaBächtold“DieHexe”-Erstveröffentlichunginder

Anthologie“Katzensch(w)ätzchen”,SchmökerVerlag

DasKätzchen

VierKinderspieltennachdemKindergartenmalwiederimSandkasten.Es warenTinaundPeter,siewarenschongroß-Vorschulkinder,undKatrinund MaxidieKleinen.PlötzlichentdeckteKatrinetwasSchwarzesdreiMetervon ihrentferntsitzen.Alssiegenauerhinsah,erkanntesie,dasseseinekleine, pechschwarzeKatzewar. „Hey,Schautdochmal!DasitzteinschwarzesKätzchen!“,riefKatrinsofort undmiteinemMalhörtenalleaufzuspielenundsahenneugierigdaskleine Kätzchenan.EsMiauteundkamdenspielendenKindernnäher.DasKätzchen warsehrvorsichtig,esließdieKindernichtausdenAugen. „Esistsooosüß!“,riefKatrinbegeistert.Katrinwardiekleinstevonden KindernundliebteTierüberalles.SiemochteKatzenbesonders,mehrals Hunde,KaninchenundandereHaustiere.Katrinwollteschonimmereine Katzehaben,aberihreMuttererlaubteesnicht,siesagte,dasseszuviel ArbeitundDreckmachte. „Oje!“,fragteTinabesorgt„WoistnurseineMutter?“ „Vielleichtistsietot?“,schluckteKatrin. „Odersiewurdesogarermordet!“,riefPeter. „Ohnein!Wassollenwirnurmachen?“,fragteTinawieder. „Kannseindasssiejemandemgehört.“,vermutetePeter,erüberlegtekurzund

fügtehinzu,„VielleichtsogarderaltenOmavonHausNummer2,siehatviele

Katzen.“ „Achnein,siehateineTigerkatzeundzweiweiße.Siehatkeineschwarze Katze.NureineschwarzeKatzekannseineMuttersein!“,behaupteteTina,die inderNachbarschaftvonderaltenDame,dievieleKatzenhatte,lebte. „DiesesKätzchengehörtkeinem,dieLeutemögenkeineschwarzenKatzen.Sie sagen,dassdieschwarzenKatzendasUnglückbringen.Esistbestimmtein weisesKätzchen.ArmeKleine!“,schluchzteKatrin,siewarvollerMitleid. „Lasst uns das Kätzchen adoptieren! Es wird uns allen gehören! Unserer SandkastenwirdseinZuhausesein!“,schlugTinavor. „Toll!Toll!Adoptieren!“,schrieKatrinmitBegeisterung. AlleKinderwarenbegeistertvonderIdee,imSandkasteneinAdoptivkätzchen wohnenzulassen. „BestimmthatesHunger!WasessenkleineKatzen?“,fragteMaxiundsahdie Katzebesorgtan. „Milch,FischundMäuse“,begannPeter. „SchinkenundKäse!“,fügteTinahinzu. „DuarmesDing!Kommher!“,riefKatrinmitleidigundstrecktedemKätzchen dieHandhin.SofortsprangdasKätzchenzurück. „Ziemlichscheu!“,stellteMaxifest.

„IchhabeeineIdee.IchundPeter,wirgehennachhauseundschauen,waswir

fürsKätzchenzumEssenfinden.MaxiundKatrin,ihrbleibthierundversucht

dasKätzchenzufangen!“,schlugTinavor.

„Ok!“sagtenallewieimChor.TinaundPeterranntenschnellinihreHäuser

umFutterzuholen.ÜberdieSchulternhinwegriefPeter:

„UndlasstdasKätzchennichtinunserenSandkastenpinkeln!“

FüreineWeilestarrtenMaxiundKatrinnurunschlüssigdasKätzchenan:Wie

solltensieesbloßfangen?

„Nalos!Duhastgehört,waszutunist!“,sagteMaxischließlich.Sofortsetzten

siesichinBewegung.

„Mietz-Mietz“hier,„Mietz-Mietz“da.Dochegalwielangsamundvorsichtig

sichdieKinderderKatzenäherten,egalwieschnelldieKinderreagierten,das

kleineKätzchenwarimmereinenSchrittvoraus:Essprangweg.

SchließlichsetztensichdieKindererfolglosunderschöpftwiederinihren

Sandkasten.MiteinemSatzwardieKatzewiederanihremaltenPlatzund

miautesiefröhlichan.

„Machdichruhiglustigüberuns.Pah!“,schimpftederkleineMaxi.Katrinsah

ihnvorwurfsvollan:

„Maxi!Istdochganzklar,dassesvondirwegläuft,schließlich

trägstduimmerdeinePistolebeidir.Soldatensindgefährlich!“Undsie

lachte.MaxistreicheltestolzseinLieblingsspielzeug–DiePistole!Katrinsollte

ruhiglachen,dasmachteihmnichtsaus!

NachwenigenMinutenkamenTinaundPeterangelaufen.Jederhatteetwas

dabeifürdieKatze.AlssieallewiederimSandkastensaßen,begannPeter:

„Ich habe ein wenig Thunfisch bekommen. Mama sagte, Katzen lieben Thunfisch!“ „Meine Eltern haben mir Milch mitgegeben und einen kleinen Teller!“, übernahmTinadasWort,siefügtehinzu,„Mamasagte,wirdürfenkeine streunendeKatzestreicheln!“ „Schon gut! Es lässt uns so wie so nicht näher kommen!“, sagte Katrin enttäuscht.SchnellnahmTinadieMilchundfülltedenTeller.Währenddessen schüttetePeterTunfischaufeineSandkuchenform.Sieschobendasalleszum KätzchenundmachteneinpaarSchritterückwärts.LangsamkamdieKatze näherundnäherbissievordemRanddesSandkastensstandundbegannzu essen.NachungefährdreiMinutenwardasKätzchensatt.DieKindernannten dasKätchenMimiundwarenüberglücklich,dasssieeinHaustierchenfür ihren Sandkastenhatten. SogingeszweiTage:DasschwarzeKätzchenkamgegenAbendunddie Kinderfüttertenesundstreicheltenes,obwohldieElternesverbotenhatten, dieErwachsenensagten:„MandarffremdeTierenichtstreicheln!“Aberdas KätzchenwarjetztkeinfremdesTier,siehattenesadoptiert.

AmdrittenTagkamzusammenmitdemKätzchendieNachbarin,dieim Eckhauswohnte.SieschobeinenKinderwagenmitihremBabyvorsichher. „Bitte,Kinder,hörtaufmeinKätzchenzufüttern.EsmussKatzenfutteressen, esistsehrwichtigfürdenWachstum!“,batsiedieKinder. „IstesdeineKatze?“,fragteTinamisstrauisch. „Ja! Seit zwei Tagen isst sie kein Katzenfutter mehr!“, entgegnete die Nachbarin.AufdenGesichternderKinderlaggroßeEnttäuschung,dieKinder wolltenesnichtglauben,dassdieKatzeeinemvondenNachbarngehörte.Sie hattendasKätzchendochadoptiert!Alleswarsogutundperfekt! „Aberdaskanndochgarnichtsein!DieKatzehatkeineMutter!Wirhaben keine schwarze Katze gesehen! Es muss eine schwarze Katze sein! Das KätzchenisteineWeise!“,protestierteKatrin,siewarschonTränennah. „IchbinihreMutter!“,lachtedieNachbarinvomEckhaus. „Das geht nicht, Menschen können nicht die Mütter von Katzen sein!“, widersprachTina. „Genau!DeinBabyistimKinderwagen!Dort!“,deuteteMaxiundwarauch schonnervös. „Dasgehtnicht!Dasgehtnicht!“,wiederholteständigTina. „WieheißtihreKatze?“,fragtePeterverdächtig. „Blacky.“,antwortetedieFrau. „Aha,sehensie?UnserKätzchenheißtMimi!Esistnichtdeine!“,beschließt Peter,ersahstolzdieKinderan–erhatteallesgeregelt.Alleriefensofort:

„Mimi,Mimi,Mimi!“ „Es heißt Blacky und es ist mein Kätzchen!“, beteuerte die Frau, sie war verärgert. „Aberesgehtdochnicht–dukannstnichtseineMuttersein!Dubistkeine Katze!“,wiederholtenochmalTina. KarinwischtesichverstohlendieTränen,sietatihreBestesnichtloszu heulen. „Doch,dasgeht!“,lachtedieFrau,dannsagtesieernst,„Damussicheuch wohleineGeschichteerzählen!“ UndsieerzähltedenKindernderGeschichtevondemblauenKätzchen:

DaserstewasdaskleineblaueKätzchenerblicktealssieendlichihreAugen

öffnenkonnte,wareindunkler,staubigerKeller.Dortuntenwaresganz

allein,ohneseineMutter.DerKellerwarvollerSpinnenundSpinnennetze,

unddasmachtedemKätzchenAngst.Darumbeschlossesdiekleinestaubige

TreppeimKellerhinaufzugehen.DortwareinekleineLuke,durchdiedas

kleineKätzchenraschschlüpfte.Undwasesdaerblickte,brachteeszum

Staunen:VorihmwareingroßerGarten,indemvielebunteBlumenwuchsen.

DieSonnewärmtedasFelldesKätzchensundalsesdenGartenbetrat,

lächeltenihndieTulpenan.DasfeuchteGrasfühltesichsehrangenehmunter

denTatzendesKätzchensan.KnappüberdemRasenflattertenvielebunte

Schmetterlinge.

„VielleichtweißjaeinervondiesenFlatterern,womeineMutterist?“,fragte

sichdaskleineblaueKätzchen.DaflogeingelberSchmetterlingandem

Kätzchenvorbei.

„Werbistdu?“,fragtedasKätzchenunsicher.

DerSchmetterlingfinganzulachen:

„IchbineinSchmetterling!OderglaubstduesgibtnurKatzenaufderWelt?“ ErstjetztmerktederSchmetterlingdassdaskleineKätzchenblauwarund fügteraschhinzu:„Sagmal,warumbistdublau?“ „Warum?Istdasseltsam?“,daskleineKätzchenwarneugierig. „Und wie! Eigentlich gibt es nur weiße, graue, schwarze, orangene oder brauneKatzen.“ „HastdumeineMuttergesehen?“,fragtedasKätzchenweiter. „Hm,istdeineMutterauchblau?“,fragtederSchmetterlingzurück. „Ichweißesnicht,ichhabesienochnichtgesehen!“,erklärtedasblaue Kätzchen. „NormalerweisemüsstedeineMutterauchblausein.Ichhabekeineblaue Katze gesehen, es tut mir schrecklich Leid!“, entschuldigte sich der gelbe Schmetterling. „AufWiedersehen,ichgehemeineMuttersuchen!“,riefdasKätzchennochund liefzumEndedesGartens.DurcheinegroßeHeckekonnteeseinennoch größerenGartenerkennen.DasKätzchenkrochdurchdieHeckeundfandsich ineinemriesigenGartenwieder. „Toll!EinkleinesKätzchen!Undauchnochinblau!Wieputzig!Kommher, kleineMieze!“,hörtedasblaueKätzchen. EsdrehtesicherschrockenumundsaheinenMenschen.EinkleinesMädchen! DastrugeinkurzesrosaKleidundhatteblonde,lockigeHarremitzweirosa Schleifchen.DaskleineKätzchenliefzudemMädchen.

„IchheißeMarie,ichnennedich Blue!“,sagteMarieundstreicheltedas blaueweicheFelldesKätzchens.Blue-DiesenNamenmochtediekleine Katzesofort! „HastduHunger?“,fragteMarieliebevoll. „Miau!“,entgegneteBlue.MariehobBlueaufdenArmundtrugsieindie KücheinihremHaus.DortholtesieeineSchüssel,fülltesiemitMilchund stelltesieaufdenBodenvorBlueab.DasKätzchenbegannsofortdieMilch aufzulecken:„VielenDank,Marie!“,schmatztesie. „Nichtszudanken!“,erwiderteMarie,„WillstdumeinKätzchensein,Blue?“ PlötzlicherschrakBlueundriefaus:

„Ichhabefastvergessen,ichmussmeineMamasuchen!AufWiedersehen,

Marie!“Kaumhattesiedasgesagt,liefsieauchschonausderKüche.

„Wartedoch!Bittebleibbeimir!“,schluchzteMarie.EstatBlueschonsehr Leid,abersiewollteihreMutterfinden.BluerannteausdemHaus,durchden GartenundaufdieStraße.HintersichkonntesiedasbittereWeinenMaries hören,abersiekehrtenichtum.TraurigliefsiedenWegentlang.Siesah nirgendseineblaueKatze.Nein!Siesahnurschwarze,braune,weiße,graue oderorangeneKatzen,die,wennBluesichihnennäherte,lautzufauchen begannen.EinmalfragtesieeineweißeKatze:„Bistdunichtzufälligmeine Mutter?“ „IchunddeineMutter?Daskanndochgarnichtsein!Dubistblau,dugehörst nichtzuuns!“,erwidertedieKatzeschroff. „AberichbindochaucheineKatze!IchbinkeinHund,keinSchwein,keine Maus,ichbineineKatze!“ „Aberdubistblau!“,sagtesienurundstolziertehochnäsigdavon.Bluewusste nicht,wielangesiesuchte,abereskamihrvorwieeineEwigkeit.Sieliefin einenStadtparkmitvielenBäumen.AllmählichwurdeBluemüdeundihre PfotenschmerztenundsiesetztesichansUfereinesSeeumsichauszuruhen. Siewarhungrig,müdeundängstlich,hatteniemandenderfürsiedawarund begannweinerlichzumiauen. DabemerkteBlueeinkleinesgelbesEntchen.BesorgtschwammdasEntchen zuBlue. „Warumweinstdudennsobitter?“,fragtedasEntchen. „IchsuchemeineMutter,kannsieabernichtfinden!Undichbinblau!Keiner willeinblauesKätzchenwiemichhaben!“,schluchzteBlue. „Dasstimmtdochnicht!Nurweildublaubistheißtdasdochnochlange nicht,dassduhässlichbist!Nein!Dubistwasganzbesonderes!“,tröstetedas EntchenBlue. „AberichfindemeineMutternichtWasisteigentlicheineMutter?“,fragte Blue. „EineMutteristjemandderdichliebtundfürdichsorgt.Hast duniemandenderdichliebt?Undsichumdichsorgt?“ „Doch! Marie!“, Blues Miene erhellte sich auf einen Schlag und sie rief glücklich,„Oh,danke!LiebesEntchen!Ichdankedir!“ „Nichtszudanken!AufWiedersehen!“,verabschiedetesichdasEntchenund winkteBluemitseinemFlügelchenzu. „AufWiedersehen!“,riefBlueundranntedavon.JetztwaresBlueegal,dass alle„NormalenKatzen“sieanstarrten.Siewolltenursoschnellwiemöglich zuMarie.UndalssieindenGartenrannte,erblicktesieMarie,erbittert weinendaufdemGrasliegen.BlueliefzuihrhinundlecktesieamOhr.Marie blickteaufundsahBlue. „Blue!Ichbinsofroh,dichzusehen!“,sielächeltemitTränenindenAugen. „WillstdumeineMuttersein?“,fragteBlue. „Ja!“,antworteteMarieglücklich.UnddieBeiden,MarieundBlue,trennten

sichnichtmehrvoneinander.

DieFrauausdemEckhausbeendeteihreGeschichte.DieKinderwarenstill.

DannfragteTina:

„WohabensieMimiähmichwolltesagenBlackyher?“

„AusdemTierheim.“

„WarendortvielekleineKätzchen?“,fragteKatrinvorsichtig.

„Eswarenfünf.Eineshabeichgenommen.“

DieNachbarinnahmihrKätzchenundschobdenBaby-WagennachHause.

Katrinsahihrnachundseufztetraurig.Siehattevornochmalmitihrer

Mutterzusprechen,sienochmalanzufleheninsTierheimzugehenumein

Kätzchenzuholen.

DieHexe

AlsKatrinamMorgen,kurzvordemKindergartenamSchlafzimmerihrer

Elternvorbeiging,hörtesieihrenVaterschimpfen:„Was?!Wassolldas!Diese

alteHexevomNachbarhaus!Dasistjaunerhört!Pah!Oh,dieseHexe!“

„Aha!UnsereNachbarinisteineHexe?!“,dachteKatrinverblüfftundeinwenig

ängstlich.Wirwissennatürlich,dassihrVaterdasnichternstmeinte,die

NachbarinwarkeineHexe,erhattenurgeschimpft,aberKatrinnahmalles

genau.SieglaubtealleswassiehörteimmeraufsWort.

Warum?KatrinwarerstdreiJahrealt.

NachdemFrühstückfuhrihrVaterKatrinundihreältereSchwesterTinazum

Kindergarten.KatrindachtedenganzenWegüberdieWorteihresVaters

nach:

„WirhabeneineHexenebenan!WOW!VielleichtkanndieHexeeineKatzefür

michzaubern?Siehatjaselberdrei,dannwirdesfürsiebestimmtnicht

schwer,fürmichaucheinKätzchenzuzaubern!Ach,allehabeneinHaustier.

KevinundMaxihabeneinenHund,LisahateinenHasenimGarten,Lenaund

PetereinenHamster.Nurwir,ichundTina,habenkeinHaustier!Wirwollten

einenHund,aberunsereMutterhatgesagt,dassdaszuvielArbeitundDreck

macht.AmmeistenmagichjaKatzen.Siesindsoputzig!Soeinkleines,süßes

Kätzchen!VielleichtkannmirdieseHexejahelfeneinkleinesKätzchenfür

michzaubern

KatrinhatteAngstvondenHexen,seitdemihreMutterihr„HänselundGretel“

vorgelesenhatte,wodieHexeHänselimOfenbratenwollte.Siefürchtete

sichzwarsehrvorHexen,dochihrWunsch,eineKatzezuhaben,wargrößer

alsdieAngst.ImKindergartenschmiedetesieeinensehrraffiniertenPlan:Zur

HexegehenundsiehöflichbitteneinkleinesKätzchenfürsiezuzaubern!Das

könnteklappen! AlssiewiedernachHausekam,aßsieschnellzuMittagundgingdannsofort hinaus.KatrinnahmihrenganzenMutzusammenundgingentschlossenzur Hexe-Nachbarin. DasHausderaltenDamehatteeinengroßenGartenindemvieleBlumen wuchsen,aber,GottseiDank,standimGartenkeinOfen,woKindergebraten werden sollten, wie bei „Hänsel und Gretel“! Sie ging zur Haustür und klingelte.MiteinemgutmütigenLächelnöffnetedieNachbarindieTür. „Katrin!Waswillstdu,Liebes?“,begrüßtedieDamesiefreundlich.Eineweiße KatzeäugtezwischendenBeinenderaltenFrauhindurch,flitztedieStufen hinunterundverschwandimGarten. „LiebeHexe!OdersollichlieberZauberinsagen?“,begannKatrinunsicher,sie hattevielzuvielAngst. „Wiekommstdudarauf,dassicheineHexebin?Seheichetwasoaus?“,fragte diealteDameüberrascht.KatrinsahdiealteNachbaringenaueran:Siehatte einrundes,freundlichesGesicht,ihreHaarewarenkurzgeschnittenundsie trugeineBrille,dieihrfastvonderNasefiel. „Nein,nein,siesehennichtwieeineHexeaus,siehabensichgutgetarnt!“, versicherteKatrinderDameschnellundredeteweiter:„AbermeinPapa sagte,dassdueineHexebist,ichhabedasbelauscht.Ichweiß,dassman nichtlauschendarf,ichhabezufälliggelauscht.IchliebeHexenSeimir nichtböse“ „Aha,dannkommerstmalreinunderzählmiralles!“,schlugdieNachbarin vor,sieschütteltevorwurfsvolldenKopfundließeinenSeufzerhören. „Hab ich sie etwa verärgert?!“, dachte Karin ängstlich. Schüchtern folgte KatrinderaltenDameinsHaus.DieFrauführteKatrindurcheinenGangmit vielenBildernineinWohnzimmer.DasZimmerwarnichtgroß,inihmstanden einSofa,einTischmitStühlenundeinkleinerFernseher. „DiesesHaussiehtabernichtauswieeinHexenhaus.Bestimmt,dürfendie HexenihrganzesHexenzeuginderStadtnichthaben!“,überlegteKatrin. Siewarschrecklichaufgeregt!DiealteFrausagte,„Setzdich!“undKatrinließ sichaufdemSofanieder. „Also,waswillstdu,Liebes?“,fragtediealteFrauliebevoll. „LiebeHexe,könntestdumirvielleichteinkleinesKätzchenzaubern?“,fragte Katrinkleinlaut.DiealteFrauunterdrückteeinLachen,standaufundbefahl:

„Wartekurz!“ SieverschwandimNebenzimmer.KatrinhieltdenAtemanundhörte,wiedie Hexelautsagte:„Hex,Hex!“ Dann kam sie mit einem grau-schwarz gestreiften Kätzchen wieder und reichteesKatrin.Dasgingaberschnell! „Und,liebeHexe,kannstdumachen,dassmeineElternmirdieKatzebehalten erlauben?“,batKatrin.DiealteDameüberlegtekurzundsagteschließlichmit

einemLächelnzuKatrin:

„Nichtsleichteralsdas!SagdeinenEltern:Wennsiedirnichterlaubendas Kätzchen zu behalten, wird die alte Hexe-Nachbarin sie in Frösche verwandeln!“ „Danke,dubisteinetolleHexe!“,riefKatringlücklichunddrücktedaskleine Kätzchenansich. Alssiedraußenwaren,verabschiedetesichdieFrauvonKatrin:

„Kommmorgenvorbei,ichwerdeeinenApfelkuchenzaubern!“

„Gut!“,riefKatrinundrannteschnellnachHause.

AlsKatrinwiederzuHausewar,sahihreMutterdasKätzchenundfragte

sofort:

„Katrin,woherhastdudenndiesesKätzchen?“ „DashatmirdieHexe-Nachbaringegeben“,KatrinsahihreElternstrengan undredeteweite,„undgesagt,wennihrmirnichterlaubtsiezubehalten, verwandeltsieeuchinFrösche!“KatrinsVaterwurdesofortrotwieeine Tomate. Katrins Mutter verpasste ihm einen kurzen, vorwurfsvollen Seitenblick. „DudarfstdieKatzebehalten“,seufztesie,dannwandtesiesichanKatrins Vater,„Unddukommstmalmitmir.IchmussmaleinHühnchenmitdir rupfen!“SofortverschwandenKatrinsElterninihremSchlafzimmer. „Wirdürfenesbehalten!Wirdürfenesbehalten!“,schrieKatrinundranntemit demKätzcheninsZimmerihrerSchwesterTina.AlsTinadieKatzesah,brach sieinJubelgeschreiausundfragte:

„Wiehastdudasgeschafft?!“

„Esistsehrpraktisch,eineHexealsNachbarinzuhaben!“,begannKatrin

überglücklichunderzählteTinaalleswasihrpassiertwar.

Texte:IllustrationenvonmeinerMutter

AlleRechtevorbehalten.

TagderVeröffentlichung:19.04.2009