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Hörskript

DIALOG 3
1 Lebenswege Elena: Entschuldigen Sie, ist der Crosstrainer frei?
Franziska: Einen Moment bitte. Ich packe noch schnell
A 2a - Track 2 meine Sachen zusammen.
Elena: Vielen Dank. Ich habe Zeit.
DIALOG 1 Franziska: Kommen Sie aus Spanien?
Fábio Lima: Guten Tag! Ich bin Fábio Lima. Meine Familie Elena: Oh, hört man das?
und ich sind heute eingezogen. Franziska: Ja, aber nur ein bisschen. Ich heiße übrigens
Günther Schmidt: Oh, herzlich willkommen! Sie sind also Franziska.
der neue Nachbar! Ich bin Günther Schmidt. So ein Elena: Sehr erfreut, Elena Sanchéz.
Umzug ist viel Arbeit, was? Franziska: Kann es sein, dass ich Sie schon einmal in dem
F.L.: Ja, das ist richtig. Wir mussten erst einmal prüfen, spanischen Restaurant da drüben gesehen habe?
ob auch alles in Ordnung ist. Die Sachen waren mit Elena: Ja. Ich lebe zwar erst seit Kurzem hier in Neustadt,
dem Schiff und dann mit der Spedition unterwegs. aber ich war schon ein paar Mal dort. Es ist richtig
G.S.: Woher kommen Sie denn? gemütlich!
F.L.: Wir sind aus São Paulo in Brasilien. Ich bin Entwick- Franziska: Gehen Sie heute noch hin? Ich treffe mich dort
lungsingenieur für die Breuer Werkzeugmaschinen mit meinem Mann. Wenn Sie Zeit und Lust haben,
GmbH und arbeite jetzt hier in Neustadt in der Zentrale. kommen Sie doch vorbei, dann können wir zusammen
G.S.: Mein Schwager arbeitet auch für Breuer. Das ist ja ein noch was trinken …
internationales Unternehmen, da ist viel los. Bleiben Elena: Vielen Dank! Ich komme gern.
Sie jetzt für immer hier? Franziska: Dann bis später! Ich freu’ mich.
F.L.: Nein, ich bin im Rahmen eines Programms für Füh-
rungskräfte nach Deutschland gekommen. Das ist auf C 2b - Track 3
zwei Jahre befristet.
Personalchef: Ja, Frau Bertani, dann erzählen Sie doch ein
G.S.: Na, dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg. Und leben Sie
bisschen von sich. Was haben Sie bisher gemacht?
sich gut ein!
Rosanna Bertani: Meine Familie kommt aus Bari in Italien.
DIALOG 2 Bevor ich in die Schule kam, sind meine Eltern nach
Marion Selig: Guten Morgen, Marion Selig. Sie sind sicher Deutschland gezogen. Meine Mutter ist Informatikerin,
Frau Srubarová, und das ist dann Aneta? Herzlich will- mein Vater ist Mechatroniker. Technik war bei uns zu
kommen! Hause also immer ein Thema.
Vera Srubarová: Ja, ich bin Vera Srubarová. Guten Tag, Frau P.: Mhm, ich verstehe.
Selig! Meine Tochter Aneta ist ja heute das erste Mal R.B.: Schon im Gymnasium waren Mathematik und Physik
bei Ihnen. meine Lieblingsfächer. Sobald ich mein Abitur hatte,
M.S.: Ja, wir haben Sie schon erwartet. Aneta, hier an der habe ich mit dem Bachelor-Studium an der Hochschule
Garderobe ist der Platz, wo du deine Sachen aufhängen für Technik in Stuttgart angefangen. Ich wollte Soft-
kannst. Darunter ist ein Fach für deine Schuhe. Da wareentwicklerin werden. Und während meines Studi-
steht dein Name, Aneta, und dein Zeichen ist ein gelber ums habe ich als Programmierassistentin bei der Enzo
Schmetterling. Gefällt er dir? PC-Solution GmbH gejobbt.
Aneta: Oh ja … Danke schön. Ich mag Schmetterlinge. P.: Mhm, interessant!
M.S.: Du sprichst aber gut Deutsch! Wo hast du denn das R.B.: Ja, das war eine gute praktische Erfahrung, bei der ich
gelernt? viel gelernt habe. In den Semesterferien habe ich in ei-
Aneta: Vom Pauli und vom Michi! nem Ferienhort als Kinderbetreuerin gearbeitet, um et-
V.S.: Sie spielt jeden Tag mit Paul und Michael, das sind die was dazuzuverdienen. Die Arbeit mit Kindern hat mir
Jungen vom Nachbarn. Die sprechen nur Deutsch mit auch Spaß gemacht! Ich habe ja selbst eine Tochter und
ihr. Zu Hause sprechen wir Tschechisch. deshalb auch zwei Semester ausgesetzt. Nachdem ich
M.S.: Ja, Kinder lernen eine neue Sprache sehr schnell. – Ach dann das Studium erfolgreich abgeschlossen hatte, ha-
so, was ich Ihnen noch sagen wollte, Frau Srubarová, be ich ein Praktikum in Vollzeit bei der Kiesel-Vision
hier ist eine Box, wo Sie Anetas Bastelarbeiten, Einla- hier in Neustadt begonnen.
dungskarten, Infos und so weiter finden. Bitte schauen P.: Ah ja, schön! Die kenne ich gut!
Sie da regelmäßig hinein. R.B.: Vor drei Monaten habe ich Herrn Bartels telefonisch
V.S.: Danke! Dann habe ich noch eine Frage: Bis wann sollen kontaktiert und ihn wegen der Stelle einer Projektlei-
wir denn Aneta bringen beziehungsweise abholen? tung in Ihrem Unternehmen gefragt. Es geht dabei um
M.S.: Die Kinder sollten bis 9.00 Uhr da sein. Um 12 Uhr gibt Projektstrategien und die technische Umsetzung in sei-
es Mittagessen, und ab 13 Uhr können die Kinder ab- ner Abteilung. Dafür hätte ich viele Ideen und …
geholt werden. Der Kindergarten ist bis 16:30 Uhr ge-
öffnet. Das ist dann die späteste Abholzeit.

Fokus Deutsch B2 - Erfolgreich in Alltag und Beruf | © Cornelsen Verlag GmbH | ISBN 978-3-06-020991-0 1
Einheit 1  |  Übungen 1

D 2a - Track 4 D 2b
s. D 2a (Ausschnitt)
DIALOG 1
11 Hallo, Irene, hallo Martina! Schön, dass ihr kommen
konntet.
1 Übungen
uu Danke für die Einladung! Hier … Blumen für dich.
11 Oh, vielen Dank! Kommt rein! Wollt ihr erst einmal einen
Kaffee?
A 2a - Track Ü2
s. Kursbuch, A 2a, Dialog 2
uu Ja, den brauche ich jetzt. Du siehst ja gut aus. War dein
Urlaub schön?
A 2b - Track Ü3
11 Er war toll! Wir waren ja das erste Mal in der Karibik,
s. Kursbuch, A 2a, Dialog 3
und es war super!

DIALOG 2 A 3b - Track Ü4
Johannes Bauer:  Herr Galanis, herzlich willkommen! Schön,
1
dass Sie gekommen sind. Und das ist Ihre Frau, nehme
11 Das ist Aneta. Heute ist ihr erster Tag hier.
ich an …?
Nikos Galanis:  Guten Abend, Herr Bauer. Vielen Dank für
uu Wir haben Sie schon erwartet. Herzlich willkommen!
die Einladung. Ja, das ist meine Frau. 2
Ekaterini Galani:  Guten Abend! 11 Einen kurzen Moment noch.
J.B.: Sehr erfreut, Frau Galani! Johannes Bauer. Es ist schön, uu Vielen Dank. Ich habe Zeit.
Sie nun auch persönlich kennenzulernen.
3
E.G.: Ganz meinerseits, Herr Bauer.
11 Ich habe erst einmal einen Vertrag für zwei Jahre.
J.B.: Und weil wir hier ja heute unter uns sind, schlage ich
vor, dass wir uns duzen. Also, ich bin Johannes.
uu Dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg. Und leben Sie sich
gut ein!
N.G.: Sehr gern! Ich heiße Níkos. Bei uns in Griechenland du-
zen wir uns sowieso fast immer. Aber von meinen Kol- 4
legen weiß ich schon, dass man hier etwas formeller ist. 11 Wenn Sie wollen, kommen Sie doch vorbei.
J.B.: Ach, das kommt darauf an … Ah, da ist ja auch meine uu Vielen Dank! Ich komme gern.
Frau! Susanne, das ist mein neuer Kollege aus Grie-
chenland. Darf ich vorstellen – Níkos und seine Frau C 5b - Track Ü5
Ekaterini. Meine Frau Susanne.
11 Ja, schön, Herr Krüger. Dann erzählen Sie doch erst mal
S.B.: Herzlich willkommen, schön, dass ihr gekommen seid!
etwas über sich.
E.G.: Das ist übrigens ein kleines Geschenk für Sie …
Entschuldigung, für euch.
uu Äh, was? Ach so, ja … eigentlich komme ich ja aus einer
ganz anderen Branche. Ich war lange in einer Kfz-Werk-
S.B.: Na, das wäre aber nicht nötig gewesen. Vielen Dank!
statt. Autos reparieren ist eher meins. Aber mit Compu-
DIALOG 3 tern kenn ich mich auch gut aus.
11 Guten Tag, sind Sie Dr. Albrecht von der Firma Berger & 11 So? Tja, was machen Sie denn privat?
Co.? Mein Name ist Frank Munk, wir haben ja schon mit- uu Sie meinen Hobbys und so? Also, … früher habe ich Fuß-
einander telefoniert. ball gespielt. Nicht in einem Verein, einfach nur so am
uu Ja, sehr angenehm. Freut mich, Sie jetzt persönlich ken- Wochenende mit ein paar Jungs auf der Wiese. Aber
nenzulernen, Herr Munk. heute spiele ich lieber am Computer. Kennen Sie „Loom“?
11 Ganz meinerseits. Da könnte ich stundenlang ... also da gibt’s ja diesen
uu Wie gefällt Ihnen denn der Kongress? Waren Sie auch bei Dings, wie heißt er noch …
… 11 Okay, Sie sitzen also lieber allein am PC? Haben Sie auch
Erfahrung mit Teamarbeit?
DIALOG 4
Lehrerin:  Also, wie Sie ja wissen, geht unsere Klassenfahrt
uu Klar, Teamplaying ist ja wichtig. Obwohl ... man verliert
mit diesen ewigen Diskussionen auch viel Zeit. Ich denke,
dieses Jahr ins Allgäu. Deshalb brauchen alle Kinder fes-
manchmal ist es besser, auf den Tisch zu hauen und zu
te Schuhe …
sagen: So wird’s gemacht und gut. Verstehen Sie?
Mutter 1:  Du bist doch die Mutter von Julia, oder?
11 Sicher. Dann werfen wir doch mal einen Blick in Ihren
Mutter 2:  Äh ja … Und Sie sind …?
­Lebenslauf. Sie haben die Schule mit einem ...
Mutter 1:  Heidi, die Mutter von Jonas. Mein Sohn ist ganz
begeistert von deiner Tochter. Entschuldigung, ich habe
deinen Namen nicht verstanden.
D 2 - Track Ü6
Mutter 2:  Winter, Anna Winter. Freut mich. 11 Guten Tag, Winterfeld, Klaus Winterfeld.
Mutter 1:  Es macht dir doch nichts aus, dass ich Du sage? uu Darf ich Ihnen das „Du“ anbieten?
Wir duzen uns hier eigentlich alle. 11 Waren wir nicht schon beim „Du“?
Mutter 2:  Ach so? Nun, wenn das so ist … Hallo, Heidi. uu Wir duzen uns hier eigentlich alle, ich bin Eva, und du?

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Einheit 2  |  Übungen 2

C 4 - Track 7
2 Lebensräume – Arbeitswelten
In meiner Familie sind fast alle Musiker. Und so war es relativ
klar, dass auch ich Musiker werde. Ich habe als Geiger dann
A 2a - Track 6 bald eine Stelle im Orchester eines großen Opernhauses ge-
Moderator:  Hallo und herzlich willkommen bei Radio 200! funden. Aber mit der Zeit bin ich fast verrückt geworden:
In unserer Reihe „Neu in Hessen“ haben wir heute immer im Halbdunkeln, auf engstem Raum mit den Kollegen,
einen Gast aus der Slowakei im Studio. Ich begrüße man kann sich kaum bewegen. Am Vormittag Proben, am
Jan Urban. Hallo! Es freut mich, hier zu sein! … Herr Abend Vorstellung, da hast du kaum noch ein Privatleben.
Urban, warum sind Sie nach Frankfurt am Main ge- Ich liebe Musik, aber gerade deshalb war es vielleicht keine
kommen? gute Idee, sie zum Beruf zu machen. Na ja, und dann hat mir
Urban:  Ich wollte im Finanzsektor Karriere machen, und bei ein Bekannter erzählt, dass er die Aufnahmeprüfung bei der
uns in der Slowakei gibt es nicht so viele gute Stellen- Lufthansa gemacht hat und sie ihn auch genommen haben.
angebote. Daher bin ich schon im Hauptstudium nach Das wollte ich dann auch. Glücklicherweise hatte ich von ei-
Deutschland gegangen und habe hier auch meinen ner Tante etwas Geld geerbt, sodass ich die zweijährige Pilo-
Abschluss gemacht. Jetzt wohne ich in Frankfurt – das tenausbildung finanzieren konnte. Inzwischen fliege ich seit
zweitgrößte Finanzzentrum Europas. Hier ist die Euro- drei Jahren, und es ist immer noch herrlich: Man fühlt sich
päische Zentralbank, und es gibt viele interessante frei wie ein Vogel. Besonders, wenn man über die Alpen oder
Stellenangebote. über das Meer gleitet. Am liebsten fliege ich in einen Sonnen-
M: Wie war Ihr erster Eindruck von Frankfurt? aufgang hinein. Das ist immer wieder großartig.
U: Nun, ich wusste, dass Frankfurt eine moderne Stadt ist.
Aber diese Skyline, die ganzen Hochhäuser – das hat
mich doch überrascht. Mein Traum wäre es, eine Dach- 2 Übungen
terrassenwohnung zu haben, von der aus ich jeden
Abend die Skyline bewundern kann … D 2a - Track Ü7
M: Wie kommen Sie mit den Deutschen zurecht?
11 Hallo Sandra. Wie du weißt, bin ich im Betriebsrat, und
U: Ich glaube, sie sind zurückhaltender als wir, nicht so
wir führen gerade Interviews durch, um zu erfahren, wie
spontan. Aber wenn man sie besser kennenlernt, dann
die Mitarbeiter die neue Bürolandschaft finden. Wir alle
sind sie hilfsbereit, zuvorkommend, gesprächig und
arbeiten jetzt seit drei Monaten in den neuen Räumen.
aufmerksam. Ich habe hier schon gute Freunde gefun-
Wie geht es dir damit?
den.
M: Was gefällt Ihnen an Ihrem Alltag in Frankfurt?
uu Also, das war schon eine ganz schöne Umstellung. Ich
habe mein Büro ja echt geliebt. Dort hatte ich Fotos von
U: Man kann hier super einkaufen. Ich finde in den Ge-
meiner Familie und konnte meine Notizen aufhängen.
schäften eigentlich alles, was ich brauche. Und dann
Und wenn es mal spät wurde, habe ich meine ganzen
gehe ich auch gern in den türkischen Supermarkt bei
Unterlagen einfach unsortiert liegen lassen. Am nächsten
mir um die Ecke, da gibt es so viel frisches Obst und
Morgen habe ich dann da weitergemacht, wo ich aufge-
Gemüse! Ja, und die öffentlichen Verkehrsmittel, die
hört hatte. Das war ziemlich praktisch. Jetzt muss man
sind prima. Mir gefällt auch, dass man hier so viel
immer gleich alles aufräumen. Aber ich habe mich daran
machen kann. Es gibt eine Menge Parks, wo man
gewöhnt und ziemlich schnell gemerkt, dass es auch viele
spazieren gehen, joggen oder einfach mit Freunden
Vorteile gibt.
zusammen draußen sein kann. Es gibt auch viele Ver-
11 Welche Vorteile sind das?
anstaltungen hier: Museumsuferfest, Opernplatzfest,
viele Straßenfeste, das Hochhausvolksfest … Ich gehe
uu Ich kann entscheiden, ob ich mit meinem Laptop konzen-
triert in einer der „Zellen“ arbeiten will, oder ob ich gleich
zum Beispiel immer zur Parade der Kulturen. Die ist
einen Tisch mit den Kollegen teile, mit denen ich an dem
großartig! Ja, Frankfurt hat wirklich Lebensqualität.
Tag sowieso viel zusammenarbeiten muss. Das spart Zeit,
Die Stadt ist auch unglaublich sauber und alles ist so
weil man nicht für alles und jedes ein Extra-Meeting or-
gut organisiert.
ganisieren muss. Tja, und die neue „Chill-out-Zone“ ist
M: Und was vermissen Sie?
super! Nicht nur wegen der neuen Espressomaschine.
U: Was ich vermisse? Meine Familie natürlich und dann
Nein, es ist tatsächlich so, dass man dort mit Kollegen ins
das Essen. Natürlich habe ich hier den Apfelwein, den
Gespräch kommt, die man vorher kaum gesehen hat. Ich
Handkäse, Rippchen mit Kraut und die ganzen typi-
kenne die Leute jetzt besser und weiß, wen ich fragen
schen Gerichte probiert. Aber – na ja …. Also, wenn
kann, wenn ich mit irgendetwas nicht weiterkomme.
ich nach Hause fahre, kocht meine Mutter immer
11 Wenn du die Wahl hättest: Würdest du gern wieder in
unsere Spezialitäten für mich. Das fehlt mir hier schon.
dein Einzelbüro zurück?
uu Wenn ich die freie Wahl hätte? Hm, gar nicht so einfach.
Nein, ich glaube nicht. Ich fühle mich jetzt doch sehr
wohl in der Bürolandschaft. Aber frag mich doch in einem
Jahr noch mal …

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Übungen 2  |  Einheit 3

11 Mache ich. Danke Sandra. So, dann frage ich mal den Mannschaften spielen. Und egal, ob wir gewinnen oder
nächsten Kollegen. Hallo Michael. Wie du weißt, bin ich verlieren: Wir haben immer viel Spaß!
im Betriebsrat, und wir führen gerade Interviews durch, M.: Danke, Maria. Das klingt wirklich überzeugend. Doch
um zu erfahren, wie die Mitarbeiter die neue Büroland- hören wir mal weiter, wen habe ich jetzt in der Lei-
schaft finden. Wir arbeiten jetzt seit drei Monaten in den tung? Ah, das ist Herr Koller aus Sachsen.
neuen Räumen. Wie geht es dir damit? Manfred Koller:  Guten Tag. Ich bin Manfred Koller und
pp Eine Umfrage vom Betriebsrat? Das finde ich gut. Ja, ich arbeite beim Deutschen Wetterdienst in Leipzig als
muss leider sagen, dass ich mich noch immer nicht an die Meteorologe. Daher bin ich in der Thermik zu Hause.
neue Situation gewöhnt habe. Der Traum vom Fliegen ist ja ein alter Menschheits-
11 Was heißt das? traum, und auch ich bin seit meiner Kindheit davon
pp Ich arbeite an Projekten, für die ich meine volle Konzent- fasziniert. Deshalb habe ich schon bei der Bundeswehr
ration brauche, und das oft über Wochen. Und ich kann das Fallschirmspringen erlernt. Mein Hobby heute ist
und will nicht jeden Morgen meinen Arbeitsplatz neu das Wingsuitspringen. Der Wingsuit – das heißt auf
einrichten. Ich habe die Situation zurzeit so gelöst, dass Deutsch „Flügelanzug” – hat Flügel zwischen den Ar-
ich eine „Zelle“ quasi dauerhaft für mich nutze. Aber da men und Beinen. Diese Flügel haben Hohlräume, die
war das eigene Büro natürlich schöner. Jetzt kriege ich al- sich im Flug mit Luft füllen und so die Form einer Trag-
les von den anderen mit – und du weißt ja, wie laut man- fläche – wie beim Flugzeug – bekommen. Also was ich
che Kollegen telefonieren. mache: Ich springe aus einem Hubschrauber, habe erst
11 Siehst du denn gar keine Vorteile? eine Fallgeschwindigkeit von ca. 180 km/h, breite dann
pp Na ja, die neue Pausenzone ist natürlich viel schöner als meine Flügel aus und gleite mit ca. 60 km/h durch
die alte, und ich sehe auch, dass man jetzt viel leichter die Luft.
mit Kollegen ins Gespräch kommt. Aber ehrlich gesagt M.: Und wie landen Sie dann?
hält mich das oft auch von der Arbeit ab. Ich habe es M.K.: Na, zum Landen hat man dann schon einen Fallschirm.
gern, die Sachen zu trennen: meine Arbeit am Schreib- M.: Aber haben Sie keine Angst? Ich meine, dass Sie mal
tisch und den Austausch mit Kollegen in einer Bespre- …
chung oder nach Arbeitsschluss bei einem Getränk. Das M.K.: Das ist alles eine Frage der Routine. Und man braucht
ist jetzt alles nicht mehr so richtig getrennt, ich finde das eine gehörige Portion Selbstdisziplin. Aber wenn man
ziemlich chaotisch. alle Sicherheitsvorschriften beachtet, ist es nicht ge-
11 Dann brauche ich wohl nicht mehr zu fragen, ob du dein fährlicher als, als … z. B. Autofahren …
Einzelbüro gern zurück hättest? M.: Aha … nicht gefährlicher als Autofahren … Na ja, also
pp Nein, eigentlich nicht. Die Antwort ist ja wohl klar. Aber da wird es sicher noch lebhafte Diskussionen in unse-
vielleicht bin ich nur zu altmodisch und irgendwann rem Blog geben. Wir sind nun verbunden mit Frau Jen-
macht’s auch bei mir „klick“, wer weiß …? ny Gold.
Jenny Gold:  Guten Abend, also mein Hobby, oder besser:
meine Leidenschaft sind die Kois. Ich meine, Japan ist
3 Lebenszeit ja für viele das Land der stilvollen Dinge: Die einen ha-
ben einen japanischen Garten mit Teehaus am Teich, die
anderen züchten Bambus, aber ich bin ganz hingerissen
A 2b - Track 8 von meinen Kois.
Moderatorin:  Guten Abend, liebe Hörerinnen und Hörer! M.: Frau Gold, ich glaube, Sie müssen unseren Hörern erst
Es ist Freitagabend. Zeit für unser interaktives Feier- kurz erklären, was Kois eigentlich sind. Das werden ei-
abendmagazin. Sie wissen, wie’s geht: Sie hören fünf nige nicht wissen …
Anrufer, die sich und ihre Einstellung zu unserem J.G.: Oh natürlich, Entschuldigung. Also Kois sind Fische aus
Thema kurz vorstellen. Nachher sind Sie herzlich ein- Japan, Karpfen genauer gesagt. Die können bis zu 60
geladen, im Forum Ihre Meinung dazu zu sagen. Unser Jahre alt werden – und ziemlich groß, so fast einen
Thema heute: Freizeitaktivitäten! So, da geht es schon Meter lang! Sie lassen sich auch streicheln und fressen
los, hier ist unsere erste Anruferin, Frau Stark, hallo, einem aus der Hand. Ich werde oft gefragt, wie ich auf
Frau Stark … diese Fische gekommen bin. Na ja, ich bin beruflich oft
Maria Stark:  Ja, hallo, ich bin Maria Stark aus Dortmund, in Japan. Dort haben mir Geschäftsfreunde vor ein paar
und als Ausgleich zu meinem Beruf mache ich das, was Jahren in einer wunderschönen Parkanlage die Kois
sonst die Männer gern machen. Ich spiele nämlich Fuß- gezeigt. Ich habe mich sofort verliebt. – In die Fische,
ball. Bei der Arbeit muss ich viel sitzen und dann kann meine ich.
ich’s kaum erwarten, dass ich mich beim Training aus- M.: Hm … das ist sicherlich kein ganz billiges Hobby, oder?
powern kann. Ich trainiere seit vier Jahren, und in die- J.G.: Nein, aber die Kois sind es schon wert …
ser Zeit bin ich immer fitter geworden. Das ist toll. Au- M.: Interessant. Jetzt, liebe Hörerinnen und Hörer, geht’s
ßerdem habe ich bei der Arbeit wenig Kontakte, und vom Wasser wieder aufs Land. Wir hören jetzt äh …
ich freue mich jedes Mal auf die anderen Frauen. Mich Thomas, Thomas aus … Hannover …, Hallo …?
begeistert das Teamgefühl, wenn wir gegen andere Thomas Polt:  Aus Hamburg! Moin, hier ist Thomas. Also,

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Einheit 3  |  Übungen 3

mein Hobby ist „Geocaching“. Schon als Kind habe ich te wissen, ob es bei der Bestellung von 300 Schachteln
immer davon geträumt, einmal einen Schatz zu finden. einen Rabatt gibt. Ja, den gibt es. Achtung: Das macht
Und vor ungefähr einem Jahr habe ich „Geocaching“ dann nur 19,90 Euro pro Schachtel! Und – ganz wichtig –
für mich entdeckt. Das geht so: Einer versteckt irgend- bis Mittwoch müssen die Zollpapiere für die Lieferung in
wo eine Box mit einem Notizbuch oder einem Zettel die USA fertig sein, Sie wissen, die Magnesiumtabletten
und vielleicht auch irgendwelchen Gegenständen darin. für die Firma Natural Life. Das waren, glaube ich, 200 Ki-
Den Ort, an dem man die Box versteckt hat, stellt man lo – aber schauen Sie am besten noch mal nach bitte. Und
dann im Internet ein. Ein anderer sucht die Box, und bevor ich es vergesse: die Drogeriekette Maier! Ähm, ja
wenn er sie findet, trägt er sich in das Notizbuch ein also die Rechnung an Maier in Höhe von ähm, 1.300,-
und kann sich auch einen Gegenstand aus der Box her- Euro ist noch nicht verschickt worden. Da ging es um un-
ausnehmen und einen anderen hineintun. ser Produkt Multikomplex, ähm … Sie finden die Bestel-
M.: Okay, aber wie geht das, also wie findet man so ein lung im Januar-Ordner. Es wäre gut, wenn die Rechnung
Versteck? spätestens am Donne rstag hinausgehen könnte. Oh, jetzt
T.P.: Mit einem GPS-Gerät, die meisten Handys habe heute muss ich aber los, mein Flug wird gerade aufgerufen …
ja GPS … das ist oft sehr spannend, denn die Box ist Also, vielen Dank, auf Wiedersehen und alles Gute!
vielleicht auf einem Berggipfel unter einem Baum ver-
graben, in einer Höhle versteckt oder – in einer Stadt –
auch mal an ein Denkmal geklebt. 3 Übungen
M.: Danke, Thomas! Das hört sich echt spannend an. So,
jetzt haben wir noch Frau Kramer … C 2a - Track Ü8
Leni Kramer:  Ja, hallo, mein Name ist Leni Kramer, ich bin
Frau Markovich:  Frau Ratana, schön, dass Sie da sind.
Diplompsychologin, lebe auf dem Land, das heißt in
Herzlich willkommen bei der ZollerVit!
Altdorf, und arbeite in einer katholischen Einrichtung
Frau Ratana:  Guten Tag, Frau Markovich. Entschuldigen Sie
bei Eichstätt. Immer wieder beobachte ich – vor allem
bitte die Verspätung, die Maschine konnte in Amsterdam
bei meinen Patienten –, wie ungesund wir oft leben,
nicht pünktlich starten.
wie wir uns alle selbst krank machen mit Hektik, Frei-
M.: Kein Problem, so etwas kann passieren. Ich habe jetzt
zeitstress und Fast Food.
einfach unser Programm geändert. Wir wollten ja mit ei-
Da habe ich über einen Ausgleich nachgedacht und
ner Werksbesichtigung beginnen. Aber jetzt erkläre ich
bin zufällig auf unseren Bauern hier im Dorf gestoßen:
Ihnen den Betrieb zuerst mal ein bisschen anhand des
Ich habe mitbekommen, dass er eine kleine Käserei hat
Organigramms hier an der Wand. Und nachher stelle ich
und auch Kurse anbietet, in denen man lernen kann,
Sie dann nur Ihren direkten Ansprechpartnern vor. In
wie man Käse macht. Das hat mich wirklich beein-
20 Minuten kommt nämlich schon Herr Dr. Dorn, der
druckt. Dann habe ich das immer weiter verfolgt: wie
Leiter des kaufmännischen Bereichs, und möchte Sie
man Lebensmittel wieder selbst herstellen kann. Die
kurz begrüßen.
schmecken dann natürlich nicht nur besser, sondern
R.: Schön, dass Sie so flexibel sind. Danke.
bei so einer Aktivität kann ich auch sehr gut abschal-
M.: Nichts zu danken! Also, wir sind hier im Verkauf. Sie
ten. Also, es gibt eine ganze Menge solcher Kurse,
werden eng mit Herrn Königstein zusammenarbeiten, er
„slow food“ nennt sich das heutzutage. Und ich habe
ist zuständig für Osteuropa und Asien und wird Ihnen
schon viele absolviert: Semmelknödel kochen, Brot ba-
am Anfang beim Einarbeiten behilflich sein.
cken, Kräuter sammeln, Fisch räuchern, Kaffee rösten,
R.: Kennt er sich schon mit den Zollbestimmungen für

Thailand aus?
M.: Was es nicht alles gibt! Vielen Dank, Frau Kramer. Also,
M.: Nein, kaum. Wir wollen ja den thailändischen Markt erst
liebe Hörer und Hörerinnen, das waren unsere Freizeit-
mit Ihrer Hilfe, erschließen, Frau Ratana, und es wird
helden. Jetzt geht’s ab ins Forum, wir sind sehr ge-
dann eine Ihrer ersten Aufgaben sein, die Zollbestim-
spannt auf Ihre Kommentare, und jetzt kommt erst mal
mungen zu recherchieren.
ein bisschen Musik. Hören Sie den Hit der …
R.: Mhm. Gut. Das wird nicht so schwierig für mich sein. Ich
habe früher auch schon in diesem Bereich gearbeitet.
C 3 - Track 9 M.: Wunderbar! Dann haben wir hier die Marketingabteilung
11 Hier ist die Mobilbox von Rita Berger, bitte hinterlassen mit Herrn Dr. Weinrich. Sie werden gemeinsam mit ihm
Sie mir eine Nachricht nach dem Signalton. Marktanalysen erstellen und Strategien entwickeln, um
uu Ja, hallo, Frau Berger, Gaby Hanselmann hier. Vielen unsere Produkte auf dem thailändischen Markt einzu-
Dank noch einmal, dass Sie meine Urlaubsvertretung führen. Zuerst wollen wir unser Nahrungsergänzungs-
übernehmen! Am Freitag war es leider so hektisch, dass mittel Tumol vertreiben. Das Produkt kennen Sie ja?
ich keine Zeit hatte, Ihnen eine Liste zu schreiben. Ich bin R.: Ja, natürlich. Ihre Assistentin hat mir ja schon eine Stu-
jetzt am Flughafen, daher die wichtigsten Infos telefo- die geschickt. Wirklich interessant! In Thailand werden
nisch. Also, am Montag müssten Sie bitte unbedingt das bis jetzt nur Nahrungsergänzungsmittel aus Australien
Angebot für die Apotheke Maxmann wegschicken. Es und einigen arabischen Staaten importiert. Also ich sehe
geht um Vitafit, unsere Vitamintabletten. Die Firma woll- da wirklich große Chancen.

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Übungen 3  |  Einheit 4

M.: Das klingt doch gut! Tja, und dann sollten Sie natürlich K.F.: Du bist gut! Um 14 Uhr kommt der Klempner. Die Hei-
die Kollegen vom Lager kennenlernen. Sie werden später zung muss doch repariert werden. Dann treffe ich mich
eng mit ihnen zusammenarbeiten. Wenn Sie eine Bestel- mit den Leuten vom Elternverein, wir wollen das
lung erhalten haben, müssen Sie die Produkte im Lager Schulfest planen.
zusammenstellen lassen. Sobald das erledigt ist, müssen M.F.: Davon hast du mir aber gar nichts erzählt.
Sie die Packliste, die Rechnung und den Transportauftrag K.F.: Ach, Martin, worüber reden wir denn die ganze Zeit?
erstellen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass es dir egal ist, ob
R.: Und wie wird die Ware versendet? die Heizung funktioniert oder nicht, weil du sowieso
M.: Das kommt darauf an, wo sie hingehen soll. Innerhalb fast nie da bist. Für mich ist es echt nicht lustig, dass
von Europa versenden wir die Ware meistens auf dem Benni und ich immer allein sind und auf den Papa war-
Landweg und sonst auf dem Luft- oder Seeweg. ten müssen. Ich möchte mich einfach auf dich verlassen
R.: Mhm, okay. können! Immer gibt es einen Grund dafür, dass du
M.: So, zurück zu unserem Organigramm. Wer fehlt uns nicht pünktlich nach Hause kommen kannst. Heute ist
noch? Ah ja! Wichtig ist für Sie noch Oliver Göbel, unser es ein Stau, dann ist es wieder ein Termin …
IT-Experte, den sollten – müssen Sie sehr bald kennen- M.F.: Katharina, du weißt doch, dass ich den Chef schon
lernen. Wir haben gerade eine neue Software gekauft, mehrfach auf das Problem hingewiesen habe. Ich be-
um unser Bestell- und Liefersystem zu optimieren. Aber mühe mich wirklich um die Versetzung in den Innen-
da gibt’s ab und zu noch Probleme, und dann ist es bes- dienst in unsere Filiale in Hamm. Aber so schnell geht
ser, wenn man weiß, wen man um Hilfe bitten kann. das eben nicht.
R.: Ja, ja. Mit den Computerleuten sollte man sich gut ver- K.F.: Und da glaubst du wirklich an eine Änderung?
stehen. Das spart Zeit, wenn die Technik mal nicht mit- M.F.: Ja, ich bin mir sicher, dass dann alles viel einfacher
spielt. Das kommt ja immer wieder vor! Leider. wird und ich mehr Zeit für euch habe. Du weißt doch,
M.: Genau, das sehe ich auch so. So, was noch? Genau: dass ich mit unserer jetzigen Situation auch nicht
Schließlich müssten wir unbedingt bei der Personal­ glücklich bin.
abteilung vorbeigehen, damit Sie einen Dienstausweis K.F.: Ich weiß, aber ich kann mich einfach nicht daran ge-
bekommen. wöhnen. Aber dann hoffen wir mal auf bessere Zeiten!
R.: Einen Dienstausweis? Also, eine gute Heimfahrt und pass auf dich auf!
M.: Ja, den brauchen Sie, um die einzelnen Gebäude im M.F.: In Ordnung. Ich freue mich auf euch!
Werk betreten zu können. Die Türen öffnen sich nur mit
dem Ausweis. C 2a - Track 11
R.: Ah, verstehe. Das waren jetzt ganz schön viele Namen,
Dr. Regner:  Architekturbüro Weber, Regner am Apparat.
ich hoffe, ich kann mir alle merken …
Martin Fechter:  Guten Morgen, Herr Dr. Regner, hier ist
M.: Ja, am Anfang ist das alles ein bisschen viel. Aber bis
Martin Fechter von der Firma „Fenestra“.
zum Ende des Monats haben Sie sich sicher schon gut
Dr.R.: Ach, Herr Fechter, guten Morgen. Schön, dass Sie zu-
eingelebt. So, und jetzt kommt gleich Herr Dr. Dorn.
rückrufen. Ich habe vorhin wegen der Fenster angeru-
Er ist manchmal ziemlich direkt und sehr kritisch, aber
fen. Wir haben ja übermorgen einen Termin zur Ver-
ansonsten ist er ein ganz feiner Mensch. Und ein guter
tragsunterzeichnung für den neuen Auftrag. Nun gab
Chef!
es aber letzte Woche diese Panne, da hatten Sie uns
R.: Hm … Wie verhalte ich mich da am besten?
falsche Fenster geliefert. Verstehen Sie mich bitte rich-
M.: Sie finden sicher einen Weg, gut miteinander auszukom-
tig: Einerseits schätze ich Ihren Service sehr, anderer-
men. Sie sind ja jetzt unsere Expertin für Ostasien, Frau
seits darf so etwas wirklich nicht passieren, das gibt
Ratana, da müssen Sie sich nicht kleinmachen.
enorme Probleme. Daher meine Frage: Ist die Sache
inzwischen geklärt? Wie ist der Stand der Dinge?
4 M.F.: Herr Dr. Regner, ich verstehe zwar Ihre Bedenken, aber
Nah und fern
ich kann Sie beruhigen. Herr Bärtel, Ihr Bauleiter, hat
die Fehllieferung reklamiert, und wir haben dann so-
B 1b - Track 10 fort reagiert. Die richtigen Fenster wurden gleich auf
Katharina Fechter:  Hallo, Martin. Alles in Ordnung? die Baustelle geliefert. Unsere Firma arbeitet in der
Martin Fechter:  Katharina, ich stecke im Stau und komme Regel nicht nur pünktlich, sondern auch absolut zu­
wahrscheinlich erst später. Denkst du bitte an den verlässig. Das kommt so sicher nicht mehr vor.
grauen Anzug? Der ist noch in der Reinigung. Könntest Dr.R.: Dann kann ich mich also auf Sie verlassen?
du ihn heute noch holen? M.F.: Ja, natürlich. Sie können sich voll und ganz auf uns
K.F.: Aber du hast doch gesagt, dass du heute Nachmittag verlassen. Bitte entschuldigen Sie die Ihnen entstande-
wieder da bist. nen Unannehmlichkeiten. Sie müssen weder finanzielle
M.F.: Mir ist etwas dazwischengekommen, es tut mir leid! noch terminliche Probleme befürchten.
Ich weiß, du kümmerst dich um den ganzen Haushalt Dr.R.: Ich freue mich, dass das Problem gelöst ist. Vielleicht
und um Benjamin. Aber vielleicht schaffst du es ja am können wir in Zukunft mehr Fragen immer gleich di-
Nachmittag? rekt miteinander klären. Das geht ja sowohl per Mail

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Einheit 4  |  Übungen 4

als auch telefonisch. Je mehr wir miteinander kommu- C 2b - Track Ü10


nizieren, desto weniger Missverständnisse können
Ramira Demel:  Fenestra GmbH, Ramira Demel. Guten Tag,
entstehen.
was kann ich für Sie tun?
M.F.: Kein Problem, Herr Dr. Regner, das können wir gern
Ali Arslan:  Arslan hier, von der Firma Bartsch. Hören Sie,
so machen.
können Sie mich mit Herrn Fechter verbinden? Ich er-
Dr.R.: Dann sehen wir uns also übermorgen hier bei uns zur
reiche ihn nicht.
Besprechung des neuen Auftrags und zur Vertragsun-
R.D.: Ja, das tut mir leid. Er hat einen Termin. Kann ich ihm
terzeichnung.
etwas ausrichten?
M.F.: Ja, ich bringe die nötigen Unterlagen mit.
A.A.: Oh ja, das können Sie. Wir warten jetzt schon seit drei
Dr.R.: Also, bis übermorgen, Herr Fechter. Auf Wiederhören.
Tagen auf die bestellten Schließstücke für die Sicher-
M.F.: Vielen Dank für das Gespräch und auf Wiederhören,
heitsschlösser. Herr Fechter hatte uns eine Lieferung
Herr Dr. Regner.
bis zum 16. August zugesagt. Wir brauchen sie drin-
gend, sonst können die Fenster nicht montiert werden.
4 R.D.: Hm, Moment, Herr Arslan, ich schaue mal nach den
Übungen
Aufträgen. Ja, hier, Sie haben am 11. August acht
Schließstücke bestellt, richtig?
B 1a - Track Ü9 A.A.: Genau … und heute ist schon der 19.
Elli Hallo Mara, was für eine Überraschung! R.D.: Ja, oh ich sehe gerade, es waren nur noch sechs Stück
Mara Hallo, Elli! Du, ich habe schlechte Nachrichten: Mein im Lager. Deshalb ist die ganze Lieferung nicht raus­
Besuch bei dir in Wien … Daraus wird leider nichts. gegangen. Oh je, das tut mir leid. Morgen wird unser
Elli Oh nein! Warum denn? Ich hab mich so darauf Lager aufgefüllt, dann können wir alle acht liefern.
gefreut! Oder soll ich veranlassen, dass die sechs Schließstücke
Mara Ich mich auch. Es ist wirklich schade. Aber ich muss noch heute rausgehen?
in Köln bleiben, Klara hat sich beim Hockeyspielen A.A.: Nein, das nützt mir nichts. Ich wäre Ihnen aber sehr
ein Bein gebrochen, und Franz musste spontan auf dankbar, wenn die Lieferung morgen per Eilsendung
eine Dienstreise nach Frankreich. an uns ginge. Wegen der Kosten möchte ich auf jeden
Elli Ach je, das tut mir leid! Deine Tochter lässt echt Fall noch mal mit Herrn Fechter reden. Das ist alles
nichts aus. Hatte sie nicht erst letztes Jahr einen sehr ärgerlich.
Skiunfall? R.D.: Natürlich. Wir bedauern die Verzögerung sehr. Herr
Mara Erinner mich bloß nicht daran. Das war vielleicht eine Fechter wird Sie so schnell wie möglich zurückrufen.
Geschichte! Sie muss echt besser aufpassen. Aber Auf Wiederhören, Herr Arslan.
davon will sie natürlich nichts hören.
Elli Das passt ja bestens zusammen – der Mann außer Prüfungstraining: Hörverstehen, Teil 1
Haus und die Tochter krank. Sag: Kommt ihr denn
alleine klar, ihr beiden?
Track Ü11
Mara Ja, das geht schon. Klara braucht erst mal Krücken, Ansage:  Es ist 19.30 Uhr. Die Nachrichten.
darum werde ich mich morgen kümmern. Nachrichtensprecher:  Guten Abend, meine Damen und
Elli Hm … Du, ich hätte da eine Idee … Ich hatte ja mit Herren. Münchens Bürgermeister gab heute in einer
Anton darüber gesprochen, dass ich wenig Zeit haben Pressekonferenz bekannt, dass München erneut zur
werde, wenn du zu Besuch kommst. Ich denke, er und Stadt mit der höchsten Lebensqualität in Deutschland
die beiden Jungen können auch mal ein Wochenende gewählt wurde. Er freue sich darüber, dass die hohen so-
darauf verzichten, von mir umsorgt zu werden, oder? zialen Standards, die gute Infrastruktur und die kulturel-
Mara Worauf willst du hinaus? len Angebote, die München bietet, international aner-
Elli Wir können die Reise einfach umdrehen, und ich kannt werden. Die Studie von Mercer vergleicht jedes
komme zu dir nach Köln. Jahr 230 Großstädte. Untersucht werden dabei 39 Krite-
Mara Das würdest du machen?? Aber das wäre total lang- rien, die entscheidend sind für eine gute Lebensqualität.
weilig für dich, ich kann ja kaum etwas mit dir unter- Dazu gehören unter anderem politische, soziale, wirt-
nehmen. schaftliche, aber auch Umweltfaktoren. Weltweit liegt
Elli Das ist doch egal. Hauptsache, wir sehen uns und München damit auf Platz 4. Die ersten drei Ränge Wien,
können ausführlich quatschen. Außerdem komme ich Zürich und Auckland.
so wieder mal nach Köln. Darauf freue ich mich auch. Zur Wirtschaft.  In Frankfurt treffen sich an diesem Wo-
Mara Du bist ein Engel! Egal, was passiert, ich kann mich chenende Spitzenmanager aus ganz Deutschland und
immer darauf verlassen, dass du für mich da bist. diskutieren darüber, wie sich deutsche Unternehmen für
Dafür bin ich dir so dankbar. die globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts fit
Elli Das ist doch selbstverständlich. machen können. Die deutsche Wirtschaft hat sich zwar
Mara Dann bis nächste Woche bei uns in Köln! Ich freue in den letzten Jahren trotz Finanzkrise gut entwickelt,
mich! muss aber weiterhin wettbewerbsfähig bleiben. In einer
Elli Ich mich auch. Und gute Besserung für Klara! Reihe von Präsentationen wurden Faktoren diskutiert,

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Übungen 4  |  Einheit 5

die für den Erfolg oder Misserfolg entscheidend sind. Zu


den Erfolgsfaktoren zählen natürlich auch Themen, wie 5 Warenwelt
man die Firmenorganisation auf den internationalen
Wettbewerb ausrichten kann, um schneller und flexibler A 3a - Track 12
reagieren zu können.
Durchsage:  In Kürze fährt ein der ICE 571 von Hamburg
Neue Arbeitsformen.  Mobiles Arbeiten hat inzwischen
nach Stuttgart via Frankfurt am Main und Mannheim.
auch in Deutschland viele Unterstützer. Der Finanzmi-
Vorsicht bei der Einfahrt.
nister sagte anlässlich des Home-Office-Tags heute: Orts-
Emma:  Ah, hier sind unsere Plätze.
und zeitunabhängiges Arbeiten trage zum Wachstum
Stella:  O, toll, sogar mit Tisch. Hast du Kaffee dabei?
der Wirtschaft bei und schaffe neue Arbeitsplätze. Viele
Alma:  Ja, klar, ich habe auch Tassen und noch etwas von
Unternehmen setzen schon sehr lange auf das Konzept
dem Vollkorn-Apfelkuchen.
Home Office. In vielen Firmen könnten die Mitarbeiter
Durchsage:  „Liebe Fahrgäste. Aus technischen Gründen ist
mit Hilfe von Notebooks überall gleich produktiv arbei-
unser Bordrestaurant heute leider geschlossen. Wir bit-
ten: zu Hause, auf einer Geschäftsreise oder beim Kun-
ten um Entschuldigung.“
den. Die Mitarbeiter könnten dadurch Berufliches und
Klara:  Alma, das war echt schlau, dass du reserviert hast.
Privates besser vereinbaren, betonten Manager großer
Reporter:  Morgens um 10 im ICE 571, der von Nord nach
Unternehmen. Sie seien produktiver und zufriedener.
Süd durch das ganze Land fährt. Ich steige ein und
Und davon profitiere auch das Unternehmen.
schaue mich mal um. Schon auf den ersten Blick Blick
Neuer Aktionsplan vorgelegt.  Angesichts steigender
sieht man, dass ganz unterschiedliche Mensche unter-
Zahlen von Asylsuchenden in Deutschland wird das The-
wegs sind:  Studenten, einzeln Reisende, von denen
ma „Integration“ immer wichtiger. Deshalb haben Bund,
sicher viele auf dem Weg zur Arbeit sind und diese
Länder und Gemeinden einen „Nationalen Aktionsplan
Gruppe von vier Frauen fällt sofort ins Auge, oder besser
für Integration“ entwickelt. Die Entwickler des Plans
gesagt ins Ohr ...
gehen davon aus, dass erfolgreiche Integration dann ge-
Emma:  Mensch, bin ich froh, dass ich mal rauskomme.
währleistet ist, wenn die Zuwanderer über ausreichende
Seitdem wir auf dem Land wohnen, bin ich ziemlich
Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen, um im Ar-
isoliert von den Freuden der Großstadt. Keine Schau-
beitsleben, in Aus- und Weiterbildung sowie beim Kon-
fensterbummel mehr und auch kein fröhliches Gedränge
takt mit öffentlichen Einrichtungen zurechtzukommen.
im Ausverkauf..
Außerdem wird erwartet, dass die Zuwanderer die deut-
Stella:  Na, das können wir ja heute ausgiebig machen.
sche und europäische Rechts- und Werteordnung aner-
kennen und einhalten. Fest steht: Auch in Zukunft wird
die Zuwanderung den Prognosen zufolge die Bevölke-
A 3b - Track 13
rungsentwicklung Deutschlands bestimmen. Reporter:  Das Ziel der Reise scheint ein gemeinsamer
Zum Sport.  Der Streit um die Fußball-WM in Katar Einkaufsbummel zu sein.
2022 geht weiter. Der Fußball-Weltverband Fifa hat ent- Emma:  Ich vermisse auch die vielen Kaufhäuser. Da gab’s
schieden, dass die Weltmeisterschaft nicht wie üblich in wenigstens noch geschulte Verkäuferinnen. Die haben
den Sommermonaten stattfinden kann, weil es wegen einen immer richtig gut beraten. Jetzt kaufe ich fast nur
der hohen Temperaturen von bis zu 50 Grad dann zu noch im Internet.
heiß ist. Deshalb wurde die WM jetzt auf November und Klara:  Mache ich auch. Obwohl ich im Zentrum von Kassel
Dezember 2022 verlegt. Diese Entscheidung gefällt aller- wohne. Aber es ist doch viel bequemer, so von der
dings den europäischen Fußball-Ligen nicht. Denn in Couch aus. Du hast aber recht:  Ohne Beratung geht es
den Wintermonaten finden die Clubwettbewerbe statt. auch bei mir manchmal echt daneben. Aber man kann
Die Clubs erwarten deshalb von der Fifa, dass sie für den ja alles wieder zurückschicken.
wirtschaftlichen Schaden, der durch die Unterbrechung Reporter:  Oder doch nicht, da die Damen im Netz shoppen?
der Ligaspiele entsteht, eine Kompensation erhalten. Emma:  Mein Freddy schimpft dann aber immer:  Er sagt,
Und nun zum Wetter.  Heute ist es im ganzen Land kühl das wäre total unökologisch:  Die ganzen Lkws, die die
und unbeständig. Wolken wechseln mit Sonne, und es Waren etliche Kilometer herumfahren und am Ende
gibt stellenweise Regen- oder Graupelschauer – vor al- schicken wir sie auch noch zurück....
lem im Bergland, wo es oberhalb von 900 m bis 1.200 m Klara:  Ja, schon, aber was soll ich machen? Bei meinen Ar-
bereits schneit. Morgen, Sonntag, bleibt es kühl. Dafür beitszeiten und den Ladenöffnungszeiten ist entspanntes
scheint oft die Sonne. Der Nebel, den es anfangs an Flüs- Shoppen in der Woche für mich kaum machbar ...
sen und Seen gibt, löst sich rasch auf. Nach einem zum Alma:  Umso schöner, dass wir heute gemeinsam losziehen.
Teil frostigen Start erreichen die Temperaturen meist 8 Sag mal, kaufst du auch Lebensmittel im Internet? Ich
bis 15 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Montag recht gehe immer in den Bio-Laden.
sonnig und wärmer mit Höchstwerten zwischen 12 und Klara:  Oh, Bio. Glaubst du wirklich, dass da immer Bio drin
21 Grad. An den Küsten kräftiger Nordwestwind. Und ist, wenn Bio draufsteht?
am Dienstag oft sonnig bei 13 bis 22 Grad. Der Wind Stella:  Also, bei uns im Viertel gibt´s keinen Bioladen. Aber
lässt nach und dreht allmählich auf Nordost bis Südost. ich kauf immer auf dem Markt. Da ist alles frisch.

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Einheit 5

Emma:  Aber nur, wenn du auf einem echten Bauernmarkt 10 Wir kennen uns schon sehr lange, wohnen aber mittler-
bist. Sonst kommt das Obst und Gemüse nämlich auch weile relativ weit auseinander.
nur aus der Großmarkthalle, sagt zumindest mein Freddy
... B 1b - Track 15
Alma:  Mensch, hör doch mal auf mit deinem Freddy!
Mutter:  Ah, Tobias, du bist also fleißig? Schreibst du an
Emma:  Ja, ist ja gut....
deinem Referat? Hier, ich habe dir deine Lieblings­
Alma:  Die meisten Männer gehen doch nie einkaufen, aber
schokolade mitgebracht.
sie wissen alles besser.
Tobias:  Oh, danke! Aber … Mama … das ist … Also, das ist
Stella:  Genau. Deshalb gehe ich auch lieber allein und er
die falsche.
hängt dann immer in Baumärkten herum.
M.: Aber wieso? Vollmilch-Nuss, die hast du doch immer
Emma:  Das stimmt, meiner auch. Stundenlang. Und bei Bau-
gern gegessen!
märkten geraten Männer echt ins Schwärmen. „Das Sor-
T.: Ja, schon. Aber es geht um die Marke. Diese wird nicht
timent! Und die Schrauben! Und die Lacke!...“
fair gehandelt.
Klara:  Ja, das finde ich absolut nachvollziehbar. Ich liebe
M.: Fair gehandelt? Ist das so etwas wie bio?
Baumärkte auch ...
T.: Na ja, also es geht um Produkte, die das Fairtrade-Siegel
Reporter:  Ha, mit der Frau würde auch ich mal einkaufen
haben, das ist so ein grün-blaues Symbol mit einer Figur
gehen .... Aber ich möchte nun wirklich wissen, was
in der Mitte. Wenn dieses Siegel drauf ist, weiß man,
genau Ziel und Zweck der gemeinsamen Reise sind....
dass man für ein Produkt einen fairen Preis bezahlt, also
Entschuldigung, wenn ich Sie störe, meine Damen. Mein
zum Beispiel für Kakao. Das gibt es inzwischen bei vie-
Name ist … und ich komme von „Radio 200“. Wir ma-
len Sachen: Schmuck, Textilien, Spielzeug oder Kleidung,
chen eine Sendung zum Thema „Menschen unterwegs“.
aber eben auch bei importierten Lebensmitteln wie
Darf ich Sie fragen, wohin die Reise führt? Machen Sie
Kaffee, Tee, Schokolade, Wein …
vielleicht eine Shoppingtour?
M.: Aha, fairer Preis, das heißt, die Sachen mit dem Siegel
Klara:  Ja klar, shoppen und ...
sind teurer?
Stella:  Genau. Mein Sohn braucht Turnschuhe. Und es müs-
T.: Ein bisschen, aber damit erreicht man auch etwas. Das
sen natürlich Markenschuhe sein ... die sind da viel
Gute an Fairtrade ist: Die Produzenten bekommen einen
günstiger.
Mindestpreis für ihre Waren, auch dann, wenn der Preis
Klara:  Wieso denn Markenschuhe? Glaubst du wirklich, die
auf dem Weltmarkt niedrig ist. Also was weiß ich – zum
sind besser?
Beispiel immer 3,50 € für ein Kilo Kaffeebohnen oder so.
Stella:  Nein, aber da sind die anderen Kinder in der Schule,
M.: Aha.
die machen Druck. „Wenn du keine Markenklamotten
T.: Außerdem werden langfristige Verträge mit ihnen abge-
hast, gehörst du nicht dazu ...“
schlossen, sie können sich also darauf verlassen, regel-
Klara:  Sehen Sie, Shoppen ist durchaus ein Thema. Aber uns
mäßig etwas zu verkaufen. Und wenn es nötig ist, be-
geht es vor allem darum, einen schönen Tag miteinander
kommen sie sogar einen Vorschuss.
zu verbringen. Wir kennen uns schon sehr lange, woh-
M.: Das hört sich gut an.
nen aber mittlerweile relativ weit auseinander und da ist
T.: Für die Einhaltung von bestimmten Richtlinien, z. B. dem
ein Ausflug genau das Richtige.
Verbot von Kinderarbeit, gibt es häufig zusätzlich zum
Emma:  Und wir gehen ja nicht nur shoppen. Klara, hat das
bezahlten Preis auch noch eine Prämie. Und mit dieser
geklappt mit dem Musical?
Prämie können die Leute dann Straßen oder Brunnen
Klara:  Ja, ich habe vier Karten.
bauen. Oder sie wird für medizinische Versorgung oder
Emma:  Oh, echt super.
für Fortbildungen verwendet.
Alma:  Also, Mädels, auf unser Wochenende!
M.: Was du alles weißt!
Stella, Alma, Klara:  Aufs Wochenende!
T.: Ja! Besonders Frauen und Mädchen sollen davon profi-
tieren. Menschen sollen mit ihrer Arbeit so viel verdie-
A4 - Track 14 nen, dass sie davon leben können.
1 Echt schlau, dass du reserviert hast! M.: Toll, Tobias! Ich finde es schön, dass du dich mit solchen
2 Schon auf den ersten Blick sieht man, dass ganz unter Themen beschäftigst!
schiedliche Menschen unterwegs sind. T.: Na, das ist das Thema von meinem Referat.
3 Seit wir auf dem Land wohnen, bin ich ja von den Freu- M.: Ach so. Ich verstehe … Aber was machen wir jetzt mit
den der Großstadt ziemlich weit weg. der Schokolade?
4 Im Kaufhaus bin ich immer richtig gut beraten worden. T.: Na essen! Aber dazu trinken wir einen fair gehandelten
5 Das ist sehr bequem! Tee …
6 Klar, da ist mir auch schon einmal etwas völlig daneben
gegangen.
7 Das Online-Bestellen ist total unökologisch!
8 Bei meinen Arbeitszeiten kann ich unter der Woche
kaum in Ruhe einkaufen.
9 Ich geh immer auf den Markt. Da ist alles absolut frisch.

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C 1b - Track 16 nen, dann kommt sowieso nur diese … äh … diese Firma


Hacherl infrage, wenn nur die zeitgerecht liefern kann.
Chef:  Frau Kant, Haben Sie einen Moment Zeit? Ich wollte
Und so viel günstiger ist das andere Angebot ja auch
noch einmal mit Ihnen über den Messetermin sprechen.
nicht …
Angestellte:  Natürlich, Herr Freise. Ja, die Messe. Ich hab’
A.: Da haben Sie recht. Dann werde ich die Bestellung
schon alles organisiert: Hotels gebucht, den Messestand
schnell fertig machen.
reserviert … dieses Jahr haben wir auch groß unser
blaues Logo drauf – „Thaisen KG, wir garantieren für
Sicherheit“!
C 5a - Track 18
C.: Das ist ja großartig! … Aber mir ist grad eingefallen, dass A.: Herr Freise, die USB-Sticks sind da, – allerdings …
wir ja auch noch Werbegeschenke brauchen. C.: Oh, das ist ja großartig! Geben Sie mir doch bitte gleich
A.: Wir haben noch ein paar Kulis vom letzten Jahr. die Rechnung. Wir überweisen sofort, dann bekommen
C.: Die werden aber nicht reichen … Und ich habe mir über- wir den Skonto. Also, ja, 2.400,75 Euro + 20 % Mehr-
legt, wir machen etwas Neues. wertsteuer, also 2.880,90, und dann ziehen Sie noch den
A.: Flaschenöffner vielleicht? Neulich wollten wir bei einem Skonto ab, das wären dann 2.823,28 Euro, okay.
Picknick … A.: Herr Freise, einen Moment bitte! Es ist etwas ganz Dum-
C.: Wieso jetzt Flaschenöffner? Wir arbeiten im Bereich mes passiert … Schauen Sie mal, die Farbe …
Computersicherheit, da sollte es etwas sein, das zu uns C.: Das darf doch nicht wahr sein! Das ist doch nicht das
passt … Blau von unserem Logo! Unser schönes Thaisen-Blau!
A.: Wie wäre es mit USB-Sticks? So etwas braucht man doch Violette Sticks! Das hat gerade noch gefehlt! Dann
immer! schreiben Sie aber bitte ganz schnell eine Reklamation
C.: USB-Sticks, ja, das ist eine gute Idee! Mit unserem Logo … Für eine neue Lieferung reicht ja die Zeit nicht mehr
drauf. Ah ja, wir brauchen 500 Stück! Recherchieren Sie …! Also jetzt wollen wir zumindest einen kräftigen
doch bitte mal im Internet, wer das am günstigsten an- Preisnachlass!
bietet. A.: Ja, natürlich, Herr Freise! Wird sofort gemacht! Ich setze
A.: Ja, das mache ich. jetzt gleich das Schreiben auf …
C.: Und denken Sie aber bitte auch an den Liefertermin, da-
mit wir die Sticks spätestens drei Tage vor der Messe am
15. Mai haben! 5 Übungen
C 3 - Track 17 A 2a - Track Ü12
A.: Herr Freise, kann ich Sie kurz stören? Max:  Ich heiße Max, und Einkaufen macht mir einfach Spaß.
C.: Aber immer … Wenn ich mal richtig schlecht drauf bin, gehe ich shop-
A.: Ja, also, ich wollte kurz auf die USB-Sticks für die Messe pen. Ich bin dann total spontan und kaufe, was mir
zurückkommen. Ich habe die Angebote schon vorsor- gefällt. Okay, manchmal auch Sachen, die ich echt nicht
tiert, zwei würden in die engere Wahl kommen. brauche. Der Preis ist mir dann auch ziemlich egal. Es
C.: Haben Sie ausgerechnet, welches günstiger ist? Wir kann passieren, dass ich auf meinem Konto ins Minus
haben das Budget für die Messe bereits überzogen. rutsche, aber dafür bin ich immer super schick angezo-
A.: Also, die Firma Finke Werbegeschenke. Die wollen gen.
4,45 Euro und geben zwei Prozent Skonto bei einer Mascha:  Hallo, ich bin Masha. Wie ich einkaufe? Nun ja,
Zahlung innerhalb von 21 Tagen. also Qualität ist mir absolut wichtig. Egal, ob bei Beklei-
C.: Und das andere Angebot? dung oder Lebensmitteln. Es stimmt auch nicht, dass die
A.: Die Firma Hacherl – der Skonto ist der gleiche, und da dann immer teurer sein müssen. Die meisten Supermärk-
gibt es ab 200 Stück einen Mengenrabatt von 3 %, aber te haben heute zum Beispiel Bio-Produkte, die kaum
… mehr kosten als normale Lebensmittel. Außerdem schaue
C.: Mengenrabatt? Das ist gut, rechnen wir doch mal: ich mir vor dem Einkauf immer die Prospekte an und
Also … Stückpreis 4,95 Euro, minus 3  % Rabatt, da achte auf die aktuellen Sonderangebote. Da bekommt
kommen wir dann auf 2.400,75 Euro. Mhhm, da ist das man auch Markenprodukte zum Schnäppchenpreis.
Angebot von Finke doch das günstigere. Dann nehmen Eugen:  Hi, ich bin Eugen. Also Einkaufen finde ich ziemlich
wir das … nervig. Aber ich habe einen gewissen Ehrgeiz entwickelt,
A.: Ja, aber die Lieferfrist … Das wollt ich Ihnen ja sowieso der das Ganze dann wieder spannend macht. ((lacht))
schon sagen … Wenn ich irgendwas Größeres brauche, z. B. einen neuen
C.: Wie? Die Lieferfrist? Computer oder einen Staubsauger oder so, dann suche
A.: Erst habe ich auch gedacht, wir nehmen das Angebot ich manchmal stundenlang im Internet, um garantiert
von der Firma Finke, weil das günstiger ist. Da ist aber den niedrigsten Preis für das Produkt zu zahlen. Das ist
die Lieferfrist zu lang. Die könnten erst zwei Tage vor wie ein Sport. Ja, und meine Lebensmittel, die kaufe ich
dem Messetermin liefern. im Diskonter, da finde ich alles, was ich brauche. Ja, alles
C.: Na, da brauchen wir ja gar nicht länger reden und rech- dort ist relativ günstig und es geht schnell.

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Übungen 5  |  Station 1

C 3b - Track Ü13 einfach nur meine Ruhe haben. Sicher, wenn man gemein-
same Interessen hat, hat man schon bald ein Thema für
Frau Huss:  Technikmarkt Selbert. Guten Tag, Sie sprechen
ein Gespräch, aber das reicht auch nicht immer für eine
mit Frau Huss. Wie kann ich Ihnen helfen?
Fahrt von vielen Stunden. Außerdem muss man das Auto
Herr Meiser:  Guten Tag, hier spricht Andreas Meiser vom
vorher aufräumen, wenn jemand mitfährt. Und nicht zu-
Sportstudio „Fühl dich fit“. Wir haben letzte Woche ja
letzt weiß man ja nie, welche Typen da einsteigen …
zehn Fernseher für die Eröffnung unserer Filiale in der
Wilhelmstraße bei Ihnen gekauft. Sport auf dem Lauf-
band und dabei fernsehen wird immer beliebter. Aber
1 Die Bewerbungsmappe
leider scheinen zwei Geräte kaputt zu sein.
H.: Ah, ich verstehe. Können Sie mir das Problem näher
beschreiben?
A 1a - Track 19
M.: Ja, also, wenn ich sie einschalte, kommt zwar ein Bild, Martin Torrini:  Sagt mal, Leute, was gehört denn ganz
aber nach ein paar Minuten ist der Bildschirm schwarz. ­aktuell in so eine Bewerbungsmappe rein, was nicht?
H.: Können Sie mir bitte das Modell nennen? Freund 1:  Erstmal hast du natürlich das Anschreiben. Das
M.: Ja, klar. Die sind alle vom gleichen Modell: Merkur TS heftest du aber nicht in die Mappe, sondern legst es
205. separat oben drauf.
H.: Aha. Haben Sie kontrolliert, ob das Kabel auch richtig in Freundin:  Dann kommt der Lebenslauf. Und der Lebenslauf
der Antennenbuchse, also dem Anschluss für das Anten- ist überhaupt das wichtigste, das war ja schon immer
nenkabel, steckt? so.
M.: Sicher. Das ist alles in Ordnung. Freund 2:  Dritte Seite. Das ist jetzt das neuste.
H.: Gut, wir schicken den Reparaturservice vorbei. Bitte le- M.T.: Was ist denn eine Dritte Seite? Davon habe ich ja noch
gen Sie die Garantieunterlagen bereit. Wann würde es nie gehört.
Ihnen denn passen? Freund 1:  Da kannst du dich etwas ausführlicher als Person
M.: Könnte jemand gegen 17:00 Uhr vorbeikommen? Wis- vorstellen, so mit Deiner Motivation, Deinen Vorlieben
sen Sie, wir eröffnen in zwei Tagen. Deshalb ist es wich- und Deinen Zielen. Es ist was Neues, aber ich finde es
tig, dass wir das Problem bis dahin lösen. ziemlich cool.
H.: Moment, lassen Sie mich kurz nachschauen. Ja, am spä- Freundin:  Dann kommen schon die Zeugnisse. Als erstes
ten Nachmittag passt es. Kann ich sonst noch etwas für Dein Arbeitszeugnis, Dein Studienabschluss und die
Sie tun? Praktika, Dein Abiturzeugnis …
M.: Nein, nein. Sie haben mir sehr geholfen. Vielen Dank! M.T.: Ja, das kenne ich. Das ist ja schon ewig so…
Auf Wiederhören. Freundin:  Denk aber daran, dass du dir von Deinem letzten
H.: Gern geschehen. Auf Wiederhören. Arbeitgeber auch ein Arbeitszeugnis ausstellen lässt.
Das ist noch wichtiger als Studienabschluss und Abi-
D 2 - Track Ü14 turzeugnis...

11 Warum ich Couchsurfing mache? Na, ist doch klar! Ich


kann so die ganze Welt sehen und dabei interessante
A 1b - Track 20
Leute kennenlernen. Luxushotels bedeuten mir nichts – M.T.: Und worauf würdet ihr denn grundsätzlich bei der
lieber schlafe ich auf einem alten Sofa . Als Couchsurfer Bewerbung noch achten?
ist man ja auch automatisch Gastgeber und hört oft tolle Freundin:  Bewirbst du dich denn per E-Mail oder mit einem
Reiseerzählungen von seinen Gästen. Mal hat mir eine Online-Formular? Oder schickst du die Bewerbung
Couchsurferin erzählt, dass ihr bei einer Wüstentour noch klassisch per Post?
Schlangen das Abendessen weggefressen haben. Ist das M.T.: Ganz klassisch als Bewerbungsmappe mit der Post.
nicht eine verrückte Geschichte? Besonders Spaß macht Freundin:  Da habe ich gleich schon mal was Wichtiges. Eine
das Couchsurfing natürlich, wenn man die gleichen Hob- Sache vergessen die Leute nämlich gern. Deine Mappe
bys hat. Dann können Gast und Gastgeber auch mal zu- sollte leicht zu öffnen und durchzublättern sein. Sonst
sammen auf Kneipentour gehen, Karaoke singen … Oder ist der Empfänger gleich genervt.
in den Bergen zusammen klettern. Ich hab auch schon Freund 2:  Sprache und Schreibstil müssen klar und einfach
Square Dance gemacht – zur Belustigung aller Beteiligten. sein, also nicht kompliziert, aber auch nicht langweilig.
Wichtig ist natürlich, in der fremden Wohnung sauber Und dann zählt die Rechtschreibung. Fehler sind abso-
und ordentlich zu sein. Das gehört sich einfach so. Und lut inakzeptabel. Die ganze Bewerbung muss korrekt
außerdem: Man sieht sich immer zweimal im Leben! sein. Sonst denkt man, du hättest es so nebenbei ge-
uu Früher bin ich nur über Mitfahrportale gereist. Das war macht und es sei dir nicht wichtig.
kostengünstig und meistens auch echt praktisch. Aber im Freund 1:  Ja, genau. Deshalb sollte es auch sauber aus­
Laufe der Zeit ist mir diese Art des Verreisens doch zu an- sehen, wenn du es in den Umschlag streckst. Keine
strengend geworden. Mittlerweile fahre ich lieber allein Knicke, Kaffeeflecken oder verschmierte Buchstaben.
oder mit der Bahn. Beim Mitfahren muss man sich ja höf- So was passiert schnell, achte darauf!
lichkeitshalber unterhalten, und manchmal will ich eben Freund 2:  Total wichtig ist aber auch die Kürze von An-

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Station 1  |  Einheit 6

schreiben und Lebenslauf. Die Personalmitarbeiter S.: Ich arbeite in einem Restaurant. Ich habe nette Kollegen,
wollen nicht viel lesen. Die schauen einmal drauf und die sich teilweise sehr für China interessieren; ich erzähle
müssen sofort sehen, worum es geht. Deshalb sollte ihnen viel, und wir haben auch zusammen das Chinesi-
alles gut strukturiert und übersichtlich sein. Übersicht- sche Frühlingsfest gefeiert. Mit einer deutschen Freun-
lichkeit ist das A und O, glaub mir. din besuche ich manchmal deren Eltern. Ich finde es ein-
M.T.: Mann oh Mann, das klingt echt nach Arbeit. Ich fach toll, wenn ich so viel vom deutschen Familienleben
schwitze jetzt schon … mitbekomme. Ich mag auch das Essen gern, aber nicht
Freundin:  Na klar, was denkst du denn? Wenn du damit alles. Ich esse zum Beispiel kaum Brot. In China essen
Erfolg haben willst, musst du schon ein paar Tage wir lieber etwas Warmes. Beim Frühstück bleibe ich des-
investieren. Dafür geht es dann bei den nächsten Be- halb chinesisch, bei mir gibt’s Suppe und Jiaozi, das sind
werbungen auch schneller... Teigtaschen mit Fleisch und Kohl. Die meisten Deutschen
mögen das auch gern, nur halt nicht zum Frühstück. Oh
ja, und die Torten und Kuchen sind einfach super hier!
6 Fremd und vertraut I.: Und das Kulturangebot ist hier in Köln schon sehr gut.
Ich gehe gern ins Theater oder ins Kino, und ich habe re-
A 3b - Track 21 lativ schnell Freunde gefunden, die auch gern mitkom-
men. Freunde sind das Allerwichtigste für mich, sonst
Moderator:  In unserer heutigen Folge von „Fünf nach vier“
könnte ich nicht im Ausland leben. Wir gehen auch gern
geht es um das Thema „Neu in Deutschland“, und im
zusammen etwas essen oder trinken – nur an das ge-
Studio sind zwei Gäste bei mir, die uns Eindrücke aus ih-
trennt Bezahlen, also dass jeder seine eigene Rechnung
rer neuen Heimat Deutschland schildern. Herzlich will-
hat, daran musste ich mich erst gewöhnen. Tja, und dann
kommen, Isabella und Shuo!
die vielen Amtswege, die Bürokratie … puh! Aber bei
Isabella:  Guten Tag!
uns ist das ja nicht anders.
Shuo:  Hallo! Danke für die Einladung!
S.: Ja, die deutschen Vorschriften … Oh, je! Aber prinzipiell
M.: Also, ihr seid beide vor nicht allzu langer Zeit nach
bin ich mit meinem Leben hier sehr zufrieden, und ich
Deutschland gekommen. Heute arbeitet und lebt ihr hier.
verstehe allmählich die Sprache. Nur vermisse ich meine
Woher und wann seid ihr gekommen?
Familie. Dass so viele Leute hier allein oder gerade mal
I.: Ich bin vor knapp zwei Jahren aus Málaga, aus Spanien,
zu zweit, aber meistens ohne ihre Familie leben, ist für
nach Köln gekommen.
mich als Chinese schwer zu begreifen – und ich kann mir
S.: Ich komme aus Nanjing in China und wohne seit einem
vorstellen, dass es dir ähnlich geht, Isabella, oder?
Jahr in Berlin.
I.: Oh ja!
M.: Also ganz spontan: Was war für euch besonders, was hat
euch beeindruckt?
I.: Für mich ist das Besondere, dass ich ziemlich viel gelernt
A 4a - Track 22
habe. Sicher, die Leute hier sind anders, gehen anders 1 Zu Hause war ich immer mit meiner Familie und meinen
miteinander um als bei uns in Málaga, und sie essen zu Freunden zusammen.
komischen Zeiten. Zu Hause war ich ja immer mit meiner Familie und
M.: Entschuldigung, wenn ich dich jetzt unterbreche, Isabel- ­meinen Freunden zusammen.
la. Aber was meinst du mit „komische Zeiten“? 2 Ich liebe es, mit der Straßenbahn zu fahren.
I.: Also, viel früher als in meiner Heimat. Das Mittagessen Ich liebe es einfach, mit der Straßenbahn zu fahren.
um zwölf und das Abendessen manchmal schon um 18 3 Den Deutschen ist der Sonntag wichtiger als uns.
Uhr! Das war für mich schon sehr ungewöhnlich! Den Deutschen ist der Sonntag wohl wichtiger als uns.
M.: Aha! 4 Die meisten Deutschen mögen das auch gern, nur nicht
I.: Na und zu Hause war ich ja immer mit meiner Familie zum Frühstück.
und mit Freunden zusammen. Hier war ich am Anfang Die meisten Deutschen mögen das auch gern, nur halt
viel allein, und das war schwer. Aber ich habe mich in nicht zum Frühstück.
dieser Zeit auch selbst besser kennengelernt, und das 5 Das Kulturangebot ist hier in Köln sehr gut.
war und ist eine interessante Erfahrung. Das Kulturangebot ist hier in Köln schon sehr gut.
M.: Und du, Shuo? Wie ist es dir ergangen?
S.: In Berlin gibt es ja unheimlich viele Bäume, das fand ich B 3b - Track 24
sofort toll. Ich liebe es einfach, mit der Straßenbahn zu
Interviewerin:  Herr Dr. Nazari, was ist Willkommenskultur?
fahren und dabei in aller Ruhe aus dem Fenster zu
Dr. Nazari:  Also ganz kurz: Es geht dabei darum, dass
schauen. Aber der Umgang mit den Menschen hier, die
Voraussetzungen geschaffen werden, damit sich Zu­
Sprache – das war in den ersten Monaten schon schwie-
wanderer im Zuwanderungsland wohlfühlen. Es ist so,
rig für mich. Und dann musste ich mich daran gewöhnen,
dass sich die Strukturen der Bevölkerung ständig ver­
dass die Geschäfte am Sonntag geschlossen sind. In Chi-
ändern. Man spricht dann von einem demografischen
na kann man immer einkaufen. Den Deutschen ist der
Wandel. Die Menschen werden älter als früher und,
Sonntag wohl wichtiger als uns.
ich spreche jetzt konkret von Deutschland, es werden
M.: Was gefällt Euch heute an eurem Leben in Deutschland?

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Einheit 6 | Übungen 6 | Einheit 7

immer weniger Kinder geboren. Das heißt, dass Zu­


wanderung erwünscht ist, weil es auch einen immer 6 Übungen
größeren Mangel an Fachkräften gibt. Daher hängt die
wirtschaftliche Entwicklung immer stärker von beruflich D 1 - Track Ü15
qualifizierten Einwanderern ab. Um noch einmal auf
Herr Hosch:  Guten Morgen, Frau Mock, guten Morgen, Herr
Ihre Frage zurückzukommen: Bei dem Begriff „Willkom-
Dill. Entschuldigung, dass ich mich verspätet habe, aber
menskultur“ geht es um eine generelle Offenheit für
es gab schon wieder Probleme mit der Bahn.
Menschen aus anderen Kulturkreisen und um deren
Frau Mock:  Hallo, Herr Hosch. Was war denn heute früh los?
Gleichberechtigung in diesem Land. Aber, das möchte
H: Ach, die S-Bahn, die um 6:52 Uhr fahren sollte, ist aus-
ich auch noch anmerken, die „Willkommenskultur“ soll
gefallen.
nicht nur auf die Anfangszeit der Einwanderung be-
Herr Dill:  Oh je, die fast tägliche Störung! Was war es denn
schränkt sein.
dieses Mal?
I.: Herr Dr. Nazari, warum sollen Migranten gerade nach
H: Ich weiß es nicht, Herr Dill. Es gab ja keine Durchsagen
Deutschland kommen? Was könnte sie hierherlocken?
am Bahnhof. Die nächste S-Bahn um 7:12 Uhr war dann
N.: Na ja, sicherlich sind gute Berufs- und Gehaltsaussichten
brechend voll, in die konnte man gar nicht mehr einstei-
oft ein Anlass für die Zuwanderung. Aber es geht nicht
gen. Ich musste deshalb die S-Bahn 7:32 Uhr nehmen.
nur ums gute Verdienen, Geld ist nicht alles! Wichtig sind
D: Ich bin ja früher auch diese Strecke gefahren. Schreck-
noch viele andere Faktoren wie Kultur, Lebensart, die
lich! Sitzplätze gibt es nie. Und Zeitunglesen ist auch
Mentalität der Menschen … Damit jemand hier bleiben
unmöglich.
und arbeiten will, ist die Zufriedenheit mit den Lebens-
H: Der Waggon war so voll, dass ich nicht mal meine Mails
bedingungen sehr wichtig. Dabei geht es natürlich auch
auf dem Smartphone checken konnte.
darum, dass man sich wohlfühlt, respektiert und freund-
M: Das kenne ich. Ich komme ja immer mit der U-Bahn aus
lich behandelt wird.
Bockenheim. Das ist am frühen Morgen auch nicht lus-
I.: Was hat sich denn in den letzten Jahren bezüglich Zu-
tig. In den U-Bahnstationen gibt es meistens schon ein
wanderung getan?
riesiges Gedränge.
N.: Ich kann Ihnen jetzt nur einige Beispiele nennen: So hat
D: Und es stinkt!
es, z. B. auf politischer Seite, im Zuwanderungsgesetz
M: Genau. Da haben Sie recht, Herr Dill. Und beim Ein­
wichtige Änderungen und Erleichterungen bei der Aner-
steigen schlägt einem heiße, stickige Luft entgegen.
kennung von ausländischen Abschlüssen und Qualifika-
Der Waggon ist so voll, dass man gegen die anderen
tionen gegeben. Auch vonseiten der Wirtschaft wurden
Fahrgäste gedrückt wird.
Programme entwickelt, die ausländische Arbeitskräfte
D: Und ja, wenn die Züge so voll sind, kann man fast
fördern. Ich denke da an berufliche Fach- oder Sprach-
Angst bekommen.
kurse, um nur ein Beispiel zu nennen. Diese Maßnahmen
M: Da ist man schon fix und fertig, bevor man mit der
scheinen aber leider für viele Inländer eine, man könnte
Arbeit begonnen hat.
sagen, Konzentration auf wirtschaftliche Vorteile nur für
H: Ich überlege jetzt, ob ich nicht von Bad Homburg nach
ausländische Mitarbeiter zu sein. Dadurch werden oft
Frankfurt ziehen soll …
die Zweifel am generellen Nutzen von Zuwanderung
verstärkt. Da heißt es dann: Warum gibt es das nur für
die Ausländer und nicht für uns?
7 Konflikte und Lösungen
I.: Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein?
N.: Schauen Sie, ich bin Iraner. Ich lebe schon lange in
Deutschland und fühle mich hier sehr wohl. Für mich ist
A 1b - Track 25
„Willkommenskultur“ vergleichbar mit einer Art des Ein-
DIALOG 1
ander-Begrüßens, also des positiven „Aufeinander-Zuge-
11 Rechts? Das ist doch Blödsinn. Schau doch auf den Plan!
hens“, das gilt für Inländer, aber auch für Ausländer.
Und es braucht alles seine Zeit im Leben. Wir sind noch
uu Du kennst dich doch aus, behauptest du immer. Also
wirst du auch wissen, wo es hier weitergeht! Hättest du
weit entfernt von einer totalen Akzeptanz von Zuwan-
nicht das Navi vergessen, müsste ich nicht auf dem blö-
derern. Studien zeigen aber, dass die 14- bis 29-Jährigen
den Stadtplan suchen!
beim Thema Integration schon wesentlich offener sind
11 Jetzt reicht’s mir aber! Besuchen wir deine Freunde oder
als die früheren Generationen. Das heißt, wir sind auf
meine?
dem richtigen Weg.
uu Was hat das damit zu tun? Es ist jedes Mal das Gleiche,
aber jedes Mal!
11 Ach ja? Was ist denn das Gleiche?
uu Du machst was falsch und gibst mir die Schuld dafür.
Das geht mir echt auf die Nerven!
11 Also wenn das so ist, drehen wir eben um. Fahren wir
wieder nach Hause, bitte sehr …

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Einheit 7

DIALOG 2 beiterin gesprochen. Beim Telefonieren habe ich sehr


11 Ob das andere Eltern erlauben, interessiert mich nicht! darauf geachtet, trotz meines Ärgers höflich zu bleiben.
Emma geht nicht bis 22 Uhr auf die Party! Die Hausverwaltung hatte ja keine Schuld an der Sache,
uu Aber wenn sie es doch möchte. Kannst du nicht einmal zumindest nicht direkt. Sie hat ja eine Entlüftung ein­
ein bisschen lockerer sein? bauen lassen. Die war aber zu schwach. Also habe ich
11 Sie ist erst 13!! Um 20 Uhr ist sie zu Hause! alles sachlich erklärt …
uu Großer Gott, du bist schon wie deine Mutter! Die Zeiten 11 Aber hast du ihnen keinen Brief geschrieben? Bei mir
haben sich geändert! wollen die immer irgendetwas Schriftliches.
11 Oh nein, nicht schon wieder! Nur weil dir kein besseres uu Doch, klar. Aber das war danach.
Argument einfällt, bin ich wie meine Mutter. Sie ist noch 11 Und was hast du genau geschrieben?
ein Kind, und ein Kind hat in der Nacht auf der Straße uu Na, ja, ich habe in meinem Schreiben kurz und präzise
nichts verloren! klargemacht, dass die eingebaute Lüftungsanlage nicht
uu Was soll denn hier schon passieren? Außerdem geht sie ausreicht und dass ich erwarte, dass rasch etwas passiert.
doch sicherlich mit Anna zusammen nach Hause … Dann habe ich den Brief direkt an die Sachbearbeiterin
11 Aber du weißt schon, dass es ein Jugendschutzgesetz geschickt, mit der ich auch am Telefon gesprochen hatte.
gibt? Die beiden dürfen maximal bis 22 Uhr abends un- Tja, und eine Woche später sind dann wirklich die Hand-
terwegs sein. werker gekommen und haben eine neue und viel stärkere
uu Ja, ja du hast schon recht … Okay, ich mach dir einen Entlüftung eingebaut.
Vorschlag: Wir zwei gehen ins Kino und holen danach die 11 Was? Einfach so? Tolle Hausverwaltung!
beiden Mädchen von der Party ab. Was hältst du davon? uu Na ja, der Ton macht die Musik. Wir haben eben vernünf-
11 Na, das ist doch eine guter Vorschlag! tig miteinander geredet. Du, ich glaube, die erleben oft
ganz andere Mieter.
DIALOG 3
11 Franz … wollten wir heute Abend nicht ins Kino gehen?
C 2a - Track 27
uu Mhm, ja, kann schon sein …
11 Sag mal, hörst du mir überhaupt zu? Du immer mit deiner Herr Amberger:  Guten Tag, Frau Binder, Herr Kowalek.
blöden Champions League! Weißt du, wie mir das auf die Kommen Sie doch bitte in mein Büro. … Schön, dass wir
Nerven geht? uns mal zusammensetzen können, um Ihre Probleme zu
uu Geh doch etwas zur Seite … Wahnsinn! Geniale Flanke! klären.
11 Das kann ja echt nicht wahr sein! Du hörst mir nicht ein- Frau Binder:  Guten Tag, Herr Dr. Amberger! Guten Tag, Herr
mal zu. Mir reicht’s! Ich geh jetzt allein ins Kino. Kollege.
uu Mhm, ja Schatz, bis später! Herr Kowalek:  Guten Tag, danke für die Einladung!
A.: Nehmen Sie doch bitte Platz. Kaffee, Wasser? Bitte be-
DIALOG 4
dienen Sie sich. So, nun, wir sitzen hier zusammen, weil
11 Tut mir leid, das fällt nicht in meine Zuständigkeit.
Sie, Frau Binder, uns eine E-Mail geschrieben und Sie,
uu Aber Herr Krüger hat gesagt, ich solle mich an Sie wenden. Herr Kowalek, mich dann um dieses Gespräch gebeten
11 Herr Krüger ist im Urlaub, und mit mir hat er nicht ge-
haben. Es wäre mir wichtig, dass wir die Probleme jetzt
sprochen. Es tut mir leid, Frau Brahms, aber da kann ich
besprechen und aus der Welt schaffen können.
Ihnen nicht helfen.
K.: Ja, also ich muss sagen, diese Mail hat mich sehr geär-
uu Sie selbst haben vorgeschlagen, dass wir diese Tabellen gert. Ich meine, also … Ich, anstelle der Kollegin, hätte
benutzen sollen. Jetzt tun Sie so, als ob Sie das alles
niemals so eine E-Mail geschrieben. Man könnte meinen,
nichts angeht.
ich hätte das Projekt boykottiert! Das stimmt so nicht
11 Es geht mich auch nichts an. Ich bin am Projekt nicht
und ist echt unfair …
direkt beteiligt.
B.: Entschuldigung, Herr Kowalek, wenn ich Sie da jetzt
uu Warum hat Herr Krüger mir dann Sie als Ansprechpartner unterbreche, aber das muss ich jetzt ganz klar und in
genannt?
Gegenwart von Herrn Amberger sagen: Wenn Sie, Herr
11 Was weiß ich? Da müssen Sie ihn schon selbst fragen.
Kowalek, mir nicht dauernd gesagt hätten, dass Sie keine
uu Das ist doch jetzt nicht Ihr Ernst! So ein unkooperatives Zeit haben, wäre das auch nicht passiert. Ich habe ja fast
Verhalten ist mir in der ganzen Zeit, die ich im Unter­
keine Ergebnisse von Ihnen bekommen! Ist so etwas für
nehmen arbeite, noch nicht untergekommen!
Sie Kooperation?
K.: Na, das stimmt jetzt aber nicht so ganz, Frau Binder!
B 4 - Track 26 A.: Langsam bitte! Herr Kowalek, Sie wissen, dass Frau
11 Sag mal, Andrea, du hattest doch vor dem Urlaub den Binder offiziell die Leiterin des Projekts ist.
Ärger mit dem Restaurant im Erdgeschoss. Was ist daraus K.: Ja, sicher. Aber wir haben uns zweimal pro Woche ge-
geworden? troffen. Jedes Mal war Frau Binder verärgert, weil –
uu Du wirst es nicht glauben, aber die Hausverwaltung hat ihrer Meinung nach – zu wenig Ergebnisse vorlagen.
mir tatsächlich geholfen, ich … Aber ich betreue ja auch noch andere IT-Projekte und
11 Echt? Das ist ja super! habe weiß Gott genug Probleme mit dem Installieren
uu Also, ich habe erst mal angerufen und mit der Sachbear- der Logistik-Software! Frau Binder hätte auf meine an-

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Einheit 7

deren Aufgaben mehr Rücksicht nehmen müssen. K.: Ja, das war sehr hilfreich. Vielen Dank!
A.: Das hätten Sie beide aber schon früher mit mir bespre- A.: Na also, durchs Reden kommt man sich näher. Wir sehen
chen sollen. Wenn ich das früher gewusst hätte, wäre uns dann am Freitag.
das alles nicht passiert. Ich bin als Leiter dieser Abtei-
lung dafür zuständig, solche Probleme zu lösen, bevor D 2 - Track 29
sie eskalieren. Also, ganz ruhig und sachlich. Sie, Herr
Moderatorin:  Sommerzeit – Ferienzeit: Das ist heute unser
Kowalek, hatten doch von Anfang an zugestimmt, dass
Thema in der Sendung „Guter Rat“. Zu Gast haben wir
Frau Binder das Projekt leitet, oder?
Roland Karner, er ist Manager in einem großen Reise-
K.: Ja, schon … Aber nur, weil ich geglaubt habe, dass ich
unternehmen und wird Ihnen erklären, wann Sie sich
eh keine Chance auf die Projektleitung habe. Vier Jahre
über Ihren Urlaub zu Recht beschweren können.
bin ich jetzt hier, und Frau Binder ist erst nach mir ins
Guten Tag und herzlich willkommen!
Team gekommen …
Roland Karner:  Guten Tag!
A.: Das ist richtig. Aber Frau Binder hatte schon Erfahrung
M.: Herr Karner, viele Menschen beklagen sich über die
bei einem ähnlichen Projekt gesammelt …
Qualität ihres Urlaubs. Zu Recht?
B.: Entschuldigung, ich würde dazu jetzt auch gerne etwas
R.K.: Nun, es gibt immer wieder Beschwerden. Bei manchen
sagen …
aber weiß man nicht, ob sie überhaupt ernst gemeint
sind. Wenn sich zum Beispiel eine Winterurlauberin
C 3b - Track 28 über zu viel Schnee im Skigebiet beklagt oder ein Ba-
A.: So! Vorwürfe haben wir jetzt genug gehört. Haben Sie deurlauber über echte Fische im Meer …
Ideen für eine konstruktive Lösung des Problems? M.: So etwas gibt es tatsächlich?
K.: Na ja … Das Einfachste wäre, ich würde aus dem Projekt R.K.: Aber sicher! Am schlimmsten sind die Kunden, die ge-
aussteigen. Dann müsste Frau Binder die Projektleitung nerell gerne meckern, die haben das quasi zu ihrem
ja auch nicht abgeben. zweiten Beruf gemacht. Sie suchen regelrecht nach et-
A.: Nein, Herr Kowalek. So machen wir das sicher nicht! Sie was Schlechtem und bringen jedes Service-Personal zur
haben alle Kompetenzen, um im Team einen guten Bei- Verzweiflung. Warum sie das tun, ist mir ein Rätsel.
trag zu leisten. Sie können dabei Erfahrungen sammeln, M.: Aber es gibt doch bestimmt auch berechtigte Klagen?
und wenn Sie sich in diesem Projekt bewähren, können R.K.: Ja natürlich! Man darf schließlich nicht vergessen, dass
wir bei einem nächsten Mitarbeitergespräch auch über die Menschen sich in ihrem Urlaub wohlfühlen wollen.
neue Perspektiven für Sie reden. Deshalb kommen sie ja zu uns! Wenn ich einen Urlaub
B.: Dann wäre es mir aber auch wirklich lieb, wenn jemand buche, und die Leistung entspricht nicht dem Angebot,
anders das Projekt leiten könnte. Das habe ich Ihnen ja habe ich natürlich das Recht, mich zu beschweren. Das
vorgeschlagen … Darum habe ich ja die E-Mail geschrie- ist im Tourismus wie in jeder anderen Branche.
ben … M.: „Die Leistung entspricht nicht dem Angebot“ – Was
A.: Ja, aber so einfach geht das auch wieder nicht, Frau heißt das genau?
Binder. Sie haben die Projektleitung aus guten Gründen R.K.: Nun, wenn mir zum Beispiel ein Zimmer mit Klimaanla-
übernommen. Aktuell gibt es einen Konflikt. Aber da­ ge oder ein herrlicher Sandstrand versprochen wurde,
rüber kann man sprechen und gemeinsam eine Lösung und dann fehlt die Klimaanlage oder funktioniert nicht.
finden. Oder wie sehen Sie das? Oder der Sandstrand ist in Wirklichkeit ein Steinstrand.
B.: Na ja, also … ich hätte sicher früher merken müssen, Dann kann ich diese Mängel melden und den Reise-
dass es ein Kapazitätsproblem gibt, also die Zeit und so preis mindern. Am besten macht man das gleich vor
…, und ich hätte es gleich offen ansprechen müssen. Ort. Dafür gibt es feste Regeln, und wir nehmen solche
Wenn ich etwas überreagiert haben sollte, tut mir das Klagen sehr ernst. Wie jedes Unternehmen leben wir
leid. Ich wollte mit meiner E-Mail niemanden beschul­ von der Zufriedenheit unserer Kunden. Stimmt die
digen. Qualität unserer Leistungen nicht, wird bald kein
K.: Ja, okay. Das ist schon in Ordnung … Wenn wir die Pla- Mensch mehr seinen Urlaub bei uns buchen. Und das
nung in Zukunft klarer mit meinen anderen Aufgaben könnte ich in so einem Fall gut verstehen.
abstimmen, kann ich viel intensiver für Ihr Projekt ar­ M.: Das heißt, eine Schadenersatzklage kann lukrativ sein?
beiten. Es musste ja aus Ihrer Sicht, Frau Binder, wirklich R.K.: Nur wenn die Klage berechtigt ist und der Reiseveran-
so aussehen, als wäre ich nicht kooperativ, aber … stalter nicht nachweisen kann, dass er an der Situation
A.: Na, sehen Sie. Wir müssen aufeinander zugehen, sonst keine Schuld trägt. Aber es gibt auch immer wieder
klappt es nicht. Um außerdem den Zeitdruck etwas zu absurde Klagen, bei denen es nur darum geht, Geld zu
reduzieren, verschiebe ich das Projektende um zwei Mo- machen.
nate. Ach so, und Frau Binder, bitte informieren Sie auch M.: Dann hat Ihre Rechtsabteilung bestimmt viel zu tun bei
Herrn Gruber und die anderen Kollegen aus dem Team der Menge an Beschwerden?
über unsere Besprechung! R.K.: Wenn Sie die Anzahl der Klagen mit der Gesamtzahl
B.: Sicher, Herr Amberger, das mache ich. Und vielen Dank der Touristen vergleichen, sind es nur wenige. Sonst
für die Klärung der Lage. Ich denke, jetzt geht es uns al- würde ich auch bestimmt nicht mehr in der Branche
len besser. arbeiten …

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Einheit 7 | Übungen 7 | Einheit 8

M.: Wie gehen Sie mit den verrückten Beschwerden um? M.: Aber natürlich! Also: Der Harmoniesüchtige findet Streit
Können Sie darüber lachen? furchtbar, er hat Angst, beim Streiten alles falsch zu
R.K.: Ich glaube, in unserer Branche darf man sich – wie in machen, und tut enorm viel, um Streit zu vermeiden.
jeder anderen – nicht den Sinn für Humor nehmen las- Er möchte Konflikten aus dem Weg gehen, eine gute
sen. Wenn es mir gelingt, mich nicht aufzuregen, kann Atmosphäre ist für ihn das Wichtigste.
ich manchmal auch lachen, ja sicher! I.: Und was passiert, wenn ein Harmoniesüchtiger auf einen
Kämpfer trifft?
M.: Oh. Nichts Gutes! Zumindest nicht für den Harmonie-
7 Übungen süchtigen. Einem Kämpfertypen ist es sehr wichtig, sich
durchzusetzen. Er will auf jeden Fall, immer und überall,
als Sieger aus einem Streit hervorgehen. Noch dazu hat
A 1a - Track Ü16 er auch noch Spaß am Streiten. Manche Kämpfertypen
Interviewer:  Herzlich willkommen bei unserer heutigen entwickeln dann fast schon so etwas wie sportlichen
Sendung „Nur nicht gleich in die Luft gehen“. Kennen Ehrgeiz.
Sie das? Jemand macht Sie so wütend, dass Sie in Streit- I.: Aha. Dann ist der Diskutierer der angenehmere Typ?
situationen zwar explodieren könnten wie ein Ballon, M.: Na ja, das kann man so nicht sagen. Der Diskutierer
aber dann Ihre Meinung doch für sich behalten? Oder möchte den Dingen vollständig auf den Grund gehen,
sind Sie vielleicht eher der Typ, der sofort in die Offensi- möchte sich und sein Gegenüber komplett verstehen und
ve geht und sich nichts gefallen lässt – nach dem Motto: selbst verstanden werden. Das kann in der Praxis dann
Angriff ist die beste Verteidigung? Egal, welcher Streit- oft ziemlich anstrengend werden und einem auf die
typ Sie sind. Es gibt sie, die sogenannte Streitkultur! Nerven gehen. Es ist nicht jedermanns Sache, endlose
Richtiges Streiten ist tatsächlich erlernbar. Heute begrü- Diskussionen zu führen.
ße ich als Gast bei uns Frau Mende. Sie leitet Streitsemi- I.: So, dann bleibt ja nur noch der Eingeschnappte, der
nare. Herzlich willkommen, Frau Mende. sicher sehr schnell beleidigt und gekränkt ist und sich
Frau Mende:  Schönen guten Tag. Und danke für die Einla- in sein Schneckenhaus zurückzieht.
dung! M.: Richtig, der Eingeschnappte ist besonders schnell belei-
I.: Liebe Frau Mende, Streitseminare. – da frage ich mal digt und redet auch nicht darüber, warum er das ist. Er
ganz provokant: Muss man wirklich ein Seminar besu- setzt voraus, dass der andere das weiß und erwartet,
chen, um richtig streiten zu lernen? dass sein Gegenüber auf ihn zukommt und um Verge-
M.: Gleich eine provokante Antwort zurück: Aber sicher! Ja, bung bittet. Mit ihm zu leben ist ein bisschen wie das
die Kunst, richtig streiten zu lernen, ist tatsächlich ext- Laufen auf rohen Eiern.
rem wichtig. – Wer niemals eine konstruktive Streitkul- I.: Wenn ich Sie richtig verstehe, gibt es also keinen …
tur erlernt hat, wird wahrscheinlich häufig Schwierigkei- sagen wir mal so: „Optimalen Streittyp“.
ten im Leben haben. Einerseits beruflich, aber immer M.: Korrekt! Die Mischung macht’s. Man sollte ja keinen Typ
wieder auch in der Familie, mit Freunden oder Nachbarn. isoliert betrachten, sondern muss sehen, welche Verhal-
Schließlich kann man sich Problemen nicht auf Dauer tensmerkmale besonders stark in einem selbst vertreten
entziehen! Sie müssen zuerst geklärt und dann gelöst sind. Dabei helfen wir in den Seminaren und schauen
werden. Also man muss lernen, mit Konflikten richtig darauf, wie wir eine gute Mitte finden können. Dann
umzugehen. Dafür bieten wir unsere Streitseminare an. haben wir den ersten Schritt gemacht. Und sind dabei,
I.: Ah, und wie kann ich herausfinden, wie ich richtig den richtigen Weg für die Lösung von Konflikten ein­
streite? zuschlagen.
M.: Also, da machen wir zuerst eine Analyse des Streittyps. I.: Das klingt ja sehr spannend! Dann bleibt mir nur, mich
I.: Des Streittyps? herzlich für das aufschlussreiche Gespräch zu bedanken.
M.: Ja, jeder Mensch streitet anders, und jedem sind andere Ähm, und wo kann ich mich bei Ihnen anmelden?
Dinge wichtig. Ganz kurz vorweg: Es gibt, so sagt man, M.: Ich gebe Ihnen gleich meine Nummer.
vier Gruppen von Streittypen. In einem ersten Schritt I.: Vielen Dank auch Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer,
finden wir also heraus, zu welchem Streittyp ein Klient und bis zum nächsten Mal.
gehört.
I.: Darf ich Sie bitten, Frau Mende, das ein bisschen genau-
er zu erklären? 8 Lebenslanges Lernen
M.: Gerne! Die vier Typen wären: der Kämpfer, der Harmo-
niesüchtige, der Diskutierer und der Eingeschnappte. B 4a - Track 30
I.: Oh je, ich glaube , ich weiß schon, welcher Typ ich bin.
Martin Kolb:  Guten Tag, meine Damen und Herren, und
M.: Wir können das nach der Sendung gerne herausfinden,
herzlich willkommen zu unserem „Tag des lebenslangen
wenn Sie wollen! Aber die meisten Menschen sind
Lernens“ an der Volkshochschule Neustadt! Schön,
Mischtypen.
dass Sie so zahlreich gekommen sind. Mein Name ist
I.: Könnten Sie uns dazu vielleicht ein paar Beispiele
Martin Kolb, und ich leite hier die Erwachsenenbil-
nennen?
dung.

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Einheit 8

Ja – Lernen bis ins hohe Alter, das ist genau unser habe wirklich null Ahnung von Webseiten gehabt. Ich
Thema an der Volkshochschule. In unseren zahlreichen wusste weder, wie man so eine Seite aufbaut, noch wie
Kursen zu den verschiedensten Themen haben wir Teil- man sie aktualisiert. Vor meinen Freunden war mir das
nehmer von neun bis 99 Jahren. Drei von ihnen habe aber peinlich, und einen Kurs wollte ich zuerst auch
ich heute mitgebracht – drei Personen, die sich gesagt nicht machen. Aber vor einem Jahr habe ich dann doch
haben: „Fürs Lernen ist es nie zu spät!“ Und jetzt über- an einem VHS-Kurs teilgenommen, und es war gar
gebe ich das Mikrophon an Frau Sommer. nicht so schwer, wie ich gedacht hatte. Die anderen
Martha Sommer:  Ja, guten Tag! Ich bin Martha Sommer, Teilnehmer waren auch nicht so Super-Computer-Spe-
76 Jahre alt und Rentnerin. Ich war Köchin von Beruf, zialisten, sondern Laien, so wie ich. Schritt für Schritt
und mit Computern habe ich nie irgendetwas zu tun haben wir gelernt, mit dem Programm umzugehen …
gehabt. Jetzt denken Sie vielleicht, warum tut sich die Ja, und wenn man einmal mit einem Thema vertraut
alte Frau das an: In dem Alter noch einmal etwas völlig ist, lernt man auch allein automatisch immer weiter.
Neues lernen und dann auch noch etwas so Techni- Meine Webseite ist inzwischen seit einem halben Jahr
sches? Es war so: Wenn meine Enkelkinder bei mir zu online. Heute denke ich, dass ich einfach zu faul war!
Besuch waren, konnte ich nicht mitreden, habe immer
nur „Bahnhof“ verstanden, also gar nichts. Da hat sich C 1b - Track 31
ja fast alles ums Internet gedreht und was man damit
11 So, Herr Tahiri, kommen Sie bitte in mein Büro. Es freut
alles machen kann. Also habe ich mir gesagt: „Wenn die
mich, dass wir mal die Zeit finden, uns über Ihre Zu-
Kleinen das hinkriegen, wirst du es ja auch lernen kön-
kunftspläne zu unterhalten.
nen!“ Darum habe ich den Kurs „Internet für Jungge-
bliebene“ besucht. Das war lustig … Ich wusste näm-
uu Danke, dass Sie sich für mich Zeit genommen haben,
Frau Dr. Akay.
lich durch die Gespräche mit meinen Enkeln zumindest
11 Seit wann sind Sie denn schon Krankenpfleger? Seit min-
theoretisch schon ein bisschen mehr als die anderen
destens einem Jahr, oder?
Kurskolleginnen und Kollegen! Das war natürlich ein
gutes Gefühl. Ich bin schon ein bisschen stolz, dass ich
uu 15 Monate! Und seit sieben Monaten arbeite ich auf der
Intensivstation.
den Kurs gemacht habe. Jetzt zeige ich meinen Enkeln,
11 Ich glaube, ich weiß schon, worauf Sie hinauswollen …
was ich Interessantes im Internet gefunden habe, und
Es geht um Ihre Weiterbildung?
oft lachen wir zusammen über besonders kuriose Fund-
stücke. Aber das Tollste ist: Ich habe meine Lieblingsfo-
uu Ja, ich möchte gern die Fortbildung zum Fachkranken-
pfleger für Intensivpflege und Anästhesie machen.
ren, in denen ich mich regelmäßig mit anderen Men-
11 Sie wissen, dass das eine wirklich anspruchsvolle Ausbil-
schen austausche – da ist es dann ganz egal, wie alt
dung ist? Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich weiß
man ist. Ich sag’s noch einmal: Ich bin froh, dass ich
Ihre Arbeit sehr zu schätzen. Ihr Ruf auf der Station ist
mich getraut habe, den Kurs zu machen. Für mich ist
unter uns Ärzten bestens, und die Oberschwester ist mit
das Internet ein neues Fenster zur Welt.
Ihrer Arbeit ebenfalls sehr zufrieden. Natürlich möchte
Petra Mayring:  Ich heiße Petra Mayring und bin seit einiger
ich Sie gern in Ihrem Vorhaben unterstützen, Herr Tahiri!
Zeit Koordinatorin für den Kindersport in unserem
Aber es gibt da Bestimmungen …
Turnverein. Eine Freundin hatte mich überredet, das
Amt zu übernehmen, weil ich Sport studiert habe. Ich
uu Also, ich habe gehört, dass sechs Monate praktische
Arbeit auf der Intensivstation eine Voraussetzung sind,
habe spontan zugesagt und gar nicht daran gedacht,
um den Antrag für die Fortbildung zu stellen. Und diese
dass ich als Koordinatorin natürlich auch vor Publikum
Voraussetzung erfülle ich. Außerdem macht mir die
auftreten muss, zum Beispiel bei Sportfesten oder
Arbeit dort wirklich Freude, und ich würde gern mehr
Wettkämpfen. Puh, das war ein Schreck! Ich hatte im-
Verantwortung übernehmen!
mer schon furchtbares Lampenfieber und auch Prü-
11 Ich finde es toll, wenn jemand so motiviert ist wie Sie,
fungsangst. Es hat mich lange Zeit sehr frustriert, dass
und ich möchte Sie natürlich gern fördern und unterstüt-
ich so schüchtern war. In meiner Not habe ich also ein
ze Ihre Pläne! Aber zuerst muss ich Ihnen noch erklären,
Seminar der Volkshochschule besucht, um endlich si-
wie das in unserem Krankenhaus abläuft: Hier zählen
cherer und selbstbewusster zu werden. Und ja, das hat
nämlich nicht nur die gesetzlichen Bestimmungen. Es gibt
mir echt geholfen! Es war sehr hilfreich, durch prakti-
bei uns die Regelung – und das ist Ihnen vielleicht noch
sche Übungen die Stimme und die Körpersprache zu
nicht bekannt –, dass man zwei Jahre Berufserfahrung
trainieren. Heute spreche ich vor Publikum viel, viel
vorweisen muss, bevor man einen Antrag für eine Fort-
freier als früher und bin dabei auch entspannter und
bildung stellen kann. So sind unsere Richtlinien, und an
lockerer. Heute frage ich mich aber auch, warum ich
die muss ich mich halten.
mich so lange unnötig geängstigt habe.
Heinz Wagner:  Mein Name ist Heinz Wagner. Nachdem ich
uu Oh … Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt.
11 Bitte lassen Sie sich davon nicht frustrieren. Ich bin si-
zwei Jahre lang meinen Freunden immer wieder von
cher, dass wir eine Lösung finden werden. Also, ich ma-
der Idee einer eigenen Webseite erzählt habe, hat mich
che Ihnen einen Vorschlag: …
eines Tages einer gefragt: „Sag mal, warum redest du
immer nur davon? Wann passiert endlich was?“ Ich

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Einheit 8  |  Übungen 8

C 2a - Track 32 Prüfungstraining, Hörverstehen, Teil 3


11 Also, mein Vorschlag wäre folgender: Ich verspreche 1
Ihnen, dass ich Ihre Anmeldung zur Fortbildung so durch- Ein Wochenende mit Festivalcharakter erwartet Literaturinte-
führe, dass Sie zum allerfrühesten Zeitpunkt damit an- ressierte am 11. und 12. November bei der Literaturmesse
fangen können – wie es unsere Hausregeln eben zulassen. auf dem Kulturgut Sontbach. Zum ersten Mal nach der Reno-
In Ordnung? vierung öffnet hier die Buchmesse für Kleinverlage wieder
uu Oh ja, schon. Danke. Aber es sind ja dann immer noch ihre Pforten. Organisiert wird das Projekt unter anderem von
neun Monate bis zum Beginn der Fortbildung! der Literaturkommission des Landschaftsverbandes. Rund 20
11 Neun Monate sind ja nicht die Ewigkeit, Herr Tahiri! Verlage geben von 11 bis 18 Uhr Einblicke in ihre Arbeit und
Glauben Sie mir, die Prüfung für Intensivpflege und ihr Verlagsprogramm – begleitet von Lesungen, Autorenge-
Anästhesie ist ziemlich schwierig. Ich will Ihnen da jetzt sprächen und Podiumsdiskussionen.
keine Angst machen. Aber je mehr Erfahrung Sie mit­
2
bringen, umso besser ist es für Sie. Sie können von dieser
Biathletin Saskia Winzer hat den schwierigen Wetterbe­
Wartezeit nur profitieren!
dingungen standgehalten und ist trotz Erkältung als Erste
uu Na ja, da haben Sie wahrscheinlich recht. Ich werde mich aus dem Wettkampf hervorgegangen. Die 22-Jährige aus
bemühen, in dieser Zeit noch viel dazuzulernen, und das
Garmisch-Partenkirchen leistete sich im Rennen über 9 km
Beste daraus machen.
einen kleineren Schießfehler, aber erlief sich dank einer
11 Das freut mich. Also, wir verbleiben erst mal so? Aber
starken Leistung auf der gesamten Strecke den ersten Platz.
wenn Sie noch Fragen haben, melden Sie sich wieder bei
Mit diesem Erfolg wächst zu Recht Ihre Hoffnung, zum Kreis
mir!
der potenziellen Teilnehmer bei den nächsten Olympischen
uu Gerne und vielen Dank, Frau Dr. Akay! Spielen zu gehören.
11 Na, dann bis zum nächsten Mal, Herr Tahiri, und einen
schönen Tag noch! 3
uu Danke, Ihnen auch! Und auf Wiedersehen. Am Freitag ist im ganzen Land vereinzelt mit Schauern zu
rechnen, wobei es teilweise zu Stürmen kommen kann. Dafür
bekommen wir am Wochenende wärmere Temperaturen von
8 Übungen bis zu 12 Grad, und sogar die Sonne zeigt sich am Samstag in
den späten Nachmittagsstunden in weiten Teilen des Landes.
B 1 - Track Ü17 Am Abend sollten Sie am Sonntag jedoch nicht ohne Schirm
aus dem Haus gehen, da vor allem im Süden und Osten starke
Etwas Neues lernen? Tja, da hatte ich nun die Qual der Wahl.
Regenfälle erwartet werden.
Neben der Kindererziehung habe ich mich früher zwar auch
noch ehrenamtlich in unserem Seniorenzentrum engagiert 4
und den Bewohnern vorgelesen. Und ich bin auch regelmäßig Einen kulturellen Leckerbissen der besonderen Art verspricht
schwimmen gegangen. Aber nachdem die Kinder aus dem das Stadttheater am kommenden Samstag. Dürrenmatts Tra-
Haus waren, habe ich etwas anderes gebraucht. Nur, was gödie „Der Besuch der alten Dame“ wird um 19:30 Uhr mit
sollte ich neu anfangen? Klavier spielen lernen? Oder Tennis? einer Starbesetzung Premiere feiern, wobei die männliche
Irgendwie hat das alles nicht so recht gepasst. Aber dann ist Hauptrolle von dem aus Film und Fernsehen bekannten Al-
mir wieder eingefallen, wie gern ich früher in Italien Urlaub fons Wiesner gespielt wird. Die „alte Dame“ verkörpert die
gemacht habe. Da wusste ich, dass ein Italienischkurs genau langjährige Burg-Schauspielerin Johanna Westfal. Das letzte
das Richtige für mich ist! Ich fand es damals immer sehr Mal wurde das Stück in diesem Theater im Jahr 1992 gezeigt.
schade, dass ich die Sprache nicht sprechen konnte – na ja,
5
nur ein paar Wörter und nicht mal die wirklich gut! ((lacht))
Am letzten Wochenende im Monat begrüßen wir unsere Be-
Einmal wollte ich in Florenz für meinen Mann im Restaurant
sucher zum langen Samstag mit einem Bühnenprogramm für
ein kaltes Bier bestellen. Ganz stolz habe ich „caldo“ gesagt.
alle kleinen und großen Gäste. Clowns und Akrobaten unter-
Der Kellner hat mich ganz komisch angeschaut, aber ich habe
halten Ihren Nachwuchs unter der Aufsicht eines erfahrenen
dann extra noch wiederholt: „Si, si: caldo“. Erst als er uns
Betreuungsteams. Genießen Sie ganz entspannt einen gemüt-
dann ein sehr warmes Bier gebracht hat, habe ich mich daran
lichen Bummel durch unsere Bekleidungs- und Buchgeschäf-
erinnert, dass „caldo“ auf Deutsch „warm“ bedeutet! Darüber
te. Für das leibliche Wohl sorgt unsere beliebte Pizzeria im
lachen mein Mann und ich heute noch.
Erdgeschoss. Seien Sie dabei!
Also rückblickend finde ich es super, mich dazu entschlossen
zu haben, einen Volkshochschulkurs für Italienisch zu besu-
chen. Jetzt bin ich zwei Jahre dabei und spreche schon ganz
gut. Letztes Jahr waren wir in der Toskana, und ich konnte
fast alles auf Italienisch organisieren. Das war wirklich ein
tolles Erfolgserlebnis, und ich bin dankbar, einen so guten
Unterricht gehabt zu haben.

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Einheit 9

Zum nächsten Punkt: Das Recht auf Streik ist in der Ver-
9 Rechte und Pflichten fassung verankert. Artikel neun Absatz drei des Grund­
gesetzes schützt die Koalitionsfreiheit. Davon sind auch
A 2b - Track 33 Streiks erfasst. Weitere Regeln haben sich im Laufe der
Jahrzehnte durch die Rechtsprechung der Gerichte her-
11 … so, und nun übergebe ich das Wort wie angekündigt
ausgebildet. Streiks sind allerdings nur dann erlaubt,
an Frau Sanders …
wenn sie von einer Gewerkschaft getragen werden. Nicht
uu Ja, hallo, und ein herzliches Willkommen bei unserer lan- gewerkschaftlich organisierte Streiks sind wilde Streiks,
deskundlichen Infoveranstaltung zum Thema „Rechte und
sie sind verboten.
Pflichten in Deutschland“! Damit Ihnen bei diesem Thema
Ja, und Punkt acht – das sind die Autofahrer: Wenn Sie
nicht langweilig wird, haben wir für Sie ein paar Quizfra-
aus der EU kommen, müssen Sie Ihren Führerschein nicht
gen vorbereitet … Sie haben sich das alles genau ange-
umschreiben lassen, er ist als Fahrerlaubnis in Deutsch-
schaut? Dann steht der Auflösung nichts mehr im Weg.
land anerkannt. Und – wer es denn will: Sie können hier
Und schon geht’s los!
auf Autobahnen grundsätzlich so schnell fahren, wie Sie
Punkt 1: Alle Personen – also nicht nur Ausländer – sind
wollen. Es gibt in Deutschland kein Tempolimit auf der
per Gesetz verpflichtet, sich bei einer Erstanmeldung in-
Autobahn. Aber vergessen Sie nicht, sich anzuschnallen!
nerhalb von 14 Tagen bei der zuständigen Meldebehörde
Zum Schluss noch eine Information für alle unter Ihnen,
registrieren zu lassen. Na, ich denke, Sie alle haben das
die lieber Zug fahren: Hier gibt es ein EU-Recht, wonach
längst getan! Okay. Ja, und in Deutschland gibt es eine
die Bahn verpflichtet ist, bei Zugverspätungen eine Ent-
gesetzliche Ausweispflicht. Was allerdings nicht notwen-
schädigung zu zahlen. Hat der Zug mehr als eine Stunde
dig ist, ist den Ausweis immer bei sich zu tragen. Eine so-
Verspätung, dann sind das 25 %, bei mehr als zwei Stun-
genannte Mitführpflicht gibt es nicht. Ich empfehle Ihnen
den 50 % des Fahrpreises. Tja, manchmal kann sich das
aber, immer ein amtliches Dokument, also zum Beispiel
Warten doch lohnen …
einen Pass oder Personalausweis, mit sich zu führen.
Ja und die Nummer zwei, da geht es um die Steuern. In
Deutschland besteht zurzeit Steuerpflicht ab einem Jah-
B 1 - Track 34
reseinkommen von 8.472,- Euro. Das gilt sowohl für An- Massimo:  Hallo Claudia! Dein Landeskunde-Quiz war super.
gestellte als auch für Selbstständige oder Freiberufler. Bei Da konnte ich auch noch etwas lernen. Glückwunsch!
Angestellten wird die Lohnsteuer direkt vom Gehalt ab- Claudia:  Danke, Massimo, das freut mich! Freut mich auch,
gezogen und an das Finanzamt abgeführt. Selbstständige dass ich dich wieder einmal sehe. Wie geht’s dir denn so?
müssen am Jahresende eine Steuererklärung abgeben. Fühlst du dich in Chemnitz jetzt wohl?
Drittens: Für alle voll Erwerbstätigen besteht die Pflicht- M.: Ja, vor allem gefällt mir meine neue Wohnung sehr gut.
versicherung zur Krankenversicherung. Haben Sie das C.: Du bist also jetzt mit all deinen Sachen hierhergezogen?
Richtige angekreuzt? Die Krankenversicherung war an­ M.: Ja, Gott sei Dank, vor einer Woche. So ein Umzug ist
zukreuzen! schon ziemlich anstrengend. Aber jetzt wohne ich ja viel
Haben Sie soweit Fragen? … Nein? Dann gehen wir mal schöner.
zu den Kindern über. In Deutschland gibt es eine Schul- C.: Sag mal, ist das dein Auto?
pflicht, keine Unterrichtspflicht wie in anderen Ländern; M.: Ja, ein Alfa Romeo, 150 PS.
d.h. ab dem 6. Lebensjahr müssen Kinder eine Schule C.: Schick, Massimo. Neu oder gebraucht?
besuchen, sie können nicht privat zu Hause unterrichtet M.: Äh, … gut ein Jahr alt. Ich hab ihn noch in Köln gekauft.
werden. Die Schulpflicht dauert in der Regel zehn Jahre. Und er fährt ziemlich schnell. Es ist echt super, dass man
Und – da darf ich gleich mal zu den Rechten springen, hier in Deutschland auf der Autobahn richtig Gas geben
das ist die Frage 5: Seit dem 1. August 2013 hat jedes kann.
Kind ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen An- C.: Ja, ja, das sagt auch der ADAC: Freie Fahrt für freie Bür-
spruch auf einen KiTa-Platz. Es gibt auch finanzielle Un- ger! Aber sag mal, du hast ja immer noch ein Kölner
terstützung vom Staat. Eltern erhalten knapp 200 € pro Kennzeichen …
Monat Kindergeld. M.: Na klar! Wieso?
Bei der Frage sechs, wer hier arbeiten darf, muss man C.: Also, da würde ich lieber mal nachfragen. Ich denke, du
zwischen EWR-Bürgen und Nicht-EWR-Bürgern unter- brauchst ein anderes Nummernschild, du musst zur Zu-
scheiden. Nur Personen aus dem Europäischen Wirt- lassungsstelle, dein Auto ummelden …
schaftsraum, also dem EWR, – das sind die EU und die
Staaten Norwegen, Liechtenstein und Island – haben das B 3a - Track 35
Recht auf Arbeitnehmerfreizügigkeit, d.h. sie können hier
11 Einen schönen guten Tag. Ich möchte bitte mein Auto
arbeiten, ohne dafür ein Visum beantragen zu müssen.
anmelden.
Ähnliches gilt für Schweizer Staatsbürger. Bei Nicht-EU-
Bürgern mit abgeschlossenem Hochschulstudium ist es
uu Guten Tag. Ja … Haben Sie denn alle Dokumente dabei?
11 Selbstverständlich. Ich habe mich vorher im Internet in-
komplizierter: Sie können eine sogenannte Blue Card –
formiert: Fahrzeugschein, Fahrzeugbrief, Versicherung,
also ein Arbeitsvisum – beantragen, wenn sie in Deutsch-
Reisepass – alles dabei!
land eine Arbeit mit einem bestimmten Gehalt haben.

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Einheit 9

uu Also, schön der Reihe nach. Geben Sie mir bitte erst mal 11 Wirklich? Dann habe ich das wohl überlesen. Das ist jetzt
Ihren Reisepass. aber wirklich ärgerlich. Aber, ich verstehe das auch nicht.
11 Hier ,bitte. Im Fahrzeugschein steht doch mein Name. Da können Sie
uu Haben Sie auch Ihren Meldezettel vom doch sehen, dass ich der Besitzer bin. Das dürfte doch ei-
Einwohnermeldeamt? gentlich kein Problem sein!
11 Selbstverständlich … uu Tut mir leid, aber ohne Kaufvertrag kann ich Ihren Wagen
uu Herr Massimo … nicht anmelden.
11 Entschuldigung, Massimo ist mein Vorname. Medri ist 11 Oje, dann muss ich wohl wiederkommen. Also ciao.
mein Nachname. uu Ja, tschüs.
uu Aha.. Also Herr Medri, dann hätte ich gern die Zulas-
sungsbescheinigung I mit gültiger HU. D 2 - Track 36
11 Entschuldigung, ich bin nicht sicher, ob ich weiß, was Sie
Sabrina Kehl:  Unser Thema heute: „Und weg ist der Job!
meinen…
Bagatelldelikt oder großer Fehler – ein heikles Thema.“
uu Das ist der Fahrzeugschein. Und da gibt es einen Eintrag Bleiben Sie dran! Heute zu Gast bei Sabrina Kehl:
für die technische Untersuchung, zum Beispiel beim TÜV
Rudolf Angerer, Rechtsanwalt. Schön, dass Sie zu uns
… Hier sehe ich aber nichts …
gekommen sind, Herr Angerer.
11 Ach so, aber die habe ich machen lassen. Hier ist der
Rudolf Angerer:  Ich danke Ihnen für die Einladung!
Bericht.
S.K.: Herr Angerer, Sie sind Jurist und Arbeitsrechtsexperte
uu In Ordnung. Der Bericht geht auch. Dann die Zulassungs- in einer großen Rechtsanwaltskanzlei. Heute geht es
bescheinigung II, also der Fahrzeugbrief.
bei uns wieder um ein heikles Thema: Entlassungen
11 Das wäre dieser hier? … Den habe ich auch dabei.
wegen kleiner Fehler am Arbeitsplatz – man spricht
uu Hmm … Aber das ist eine Kopie. Bei der Anmeldung hat dann oft auch von Bagatelldelikten – sorgen immer
man alle Unterlagen im Original vorzulegen.
wieder für Schlagzeilen. Bevor wir auf spezielle Fälle
11 Natürlich. Die Vorschriften … Ganz schön bürokratisch
eingehen, wollen wir wissen, wann man überhaupt von
… Warten Sie …. Warten Sie (Blättert in Papieren.) Hier!
einer Entlassung bzw. von einer Kündigung spricht.
Ich habe auch das Original dabei.
R.A.: Ja, ganz kurz und ohne Anspruch auf eine vollständige
uu Ausgezeichnet. Erklärung: Mit einer Arbeitgeberkündigung löst der Ar-
11 Also die Bürokratie hier in Deutschland ist …
beitgeber ein unbefristetes Arbeitsverhältnis auf, mit
uu Ja? der Arbeitnehmerkündigung der Arbeitnehmer.
11 Wie in Italien.
S.K.: Und wie muss die Kündigung erfolgen?
uu So, dann brauche ich die Versicherungsbestätigung … R.A.: Eine Kündigung kann schriftlich oder mündlich erfol-
Sie können inzwischen die Einzugsermächtigung für die
gen. Dazu gibt es keine festen Regeln, und außerdem
KfZ-Steuer ausfüllen und unterschreiben.
müssen, je nach Arbeitsvertrag, immer bestimmte Fris-
11 Das habe ich nicht so ganz verstanden. Kann ich nicht
ten eingehalten werden.
bar bezahlen?
S.K.: Bei unserem heutigen Thema geht es aber nicht um die
uu Nein, die Bankeinzugsermächtigung ist für die Kfz-Steu- Kündigung, sondern um die fristlose Entlassung. Was
er. Die wird dann einmal pro Jahr automatisch von Ihrem
ist der Unterschied?
Konto abgebucht … Gut, also das Auto wird umgemeldet
R.A.: Eine fristlose Kündigung bedeutet eine sofortige Been-
von Köln nach Chemnitz?
digung eines Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitge-
11 Ja, und ich hätte gern ein Wunschkennzeichen: C für
ber. Dafür ist aber ein wichtiger Grund erforderlich.
Chemnitz, und dann „i-a-o“, also „Ciao“. Und dann 150,
S.K.: Welche Gründe gibt es für eine Entlassung?
das sind die PS. „Ciao 150“. Tolles Kennzeichen für einen
R.A.: Ach, es gibt zahlreiche Gründe, unter anderem:
Alfa Romeo, oder?
Untreue, Diebstahl, Alkohol am Arbeitsplatz, Nicht­
uu Ciao 150. Wenn Sie meinen. Aber die Erkennungsnum- erscheinen bei der Arbeit, häufiges Zuspätkommen,
mer darf nur 2 Buchstaben enthalten.
Beleidigung des Chefs oder der Kollegen …
11 Das wusste ich nicht. Das ist aber schade!
S.K.: Ja, das sind wirklich schwerwiegende Gründe. Aber
uu Tja, … dann müssen Sie sich etwas anderes ausdenken immer wieder hört man auch von „kleinen Vergehen
…. Der Wagen ist neu oder gebraucht?
am Arbeitsplatz“, also sogenannten Bagatellvergehen.
11 Äh … gebraucht, Frau Kraus, aber wie neu! Ich habe ihn
Nehmen wir als Beispiel die private Internetnutzung
vor Kurzem gekauft, er ist gut ein Jahr alt. Er steht unten.
am Arbeitsplatz. Ist es ein Vergehen, wenn ich z. B.
Sie können ihn sehen. Ein super Wagen!
private E-Mails lese?
uu Sicherlich. Allerdings, wenn Sie ihn gerade gekauft haben, R.A.: Nun, zahlreiche Arbeitsaufgaben laufen über Compu-
brauche ich noch den Kaufvertrag.
ter. Und die Rechner werden in den meisten Fällen vom
11 Den Kaufvertrag? Das kann nicht sein! Wo steht das
Betrieb zur Verfügung gestellt, sind also Eigentum des
denn bitte?
Arbeitgebers. Eine private Nutzung kann dem Arbeit-
uu Na, im Internet. Hier, gucken Sie mal: Auf unserer Home- nehmer erlaubt werden. Dafür gibt es keine rechtliche
page steht: Gegebenenfalls ist der Kaufvertrag vorzulegen
Regelung.

S.K.: Das heißt, in einer Firma müssen Arbeitgeber und Ar-

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Einheit 9 | Übungen 9 | Einheit 10

beitnehmer individuell klären, wie oft ein Computer beitrag. Früher haben wir „GEZ-Gebühr“ gesagt, aber
oder auch das Firmentelefon für private Zwecke be- jetzt heißt es „ARD ZDF Deutschlandradio Beitrags­
nutzt werden dürfen? service“.
R.A.: So ist es. Das heißt aber nicht, dass man in der Arbeits- J: Was bitte??
zeit z. B. privat längere Zeit surfen oder Filme und R: Ja, ziemlich komplizierter Name, oder? Aber du kannst
Spiele herunterladen darf. Man muss sich da schon weiterhin „GEZ“ sagen, das versteht jeder. Also, wo war
auch an bestimmte Regeln halten. ich stehen geblieben? Ja, also es ist ganz egal, wie oft du
S.K.: Können Sie unseren Hörern ein Beispiel für eine frist- die Geräte eingeschaltet hast und auf welchen Sendern
lose Entlassung für ein tatsächliches Bagatellvergehen du dir etwas anschaust. Du musst bezahlen. Das wird
geben? Das sprichwörtliche „mit Kanonen auf Spatzen auch kontrolliert.
schießen“? J: Ach so? Wie kann man das denn kontrollieren?
R.A.: Natürlich, da gibt es zum Beispiel eine Geschichte, die R: Es gibt Außendienstmitarbeiter, die gehen bei den Ad-
durch die Medien ging. Ein Kellner in einem Restaurant ressen vorbei, wo es keine Radio- oder Fernsehanmel-
hat sich in seiner Arbeitspause seine selbst mitgebrach- dung gibt. Die sind auf der Suche nach Schwarzsehern
ten Erdbeeren mit Puderzucker, den er sich aus der Kü- oder Schwarzhörern.
che des Restaurants geholt hat, versüßt. Daraufhin hat J: Oh je, dann bin ich ja eine Schwarzseherin … Und was
ihn sein Chef fristlos entlassen. Der Mitarbeiter hat heißt GEZ?
sich an das Arbeitsgericht gewandt. Das Gericht hat R: Gebühren-Einzugs-Zentrale. Das ist eine unserer belieb-
entschieden, dass in diesem Fall kein Grund für eine testen Behörden. (lacht)
Entlassung vorlag. Es ging um 50 Gramm Puderzucker J: Na, wenn das so ist, dann muss ich den Fernseher aber
im Wert von nicht einmal 10 Cent! ganz schnell anmelden. Wie geht das denn?
R: Also, ganz einfach online …
J: Hm, ich mache nicht so gerne Online-Anmeldungen.
9 Übungen Geht’s auch ohne Internet?
R: Ja sicher, das geht auch. Du kannst dir ein Formular aus-
B 1a - Track Ü19 drucken, oder du besorgst dir eins beim Einwohnermel-
deamt und schickst es dann per Post … Sieh es dir auf
Rudi: Also Gratulation, Jane. Die Wohnung ist echt schön!
deren Webseite an. Das kannst du ja – oder?
Wirklich gemütlich.
J: Na sicher, das kann ich!
Jane: Ja, ich fühle mich auch sehr wohl hier. Meine erste ei-
R: Ich suche mal die Adresse. Moment, hier! www.rund-
gene Wohnung! Jetzt hab ich alles, was ich brauche.
funkbeitrag.de, da bekommst du alle Infos.
Komm doch in die Küche – das ist mein Lieblingsraum.
J: Danke! Das mach ich. Und du bekommst jetzt einen Kaf-
Möchtest du einen Kaffee?
fee! Vorsicht, heiß … und ein Stück frischen Apfelku-
R: Ja gerne, danke!
chen … absolut gebührenfrei!
J: Komm nur weiter und nimm bitte Platz. Hier, setz dich
gleich an den Esstisch! (Stühlerücken)
R: Super, eine Wohnküche! Ich liebe Wohnküchen. 10 Das liebe Geld …
J: Ich auch. Kochen, essen und fernsehen. Da schau mal –
ein ganz neuer Apparat. Wenn ich koche, schaue ich ne-
benbei immer Kochsendungen im Fernsehen. Ganz wie
A 3b - Track 37
zu Hause in Amerika! Da krieg ich super Rezepte und die Adela:  Robert, hast du einen Moment Zeit? Ich habe vorhin
besten Ideen. den Kontoauszug von der Bank geholt. Also, das macht
R: Ich koch ja nicht so gern, dafür ess ich umso lieber! Das mich jetzt doch ein bisschen nervös.
sieht man dann auch – leider! … Sag mal Jane, hast du Robert:  Na, zeig mal her. Die Wohnblock GmbH will 2.224
den Fernseher eigentlich schon angemeldet? Euro.
J: Wie bitte, den Fernseher anmelden? Nein! Muss man das A.: Ich dachte, wir zahlen 556 Euro Miete!
denn? R.: Richtig, aber da sind jetzt drei Monatsnettomieten
R: Ja sicher, hast du das nicht gewusst? In Deutschland Kaution mit dabei, das ist also in Ordnung.
muss man Radio und Fernseher anmelden. A.: Ach ja, klar! Das hatte ich vergessen. Und hier: Last-
J: Das ist mir absolut neu. Einen Radioapparat hab ich so- schrifteinzug Rundfunk ARD ZDF Deutschlandradio,
wieso nicht. Den Fernseher muss ich wirklich anmelden? was ist denn das?
R: Ja, denn wenn du das nicht tust, kann es ziemlich teuer R.: Das sind die Gebühren für Radio und Fernsehen. Jeder
werden. Schau, ich erklär es dir. Da gibt es den öffent- Haushalt muss diese Gebühren bezahlen. Aha, schau
lich-rechtlichen Rundfunk, sozusagen das Gegenteil von mal, die Stadt-Energie: 137 Euro für Strom. Der wird
Privatfernsehen oder -radio. Das sind im Fernsehen die auch nicht gerade billiger. Und dann haben wir jede
Programme ARD, ZDF und die regionalen Sender – hier Menge Kartenzahlungen …
bei uns in Köln der WDR, der Westdeutsche Rundfunk. A.: Na ja, wir haben eben ein paar Sachen für die Wohnung
Und wenn du einen Fernseher oder einen Radioapparat gebraucht. Der Flachbildfernseher zum Beispiel, der
hast, musst du dafür Gebühren zahlen, den Rundfunk- musste ja so groß sein …

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Einheit 10

R.: Okay, ich geb’s zu, ein kleinerer hätte es vielleicht auch Kunststoff verbrannt ist, hat es stark gequalmt, aber es
getan. Aber eine Couch brauchen wir sowieso, und diese ist nicht so viel verbrannt, wie wir anfangs gedacht ha-
war so schön … ben.
A.: Ja, da hast du recht. Aber komm, schauen wir weiter. S.: Wie hoch ist denn der Schaden?
Hier: die Zulassungsstelle? K.: Für ca. 20.000 Euro kann man den Saal wohl wieder her-
R.: Das war, um unser Auto hier anzumelden. Das hat 35 richten lassen.
Euro gekostet. Na und dann haben wir eben immer S.: Und was bedeutet das für Sie?
wieder ziemlich viel Geld abgehoben. K.: Da ich jetzt alle Veranstaltungen absagen musste, kann
A.: Oh ja! Du hast recht! Wir haben viel zu viel für Essen ich dieses Geld nicht aufbringen.
ausgegeben. Bis der Herd geliefert wurde, sind wir fast S.: Hatten Sie denn keine Versicherung abgeschlossen?
immer essen gegangen oder haben uns Essen nach Hause K.: Doch, schon. Aber solange die Brandursache nicht ge-
bestellt. Das geht natürlich ins Geld. klärt ist, zahlen die nicht.
R.: Okay, das waren dann aber einmalige Ausgaben, ab S.: Ach so, ich verstehe. Und was stellen Sie sich jetzt vor?
nächstem Monat wird das weniger. Ich freue mich schon K.: Also, ich wollte Sie fragen, ob ich meinen Dispokredit er-
aufs Kochen in unserer neuen Küche! höhen kann.
A.: Du darfst gern täglich kochen! Aber Robert, ich dachte, S.: Grundsätzlich ja, Frau Koller, aber dazu kann ich Ihnen
du verdienst rund 3.800,– Euro und jetzt sind es hier nicht wirklich raten. Die Zinsen liegen da bei ca. 12 %.
nur 2.289,00. Wie kann denn das sein? K.: Oh Gott. Das ist viel zu viel. Was schlagen Sie vor?
R.: Die 3.825 Euro sind doch mein Bruttogehalt, und S.: Es wäre besser, Sie nehmen einen Kredit auf, zum Bei-
das Bruttogehalt ist nun mal nicht gleich Nettogehalt. spiel mit einer Laufzeit von einem Jahr, also einen Kredit
Da gibt es einige Abzüge. Schau mal, hier ist mein für zwölf Monate. Da sind wir bei 4,39 % Zinsen.
Gehaltsauszug: Da gehen die Steuern ab, also Lohn­ K.: Das klingt schon besser. Und wie hoch ist dann eine Mo-
steuer, Kirchensteuer … natsrate?
A.: Kirchensteuer? Das gibt es bei uns nicht. S.: Circa 1.700 Euro.
R.: Ja. Wir sind eben nicht mehr in London. Und dann der K.: Gut, das ginge. Herr Schmitz, mir ist das alles sehr unan-
Solidaritätszuschlag. genehm. Aber jetzt sitze ich wirklich in der Klemme.
A.: Was ist denn das? S.: Na, machen Sie sich keine Sorgen. Das gehört doch heute
R.: Ich weiß nicht, was das aktuell ist, das hat sich vielleicht zum Leben dazu. Allerdings brauchen wir eine Garantie,
geändert. Ich werde morgen mal in der Personalabteilung also eine Sicherheit wie wir Banker sagen.
fragen … So. Dann gibt es noch die Sozialabgaben, also K.: Ja, klar.
Versicherungen: Rentenversicherung, klar, wenn man alt S.: Welche Sicherheit könnten Sie denn bieten?
ist. Arbeitslosenversicherung … K.: Mein Lebensgefährte würde für mich bürgen.
A.: Hoffentlich brauchen wir die nicht. S.: Hm, einen Bürgen könnten wir in Betracht ziehen. Der
R.: Hoffentlich nicht! Dann noch Kranken- und Pflegeversi- müsste dann in der Höhe des Kredites bürgen, also für
cherung. 20.000 Euro. Wer ist denn Ihr Lebensgefährte?
A.: Das ist ganz schön viel. Versicherungen finde ich ja noch K.: Peter Krause, er ist Vertriebsleiter in der Sektkellerei
sinnvoll. Aber so viel Steuern! Korken in Mainz.
R.: Ja, das hat mit der Steuerklasse zu tun. In Deutschland S.: Ah ja, Herr Krause, den kennen ich ja auch! Gut, dann
gibt es verschiedene Steuerklassen. Steuerklasse 3 ist für vereinbaren wir am besten einen Termin zu dritt. Herr
verheiratete Arbeitnehmer. Die zahlen weniger Steuern. Krause müsste dann bitte seine letzten drei Gehaltsaus-
Ich bin aber Steuerklasse 1 – das ist die Steuerklasse für züge zum Gespräch mitbringen.
Ledige. Wenn du mich heiraten würdest, hätte ich netto K.: Das macht er sicher gern.
mehr übrig … S.: Na, dann ist doch alles nur halb so schlimm. Und viel-
A.: Ach, Robert, fang nicht wieder damit an … leicht zahlt ja die Versicherung schon bald.
K.: Herr Schmitz, kann ich dann den Kredit sofort zurück-
C 4a - Track 38 zahlen?
S.: Wenn Sie möchten, können Sie den Kredit auch sofort
Frau Koller:  Guten Tag, Herr Schmitz. Schön, dass Sie so
tilgen. Ich werde einen Darlehensvertrag ausarbeiten, bei
schnell Zeit für mich gefunden haben. Ich bin ziemlich
dem das möglich ist.
aufgeregt. Jetzt führe ich das Hotel keine zwei Jahre und
K.: Einen Darlehensvertrag?
schon passiert so was!
S.: Ja, also einen Kreditvertrag, bei dem das möglich ist. Sie
Herr Schmitz:  Ich grüße Sie, Frau Koller. Unsere Bank steht
können dann entscheiden, ob Sie den Kredit sofort oder
seit Jahrzehnten mit Ihrem Hotel in guter geschäftlicher
in Raten tilgen möchten.
Beziehung. Schon Ihre Eltern waren unsere Kunden. Wir
K.: Das wäre sehr schön.
sind gerne bereit, Ihnen zu helfen. Also, was ist genau
S.: Ich melde mich kurzfristig bei Ihnen. Heute danke ich
passiert?
Ihnen für Ihr Kommen, Frau Koller. Schönen Gruß an
K.: Durch einen Brand wurde ein Nebengebäude beschädigt,
Herrn Krause, und hoffentlich ...
in dem sich unser Konferenzsaal befindet. Der Schaden
ist nicht so groß, wie ursprünglich angenommen. Da viel

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Übungen 10  |  Station 2

M: Na, dann hast du jetzt ja die Möglichkeit, die erste An-


10 Übungen zahlung zu verdienen. Los, wir spielen weiter. Du hast ja
noch Einiges zu tun heute.
C 3b - Track Ü20
vgl. Kursbuch, Track 38
2 Das Vorstellungsgespräch
D 1 - Track Ü21 A 2a - Track 39
Urs:  So, das war mein Stich!
11 Ja hallo, Kathrin Radtke.
Maria:  Super, heute geht das mit dem Kartenspielen ja
schon viel besser als letzte Woche, Urs. Du lernst echt
uu Guten Morgen, Frau Radtke. Mein Name ist Boris Tiene-
mann. Ich bin Personalmitarbeiter der Unikum Handels-
schnell.
gesellschaft und zuständig für das Bewerbungsverfahren
U: Danke, Maria. Schön, dass ihr mich da zu eurer Karten-
bei der Stelle als Webdesignerin unserer Marketingabtei-
runde im Kollegenkreis mitnehmt, obwohl wir uns doch
lung. Sie hatten sich ja vor ungefähr sechs Wochen auf
erst seit Kurzem kennen!
die Stelle beworben.
Johannes:  Bei so einem netten neuen Kollegen – keine
11 Ja, das ist richtig.
Frage. So, jetzt brauchen wir aber wirklich eine Pause.
M: Hast du dich denn schon eingelebt? Das ist sicherlich
uu Haben Sie denn noch Interesse an der Stelle und ist Ihre
Bewerbung damit noch aktuell?
nicht so einfach – von Zürich in ein kleines bayrisches
11 Ja, durchaus. Die Stelle interessiert mich nach wie vor
Dorf …
sehr.
U: Nein, das war überhaupt kein Problem. Meine Freundin
ist ja von hier, und ich habe sie oft besucht, deshalb
uu Das freut mich. Sehen Sie, wir jetzt eine kleine Runde
Bewerber im Blick, darunter auch Sie, mit denen wir uns
kenne ich die Gegend schon ziemlich gut. Außerdem
gern unterhalten würden. Hätten Sie gerade einen Au-
komme ich selbst vom Land. Und ländliche Gegenden in
genblick Zeit?
der Schweiz – also dagegen ist das hier eine Großstadt.
11 Das tut mir leid, aber ich habe einen Behördentermin und
(lacht). Wir haben jetzt übrigens eine Wohnung gefun-
muss dringend aus dem Haus. Ich stehe schon in der Tür.
den!
Würde es Ihnen heute Nachmittag passen, so gegen
J: Wie – Lisa und du, ihr seid schon zusammengezogen??
15:00 Uhr? Da hätte ich ausreichend Zeit.
Ooooh, das klingt aber ernst!
U: Ja, klar ist es etwas Ernstes. Sonst hätte ich ja nicht
uu Na gut, wenn sich nicht anders machen lässt … Ich weiß
allerdings nicht, ob ich das bis 15:00 Uhr schaffe. Es
meine Heimat verlassen.
könnte eine Viertelstunde später werden.
J: Aha, die Familienplanung ist also schon gemacht?
11 Das macht nichts, Herr Tienemann, ich weiß ja Bescheid.
U: Ach was, so weit sind wir noch nicht. Aber Lisas Eltern
sind da natürlich sehr interessiert.
uu Also bis heute Nachmittag, Frau Radtke. Auf
Wiederhören!
M: Ja, ja, das kenn ich von meinen Schwiegereltern!
11 Bis heute Nachmittag! Auf Wiederhören, Herr
Möglichst schnell Oma werden …
Tienemann.
U: Oh, aber es kommt noch besser …
M: Was denn?
U: Na ja, Lisas Vater wollte gleich wissen, in welcher Positi-
B 3a - Track 40
on ich in fünf Jahren im Unternehmen stehen möchte. BT: Wir haben jetzt viel über Ihre Ausbildung und Berufs-
Das war ja noch okay. Die Oma hat dann aber nach den erfahrung gesprochen, Frau Radtke. Was hat Sie nun
Abschlussnoten in meinem Ausbildungszeugnis gefragt. persönlich zu Ihrer Bewerbung motiviert?
Das fand ich schon sehr seltsam. Und Lisas Mutter hat KR: Ich habe Ihre Stellenanzeige gelesen und wusste
dann wissen wollen, wie viel ich jetzt verdiene! Ähm … sofort, dass es haargenau das ist, was ich machen will.
ich komme ja nicht von hier … ist das denn hier normal? Ich kenne die Unikum Handelsgesellschaft auch schon
Bei uns in der Schweiz spricht man eigentlich nicht so lange. Ein Freund von mir war hier in der IT-Abteilung
offen über Geld. Schon gar nicht über das Einkommen. mal als Trainee, er hat mir viel Positives berichtet. Au-
M: Na ja… das ist, glaub ich, individuell sehr unterschied- ßerdem fand ich es von vornherein ansprechend, dass
lich. Also, ich komme ja aus der Gegend, aber ich weiß Sie in der Anzeige auf Team- und Kommunikationsfä-
bis heute nicht, was mein eigener Vater verdient. Bei uns higkeit achten. Viele stellen sich eine Webdesignerin
in der Familie spricht man auch nicht über Geld. noch immer als Computerfreak vor, aber in der tägli-
J: Bei uns auch nicht. Was hast du denn der Mutter geant- chen Arbeit ist man doch eingebunden.
wortet? BT: Heißt das, dass Sie allein auf sich gestellt eher Schwie-
U: Na ja, ich wollte einen guten Eindruck machen und habe rigkeiten hätten, Ihren Aufgaben nachzugehen?
mal 500 € brutto auf mein Gehalt draufgelegt. KR: Nein, überhaupt nicht. Um als Webdesignerin an
J: Da bist du ja immer noch nicht gerade superreich. Systemlösungen zu arbeiten, benötigt man neben
U: Wenn die wüssten, welche Kredite ich noch zurückzah- Kreativität in erster Linie Geduld und Ausdauer. Und
len muss! die bringe ich mit, wie Sie anhand meiner bisherigen

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Station 2  |  Einheit 11

Leistungen sicher werden bemessen können. Zugleich


arbeite ich aber gern mit anderen Menschen in einem 11 Lebens- und Arbeitsformen
Projekt, das entspricht meiner Persönlichkeit.
Frau Bertrand:  Das klingt natürlich gut, Frau Radtke, A 1b - Track 41
doch als Abteilungsleiterin im Marketing muss ich mal
11 Ich begrüße euch alle bei unserem jährlichen Hoffest!
fragen, wie es mit Ihrer Konfliktfähigkeit aussieht?
Und besonders natürlich unsere neuen Nachbarn, Leni
Scheuen Sie die persönliche Auseinandersetzung?
und Hans Wenner. Schön, dass ihr bei unserem Fest
KR: Konfliktscheu bin ich nicht, Frau Bertrand, ganz sicher
schon gleich dabei sein könnt! Dann stellen wir uns euch
nicht. Wovon ich überzeugt bin, das kann ich gegen-
einmal der Reihe nach vor.
über anderen aktiv vertreten, auch wenn es mal emoti-
onal wird. Aber ich suche den Konflikt auch nicht, son-
uu Hi! Wir sind Martin Schmidt und Nika Heuer aus dem 2.
Stock. Wir haben keine Kinder, leben aber schon eine
dern bin eher darum bemüht, eine Lösung zu finden,
halbe Ewigkeit zusammen und genießen unsere Freiheit.
die allen Beteiligten gerecht wird.
Am Wochenende gehen wir gern raus in die Natur, z. B.
BT: Wenn Sie Ihre Sache so aktiv vertreten, wie Sie sagen,
zum Radfahren – ja, und mit unserem Bello, das ist unser
wäre das aber am besten Ihre eigene Lösung und keine
Hund, sind wir natürlich auch täglich im Grünen unter-
andere, oder?
wegs. Und … weil wir gern verreisen, suchen wir oft ei-
KR: Na ja, in Verhandlungen ist es normal, dass man ver-
nen Blumensitter, also jemanden, der unsere Grünpflan-
sucht, andere Parteien von seiner Position oder seiner
zen gießt! Wir haben viele!
Idee zu überzeugen. Aber im Team kann man immer
pp Jetzt darf ich weitermachen. Also, ich bin Franziska Gru-
auch von den anderen lernen. Deshalb halte ich es für
ber und lebe schon länger hier. Für meinen Sohn Oskar ist
wichtig, auch zuhören zu können und sich unter Um-
es ideal. Sein Kindergarten ist gleich um die Ecke, und er
ständen auf einen Kompromiss einzulassen. Nur mit
hat auch Freunde im Haus. Alle Nachbarn sind hilfsbereit,
dem Kopf durch die Wand zu wollen, ist eben keine
es findet sich immer ein Babysitter. Wir sind eine große
Teamfähigkeit.
Gemeinschaft . Jeder hilft jedem! Für eine alleinerziehen-
FB: Wenn Sie aber mal an die Konflikte Ihrer beruflichen
de Mutter wie mich ist das ein Glücksfall. Ja, dann über-
Vergangenheit denken … Was hat Sie da so richtig
geb’ ich jetzt an Johnny Neubert.
wütend werden lassen? Haben Sie da ein konkretes
ss Hallo in die Runde! Wir sind die WG aus dem Erdgeschoss.
Beispiel, wie Sie damit umgegangen sind?
Ich selbst komme aus Bielefeld, bin aber zum Studium
KR: Wie ich schon sagte, vertrete ich klar meine Position.
nach Berlin gezogen. In meiner WG unternehmen wir viel
Dennoch habe ich auch Enttäuschungen hinnehmen
miteinander und verstehen uns super. Was ich interessant
müssen. Es klappt nicht immer nur alles so, wie man es
finde: Manches erinnert mich ans Familien­leben, zum
sich vorstellt. Aber ich habe daraus auch viel gelernt
Beispiel, wenn wir am Abend gemeinsam essen oder wie
und bin heute in Teamsitzungen sehr aufmerksam für
wir uns um den Haushalt kümmern. Und von Zeit zu Zeit
die Bedürfnisse der anderen. Es hilft mir, im Projekt
gibt’s natürlich auch was zu feiern: nach einer bestande-
das gemeinsame Interesse zu definieren.
nen Prüfung und so. Dann laden wir auch die Nachbarn
FB: Ich meinte jetzt eher so einen Konflikt, wo es dann mal
ein. Es kann ja auch mal etwas lauter werden …
gekracht hat. Können Sie mir einen konkreten Fall
nennen, der zeigt, wie Sie das Problem angegangen
sind?
B 3a - Track 42
KR: In der Regel bin ich im Team in einer vermittelnden Po- Moderator:  Wir sind heute zu Gast bei Jasmin Steinlechner
sition und suche eher den Ausgleich. Doch einmal hat und Robert Marx mit ihren Kindern Franziska und An-
mich eine Kollegin, mit der ich gemeinsam an einem ton. Sie erzählen uns, was das Besondere an ihrer Familie
Projekt arbeitete, in einer Teamsitzung mit dem Chef, in ist, denn unser Thema heute ist: „Zu Hause bei einer
der ich unsere Arbeitsergebnisse präsentierte, plötzlich Patchworkfamilie“. Frau Steinlechner, Herr Marx, wie
angegriffen. Wir hatten gemeinsam etwas ausgearbeitet kann man sich das vorstellen – eine Patchworkfamilie?
und die Präsentation abgesprochen, allerdings war ich Jasmin S:  Na ja, es ist ein bisschen so, als würdest du die
die Hauptverantwortliche. Hier war es vor allem die In- Hälfte deiner eigenen Familie plötzlich gegen eine andere
transparenz, die dazu führte, dass die Situation eska- eintauschen. Nach der Trennung von Franziskas Vater
lierte. Ich konfrontierte die Mitarbeiterin in der Sitzung waren meine Tochter und ich erst einmal zwei Jahre al-
mit ihrem Verhalten, denn ich hatte den Eindruck, dass lein. Und dann habe ich Robert kennengelernt. Er war
sie mich als Rivalin sah und deshalb aggressiv wurde. damals auch schon länger geschieden und hat mit seinem
Aber schließlich kam es dann auch hier zu einer ein- Sohn Anton gelebt. Ja, und vor einem Jahr sind Franzis-
vernehmlichen Lösung, ohne dass die Verhältnisse zu ka und ich dann mit Robert und Anton zusammengezo-
der Kollegin auf Dauer darunter gelitten hätten. Und gen. Franziska ist jedes Wochenende bei ihrem leiblichen
das ist mir in jeder Situation sehr wichtig. Vater, und unter der Woche lebt sie eben nicht nur mit
BT: Was genau meinen Sie hier mit dem Begriff Intranspa- mir, sondern auch mit Robert und Anton zusammen.
renz? Sie sagen das so locker, aber was heißt es für Robert M:  Wir sind sicher kein Einzelfall! Früher hat man
Sie? Stieffamilie dazu gesagt, aber Patchworkfamilie klingt

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Einheit 11

ja irgendwie netter. Obwohl es bei uns natürlich auch F.: Ich sehe meinen Vater immer am Wochenende, also vom
nicht immer nur nett und problemfrei zugeht. Freitag nach der Schule bis Sonntagabend. Er hat eine
Moderator:  Liebe Hörerinnen und Hörer, bleiben Sie dran, neue Freundin, Teresa, die mag ich auch. Aber am An-
nach dem nächsten Lied geht’s weiter. fang war das schon komisch. Ich meine, wenn er sie ge-
küsst hat und so … Und dann meine Mama hier mit Ro-
B 3b - Track 43 bert und Papa mit einer anderen Frau.
M.: Und wie geht es euch jetzt mit dieser Situation?
R.: Früher hat man Stieffamilie dazu gesagt, aber Patch-
F.: Ja, wenn ich mir das so überlege … eigentlich gut! Ich
workfamilie klingt ja irgendwie netter. Obwohl es bei
find Robert ja auch voll nett. Und mein „echter“ Vater,
uns natürlich auch nicht immer nur nett und problem­frei
der ist jetzt viel entspannter als früher. Nicht mehr
zugeht.
ständig dieser Streit, wir haben jetzt viel mehr Spaß
M.: Was genau ist nicht einfach? Können Sie das erklären?
zusammen. Eigentlich sehen wir uns seltener als früher,
R.: Ach, das klingt jetzt so, als ob es immer schwierig und
aber ich habe oft das Gefühl, als ob er mehr Zeit für
kompliziert wäre. Uns geht es gut. Also mir geht es viel
mich hätte.
besser als vorher. Aber natürlich ist die Situation am
M.: Und wie ist es bei dir, Anton?
Anfang neu und ungewohnt, vor allem für die Kinder.
A.: Ich bin immer eine Woche bei meiner Mama und eine
Manchmal erklärt mir Franziska, also Jasmins Tochter,
Woche hier. Das finde ich manchmal ganz schön anstren-
zum Beispiel: „Von dir lass ich mir gar nichts sagen!“
gend. Immer hin und her. Manchmal vermisse ich meine
oder „Du bist gar nicht mein Vater, lass mich in Ruhe.“
Mutter schon sehr …
Tja, was dann?
M.: Und wie findet ihr das, dass ihr jetzt noch eine Schwes-
J.: Ja, genau. Wenn ich sehe, wie schwierig die Situation für
ter bzw. einen Bruder habt, also sozusagen Geschwister
die Kinder ist, komme ich mir egoistisch vor, als ob ich
geworden seid?
eine schlechte Mutter wäre. Natürlich weiß ich, dass das
F.: Na ja, Anton nervt halt total! Er tut immer so, als ob er
Unsinn ist, aber trotzdem … Man muss sich Mühe ge-
taub wäre, wenn er helfen soll.
ben, seine Rolle in der neuen Familie zu finden.
A.: Und Franziska redet so, als ob sie meine Erzieherin wäre!
M.: Wie geht es Ihren Kindern damit?
F.: Na im Ernst: Ich find’s gut, jetzt einen Bruder zu haben.
J.: Na ja, ich bin eben nicht nur Mutter, sondern nun auch
Ich fand es eigentlich immer blöd, dass ich ein Einzelkind
noch – jetzt nehme ich das „böse“ alte Wort – Stiefmut-
war.
ter. Und die Kinder sind natürlich auch nicht von heute
A.: Ich auch. In meiner Klasse leben viele nur mit ihrer Mut-
auf morgen die Super-Geschwister. Da spielt sicherlich
ter oder ihrem Vater. Das ist doch langweilig.
auch die Angst mit, dass man sich jetzt plötzlich die
Mutter – oder den Vater – teilen muss. Vorher hatte man
die ja für sich allein. Da gibt es so ein bisschen Eifer-
B 4c - Track 45
süchteleien unter den Kindern. 1
R.: Ja, sicher gibt’s Reibereien, das stimmt. Aber auch „rich- Er tut immer so, als ob er taub wäre, wenn er helfen soll.
tige“ Geschwister streiten ja miteinander. Das gehört Er tut immer so, als wäre er taub, wenn er helfen soll.
eben dazu. Insgesamt denke ich aber, dass es so viel 2
besser für die Kinder ist: Wenn sich die Eltern, also jetzt Franziska redet so, als ob sie meine Erzieherin wäre!
die leiblichen Eltern, pausenlos streiten und nur noch Franziska redet so, als wäre sie meine Erzieherin!
wegen ihrer Kinder zusammenbleiben, ist das für die
Kinder doch auch furchtbar. Da sollte man lieber einen D 3 - Track 46
klaren Schnitt machen. Außerdem werden die Kinder
Tobias:  Hallo, Friedrich. Kommst du mit unseren Kunden
viel selbstständiger und selbstbewusster als in einer
zum Mittagessen?
normalen Vater-Mutter-Kind-Familie.
Friedrich:  Hi, Tobias! Nein, ihr müsst Euer Business Lunch
M.: Warum?
leider ohne mich veranstalten. Ich habe um 13:00 Uhr
J.: Na ja, die Kinder müssen sich gleich mit mehreren
noch einen Conference Call.
Erwachsenen auseinandersetzen.
T.: Wie bitte ?
M.: Na, wenn das so ist – darf ich dann jetzt auch – also
F.: Eine TELEFONKONFERENZ!!!
die Meinung Ihrer Kinder hören?
T.: Ach so!
R.: Aber natürlich! Die haben sicher ihre eigene Sicht der
F.: Na ja, wir brauchen für unser Portfolio noch eine line ex-
Dinge …
tension.
T.: Hä?
B 3c - Track 44 F.: Wir brauchen neue Produkte in unserem Sortiment. Du
M.: Hallo Franziska, hallo Anton. Erzählt doch mal, wie ihr weißt doch, wir müssen neue Kundengruppen anspre-
denn eure neue Familie so findet? chen indem wir unser Angebot erweitern.
A.: Ach, ist schon okay. Meine Mutter und mein Vater haben T.: Aha... Warum sagst du das nicht gleich? Übrigens: Mor-
sich ja überhaupt nicht mehr verstanden, da ist es viel gen ist die Work-Life-Balance dran. Das ist für mich eh
besser so. ein must have, deshalb nehme ich einen day off. Also

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Einheit 11  |  Übungen 11

good bye! A: Sie haben vollkommen recht. Im Bereich Gesundheit und


F.: Hä? Pflege – das sind Ärztinnen, Apotheker, Krankenschwes-
tern, Altenpfleger usw. – arbeiten sehr viele selbststän-
dig. Und man darf auch nicht vergessen, dass es noch
11 Übungen immer sehr viele Selbstständige in der Landwirtschaft
gibt.
C 2a - Track Ü22 M: Machen sich eigentlich gleich viele Männer wie Frauen
selbstständig?
Moderator:  Meine Damen und Herren, in unserem Abend-
A: Nein. Eine selbstständige Tätigkeit wird wesentlich selte-
journal „Arbeiten im 21. Jahrhundert“ geht es heute um
ner von Frauen als von Männern ausgeübt. Ihr Anteil an
das Thema Selbstständigkeit. Immer mehr Menschen
den Selbstständigen liegt bei etwa einem Drittel.
machen sich selbstständig. Kein Chef und keine feste Ar-
M: Wie erklären Sie sich das?
beitszeiten. Das hört sich für viele sehr gut an. Auch vie-
le Politiker fordern schon seit Jahren eine sogenannte
Kultur der Selbstständigkeit. Seit der deutschen Wieder-
C 2b - Track Ü23
vereinigung 1990 nahm die Zahl der Selbstständigen von M: Wir haben auch mit einigen Existenzgründern gespro-
Jahr zu Jahr zu. In den letzten zehn Jahren ist sie chen, um zu erfahren, wie sie die Vor- und Nachteile
um 40 Prozent gestiegen. Wir sprechen heute mit der Selbstständigkeit erleben. Mein erster Gesprächs-
dem Arbeitsmarktexperten Herrn Prof. Dr. Her- partner ist Mustafa Yilmaz aus Detmold. … Herr
mann Altdorf. Guten Abend, Herr Prof. Altdorf! Yilmaz, Sie sind Programmierer und entwickeln in einer
Prof. Altdorf:  Guten Abend. Es stimmt. Bei uns ist die Zahl eigenen Firma Apps. Wie ist es dazu gekommen?
der Selbstständigen im letzten Jahrzehnt um 40 Prozent Jakob Platter:  Ich habe mich schon als Kind für Computer
gestiegen. Aber man darf nicht vergessen, dass es in vie- und Computerspiele interessiert. Gegen Ende der
len anderen europäischen Ländern wesentlich mehr Schulzeit war dann für mich klar, dass ich Informatik
Selbstständige gibt als bei uns. studieren würde. Ich habe nach dem Abi an der Fach-
M: Können Sie uns sagen, in welchen Ländern besonders hochschule Köln studiert und schon während des Stu-
viele Menschen selbstständig sind? diums angefangen, mich mit Apps zu beschäftigen.
A: Also das sind vor allem Menschen in Italien, Rumänien, M: Und wann haben Sie beschlossen, sich selbstständig zu
Polen und Griechenland. Dort ist gibt es mehr Selbst- machen?
ständige, und dort leiten wesentlich mehr Menschen ei- J.P.: Eigentlich schon während des Studiums. Da habe ich
ne kleine oder größere Firma. Die Selbstständigenquote eine Spiele-App entwickelt, die gleich ziemlich erfolg-
liegt in diesen Ländern zwischen 17 und 31 Prozent, reich war.
während sie bei uns nur etwa 11 % beträgt. M: Und wie sind die Verdienstmöglichkeiten als App-Ent-
M: Unsere Hörerinnen und Hörer möchten bestimmt wissen, wickler?
in welchen Branchen besonders viele Selbstständige ar- J.P.: Also die meisten werden nicht reich. Und ich weiß von
beiten. Können Sie uns sagen, wie sich die Selbstständi- meinen Freunden, dass nur sehr wenige davon leben
gen auf die verschiedenen Wirtschaftsbereiche vertei- können. Aber ich persönlich hatte Glück. Inzwischen
len? habe ich mehr als 30 Apps entwickelt, und einige da-
A: Also, zunächst kann man feststellen, dass es heute in von verkaufen sich ziemlich gut.
fast allen Wirtschaftsbereichen Selbstständige und Solo- Natürlich habe ich auch manchmal Existenzängste und
Unternehmer gibt. Wie in anderen europäischen Staaten mache mir Sorgen um die Finanzierung meiner Firma;
auch, arbeiten in Deutschland die meisten Selbstständi- aber ich kann mir echt nicht vorstellen, einen Chef zu
gen allerdings im Bereich Dienstleistungen für Unterneh- haben.
men. Hier arbeiten fast 12 % aller Selbstständigen. M: Danke für das Gespräch, Herr Yilmaz! Mein nächster
M: Könnten Sie uns bitte genauer erklären, um welche Gast ist Erika Grün. Sie ist Steuerberaterin mit einer ei-
Dienstleistungen es hier konkret geht? genen Kanzlei in Krefeld. Frau Grün, erzählen Sie doch
A: Das sind Menschen, die beispielsweise im Bereich IT, bitte unseren Zuhörern, wie es dazu gekommen ist.
Steuerberatung oder Management-Beratung tätig sind. Erika Eisl:  Ja, danke für die Einladung! Also das war so:
M: Ah ja, verstehe. Und in welchen anderen Berufen gibt es Nach dem Abitur wusste ich nicht, was ich studieren
besonders viele Selbstständige? sollte. Ich habe mich dann für ein Betriebswirtschafts-
A: Es wird Ihre Hörer vielleicht überraschen, aber an zwei- studium an der Uni Bochum entschieden. Mein ur-
ter Stelle stehen die künstlerischen Berufe. Ca. 6 % der sprüngliches Ziel war eigentlich, Bankerin zu werden.
Selbstständigen arbeiten nämlich in diesem Bereich. Dar- Aber nach dem Studium habe ich eine Stelle in einer
über hinaus gab es in den letzten Jahren starke Zuwäch- ziemlich großen Steuerberatungsgesellschaft als Sach-
se bei Lehrkräften. Dazu gehören zum Beispiel Dozenten bearbeiterin bekommen. Nach einigen Jahren hatte ich
an Volkshochschulen, Fitness- und Sporttrainer sowie dann das Gefühl, ich komme da nicht mehr weiter.
Tanz- oder Fahrlehrer. Aber das Thema Steuern hat mich interessiert. Also ha-
M: Und wie sieht es in den Gesundheits- und Pflegeberufen be ich beschlossen, die Fachprüfung zum Steuerberater
aus? Arbeiten hier nicht auch viele selbstständig? zu machen.

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Übungen 11  |  Einheit 12

M: Das ist eine extrem schwierige Prüfung, sagt man? P.W.: Ja, natürlich. Also, wir haben die 18- bis 24-Jährigen
E.E.: Oh ja! Sehr. Ich habe mich monatelang darauf vorberei- gefragt, auf welche Angebote sie am wenigsten ver-
tet und an jedem Wochenende gelernt. Aber der Auf- zichten könnten, welche ihnen am wichtigsten sind. Bei
wand hat sich gelohnt. den Kommunikationsportalen war das Ergebnis, dass
M: Und nach der Prüfung haben Sie sich selbstständig ge- sich 53 % der Befragten nicht vorstellen könnten, ohne
macht. Facebook zu leben. Facebook liegt damit als wichtigstes
E.E.: Ja, genau. Ich habe eine kleine Kanzlei in Krefeld über- Kommunikationsmedium ganz vorn. Auf WhatsApp
nommen. Am Anfang war es nicht so einfach, einerseits könnten 37 % und auf Skype 7 % dieser Altersgruppe
musste ich die alten Klienten überzeugen, dass ich zu- nicht verzichten.
verlässig arbeite, und andererseits ging es ja auch dar- M.: Da merke ich, dass ich schon ein bisschen älter bin …
um, neue Kunden zu gewinnen. Und wie sieht es bei den Wissensportalen aus – werden
M: Aber Sie haben es geschafft! die denn weniger genutzt?
E.E.: Ja, zum Glück. Für einen Selbstständigen gibt es zwar P.W.: Das kann man so allgemein nicht sagen. Immerhin ga-
kaum ein freies Wochenende und oft Arbeit bis spät in ben 14 % der Befragten an, dass sie Schwierigkeiten
die Nacht, aber man ist sein eigener Chef oder in mei- hätten, wenn sie ohne Wikipedia auskommen müssten.
nem Fall seine eigene Chefin … und das macht vieles Jedoch liegt die Suchmaschine Google mit 46 % deut-
wett. lich darüber. Und natürlich – auch wenn das jetzt nicht
M: Frau Grün, ich danke auch Ihnen herzlich für das Ge- direkt ein Wissensportal ist – ist auch YouTube vielen
spräch! wichtig: 24 % der 18-24-Jährigen könnten sich nicht
vorstellen, darauf zu verzichten.
M.: Wir haben jetzt von jungen Erwachsenen gesprochen.
12 Medienwelten Ist denn die Tendenz bei Jugendlichen ähnlich?
P.W.: Hier war es interessant zu sehen, dass sich besonders
A 2d - Track 47 die 14-Jährigen ein Leben ohne Internet überhaupt
nicht mehr vorstellen können. Und zwar egal, ob es da
Moderatorin:  Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Eine Rätsel-
um Kommunikation geht, um Shoppen oder um allge-
frage gleich zu Beginn: 38 % der Frauen fühlen sich
meine Informationen.
von ihrem Partner vernachlässigt, weil er sich a) zu oft
M.: Mhm, und woher kommt das?
mit Freunden trifft, b) zu viel Fußball schaut oder c)
P.W.: Nun, diese Gruppe ist ja mit modernen Medien auf­
dauernd mit seinem Smartphone beschäftigt ist? Tja, es
gewachsen. Für sie ist es völlig normal, im Laufe eines
mag überraschen, aber c) ist tatsächlich die richtige
Tages immer wieder online zu sein, das gehört einfach
Antwort! Aber warum bewegen wir alle – nicht nur die
dazu. Für einige kann es daher schon schwierig
Männer – uns immer mehr in der digitalen Welt? Kön-
werden, sich mit einem klassischen Stadtplan zu
nen wir auf digitale Angebote überhaupt noch verzich-
orientieren oder mit einem gedruckten Wörterbuch
ten? Um diese Frage zu klären, haben wir heute den
umzugehen. Die analoge Welt ist eben nicht so
Medienpädagogen Peter Wallmannsberger zu Gast.
schnell verfügbar und erfordert andere Kenntnisse.
Herzlich willkommen, Herr Wallmannsberger.
Die günstigen Tarife, die es inzwischen gibt, und die
Peter Wallmannsberger:  Guten Tag und danke für die Ein-
vielen kostenlosen Angebote wie YouTube oder
ladung!
Facebook begünstigen das natürlich.
M.: Herr Wallmannsberger, können wir uns ein Leben ohne
M.: Und gibt es auch Ergebnisse zu kommerziellen
Facebook, WhatsApp und Co. überhaupt noch vor­
Homepages wie eBay?
stellen?
P.W.: Oh ja! Auch hier haben wir erforscht, inwiefern die Be-
P.W.: Für die meisten Menschen kann ich diese Frage mit Ja
fragten auf solche Angebote verzichten könnten. Aller-
beantworten.
dings lagen die Ergebnisse hier eher im unteren Drittel.
M.: Für die meisten? Das erstaunt mich. Gilt das denn für
Das heißt, bei unserer ältesten Gruppe, den 18- bis
jede Altersgruppe?
24-Jährigen, konnten sich 10 % nicht vorstellen, auf
P.W.: Nein; tatsächlich muss man hier Unterschiede machen,
Amazon zu verzichten, und 13 % möchten eBay nicht
das ist völlig richtig. Wir haben in einer Studie drei ver-
missen. Das sind also keine überragend hohen Zahlen.
schiedene Gruppen von jungen Menschen befragt, die
M.: Noch etwas anderes: Welche Tipps geben Sie als Medi-
zwischen neun und 24 Jahren alt waren. Im Folgenden
enpädagoge den Eltern in Bezug auf das Online-Verhal-
beziehe ich mich vor allem auf die Ältesten, also die
ten ihrer Kinder?
Gruppe der 18- bis 24-Jährigen. Diese nutzen beson-
P.W.: Wir empfehlen Eltern auf jeden Fall, mit ihren Kindern
ders häufig Social-Media-Angebote, z. B. Facebook
über ihr Online-Verhalten zu sprechen und sie über die
oder Google+, aber auch Online-Verkaufsportale wie
Risiken zu informieren. Da geht es nicht nur um unseri-
Amazon etc. Sie sind die Gruppe, die am wenigsten auf
öse Angebote, die auch oft verdeckte Kosten haben,
diese Angebote verzichten könnte.
sondern es ist auch einfach so: Immer erreichbar zu
M.: Haben Sie da konkrete Zahlen für unsere Hörerinnen
sein, ist auf Dauer Stress! – nicht zuletzt die ständige
und Hörer?
Erreichbarkeit durch die Eltern … Oft werden andere

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Einheit 12

Aktivitäten wie gemeinsames Essen, Hobbys wie Sport, Betanco?


Musik oder Lesen durch ständig eingehende Nachrich- B.: Na ja, ich habe mein Passwort vergessen. Ich habe es
ten unterbrochen. Und das kann dauerhaft Stress aus- dreimal hintereinander falsch eingegeben, und dann
lösen und die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen. wurde ich gesperrt. Ich ärgere mich über mich selbst.
Wir empfehlen dann, mit den Kindern handyfreie Zei- S.: Na, das kann passieren. Wir bekommen ständig Anrufe
ten zu vereinbaren, in denen sie sich komplett der Fa- wegen vergessener Passwörter.
milie, Hobbys oder ihren Freunden widmen können – B.: Ja, aber mir passiert das dauernd. Immer wenn ich aus
also dem wirklichen Leben! dem Urlaub komme, habe ich es vergessen!
M.: Das ist doch ein lehrreiches Schlusswort. Herr Wall- S.: Na, dann haben Sie sich gut erholt. So, ich habe Ihr Pass-
mannsberger, vielen Dank für die interessanten Infos! wort zurückgesetzt. Sie können sich jetzt mit dem Pass-
P.W.: Sehr gerne. wort „Erdbeere“ anmelden. Bitte geben Sie dann gleich
ein neues Passwort ein.
C 2a - Track 48 B.: Okay, das mache ich. Kann ich danach ganz normal wei-
terarbeiten, oder muss ich noch eine Weile warten?
Herr Kowalski:  Internet-Hotline, mein Name ist Fabian
S.: Nein, Sie können sich bei allen Programmen sofort ganz
Kowalski, was kann ich für Sie tun?
normal anmelden.
Frau Li:  Hier Li, guten Tag. In unserer Abteilung wurde ges-
B.: Ich muss also den PC nicht herunterfahren oder einen
tern die neue Telefonanlage installiert. Ich versuche
Neustart machen?
schon seit einer halben Stunde, einen Ansagetext auf
S.: Nein, das ist nicht nötig.
meinen Anrufbeantworter zu sprechen. Ich weiß einfach
B.: In Ordnung, ich danke Ihnen.
nicht, was ich tun soll. Könnten Sie mir freundlicher­
weise helfen?
K.: Ja, natürlich, Frau Li. Im Intranet gibt es eine Kurzanlei-
C 2c - Track 50
tung, haben Sie die schon heruntergeladen? Frau Morgenstern:  Die Internet-Hotline, Alina Morgen-
L.: Ja, ich habe sie auch ausgedruckt, aber ich komme ein- stern, ich grüße Sie …
fach nicht weiter. Bei den anderen Kollegen soll die Ins- Victor Nagy:  Ja, hallo, hier spricht Victor Nagy. Ich habe ei-
tallation ganz unkompliziert gewesen sein. ne Frage: Es soll doch jetzt ein neues Betriebssystem ein-
K.: Keine Sorge, wir gehen das gemeinsam durch. Also: Drü- geführt werden – „Fenster 17“, glaube ich. Wir haben
cken Sie bitte einmal die Taste mit dem Disketten- Sym- von unserem Chef eine Information bekommen, dass
bol und geben Sie dann Ihren PIN-Code ein, das ist eine deshalb die alten Ordner vom Laufwerk entfernt werden.
vierstellige Nummer. Haben Sie Ihre PIN bei der Hand, Also, um das noch mal richtig zu verstehen: Die Ordner
Frau Li? … Frau Li, sind Sie noch dran? mit den Dateien, also unsere Projekte der vergangenen
L.: Ja, ich bin noch dran. Jetzt habe ich den PIN-Code ein- Jahre, die werden entfernt?
gegeben. M.: Ja, aber es werden nicht alle automatisch gelöscht! Ge-
K.: Super, dann drücken Sie bitte die Rautetaste und folgen nau deshalb sollen Sie ja alle Ordner, die Sie behalten
den Anweisungen, die Sie auf dem Band hören. Zuerst möchten, auf Ihrem persönlichen Laufwerk abspeichern.
kommen einige Auswahlmenüs … Sonst werden sie gelöscht.
L.: Entschuldigen Sie, wenn ich Sie unterbreche, aber ich N.: Ach so. Da muss ich jetzt alle Dateien einzeln speichern?
habe das alles schon versucht, es funktioniert nicht. M.: Nein, das ist nicht notwendig. Sie können den komplet-
K.: Hm, dann prüfen Sie doch bitte einmal, ob Sie noch ge- ten Ordner auf Ihrem persönlichen Laufwerk speichern.
speicherte Nachrichten auf der Sprachbox haben. N.: Oh je. Wie mache ich das?
L.: Ja, da sind so einige gespeicherte Nachrichten. M.: Ganz einfach. Sie müssen den Ordner mit der rechten
K.: Ah, gut, dann haben wir das Problem gefunden! Man Maustaste anklicken. Dann erscheint ein Dialogfenster.
kann einen Ansagetext nur dann aufsprechen, wenn Dort klicken Sie mit der rechten Maustaste auf „Kopie-
man keine gespeicherten Nachrichten hat. Sie müssten ren“. Dann wählen Sie auf Laufwerk p: Ihren persönli-
also die Anrufe abhören und die Nachrichten löschen. chen Ordner …
Danach können Sie die Sprachbox besprechen. N.: Entschuldigung, ich kann Ihnen nicht folgen, das war zu
L.: Okay, darauf wäre ich nicht gekommen. Dann weiß ich schnell. Darf ich Ihnen sagen, was ich jetzt mache?
jetzt Bescheid. Vielen Dank! Auf Wiederhören. M.: Ja, bitte.
K.: Ja, gerne. Auf Wiederhören. N.: Also, ich habe den Ordner angeklickt …
M.: Gut!
C 2b - Track 49 N.: Ich nehme jetzt den Ordner vom letzten Projekt … Okay,
da kommt zwar ein Dialogfenster, aber ich sehe nicht den
Frau Sternberg:  Die IT-Hotline, mein Name ist Petra Stern-
Befehl „Kopieren“. Sie müssen entschuldigen, ich bin
berg, wie kann ich Ihnen helfen?
neu hier.
Herr Betanco:  Ja, hallo, Mario Betanco hier. Ich habe ein
M.: Ist ja kein Problem, lassen Sie sich Zeit. So, dann gehen
Problem: Ich kann mich nicht mehr auf meinem PC an-
Sie bitte in den Abteilungsordner – also wo alle Ordner
melden.
drin sind – und klicken Ihren Ordner an. Okay … Da öff-
S.: Was für eine Meldung wird Ihnen denn angezeigt, Herr
net sich ein Fenster, richtig?

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Einheit 12

N.: Mhhh! Wir sind wahrscheinlich in zwei Monaten soweit, dass


M.: So, und jetzt sehen Sie „Kopieren“. wir mit Android- und iOS-Apps auf den Markt gehen,
N.: Mhhh! aber im Moment gibt es nur eine Mobilversion unserer
M.: Da klicken Sie jetzt mit der rechten Maustaste drauf … Website, die aber im Endeffekt so aussieht und auch
und dann hier auf das Laufwerk p: funktioniert wie eine App.
N.: Okay. I.: Welche Vorteile habe ich als Gast, wenn ich über Delin-
M.: Jetzt wählen Sie Ihren Ordner aus, klicken dann mit der ski buche?
rechten Maustaste auf den Ordner und gehen auf „Ein- M.F.: Also der Hauptvorteil ist, dass man als Delinski-Gast
fügen“. 30 % auf die gesamte Rechnung spart. Man zahlt eine
N.: Aha, jetzt habe ich verstanden. Noch eine Frage: Es soll Reservierungsgebühr von 5 Euro und erhält dafür ei-
ja noch ein IT-Mitarbeiter zu uns ins Büro kommen. Ist nen Nachlass von 30 % auf die gesamte Rechnung.
das richtig? Und ein weiterer Vorteil ist, dass man in Echtzeit bu-
M.: Ja, genau. Ein Kollege wird vorbeikommen und Ihnen bei chen kann, also das heißt, man sieht sofort, ist ein
Fragen zum neuen System helfen. Tisch verfügbar für die Personenzahl, mit der ich essen
N.: Dann bin ich ja beruhigt. Ist der Termin schon bekannt? gehen möchte an dem gewünschten Tag zur
M.: Soviel ich weiß, soll der Kollege am Mittwoch in Ihre gewünschten Uhrzeit, und muss nicht mehr nachfra-
Abteilung kommen. Aber Sie erhalten vorher noch ein gen.
Mail mit dem Termin. I.: Für wie viele Personen kann ich maximal buchen?
N.: In Ordnung. Vielen Dank für Ihre Geduld. M.F.: Man kann bei uns im Normalfall für maximal acht
M.: Gern geschehen! Auf Wiederhören. Personen reservieren, und das hat auch einen Grund,
nämlich dass bei den meisten Restaurants die Küche
D 2a - Track 51 überfordert ist, wenn es mehr als acht gleichzeitige
.-la-carte-Bestellungen gibt und man für größere
Interviewerin:  Die neuen Medien bieten Raum für die
Gruppen ein Menü vereinbaren muss. Daher beschrän-
Entwicklung neuer Geschäftsideen mit innovativen
ken wir unsere Personenzahl auf acht Personen.
Konzepten. Ein Beispiel dafür ist „Delinski“, die Rest-
I.: Kann ich auch telefonisch reservieren?
platzbörse für Reservierungen in guten Restaurants.
M.F.: Nein.
Wir sprechen heute mit Moritz Fiebinger, einem der
I.: In welchen Städten kann man zurzeit über „Delinski“
Gründer von „Delinski“. Herr Fiebinger, „Delinski“
reservieren?
klingt nach Delikatessen, nach gutem Essen. Wie
M.F.: Also in Österreich in Wien, wir haben in Wien gestar-
kommt man auf die Idee, eine Restplatzbörse für
tet, und in Graz. Und wir arbeiten aber jetzt gerade an
Restaurantplätze zu gründen?
der Expansion nach Deutschland. Die erste Stadt dort
Moritz Fiebinger:  Das kommt eigentlich in erster Linie da-
wird München sein, die ist gerade im Aufbau. Und par-
her, dass es bereits in dieser Branche andere, vergleich-
allel wollen wir das Ganze als Franchise-Modell auch
bare Produkte gab, die aber aus unserer Sicht nicht
innerhalb von Europa ausweiten, und da wird voraus-
wirklich nachhaltig funktioniert haben. Wir kennen
sichtlich die erste Stadt, die noch dieses Jahr gelauncht
diese Art und Weise, sozusagen mit saisonalen oder
wird, Athen sein.
temporären Leerständen umzugehen, aus der Reise-
I.: Welche Schwierigkeiten gab es am Anfang?
branche, aus gewissen anderen Branchen, und wir
M.F.: Also Anfangsschwierigkeiten gab’s viele, weil unser
haben uns gedacht, es wäre doch eigentlich sinnvoll,
gesamtes Team bis auf unseren Entwickler sich in kom-
dieses Konzept auch anzuwenden auf die Restaurant-
plettes Neuland begeben hat. Für uns waren das alles
Industrie.
komplett neue Dinge, wir mussten … wir kamen alle
I.: Gibt es in anderen Ländern ähnliche Konzepte?
aus verschiedenen Branchen, aus ganz anderen Berei-
M.F.: Wir waren eigentlich inspiriert in erster Linie von
chen und mussten uns halt in das Thema e-Commerce
einem amerikanischen Modell. Dort gibt es das bereits
und Online-Business, Betrieb einer Website zuerst ein-
seit, ich glaube, mittlerweile drei Jahren. Und wir ha-
arbeiten und viele Dinge von Grund auf lernen. Also
ben gesehen, dass es dort gut funktioniert hat, und ha-
da kann ich, glaube ich, eine Stunde weitererzählen.
ben es dann für den österreichischen Markt angepasst
I.: Wie groß ist Ihr Team zurzeit?
und haben es hier selber umgesetzt, eine ähnliche
M.F.: Wir sind vier Gründungsmitglieder und zurzeit auch
Lösung.
noch bei vier Personen, wobei wir vor Kurzem einen
I.: Was brauche ich, um mit Ihnen in Kontakt zu treten?
Investor aufgenommen haben aus Deutschland, die uns
M.F.: Um mit uns in Kontakt zu kommen, brauchen Sie ei-
teilweise in Deutschland jetzt beim Aufbau auch mit
gentlich nur einen Computer oder ein handelsübliches
Personal unterstützen. Aber das Kernteam sind vier
Smartphone oder ein Tablet, mit dem Sie ins Internet
Personen.
können, mehr ist nicht notwendig.
I.: Wie kommt man als Gastronom zu Delinski?
I.: Haben Sie eine App?
M.F.: Über verschiedenste Art und Weise. Also wir haben
M.F.: Lustig, dass Sie das fragen, weil – die ist im Moment
sowohl Gastronomen, die mit uns in Kontakt treten,
gerade in Entwicklung, ich habe heute gerade erst eine
weil sie von uns erfahren, weil sie sagen, sie finden,
erste Testversion einer App für Android ausprobiert.

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Einheit 12  |  Übungen 12

das ist eine coole Idee, und treten mit uns in Kontakt, viel schreiben zu müssen, können mit einem Klick Ge-
schreiben uns per E-Mail an, rufen uns an – und auf fühle, positive und negative, vermittelt werden.
der anderen Seite versuchen wir natürlich auch, uns M: Also, Emoticons sparen Schreibarbeit. Könnte es denn
gegenüber Gastronomen zu vermarkten, teilweise sein, dass sie mal in der Zukunft unser ganzes Schrift-
durch Aussendungen, Briefaussendungen, die wir system ersetzen?
machen, wo wir uns selber empfehlen in Kooperation A.V.: Nein, davon ist wirklich nicht auszugehen, weil man
mit anderen Empfehlungsplattformen. Oder einfach, mit Emoticons viel weniger ausdrücken kann als mit
indem wir Gastronomen bitten, das auch weiterzuer- Buchstaben. Wobei … Einen Versuch in diese Richtung
zählen an ihre Kollegen, sodass ein Gastronom auch gibt es ja schon.
mal einen anderen Gatronomen wirbt. M: Wie bitte?
I.: Wie werde ich im Restaurant als Delinski-Kunde er- A.V.: Ja, wirklich! Der berühmte Roman Moby Dick von Her-
kannt? man Melville wurde komplett in Emoticons übersetzt.
M.F.: Das ist einer der entscheidenden Vorteile unserer Lö- Sie können das Buch kaufen!
sung gegenüber anderen – Sie müssen eigentlich nichts M: Tatsächlich? Wer ist denn auf die Idee gekommen?
anderes tun, als wenn Sie das normal reserviert hätten. A.V.: Ein Amerikaner. Er heißt Fred Beneson. Zusammen mit
Sie gehen ins Restaurant hinein, nennen Ihren Nach­ einem Team hat er die verschiedensten Symbole für
namen und werden automatisch als Gast über Delinski Wörter gesammelt. Ja und dann, wie ich schon sagte,
erkannt, weil wir bereits im Vorfeld mit dem Restau- wurde der Roman in die Emoticons übersetzt. Das Gan-
rant kommuniziert haben und uns das Restaurant rück­ ze war übrigens ein Crowdfunding-Projekt, das sich
bestätigt hat, dass sie die Reservierung – also Ihre tatsächlich auch verkaufen ließ!
Reservierung – als Delinski-Reservierung eingetragen M: Auf Ideen kommen die Leute!
haben. A.V.: Ja, aber dieses Projekt, das eigentlich aus Spaß ge-
I.: Kann man eine Buchung stornieren? macht wurde, wird sicherlich unsere Sprache und
M.F.: Man kann Reservierungen, die über Delinski gemacht Schrift nicht wirklich beeinflussen.
wurden, auch wieder stornieren, allerdings nur bis zu M: Also könnte man sagen, Smileys sind okay, aber sonst
einer Stunde vor dem reservierten Zeitpunkt, weil an- bleiben wir schon beim traditionellen Schreiben?
sonsten das Restaurant unmöglich diesen Tisch noch A.V.: Genauso ist es! Emoticons eignen sich sehr gut, um ei-
an jemand anderen vergeben könnte. ne persönliche Aussage, sehr oft auch ein Gefühl stär-
I.: Was passiert mit den fünf Euro, die ich bereits an ker hervorzuheben, sie sind, wie der Name schon sagt,
Delinski gezahlt habe? emotional. Also mein Ratschlag dazu: Verwenden Sie
M.F.: Wenn Sie stornieren, dann werden diese fünf Euro gut- Emoticons aber trotzdem nicht ständig in Ihrer privaten
geschrieben und sind als Guthaben auf Ihrem Account Kommunikation. Die Smileys können das geschriebene
und können für die nächste Reservierung einfach ver- Wort nicht ersetzen. Ja, und in der Geschäftskorres-
wendet werden. pondenz sollten sie überhaupt nicht zum Einsatz kom-
I.: Wie erfolgt die Zahlung? men! Da haben sie nichts verloren.
M.F.: Die Zahlung erfolgt mittels Kreditkarte, PayPal oder M: Jetzt hätte ich zum Abschluss noch eine persönliche
Sofortüberweisung, und für manche Firmenkunden Frage an Sie, Frau Vollmer: Verwenden Sie selbst
bieten wir auch die Möglichkeit, im Vorfeld einen grö- Emoticons? Bei WhatsApp-Nachrichten zum Beispiel?
ßeren Betrag zu überweisen, den sie als Guthaben dann A.V.: Ja natürlich, aber eben mit Maß und Ziel!
aufladen können. M: Dann danke ich Ihnen für das Interview. Es hat mir
I.: Wer sind Ihre Kunden? wirklich Spaß gemacht!
M.F.: Unsere Kunden sind eigentlich alle Menschen zwischen A.V.: Mir auch! Und herzlichen Dank für die Einladung!
ich sag mal 18 und 60, die fähig sind, das Internet zu
verwenden, gerne essen gehen und gerne auch mal was C 2 - Track Ü25
Neues ausprobieren und sich dabei 30 % sparen.
Hotline:  Servicehotline Megaphone. Marina Seifert am Ap-
parat. Was kann ich für Sie tun?
Kunde:  Guten Tag. Ich habe gestern das Internet-Paket Ihrer
12 Übungen
Firma gekauft und wollte es jetzt anschließen. Aber ir-
gendwie funktioniert es nicht. Könnten Sie mir freundli-
B 4b - Track Ü24 cherweise helfen?
Moderator:  Benutzen wir diese Emoticons eigentlich alle H.: Natürlich, sehr gerne. Was ist denn genau das Problem?
gleich? Wie sieht es mit der Benutzergruppe der Emoti- K.: Tja, ich habe alles angeschlossen, aber ich komme nicht
cons aus? ins Internet. Ich habe schon einiges versucht, aber ich
Anna Vollmer:  Na ja, man weiß, dass es da größere Unter- komme nicht weiter.
schiede gibt. H.: Keine Sorge, wir gehen das Schritt für Schritt gemeinsam
M.: Das ist ja interessant! durch. Ich vermute, Sie haben alle Programme auf Ihrem
A.V.: Mhm, bei jungen Leuten sind die Smileys sehr beliebt, Rechner installiert?
und Frauen verwenden sie häufiger als Männer. Ohne K.: Ja, mein Sohn hat mir dabei geholfen. Er hat gesagt, dass

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Übungen 12  |  Einheit 13

jetzt alles funktionieren müsste. A 3b - Track 53


H.: Dann schauen Sie doch bitte mal auf Ihren Router und
11 Übrigens, Rebecca, das wollte ich dich noch fragen: Wie
prüfen, ob ein Ethernet-Kabel …
war es überhaupt auf dem Kreuzfahrtschiff? Seid ihr
K.: Oh je. Entschuldigen Sie, wenn ich Sie unterbreche. Ich
froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben?
fürchte, ich kann Ihnen nicht folgen.
H.: Das ist gar kein Problem. An Ihrer Telefonbuchse hat Ihr
uu Du, wir hatten immer festen Boden unter den Füßen.
So ein Kreuzfahrtschiff wackelt nicht, und bei einer
Sohn sicher einen kleinen weißen Kasten angeschlossen
Flusskreuzfahrt auf dem Rhein schon gar nicht. Und ein
und die Verbindung zu Ihrem PC hergestellt, und zwar
Service war das, du glaubst es nicht! Wir wurden richtig
entweder mit einem Kabel oder drahtlos, also über
verwöhnt, von früh bis spät!
WLAN.
pp Na bitte, das klingt doch anders als bei euch, Tamara. Paul
K.: Ah ja, ich wollte gern die Drahtlosverbindung, also
und du, ihr musstet ja den ganzen Tag paddeln. Das ist
WLAN.
ziemlich anstrengend im Urlaub! Wart ihr nachher denn
H.: Ok. Können Sie mir sagen, wie viele Lämpchen an die-
nicht fix und fertig?
sem weißen Kasten, also dem Router, leuchten?
ss Warum denn? Das fragst gerade du! Ihr habt doch auch
K.: Da leuchten drei.
nicht auf der faulen Haut gelegen in den Bergen. Im Ur-
H.: Da haben wir das Problem. Bitte drücken Sie den Knopf
laub nur herumsitzen und sich bedienen lassen, das ist
an der linken Seite des Routers. Dadurch aktivieren Sie
nichts für mich.
das WLAN.
xx Und das Kanufahren? Hast du das wirklich gerne ge-
K.: Oh, wie peinlich! Ich ärgere mich über mich selbst. Einen
macht, jeden Tag über Flüsse und Seen paddeln?
Moment … Ja, jetzt klappt es.
ss Na aber sicher! Du, das war ziemlich anstrengend, das
H.: Keine Sorge, das kann passieren. Ich freue mich, dass ich
muss ich zugeben. Aber wir hatten viel Spaß. Ich zeig
Ihnen helfen konnte.
euch meine Oberarme – super konditioniert wie bei …
K.: Ja, das konnten Sie wirklich. Vielen Dank noch mal und
hh Einen Moment bitte, gibt es hier irgendwo ein Mineral-
auf Wiederhören.
wasser? Könntest du mir bitte die Flasche da rübergeben?
Danke! Sagt mal, wo sind denn eigentlich eure Kinder?
Schlafen die schon? Es ist heute so ruhig hier!
13 Immer unterwegs
xx Die Kinder sind bei meiner Mutter. Sie waren todmüde.
Wir sind ja erst gestern in der Nacht zurückgekommen.
A 3a - Track 52
hh Und? Sind sie jetzt froh, dass sie wieder in einem richti-
11 Also, Roland, wenn ich dich so ansehe … braun bist du gen Bett schlafen können? Haben sie vom Zelten jetzt
im Orient-Express ja nicht geworden. genug?
uu Ein blasser Teint ist vornehm, weißt du das nicht? An xx Also bitte! Was heißt hier Zelten?! Wir waren drei
Bord eines Zuges, der von London über Wien nach Wochen mit dem Wohnmobil unterwegs. Das war sehr
Venedig fährt, wird man natürlich nicht von der Sonne bequem! Fast so luxuriös wie mit dem Orient-Express,
geröstet. Das wollte ich ja auch nicht … Der Rotwein ist mein Lieber!
übrigens wirklich gut, Melanie. pp Augenblick, ich müsste hier kurz durch … Ja, danke.
pp Danke! Könntest du mir bitte den Kartoffelsalat reichen? 11 Roland: Ihr wart im Süden irgendwo, richtig?
11 Sag mal, Martin, du bist doch mit dem Fahrrad gekom- xx „Ja, in Italien. Und es war superschön. Du brauchst
men? Ich hätte ja gewettet, dass du nach dem Urlaub aber einen guten Reiseführer und solltest nicht auf
keine Lust mehr auf Radfahren hast. Autobahnen fahren, das wird schnell teuer. Aber die
ss Wieso denn? Eine Fahrradreise macht man doch, weil Campingplätze sind wirklich …
man gern Rad fährt. Und wirklich schwierig ist der ss Alle mal herhören … Schhhht! … Ruhe bitte! Wer jetzt
Donauradweg von Passau bis Wien ja nicht. Aber du einen Espresso will, soll bitte die Hand heben …
und Melanie, ihr seht total erholt aus.
11 Wir haben uns ja auch echt gut erholt bei unserer Berg- C 3a - Track 54
tour! So eine Wanderung von Hütte zu Hütte durchs
Interviewerin:  Herr Perovic, wir sind jetzt hier an Ihrem
Allgäu … Und das Wetter war toll! Wirklich erholsam
Arbeitsplatz im Restaurant „Zum goldenen Spatzen“ in
und stressfrei.
München. Nächsten Monat geht es für Sie in die
pp Entschuldigt, wenn ich euch kurz unterbrechen muss,
Schweizer Alpen. Sie sind gebürtiger Kroate. Wie
aber … hier ist dein Bier, Martin, schön kalt.
kommt man zu einem Job so weit weg von der Heimat?
ss Dankeschön! Wer hat denn den Flaschenöffner? … Ah,
Josip Perovic:  Na ja, in München arbeite ich ja nur einen
danke. Übrigens, Rebecca, das wollte ich dich noch fra-
kleinen Teil des Jahres, nämlich immer im Herbst
gen: Wie war es überhaupt auf dem Kreuzfahrtschiff?
zwischen der Sommer-Saison in Kroatien und der Ski-
Seid ihr froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu
Saison in der Schweiz. In meiner Heimat arbeite ich
haben?
immerhin noch fünf Monate im Sommer. Da freue ich
mich dann immer, meine Familie – Eltern, Großeltern
und Tanten – wiederzusehen.

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Einheit 13  |  Übungen 13

I.: Sie arbeiten an drei verschiedenen Orten, das muss pp Ach komm, Maria, übertreib bitte nicht! Dir macht die
doch manchmal auch schwierig sein. Arbeit doch Spaß, oder?
J.P.: Das stimmt, es ist nicht immer ganz einfach, aber dafür uu Ja, schon. Aber ich freue mich trotzdem schon total auf
ziemlich abwechslungsreich. Wer die Branche nicht unseren Sommerurlaub. Zwei Wochen abschalten, nicht
kennt, für den könnte das natürlich ungewöhnlich klin- an die Arbeit denken, einfach nur ausruhen.
gen. Aber für viele aus der Tourismusbranche ist das 11 Wo wollen wir denn überhaupt hinfahren? Wir müssen
eben die Realität. Am Anfang habe ich gar nicht vorge- bald etwas buchen, sonst wird es zu spät.
habt, aus Kroatien wegzugehen. Ich habe in Zagreb die ss Du hast recht, Robert. Spanien letztes Jahr war toll. Mei-
Hotelfachschule besucht und bin dann zum Arbeiten in ner Meinung nach sollten wir dieses Jahr aber keinen Ba-
die Touristengebiete an der Mittelmeerküste gekom- deurlaub planen. Ich bin für einen Aktivurlaub. Kollegen
men. Ich liebe das Meer und die Hitze im Sommer. von mir haben letztes Jahr einen Trekkingurlaub in Boli-
Allerdings gibt es eben nach Ende der Saison nicht vien gemacht. Das war fantastisch, haben sie erzählt. Was
genügend Arbeit. Viele meiner Kollegen sind auch haltet ihr davon?
Saisonarbeiter und gehen nach dem Sommer woanders pp Ich weiß nicht. Ich habe keine Lust auf einen langen Flug.
hin. Wie wäre es, wenn wir eine Kanutour in Südfrankreich
I.: Wenn Sie Hitze und Meer lieben, wie sind Sie denn machen würden? Tagsüber Sport, am Abend gut essen.
dann auf die Schweizer Alpen gekommen? Das Wetter uu Das klingt gut. Was meint ihr?
müsste zumindest am Anfang doch etwas gewöhnungs- 11 Ja, klar! Dann können wir auch mit dem Auto in den Ur-
bedürftig gewesen sein, oder? laub fahren! Da sind wir unabhängiger.
J.P.: Ja, das war eher Zufall. Ein Kollege hatte mir den Tipp uu Einverstanden. Wir fahren nach Südfrankreich. Wer küm-
gegeben, dass sie dort in der Wintersaison Personal su- mert sich um …
chen und man sehr gut bezahlt wird. Inzwischen habe
ich mich daran gewöhnt und freue mich schon auf die C 3 - Track Ü27
Temperaturunterschiede: Im Sommer schön heiß am
Moderator:  Guten Tag und herzlich willkommen zu unserer
Meer, im Winter kalt und in den Bergen mit viel
Sendung „Fünf nach acht“. Heute beschäftigen wir uns
Schnee.
mit dem Thema „veränderte Arbeitswelt“.
I.: Wie lässt sich Ihre Arbeit mit Familie vereinbaren?
Aufgrund des Einsatzes neuer Technologien und der
J.P.: Hmm … Natürlich sind die Bedingungen nicht ideal.
Globalisierung wird es neue Arbeitsformen geben. Ar-
Meine Frau kommt ja aus München und lebt auch die
beitsmarktforscher haben hier einige Trends ausgemacht.
meiste Zeit hier. Deshalb genieße ich die Monate, die
Darüber wollen wir jetzt mit unserem Gast im Studio,
ich bei ihr bin, wenn ich im „Goldenen Spatzen“ arbei-
Herrn Prof. Mahlke vom Institut für Arbeitsmarktfor-
te. Und im Frühling mache ich auch manchmal ein paar
schung, sprechen. Herr Prof. Mahlke, welche Trends
Tage in München Urlaub, bevor es wieder nach Kroati-
werden uns in den nächsten Jahren beschäftigen?
en geht. Glücklicherweise ist meine Frau als freiberufli-
Prof. Mahlke:  Ja, ähem, zunächst mal dankeschön für die
che Grafikerin in ihrem Beruf ziemlich ortsunabhängig.
Einladung. Zu Ihrer Frage: Nun, da ist einmal das Stich-
Manchmal lebt sie dann für ein paar Wochen mit mir in
wort „Globalisierung“. Die Welt ist klein geworden – wir
Kroatien. Also ich denke, eine Partnerschaft ist gut
können Kleidung in Indien nähen und Handys in China
möglich, wenn man flexibel ist, so wie wir beide. Mit
fertigen lassen. Dadurch fallen hier bei uns natürlich
Kindern wäre es natürlich keine gute Situation.
Arbeitsplätze weg. Gleichzeitig werden die Waren da-
I.: Und zum Schluss: Haben Sie einen guten Rat für ande-
durch aber billiger. Es ist eine zweischneidige Sache.
re Menschen, die beruflich viel unterwegs sind?
M.: Und wie sieht es mit der Automatisierung aus? Erledigen
J.P.: Nein, ehrlich gesagt nicht. Aber ich denke, jeder weiß
heutzutage nicht häufig Maschinen die Arbeit von Men-
selbst am besten, was gut für ihn ist. So ein Nomaden-
schen?
Dasein dürfte wahrscheinlich nicht jedermanns Sache
Prof. M.:  Definitiv. Wir brauchen heute viel weniger Arbei-
sein. Es kann sein, dass sie im „Goldenen Spatzen“
ter als noch vor … sagen wir mal 20 Jahren, um das
nächstes Jahr einen neuen Geschäftsführer suchen. Da
gleiche Produkt herzustellen. Das gilt zum Beispiel für
würde ich mich dann bewerben, dann hätte das ewige
die Metallindustrie. Gleichzeitig brauchen wir aber im-
Hin und Her auch für mich ein Ende.
mer mehr Spezialisten, die sich mit diesen Maschinen
I.: Herr Perovic, vielen Dank für das Gespräch!
auskennen und sie entwickeln – also Ingenieure, Infor-
matiker, Physiker … Das ist eine Verschiebung auf dem
Arbeitsmarkt; zurzeit haben wir in vielen Ländern der
13 Übungen
Welt einen großen Mangel an Fachkräften aus diesen
Bereichen.
B 2a - Track Ü26 M.: Ein Problem, das ja auch die Politik beschäftigt … Aber
11 Ich bin richtig ausgepowert und urlaubsreif. Der Stress in es gibt auch in ganz anderen Bereichen große Verände-
der Arbeit hört einfach nicht auf! rungen: Was können Sie uns zu dem Thema „Arbeiten
uu Und ich erst. Manchmal denke ich, ich bin kurz vor einem ohne Trennung von Wohnung und Familie“ – also zum
Burnout. Thema Telearbeit oder Heimarbeit – sagen?

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Übungen 13  |  EInheit 14

Prof. M.:  Heimarbeit ist vor allem im Bereich von Dienstleis- Theresa:  Ja, richtig, da gab es einige neue Modelle. Leider
tungen weit verbreitet. Dank der modernen Informa- fahren viele noch nicht so weit, und die Ladezeiten sind
tions- und Kommunikationstechnologien wie E-Mail, noch zu lang.
Internet, Fax usw. haben wir die Möglichkeit, ortsun­ V: Ich habe einen Testbericht gelesen. Es scheint, als ob das
abhängig zu arbeiten. Vielen Menschen kommt das Problem gelöst ist.
Arbeiten in den eigenen vier Wänden sehr entgegen – T: Interessant, was steht da drin?
auch der Wegfall langer Fahrtzeiten. Deshalb nutzen V: Das beste Elektroauto hat zum Beispiel eine Strecke von
viele solche Möglichkeiten. So ist es natürlich auch ein- über 900 km in knapp zwölf Stunden geschafft!
facher, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. T: Aber wie geht das denn?!? Man muss die Elektroautos
M.: Weiß man eigentlich, wie viele Menschen in Deutsch- doch immer zu einer Ladestation fahren und dort aufla-
land heute Telearbeit verrichten? den – allein das dauert Stunden.
Prof. M.:  Es gibt keine gesicherten Zahlen. Sehr viele sind es V: Das Problem scheint gelöst zu sein: Es gibt jetzt immer
noch nicht, man kann aber davon ausgehen, dass sich in mehr sogenannte Stromtankstellen, zum Beispiel an Au-
den nächsten Jahren der Trend zur Heimarbeit und zur tobahn-Raststätten. Damit kann man innerhalb von 30
hauptberuflichen Telearbeit verstärken wird. Immer bis 60 Minuten das Auto zu 80 Prozent aufladen.
mehr Unternehmen räumen ihren Spezialisten schon T: Genial!
heute die Möglichkeit ein, an dem Ort zu leben, wo sie V: Schon, allerdings machen viele Elektroautos im Winter
es möchten. Wer also für ein Unternehmen in Hamburg schlapp.
arbeitet, muss nicht unbedingt auch dort wohnen. T: Wieso?
M.: Wird aber nicht von vielen Berufstätigen eher eine hohe V: Bei Minusgraden verliert die Batterie Kapazität, und
berufliche Mobilität verlangt, also die Bereitschaft um- natürlich ist der Stromverbrauch höher, z. B. für die
zuziehen? Heizung.
Prof. M.:  Grundsätzlich werden Mobilität und Flexibilität T: Das heißt, wenn es kalt ist, wird es teurer?!
zunehmend wichtig, vor allem für Berufseinsteiger, um V: Genau. Aber, im Vergleich zu einem Benzinauto spart
auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Der überwiegende man trotzdem ordentlich: Bei „normalen“ Temperaturen
Teil unserer Hochschulabsolventen stellt diese von der kostet dich der Stromverbrauch auf einer Strecke von
Wirtschaft geforderte Mobilität auch immer häufiger un- 100 km circa 3 €. Sogar bei einem sparsamen Benzinauto
ter Beweis, wie Zahlen bestätigen. würde das Benzin auf der gleichen Strecke circa 9 € –
M.: Ein anderes Thema: In vielen Firmen besteht angeblich also mindestens dreimal so viel – kosten.
die Tendenz, Praktikumsstellen und befristete Tätigkei- T: Klingt gut. Aber leider sind solche Elektroautos ja in der
ten anzubieten, die für Unternehmen kostengünstiger Anschaffung immer noch sehr teuer.
sind als Festanstellungen. Ist das richtig? V: Ja, das stimmt. Aber dafür musst du in Deutschland in
Prof. M.:  Das stimmt schon. Immer mehr neue Arbeitsver- den ersten 10 Jahren keine Kfz-Steuer für ein Elektroauto
träge sind befristet. Aber auch die Zahl der Selbstständi- bezahlen. Und in manchen Orten gibt es Gratisparkplätze
gen hat sich in den letzten Jahrzehnten mehr als verdop- in der Innenstadt. Da kann man schon etwas sparen.
pelt. Für viele moderne Projektarbeiter, z. B. im Bereich T: Das ist interessant. Kannst du mir da genauere Infos
IT oder in kreativen Berufen, ist eine selbstgewählte frei- besorgen?
berufliche Tätigkeit attraktiv. V: Klar, werde ich gerne machen.
M.: Heißt das aber nicht auch, dass die Beschäftigten sich
ständig weiterbilden müssen? B 1b - Track 56
Prof. M.:  Absolut. Sehen Sie: Ein Kind, das heute mit der
11 Liebling, wir müssen los! Wir wollen doch diesmal pünkt-
Schule beginnt, wird Mitte der 2020er-Jahre die Pflicht-
lich zum Essen bei meinen Eltern sein. Es gibt Schweins-
schule abgeschlossen haben und bis in die 2060er- oder
braten mit Knödeln!
2070er-Jahre im Arbeitsleben stehen. Es wird sich si-
cherlich im Lauf der Jahre einige Male fortgebildet ha-
uu Ja, einen Moment noch …. Dienstag: 7.785 Schritte,
5,4 km, 2.312 Kalorien ….
ben. Denn die Arbeitswelt wird sich in den nächsten 50
11 Was machst du denn noch?
Jahren weiterhin drastisch verändern. Lebenslanges Ler-
nen ist schon heute ein Muss und wird in den kommen-
uu Ich erfasse meine Tageswerte, Kilian, das solltest du doch
langsam wissen …
den Jahren noch wichtiger werden. Das ist sicher.
11 Ja, ich weiß, du zählst deine Schritte und erfasst jede Ka-
M.: Unsere Zeit ist leider um. Vielen Dank, Herr Prof. Mahlke.
lorie, die du zu dir nimmst. Und ständig trägst du dieses
Sensorenarmband …
14 Nachhaltig und innovativ uu Na und? Das ist gut so, genau das ist Quantified Self. Das
hilft mir, gesund zu bleiben. Durch die Zahlen lerne ich
mich besser kennen. Self Tracking nennt man das auch.
A 4a - Track 55 Das kommt aus Kalifornien …
Volker:  Du, Theresa, ich hab‘ da was für dich! Du warst doch 11 Und ich komme aus Bayern und genieße gern ein gemüt-
im Herbst auf der IAA in Frankfurt und hast dich über liches Abendessen mit leckeren Knödeln und einem guten
Elektroautos informiert? Bier und …

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Einheit 14  |  Übungen 14

uu O.k., Kilian! Aber ich komme aus Hamburg, stehe nicht M.: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Arbeit? Wo würden Sie
so auf Knödel und bin überzeugt, dass mir das Erfassen sich auf einer Skala von 0 = ganz und gar unzufrieden
meiner Werte hilft, fit und ausgeglichen zu bleiben!! bis 10 = ganz und gar zufrieden einordnen?
„Disziplin“ sage ich nur … H.: Wenn ich ehrlich sein soll, dann höchstens bei 5.
11 Ja, ist ja schön, aber jetzt komm schon … M.: Warum sind Sie so wenig zufrieden? Was sind die
Hauptgründe dafür?
H.: Wo soll ich anfangen? Mein Chef ist oft schlecht gelaunt,
14 Übungen und er hat einen sehr autoritären Führungsstil. Er lobt
fast nie und gibt auch kein Feedback zur geleisteten Ar-
C 3 - Track Ü28 beit. Das ist ziemlich demotivierend.
M.: Das kann ich gut verstehen. Gibt es für Sie auch Positi-
Moderator im Studio:  Viele Unternehmen sind gezwungen,
ves, also etwas, was Ihnen Freude macht?
ihre Kosten zu reduzieren. Das bedeutet aber, dass die
H.: Oh ja, schon. Mein Chef geht mir zwar oft auf die Ner-
Mitarbeiter immer mehr leisten müssen und unter enor-
ven, ich verstehe mich aber gut mit meinen Kolleginnen
mem Druck stehen. Ein sogenanntes Burnout und De-
und Kollegen. Und die Arbeit macht mir im Großen und
pressionen können die Folgen sein. Stimmt es aber wirk-
Ganzen Spaß. Na ja, und das Gehalt – es ist nicht üppig,
lich, dass viele Menschen keinen Spaß mehr an ihrem
aber in Ordnung.
Job haben, dass sie demotiviert sind und innerlich be-
M.: Sie sind zufrieden mit Ihrem Gehalt? Da scheinen Sie ja
reits gekündigt haben?
eine Ausnahme zu sein.
Wir haben mit einigen Berufstätigen gesprochen und
H.: Das kann schon sein. Aber Geld ist bekanntlich nicht al-
wollten von ihnen hören, wie sie ihren Arbeitsalltag erle-
les. Für eine bessere Atmosphäre würde ich gern auf ein
ben, ob ihre Chefs wirklich autoritär sind und ob sie zu
paar Euro verzichten. Das Schlimmste für mich ist aller-
wenig verdienen.
dings, dass es in meiner Firma keinerlei Aufstiegsmög-
(…) Guten Tag, Frau Salieri. Vielen Dank, dass Sie mit
lichkeiten gibt. Zurzeit überlege ich deshalb, ob ich kün-
uns über Ihre Arbeitssituation sprechen wollen. Sie sind
digen soll.
Sachbearbeiterin in einer großen Versicherung in Dres-
M.: Na, dann wünsche ich Ihnen alles Gute für die richtige
den. Sind Sie schon länger in dem Unternehmen?
Entscheidung! Und vielen Dank für das Gespräch. Wir
Salieri:  Ja, schon seit acht Jahren! Ich habe dort gleich nach
haben gehört, Arbeit macht vielen Menschen Spaß, aber
meiner Ausbildung angefangen.
es gibt natürlich auch oft Ärger und Stress …
M.: Es heißt ja, dass nur jeder achte deutsche Arbeitnehmer
wirklich voll motiviert und engagiert seine Arbeit macht.
Man kann auf einer Skala von 0 = ganz und gar unzu- 15 Das tue ich für mich
frieden bis 10 = ganz und gar zufrieden, ankreuzen, wie
man sich selbst fühlt. Wie zufrieden sind Sie da mit Ih-
rem Job, Frau Salieri?
A 2a - Track 57
S.: Oh, das schwankt natürlich immer ein bisschen. Aber im
INTERVIEW 1
Großen und Ganzen würde ich mich auf der Skala zwi-
Moderator:  Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!
schen 8 und 9 einordnen.
Willkommen zu unserer Sendung „Tipps von Hörern für
M.: Das heißt, Sie mögen Ihre Arbeit? Warum?
Hörer“. Wir sprechen heute über das Thema „Was tut mir
S.: Ja, natürlich! Ich arbeite in einem netten Team, und die
wirklich gut?“, und unser erster Anrufer ist Herr Rossi.
Aufgaben und Arbeitsinhalte sind interessant. Und dann
Herr Rossi, haben Sie für unsere Hörer eine Antwort auf
habe ich noch eine Chefin, die uns unterstützt und das
die heutige Themenfrage?
Team immer über alles Wichtige informiert.
Herr Rossi:  Also das muss, glaube ich, jeder für sich selbst
M.: Das hört sich ja gut an! Und gibt es auch Aspekte Ihrer
entscheiden. Erst einmal ist es ja wichtig, festzustellen,
Arbeit, die Ihnen nicht so gut gefallen?
was man überhaupt braucht. So habe ich es gemacht.
S.: Ja, schon. Unsere Abteilung ist relativ klein, wir müssen
Ich habe mir selbst diese Frage gestellt, weil ich gemerkt
aber viele Versicherungsfälle bearbeiten. Da haben wir
habe, dass ich etwas ändern muss.
oft einen ziemlichen Termindruck. Und dann ist da noch
M.: Und was haben Sie geändert?
das Gehalt … Ich verdiene nicht schlecht, aber die Le-
R.: Ich bin unter die Schlafenden gegangen. Ich gehe be-
benshaltungskosten steigen eben auch ständig. Ich hoffe,
wusst und regelmäßig zwei Stunden vor Mitternacht ins
dass ich in diesem Jahr eine deutliche Gehaltserhöhung
Bett. Und am Wochenende mache ich anderthalb Stun-
bekomme.
den Mittagsschlaf, um Kraft zu tanken. Früher habe ich
M.: Das wünsche ich Ihnen auch! Vielen Dank für das Ge-
ja oft bis nach Mitternacht am Schreibtisch gesessen und
spräch, Frau Salieri. Auf Wiederhören. … Ich begrüße
überhaupt nicht mehr zur Ruhe gekommen.
jetzt am Telefon Herrn Huber. Herr Huber, wo sind Sie
M.: Und das ist alles? Nur schlafen?
beschäftigt, was machen Sie?
R.: Glauben Sie nicht, dass das so leicht ist. Ich musste mei-
Herr Huber:  Ich arbeite seit drei Jahren in der IT-Branche in
ne Schlafgewohnheiten ändern und mich disziplinieren.
einem mittelständischen Unternehmen. Dort bin ich Pro-
Es kommt darauf an, dass man beim Schlafen auf Regel-
grammierer.

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Einheit 15

mäßigkeit achtet. Der Erholungswert stellt sich nicht so- lich nur mit dem Auto gefahren und nie zu Fuß
fort ein. Ich habe ja am Anfang oft lange wach gelegen gegangen – nicht einmal die Treppen hinauf, da hab ich
… dann immer den Aufzug genommen. Dann habe ich ei-
nen Herzinfarkt gehabt und nur knapp überlebt.
INTERVIEW 2
M.: Wann war das, wenn ich fragen darf?
M.: Frau Morris, schön, dass Sie uns anrufen. Was tut
F.: Vor sieben Jahren. Seitdem laufe ich. Um genauer zu
­Ihnen denn wirklich gut?
sein: Jeden zweiten Tag laufe ich zehn Kilometer durch
Frau Morris:  Die Seeeeeele baumeln lassen!
den Wald. Ich will keinen Wettkampf gewinnen und
M.: Klingt schön! Und wie machen Sie das?
trainiere nicht für einen Marathon. Der Weg ist das
Mo.: Dabei helfen mir meine zwei Katzen. Der Mensch ist
Ziel, und dafür ist Laufen die schönste Sache der Welt.
ein soziales Wesen. Wir wollen nicht allein sein. Nach
M.: Aber das ist doch sehr anstrengend, oder? Sie schwit-
dem Tod meines Mannes habe ich mich sehr einsam ge-
zen, Sie kommen außer Atem, sind am Ende völlig ka-
fühlt. Dann hat mich eine Freundin gefragt, ob ich ihre
putt …
Katze über die Ferien füttern könnte, und das war so
F.: Na ja, so habe ich das früher auch gesehen. So ein
schön, dass ich inzwischen selbst zwei Katzen habe. Es
Leben ohne Sport war für mich selbstverständlich.
tut mir unglaublich gut, wenn ich mich um meine Tiere
Aber jetzt weiß ich: Man kann auch die Anstrengung
kümmern kann.
genießen – und das tolle Gefühl hinterher, dass man
M.: Und dann lassen Sie zu dritt Ihre Seelen baumeln?
den inneren Schweinehund überwunden hat. Ich habe
Mo.: Na, aber sicher! Wir kuscheln oder spielen dann ein-
ja, wie gesagt, erst nach dem Infarkt mit dem Sport
fach auf dem Teppich herum und machen sonst gar
angefangen. Schritt für Schritt. Ich musste ja etwas
nichts! Wissen Sie, ich war früher oft gestresst, sehr
tun. Seither habe ich über 20 Kilo verloren und fühle
sogar. Zur Entspannung war ich damals auch bergwan-
mich heute wie ein neuer Mensch.
dern, dann habe ich an Sportkursen teilgenommen …
Aber das war irgendwie keine richtige Entspannung.
Als ich dann gesehen habe, wie wunderbar faul die
C 3a - Track 58
Katze sein konnte – ganz ohne schlechtes Gewissen –, 11 Sehr geehrte Damen und Herren! Bevor wir unseren Kon-
da hat sie mich sozusagen angesteckt. Faulenzen, gress zum Thema „Fit am Arbeitsplatz“ mit dem Vortrag
das musste ich selbst erst wieder lernen … von Prof. Lechner offiziell eröffnen, spiele ich nun sechs
kurze Statements ein, die wir vorab aufgezeichnet haben.
INTERVIEW 3
M.: Frau Doktor Meyerling, Sie haben ja eine Arztpraxis,
uu Bei unseren Mitarbeitern muss die Leistung stimmen, so-
dass das Unternehmen davon profitiert. Nur Mitarbeiter,
und neben Ihren Patienten widmen Sie Ihre Zeit dem
die sich körperlich wohlfühlen, sind so fit, dass sie ihre
Garten, haben Sie erzählt. Wie sind Sie denn darauf
Zielvereinbarung auch erfüllen können. Für mich als Füh-
gekommen?
rungskraft ist das die Grundlage für ein betriebliches
Frau Meyerling:  Na ja, ich bin auf dem Land aufgewachsen,
Gesundheitsmanagement.
und wir haben einen großen Garten gehabt. Dort hatte
pp Wer sich täglich gar nicht oder nur wenig bewegt, dem
ich immer mein eigenes Beet mit Sonnenblumen – ich
geht es nicht nur körperlich schlecht. Bewegung ist auch
erinnere mich noch genau. Wunderschön waren die!
für das psychische Wohlbefinden sehr wichtig. Viele
M.: Dann sind Sie Ihrer Leidenschaft also immer treu ge-
Menschen – auch Führungskräfte großer Unternehmen,
blieben?
die Manager also – vergessen das oder wissen es nicht
Me.: Nein. Ich bin damals zum Medizinstudium nach Frei-
einmal.
burg gegangen und hatte in der Stadt ein ganz anderes
ss Gesundheitsmanagement sollte man nicht als eine Auf-
Leben. Erst seitdem ich wieder auf dem Land wohne,
klärungskampagne missverstehen. So nach dem Motto:
habe ich die Gartenarbeit neu für mich entdeckt.
Pass auf deine Gesundheit auf und erhol dich am Wo-
M.: Und was gefällt Ihnen daran besonders?
chenende so gut, dass du nächste Woche wieder die volle
Me.: Ach, alles – die Farben, die Düfte, die Bienen und Käfer
Leistung bringst. Das ist unseriös und hat keinen positi-
… Das Gefühl, wenn man reife Tomaten erntet, die von
ven Effekt.
der Sonne ganz warm sind. Entschuldigen Sie, jetzt
xx Natürlich hat der Betrieb auch eine Mitverantwortung
komme ich ins Schwärmen. Außerdem ist es toll, das
für das ganze Team, und betriebliche Sportangebote sol-
ganze Jahr über für längere Zeit draußen zu sein. Da
len zeigen, dass er diese Verantwortung auch ernst
bekomme ich den Kopf frei und kann mich auch mental
nimmt. Schön und gut. Aber in unserer Firma übertreiben
wunderbar erholen.
sie es mit der Gesundheitsförderung! Wer körperlich nicht
INTERVIEW 4 so auf der Höhe ist, dass er zum Beispiel beim Firmenlauf
M.: Herr Franke, Ihr Weg zum Joggen führte über Umwege. aktiv dabei ist, oder wer eben einfach keinen Spaß daran
Kann man das so sagen? hat, der wird von den Kollegen und der Chefin dann ko-
Herr Franke:  Ja, schon! Ich hatte nach dem Abitur nur noch misch angeschaut.
meine Karriere im Kopf. Mit 42 Jahren habe ich 98 Ki- gg Ein Unternehmen, das die Bedürfnisse der Mitarbeiter
lo gewogen, hatte eine 7-Tage-Woche und habe maxi- nach physischer Fitness berücksichtigt, schafft über kurz
mal fünf Stunden pro Nacht geschlafen. Ich bin eigent- oder lang auch eine Corporate Identity, also eine engere

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Einheit 15  |  Übungen 15

emotionale Bindung an die Firma. Ein betriebliches Ge- verfolgen einen sozusagen im Schlaf. Auf Dauer macht
sundheitsmanagement ist damit nicht nur gut für meine das viele Mitarbeiter krank.
Mitarbeiter, sondern auch fürs ganze Unternehmen. Als 11 Oh je, das wusste ich nicht! Es ist so, dass unsere Leute
Chefin habe ich ja auch eine Fürsorgepflicht, das heißt, den Gehörschutz oft als unangenehm empfinden und ihn
ich muss schauen, dass es meinem Team seelisch und kör- deshalb nicht verwenden. Hätten Sie da eine Lösung?
perlich gut geht. uu Also, ich würde Ihnen dringend raten, dass Sie in einem
hh Bei meinem letzten Arbeitgeber war das mit der Gesund- ersten Schritt alle Mitarbeiter richtig schulen und sie auf
heitsförderung am Arbeitsplatz eher ein Blabla. Da gab es diese Gefahren aufmerksam machen.
einmal im Jahr eine Grippeschutzimpfung und dann noch 11 Ja, das ist sicherlich ganz wichtig.
einen Infoabend zum Angebot der Betriebssportgruppe. uu Und dann sollten Lärmmessungen in den verschiedenen
Das war’s aber auch schon. Jetzt, bei der neuen Firma, ist Bereichen der Produktionshalle durchgeführt werden. Ei-
das anders: Es gibt hier viele Angebote, sodass sich jeder ne Option könnte dann sein, neue Maschinen anzuschaf-
Mitarbeiter aussuchen kann, was ihm Spaß macht. Finde fen, die viel leiser arbeiten. Die Technik ist da schon sehr
ich toll! Manche machen Yoga oder Rückengymnastik, ich weit. Aber so eine Anschaffung ist natürlich mit Kosten
selbst spiele in unserem Fußballteam. verbunden …
11 Gut, das muss natürlich mit der Firmenleitung bespro-
chen werden. Bis wann können wir denn mit Ihrem
15 Übungen Bericht rechnen?
uu So etwa in ein bis zwei Wochen. Da finden Sie dann
C 3b - Track Ü29 meine Vorschläge und auch einen Entwurf für die
Mitarbeiterschulung.
11 Guten Tag, Herr Kurz, kommen Sie herein. Sie sind ja jetzt
11 Das hört sich gut an. Herr Kurz, ich danke Ihnen.
seit einem Monat als Sicherheitsbeauftragter bei uns. Ich
hoffe, Sie fühlen sich wohl in der Firma?
Prüfungstraining: Hörverstehen, Teil 2
uu Oh ja, sehr!
11 Das freut mich. Und haben Sie sich schon einen ersten Moderatorin:  Liebe Hörerinnen und Hörer, es freut mich,
Überblick verschaffen können? Sie wieder bei unserem „Gesundheitsmagazin“ begrü-
uu Ja, also ich habe die Produktionshalle für die Fertigteil- ßen zu dürfen. Unser Thema heute ist: „Macht Arbeit
häuser angeschaut und mit einigen Kollegen gesprochen. krank?“ In den letzten Jahren hat die Zahl der Fehltage
Außerdem hatten Sie mir ja die Unterlagen … aufgrund von psychischen Erkrankungen enorm zuge-
11 Diese Abteilung ist unser Sorgenkind. Wie sieht’s denn da nommen, nämlich um etwa 80 Prozent. Das heißt, dass
aus Ihrer Sicht mit den Arbeitsbedingungen aus? zehn bis elf Prozent aller Krankmeldungen auf eine
uu Na ja. Also mein erster Eindruck ist recht positiv. Was ich psychische Erkrankung zurückgehen. Tatsächlich dürf-
bis jetzt gesehen habe, halten sich Ihre Mitarbeiter im ten es aber noch mehr sein, denn für viele Arbeitneh-
Großen und Ganzen an die geltenden mer sind psychische Probleme noch immer ein Ta-
Sicherheitsvorschriften. buthema. Darüber möchten wir mit unserem heutigen
11 Das beruhigt mich aber. Gast sprechen, dem Arbeitspsychologen Herrn Dr.
uu Man kann trotzdem nie genug aufpassen. Meine Aufgabe Walter Haslinger. Guten Abend, Herr Dr. Haslinger!
ist es ja, alle möglichen Gefahrenquellen zu erkennen. Ich Haslinger:  Danke für die Einladung und ebenfalls einen
habe mir Ihre Unterlagen zu den krankheitsbedingten schönen guten Abend! Bevor wir uns mit der Frage be-
Fehlzeiten angeschaut, und da gab es im letzten Jahr schäftigen, ob Arbeit krank macht, möchte ich betonen,
doch einige kleinere Arbeitsunfälle – und folglich natür- dass Arbeit eine sehr wichtige Funktion für uns alle hat
lich einen höheren Krankenstand unter den Mitarbeitern. – also jenseits des Geldverdienens. Bei der Arbeit ste-
11 Richtig, das ist leider so. Deshalb haben wir Sie ja auch hen wir in Kontakt zu anderen Menschen, haben einen
bei uns, Herr Kurz. festen Tagesablauf, und es ist prinzipiell positiv, Aufga-
uu Also um es erst mal zusammenzufassen: Mit den Maschi- ben zu erfüllen. Also insofern ist Arbeit wesentlich für
nen gab es überhaupt keine Probleme, das ist schon mal unser Wohlbefinden.
sehr beruhigend. Und fast alle Ihrer Mitarbeiter tragen M.: Das kann man nachvollziehen, ja.
Schutzausrüstungen, also Helme und Arbeitshandschuhe. H.: Wenn man nun den Satz „Arbeit macht krank!“ in den
Das ist auch sehr gut. Die kleineren Unfälle gehen darauf Raum stellt, müsste es ja umkehrt heißen, dass Arbeits-
zurück, dass hier Sicherheitsvorschriften nicht eingehal- losigkeit, also keine Arbeit, gesund macht. Das ist aber
ten wurden. Aber ich habe bemerkt, dass nicht alle einen nicht der Fall. Im Gegenteil ist es so, dass Arbeitslosig-
Gehörschutz verwenden, wo sie es sollten. Das ist ein keit massiv das Risiko erhöht, eine Depression zu be-
echtes Problem. Sie wissen ja, dass die Lärmbelastung in kommen. Das Gefühl, nicht gebraucht zu werden, ist
den Werkshallen recht hoch ist. Und als Folge kann im nicht zu unterschätzen. Arbeit zu haben bedeutet –
schlimmsten Fall Schwerhörigkeit entstehen. Aber auch also abgesehen von der finanziellen Notwendigkeit –
sonst gibt es durch großen Lärm Probleme, z. B. einen er- auch, einen Platz in der Gesellschaft zu haben. Das ist
höhten Blutdruck und Schlafstörungen – die Geräusche die positive Seite. Trotzdem, und jetzt komme ich zur

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Übungen 15

Frage dieser Sendung, kann es auch am Arbeitsplatz H.: Ich will es gerne versuchen. Also: Psychische Erkran-
negative Faktoren geben, die dazu beitragen, dass kungen sind, wie ich ja schon gesagt habe, aktuell der
Menschen psychisch erkranken. Grund für etwa zehn bis elf Prozent aller Krankmel-
M: Welche Faktoren sind das zum Beispiel? dungen. Außerdem sind sie eine häufige Ursache für
H.: Na ja, da gibt es ganz verschiedene. Persönliche Kon- Frühpensionen. Dabei sind die Zahlen von Branche zu
flikte mit Kolleginnen oder Kollegen stehen an erster Branche natürlich sehr verschieden. Interessant ist in
Stelle, dann auch Schichtarbeit, Nachtarbeit oder diesem Zusammenhang, dass die Krankmeldungen
Überforderung durch ständigen Zeitdruck … Ja, und in wegen psychischer Probleme nicht, wie oft vermutet,
vielen Fällen werden zum Beispiel ständige strenge unter Managern am höchsten sind, sondern im Gesund-
Kontrollen zu einer großen Belastung. Aber genauso heits- und Sozialwesen. Allerdings ist die Einnahme
können auch Unterforderung und Langeweile zum von Psychopharmaka – also Medikamenten gegen
Problem werden. psychische Erkrankungen – nicht etwa unter der
M.: Habe ich Sie richtig verstanden? Langeweile am Ar- arbeitenden Bevölkerung am höchsten, sondern unter
beitsplatz macht krank?? arbeitslosen Männer und Frauen. Also, um es kurz zu
H.: Ja, tatsächlich kann Unterforderung am Arbeitsplatz sagen: Ja, Arbeit kann psychisch krank machen. Keine
krank machen … und wie Überlastung und Überforde- Arbeit zu haben, führt aber mit einer noch größeren
rung zu Depressionen führen. Seit einigen Jahren Wahrscheinlichkeit zu psychischen Erkrankungen.
spricht man in einem solchen Fall von einem Boreout – Auch ein mittelmäßiger Job ist meist besser für die
ein Gegenbegriff zu dem Burnout, einem inzwischen ja Gesundheit als gar keiner.
sehr bekannten Phänomen. M.: Herr Dr. Haslinger, ich danke Ihnen für das Gespräch!
M.: Wie entsteht Unterforderung? H.: Sehr gern!
H.: Unterforderung kann zum Beispiel entstehen, wenn ein
Mitarbeiter zu wenig zu tun hat oder für seine Aufga-
ben überqualifiziert ist. Um beschäftigt zu wirken, tun
Boreout-Betroffene oft so, als würden sie arbeiten. Sie
schreiben private Mails am Arbeitsplatz, starren auf
den Bildschirm und geben sogar vor, Arbeit mit nach
Hause zu nehmen, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt.
Die Betroffenen sind mit ihrer Situation meist sehr un-
zufrieden. Ihnen fehlt die Anerkennung, das Gefühl,
etwas Sinnvolles zu tun. Das kann auf Dauer krank
machen.
M.: Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen der höheren
Krankheitsrate und den neuen Kommunikationsmedi-
en, also Internet, Smartphone usw.?
H.: Na ja, sagen wir so: Die digitalen Medien tragen in eini-
gen Berufen sicher dazu bei, dass es keine klare Tren-
nung mehr zwischen Arbeits- und Privatleben gibt. Wir
sind immer und überall erreichbar … Das führt dazu,
dass viele Menschen sich auch in der Freizeit mit ihrer
Arbeit beschäftigen.
M.: Würden Sie also sagen, dass zu viel Arbeit krank ma-
chen kann?
H.: Nein, das nicht unbedingt und nicht in allen Fällen.
Entscheidender als die Menge der Arbeit ist deren Qua-
lität. Wenn ich meine Arbeit gern mache, bin ich
grundsätzlich sehr belastbar. Problematisch kann es
werden, wenn mehrere negative Faktoren zusammen-
kommen: Zum Beispiel Unzufriedenheit, das Gefühl,
dass man eine sinnlose Arbeit macht, oder auch
schlechte Bezahlung. Kommen dann noch private Prob-
leme hinzu, wird das eine gefährliche Mischung!
M.: Herr Dr. Haslinger, können Sie unseren Hörern eine
Zusammenfassung geben?

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